24. September 2019

Gretas Apokalypse – und meine

Martin Lichtmesz / 126 Kommentare

Eigentlich wollte ich der Flut an Kommentaren zum grassierenden Klima- und Thunberg-Kult nicht noch einen weiteren hinzufügen.

Martin Lichtmesz

Martin Lichtmesz ist freier Publizist und Übersetzer.

Wer Phänomene wie Massenwahn und "verkappte Religionen" studieren möchte, hat dieser Tage eine Menge Stoff, mit dem er sich beschäftigen kann.

Einen der verblüffendsten Aspekte hat Gevatter Klonovsky über einen Facebook-Fund angesprochen:

Aber das Widerwärtigste an diesen marodierenden Revolutionsgarden, die das Leben in vielen Städten heute teilweise lahm gelegt haben, ist das Verständnis dieser Radikalen von dem Verhältnis zwischen Bürgern und Staat. Da marschieren Menschen auf, die den Staat dazu aufrufen, Steuern zu erhöhen, Verbote zu verhängen und in die persönliche Lebensweise der Bevölkerung bis ins kleinste Detail einzugreifen.

Dabei gilt es festzuhalten, daß es sich um ein Phänomen handelt, das im wesentlich durch die Massenmedien erzeugt wurde, die Greta Thunberg systematisch zu einer bedeutsamen Figur und "Prophetin" aufbauten. Die Effektivität dieser Kampagne ist erschreckend.

Offensichtlich ist Thunberg jedoch nur eine Schachfigur in einem viel größeren politischen Spiel, dessen Umrisse im Unklaren liegen. Tatsache ist, daß ihre Agenda von den globalistischen Eliten massiv gefördert wird, ungeachtet aller anklägerischen Rhetorik wider "die Anführer der Welt" (Focus).

Jedenfalls fallen mir nicht viele "Aktivisten" im Teenager-Alter ein, die im Vatikan empfangen werden und in Davos und auf UNO-Gipfeltreffen Reden schwingen dürfen, die anschließend von Staatsoberhäuptern gepriesen und von der Weltpresse in jeden verfügbaren Winkel der Mutter Gaia verbreitet werden.

Jeder, der sich mit dem Thema kritisch beschäftigt, hat eine andere Theorie dazu parat, was hier gespielt wird, und ich muß sagen, daß mich noch keine so richtig überzeugt hat. Ebensowenig habe ich eine endgültige Meinung zum "Klimawandel", seinen Ursachen und seinen Auswirkungen, allerdings bedarf es keines großen Aufwandes, um zu erkennen, daß es mit der angeblichen wissenschaftlichen Unumstößlichkeit der Katastrophenprognosen nicht weit her ist.

"Klimawandel" ist zum religiösen Glaubensartikel geworden, der Seite an Seite mit der Angst vor "Nazis" und "Rechtsextremismus" steht (Grönemeyer und Greta passen gut zusammen).  Entlarvend ist vor allem das Schlagwort von der "Klimaleugnung" (Wikipedia hat einen ganzen Artikel darüber), das unzweideutig signalisiert, daß die Frage längst nicht mehr auf einer wissenschaftlichen verhandelt, sondern einer religiös-dogmatischen Ebene durchgeboxt wird. Der Druck, der damit ausgeübt wird, erzeugt notwendigerweise Gegendruck, Skepsis, trotzige Verhärtung, was wiederum den Furor der Gläubigen steigert.

Verstörend ist das Video von Greta Thunbergs jüngster, tränen- und emotionsreicher Rede auf dem Klimagipfel in New York.

Wie Greta sagt: "This is all wrong." In der Tat, das ist es, und zwar "very, very wrong indeed."

Ich für meinen Teil halte das nicht für schlechtes Schauspiel, sondern sehe den verzweifelten Hilferuf eines schwer neurotisierten Kindes, das als lukrativer politischer Spielball mißbraucht wird.

Sie haben meine Kindheit mit Ihren leeren Worten gestohlen. Und dabei bin ich noch eine der Glücklichen. Die Menschen leiden, die Menschen sterben, und die Ökosysteme brechen zusammen. Wir sind am Anfang eines Massensterbens und Sie reden alle nur über Geld und erzählen Märchen vom ewigen Wirtschaftswachstum. Wie können Sie es wagen? Die Wissenschaft ist seit vierzig Jahren eindeutig. Wie können Sie es wagen, immer noch wegzuschauen und hier zu sitzen und zu sagen, dass Sie genug machen, wenn die nötigen Lösungen immer noch nicht da sind?

Marc Felix Serrao hat es treffend kommentiert:

«You have stolen my dreams and my childhood.» Wahre Worte. Aber Greta Thunbergs Kindheit haben all jene Erwachsenen gestohlen, die dem Mädchen große und immer größere Podeste bauen und jedes ihrer Worte als Offenbarung feiern. Diese Hysterie würde jeden Erwachsenen überfordern.

Ich kann die Emotionen Gretas und ihrer Anhänger bis zu einem gewissen Grad nachempfinden. Ich kann mich noch gut an den "Klimawandel" der achtziger und frühen neunziger Jahre erinnern, an die Panik vor dem Anwachsen des "Ozonlochs". Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW), vor allem aus Spraydosen, so hieß es, seien dabei, die "Ozonschicht der Atmosphäre" zu zerstören, wodurch der Planet dem baldigen Untergang geweiht sei.

Hier ist ein typischer Spiegel-Artikel aus dem Jahr 1988:

Nimmt die Strahlung infolge des Ozonabbaus zu, droht eine Umweltkatastrophe von globalem Ausmaß. Unvermeidlich wären dann eine starke Zunahme von Hautkrebserkrankungen und Augenleiden; eine größere Verbreitung bestimmter Infektionskrankheiten, deren Erreger durch die Haut in den menschlichen Körper eindringen; Ernteausfälle bei strahlungsempfindlichen Kulturpflanzen in unkalkulierbarer Höhe; eine empfindliche Verminderung des Wachstums von pflanzlichem Meeresplankton und damit großflächige Störungen der marinen Ökosysteme.

1989 interviewte der Spiegel Dennis Meadows, den Autor der berühmten Club-of-Rome-Studie "Die Grenzen des Wachstums" (1972). Dieser sah keine Chance mehr, das Ruder herumzureißen, um die ökologische Katastrophe und den Kollaps der "ressourcen-intensiven" Zivilisation aufzuhalten, nicht nur, was das Ozonloch angeht (er denkt noch heute so; eine "globale Mobilmachung" sei vergeblich.)

Jetzt ist es bereits zu spät. Die Umweltbedingungen haben sich schon so verschlechtert, daß wir bald nicht einmal die gegenwärtige Weltbevölkerung ernähren und unseren angenehmen Lebensstandard erhalten können.

Unser Gesellschaftssystem verfügt über eine Dynamik, die sich nicht so einfach stoppen läßt. Die Welt rast wie ein Auto auf einen Wald zu. Auch wenn wir jetzt sofort versuchten, stehenzubleiben, wäre der Bremsweg zu lang. Ein Aufprall läßt sich nicht mehr vermeiden.

 Die Fahrgeschwindigkeit des Autos ist entscheidend, nicht die Frage, welcher Baum es denn sein wird. Solange wir weiter auf das Gaspedal treten, könnte es das Ozonloch, die Bodenerosion oder das Verseuchen der Trinkwasserreserven sein, und wenn es gelingen sollte, mit Hilfe modernster Technologien eines dieser Probleme zu vermeiden, wird uns ein anderes einholen.

Übervölkerung, die zwangsläufig zu Armut und Spannungen führt, verschärft schon heute viele Konfliktherde in der Welt.

Ich habe mich lange genug als globaler Evangelist versucht und dabei gelernt, daß ich die Welt nicht verändern kann. Außerdem verhält sich die Menschheit wie ein Selbstmörder, und es hat keinen Sinn mehr, mit einem Selbstmörder zu argumentieren, wenn er bereits aus dem Fenster gesprungen ist.

Ich war etwa so alt wie Greta, als der "Ozonloch"-Hype seinen Höhepunkt erreichte, und ich war zutiefst verängstigt und verzweifelt. Jede Spraydose erschien mir als teuflischer Giftspender, gegen dessen Allgegenwärtigkeit kein Kraut gewachsen war. Ich erinnere mich an ein lähmendes Gefühl von absoluter Ohnmacht und Ausweglosigkeit, das allerdings schon älter als die Ozonloch-Angst war.

In meinem Buch Kann nur ein Gott uns retten? habe ich es beschrieben:

Wer, wie ich in der Ära eines recht behaglichen Biedermeiers aufgewachsen ist, wie es auch das Deutschland Helmut Kohls war, wird sich noch erinnern, wie die materielle Sicherheit mit einer merkwürdigen unterschwelligen Katastrophenangst einhergehen kann. In diesen biedermeierlichen achtziger Jahren habe ich meine Kindheit und mein „goldenes Zeitalter“ verbracht, dessen Idyllen ich jedoch schon früh als fragil und bedroht empfand.

Im Rückblick erscheint es mir seltsam, wie stark und selbstverständlich das Leben von der Dauerpräsenz der Massenmedien geprägt war, die die bürgerlichen Nischen mit fuchteinflössenden Bildern versorgten, einerlei ob man das – damals noch auf wenige Sender beschränkte - Fernsehen oder das Radio andrehte, ob man den Stern oder den Spiegel aufschlug. Die Wohlstandsbehaglichkeit wurde durch Elendsbilder von afrikanischen Hungersnöten und anderen Desastern aus der „dritten Welt“ mit einer gehörigen Portion schlechtem Gewissen gesalzen. Das Bewußtsein einer drohenden ökologischen Gefahr war allgegenwärtig. An beidem waren auf eine zugleich absolute wie ungreifbare Weise irgendwie „wir“ schuld.

Ich hatte dieses Ohnmachtsgefühl auch später noch angesichts anderer, ähnlicher Apokalypsen, die ich herannahen sah. Ich war zornig auf all die lächelnden, entspannten, arglosen Menschen, die sie nicht sahen, die sich partout nicht beunruhigen lassen wollten, die meine Ängste übertrieben und meinen Eifer lästig und fanatisch fanden, und je mehr ich insistierte, umso mehr verschlossen sie sich.

Ich gab ihnen die Schuld, daß kommen würde, was kommen mußte, wenn sie nicht jetzt sofort frei nach Greta Thunberg "in Panik geraten" würden. Würden sie doch endlich aus ihrem fatalen Tiefschlaf erwachen! Dann, und nur dann könnte man den Kurs noch ändern!

Ihre träge Unbeweglichkeit, ihre dümmliche Zuversicht, ihre ekelhaft ironische Skepsis, ihr echtes oder vermeintliches Unwissen empfand ich als eine tödliche Bedrohung: nicht nur "des Planeten", sondern letztlich auch meiner selbst, denn der Kern der apokalyptischen Bewußtseinsspirale ist letzten Endes Todesfurcht.

Und heute werde ich auf Twitter von Klima-Aposteln angerotzt, wenn ich mich skeptisch, spöttisch und ungläubig zeige. Sie mögen arrogant den Klimawandel leugnen, Herr Lichtmesz, aber wissenschaftlichen Fakten ist das egal und Sie werden eines Tages noch dumm aus der Wäsche schauen, wenn die Naturkatastrophen auch über Ihr freches Haupt hereinbrechen! Ganz so, als hinge es von meinem persönlichen Klimabekenntnis ab, die Katastrophe aufzuhalten.

Auch in Gretas jüngster Rede höre (und sehe) ich vor allem eines: eine beklemmende, obsessive, Todesfurcht, die einem eisernen, erstickenden Griff gleicht, auf die Greta mit dem Tunnelblick eines Menschen blicken mag, der an Asperger-Syndrom leidet (freilich ist sie auch die Gefangene ihrer eigenen Rolle geworden).

Die Todesfurcht, bildlich gemacht durch ein Katastrophenpanorama, ist es letztlich, was alle "Gestalten der Apokalypse" gemeinsam haben, wie ich in meinem Buch schrieb. Es gibt unzählige Varianten.

Der im März dieses Jahres verstorbene Guillaume Faye, Spezialist für Szenarien dieser Art, beschrieb sieben apokalyptische "Ströme", die sich in naher Zukunft zum Maelstrom des Untergangs vereinigen werden:

Der erste Strom besteht im Zusammenbruch des europäischen Sozialgefüges. Dieser wird durch die Fehlentwicklungen und -konstruktionen des Liberalismus verursacht. Als gewichtigsten Faktor sieht Faye die massenhafte Ansiedlung außereuropäischer Völker (die er als „Kolonisierung“ bezeichnet), die zu einer „ethnischen und anthropologischen Metamorphose“ führen wird. Die Ideologie des „Multikulturalismus“ wird die daraus erwachsenden Konflikte nicht bewältigen können, sondern nur noch fördern; steigender Rassenhaß und eine tribalistische Zersplitterung des Gesellschaft werden die Folge sein.

Des weiteren: Die Desintegration der Kernstruktur der Familie. Der Anstieg von Verbrechen und Drogenkonsum. Der Verfall der Bildungssysteme. Der Bruch mit der Weitergabe tradierten kulturellen Wissens und sozialer Normen. Der Anstieg der Armut. Das Verschwinden der Volkskultur, und die Degradierung der Völker zu einer Konsummasse im Bann der „Kultur des Spektakels“ (ein Begriff, den Faye offenbar von Guy Debord übernommen hat).

All dies werde noch verschärft durch den zweiten großen Strom: der demographischen Überalterung des Kontinents, die zum Kollaps der Wirtschaft und der Sozial- und Pensionssysteme führen wird.

Der dritte katastrophische Strom wird aus der fehlgeleiteten und übereilten Industrialisierung der südlichen Hemisphäre des Planeten erwachsen. Ihre Völker hätten ihre traditionellen Kulturen allzu rasch gegen ein trügerisches und brüchiges Wirtschaftswachstum eingetauscht, und damit ein soziales Chaos heraufbeschworen.

Der vierte Strom ist die Gefahr einer Weltwirtschaftskrise, die alle zuvor dagewesenen Krisen dieser Art übertreffen wird.

Der fünfte Strom ist der Aufstieg des religiösen Fanatismus, insbesondere des Islams, der in das Vakuum eines kosmopolitischen und individualistischen Atheismus vorstößt.

Der sechste ergibt sich aus dem religiösen und ethnischen Zusammenstoß von Nord- und Südhalbkugel, der zu Polarisierungen führen wird, die etwa jene des Kalten Krieges noch bei weitem übertreffen werden.

Der siebente Strom ist schließlich die Verschmutzung der Umwelt, durch die das physische Überleben der Menschheit überhaupt aufs Spiel gesetzt wird. Sie sei die Folge des liberal-egalitären Myhos vom universellen technischen Fortschritt, der Wohlstand für die größtmögliche Zahl schaffen will.

Irgendwann vergaß ich das Ozonloch, das allmählich aus den Medien verschwand. Angeblich wurde das Problem durch eine internationale Kooperation von 30 Staaten gelöst, die zu einem Stopp der FCKW-Produktion und damit zur Reduktion der dadurch verursachten Umweltschäden führte. Also hatte der Hype doch einen Sinn? Hat er das auch heute? Können "wir" erneut die Welt retten, die Ozonloch und Waldsterben überstanden hat?

Also: Ja, ich kann Greta Thunberg bis zu einem gewissen Grad verstehen, und ebenso viele ihrer fanatischen Anhänger. Was sie wollen, ist nicht gänzlich verkehrt und hat einen Kern Wahrheit. Und wenn ich auch in der Klimakampagne ein eher finsteres manipulatives Spiel sehe und das Treiben der Thunberg'schen Wiedertäufer mit Gruseln und Befremden betrachte, so halte ich es doch seitens der Rechten für falsch, aus Trotzreflex die globalen Umweltprobleme zu unterschätzen. (Man kann sich etwa von Rolf Peter Sieferle oder Thomas Hoof eines besseren belehren lassen.)

Noch ein Abschnitt aus meinem Buch:

Die Explosion eines Reaktors des sowjetischen Kernkraftwerks Tschernobyl im April 1986 war eines der großen Traumata der Dekade. Es hieß nun, daß sich nukleare Strahlungen über Mitteleuropa ausbreiten würden, die unsere Gesundheit gefährden und unsere Nahrung nachhaltig vergiften. Meine Kindheit wurde zum Teil erheblich von dieser Angst geprägt. Plötzlich waren die dicken, wildwachsenden Heidelbeeren im paradiesischen Kärntner Wald verdächtig. Unsichtbare Gifte konnten sich nun überall, in der Luft, im Wasser, in der Erde, verstecken wie mittelalterliche Teufel. Im Alter von zehn Jahren war ich bereits außerstande, den Anblick einer Landschaft zu genießen, ohne sie als zutiefst gefährdet zu empfinden.

Ich sah in jeder echten oder vermeintlichen Verfärbung eines Teiches, Sees oder Baches, in jedem Plastikbecher, in jeder Aludose in einer Waldwiese, in jedem aus Schornsteinen und Auspuffanlagen aufsteigenden Nebel einen Vorboten der Vernichtung. Jede Motorsäge, jeder fallende Baum klang für mich wie die Hufe der apokalyptischen Reiter. Es schien mir unerklärlich, warum die erhabenen und schönen Dinge so gefährdet, so zerbrechlich sind, und noch unerklärlicher schien mir der blinde und tumbe Zerstörungswille, der über die Welt zu fluten schien. Ich habe diese Empfindung nie verloren. Alles was ich heute denke, schreibe, tue entspringt einer unbelehrbaren und irrationalen Treue zu den Werten, Wahrnehmungen und Gefühlen meiner Kindheit.

Was den Linken der "Klimawandel", ist uns Rechten "der große Austausch" durch Massenmigration. Das ist sozusagen der "menschengemachte Bevölkerungswandel." Die Linken halten sich für bessere Menschen, weil sie (angeblich) die ganze Welt und Menschheit retten wollen, und wir (angeblich) schnöderweise nur uns und unsere europäischen Brüdervölker. Hier finden sich ähnliche apokalyptische Szenarien, die den Kollaps der (westlichen) Zivilisation prophezeien (wenngleich aus anderen Gründen), ob sie nun von Jean Raspail oder Jelena Tschudinowa, von Douglas Murray oder Guillaume Faye, von Laurent Obertone oder Michael Ley stammen.

Es gibt auch ein ähnliches Gefühl des Zeitdrucks und der Dringlichkeit - so das Bild Martin Sellners von den jungen Identitären als "letzte Generation", die vor dem demographischen Kipppunkt noch handeln kann.  Auch hier reichen die Prognosen bis in die siebziger Jahre zurück, und spielten bereits in den achtzigern in der rechten Literatur eine erhebliche Rolle (siehe etwa Robert Hepps Die Endlösung der deutschen Frage, 1985).

Ebenso gibt es den Wunsch, wachzurütteln, die Verzweiflung über die Blindheit und Vogel-Strauß-Politik der Normalbürger, die von denselben Medien mit "Antirassismus" gehirngewaschen und wehrlos gemacht werden, die ihnen einblasen, daß Klimademonstrationen und CO2-Steuern (Rituale und Opfer) die Welt auf magische Weise vor dem nahen Untergang retten werden.

Wenn man mich fragt, gibt es für die düsteren Prognosen nach Art des "großen Austausch" leider weitaus bessere und einleuchtendere Argumente (das war nun wohl keine Überraschung), und dennoch sehe ich auf der rechten Seite im Großen und Ganzen keinen mit der "Klimajugend" vergleichbaren Fanatismus oder chiliastischen Rausch. Gottseidank! Sind nicht die Rationalität und Wirklichkeit auf unserer Seite? Dasselbe denken die Jünger Greta Thunbergs.

Im gleichen Maße, in dem die Medien die Klimabewegung anpreisen, und nicht müde werden, deren Ziele zu propagieren, werten sie die Anliegen der "Rechtspopulisten" gegen Massenmigration und für das Bewahren der eigenen Kultur und des eigenen Volkes als "Haß", "Hetze" und "Angstmache" ab. Greta darf, während sie Antifa-Shirts trägt, zornig sein, den Mächtigen drohen, darf Angst, ja "Panik" vor kommenden Entwicklungen schüren, Martin Sellner nicht. Ihre Angst ist begründet, rational, notwendig, seine Angst pathologisch, irrational, gefährlich.

In denselben Zeitungen, die kein kritisches Wort über den offensichtlichen Irrsinn des Thunberg-Kults verlieren, erscheinen dann Artikel, die vor dem Spiel mit "Gefühlen" durch "Parteien und Politiker" warnen, vor der "Kraft der Angst", "der Macht der Wutbürger" und der "Erosion der Vernunft." Das erscheint uns auf der Rechten als erneutes schlagendes Beispiel für das Lichtmesz-Sommerfeld-Gesetz.

Könnte man Greta Thunbergs Rede nicht genauso an die Antreiber und passiven Zuschauer des "großen Austausches" richten?

Sie lassen uns im Stich, aber die Jugend fängt an zu begreifen, wie schwerwiegend ihr Verrat ist. Die Augen aller künftigen Generationen sind auf Sie gerichtet. Wenn Sie uns erneut im Stich lassen, werden wir Ihnen das nie verzeihen. Wir werden Sie damit nicht davonkommen lassen. Hier und jetzt ist der Punkt gekommen, an dem wir die Grenze ziehen. Die Welt wacht auf und Veränderung ist auf dem Weg, ob Sie es wollen oder nicht.

Freilich wird keine UNO-Organisation, kein Weltwirtschaftsforum, kein postkonziliarer Vatikan jemals einen identitären Aktivisten einladen, der so spricht, der mit anderen Worten: deren ureigene Agenda kritisiert.


Martin Lichtmesz

Martin Lichtmesz ist freier Publizist und Übersetzer.


Kommentare (126)

Der_Juergen
24. September 2019 09:03

Ich schätze ausnahmslos alle regelmässigen Sezession-Autoren sehr hoch, aber Martin Lichtmesz ist und bleibt der Beste der Besten.

t.gygax
24. September 2019 10:31

"wir werden sie nicht davon kommen lassen"
Das sagt nicht die an Autismus in einer speziellen Form leidende 16jährige; diesen Satz haben die Leute, die hinter dem Greta-Kult stehen, ihr eingehämmert. Und damit für einen Moment die Maske gelüftet und das totalitäre Antlitz dahinter offenbart.
Ich zeigte Gretas Rede einem nachdenklichen jungen Mann von 24 Jahren, der sich nichts mehr vormachen lässt. Sein trockener Kommentar angesichts von Gretas Gesichtsausdruck, der einen wirklich das Fürchten lehrt " meine Güte, da kommen Orks".
Wohl wahr. Ansonsten beschreibt Lichtmeßz sehr präzise das Lebensgefühl der frühen Öko-Szene. es wimmelte da nur so von Untergangsszenarien, man (Entschuldigung Frau Kositza für das derbe Wort) geilte sich in Tübingen 1979/80, als ich die Gründung der GRÜNEN vor meiner Haustüre erlebte, richtiggehend auf an den damals auf die Atomkraftwerke bezogenen Vorfällen -woraus übrigens eine Gutmenschin par excellence mit Büchern wie "Die letzen Kinder von Schewenborn" oder "Die Wolke" eine Menge Geld machte.
Und offen gestanden: mich haben diese Bücher in jenen Tagen auch aufgewühlt, aber es gab damals immer noch die andere, rationale Seite, die sich argumentativ äußern konnte. Dieser Freiheitsraum ist heute vollständig weg "wer nicht hüpft, ist für Kohle", und fertig.Es ist unterirdisch.

MARCEL
24. September 2019 11:01

Wir leben in Zeiten der Maskeraden:
Eine Greta als Jeanne d'Arc, die eigentlich nach therapeutischer Hilfe schreit.
Eine Jugend, die endlich einen Glauben gefunden hat, mit dem sie sich der Erwachsenenwelt straflos (nicht konsequenzlos!) entledigen darf.
Eine Gesellschaft, die ihre nicht statthaften Ängste vor Masseneinwanderung auf das Klima projiziert und
Eine Kanzlerin, die endlich was fürs Geschichtsbuch und zur Ablenkung von eigenen fatalen Fehlern gefunden hat.

RMH
24. September 2019 11:13

"Wir sind am Anfang eines Massensterbens und Sie reden alle nur über Geld und erzählen Märchen vom ewigen Wirtschaftswachstum. Wie können Sie es wagen?"

Teil des "ewigen Wirtschaftswachstums" sind Phasen der Zerstörung, damit Neues den Weg finden und "wachsen" kann, Neues produziert und konsumiert werden muss etc. Früher waren die sich aus irgendwelchen Gründen immer wieder ergebenden Kriege der Motor des "ewigen Wachstums", z.T. vermutlich auch gerade aus solchen Motiven (der Ermöglichung von weiterem Wachstum) sogar mit-initiiert, aber über lokale Konflikte hinaus will man es offenbar heute nicht mehr mit einem globalen, reinigenden Stahlgewitter zur "Sanierung" der übersättigten Märkte riskieren, also sucht man andere Mittel und Wege, bisheriges deutlich vorzeitig obsolet werden zu lassen, um weiter Wachstum produzieren zu können, Konkurrenten zu schwächen, neue Märkte zu schaffen etc.

Greta zieht also - ob bewusst oder unbewusst, kann ich nicht beurteilen - zum Teil den Wagen mit. Insofern mag ich es auch nicht mehr, wenn von ihr ständig von einem "Mädchen" gesprochen wird. Die Dame ist mittlerweile alt genug, um nicht mehr unter dauerndem Welpenschutz stehen zu müssen.

PS:
Ich bin kein "Klimaleugner", 8 Mrd. Menschen auf der Erde und täglich werden es mehr, haben todsicher ihren Einfluss. Ich bin aber skeptisch, ob alles, was uns als "unabdingbare Maßnahmen" verkauft wird, tatsächlich wirksam ist bzw. überhaupt wirksam sein kann und ob nicht in der Tiefe gesehen, diese "unabdingbaren Maßnahmen" noch ganz anderes bewirken sollen, als eine Klimarettung. Die zu einem "umweltverträglichen" Umbau unserer Gesellschaft erforderlichen Maßnahmen sind über die dazu erforderlichen Regelungs-, Überwachungs- und Steuerungsmechanismen in hohem Maße geeignet, auch die Freiheiten der Menschen einzuschränken und diese noch perfekter zu überwachen, als bisher bereits möglich. Für die viel zitierte "sanfte Diktatur" sind diese Mechanismen, zu denen u.a. das www, die "clouds" etc. maßgeblich als Werkzeuge gehören, perfekte Voraussetzungen.

PPS:
Die flötschende Greta war natürlich perfektes Drama - der im Showbusiness erfahrene D. Trump (immerhin noch (!) Inhaber eines Sterns auf dem "Hollywood Walk of Fame") hat den Braten gerochen und entsprechend treffend reagiert.

zeitschnur
24. September 2019 11:26

Guter Artikel! Die Katastrophenszenarien, die beschrieben werden, kann ich als etwas Ältere noch erweitern, möchte daran aber auch einen aus mS wichtigen Unterscheidungsfaktor klären.

Ich hatte als Kind auch große Angst, nämlich vor dem "Atomkrieg". Das war das Thema der späten 60er und vor allem der 70er. Es gab Leute in unserer Nachbarschaft, die bauten ihren Keller zum Atombunker aus, legten für die Zeit nach der Verstrahlung Vorräte an und machten regelmäßig ABC-Training. Wir lehnten "Atomkraft" ab, weil wir Angst vor dem "Super-GAU" hatten. Wenn abends noch die Jagdbomber der Bundeswehr im Tiefflug über unsere Häuser rasten, wir Kinder schon im Bett waren, hatte auch ich Panik - vor dem Krieg. Dies hatte insofern ein weiteres Fundament darin, dass der letzte Krieg noch nicht so lange her war, viele, auch mein Vater, immer wieder die schlimmen Geschichten seiner Kindheit, die wirklich traumatisierend waren, von den Bombennächten, dem Rennen in den Keller oder den nächsten Bunker, von Phophorbomben („Christbäumen“) in völliger Lichtlosigkeit und Toten oder Verstümmelten erzählten, von Hunger, Müdigkeit, einquartierten Flüchtlingen in der ohnehin schon zu engen Wohnung, Krankheit und Suiziden.
Es hat eine tiefe Wirkung, wenn ein junger Vater seinem Kind immer wieder diese Sachen erzählt - sie waren real, weil er sie erlebt hat und durchs Erzählen irgendwie verarbeitete. Gerade wegen dieser anderen Fundierung möchte ich Herrn Lichtmesz auch sachte widersprechen: alles, was danach an Ängsten kam, basierte nicht auf real erlebten Szenarien, sondern auf Fiktionen, Ausmalereien oder angeblich wissenschaftlichen „Beweisen“. Bereits die FCKW-Flaschen bzw das Ozonloch hatte keiner bislang "erlebt", ebenso wenig wie den Klimakollaps oder den realen Zusammenbruch einer Gesellschaft wegen zuviel Zuwanderung.

Der Teil in Lichtmesz Bericht, der uns erzählt, wie er diese "unsichtbare" Gefahr fürchtete, die sich in jeder Blaubeere, jeder Teichoberfläche oder dem stillen Wald lauernd verbarg, bringt das postmoderne Szenario auf den Punkt: Es sind abstrakte, unsichtbare Gefahren, die uns quälen. Man kann sie nur mit Technik überhaupt bemerken ("Geigerzähler") oder quantifizieren. Wir erleben "Auswirkungen" auf unser Leben, können aber die Ursachen nicht unmittelbar orten und fürchten zunehmend "überall" Gefahr, stellen die Gutheit aller Dinge in Frage, vermuten in einem animistischen Hype hinter jeder sinnlichen Erscheinung bereits einen Fake oder Dämon. Eben deswegen, weil es Illusionen, Täuschungen und Dämonisches wirklich gibt, anderswo konkret, aber offenbar auch in Tarnkleidung, lässt sich damit so gut manipulativ hantieren.

Das Gefühl, nicht mehr unterscheiden zu können, ob etwas Dichtung oder Wahrheit ist, wurde und wird durch die mediale Vermittlung inzwischen fast ALLER Informationsaustausche immer intensiver, die physische Erfahrbarkeit des Imaginierten immer geringer. Hier fällt mir Herr Bosselmann ein: wir tasten, schmecken, sehen und hören nicht mehr selbst, lernen dies schon in der Kindheit nicht mehr, wir erhalten nur noch einen virtuellen Abdruck einstmals sinnlicher Erfahrungen. Ein schönes Bespiel dafür ist der "Porno", zu dem immer mehr Menschen in ihrer Einsamkeit Zuflucht nehmen.

"My name is Greta Thunberg. I am from Sweden, And I want you to panic."
Bei allem Mitgefühl sind das doch auch extrem großmäulige Sätze. In meiner Jugend hätte man einem solchen Gör rechts und links eine gescheuert und ein Machtwort gesprochen. Nur: Greta sagt wie ein dressiertes Äffchen, was man ihr eingeblasen hat, und die, die sie losgeschickt haben, nutzen vermutlich ihre Krankheit dazu aus, die "im Tunnelblick" weniger Hemmungen oder Schamgefühle erzeugt als bei einem Menschen, der weniger in sich selbst gefangen ist. Erwachsene haben sie in diese abstrakte Panik versetzt, und der Stolz, der auch aus ihrem Gesicht herausschaut, nun überall physisch (!) herumgehoben zu werden, tut sein Übriges. Wehe dem Tag, an dem dieses Kind aufwacht! Ich kann mir nicht vorstellen, mich als 16jährige derart großmäulig aufgestellt zu haben - ich hätte viel zu viele Hemmungen gehabt, viel zu sehr an meiner Inkompetenz für das große Thema gelitten und mich überfordert gefühlt von diesem Herausgerissensein aus dem kindlichen Kokon in die große weite Welt. Ich denke, dass Greta trotz Asperger das alles nur aushält, weil sie extrem gestützt und gepuscht, regelrecht missbraucht wird. Auch vor Gericht gälte sie keineswegs als voll schuldfähig aufgrund ihrer altersgemäßen Unreife.

Aber was ist mit den zwar weniger hysterisch auf der Straße agierenden, aber doch in meiner Wahrnehmung panischen und oft total verbissenen Rechten? Meinen Sie denn nicht, Herr Lichtmesz, dass die Rechten, wenn man sie nicht so hysterisch zurückdrängte und verleumdete, sondern finanzierte und medial unterstützte, genauso hyperventilierend demonstrieren gingen?

Wir bewegen uns jedenfalls wie in einem Schattenboxen, in einem Gruselkabinett. Und selbst wenn wieder mal ein "Flüchtling" einen Einheimischen ermordet oder einen "islamistischen Anschlag" verübt hat, sickert schnell hindurch, dass auch der VS wieder seine Hände im Spiel hatte. Auch hier: false flag ist immer drin. Man weiß nicht, ob der Islamist in Wahrheit ein V-Mann war, genauso wie die NSU-Morde offenbar weniger "rechts" als "staatlich" waren. Oder es sagen Deutschtürken, es gehe um deutsch-türkische Geheimdienstkooperationen gegen die auf deutschem Boden agierende PKK (so beim Mord in Chemnitz). Man wird verrückt, weil niemand so einfach beurteilen kann, wer hier eigentlich welche Rollen spielt. Auch wenn es den ganzen Sommer nicht regnet und heiß ist, können wir nicht wissen, ob das der „Klimawandel“ ist oder eine Wettermanipulation der NATO. Wir leben in einem informierten Ungewissen.

Es ist eher ein Zusammenbruch unserer Sprachspiele, der sich hier vollzieht. Nur merken es viele noch nicht. Es ist wie in der Geschichte von Peter Bichsel, von dem Mann, der in seiner Leere und Öde, seinem Leben in der Abstraktion, anfing, "Änderung" zu schaffen durch künstlichen Wandel der Sprache: er beginnt, alle Dinge mit den falschen Nomen anzusprechen ("Bett"= "Bild" etc.). Irgendwann konnte er sich nicht mehr verständigen. Etwas Ähnliches findet kollektiv und in verschiedenen Blasen realisiert statt. Alle reden über etwas, steigern sich gemeinsam in etwas hinein, v.a. darein, dass sich - wie bei Bichsels Mann - wegen der abstrakten Unerträglichkeit der Dinge "etwas ändern muss", scheinen sich in ihren Zirkeln zu verstehen, aber nicht mehr mit dem Rest der Welt. Und die dabei verhandelten Dinge entpuppen sich immer wieder als vollkommen anders. Wir erleben ein ignatianisches Zeitalter: aus Schwarz wird Weiß und umgekehrt und wir glauben es, wenn es die Hierarchie, die wir als die Richtige erwählt haben, uns glauben heißt.

Das ist eine gefährliche Situation - sie hat Babylonisches und Apokalyptisches. Dabei sind nicht einmal die evozierten Katastrophenszenarien das eigentliche Schreckensbild, sondern die Art und Weise, wie es zu ihnen kommt und welche psychosozialen Folgen das unter uns allen hat.

Gustav Grambauer
24. September 2019 11:28

Ganz offenbar gibt es zeitliche Vorgaben ("Milestones") von ganz oben, deshalb wird jetzt alles noch hektisch "mit der heißen Nadel gstrickt".

SUVs verkaufen sich, wie ich neulich gelesen habe, jetzt erst recht "wie geschnitten Brot". D. h. es läuft auf eine umso beinhärtere Konfrontation mit den westlichen Massen qua Verbotsdiktatur hinaus, nicht nur zum Erreichen des Ziels, zusätzlich zur Bestrafung der Ungehorsamkeit. Diese Konfrontation wird die Fronde verlieren.

Als sich das Krachen der roten Variante abzeichnete, war die Fronde noch so schlau, rechtzeitig die grüne Variante als Reservevariante zu lancieren. Wenn demnächst die grüne Variante kracht, steht sie ohne Reserveariante da.

D. h. große Teile der westlichen Zivilisation werden in Anarchie und Chaos versinken. (Deshalb baut Trump die Mauer zu Mexiko. Die marodierenden Amerikaner sollen an der Flucht in den Süden gehindert werden, Pjakin hat dies gerade sehr klar aufgefächert.)

Nie vergessen: es geht beim Öko-Kult nur um die psychologische Unterfütterung des offenen Hervortretens der Weltregierung, die sich ohne gebührende Pauken und Trompeten aber zieren wird, offen hervorzutreten. Dieses Hervortreten sollte eigentlich weltweit als rauschendes Fest zelebriert werden.

"Soon the Day will come /
When all the World will move as One.
United in all we move /
Courageous and loving, too."

Pusteblume!!!

Aufgrund der Pyramidenstruktur hat jede Thunberg, jede Merkel eine Rechenschaftspflicht à la Jüngstes Gericht nach oben hin. Hierbei zählen keine Taten, keine Einzelerfolge, nur der Gesamterfolg. Da dieser Gesamterfolg nicht abzusehen ist, ist Satan gerade voller Zorn. Ich höre schon das Knacken der vielen Kniescheiben!

Salvini hätte sich angeblich "verzockt". Das sagen die, die - bzw. deren Herr(en) - sich gerade in epochalen Dimensionen verzockt haben.

Mutter Erde geht`s gerade sehr gut. Sie sieht ihrer Wiedervereinigung mit dem Mond freudig entgegen. (Vielen gefällt dies nicht ...)

Die öklogischen Probleme sind nur äußeres Gleichnis der grassierenden inneren Verseuchung, mithin sowieso nicht administrativ oder edukativ zu lösen. Aber sie sind, wie gesagt, auch lange, lange nicht existentiell für die Erde, insofern ist der CO2-Kult nur eine, - Wortspiel -, Luftnummer.

Jeder entscheidet selbst, ob er am Himmel Chemtrails sieht, und untersucht daraufhin womöglich tagtäglich seinen Stuhl auf Morgellons ("appetitliche" Vids gibt`s bei Youtube) - oder ob er dort Lovetrails sieht, die der Zivilisation beim Aufwachen über die hegemonialen Zustände helfen. Das wäre Alchemie! (Trump hat gerade von der sauberen Luft geschwärmt, er zeigt den gesunden Weg auf.) Habe mal eine Reportage über jemand gesehen, der mit seinem Schlafsack vor Mobilfunkstrahlen zu ständig wechselnden Plätzen in den Wäldern geflüchtet ist. Man sollte ihm sagen, daß er ein Problem mit sich selbst hat und dies beginnen sollte, in sich selbst zu lösen. Thunberg hat nur insofern recht, als sie - den Kern ihres eigenen Problems benennend - sagt, daß sich die Welt unabhängig von unserem Willen drastisch verändern wird. Nein, es gibt bald kein sauberes Wasser mehr. Nein, es gibt kein Recht auf sauberes Wasser. Aber es gibt Magier / Mystiker, Schamanen, Yogis / Rishis, die grinsend ein Glas Arsen austrinken, einer hat daraufhin mal das leere Glas gegen einen Felsen geschleudert, das Glas blieb ganz, der Felsen brach auseinander. Daran sollte man sich orientieren.

"freilich ist sie auch die Gefangene ihrer eigenen Rolle geworden"

"eine beklemmende, obsessive, Todesfurcht, die einem eisernen, erstickenden Griff gleicht"

Man muß lange nicht so weit gehen wie Cathy O`Brien in ihrer "Tranceformation Amerikas", um mit bloßen Augen zu sehen, was da mit dem Mädel läuft. Meine Vorhersage: Greta wird allein aufgrund ihrer antiautoritären Disposition und erst recht wegen ihrer abzusehenden Unbrauchbarwerdung unberechenbar werden, und ich bin schon jetzt gespannt, was sie dann mit ihr machen werden, denn im Zeitalter des www werden sie sie nicht vor der Öffentlichkeit verstecken können.

Egon Krenz kennt übrigens keine Flugscham. Wer bezahlt eigentlich die Flüge?

https://www.eulenspiegel.com/verlage/edition-ost/titel/china-wie-ich-es-sehe.html

- G. G.

Achterndiek
24. September 2019 11:28

@ Vox

"Nationalsozialisten waren im Übrigen entgegen aller medialer Propaganda und Dressur links. U.a. nach eigenem Bekunden. Schon allein deshalb kann man sich als Rechter die - bei Linken längst abgegriffene - Forderung "Nazis raus" zu eigen machen und frisch geschärft selbst einsetzen. Sowohl vorbeugend, als auch akut. Nicht nur aus eigener Erfahrung kann ich sagen: "Nazis raus" in Richtung Linke wirkt Wunder. Totale Sprachlosigkeit mit entgleisenden Gesichtszügen."

Nichtnazis gibt es in Mitteleuropa doch schon lange nicht mehr. Dort wimmelt es nur so von Klimanazis, SA-Antifa, Glatzkopfnazis, Femonazis, Rechtschreibnazis, Erdolfs, NPD-Nazis, rotlackierte Faschisten, NATO-Nazis, AfD-Nazis, Gartennazis usw. usw.
Ein jeder ist eines anderen Nazi. Nazi ist Synonym für Meinungsgegner, aber auch für einen Menschen, den man nicht mag.

Was soll denn beim beliebten Hortspiel "Gaanich Naaazieh (Rassist, Antisemit u.ä.)! - Säälber Naazieh!" anderes herauskommen als Sprachlosigkeit? Mir fällt zu dem atemberaubenden Diskurslimbo jedenfalls nicht viel ein.

Ein gebuertiger Hesse
24. September 2019 11:37

Sehr guter Dreher am Ende: die Rede des dummgemachten Kindes auf den großen Austausch zu applizieren - so punktgenau ähneln sich die Worte (und die Emphase, die in unserem Lager seit einer Weile zu kurz kommt) und meinen leider doch ganz und gar nicht das Gleiche.

Gustav Grambauer
24. September 2019 11:41

Merkel: "Wir haben den Weckruf der Jugend gehört."

Das ist der Stil der kommunistischen Parteitage, wo auch immer zuerst ein Pioniermädchen am Rednerpult ein Skript ablesen durfte und draufhin die Horst Sindermanns altväterlich wie die Auguren gegrinst und geklatscht haben.

"Die Jugend" wurde zwar als Gattungsbegriff vom im Goetheanismus wurzelnden Jugendstil geprägt, ist aber spätestens seit 1933 nur noch ein Totalitarismus in sich.

- G. G.

Zadok Allen
24. September 2019 11:58

"Die Effektivität dieser Kampagne ist erschreckend. ...
Im Rückblick erscheint es mir seltsam, wie stark und selbstverständlich das Leben von der Dauerpräsenz der Massenmedien geprägt war."

Hier scheint mir der Hase im Pfeffer zu liegen. Der massenmediale Apparat hat durch die Entwicklung der Jahre zwischen 2013 (Ukraine-Krise) und 2016 (vorübergehende Reduktion der Siedlungspolitik) nicht nur nicht an Einfluß verloren, sondern sogar noch psychagogische Kraft hinzugewonnen.

Man wird sich mit dem Gedanken anfreunden müssen, daß auch wir, die in unterschiedlichem Maß Aufgeklärten, Verschiebemasse im Spiel der Machthaber sind; Herr Lichtmesz deutet es durch den Verweis auf die strukturelle Ähnlichkeit von IB und FFF-(=666-)Bewegung an.

Hauptziel der entsprechenden Operationen dürfte das Einziehen neuer Fraktionierungen in die beherrschten Massen gewesen sein. Fraktionierungen, die durch einige agents provocateurs oder auch nur Krisenereignisse jederzeit gewaltförmig auswertbar sind.

Der massenmediale Apparat als historisch beispielloses Herrschaftsinstrument, ja auf seinen untereren Ebenen und im Verhältnis zu den Rezipienten als Selbstunterjochungsinstrument, mag vielleicht die "Bedrängnis der Nationen in Ratlosigkeit" sein, von der Jesus Lukas 21.25 spricht.

AlexSedlmayr
24. September 2019 12:06

Vor zehn Jahren war ich - wenn auch nicht so apokalyptisch, ähnlich besorgt über das Klimathema aber ich hielt die Folgen zumindest für Mitteleuropa beherrschbar sofern wir uns mit entsprechender Resilienz darauf vorbereiten. Inzwischen bin ich in der Frage zum skeptischen Agnostiker geworden, der in Frage stellt, nicht ob sich das Klima verändert, sondern ob der Mensch auf diese Veränderung überhaupt einen Einfluss hat. Und das es demgemäß bei aller richtigen Kritik an der Vernutzung von natürlichen Ressourcen und Natur ein Fehler wäre blind sämtliche wirtschaftlichen und erarbeiteten staatlichen Ressourcen für eine Energiewende (womöglich) ohne Nutzen zu opfern und dann am Ende kein geld mehr für die ebenfalls sehr teure Klimafolgenanpassung (wie den Bau von Deichen, Wellenbrechern, dem Kampf gegen invasive subtropische Schädlinge etc.) zu haben.

Anders stehts aber mit der Migration. Hier packt mich eine metaphysische Todesfurcht, gerade weil ich zu denjenigen gehöre, die gemäß ihrer Beschreibung in "Kann nur ein Gott uns retten" zu denjenigen gehöre, die nicht an Gott glauben können, selbst wenn sie es wollten. Mein metaphysisches HEil bestand immer in einer weltlichen Transzendenz, die Kultur und Staat sind Überlieferungszusammenhänge des Abstrakten und Konkreten. Die konkrete Bau- Wirtschafts- und Kultivierungsleistung schlägt sich nieder in historisch gewachsenen Kulturlandschaften, Stätten großartiger Kultur, an Baudenkmälern etc. die Kultur bewahrt den Geist von Jahrhunderte mal lebendig als fortgesetzte Tradition und Kanon, mal museal (und damit für die Leute, die in der Vergangenheit ihres Volkes nach vergessenem stöbern und Werke wiederentdecken) in Bibliotheken und Archiven. Und natürlich auch in den Familien, die Geschichten erzählen, Chroniken und Stammbäume, Fotoalben und neuerlich Videoarchive führen und dafür sorgen, dass die Vorväter und ihre Erfahrungen nicht vergessen werden, wie man in seinen Kindern und Kindeskindern biologisch fortbesteht.

In antiken Hochkulturen glaubte man, dass ein MEnsch erst dann wirklich stürbe, wenn die Erinnerung an ihn verlösche, weshalb es als eine der schlimmsten Maßnahmen angesehen wurde, Bilder und Namen bspw. eines in Ungnade gefallenen Herrschers aus dem öffentlichen Raum gründlich auszutilgen. Du wirst aus dem Faden der Überlieferung herausgeschnitten.

In unserem Fall droht uns das nicht im Einzelnen, sondern es scheint als stünde der gesamte Faden zur Disposition. Die nordamerikanischen Indianer klammern sich noch an Reste ihrer alten Erzählungen, an ihre Vorfahren. Welche Reservate würden wir bekommen und wäre dann überhaupt noch ein Menschentyp da, der darin einen Sinn sieht, statt einfach im Gewölle der neuen demographischen Verhältnisse aufzugehen und den Faden einfach deshalb fallen zu lassen, weil er für den einzelnen inzwischen zu einer großen Last geworden ist, während der Staat und alles Konkrete zur Beute gemacht und überbaut wird.

Die Todesfurcht sehe ich in unserem Fall als eine konkret transzendente in diesem Bereich. Und ich denke sie bewegt selbst die, die für sich individuell einen Ausweg in der Religion finden können, denn die Frage was man auf Erden hinterlässt (und wie es den eigenen Kindern ergehen soll) stellt sich trotzdem immer.

Ich sehe hier aber keine Apokalyptik, daher auch die relative Entspannung oder besser kühl-kalkulierte Vorgehensweise unseres Lagers, sondern das Fortschreiten eines Prozesses der nicht mit einem Knall endet sondern seinen Schrecken aus seinem fortgesetzten Siechtum gewinnt, das schließlich mit einem Seufzen endet. Wie ein Krebspatient, dem bereits die Tage gezählt sind und der wie ein Mann mit einem Revolver am Kopf nur noch dem quälend langsamen Klicken entgegen geht, das unweigerlich kommen wird.

Doch auch hier ist die Lage sehr viel anders als in der Klimafrage. Während man sich der Frage letztlich auch von der Warte einer ohnehin nicht abwendbare höheren Macht nähern kann, ist die Überfremdung, reverse Kolonisation udn damit unsere physische wie kulturelle Ersetzung an unseren ureigenen Quellländern eine rein politisch ins Werk gesetzte, geduldete, gewollte, und nicht verhinderte Entwicklung (auch wenn man es uns als unabwendbaren Fluss der ZEit und der Natur verkaufen will) und wo, wenn nicht hier, lohnt die Auflehnung?

Das war jetzt viel selbstbespiegelung. Ein guter und perspektivisch ausgewogener Artikel.

Sara Tempel
24. September 2019 12:42

Hat mich spontan an die denkwürdige Geschichte von der Selbstzerstörung der Xosas Mitte des 19. Jahrhunderts in Canettis "Masse und Macht" erinnert. Ein interessanter Artikel dazu und in Zusammenhang mit einer Einlassung Steinmeiers zur Klimaprophezeiung ist auf achgut.com von 2017 zu finden: https://www.achgut.com/artikel/nachhaltiger_selbstmord_aus_angst_vorm_tod

Wahrheitssucher
24. September 2019 15:33

@ Der_Jürgen

Dito!!!
Wahrlich eine Edelfeder...

Thueringer
24. September 2019 15:53

Weitere, weniger zurückhaltende, Anhänger von Faschismus und Apokalypse finden sich bei der »Extinction Rebellion«, die einige der FFF-Demos schon übernommen haben. Deren Anleitung ist das Buch "This is not a drill" (deutsch: "Wann wenn nicht wir*" - nur echt mit dem Genderstern), in welchem die Bewegung unverblümt zu einem Sturz des derzeitigen Systems aufruft. Wie es endlich anfangen könnte, wird so beschrieben: "Aber wie läßt sich ein Wandel von solchem Ausmaß durchsetzen? Um eine totalitäre »ökofaschistische« Dystopie zu vermeiden, wäre ein mit dieser Geschwindigkeit umgesetzter Null-Kohlenstoffemissionsplan auf völlige Akzeptanz angewiesen, ausgelöst vielleicht durch eine Abfolge schneller als erwartet eintretender apokalyptischer Auswirkungen wie dem Zusammenbruch bestäubender Insektenpopulationen, schwerer Wirbelstürme und Meereshochwasser." Man beachte , daß die Akzeptanz auf friedlichem Wege gar nicht erst in Betracht gezogen wird, sowie daß Ökofaschismus zwar als vermeidenswert gilt, aber nun nicht gerade verurteilt wird.

Das Buch ist in der Gänze lesenwert, um einen Einblick in Gedankenwelt weltfremder Todessehnsüchtler und Möchtegern-Diktatoren zu bekommen - und um Vergleiche zu ziehen, wie diese Bewegung von den Medien verhätschelt wird, während die harmlose IB als das Böse an die Wand gemalt wird.

Augustinus
24. September 2019 16:41

"Was sie wollen, ist nicht gänzlich verkehrt und hat einen Kern Wahrheit."

Das ist richtig.

Ich bin einerseits der Meinung, dass man den Zusammenhang zwischen Klimaschwankungen und CO2 nicht glasklar verifizieren kann, weil der Sachverhalt einfach zu komplex ist.

Andrerseits liegt es für mich auf der Hand, dass die fossilen Energieträger begrenzt sind. Insbesondere beim Öl finde ich es schade, dass so ein wichtiger Grundstoff für die chemische Industrie einfach so verbrannt wird.

Die Menschheit wird irgendwann vor der Herausforderung stehen, sich nach alternativen Energiequellen umzusehen.

Meiner Meinung nach sollte man diese Angelegenheit mehrgleisig angehen. Hier ein paar ungeordnete Gedanken:

1. Die Überbevölkerung ist das größte Problem. Das sollte man zumindest mal thematisieren.
2. Wasserkraft ist eine schöne gleichförmige Energiegewinnungsmöglichkeit. Dezentralisierung ist das Stichwort. Österreich hat unter der letzten Regierung, soweit ich weiß, in der Richtung Fortschritte erzielt.
3. Kernfusion (nicht zu verwechseln mit Kernspaltung) sollte vorangetrieben werden.
4. Die kalte Fusion halte ich für unwahrscheinlich, man sollte aber auch in dieser Richtung weiter forschen.
5. Windenergie ist auch nicht schlecht. Funktioniert allerdings nur im Zusammenspiel mit Speichertechnologien.
6. Anti-Globalisierung: Es müssen keine Güter über den halben Globus transportiert werden, die auch heimatnah hergestellt werden können. Auch schöne Urlaube kann man im eigenen Land verbringen.
7. Bescheidenheit: Man muss im Winter seine Wohnung nicht auf 25° heizen. Man kann auch mal einen Pullover in seiner Wohnung anziehen.
8. Umstrukturierung der Güterproduktion: Die Fabrik sollte zum Menschen gebracht werden und nicht der Mensch zur Fabrik. Homeoffice sollte Vorrang haben.

Gotlandfahrer
24. September 2019 17:30

Wie kommt es trotz Vernunft, Bildung, Hochgeschwindigkeitskommunikation, Wohlstand und bewährtem Rechtsrahmen zu der von ML erneut so treffend beschriebenen perversen Ordnung?

Vermutlich aufgrund der, erstens, Natur von Wachstumsprozessen, damit auch ihrem, zweitens, Ende und der, drittens, Gefährdung eines (nicht mehr) wachsenden Systems von außen.

Zu erstens, Natur von Wachstumsprozessen:

Wachstum entsteht durch positives Feedback im System und/oder durch Verzehr externer Energie. Beide Pfade begrenzen jedoch das Wachstum und können das System instabil werden lassen.

Wachstum durch positives Feedback bedeutet sinnvollere Energienutzung durch Kooperation der Teile eines Systems. Zum Beispiel Arbeitsteilung. Aber auch Straßenkatzen, deren Paarungsgelegenheiten mit zunehmender Populationsgröße steigen. Oder auch linke Politiker und Medienschaffende, deren absolute Population noch stärker als ihre relative wächst, weil mit zunehmendem Mehrheitsanteil im Pool die gegenseitigen Kooperationsvorteile zunächst überproportionale Planstellenerzeugung ermöglichen.

Damit einher geht weitere Wachstumsdynamik durch steigerbaren Verzehr externer Energie. Arbeitsteiligen Gesellschaften kann es zum Beispiel möglich werden, Rohstoffe zu erschließen. Oder andere Gesellschaften auszubeuten. Mehr Straßenkatzen werden mehr Mülleimer umkippen und mehr Mäuse aus ihren Verstecken treiben können. Mehr linke Politiker und Medienschaffende werden mehr Bürger enteignen können und noch mehr Rechte abschaffen können (warum sie gerade auch das können weiter unten).

Der Anteil derer, die enteignen und abschaffen, steigt bis zu einem Maximalpunkt, ab dem niemand Zusätzliches mehr durch Aussicht auf Zugewinn auf den Bandwagon springen kann, ohne damit die Substanz, aus der sich der Bandwagon nährt, spürbar zu verringern. Bildlich: Wird die Räuberbande zu groß, gibt es zu wenige, die ausgeraubt werden können.

Damit zu zweitens, dem Ende von Wachstumsprozessen:

Mit dem Wachstum aus diesen beiden Quellen nimmt aber auch die Ausschöpfung dieser Quellen zu. Den Arbeitsteilenden gehen irgendwann die Innovationen aus. Den Katzen irgendwann die Mäuse. Den Linken… ebenfalls. Das gewachsene linke System braucht aber Enteignung und Rechteabschaffen. Da es sich um eine Art Schneeballsystem handelt („Mach mit“) sogar weiterhin zunehmend. Die Grenze zwischen denen, die enteignen und abschaffen können, und denen, die enteignet und abgeschafft werden, bewegt sich nach diesem Maximalpunkt wieder rückläufig. Die Räuberbande stößt Mitglieder aus, um sie ausrauben zu können. Revolutionsparteien spalten sich in „Wahre“ und „Abtrünnige“ oder „Verräter“ auf. Sind den Linken nicht mehr genug Nazis da, werden die äußeren Kreise einfach zu Nazis erklärt.

Fazit bis hierher: Die Ausdehnung des Nazibegriffs auf mittige Menschen ist als solche ein zu erwartendes Phänomen eines an seine Grenzen gekommenen Wachstumsprozesses der Linken. Warum dabei „Nazis“ gebraucht werden und nicht in erster Linie Kapitalisten oder Taubenzüchter ist durch die Interessenslage der kooperierenden Akteure im linken Pool hinreichend bekannt und ja auch oben von ML schön zusammengefasst.

Bleibt die Frage, warum sich ein Bildungsvolk zu diesen leicht als antihumanistisch entlarvbaren Vorgängen hinreißen lässt, also den linken Wachstumsprozess so willfährig unterstützt. Anders gefragt: Kann es nur die linke Erzählung sein, die zu dem Massenrausch führt, oder wäre es auch denkbar, dass sich die Menschen zum Essen ihrer Schuhsohlen bewegen ließen, wenn dies im Interesse von linken Politikern und Medienschaffenden läge?

Damit zu drittens, der Gefährdung eines (insbesondere nicht mehr wachsenden) Systems von außen:

Meine Behauptung: Ja, die Menschen würden sich auch zum Schuhsohlenessen animieren lassen, wenn das System als Ganzes von außen bedroht ist, es die Gefahr nicht mehr aus der Kraft von Wachstums bewältigen kann und das Essen von Schuhen sich in irgendeiner minimalen Weise mit den erfahrenen Erfolgsregeln der (verlorenen) sicheren Vergangenheit verbinden lässt.

Bei dieser Art Mitmachen handelt sich also um ein anderes Tun, als das aus reiner Angst vor Bestrafung, wie es zum Beispiel nach einer Revolution vorkommt (also um im Wachstumsprozess nicht verzehrt zu werden). Dieses Mitmachen bei Gefahr von außen ist Ausdruck von Hilflosigkeit angesichts eigener Existenzangst, und sei diese nur unbewusst empfunden, ggf. sogar bewusst sich selbst gegenüber nicht eingestanden.

Es ist ein gruppendynamisch völlig normales Muster, dass die Mehrheit der Beta-Menschen mit Unterwerfung und Anpassung an diejenigen reagiert, die bei Existenzbedrohung der Gruppe mittels Stärkesignalen Erlösung versprechen, selbst wenn das mit eigenen Opfern einhergeht. Indiostämme reagierten auf feindliche Belagerungen mit Kindstötungen durch ihre sich aggressiv gebenden Priester als Opfer an die Götter. In jeder Kultur zeigen sich autoaggressive Verhaltensweisen, und zwar umso rabiater je stärker der Stress und die Zukunftsangst ausfallen. Das trifft nicht nur auf Völker zu, sondern auf alle „Schicksalsgemeinschaften“ wie Unternehmen, Parteien oder sogar Berufe, sofern diese eine Gemeinschaft mit persönlichkeitsrelevanter Identität sind (z.B. „Medienschaffende“).

Nimmt z.B. der Druck auf eine machtausübende Partei dadurch zu, dass ihre Praktiken zunehmend im Widerspruch zu verlautbarten Zielen stehen, gibt es Säuberungswellen, was dem oben beschriebenen Phänomen des versiegenden Wachstums entspricht.

Warum versprechen die Eliten aber Erlösung durch Dinge, die eher schaden, und sei es Schuhsohlenessen? Sicher sind auch böse oder schlicht rücksichtslos egoistische Priester dabei. Aber Angst, Fehler zu begehen werden selbst Mega-reiche, Politiker und Influencer haben. Auch diese Kaste ringt um Bestätigtwerden darin, das ihr Tun heilsam ist, und sei es nur für sie, wobei ihnen klar ist, dass sie ja nicht selbst Bestandteil zum Beispiel der Belagerer, der Gefahr von außen, sind.

Generell gilt wohl jedem Menschen als klar: There is no such thing as a free Lunch. Je größer meine Existenzangst, desto höher muss der Preis schon sein, den ich für Erlösung zahlen muss. Billig KANN nicht gut sein, dafür ist die Angst zu groß.

In Deutschland standen in den 30ern Bolschewisten und nationalistische Polen im Osten, und im Westen der gegen seine Bedeutungslosigkeit neidisch ankämpfende Erbfeind einem weitgehend arbeitslosen, aber jungem und männlich geprägten deutschen Volk mit attraktivem Lebensraum gegenüber. Es war nur eine Frage der Zeit, bis hier ein Kampf um die Ressourcen ausbrach, der Folge der angeboten Erlösung durch Stärke war. Hitler & Co boten diese Stärke durch (Auto-) Aggression sowohl gegen innere Gegner aber auch in Form der spartanischen Selbstdisziplinierung der eigenen Anhänger und Jugend. Diese Lösung entsprach den durch die Erfahrung des Krieges und der Behandlung Deutschlands danach verinnerlichten Glaubenssätzen an Kampf als Mittel der Existenzsicherung. Der Preis war hoch, aber so musste er auch sein, ging ja um was.

Heute ahnen alle, dass nicht nur die unsere Wohlfahrt erst ermöglichende Industrie längst ausverkauft ist und nur noch solange Einkommen bietet, wie sich die Gegenleistungen noch nicht billiger in aufstrebenden (wachsenden) Regionen Asiens oder im Sillicon Valley erzeugen lassen. Wir wissen auch, dass ein erheblicher Anteil der Bevölkerung in unseren Städten am deutschen Leben bestenfalls kein Interesse hat und darüber hinaus die Kräfte zunehmen, die sogar eine Vernichtung deutscher Menschen anstreben würden, sobald es ihnen sinnvoll und möglich erscheint. Und zwar ohne, dass wir als Volksgemeinschaft hier noch irgendwelche Mittel zu Gegenwehr hätten, weil das Volk selbst diese Kräfte nicht mehr besitzt. Folglich sind solche Personen in Politik und Medien am erfolgreichsten, die die verinnerlichten Regeln einer zur Kultur verklärten Schwäche am stärksten bedienen, weil, dieser entsprechend, Ausblenden des existenziellen Konfliktes die eingeübte Lösung aus „friedlicher“ Vorzeit ist. Um dieses weiter und gesteigert glauben zu dürfen, sind die Menschen bereit, sich jedes Verbot und jede Erniedrigung zu wünschen und das als Befreiung zu empfinden (von der Verantwortung für ihr Schicksal). Viel Schmerz hilft Viel!

Es sind also heute zwei Systemzustände gleichzeitig eingetreten (was nicht zufällig, sondern typisch ist): Das Ende des Wachstums des linken Systems UND dessen Gefährdung von außen (wobei die Ressource des linken Systems = das Volk in dieser Situation nicht vom linken System separierbar ist, also gleichfalls gefährdet ist).

Es ist unwahrscheinlich, dass sich Eliten und Millionen Follower in völliger Negation von Fakten und Vernunft verschwörerisch verabreden, um gezielt das deutsche Volk zu vernichten, selbst wenn einige Antifas mit diesem Thema explizit spielen (zur systemischen Rolle der Antifa gleich unten).

Wahrscheinlicher ist, dass sich diese Menschen in einer wechselwirkend entstandenen Erzählung eingebettet haben, die ihnen ermöglicht zu glauben, sie seien noch in der Lage, die Dinge in ihrem Sinne zu ordnen.

In einem Siechenheim, das von mordlüsternden Banden umzingelt ist, werden nicht diejenigen PflegerInnen von den Bettlägrigen bevorzugt, die dazu aufrufen, sich mit der Bettpfanne zu wehren. Sondern die, die den Siechen einreden, da draußen wäre gar keiner und wenn wären das ganz, ganz liebe Leute und alles wird gut. Die Siechen wären auch bereit, Letzteren ihr verbliebenes Vermögen auszuhändigen um Opfer für die gute Sache zu erbringen, und sie werden auch zustimmen, die, die behaupten da draußen stünden aber Mörder, mit Gewalt zum Schweigen zu bringen. Mit der Bettpfanne in der Hand aufzustehen, widerspräche den verinnerlichten Regeln der vergleichsweise angenehmen Vergangenheit, und diese angesichts des Stresses aufzugeben ist nicht die Sache des Hilflosen.

Abschließend, dann höre ich auch auf, zur Antifa: Nichts in der Natur, was sich als Muster zeigt, geschieht ohne Sinn. Es mag den Zufall geben, der Sinnloses erzeugt, das wird via Selektion aber wieder abgeräumt. Denn die Energie, die lebenden Körpern zu Verfügung steht, ist zu knapp, um Sinnloses dauerhaft aufrecht zu erhalten.

Genauso, vermute ich, ist es mit dem Wahnsinn der Antifa. "Wahnsinnig" ist das im Hinblick auf die Zielfunktion z.B. der meisten SiN Leser. Unsere Zielfunktion ist aber nicht deckungsgleich mit der der Evolution bzw. des Lebens ans sich. Mit anderen Worten: Die „Wahnsinnigen“ der Antifa, erfüllen eine Funktion, die sich evolutionär entwickelt und erhalten hat.

Diese Individuen dienen der Provokation und damit der Mobilisierung von Abwehrkräften. Gibt es diese Kräfte nicht mehr, mag das Ergebnis das gleiche sein wie ohne Provokation. Gibt es sie aber noch, ist die Provokation eben ein Mittel ihrer Mobilisierung.

Um konsistent mit dem Siechenheimbild zu bleiben: Die miesen Pfleger, die den Siechen ihr Geld abknöpfen (ohne damit ihr eigenes Schicksal abwenden zu können) und denen, die vor den Banden draußen warnen, mit Zustimmung der Siechen Gewalt androhen, erfüllen aus evolutorischer Sicht die Rolle der Verteidigungsmobilisatoren: Denn nur, wenn die (zunächst intern) Bedrohten es noch schaffen, sich aufzuraffen, besteht noch eine letzte Überlebenschance für die Gruppe. Erfolgt die Attacke auf die Gruppe von außen, löst sich diese innere Front automatisch auf, spätestens wenn die miesen Pfleger raffen, wem sie von den Angreifern zugeordnet werden.

Die Antifa mag glauben, einer kognitiv selbst gefassten Zielfunktion zu dienen. So wie wir aber alle einen Sexualtrieb haben, der uns glauben macht, es seien wir, die diesen ausüben, ist es in Wirklichkeit ein Trick der Natur, uns das tun zu lassen, was sie als Existenzvoraussetzung entwickelt hat. Die Antifa erfüllt eine Rolle, die sie selber gar nicht durchschaut. Es ist das letzte Aufgebot einer Population, das durch Provokation zum Aufraffen verhelfen will.

Das Böse ist der Trainer des Guten. Hoffen wir, dass es noch reicht.

Imagine
24. September 2019 17:37

Der Kapitalismus ist ein soziales System, das ständig Angst erzeugt.

Bei Intellektuellen wie Adorno et al. war es die Angst vor der Wiederkehr des Faschismus. Die studentische Opposition erlebte die Ermordung des friedlichen Mitdemonstranten namens Benno Ohnesorg am 2. Juni 1967 sowie den anschließendem Freispruch des Mörders in Polizeiunform aufgrund angeblicher „Putativnotwehr“ als ein Zeichen des drohenden Faschismus.

Als Reaktion darauf entstanden militante Widerstandgruppen.
https://de.wikipedia.org/wiki/Bewegung_2._Juni

„Nach dem Tod des 26-jährigen Studenten Benno Ohnesorg, erschossen von dem Polizisten Karl-Heinz Kurras auf einer Demonstration gegen den Schahbesuch in Berlin am 2. Juni 1967, trafen sich die aufgebrachten und ratlosen DemonstrationsteilnehmerInnen noch in der Nacht im Büro des SDS auf dem Kurfürstendamm. ‚Dieser faschistische Staat ist darauf aus, uns alle zu töten. Wir müssen Widerstand organisieren. Gewalt kann nur mit Gewalt beantwortet werden. Dies ist die Generation von Auschwitz – mit denen kann man nicht argumentieren.‘
Die das sagte, war Gudrun Ensslin, Studentin der Philosophie, Anglistik und Germanistik, Stipendiatin der Studienstiftung des Deutschen Volkes, frühere SPD-Wahlkämpferin und Mutter eines gerade zwei Wochen alten Sohnes.“
http://www.fembio.org/biographie.php/frau/biographie/gudrun-ensslin/

Der damalige „Cheftheoretiker“ des SDS, Hans-Jürgen Krahl, formulierte 1967:
„…die Allgegenwart eines autoritären Staats und die Abhängigkeit vom Kapital, die die Massen zwingt, ihre Arbeitskraft als Ware zu verkaufen, fesselt das Bewusstsein der Massen immer wieder an jene Formen elementarer Bedürfnisbefriedigung; denn dieser Staat und das Kapital können die Massen - und sie tun es auch - permanent mit der Angst aufstacheln, dass es ihnen auch wieder anders gehen könnte. […]
Es ist immer noch die Fesselung der Massen, bei aller materiellen Bedürfnisbefriedigung, an die elementarsten Formen der Bedürfnisbefriedigung - aus Angst, der Staat und das Kapital könnten ihnen die Sicherheitsgarantien entziehen.“
http://www.infopartisan.net/archive/1967/266751.html

Für den Großteil der Mittelschichten wurde die Ära zur Regierungszeit Helmut Kohls noch als „recht behaglicher Biedermeier“ erlebt, aber es gab auch damals diese „merkwürdige unterschwellige Katastrophenangst“.

In damaligen Zeichnungen von Schulkindern war die Angst vor einer Umweltkatastrophe ersichtlich.
„Die in den letzten 25 Jahren Geborenen sind die erste Generation, die von frühester Kindheit an mit dem Wissen um die Bedrohung der natürlichen Lebensgrundlagen konfrontiert wurde. Ihre Zweifel am Fortbestand der Natur sind gepaart mit Gefühlen der Ohnmacht und der Hilflosigkeit. Zugleich sind sie in der heutigen Konsumgesellschaft gross geworden und haben die umweltbelastenden Lebensgewohnheiten als Selbstverständlichkeit übernommen.
Kinder und Jugendliche leben mit Umweltangst und Konsumlust. Aber beide Orientierungen stehen in ihrem Bewusstsein unverbunden nebeneinander. Versäumen wir es etwa, die Heranwachsenden zu lehren, was Umwelt und Konsum miteinander zu tun haben? Lassen wir sie mit den schwierigen Herausforderungen und Belastungen allein, anstatt ihnen zu zeigen, wie sie diese bewältigen können? Hören wir zuwenig auf ihre Stimmen, die uns auffordern, auch an ihre Zukunft zu denken und sie in die Gestaltung dieser Zukunft einzubeziehen?“
Ruth Kaufmann-Hayoz. Christine Künzli (Hrsg., 1999): „... man kann ja nicht einfach aussteigen. Kinder und Jugendliche zwischen Umweltangst und Konsumlust.“

„Angst im Kapitalismus“, die auf DIN A4 nachgedruckte Diplomarbeit des Psychologen Dieter Duhm trug wesentlich zum Verstehen des Zusammenhangs zwischen eigenem Gefühlserleben und objektiver gesellschaftlicher Situation bei.

Der Kapitalismus hat die sicherheitsgebenden Systeme zerstört, die Volksgemeinschaft, die Familie und den Sozialstaat.

Immer mehr Menschen landen im Prekariat und bei den Mittelschichten ist Abstiegsangst allgegenwärtig. Selbst ein Friedrich Merz mit jährlichem Millioneneinkommen und zwei eigenen Flugzeugen zählt sich zur Mittelschicht.

Wer Hans Jürgen Krysmanski gelesen hat, weiss, dass dies nicht völlig irrational ist, wie es auf den ersten Blick erscheint. Denn völlig sicher vor Vermögensverlust und sozialem Abstieg ist im Kapitalismus nur die Oligarchie der Multimilliardäre.

Heute finden sich gesellschaftlicher Rationalitätsverlust sowie irrationale Bewusstseinsbildungen links wie rechts. Die einen kämpfen gegen die „Klimatod“, die anderen gegen den „Volkstod“. Diese Irrationalität entsteht auf Basis von Sozial- und Zukunftsängsten.

Weder der Klima- noch der Volkstod werden jedoch eintreten.

Das Klima wird sich wandeln, die ethnische und kulturelle Zusammensetzung der Bevölkerungen wird sich ändern.

Die Menschheit wird nicht aussterben. Es wird auch ein Leben nach dem Kapitalismus geben, vermutlich ein besseres als im „Zeitalter der Extreme“ (Eric Hobsbawm).

Real sind Verarmung und Faschismus. Dem „ökologischen Überlebenskampf“ wie auch dem „Kampf gegen Rechts“ liegen angstinduzierte Projektionen zugrunde.

Eine Greta Thunberg wird den Klimawandel nicht aufhalten, der „Alpen-Jesus“ nicht die ethnischen und kulturellen Veränderungen der Bevölkerungen in den Ländern mit muslimischen Massenimmigration.

Maiordomus
24. September 2019 19:13

Dieser Artikel ist bedeutend und eines Intellektuellen fürwahr würdig. Er enthält sogar ein Stück Selbstkritik an die Adresse des eigenen Lagers, sofern man sich in eine ähnliche läppische Panik treiben liesse. Dabei scheint mir der Bevölkerungsaustausch in seinen Folgen realer nachweisbar als was über das Klima gesagt wird, wobei aus ökologischer Sicht die beiden Themen unterschwellig zusammenhängen. Ein mir bekannter, unterdessen verstorbener Autor, sozialdemokratischer Politiker aus dem Kanton Zürich, forderte vor 50 Jahren aus umweltpolitischer Perspektive eine Stabilisierung der Einwohnerzahl der Schweiz auf unter 5 Millionen, der Natur zuliebe, wiewohl er sich durchaus gegen die Ausschaffung von Gastarbeitern wandte, wie sie damals von der Schwarzenbach-Initiative gefordert, wiewohl selbst bei einer Annahme mit Sicherheit nicht umgesetzt worden wäre. Immerhin gab es in den Siebziger Jahren noch eine rezessionsbedingte starke Rückwanderung, was bei der heutigen Entwicklung des Sozialstaates undenkbar geworden ist. Natürlich müsste man sich, wie heute die allerdings krass aussenseiterische Umweltorganisaton Ecopop, der Natur zuliebe für eine Abnahme, nicht eine Zunahme der Bevölkerungszahl auch in Europa einsetzen.

Hartwig aus LG8
24. September 2019 19:37

Lichtmesz ist groß.
Und @G.Grambauer versteht es, immer noch eine Ebene tiefer zu schürfen.

Gracchus
24. September 2019 19:44

Ich fand den Auftritt von Greta bizarr und unheimlich. Trumps Twitter-Reaktion: lustig.

RMH stimme ich; scheint mir vernünftig. Es ginge erst mal darum die Hysterie aus der Diskussion zu nehmen.

Tatsächlich bin ich quasi - wie Lichtmesz und andere auch -seit meiner Geburt mit solchen Untergangsszenarien konfrontiert. Würde ich vor der UNO auftreten, würde ich rufen:

"Gudrun Pausewang, du hast mit deinen fürchterlichen Büchern meine Kindheit zerstört!"

reclusivekali
24. September 2019 19:58

Ich hatte auch einmal eine "Ersatzreligion" in Bezug auf Umweltschutz, und hörte immet wieder in den Medien von wissenschaftlichen Institutionen, dass der Klimawandel in ein paar Jahren unser Leben in ein paar Jahten unerträglich machen und die Natur, die ich so liebe, zeestören würde. Für mich war das aber eher eine spirituell ausgerichtete Ersatzreligion (ich weiß, das klingt blöd) als eine, die Heil in politischen Maßnahmen sucht. Ich hätteich nie FFF angeschlossen. Jedenfalls danke für Ihren Artikel, denn Sie haben schon recht: ein bisschen ist das Verhalten der "Klimahysteriker" schon verständlich. Wenn in den Medien steht, dass der Klimawandel und eine kommende Umweltkatastrophe von Wissenschaftlern prophezeit werden, ist es schon verständlich, dass man das glaubt. Wichtiger ist aber, glaube ich, der emotionale Boden, auf ddm dieses Glauben gedeihen kann: wenn man schon emotional in der Angst vor der Katastrophe drinsteckt, dann kann man nicht plötzlich zum Zweifeln umschwenken, weil das eben nicht nur eine Änderung der eigenen Gedanken bedeuten würde, sondern einen vollkommenen Umbruch in der eigenen Gefühlswelt, ein Losreißen eines inneren Ankers, und das tut man sich nicht so ohne weiteres an.
So einen inneren Erdrutsch habe ich auch mit der illegalen Einwanderung seit 2015 erlebt (insofern passt der Vergleich zwischen Klimaachützern und Migrationskritikern, obwohl ich finde, dass Letztere die greifbare Realität auf ihrer Seite haben). Ich bin ganz froh, dass ich vorher nicht so richtig kapiert habe, was läuft, denn mit den Brüchen in Beziehungen und der Einsamkeit und Hoffnungslosigkeit, die ich seitdem erlebt habe, wäre ich damals noch viel weniger zurechtgekommen als jetzt.
Lange Rede, kurzer Sinn:
Die "Klimahysteriker" werden sich erst ändern, wenn sie durch irgendein äußeres Ereignis einen Tritt in den Hintern bekommen, der sie aufweckt. Sie haben sich unter ihresgleichen ein emotionales Nest geschaffen, in dem sie für reine Argumente nicht erreichbar sind.

Im Übrigen mag ich den Gedanken, dass sie und wir und überhaupt die Menschen generell nicht wissen, was wahr ist und was sein wird, und dass alles sowieso anders kommt, als wir alle denken, möglicherweise von einer höheren Macht oder dem Zufall gesteuert. Ich gebe aber zu, dass ich solche Gedanken nur denken kann, wenn ich mehrere Tage das Haus nicht verlasse. Sobald ich in die Stadt fahre und gefühlt die Hälfte der Leute aus dem Nahen Osten ist, bin ich wieder in Untergangsstimmung...

Nemesis
24. September 2019 20:29

Soll ich...oder soll ich nicht?
Ich tue es einfach.
Ich verlinke mal auf einen Mitschnitt von George Carlin.

Triggerwarnung (macht man ja jetzt so):
1. Christen sollten sich seine Ausschnitte zur Religion besser nicht anhören (oder vielleicht doch?)
2. Bei denjenigen, die bei Allem was mit „anglo-amerikanisch“ zu tun hat, Pickel bekommen: Link keinesfalls aufrufen!
Vorsicht: amerikanische Sprache!

2009.
https://www.youtube.com/watch?v=7W33HRc1A6c

Was aber andererseits eben auch nicht bedeutet, daß ein angemessener Umgang in Fragen des Umweltschutzes nicht sinnvoll wäre.

Und hier noch ein grandioser Mitschnitt zur „soft language“:
1990 (!)
https://www.youtube.com/watch?v=o25I2fzFGoY

@Lichtmesz
Interessant wäre dann die Frage nach dem achten Strom.
Gewissermaßen: Der Gegenstrom.
Global.
Mir scheint, daß die Vision ist, daß schon 1,4 Mrd. unter ihm leben.
Daß viele dies jedoch nicht freiwillig tun, steht aber wiederum auf einem andern Blatt.

Koinzidenz der Ereignisse:
Ich habe mir diese Tage nach langer Zeit (mal wieder) Ecos Name der Rose angeschaut.
Vor Greta.
Vor Greta ist wie nach Greta...

@zeitschnur
„...alles, was danach an Ängsten kam, basierte nicht auf real erlebten Szenarien, sondern auf Fiktionen, Ausmalereien oder angeblich wissenschaftlichen „Beweisen“.“

Genau das meinte ich.
Danke.

kluk
24. September 2019 20:33

Zum Glück kann ich meine Schüler mit Bildung und den eindeutigen Fakten zum Thema vor diesen vom Autor vorgebrachten - vorsichtig formuliert - schrägen Vergleichen und logischen Inkompetenzen en masse bewahren.

ML: Na dann los, spießen Sie bitte eine "logische Inkompetenz" auf, bin gespannt. ;-)

Viele Grüße! 🙂

Caroline Sommerfeld
24. September 2019 20:58

"Kinderverstörung" betitelte Helmut Schoeck 1987 eines seiner hellsichtigen Bücher, Untertitel hatte es zwei: "Die mißbrauchte Kindheit", darunter: "Umschulung auf eine andere Republik".
Die "Angst vor dem Atomtod" (Himmel, hatte ich 1986 Angst, als mein Vater uns wortlos den Regenmesser am Tag nach Tschernobyl in die Küche trug: randvoll. Tags drauf stellte sich heraus: mein Schwesterchen hatte ihn mit der Gießkanne vollgefüllt. Es war gar nicht die "fallout"-Menge, die uns ins Exil gezwungen hätte, abgeregnet), vor AIDS, Waldsterben, Ozonloch etx. hatte System: Kinder frühzeitig ihren Eltern, ihrer Heimat, der "heilen Welt" der Kindheit überhaupt zu entfremden.
In "Wir erziehen" hatte ich geschrieben, wohlgemerkt ungefähr vor einem Jahr schrieb ich das betreffende Kapitel, daß heute eher die einlullende Version praktiziert wird ("Flauschangriff" und maximale regenbogenbunte Händchenhaltedosis "gegen den Haß", alle Kinder dieser Welt sind Menschen usw. usf,) und nicht die "wachrüttelnde" Kinderverstörung der "children of the Eighties // we are well informed, and we are wise // please, stop telling us lies" (Joan Baez). Die "Klimajugend" hat seitdem dromokratisch Fahrt aufgenommen, da schlackern einem die Ohren im Wind des Geschichtsmanagements (https://sezession.de/61307/nur-noch-kurz-die-welt-retten-habecks-dromokratie). G.G. dürfte recht haben: da gibt's Umsetzungsdruck von weiter oben.

Fredy
24. September 2019 21:06

Ich freu mich auch immer über einen Lichtmesz-Beitrag. Diesen hier hätte ich, was persönliche Erfahrungen, Sichtweise und Entwicklung betrifft, inhaltlich nahezu gleich schreiben können. Aber bei weitem nicht in dieser Qualität.

Fredy
24. September 2019 21:13

@Hartwig aus LG8

Zwischen Lichtmesz und Grambauer steht für mich eine gewisse esoterische Hürde, die ich nicht überwinden kann. Aber: Mosaikrechte.

Gelddrucker
24. September 2019 21:19

@Imagine
Der "Alpenjesus" wird dabei mithelfen, die kulturellen Veränderungen durch die muslimische Massenmigration zumindest teilweise umzukehren oder diese im Zaum zu halten. Ihre Beiträge sind dermaßen subversiv und störend hier, ich bin mir sicher, Sie schreiben im Auftrag von jemandem, da die Beiträge auch aufs Äußerste unpersönlich und irgendwie roboterhaft wirken.

Skaansdirmo
24. September 2019 21:35

Es gab vor Greta sowie dem Ökokult der 1980ger Jahre noch eine weitere Episode der Untergangsangst, nämlich wegen der drohenden Vernichtung der Welt durch einen Nuklearkrieg in den 60ger und 70ger Jahren. Mir ist das beim Lesen einiger Stücke von Erich Fromm bewußt geworden: Die Ansichten waren so schräg, daß ich das Gefühl hatte, der Autor wäre vor schierer Todesangst geisteskrank geworden.

Wegen der Förderung gibt es auch eine andere Möglichkeit: Das Spiel der Mächtigen könnte eine Art Politik-Aikido sein. Wenn man weiß, daß es sich hier um "Tendenzen" der Masse handelt, denen man effektiv nichts entgegensetzen kann, sondern die sich zu welchem Ende auch immer auswachsen müssen, kann es Sinn machen, zu erklären, man habe den "Weckruf der Jugend" verstanden. Es kann auch aus Sicht der Regierungen und Konzenre Sinn machen, Greta und Freunde zu fördern: Die Bewegung läuft sich im gut geschmierten Hamsterrad müde, während sich an der Praxis des Regierens und Geldverdienens nichts Wesentliches ändern wird.

Fredy
24. September 2019 21:39

@Gelddrucker

Ich bin ja ein Freund von kritischen oder gar gegnerischen Meinungen. Man hinterfragt sich selbst, muss Zweifel beseitigen, revidiert oder steht fester als zuvor. Und Imagine hat durchaus schon wertige Beiträge verfasst, nicht immer im Sinne meiner Zustimmung, aber für mich gewinnbringend, möglicherweise also anders als beabsichtigt. Der heutige Beitrag jedoch ist aus dem Lehrbuch 2. Klasse des dummen BRDlers. Scheinbar schreiben doch verschiedene Personen unter diesem Account.

Cugel
24. September 2019 21:50

@Augustinus

zu 2.
In Gebirgslandschaften auch großtechnisch sinnvoll (wenn auch alles andere als dezentral!) und in der Praxis bewährt, in Deutschland nur zur Glättung der Spitzen zweckmäßig, zu diesem Zweck mit ca. 40 GW praktisch ausgereizt.
Beispiel Goldisthal: max. 8 GWh, dann folgt Totzeit im Lademodus.
"Regenerative Energien" (grundsätzlich ausgenommen Wasserkraft und thermische Verwertung von Biomasse) im industriellen Maßstab sind Traumtänzerei, asozial und Frevel an Natur und Landschaft.

zu 3.
Es wird, z. B. hier:
https://lppfusion.com/
Eine Schande, Dutzende von Milliarden jährlich an Abzocker für eine dysfunktíonale Technologie zu verbraten, während hochengagierte Initiativen wie die oben verlinkte in der Garage krebsen.

Für die nächsten mindestens 30 Jahre ist die Fission der Ausweg, ob in fester oder flüssiger Phase, zusammen mit der Verbrennung von Kohlenwasserstoffen, daran geht kein Weg vorbei. China und Rußland machen es vor.
Weg von den wassermoderierten, hin zu Hochtemperaturanlagen.
Höherer Wirkungsgrad, Nutzung der Abwärme für chemische Grundstoffsynthese, ggf. auch von Kohlenwasserstoffen.

zu 4.
Gibt es da seit Fleischmann & Pons wesentlich Neues?

zu 5.
Wenn doch nur das wenn nicht wär...
Brauchbare Speichersysteme sind nicht in Sicht, Energiedichte und Kapazitätsfaktor sind zu niedrig, daraus resultierend erhebliche Naturschäden.
Irrsinnige Ressourcenverschwendung größten Maßstabs obendrein.
EEG sofort annullieren, Einstellung aller Förderung, die Mittel zum Rückbau umgehend von den Betreibern sicherstellen.

Volle Zustimmung zu ihren übrigen Punkten (8. eingeschränkt).

Simplicius Teutsch
24. September 2019 22:09

Ich war nie gegen Greta. Sie ist doch gerade einmal 16 Jahre alt. Ich bewundere und bedauere sie. Für die Bewahrung der Natur, der Pflanzen- und Tierwelt, gegen die Plünderung des Planeten, war ich selber schon immer, nicht ohne Emotionalität. Wenn ich beispielsweise erleben muss, dass auf weiter Flur in Nacht- und Nebelaktionen ganze Hecken weggemacht wurden, um mit den Holzhackschnipseln mickriges Geld zu machen, werde ich aggressiv über soviel primitive Raffgier.

Und die Fridays for Future Kids haben vollkommen recht, wenn sie skandieren: „Wir sind hier, wir sind laut, weil Ihr uns die Zukunft klaut.“ Mich können sie damit nicht meinen. Greta hat recht, wenn ich ihre Worte leicht abwandle: Ihr habt meine Träume und die Träume von der Zukunft meiner Kinder gestohlen.

Auf einem FFF-Aufkleber habe ich gelesen: „Alles fürs Klima“. - Ja, so was! Wer denkt da nicht an: „Alles für Deutschland“; - aber das ist ja heute strafrechtlich verboten, zu eng formuliert, heute muss es die ganze Erde sein, das Klima.

Cugel
24. September 2019 22:15

@Alex Sedlmayr

Sie haben das mit der Metapher des fortgesetzten Siechtums sehr gut beschrieben.
Mittelfristig werden wir im besseren Fall den US-amerikanischen Weg gehen (passend zu unserem Vasallenstatus), wenn's schlimmer kommt auch den brasilianischen.
Man gewöhnt sich bekanntlich an allem...
Hat das Volk noch die Kraft zur Aufhebung der geistigen Knechtschaft (H.-D. Sander)?
Nur wenn es sich endlich wieder als Volk begreift.
Schnellroda gibt Hoffnung.
Heute Schlagzeile im Dummfunk: VfS wird verstärkt gegen die Neue Rechte vorgehen. Auch die Gesetze wird man anpassen. Kann schließlich nicht sein, daß man sich von den Österreichern in den Schatten stellen läßt...

Andreas Walter
24. September 2019 22:27

So wie dir, Martin, geht es glaube ich vielen Intellektuellen, überall. Denn wie auch die meisten Politiker Juristen sind, so besitzen auch die meisten Intellektuellen einen eher geisteswissenschaftlichen Hintergrund. Was in einer zunehmend technisierten Welt im Grunde zu einer globalen Informationskatastrophe führt. Genau eben Dieser sind wir derzeit darum Zeugen, was von manchen Gruppen wie immer auch sofort schamlos ausgenutzt wird, um dadurch ihre Macht und/oder ihr Vermögen auszuweiten (beziehungsweise auch, um Ruhm, Anerkennung, “Liebe“ zu erhalten, das wird aber oft gerne vergessen, übersehen).

belisarius
25. September 2019 00:21

Guten Abend in die Runde. Langzeitmitleser (& Abonnent), erstmalig Beitragender.

Wie immer ein sehr schöner Text von Lichtmesz. Ein wenig gestört habe ich mich an der (nicht gerade neuen, nicht gerade originellen) Anspielung auf ominöse Mächte aus dem Hintergrund. Da traut man der Gegenseite unerschöpfliche Dirigierfähigkeiten zu, dabei wird dort auch nur reagiert, ausprobiert und reingestolpert, bis mal irgendwas verfängt. Sicher gibt es da potente Spender und Ermöglicher. Aber Gretas Botschaft ist ja nicht gerade elitenaffirmativ,

ML: Doch, das ist ja der Clou daran.

also macht es wenig sinn selbige sowohl für die Zemetierung ihrer Macht als auch für die eigene Selbstdemontage verantwortlich zu machen.
Es ist doch offensichtlich, dass Greta Thunberg verfängt, ob mit oder ohne Asperger, wobei ich die gespielte Besorgnis genau so wenig Ernst nehmen kann wie den offen zur Schau gestellten Ekel — die Anormalität geriete im Umkehrschluss zur Adelung, wenn es jemanden beträfe, für den man Bewunderung aufbrächte.

Wer Kinder hat oder mit Jugendlichen zu tun hat, wird jedenfalls nicht umhin kommen festzustellen, dass Fridays for Future ist ein authentisches Jugendphänomen ist. Das Argument der wohlwollende Medienbegleitung verfängt meiner Meinung nach nicht, das könnte man bei einer Jugendbewegung eher noch als Konterargument führen: Krass, dass die auf der Strasse gehen, OBWOHL sie in Talkshows und in der Tagesschau von irgendwelche ollen Boomern dafür beklatscht werden.

Interessant wird es, wenn Lichtsmesz sich dem Phänomen aus sich heraus zu nähern versucht und in sich selbst nach jener Unbedingtheit und Erkenntnis zu forschen sucht, die zwar nicht allein der Jugend vorbehalten ist, sich aber später, wie der Text angedeutet, vielleicht nur als Teppich betrachten lässt, den man jedes Mal neu ausrollt. Demnach wären diese ideologischen Erstimpfungen prägend und eine weitere Generation an ein links-utopistisches Projekt verloren. Aber wer soll jemandem mit einem Geburtsdatum in diesem Jahrtausend nach zwei immens heissen und langen Sommern verdenken, dass er den Klimawandel für evident hält?

ML: Nichts war ungewöhnlich an diesen Sommern, allein die Massensuggestion machte sie in den Augen mancher dazu. Und was für Vergleichswerte hat jemand "mit einem Geburtsdatum in diesem Jahrtausend"?

Das ist mindestens genau so gefühlt wahr wie dass Völker Schicksale haben. Die Kritik sollte deshalb vielleicht lauten: Hat man sich auf der rechten Seite zu lange mit Migrations- und Islamisierungsangst aufgehalten anstatt auf ein positiv besetztes Zukunftsprojekt zu setzen? Für mich kann ich das bestimmt mit "ja" beantworten. Dabei wäre ein aus der Spiegelung im Fremden resultierendes Europa, das (von mir aus gerne jenseits der EU) mit Pathos und Enthusiasmus zusammenrückt eine große Chance gewesen. Aber nirgendwo sah die Politik der AfD orientierungsloser aus, als auf diesem Feld.

Zuletzt möchte ich noch auf einen Umstand aufmerksam machen, der mich doch einigermassen erstaunt hat. Denn richtig interessant wird das Ganze erst im Zusammenspiel mit den Umfragewerten, die die Grünen gerade einfahren. Ähnlich wie die Migrationskrise die AfD geboren hat, haben die zwei langen Sommern und Greta die öden Moralspiesser von den Grünen zu einer veritablen "Bewegung" verzaubert. Während der Rechtsschwenk in der Republik es (sicher nicht nur zu meinem Leidwesen) nicht geschafft hat jenseits des initialen Ablehnungsgefühls eine Phantasie des Aaufbruchs zu erzeugen — und damit eben auch eine tatdurstige Jugend für sich zu gewinnen — diskutieren die Fridays for Future Kids über das Ende des Kapitalismus und den Umbau der Gesellschaft, den sie am liebsten sofort anpacken möchten. Die Grünen liefern ihnen dazu das notwendige ideologische Rüstzeug, inklusive Auserwähltheitsgefühl und quasi-völkischen Identitätsspendern a la "Deutschland zeigt der Welt wie's geht", Opferbereitschaft, großem Wir-Gefühl. Ist das nun rechte Camouflage, oder einfach nur Unterdrücktes, das sich an einer ganz und gar unwahrscheinlichen Stelle ein Ventil sucht? Und damit meine ich nicht den elendigen Faschismusvorwurf, sondern einfach nur ein "gesundes Volksgefühl" mit einem Schuß (west-)europäischen Chauvinismus.

Auf der Strasse euphorische und ideologisierte Jugendliche, im Parlament demnächst die zweit- wenn nicht sogar stärkste Kraft samt Kanzlerschaft — damit liesse sich im Land tatsächlich so etwas wie ein Wende 2.0-Manöver vollziehen. Und wer fragt schon noch genau nach, was einmal Fakt war und was Idee, wenn die Idee den Staat macht und der Staat tatkräftig neue Fakten schafft.

quarz
25. September 2019 07:22

@bellsarius

"das könnte man bei einer Jugendbewegung eher noch als Konterargument führen: Krass, dass die auf der Strasse gehen, OBWOHL sie in Talkshows und in der Tagesschau von irgendwelche ollen Boomern dafür beklatscht werden."

Ich deute das eher als verstärkenden Rückkopplungseffekt: sie werden dadurch motiviert, dass ihre Aktivität medial so stark und so schnell Wirkung zeigt. Die aktuelle Jugend ist es gewohnt, ihre Energie aus schneller Bedürfnisbefriedigung zu saugen. Eine Jugendbewegung, die ihre Kraft aus dem rebellischen Impuls schöpft (und deswegen ob ihrer Mainstreamtauglichkeit irritiert wäre), ist bei einer Snowflake-Generation in einer Eloi-Gesellschaft kaum zu erwarten.

dreamingplanet7
25. September 2019 07:34

Also die Ozonlochnummer war schon gut auch wenn ich sie als nicht so "katastrophisch" empfand wie das Waldsterben...
Aber mein Lieblingsweltuntergang sind bis heute die brennenden Oelquellen im Irak und Kuwait. Weil das so schoen schnell ging, innerhalb weniger Wochen sollte sich der Himmel verdunkeln, eine neue Eiszeit kommen, alle rannten und machten Panikkaeufe und dann wars schon wieder vorbei :-)

Maiordomus
25. September 2019 07:58

@bellisarius. Von Greta, einer Sprechpuppe mit pseudooppositonellem Tonfall, scheinen Sie mangels politischer Erfahrung leider wenig verstanden zu haben. Selber erinnere mich aber an einen guten Physik-Schüler, welcher den 1. und 2. Aufsatz der Thermodynamik kannte (was bei Greta wohl auszuschliessen ist), dafür aber wegen "Klimaleugnung" die Note 3 (in Deutschland 4) beim Abituraufsatz einheimste. Der war nun wirklich nicht "elitenaffirmativ". Kein Jugendliche und keine Jugendliche darf vor diesem Forum sprechen, für den nicht bis ins Letzte die Rolle als Sprechpuppe nun mal vorgesehen ist. Sogar das scheinbar Rebellische gehört zur Sprechpuppe. Sie haben offenbar noch nie an einem Filmdrehbuch mitgearbeitet.

Maiordomus
25. September 2019 08:40

Korr. Der Schüler, welcher als "Klimaleugner" für einen Abituraufsatz bestraft wurde, kannte den 1. und 2. H a u p t s a t z der Thermodynamik, nicht den "Aufsatz" der Thermodynamik. Um solche physikalischen Zusammenhänge zu verstehen, liegen politische Schulschwänzereien nicht drin. Es bleibt wohl dabei, dass nur eine Minderheit heutiger deutscher Abiturienten in der Lage wäre, in Physik als "Schwerpunktfach" genügend abzuschneiden.

Waldgaenger aus Schwaben
25. September 2019 08:43

Mit dem Begriff Umvolkung kann ich wenig anfangen, weil er die Migranten als homogene Gruppe sieht, und nicht zwischen herkunftsnahen und -ferne Zuwanderern unterscheidet.

Auch halte ich den Klimawandel für, in Teilen jedenfalls, menschengemacht und ich halte rationale Maßnahmen zur Reduktion des weiteren Anstieges CO2 Gehaltes in der Atmosphäre und zur Schonung der fossilen Kohlenstofflager für notwendig.
Doch beides das soll nicht das Thema hier sein.

Bei der Angst vor der Umvolkung und der Angst vor dem Klimawandel sehe ich zwei gewichtige Unterschiede:

1) Beim Ersteren kommt ein Aspekt hinzu, der beim Zweiten völlig fehlt. Die Angstlust am Untergang der Menschheit. Man spürt direkt die bebende Freude, wenn irgendwo auf der Welt über eine neue Naturkatastrophe berichtet werden kann, die natürlich auf den Klimawandel zurückgeht. Nach positiven Berichten, wie Anlagen, die mit Hilfe von Sonnenenergie in Wüsten- oder Steppengebieten, großtechnisch CO2 aus der Atmosphäre entnehmen und in den Methan oder sogar Methanol umwandeln, muss aufwendig gesucht werden.
Im rechten Mosaik dagegen nehme ich nur Wut, Zorn,Trauer und Angst wahr, wenn über verstärkte Zuwanderung oder Straftaten von Zuwanderern berichtet wird. Eine Angstlust am Untergang des Abendlandes kann ich nicht sehen.

2) Die Forderungen nach Maßnahmen gegen den Klimawandel wird allzu oft verknüpft mit Forderungen nach einem radikalen Umbau der Gesellschaftsordnung. Die Furcht vor dem Klimawandel soll als Hebel dienen, die Gesellschaftsordnung zu kippen und durch eine radikale andere zu ersetzen. Auch das fehlt völlig auf der Seite der Rechten hinsichtlich der Angst vor der sogenannten Umvolkung.

Beides zusammen führt mich zu einer Erklärung der gegenwärtigen Hysterie. Sie ist die Geburtsstunde eines neuen Sozialismus', der sich nur nicht so nennt. Nennen wir ihn Ökologismus.

Ich verweise dazu auf das Buch
Igor R. Schafarewitsch – Der Todestrieb in der Geschichte: Erscheinungsformen des Sozialismus
ISBN-13: 978-3939562634
(auch über Antatios zu bestellen)

Schafarewitsch definiert den Sozialismus über vier Ziele, die er anstrebt:
1) Aufhebung des Privateigentums.
2) Zerstörung von Ehe und Familie. Statt der Ehe gibt es die "freie" Liebe. Kinder werden gemeinschaftlich erzogen.
3) Zerstörung der vorhandenen Tradition und Religion und Ersatz durch eine neue Religion, die auch ein Atheismus sein kann.
4) Aufhebung der Individualität. Alle tragen dieselbe Kleidung, wohnen zusammen oder in identischen Häusern und ernähren sich gleich. Der Staat teilt den Bürgern Kleidung, Wohnung und Essen zu.

Diese Idee taucht wieder und wieder in der Menschheitsgeschichte auf. Als Utopie, als Beispiel nennt Schafarewitsch Platons Staat und als Umsetzung dieser Utopien in eine konkrete Gesellschaftsordnung.
Diese Umsetzung scheitert jedes Mal. Sie scheitert stets bevor sie vollständig verwirklicht werden kann. Oft in Strömen von Blut und Tränen. Trotzdem werden immer neue Versuche unternommen.

Schafarewitsch geht dem nach, warum das so ist. Warum werden immer neue Anläufe zu einer neuen Form des Sozialismus unternommen.
Er streift fernöstliche Religionen, die das Nichts als Erlösung propagieren -und im die Westen gerade so populär sind (Einschub von mir) - geht auf Hegel, Heidegger und Satre (Existentialismus) ein und kommt zu dem Schluss:

a)
Die Idee des Untergangs der Menschheit, nicht des Todes bestimmter Menschen, sondern das Ende der gesamten Menschheit, findet ein Echo in der Psyche des Menschen.
Sie erregt und zieht die Menschen an. Allerdings mit verschiedener Intensität, je nach Charakter der Epoche und der Indivualatität der Menschen. Die Stärke ihres Einflusses zwingt zu der Vermutung, dass ihr jeder Mensch mehr oder weniger stark unterworfen ist. hier zeigt sich eine universelle Eigenschaft der menschlichen Psyche.

b)
Diese Idee äußert sich nicht nur in den individuellen Erfahrungen einer zwar großen Zahl einzelner Persönlichkeiten, sondern sie ist fähig (im Gegensatz etwa zu einem Wahn) die Menschen zu vereinen, das heißt sie ist eine soziale Kraft.Das Streben zur Selbstvernichtung lässt sich als Element der Psyche der gesamten Menschheit ansehen.

c) Der Sozialismus ist einer der Aspekte, in denen sich das Streben der Menschheit zur Selbstvernichtung, zum Nicht offenbart; er ist die Äußerung dieses Strebens auf dem Gebiet der Gesellschaftsordnung. (Seite 446)

Vielleicht ist das eine Erklärung für den Ökologismus, der nun aufscheint und so wenig ökologisch ist, wie der Sozialismus sozial war.

Ein gebuertiger Hesse
25. September 2019 08:53

@ ML. "Nichts war ungewöhnlich an diesen Sommern, allein die Massensuggestion machte sie in den Augen mancher dazu."
Ganz genau. Wenn wir Hiesigen uns immer wieder die konkete Realitätswahrnehmung auf die Fahne schreiben, müssem wir an diesem Punkt allemal auf das von allen, auch den Hysterisierten, sinnlich Erfahrene rekurrieren. Denn die Suggestion sagt den Leuten ja praktisch das Gegenteil dessen, was sie am eigenen Leib erfahren haben - nämlich ganz gewöhnliche Sommertemperaturen. Und daß es ein bißchen zu wenig geregnet hat (und auch das eher im letzten Jahr), ist ebenfalls etwas völlig Normales. In Argumentationen gilt es, ein paar richtige Zahlen und Relationen parat zu haben. Schützenhilfe findet sich etwa bei EIKE: https://www.eike-klima-energie.eu/2019/07/25/klima-alarmisten-hitzewelle-deutschland-wetter-hitzewelle-auf-der-ganzen-welt-klima/

Maiordomus
25. September 2019 09:38

@dreamingplanet7. Ihre Wortschöpfung "Mein Lieblingsweltuntergang" ist neuer kreativer Rekord im Kommentarteil von SiN. Gratuliere.

weiseralterelf
25. September 2019 09:42

Ich möchte mich zuerst bei Herrn Lichtmesz für den ausgezeichneten Artikel bedanken. besonders, weil Herr Lichtmesz es schafft die eigenen Eitelkeiten und Fehler zu benennen. Ich bin wirklich talentfrei in Sachen Schreiben, deswegen stiller Leser und gebe diesen Kommentar nur ab, um vielleicht eine Diskussion anzustoßen auf die ich gehofft und gewartet habe.

Die kurze Rede (und das „zufällige“ Zusammentreffen mit Trump) von Thunberg vor der UN war ein Meisterwerk der Programmierung (Inhalt plus die für viele ungewohnte Form der sichtbaren Emotionen (perfekte Animations- Meme Grundlage)) und ich lese Lichtmesz Text auch so, das er eigentlich mit diesen Programmierungen, denen wir uns tagtäglich seit unserer Kindheit aussetzen hadert und seine eigene Szene und Umgebung zum Teil als programmierend und programmiert empfindet. Ich hoffe, das war jetzt keine Fehlinterpretation.

Als Thunberg gleich mit „We’ll be watching you“ beginnt (als Verweis auf 1984) war mir klar, dass die Botschaft nicht an die Staatshüter geht, sondern an die Nutzer der Massenmedien. Anders formuliert der Masse wird durch die Aussage scheinbar Macht verliehen (eigene Macht simuliert). Der entscheidende Satz war aber „How dare You“, und mein gefährliches Halbwissen zu NLP sagte mir, das der Satz die nächsten Tage das Internet und die MSM bestimmt. Viel wichtiger aber, er programmiert das Verhalten der Generation Greta in den nächsten Monaten(Jahren, Jahrzehnten?). Für mich war die bestimmende Generation der letzten Jahrzehnte die BabyBoomer. Mit der Rede Thunbergs wird der Wechsel vollzogen und die Generation Greta wird Schritt für Schritt als die wichtigste Steuerungseinheit installiert. Genau wie die BabyBoomer- Generation von der Kindheit an, auf ein bestimmtes Ziel hin programmiert wurden. Erfolgreich meiner Meinung nach.

Meine Generation der 35-45- Jährigen hatte „Glück“, da die Ideologien/Zügel/Trigger sich etwas abgenutzt hatten und gewollte/ungewollte Experimente wie z.Bsp. die Band Nirvana eher mehr Schaden anrichteten als ordentliche Steuerungsmöglichkeiten zu schaffen.

Ich persönlich versuche meine eigenen Kinder mit dem Hintergrund des Wissens der Dunbar Zahl zu erziehen (das diesjährige IFS hat ja idealerweise mal wieder gepasst. Die Dunbar-Zahl is a bitch oder wurde die Teilnehmerzahl aufgrund der Dunbar-Zahl so entschieden?). Wenn ein wirkliches Bewusstsein für die Grenzen unseres Gehirnes entsteht, so meine Hoffnung, kann Programmierung und die dahinterstehende Macht schneller markiert und der Raum der ihr gegeben wird, auf ein Minimum begrenzt werden. Früher nannte man es einfach echte Bescheidenheit.

Fredy
25. September 2019 09:55

Der aufgeladene Begriff "Klimawandel" entwickelt sich bei mir wie der Begriff "Holocaust". Ich kann's nicht mehr hören, bekomme Brechreiz.

Selbstverständlich gab und gibt es Klimawandel, und wir Menschen mußten im Laufe der Geschichte immer wieder damit umgehen. Zum ersten mal aber in der Geschichte wollen wir Einfluß auf den Prozess nehmen bzw. meinen Einfluß darauf nehmen zu können. Wir haben (noch) keine Weltregierung, folglich ist eine weltweite Steuerung dieses Prozesses der Einflußnahme nicht möglich; fraglich ist zudem ob eine Einflußnahme überhaupt möglich ist. Leben in der Lage, Leben im Wandel, Vorbereitung auf den Wandel ... das wäre logisches menschliches Verhalten. Eine Vorbereitung kann ich allerdings überhaupt nicht erkennen. Offenbar glaubt man nicht daran, dass es wirklich so schlimm wird, wie es in den immer schlimmer werdenden Untergangsprognosen dargestellt wird. Wenn es angeblich 5 vor 12 ist, dann tut man beides: Vermeidungsstrategie und Vorbereitung auf den Ernstfall. Ich kann wie gesagt nur stümperhafte Versuche des Ersteren erkennen.

Begriffe wie "Holocaust" und "Klimawandel" sind völlig losgelöst vom wirklichen Ereignis, stehen für eine politische Agenda. Der "Klimawandel" wird benötigt als Narrativ und verbindendes Element aller Menschen in Vorbereitung zur Installation der Weltregierung. Bis dahin und dann wird sich das Klima gewaltig ändern; vor allem das politische Klima und das unseres Zusammenlebens. Ich kann nur hoffen, dass man mich dann schon verscharrt hat.

Adler und Drache
25. September 2019 10:14

In der DDR-Schule hat man uns die Angst vor der Atombombe derart eingeimpft, dass ich nachts schreiend aufwachte, noch in der 5. und 6. Klasse. Das Gefühl der Angst, der Ausweglosigkeit, des absoluten Untergangs war entsetzlich. Zum Glück haben meine Eltern mich getröstet und die Angst nicht noch verstärkt. Greta lebt in einer sehr finsteren Welt. In dieses Feuer noch Öl zu gießen, ist kriminell.

Andreas Walter
25. September 2019 11:48

Der Blitzkrieg der Grünen wird an den gleichen Problemen scheitern wie ... .

Energiemangel.

Nicht deren Persönlicher, diese jungen Frauen sind libidinös überaus stark aufgeladen, doch sie wollen ihrer Umgebung genau das Gegenteil davon verordnen, nämlich Energieverzicht.

Hätten die ein Pony, um das sie sich kümmern könnten, würden sie sich wahrscheinlich dort pflegerisch und emotional austoben.

Hihihi, ich habe da nämlich so eine Theorie, doch die möchte ich hier lieber nicht wiedergeben. Es genügt jedoch, sich die Anführerinnen dieser Bewegung alle mal etwas genauer anzuschauen.

Egal wie sehr auch hier darum manche Freud hassen, der Typ war ein verdammtes Genie, ähnlich wie auch Einstein. Verdammt, weil auch er seinen eigenen Schatten nicht erkannt hat, und sein Neffe seine Erkenntnisse letztendlich zum Missbrauch der Gesellschaft genutzt hat.

Ganz normale Mädchen sind das darum nicht, da wette ich mit jedem, der dazu bereit ist. Gretas Schwester zum Beispiel war/ist nämlich auch Magersüchtig. Interessant darum, was Psychosomatiker über Magersucht sagen. Passt wie die Faust auf's Auge.

Dann noch das Kapitel der Psychosomatiker, warum Missbrauchte missbrauchen, und man versteht auch die Leute, die hinter dieser Bewegung stehen, und warum die sich gar nicht darüber bewusst sind, was sie auch mit diesen Kindern und Jugendlichen machen aber auch gemeinsam haben. Weil der eigene Schatten, den selbst Profis oft nicht erkennen, ergo Freud.

Antifa übrigens das Gleiche, nur dort eben als überwiegend gestört "maskuline" Variante.

Ein riesiges Problem, für jede Gesellschaft, selbst wenn man es gut meint mit ihnen. Denn genau das können sie ja nicht glauben, aufgrund schlechter Erfahrungen meist schon in Kindheit und Jugend. Die Art des Missbrauchs ist jedoch vielfältig, muss darum nichtmal sexuell sein. Jede Form von Missbrauch hinterlässt nämlich Spuren, prägt dadurch Menschen, muss dadurch zumindest jedem bewusst gemacht werden.

Das ist darum auch die Wahrheit, die einen dann frei, freier macht, und von der auch Jesus darum spricht.

zeitschnur
25. September 2019 12:35

Hier https://www.youtube.com/watch?v=MdG_Nh5Mw_w greift einer Gretas melodramatisch-ungesunden Auftritt neulich ernst-satirisch auf.

Oben schrieb einer im Thread, dass es sein kann, dass die junge Dame aus dem Ruder laufen könnte. Das deutet auch der "Digitale Chronist" an - "Dramaqueen"-mäßig nennt er das, aber letztendlich kontraproduktiv für die vermutete "Agenda" hinter dem Kind.

Das ist auch mein Eindruck, nachdem ich es mir genauer angesehen habe: Greta gerät aus den Fugen, sie hält den Druck nicht mehr aus.
Mich erzürnt das sehr, weil ich hier auch meine Mutterrolle angesprochen sehe: das ist nicht mehr witzig, was hier geschieht. Auch wenn andere Kommentatoren meinen, Greta sei "alt genug" und kein Kind mehr und damit voll verantwortlich - doch, sie ist ein Kind, und jeder, der Kinder hat, weiß das auch. Sie sind halbgar, teilweise schon "weit", zum Sexen reichts jedenfalls, aber sonst? Sie sind seelisch nicht selbständig, auch wenn es anders ausschaut, und brauchen uns auch mit 16 noch sehr, sehr, sehr... Ich empfinde, dass hier ein großes Unrecht an diesem jungen Menschen geschieht, und ich möchte, dass das eines Tages vor ein Gericht kommt. Wie können die Thunbergeltern mit ansehen, wie ihr Kind vor aller Welt "vorgeführt" wird? Haben diese Leute den Verstand verloren? Lieben sie Greta überhaupt?! Und warum muss ich an dieses andere Eliten-Zopfmädchen denken, das ähnlich hysterisch lügend (oder in Verwirrung gestürzt) den Grund für den ersten Golfkrieg lieferte? https://www.youtube.com/watch?v=Fv28_q98Xe8

RMH
25. September 2019 13:17

"Aber Gretas Botschaft ist ja nicht gerade elitenaffirmativ,

ML: Doch, das ist ja der Clou daran."

"Die Elite" ist letztlich auch kein geschlossener, homogener Block. Fakt scheint aber in der Tat zu sein, dass "Greta" von einer Vielzahl von Leuten umgeben zu sein scheint, die man zutreffenderweise als Elite bezeichnen kann und die auch Teil der globalen Finanzinvestoren-Szene sind bzw. direkte Verbindungen dazu haben. M.L. hat meiner Meinung daher mit seiner Behauptung recht.

https://www.youtube.com/watch?v=gWdMGaguyEQ

(Youtube, "Wer steckt hinter Greta Thunberg?")

Wie ich oben bereits geschrieben habe, geht es um massive wirtschaftliche Interessen und auch da müssen sich "die Eliten" nicht zwingendermaßen gleich alle einig sein (im Gegenteil, Streit, Raubzüge untereinander etc. gibt es gerade auch bei den Eliten). Es genügt, wenn sog. einflussreiche Kreise sich in ausreichendem Maße zusammentun und auf diesen Zug steigen naturgemäß dann auch nicht gleich alle davon auf.

Fest steht, dass Bevölkerungswachstum, Raubbau an der Umwelt, Klimageschehen und Migration Hand in Hand gehen und zusammengehören.

@belisarius
"Hat man sich auf der rechten Seite zu lange mit Migrations- und Islamisierungsangst aufgehalten"

... "aufgehalten" ist doch klar die falsche Formulierung für ein Abarbeiten an 100% berechtigte Anliegen, oder?

Imagine
25. September 2019 14:48

Die Deutschen haben Probleme mit – wissenschaftlich gesprochen – der Realitätsprüfung.
Sie tendieren zu Größenwahn und Romantik („am deutschen Wesen soll die Welt genesen“, sie sind höchst empfänglich für Paranoia (Juden-, Kommunisten-, Russen-, Klima-Paranoia, Volkstod etc.) und produzieren Untergangsphantasien (durch Juden, durch Immigranten, durchs Klima etc.), auf der anderen Seite sind sie unfähig, Realität zu durchschauen und zu akzeptieren.

Während jedem rational denkenden Menschen spätestens seit Stalingrad klar war, dass der Krieg verloren war, glaubten die meisten Deutschen noch an ihren Führer, den Endsieg und die Wunderwaffen.

Jedem klar denkenden Menschen ist bewusst, dass die gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung Deutschlands seit einem halben Jahrhundert nur eine Richtung kennt: abwärts.

Aber den Deutschen kann man einreden, je geringer die Löhne und je ärmer die Menschen werden, umso eher entsteht Wachstum und mit diesem der Aufschwung.

Was die besserverdienenden Öko-Deutschen mit ihren teuren Öko-Läden und ihren SUVs stört, ist, dass noch so viele aus den unteren Schichten Auto fahren, mit Flugzeugen verreisen und so die Umwelt beeinträchtigen. Deshalb begrüßen sie Steuererhöhungen und Konsumverteuerungen. Sie selbst denken nicht daran, ihren eigenen Konsum einzuschränken.

Die Oberschicht macht es vor:
https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/menschen/google-camp-mit-den-privatjets-zum-klimagipfel-16322374.html

https://www.bild.de/politik/ausland/politik-ausland/google-camp-promis-gondeln-mit-protz-yachten-zum-klima-gipfel-63657492.bild.html

Zur Klima-Hysterie und -Paranoia gehört, dass reale Umweltgefahren ignoriert werden.

So z.B. die Gefahr von Epidemien mit Millionen von Toten durch multi-resistente Erreger, gegen die es keine wirksamen Antibiotika mehr gibt.

Diese Gefahr ist schon lange bekannt. Dass ihr nicht begegnet wird, liegt am System: Im Kapitalismus geht Profit über alles.

Deshalb wurden tonnenweise Antibiotika als Mastbeschleuniger in der industriellen Landwirtschaft verfüttert und die Chemie-/Pharmaindustrie machte Milliardenprofite.

Selbst die systemkonforme ZEIT berichtete vor 20 Jahren darüber:
https://www.zeit.de/1997/12/Pillen_vor_die_Saeue/komplettansicht

Inzwischen ist die Privatisierung der Krankenhäuser ein weiterer entscheidender Faktor: Aus Profitgründen wird an der Hygiene gespart.

https://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/gesellschaft/id_80810164/-hart-aber-fair-krankenhauskeime-sind-toedliche-falle-groehe-unter-beschuss.html

https://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/hart-aber-fair-ueber-krankenhauskeime-wenig-hoffnung-fuer-patienten-a-1141655.html

Inzwischen sind fast alle großen Pharmakonzerne aus der Antibiotika-Forschung ausgestiegen. Sie ist aus ihrer Sicht zu aufwendig und bringt zu wenig Profit.

https://www.ndr.de/ratgeber/gesundheit/Antibiotika-Forschung-Warum-Unternehmen-aussteigen,antibiotika586.html

Das Ganze ist ein Beispiel für die strukturelle A- und Anti-Sozialität des kapitalistischen Systems.

Man macht ohne Rücksicht auf die Volksgesundheit Milliardenprofite mit der Verfütterung von Antibiotika, man macht Krankenhäuser zu Profitmaschinen, man lässt die Opfer der Profitmacherei verrecken und nimmt in Kauf, dass wieder Epidemien entstehen können, wo Millionen von Menschen an banalen, zuvor gut beherrschbaren Infekten sterben.

Monika
25. September 2019 15:24

Nur ein paar Ergänzungen zu dem inspirierenden Text von Martin Lichtmesz:
1. „Dass der Menschheit hienieden keine ewige Dauer beschieden sein werde, gehört kulturell zu den vertrautesten Selbstverständlichkeiten religiöser Orientierung aus apokalyptischer Tradition.“
Hermann Lübbe ( politischer Moralismus, 1980)
Dies schrieb Lübbe angesichts der Umwelthysterie der 80er Jahre ( Waldsterben, Ozonloch, Atomkraft et.)
Ein Christ fürchtet nicht den menschengemachten Weltuntergang, er rechnet sogar damit, denn es gibt ja einen „Planeten B“ ( das Reich Gottes, auch in der Welt, aber nicht von der Qualität dieser Welt). Es gibt also eine Hoffnung über diese Welt hinaus.
2, Wo es diese Hoffnung nicht gibt, nehmen Weltuntergangsszenarien apokalyptische Dimensionen an.
Schon um die Jahrtausendwende rechnete man mit dem Weltuntergang und rief zur Umkehr auf.
3. die Greta Religion ist eine rein innerweltliche Religion ( es gibt keinen Planeten B) , also muss in panikartiger Weise die Welt vor dem Untergang gerettet werden. Gretas Auftreten ist die rein weltliche Umkehrung der Jesus Proklamation in Mk 1,15 „ Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe herbeigekommen , kehrt um und glaubt an das Evangelium“.
Greta: Der Weltuntergang ist nahe herbeigekommen, kehrt um , glaubt an meine Prophezeiung, schaut nicht weg, handelt ! Es ist sozusagen ein innerweltlicher eschatologischer Aufbruch, zu dem sie aufruft.
Auch die Menschen zur Zeit Jesu glaubten, dass das Reich Gottes noch zu ihrer Zeit anbrechen werde und waren in Aufbruchs - und Endzeitstimmung. Allerdings blieb die Wiederkunft Jesu zu Lebzeiten aus. (parusieverzögerung)
Man könnte das noch genauer vergleichen.
3. Die Angst der Zerstörung der Kultur durch Technik und Kapitalismus ist etwa bei Guardini beschrieben in den Briefen vom Comer See (1925). Beschrieben wird die Zerstörung der lombardischen Kultur durch die Technik des Nordens.Das hat einen kulturromantischen, ästhetischen Aspekt ( heute etwa das Leiden an der der Verschandelung der Landschaft durch Windkraftanlagen)
4. Der Egoismus der Weltretter ist bemerkenswert. Ich las mal irgendwo sinngemäß: ...es hat schon etwas Perverses, in einer zerstörten Welt steinalt werden zu wollen...
Als Tschernobyl passierte, flüchteten Menschen aus meinem Umfeld für 4 Wochen nach Zypern, um der Strahlung zu entgehen, sie kamen nicht auf den Gedanken, die schwangeren Frauen oder Kinder aus dem Katastrophengebiet zu evakuieren. Jeder ist sich selbst der Nöchste, wenn rein vom Überleben her gedacht wird.
Man könnte noch viel darüber schreiben...

Andreas Walter
25. September 2019 17:10

@zeitschnur

Sehe ich genauso. Doch jetzt denken Sie nur mal bitte kurz daran zurück, wer zum Beispiel auch alles Epsteins Freunde waren. Missbrauch ist darum der zweite Nachname so gut wie aller Reichen, Mächtigen und Berühmten.

Das zuständige Jugendamt in Schweden trotzdem nicht vergessen anzuzeigen.

@Andreas Walter

Beim "Universum" heute morgen tatsächlich bestellt und bereits heute nachmittag geliefert:

https://www.one.org/de/blog/ahornsirup-und-weltpolitik/

https://twitter.com/hashtag/Y72018?src=hash

Von wegen, "Graswurzelbewegung". Die Kinder reicher Eltern, die bereits tief im internationalen Establishment verankert sind oder schon bald dazugehören wollen.

https://de.wikipedia.org/wiki/ONE_(Organisation).

Meine Liste wird daher immer kürzer. Jetzt ist erstmal die narzisstische, selbstgefällige Truppe dran, die eine Woche lang in Köln Rabatz gemacht hat:

https://youtu.be/AY1z8FXzoHY

Als letztes kommt dann noch Leonie Brenner dran, oder wie das Universum eben möchte, mir zuspielt, zufällt.

Hochnäsig sind die aber alle, diese "höheren" Töchter aus "besserem" Hause - und darum sehr eingebildet. Doch es gibt auch sensible Männer, die auch Frauen sehr genau wahrnehmen, fühlen können, sogar über ein Medium hinweg:

http://www.ciando.com/img/books/extract/3456956002_lp.pdf

Übungssache, wenn man es nicht schon vom Schicksal mit auf den Weg bekommen hat. Doch eigentlich kann es jeder, denn sonst würde ja auch folgende Komödie nicht funktionieren:

https://youtu.be/MxozXTM0GCo

Grobschlosser
25. September 2019 17:44

manipulierte Schüler am Freitag , eine offenkundig schwer gestörte Greta T. , medial aufgeblasener Unsinn .

schützen wir unsere Kinder und Familien gegen den täglichen , medialen Übergriff ; wer die Umwelt effektiv schützen will sollte Klartext reden : die Masse Mensch in Afrika und Asien ist ein Problem - und nein - wir werden in Europa keine Afrikaner im wehrfähigen Alter durchfüttern .

wer den globalistisch - bolschewistischen Terror direkt oder indirekt unterstützt sollte gesellschaftlich isoliert werden ; hin und wieder eine klare Ansage : "Ja, Afrika muss zur Hölle gehen" warum auch nicht .

Wilhelmsmax
25. September 2019 18:21

Ein Limit von 150 Zeichen oder 5 Zeilen pro Beitrag würde dem Forum hier wirklich guttun. Dann müssten sich manche kurzfassen und wir blieben von geistigen Orgasmen verschont.

nom de guerre
25. September 2019 19:17

Von der für mich unabhängig von der Frage des Klimawandels unbestreitbaren Relevanz des Themas Ökologie und dem Charme, den die verschiedensten Weltuntergangsszenarien über die Jahrzehnte offenbar auf unsere Gesellschaft ausübten und es leider immer noch tun (die Angst vor den schlimmen Spraydosen kenne ich aus den 80ern, Gudrun Pausewangs Bücher sind dagegen Gott sei Dank überwiegend, leider nicht ganz, an mir vorbeigegangen) einmal abgesehen, ist mir bei den mündigen Mitbürgern auf den Demos am vergangenen Freitag neben deren offenkundiger Lust, andere zu verhöhnen, jedenfalls soweit diese das falsche Auto fahren und wie zur Gegenwehr nicht bereite Deutsche aussehen, außerdem ein befremdliches Bedürfnis nach Führung und Bestrafung oder, freundlicher ausgedrückt, eine gewisse, vermutlich nicht lang anhaltende Opferbereitschaft aufgefallen ("Verbietet mir endlich was!" "Erhöht meine Steuern"). Interessant finde ich das insofern, als diese Leute sich möglicherweise für eine andere gute Sache, die ihnen jemand entsprechend schmackhaft machen würde, ebenso gerne lenken und leiten ließen.

@ Monika
"Als Tschernobyl passierte, flüchteten Menschen aus meinem Umfeld für 4 Wochen nach Zypern, um der Strahlung zu entgehen, sie kamen nicht auf den Gedanken, die schwangeren Frauen oder Kinder aus dem Katastrophengebiet zu evakuieren. Jeder ist sich selbst der Nöchste, wenn rein vom Überleben her gedacht wird."
Wie südhessische Privatpersonen es im April 1986 hätten anstellen sollen, so sie denn die Absicht gehabt hätten, schwangere Frauen und Kinder aus einem Gebiet in der Sowjetunion zu evakuieren, wird wohl Ihr Geheimnis bleiben; selbst Spenden waren damals meines Wissens nach aus Westdeutschland nicht ohne Weiteres möglich. Meine Familie ist zwar nicht nach Zypern gefahren - wir haben genauer gesagt gar nichts gemacht, weil meine Eltern das alles für übertrieben hielten; im Kindergarten durften wir allerdings ein paar Tage lang nicht raus -, aber ich kann auch nichts Egoistisches daran erkennen, wenn jemand in dieser Situation weggefahren ist. Waren die Leute denn verpflichtet, zu Hause zu bleiben, nur weil sie nicht die Mittel hatten, allen anderen zu helfen?
Abschließend noch eine kurze Anmerkung: Ich sehe mich nicht als Christenfeind, aber in diesem Kontext (die Erde ist nun mal überbevölkert und es gibt eine Naturzerstörung in gigantischem Ausmaß) das Reich Gottes anzuführen und als "Planeten B" zu bezeichnen, grenzt für mich schon an Zynismus. Heißt das, der Mensch darf alles zerstören und es macht nichts?

ullrich
25. September 2019 21:32

Es gibt in Deutschland immer weniger Freiheit. Diese irrationalen Klimahysteriker führen dies Land direkt nach Rotchina mit seiner Regulierung und Überwachung aller Lebensbereiche. Und dies ist die größte und reale Gefahr, vor der ich Angst habe. Der große Austausch und die Islamisierung sind im Gegensatz zu der Theorie des menschengemachten Klimawandels zwar real, aber realistisch betrachtet sind ca. 2 Millionen Syrer kein größeres Problem als z.B. 2 Millionen Deutsche die mit ihrer Wahlentscheidung zum größten Teil für immer mehr Staat und weniger Freiheit eintreten und so die fleißigen und kreativen Anteile der Bevölkerung berauben, behindern und belästigen.
Seit der Schöpfung der Erde hat sich das Klima immer geändert, ist der Meeresspiegel gestiegen und gefallen und hat sich die Niederschlagsmenge verändert. Selbst das Land hebt und senkt sich ständig. Was uns von Chronisten über extremen Klimawandel in der Geschichte berichtet wird findet sich heutzutage nicht einmal ansatzweise. z.B. während der kleinen Eiszeit in Deutschland Totalverluste der Ernte über mehrere Jahre, erfrorene Reisende auf der Strasse im Hochsommer. Während der Warmzeit Ackerbau auf Island. Grönland war Grün und Wein wuchs auf Neufundland. Dann die Funde von Alfred Rust: Rentiere haben in Hamburg gelebt. Gletscher in ganz Norddeutschland! Was den Meeresspiegel angeht steigt dieser seit 2014 kaum mehr. Dies kann man sich beim BSH für Cuxhaven online ansehen. Es gibt keine Bedrohung durch den Klimawandel und menschengemacht ist daran auch nichts! Diese Hysterie fällt damit in die gleiche Kategorie wie das Waldsterben, das nahe Ende der Ölreserven, die globale Knappheit von Nahrungsmitteln, das Ozonloch, Massensterben von Menschen durch BSE & Scapie usw. Das Leute sind einfach bescheuert und glauben jeden Mist und das ist ein alter Hut. Roger Liebi hat sich mal die Mühe gemacht eine Liste mit falschen Messiassen zu machen und darüber einen Vortrag zu halten. Die Liste ist sehr lang von Theudas bis in unsere Zeit. Heute lachen wir über die irren Geschichten. Später lachen die nächsten Generationen über uns. Es gibt nichts neues unter der Sonne.

Simplicius Teutsch
25. September 2019 21:39

ML: Nichts war ungewöhnlich an diesen Sommern, allein die Massensuggestion machte sie in den Augen mancher dazu. Und was für Vergleichswerte hat jemand "mit einem Geburtsdatum in diesem Jahrtausend"?

Sehr richtig, Herr Lichtmesz.
Zumindest aus meiner konkreten, persönlichen Erfahrung in der Südhälfte Bayerns, und ich habe schon einige Sommer hinter mir, kann ich Ihnen beipflichten und kann sagen, dass dieser Sommer 2019 sogar ein recht verregneter und kühler Sommer war.

Aber die permanente Klima-Panik-Berichterstattung in den Medien, pausenlos die Warnungen vor angekündigten apokalyptischen Hitzewellen und dem nahen Hitzetod der Erde, hat den Leuten selbst in den mit Klimaanlagen gekühlten Büros das Gehirn verbrannt. - Die Macht der Medien über die Massen: „Massensuggestion“.

Der Februar 2019 war rekordverdächtig schneereich. Bis weit in den März hinein super weiße Wintersportbedingungen in den Alpen. Der April war relativ trocken, das stimmt, aber angenehme Temperaturen. Der Mai war total verregnet.

Der Juni war verregnet, bis auf die letzte Woche, wo es in der Tat ein paar wenige Tage lang Temperaturen bis in den 40 Grad-Bereich gegeben hat: „Jetzt trifft die Hitzepeitsche Deutschland!“ Zufällig bin ich gerade in diesen Tagen mit einem 10 Kilo Rucksack durch Bayern 25 bis 30 Kilometer am Tag mit ein paar Freunden gewandert, und wir haben geschwitzt, aber es auch genossen; nur am ersten Tag ein zweistündiger Regenschauer.

Dafür war der beginnende Juli schon wieder verregnet, mit Ausnahme der vorletzten Woche, wo es vier Tage lang bis zu 35 Grad heiß wurde: „Hitzewelle hat Deutschland im Griff“.

Der ganze August war überhaupt nicht hochsommerlich heiß. Meine Ehefrau hatte geklagt, dass es im August (in München) kaum Tage gab, wo sie sich in ihrem Urlaub mal hätte in die Sonne zum Bräunen legen können. Der Herbst ist allerdings sehr mild. - Angenehm.

In München und Umgebung jedenfalls grünt jetzt noch alles, so wie den ganzen Sommer über: Sattes Gras auf allen Grünflächen. Die zwei echten Hitzewellen dieses Jahr waren so kurz jeweils, dass es nicht ausreichte, den Boden und die Gebäude so aufzuheizen, dass die Nächte nicht mehr ausreichend herunterkühlten und zum Schlafen unangenehm warm wurden; was in zurückliegenden Jahren schon hin und wieder vorgekommen war.

Aber in den Köpfen der meisten Leute hat in deren Erinnerung die heiße, permanente Klima-Panik-Berichterstattung die Realität zur Wüste verbrannt.

RMH
26. September 2019 06:59

@Ulrich,
sie machen es sich genau so einfach, wie die Klimahysteriker, nur dass bei ihnen einfach alles ein Schwindel ist.

Die Einführung der G-Kats beim Auto - damals auch maßgeblich wegen dem Argument saurer Regen/Waldsterben - hat die Luft nachweisbar verbessert, so wie aktuelle 6d-Temp Diesel-Autos bei Durchfahren einer Stadt das dortige Feinstaubniveau sogar senken helfen. Das Thema Waldsterben war nicht nur einfach ein Fake, die Frage bleibt offen, ob "Waldsterben" der richtige Begriff für die tatsächlich vorhandenen Symptome war. Bei der Frage BSE etc. ist bis heute ungeklärt, wie viele der massenhaft auftretenden Alzheimer/Demenz Fälle nicht eigentlich darunter oder unter eine vergleichbaren Prionen-Erkrankung fallen. Ein mir bekannter Hausarzt, der auch mehrere Pflegeheime betreut, hat dazu schon vor Jahren gesagt, es gibt in Altersheimen immer wieder bzw. auffallend oft Formen von Alzheimer und "Demenz", die so rasch oder heftig verlaufen, dass man eigentlich nach dem Versterben obduzieren müsste, damit man hierzu einmal eine valide Faktenbasis bekommen kann. Wird aber, da eh nur alte Leute, welche die Rentenkassen mit ihrem Versterben nicht mehr belasten und mit Rücksicht auf die Angehörigen sowie die fehlenden wissenschaftlichen Kapazitäten, nicht gemacht und so lässt man diese Frage einfach vor sich hindümpeln, kehrt sie unter den Teppich und engagiert stattdessen Pflegekräfte aus dem Kosovo und demnächst aus Mexico …

Zum Thema "Ozonloch" befrage man einfach mal Leute, die in Australien leben …

Und in mehreren Dokumentationen wurde belegt, dass nach Tschernobyl eigentlich zum Schutz der deutschen Bevölkerung Jod-Tabletten hätten ausgegeben werden müssen, man das aber zur Vermeidung einer Massenpanik einfach nicht gemacht hat (1996 hat man dann aber zumindest die entsprechenden Grenzwerte für die Abgabe nach unten angepasst) … Schilddrüsenkrebs als Folge davon gab es nicht nur in Weißrussland und der Ukraine, sondern auch bei uns (wenn auch weniger oft).

Bei aller Empörung über die Instrumentalisierung des Klima-Themas: Bitte mehr Mut zur Differenzierung. Und jetzt dazu:

"aber realistisch betrachtet sind ca. 2 Millionen Syrer kein größeres Problem als z.B. 2 Millionen Deutsche die mit ihrer Wahlentscheidung zum größten Teil für immer mehr Staat und weniger Freiheit eintreten und so die fleißigen und kreativen Anteile der Bevölkerung berauben, behindern und belästigen."

Nichts gegen die Rolle des advocatus diaboli, nehme ich manchmal auch gerne ein, aber wie Sie diesen Satz mit der Redewendung "Realistisch betrachtet" … einleiten konnten, bleibt mir, ganz "realistisch" vor dem Hintergrund der tatsächlichen Folgen der Masseneinwanderung betrachtet, nur unter Vermutung einer Wählerbeschimpfung verständlich.

Monika
26. September 2019 07:43

@nom de guerre
„Reich Gottes als Planet B“ - Mir ist bewusst, dass so eine Aussage provoziert. Peter Sloterdijk würde es philosopisch formulieren: „Ohne transzendentalen Rückzug sind wir dem Moloch Welt ausgeliefert“. Oder anders ausgedrückt: Wir sind verdammt zur Immanenz. Das motiviert eine Handlung anders.
Es geht nicht um eine frömmelnde Weltflucht oder Zynismus!!! Der ist mir fern. Für einen Christen sollte der verantwortliche Umgang mit der Lebensumwelt, der Natur, selbstverständlich sein. Das läuft unter dem Titel: BEWAHRUNG DER SCHÖPFUNG - Und da sollte jeder zunächst bei sich anfangen und nicht beim Systemwechsel. Man könnte das auch Demut nennen, angesichts der Erkenntnis, was der einzelne Mensch fähig ist zu leisten in seinem einzigen Leben.
Wenn Greta klagt, dass ihr die Jugend gestohlen wurde, nenne ich das vermessen. Welcher Jugendliche kann über den Atlantik segeln, vor der UNO reden und bekommt so viel Aufmerksamkeit? So eine Jugend hätten sicher viele gerne.
Zu Tschernobyl: Damals gab es auch Anweisungen von unseren Politikern, wie hier mit der Katastrophe umzugehen sei. ( Keine frische Milch trinken, kein frisches Obst und Gemüse essen etc, ) Das ist doch in Ordnung. Außerdem kann in einer liberalen Gesellschaft jeder machen, was er will, flüchten, auswandern. Kein Thema. Was aber ist mit solidarischem Handeln?
Die meisten Menschen können aus schlechten Umständen nicht flüchten. Würden wir die „verseuchten“ Menschen aus der Umgebung von Tschernobyl heute bei uns aufnehmen? Mit unserer Angst vor bösen Umweltgiften überall?
Die Helden in Tschernobyl, die den Reaktor ausbetonierten, wussten. dass sie ihr Leben lassen. Das meine ich mit dem Egoismus der „Generation Allnatura.“. Allnatura hat übrigens die größte Plastikverpackungsdichte. Übrigens ist Tschernobyl heute bei jungen Leuten ein beliebter Tourismusort, man findet es cool, sich vor den Trümmern zu fotografieren. Das ist gruselig...vielleicht ist das Zynismus?

Mops
26. September 2019 08:45

Zitat ML
Nichts war ungewöhnlich an diesen Sommern, allein die Massensuggestion machte sie in den Augen mancher dazu. Und was für Vergleichswerte hat jemand "mit einem Geburtsdatum in diesem Jahrtausend"?

Tut mir leid, aber das ist nun wirklich nicht richtig. 2018 und 2019 waren in Mitteleuropa der zweit- und drittwärmste Sommer seit Beginn der Aufzeichnungen,

ML: So what? Das beweist keinen "menschengemachten Klimawandel", und subjektiv hat kaum jemand diese Sommer als besonders erlebt.

wie man beim Deutschen Wetterdienst, also nicht irgendwelchen hysterischen Greta-Medien, nachlesen kann.
https://www.dwd.de/DE/presse/pressemitteilungen/DE/2019/20190830_deutschlandwetter_sommer2019_news.html
Hinzu kommt in weiten Teilen Deutschlands eine extreme Trockenheit (ja Süddeutschland ist nicht so stark davon betroffen, aber Mitteleuropa ist nunmal ein wenig grösser als Bayern, @simplicius teutsch).
Abschliessend muss ich sagen dass mich noch mehr als die Greta-Hysterie die ähnlich hysterische Reaktion der politischen Rechten darauf nervt, die leider hierzulande mehr und mehr dem Trumpismus abzugleiten scheint.
Eine Rechte nach "Vorbild" der US-Republikaner brauchen wir jedoch ganz sicher nicht in Deuschland und Europa.
Deshalb verlasse ich mal hier vorübergehnd meinen Status als stiller Mitleser und schreibe auch etwas dazu.

nom de guerre
26. September 2019 09:30

@ Monika
Was die Notwendigkeit eines transzendentalen Rückzugsorts angeht, bin ich ganz bei Ihnen. Ja, natürlich sollte jeder bei sich selber anfangen, aber genauso evident ist es m.E., dass das nicht reicht. Zumindest meine ich, dass die Rechte gut beraten wäre, sich mit der ökologischen Frage zu befassen, statt sie weiter denen zu überlassen, die mit ihrem Klimawahn mehr Schaden anrichten, als irgendeinen Nutzen zu erbringen (von den finanziellen Vorteilen für die Familie Thunberg und andere, wenn die Recherchen z.B. von Tichys Einblick stimmen, einmal abgesehen).

Noch kurz zu Greta: Natürlich ist es vermessen, wenn eine 16-Jährige in dieser Art und Weise öffentlich auftritt, aber dass ihr die Kindheit gestohlen wurde, glaube ich dem Mädchen unbesehen. Ob dieser Ausbruch nun echt war oder gespielt (berücksichtigt man den immensen Druck, unter dem sie stehen dürfte, kann das durchaus echt gewesen sein, man sollte allerdings bedenken, dass der Vater Schauspieler ist), scheint dieses Kind doch jahrelang auf seine Rolle vorbereitet worden zu sein - es sei denn, man will das Märchen von den armen, an der Krankheit ihrer Tochter schier verzweifelnden Eltern und der zufälligen Entdeckung durch den Herrn Rentzhog (schreibt man den so?) glauben. Wie auch immer: Beneidenswert kann ich an Gretas Leben wirklich nichts finden, denn es handelt sich bei ihr um ein missbrauchtes Kind, das für etwas instrumentalisiert wird, das sie mit ihrem seelischen Entwicklungsstand nicht mal ansatzweise erfassen und auch nicht steuern kann.

zeitschnur
26. September 2019 11:11

@ nom de guerre und @ Monika

Ich stimme @ nom de guerre mit seinem letzten Kommentar im wesentlichen zu. Allerdings hatte mich diese Schlussfolgerung auf @ Monikas Kommentar sehr gewundert. Und bei einigem betrachten konnte ich die Reaktion auf @ Monika aber auch verstehen:

"Ich sehe mich nicht als Christenfeind, aber in diesem Kontext (die Erde ist nun mal überbevölkert und es gibt eine Naturzerstörung in gigantischem Ausmaß) das Reich Gottes anzuführen und als "Planeten B" zu bezeichnen, grenzt für mich schon an Zynismus. Heißt das, der Mensch darf alles zerstören und es macht nichts?"

Das hat @ Monika nun ganz sicher nicht gemeint, wie sie dann selbst ausgeführt hat. Aber ich finde dieses Muster zwischen Nichtchristen und Christen irgendwie "verrutscht":

Erstens gibt es für Christen auch keinen transzendenten (nicht "tranzendentalen") "Planet B". Für Christen gibt es genaugenommen überhaupt keinen "Planeten", sondern es gibt für ihn die "Erde (samt einem zur Erde gehörigen Firmament)" und den "Himmel (als transzendente Sphäre)". Von Anbeginn bekennt er mit den Propheten Israels und Jesus Christus, dass "Himmel und Erde vergehen" werden. Er hofft auf "einen neuen Himmel und eine neue Erde", die nicht nur transzendent sein können, da sie durchaus vom Phänomen der jetzigen Schöpfung abgeleitet und vorgestellt werden. Aber durch die Zuordnung zum "ouranos", zum Himmelsgewölbe, wird deutlich, dass in dieser neuen Schöpfung die Transzendenz mit der Immanenz verschmelzen oder verwachsen wird.
Zweitens meint diese Hoffnung des Glaubens natürlich nicht, dass man den "Planeten A" zerstören darf. Dessen unaufhaltsame Zerstörung ist tragische Folge der Neigung zum Bösen, nicht etwa Maxime. Ein Christ beweint sie - und er hofft, dass das Königreich Gottes bald kommt, "indem die Tränen abgewischt sein werden".

Ich möchte alle Christenkritiker dran erinnern, dass die umfangreiche Zerstörung der Natur überhaupt erst mit der Säkularisierung begann. Wo Menschen tief religiös sind, gibt es weniger Naturzerstörung. Die Gottlosigkeit erst macht den Menschen ohne jede Beißhemmung zum Raubtier. Viele ordnen das "Macht euch die Erde untertan" dem nachchristlichen Treiben zu, als sei es ein genuin christliches.
Dabei spielen sprachliche Inkompetenz und die Unfähigkeit, altertümliches Deutsch als das zu verstehen, was es meint, eine große Rolle. Die Erde ist nach Genesis 1 und 2 für den Menschen geschaffen, d.h. meint: im Hinblick auf ihn. Nicht zu seinem Mutwillen.
Wer unsere Geschichte kennt, weiß, dass diejenigen, die nicht nur dem Namen und Machttrieb nach das Kreuz vor sich hertrugen, sondern die ein ernsthaftes spirituelles Leben lebten, immer das Geschöpf liebten und hegten. Das alte benediktinische "Ora et labora" sah die Arbeit in Korrespondenz zum Gebet. Jeder kennt die Gärten der Mönche und Nonnen, hat schon von Hildegard gehört. Nein: gerade Christen wollten immer heilsam auf die tief verwundete Natur einwirken, in der der Mensch nicht Störfaktor, sondern königlicher Diener sein sollte.

Die falsche Denkweise der Rechten wie Linken besteht darin, zu meinen, nur der Mensch sei böse, die Natur dagegen intakt und gut. Das ist eine dumme und menschenverachtende Lebenslüge. Die Schöpfung ist doch auch durcheinander, denn Gott wollte keinen "struggle for life" und kein "survival of the fittest". Wer stört hier wen? Aus welcher Perspektive wollen wir darauf schauen? Und keine bange: schwere Naturkatastrophen schafft der "Planet A" seit Jahrtausenden auch ganz ohne menschliches Eingreifen, auch sogar sprunghaften Klimawandel, wofür die tiefgefroreren Mammuts zeugen, in deren Magen wir heute noch das zuletzt gerade Verspeiste unverdaut finden... Dieselben Schwätzer, die den Menschen als Störfaktor ansehen und behaupten, er alleine beute die "friedliche" Natur aus, gestehen dem Rest der Natur selbstredend deren Fresskämpfe zu. Ist es nicht zutiefst grausam, wenn ein Löwe eine Antilope reißt? Wenn meine Katze ein eben noch an einem Grashalm spielendes Mäuschen quält und anschließend mit Nackenbiss tötet? Warum träumt jesaja davon, dass Löwe und Lamm miteinander spielen werden in dieser "neuen Schöpfung"? Nicht vielleicht, weil der Mensch, wenn er ehrlich war, in der Perversion der Natur immer seine eigene tragisch abgebildet sah?
Ich fände es schön, wenn man auf dieser christenfeindlichen Seite endlich anfinge, vernünftig zu denken.
Saloppes christliches Gelaber allerdings, garniert mit flotten Zitaten von C.S Lewis oder Chesterton können hier auch nicht wirklich helfen, denn solche Art christlicher Argumentation ist viel zu tief verstrickt in die Prämissen postmodernen Denkens. Und insofern verstehe ich auch wieder @ nom de guerres Reaktion. Christen müssen sich in der Tat entzaubernde Fragen an ihre eingeübten Allgemeinplätze gefallen lassen.

Schinnerhannes
26. September 2019 11:15

Zitat ML
Nichts war ungewöhnlich an diesen Sommern, allein die Massensuggestion machte sie in den Augen mancher dazu. Und was für Vergleichswerte hat jemand "mit einem Geburtsdatum in diesem Jahrtausend"?

Tut mir leid, aber das ist nun wirklich nicht richtig. 2018 und 2019 waren in Mitteleuropa der zweit- und drittwärmste Sommer seit Beginn der Aufzeichnungen,

ML: So what? Das beweist keinen "menschengemachten Klimawandel", und subjektiv hat kaum jemand diese Sommer als besonders erlebt.

Boah, ich habe ja gehofft, das ich hier was geboten kriege, aber das is schlecht.

Es gibt in der empirischen Naturwissenschaft überhaupt keine Beweise.

Es gibt Beweise in der Mathematik. Da werden Sätze aus Axiomen abgeleitet. Das ist dann ein Beweis. Oder in der Juristerei. Da gibt es spezielle Beweisregeln, die einen Prozess zu einem Abschluss bringen sollen, damit er nicht ewig weitereiert.

In der Naturwissenschaft werden Daten gesammelt. Und dann stellt irgendjemand eine Hypothese auf. Die Hypothese, der die gesammelten Daten nicht widersprechen, ist die naturwissenschaftliche Wahrheit.

Das ist natürlich vollkommen nutzlos.

Was hat uns die Naturwissenschaft mit dieser Methode schon gebracht ? Was hat sie für uns getan ? Verbrennungsmotoren, Computer, kleine Golfautos die auf dem Mars fahren, minimalinvasise chirugische Eingriffe, lebenswichtige Medikamente, dieser verdammte Haufen sinn- und nutzloser Peanuts.

Und außerdem kann da ja jeder kommen und Hypothese aufstellen, die zu den Daten passen und dann gibt es ja 2 oder mehr Wahrheiten. Richtig - einfach machen und veröffentlichen. Bisher blieb immer nur eine übrig. Oftmals stimmen die "alten", "überholten" Hypothesen übrigens zu einem großen Teil immer noch. Newton hat bei kleinen Geschwindigkeiten und Massen immer noch recht, obwohl Einstein gesagt hat, dass es bei großen Geschwindigkeiten und Massen nicht mehr so ganz stimmt.

So what, ohne Beweis, alles egal, keine Bedeutung.

So what, ich spring aus dem 10.Stock, es gibt ja keinen Beweis, dass ich nicht heil unten ankomme.

So what, der liebe Gott hat die Erde vor 6000 Jahren erschaffen, genauso wie sie heute ist, es gibt ja keinen Beweis, dass das nicht stimmt.

So what, dann esse ich halt 2 KG Bittermandeln, wer beweist mir schon, dass ich das nicht überlebe.

Wie wollen Sie Herr Lichtmesz auf die Tour bei deutschen Abiturienten und dem Großteil der anderen irgendwelche Mehrheiten organisieren ?
Naja, brauchen Sie ja wahrscheinlich auch nicht, solange es reicht ein paar Kröten sonstwie einzunehmen.
Aber wer soll Sie ernst nehmen ?

ML: OK, habe ich das recht verstanden: Zwei heiße Sommer sind ein Beweis dafür, daß es einen menschengemachten Klimawandel gibt? :-)

zeitschnur
26. September 2019 12:03

@ Schinderhannes

Sie setzen alles auf eine Karte, klingt apokalyptisch.
Natürlich muss man sich vor Augen halten, dass es in der Naturwissenschaft außerhalb der Mathematik und Logik keine "Beweise" für etwas gibt. Es täte uns allen gut, an diesem Punkt aus unserem materialistischen Tiefschlaf zu erwachen. "Wissenschaft" ist im übrigen etwas anderes als "Technik" oder Ingenieurwesen.

Im Grunde basiert die Technik (von der Sie sprechen) auf empirischen Erfahrungen und Experimenten, in denen immer wieder gleiche, ähnliche oder identische Ergebnisse erzielt werden können. Newtons abgefahrene Theorien über Massenanziehung, egal ob sie wahr sind oder nicht, sind dafür absolut, total unerheblich! (Sie sind bis heute nicht bewiesen, dafür umso aggressiver aber verfochten, als seien sie es!)
Wir können dabei nur Korrelationen schließen und kein bisschen mehr. Wenn überhaupt: manche angebliche Korrelation erwies sich schon als Zufall oder doch nicht vorhanden...
Sobald wir aber aus dem bereich des empirisch Erfahrbaren hinausdenken, wird es entweder spekulativ (im besten Fall), oder eben dogmatisch. Was sich Astrophysiker, Evolutionsbiologen und sonstige Spekulanten alles so ausdenken, kann in keine vernünftige Korrelation zu empirisch (jedermann zugänglichen!) Erfahrungen gebracht werden. Ihr Hohn gegen Gläubige ist deplatziert, weil jene nichts anderes tun als Sie auch. Ob man nun, um eine abstruse Hypothese (Evolution) zu "beweisen", im Modell immer gigantischere Zeiträume annehmen muss (!) oder sagt: Es waren 6000 Jahre, ist im letzten Ende qualitativ fast gleich. Nur sind die 6000-Jahre-Leute ehrlicher und geben zu, dass sie es aus Glauben, nicht aus Wissen annehmen. Im Maßstab von Jahrmillionen kann man am Ende beweisen, was immer man fabulieren will. Die Zeit heilt alle Wunden und macht alles möglich...
Ähnlich ist es mit der Astrophysik, die Dinge ausgärt, die man nicht einmal mehr anschaulich denken kann - "gekrümmte Raumzeit" und all diese Dinge: pardon, aber wir finden uns immer noch, wenn wir Häuser und Straßen bauen, auf einer Erdoberfläche, die weder gekrümmt noch irgendwie im freien kosmischen Zentrigugalflug bei gleichzeitiger hochgeschwinden Selbstumkreisung zu sein scheint. Sinnliche Wahrnehmung und Theorie driften mehr als irrsinnig auseinander.... Dies zu bemerken ist sehr wohl relevant, denn der Mensch muss vom sinnlich Erfahrbaren ausgehen, etwas anderes hat er im Bezug auf Naturerkenntnis nun mal nicht.

Seien wir also ehrlich und machen uns klar, dass all diese neuzeitlichen "Theorien" erheblich idiotischer klingen als die alten mythischen Vorstellungen - für einen sinnlich wahrnehmungsfähigen, geistig gesunden Menschen. Es hat durchaus etwas, dass der postmoderne Mensch sich für "etwas Besseres" hält, nur weil er - im Gegensatz zu den Alten - abgefahrene Theorien ausspinnt, zu denen er in der Empirie keinen Zugang mehr findet und dies für ein Wahrheitskriterium hält.

Wir haben keine vergleichbaren Klimadaten. Daran scheitert auch auf einer basalen Ebene all die Fachsimpelei. Aber wir wissen, dass es immer Wandel gab, teilweise sogar ziemlich jähen.
Am Anfang war im Deutschen Reich eine einzige Messstation ("Beginn der Datenaufzeichnung"), heute befinden sie sich zahlreich v.a. in urbanen (also tendenziell wärmeren) Zentren (aufgrund der Flächenversiegelung). Prof. Dr. Kirstein weist immer wieder darauf hin, dass man in einer Zwischenphase auch an nicht-urban versiegelten Orten wesentlich mehr Messstationen hatte. Die hat man nun abgebaut: die Theorie vom Klimawandel muss gerettet werden - nicht das "Klma". So fälscht man "Daten"... Man kann beim Messe steuern, was hinten herauskommen soll... Die eine kaiserliche Messsation macht - jeder vernünftige Akademiker weiß das - Vergleiche mit heutigen Messstationsverteilungen unmöglich. Ebenso die einseitig verteilten heutigen globalen Messsationen nur in dicht besiedelten Gebieten mit Zeiten, in denen auch die dünn oder gar nicht besiedelten Gebiete stärker gemessen wurden.

"Gefühlt" aber hatten wir einfach zwei warme Sommer. Die Ernte war übrigens groß! So etwas kommt vor. Ich kann absolut aufgrund einer empirischen Prüfbarkeit nicht erkennen, inwiefern das spektakulär oder gar "gefährlich" sein soll, oder was das beweist. Ich kann mich an Kindheitssommer hier in D erinnern, als die Erde Risse hatte wegen großer Trockenheit und der Rhein einen sehr tiefen Spiegel hatte. Ob es dabei 35 oder 40 oder nur 28 Grad hat, ist unerheblich.
Das Leben ist nun mal ein Risiko und variationsreich.

Schinnerhannes
26. September 2019 12:12

ML: OK, habe ich das recht verstanden: Zwei heiße Sommer sind ein Beweis dafür, daß es einen menschengemachten Klimawandel gibt? :-)

Nö.

Zum einen macht es nicht viel Sinn bei naturwissenschaftlichen Fragen von Beweisen zu reden, gell ? :-)

Das macht z.B. Sinn bei Gerichtsverfahren und bei Mathematik. (s.o.).

Und zum anderen sind diese beiden Sommer (und viele, viele andere Daten) kompatibel mit der Hypothese, dass der CO2-Anstieg in der Atmosphäre in den letzten Jahrzehnten vorallem auf menschliches Wirtschaften zurückzuführen ist und dass dieser Anstieg dazu führt, dass Atmosphäre und Ozeane in einer Geschwindigkeit Wärmeenergie aufnehmen (die man an unterschiedlichen Orten als Temperatur messen kann), die die menschliche Zivilisation vor hohe Herausforderungen stellt.

Die Zshge des letzten Absatz werden aktuell meistens mit dem Begriff "menschengemachter Klimawandel" oder "Klimakatastrophe" oder wie auch immer zusammengefasst.

ML: Bin jetzt echt beeindruckt über dieses Wisssen und diese logische Stringenz.

quarz
26. September 2019 12:12

@Schinderhannes

"In der Naturwissenschaft werden Daten gesammelt. Und dann stellt irgendjemand eine Hypothese auf. Die Hypothese, der die gesammelten Daten nicht widersprechen, ist die naturwissenschaftliche Wahrheit."

Zumindesst hat sich das Francis Bacon vor 400 Jahren so ähnlich vorgestellt.

belisarius
26. September 2019 12:58

@ML:
"Nichts war ungewöhnlich an diesen Sommern, allein die Massensuggestion machte sie in den Augen mancher dazu. Und was für Vergleichswerte hat jemand "mit einem Geburtsdatum in diesem Jahrtausend"?"

Aber genau darum geht es. Gerade in einem kurzem Vergleichszeitraum betrachtet knallen die letzten beiden Sommern heraus. Es ist nicht Ihre und meine Subjektivität, aber jene von jungen Leuten. Ganz offensichtlich, denn sie gehen dafür auf die Strasse (und nicht für irgendwelche andere "woke ideas").

@ Maiordomus
"Von Greta, einer Sprechpuppe mit pseudooppositonellem Tonfall, scheinen Sie mangels politischer Erfahrung leider wenig verstanden zu haben. ... Sie haben offenbar noch nie an einem Filmdrehbuch mitgearbeitet."

Sprechen sie über Jesus? Nichts anderes als eine naive Marionette, die sich die damals in Mode gekommene messianische Apokalyptik von Johannes geborgt hat und später zum Sohn Gottes verklärt wurde.
Sie sehen schon, diese Argumentationskette liegt immer dann griffbereit, wenn man diskreditieren möchte. Ob da was dran ist oder nicht, sei dahin gestellt. Die Frage ist eher, ob man aus solch einer Analyse mehr Erkenntnis ziehen kann, als "eh alles dumm/oberflächlich/manipuliert womit ich NICHT einverstanden bin... weswegen ich erst recht nicht damit einverstanden!!".

... finde es allerdings schon ein wenig unheimlich, dass Sie tatsächlich meinen Beruf erraten haben. Und ich stosse bei deutschen Redaktionen auf ähnlichen Denkmustern wie bei Ihnen. Immer ist man auf der Suche nach dem Sünder/Sündenbock, dem Saboteur, dem verschlagenen Teufel im Hintergrund... Diese gut-böse-Moralfragen hängen mir zum Hals raus, gelinde gesagt.

Ich spreche ja gar nicht ab, dass Greta politisch "benutzt" wird (so wie die AfD angeblich jeden "Einzelfall" für ihre Propaganda mißbraucht). Aber diese Leute, die sie benutzen, interessieren mich einfach nicht. Das Phänomen selber ist doch viel reizvoller, und das war der goldene Kern von Lichtmesz Artikel.

Nirgendwo habe ich ich behauptet, dass Greta aus dem Nichts oder dem Himmel zu uns niedergekommen ist. Natürlich hat sie ein Team, Berater, Sponsoren etc. Aber Sie bestehen offenbar darauf, dass sie eine Art Roboter ist, die Texte aufsagt. Und ich halte sie für einen genuinen Ausdruck unseres Zeitgeistes, ein junges Mädchen, die etwas auf eine bestimmte (von mir aus gern: dramatische, übertriebene, emotionale, MESSIANISCHE etc) Weise artikuliert, was die "jungen Leute" kriegt. Und ich würde noch ein wenig weiter gehen und behaupten, dass das was die jungen Menschen im Kern berührt nicht besonders viel mit dem Umweltthema aber mehr mit dem messianischen Charakter der Botschaft zu tun hat.

zeitschnur
26. September 2019 13:30

@ Schinderhannes

Den angeblichen CO2-Anstieg hatte der Vorfahr von Greta, Svante Arrhenius, vor über 100 Jahren postuliert - ohne Messungen und Beweise übrigens, die er ja mit nichts hätte vergleichen können, was man global nicht hatte messen können. Er hielt das, was er sich fantastisch ausgedacht hatte, aber für einen Segen, weil die Pflanzenwelt davon sehr stark profitieren würde...

Es war also eine bloße Behauptung eines Chemikers ohne jeden Beweis.
Ob dieser CO2-Anteil in der Atmosphäre wirklich nennenswert steigt (und nicht einfach nur hin und her switcht) und falls ja, woran das genau liegt und noch weiter gedacht: ob das überhaupt in den geringen Messbereichen, die objektiv vorliegen (!), relevant sein kann: darauf wissen unsere Klimaexpert*innen auf der mentalen Höhe der Greta allesamt keine Antwort und deren Mentoren wie Lesch ebenfalls nicht. Es sind Dogmatiker, Leute, die das Blaue vom Himmel herunter fabulieren, moderne Märchenerzähler mit Milchmädchenrechnungen, die ungefähr auf demselben Level argumentieren wie jene Theologen, die aus der (unbewiesenen und biblisch sowieso nicht fundierten) postulierten Makellosigkeit Mariens von der ebenfalls unbewiesenen "Erbsünde" schließen, dass bereits sie "unbefleckt empfangen sein muss" (also ohne Erbsünde), wobei ein Thomas von Aquin immerhin noch soviel Grips hatte zu erkennen, dass das natürlich nicht draus folgt, wenn man sauber logisch denkt, nicht mal aus den Prämissen, die dem zugrunde liegen und ebenfalls fragwürdig sind... Aber auch hier hat sich der akademische Stammtisch durchgesetzt, bis man dann weder das Postulat noch seine sophistischen Schlussfolgerungen mehr halten konnte. Wenn der Dominikanerorden damals bei vernünftiger Argumentation geblieben wäre und nicht selbst zu unlauteren Mitteln gegriffen hätte wie seine franziskanischen (und später jesuitischen) Gegner, hätte sich die Kirche mit diesem "Dogma" 1854 nicht vergaloppiert.
Will sagen: aus angeblich wissenschaftlichen Stammtischparolen folgt zielsicher am Ende der völlige Zusammenbruch dessen, was bislang als "Wissenschaft" galt. Für mich sind das Abgesänge. Es ist nahezu alles auf dem Prüfstand.

RMH
26. September 2019 14:47

"Das macht z.B. Sinn bei Gerichtsverfahren und bei Mathematik. (s.o.)."

@Schinnerhannes,
auch bei Gerichtsverfahren ist - logisch betrachtet - mitnichten irgendetwas bewiesen, blos weil etwas in einem Urteil als Sachverhalt steht. In einem Urteil erhalten Sie lediglich von einem Richter oder einem aus mehreren Richtern zusammengesetzten Richtergremium schriftlich, dass diese menschlichen Personen als Richter eben zur Überzeugung (!) gekommen sind, dass etwas so oder so sei. Ob das dann allerdings auch die "Wahrheit" ist ... das behaupten noch nicht einmal Richter! Die beginnen den mündlichen Vortrag einer Urteilsbegründung nicht umsonst immer mit den Worten, das Gericht, die Kammer etc. ist zur Überzeugung (!) gekommen ...

Beweislastregeln sind Übereinkünfte durch Gesetzgeber und Rechtsprechung, wer etwas vorzubringen und durch "Beweise" bzw. "Beweisangebote" zu belegen hat.

Das Wort "Beweis" hat hier klar die rein sprachliche Übereinkunft zu Grunde, dass man etwas als Beleg für einen Vortrag anbietet und der Richter hat dann nicht nur darüber zu entscheiden, ob er den Vortrag an und für sich für "schlüssig" hält bzw. "glaubt", sondern ob er auch den Beweisen "glaubt" - die BeweisWÜRDIGUNG ist nicht umsonst einer der Knackpunkte in den gerichtlichen Verfahren.

Zudem:
Ein großer Teil der "Beweise" vor Gericht entstammen sog. Sachverständigengutachten, die nach den Regeln (= Übereinkünften!) der Wissenschaft, wozu auch die Naturwissenschaft zählt, und dem Stand der Technik erstellt werden, womit wir wieder bei Ihren eigenen hier genannten Prämissen wären ...

Lesen Sie doch als Anwendungsbeispiel einmal etwas zu dem Urteil, bei dem das berühmte "Eishockey-Schläger Diagramm" eine Hauptrolle spielte, bspw. hier

https://www.tichyseinblick.de/kolumnen/neue-wege/gericht-urteilt-gegen-den-schoepfer-des-klimawandel-hockeyschlaegers/

Entgegen den Kommentatoren ist mit diesem Urteil eben nicht "bewiesen", dass die "Eishockey-Klimakurve" deswegen zwingend falsch sei sondern der Ersteller dieser Kurve hat den Prozess verloren, weil er einer Beweislastregel, die ihm aufgab, seine Daten zur Ermöglichung der Überprüfung durch Sachverständige offen zu legen, nicht nachkam. Das war alles. Was man von einem "Wissenschaftler", der nicht Leiter einer Entwicklungsabteilung in einem Unternehmen ist, halten mag, wenn er seine Daten/Quellen nicht freigeben/ angeben mag, bleibt jetzt aber nach wie vor jedem selber überlassen, zu beurteilen ...

Um wieder zum Eigentlichen zu kommen:
Lichtmesz benutze das Wort "bewiesen" mithin genau in einer ähnlichen, landläufig überkommen Art und Weise, wie sie der normale Mensch eben versteht, und Sie meinen jetzt, mittels großer Spitzfindigkeit und weil sie mal was irgendwo zum Empirismus oder gar kritischem Rationalismus gelesen haben, ausgerechnet hier in diesem Forum, wo jeder die Begriffe Objektiv und Subjektiv nicht nur kennt, sondern auch einzuordnen weiß, das Rad neu erfunden zu haben und eine der "Edelfedern" der Sezession aufs Glatteis gebracht zu haben.

Genau das Gegenteil ist doch der Fall ....

Venator
26. September 2019 18:26

Der europäische Mensch ist gerade dabei zu verschwinden. Es sollten sich also besser diejenigen um den Klimawandel kümmern, denen scheinbar die Zukunft gehört. Nur die haben kein so richtiges Interesse daran, ähneln eher Heuschrecken, die weiterziehen, wenn eine Gegend abgegrast ist.

Ich stehe der "Klimakrise" genauso gleichgültig und ignorant gegenüber, wie meine Mitmenschen dem Verlust (ihrer/meiner) Heimat.
Obwohl ich die Hysterie, an der offenbar auch hier einige leiden, leicht amüsant finde.

Atz
26. September 2019 18:54

Ist ja ganz einfach: Es geht um CO2 Zertifikate und das Geschäft damit.

Ich habe so meine Probleme mit einem regressiven Wissenschaftsbegriff, nachdem Wahrheit durch Konsens der Wissenschaftler konstituiert werde. Wahrheiten zu verkünden ist ja gerade das Gegenteil von Wissenschaft. Populistisch geht der Positivismus aber in Ordnung, wenn die Kritiker nicht auf die wissenschaftliche Methode setzen.

Eine Jugendbewegung, bei der die Protestziele die Jugend beklatschen, ist schon mal verdächtig.

Waldgaenger aus Schwaben
26. September 2019 20:00

Typisches Rückzugsgefecht eines Rechten in den Klimadiskussion, sorry Herr Lichtmesz.

ML
Nichts war ungewöhnlich an diesen Sommern, allein die Massensuggestion machte sie in den Augen mancher dazu. Und was für Vergleichswerte hat jemand "mit einem Geburtsdatum in diesem Jahrtausend"?
Antwort:
Tut mir leid, aber das ist nun wirklich nicht richtig. 2018 und 2019 waren in Mitteleuropa der zweit- und drittwärmste Sommer seit Beginn der Aufzeichnungen,

ML: So what? Das beweist keinen "menschengemachten Klimawandel", und subjektiv hat kaum jemand diese Sommer als besonders erlebt.

-------------

Obiger Dialog zeigt beispielhaft warum sich Rechte in der Klimafrage so schwer tun.

Erste Position: es gibt keinen Klimawandel.
Die Position wird anhand von Daten widerlegt.

Zweite Rückzugs- Position: Wenn es Klimawandel einen gibt, dann ist er nicht menschengemacht.

ML: Ich weiß nicht, ob es einen Klimawandel gibt oder ob er "menschengemacht" ist oder nicht. Ich sage nur, dass zwei heiße Sommer kein Beweis sind. Ich muß mich hier von nichts "zurückziehen".

Die Widerlegung dazu fehlt hier. Ich liefere sie mal schnell nach:
Daten aus der Vergangenheit zeigen, dass es in der Tat wärmere Perioden als heute gab und dass das Klima sich immer gewandelt hat. Das stimmt. Aber noch nie hat sich das Klima so schnell gewandelt, ausser Vulkanausbüche oder Asteroideneinschläge lösten ihn aus. Das deutet unser Verbrauch an fossilen Brennstoffen ein Teil der Ursache ist.

Dann kommt die dritte Rückzugs-Position:
Wenn der Klimawandel menschengemacht ist, dann können wir in Deutschland mit unseren 2-3% Anteil an Co2 Ausstoß sowieso nichts dran ändern.

Das stimmt nun zum großen Teil, aber durch die vorherigen Rückzüge klingt es nicht mehr überzeugend.
Was daran nicht stimmt, ist das Deutschland immer noch das Potiential hat, neue Techniken zu entwickeln. Dazu mehr unten.

Besser halte ich es gleich von Anfang an eine halthare Position einzunehmen:

Es deutte vieles darauf hin, dass es einen menschengemachten Klimawandel gibt. Die Lage ist ernst aber nicht hoffnunglos. Wir müssen zu einer rationalen Politik finden: Kernkraft auch mit schnellen Brütern, synthetische Kraftstoffe, etc. Die Lösung kann nur durch technischen Fortschritt kommen. Die soziale Frage im Frühkapitalismus wurde auch überwiegend durch technischen Fortschritt gelöst nicht durch neue Steuern und gesellschaftlichen Umbau oder Revolutionen.

Und wir müssen uns auf die schlimmsten Szenarien vorbereiten. Für den Fall, dass der Klimawandel nicht zu stoppen ist, brauchen wir massive militärische Aufrüstung für einen effektiven Grenzschutz, damit wir nicht von Hunderten von Millionen von Klimaflüchtlingen überrannt werden.

Gerade das Letzere ist ein trigger der Grünlinke zur Weißglut bringt.

Simplicius Teutsch
26. September 2019 20:07

Mit Sicherheit und wenig Mühe kann jeder interessierte Zeitgenosse feststellen:

Es gibt die von Menschen gemachte globale NATURZERSTÖRUNG in der Tier- und Pflanzenwelt und die raffgierige Rohstoffplünderung. Ich bin ja voll dafür, hier einen Riegel vorzuschieben, bevor alles zu spät ist, und wir fast alle Wildtiere ausgerottet und ihren Lebensraum zerstört haben.

Dagegen amüsieren mich mittlerweile die (deutschen) Klimahysteriker in ihren Weltrettungsbemühungen. Denn der hysterische Klima-Panik-Zug mit der Lokführerin Greta ist auf einem falschen Gleis mit dämlicher moralischer Arroganz unterwegs. Sie können offenbar nicht abbremsen und umlenken, sondern geben immer mehr Gas.

Mehr als sieben Milliarden fressgierige Menschen sind meiner Meinung nach einfach zu Viele für den Planeten Erde. Und ich sehe überhaupt nicht ein, warum wir noch Millionen fremde in unser überbevölkertes, aber gut gepflegtes und organisiertes Land reinholen sollen. Das ist krank. Da bin ich gar nicht amüsiert.

Große radikale Klimaschwankungen gab es auch ohne die Anwesenheit des Menschen auf der Erde, das wusste schon bisher jeder leidlich gebildete Mitteleuropäer, der sich ein wenig mit Geschichte und Archäologie befasst hat.

Im gegenwärtigen Mitteleuropa, soweit man das mit menschlichen Sinnen wahrnehmen kann und erlebt hat, hat sich das hin- und herschwankende Klima mit seinen teils verheerenden Stürmen und Hitzewellen in den letzten Jahren und Jahrzehnten insgesamt nicht zum Nachteil der Menschen verschlechtert, würde ich meinen. Also ruhig bleiben; nicht panisch werden.

Katastrophisch und Panik erzeugend sind lediglich die massenmedial als apokalyptische Horrormeldungen verabreichten Mess-Statistiken, Hochrechnungen und Prognosen der „wissenschaftlichen“ Klimahysteriker.

Nemesis
26. September 2019 20:15

@Schinderhannes
"Boah, ich habe ja gehofft, das ich hier was geboten kriege, aber das is schlecht"

O.k.
Oder um in Ihrem Sprachduktus zu bleiben:
Guckst Du hier:

Menschgemachter Klimawandel? Antwort mithilfe von Langzeitmessungen.
https://www.youtube.com/watch?v=r2Xc_uhlo0s

Hockeystick und menschgemachte Erderwärmung? – Temperatur-Rekonstruktionen der letzten 1000 Jahre:
https://www.youtube.com/watch?v=o6DNuyHUUgw

Ein wunderbares Beispiel logischer und sauberer Datenanalyse.
Und dabei wurde das zugrunde liegende Problem von Modellberechnungen generell und komplexer dynamischer Systeme im Besonderen noch nicht mal annähernd gestreift.

Kann aber nachgeholt werden.
So Sie denn möchten.

JakobusMolensis
26. September 2019 20:21

Geschätzte @zeitschnur,

ich möchte anmerken, dass ich Ihre Beiträge sehr erbaulich finde, kann es mir freilich nicht verkneifen, hier zwei Worte zu verlieren:
Die eschatologische Idee, dass also "der erste Himmel und die erste Erde vergehen", hat -nach meinem Verständnis- gar nichts mit der physikalischen Erde, der Naturzerstörung oder irgendetwas dergleichen zu tun. Sie meint vielmehr einen (im Osten bekannten) psychologischen Prozess, in dem das Ich zerstört wird (tibet.: Chöd, bzw. die Totenköpfe an der Halskette der Kali), wobei in der Konsequenz dabei auch Himmel und Erde vergehen, insofern diese als Projektionen im Ich existieren.

Erst in der Folge dessen kann dann die göttliche Natur des Menschen ("ich habe gesagt, ihr seid Götter") zutage treten - oder wie Carl McCoy es ausdrückt: "and our wings will unfold, and be painted like gold". (Und ja, gewiß ist dann Transzendenz und Immanenz vereint.)

Interessantes Detail am Rande: wenn man die Gesichter der Menschen anschaut, die bei Carl McCoys "Ceremonies" mitkommen, dann sind deren Gesichter zuweilen in ähnlicher Weise bis zur Agonie verzerrt wie das von Greta. Nur behalten die das für sich.

Aus der Zeit, in der Hysterie noch eine erlaubte psychologische Diagnose war, wissen wir, dass es sich dabei um einen Ausbruch psychischer Energie handelt, deren natürliches Abfließen aufgrund moralischer Blockaden verhindert wurde.
Es liegt m.E. nicht daran, dass sie erst 16 ist (in allen tribalistischen Kulturen sind Jugendliche ab 14 weitgehend selbstverantwortlich), sondern an dem was man alles liebloses mit ihr angestellt hat.

Eine "verkappte Religion"? Ja und nein. Eher eine Aktivierung eben jener psychischen Energien, die für Religiösität typisch sind, und die im materialistischen (ritualfreien, unsinnlichen) Informationszeitalter kaum einen Raum zur Entfaltung finden.
Insofern eher ein religiöser Mißbrauch, insofern die Kräfte, die eigentlich der inneren Läuterung bestimmt sind, dem äußeren Hang zur Umerziehung Anderer zugeleitet werden - weil man den Balken im eigenen Auge nunmal nicht sieht.

Gracchus
26. September 2019 21:56

@ zeitschnur, nom de guerre, Monika, JakobusMolensis

"Die falsche Denkweise der Rechten wie Linken besteht darin, zu meinen, nur der Mensch sei böse, die Natur dagegen intakt und gut." Das haben Sie gut gesagt. Wobei damit eher eine Haltung der Linken beschrieben ist. Für Rechte ist die Natur ja eher ein darwinistisches Schlachtfeld und -fest. Alle Regungen und Handlungen werden auf einen evolutionären Vorteil zurückgeführt (zum Beispiel auch der Gesang der Vögel). Alles steht in Konkurrenz, obwohl es ja offenkundig Kooperation gibt.

Ich deute das auch so, dass die gesamte Schöpfung infolge des Sündenfalls in Unordnung geraten ist. Infolge des Sündenfalls herrscht das Prinzip der Schlange. Infolge des Sündenfalls verfällt der Mensch der Natur anstatt gemäss seiner ursprünglichen Bestimmung über sie verantwortlich zu herrschen. Die neuzeitliche Wissenschaft und Technik bieten nun einen Ersatz, mit dessen Hilfe er die Natur beherrschen kann, zumindest in Ansätzen. Und man muss doch sehen, dass die Naturzerstörung von der Industrialisierung herkommt. Woher denn sonst?

Vorsicht: Ambivalenz. Ich rede keiner Deindustrialisierung oder Technikfeindlichkeit das Wort. Aber: Die westliche Lebensweise gehört für mich auf den Prüfstand. Deshalb kann ich z. B. Gauland nur eingeschränkt zustimmen, wenn er sagt, es gelte, unsere Art zu leben zu schützen. Unter dem Leitbild wissenschaftlich-technischer Naturbeher verlieren Dinge wie Heimat und Identität jeden Sinn, man kann sie nicht einmal denken.

Die Frage an einen Christen ist natürlich, ob es für einen Christen überhaupt so etwas wie Beheimatung auf dieser Erde gibt. Spontan fällt mir der Hebräerbrief ein: Fremdlinge sind wir auf Erden ... Heimat gibt es für ihn nur da, wo Himmel und Erde wieder eine Einheit bilden und zusammenwirken. Letztlich denke ich, dass es Heimat ohne transzendente Dimension nicht gibt

Entgegen Ihrer Auffassung @Jakobus Molensis ist die Zerstörung des Ich kein christliches spirituelles Ziel. Im Gegenteil. Das Wort "Ich bin" ist ja quasi der Name Gottes. Man denke auch an die "Ich bin"-Worte von Jesus Christus in den Evangelien. Es geht vielmehr darum Ich-Stärke, Persönlichkeit zu entwickeln. Das ist m. E. der fundamentale Unterschied zu den meisten fernöstlichen Religionen.
Ohne Ich und Du: keine Liebe. Und Personalität keine Verantwortung.

Laurenz
27. September 2019 08:18

@Forum .... wenn man sich hier die Beiträge so durchliest, kommt einem das kalte Grausen.

Natürlich könnte unsere Umwelt auf den Freiflächen noch viel natürlicher werden, wir könnten noch etwas mehr auf landschaftliche Kultivierung verzichten, weniger Müll produzieren und im weiten Osteuropa mehr frei-laufende Tiere halten.
Aber das Wetter war in meiner Lebenszeit noch nie so gut, wie jetzt, und die Luft noch nie so sauber. Was gibt es also für die Vernunftbegabten zu debattieren? In meinen Augen nichts.

Mir wäre es am liebsten, meine Katastrophen-gläubigen Mitbürger ängstigten sich, daß der ihnen der Himmel auf den Kopf fiele. Das hat wenigstens einen realen Hintergrund.

Mir wäre es auch lieber, die vielen linksradikalen Forums-Teilnehmer hier und die Knie-Rutscher draußen machten Greta anstatt Jesus zu ihrem Gott, so ein wahnsinniger Zwergen-Skandi ist uns identitär und kulturell schon näher als der semitische Hirte aus dem Orient. Da die horrenden Kosten dieser Glaubensmodelle etwa diegleichen sind, sollten sich die Michels schon entscheiden, wem sie nun frönen wollen. Doppelter teutonischer Irrsinn ist einfach einer zuviel und zu teuer, einer muß reichen.

Monika
27. September 2019 09:09

Noch mal abschließend:
1. Es geht beim Thema „Reich Gottes“ nicht um Weltflucht oder Gleichgültigkeit gegenüber der Schöpfung. Gemeint ist vielmehr eine Weltverantwortung, die aus der Gotteserfahrung resultiert. Es geht um die Verbindung von Aktion und Komtemplation.
Greta bedient nur den aktionistischen Part, ihr folgen Aktivisten.
2. Die eschatologische Aufbruchsstimmung gibt es auch im Neuen Testament. Der Theologe Helmut Merklein spricht vom „Reich Gottes als Handlungsprinzip“. Es geht aber nicht um einen von Angst und Panik motivierten Aktionismus, sondern um einen zunächst persönlichen Aufbruch zur Nachfolge . Daraus folgt das Handeln im Sinne Jesu.
3. Den Aktionismus junger Frauen betreffend, lese man sich etwa die Biographie der Philosophin und Sozialrevolutionärin Simone Weil ( 1909-1943) durch. Gewisse Ähnlichkeiten zu Greta Thunberg sind evident. In der Kindheit magersüchtig, litt Simone am Elend der Welt ( eine große Hungersnot in China machte sie zur politischen Aktivistin, aus Solidarität hungerte Simone Weil mit, „ihr Herz schlug für den ganzen Erdkreis“ )Von der politischen Aktivistin wurde Simone Weil zur Mystikerin.
Da kann man schon fragen, wie es mal mit Greta weitergeht. ( Bitte keine Spekulationen! ).
4. Ansonsten ist es eine Frage der Naturwissenschaft, ob es menschengemachten Klimawandel gibt oder nicht. Wissenschaftliche Theorien sind weder wahr noch falsch im Sinne „ewiger Wahrheiten“, allenfalls brauchbar.
Panik und Angst sind keine guten Ratgeber.
5. die Klimahysterie kommt sicher einigen Politikern mehr als gelegen, da sie von aktuellen Problemen ablenkt.

Axel Brenzinger
27. September 2019 11:16

Anfang 80iger gab es ein Plakat, darauf zu sehen, der amerikanische Präsident Ronald Reagan und die britische Premierministerin und „eiserne Lady“ Maggie Thatcher in der Pose des Re-Release-Posters zu Gone with the Wind, betitelt: "She promised to follow him to the end of the earth. He promised to organise it!"
(https://www.reddit.com/r/PropagandaPosters/comments/cnj2e7/she_promised_to_follow_him_to_the_end_of_the/)
Angespielt wurde (u.a., weitere Ebenen außen vor) auf den Weltuntergang in seiner atomaren Variante. Ich und meine Peargroup fanden das Plakat ausgesprochen witzig. Warum? Vordergründig schien es uns die wahren Absichten der Herren, pardon Damen der Welt (Chomsky) zu demaskieren, andererseits aber, ohne dass uns das bewusst geworden wäre, machte es sich über den Weltuntergang als solchen lustig, weil, ja weil er laut Überschrift organisiert wird. Wird er das?
Psycholgie verrät uns, dass diffuse Angst konkrete übertrifft, bishin zu generalisierter Angststörung.
Todesangst? Letztlich schon, doch ist nicht immer gleich der Leib gemeint. Die Idee des Ichs ist Identifikation mit Denkinhalt, Reflexion. Das Ich hält daran fest als ging's um Leib und Leben. Im Verstandeskapitel seiner Phänomenologie erläutert Hegel die verkehrte Welt, in der Plus in sich selbst das Negative trägt und darauf als ihm nicht Eigenes, Gegenständliches reflektiert. Das sinnliche Bewusstsein hat keine Ahnung, Spiel jener Verstandeskräfte zu sein, identifiziert sich mit einer Seite und schon haben wir beispielsweise den bellum omnium contra omnes. Ich habe schon den Eindruck, dass jene Damen und Herren des Wissens darum, ersichtlich in divide et impera, teilhaftig sein könnten.
Links und Rechts, nicht wissend, dass beide prinzipiell dasselbe denken, nur in unterschiedlicher Maskerade, werden gegeneinander in Stellung gebracht, wobei der Angstschürmodus sich nur einer Seite zu widmen braucht, folgt ihr dialektischer Weise doch die andere automatisch, wie die linke Hand links zu schreiben weiß, bis die Spannung derart, dass es knallt.

nom de guerre
27. September 2019 13:31

Nachdem das Thema Religion (anscheinend mit meiner leicht gereizten Reaktion auf @ Monikas Kommentar als Ausgangspunkt) nun breiter diskutiert worden ist, als ich es erwartet hatte, möchte ich doch noch einmal versuchen, etwas vertiefter – und hoffentlich nachvollziehbar – darzulegen, was ich meinte. Obwohl ich evangelisch getauft und konfirmiert wurde, betrachte ich das Christentum eher von außen, da es mir trotz Bibellektüre und bspw. der Jesustrilogie von Ratzinger immer fremd geblieben ist (die Stelle in Höckes Buch über zu viel Wüste und zu wenig Wald, für die er ja wegen angeblichen Kitschs viel gescholten wurde, bringt das ganz gut auf den Punkt, als Kind ging es mir genauso, obwohl ich es nicht so hätte ausdrücken können). Dies vorausgeschickt, bestreite ich nicht, dass gläubige Christen im Allgemeinen die Schöpfung bewahren wollen, aber ich kann im Christentum keinen echten positiven Bezug zur Natur erkennen – anders gesagt, christliche Spiritualität scheint auf einer sehr abstrakten Ebene zu liegen und die Natur als Bezugspunkt nicht zu brauchen. Baumgeister, heilige Tiere usw. gibt es im Christentum nicht, und auch das „Macht euch die Erde untertan“ fasse ich letztlich wörtlich auf und weniger, wie @ zeitschnur es schreibt, auf das positive Bewahren bezogen. Ich meine, es ist doch auffällig, dass, um ein Beispiel aus dem Heidentum zu nennen, in den antiken Mysterien von Eleusis, die immerhin fast 2000 Jahre lang Bestand hatten (bis der christliche Kaiser Theodosius sie verbot und die Westgoten die Tempelanlagen zerstörten), unter anderem gefeiert wurde, dass die Göttin Demeter einst den Menschen (bzw. den Vorfahren der alten Griechen) den Getreideanbau beigebracht hatte; in der Bibel ist es dagegen ausdrücklich eine Strafe Gottes, dass Adam nach der Vertreibung aus dem Paradies Ackerbau betreiben muss. Ich denke schon, dass das nicht einfach zwei verschiedene Wege sind, die gleiche Geschichte (den Übergang in die Sesshaftigkeit und zur Landwirtschaft) zu erzählen, sondern darin eine grundlegend andere Sichtweise aufgezeigt wird; passend dazu ist auch, dass der Gott des Alten Testaments kein Fruchtbarkeitsgott ist, das Getreideopfer Kains lehnt er ja ab (laut dem Theologen Heinz-Werner Kubitza gibt es jedoch Spuren im AT, wonach ein bestehender Fruchtbarkeitskult, nicht nur der fremden Kanaaniter, sondern der Israeliten selbst zerstört wurde).

Es mag sein, dass das katholische Christentum noch einmal andere Grundlagen hat – bestimmte Heilige werden von einem Tier begleitet, Franz von Assisi sprach mit den Tieren, und im Fuldaer Land war es noch bis weit ins 20. Jahrhundert üblich, dass Priester von der ganzen Gemeinde begleitet im Frühjahr die Fluren gesegnet haben (ich bin nicht ganz sicher, ob das der korrekte Begriff ist, falls nicht, möge man mich verbessern), aber dabei dürfte es sich doch eher um aus dem Heidentum übernommene Ideen ohne wirkliche biblische Grundlage handeln, wie auch bei den Schwarzen Madonnen (den echten, also nicht nur durch Kerzenrauch nachgedunkelten), etwa in Altötting, die laut Marija Gimbutas auf uralte (neolithische!) heidnische Fruchtbarkeitsgöttinnen, schwarz wie die dunkle fruchtbare Erde, zurückgehen. Im evangelischen Christentum, so wie ich es kenne, ist da jedenfalls nur noch eine große Lücke übrig (auch wenn es natürlich das Erntedankfest gibt und schöne Kirchenlieder wie Geh aus mein Herz und suche Freud), so wie dort generell das religiöse Leben zu sehr vergeistigt ist und emotionale bzw. spirituelle Bedürfnisse kaum anspricht.

Wenn Jesus nun im Neuen Testament sagt: „Mein Reich ist nicht von dieser Welt“ habe ich das nie als Versprechen einer neuen Erde, die der unseren ähnlich ist, verstanden (deshalb war ich auch so irritiert über @ Monikas „Planeten B“), sondern als das Versprechen von etwas ganz Anderem, das vom Irdischen losgelöst ist. @ JakobusMolensis spricht das an, wobei er mit Himmel und Erde als Projektionen im Ich und der Auflösung des Ich nach der östlichen Lehre einen weiteren Aspekt in die Diskussion bringt. Dass es auf der Ebene des einzelnen Menschen sogar gefährlich ist, das Irdische absolut zu setzen, sagt nebenbei bemerkt das Tibetanische Totenbuch – demnach kann die Seele, die in den irdischen Belangen verharrt, nach dem Tod nicht weitergehen. Allerdings, und damit komme ich zu dem, was mich an dem Inbezugsetzen des „Mein Reich ist nicht von dieser Welt“ zu den ökologischen Fragestellungen der heutigen Zeit eigentlich störte: Bis zu unserem Tod leben wir nun mal in dieser Welt und insofern, also solange wir leben, ist diese Welt m.E. eben sehr wohl absolut zu setzen, und wir beeinflussen sie mehr, als jedes andere Lebewesen das tut (ganz abgesehen davon, dass wir uns im Gegensatz zur Katze, die eine Maus quält, bewusst für oder gegen etwas entscheiden, das Böse erkennen können), bzw. sind gerade dabei, jegliches Leben außer uns selbst auf der Erde zu beseitigen. Dafür, das nicht einfach hinzunehmen, spricht vielleicht gerade der Umstand, dass der Mensch eigentlich nicht als dumpfe Konsummade angelegt ist und auch nicht als Tier, das ausschließlich um sein eigenes Überleben kämpft, sondern als Wesen mit einem Bezug zu einer – ob nun christlichen oder nicht – transzendenten Ebene.

Noch einmal anders gewendet, ließe sich auf die nordische Mythologie verweisen. Dort gibt es die Götterdämmerung, Ragnarök, bei der die neun Welten des nordgermanischen Kosmos untergehen und ein neuer Kosmos mit neuen Menschen und Göttern entstehen wird (der letzte Teil wird mitunter auf christliche Einflüsse zurückgeführt, passt aber auch zu der im Heidentum verbreiteten zyklischen Denkweise). Odin, der Göttervater, hat erfahren, dass der Untergang kommen wird, und obwohl – oder weil? – er weiß, dass er nicht gewinnen kann, sammelt er die gefallenen Krieger in Walhall und wird am Ende für seine Welt kämpfen, statt sich damit zu trösten, dass es danach eine neue geben wird. Diese Vorstellung erscheint mir durchaus anschlussfähig.

Dem Kommentar von @ Simplicius Teutsch kann ich weitgehend zustimmen. Wenn @ Gracchus schreibt, die westliche Lebensweise gehöre auf den Prüfstand, sehe ich das genauso, allerdings muss es dabei um eine durch ruhige Überlegung entwickelte Alternative gehen, ohne die zerstörerischen Panik, die derzeit zu beobachten ist. Bei @ Monika (27.09., 9:09) sehe ich jetzt etwas klarer.

Noch ein letztes Mal zu Greta: Auf mangelnde Religiosität – oder m.E. besser fehlende Spiritualität – würde ich nicht unbedingt Gretas eigenes Verhalten als vielmehr das ihrer Anhänger zurückführen. Diese behandeln sie ganz klar wie eine religiöse Erlöserfigur und gehen mit einer an sich wissenschaftlich zu beantwortenden Fragestellung um, als hätte es die Aufklärung nie gegeben (erhellend hierzu ist Frank Lissons Die Verachtung des Eigenen, der dieses Phänomen verkürzt gesagt als folgerichtigen Bestandteil des aktuellen Stadiums des Untergangs der abendländischen Kultur betrachtet). Bei Greta selbst sehe ich weniger dieses Erlöserverhalten im Vordergrund (ohne das interessegeleitete Handeln der Erwachsenen wäre ihr dies nicht möglich und sie müsste sich auf das beschränken, was andere Jungendliche mit psychischen Problemen eben tun), sondern massive innere Konflikte, eine verkorkste Kindheit – das Buch ihrer Mutter scheint da genügend Material zu bieten –, die sie durch die Überwertung des Klimathemas kanalisiert, weil das eigentliche Problem innerhalb ihres familiären Systems nicht angesprochen werden kann (wobei ich selbstredend nicht in Anspruch nehme, eine fachliche Diagnose zu stellen; im Ergebnis ist jede solche Äußerung hier und anderswo nur Küchentischpsychologie). Schaut man sich allerdings den Fall der Anneliese Michel aus Klingenberg an (der natürlich noch einmal andere Dimensionen hat, aber aus meiner Sicht eine vergleichbare Ausgangslage aufweist: ein überspanntes Mädchen, das sich für Problemlagen verantwortlich fühlt, die weit außerhalb ihrer Reichweite liegen, und deren Seele daran zerbricht), lässt sich erkennen, dass auch eine starke religiöse Disposition im Einzelfall nicht immer hilfreich sein muss.

Andreas Walter
27. September 2019 17:16

@Monika

Danke für den interessanten Hinweis. Ich studiere ja solche Fälle. Allerdings erst bei der englischen Wikipedia wird dann sowohl der Tantriker wie auch Psychosomatiker fündig.

Ich hatte mein ganzes Leben lang mit solchen Frauen zu tun, angefangen mit meiner Mutter. Auch in meiner Familie waren beide Weltkriege im Grunde daran schuld, bei meinen Grosseltern auch noch die Spanische Grippe. Diese Dinge, Traumen, Verletzungen der Seele und des Geistes wirken, wenn unentdeckt, sogar über mehrere Generationen weiter und hinterlassen dann auch dort ein Feld der Verwüstung und Meer der Tränen. All diese Wunden können nur Liebe heilen und manche sogar nur Gott.

zeitschnur
27. September 2019 18:04

@ Monika,

Verzeihen Sie, wenn ich da widerspreche:
Ihr Satz "Gemeint ist vielmehr eine Weltverantwortung, die aus der Gotteserfahrung resultiert" klingt zwar irgendwie sehr pathetisch und "christlich", ist aber bei genauem Hinsehen nicht greifbar und darum "leer".

Ich sage es mal provokativ und hoffe, dass Sie es mir nachsehen: Woher wissen Sie denn, ob die vermeintliche "Gotteserfahrung" nicht einfach ihr eigener Vogel ist und die "Weltverantwortung" nicht einfach Ihr uneingestandener Machttrieb? Sind Sie mit so einem Satz nicht geradezu siamesisch nah an Greta? Das meinte ich mit der "postmodernen Verstrickung der Christen" oben.

Ein Christ im NT jedenfalls handelt nicht aus "Gotteserfahrung" und "Weltverantwortung", sondern aus Glauben, und der hält an "Unsichtbarem", also folglich nicht "(sinnlich) Erfahrbarem" fest. Man "erfährt" da nichts, sondern man glaubt etwas, das man nicht sieht, nicht einmal deutlich benennen oder erklären könnte und worauf dennoch hofft. Sie Stabilität darin ist Gnadengeschenk, ebenfalls unerklärlich. Der Schlüsselsatz ist, dass alles Sichtbare (sinnlich Erkennbare) aus nicht sinnlich Erkennbarem geworden ist. Wir können hier aber nur sinnlich wahrnehmen und erkennen. Alles andere ist immer noch real-verborgen, beruht auf "Zeugnis", NICHT Erfahrung. Wenn Henoch etwa wusste, dass er Gott gefallen habe, dann hat er das nicht "erfahren", sondern entgegen seiner Erfahrung bezeugt bekommen:

"1 Der Glaube aber ist eine Wirklichkeit dessen, was man hofft, ein Überführtsein von Dingen, die man nicht sieht. 2 Denn durch ihn haben die Alten Zeugnis erlangt. 3 Durch Glauben verstehen wir, dass die Zeitalter durch Gottes Wort bereitet worden sind, so dass das Sichtbare nicht aus Erscheinendem geworden ist. 4 Durch Glauben brachte Abel Gott ein besseres Opfer dar als Kain, durch welchen Glauben er das Zeugnis erhielt, gerecht zu sein, indem Gott Zeugnis gab zu seinen Gaben; und durch diesen Glauben redet er noch, obgleich er gestorben ist. 5 Durch Glauben wurde Henoch entrückt, so dass er den Tod nicht sah, und er wurde nicht gefunden, weil Gott ihn entrückt hatte; denn vor der Entrückung hat er das Zeugnis gehabt, dass er Gott wohlgefallen habe. - 6 Ohne Glauben aber ist es unmöglich, ihm wohlzugefallen; denn wer Gott naht, muss glauben, dass er ist und denen, die ihn suchen, ein Belohner sein wird. (Hebr 11)

Der Glaube ist nach diesen Worten ein schöpferischer Akt. Er beruht auf „Zeugnis“ und nicht auf einer „Erfahrung“ - nur: wer das einmal begriffen hat, erkennt, dass das, solange wir hier leben, immer nur ein "Schatz in irdenen Gefäßen" sein kann.
Gott dagegen, "wohnt in einem Licht, zu dem niemand hinzukommen kann" (1. Tim 6,16). Was er uns bezeugt, widerspricht aller möglichen Erfahrung des "animalischen (sinnlich-natürlichen) Menschen" und richtet sich an den "geistlichen Menschen", der ebenfalls noch nicht erfahrbar ist, sondern aufgrund reinen Zeugnisses geglaubt wird.
Extrem gesprochen: ein Christ hat keinerlei sinnlichen Anhalspunkt für seine Würde als Freier und Königssohn oder -tochter. Er oder sie glaubt dies auf Zeugnis hin und sein oder ihr Selbstbild wird sich wandeln. Der Zeugnisgebende ist nach AT und NT der Geist Gottes, die „ruach“ oder der „Heilige Geist“. Es bleibt Mysterium, auf welchen Wegen er uns antrifft und „bewohnt“. Was ein Christ tut, tut er also nicht aus „Weltverantwortung“, sondern aus schlichter Gottesliebe. Jeder kann sich selbst beantworten, ob hemmungslose Naturvernichtung mit Gottesliebe übereinstimmt — soviel weiß sogar ein Atheist!

@ nom de guerre

Ihre kritischen Argumente (hinsichtlich dessen, was Sie im "abstrakten" oder "vergeistigten" Christentum vermissen) gehen mE an der christlichen Sicht vorbei, die mir aus den biblischen Texten herauszuklingen scheint:

Die Verfluchung der Erde um Adams willen (!) zeigt uns etwas anderes als "Strafe": Die Natur ist mit ihm nicht mehr im Einklang - aber um seinetwillen, nicht weil das natürlich wäre. "Dornen und Disteln" wird sie ihm fortan entgegenspreizen. Lieber @ nom de guerre, es ist wohl ein Fehlschluss zu glauben, Adam hätte zuvor keinen Ackerbau betrieben. Doch er erntete, was er gesät hat, aber vorher war es leicht, geradezu schwerelos. Im Mittelalter brachte die Scholastik den Begriff des "defectus materiae" auf, der nicht einen "Materialdefekt" meint, sondern den Widerstand, den die Materie dem Geist und Willen des Menschen entgegenspreizt: alles muss er unter Mühen ("im Schweiß seines Angesichts") schaffen. Nichts gelingt ihm mehr spielend. Und die Frauen müssen noch dazu unter Schmerzen gebären. Daher lehrte die Kirche, Maria (ohne Erbsünde empfangen und geblieben) habe ohne Schmerzen den Christus geboren - eben so, wie es ursprünglich hätte sein sollen, und Mystiker insbesondere des 19. Jh schauten, wie das Kind einfach aus ihr hervortrat.

Sie und viele irren sich vollkommen, wenn sie daraus "Vergeistigung" ableiten oder gar ein verächtliches Verhältnis zur Natur. Immerhin hat Gott ausdrücklich Erde und Meer beauftragt, Tiere und Pflanzen "hervorzubringen", sie also als Mitschöpfer an seinem Werk beteiligt. Ich weiß, dass Christen das stets überlesen, aber wer Genesis 1 ernst nimmt, wird das erkennen müssen.
Die "creatura" (Schöpfung) ist wegen des Menschen tief verwundet. So heißt es bei Paulus folgerichtig:

"19 Denn die Schöpfung wartet sehnsüchtig auf das Offenbarwerden der Söhne Gottes. 20 Gewiss, die Schöpfung ist der Nichtigkeit unterworfen, nicht aus eigenem Willen, sondern durch den, der sie unterworfen hat, auf Hoffnung hin: 21 Denn auch sie, die Schöpfung, soll von der Knechtschaft der Vergänglichkeit befreit werden zur Freiheit und Herrlichkeit der Kinder Gottes. 22 Denn wir wissen, dass die gesamte Schöpfung bis zum heutigen Tag seufzt und in Geburtswehen liegt." (Röm 8)

Eine der tiefsten Stellen des NT!
Haben Sie es gemerkt, @ nom de guerre: die Schöpfung hat Wehen, sie gebiert! Sie ist genuin beteiligt, immer noch, an Gottes Werk!
Und was gebiert sie? Die neue Schöpfung, die aus ihr hervorgehen wird, so, wie aus Maria der Christus hervorging.

Ich weiß aber aus eigener Erfahrung, wie schwer es ist, sich diesen Worten anzunähern...
Zu Ihrer positiven Haltung zu den antiken Mysterienkulten möchte ich nur zweierlei Dinge sagen:

a. Wir wissen über sie nicht wirklich etwas, weil sie logenartig und als Geheimbünde organisiert waren. Man muss aufpassen, dass man sie nicht als Projektionsfläche für eigene Phantasien missbraucht oder verkennt.

b. Was wir von einigen wissen, war teilweise extrem blutrünstig... Und Odo Casel war ja der Meinung, der Opferkult der Kirche samt der Idee, wir tränken reales Blut Christi, stamme aus den Mysterienkulten, die im eucharistischen Kult erst ihre ideale Realisation erfahren hätten. Ist also ein weites und komplexes Feld...

Monika
27. September 2019 18:54

@Zeitschnur @nom de Guerre
Danke für Ihre Details, die ich aufmerksam zur Kenntnis nehme. Ich wollte eigentlich nur kurz skizzieren, wie das Phänomen Greta aus theologischer Sicht betrachtet werden kann.
Die Details dürften hier die wenigsten interessieren.
Oder anders ausgedrückt:
Was kann die Rechte, die christliche oder heidnische oder agnostische einem linksgrünen Klimahype entgegensetzen.
Es geht m. E. zunächst um Anregungen, nicht um ein theologisches Seminar zur christlichen Weltverantwortung.

zeitschnur
27. September 2019 19:24

@ Monika

Sie müssen schon verzeihen, aber ich würde es jedem selbst überlassen, für was er sich interessiert. Das dürfte ganz unterschiedlich sein. Was man subjektiv (!) nicht interessant findet bzw was man nicht mehr parieren kann, überliest man, ohne sich zum Stellvertreter für die (ungefragten) "meisten" zu machen.

Wie Sie aber "aus theologischer Sicht" (welcher übrigens?!) dem "Phänomen Greta" sinnvoll und mit Erfolgschancen von rechts "etwas entgegensetzen wollen", ohne sich mit den Prämissen kritisch auseinanderzusetzen, die doch wegen ihrer Unhaltbarkeit maßgeblich dafür verantwortlich sind, dass wir von diesem "Hype" überrollt werden, sollten Sie sich ehrlich selbst fragen: ganz offensichtlich ist alles gescheitert, was meinte, sich entscheidende Fragen sparen zu können. Wir haben nun seit 150 Jahren x Anläufe an "Renouveaux Catholiques" und dergl hinter uns: mit dem Effekt, dass es noch schneller abwärts geht. Woran das wohl liegt? ich mache einen Vorschlag: weil die Kirche eine der Hauptakteurinnen im abendländischen Niedergang, aber auch ihres eigentlichen Glaubens ist.
Auch Papst Franziskus hat eine "theologische Sicht" und empfängt Greta mit warmem Händedruck.
Das traditionelle Christentum hat sichtlich abgewirtschaftet. Wollen Sie davor wirklich die Augen verschließen und warten, bis das Pathos der Piusbrüder diesen Prozess zum Überschlag bringt?

nom de guerre
27. September 2019 20:19

@ zeitschnur
Um mein Budget nach dem langen Kommentar von heute Nachmittag nicht überzustrapazieren, versuche ich mich kurz zu fassen, möchte aber gerne noch auf Ihre Erwiderung eingehen: Ihre Sichtweise auf die biblischen Texte ist zweifellos interessant und wenn Sie es sagen, wird sie auch theologisch vertretbar sein, aber es ist eben nicht meine. Ich kann nur von dem ausgehen, was ich selbst lese und wie ich es verstehe. Am Ende muss ich für mich entscheiden, ob ich es glaube oder nicht, und glauben kann ich es nur, wenn es mich überzeugt (jetzt bitte nicht entgegnen "credo quia absurdum est" - das ist eine völlig andere Frage).

Die antiken Mysterienkulte - bzw. den Kult von Eleusis, um den es oben ging - benutze ich nicht als Projektionsflächen für meine eigenen Phantasien, sondern gehe wiederum von der Fachliteratur aus, die ich dazu gelesen habe (insbesondere Wasson/Ruck/Hofmann, The Road to Eleusis, sowie die Hymne an Demeter aus den Homerischen Hymnen). Die Rituale scheinen dabei einigermaßen rekonstruierbar zu sein, da das geltende Schweigegelübde in der Spätzeit der Mysterien von einigen Initiierten gebrochen wurde.
Dass diese Kulte mitunter blutrünstig waren, bestreite ich nicht, allerdings werden auch im Alten Testament Opferrituale beschrieben, die dem kaum nachstehen. So fand im alten Tempel in Jerusalem ein jährliches Ritual statt, in dem Priester eine ganze Woche lang Stiere schlachteten, d.h. entsprechend der Praxis des Schächtens ausbluten ließen, übrigens ohne dabei, da rituell erforderlich, ein einziges Mal ihre blutbesudelte Kleidung zu wechseln (die Stelle weiß ich nicht auswendig, reiche sie aber bei Bedarf gerne nach). Ferner war Abraham bekanntlich bereit, sein eigenes Kind zu opfern, und im Buch der Richter tut Jephtah dies sogar tatsächlich.

Insofern glaube ich nicht, dass die frühen Christen Nachhilfe aus dem Heidentum bezüglich der Existenz blutrünstiger Rituale brauchten. Im Übrigen behauptet doch heute auch niemand mehr, dass das Christentum im luftleeren Raum bzw. ausschließlich auf der Grundlage der alttestamentarischen Überlieferung entstanden ist, da es schon wegen der vielen Heidenchristen zwangsläufig Berührungspunkte mit der übrigen antiken Welt gegeben haben muss. So weist die christliche Ikonographie von Maria mit dem Jesuskind gewisse Parallelen zur Darstellung der Isis mit dem Horusknaben auf und auch die Idee einer Auferstehung nach dem Tod war sowohl im alten Griechenland als auch im Orient geläufig (s. z.B. den Dionysoskult oder die Auferstehung/Wiedergeburt des Osiris). Die Grundlage des Abendmahls ("mein Leib ... mein Blut") lässt sich allerdings im 1. Korintherbrief und meines Wissens nach auch in den Evangelien nachweisen. So, damit höre ich auf, bevor es noch weiter ausufert.

@ Monika
Es tut mir leid, wenn ich Sie gelangweilt haben sollte. Natürlich kann auch jeder hier einfach Punkt für Punkt seine Stellungnahme abgeben und niemand muss darauf reagieren, vor allem muss niemand Fragen stellen. Das minimiert zwar die Gefahr einer weitschweifigen (manchmal ausufernden, das gebe ich gerne zu) Debatte, wäre aber vielleicht nicht besonders anregend. Daher wäre es eine Möglichkeit, es einfach den Hausherren zu überlassen, wann bzw. bei welchen Kommentaren sie die Reißleine ziehen wollen.

Laurenz
27. September 2019 20:22

@Monika ....

Zitat-Was kann die Rechte, die christliche oder heidnische oder agnostische einem linksgrünen Klimahype entgegensetzen.-Zitatende

Frau Weidel hat doch die Frage unlängst in Schnellroda beantwortet, mit Vernunft!

Die Kinder, Jugendlichen, wie Erwachsenen, die an ein wie auch immer geartetes Harmageddon glauben, werden in der Regel vom Alltag eingeholt. Die abrahamitischen Religionen, einschließlich des Marxismus, haben abgewirtschaftet, außer bei Imagine. Nur die Mechanik des Glaubens an sich, ist gleich geblieben. Die Bildungs-Christen hier müssen Sie auch nicht überzeugen. Die machen aber keine 2% der Bevölkerung aus, das geht sich aus, wie bei den Reichsbürgern, irrelevant. Die viel eminentere Frage ist, wir kommen wir zu Mehrheiten?
Das "Peak" der Grünen bei der Europa-Wahl ist mutmaßlich vorbei, auch da wählte nur jeder 4. die Kinder-Mißbrauchs-Partei. Von daher bleiben immer noch locker 60% nicht Greta-Gläubige, die auch nicht nach Erlösung suchen, die wir gewinnen können. Wie wäre es, wir kümmern uns um die?

Gustav Grambauer
27. September 2019 20:24

Greta außerhalb des Besessenheitsmodus / Überschattungsmodus, psychiatrisch gesprochen im lucidum intervallum:

https://www.youtube.com/watch?time_continue=89&v=5BcHBtwSt30

- G. G.

Augustinus
27. September 2019 20:43

@Waldgaenger aus Schwaben

Ich bin nicht ihrer Meinung, dass Kernkraft eine sinnvolle Energiegewinnungsmöglichkeit ist.

Der Betrieb von Kernkraftwerken scheint mir nicht das Problem zu sein, sondern der Atommüll der dabei anfällt.

Im folgenden Artikel ist von Technetium-99 (210.000 Jahre Halbwertzeit) oder Neptunium-237 (2,1 Millionen Jahre Halbwertzeit) die Rede. Solche Substanzen zu produzieren ist der absolute Wahnsinn.

www.planet-wissen.de/technik/atomkraft/atommuell/index.html

Bei der Kernfusion (der friedlichen Nutzung der H-Bombe) soll es angeblich nicht dieses Strahlen-Müll-Problem geben. Sofern diese Technologie irgendwann zum Durchbruch kommt, ist sie den herkömmlichen Kernkraftwerken vorzuziehen.

Für mich ist die Atomphysik und überhaupt die Tatsache, dass Masse in Energie umgewandelt werden kann immer noch ein Mysterium. Den Wissenschaftlern des Manhattan-Projekts ging es vermutlich ähnlich, sie haben sicher gespürt, dass sie an einer überirdischen Entwicklung beteiligt waren, sonst hätten sie den ersten Atombombentest bestimmt nicht Trinity benannt, was übersetzt Dreifaltigkeit heißt. Vater, Sohn und Heiliger Geist.

Gustav Grambauer
27. September 2019 20:48

Nachtrag:

Auch Maaz, der öffentlich damit prahlt, 5.000 Patienten behandelt zu haben, sieht das psychiatrische / apotropäische Problem nicht mal im Ansatz, blubbert nur wieder, sich selbst gern reden hörend, von seinem Lieblingssteckenpferd "Schmerzlichkeit".

https://www.youtube.com/watch?v=1crk25bn8Xg

- G. G.

zeitschnur
27. September 2019 21:34

@ nom de guerre

Ja, es ist viel gesagt worden von uns. Ich will Ihnen nur noch einmal ausdrücklich danken für Ihre intensive und nachdenkliche Antwort und Ihnen versichern, dass ich Sie schon sehr gut verstehe. Sie weisen auf Dinge hin, die auch mich umtreiben (Opferrituale). Bei den Typologien (Isis/Horus - Madonna/Kind) muss man natürlich fragen, seit wann dieser Typus überhaupt im christlichen Kontext auftauchte. Da gehört auch zB die Christusdarstellung als "sol invictus" dazu. Und manches andere...
Ich sehe im Verlauf der Hl. Schriften eine Entwicklung und "Reinigung": Jesus hat nirgends dazu aufgefordert, etwas Blutiges, also Vernichtetes, zuvor Lebendiges zu opfern, und von den Vertretern dieser Traditionen wurde er verworfen.
Ich komme intuitiv immer mehr dahin zu ahnen, dass hier das, was Jesus repräsentiert, wie aus einer riesigen Schattenkulisse heraustritt, die sich überlagert mit dem Handeln Gottes im Alten Israel.
Doch dazu vielleicht ein andermal mehr. Nochmals vielen Dank für die interessanten Anregungen.

Laurenz
27. September 2019 21:43

@Augustinus ... ich persönlich habe nichts gegen Ihre Meinung bezüglich irgendwelcher AKWs. Was mir tierisch auf den Senkel geht, ist ihre ultra-linke Deutsch-imperialistische Art. Wir Deutschländer sind global betrachtet irrelevant und sollten uns endlich mal wieder um uns selbst kümmern. Aktuell sind weltweit knapp 1.400 Kohlekraftwerke im Bau und an die 400 Kernkraftwerke. Marschieren wir da jetzt überall wieder mit der Grün-Rot-Front ein? Oder muß man das den Milliarden von Minderbemittelten nur bei einer Tasse Tee erklären? Sagen Sie es uns bitte.

Cugel
27. September 2019 21:45

Raskolnikow hat Lichtmeszens Artikel jüngst auf Twitter wie folgt kommentiert:

"Addendum zu einem starken Lichtmesz: die Fähigkeit eines Systems, seine Untertanen in Bewegung zu setzen ist ein Machtbeweis. Anlaß, Inhalt oder Zweck sind zweitrangig, die nackte Mobilisierung als Herrschaftsinstrument zählt."

So ist es.

Zur länglichen Diskussion um das Christentum und dessen Bezug zur Zerstörung bzw. den Schutz der Natur: Das alles kommt mir ziemlich esoterisch und wenig relevant vor.
Es ist schön, daß das widerständige Lager so vielfältig ist, jedoch sollte man bei aller Liebe zum Wegesrand den Weg selbst nicht aus den Augen verlieren.
Die organisierte Religion dient (wie alle etablierten gesellschaftlichen Institutionen) der Stützung des Systems nach Maßgabe der Herrschaft, die nichtorganisierte hat keine Wirkmacht.
Nomadische Wirtschaftsweise und daraus folgende Entwurzelung sind doch die entscheidenden Ursachen für die Misere.
Der Abfall vom Glauben spielt dabei zwar eine herausragende Rolle, doch die Art des Glaubens selbst halte ich für nachrangig.

Cugel
27. September 2019 23:26

@Augustinus
@Waldgänger

Waldgänger liegt richtig mit seiner Meinung zur Kernkraft.

Die grassierende Abschalteritis beschert uns auch in der Medizin eine veritable Krise, nämlich bei den bildgebenden Verfahren.
So ist gerade Technetium 99 ein gutes Beispiel für Stoffe, die zu produzieren eben *nicht* Wahnsinn, sondern im Gegenteil höchst sinnvoll ist, denn es findet in Gestalt seines metastabilen Isomers Tc-99m in der medizinischen Diagnostik breite segensreiche Anwendung, ebenso wie Co-60, das auch in vielen anderen Anwendungen technisch genutzt wird.
Je länger im übrigen die Halbwertszeit eines Materials, desto geringer dessen Aktivität.

Die Fusion in Tokamak oder Stellarator verläuft nicht strahlungslos.
Im Gegenteil gehören die dabei massenhaft entstehenden Neutronen, ebenso wie bei der Kernspaltung, zum Funktionsprinzip.
Auch Müll fällt daher dabei an, wenn auch weit weniger als bei den konventionellen KKW, weil nur in Gestalt von aktiviertem Konstruktionsmaterial.

Aneutronisch könnte es so gehen: https://lppfusion.com/

Planet Wissen: Ich rate dringend davon ab, sich seine Meinung zur Kernkraft aus den Verlautbarungen des Bevölkerungsempfängers zu bilden.
Die Einwände der Systemmedien gegen die Nutzung der Kernkraft sind ideologisch motivierte Volksverdummung.
Daß dagegen die Kernkraft stark vom liberalen Lager propagiert wird, ist folgerichtig, bedeutet aber nicht, daß sie Teufelswerk ist.
Wir müssen die Vernutzung der Umwelt minimieren, dabei aber realistisch bleiben; eine Rückkehr zu Windmühlen und Pferdekutschen bietet keinen Ausweg.

Anbei einige Links:
https://dual-fluid-reaktor.de/
https://festkoerper-kernphysik.de/dfr
http://www.thoriumenergyworld.com/flibe-energy.html
nuklearia.de
www.nukeklaus.net
Viele weitere Info im Netz, u. a. auch in der englischen Wikipedia.

Trinity:
"The code name "Trinity" was assigned by J. Robert Oppenheimer, the director of the Los Alamos Laboratory, inspired by the poetry of John Donne."
https://en.wikipedia.org/wiki/Trinity_(nuclear_test)

Die meisten der wissenschaftlichen Mitarbeiter des Manhattan-Projekts waren säkulare Juden und hatten als solche meist kommunistische Affekte, nicht christliche.
So auch Oppenheimer, dem die erstgenannten später zum Fallstrick wurden.
Ich glaube nicht, daß diese Leute in E=mc2 Mystisches sahen, auch wenn Oppenheimer im Angesicht der Detonation aus der Bhagavad Gita zitierte. Er hatte dabei wohl apokylptische Empfindungen, verständlicherweise.

Cugel
27. September 2019 23:46

Gretas jüngste Tirade in New York kam noch einstudierter daher als ihre vorigen Auftritte, aber das hier ist doch wirklich der letzte Beweis dafür, daß sie eine Sprechpuppe ist:

https://www.danisch.de/blog/2019/09/27/greta-unscripted/

So leicht zu durchschauen und doch so wirkmächtig, vermöge des dahinterstehenden Kapitals.
Mißbrauchtes Kind und Profitgenerator.
Ekelhaft.

Franz Bettinger
28. September 2019 00:25

Thunfische ohne Textvorlage fallen leicht aus der Rolle: https://www.youtube.com/watch?v=5BcHBtwSt30&fbclid=IwAR3OYDsYG26JjT5gtd5NYJuumAnq2Qs7cV3A3UkYQmaEoWJGBgxbxWr9G3U

Im übrigen bin ich der Meinung, dass Greta NICHT unter einem Asperger-Syndrom "leidet"; sie genießt es. Nein, im Ernst: Ich sehe keinerlei Zeichen von Autismus (Emotions- und Empathielosigkeit, Kontaktangst, Stereotypien, motorische Ungeschicklichkeit, ausweichender Blick), also auch keinen Asperger! Mit dieser Fehldiagnose will man dem Laien offensichtlich nur eine überdurchschnittliche spezifische Begabung suggerieren.

@Lichtmesz: Nicht nur das Ozonloch, auch die menschliche Variante von BSE und AIDS verschwanden heimlich still und leise aus den Schlagzeilen. Aus ähnlichen Gründen ;-)

Monika
28. September 2019 06:48

Jetzt zum Schluss
1. Es ging hier auch um die Klimafrage als religiöse Frage, als Glaubenssatz.
Nach ihrer Ankunft in New York sagte Greta in der „Daily Show“ , befragte nach dem Unterschied der Klimadebatte in den USA und Schweden:
„Hier ist der Klimawandel etwas, an das du glaubst oder nicht. Da, wo ich herkomme, ist er ein Fakt.“
Jetzt ziehe ich mal die Parallele zur Religion:
Hier ist der Glaube an den dreifaltigen Gott etwas, an das du glaubst oder nicht. Da, wo ich herkomme, ist er ein Fakt.
Wo ist nun der Unterschied?
@Cugel
Ist nicht die Klimareligion nicht genauso esoterisch wie das Christentum?
Und den Tweet von Raskolnikow fand ich interessant. Er beschreibt die Kraft der Motivation und des Aufbruchs, eben eschatologisch. Trotzdem stellt sich die Frage, wem ich so begeistert folge.
@ nom de Guerre
Sie langweilen mich nicht ! Das Thema Reich Gottes ist aber eines meiner Lieblingsthemen. Da möchte ich auf den Punkt kommen. ( Mea culpa) Die Details werde ich mir in Ruhe anschauen.

zeitschnur
28. September 2019 08:12

@ Monika

Es GEHT bei der Klimadebatte mal wieder um das "Reich Gottes" alias "Paradies" alias "Natur" alias "Muttergöttin Erde"! Der Antichrist spielt sich nun als eiertragender Retter der Göttin auf, wo er sonst durchweg kastriert wirkt (s.u.). Und die „Rechten“ stimmen damit doch weitgehend überein, nur fällt das vielen nicht auf (s.u.).

Das gesamte Vokabular der Klimabewegung offenbart das doch: vor allem die zentrale Vokabel "future" zeigt, dass es nicht nur um eine irgendwie gesicherte Zukunft gehen kann (denn das kann es naturgemäß sowieso nicht geben!), sondern um ein zukünftiges Szenario, das entweder Weltuntergang oder eben einen heilen "Neuanfang" meint. Es ist postmodernes „Sieg/Heil“-Gedöhns… Diese eschatologische Dimension geistert seit Jahrzehnten durch sämtliche politische "Zukunfts"-Projekte. Das nimmt teilweise groteske Formen an, wenn etwa Franziskus bei der 60-Jahrfeier der Römischen Verträge 2017 nach schwerer Finanz-, Migrations- und sonstiger innerer Krise seinen untertänigen europäischen Königen (das weltliche Schwert!) einbläut: "Ceterum censeo Europam aedificandam esse!" Ein klassisches "ordo ab chao" also. In dieser großschnäuzigen Dimension spielen sich offenbar im Verständnis der Zeitgenossen alle Ereignisse ab. Drunter geht’s nicht…

Auf RT kam neulich eine interessante Reportage darüber, dass die Klimareligion von denselben Kräften finanziert und gestaltet wird, die uns überhaupt in die massive Umweltzerstörung gestürzt haben - ganz maßgeblich das Militär und die Großindustrie (militärisch-industrieller Komplex). Der Club of Rome etwa, und es sollte niemanden wundern, dass im Rahmen der Klimahysterie auch ein erschreckender Hass gegen die Erzeugung von Nachkommenschaft geschürt wird: erst die "Babys als schlimmste Klimakiller" https://www.ipg-journal.de/aus-dem-netz/artikel/babys-die-fiesesten-klimakiller-2175/, nun legen junge Leute offenbar Gelübde ab, niemals Kinder zu bekommen, bevor nicht entscheidend umgestürzt wurde fürs Klima... https://sz-magazin.sueddeutsche.de/die-loesung-fuer-alles/birthstrike-blythe-pepino-gebaerstreik-87007

Dagegen ist die christliche Weltflucht ein Witz!
Das ist auch nicht nur "Wegesrand", wie es @ Cugel leider verkennt mE, sondern Zentrum dessen, was hier angeht: es geht mal wieder um Bevölkerungsreduktion. Und manche hier im Forum sollten sich doch gleich mit Raspail der Klimabewegung anschließen: der Zweck heiligt schließlich die Mittel... oder nicht?

Und @ Franz Bettinger: Ob Greta wirklich Autistin ist, habe ich insgeheim auch schon bezweifelt, dass sie aber geistig bzw seelisch nicht gesund ist, sieht man dennoch: Kein gesunder Mensch würde sich derart präsentieren.

Simplicius Teutsch
28. September 2019 10:47

Ja, Raskolnikow hat schon recht, so ist es: Das Merkel-Regime aus Politik und Medien mobilisiert erfolgreich an allen Fronten. Die mit Zwangsgebühren finanzierten Nachrichtenkanäle des Bayerischen Rundfunks beispielsweise sind regellinke Propaganda-Abteilungen.

Da läuft nichts auf dem linksgrünen Ruder. Man hat auch den Nachwuchs fest im Blick. Das wurde heute morgen im Radio auf dem Nachrichtenmanipulationskanal BR5 deutlich präsentiert, wo in einem Infoblock an den Samstagen Schulklassen (nicht nur für Schulkinder) Radio-Nachrichten erstellen, unter professioneller Anleitung der BR-Redakteure. Diesmal zum Thema „Arktis Klimaforschung“. Ein echter Professor – höchste Kompetenz signalisierend! -, der sich brav interviewen ließ, hat natürlich nicht die öffentlichen Forschungsgelder für die Schiffsreise, vermutlich der Höhepunkt seiner Berufskarriere, aufs Spiel gesetzt.

@Cugel
Raskolnikow hat Lichtmeszens Artikel jüngst auf Twitter wie folgt kommentiert:
"Addendum zu einem starken Lichtmesz: die Fähigkeit eines Systems, seine Untertanen in Bewegung zu setzen ist ein Machtbeweis. Anlaß, Inhalt oder Zweck sind zweitrangig, die nackte Mobilisierung als Herrschaftsinstrument zählt."

Gracchus
28. September 2019 11:44

Von mir jetzt auch noch - so kurz wie möglich - ein Statement:

1. Gotteserfahrung - gibt es, glaube (!) ich. Vielleicht reden Sie @zeitschnur und Sie @Monika von unterschiedlichen Dingen. Nach Palamas: @zeitschnur vom unzugänglichen Wesen Gottes (wie Gott in sich ist), @Monika von den Energien Gottes (wie Gott aus sich wirkt). Wobei sich ja beides erfahren lässt.

2. @ nom de guerre: Ihre Vorbehalte gegenüber dem "Monotonotheismus" kann ich verstehen. Das habe ich auch schon mit Befremden festgestellt. M. E. liegt das aber weniger an der christlichen Botschaft als an deren Auslegung, die sich - so mein Empfinden - rationalistisch verengt hat. Anders gesagt: Wie wir das Christentum verstehen, hängt auch immer von unserem Bewusstsein ab, und unser Bewusstsein wandelt sich. Mir leuchtet zum Beispiel intuitiv die Existenz von Naturgeistern ein. Im Grunde bin ich Animist.

3. Womöglich besteht die Apokalypse im Zusammenbruch unseres rationalistischen Weltbilds. Die Leere, die dadurch entsteht, kann man auch begrüßen. Anders als die Natur kennt der Geist kein horror vacui. Im Gegenteil.

4. Um den Schwenk zu Greta zu kriegen: Jeder merkt, dass da etwas nicht. Greta benennt keine reale Not, sie spricht aber aus einer realen Not. "Klima" lese ich daher - auf die gesamte Bewegung - als Metapher für eine innere, seelische Not.

Franz Bettinger
28. September 2019 13:06

@Augustinus: Die Halbwertzeit der Dolomiten: 200 Mio Jahre. 200.000 oder 2 Mio Jahre sind: nichts. Tektonische Verschiebungen, die in den Tiefen end-gelagerten Strahlen -„Müll“ - der gar kein Müll, sondern hochwertiges wieder verwendbares Material ist und zur Weiterverwertung accessible gelagert werden sollte - „vorzeitig“ an die Erdoberfläche befördern könnten, dauern viel länger. Also Entwarnung! - Im Übrigen: Der Kosmos besteht aus über 99,99% aus strahlender Materie, den Sonnen = Sternen, in denen Fissions- und Fusions-Prozesse stattfinden, ohne die es Schwermetalle und damit die Menschheit „und alles" gar nicht gäbe. Strahlende Materie ist also etwas ganz Natürliches, Notwendiges. Es gibt sie "natürlich" (= ganz ohne menschliches Zutun) auch auf der Erdoberfläche. Wo es sie gibt, gedeihen Pflanzen vielfältiger als anderswo; so auch in Tschernobyl. Mutationen sind lebensförderlich. Es kommt (wie immer) auf die Dosis an. Zur Verdeutlichung: Sauerstoff ist das gefährlichste Gift, das ich kenne. Ohne O2 keine Verbrennung, weder kalte (z.B. Verrottung), noch warme (z.B. Ofen). Wenn Sie 2 Stunden reinen Sauerstoff atmen, sind Sie blind; nach zwei Tagen tot. Alle Toten aller je havarierten AKWs zusammengenommen belaufen sich auf unter 30. Ein einziges Kohlebergwerks-Unglück in NZ (kürzlich) oder im Saarland (Grube Luisental) hat hunderte von Toten zur Folge - ein einziges! - von Erkrankungen wie Tbc, Silikose, Staub- und Krebs-Lungen ganz zu schweigen.

quarz
28. September 2019 13:42

@Gracchus

"Womöglich besteht die Apokalypse im Zusammenbruch unseres rationalistischen Weltbilds. Die Leere, die dadurch entsteht, kann man auch begrüßen. Anders als die Natur kennt der Geist kein horror vacui. Im Gegenteil."

Sowohl der Zusammenbruch eines rationalistischen Weltbildes als auch das Versagen im Aufbau eines rationalistischen Weltbildes hinterlässt keine Leere, sondern ein Trümmerfeld von Fragmenten, die dann für Ratio gehalten werden. Auch die Prediger gegen die Ratio greifen un- bis halbbewusst ständig auf solche Fragmente zurück - um sie im nächsten Moment schon wieder zu dementieren. Den horror vacui gibt es sehr wohl im Feld der geistigen Abhandlung der Welt.

Die Ahnung von der Unabweislichkeit rationaler Erfassung der Welt lässt sich nicht dauerhaft narkotiseren. Früher oder später erweist sich jede Opposition gegen den Logos als regressives Trotzverhalten.

Natürlich besteht das menschliche Dasein nicht nur aus dem Begreifen der Welt. Aber ohne zumindest den Versuch dieses Begreifens kann von einem menschlichen Dasein nicht die Rede sein. Er ist essentiell.

Cugel
28. September 2019 13:45

@Monika

"Ist nicht die Klimareligion nicht genauso esoterisch wie das Christentum?"

Esoterischer sogar.
Tatsächlich halte ich den christlichen Glauben für rationaler als jenen der Klimareligiösen, denn die Modelle der Klimatologen sind nachweislich stark fehlerhaft, während die Nichtexistenz Gottes nicht bewiesen werden kann.
Der Glaube an das Himmelreich ist mir sympathischer als jener an den Himmel auf Erden, schon wegen der Verheerungen, die letztgenannter angerichtet hat.
Sieferle hat die Ideologien der vergangenen 200 Jahre mit recht als realtranszendent bezeichnet.

"Und den Tweet von Raskolnikow fand ich interessant. Er beschreibt die Kraft der Motivation und des Aufbruchs, eben eschatologisch. Trotzdem stellt sich die Frage, wem ich so begeistert folge."

Unbedingt.
Wenn ich die Art des Glaubens als nachrangig bezeichnete, so bezog ich mich vorrangig auf die Weltreligionen.
Diese haben sich historisch bewährt (dies natürlich keine Ewigkeitsgarantie!), was auf Splittergruppen und Sekten kaum zutrifft. Bei jenen spielt daher (oft unreflektiertes, blindes) Vertrauen eine weit größere Rolle.

Daß die postmoderne Wissenschaftsreligion im Kern selbstwidersprüchlich ist, macht deutlich, daß es allein um Macht geht. Daß ihr nicht nur Minderjährige, sondern so viele Erwachsene
anhängen, (die als Jugendliche schon versaut wurden) offenbart den Zustand unseres Gemeinwesens.
Wie es soweit kommen konnte, ist ein interessantes Thema.

@zeitschnur
"Das ist auch nicht nur "Wegesrand", wie es @ Cugel leider verkennt mE, sondern Zentrum dessen, was hier angeht: es geht mal wieder um Bevölkerungsreduktion."

Sie haben völlig recht, was die treibenden Kräfte und deren Zielsetzung betrifft. Ich bestreite nur eine einzigartige Rolle des Christentums (s. o. meine Replik auf Monika).
MMan kann eine Ablehnung des entfesselten Liberalismus aus dem christlichen Glauben begründen, muß es aber nicht.
Der Islam z. B. widerspricht dieser asozialen Ideologie ebenso, wenn nicht stärker (s. a. Thor v. Waldstein).
Es ist eine Frage der persönlichen Präferenz. Solange wir grundsätzlich am selben Strang in die gleiche Richtung ziehen, ist das kein Problem.

Nemesis
28. September 2019 14:29

@zeitschnur
"Ist es nicht zutiefst grausam, wenn ein Löwe eine Antilope reißt? Wenn meine Katze ein eben noch an einem Grashalm spielendes Mäuschen quält und anschließend mit Nackenbiss tötet? ...
...Ich fände es schön, wenn man auf dieser christenfeindlichen Seite endlich anfinge, vernünftig zu denken."

Nein, das ist es nicht.
Es ist, was es ist: es ist Natur.
Sie könnten die Frage auch andersherum stellen: Wäre es grausam, wenn der Löwe an Hunger verendet? Oder wenn die Antilope an inneren Parasiten eingeht? Oder...
In der Natur gibt es diesbezüglich eben keine moralische Bewertung. Sie deuten dies als Perversion.
Sterben ist aber in der Natur keine Perversion. Es ist offensichtlich notwendig, daß der Kreislauf aufrecht erhalten wird.
Der Mensch scheint insofern jedoch noch über Fähigkeiten zu verfügen, als daß er über diese Dinge und eben auch über sein eigenes Sterben prinzipiell reflektieren kann. Dies scheint ihm zu ermöglichen, diesen Sozialdarwinismus nicht zwingend auf seine Gesellschaftsformen übertragen zu müssen, was sicherlich sinnvoll und auch gut ist. Dazu bedarf es aber offensichtlich bestimmter Rand- und Ordnungsparameter. Das scheint in gewisser Weise ein Alleinstellungsmerkmal zu sein, aber dennoch ist er, trotz allem, eben nicht außerhalb der Natur.

Ich halte diese Bewertung als Grausamkeit oder Perversion auch für sehr zwiespältig. Denn wenn es Ihnen ernst damit wäre, so müßten Sie ja, entsprechend Ihrer Logik, es für grausam und pervers halten, wenn gegen Krankheiten vorgegangen wird.
Oder wie würden Sie es sonst bezeichnen, wenn z.B. bestimmte Erreger (Bakterien , Parasiten, etc..) z.B. unter Zuhilfenahme von Medikamenten abgetötet werden? Ist das für Sie dann auch pervers? Grausam?
Und wenn nicht: Wo ziehen Sie dann die Grenze?

Was Ihre Katze anbelangt: Schaffen Sie sie einfach ab. Dann werden auch nicht solche massiven Anzahlen von Vögeln von ihnen geschreddert. Mäuse können Sie auch anders fangen.
Problem solved.

„Ich fände es schön, wenn man auf dieser christenfeindlichen Seite endlich anfinge, vernünftig zu denken.“

Christenfeindlich ist diese Seite aus meiner Sicht keineswegs.
Daß hier verschiedene Ansichten aufeinanderprallen: d‘accord.
Daß die eine oder andere etwas heftiger ausfällt: o.k.
So ist es halt im Leben. Muß man aushalten, jedenfalls solange es bei Meinungen bleibt.
Denn wenn es so wäre, daß sie christenfeindlich ist, so könnten Sie nicht bei jedem Beitrag bei Ihrem Thema enden.
Und vernünftig denken heißt dann konkret was?
Alle die anders denken sind unvernünftig?

"Und was gebiert sie? Die neue Schöpfung, die aus ihr hervorgehen wird, so, wie aus Maria der Christus hervorging."

Ich wäre mit der neuen Schöpfung und der des neuen Menschen mehr als vorsichtig. Bis jetzt ist das noch immer danebengegangen.
Und es könnte durchaus sein, daß diese tiefe Sehnsucht die Ursache all dieser Neuschöpfungsversuche ist.

links ist wo der daumen rechts ist
28. September 2019 22:53

Apokalypse, Ironie und Selbstzerstörung

Ich mische mich ja nur ungern in den Gelehrtendisput, auf welche Weise die antiken Mysterienkulte Eingang gefunden haben in die christliche Eucharistie.

Aber kurz zurück zum Ausgangstext von ML.

Die apokalyptische Szenerie der 80er (speziell auch aus Kinder- oder Jugendsicht), also Waldsterben, Aids, Tschernobyl und natürlich die letzte Phase des Kaltes Krieges vor Gorbatschow, sehe ich etwas anders gewichtet.
Neben der tatsächlichen Beklemmung und realen Untergangsängsten – zentral etwa das sogenannte „Hattenbach“-Syndrom
https://de.wikipedia.org/wiki/The_Nuclear_Battlefield
- gab es natürlich vielfältige Formen von Eskapismus, neben literarisch abgefeierten und vielgelesenen Texten, die in anderen Zeiten oder an anderen Orten spielten (von Christa Wolfs „Kassandra“ bis zu Ransmayers „Letzte Welt“) oft auch nur in Form von Geblödel oder Galgenhumor wie in manchen heute schwer erträglichen Hervorbringungen der Populärmusik („Besuchen Sie Europa...“).

Zwei Dinge sind für mich aber bezeichnend:
Einerseits der Hang zu einer Art Bestandsaufnahme der geistig-kulturellen Hervorbringungen des Abendlandes besonders in der ersten Hälfte der 80er; als mein absolutes Lieblingsbeispiel dazu dies unscheinbare Büchlein:
Bernhard Buderath/ Henry Makowski: Die Natur dem Menschen untertan. Ökologische Systeme im Spiegel der Landschaftsmalerei (Kindler 1983/ dtv 1986). Tatsächlich ein „Einmal noch alles erzählen und dokumentieren“ in einer fast wissenschaftlichen Märchenprosa.
(Nebenbei: Sloterdijk ist für mich seit damals eine Mischung aus Michael Ende und Philosophischer Anthropologie.)
Zum anderen:
Ging denn damals mit dem Händedruck der beiden Schauspieler Reagan und Gorbatschow nicht auch tatsächlich etwas zu Ende, wurde man nicht von einem Albdruck befreit? Nicht im Sinne dessen was danach kam, sondern als Augenblicksgeste - zudem im strahlend unschuldig weißen „Höfdi“ in Reykjavik (das man auch als Kontrast zu allen unheilschwangeren Häusern seit Norman Bates' Zuhause sehen kann).

Und haben dann nicht gerade die Mainstream-Filme der 90er ein fast unmöglich scheinendes Höchstmaß an Transparenz, Luzidität und Selbstironie erreicht; also alles von „The Truman Show“ über „The Game“ bis zu „Matrix“; Filme wie „Fight Club“, „Magnolia“ und „The Sixth Sense“ durften die dunkle Seite widerspiegeln.
Symptomatisch etwa der Unterschied zwischen „Terminator 1“ und „Terminator 2“.
Hat diese ontologische Verunsicherung und das Spiel mit einem doppelten Boden – v.a. im Genre der „Mindgame-Movies“ - nicht auch ein Höchstmaß an ästhetischem Genuß bereitet?

Hier wurde eben die Differenz von Sein und Schein spielerisch benannt im Gegendsatz zu vielen Filmen der 70er und 80er, die nur Verunsicherung oder Ausweglosigkeit schilderten: die italienischen Söldnerfilme mit ihrem Niemandsland (Wo steht der Feind? Beispiel „Inglorious Bastards“), die italienischen und französischen „Paranoia-Krimis“ bis hin zu absolut beklemmenden Meisterwerken der 80er wie „Manhunter“, „Leben und Sterben in L.A.“ oder „Henry: Portrait of a Serial Killer“ (die Liste ließe sich fortsetzen).

Klar gab's dann ­– gerade auch aus deutscher Sicht - spezifische Horizontverengungen, die den Perspektivenwechsel in den 90ern schal werden ließen oder tatsächlich zu einer Lust am „Satanischen“ führten wie tlw. bei Spielberg aber v.a. bei Tarantino (Letzterer im Weltbürgerkrieg der letzten 30 Jahre vermutlich ähnlich instrumentalisiert wie die abstrakten Künstler in den 50ern als CIA-Agenten, angeheuert vielleicht kurz nach „Reservoir Dogs“?). Der Kampf gegen das Böse (im Idealfall erledigte es sich selbst) wurde zur Lust an der Selbstzerstörung.

Tarantinos Antipode Lars von Trier (ähnlich genial wie Pasolini) hat hier vermutlich mit „Melancholia“ den Kern getroffen: die Lust am Bösen beruht auf verdrängten Menschheitskatastrophen, am sinnfälligsten immer noch am Luzifer-Symbol verdeutlicht (der gefallene Morgenstern = kosmische Katastrophe).

Ich fasse aus meiner Sicht den zeitlichen Ablauf noch einmal zusammen:

1. Beklemmung, reale Ängste, Verdrängung, Eskapismus, „Pfeifen im Wald“.

2. Angstdruckbefreiung durch symbolische Gesten, ironisches Spiel mit der Einsicht: ja, eure schlimmsten Alpträume sind wahr, es gibt einen doppelten Boden. Ästhetischer Genuß.

3. Das postmoderne Spiel mit Gewaltästhetik wird zu einer selbstzerstörerischen Jagd auf das ewig Böse; Beispiel: Tarantinos ewiger Nazi als Symbol wird in „Django Unchained“ - zeitlich zurückversetzt – zu einem Kompagnon bei der Auslöschung der weißen Kultur.

Mein Fazit:
Diese drei zeitlichen Aspekte scheinen nun bei der gegenwärtigen Endzeit-Psychose auf seiten der Klima-Wiedertäufer zusammenzufallen.
Echte Ängste (die heulende Greta), das Böse ist dingfest gemacht (wieder einmal die bösen alten weißen Männer), im Kampf gegen das Böse wird die Selbstmarginalisierung bis hin zur Selbstzerstörung gleich mitgeliefert.

Dies auch als kleiner Nachtrag zu Lichtmeszens Aufsatz über die „Blumen des Bösen“.
Meine „filmgeschichtlichen“ Ausführungen sind hier nur kurz skizziert und andernorts ausführlicher behandelt.

Franz Bettinger
28. September 2019 22:58

@Nemesis: 1. George Carlin zum Totlachen, many thanks! Diese tolle Comedy müsste Lisa Fitz auf deutsch covern!
Und 2. Danke auch für Ihre Antwort (und den Link) an die Klima-Kirchgänger. Das Klima war in den letzten 60 Jahren nie besser als heute. Kein Grädchen kälter wünsche ich es mir. Alles wächst prächtig aufgrund von Wärme und CO2. Je mehr davon desto besser!

RMH
29. September 2019 09:29

"Alles wächst prächtig aufgrund von Wärme und CO2. Je mehr davon desto besser!"

Da ja hier der Subjektivismus seine fröhlichen Urständ feiert, gebe ich dazu auch einmal meinen subjektiven Eindruck wieder:

In meiner Heimat (Franken) regent es ganz klar nicht mehr gleichmäßig genug über das Jahr verteilt und es gibt regelrechte Dürreperioden. Ich habe am Haus einen 600 qm Garten sowie zusätzlich einen alten Weinberg (Steilhang, Südlage) und die Perioden, wo es schlicht zu wenig regnet, werden eindeutig länger. Das Problem ist nicht - und das sagte auch einmal Herr Kachelmann - eine höhere Temperatur sondern die Dürre. Ich persönlich habe schon immer viel Regenwasser gesammelt, denn es regnet ja schon noch, nur eben nicht mehr regelmäßig spätestens alle 10-14 Tage, wie sonst der Fall war. In den letzten 2 Jahren wurden die Regenwasserspeicher regelmäßig komplett leer, so dass ich jetzt weitere anschaffe.

Ganz aktuelle Lage: Nachdem es wochenlang eigentlich gar nicht geregnet hat und die Landschaft komplett ausdorrte, der Blattabwurf der Bäume sehr früh eingesetzt hat, hat es jetzt 1 Woche ordentlich Niederschlag gegeben. In früheren Zeiten wäre jetzt der Feldweg (Naturweg, ohne Kies etc.) neben meinem Haus matschig und man bräuchte feste Schuhe, um da entlang zu gehen. Was aber, nachdem es einen halben Tag nicht mehr regnete? Der Weg war wieder komplett trocken … nach 1 Woche deutlichem Niederschlag wäre er früher deutlich länger matschig gewesen, für mich Zeichen dafür, wie ausgetrocknet der Boden ist.

Und das merkt hier bei uns jeder, da bei uns noch viel Land und Garten da ist und insofern glauben die Leute in der Tat deutlich eher an die Klimahysterie, da sie eben in hoher Zahl auch noch eine tatsächliche Rückkoppelung mit der Natur haben.

Wenn ausreichend Wasser gleichmäßig übers Jahr verteilt sich niederschlägt, sind höhere Temperaturen kein Thema. In den Jahren vor den beiden trockenen Jahren habe ich vermutlich tonnenweise Schnittgut entsorgt, damit Garten und Weinberg nicht zuwuchern und komplett verwildern und auch in diesem Jahr, trotz Dürre, ist einiges wieder zurecht zu schneiden. Wenn Wasser da ist, regelt sich viel von alleine natürlich ein.

Eine ernsthafte "Klimapolitik" würde daher die Bevorratung von Wasser und Wasserspeicher massiv fördern. Die Photosynthese, welche das C02 bindet, benötig schließlich Wasser.

PS: Bitte bei Gelegenheit einmal ein Dauerforum "Religion und Theologie" aufmachen ...

Franz Bettinger
29. September 2019 09:50

@Nemesis: Und wie schafft man eine Katze ab? Also, ohne grausam zu sein? ;-) Ihre Praxisnähe gefällt mir, Nemesis. Wenn Sie nicht zu nah am eigenen Grab oder zu weit vom Saarland entfernt wohnen, würde ich Sie gerne persönlich kennenlernen. On y va?

@Cugel: Was Sie - ähnlich wie die Existenz oder Nicht-Existenz eines Gottes - ebenfalls nicht beweisen können, ist die Nicht-Existenz eines Roten Telefon, das 376 Lichtjahre von der Erde entfernt im Weltall schwebt, also etwa im Sternenstrom der Plejaden in optischer Nähe von M1 alias 'Stern von Bethlehem‘, dem 'Auge Gottes', jenen geradezu unheimlich schönen Überresten jener Supernova aus dem Jahre 1054? Ist es also möglich, dass dieses Telefon genau dort existiert? Ja. Ist es wahrscheinlich? Ganz und gar nicht! Ergo: Nicht-Existenzen (Gott, schwebende Telefone, Außerirdische…) lassen sich grundsätzlich nicht beweisen. Die Unmöglichkeit der Beweisführung macht ihre Existenz aber nicht schon deshalb wahrscheinlich(er). Deshalb gilt angenähert Folgendes: Was man mit keinem Sinn und keiner Apparatur erkennen kann, das gibt es (sehr wahrscheinlich) nicht.

nom de guerre
29. September 2019 10:21

@ Nemesis
"Was Ihre Katze anbelangt: Schaffen Sie sie einfach ab. Dann werden auch nicht solche massiven Anzahlen von Vögeln von ihnen geschreddert."

Es ist ja bekannt, dass links wie rechts haustierfeindliche Positionen nicht unverbreitet sind, und ich will hier ganz sicher keine Diskussion darüber lostreten, aber da Ihr Einwand („Vögel schreddern“) zum Thema Ökologie gehört, möchte ich kurz darauf eingehen: Es mag sein, dass Katzen ab und zu Vögel fangen, die einen mehr, die anderen - meine faulen Kater etwa, die sich damit begnügen, das Vogelhäuschen zu belauern - eher weniger. Aber wenn es darum geht, Singvögel zu schützen, wäre es m.E. effektiver, über eine ökologisch sinnvolle Bepflanzung von Gärten nachzudenken. Wenn viele Gartenbesitzer zum Beispiel exotische Hecken bevorzugen, die heimischen Vögeln keine Nahrung bieten, schadet das der Vogelwelt mehr, als Katzen es können. Weißdörner oder Schlehenhecken sind da hilfreiche Alternativen. Ebenso ist Nistkästen aufzuhängen eine gute Möglichkeit, um die zumindest hier bei uns überproportional vorhandenen Elstern daran zu hindern, die Gelege anderer Vogelarten auszurauben – alles natürlich im Rahmen der eigenen Möglichkeiten.

zeitschnur
29. September 2019 10:23

@ quarz

Ich stimme Ihnen hier uneingeschränkt zu! Die eigentümliche "Mentalität" des Menschlichen kann dauerhaft ohne die Rationalität nicht aufrechterhalten werden. Die Religion, schon gar das Christentum, erst recht nicht. In der Religion wird vielmehr eher deutlich, ähnlich wie in der Musik, wie alle menschlichen Parameter zusammenwirken. Einer davon, aber eben nur einer, aber der dann als König, ist die ratio, die (nüchterne) Vernunft.

@ Nemesis

Es stimmt - die Seite ist selbst nicht christenfeindlich. Das habe ich zu pauschal formuliert, tut mir leid, das nehme ich zurück. Ich meinte: hier tummeln sich in manchen Threads einige bärbeißge Christenfresser.

Zu Ihren Argumenten:

Sie frieren einen angenommenen status quo ein - das ist voreilig. Ich sage dazu nur mal als Denkanstoß: der Löwe könnte auch Gras fressen, und die "Parasiten" könnten auch eine positive Funktion ausüben (wir kennen ja auch die notwendige Besiedelung mit ihnen, etwa im Darm, und wissen, dass wir ohne sie stürben. Sie zeigen uns, wofür all dieses mikrobische Gewürm ursprünglich einmal gedacht gewesen sein könnte... Es ist vielmehr wie ein Bann, der auf der Natur liegt und zur destruktiven Endlosschleife zwingt ("Kreisläufe"). Bitte bedenken Sie: das alles müsste nicht so sein. Die Reflexionsmöglichkeit des Menschen auf das alles schließt eben dieses Denken in Potenzialen ein.

Ich sehe zB in der ebenfalls sehr auffallenden "veganen" Ausrichtung der Klimabewegung sehr wohl ein ganz altes Sehnsuchtsbild:
Auch wenn es modisch und manipulativ inszeniert wird, ist es ja nichts Neues, sondern eine alte menschliche Überzeugung: dass es nicht wirklich natürlich ist, dass wir uns gegenseitig fressen, und mit "wir" meine ich beseelte Wesen, die atmen und einen Blutkreislauf haben.
Wir wissen tief in uns, dass das nicht einfach "normal" ist, dass wir Tiere schlachten.
In der alten Zeit, bis vor ca. 1500 Jahren, wurde in Europa alle Schlachtungen im Rahmen eines rituellen Aktes vorgenommen oder eingebunden in ein göttliches Geschehen (etwa beim Jagen). Keine Zivilisation fraß einfach die Tiere ohne dieses Bewusstsein, dass hier eigentlich ein Sakrileg geschieht, eine Grenzüberschreitung. Im Tieropfer drückt sich die Not dieser Grenzüberschreitung geradezu gespenstisch aus.
Wir sind dafür blind und taub geworden, v.a. auch, seitdem wir wieder Blut fressen. Es war seit der Sintflut das Tiere-Essen zwar erlaubt, das Blutfressen aber ausdrücklich verboten. So grausam die Torah später war - aber auch sie verbot dies sogar unter Todesdrohung.
Auf dem Apostelkonzil wurde dieses Verbot auch für die Heidenchristen als "Geheiß des Heiligen Geistes" aufrechterhalten und lange eingehalten. ich möchte darauf hinweisen, dass es die RKK war, die es im Mittelalter selbstherrlich aufhob. ab da fraß der weströmische Christ auch wieder ohne Hemmungen das Blut anderer Wesen und imaginierte, er trinke das Blut Christi.
In der Orthodoxie und vielen Freikirchen wird bis heute aber das Verbot des Blutgenusses eingehalten.

Ich "ende" sicher bei der Religion - eben weil ohne sie nichts, aber auch gar nichts verständlich ist von unserer Geschichte und unserem menschlichen Wesen. Sie ist der Schlüssel zu allem, und ich halte es für eine Milchmädchenrechnung, ihr diesen Platz nicht auch wenigstens in der Reflexion zuzugestehen. was dabei herauskommt, ist noch blutrünstiger als alles, was in ihrem namen schon zu verzeichnen ist an Gräueln.

Laurenz
29. September 2019 10:28

@Cugel & Co.

Auch wir Heiden leugnen keine göttliche Allmacht. Wir leugnen nur, daß die Göttliche Allmacht zum Hanswurst, zum Popanz wird, wie bei den Christen, Juden und Moslems. Der Versuch Leibnitz' diesen inneren Widerspruch zu kitten, ist gescheitert. Die Atheisten sind auch nicht besser, wenn sie zwanghaft an das nichts glauben.
Wir Heiden beschränken uns weitestgehend rein auf die Wahrnehmung des Göttlichen und nur ein Idiot leugnet die übermenschlichen kosmischen Kräfte die in und um uns wirken. Nur die Selbstüberschätzung des Verstandes läßt die (atheistisch religiösen) Rationalisten, hier ganz ganz christlich, die individuelle Beseeltheit aller Schöpfung ignorieren.

Orientalen haben keinen Bezug zur Natur. Sie zerstören sie. Und sie werden auch unsere Natur verwüsten, wenn wir sie lassen. Abrahamitische Non-Kultur ist Natur-feindlich, es gibt keinen Erhalt der Schöpfung, nur die totalitäre Herrschaft über sie. Der Wüsten-Hanswurst gebietet seinem Volk: "Machet Euch die Welt untertan".
"Wir" sind hier auch nur "Welt".

Warum erkennt der Alte Fritz die tägliche Hollywood-TV-Nummer, Juden/Jesus Gott werden zu lassen und Sie, Cugel, nicht?
Warum macht Hollywood nicht einen Chinesen zu Gott? Mutmaßlich brachte man einen chinesischen Jesus, Bruce Lee, auch um.
Oder wie in der Debatte hier, warum machen Sie nicht einen dämlichen Zwerg-Skandi zum Gott? Religiöser Rassismus?
Wenn ich mir hier die Debatte über das Religiöse durchlese, frag ich mich dauernd, welche Drogen nehmen meine Mit-Foristen? Kann man die legal kaufen?
Gestern hatte ich die Freude, durch den Thüringer Wald fahren zu dürfen und nebenbei Wahlkampf zu machen. Bei der Betrachtung dieser wunderbaren Natur konnte ich in keiner Sekunde irgendwelche Hollywood-Helden durchscheinen sehen. Diese haben mit unserem Wald nicht das geringste zu tun.
Es lebe die Freiheit des menschlichen Geistes! Tod der Herrschaft des unmenschlichen Geistes!

Simplicius Teutsch
29. September 2019 13:16

„Wie klimaschädlich lebst du?!!!“

Greta Thunberg, die schwedische Klimaheilige: Wir müssen den Ausstoß von klimaschädlichen Treibhausgasen, wie CO2, rapide senken, um den Klimawandel und seine katastrophalen, globalen Auswirkungen zu begrenzen.

Das ist nicht zum Lachen. Wer darüber lacht und Witze macht, ist böse und dumm wie Donald Trump.

Klimaneutral leben! CO2 reduzieren!

Berechnen Sie – mit dem CO2-Rechner des deutschen Umweltbundesamts - Ihre aktuelle CO2-Bilanz und optimieren Sie diese für die Zukunft.

Fazit: Unsere auftrumpfenden FFF-Kids sind das pädagogische Ergebnis der permanenten linksgrünen Indoktrination in der Schule und über die Massenmedien. Die etablierte Politik in Deutschland und die Wirtschaftsführer (z.B. VW-Vorstand) haben kapituliert.

Was ist, wenn die Aussage im Lexikon der Physik von 1959 doch die realistische ist? - „CO2 ist als Klimagas bedeutungslos.“ (https://www.youtube.com/watch?v=-3g-tW6PpuM).

Da muss ich dann schon lachen.

Cugel
29. September 2019 19:16

@Laurenz
Ich habe den Eindruck, daß Sie mich falsch einsortieren.
Ich halte keine Zwiesprache mit dem bärtigen alten Mann da oben, ob er nun aus dem Norden mit einem Wanderstab daherkommt oder aus dem Orient, mit oder ohne Sohn. Mohammed stehe ich nicht näher als Jesus oder Buddha. Religionen sehe ich funktional, als soziale Systeme (weswegen Ihre Bemerkung zum Alten Fritz nicht trifft). Ihre Wahrheit interessiert mich wenig, weil sie sich der Prüfung entzieht. Das meinte ich mit historischer Bewährung, deswegen sprach ich vom Wegesrand, und deshalb habe ich mich mit dem Heidentum noch nicht befaßt. Das Konzept einer beseelten Natur ist mir jedoch nicht neu, das Christentum lediglich vertrauter, weil ich von dort komme.

Können Sie noch spezifizieren, ob Sie sich rein oder weitestgehend auf die Wahrnehmung des Göttlichen beschränken? Oder liegt hier ein Editierfehler vor?

@Franz Bettinger
Was die Wahrscheinlichkeit der Existenz des roten galaktischen Telefons betrifft, bin ich ganz bei Ihnen.
Daß Gott wahrscheinlicher ist, habe ich ja nicht gesagt. Die Unsicherheit der Klimamodelle ist aber doch wohl eine andere Nummer.

Die Religionsdiskussion ist hier bei SiN nicht neu und gleicht dem Streit um des Kaisers Bart. Es ist eben eine Glaubensfrage.

Gracchus
29. September 2019 19:29

"Alles wächst prächtig aufgrund von Wärme und CO2. Je mehr davon desto besser!" Ich erinnere mich, dass in meiner Kindheit noch häufiger geschneit hat und der Schnee auch liegen geblieben.

Gracchus
29. September 2019 19:55

Mag die Klimabewegung auch religiöse Züge zeigen, so ist sie doch ohne Transzendenz. Ich habe mal zufällig Bruchstücke einer Konversation mitangehört, wo Person A Person B vorschwärmte, wie toll es doch im Hambi gewesen sei, an diesen Protesten teilzunehmen: "Da herrscht ein tolles Gemeinschaftsgefühl ..." Das war der Tenor; wofür oder wogegen man da protestiert hat, war zweitrangig. M. E. erklärt das einiges.

Ich neige dazu, das unter "Die Rückkehr der Grossen Erzählung" zu verbuchen. Anscheinend kommt man im Westen ohne nicht aus.

ML hat mit elitenaffirmativ ganz recht. Das ist überhaupt das Verstörende daran. Luisa Neubauer sagt in einem Interview, sie, die Kids, hätten natürlich keine Lösung, die sollte die Politik bringen. Das ist für einen Machthaber natürlich äusserst schmeichelhaft. Greta tut so, als hätten die Politiker das Klima in der Hand. Auch der Begriff "Klima-Paket" geht in diese Richtung.

Gracchus
29. September 2019 20:03

@quarz @zeitschnur
Ich sprach nicht unbedingt von Vernunft, ich meinte den menschlichen Intellekt, der auf die Naturbeherrschung abzielt ("Wissen ist Macht") und da muss ich - ausnahmsweise und abgesehen von den wohl nicht nur mir zum Halse raushängenden antichristlichen Ressentiments - @Laurenz beipflichten:
"Nur die Selbstüberschätzung des Verstandes läßt die (atheistisch religiösen) Rationalisten, hier ganz ganz christlich, die individuelle Beseeltheit aller Schöpfung ignorieren."
Ich denke dabei insbesondere an Henri Bergsons Arbeiten zu Intellekt und Intuition.

Nemesis
29. September 2019 20:45

@nom de guerre
Keine Sorge, ich bin kein Haustierfeind und Sie müssen sich auch nicht für Ihre faulen Kater rechtfertigen (und vor mir schon gar nicht, dann schon eher vor den Mäusen).
Was ich damit eigentlich sagen wollte:
Man kann sich doch nicht ernsthaft eine Katze anschaffen und sich dann hinterher darüber beklagen, daß die Katze das macht, was ihre Natur ausmacht: nämlich Mäuse jagen. Das macht doch keinen Sinn.

@Franz Bettinger
„Und wie schafft man eine Katze ab? Also, ohne grausam zu sein? ;-

Das liefe dann wohl auf eine moraltheoretische Grundsatz-entscheidung hinaus: Katze oder Mäuse?

„Ihre Praxisnähe gefällt mir, Nemesis. Wenn Sie nicht zu nah am eigenen Grab oder zu weit vom Saarland entfernt wohnen, würde ich Sie gerne persönlich kennenlernen. On y va?“

Das könntevielleicht daran liegen, daß ich im Tiefsten meines Herzens möglicherweise ein Geisteswissenschaftler bin – der aber im Körper eines Ingenieurs gefangen ist.
:))
„Wieweit entfernt vom eigenen Grab?“
Tja, das weiß man wohl erst, wenn man über die Kante geht (präziser: gehoben wird). Ich hoffe natürlich, daß das noch ein gutes Stück dauert bis dahin.
Saarland... mußte ich erstmal auf der Karte suchen :)
Ist aber noch ein ordentliches Stück weg.
Aber wer weiß, was die Zukunft noch bringen mag?

@zeitschnur
„Es ist vielmehr wie ein Bann, der auf der Natur liegt und zur destruktiven Endlosschleife zwingt ("Kreisläufe").“

Aus der Sicht der Natur ist es aber möglicherweise weder Bann noch destruktiv, sondern konstruktiv. Vergehen, Neuschaffen, Weiterentwickelung.

„Bitte bedenken Sie: das alles müsste nicht so sein. Die Reflexionsmöglichkeit des Menschen auf das alles schließt eben dieses Denken in Potenzialen ein.“

Da habe ich auch keinerlei Probleme mit – solange man das wie es sein könnte, nicht mit dem verwechselt, wie es ist. Und dann meint, man müsse anfangen, unter allen Umständen entsprechende Korrekturen nach dem Motto durchzuführen:
Wenn das Modell nicht auf die Wirklichkeit paßt – umso schlimmer für die Wirklichkeit, denn dann muß sie eben an das Modell angepaßt werden..

„Wir wissen tief in uns, dass das nicht einfach "normal" ist, dass wir Tiere schlachten.“

Ich prognostiziere Ihnen, was dann kommt, wenn Fleisch verboten ist (ob ich Recht habe, steht auf einem anderen Blatt):
Als nächstes wird man entdecken, daß die Pflanzen beseelt sind.
Das sie Empfindungen haben. Das sie leiden, wenn man sie pflückt und ißt. Was dann bleibt: reiner Industriefraß (vegan) und industrielle Zusatz- und Ergänzungsmittel.
Vielleicht ist dann die nächste Stufe, daß man nur noch essen darf, was keinen Schatten wirft. Keine Ahnung.
Auch eine Möglichkeit der Bevölkerungsreduktion.
Betrifft zumindest diejenigen, die sich das aufzwingen lassen.

„In der alten Zeit, bis vor ca. 1500 Jahren, wurde in Europa alle Schlachtungen im Rahmen eines rituellen Aktes vorgenommen oder eingebunden in ein göttliches Geschehen (etwa beim Jagen)..“

In dem Punkt bin ich bei Ihnen. Und er hat mit Dankbarkeit und Bewußtsein zu tun.

"Wir sind dafür blind und taub geworden, v.a. auch, seitdem wir wieder Blut fressen.“

Ihrer Logik zufolge müßten dann Vegetarier die besseren, friedvolleren Menschen sein? Sie wissen, wer Vegetarier war?
Und jetzt?

„Ich "ende" sicher bei der Religion.. Sie ist der Schlüssel zu allem, und ich halte es für eine Milchmädchenrechnung, ihr diesen Platz nicht auch wenigstens in der Reflexion zuzugestehen.“

Ich wende mich auch nicht gegen Ihre Reflexionen oder gegen Ihre Glaubensüberzeugung. Das will ich nicht und es steht mir auch nicht zu. Es ist eher Ihr Absolutheitsanspruch der mich stellenweise widerborstig sein läßt. Sie schreiben und argumentieren, jedenfalls aus meiner Sicht, so, als ob es außer den von Ihnen vertretenen Ansichten nichts anderes geben könne oder dürfe. Und das unterschreibe ich so nicht.

„was dabei herauskommt, ist noch blutrünstiger als alles, was in ihrem namen schon zu verzeichnen ist an Gräueln.“

Das ist so ein Beispiel, daß ich meine.
Vielleicht haben Sie ja recht. Vielleicht aber auch nicht.
Ich meine, wenn Sie ernsthaft darüber nachdenken, dann müßten Sie auch in Betracht ziehen, daß früher einfach auch nicht die neuzeitlichen Möglichkeiten der Massenvernichtung gegeben waren. Und dann könnte Ihre Bilanzierung schlichtweg falsch sein.
Was ich damit sagen will:
Ich bin im Laufe meines Lebens allen möglichen Menschen begegnet, darunter: Christen, Atheisten, Agnostiker, Moslems …
Darunter waren wunderbare Menschen.
Unter darunter waren *$§%&/! (sie wissen schon…)

Für mich läßt das eigentlich nur folgende Schlußfolgerung zu:
Glauben oder Nichtglauben kann nicht das Bestimmende sein. Es muß offensichtlich etwas sein, was im Menschen selber begründet liegt. Oder eben nicht. Was immer das auch sein mag.
Daß Beides, Glauben wie Nichtglauben offensichtlich dazu benützt werden kann und auch benützt werden wird, um jeweils die Eine oder Andere Seite zu verstärken, ist evident. Ich könnte jetzt aber daraus nicht folgern, daß nur die eine Seite die Richtige sein kann.
Letzten Endes ist es, jedenfalls aus meiner Sicht, die persönliche, individuelle Entscheidung jeden Einzelnen, was ihm oder ihr Halt, Trost, Zuversicht, Mut… in dieser Welt zu geben vermag.
Gefährlich wird es dann, wenn ich dem Anderen diese Entscheidung absprechen bzw. aufzwängen will.

So, das war mein Wort zum Sonntag.
:))

Cugel
29. September 2019 21:49

@RMH, Bettinger
Déja vu:
Als ich kürzlich eine klimakastrophengläubige Mittvierzigerin (Frauenüberschuß in dieser Sekte), promovierte Biochemikerin, auf die düngende Wirkung des CO2 hinwies, hielt sie mir trotzig die Trockenheit entgegen. Wetter mit Klima verwechselt, typisch. Verlagerungen des Jetstreams, ein bekannter Vorgang, sind wohl Ursache des Regenmangels. Das kurze Gedächtnis der Leute ist ein Problem, die Massenpropaganda dessen Ursache. Wie bricht man die Macht des medialen Komplexes?

Andreas Walter
29. September 2019 21:53

Klasse, der Mann:

https://youtu.be/wCnUUGilH5Y

Während des Films wurde mir auch die Ursache der bolschewistische Revolution bewusst, oder besser gesagt, warum zu dem Zeitpunkt. Ich bin halt Agraringenieur. Unruhen gab es ja schon ab 1880. In der Situation war das Schliessen der Grenzen in die VSA 1924 natürlich eine soziale wie auch politische Katastrophe für Europa. Das passt alles zeitlich auch zu den Salpeterkriegen und zur Suche nach etwas wie dem Haber-Bosch-Verfahren, um die Erträge trotzdem wieder zu steigern. Not macht bekanntlich erfinderisch, Wohlstand faul und dumm.

Was Monika schreibt ist übrigens wahr. Es gibt bis heute kein Experiment, welches einen Treibhauseffekt bei Gasen überhaupt jemals bewiesen hätte. Zudem das CO2 auch nur für Nanosekunden lang angeregt wird, die Energie also fast sofort wieder in alle Richtungen abgibt, und eben auch keine dichten Wolken wie H2O bildet, die zudem zum Teil auch noch flüssig sind.

Wahrscheinlich sieht die Rechnung darum so aus: Zu 70 bis 80% bestimmt die Sonne das Klima, der Rest das Wasser im Himmel (also die Wolken), und vielleicht, aber auch nur vielleicht, ein winziger Anteil auch das CO2, Methan und andere Spurengase. So winzig, dass auch die Dinosaurier bei 2.000 ppm CO2 es gerade mal 2°C wärmer als jetzt hatten.

Panik habe ich wegen CO2 deswegen nicht. Mir machen eher fanatische Muslime, fanatische Kommunisten/Sozialisten und fanatische, grüne Klima-Nazis sorgen, neben ausbeuterischen Kapitalisten und auch unfähigen Regierungen, die mit Geld nicht umgehen, haushalten können, beziehungsweise wollen. Weil man sich Macht und die Gunst der Wähler auch kaufen kann.

Der "Klimaholocaust" ist daher ein Schwindel, solange man ihn für menschengemacht hält.

Schade eigentlich, denn ich halte moderne, bessere Kernkraft und freiwillige Reduktion der Geburtenraten für die Lösung vieler, wenn nicht sogar aller Probleme.

https://dual-fluid-reaktor.de

Mehr Energie auch für die derzeit Armen, denn Energie bedeutet Wohlstand, und Wohlstand bedeutet im Normalfall auch weniger Geburten. Wird aber eh nicht klappen, also bereitet euch auf Krieg vor. Alle gegen alle, Gruppen gegen Gruppen, Nationen gegen Nationen, Bündnisse gegen Bündnisse. Wo Christen bei all dem bleiben weiss nur Gott, denn wer nicht kämpft, kämpfen will muss etwas anderes von Wert anbieten denen, die für ihn kämpfen. Heikle Sache, auch moralisch. Thomas der Zweifler soll ja auch ermordet worden sein, in Indien, Andreas in Griechenland. Jakobus dagegen soll den Beinamen Matamoros (= „Maurentöter“) in Spanien erhalten haben. Also vom Paulus zum Saulus? Nicht unbedingt im Sinn des Meisters.

nom de guerre
30. September 2019 09:21

@ Nemesis
"Man kann sich doch nicht ernsthaft eine Katze anschaffen und sich dann hinterher darüber beklagen, daß die Katze das macht, was ihre Natur ausmacht: nämlich Mäuse jagen. Das macht doch keinen Sinn."
OK, damit bin ich einverstanden. Katzen machen das eben, das ist der Kreislauf der Natur, den ich insoweit - also solange es die Tier- und Pflanzenwelt betrifft, ohne einschneidende Eingriffe des Menschen - stimmig finde. Mögen Mäuse natürlich anders sehen.

Hinsichtlich Ihrer nachfolgenden Ausführungen über in Zukunft noch erlaubte Speisen wäre dieser Artikel vielleicht interessant: http://www.pi-news.net/2019/09/schweden-verzehr-von-toten-menschen-und-abfall-gegen-den-klimawandel/
"Soylent Green" kann man heutzutage offenbar als positive Vision wahrnehmen und wird dafür auch noch mit Preisen ausgezeichnet.

Franz Bettinger
30. September 2019 09:41

@zeitschnur und @Nemesis:
Anekdote aus meiner Kindheit: "Die Menschen,“ fuhr der Pfarrer fort, „sollen herrschen über alle Tiere und die ganze Erde. Den Tieren aber gab Gott alle grünen Pflanzen zur Nahrung, und er sah, dass es gut war. Es wurde Abend und es wurde Morgen, sechster Tag.“ „Herr Pfarrer? Ich hab eine Frage.“ Gequält verdrehte der gute Mann die Augen. „Du schon wieder! Also?“ „Hat Gott die Fleisch fressenden Tiere vergessen? Den Löwen, den Hund, die Bären und die Adler?“ Der Pfarrer nahm die Bibel zur Hand. Er suchte die Fleischfresser in der Genesis. Er schwitzte. Er fand sie nicht. Der liebe Gott hatte einen Teil der Tiere vergessen. „Jetzt reicht's mir!“ Er hatte überhaupt keine Lust mehr an dieser Stunde, und er beschloss, auf diesen Franzel nicht mehr einzugehen.

Laurenz
30. September 2019 10:00

@Cugel .... Danke für die Arbeit Ihres Beitrages. Er ist sehr klar und nachvollziehbar.
Und ich möchte von daher relativ nüchtern antworten.

Im aktuellen Zeitgeist spricht man eher von Spiritualität als vom Heidentum. Es gibt weder Regeln noch Gemeinden, abgesehen von den Kostüm-Heiden-Gruppen auf FB, (wobei Wikinger-Klamotten eben schon cooler und identitärer sind als der Schador im Nonnen-Kloster und Sutanen von Priestern,) und den jeweiligen losen Hellinger-, Castaneda- und Tolle-"Communities", wobei Kontakt zu diesen oder anderen nicht notwendig ist. Bis auf die Schotten tragen wir aus der germanischen & keltischen Kultur >Hosen<, was uns äußerlich unterscheidet.

Von daher schreibe ich Ihnen gegenüber nur über mich.
Zeitgeistig beeinflußt bin ich von Carlos Castaneda (*1925/+1998), Bert Hellinger (*1925/+2019, vor 11 Tagen) und Eckhart Tolle (*1948). Die beiden ersten beziehen sich eindeutig auf den Schamanismus, definieren vom "christlichen Standpunkt" aus betrachtet, die Zauberei, die Magie, die nichts mehr ist, als eine nuancenhafte kontrollierte Verschiebung des Bewußtseins und der Wahrnehmung.
Zauberer, Schamanen, Druiden, Goden sind in der Lage mit der kontrollierten Verschiebung des
Bewußtseins durch unterschiedliche Welten oder Parallel-Universen zu reisen.
Tolle gilt als der größte lebende Spiritualist. Mir kam Er beim Lesen weniger spirituell als vielmehr bodenständig vor. Alle drei leben von der Beobachtung des Menschen und Ihrer seelischen Verhältnisse, suchen gute Lösungen. Alle 3 stehen hochgradig in der Kritik, was die Freiheit des Individuums in der persönlichen Zuwendung/Abwendung ausdrückt. Im diametralen Gegensatz hierzu stehen die totalitären Wüsten-Religionen, die auf Exklusivität und damit zwangsläufig auf Ausgrenzung pochen, ja davon leben, was Sie, Cugel, schon hier im Forum feststellen können. Selbst das hier beheimatete Bildungs-Christentum ist völlig(!) Kritik-unfähig, was ja auch Sinn und Zweck dieser Religionen ist, die Kindes-mißbräuchliche Zerstörung der (spirituellen) Wahrnehmung der externen Umwelt.
(Siehe hierzu 2. Buch Mose, Exodus, 22:17 "Die Zauberinnen (also Hexen) sollst du nicht leben lassen".) Es geht also bis zur tatsächlichen Ausrottung der Ungläubigen.
Auch das Ablegen jeglicher eigenen Verantwortlichkeit für das eigene Tun, wird am Tempel-Eingang legalisiert.

Da wir aus einer Erzähl- und nicht aus einer Schrift-Kultur entstammen, ist die Legende, das Märchen, die Mythologie von größter Bedeutung. Die Interpretation dieser bleibt jedem selbst überlassen. Es gibt keine Regeln außer die Natur-gesetzlichen und die eigene Wahrnehmung. Es existiert ebenso kein arroganter Humanismus. Historisch orientiere ich mich an der (leider unvollständigen) identitären Edda und unseren Sagen. Elementar ist unsere ureigene komplexe Schöpfungs-Geschichte in der älteren Edda, die diametral dem primitiven 7-Tage-Wüsten-Kult, dem uns Fremden, gegenübersteht. Wenn Sie, Cugel, beim Lesen davon ausgehen, daß unsere Altvorderen mindestens ein genauso großes Hirn hatten wie wir, und vordergründig Texte, Lieder, Märchen unter dem Aspekt der Wahrnehmung lesen, werden Sie erkennen, daß es sich größtenteils um die Wiedergabe der spirituellen, individuellen Wahrnehmung von Fakten handelt und nicht von Wunder-Tätigen.
An unserer realen Geschichte erkennen Sie unseren Föderalismus (die Freiheit), der dem Heidentum entstammt, mit all den geo-politischen Nachteilen, die der Föderalismus mit sich bringt. Und Sie sehen auch hier bei unseren geehrten SiN-Protagonisten den inneren Widerspruch, der zwischen dem christlichen Zentralismus und unserem ureigenen heidnischen Föderalismus pendelt. Unsere SiN-Birkenbiehls, wie zB Zeitschnur, würden Ihnen hier mit der Idee urchristlicher Gemeinden kommen, ähnlich den Kibbuzim, aber die sind mangels Masse irrelevant und falsch, da sie dem Sinn der Wirkung abrahamitischen Seins widersprechen.
Wenn Sie weitere konkrete Fragen haben sollten, lassen Sie Sich von der Redaktion meine E-Post-Adresse geben.

@Gracchus .... ich mag mich hier nicht schon wieder mit Ihrem leidigen Mords-Kult auseinandersetzen. Soviel sei dazu politisch gesagt. Mir geht es einfach auf den Senkel, daß Sie nicht zur Ihrer Glaubens-Geschichte stehen und dafür keine Verantwortung übernehmen, die tatsächliche Wirkung Ihrer Lehre ignorieren. Das ist nicht anders als bei den Marxisten, die vom ungenügenden Menschen ausgehen, welcher der reinen Lehre nicht gerecht wird und ihn daher umerziehen wollen. Es gibt aber keine anderen Menschen, als diejenigen, die da sind.
Abseits des Christentums mag ich Ihnen lieber den plausiblen Vortrag von Frau Birkenbihl über den Islam posten. Der einzige Haken bei Frau Birkenbihl ist, daß Ihr Vortrag nur lapidare Minderheiten auch in der islamischen Welt interessiert. Von daher ist der theoretische Islam Frau Birkenbihls belanglos. Und natürlich erkennen Sie in der eindeutigen Wirkung der Lehre die Verwandschaft des Islam zum Christentum. https://youtu.be/yfYF8UbOC-o

Franz Bettinger
30. September 2019 10:06

@Gracchus schreibt: "In meiner Kindheit schneite es noch häufig und der Schnee blieb auch liegen“.
Ja, daran erinnere ich mich auch, und es war schön; schön wie die langen heißen Sommer damals! Das war in den 60-er Jahren, als man in den Zeitungen vor einer neuen Eiszeit warnte. Obwohl: Kohle- und Stahl-Industrie im Saarland pusteten damals mehr CO2 in die Luft und Ruß auf die Fenstersimse und in die Wäsche als je zuvor oder danach. Hat das Klima nicht gestört. "Eiszeit voraus!" Ha!

Franz Bettinger
30. September 2019 10:36

@Cugel fragt: "Wie bricht man die Macht der Medien?“ Ich sage: Wie das Moos, das auf alten Dachziegeln wächst. Es dringt in die Ritzen, erweitert sie zu Spalten und zerbricht die Ziegeln. Am Ende stürzen die Lügengebäude stets ein.

Gracchus
30. September 2019 11:38

Falls Sie es nicht gemerkt haben, habe ich Sie zustimmend zitiert. Ansonsten ignoriere ich Sie weitgehend. Es verlangt von Ihnen niemand, sich mit irgendwas auseinanderzusetzen, es würde reichen, wenn Sie einfach mal die Klappe halten. Sie können nur pöbeln; andere Ansicht können Sie nicht gelten lassen. Mir ist die Gewaltgeschichte des Christentums bewusst. Verantwortung kann ich aber nur für das übernehmen, was ich getan habe. Mit Ihrer Kollektivschuld-These schiessen Sie sich nebenbei ins Bein. Und die heidnischen Mords-Kulte schieben Sie mal schön beseite.

herbstlicht
30. September 2019 11:57

@Andreas Walter, 29. September 2019 21:5 schrieb:

»Es gibt bis heute kein Experiment, welches einen Treibhauseffekt bei Gasen überhaupt jemals bewiesen hätte.«

Frage eines Physikers (und erfahrenen Waldläufers): Wie erklären Sie dann, daß geringe Abkühlung abends/nachts, trotz "sternenklar", auf feuchte Luft, baldige Eintrübung und Regen deuten? Meinte immer, daß eben auch Wasserdampf (Gasphase des Wassers!) im IR-Bereich anregbar ist; daß also der "Treibhauseffekt" bei wechselnder Luftfeuchtigkeit unmittelbar beobachtbar ist. (Wage halt schon lange nicht mehr, bei klarem Himmel aber ohne deutliche Abkühlung, im Biwak auf das Dach zu verzichten.)

Laurenz
30. September 2019 13:43

@Gracchus ... solange Sie & Konsorten tonnenweise Ihren ewig gestrigen antiken Marxismus kundtun, anstatt sich der Gegenwart und der Zukunft zuzuwenden, werde ich garantiert, insoweit die Redaktion es erlaubt, dagegen halten.

Ein freier Mann führt freies Wort.

Ihre persönliche werdende und ziemlich "linke", nichts-sagende Antwort gibt mir, dafür danke ich Ihnen sehr herzlich, Gracchus, auch noch letztendlich Recht. Pax vobiscum.

Franz Bettinger
30. September 2019 14:58

Ich (Nicht-Physiker aber auch Waldläufer und Draußen-Schläfer) wage mal eine Antwort: Bei Abkühlung sinkt der Taupunkt (d.h. Luftfeuchtigkeit = 100% mit der Folge von Schwüle, Dunst, Nebel, Wolken und am Ende Regen); dies grundsätzlich, egal wie viel Wasserdampf die Luft enthält. Bei wenig Dampf (=sternenklar) ist die Chance auf Regen allerdings geringer als bei viel Wasserdampf (bei Wolken). Grob gesagt: Legen Sie sich lieber unters Sternenzelt als unter eine Wolkendecke, wenn sie trocken bleiben wollen (trotz des morgendlichen Taus). Das rät Ihnen ein anderer Waldläufer. Mit dem Treibhauseffekt hat die Sache nichts zu tun.

Gracchus
30. September 2019 15:00

@Laurenz
Mir ist bewusst, dass Sie sich im Recht fühlen und immer im Recht fühlen werden, weil die Maxime, unter der Sie hier antreten, offenbar lautet: Ich habe recht. Ich sehe nicht, dass die Christen hier im Forum missionarisch unterwegs sind, sie bilden auch keine Einheitsfront, wie man leicht sehen kann, wenn man die Diskussion verfolgt, sie reden nicht für Papst, Kirche oder sonstwen und treten - zum Glück - nicht für einen Gottesstaat ein. Es gibt nicht DEN christlichen Standpunkt, es gibt ganz offensichtlich christliche Pluralität. Es geht hier wohl eher darum, auszuloten, ob es Schnittmengen gibt oder geben kann zwischen einer christlichen und rechten Perspektive. Ich habe Ihnen bzgl. der einseitigen Verstandesbetonung sogar zugestimmt. Ich könnte mit ihnen auch über Castaneda, Hellinger, Tolle oder Schamanismus diskutieren, wenn ich den Eindruck hätte, dass mit Ihnen eine differenzierte Diskussion möglich wäre. Für mein Empfinden werden Sie, sobald es um irgendetwas Christliches geht, übergriffig, unsachlich und persönlich. Wie bei Greta fällt es mir schwer, da nicht ihr ganz persönliches Problem zu sehen. Sei's drum. Von mir aus: Pax!

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