29. September 2019

Sonntagsheld (122) – Alle Wetter!

Till-Lucas Wessels / 34 Kommentare

Klimapolitik auf einsamem Posten

Till-Lucas Wessels

Till-Lucas Wessels studiert und ist identitärer Aktivist sowie »Minenhund für zukünftig Zumutbares«.

Die momentane Klimadebatte wird – wen wundert’s – nach wie vor von zwei sich gegenüberliegenden Meinungspolen bestimmt. Während sich auf der einen Seite der Hype um das Phänomen „Fridays for Future“ in Richtung einer grünbourgeoisen Zivilreligion entwickelt (Lichtmesz auch hierzu wieder hervorragend!), herrscht auf der anderen Seite ein für mich vollkommen unverständlicher, ätzender Fossil-Apologismus vor, der in seiner offen zur Schau getragenen Begeisterung bei der Produktion von Abgasen und Müll schon fast diabolische Züge annimmt.

Ich habe den Eindruck, dass in diesem Fall die Fronten an manchen Bruchstellen sogar schärfer abgesteckt erscheinen, als bei der vorangegangenen Migrationskrise; das ist traurig, liegt sicher auch nicht zuletzt am Generationencharakter des Problems und müsste doch eigentlich gar nicht so sein. Das Anliegen neue, effektivere und – warum nicht? – umwelt- und damit ressourcenschonendere Alternativen der Energiegewinnung zu entwickeln und anzuwenden, ist sicher vereinbar mit dem faustischen Geist der deutschen Erfinder und Ingenieure.

Die große Spaltung also, der Riss im Volk ist – eigentlich – nicht nötig. Erkennen will das, wenigstens in der parlamentarischen Rechten, diesmal keiner so richtig und ich fürchte, dass wir Publizisten daran auch nicht so ganz unschuldig sind. Schließlich beschwören wir tagein tagaus das Modell der Fundamentalopposition, der Unversöhnlichkeit, die sich nicht mit Lippenbekenntnissen abspeisen lässt, sondern eine tatsächliche politische Wende einfordert.

Aus dieser Grundsätzlichkeit nicht in das durch unsere Gegner bereits warm und kuschelig bereitete Bett des antipodischen Schreckgespenstes zu steigen, ist keine geringe Herausforderung. Was uns in der Migrationspolitik als echter Ausländerfeind, als von der eigenen Verachtung zerfressener Hasser alles Fremden und materialistischer Hygienefanatiker deutscher Reinrassigkeit begegnet, ist in der Klimapolitik der hämisch grinsende Opa, der aus purer Boshaftigkeit mit seiner alten Diesel-Dreckschleuder eine Extrarunde durch die Gegend düst und dabei überlegt, wie er den Namen Greta Thunberg möglichst treffend auf seiner Facebookseite verballhornen kann.

Wie kann also ein gelungener Beitrag zur Klimadebatte aussehen, der auf der einen Seite nicht den Kopf in den Sand steckt und laut „Klimalüge!“ brüllt, auf der anderen Seite aber auch den Blick auf die Ursachen und großen Verwertungszusammenhänge und das Wohl des Volkes nicht verliert?

Ich empfehle meinen sicherlich schon teilweise etwas verärgerten Lesern die Rede unserer dieswöchigen Sonntagsheldin Sahra Wagenknecht. Eine Zusammenfassung erspare ich Ihnen, der Beitrag dauert keine 7 Minuten und doch trägt er jenes gesunde, realpolitisch orientierte Selbstbewusstsein vor, das ich mir von den Abgeordneten der einzigen Partei, auf die wir hoffen könnten, wünsche.

Man verstehe mich nicht falsch, Martin Reichardt, der für die AfD in der Debatte sprach, ist ein klasse Einpeitscher, den ich schon häufiger in Aktion erlebt habe und der zu den besseren Rednern in den Reihen der Partei gehört. Aber wenn die AfD mit dem Anspruch antritt, Politik für das Volk zu machen, so muss sie auch und gerade die Jugend meinen und nicht nur die Generation jenseits der Vierzig.

Sie muss bereit sein, eine Trennlinie zu ziehen zwischen der Erhaltung einer leistungsfähigen wirtschaftlichen Infrastruktur im Dienst des Volkes und der immer neuen Profitmaximierung als zerstörerischem Grundprinzip und falschem politischen Paradigma, dem sie scharf entgegenzutreten hat.

Die deutsche Rechte täte also gut daran, sich ein Beispiel an den Ausführungen von Wagenknecht zu nehmen. Es bleibt dabei: Die hysterische Klimabourgeoisie ist da am verwundbarsten, wo ihre Harmlosigkeit, Zahnlosigkeit, ja, ihre Feigheit im Angesicht der unbequemen Seiten der Umweltpolitik offenbart wird.

Wirksame Emissions-, Ressourcen- und Umweltpolitik kann keine Politik der Gleichheit sein. Sie muss sich zwangsläufig gegen Globalisierung und Massendigitalisierung richten, sie muss bereit sein, Maßnahmen der Bevölkerungsregulierung als Lösung für das Problem der Überbevölkerung anzuerkennen und sie muss sich den Profiteuren und Vernutzern in den Großkonzernen zu stellen, die in jedem Fall die erste und größte Schraube sind, an der in diesem Kontext gedreht werden muss.


Till-Lucas Wessels

Till-Lucas Wessels studiert und ist identitärer Aktivist sowie »Minenhund für zukünftig Zumutbares«.


Kommentare (34)

Laurenz
30. September 2019 03:11

Ich weiß nicht, Herr Wessels. Das ist irgendwie daneben. Aktuell wird nur über Autofahrer und Haushalte gesprochen, ein bißchen über Flieger, Nutzfahrzeuge, Hochsee- und Binnenschiffsverkehr bleiben außen vor, bei Frau Wagenknecht, wie bei den Grünen. Und die größten 40 Schiffe, Frachter, wie Tanker, verbrennen alle Schweröl, hauen mehr Dreck raus als alle Autos auf dem Planeten. Die weiteren ca. 40.000 Handelsschiffe auf den Weltmeeren sind da noch außen vor. Niemand wird da die nächsten 20 Jahre auf Flüssig-Gas umstellen. Auch unsere Binnen-Schiffer rußen sich durch unsere Umweltzonen, keine Klagen liegen hier von der Deutschen Umwelthilfe vor. Hat man nicht auf die Magnet-Schwebe-Bahn verzichtet, um die Flieger im innerdeutschen Flugverkehr nicht sinnlos zu machen? Die US Army ist auf Platz 43 in der Länderwertung beim Ölverbrauch weltweit. Wer gewöhnt uns endlich mal den Größenwahn ab? Frau Wagenknecht ganz sicher nicht. Und KenFM hat per Topas-Rainer Rupp auch schon unlängst Piers Corbyn aus 2017 gepostet, der politisch voll auf Linie der Linie von Frau Wagenknecht beheimatet ist, und veröffentlicht, wir können so viel Kohle und Öl verbrennen, wie wir Lust haben. Hat Herr Man nicht einen Mio.-Prozeß in Kanada verloren?

RMH
30. September 2019 06:55

"Ich empfehle ... die Rede unserer dieswöchigen Sonntagsheldin Sahra Wagenknecht. ... der Beitrag dauert keine 7 Minuten und doch trägt er jenes gesunde, realpolitisch orientierte Selbstbewusstsein."

Sonntagsheldin, Selbstbewusstsein, Realpolitik? Ernsthaft?
Die Videoaufzeichnung dieser Rede ist in der Tat sehenswert, aber weniger wegen den nicht überraschenden Inhalten der Rede der tapferen Frau Wagenknecht, als wegen den beredten Schwenks der Kamera ins Plenum. Da klatscht eine kaum motivierte Linksfraktion (aber eben nicht alle dort) lasch aus Anstand und weil es sich gehört, wenn jemand von der (noch?) eigenen Partei am Rednerpult steht, die Gesichter dieser sog. "Parteifreunde" sprechen aber Bände, da sieht man bei einem anderen Schwenk eine Frau C. Roth und A. Baerbock, wie sie beide, die Gralshüter der weiblichen Emanzipation und Solidarität, offensichtlich gerade über die Optik von Frau W. lästern (oder wie sollte man die Gesten und den Ausdruck der beiden verstehen?) … einzig der Herr Linder von der FDP scheint ein bisschen Erregung zu simulieren angesichts der Spitzen gegen die Großindustrie, aber dafür sitzt er ja auch im Bundestag … viel menschliches also … ach ja, ein bisschen altbekannten Content hatte die Rede auch … nicht der Rede wert …???

Gustav Grambauer
30. September 2019 08:34

Wagenknecht, die sich wieder nur an der "Unfähigkeit" hochzieht, sieht überhaupt nicht den kalkulierenden Zynismus. Und Herr Wessel glaubt offenbar an eine "chirurgische" Umweltpolitik, bei der er z. B. nicht ausgerottet werden soll (nur die anderen), bei der er seinen Lebensstil beibehalten kann (bei der nur die anderen in die Mangelwirtschaft

Ich warne vor dem Glauben an eine "chirurgische" Umweltpolitik mit der Hinterlist, daß nur die Afrikaner ausgerottet werden sollen, man selbst aber nicht (genau das Gegenteil soll mit allen, allen, allen auf dem Tisch liegenden hegemonial ernstzunehmenden Optionen der Fall sein, wiederum pychenergetisch getriggert durch diesen Glauben mancher naiver Zeitgenossen) oder etwa daß nur der Lebensstil der Wegwerfidioten sanktioniert werden könnte, der gärtnerkonservative Lebensstil aber nicht. Wer Letzteres glaubt, wird sehr hart in der Realität aufwachen, wenn es in der Planwirtschaft 2.0 nicht mal mehr ein Sämereiengeschäft gibt, in dem man auch nur noch ein Tütchen Dillsamen "ergattern" könnte. Ex-DDR-Bürger wissen, wovon bei Planwirtschaft die Rede ist, wobei die neue Planwirtschaft zunehmend - und bereits allseits sichtbar - an eine Verbotsdiktatur gekoppelt wird, deren Gehässigkeit sich ein Gerhard Schürer in seinen wildesten Träumen nicht hätte vorstellen können, und für die das Social Credit System in China nur ein Testlauf ist.

Deshalb meine Anregung: ohne auch nur eine inhaltliche Prüfung in Erwägung zu ziehen - radikale Zurückweisung von allem, was aus jedwedem linken oder rechten Social Engeneering Lab kommt und wo, zynisch oder einfach nur naiv, das Etikett "für die Umwelt" draufgeklebt ist.

Wie wäre es, statt für einen Wust an neuen Gesetzen, Verordnungen, Richtlinien usw. einzutreten, der auch mit pronouncierter rechter oder konservativer "Umweltpolitik" einhergehen müßte, sich, wie in den USA, für Verfallsdaten der Normen stark zu machen. Das wäre doch die conditio sine qua non einer glaubhaften ökologischen Politik: zunächst mal Legislative und Exekutive als solche zu entseuchen!

Die Rede von Frau Wagenknecht anzusehen ist Zeitverschwendung. Sie zieht sich wieder nur an der "Unfähigkeit der Herrschenden" hoch und sieht überhaupt nicht den Zynismus der insgeheimen Kalkulation.

- G. G.

Niedersachse
30. September 2019 08:38

Zur Verhärtung der Fronten hat doch viel mehr das dogmatische, aggressive und missionarische Auftreten der Profiteure des Klimawandel- Wahns beigetragen. Wer jeden Tag mit Dauerpropaganda beschallt wird und von einer instrumentalisierten Jugend und den dahinter stehenden Nutzniessern als Klimasünder oder Klimaleugner bezeichnet wird, der geht doch automatisch in Abwehrhaltung. Die Faktenresistenz die unsereiner vorgeworfen wird, ist doch auf der Gegenseite weitaus stärker ausgeprägt. Selbst der Durchschnittsbürger, der sich normalerweise nur peripher mit Politik befasst, erkennt, das die Klimahysterie ein von oben gehyptes und gepushtes Elitenprojekt ist, das überhaupt nicht dazu gedacht ist, dem "Klima" zu helfen. Es ist eine künstlich erzeugte Hysterie, die bei den "Sündern" ein schlechtes Gewissen erzeugen soll, von dem sie sich via "Ablasshandel", also gestiegenen Lebenshaltungskosten, dem Kauf des "richtigen" Autos und der Wahl der "richtigen" Parteien, befreien können. Das Abstossende daran ist die planmässige Inszenierung, die Unverfrohrenheit, mit der die Regierung eine von ihr selbst gesponserte und gesteuerte Kampagne als Vorwandt nutzt, den Bürgern das Geld aus den Taschen zu ziehen und - wichtiger noch - von gewissen anderen Themen abzulenken.

H. M. Richter
30. September 2019 08:40

Tatsächlich spricht Frau Wagenknecht wichtige Sachverhalte an; bezeichnend dagegen wie sich die Abgeordenten Baerbock und Roth - ab 39.52 min. der Rede - über den Ohrschmuck der einst noch Stalin verherrlichenden S.W. austauschen. Überaus kennzeichnend auch, wie gequält der Beifall der auf mich stets eher wie eine humorlose Pinonierleiterin denn als Rosa-Klebb-Widergängerin wirkenden Frau Kipping ausfällt.
__________________________________________

Aufgabe der Alternative für Deutschland wäre es m.E. in der gegenwärtigen Situation, viel stärker als bisher geschehen die Konsequenzen aus der weltweiten Bevölkerungsexplosion sowie der Migrationsströme in die Klimadiskussion einfließen zu lassen.

Niedersachse
30. September 2019 09:15

Nachsatz: Aus staatlicher Sicht ist Greta Thunberg natürlich ein PR- Coup. Eine junges verängstigtes aber dennoch zorniges junges Mädchen, das zwar von niemanden demokratisch legitimiert wurde, sich aber reihenweise Staats- und Regierungschefs aus aller Welt "vorknöpft", beim Vatikan eingeladen wird und beim Weltwirtschaftsforum in Davos sprechen darf . Wer`s glaubt...

Mich erinnert das alles an den tränenreichen Auftritt der jungen Nayirah as- Sabah vor dem US- Kongress im Vorfeld des zweiten Irak- Krieges 1990. Dort verbreitete sie die "Brutkastenlüge", die später auch zum Anlass genommen wurde, den Irak anzugreifen. Später kam heraus, dass die Geschichte der jungen Frau die Erfindung von einer amerikanischen PR- Agentur war, die widerum von Kuwait bezahlt wurde.

Zurück zur Gegenwart: Man beachte den Zynismus und die Verlogenheit bei der ganzen Geschichte: Die "Klimajugend" samt einiger älterer Fossilien wie Lehrern und Beamten, von denen keiner einer wertschöpfenden Tätigkeit nachgehen dürfte, demonstriert DAFÜR, dass der Staat Steuern für Menschen erhöht, die widerum mit ihrer täglichen Arbeit diesen Staat und dessen gesponserten Lobbygruppen erst am Laufen halten können. Das dürfte auch mit dazu beitragen, das die Fronten so verhärtet sind.

Apostat
30. September 2019 09:45

Die Stoßrichtung der Wagenknechtrede war erwartbar.
Nur die Beiträge der beiden Afd Abgeordneten Reichardt und Hilse liefern ebenfalls nichts Neues.
Anstatt sich wieder an Greta abzuarbeiten- wie Hilse in seiner Rede, hätte man sich doch an die
Grünen und ihr Klientel wenden können, mit der Aufforderung, ihre Söhne und Töchter zu Bus - Tram- oder S-Bahnfahrern, Fahrdienstleiter usw. ausbilden zu lassen.
Ein Beispiel, wie eine gelungene Balance zwischen fundamentaler Kritik und positiven Politikansätzen aussieht, bietet die Rede von Christian Blex ("Masterplan statt Klimawahn").

DirkAhlbrecht
30. September 2019 10:47

Wem schreiben Sie diese Zeilen (insbesondere der letzte Absatz), lieber Herr Wessels? Den Afrikanern, Indern und Chinesen offenbar - denn die müssten sich ja davon angesprochen fühlen. Tun sie nur leider nicht.

(Wir) hierzulande können gar nichts. Eine zukunftsorientierte Lösung wäre der Bau von Atomkraftwerken (der neuesten Generation), der Ausbau des Wasserstoffantriebs (denn die Rohstoffe für eine Elektromobilität sind bereits in der Hand der Chinesen) sowie die Abkehr vom Anspruch der Weltenrettung.

Ist mit dieser dysfunktionalen Gesellschaft nur nicht zu machen. Ansonsten kann man immer nur wieder auf den Beitrag von Thomas Hoff in Erinnerung an Rolf Peter Sieferle verweisen.

Alles andere ist Schmuck am Nachthemd.

Benjamin Kaiser
30. September 2019 11:31

Die Rede, sich der aktuellen Klimabegeisterung anzuschließen, ist in rechten Kreisen sehr verbreitet.

Ich gebe dabei zu, dass hier massenpsychologisch wirklich Beeindruckendes erreicht wurde. Einmal abgesehen von der bekannten Gleichschaltung der Leitmedien in Deutschland ist zumindest in Westdeutschland die Klimabegeisterung inzwischen so groß, dass für mich kein Besuch dort vergeht, ohne von jedem (!), mit dem ich in Kontakt komme, auf dieses Thema (mehrfach im Verlauf eines Gesprächs) angesprochen zu werden. Die Leute sind begeistert, fast möchte ich sagen fanatisiert.

Das ist eine beeindruckende Leistung, wie hier über Jahrzehnte hinweg massenmedial ein „Bewusstsein geschaffen wurde“ und nun die Klimabewegung auf ihren Höhepunkt zusteuert.

Richtig ist natürlich, dass Umweltschutz ein wichtiges Thema ist. Die Frage ist jedoch, ob die inszenierte Klimahysterie zu nachhaltigem Umweltschutz einen wesentlichen Beitrag leisten wird. Man muss sich dabei klar machen, dass in einer begrenzten Welt mit begrenzten Menschen jedes Vorhaben immer auf seine Machbarkeit hin untersucht werden muss, bevor es in Angriff genommen wird.

Es wäre zum Beispiel sehr gut machbar, der Plastik-Verschmutzung der Weltmeere durch große Auffanganlagen entgegenzutreten. Hier wäre mit wenigen Millionen schon sehr viel zu erreichen. Die Bundesregierung ist jedoch in diesem Fall zu keinen nennenswerten Investitionen bereit. Hingegen ist es im Fall der aktuellen Klimaerwärmung höchst fraglich, ob und wie ein Land wie Deutschland auf den (jahrmillionenalten) Klimawandel Einfluss nehmen kann und ob der Einfluss des Menschen auf das Klima überhaupt so groß ist, wie von manchen in den Massenmedien hofierten Wissenschaftlern behauptet wird.

Das heißt, für den Bruchteil des Geldes, das in die Klimahysterie fließt, könnte ernsthaften Umweltproblemen wie der Plastikverschmutzung der Meere abgeholfen werden.

Ich gehe übrigens stark davon aus, dass dieses Problem den Verantwortlichen bewusst ist. Entsprechend sollten kritische Denker (oder solche die es werden möchten ;-)) sich vielleicht eher folgende Fragen stellen:

Von welchen (geplanten) Vorgängen soll mit der Klimahysterie abgelenkt werden?

Für was wird das ganze Geld aus dem Klimapaket wirklich benötigt?

Patrick Zuefle
30. September 2019 11:44

Lieber Herr Wessels ich fand in ihrem Artikel viel Kraft, die einiges zu Ideologie überschreitenden Lösungen beitragen kann.

Viele kennen das bekannte "teile und herrsche". Doch das ist nicht das ganze Rezept!

Das sind sich leider die wenigsten bewusst. Das ganze Rezept lautet "Teile falsch und herrsche" Erst wenn man falsch teilt, kann man wichtige und richtige Anliegen zwischen Parteien zerreiben und erst dadurch oft beinahe bedingungslos herrschen.

Ein gutes Beispiel ist das Grenzen ziehen der Engländer. Zwischen Indien und Pakistan zum Beispiel wurden die Grenzen dermassen falsch gezogen, dass sich seither drei extrem gefährliche Kriege daran entzünden konnten. Die Gefahr eines weiteren Krieges ist bis heute der Hebel derselben Dunkelkräfte, die falsch teilten, um in der Region nach wie vor zu herrschen. Dass da eine Grenze ist, zwischen dem islamischen Pakistan und dem Vielvölkerstaat Indien, ist eine Tatsache. Die eigentliche Sprengkraft kommt aber von der falschen Teilung.

Gleiches geschieht in der Umweltfrage. Die Grünen haben, kaum das erste mal an der Macht, mit Uranmunition Serbien bombardieren lassen. Man muss nur Uranmunition in der Google Bildersuche eingeben, um auf schreckliche Art zu sehen, dass Uran-Nano-Staub, der beim Beschuss freigesetzt wird, etwas vom giftigsten überhaupt ist. Halbwertszeit Millionen von Jahre mit Erbgut zersetzenden Folgen. Fast so giftig ist das Quecksilber in den von den Grünen erzwungen Sparlampen, die inzwischen alle sang und klanglos auf dem Müll gelandet sind in welchen Ländern auch immer. Mit der Elektrifizierung der Autos werden weitere Millionen Tonnen an nicht handhabbaren Schwermetallabfall produziert. Es werden zusätzlich zig eigentlich noch lange tauglicher Benzin und Diesel Motoren sinnlos verschrottet. CO2 ist ganz nebenbei neben Sauerstoff eines der zwei wichtigsten Lebensgase dieser Biosphäre.

Auch beim Verkehr sollte klar sein, dass die grenzenlose Mobilität schädlich ist. Doch dazu muss man zuerst zu den Rechten gehen, um davon überhaupt etwas zu erfahren. Die Rechten sind nicht nur gegen den super Staat EU, der die Menschen noch mehr dazu zwingt der Arbeit hinter her zu reisen. Sie sind auch gegen die Grenzöffnung zu Afrika, die letztendlich auch keine Reisefreiheit bringt, sondern Reisezwang.

Die Rechten sind schon dadurch grüner, dass sie die Abfallberge erzeugenden Panikentscheidungen der Grünen nicht gut finden, und Grenzen schützen wollen, sowohl Staatsgrenzen wie Grenzen der Pendler Strecken Zumutbarkeit. Hier wird dermassen falsch geteilt, dass ich, wenn ich Greta nur schon höre, eine dicken Hals bekomme. Und das nicht weil ich etwas gegen die Jugend habe, noch weil ich finde; nach mir die Sintflut.

Natürlich muss ich als ehemals Linker die falsch gezogenen Grenzen zu den Rechten überschreiten und von den riesigen Schätzen der rechten patriotischen Szene lernen so viel es nur geht. Ich habe mir gerade einen ganzen Karren voller rechter Bücher bestellt und freue mich extrem bis sie mit Benzinlastwagen vom Antaios Verlag in Deutschland in die Schweiz gefahren werden. Genau so finde ich es toll, wenn einer Sara Wagenknecht auch von rechter Seite zugehört wird. Selbstverständlich muss man nicht mit allem einer Meinung sein. Aber dass Deutsche zum Beispiel mehr Goethe lesen sollten, wie Frau Wagenknecht immer wieder betont, kann ich als Schweizer nur ergänzen mit der Aufforderung auch mehr Schiller zu lesen, sein Wilhelm Tell lässt grüssen. Gerade diese zwei haben sich durch ihre Gegensätzlichkeit nicht teilen lassen, sondern haben sich im Gegenteil aneinander in unermessliche Höhen inspiriert und das zum Besten des ganzen Deutschen Geistes.

Atz
30. September 2019 12:03

Frau Wagenknecht ist ja auch eine Frau mit persischem Hintergrund und aus diesem Grunde hoch kritisch gegenüber dem, was im persischen Golf gerade veranstaltet wird. Überhaupt ist Öl auch tropfenweise ein Vergifter politischer Kultur.

Als Fukushima zum vorzeitigen Atomausstieg führte, war klar, dass Deutschland seine Klimaziele nicht mehr einhält. Nun gilt es für die Leute den Kohleausstieg zu fordern als wären die Grenzen der Windkraft onshore nicht erreicht. Da das Gesetz gilt, dass jede planlose Idee der Grünen Jugend irgendwann Mainstream wird, im Moment wollen die gerade Solidarität mit den Kurden und gegen Erdogan, die Tage des Patriachiats zählen und das Völkersterben, der Bienen, ist wohl auch ein Thema, sollte man sich vielleicht dort hin aufmachen.

Noch ein Hesse
30. September 2019 12:04

Zitat aus der Mitte des Beitrags:
"Wie kann also ein gelungener Beitrag zur Klimadebatte aussehen, der auf der einen Seite nicht den Kopf in den Sand steckt und laut „Klimalüge!“ brüllt, auf der anderen Seite aber auch den Blick auf die Ursachen und großen Verwertungszusammenhänge und das Wohl des Volkes nicht verliert?"
Zustimmung, das scheint mir die zu diesem Thema alles entscheidende Frage zu sein, ich verstehe den Absatz allerdings nicht ganz - soll man nun "Klimalüge!" brüllen oder nicht? Da bin ich dann nämlich doch bei meinen Vor-Kommentatoren: Man MUSS "Klimalüge!" brüllen. Bzw. noch besser: Man muss leise, aber nachdrücklich Fragen stellen, denen, die da so fanatisiert sind ...

Gustav
30. September 2019 12:40

"Von welchen (geplanten) Vorgängen soll mit der Klimahysterie abgelenkt werden?
Für was wird das ganze Geld aus dem Klimapaket wirklich benötigt?"

2016 hat die TCFD zusammen mit der City of London Corporation und der britischen Regierung die Green Finance Initiative ins Leben gerufen.

Damit sollen Billionen Dollar in „grüne“ Investments kanalisiert werden. Die Zentralbanker des FSB haben 31 Personen nominiert um die TCFD zu bilden. Unter dem Vorsitz von Michael Bloomberg (der mit der Finanzwebseite) finden sich Schlüsselfiguren von JP MorganChase, von BlackRock (mit fast $ 7 Billionen einer der größten Vermögensmanager der Welt), Barclays Bank, HSBC (die London-Hongkong-Bank, die für die Geldwäsche von Drogengeldern und anderen schwarzen Kassen wiederholt bestraft wurde), Swiss Re (der zweitgrößte Rückversicherer der Welt), die chinesische ICBC Bank, Tata Steel, ENI oil, Dow Chemical, der Minengigant BHP Billington und David Blood von Al Gores Generation Investment LLC. Im Grunde scheint es, als würden die Füchse die Regeln für das neue Grüne Hühnerhaus aufstellen.
Weiterlesen:
https://krisenfrei.com/das-klima-und-die-spur-des-geldes/

DirkAhlbrecht
30. September 2019 12:40

@ Benjamin Kaiser

Sie haben völlig Recht mit dem was Sie da schreiben, Herr Kaiser.

Und natürlich geht es gegen (weitgehend) homogene Gesellschaftsstrukturen bzw. den Nationalstaat im herkömmlichen Sinne. Es geht gegen unsere Bürgerrechte und gegen die Freiheit jedes Einzelnen.

Und die Leute jubeln noch dazu bzw. geben (freiwillig) das dafür benötigte Geld. Das ist einfach nur irre.

PS: Keinen Flughafen (in Berlin) bauen können, aber den Anstieg der Erderwärmung auf 1,5 Grad Celsius begrenzen. Genau mein Humor...

Franz Bettinger
30. September 2019 13:19

@Wessels schreibt von einer "zur Schau getragenen Begeisterung bei der Produktion von Abgasen und Müll“ auf der Seite von Holy Greta's Antipoden. Diese Sorte Mensch, Müll-Verteidiger und Abgas-Schnüffeler aus Leidenschaft muss mir entgangen sein, Herr Wessels. Wo findet man diese Wesen? Ich kenne die Gattung nicht. Wir Rechten - also zumindest ich - wir sind Umweltschützer aus Prinzip. Wie kommen Sie zu solchen Unterstellungen? Nur muss ich, um die Natur vor dem Menschen zu schützen, nicht dem Klima-Götzen huldigen. Oder? Oder meinen Sie, ein bisschen Mitmachen, Mit-Hüpfen, auf Klima-Konzerte und auf Straßen gehen, das müsse schon drin sein, wolle man nicht hinten runter fallen? Echt jetzt? Ein bisschen Geld verschwenden, ein paar Hexen verbrennen, um nicht so alleine zu sein? Nein, in dieser Sache stehe ich ganz auf Seiten Gaulands: Wir machen den Stuss nicht mit, basta.

Sarah’s Rede ist trotzdem gut. Schade, dass die Kamera beim Applaus nur die Partei 'Die Linke' zeigt. Absicht, um keine Querfronten zu zeigen? Hat die AfD mit-geklatscht? Das sollte sie! Unbedingt! Ob eine Querfront gelingt oder nicht, ist egal. Den Bürgern vor den Bildschirmen würde damit klar gemacht: Die AfD will das ja alles auch - echter Umweltschutz, die Sorge um den kleinen Mann und um die Zukunft unsrer Jugend - Rechts und Links, das schließt sich gar nicht aus, und erst zusammen wird ein Schuh daraus.

Nordlicht
30. September 2019 13:22

Dieser Beitrag irritiert mich in mehrfacher Weise.

Mit Begriffen wie "Klimabourgeoisie" kann ich nichts anfangen, und "Begeisterung bei der Produktion von Abgasen und Müll" sehe ich nirgends aufkommen; auch nicht bei den Spaßvögeln von "Friday for Hubraum". Mein Problem mit dem Beitrag rührt vielleicht daher, dass ich weder Sozio- noch Politologe bin, sondern von den MINT-Fächern komme und mein Berufsleben lang mit Vernunft und Sachargumenten ganz gut gefahren bin.

Nicht zuletzt - und das erklärt den Impuls, hier mich zu äussern - habe ich auch Erfahrungen in Umweltpolitik sowie dessen Vorfeldorganisationen.

Der Ausgangspunkt des Beitrags ist richtig: Die Rechte braucht überzeugende Konzepte für Umwelt- und Klimapolitik; die AfD (oder andere rechte Parteien) werden nicht wachsen können, wenn sie nur plumpe Ablehnung und Versimpelung der Probleme zeigen. Es gibt genügend gute Argumente, sich FÜR umwelt- und klimapolitische Maßnahmen einzusetzen, dabei aber gleichzeitig den Regierungsplänen als auch die Grünextremisten entgegen zu treten.

Ausgangspunkt rechter Politik wäre auch hier die Frage: Was nützt es uns, dem Deutschen Volk (- nach GG)? Dass nationale Interessen zulässig sind, wird in USA, China, Russland .... bis hin zu Venezuela niemand bestreiten. Dann ist nach unmittelbarem lokalem, regionalem Umweltschutz einerseits und übernationalen Kooperationsprojekten zu unterscheiden. Feinstaub aus Dieselmotoren durch Rußfilter zu reduzieren und bleifreies Benzin sind einfach richtig; die EU-Richtlinien sind ähnlich streng wie US- und Japan-Standards. Jede Gesellschaft, die einen gewissen Lebensstandard erreicht hat, ist offen für mehr Gesundheits- und Umweltschutz. Und dass wir kein Schwefelfrachten über hohe Schornsteine an die Nachbarn schicken, sollte auch selbstverständlich sein. Auch das unterschiedet uns Wohlstandsbürger (EU/US/Japan) von zB Nigeria, Venezuela und Pakistan.

Zur Klimapolitik: Wie hoch der menschliche Emissionsbeitrag zum Klimawandel ist bzw sein wird, ist gegenwärtig nicht zu klären. Insofern ist es vernünftig, dass die Staaten gemeinsam Risiken mindern, d. h. in Abwägung mit den Möglichkeiten und anderen wichtigen Anliegen CO2 reduzieren. Bei Radiologen heisst das international: "ALARA - As low as reasonably achievable."

Wir sollten keine "Vorreiterrolle" suchen; als solcher gerät man schnell in Sackgassen, während Tross und Konkurrenten bequemere Hauptwege nehmen. Es gibt auch keinen Anlass, "mea culpa" zu rufen und als Deutsche und Europäer sich wg. früher Industrialisierung und - auch das wird ja angeführt - wg. Kolonial-Vergangenheit, womöglich noch heutiger Ausbeutung per Globalisierung schuldig zu fühlen.

Auch der relative Wohlstand Chinas steht auf dem Fundament unserer früheren technisch-industriellen Entwicklungen; ihre politische Forderung, dass die von uns seit 1840 kumulierten CO2-Emissionen als allein von uns zu verantwortende Last in Rechnung gestellt wird, ist abzulehnen.

(Dies alles sei argumentiert unter der Prämisse, dass eine CO2-Reduktion sinnvoll ist. Ich bin der Ansicht: Ja.)

Das Kolonial-Argument ist zu erschlagen mit zwei Sätzen: (a) Die heutigen Bürger der ehem. Kolonien haben mehr Vorteile als Nachteile aus der früheren Kolonialherrschaft. (b) Relatives Wohlergehen und erhöhte Lebenserwartung verdanken die Entwicklungsländer dem kapitalistischen Westen.

So etwa stelle ich mir eine überzeugende rechte Umwelt-/Klimapolitik vor. Dass die Bevölkerungsexplosion dann verstärkt angesprochen werden muss, wenn es um den Vorwurf hoher "pro-Kopf-Emissionen" geht, ergibt sich logisch daraus, dass für die globale Bilanz nicht die Pro-Kopf-Ziffer, sondern die realen Emissionstonnen interessant sind - und da sind China wie auch Afrika (- vor allem mi den Bevölkerungszahlen von 2050 und 2100) markant wichtiger als Deutschland und auch Europa.

Noch eine Anmerkung zu Frau Wagenknecht: Bitte nicht wieder solche "Held*Innen".

Laurenz
30. September 2019 13:37

@alle potentiellen Ersatz-Religions-Anbieter ....

ich erinnere mich hier an meine Schulzeit. Da wurde oft, bezüglich des Nationalsozialismus, die Frage gestellt:"Warum habt Ihr nichts dagegen getan?"
Was ist, wenn unsere Enkel und Urenkel uns bezüglich Gretas Klima-Faschismus dieselbe Frage stellen werden?
Von daher muß sich die "Aufklärung" wider die Religion stellen. Und ich empfinde Frau Weidels Schlagwort "Vernunft" als recht plausible Antwort.

Gracchus
30. September 2019 13:57

Mich hat Herr Wessels nicht verärgert. Ich fand Wagenknechts Rede gut.

@Kaiser bringt die Sache auf den Punkt. Klimaschutz sollte m. E. nicht an erster Stelle bei umweltpolitischen Massnahmen stehen, wie auch @Nordlicht sagt.

"Für was wird das ganze Geld aus dem Klimapaket wirklich benötigt?" Das mag jetzt nach Stammtisch klingen, ich sag's aber trotzdem: Dieser "kleptokratische" (Sloterdijk) Staat braucht immer Geld. Das einzige, was er noch kann: Steuern erheben. Spontan fällt mir kein Politikfeld ein, wo der Staat - die EU miteinbezogen - etwas Vernünftiges geleistet hätte. Ich lasse mich gerne belehren!

Utz
30. September 2019 14:06

Danke Herr Wessels für Ihren Artikel. Natürlich haben Sie recht zu fordern, daß die neue Rechte sich mit dem Thema Umwelt kritisch auseinandersetzt. Auch mir ist da oft zu viel Häme. Auch wenn die Greta-Kritiker in vielen Punkten recht haben und ich das Unbehagen angesichts dieser Figur teile, sollte die Rechte nicht die Jugend verprellen, indem sie deutlich signalisiert: "Umwelt? Uns doch egal!"

Die Frage steht im Raum, was tun? Ich plädiere dafür das Thema Überbevölkerung viel viel stärker ins Bewußtsein zu rücken. Wann kommen die konkreten Rechnungen, die nachweisen, daß alle deutschen Bemühungen CO2 einzusparen, zunichte gemacht werden, wenn in Afrika in 12 Tagen ein Netto-Überbevölkerung von einer Million Menschen nachwächst? Wenn kommt der UN-Pakt zum Abbau der Überbevölkerung? Wann kommt die Forderung, daß ALLE Länder ihre Geburtenraten auf 2 senken? Da gäbe es viel zu tun. Aber alle Forderungen von unserer Seite bleiben im Klein-klein. Der eine fordert dies, der andere jenes und es fehlt die klare Linie. Die Stoßrichtung Überbevölkerung ist die einzige, die erstens das Thema, das mit dem Greta-Hype in den Hintergrund gedrängt werden soll, wieder nach vorne bringt und zweitens die linke Seite in Erklärungsnot bringt, weil ihre Migrationspolitik so klimaschädlich ist, wie sonst nichts.

Fredy
30. September 2019 14:20

Umweltschutz, so wie in die Grünen vorgeben und nun mit Ausnahme der AfD alle Parteien betreiben, doktort mit sozalistisch-kommunistischen und meist asozialen Methoden an globalkapitalistischen Auswüchsen herum. Ich habe noch nie Plastik ins Meer geworfen und habe - früher zumindest - auch schon Strohhalme und Plastebecher benutzt. Was bringt es das zu verbieten, wenn der Export von Plastik ins Ausland oder allgemein an Orte erlaubt ist, wo eine sachgerechte Entsorgung nicht gewährleistet ist? Aber wie in fast jedem Politikfeld in diesem FailedState: Die echten Probleme werden ignoriert, stattdessen verlustiert man sich im Kleinklein. Wer die Bürger zudem am Geldbeutel erziehen will, trifft vor allem die, die nichts oder nur wenig im Beutel haben. Wagenknecht stellt zumindest die Systemfrage, aber wie der Umweltschutz im Sozialismus und Stalinismus funktioniert, konnten wir in der Vergangenheit betrachten und die Auswüchse heute teils immer noch sehen.

Der Umweltschutzbegriff ist extrem aufgeladen und heutzutage viel mehr als nur Schutz und Pflege von Natur, Landschaft und Lebensräumen für Mensch und Tier. Umweltschutz ist mit der kompletten linksgrünversifften Ideologie behaftet. Es ist ein kontaminierter Begriff. Wer heute Umweltschutz sagt, will mindestens kassieren, wahrscheinlich aber betrügen. Wohin werden die künftigen Luftsteuern fließen? Wir wissen es doch alle.

Wenn man auf einen fahrenden Zug aufspringt, kann man die Richtung nicht mitbestimmen. Also besser mal einen eigenen Zug chartern. Umweltschutz ist Heimatschutz. Letzteres war schon immer unsere Sache. Reden wir davon. Laden wir diesen Begriff mit unseren Vorstellungen auf. Starten wir einen neuen, eigenen Zug bzw. plakatieren wir unseren schon immer fahrenden Zug: Liebe zur Heimat, Schutz der Natur, Achtung aller Lebewesen, Respekt vor unseren Nutztieren, vernünftiges Wirtschaften (Wertschätzung der Arbeit, Nachhaltigkeit/keine Vernutzung, Eigenwirtschaft vor Weltwirtschaft), Eigenverantwortlichkeit & -Haftung (gerade auch für Politiker) und ein allgemeines Maßhalten in Allem (vom persönlichen Verbrauch bis zur Entlohnung von Managern).

Aber irgendwie passt das alles nicht in unsere Zeit, daher bleibt nur das persönliche Leben danach. Deutschland wird sich nie aus dem globalen Tanz ums goldene Kalb absondern können, ohne einen neuen Krieg zu provozieren. Es verdienen zuviele mit und an uns. Von daher bleibt auch für die deutschalternative Realpolitik tatsächlich nur Flickschusterei; aber vielleicht etwas bessere Flickschusterei als derzeit. Wir leben schon Jahre von der Substanz. Die Global-Wirtschaft außer Kontrolle, Regional-Wirtschaft gegängelt und ausgesaugt, Clan-Wirtschaft gehegt und gepflegt, Justiz korrupt, Bildung am Arsch, Poltik an Hochverräter ausverkauft, Medien gleichgeschaltet, keine Antworten auf Zukunftsfragen. Mehltau liegt auf diesem Land. Wenn Andersdenken kriminalisiert wird muß man sich auch nicht wundern wenn die Meisten aufhören zu denken. Aber immer weiter so das Märchen vom reichen Land verzapfen. Wer sich ab und an im Ausland aufhält (und nicht nur in der Schweiz, es reicht auch schon Polen oder Tschechien), der weiß wie es mittlerweile um unser Land bestellt ist.

Johann Meyer
30. September 2019 14:52

Ja, der liebe Staat der wird alles richten. Der Staat macht das schon. Der Staat kann ja auch alles. Und auch noch alles besser. Wenn nur die richtigen an der Macht sind, dann, ja dann wird es was....

JanH
30. September 2019 16:29

Guter Artikel, der sich wohltuend vom Dogmatismus weiter Teile der Rechten und vieler Neoliberaler in der Klimafrage abhebt.
Der Satz:
„Das Anliegen neue, effektivere und – warum nicht? – umwelt- und damit ressourcenschonendere Alternativen der Energiegewinnung zu entwickeln und anzuwenden, ist sicher vereinbar mit dem faustischen Geist der deutschen Erfinder und Ingenieure“
geht allerdings ein wenig am Kern der aktuellen Herausforderung vorbei.
Denn das Entscheidende ist die Frage ob der anthropogen verursachte CO2-Anstieg (Keeling-Kurve) der letzten Jahrzehnte die wesentliche Ursache der entsprechenden Klimaerwärmung ist, und ob es hysterisch oder vielleicht doch angemessen ist, den Ausstoß von CO2 (und dessen Äquivalenten) drastisch zu reduzieren. „Umwelt- oder Ressourcenschonung“ ist da doch eine sehr unscharfe Formulierung - mir ist schon klar wie sie zustande kommt.
Denn die Beweislast für den anthropogen verursachten, CO2-vermittelten Klimawandel ist erdrückend, und wer das nicht glaubt - muss sich halt mal mit der wissenschaftlichen Literatur beschäftigen, das ist nicht so schwer und zumindest für Menschen mit naturwissenschaftlichen Grundkenntnissen in überschaubarer Zeit möglich. Die FFF-Bewegung hat sicher religiöse und fanatische Züge, die Weigerung die wissenschaftlichen Belege zur Kenntnis zu nehmen - durchs Galileische Fernrohr zu schauen - jedoch genauso.

nom de guerre
30. September 2019 19:09

Leider kann ich Ihnen nicht ganz folgen, Herr Wessels.
Andere haben es schon geschrieben, ich schließe mich an: Wer bejubelt denn bitte die Produktion von Abgasen und Müll?

Dann: „Das Anliegen neue, effektivere und – warum nicht? – umwelt- und damit ressourcenschonendere Alternativen der Energiegewinnung zu entwickeln und anzuwenden, ist sicher vereinbar mit dem faustischen Geist der deutschen Erfinder und Ingenieure.“
Haben Sie den Eindruck, dass dies bei den derzeitigen alternativen Energien gegeben ist? Angesichts der Herstellung/der benötigten Materialien etwa von Solaranlagen und des Flächenverbrauchs für Windanlagen mitten in der Natur, darf das doch sehr bezweifelt werden. Ferner kann ich es nicht anders als zynisch nennen, im Kontext mit einem Thema, das von einer durch notorische Schulschwänzer getragenen Bewegung in der Öffentlichkeit gehalten wird, nicht nur von deutschen Erfindern und Ingenieuren, sondern gar von deren faustischen Geist zu sprechen. Wenn die Klimadebatte für mich etwas offenbart, dann den kompletten Niedergang des europäischen Verständnisses über den Wert von Bildung, wissenschaftlichen Fachkenntnissen und einer sachorientierten Debatte. Um die Sache, also ob es den menschengemachten Klimawandel gibt oder nicht und wenn ja, ob er auf dem CO2-Ausstoß basiert, geht es doch gar nicht mehr – die Verfechter dieser These (genauer diejenigen unter ihnen, die sich öffentlich zu Wort melden) sind dabei, unsere Gesellschaft in eine Öko-Diktatur umzubauen und ganz nebenbei bemerkt dieser unserer Regierung neue Geldquellen zu erschließen, nichts anderes.

Wenn Sie eine eigene, rechte (recht auch im Sinne von richtig) Umweltpolitik propagieren möchten, die tatsächlichen Naturschutz, wozu m.E. durchaus alternative Energiequellen gehören können, aber eher nicht in ihrer derzeitigen unausgereiften Form, fördert und dabei nicht vergisst, dass wir alle von etwas leben müssen und dies gerne einigermaßen selbstbestimmt tun möchten, bin ich bei Ihnen. Aber falls Sie einfach nur auf den Klimazug aufspringen möchten, kann ich das nicht nachvollziehen. Den steuern bereits andere – und noch dazu in die falsche Richtung.

Der letzte Absatz Ihres Textes ist mir im Übrigen etwas zu verschwurbelt, es wird nicht klar, was und wie genau Sie sich das vorstellen.

Ergon
30. September 2019 21:50

Das Unbehagen in Bezug auf die in der alternativen Szene verbreitete Fundamentalopposition in der Klimafrage empfinde ich auch. Zwar drängt sich angesichts der aufreizenden und zunehmend hysterisch gerierenden massenmedialen Inszenierung der den Klimawandel betreffenden Fragen die Frage "Cui bono?" geradezu auf, und die offensichtliche Antwort darauf - die Verdrängung anderer Themen wie Migration und Euro-Krise aus dem öffentlichen Diskurs - ist fraglos ein Teil der Erklärung. Die eigentliche Legitimationsgrundlage selbst für radikale Forderungen liefert aber die seit Jahrzehnten durch erhebliche staatliche Mittel geförderte Klimaforschung - hier vor allem das vom Bund und Land getragene Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) - samt ihrer durch komplexe Klimamodelle gestützte These der durch den Treibhauseffekt verursachten globalen Temperaturzunahme und des anthropogenen Klimawandels.

Kritik an dieser Forschungsrichtung ist sicher möglich. Einmal gibt es abweichende Ansichten innerhalb der Klimaforschung selbst, die etwa eine erhöhte Sonnenaktivität als Ursache benennen, dann haben die verwendeten Klimamodelle nicht den erkenntnistheoretischen Status naturwissenschaftlicher Theorien, und zuletzt gibt es auch einen gewichtigen sozialen Aspekt: Unabhängig von inhaltliche Fragen wurde in der "Climagate"-Affäre vor einigen Jahren deutlich, in welchem Ausmaß einige Klimaforscher kritischen Kollegen Publikationsmöglichkeiten nehmen und den Zugriff auf Rohdaten verweigern. Die Positionierung innerhalb der von Wirtschaftswissenschaftlern, die der Klimaforschung schon immer skeptisch gegenüberstanden, dominierten Führung der AfD ist kaum überraschend. Diese Kritik impliziert nun aber nicht, dass die These vom anthropogenen Klimawandel falsch ist, zumal der Ansatz über Klimamodelle trotz seiner inhärenten Schwächen als einzig sinnvolle Möglichkeit bleibt, sich der Frage wissenschaftlich zu nähern.

Übrigens: Merkel zeigte sich selbst auf der Münchner Sicherheitskonferenz im Februar dieses Jahres über das plötzliche Engagement von deutschen Schülern bei "Fridays for future" irritiert, und zwar im Kontext ihrer Ausführungen über eine von Russland gegen die Staaten der EU inszenierte "hybride Kriegsführung im Internet".

Simplicius Teutsch
30. September 2019 22:08

Natürlich muss die AfD als umfassende Volkspartei für die Zukunftsangst der Jugendlichen und Kinder und StudentenInnen Verständnis zeigen. Greta Thunberg: „Ich will, dass ihr Angst spürt, die ich jeden Tag spüre … Wir wollen eine Zukunft. Ist das zu viel verlangt?“ - Nein, das ist nicht zu viel verlangt! Die Kinder haben recht.

Aber: Aus Erfahrung weiß ich, das kommunikative Einstiegs-Problem bei diesem Thema, vor das man als konservativer Erwachsener bei klimabesorgten und naturliebenden Schulkindern gestellt ist, ist, ihnen klar zu machen, dass die AfD n i c h t an der aktuellen Klimakrise und am Aussterben der Tiere schuld ist. Und dass man als Konservativer von jeher die Tier- und Pflanzenwelt weitgehend erhalten und die Umwelt hegen will, dass man gegen den billigen Konsum- und Wegwerfwahnsinn und gegen die raffgierige Rohstoff-Plünderung der Erde ist.

Laurenz
1. Oktober 2019 11:08

@Simplicius Teutsch .... mehr oder weniger lieben wir alle hier unser Land und unsere Natur.

Wenn dem aber so wäre, wie das Spieglein und Sie schreiben, daß der Kindergarten "Recht" hätte, und schlauer wäre, als wir Erwachsenen, warum tauscht das Spieglein dann nicht seine Redaktion, vor allem die alten weißen Männer, dort nicht gegen 15jährige Aktivisten aus? Unser Möchtegern-Augstein wäre doch nach eigener Aussage, der Prädestinierte, der sofort das Handtuch schmeißen müßte.

Bis in das Alter von 25 Jahren sind Jugendliche nicht in der Lage, sich eine eigene Meinung zu bilden, man kopiert nur Meinungen. Das Natur disponiert für das Hirn bis dahin keine eigenen Meinungen. Da aber diese biologische Aussage nicht unserem Kultur-Marxismus dient, sollten wir Studiengänge in Biologie einstellen, oder?

Auf SiN, in der Redaktion, wie im Forum, werden Sie mutmaßlich keinen finden, der sich nicht für kluge Maßnahmen zum Schutze unserer Umwelt ausspricht, und abgeklopft hätte, ob er mit diesen oder jenen Maßnahmen auch leben könnte.
Aber auch Sie, Simplicius Teutsch, vermeiden leider, wie unsere "Idioten ohne Zukunft", die wichtigste Konsequenz einer Umwelt-Politik auszusprechen, die Geburtenkontrolle auf dem Planeten, wie auch immer diese gestaltet würde.

Andreas Walter
1. Oktober 2019 11:36

"Sonntagsheldin Sahra Wagenknecht"?

Sie hatten eine Weile hier mal einen ganz guten Lauf, Herr Wessels, doch in letzter Zeit liegen Sie für meinen Geschmack eigentlich ständig daneben.

Kommen Sie mal wieder ein wenig aus der Neo-Artamanen-Ecke heraus, denn romantische und/oder christliche Weltflucht sind eben nicht das Gleiche wie Sezession. Europa wäre dann eh der falsche Ort auch für Sie und selbst Montana ist noch zu nah an der Moderne oder von mir aus auch Postmoderne oder auch Postfaktische:

https://youtu.be/ZMOvXBm8dO8

Weltflucht. Ein sehr europäisches Thema. Egal ob in die Südsee, in die Religion oder in den Marxismus, nach Amerika oder in den Wald, in den Nationalsozialismus oder in die Romantik.

Verständlich? Ja. Weil einfach zu eng hier alles. Das Wort Angst und Enge, Freiheit und Freiraum. Dadurch zum Teil auch der Hass auf's unvollkommene Eigene. Weil alles hier immer nur ein lausiger Kompromiss ist. Kein Platz für Erbauung, Erhabenheit, für grosse Sprünge, kompromisslose Entwürfe, nur Gott und ich.

Wie schaffen das bloss die Asiaten, die Inder?

https://de.wikipedia.org/wiki/Montana

Unglaublich. Grösser als Deutschland, aber nur 1 Million Einwohner. Reich an Bodenschätze, Wald, Berge, Wasser, Landwirtschaft. Verteidigung?150 nukleare Interkontinentalraketen des Typs Minuteman III mit bis zu 3 Gefechtsköpfen, Reichweite 13.000 km. Doch auch hier bereits: Bedrängnis.

Maiordomus
1. Oktober 2019 12:52

@Es kann vorkommen, dass bei grundsätzlich durchaus meinungsfähigen Foristen Strukturfragen der Bildung und die "Psychologie der Intelligenz" (Jean Piaget) nicht gerade zu den Stärken gehören, so wie heute im Zusammenhang mit "Gehirn" Dummschwatz beim täglichen Gerede häufiger ist als Wissen, an dem man notwendigerweise einige Jahre gearbeitet haben müsste. Selbständiges Denken bei Jugendlichen muss nicht die Ausnahme von der Regel sein, wiewohl meine folgenden Beispiele aussergewöhnlich sein mögen. Der Philosoph Theodor Lessing, ermordet 1933/34, Klassenkamerad des kongenialen, ebenfalls frühreifen Ludwig Klager (Psychologe), musste am Gymnasium zweimal repetieren, wobei er später als Ehemaliger dann von seinen Lehrern gewürdigt wurde als einer, bei dem "der Knopf nun mal spät aufgegangen" sei. Sein autobiographischer Kommentar in seinem Lebensbericht "Einmal und nie wieder" : Mein Problem war, dass alle meine Gedanken im Alter von 14 bis 15 Jahren schon entwickelt waren, doch stand unter meinen Aufsätzen oftmals der Kommentar: "nicht schulgerecht".

Schiller, natürlich unfähig zu eigener Meinung, wurde hier von einem besonders intelligenten SiN Kommentator bereits vor 3 Wochen als unfähig zu klarem Satzbau hingestellt, schrieb nichtsdestoweniger sein Drama "Die Räuber" im Alter von 20 bis 21 Jahren; Goethe den Werther ebenfalls in diesem Alter, mit grundlegenden Gedanken zur Oekologie, wirklich von tausendfacher Eigenintelligenz und Originalität im Vergleich zu Greta. Georg Büchner starb 23jährig, offenbar unfähig zu einer eigenen politischen Meinung, siehe seinen Hessischen Landboten.

Die Mitglieder der Familie Bernoulli in Basel, zumal Daniel, entwickelten mit 14 Jahren eine geistige Kreativität und Eigenständigkeit, welche den Vater, Johann Bernoulli, zur Weissglut brachte, eine Intelligenz, wie sie sich hier in diesen Spalten eigentlich nie offenbart, da kann ich mich auch selber nicht ausnehmen. Es muss nicht immer ein Bernoullli sein, auch kein Theodor Lessing. In insgesamt 37 Jahren Lehrtätigkeit hatte ich in jedem Jahr einzelne Schülerinnen und Schüler, die in frühem Alter auch im Vergleich zu ihren Eltern, ihren Lehrern, dem Mainstream, auch der herrschenden Religion, schon erstaunlich eigenständig denken und sich entsprechend artikulieren konnten, jenseits abgerichteter Sprechpuppen von Eltern, die hauptberuflich in der Werbung tätig sind. Um es mit Goethe zu sagen: "Würden Kinder sich weiterentwickeln, wie sie sich andeuten, wir hätten vielleicht lauter Genies."

Der hochbegabte Gottfried Keller, ebenfalls eine ganz andere Nummer als Greta, dachte auch ganz anders als seine Eltern und seine Lehrer, war aber als junger Mann von niemandem beeinflusst, wurde selbstverständlich im Alter von gut 14 Jahren aus der Zürcher damaligen Realschule ausgeschlossen.

Simplicius Teutsch
1. Oktober 2019 19:58

@Laurenz
Ich verstehe Ihre Kritik nicht. Antworte aber trotzdem und bleibe dabei: >... „Wir wollen eine Zukunft. Ist das zu viel verlangt?“ - Nein, das ist nicht zu viel verlangt! Die Kinder haben recht.< - Mit dieser Forderung.

Die AfD als Volkspartei muss die Jugendlichen in ihrer Zukunftsangst angesichts der ungewissen globalen Zustände grundsätzlich ernst nehmen. Seien wir doch froh, dass sich was tut und Unruhe entsteht. Wir müssen halt, soweit es uns möglich ist, unserem Nachwuchs klar machen,
w e r ihre gepflegte und sichere Zukunft aufs Spiel setzt bzw. verspielt. - Vielleicht kommen sie ja selber drauf. Hört sich doch erst mal gut an: „Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut!“ Natürlich haben sie damit recht. - Und mich können die Kinder aber nicht meinen. Sollen sie doch die Schuldigen und die wahren Gründe herausfinden bzw. erkennen, hoffentlich nicht erst, wenn es für ihre Zukunft zu spät ist.

Maiordomus
1. Oktober 2019 20:00

PS. Der oben genannte Jugendfreund von Theodor Lessing hiess Ludwig K l a g e s, war später wegen seiner direkten oder wohl zumal indirekt beeinflussenden Verbindung zur nationalsozialistischen Ideologie in der Schweiz (Zürich) ein umstrittener Asylant, wurde aber im Gegensatz zu Bernhard Brentano, dem Bruder von Adenauers späterem Aussenminister, nicht aus der Schweiz ausgewiesen. Klages' Jugendfreund Theodor Lessing erwähnte ich, weil er der Überzeugung war, die aussergewöhnlich originellen Grundgedanken seiner Philosophie(u.a.) "Geschichte als Sinngebung des Sinnlosen" bereits im Alter von 14 bis 15 Jahren als Gymnasiast entwickelt zu haben. Dies wurde jedoch von seinen Lehrern, die ihn später wegen eines vorübergehenden akademischen Erfolges rühmten, in keiner Weise anerkannt.

Auch Bertolt Brecht bedauerte, dass seine Gymnasiallehrer in Augsburg leider sehr wenig von ihm, dem jungen durchaus frühreifen Brecht, hätten profitieren können. Weder Theodor Lessing noch Bertolt Brecht waren von ihren Eltern oder von ihren sonstigen Erziehern im Hinblick auf das geistige Profil massgeblich beeinflusst. Selbständiges Denken kann allerdings bei Schülern, auch Schülerinnen, zu rachsüchtiger Notengebung führen. Ich erwähnte an anderer Stelle einen Gymnasiasten, der, ohne von einem Milieu speziell manipuliert zu sein (ausser dass er eine Ahnung von Landwirtschaft hatte), wegen "Klimaleugnung" mit einer massiv ungenügenden Abiturnote im deutschen Aufsatz bestraft wurde. Wer in Richtung der späteren Greta sich grösste Sorgen um den Weltuntergang machte, bekam für die sprachlich ungefähr nämliche Leistung zwei Noten besser. Ich erwähne dies, weil mit solchen Tendenzen heute in noch grösserem Ausmass zu rechnen ist. Die oben erwähnte Geschichte liegt schon um die zehn bis zwölf Jahre zurück.

PS. Gemäss Theodor Lessings Jugenderinnerungen nannte Klages seine damalige Tanzstundenpartnerin "die Geliebte meiner Zuchtwahl". Ein Beispiel, wie eine gerade in Mode gekommene Ideologie auch einen durchaus intelligenten jungen Mann geistig korrumpieren kann. Dies ist, unabhängig vom ideologischen Lager, selbstverständlich auch heute möglich. Im Zusammenhang mit der Psychologie der Intelligenz von Jugendlichen verweise ich weniger auf jeweils umstrittene Resultate sogenannter Hirnforschung, diesmal lieber auf das genannte Hauptwerk des grossen Kinderpsychologen Jean Piaget "Psychologie der Intelligenz".

Die Behauptung von @oben, Jugendliche könnten bis 25 Jahre nur Meinungen "kopieren" beziehungsweise nachplappern, hält der Empirie und zumal der Geschichte der jugendlichen Intelligenz in keiner Weise stand. Zufällig besuchte ich am vergangenen Freitag das Gymnasium "Schulpforta" bei Naumburg, welches von Klopstock, Fichte, Ranke und zumal vom jungen Nietzsche besucht wurde. Dessen geistige Selbständigkeit als Gymnasiast übersteigt das Durchschnittsniveau auf dieser Seite bei weitem, kann überdies in der Nietzsche-Gesamtausgabe, in welcher seine Schülerarbeiten mit enthalten sind, nachgeprüft werden. Die "Genealogie der Moral" bzw. der "vollständige" sowie der "unvollständige" Nihilismus waren damals zwar noch nicht entwickelt. Dafür schrieb er um die Zeit des Abiturs das Gedicht "Dem unbekannten Gotte", einen religiösen Text, den seither (1864) vielleicht kein deutscher Student der Theologie eingeholt oder gar übertroffen hätte. Nietzsches Mutter wie zumal seine Schwester waren von seinem nunmal durch und durch selbständigen Denken von Anfang an überfordert.

Laurenz
2. Oktober 2019 07:59

@Simplicius Teutsch ... Sie sind genausowenig konkret, wie diese jungen Leute. Wer Freitags die Schule schwänzt, stiehlt sich die Zukunft in erster Linie selbst. Dumm geboren sind alle, nichts dazu gelernt, das betrifft nur manche.
Die Zukunft erschafft man sich selbst, man erwartet sie nicht von anderen.
Wer eine andere politische Zukunft wünscht, als die letzten 50 Jahre, sollte sich für die AfD einsetzen, welche realistischen Alternativen hat wer sonst anzubieten? Wie Sie sehen, die Penner von der Einheitsfront ganz sicher nicht. Dort agieren nur Leute, die im Leben noch nie etwas gearbeitet haben.

zeitschnur
2. Oktober 2019 13:00

Finde ich total übertrieben, Herr Wessels: "... herrscht auf der anderen Seite ein für mich vollkommen unverständlicher, ätzender Fossil-Apologismus vor, der in seiner offen zur Schau getragenen Begeisterung bei der Produktion von Abgasen und Müll schon fast diabolische Züge annimmt ..."

Solche krassen Behauptungen sollten Sie schon beweisen können. Wer ist denn so begeistert, wenn aus Schornsteinen und Auspuffen dicke schwarze Wolken kommen, Flüsse ökologisch umkippen und die Fischlein mit dem Bauch nach oben ins Meer treiben?!

Ich kenne niemanden! Anstatt hier nun einen Popanz aufzubauen und gegen die "Klimaleugner" zu ballern, fände ich es gut, nüchtern zu bleiben und die beobachtbaren empirischen Phänomene der realen Diskussionen nicht in eine polarisierende Theorie zu pressen, von der her man dann wieder meint sagen zu sollen, dass diese Polarisierung aber doch nicht nötig sei.

Der Klimazirkus bahnt sich seit Jahrzehnten an. Er hat mit der Umweltdebatte nicht direkt etwas zu tun. Dass das derzeit alles wild und unreflektiert vermixt wird, ist der zunehmenden Verblödung im Volk geschuldet. Systematisch wurde dieser Klimazirkus von genau jenen elitären Kräften aufgebaut, die Klimaprobleme - wenn überhaupt und nicht schlicht Naturzerstörung - alleine verantworten. nein: wir sind nicht schuld, denn wir füllen weder alles in Plastik ab noch propagieren wir uns selbst den lieben langen Tag für naturzerstörendes Verhalten das Hirn voll. Das alles kommt aus der Großindustrie und dem Militär. und der Michel macht nur eines falsch: dass er sich jeden Mist sofort kauft, der ihm als "hipp" und "must have" angepriesen wird. Der Club of Rome fing mit dem Theater in großem Stil an, und vielleicht informieren Sie sich selbst in Ruhe, wer den gegründet hat und was der sonst noch so macht. Ich sage nur: Rockefeller als Gründer und: Ölindustrie. Na klingelts? Wie geht das zusammen: dieselben Leute, die in Tonnen durch ihren Industriezweig "Erdöl" auch an der Kunststoffherstellung und Waffentechniken profitieren, die machen sich fürs "Klima" stark. Ich bitte jeden, dieses scheinbare Paradox zu bedenken und sich zu überlegen, wie man das zusammendenken kann. Erst dann wird vieles klarer!
Irgendwelche moralisierenden Appelle brauchen wir jedenfalls nicht.
Ich finde, dass kein Volk, egal wo der einzelne politisch steht, so offen ist für naturerhaltende Lebensweisen wie das deutsche. Ich lasse nicht zu, dass durch die Klimabewegung und eine durch ein wahrscheinlich mind-controlliertes Mädchen aufgehetzte Jugend, dieses in dieser Hinsicht vorbildliche Volk dermaßen schmäht.

Davon abgesehen ist alles, was wir aus der Natur haben und mit ihr machen, "natürlich", auch Kunststoffe - es geht hier nicht um Entweder-Oder, wenn man seine fünf Sinne beisammen hat, sondern um einen vernünftigen und maßvollen Umgang.

Maiordomus
4. Oktober 2019 12:14

@Zeitschnur. Der Mensch als Techniker, "homo faber", ist gemäss Paracelsus "der Natur Arbeiter". Dies bestätigt, was Sie im letzten Abschnitt andeuten.

Ruewald
19. Oktober 2019 23:12

@JanH (30.9.19, 16:29)
"Denn die Beweislast für den anthropogen verursachten, CO2-vermittelten Klimawandel ist erdrückend, und wer das nicht glaubt - muss sich halt mal mit der wissenschaftlichen Literatur beschäftigen, das ist nicht so schwer und zumindest für Menschen mit naturwissenschaftlichen Grundkenntnissen in überschaubarer Zeit möglich."
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Wie bitte? Widerspruch! Ich komme nach ausgiebiger Beschäftigung mit wissenschaftlicher Literatur zum Schluß, daß die Zweifel (!) an den angeblichen "Beweisen .... erdrückend" sind.
Wenn Ihre Quellen sich aus denen des angeblichen 93%-Konsens' (John Cook et al.), des IPCC und PIK speisen, nun ja, dann würde es mich nicht wundern. Es handelt sich aber nicht mehr um normale, sondern "post-normale" Wissenschaft, die nicht mehr ergebnisoffen ist, sondern im Dienst der Politik steht.
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Zu bedenken ist – wie @Ergon richtig schreibt -:
"die verwendeten Klimamodelle [haben] nicht den erkenntnistheoretischen Status naturwissenschaftlicher Theorien". Es ist zwar auch richtig, daß "der Ansatz über Klimamodelle trotz seiner inhärenten Schwächen als einzig sinnvolle Möglichkeit bleibt, sich der Frage wissenschaftlich zu nähern", allerdings müssen die Modelle dann auch außer anthropogenen auch natürliche Einflußvariablen, wie terrestrische, planetarische und solare Zyklen, etc. angemessen berücksichtigen.

@Fredy (Heimatschutz) , @Utz (Übervölkerung), @Gustav (Geld, Umverteilung) haben auf wesentliche Gesichtspunkte hingewiesen.

Das "Klima" ist ein uneigentliches Pseudo-Problem, das von den eigentlichen brennenden Problemen ablenkt.