24. September 2019

Das war die 20. Sommerakademie des IfS

Jonas Schick / 10 Kommentare

Drei Tage; einhundertfünfzig junge Teilnehmer; ein zwanzigstes Jubiläum. Unser Bericht zur Sommerakademie des Instituts für Staatspolitik (IfS). 

Die IfS-Akademien sind ohne Frage eine Institution in unserem Milieu und die zurückliegende stellte das wieder einmal ausdrücklich unter Beweis. Gemessen am Medienauflauf des ersten Akademietages – Pro7, RTL und der MDR traten sich gegenseitig auf die Füße – mußte hier im Saalekreis fernab der bundesdeutschen Metropolen Richtungsweisendes geschehen.

Für den aufmerksamen Zuhörer sollte sich ebenjenes entlang der Vorträge entfalten; die Weichenstellung für das Kommende, das Abstecken des Minimalkonsens, das Neumischen und -auslegen der eigenen Karten nach rund sieben Jahren, die die politische Landschaft grundlegend durcheinander gewirbelt und verändert haben.

Ganz nach gutem Brauch gab IfS-Leiter Dr. Erik Lehnert am Freitagmittag den Auftakt und führte in das die Akademie überspannende Thema »Das politische Minimum« ein. Anhand von Meisterdenkern wie Platon, Thomas Hobbes und Carl Schmitt erörterte er historisch-chronologisch die staatstheoretische Fundierung eines politischen Minimums und des damit verbundenen Maximums.

Ansonsten stand der erste Akademietag ganz im Zeichen der AfD: Nachdem der EU-Abgeordnete und stellvertretende Vorsitzende der Sachsen AfD, Dr. Maximilian Krah, seine »Zehn Thesen der Europapolitik« dem interessierten Publikum darlegte, hatte die Fraktionsvorsitzende der AfD im Bundestag Dr. Alice Weidel bei ihrem mit Spannung erwarteten Vortrag die Gelegenheit, aus erster Hand über die ersten zwei Jahre konzentrierter Oppositionsarbeit wider alle Gegenwehr der Etablierten zu berichten.

Ohne Frage ein gelungener und ungezwungener Start in das Wochenende; die (ersten!) Impressionen sprechen für sich:

Den Samstag eröffnete dann Benedikt Kaiser. Der Sezession-Redakteur und Wissenschaftliche Mitarbeiter des IfS trat mit einem präzisen Referat über den Zustand der »Postpolitik« auf, in dem wir uns wiederfinden. Wie mit einer solchen politischen Lage umzugehen ist, in der jede Position außerhalb des liberalen Universalismus als das schlichtweg »Böse« entpolitisiert wird, stellt die für Kaiser in die Zukunft gerichtete, konstruktive Kernfrage dar.

Das Rückgrat seiner Analyse zur verwunderlichen und dennoch folgerichtigen Heirat aus »linkem« Moralismus und kapitalistischer Verwertungslogik, die den politischen Diskurs im Würgegriff halten, bildeten – u. a. – die Denkansätze Slavoj Žižeks, Chantal Mouffes und Carl Schmitts.

Die Neue Rechte mitsamt ihrer Verästelungen erscheint Kaiser dabei unterm Strich als der Garant der Wiederkehr des authentisch Politischen: Nur sie beharre, mit Schmitt und Mouffe, auf der »Autonomie des Politischen« gegenüber Ökonomie und Moral, nur sie stelle sich grundsätzlich und entschieden gegen den  multikulturalistischen Konsens der Postpolitik, nur sie stelle sich gegen den unverhandelbaren liberalen Konsens, der den Tod des Politischen verkündet.

Danach ging es vom Grundsätzlichen zurück ins Kleinteilige: Ergänzend zu den Ausführungen Krahs und Weidels vom Freitag, gab Konrad M. Weiß, ehemaliger leitender Mitarbeiter des Büros von Ex-Vizekanzler Heinz-Christian Strache (FPÖ) während der türkis-blauen Koalition in Österreich, einen Einblick in den »Maschinenraum« einer rechten Partei, die von der Opposition in die Regierungsverantwortung wechselte.

Dabei gab er einen wichtigen Hinweis, den schon Kaiser während der Fragerunde zu seiner Elaboration der »Postpolitik« in Richtung CDU herausstellte: Daß unsere politische Landschaft momentan auf links gekippt ist, haben wir in großen Teilen den »konservativen« Parteien CDU/CSU und ÖVP zu verdanken – sie dominieren seit dem II. Weltkrieg das Regierungsgeschehen; doch anstatt als Aufhalter zu fungieren, frönen sie der opportunistischen Kooperation.

Nach der – wie immer hervorragenden und schon zu eigener Berühmtheit gekommenen – Bewirtung übernahm die Philosophin und Antaios-Autorin Dr. Caroline Sommerfeld das Mikrofon und referierte über die Moralisierung der Politik und die Übercodierung politischer Kategorien durch hypermoralische Setzungen. Die tieferliegenden Mechanismen postpolitischer Alternativlosigkeit erfuhren ihre philosophische Zerlegung.

Da Heino Bosselmann und Dr. Eberhard Straub als Redner aus privaten respektive gesundheitlichen Gründen ausfielen, sprang der patriotische Nachwuchsjournalist Roman Möseneder mit seinen gerade einmal sechzehn Lenzen kurzer Hand in die Bresche und wußte mit einem frechen und klugen Vortrag über jugendlichen »Netzwerkaktivismus« unter Berücksichtigung der #FridaysForFuture-Proteste zu überzeugen. Was im darauffolgenden Diskurs mit den Teilnehmern deutlich wurde: Es dürstet der rechten Jugend nach einer fundierten Öko-Politik unseres Lagers, die über ein plumpe Dieselhuldigung hinausgeht.

Den positiven Schlußpunkt des Akademiesamstages setzten die drei Arbeitsgruppen unter der Leitung Dr. Caroline Sommerfelds/Götz Kubitscheks, Philip Steins/Oliver Hilburgers und Benedikt Kaisers. Hier wurde im kleinen Kreis auf dem Rittergut angeregt über »Das richtige Leben im falschen« (Sommerfeld/Kubitschek), »Das Minimum rechter Basisarbeit« (Stein/Hilburger) und »Das politische Minimum der Mosaik-Rechten« (Kaiser) diskutiert und die dazu in Bezug stehende, angebrachte Vorgehensweise einer aufstrebenden deutschen Rechten eruiert. Von dort ging es wieder zurück zum Schäfchen auf den letzten Abend bei geselligem Beisammensein.

Indes sollte der Sonntag noch einmal gehörigen Effet bereithalten und keineswegs ins Dahintümpelnde abgleiten. Das erste Ausrufezeichen plazierte die ehemalige FPÖ-Politikerin Barbara Rosenkranz in den Saal, indem sie bei ihrem Streifzug durch die Geschichte des Begriffes der Politik all jene mahnte, die dem Opportunismus verfallen und ihren Idealismus über Bord werfen.

Rosenkranz blieb damit nicht nur bei CDU/CSU und ÖVP stehen, sondern nahm insbesondere die FPÖ und AfD ins Visier, die qua des Ankommens an den Futtertrögen der Macht Gefahr laufen (es reicht auch schon die Geruchsweite), ihre Prinzipien zu vergessen.

Es oblag dann Götz Kubitschek, Mitbegründer des Instituts für Staatspolitik und Chefredakteur der Sezession, die über das Wochenende gesponnen Fäden in seinem, die Akademie abschließenden, Vortrag über den »Normalisierungspatriotismus« zusammenzuführen und die zukünftige Marschrichtung einer grundsätzlichen, alternativen Rechte zu umreißen.

Die Lage ist anno 2019 eine dezidiert andere als noch in der lähmenden Mehltau-Zeit zur Jahrtausendwende. Nun gilt es die Situation zu deuten, Selbstverständlichkeiten einzufordern und das Richtige zu tun.

Es bleibt zu konstatieren: Wir erlebten ein überaus gelungenes Jubiläum, das für die jungen Teilnehmer intellektuell gewinnbringend war – die Winterakademie 2020 kann kommen.


Die wichtigsten Vorträge der Akademie werden gekürzt in der Zeitschrift Sezession 92 abgedruckt, die Anfang/Mitte Oktober ausgeliefert wird – zugreifen! Außerdem sei darauf hingewiesen, daß das Stattfinden der für unser winderständiges Milieu eminent bedeutsamen Akademien von der Verbreitung der Sezession als Herzstück der Arbeit des Instituts für Staatspolitik abhängt.

Jedes Abonnement leistet also einen wichtigen Beitrag zur Schulung des patriotischen Nachwuchses; selbst wenn einem selbst die Zeit zur Lektüre fehlen mag, stellt das Abo einen konstruktiven, solidarischen Beitrag zu einer florierenden, rechten Geisteslandschaft und seinen Projekten dar. Abonnements können hier abgeschloßen werden – mit einem Förder-Abo erreichen Sie die höchste Wirkung und sichern die Zukunft eines einmaligen Projekts.

Sezession lesen, das heißt im Jahr sechs Mal Grundlegendes, Anstößiges, Impfungen wider den Zeitgeist!


P.S.: Wer in Österreich oder Süddeutschland lebt, muß nicht bis zur Schnellrodaer Winterakademie im Januar/Februar 2020 warten! Vom 22. bis 24. November ist es nämlich wieder soweit: Das Institut für Staatspolitik lädt in Kooperation mit dem Freiheitlichen Akademikerverband Steiermark (FAV) unter dem Titel »Volk« zur 4. Herbstakademie in Semriach.

Das Besondere dabei: Eine Altersbeschränkung, wie in Schnellroda, gibt es in der Steiermark nicht. Wer also eine Akademie besuchen möchte, es in Deutschland aber aufgrund seines Alters (über 35) nicht kann, wird herzlich in die bezaubernde steirische Umgebung eingeladen. Alle Infos zu Vortragenden (u. a. Prof. Lothar Höbelt, Dr. Dr. Thor v. Waldstein) und Anmeldeverfahren: hier!



Kommentare (10)

Fredy
24. September 2019 21:00

"Es dürstet der rechten Jugend nach einer fundierten Öko-Politik..."

Leute, hört auf mit dem Scheiß. Ein heimatbezogener Mensch geht grundsätzlich pfleglich mit den Ressourcen um, da braucht er kein politisches Programm, oder Regeln und Verbote dafür. Und wenn es nach uns geht, hätten wir auch ein nachhaltigeres (5€ in die Phrasenkasse) Wirtschaftssystem. Ich lebe seit 30 Jahren nachhaltiger (5€ again), als die, die nun neuerdings mich belehren wollen - und das ohne große Absicht; Vernunft allein reicht.

Wer die Welt kennt, und auch deren umweltzerstörerische Abgründe, die im Extremen fast ausschließlich außerhalb unseres Landes zu finden sind, tobt sich zu Unrecht bei uns aus. Packt's eure Sachen; die weite Welt wartet auf euch Umweltverbesserer. Man erwartet deutsche Missionare mit offenen Armen. Schließlich soll am deutschen Wesen ...

Wer also UmWELTpolitik machen will, muss zuvor die Welt erobern. Das wär zumindest Mal konsequent zu Ende gedacht.

Kaiza
24. September 2019 22:35

>>Man erwartet deutsche Missionare mit offenen Armen. Schließlich soll am deutschen Wesen ...<<

Jetzt beginnst du auch noch damit, Fredy. Die, die hier missionieren wollen, sind weder deutsch noch können sie etwas damit anfangen (Habeck).
Das Öko-Thema ist ein Muss für das rechte Lager.

quarz
25. September 2019 07:34

@Kalza

"Die, die hier missionieren wollen, sind weder deutsch noch können sie etwas damit anfangen (Habeck). ..."

Dass sie auf keinen Fall deutsch sein wollen, schließt nicht aus, dass ein typisch deutscher Charakterzug für diese Phobie verantwortlich ist.

"... Das Öko-Thema ist ein Muss für das rechte Lager."

Darin gebe ich Ihnen dennoch Recht.

Nordlicht
25. September 2019 09:46

Zu: Umwelt- und Klimapolitik

Ohne Frage braucht die politische Rechte eine gute, vernünftige Umweltpolitik, dazu qualifizierte Sprecher und ein tragfähiges Programm. Dass sich naturschützendes, umweltgerechtes Verhalten für Konservative von selbst versteht (- Beitrag Fredy), macht die systematische Beschäftigung mit regionalen bis zu globalen Umweltproblemen nicht überflüssig.

Deutschland hat im Umweltschutz (- und damit meine ich den Gesundheitsschutz der Bevölkerung und die Bewahrung von naturnahen Gebieten) sehr viel richtiges und wichtiges erreicht. Sehr viel ist aber auch falsch gelaufen, man denke an die Zerstörung von Wäldern durch Windkraftanlagen. Als unsinnig haben sich verschiedene Regelungen im Abfallgesetz die Recycling-Quoten erwiesen - stattdessen sollte man mit wenig Transportaufwand viel mehr in moderne Müllverbrennung stecken.

Zu den Hinweisen auf "die Welt missionieren":
Die gegenwärtige Hybris der linksgrün angetriebenen Greta-Jünger ist natürlich unsinnig und schädlich. Umwelttechnisch haben wir viel Know-How, dass in den verschmutzen Megastädten der Welt und auch in den ländlichen Bereichen gutes bewirken kann, aber oft ist es dort nicht die Frage von Nicht-Wissen, sondern von Nicht-Wollen. Wer wie ich in die Ministerien und Stadtverwaltungen in Asien und Südamerika Erfahrungen gesammelt hat, wird ernüchtert sein. (Stichworte: Unfähigkeit, mangelnde Diskussionsbereitschaft, Bestechlichkeit, eigene Wirtschaftsinteressen, wenige herrschende Familien etc.)

Etliche Länder sind "overaided", d. h. dort drängeln sich zu viele Industrieländer, Weltbank, USAID, GIZ, Schweizer, Schweden etc mit ihren Projekten. Zu viel Geld fliesst in die falschen Kanäle. (Diese Anmerkung geht in Richtung Entwicklungshilfe-Politik - auch dazu muss eine rechte Partei überzeugende Konzepte anbieten.)

Schließlich zum sog. Klimaschutz: Die Vorstellung vom anthropogenen Klimawandel nur für Quatsch zu erklären, ist zu wenig. Auch die Kritiker der IPCC-Modellvorstellungen haben die Wahrheit nicht gepachtet. Fakt ist, dass wir immer noch wenig wissen, wir können nur über mögliche und über wahrscheinliche Entwicklungen sprechen.

Aus den Unsicherheiten folgt, dass Deutschland sich im Geleit mit anderen Staaten auch an überstaatlichen Regelungen beteiligt. (So wie man sich früher an FCKW-Reduzierung und an der Reduzierung grenzüberschreitenden Schwefelemissionen beteiligt hat.)

Eine für den Wähler überzeugende Klimapolitik müsste das nationale Interesse klar benennen, ohne die Beteiligung an überstaatlichen Schritten von vornherein abzulehnen. Das kann nur in Schritten geschehen, die unsere Position in Bezug auf Wirtschaft und Sicherheit nicht verschlechtert. Eine "Vorreiterrolle" oder gar eine "historisch bedingte Schuld" durch frühere Industrialisierung und entsprechend akkumulierten Emissionen können wir mit guten Argumenten ablehnen: Zu Letzterem ist zu sagen, dass die - bisher weniger emittierenden Entwicklungs- und Schwellenländern - von den früheren wissenschaftlichen und technisch-industriellen Entwicklungen profitieren; was damals hier emittiert wurde, nützt auch den ärmeren Ländern. (Besonders China reitet ja auf dem Thema der früher akkumulierten Emissionen von Europa und USA herum, um die eigenen Zunahmen zu rechtfertigen.)

Dieser Beitrag ist zu lang geworden und reagiert nur auf einen Punkt des Berichtes über die Akademie. Was die AfD angeht: Vor zwei Jahren habe ich mehrfach versucht, mit dem Landesverband Kontakt in Sachen Umwelt/Klimadebatte aufzunehmen, dort hat war man nicht interessiert. Das ist insofern schade, weil Klima sowohl in Bezug auf Küstenschutz als auch wegen der vielen Nutzniesser von Windanlagen (- Landbesitzer, Anleger wie auch Produzenten) eine hohe Bedeutung hat; wenn die AfD über Protestwähler hinauskommen will, muss sie differenziert und mit Vernunft argumentieren.

Tiuri
25. September 2019 11:14

Die Akademie war für mich ein herausragendes, Mut machendes Erlebnis. Die Qualität der Vorträge aber auch der anschließenden Debatten war außerordentlich. Vielen Dank.

brueckenbauer
25. September 2019 20:57

Die Idee, dass man eine weltweite Missionsaufgabe habe, ist in keiner Weise spezifisch deutsch; dergleichen haben auch die Schweden, die Juden oder die Franzosen schon geglaubt, wahrscheinlich auch andere Völker.
Ich verstehe den billigen Reiz, da auf eine "deutsche" Fehlkontinuität hinzuweisen; aber es ist halt billig und bedient ohne Not antideutsche Ressentiments..

Heraklit
26. September 2019 10:19

"Es dürstet der rechten Jugend nach einer fundierten Öko-Politik unseres Lagers, die über ein plumpe Dieselhuldigung hinausgeht."

Die rechte Jugend, die sich vom politischen Gegner die Themen diktieren lässt, na wenn das keine großartigen Aussichten sind.

Mich würde da schon eher eine umfassende Analyse der aktuellen medialen Großoffensive erfreuen. Immerhin handelt es sich um die erste wirklich weltweit koordinierte Propagandaschlacht gegen die somewheres. Natürlich kann diese Kampagne nur verstanden werden als Gegenoffensive gegen den 2015/16 erlittenen Deutungshoheitsverlust, weshalb man besonders auf die Methode setzt, die man der AfD, den Brexiteers, Trump, Orban etc vorwirft, also "Angst zu machen". Und natürlich steht diese ganze mediale Kampagne trotz ihrer scheinbaren Allgegenwart auf tönernen Füßen, die Anzahl der Klimagläubigen liegt meines Wissens auch in den westeuropäischen Ländern nirgendwo deutlich über 50% (bei der Jugend natürlich schon, s.o).

Eine Selbstverständlichkeit ist, daß man auch eine vernünftige Umweltpolitik macht, was aber gerade nicht bedeutet, jeder inszenierten Massenhysterie hinterher zu laufen.

Laurenz
26. September 2019 18:41

@die Redaktion, Gast-Dozenten & Teilnehmer. Ist doch schön, wenn Ihr, neben der vielen Arbeit, eine tolle Zeit hattet.
Wir alten weißen Säcke waren bei einem Bettinger-Spezial und Lotta klärte die Unbedarften, soweit möglich, über Götz Kubitscheks Mosaik-Rechte auf.

@Fredy & die Kontroversen.

Fredy hat im Grunde Recht, auch wenn Sein Beitrag, meines Erachtens, zu kurzatmig emotional rüber kommt. Im Gegensatz zur doch recht waghalsigen Analyse von @Nordlicht kann man doch sogenannte deutsche Umwelt-Politik vor allem an Ihrem Versagen festmachen, hier stehen die Grünen als Heimat-Verschmutzer an vorderster Front.
In der Rot-Grünen Koalition von 1998 - 2005 stieg man in Kriege ein, liberalisierte Märkte, beschnitt Arbeitnehmer-Rechte, bestahl die Sozial-Versicherten, begünstigte man Groß-Konzerne, etcetc, aber man war nicht mal in der Lage ein gescheites Dosenpfand einzuführen, geschweige eines gesamt-deutschen Waren-Pfand-Systems.
Die CO2-Klima-Debatte legt leider ein tatsächliches, religiöses Feigenblatt über die wahren Umwelt-Probleme unseres Landes.
Man spielt Theater und läßt ein CSU-"Pet" in Brüssel los, um gegen den Willen einer Mehrheit, Glyphosat weiter zu legalisieren, importiert Mio. neuer Methan-Furzer in unser überbevölkertes Land und versiegelt jeden Tag mehr als einen Fußball-Platz.
Tag für Tag erschallen, wie zu Stalins besten Zeiten, bolschewistische Propaganda-Tiraden aus einer grün angemalten Lubjanka, die den individuellen Personenverkehr zerschlagen wollen. Man sozialisiert diesen schon seit 1990 mit dem falsch konzipierten ICE.
Auf der anderen Seite verstärkte man, auch mit Hilfe der Grünen, immer weiter die Individualisierung des Güterverkehrs, das ist schizophren.
Es muß genau umgekehrt laufen. Hier ist klar erkennbar, daß der einzige Sinn und Zweck der Propaganda-Übung die Beseitigung der Freiheit und Unabhängigkeit des Bürgers als politisches Ziel im gesellschaftlichen Raume steht.
Ewig gestrig agiert unsere bolschewistische Einheitsfront in Berlin.
Umwelt-Politik ist viel weniger komplex als behauptet wird. Vor allem ist sie darauf reduziert, was wir, als kleines Land leisten können und sollte, im Rückblick auf Bismarck, weniger imperialistisch als aktuell vonstatten gehen. Es ist daher nichts gegen die Ambitionen von Herrn Möseneder einzuwenden, aber vielleicht, in Anbetracht der diesbezüglichen mittel-europäischen Politik der letzten 70 Jahre, ausnahmsweise mal mit gebrauchtem Hirn(?).

Ich weiß nicht genau, wie es im Hause der FPÖ aussieht, aber im Falle der AfD fehlt, noch viel mehr als ein Renten-Programm, ein stichhaltiges ausgefeiltes Wirtschafts-Programm.
Wir schlittern in eine nachhaltige Rezession hinein, in die Österreich uns zwangsläufig folgen wird. Wenn in den kommenden Jahren, Monat für Monat zehntausende ihre Arbeit verlieren werden, stehen uns ganz andere Themen ins Haus, als die Lösung der Luxus-Probleme unserer Oberschicht und der hier beheimateten Anywheres.
In den Geld-knappen Zeiten einer Rezession spart man vor allem bei den Liebeleien und dem Luxus ein. Da kann Herr Möseneder froh sein, wenn Er noch den Strom für Seinen Rechner bezahlen kann.
Von daher werden sich die primären Themen, weg von der Umwelt-Religion auf tatsächliche Schwierigkeiten hin verändern. Und wir sollten da etwas Überlegenes aus dem rechten Hut zaubern können.

Lotta Vorbeck
26. September 2019 23:52

@Laurenz, 26. September 2019 - 06:41 PM

"... Und wir sollten da etwas Überlegenes aus dem rechten Hut zaubern können."

__________________________

Genau das ist des Pudels Kern, lieber @Laurenz!

Atz
27. September 2019 11:35

"Dass sie auf keinen Fall deutsch sein wollen, schließt nicht aus, dass ein typisch deutscher Charakterzug für diese Phobie verantwortlich ist."

Und was für Zeichen am Himmel stehn,
Licht oder Wetterwolke,
Sie gehen mit dem Pöbel zwar,
Doch nimmer mit dem Volke.

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