3. September 2019

Wahlanalyse: Kleine-Hartlage im Gespräch

Redaktion / 42 Kommentare

Im Osten dauert das Superwahljahr 2019 an. Wir sprachen dazu mit dem Soziologen und Antaios-Autor Manfred Kleine-Hartlage. 

  • Sezession

SEZESSION: Herr Kleine-Hartlage, sind das gute oder nicht ausreichende Wahlergebnisse für die AfD in Sachsen und in Brandenburg?

KLEINE-HARTLAGE: Das sind gute Ergebnisse, insofern der Kamerad Trend wieder einen Schritt getan hat, aber ein Durchbruch im Sinne der Entmachtung des herrschenden Parteienkartells sind sie selbstverständlich noch nicht.

SEZESSION: Vertieft ein solches Ergebnis den Graben zwischen Ost und West? Sind zwei Dutzend Direktmandate für die AfD im Westen "vermittelbar" - oder verhärtet sich dort das Unverständnis?

KLEINE-HARTLAGE: Ob es einen Graben zwischen Ost und West gibt, sei dahingestellt. Es gibt einen Graben zwischen oben und unten, und ich glaube, auch im Osten gibt es Gesellschaftsschichten, in denen man wohlhabend genug ist, sich ideologische Ignoranz leisten zu können oder zu müssen. Dort sind besagte Mandate vermutlich ebenso „schwer vermittelbar“ wie in entsprechenden Schichten im Westen. Diejenigen Menschen im Westen wiederum, die die Auswirkungen der Politik der Etablierten hautnah zu spüren bekommen, haben vermutlich wenig Schwierigkeiten, jene Wahlergebnisse nachzuvollziehen, die ideologisch gefestigte Journalisten nur unter gequälten Klimmzügen – und dann meist falsch – deuten können.

Die Tatsache, daß die Westdeutschen vierzig Jahre länger erstens ihr Vermögen aufbauen und zweitens ideologisch indoktriniert werden konnten, außerdem drittens nicht auf eine erfolgreiche Revolution zurückblicken können, tut sicherlich ein Übriges. Vertiefen wird sich der Graben zwischen einerseits den Gläubigen der globalistischen Zivilreligion (die sich naturgemäß dort konzentrieren, wo es die höchsten Gratifikationen für die „richtige“ Gesinnung gibt) und andererseits denen, die von diesem Glauben abgefallen sind oder ihn nie geteilt haben.

Vertiefen wird sich der Graben zwischen den tonangebenden sogenannten Eliten und der Opposition. Diese Eliten haben sich in eine Lage manövriert, in der alles, was sie politisch tun, sich zu ihrem Nachteil auswirkt, aber zu Repression und Gewalt greifen, das könnten sie durchaus noch.

SEZESSION: Skizzieren Sie die kommenden vier Wochen - was wird passieren: im Bund, in Sachsen, in Brandenburg?

KLEINE-HARTLAGE: Nichts, was sich grundsätzlich von der bisherigen Politik unterscheiden würde, und das ist das Bemerkenswerte: Wenn Politik in diesem Staat so funktionieren würde, wie es im politikwissenschaftlichen Lehrbuch steht, wäre doch zu erwarten, dass SPD, CDU und Linke spätestens jetzt versuchen würden, der AfD entweder durch ein ähnlich gelagertes Programm den Wind aus den Segeln zu nehmen, oder sie direkt einzubinden und dadurch zu kompromittieren und zu korrumpieren.

Das ist ungefähr das, was die ÖVP machte. Es war Betrug, aber erfolgreich. Stattdessen findet sich die CDU mit ihrem unaufhaltsamen Sinkflug ab, taumelt die SPD der Fünfprozenthürde entgegen, als müsse es so sein, und nimmt die Linkspartei kampflos hin, daß ihre angestammte Position als Stimme des Ostens an die AfD übergeht; durch die Demontage von Sahra Wagenknecht hat die Partei sogar noch nachgeholfen.

Alle drei Parteien haben sich zu Sklaven eines Programms gemacht, das jede von ihnen noch vor dreißig Jahren für verrückt erklärt hätte und hat – nämlich des Programms der Grünen, der einzigen Partei, für die die gegen die AfD gerichtete Quarantänepolitik parteipolitisch zweckrational ist. Die Unfähigkeit, dem Zerfall der eigenen Machtbasis entgegenzuwirken, wäre allein schon ein hinreichender Beweis für den entsetzlichen Mangel an Format in der gesamten politischen Klasse.

Ich wage sogar zu behaupten, daß es nicht einmal zum Rücktritt von Angela Merkel kommen wird, obwohl sie längst eine sprichwörtliche lahme Ente ist und ihr Abgang für ihre Partei nur noch ein Bauernopfer wäre. Das innere Gefüge des regierenden Kartells ist aber derart fragil, sein Personal so kopflos, dass selbst kleinere Veränderungen zum Einsturz der ganzen Struktur führen können. Deshalb klammern sich alle an den Status quo und hoffen auf ein Wunder.

SEZESSION: Was darf nun nicht geschehen, was darf die AfD nun auf keinen Fall tun?

KLEINE-HARTLAGE: Die AfD sollte nicht den Kartellparteien hinterherlaufen und insbesondere deren Ab- und Ausgrenzungsforderungen gegenüber der Rechten mit Verachtung strafen. Daß dies in der Vergangenheit nicht geschehen ist, daß also allzuviele führende AfD-Politiker über die Stöckchen sprangen, die das Establishment ihnen hinhielt, war bereits ein Fehler. Diesen Fehler jetzt noch fortzusetzen, wäre eine Dummheit, die jeden disqualifizieren müßte, der sie begeht – so wie sie schon Bernd Lucke und Frauke Petry disqualifiziert hat.

SEZESSION: Sehen Sie eine Partei neuen Typs oder wird es nicht eher so sein, daß sich mit der Entmachtung des herrschenden Parteikartells ein neues herrschendes Parteikartell bildet, das bis zur Ununterscheidbarkeit zurechtgeschiffen ist?

KLEINE-HARTLAGE: Ich glaube, daß ein zirkulärer Verlauf von Aufstieg, Verfall und Erneuerung für viele Strukturen charakteristisch ist, warum also nicht auch für diese? Ich halte es durchaus für möglich, daß aus dem Zerfall des alten Parteiensystems ein neues hervorgeht, das die Degenerationserscheinungen seines Vorläufers nicht von Anfang an aufweist, sondern erst im Laufe der Zeit entwickelt – bis es möglicherweise seinerseits abgelöst werden muss. Einfacher gesagt: Neue Besen kehren gut!

SEZESSION: Sehen Sie programmatische Lücken oder reicht der bloße Nimbus, die einzige Alternative zu sein, weiterhin aus?

KLEINE-HARTLAGE: Es wird sicherlich zu einer Professionalisierung kommen müssen, wenn die AfD ihrem Anspruch, den Staat zu regieren, gerecht werden will – und zwar unabhängig davon, in welcher politischen Konstellation sie dies tut. Es ist also keine Frage der politischen oder bündnispolitischen Ausrichtung, daß eine umfassende Programmatik eine Notwendigkeit ist.

Man sollte allerdings unterscheiden zwischen dem Programmkern – also den Politikfeldern Einwanderung, Sicherheit, nationale Souveränität – und den Politikfeldern, die nicht unmittelbar mit dem Überleben der Nation zu tun haben. Auf letzteren sollte die AfD sich stets erinnern, daß sie eine Volkspartei sein will und muß. Das heißt, sie sollte sich hüten, als Partei ein so scharfes Profil zu entwickeln, daß weite Teile des Volkes sich abgeschreckt fühlen, etwa durch prinzipiell sozialstaatsfeindliche Positionen.

Einen Pluralismus unterschiedlicher Ansätze innerhalb der Partei dagegen sollte man auf diesen Feldern ganz bewußt pflegen.


Manfred Kleine Hartlage ist Jahrgang 1966, Diplom-Sozialwissenschaftler in der Fachrichtung Politische Wissenschaft und bekannt als scharfzüngiger politischer Analyst.

Bei Antaios erschienen unter anderem der Sammelband Die Besichtigung des Schlachtfelds und sein jüngster kaplaken Ansage, dessen Erstauflage nach kürzester Zeit vergriffen war. Ellen Kositzas Videobesprechung zur leidenschaftlichen Attacke auf das linksliberale Establishment und seine Lebenslügen gibt es hier


  • Sezession

Kommentare (42)

Simplicius Teutsch
3. September 2019 10:17

„Die Unfähigkeit (von CDU, SPD, Linken), dem Zerfall der eigenen Machtbasis entgegenzuwirken“ (Kleine-Hartlage), ist schon sehr erstaunlich. Und Michael Kretschmer, der auf mich eigentlich sympathisch rüberkommt, folgt in Sachsen jetzt wohl brav der zentralen Parteilinie in den Sinkflug. Selbst in Bayern macht die Söder-CSU Platz für die (momentan idiotisch-zerstrittene) AfD.

Der Osten – ohne Berlin-Babel – wäre mit Gewissheit, das zeigen deutlich die jüngsten Wahlen, ohne großen (wirtschaftlichen) Knall auf ehrlichem demokratischem Wege auch gegen die links-grünen Mainstream-Medien als deutsches Heimatland für eine weltoffene Zukunft zu retten.

Aber der übermächtige Westen ist nahezu vollständig verhaut und versaut. Man schaue doch bloß in die westlichen AfD-Landesverbände. - Was ich daher nicht verstehe, ist, wieso die „Flügel“-Unterstützer gerade den Professor Jörg Meuthen absägen wollen? - Ich gebe zu bedenken: Der Mann ist jedes mal eine Wohltat, wenn er den links-grünen Inquisitoren vor der Kamera Paroli bietet. Ich hoffe, dieses starke Zugpferd für den Westen wird nicht hinterrücks in den eigenen Reihen demontiert.

Das allerwichtigste Positive aber ist, dass die politischen Verhältnisse seit einiger Zeit gehörig ins Rutschen gekommen sind. Und die seismische Aktivität geht vom Osten aus. Wenn auch noch die wirtschaftlichen und schließlich die medialen Verhältnisse ins Rutschen kommen, dann sollte die AfD gut aufgestellt sein.

Adler und Drache
3. September 2019 11:01

"Ich wage sogar zu behaupten, daß es nicht einmal zum Rücktritt von Angela Merkel kommen wird ..."

Dieser Gedanke verfestigt sich bei mir auch schon seit einiger Zeit als plausibel. AKK als Nachfolgerin? Quatsch, die wurde als Prügelknabe installiert, die kriegt die Kritik ab, die eigentlich an Merkel gerichtet ist, vor der die GröKaZ zu schützen ist. Sie entwickelt sich wirklich zur "Alternativlosen" - das spielt der AfD in die Hände. Der "BossMob" sind aber nicht die Grünen, sondern die Invasoren.

zeitschnur
3. September 2019 11:09

Diese Analyse trifft die Sachlage mE, lässt aber auch Fragen aufkommen, ob genau das nicht in einem langfristigen Strategieplan elitärer Player sogar angestrebt und erwünscht ist. Denn wenn es um Macht geht, ist selbst der Dümmste nicht so dumm, sie sich in der Weise, wie dies geschieht, selbst zielgerichtet zu nehmen - ich zweifle wirklich seit Jahren ernsthaft an der Zurechnungsfähigkeit der angeblichen "Mitte"-Parteien, sie wirken wie unter Drogen und geistig umnachtet:

"Stattdessen findet sich die CDU mit ihrem unaufhaltsamen Sinkflug ab, taumelt die SPD der Fünfprozenthürde entgegen, als müsse es so sein, und nimmt die Linkspartei kampflos hin, daß ihre angestammte Position als Stimme des Ostens an die AfD übergeht; durch die Demontage von Sahra Wagenknecht hat die Partei sogar noch nachgeholfen.

Alle drei Parteien haben sich zu Sklaven eines Programms gemacht, das jede von ihnen noch vor dreißig Jahren für verrückt erklärt hätte und hat – nämlich des Programms der Grünen, der einzigen Partei, für die die gegen die AfD gerichtete Quarantänepolitik parteipolitisch zweckrational ist."

Das läuft doch seit Jahren ab wie eine einpogrammierte Show, und jeder Versuch der "Mittigen", sich aus dem Sumpf zu ziehen führt nur dazu, noch tiefer in ihn hineinzusinken. Ich finde das einigermaßen merkwürdig und keineswegs alternativlos. Es gab in all diesen Parteien einmal kluge und intelligente Köpfe! Wo sind die hingekommen?

Wenn es also wirklich auf eine Polarisierung zwischen "Grün" und "AzG" (Alternative zu Grün) hinausläuft, stellt sich die weitere Frage, ob die deutschen Grünen nur ein Ersatz für die anderswo schlicht "Sozialisten" oder "Linke" genannten Parteien sind, oder ob das ein deutscher Sonderweg ist, dessen Sinn und Ziel ebenfalls Fragen aufkommen lässt.

Lotta Vorbeck
3. September 2019 14:18

"Eva Herman & Andreas Popp: Zusammenbruch von Medien und Politik sind ein guter Anfang"

veröffentlicht am 02.09.2019 auf Wissensmanufaktur. Begleittext zum Video:

Welchen Einfluss haben die Grünen auf unsere Gesellschaft? Wie wird die Zukunft Deutschlands unter grüner Führung sein? Wie seriös ist die Debatte über den sogenannten Klimawandel? Warum brechen die Mainstream-Medien so dramatisch ein? Robert Stein im Gespräch mit Eva Herman und Andreas Popp im Sommer-Seminar 2019 der Wissensmanufaktur in Kanada, direkt aus dem Seminarhotel auf Cape Breton Island.

Link zum Video: https://youtu.be/xzocRmfOo-A

Laurenz
3. September 2019 14:21

Herr Kleine-Hartlage hat quasi eine perfekte Wahrnehmung der politischen Realität in Deutschland. Solche Köpfe brauchen wir.

@Adler und Drache stimme ich zu, Frau Merkel wird 2021 wieder antreten. Das ist für uns auch gut so.

@Simplicius Teutsch ... niemand hat in der AfD etwas gegen Herrn Meuthen. Wer sollte Seine Kultiviertheit nicht gut finden? Der einzige große innerparteiliche Gegner von Herrn Meuthen ist Herr Meuthen selbst. Unbestritten ist Sein Lernprozeß vom Liberalen zum Patrioten in wenigen Jahren enorm groß. Er kommt aber aus einer gesellschaftlichen Klasse in unserem Land, die von der Politik unserer politischen Gegner bisher profitiert hat, und Er ist Selbst Seinen wirtschaftspolitischen Vorstellungen und Konzeptionen als Privat-Person nicht ausgesetzt, was innerparteilich ein Glaubwürdigkeits-Problem hervorruft. Diese Seine Sozialisierung führt auch dazu, daß Er in der Öffentlichkeit meist zu sehr in die Defensive gerät, Sich auf gut Deutsch dafür entschuldigt, in der AfD zu sein. Seine Großvater-Liebe hat Ihn in die Politik getrieben, und wie zu Seinen Enkeln, ist Er gegenüber dem politischen Gegner zu lieb. Was Herrn Meuthen fehlt, ist der Mangel an Existenznot, eine Empathie, die zB Herr Höcke, Herr Kalbitz und auch Herr Gauland, trotz ähnlichem persönlichen Versorgtseins, mehr besitzen. Das führt dazu, wie Herr Kleine-Hartlage quasi beschrieb, daß Herr Meuthen öffentlich nicht viel anders wirkt, als Frau Barley, nur eben weniger hübsch.

@zeitschnur .... die Fragen, die Ihnen aufkommen, sind weniger schwierig zu beantworten, als Sie es darstellen. Solange Herr Maas, Herr Heil, Frau KK und Herr Seehofer im A8 durch die Gegend chauffiert oder von der Flugbereitschaft der Luftwaffe ab und an noch transportiert werden, interessieren in dieser Blase die Nöte von eigenen Abgeordneten, die irgendwo ihren Job verlieren, herzlich wenig. Herrn Kleine-Hartlages "entsetzlicher Mangel an Format in der politischen Klasse" macht eben keinen Unterschied zur Besitzstandswahrung der Bevölkerung im Westen. Herr Kleine-Hartlage hatte doch darauf hingewiesen, daß bei unseren Nachbarn die Reaktionen der Herrschenden (wie ehedem) meist klüger sind als bei uns, auch was die Geschwindigkeit neuer Kehr-Besen angeht. Wie schnell hatte die französische Ecole-Francaise-Elite Herrn Neo-Napoleon Macron aus dem Hut gezaubert ... Frau Le-Pen muß Sich erst noch als etwas alte Jeanne d'Arc beweisen.
Zitat- Es gab in all diesen Parteien einmal kluge und intelligente Köpfe! -Zitatende .... könnten Sie uns da mal welche nennen, bitte?

Niekisch
3. September 2019 14:49

"ob genau das nicht in einem langfristigen Strategieplan elitärer Player sogar angestrebt und erwünscht ist."

@ zeitschnur 11:09: Diese Frage zu stellen löst sehr schnell den Vorwurf aus, ein "Verschwörungstheoretiker" zu sein. Ich erhebe ihn nicht, weil nach Anscheinsbeweisgrundsätzen inzwischen eine Lage eingetreten ist, die genau dem Schema Chaos - Umsturz- neue Ordnung - Chaos - Umsturz-...... neue Weltordnung entspricht, das spätestens seit der sog. Französischen Revolution unter Täuschen der breiten Massen erfolgreich angewendet wird. Wird nicht der Antagonsimus Grüne-AfD ganz bewußt gefördert, um die verbrauchten Altparteien durch neue, aber für eine wirkliche Wende im Sinne von Souveränität - Identität - Sozialität unbrauchbare Werkzeuge zu ersetzen?

Hinsichtlich der AfD zeigt sich das alleine schon daran, daß die schärfste argumentative Waffe des "Mut zur Wahrheit" besonders in Geschichtsfragen inzwischen im Mülleimer gelandet ist, obwohl der Kern-und Angelpunkt deutscher Existenz doch gerade darin liegt, daß der Lügenschlange der Kopf abgeschlagen wird. Zuletzt am 1. September hat die Viper hinter der Maske von Herrn Steinmeier wie nie zuvor gezüngelt. Wer von der AfD hat sich ihr entgegengestellt?

Laurenz
3. September 2019 15:49

@Niekisch .... Zitat-"Mut zur Wahrheit" besonders in Geschichtsfragen inzwischen im Mülleimer gelandet ist, obwohl der Kern-und Angelpunkt deutscher Existenz doch gerade darin liegt, daß der Lügenschlange der Kopf abgeschlagen wird-
Zitatende
Mit Verlaub, das ist Quatsch. Haben Sie denn den letzten Artikel von Herrn Kubitschek nicht gelesen. Herr Kubitschek sprach von zukünftiger Klugheit. Warum wollen Sie Schlachten schlagen, die Sie vorab verloren haben, weil Sie nicht über die Deutungshoheit verfügen? Das, was Sie wollen, können die Kinder Herrn Kubitscheks erst dann vollziehen, wenn wir jeden im öffentlich-rechtlichen Staatsfunk ausgetauscht haben, der nicht weiß, wer er ist und wo er herkommt. Aber bis dahin müssen wir Ihre unkluge Strategie, die mehr als 50 Jahre nie verfing, vermeiden. Manchmal frag ich mich tatsächlich, wie lern-resistent manche hier sind.
Und wenn Sie unbedingt der Meinung sind, daß wir auf mehr Deutsch sein wert legen sollten, dann erschaffen Sie bitte eine zukünftige Identität, die besser sein muß, als jegliche Grüne Heilsbringer-Identität. Die schlägt nicht anders ein, als jene imperiale, die schon vor mehr als 120 Jahren, die Welt am deutschen Wesen genesen ließ.
Sie können nur jedem wirklich Interessierten das Info-Material anbieten. Antaios macht das doch auch. Das sind aber keine Mehrheiten.

Simplicius Teutsch
3. September 2019 15:56

@Laurenz … in Ihrer hyperaktiven und nicht zimperlichen Bewertungsflut von Kommentaren widersprechen Sie mir forsch: „... niemand hat in der AfD etwas gegen Herrn Meuthen.“

Damit beweisen Sie aber nicht gerade Ihre „perfekte Wahrnehmung der politischen Realität in Deutschland“:

„Schlappe für AfD-Bundessprecher Jörg Meuthen. Jörg Meuthen hat in seinem eigenen Kreisverband keine Mehrheit für die Wahl zum Delegierten beim Bundesparteitag erhalten. Sein Kreisverband Ortenau in Baden-Württemberg bestimmte am Wochenende vier Delegierte und vier Ersatzdelegierte, Meuthen ist nicht darunter. Als Bundessprecher darf er damit zwar beim Bundesparteitag im Herbst teilnehmen, er hat aber kein Stimmrecht.“ (Mitte Juli 2019).

Thomas Martini
3. September 2019 16:08

"Hinsichtlich der AfD zeigt sich das alleine schon daran, daß die schärfste argumentative Waffe des "Mut zur Wahrheit" besonders in Geschichtsfragen inzwischen im Mülleimer gelandet ist, obwohl der Kern-und Angelpunkt deutscher Existenz doch gerade darin liegt, daß der Lügenschlange der Kopf abgeschlagen wird. Zuletzt am 1. September hat die Viper hinter der Maske von Herrn Steinmeier wie nie zuvor gezüngelt. Wer von der AfD hat sich ihr entgegengestellt?"

Seien Sie geduldig, lieber Niekisch. Die Leute von der AfD und der IB härten gerade ihren Schutzpanzer aus. Dahinter muß die Wahrheit noch ein Weilchen in Deckung bleiben. Es braucht vor allem Geduld, Geduld, und noch mehr Geduld. Und dann nochmals: Geduld.

Ist die AfD eines Tages in der Regierung, und die IB einigermaßen gesellschaftlich akzeptiert, dann brauchen wir abermals Geduld. Auch dann wird es nämlich heißen: Das Unkraut der historischen Wahrheit kann warten.

Eines Tages liegt man dann auf seinem Totenbett, und dann kann man sich auf die Schulter klopfen, wie geduldig man doch all die Jahre war, und wie gut man seine wahren Überzeugungen hinter einem Schutzpanzer verbarg. Migranten und Menschen mit Migrationshintergrund, werden dann längst die Mehrheit der Bevölkerung in Deutschland stellen, die Umvolkung ist ja auch geduldig. Genau so wird sich schon alles fügen.

Der_Juergen
3. September 2019 16:18

Ein wirklich hervorragender Kommentar von Manfred Kleine-Hartlage, der ohnehin zu den spitzesten Federn der patriotischen Opposition gehört. (Wer sein Buch "Die Sprache der BRD" noch nicht kennt, dem sei es dringend empfohlen.) Seine heutige Wortmeldung bringt kardinale Fragen zur Sprache und beantwortet sie durchwegs richtig.

@Simplicius Teutsch

Sie empfinden Meuthen als "Wohltat" und verstehen nicht, warum der Flügel so scharf darauf ist, ihn abzusägen. Ich begreife dies hingegen sehr gut. Natürlich ist Meuthen intelligent und wortgewandt, aber es fehlt ihm an Schneid und Standfestigkeit. Dies zeigte sich vorletztes Jahr in aller Klarheit anhand des "Falles Gedeon". Nachdem ruchbar geworden war, dass der AFD-Abgeordnete Dr. Wolfgang Gedeon in zwei vor etlichen Jahren erschienenen Büchern, die leider kaum einer gelesen hatte, einige der zentralen Tabus der Republik angetastet hatte, kläffte die Medienmeute hysterisch auf, und Meuthen stimmte flugs in dieses Gekläff ein; er empfahl Gedeons Ausschluss aus der Fraktion, ohne auch nur die Titel der betreffenden Bücher zu nennen oder ein einziges der darin angeführten Argumente zu erwähnen. Meuthen sprang somit brav über das Stöckchen, das die Antideutschen ihm hingehalten hatten. - In dieselbe Richtung weist der, allerdings nicht von Meuthen zu verantwortende, Ausschluss von Frau Sayn-Wittgenstein aus der Schleswiger AFD. Ihre fluchwürdige Untat: Sie hatte das Dogma von der Allein- oder Hauptschuld Deutschlands am 2. Weltkrieg kritisch hinterfragt.

@Niekisch

Es ist möglich, ja wahrscheinlich, dass die AFD ursprünglich ein Systemprojekt zum Aufbau einer Scheinopposition war, aber inzwischen hat sich insbesondere der "Flügel" verselbständigt und gibt sich nicht für diese Rolle her. Die Panik der Herrschenden über die Erfolge der Partei in Brandenburg und Sachsen ist nicht gespielt. Männer wie Höcke und Kalbitz lassen sich meiner tiefsten Überzeugung nach nicht korrumpieren. Und die unvermeidliche stete Verschlechterung der Lage wird dafür sorgen, dass sich die AFD radikalisiert. Auch die westlichen Sektionen werden sich diesem Trend unter dem Druck ihrer einfachen, gesunden Mitglieder nicht entziehen können.

Niekisch
3. September 2019 16:57

@ Laurenz 15:49: Vielleicht, werter Laurenz, erinnern Sie sich daran, daß ich hier schon mehrfach beim Insinuieren auf dieses Thema intelligente Tätigkeit, also Agieren unter striktem Beachten der Gesetze und der Machtverhältnisse vorgeschlagen, auch angemahnt habe. Es reichen ja schon Spezialisten ohne Funktion, sogar ohne Parteibuch oder Namenlose, die, getrieben von der Verantwortung für die Nachkommen, sich ins vorpolitisch-geschichtliche Schlachtgetümmel stürzen. Ich habe das jahrzehntelang getan, ohne daß es der Palastwache der Lügenbolde gelungen ist, mir ernsthaft eins auszuwischen. Nur 1 mal mußte ich 50 DM wegen Anklebens eines Aufklebers an einen Zigarettenautomaten löhnen, weil eine Zivilstreife mit Bütteln mir zu nahe kam.

An der Geschichtsfront entscheidet sich neben der Demographie, der Überfremdung und der schamlosen Bereicherung der Privilegierten unser aller Zukunft.

Im übrigen verweise ich auf den leicht zynischen Kommentar von Thomas Martini -16:08-, dem rein Garnichts hinzuzufügen ist.

"... inzwischen hat sich insbesondere der "Flügel" verselbständigt und gibt sich nicht für diese Rolle her."

@ Der_ Juergen 16:18: Das klingt auf den ersten Blick überzeugend, werter Juergen. Im Rückblick auf die Entwicklung der Rechten in Deutschland nach 1945 läßt sich allerdings zunächst einmal konstatieren, daß bei allen Projekten entweder der explizit sozial-volksbezogene "Flügel" bis zur Vernichtung ausgegrenzt wurde oder er selber so lange die Weichlinge verdrängte, bis er selber bedeutungslos war oder die staatliche Repression hämmerte so lange und so stark auf ihm herum, bis er resignierte, wirtschaftlich durch Boykott der Mitglieder vernichtet wurde oder die Plattform, auf dem er arbeitete, verboten wurde. Mit dem mitteldeutschen Wahlvolk im Rücken kann es für den Flügel der AfD anders ausgehen, aber eben nur in Mitteldeutschland. Gerade hat im Westen Herr Seifen aus NRW den Gegenschlag angekündigt, um die Flügelleute zu verdrängen. Ich erwarte und befürchte im Westen ein gnadenloses Hauen und Stechen, dem möglicherweise die West-AfD zum Opfer fällt. Staatliche Repression, programmatische Ziellosigkeit gepaart mit Feigheit gegenüber dem mainstream bei den Seifen-Leuten und verbissene Borniertheit bei manchen Flügelleuten lassen das Schlimmste befürchten.
Schon deswegen ist es wichtig, zur Entlastung zumindest ein paar Einzelkämpfer oder Züge an der Geschichtsfront agieren zu lassen, exponierte Feindkräfte gezielt unter Feuer zu nehmen.

Der Herr Bundespräsident bietet sich dazu momentan idealiter an.

heinrichbrueck
3. September 2019 17:11

Tybalt nimmt es auch hin, von Romeo getötet zu werden. So ist der Spielverlauf, und die Spielregeln sind bekannt. Als ob Wahlstimmen die Bühnenhandlung beeinflussen könnten!
Die neue Ostdemokratisierung der Vernunft zeigt noch nicht das Gegenteil, nämlich die AfD in Regierungsverantwortung treten zu lassen. Von der Systemlogik eigentlich nicht vorgesehen, Maßnahmen und Gegenmaßnahmen nicht dem Zufall überlassen werden können, auch wenn einige in der AfD das Drehbuch ablehnen. Die Spannung hängt am Flügel.
"Panik der Herrschenden" ist ein Widerspruch. Entweder Herrschender, dann keine Panik; oder Panik, dann kein Herrschender mehr.

Laurenz
3. September 2019 18:21

@Simplicius Teutsch ..... Herr Meuthen ist aktuell Bundessprecher der AfD. Und Er wurde sicher nicht ohne Grund gewählt. Wenn die Baden-Württemberger Parteifreunde in Herrn Meuthens Kreis bessere Delegierte als Herrn Meuthen gefunden haben, ist das legitim, sonst hätten Sie Ihn ja als Delegierten gewählt.

Wenn die Delegierten auf einem Bundesparteitag zukünftig einen anderen Bundessprecher wählen sollten, ist das ebenso legitim. Genau dafür ist die AfD eine demokratische Partei, in der jeder, der gewählt werden möchte, Mehrheiten finden muß.

Sehen Sie, Simplicius Teutsch, das dementsprechend entspannter. Die AfD liebt eben keine Erbansprüche. Herr Kleine-Hartlage hat solche Thron-Ansprüche in der Vergangenheit benannt, den Ausgang geschildert. Die Sozen wechseln ihre Vorsitzenden/Sprecher mit der ehemals roten, jetzt angebräunten Unterwäsche.

Ich nehme auch nicht an den Kreishaupt-Versammlungen in Herrn Meuthens Kreis teil. Ich verlasse mich, wie alle lokal woanders Lebenden, dort auf die Parteifreunde.

Was meine "Hyperaktivität" angeht, so erachte ich den aktuellen Artikel von Herrn Kubitschek, bzw. das Interview mit Herrn Klein-Hartlage als eminent wichtig, weil es die notwendigen Schlußfolgerungen aus den beiden Wahlen zu ziehen gilt. Und ich wundere mich, mehr als mir lieb ist, über das häufige Unverständnis meiner Mitforisten. Wir werden schwerlich Mitstreiter finden, welche besser verständlich die Situation und die logischen Erkenntnisse daraus erläutern könnten. Also stürze ich mich in die SiN-Debatte, ob nun hyperaktiv oder lahm, wie Sie, spielt welche Rolle?

Andrenio
3. September 2019 18:31

Auch ich finde das Interview mehr als erfreulich.

@Der_Juergen @Niekisch und @Thomas Martini sei Dank. Ihre Kommentare machen zumeist den eigenen unnötig.

Im Libertärenmagazin EF muss sich Frau Lengsfeld gerade eine Geschichtsstunde anhören mit Details, die sie als DDR-Dissidentin nie hörte und sich seit der Wende auch nicht angelesen hat.

clivestaples
3. September 2019 18:35

Lieber Herr Kubitschek, mich würde einmal interessieren, ob der in diesem Kommentariat sehr aktive, allwissende Schnellroda und AfD Freizeit-Pressesprecher eigentlich nur mir auf die Nerven geht, oder auch z.b. der Redaktion, die ihn, denke ich nicht offiziell angestellt hat?

Hartwig aus LG8
3. September 2019 21:08

MKH gibt es schon viel länger als AKK. Schön, mal wieder etwas von Manfred Kleine-Hartlage zu lesen. Eine wichtige Stimme!

Nemesis
3. September 2019 22:09

Ein sehr interessantes und gutes Interview.

@zeitschnur
Das wird jetzt etwas länger als geplant, aber ich sags mal mit Goethe: "Wenn ich mehr Zeit gehabt hätte, wäre der Brief (Kommentar) kürzer geworden..." :)

Sie formulieren mit Ihren Gedanken genau das, was mich ebenfalls schon lange beschäftigt. Sie schreiben: "Das läuft doch seit Jahren ab wie eine einpogrammierte Show, und jeder Versuch der "Mittigen", sich aus dem Sumpf zu ziehen führt nur dazu, noch tiefer in ihn hineinzusinken. Ich finde das einigermaßen merkwürdig und keineswegs alternativlos. Es gab in all diesen Parteien einmal kluge und intelligente Köpfe! Wo sind die hingekommen?"

Die Begründungen hierauf (s. z.B. @Laurenz) sind stets der Hinweis auf den eigenen Machterhalt. Was einerseits sicherlich richtig ist.
Die Frage ist aber: Sind sie ausreichend?
Ich persönlich denke: nein.

Was also könnten Gründe sein, die auf das hinauslaufen, was Sie selbst wie folgt formulieren: "Wenn es also wirklich auf eine Polarisierung zwischen "Grün" und "AzG" (Alternative zu Grün) hinausläuft, stellt sich die weitere Frage, ob die deutschen Grünen nur ein Ersatz für die anderswo schlicht "Sozialisten" oder "Linke" genannten Parteien sind, oder ob das ein deutscher Sonderweg ist, dessen Sinn und Ziel ebenfalls Fragen aufkommen lässt."

Ich denke nicht, daß dies ein deutscher Sonderweg ist.
Ein Blick nach Frankreich, Italien, Spanien, und vor allem USA genügt. Es geht um die extreme Polarisierung Sozialisten (ob die jetzt grün sind oder nicht spielt in meinen Augen keine Rolle) vs AzG. Warum diese extreme Polarisierung auf Sozialisten, Linke, Grüne vs Nichtsozialisten? Warum wird in Kauf genommen, daß sich ganze Kontinente (Europa nebst USA) destabilisieren?

Der Preis dafür ist hoch, sehr hoch.
Die Gründe dafür müssen also für diejenigen sehr gewichtig sein, die diese Polarisierung vorantreiben.

Für mich macht das Ganze jedoch Sinn.
Auch die (um an Ihren Gedanken anzuknüpfen) mutwillige Zerlegung der ehemals bürgerlichen Parteien. Und ihr "sumpfen".

Aber nur, aus einem anderen Blickwinkel betrachtet.

Die Frage, um die es meiner Ansicht nach geht, ist nicht der "clash of zivilisation"; es ist (nach wie vor) der: "clash of systems".
Fortsetzung des kalten Krieges. Mit anderen Mitteln.

Geopolitisch gesprochen:
USA - China

Götz Kubitschek hat vor einiger Zeit auf einen Artikel von P. Sloterdijk in der NZZ verwiesen, auf den ich kurz vorher zufällig schon gestoßen war und der mich beschäftigt hat.

Sloterdijk schreibt u.A. darin:
" Tatsächlich gelingt die psychische Mobilmachung nicht, solange man den kämpfenden Truppen nicht mit der Hilfe von patriotischen Priestern und Ideologie-Kommissaren suggerieren kann, sie zögen als Opfer von ungerechten Übergriffen des Feindes ins Feld. Diese Suggestion bildet den Kern aller Propaganda. Erst in der Auflehnung gegen die Zumutung, leidendes Opfer fremder Mächte zu sein, vollzieht sich die soldatische Subjektwerdung – die Wende von der legitimen Abwehr zum begeisterten Angriff auf den perfiden Feind."
(kurze Anmerkung meinerseits: mir geht es nicht um die Infragestellung des Patriotismus an sich. Die Frage ist: Bis wann ist er noch gesund?)

Wenn ich darüber nachdenke, so komme ich zu folgendem Schluß:
1. Hat man ein offen totalitäres System, ist die Mobilmachung (auch für einen Wirtschaftskrieg, also nicht unbedingt kinetisch) offensichtlich kein Problem.
2. Wie verfährt man aber in einem System, dessen Grundlage die offene Totalitarität unmöglich macht (zumal wenn ein nicht unerträchtlicher Teil der Bevölkerung u.U. sogar Sympathien mit System 1 hegt)?

Wie würden Sie verfahren, wenn Sie als Stratege mit der Lösung dieses Problems vertraut worden wären?

Meine Lösung für das Problem wäre (auch wenn sie zynisch klingt (aber wann war Geopolitik das nicht?)):

Den Leuten das System 1 geben.
Und zwar solange, und so gründlich, bis es ihnen zu den Ohren herauskommt. Bis sie freiwillig davon Abstand nehmen.
(positiver Nebeneffekt für System 2: Ich nenne ihn mal: "Fettaugeneffekt")

Das Entscheidende dabei: daß System 2 das Ganze im richtigen Moment umdreht. U.a. macht Bannon das. Er ist aus meiner Sicht einer der klarsten Analytiker (s. hier, hier und hier):
https://www.youtube.com/watch?v=x12xTRIlKVM
https://www.youtube.com/watch?v=qH5QzuzD01A
https://www.youtube.com/watch?v=ab2pl00Aml8

Die Fragen die sich daraus ergeben sind dann:
1. Hat China tatsächlich das westliche System unterlaufen?
2. Oder wurde es zugelassen?

Ich kann die Frage mangels Information nicht beantworten.

Was ich aber für mich beantworten kann:
Ich brauche keine globalen Prädiktoren, keinen Deep State, keine Protokolle etc.
Ich halte es mit Ockham.

LotNemez
4. September 2019 01:14

Präzise Gedanken zur Wahl, alle ins Gold. Danke. Was Sie am Ende schreiben, kann man nicht genug betonen. Die AfD profitiert enorm von der Konkretheit in der Flüchtlingsfrage einerseits, und der Unschärfe auf der Achse schlanker Staat-Sozialstaat andererseits. Letzteres will früher oder später geklärt sein. Mit etwas Geschick lässt sich die Klärung aber bis zur Übernahme der Regierungsverantwortung strecken. nur so können breite Wählerschaften angesprochen werden. Dazu wäre es wichtig, dass der Flügel sich ein bisschen zu benehmen weiß und bei aller legitimen Selbstbehauptung künftige Anfeindungen von sich abperlen lässt. Ich schlage vor, dass Kubitschek und Höcke regelmäßig wandern gehen. Das entspannt. Außerdem ist Gauland beste Gesundheit und Lust an der Arbeit zu wünschen. Die innere Gelassenheit, die der Mann ausstrahlt, wird die Partei nach seinem Austritt schmerzlich vermissen. Die sehe ich sonst bei keinem, außer bei Frau Weidel vllt. Ich befürchte, dass spätestens nach dem "Gexit" die Lagerkämpfe wieder aufflammen. Die guten Ergebnisse sind auch der spät entdeckten Fähigkeit geschuldet, mit interner Meinungsvielfalt verantwortlich umzugehen und sie in eine Stärke zu verwandeln.

Adler und Drache
4. September 2019 09:12

"Alle drei Parteien haben sich zu Sklaven eines Programms gemacht, das jede von ihnen noch vor dreißig Jahren für verrückt erklärt hätte und hat – nämlich des Programms der Grünen ..."

Aber WARUM?
WARUM machen die das?
DAS ist doch die Frage!
Antworten wie "Umerziehung" halte ich für viel zu kurz gegriffen. Ist es eine Art Wahn?

zeitschnur
4. September 2019 11:17

@ Nemesis

Ich antworte Ihnen ein bisschen "parallel":
Die Merkelsche Formel von der "Alternativlosigkeit" ist gewissermaßen ein Anti-Ockham und suggeriert tatsächlich so etwas wie eine Geplantheit bzw Unausweichlichkeit und Notwendigkeit politischer Vorgänge — aus Hinterzimmern natürlich, denn jeder einigermaßen denkende Mensch weiß, dass niemals Dinge im Bereich der Politik „notwendig“ sind, solange sie nicht geschehen sind, sondern nur „möglich“.
Genau wegen dieses Begriffs vom „Schicksal“, dem „alternativlosen“, dem Fatum, dem Verhängnis über uns greifen viele das auf und suchen nach den Plänen in den Hinterzimmern. Früher hätte man es vielleicht auch als göttliches Strafwunder durchleuchtet, wie ich es noch in meiner Kindheit bzgl. der Gebietsverluste nach dem WK II von vielen Leuten hörte.

Für mich ist die Sache aber nicht durch ein Entweder-Oder fassbar. Seit es Menschen und Machtkonzentrationen gibt (und der Staat ist per se schon eine solche!), spielt auch das Unterlaufen und Ausbeuten der vordergründigen Ordnungen eine riesige Rolle.
Jede kleine Firma kennt bereits Seilschaften und Konspirationen.
Wer daher glaubt, im großen Rahmen gäbe es das nicht, ist nicht geeignet, die Wirklichkeit zu verstehen.

Nur ist es wiederum unrealistisch zu glauben, es liefe ein fester Plan ab, der schnurgerade seine Punkte abarbeitet. Es ist eine Mischung aus grundsätzlichen Zielen mächtiger Eliten, Strategien, Improvisationskunst im Bereich der Unwägbarkeiten ("Imponderablilien" nannte Bismarck das) und eine fanatische gemeinsame Überzeugung der Player, wobei die Player anonym sind, als Persönlichkeiten nicht in Erscheinung treten dürfen, sondern entweder als gesichts- und profillose Strohmänner (Merkel, Macron, Obama - das sind nichtssagende, leere Projektionsflächen für die Deppen, die sich dazu verführen lassen, auf sie ihre Pennälersehnsüchte zu projizieren!) oder geschickte Schauspieler auftreten.

Habe übrigens keine Ahnung, was der "globale Prädiktor" ist - wer soll das sein?
Mit "Deep state" ist v.a. das gemeint, was Eisenhower den "militärisch-industriellen Komplex" nannte, in dem die Kirche ein große Schattenrolle spielt.

Was Deutschland betrifft, schillert die Sache für mich enorm, denn so sehr man den Eindruck haben kann, Deutschland würde mutwillig zerstört und in seiner Identität aufgelöst, so sehr fällt daneben auf, dass viele der Akteure der Herkunft nach aus dem deutschsprachigen Raum stammen oder Deutsche sind: Ob das die Bushs sind, mit denen auch Obama über seine Mutter verwandt ist (Pilgrimfathers/Leiden), ob es das englische Königshaus (Sachsen-Coburg-Gotha) ist, ob es Leute wie Kissinger, Rumsfeld, George Friedman, Trump sind, es sind auffallend viele Deutschstämmige, die all das inszenieren, was wir erleben. Und der illustre George Soros heißt ursprünglich Georg Schwartz. Das deutsche Zarenhaus hat man erledigt. Die Europaidee wurde und wird u.a. massiv von den Abkömmlingen der Habsburger vorangetrieben. Im Moment ist es "Karl Habsburg" (eigentlich Karl von Habsburg-Lothringen), Sohn des Kaisersohnes Otto von Habsburg, der als ehemaliger ÖVP-Politiker der Paneuropabewegung in Österreich vorsteht. Ebenso ist er führend in der Paneuropäischen Union, auf der die EU basiert, der schon sein Vater als Führungsperson angehörte. Diese Union war maßgeblich beteiligt an der „Wende“. Karl lehnt das österreichische Habsburgergesetz von 1919 vehement und öffentlich ab. Die BRD ist in der EU der mächtigste Staat. Die Habsburger haben Mehrfachstaatsangehörigkeiten. Den deutschen Michel füttert man mit Nachrichten darüber, dass er immer nur zu zahlen hätte für die anderen, wobei ungeklärt bleibt, woher Deutschland insgesamt das viele Geld für seine Eskapaden (Stichwort: Versorgung von Millionen Einwanderern?!) hat, ob es wirklich vom Steuerzahler kommt (bei einer Prekariatsquote von 20% der Bevölkerung ist es unglaubwürdig, dass die deutschen Untertanen so „reich“ sein sollen!) oder nicht von mächtigen Geldgebern, verschleiert ihm aber die enorme Macht Deutschlands in der EU. Dass aber dieses Deutschland nicht frei diese Macht ausübt, wird immer wieder deutlich.
Das alles wirft für mich Fragen auf - auch hinsichtlich eines wie auch immer definierten "Patriotismus".

Und vor allem: Was geschieht, müsste nicht so sein, ist aber so und wird als unausweichlich dargestellt und geradezu verbissen durchgezogen. Auch diese Polarisierung in de Parlamenten, die wir wahrnehmen.

heinrichbrueck
4. September 2019 12:44

@Nemesis
Was ist denn zutreffend? Mobilmachung für und/oder gegen Umvolkung. Gab es eine Pause? Also eine sichtbare Zielsetzung ist vorhanden.

"Wie würden Sie verfahren, wenn Sie als Stratege mit der Lösung dieses Problems vertraut worden wären?"

Von wem beauftragt? Zu welchem Zweck? Auf welche Vorstellungen treffen solcherart Aufträge? Zeitpunkt.

Es gab noch nie eine nichttotalitäre Regierung. Völker und ihre Einflußmöglichkeiten. In einer härteren Diktatur wird die Unmoral gegen das eigene Volk besser erkannt, in einer weicheren ist der Nichtdemokrat unmoralisch. Deshalb kann Demokratie nicht perfide sein, auch wenn gerade in ihr das größte Verbrechen durchgezogen wird. Eine Demokratie darf nicht gestürzt werden, sie ist auf ewig die richtige Moral.

Wie kommen Sie auf Geopolitik? Zeitverschwendung.

Der Staat als Überlebenskonzept eines Volkes... Volkswille. Macht haben und Macht bekommen, was jetzt, oder gleichzeitig? Wer hat die Macht, während der Entscheidungsfindungsprozeß läuft, wie in einer Demokratie vorgestellt? In einer Demokratie hat Gott ein Moralproblem. Ein moralisches Rechtfertigungsproblem. Darf Gott die Demokratie ablehnen? Dann würde er wahrscheinlich gegen den verlogenen Freiheitsparagraphen verstoßen. Sein Mitbestimmungsrecht wäre der Propaganda unterworfen, demnach eine Illusion. Läßt sich Gott so reinlegen, wie es der Teufel tut?

@zeitschnur
Richtung Prädiktor: https://vk.com/album-168204534_253666158
FKT / russisches Militär: https://www.youtube.com/channel/UCPP40LPUXu8HIzj-bhOagew/videos
Hauptseite: https://fct-altai.ru/

„Jeder Mensch muß ein Steuerungsteilnehmer werden, es gibt keine anderen Varianten. Denken sie daran, jeder handelt im Umfang seines Wissens und Verständnisses, in seinem Interesse und im Ausmaß dessen, was er nicht versteht, im Interesse derer die mehr wissen und verstehen.“ Valeriy Pyakin

Zwischen Deutschen und Paßdeutschen sollte genauer unterschieden werden, sonst wird das induzierte Böse - im Gewand des Selbsthasses - noch als deutsche Identität ausgegeben. Der deutsche Reichtum ist doch nicht das Papiergeld!

zeitschnur
4. September 2019 14:33

@ heinrichbrück

Diese Fragerunden an Pyakin auf YT habe ich mir auch schon mal angesehen, kann damit aber nur bedingt etwas anfangen, eben weil ich nicht verstehe, was oder wer der "globale Prädiktor" sein soll. Pardon - das ist mir zu mystisch, trotz der vielen Vektorbildchen. Da müsste eine Art irdischer Obergott sitzen und all diese "Faktoren" steuern, und das kann ich mir nicht vorstellen, es sei denn, Pyakin meint damit den Teufel, denn Gott ist frei und nichts passt weniger zu ihm als "Steuerung", "Gesetz" und "Kontrolle". Diese Suggestion, der "Prädiktor" sei sozusagen so ein pyramidal nach oben ausgeschwitztes Überwissen- und Übersteuern überzeugt mich nicht!

"Der Staat als Überlebenskonzept eines Volkes" schreiben Sie - nur: jeder Staat hat sich bisher selbst erledigt und für seinen eigenen Ruin und oft gleich noch den seines Volkes gesorgt. Gerade der Staat garantiert eben langfristig niemals das Überleben eines Volkes!
Von daher ist auch das ganze Geschwafel von "Passdeutschen" für mich gegenstandslos. Man ist natürlich nicht Deutscher, weil man einen deutschen Pass hat, sondern weil man Deutscher ist - und das ist nur von der anerkannten Herkunft her so oder weil man sich dominant mit dem Deutschsein identifiziert. Ist aber in dem Sinne Claudia Roth (die "D., du mieses Stück S...." unterstützte) Deutsche? Erkennt die ihr Deutschsein überhaupt wirklich an? Oder gibt es mehrere Arten des Deutschseins? Es wird knifflig... Der Pass ist langfristig Machtsymbol des destruktiven Staates und bedeutet, dass der, der ihn bei sich tragen muss, gerade kein Deutscher ist, sondern Untertan des Staates, der sich als Garant des deutschen Volkes ausgibt, aber nicht ist. Der Pass bedeutet: dein freies Deutschsein ist besiegelt. Im Ernst: Kann Ihre Identität wirklich durch so ein Kärtchen "bewiesen" werden? Oder hat man diese Identität einfach indem Sinne, als man von den anderen derselben Identität schlicht sofort als Identitätsträger erkannt wird? Wie deutsch ich bin, erkenne ich vor allem im Ausland - ich erkenne andere Deutsche schon von weitem, es sind kleinste Zeichen, an denen man das merkt, selbst wenn es Neubürger sind, die aber sehr integriert sind. Es ist dabei piepegal, ob derjenige einen deutschen Pass hat - kann auch sein, dass er keinen mehr hat...

Kein Staat war je Garant eines Volkes. Staaten waren und sind Machtgebilde, die von irgendwelchen Untertanen leben - nicht umgekehrt.
Der Tag, an dem wirklich das Volk "regiert", muss erst noch kommen. Bei uns ist davon jedenfalls keine Spur.

Die Parteiendemokratie ist dazu noch besonders absurd, weil der Aufstieg in einer Partei nie den Interessen des Volkes folgt, sondern denen der Partei, die nie das Ganze zu vertreten behauptet. Sie steht für Partikulainteressen per se. Das gilt für die Grünen genauso wie für die AfD.
Es wäre wichtiger und effizienter, einen geistigen Kampf zu führen, Debatten zu führen und durchzusetzen, dass sie überhaupt geführt werden. Eine Partei wird das aufgrund ihrer Partikularinteressen und ihres Drucks, nach oben zu kommen im System, nicht garantieren wollen und können. Und ich persönlich sehe im Ausschluss der Frau von Sayn-Wittgenstein, dass der Prozess der Elimination offener Debatten doch längst auch in der systemkonformen AfD mehr als greift. Und dies, um im System zu überleben, nicht etwa wegen der Sachfragen, die anstehen. Ich habe überhaupt kein Verständnis für die Hysterie im Umgang mit dieser Gedenkstätte Guthmannshausen, deren "Gefährlichkeit" rechtlich und sachlich keineswegs feststeht, sondern immer nur ohne weitere sachliche Belege behauptet wird. Symptomatisch ist dabei, dass in den Formulierungen der MM stets "mutmaßlich", "vermutlich" oder " es soll x oder y sein/zutreffen" anzeigen, dass hier wild spekuliert und suggeriert und nicht faktenbasiert berichtet wird. Dass dem Verein irgendwer angehört, der auch Auffassungen vertritt, die im Vereinsziel nicht zum Ausdruck kommen, ist kein Argument - diese Kontaktschuld-Hysterie ist widerrechtlich und obszön. Hier hätte ich gerne eine nüchterne Analyse - und wie schon öfters gesagt: ich bin kein Parteigänger, weil ich generell meine Hoffnung nicht auf Parteien setze.

Simplicius Teutsch
4. September 2019 16:22

@Der_Jürgen … wenn ich Ihnen in einzelnen Punkten möglicherweise widerspreche, dann nur im Sinne eines konstruktiven Dialogs.

Sie schreiben: „Natürlich ist Meuthen intelligent und wortgewandt, aber es fehlt ihm an Schneid und Standfestigkeit.“

Das sehe ich als Wessi etwas anders. Ich kann mir aus dem erkennbaren Personal-Angebot keinen besseren Vorsitzenden vorstellen, der die AfD im Westen erfolgsversprechend und wissensstark in der medialen Kampfarena vertreten kann, als Meuthen. Wie wollen Sie im Westen sonst die AfD als wählbare, bürgerliche Alternative ins öffentliche Bewusstsein bringen?

Jörg Meuthen hat Schneid, er „stellt sich mit seiner ganzen Existenz in den Wind“ (@Gast auf Erden), er ist national-liberal, akademisch erfolgreich, bürgerlich, freiheitlich. Freiheit hat auch für mich keinen geringen Wert. Sozialismus halte ich nicht für erstrebenswert; da kommen am Ende nur die sozialistischen Umverteilungs-Faulpelze an die Macht. Die Links-Grünen haben es ja beispielhaft geschafft mit ihrem Marsch durch die Institutionen und sich eingenistet. Deutschland, das Sozialamt für die Fremden und ihre Betreuer!

Alexander Gauland halte ich als Repräsentanten der AfD im Moment für noch wichtiger, weil er der in sich ruhende, standfeste Pol und das Abwehrschild der Partei ist, der kriminalisierende und hetzende Vorwürfe gegen die angeblich antidemokratische Gesinnung der AfD einfach abprallen lässt. Beim ihm funktioniert das aufgrund seiner Biographie. Meuthen muss argumentieren, auf allen politischen Feldern, und das macht er „wohltuend“ eloquent.

Niekisch
4. September 2019 17:05

"Aber WARUM?
WARUM machen die das?
DAS ist doch die Frage!
Antworten wie "Umerziehung" halte ich für viel zu kurz gegriffen. Ist es eine Art Wahn?"

@ Adler und Drache 4.9. 9:12: es ist eine bis in quasireligiösen Wahn gesteigerte Weltanschauung, die ihren Ausgang im Humanismus nahm, der in seinen extremsten Ausprägungen den Menschen zur Göttlichkeit erhob. So wurde in der sog. franz. Revolution eine "Göttin der Vernunft" durch die Strassen getragen. Danach mit der Climax heutzutage meinte man, der Mensch sei A L L E S und könne A L L E S sein, selbst 64 Geschlechter.

Es wird sich noch steigern, bis alle Gesellschaften Außenstellen der Psychiatrie für Freigänger sind, die 18:00 abends wieder auf die Geschlossene kommen.

"Sozialismus halte ich nicht für erstrebenswert; da kommen am Ende nur die sozialistischen Umverteilungs-Faulpelze an die Macht"

@ Simplicius Teutsch 4.9. 16:22: Das läßt sich nur verhindern, indem ein wohlverstandener Sozialismus für die eigene Gemeinschaft von einer sozialistischen H a l t u n g ausgeht.

Simplicius Teutsch
4. September 2019 18:22

@Niekisch … damit Sie mich zum Thema "Sozialismus" nicht falsch verstehen:

Für Solidarität bin ich. Solidarität durchaus auf internationaler Ebene. Verstärkte Solidarität auf nationaler Ebene, nicht nur im Sinne von Almosen, sondern z.B. bei der Erziehung kostenlose Ausbildung für Alle und angemessene Elitenförderung oder Unterstützung, wenn Familien in Not kommen, weil z.B. ein Elternteil krank wird oder stirbt.

Innerhalb der Familie sollte uneingeschränkte Solidarität gelten. Damit hierzu aber privater, finanzieller Spielraum gegeben ist, darf der Staat von den Einnahmen nicht alles mit Steuern und Abgaben abschöpfen, was über dem Existenzminimum (Nahrung, Wohnung, Kleidung, Kommunikation) von den Familienmitgliedern erarbeitet wird.

Eindeutig für das Recht auf Privatbesitz! Jedoch auch für Vermögens- und Erbschaftssteuer, allerdings mit großzügigen Freibeträgen im Verhältnis zur Anzahl der Kinder. Für Tauschhandel und Marktwirtschaft, aber gegen den schmarotzenden Finanzkapitalismus. Und gegen die umfassende, dirigistische Gängelung durch den Staat, wie ich mir einen realen Umverteilungs-Sozialismus nur vorstellen kann. Aber eigentlich haben wir diesen Staat tendenziell und weitgehend heute schon.

Laurenz
4. September 2019 19:52

@Niekisch & heinrichbrück ... Sie haben das beide bestens in Worte gefaßt.

@Simplicius Teutsch (@Der_Jürgen) .... mir ist Herr Meuthen an sich als Figur an sich ebenso sympathisch wie Ihnen. Auch in Reden wird Seine Redekunst immer besser. Die Schwierigkeiten beginnen in der/m öffentlichen Debatte/Interview, wo Er Sich grundsätzlich in die Defensive drängen läßt, anstatt die Zeit zu nutzen und anzugreifen. Das hängt wohl eben auch mit Seiner Sozialisierung zusammen. Er mußte Sich wohl die größten Teile Seines Lebens nie wehren. Da sind Berufsrevolutionäre einfach besser.
Was den Sozialstaat angeht, so kann Er den schmalen Staat doch nie glaubwürdig verkaufen, weil Er Selbst zum fetten Staat gehört, mit Verlaub, das ist Unsinn.

Diese ganze 3%-5% exkremental-liberale Klientel ..... Ärzte, Apotheker, Anwälte, Beamte, Schornsteinfeger, Selbständige und so weiter und sofort, haben Sich doch alle selbst einen edel-sozialistischen Staat geschaffen, der die Blöden dieser Republik die eigene gut situierte gesellschaftliche Position finanzieren läßt.

Welchen Schuhverkäufern oder Sub-Unternehmens-Reinigungskräften, die nicht in der Lage waren, mit eigener Lobby sich den eignen Edel-Sozialismus per Gebühren-Ordnung, Preisfestsetzung und berufsbezogener Altersversorgung zu erschaffen, wollen Sie denn hier was vom schlanken Staat erzählen?

Entscheiden Sie Sich, entweder wollen Sie Sich mit der FDP um 4% der Stimmen prügeln oder Sie wollen Wahlen gewinnen? Sie meinen, die AfD hat deswegen in beiden Wahlen gut abgeschnitten, weil in Sachsen jeder 4. Wähler Arzt ist? Also was denn nun? Ich bitte um eine konkrete Antwort(...).

@Adler und Drache & zeitschnur ... Kennen Sie persönlich Akteure eines tiefen Staates? Haben Sie Mittel des tiefen Staates zur Verfügung? Verfügen Sie über Mittel einer militärischen Option oder über einen TV-Sender mit großer Reichweite? Nein? Über welche Mittel verfügen Sie denn überhaupt? Welche politischen Mittel sind denn überhaupt Ihnen zugänglich? Ich kann Ihnen einfach nur empfehlen, sich auf das Machbare zu konzentrieren.

@clivestaples .... weniger Vorwärts lesen und mehr machen.

Nemesis
4. September 2019 20:19

@zeitschnur
"...Nur ist es wiederum unrealistisch zu glauben, es liefe ein fester Plan ab, der schnurgerade seine Punkte abarbeitet. Es ist eine Mischung aus grundsätzlichen Zielen mächtiger Eliten, Strategien, Improvisationskunst im Bereich der Unwägbarkeiten ("Imponderablilien" nannte Bismarck das)

Ja, da stimme ich Ihnen im Hinblick auf die von Ihnen angesprochene Mischung voll zu. Das ergibt sich schon aus der Tatsache, daß man es mit hochkomplexen, dynamischen Systemen zu tun hat. Diese sind ja durch ihre Dynamiken und nicht durch ihre Statik oder ihre statischen Zustände gekennzeichnet. Auf der anderen Seite können aber Groß- oder Supermächte wie USA oder China nicht einfach nur auf Dynamiken reagieren.
Täten sie nur das, so wären sie keine Supermächte.
Insofern existieren (durchaus auch feste) Pläne.
Die außenpolitischen Doktrinen zeigen das ja auch.

Die Kunst besteht in der Abstimmung der beiden Zustände.

"Habe übrigens keine Ahnung, was der "globale Prädiktor" ist - wer soll das sein?"

Den habe ich nur als Variable für überkomplexe Erklärungsmuster aufgeführt. Ich sehe das genau wie Sie.

"Was Deutschland betrifft, schillert die Sache für mich enorm, denn so sehr man den Eindruck haben kann, Deutschland würde mutwillig zerstört und in seiner Identität aufgelöst, so sehr fällt daneben auf, dass viele der Akteure der Herkunft nach aus dem deutsch-sprachigen Raum stammen oder Deutsche sind..."

Das ist ist ein interessanter Gedankengang.
Die USA ist in Ihrem Selbstverständnis ja eine revolutionäre Kraft.
Sie ist ja eben dadurch entstanden, daß Menschen aus den Gesellschaften in denen sie i.d.R. keinen Fuß auf den Boden bekommen konnten, ausgewandert sind. Wer verläßt schon freiwillig sein Land, wenn er darin großartige Chancen hätte?
Dann hätten Sie u.U. eine mögliche Erklärung für Zerstörungsabsichten. Das sind aber Spekulationen, die
a) unbewiesen sind (was Spekulationen ja so an sich zu haben pflegen...)
b) wüßte ich jetzt auch nicht, was sich daraus konkret ergeben sollte.

"Und vor allem: Was geschieht, müsste nicht so sein, ist aber so und wird als unausweichlich dargestellt und geradezu verbissen durchgezogen. Auch diese Polarisierung in de Parlamenten, die wir wahrnehmen."

Ja.
Aber da verweise ich noch mal auf Sloterdijk.

PS: Freut mich, daß Sie unseren Erstzusammenstoß nicht persönlich genommnen haben. :)

@heinrichbrueck
"Von wem beauftragt? Zu welchem Zweck? Auf welche Vorstellungen treffen solcherart Aufträge? Zeitpunkt."

Steht in meinem Beitrag.

"... Eine Demokratie darf nicht gestürzt werden, sie ist auf ewig die richtige Moral."

Da gibt es schon Unterschiede.
Selbstverständlich kann aber auch eine Demokratie entgleisen.
Kommen Sie aus der ehemaligen DDR?

"Wie kommen Sie auf Geopolitik? Zeitverschwendung."

Da bin ich komplett anderer Ansicht.
Deutschland ist nun mal nicht der Nabel der Welt, will sagen:
Nicht was Deutschland macht, hat Auswirkungen auf die Welt, sondern umgekehrt wird ein Schuh draus:
Was die Supermächte machen, bestimmt, was in Deutschland läuft.
Oder eben nicht.
Um keine Mißverständnisse aufkommen zu lassen:
Selbstverständlich ist es wichtig für uns, wie und was wir in diesem Rahmen gestalten (können). Aber es wird eben ein Rahmen bleiben.

Ich konkretisiere es an einem Beispiel
(ich nehme an, daß Sie wissen um was es dabei geht. Ich führe es nur nochmal kurz zur Klärung auf, falls jemand den Kommentar liest und nicht aus der technischen Ecke kommt):

5G, Internetprotokoll.
Im Gegensatz zu den vorherigen Protokollen (3G, 4G die auf Kommunikation zielgerichtet waren) ist 5G komplett anders. Für Sie und für mich siehts zwar nicht groß unterschiedlich aus, aber es ist eine komplett andere Dimension. 5G ist für IoT (Internet of Things), d.h. damit werden zukünftig sämtliche Maschinen übers Internet gesteuert.
Also: Energieanlagen, selbstfahrende Autos, Militäreinrichtungen...
Ums kurz zu sagen: Wer die Hoheitsgewalt über 5G hat, verfügt über (und das ist nicht untertrieben) die technologische Weltherrschaft.

Sie können drauf wetten, daß jeder der beiden Supermächte alles, wirklich alles unternehmen wird, um diese Verfügungsgewalt
zu bekommen. Und dem wird alles andere untergeordnet. Alles.
Und die Geopolitik wird genau das umsetzen.

M.a.W.: Wenn man das außer acht läßt, können Sie sich hier auf den Kopf stellen. Das wird noch nicht mal bemerkt.

Geopolitik ist alles andere als Zeitverschwendung (wenn auch nicht Alles). Sie bestimmt die Abläufe in den untergeordneten Ländern.

Oder, um es etwas überzogen, mit Loriot zu sagen:
"Ein Leben ohne Mops (Geostrategie) ist möglich...aber sinnlos"

Simplicius Teutsch
4. September 2019 21:31

Eine letzte Antwort zum Thema Jörg Meuthen. - Ich will die anderen Foristen nicht nerven.

Meuthen scheint mir ein ehrenwerter Mann zu sein, der taktisches und strategisches Können zum Wohle und für eine erfolgreiche politische Zukunft der AfD bewiesen hat.

Das ist meine Meinung spätestens seit dem Kölner Parteitag im April 2017, wo Meuthen zusammen mit anderen (souverän Alexander Gauland, Alice Weidel) die AfD um eine existenzgefährdende Klippe geschickt herumgeführt hat, indem er die Giftschlange Frauke Petry en passant aufs Abstellgleis abserviert hat, wo sie wenig Schaden anrichten konnte. Das war absolut notwendig für den Zusammenhalt der AfD und dem Erfolg bei der Bundestagswahl. @Laurenz, Sie müssen wirklich nicht antworten. Ich steige jetzt eh aus.

Laurenz
4. September 2019 22:20

@Simplicius Teutsch .... die offizielle Geschichte unseres Bundesvorstands wird den meisten hier bekannt sein. Im Westen nichts Neues.
Aber daß Sie Ihre politische Haltung nicht zu vertreten wissen, sagt doch alles über Sie und Ihresgleichen aus.
Patrioten vorschicken wollen, um Wahlen zu gewinnen und dann danach das eigene Lobbyisten-Süppchen, wie seit 70 Jahren üblich, zu kochen, können Sie Sich abschminken. Da werden Sie Ihr blaues Wunder erleben.

heinrichbrueck
5. September 2019 01:30

@zeitschnur
„Globale Prädiktor“: https://www.youtube.com/watch?v=uES1MHFZ31Y
Die AfD wurde gegründet, „um im System zu überleben“? Soll die Meinungsfreiheit beseitigt werden, können die schlecht in der ARD verkünden lassen, dies und jenes darf nicht mehr gedacht werden. Sie benutzen die AfD, dann wissen die Leute auch, was geht und was nicht. Die Dauerpropaganda gegen die AfD, von den Medien gefahren, steuert das Wahlergebnis. Oppositionspartei als Instrument des Systems, nicht als Regierungspartei als Instrument des Systems. Der Wähler überschätzt seine Wahlstimme, was ihn nicht besonders gefährlich macht. Wahlen sollen Mehrheiten im System halten. Reichsbürger kann das System keine gebrauchen. Umfrageergebnisse auf Landesebene.
Frau von Sayn-Wittgenstein wurde aus einem Witzparlament geworfen, eigentlich eine Ehre, aber in der Realität wird ein Klima der Selbstzensur eingeführt. Sie wollen Debatten führen; ich will Debatten, denen Taten folgen können und müssen.

@Nemesis
Geopolitik. „Deutschland ist nicht der Nabel der Welt“. Doch. Für mich.
Pyakin nochmal, auch wenn es langweilig wird, aber die Idee gefällt mir: https://www.youtube.com/watch?v=sKymS7r8QQQ
Zu 5G:
https://morgenwacht.wordpress.com/2019/07/12/netanyahus-rede-vor-dem-interdisciplinary-center-herzliya/
https://www.theatlantic.com/magazine/archive/2018/06/henry-kissinger-ai-could-mean-the-end-of-human-history/559124/
„Was die Supermächte machen, bestimmt, was in Deutschland läuft.“
Deshalb eine eigene deutsche Überlebenskonzeption. Geht nur mit einem eigenen Staat. Ein Staat, der für sein Volk arbeitet, ihm dient. Und nicht ein Staat, der sein Volk beklauen läßt.
Die Dinge müssen insgesamt konkreter beschrieben werden, zum Beispiel „technologische Weltherrschaft“. Und überhaupt, brauchen wir 5G?
„Supermächte“ könnte sehr schnell ein veraltetes Konzept sein. Mir machen die Chinesen keine Angst. In dem Dokumentarfilm „American Factory“ arbeiten zwei Supermächte zusammen. 'Higher Ground Productions'; der mächtigste Mann der Welt.
Unsere Welt muß beschrieben werden. Nicht als aufgesetzter Entwurf, dem lediglich kein eigenes Reaktionskonzept die Zukunft erübrigt, sondern auf eigene Faust.

Der Rechte
5. September 2019 08:44

@Simplicius Teutsch
Meuthen als Wohltäter, der uneigennützig zum Wohle der AfD handelt – und die bösen Flügel-Unterstützer wollen ausgerechnet den Professor "absägen". Glauben Sie das selbst oder fehlt es an grundlegendem Wissen und/oder Verständnis der inneren AfD-Zusammenhänge?
Dieser Mann will die AfD zu einer rein konservativ bürgerlichen Partei umbauen. Jegliche rechte Regung wird mittels PAV (Sayn-Wittgenstein) getilgt, wohingegen Meuthens Spießgesellen (Seifen) verdiente Flügel-Anhänger (Björn Hocke) ungestraft diffamieren dürfen.
In der Pädagogik existiert das Konzept des anwendungsbereiten Wissens. Vieles was Sezessionsleser zu wissen glauben, ist nicht anwendungsbereit. Dass selbst in der Sezession einige Leser nicht verstehen, dass eine konservativ bürgerliche Ausrichtung der AfD niemals zu einer wirklichen Verbesserung der Zustände in Deutschland führen wird, ist dafür ein eindeutiger Beleg. Zwar ist Simplicius Teutsch ein Paradebeispiel für diese typisch bürgerliche Fehleinschätzung aber er ist in guter Gesellschaft. Sogar einige patriotische Mitforisten glauben, dass die West-AfD einen gemäßigteren Kurs einschlagen sollte. Völlig falsch, denn Konservative werden niemals etwas erreichen. Kleine-Hartlage und Kurtagic in „Warum Konservative immer verlieren“ analysierten und identifizierten das Übel Konservatismus bereits eingehend. Bei der Leserschaft ist dieses Wissen noch lange nicht angekomen.
Meuthen hält gute Wahlkampfreden. Er ist eloquent und besteht im Lügenpresse-Verhör. Entscheidend aber ist, dass die AfD undemokratische Intriganten nicht braucht. Frauke Petry ist mir immer noch extrem positiv mit ihren Talkshow-Auftritten in Erinnerung. Im Gegensatz zum einschläfernden Gauland gab sie den Mitdiskutanten ständig contra, ließ sich nicht in eine verteidigungsposition drängen sondern griff ständig deren Positionen an. Nur Kalbitz und Bystron können ihr an Schlagfertigkeit das Wasser reichen.
Leider sind diese positiven Fähigkeiten irrelevant. Wahlkampfreden und tatsächliches Handeln sind strikt zu trennen. Auf Merkel schimpfen, das kann jeder. Petry und ihr Galan disqualifizierten sich letztlich aufgrund ihres Machtbewusstseins und des entsprechenden Handelns. Genauso wird es hoffentlich Meuthen ergehen, wenn die AfD-Basis sich nicht so leicht blenden lässt, wie unser Teutsch.

Adler und Drache
5. September 2019 09:27

Laurenz:

Verstehe den Bezug auf mich in Ihrem Kommentar nicht, 4. September 19:52.

zeitschnur
5. September 2019 11:02

@ heinrichbrueck

Interessanter Gedanke - "Sie benutzen die AfD, dann wissen die Leute auch, was geht und was nicht. Die Dauerpropaganda gegen die AfD, von den Medien gefahren, steuert das Wahlergebnis. Oppositionspartei als Instrument des Systems, nicht als Regierungspartei als Instrument des Systems."

Bloß: warum soll man so etwas "globalen Prädiktor" nennen? Vielleicht habe ich da sprachliche Probleme... Ein Prädiktor ist doch normalerweise eine zur Vorhersage von Merkmalen eingesetzte Variable P. Also man nimmt xP, um ein bestimmtes Merkmal M (oder einen übergeordneten P) vorherzusagen.
Intuitiv verstehe ich den Begriff bei Pyakin aber etwas anders: so, dass bestimmte Variablen P, "partielle Prädiktoren", permanent eine Vorhersage auf den global wirksamen Prädiktor (das Leit-Phänomen, für das man eine Kriteriumsvariable aufstellt) machen. Doch der wiederum - wen meint Pyakin damit letztendlich?! Er macht aus einem Eigenschaftskriterium eine "Person"! Ich schrieb ja schon, dass das für mich nur ein Dämon sein kann - und zwar aus logischen Gründen: wie ein Chamäleon wechselt der seine Farben, verwirrt nach unten hin, saugt alle "Vektoren" auf seine irrlichternde Existenz hin und dreht sie wie einen Spieß wiederum um als "Steuerung". Ziemlich spacig so eine Idee. Und unheimlich. Pyakin wirkt auf mich daher oft wie ein tiefäugiger Esoteriker, wie ein Schamane in hässlichen Sowjetklamotten. Aber vielleicht sehen Russen manches, was uns so unendlich fremd ist…

Im Bezug auf die AfD gedacht kann ich diese unheimliche Idee nachvollziehen, gewissermaßen poetisch: Die vielen guten Leute, die nicht wollen, dass Deutschland völlig auf den Hund kommt, hoffen auf diese Partei, die ihnen die entsprechenden Stichworte hinwirft. Die Vektoren zeigen also auf diese "partiellen Pädiktoren" (Migration, EU, Familienpolitik, Bildungspolitik etc.) und die wiederum zeigen auf einen übergeordneten Prädiktor, den man schlicht "Alternative " nennen könnte. Eine Alternative, die sich selbst erst noch erfinden muss, eine Partei mit quasi-utopischem Horizont. Über diese vorhersehbare Eigenschaft wird umgekehrt zurück gewirkt auf die gesamte Gesellschaft. Aber leider nicht durch die (meist) braven und wohlmeinenden Anhänger dieser Partei, sondern durch die, die schon die Startvektoren ausgerichtet hatten. Zur Utopie kommt es nie, das wird zB an der Debatte über Meuthen deutlich, die hier einige zu Recht führen.
Man bringt also die Gesellschaft über das Instrument AfD dialektisch dahin, wohin es gehen soll. Davon bin ich sowieso von Anfang an ausgegangen.
Wir haben es mit Strategen im "globalen Maßstab" zu tun, mit deren Kompetenzen wir nicht rechnen, die meisten könne intellektuell und intuitiv auch nicht mithalten, ahnen nicht und wollen nicht wahrhaben, dass es sie gibt. Wir werden dazu verleitet, durch die Nabelschau, die verzweifelte Suche nach dem entschwindenden Eigenen, nicht mehr aufzupassen, in welchem Gesamtrahmen das alles stattfindet, was stattfindet. Der positiv oder negativ (das ist gleich!) aufgeladene Blick auf die AfD lenkt alle ab. Ich habe dagegen aus diesem Grund schon vor Jahren eine Abneigung gegen diesen Zirkus verspürt und mache das nicht mit. Man kann innerhalb des Käfigs keine Freiheit proklamieren.
Aber: es sind schon Mauern gefallen, wenn Knechte im Geist frei wurden. Widerstand kann nur aus dem freien Geist kommen! Jede Macht muss kapitulieren vor dem freien Geist und hasst ihn darum auch so sehr.

Lotta Vorbeck
5. September 2019 11:36

@Nemesis - 4. September 2019 - 08:19 PM

"5G, Internetprotokoll.
Im Gegensatz zu den vorherigen Protokollen (3G, 4G die auf Kommunikation zielgerichtet waren) ist 5G komplett anders. Für Sie und für mich siehts zwar nicht groß unterschiedlich aus, aber es ist eine komplett andere Dimension. 5G ist für IoT (Internet of Things), d.h. damit werden zukünftig sämtliche Maschinen übers Internet gesteuert.
Also: Energieanlagen, selbstfahrende Autos, Militäreinrichtungen...
Ums kurz zu sagen: Wer die Hoheitsgewalt über 5G hat, verfügt über (und das ist nicht untertrieben) die technologische Weltherrschaft.

..."

**********************************

Mal abgesehen von der gesundheitsgefährdenden, mit 5G auch im abgelegensten Naturschutzgebiet 24/7 virulenten, kurzwelligen Strahlung: Dazu braucht's eine unterbrechnungsfreie, stabile Stromversorgung.

Einerseits wird, koste es was es wolle, 5G etabliert.
Andererseits rückt mit jedem neu aufgestellten, die Netzstabilität zusätzlich beeinträchtigenden Windgenerator der flächendeckende, langanhaltende Totalzusammenbruch des Energeiversorgungsnetzes ein Stückchen näher.

Im Falle eines Blackout wäre die gesamte 5G-Herrlichkeit für die Katz'.

Siehe auch:

I.) "Der totale Blackout rückt näher"
(die Tonqualität ist streckenweise miserabel)

https://youtu.be/r18AqbUWcgY

am 10.08.2019 veröffentlicht

Dank EEG wird das Stromnetz immer fragiler. Es droht der Blackout in Deutschland. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz gab eine Warnung heraus, dass die Bevölkerung Kerzen und Streichhölzer bereit halten solle für einen Stromausfall. Michael Mross im Gespräch mit Christian Hiss.

II.) "Wann kommt der Blackout? - T.C.A. Greilich mit Roberet Stein im Gespräch"

https://youtu.be/WgGjgYmy3o0

am 06.05.2019 veröffentlicht

Nach der offiziellen Statistik fällt in Deutschland jeden Tag 472-Mal der Strom aus. Einschlägige Untersuchungen haben gezeigt, dass dabei 90 Prozent der Stromunterbrechungen noch gar nicht erfasst sind. Demnach würden die tatsächlichen Versorgungsstörungen bei rund 4700 Stromausfällen liegen - pro Tag!

Diese Zahl lässt erahnen, dass etwas faul sein muss mit der deutschen Stromversorgung - und tatsächlich haben sich die erforderlichen Eingriffe, um das Stromnetz stabil zu halten, vervielfacht. Denn die Risikofaktoren nehmen zu und sind vielfältig, etwa die strukturelle Versorgungssicherheit, Naturereignisse und Klimawandel, Energiewende und steigender Energiebedarf, Cyber- und Terrorangriffe.

Die Frage ist nicht, ob es zu einem Blackout kommt, sondern wann

Mittlerweile sind täglich Eingriffe der Netzbetreiber zur Aufrechterhaltung der Sicherheit und Stabilität des Netzes erforderlich. Oft hatten wir einfach nur Glück, dass es bei kleineren Störungen blieb. Aus diesem Grunde stellt T. C. A. Greilich seinem Buch die These voran: Die Frage ist nicht, ob es zu einem Blackout kommt, sondern wann. Um dies zu belegen, beleuchtet er nicht nur die Risiken, sondern bewertet auch die Wahrscheinlichkeit und gibt einen Überblick über bisherige Vorfälle, deren Ausmaß und Häufigkeit sowie Einschätzungen von Experten, Unternehmens- und Behördenvertretern.

T. C. A. Greilich will sensibilisieren und wachrütteln, denn viel mehr als um die Problembetrachtung geht es ihm darum, dass wir weder als Privatpersonen noch auf staatlicher Ebene für den Fall eines Blackouts vorbereitet sind - der in unserer Just-in-time-Gesellschaft fatale Auswirkungen hätte.

Doch er geht noch einen Schritt weiter und zeigt ganz konkret auf, welche Vorsorgemöglichkeiten jedermann für den Fall einer nicht mehr oder nur noch beschränkt vorhandenen Funktionalität von Lebensmittel- und Wasserversorgung, Verkehr und Bankwesen, Telekommunikation und Medien sowie staatlicher Verwaltung und öffentlicher Sicherheit hat.

T. C. A. Greilich war viele Jahre in Krisen- und Katastrophengebieten sowie Schwellenländern tätig. Er weiß, wie sich ein Leben mit ständig fehlendem Strom und einer ohne Elektrizität nicht mehr funktionierenden Infrastruktur anfühlt. In Theorie und Praxis hat er sich mit Fragen der Energieversorgung und des Stromausfalls sowie dessen Bewältigung beschäftigt.

Laurenz
5. September 2019 16:44

@Lotta Vorbeck

https://www.welt.de/wirtschaft/article196229401/Chaos-im-deutschen-Stromnetz-An-mehreren-Tagen-im-Juni-wurde-in-Deutschland-der-Strom-knapp.html

@Adler und Drache ... ich beziehe mich auf Ihre Debatte mit @zeitschnur .... Zitat-"Alle drei Parteien haben sich zu Sklaven eines Programms gemacht, das jede von ihnen noch vor dreißig Jahren für verrückt erklärt hätte und hat – nämlich des Programms der Grünen ..."

Aber WARUM?
WARUM machen die das?
DAS ist doch die Frage!
Antworten wie "Umerziehung" halte ich für viel zu kurz gegriffen. Ist es eine Art Wahn?-Zitatende

Ich versuchte Ihnen klar zu machen, daß Ihre Debatte rein philosophisch bleibt. Weitergeführt von @zeitschnur und @heinrichbrück bleibt sie das auch weiterhin. Ich will nicht sagen, daß eine Debatte, die darauf abzielt, hinter die Gardinen eines "tiefen Staates" zu blicken, nicht Spaß machen kann oder sogar interessant ist. Aber im Grunde sind die etwaigen Vorhänge "tiefer Staaten" gar nicht so dicht gewebt, weil dessen Planungen (zB der Unfall Stalin oder der Unfall Iran) meist schief gehen und offensichtlich werden. Der Beitrag @heinrichbrücks @zeitschnur wird deswegen sinnentleert, weil es keine tatsächliche Alternative für uns gibt, und der Mensch als solches, wegen der Größe irgendwelcher Soros-Monster zu weit außen vor gelassen wird. Alle diejenigen Protagonisten, die Sie von der Nationalen Einheitsfront (einschließlich der Linken, wie man an den beiden Wahlen erkennen konnte) im TV sehen, sind immer noch Angehörige einer privilegierten, alimentierten Schicht, die weit abgehoben in der Berliner Blase lebt. Bei der SPD ist es am schlimmsten, weil an die 80% der Parteimitglieder in der noch "heilen Welt" des öffentlichen Dienstes beheimatet sind. In der viel kleineren Einheit Dänemark, spürte die sozial-demokratische Elite direkt die Gefahr von der Alimentierung abgeschnitten zu werden, daher reagierte man dort viel schneller auf die schlagende Glocke. Das hat nur wenig mit einem tiefen Staat zu tun, sondern mit den heutigen Lebensmodellen von Politikern.
Wer, wie wir, auf Gewalt verzichten und einen funktionierenden Rechtsstaat will und nicht zum Klub der Milliardäre (Trump) gehört, muß mit den Möglichkeiten klar kommen, die sich ihm bieten. heinrichbrücks Aussage ist "gegen uns" deswegen "konter-revolutionär" (Benedikt Kaiser), weil sie uns wieder zurück in 64 Jahre Sektierertum (Mosaik-Rechte) und Bedeutungslosigkeit führen will. Da gibt es nichts zu deuteln oder zu interpretieren. Die aktuelle Debatte hier ist deswegen so spannend, weil sich hier endlich mal die eingeschleusten Subversiven zu erkennen geben, wohl mehr unwillentlich.

Der Mitforist @Der Rechte @Simplicius Teutsch hat es genau auf den Punkt gebracht. Zitat- Wahlkampfreden und tatsächliches Handeln sind strikt zu trennen - Zitatende .... Wir müssen hier keine Überzeugungen leben, das vereinbart jeder mit sich selbst, wir müssen Wahlen gewinnen. Ob wir wahltaktisch der irrationalen Grün-Religion eine blaue entgegenstellen, oder eine schlagkräftige Ratio ins Feld führen, spielt keine Rolle, solange die Taktik erfolgreich ist. Es geht hier nie um was, sondern nur um wer den Staat führt.
Die Realitäts-Nähe von @Der Rechte zeigte sich letzte Nacht bei Lanz-TV. Herr Gauland, den ich sehr schätze, geriet gegen Herrn Alexander und Herrn Lanz wieder in die Defensive, anstatt die Herren Lanz und Alexander für immer zu zerlegen. Das liegt einfach daran, weil Herr Gauland selbst 40 Jahre den Deutschen Staat, wie er jetzt ist, mitgeschaffen hat. Gerade die von Herrn Lanz lancierte Debatte über Wohnungsmangel und Masseninvasion stehen doch in direktem Zusammenhang. Oder beim feudalen Rentensystem hätte man Herrn Lanz in den Boden stampfen können. Aber Herr Gauland wollte das gar nicht, Er hat wohl die Neigung, das Rentensystem feudal belassen zu wollen. Bei der Frage des Klimawandels hätte man die US Army ins Feld führen können, (Artikel bei Albrecht Müller), welche der größte Unwelt-Verschmutzer auf dem Planeten ist, worüber man aber nie jemand Grünes sprechen hört.
Wer in der Debatte die Linke, zB Lanz und Alexander, platt machen will, tut es. Und wer es nicht will, tut es nicht.
Wenn Sie also, @Adler und Drache, jemals überhaupt und tatsächlich in die Nähe eines tiefen Staates gelangen wollen, müssen Sie Wahlen gewinnen und weniger philosophieren, auch wenn ich Ihnen letzteres gar nicht nehmen will.

Weltversteher
5. September 2019 21:08

Werter Laurenz,
Sie empfehlen eine Konzentration auf das "Machbare", übersehen dabei aber anscheinend ganz, was machbar ist! Die Aspekte, welche z. B. Zeitschnur hier andeutet, erkennen Sie offenbar nicht als dazu gehörig an; möglicherweise scheint vor Ihren Augen allein eine "Realpolitik" zu stehen.

Ich möchte darauf hinweisen, daß die Zeitläufte tatsächlich potentiell immer von wachen, klugen, mitfühlenden Menschen geprägt werden können - schattenhaft klingt das in den Kommentaren zu Bosselmanns Sprachbeitrag an.
Differenzieren Sie aufmerksamer die Welt der Ursachen und die Welt der Wirkungen! Die Geschicke einer Zeit entscheiden sich nicht innerhalb von Staaten, und mittels Parteien.

Laurenz
6. September 2019 10:38

@Weltversteher ..... Ach nee...? Auf "Phoenix persönlich" werden von Schirach, Precht und Indset eingeladen, sicher interessante Zeitgeister. Aber Sie sind feige, weil sie nur im Rahmen des Sagbaren bleiben und das Existentielle auslassen. Für was braucht man dann diese System-Hanswurste noch? Und die Moderation von Kros & Co. stellt eben auch keine kritische Fragen. Bei Frau Sommerfeld, stellte man einerseits ganz andere Fragen und andererseits wird Sie erst gar nicht eingeladen. Und Sie haben mich nicht ganz verstanden. Ich habe nichts gegen die Philosophie oder eine hypothetische Betrachtung. Aber vergleichen Sie uns doch mal mit den Ungarn. Herr Orban kann sich mit Herrn Soros anlegen und diverse NGOs feuern. Aber Herr Orban wurde von einer Mehrheit der Ungarn gewählt und führt den Staat. Erkennen Sie den Unterschied zu uns?

heinrichbrueck
6. September 2019 17:40

@Laurenz
Die deutschfeindliche Maria Schmidt im Interview: https://www.deutschland-kurier.org/26767-2/
Über den Unterschied ein andermal.

Nemesis
7. September 2019 19:17

@Lotta Vorbeck
"Im Falle eines Blackout wäre die gesamte 5G-Herrlichkeit für die Katz'."

Für Sie, für mich und die meisten Anderen: ja
Sie können aber davon ausgehen, daß die Systeme für diejenigen, die Systemrelevanz haben, mehrfach gehärtet sind. Da wird nichts so einfach ausfallen.
Deswegen ist es aus meiner Sicht wichtig, die Betrachtungsebenen, über die man gerade spricht, auseinander zu halten
(s.a. unten Antwort an heinrichbrueck).
Aber auf unserer (persönlichen) Ebene: ein wichtiges Thema.
Danke!

@heinrichbrueck
"Geopolitik. „Deutschland ist nicht der Nabel der Welt“. Doch. Für mich."

Dann versuche ich l klarzustellen, was ich meinte und was nicht:
Natürlich ist es für unser tägliches Leben der Nabel. Das liegt schon darin begründet, daß unsere Lebensmittelpunkte hier liegen, unsere Beziehungsgeflechte hier sind. Aus dieser Sicht betrachtet ist es natürlich der Nabel.
Ich habe oben aber nicht von dieser Ebene gesprochen, sondern von der Übergeordneten. Und aus dieser Sicht ist Deutschland nicht der Nabel. Ob man das für sich annimmt oder nicht, spielt dabei keine Rolle. Es ist so.

Laurenz
8. September 2019 03:32

@heinrichbrueck .... solange wir nicht regieren, wissen wir nicht, welche Zwänge auf uns zukämen.

Lotta Vorbeck
8. September 2019 13:50

@Laurenz - 8. September 2019 - 03:32 AM

".... solange wir nicht regieren, wissen wir nicht, welche Zwänge auf uns zukämen."

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Die Kanzler-Akte?

Laurenz
8. September 2019 17:32

@Lotta Vorbeck .... ich erinnere mich an die Machtergreifung der Alt68er 1998. Wichtige Minister, zB Josef Fischer mußten nach DC um "gebrieft" zu werden. Die politische Position Herrn Fishers, vor der Reise noch zB der Verzicht auf die Nato-Erstschlags-Doktrin verkehrten sich diametral.

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