Sonntagsheld (123) – Biomare bleibt sortenrein

Umweltschutz muß nicht immer die Hypothese des menschgemachten Klimawandels teilen – da bin ich mit meinen Kommentatoren...

 Gastbeitrag

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vom letz­ten Arti­kel einer Mei­nung. Das sieht im übri­gen auch unser dies­wö­chi­ger Sonn­tags­held so und man kann gleich sagen, daß ihm die­se Ansicht wahr­schein­lich zum Ver­häng­nis wurde.

Die Rede ist von Jan Ples­sow, sei­nes Zei­chens Chef der Spree­wal­der Hir­se­müh­le und Bei­sit­zer in einem AfD-Kreis­vor­stand. Letz­te­res nahm die Leip­zi­ger Bio-Ket­te “Bio­ma­re” zum Anlaß, um Ples­sows Pro­duk­te aus ihrem Sor­ti­ment zu ent­fer­nen. Und zwar nicht ein­fach so durch Unter­las­sen der Nach­be­stel­lung, son­dern als öffent­li­chen Akt, inklu­si­ve schi­cker Info­blätt­chen für die Kunden.

Anstoß an der AfD-Mit­glied­schaft nahm vor allem Geschäfts­füh­rer Mal­te Reu­pert, der als Grü­nen-Mit­glied den not­wen­di­gen Spür­sinn bei der Jagd nach aller­hand lüg­ne­ri­schen Lügen­leug­nern hat. In einem Schrei­ben, mit dem er die Hir­se­müh­le über die Aus­lis­tung ihrer Pro­duk­te infor­mier­te, war unter ande­rem fol­gen­des zu lesen:

Sehr geehr­ter Herr Plessow, 

wir neh­men zur Kennt­nis, daß Sie per­sön­lich sich als Kreis­vor­stand der AfD betä­ti­gen. Dies ist selbst­ver­ständ­lich Ihre freie per­sön­li­che Entscheidung. 

Da Ihre Pro­duk­te bis­her in den Rega­len unse­rer Läden ste­hen, ist Ihre Ent­schei­dung jedoch auch für uns als Unter­neh­men von Bedeu­tung, denn Bio­ma­re hat sich dem Ziel ver­schrie­ben, auf dem Weg in eine nach­hal­ti­ge Wirt­schaft mit aller Kon­se­quenz vor­an zu gehen. Unse­re Kun­den erwar­ten von uns, daß wir unser Sor­ti­ment nach den Kri­te­ri­en der Nach­hal­tig­keit auswählen.” 

Wer kennt sie nicht, die bei­läu­fi­ge Zukennt­nis­nah­me der Bei­sit­zer­schaft in irgend­ei­nem Kreis­vor­stand? Die­ser Tage scheint es ja ein regel­rech­tes Mas­sen­phä­no­men gewor­den zu sein, daß einem beim arg­lo­sen Netz­durch­stö­bern auf ein­mal die omi­nö­sen Par­tei­mit­glied­schaf­ten von Geschäfts­part­nern gera­de­zu auf­ge­drängt wer­den, ohne, daß man sich dage­gen weh­ren kann.

Inzwi­schen kennt, den­ke ich, jeder von uns einen auf­rech­ten Bun­des­bür­ger, den dubio­se Jugend­fo­tos von Freun­den in fal­scher Gesell­schaft, oder nebu­lö­se Ver­bin­dun­gen sei­ner Mit­ar­bei­ter zu ver­ru­fe­nen Orga­ni­sa­tio­nen zum Han­deln zwan­gen, ihm also gar kei­ne Mög­lich­keit lie­ßen als eine Erklä­rung abzu­son­dern, die dann meist so , oder so ähn­lich klang:

“Mit Ihrer Mit­glied­schaft in der AfD geben Sie ein kla­res poli­ti­sches und mensch­li­ches State­ment ab. Sie stel­len sich damit gegen die wich­tigs­ten Zie­le von Bio­ma­re. Sie machen sich selbst als öko­lo­gi­scher Unter­neh­mer höchst unglaub­wür­dig. Dies macht uns eine wei­te­re Zusam­men­ar­beit mit Ihnen unmög­lich. Wir lis­ten daher Ihre Pro­duk­te aus unse­rem Sor­ti­ment aus.”

Ver­bun­den wird die­se Ankün­di­gung gern noch mit dem klas­si­schen Fei­gen­blätt­chen des sanf­ten Tota­li­ta­ris­mus: Dem Gesprächs­an­ge­bot. Wie könn­te man bes­ser Dia­log­be­reit­schaft signa­li­sie­ren, als den Gegen­über aus dem Raum zu wer­fen, ihm die Türe vor der Nase zuzu­schla­gen und durch das Schlüs­sel­loch zu flüstern:

“Bis zur Ver­öf­fent­li­chung am 26.7. haben Sie gern Gele­gen­heit, even­tu­el­le Irr­tü­mer oder fal­sche Schluß­fol­ge­run­gen aufzuklären.Wir hof­fen, daß unse­re kla­re Posi­tio­nie­rung ein Denk­an­stoß sein kann. Für einen kon­struk­ti­ven Dia­log ste­hen wir zur Verfügung.” 

Es ist ein Glück und ein Segen, daß Jan Ples­sow durch die grün­sti­chi­ge Trie­fig­keit die­ser Honig­flos­keln hin­durch­blickt und hin­ter ihnen die Mao-Bibel erkennt, die ihm mit all­zu zärt­li­cher Vehe­menz zur sozia­lis­ti­schen Selbst­kri­tik unter die Nase gehal­ten wird.

Über­haupt sind die Erwi­de­run­gen des Betrof­fe­nen regel­recht woh­tu­end: Sie sind getra­gen vom Thy­mos eines Man­nes der mit vol­lem Recht und Selbst­be­wußt­sein die ent­schei­den­de Fra­ge stellt:

Wie kom­men sie über­haupt dazu einem unbe­schol­te­nen Bür­ger in Sta­si-Manier nach­zu­spio­nie­ren? Kon­trol­lie­ren sie bei allen ihren Geschäfts­part­nern in orwell­scher Art und Wei­se die per­sön­li­chen Ein­stel­lun­gen und gesell­schafts­po­li­ti­schen Ansich­ten? Was treibt sie an, Nach­for­schun­gen über mich anzu­stel­len? Woher und wie­so haben sie die Infor­ma­tio­nen? Sie sind mir defi­ni­tiv noch Ant­wor­ten schuldig” 

Fühlt sich gut an, oder? Der gesam­te Schrift­ver­kehr zwi­schen Ples­sow und Reu­pert läßt sich hier nach­le­sen, ein lesens­wer­tes Inter­view zum Fall erschien zudem in der Jun­gen Freiheit.

Zum wei­te­ren Ver­fah­ren brau­che ich, den­ke ich, nicht all­zu­viel zu erklä­ren: Wer mei­nen Arti­kel liest und pri­vat oder geschäft­lich eine Mög­lich­keit hat, patrio­ti­sche Soli­da­ri­tät zu zei­gen und dabei einem alten euro­päi­schen Nutz­ge­trei­de zu neu­er Gel­tung zu ver­hel­fen, der kann an die­ser Stel­le Kon­takt aufnehmen.

 

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Kommentare (36)

qvc1753

7. Oktober 2019 07:36

Ach ich weiss nicht - dem einen wie dem anderen scheint Öffentlichkeit wichtig zu sein.
Wer als Händler eine gewisse Weltanschauung mitverkauft, der will dies offenbar auch öffentlich tun. Oder eben nur Hirse vom „richtigen“ Händler haben.

Natürlich ist der anders denkende Produzent darüber nicht erfreut. Das seine politische Haltung nun aber mit Stasi-Methoden heraus zu finden war, das glaubt er vermutlich selber nicht. Weder konnte die Stasi mal eben einen Namen googeln, noch gab es damals Facebook. Inzwischen dürfte die politische Präferenz jedes Facebook Users erkenntlich sein.
Sich also darüber zu ereifern, dass erschliesst sich mir nicht.
So lange also Biomare keine Anzeigen in der Jungen Welt schalten muss, so lange sollen die von mir aus ihr Sortiment politisch rein erhalten.
Wenn das dann den Planeten rettet, von mir aus.

Mir bleibt es dann zu konstatieren, das Links und Rechts sich inzwischen über den korrekten Hirseverkauf definieren.
Glücklich das Land, das solche Probleme hat.

Der Hirse wird es egal sein.

RMH

7. Oktober 2019 07:38

@all,
bitte unbedingt das im Artikel verlinkte Interview in der JF zusätzlich lesen!

Für den Biomüller ist es nicht nur ein einzelner Provinzanbieter, der hier boykottiert, sondern es sind auch die ganz großen Anbieter in Deutschland dabei, die ihn aus den Einkaufslisten geschmissen haben. Die wahre Dimension des Falles erschließt sich nur über die Lektüre des Interviews.

Caroline Sommerfeld

7. Oktober 2019 09:50

https://blogs.taz.de/hausmeisterblog/2006/08/23/brecht-im-blog/

Die Erziehung der Hirse

"Gegen Hitler kämpfte Mensch und Ähre

Auf den einsten baren Steppen mit.

Vorwärts rückten die Befreierheere

Und die Hirse folgte liebend ihrem Schritt."

Grobschlosser

7. Oktober 2019 11:17

1) Vorgang an alle Mitstreiter kommunizieren ; einen geeigneten Großhändler finden .

2) Hirse individuell bestellen .

Stasimethoden bekämpfen .

Tiuri

7. Oktober 2019 11:25

Herr Wessels, besteht Hoffnung dass das Variete Identitaire mal wieder von sich hören lässt? Würde mich sehr freuen.

Kompliment an den Sonntagshelden, bei nicht-einknicken stellt sich oft heraus dass die Waffen des Gegners stumpf sind und dieser sich auf die reine Drohwirkung verließ.

Lotta Vorbeck

7. Oktober 2019 12:14

@Tiuri - 7. Oktober 2019 - 11:25 AM

"...

Kompliment an den Sonntagshelden, bei nicht-einknicken stellt sich oft heraus dass die Waffen des Gegners stumpf sind und dieser sich auf die reine Drohwirkung verließ.

**********************

Die Standfestigkeit des Lausitzer Hirsemüllers ist aller Ehren wert. Allerdings dürfte seine Mühle allein von unserem Hirseverzehr ökonomisch nicht überleben können.

nom de guerre

7. Oktober 2019 12:41

@ RMH Ja! Alnatura und Demeter haben ihn anscheinend auch ausgelistet und bei manchen Online-Shops ist sein Produkt zum Teil noch drin, aber (angeblich) zurzeit nicht lieferbar. Das ist alles nicht harmlos und (@ Tiuri) die Waffen des Gegners sind in diesem Fall leider überhaupt nicht stumpf.

Habe mich am Wochenende etwas damit beschäftigt, weil ich den Müller unterstützen wollte – Hirsebrot backe ich zwar normalerweise nicht, aber warum nicht damit anfangen – nur habe ich keine Bestellmöglichkeit gefunden, leider auch nicht bei der Spreewälder Hirsemühle selbst. Weiß jemand, ob die Privatkunden direkt beliefern?

Insgesamt ist das eine ziemlich eklige Geschichte, Tichys Einblick hat einen Teil des E-Mail-Wechsels veröffentlicht: https://www.tichyseinblick.de/kolumnen/alexander-wallasch-heute/aber-bitte-ohne-afd-hirse/
Mir hat das zur Brechreizerzeugung absolut gereicht, mehr brauche davon wirklich nicht. Besonders erlesen ist der Schluss, als der Malte vom Biomarkt dem bösen AfD-Müller Vorschläge unterbreitet, was er tun könne, um eine Geschäftsbeziehung wieder zu ermöglichen. Leider nur allzu verbreitet, diese Art von Charakter.

Weltversteher

7. Oktober 2019 13:21

Ich möchte noch anmerken, daß Plessow es war, der vor zehn bis zwanzig Jahren den Hirsenabau in der BRD überhaupt wieder ermöglicht hat, insofern er die erste bundesdeutsche Hirse auf den Markt brachte. Er hat dafür die Verarbeitungstechnik eingerichtet und etlichen Bauern, v. a. in Brandenburg, so überhaupt eine Anbau- und Absatzmöglichkeit geschaffen. Diese sind jetzt mit in Gefahr, denn wohin sollten sie ihre Hirse demnächst vielleicht liefern?
Hirse im Bioladen kommt sonst fast durchweg aus China, bestenfalls Vorderasien. Nur in Österreich wird schon länger einheimische Hirse verkauft.

t.gygax

7. Oktober 2019 17:38

Kleiner Tip: sich mal bei kununu die Rückmeldungen der Mitarbeiter zu dem Laden "biomare" anschauen. Dann weiß man, um was es sich für eine Person bei dem "Geschäftsführer " handelt..... das ist übrigens in der Öko-Szene seit Jahr und Tag das Problem: Leute, die andere gnadenlos ausbeuten, weil es immer Idealisten gibt, die gerne in dem Bereich arbeiten. Eigentlich ein Trauerspiel, aber " so sind hier die Leute " (F.J. Degenhardt gegen den Strich interpretiert). Linke, Grüne und was weiß ich noch alles sind manchmal die größten Ausbeuter und Heuchler...es gibt allerdings ein paar Aufrechte, die ihren Idealen treu geblieben sind.

H. M. Richter

7. Oktober 2019 18:00

Ja so geht's zu im besten-Deutschland-das-wir-je-hatten.

Schlage vor, ein geeigneter Organisator, Ein-Prozent oder das Rittergut selbst, bereitet für das hohe Fest im Dezember eine Hilfs-Paket-Aktion vor.

Darin könnten einerseits Produkte von Herstellern enthalten sein, wie dem oben genannten, aber auch nicht gelistete Bücher, Gutscheine u.ä.

Zusätzlich könnten weitere Eingang finden, die man für tatsächlich - oder nur vermeintlich ... -unterstützenswert hält. Dies könnte so einigen Staub aufwirbeln ... Nicht auszudenken, es läge dem Hilfs-Paket beispielsweise "so ne kleine Flasche Thomas Henry Cherry Blossom" bei.

'Pils Identitär' dürfte allerdings auf jeden Fall dabei sein ...
https://pils-identitaer.de/

Natürlich wäre die Verwirrung über 'rechte Produkte' bzw. 'Produkte rechter Produzenten' komplett, wenn dem Hilfs-Paket ein klitzekleiner Biomare-Geschenkgutschein beiliegen würde.
https://bio-mare.com/unsere-leistungen/gutscheine/

Mit dem in der Hand wiederum der eine oder andere Leipziger Kunde dann nicht mehr Neumarkter Lammsbräu oder Pinkus Malzbier aus Münster, sondern 'Pils Identitär' verlangen würde und natürlich wieder und wieder die gute Hirse aus Kolkwitz-Krieschow ...

Und sollte es beides nicht geben, kann man ja immer noch die vollständige Partei- und Gesinnungsliste sämtlicher gelisteter Hersteller verlangen ...

Franz Bettinger

7. Oktober 2019 18:18

Ein würdiger Held! - „Kauft nicht bei Deutschen. Nicht bei Juden. Nicht bei Grünen. Nicht bei Chinesen. Kauft nicht…" und keiner schämt sich. Was für eine geschichtsvergessene Bagage!

Waldgaenger aus Schwaben

7. Oktober 2019 20:33

Folgende E-Mail habe ich an alnatura geschickt:

Sehr geehrte Damen und Herren,
wie der Presse zu entnehmen ist, haben Sie die Produkte der Firma Spreewalder Hirsemühle ausgelistet, weil der Chef Afd-Mitglied ist.

Im Gegenzug werde ich in Zukunft alnatura meiden. Ich kaufe seit 20 Jahren bei alnatura ein, obwohl es inzwischen gute Bio-Produkte auch bei ALDI, REWE oder Edeka gibt ....

Ich kaufte bei Ihnen ein, weil Sie Vorreiter in der flächendeckenden Vermarktung von Bioprodukten waren und auch kleinen Anbietern eine Chance geben. Bei Ihnen kann man auch Produkte aus der sog. Dritten Welt kaufen, die sonst kaum zu finden sind und damit kleine Betriebe in ärmeren Ländern direkt unterstützen. Dafür gab ich gerne etwas mehr aus.

Das ist nun vorbei. Ich will nicht in einem Land leben, wo jemand mit der falschen politischen Gesinnung Probleme in seiner beruflichen Tätigkeit bekommt und Geschäftspartnern und Mitarbeitern hinterher geschnüffelt wird, ob und wie sie sich in ihrer Freizeit politisch betätigen.

Frei von Hochachtung
N.N.

Gustav Grambauer

7. Oktober 2019 22:02

Bizarres militärisches Erlebnis: bolschewistische Politoffiziere beim Bestrafe-Einen-Erziehe-Hundert im freudianisierenden Verhaltenstherapie- und Rosenberg-Giraffen-GfK-Speak.

https://www.youtube.com/watch?v=AHP-8I4xYXw

Neudeutsch: "Habe ich in meiner NVA-Zeit sooo nicht erleben dürfen."

"Herabwürdigen" (§§ 220 ff. StGB DDR - Kompensation der potentiellen Kränkungen des Minderwertigkeitskomplexes grosso modo) und SED-parteichinesische Phrasen wie "zu Ihrer Information", "in erster Linie", "herausragendes Beispiel", "und dieses (Verhalten) in den gesellschaftlichen Zusammenhang gestellt", "Einladung zum Dialog" usw. haben oft den Gang zur Apotheke und das Geld für ein Brechmittel erspart!

"Im Konsens mit allen leitenden (sic!) Mitarbeitern" klingt prima "basisdemokratisch" nach "Konsensprinzip" / sooo BRD-80er, war aber schon dort und damals nichts als die Verbrämung des Einstimmigkeitsdogmas der stalinistischen Politbüros.

Nach seiner sechsmal wiederholten Diagnose, Plessow sei angeblich "gekränkt" brauchte der Leser nur noch zu warten, bis seine eigene Kränkung wie die Rakete durch die verobjektivierende Nebelwand der Makarenko-Kollektiverziehung hindurchschießen würde, und siehe da:

"Mit Ihrer unwürdigen Reaktion, getrieben aus einer offensichtlichen Mischung aus Angst und Wut haben Sie nun auch mein Gesprächsangebot zerstört."

Lies: "Der hat gesag, meine Kleckaburg is doof, dann mach ich jetz dem seine Kleckaburg kapudd!"

- G. G.

RMH

8. Oktober 2019 10:42

"Er hat dafür die Verarbeitungstechnik eingerichtet und etlichen Bauern, v. a. in Brandenburg, so überhaupt eine Anbau- und Absatzmöglichkeit geschaffen. Diese sind jetzt mit in Gefahr, denn wohin sollten sie ihre Hirse demnächst vielleicht liefern?" (Weltversteher)

Exakt so sieht es aus. Im Bestrafe-einen, erziehe-hundert-Spiel wird auf solche Kollateralschäden keine Rücksicht genommen. Ein Riesenskandal, der erstaunlich klein von der "rechten Szene" gehalten wird.

Ich schließe mich @Waldgänger an und kaufe meinerseits nichts mehr von den Boykotteuren wie Alnatura etc. ...

Die Bedeutung dieser Sache kann man gar nicht hoch genug einschätzen, die abschreckende Wirkung solcher Fälle ist enorm. Wir haben auch Kommunalwahlen - wer wird, unter solchen Bedingungen, noch bereit sein, für eine AfD zu kandidieren, wenn ihm nicht gerade ein gut dotiertes Mandat in einem Landtag oder im Bundestag winkt sondern nur eine kleine Ehrenamtspauschale fürs kommunale Amt, die die drohenden Schäden nicht mal ansatzweise kompensieren kann?

Liebe AfD - das Ganze wird langsam aber sicher zu einem echten, substantiellen Problem für Euch. Es können ja nicht nur Rentner und Vermögende oder andere, in abgesicherter Position, Kandidaten sein, man braucht den berühmten Schnitt quer durch die Gesellschaft, wenn man sich breit und auch kommunal erfolgreich aufstellen will. Die Alarmglocken müssen daher schrillen. So etwas ist schlimmer, als ein einzelnes, abgefackeltes Auto.

heinrichbrueck

8. Oktober 2019 13:45

Über 21000 NGOs, weltweit einsatzfähig. Die eingeschleusten Fußsoldaten und weitergebenden Vorgeber der Einenweltideologie, die Überwacher der Parteienprogramme und Erziehungsmaßnahmen; wie deutlich sich die schöne neue Demokratie doch wieder offenbart. Man wird doch tatsächlich befreit.
Sieh einmal, hier steht er,
Pfui! der Klimaleugner!
An den Händen beiden
Ließ er sich nicht schneiden
Seine Nägel fast ein Jahr;
Kämmen ließ er nicht sein Haar.
Pfui! ruft da ein jeder:
Garst'ger Struwwelpeter!

Andreas Walter

8. Oktober 2019 16:36

@Franz Bettinger

Danke. War auch mein erster Gedanke. Habe meinen Kommentar dahingehend aber entweder dann doch nicht abgeschickt oder es vielleicht nicht so diplomatisch wie Sie ausgedrückt.

Allerdings sollte man nicht vergessen, wer noch alles auch schon Deutsche erpresst, genötigt hat, bis hin sogar zu einer Hungerblockade. Solches Verhalten ist daher nicht typisch deutsch, sondern machen auch sogar hochrangige Vertreter der EU oder der VSA ununterbrochen.

Ich habe es glaube ich die Existenz anderer gefährden genannt.

Niekisch

8. Oktober 2019 17:54

"Liebe AfD - das Ganze wird langsam aber sicher zu einem echten, substantiellen Problem für Euch. Es können ja nicht nur Rentner und Vermögende oder andere, in abgesicherter Position, Kandidaten sein, man braucht den berühmten Schnitt quer durch die Gesellschaft, wenn man sich breit und auch kommunal erfolgreich aufstellen will"

@ RMH 10:42: Genau so erging es der NPD Ende der 60iger/Anfang der 70iger Jahre. Infolge des medialen und sonstigen Dauerterrors verließen fast alle vorzeigbaren, gesellschaftlich gut verankerten Mitglieder die Partei, so daß diese unwirksam und erfolglos wurde.

Waldgaenger aus Schwaben

9. Oktober 2019 08:59

Inzwischen ist die Spreewälder Hirse auch bei Amazon "derzeit nicht verfügbar".

@Niekisch @RMH
der Unterschied zur NPD ist, dass die AfD heute bundesweit 15%-20% Anhänger hat. Da wird das Ausgrenzen nicht mehr funktionieren. Jedenfalls dann nicht, wenn die Anhänger ein Minimum von Mut zeigen und zum Beispiel auch mal Boykottaufrufe betont nicht befolgen, oder mit einem Bekannten, der für die AfD kandidiert weiterhin freundschaftlichen Umgang pflegen, wie zuvor.

nom de guerre

9. Oktober 2019 10:52

Unterm Strich zeigt dieser Fall für mich, dass die für einen demokratischen Staat notwendigen gesellschaftlichen Grundlagen bei uns schon sehr weit erodiert sind. Möglicherweise waren sie sogar, darauf deutet der Kommentar von @ Niekisch hin, in der Bundesrepublik Deutschland noch nie vorhanden. Damit demokratische Prozesse – unabhängig von der hier immer wieder ad infinitum diskutierten Frage, ob und wie viel Einfluss ein gewählter Politiker tatsächlich hat – zielführend bzw. überhaupt möglich sind, muss in der Gesellschaft ein antitotalitärer Konsens gelten, zu dem gehört, dass ich nicht von einer mich boykottierenden Übermacht, die durch das Konstruieren/Vermeidenwollen von Kontaktschuld wiederum in sich Kontrolle ausübt, ruiniert werde, wenn ich mich in der Opposition engagiere. Dass dieser nicht (mehr) gegeben ist, dürfte spätestens jetzt evident sein.

t.gygax

9. Oktober 2019 11:17

@niekisch
Genauso ist es. Sie haben Recht.
Allerdings gibt es einen Unterschied, und der ist folgender: in BW kenne ich Leute im Öffentlichen Dienst, die sich in der Afd gerne engagieren würden, aber genau wissen, dann können sie sich beruflich begraben lassen-und wer eine Familie hat, muss halt auch Geld verdienen. In Sachsen hingegen erlebte ich eine junge Frau, Doktorandin mit Festanstellung an einer Hochschule, die zwei Jahre in BW einen Forschungsauftrag hatte und die sagte nur " dort wohin ich jetzt wieder zurückgehe, wählt alles blau" -und die hat keine Angst wegen eines Jobverlustes. Hier zeigt sich eine ganz deutliche Trennlinie zwischen den alten und den neuen Bundesländern und eine so unterschiedliche Mentalität, so dass ich heute glaube, da kommt nichts mehr zusammen...aber das ist eine andere Baustelle.

RMH

9. Oktober 2019 12:12

@Waldgaenger aus Schwaben,

und eben weil die AfD mittlerweile in allen großen Parlamenten sitzt, was die NPD nie geschafft hat und fast ein Fünftel der Bevölkerung hinter sich wissen kann, sollte sie solche maoistischen/stalinistischen Methoden ganz konsequent und sehr aggressiv angehen. Dazu könnte auch gehören, dass man bspw. einmal juristischen Support den Betroffenen anbietet, damit bspw. auch die "mitgehangenen" Landwirte Schadenersatz geltend machen können. Noch gibt es Art. 3 Abs 3 GG und die Vertragsfreiheit hat auch ihre Grenzen und Schranken.

Es ist klar, dass die Medien dann wieder sagen, die AfD stelle sich als "Opfer" dar, aber verdammt noch mal, das ist sie ja in diesen Fällen auch.

Das was t.gygax zu den regionalen Unterschieden sagt, erscheint mir sehr nachvollziehbar. Ich wohne bspw. in Bayern und wir haben nächstes Jahr Kommunalwahl und die AfD verschenkt hier massives Einfluss-Potential, weil sie einfach nicht aus den Puschen kommt, Grabenkriege in der Landtagsfraktion für intelligenter hält und mancher Regionalfürst in diesem Flächenland offenbar einfach nicht mit der neuen Rolle klar kommt, dass er mittlerweile über mehr als nur ein paar Stammtische mit weitestgehend Gleichgesinnten herrschen muss und das geringe Führungsthema über innerfamiliäre Postenzuweisung lösen kann etc.

Die AfD muss hier bspw. endlich auch einmal auf Parteilose zugehen, so wie das mittlerweile jede andere Partei kommunal auch macht, um die Listen füllen zu können (zum Teil geschieht das ja auch, aber eben nur im Verborgenen und klein, klein und nicht in Form einer offensiven Werbung darum).

Die AfD wird zu einem Koloss auf tönernen Füßen, wenn sie die kommunale Ausbreitung nicht hin bekommt bzw. ist sie das zur Zeit. Der Koloss wird genau durch solche Maßnahmen, wie sie hier beschrieben werden, stürzen und nicht wegen eines Zoffs um Posten im Bundesvorstand. Aber mittlerweile scheinen Teile der AfD schon etwas abgehoben zu sein, um den altbekannten Fluch des schnellen Erfolges, der ein organisches Wachstum von unten eben überspringt, ernsthaft anzugehen.

brueckenbauer

9. Oktober 2019 12:32

Das Interview der JF mit Malte Reupert habe ich gelesen. Interessanterweise ist Reupert der Meinung, das AGG (Antidiskriminierungsverbot) träfe auf ihn nicht zu, weil ihn das ja in seiner Gewerbefreiheit einschränken würde. Wogegen der Sinn des AGG ja gerade darin bestand, die Gewerbefreiheit einzuschränken.
Wäre Reupert konsequent, müsste er also das AGG ablehnen. Aber "Privileg" bedeutet zu wissen: Wenn Gesetze unbequem sind, dann gelten sie nicht für mich.

heinrichbrueck

9. Oktober 2019 13:34

„muss in der Gesellschaft ein antitotalitärer Konsens gelten, zu dem gehört, dass ich nicht von einer mich boykottierenden Übermacht, die durch das Konstruieren/Vermeidenwollen von Kontaktschuld wiederum in sich Kontrolle ausübt, ruiniert werde, wenn ich mich in der Opposition engagiere.“

Solche Gedanken sind indoktrinierte Phantasie. In der Realität laufen die Prozesse ein bißchen anders. Es gibt keine reale Opposition, die der realen Macht gewachsen sein könnte. Solche Gedankenkonstrukte sind Teil der Imagination von Demokratie, die es in der Realität noch nie gab. Und solange die Demokraten an ihre Phantasie glauben, eine Art politisch eingebildeter Wahrheit, bleiben sie Spielball der realen Macht. Eine Macht kann keine Opposition zulassen, die andere Interessen vertreten möchte, sonst könnte sie ihre nicht durchsetzen. Sobald eine Opposition im Spiel ist, gibt es dafür einen anderen Grund, bestimmt keinen antitotalitären.
Wozu brauche ich eine Opposition? Meine Lebensart soll durchgesetzt werden, nicht die oppositionelle. Und deshalb darf die richtige Opposition durchaus ruiniert werden, noch besser wäre, sie käme nie zustande, würde niemals zugelassen. Soweit muß eine echte Regierung in die Zukunft planen können. Natürlich meinen Sie die Scheinopposition, die jede Demokratie systemisch installieren muß; damit der Demokrat denken kann, es hätte seit Adenauer mehrere Regierungswechsel gegeben. Sie wollen geschlossene Grenzen? Dann muß es jemanden geben, der die Macht dazu auch wirklich einsetzen kann. Sie wollen nicht neben einer Negerkolonie leben? Dann muß es jemanden geben, der dies verhindern kann. Allerdings, einen Machtwechsel vorausgesetzt, bekäme dann Ihre Urnenstimme ihren tatsächlichen Wert, womit der hochmütige Demokrat nicht so leicht einverstanden sein würde.

Waldgaenger aus Schwaben

9. Oktober 2019 14:49

@RMH

Ich wohne auch in Bayern (Schwaben) und was sie sagen stimmt schon, es liegt aber nicht nur an der bösen Umwelt sondern auch an der AfD selber.

"Die AfD muss hier bspw. endlich auch einmal auf Parteilose zugehen, so wie das mittlerweile jede andere Partei kommunal auch macht, um die Listen füllen zu können"

Das tat die AfD in Ulm (Baden-Württemberg, direkt an der Grenze zu Bayern). Dort stellen sie einen vorbestraften Bankräuber (insgesamt zu 16 Jahren verurteilt) und ehemaliges NPD-Mitgied als Spitzenkandidat für den Stadtrat auf, weswegen dann 8 von 12 AfD-Kandidaten ihre Kandidatur für den Ulmer Stadtrat zurückgezogen.
Nun sitzt Herr Mössle dort als einziger Vertreter der AfD. Ihm wurde aber vom Landesvorstand der AfD verboten, im Namen oder für die Partei zu sprechen.

https://de.wikipedia.org/wiki/Markus_M%C3%B6ssle

Macht nicht gerade Lust sich für die AfD aufstellen zu lassen.

nom de guerre

9. Oktober 2019 14:57

@ heinrichbrueck

Ihr Kommentar bzw. dessen Inhalt war absolut voraussehbar, man kann sich also auf Sie verlassen. Grundsätzlich fände ich es interessant, wenn Sie einmal ausführlich eine Alternative zur Demokratie, die Sie offenbar stets und nicht nur in der BRD für eine Scheinveranstaltung halten, entwickeln würden - nur hilft das konkret dem Hirsemüller und den ihn beliefernden 15 Landwirten sowie allgemeiner der AfD, die unter diesen Bedingungen keinen Nachwuchs heranziehen kann, nicht weiter, daher wäre es vielleicht eine gute Idee, diese Debatte zu verschieben.

Die Frage ist aber: Was würde denn hier, abgesehen von den juristischen Schritten, von deren Einleitung ich ausgehe, helfen? Sicher könnte (und sollte!) die AfD diesen Skandal in der Öffentlichkeit stärker thematisieren, aber das würde an der faktischen Übermacht der Gutmenschen, die jederzeit einen Boykott organisieren können, nichts ändern und auch die in Westdeutschland verbreitete Mentalität (Konformismus auf der einen, Repression von der anderen Seite), von der ich mich nicht ausnehme und die dazu führt, dass man sich mit der eigenen Sympathie für die AfD eher nicht an die Öffentlichkeit wagt, bekommt man damit nicht weg.

RMH

9. Oktober 2019 16:31

Je länger ich jetzt über den Fall nachdenke, desto mehr bekomme ich Zweifel am Sinn einer eigenen "Skandalisierung" des tatsächlichen Skandals. Man bestellt damit faktisch auch noch das Feld des Gegners, in dem man die abschreckende Wirkung im vermeintlichen Kampf dagegen durch die damit bedingte Verbreitung des Skandals verstärkt. Ernsthaft perfide, das Ganze, aber geholfen werden muss den Leuten, das ist klar.

@Waldgänger,
genau so einen Dilettantismus, wie sie ihn beschreiben, gilt es zu vermeiden. Dazu sollte man als Mitglied eines Landesvorstandes eben einmal die eigene Profilierung und den nächsten Dreh für ein Youtube-Video nach hinten stellen und sich auch vor Ort kümmern. Oft sind eben doch noch Netzwerke da, die durchschlagen und die keiner ernsthaft braucht. Hat auch gar nichts mit "Abgrenzeritis" zu tun - es geht um die Tauglichkeit an und für die Sache der öffentlichen Repräsentation und wenn dann nur Leute sich melden, die nach dem Motto leben können, "ist der Ruf erst ...", dann gute Nacht. Es zeigt aber auch, dass selbst bei Kommunalwahlen es genug Protest-Stimmen gibt, die man seriös abholen kann.

Ratwolf

9. Oktober 2019 20:28

Es geht den Grünen also nicht um Öko/Umwelt.

Sie verfolgen linke politische Ziele. Sonst würde sie ökologische Mitstreiter von der AfD nicht bekämpfen.

Öko/Umwelt/Klima sind nur Mittel und Aufhänger zum Ziel. Sie springen auf diesen Zug auf, mit viel Marketing, aber die effektiven Ergebnisse sind nicht zu gebrauchen. Weil es für sie nicht wichtig ist, sondern nur eine Art Gegenbewegung um der Gegenbewegung willen.

heinrichbrueck

10. Oktober 2019 14:00

@ nom de guerre
Wie wurde in diesem Land die Selbstverwaltung organisiert? Und damit meine ich, wie lautet das Ergebnis. Es muß doch klar sein, unter welcher Staatsform dieser Verlauf eintreten konnte. Mir geht es nicht darum, irgendeine Wortkritik zu betreiben. Die Selbstverwaltung eines Volkes, wie sie nun einmal gegeben ist, muß in der Realität gesehen werden, immer auch abhängig von der vorgegebenen Sichtweise. Eine gute Selbstverwaltung ist in erster Linie eine eigene Selbstverwaltung. Eine eigene Selbstverwaltung kann keine Ersetzungsmigration umsetzen, sich in einen Klimawahn stürzen und immer mehr Schaden anrichten. Mögliche Entwicklungsperspektiven treffen auf den gegenwärtigen Zustand, der nichts mit einem Charakterfehler zu tun hat. Machtmißbrauch kann als Kern des Systems wahrgenommen werden, welcher unter größtmöglichem Arbeitsaufwand absichtlich erzeugt wurde. Deshalb ist die ursprüngliche Mentalität nicht das Problem. Eine menschliche Entwicklung, die dem deutschen Bewußtsein nicht aus dem Weg gehen kann, wird es nicht geben, und zwar gewollt, weil das übergeordnete System davon lebt, es nicht zulassen zu können. Der Nachwuchs der AfD könnte nichts daran ändern, außer in einem Gefängnis Freiheit simulieren, und das Gefängnis weiterhin zu verwalten. Manche Anhänger der AfD betreiben Projektion, was wiederum zeigt, wie freiheitsuntauglich die Masse behandelt wird. Das globale Freiluftgefängnis bietet abwechslungsreiche Spielräume, schließlich ist die falsche Ideologie schon installiert worden. Und eine Masse bleibt immer langfristig unorganisiert im System, wendet sich die Masse gegen das Eigene.

Niekisch

10. Oktober 2019 16:40

"wird das Ausgrenzen nicht mehr funktionieren"

@ Waldgaenger aus Schwaben 9.10. 8:59: Kann sein, muß aber nicht sein. Nach "Halle" wird sich die Lage verschärfen.

"Allerdings gibt es einen Unterschied.."

@ t.gygax 9.10. 11:17: Den gab es damals innerhalb der westlichen Bundesländer auch schon. Im linksradikalen Bremen z.B. war es viel schlimmer als in Bayern.

"weil die AfD mittlerweile in allen großen Parlamenten sitzt, was die NPD nie geschafft hat"

@ RMH 9.10. 12:12: Immerhin saß Letztere in bis zu 9 Landesparlamenten und hatte in BW z.B. ebenso gute Wahlergebnisse wie die AfD heute.

Der einzige wirkliche Unterschied ist darin zu erblicken, daß die Medien anders - z.B. ohne Digitalität- waren. Problemlos konnte die NPD totgeschwiegen werden oder eben über die Medien, z.B. ganzseitige Verhetzungsanzeigen, terrorisiert werden.

nom de guerre

10. Oktober 2019 17:05

@ heinrichbrueck

„Eine gute Selbstverwaltung ist in erster Linie eine eigene Selbstverwaltung.“ Ja, das klingt erstmal vernünftig. Nur, was ist das? Gerade bei den von Ihnen angesprochenen Themen Ersetzungsmigration und Klimawahn sollte man nicht vergessen, dass insbesondere in letzterem Fall sehr viele einfache Bürger nur allzu gerne auf den sogenannten Protest hereinfallen und glauben, dabei würden ihre Interessen vertreten. Wohlgemerkt nicht nur grüne Bobos, sondern, wie ich in meinem eigenen Umfeld staunend feststelle, auch Leute, die auf dem Land leben und ihren Alltag ohne Auto nicht bewältigen könnten, eine Ölheizung im eigenen Haus haben und sich einen Umbau kurzfristig nicht leisten können (zumal ja dann trotzdem irgendwie geheizt werden müsste) und kurz gesagt nicht merken, dass der „Klimaschutz“ ihren ureigenen Lebensentwurf bedroht. Viele dieser Leute sind außerdem ehrlich davon überzeugt, dass es inkompatible kulturelle Prägungen nicht gibt, und sobald Migranten arbeiten gehen und Steuern zahlen (dass viele von ihnen keine ausreichenden Qualifikationen für unseren Arbeitsmarkt mitbringen, scheint kein Argument zu sein), schon alles in die beste Ordnung kommt. Wie sollte – rein hypothetisch, die Frage stellt sich ohnehin nicht – mit solchen realitätsblinden Leuten so etwas wie eine eigene Selbstverwaltung gelingen, bei der etwas anderes herauskäme als das, was wir jetzt haben?

Anders formuliert glaube ich nicht, dass es – so verstehe ich Sie – nur am System und dem fehlenden Eigenen dieses Systems liegt. Schauen Sie nach Schweden. Dort gibt es kein von außen installiertes System, von dem jemand sagen könnte, dass es dort nicht hingehört, sondern die haben das ganz alleine so hinbekommen. (Gutmenschentum und eine auch für mich als Dorfkind befremdliche Art des Einanderüberwachens finden sich übrigens schon bei Michel aus Lönneberga.)

Was ich damit sagen will: All diese Zustände können im Ergebnis sehr wohl Eigengewächse der europäischen Gesellschaften sein, an die sich die globalistische Ideologie lediglich anhängt bzw. aus denen sie überhaupt erst hervorgegangen ist.

Lotta Vorbeck

10. Oktober 2019 23:46

@nom de guerre - 10. Oktober 2019 - 05:05 PM

„... sollte man nicht vergessen, dass insbesondere in letzterem Fall sehr viele einfache Bürger nur allzu gerne auf den sogenannten Protest hereinfallen und glauben, dabei würden ihre Interessen vertreten. Wohlgemerkt nicht nur grüne Bobos, sondern, wie ich in meinem eigenen Umfeld staunend feststelle, auch Leute, die auf dem Land leben und ihren Alltag ohne Auto nicht bewältigen könnten, eine Ölheizung im eigenen Haus haben und sich einen Umbau kurzfristig nicht leisten können (zumal ja dann trotzdem irgendwie geheizt werden müsste) und kurz gesagt nicht merken, dass der „Klimaschutz“ ihren ureigenen Lebensentwurf bedroht. Viele dieser Leute sind außerdem ehrlich davon überzeugt, dass es inkompatible kulturelle Prägungen nicht gibt, und sobald Migranten arbeiten gehen und Steuern zahlen (dass viele von ihnen keine ausreichenden Qualifikationen für unseren Arbeitsmarkt mitbringen, scheint kein Argument zu sein), schon alles in die beste Ordnung kommt. Wie sollte – rein hypothetisch, die Frage stellt sich ohnehin nicht – mit solchen realitätsblinden Leuten so etwas wie eine eigene Selbstverwaltung gelingen, bei der etwas anderes herauskäme als das, was wir jetzt haben?

Anders formuliert glaube ich nicht, dass es – so verstehe ich Sie – nur am System und dem fehlenden Eigenen dieses Systems liegt. ..."

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Volltreffer!

Das was @nom de guerre beobachtet, gibt's nicht nur im Hessischen zu Hauf, das ist auch, mancher wird's kaum glauben mögen, weit verbreitet im Osten Mitteldeutschlands virulent.

Warum dem so ist kann leicht feststellen, wer abends mal durch die menschenleeren Siedlungsstraßen schlendert. In den frühen Mogenstunden beginnend werden ganztags die Hunde ausgeführt, nicht so abends um 08:00 Uhr. Überall dort wo die Jalousien der Wohnzimmerfenster jetzt noch nicht heruntergelassen sind, zeigt sich dem abendlichen Spaziergänger um diese Zeit in HD auf dem XL-Flachbildschirm die Sprechpuppe der ARD-Tagesschau.

Und es wirkt, was die GEZ-Sprechpuppe tagtäglich in die Hirne des weiterhin ebenso pünktlich wie unerschütterlich vor dem Empfangsgerät versammelten Publikums ventiliert.

heinrichbrueck

11. Oktober 2019 01:50

@ nom de guerre

Schauen Sie, wenn McDonald's zwei Pressesprecher zur Wahl nominiert, die Konsumenten die Qual der Wahl haben dürfen, macht wer nochmal die Konzernpolitik? Wird das vorgegebene Essen gesünder, bloß einer Wahl wegen? Mit System meine ich: weltweit, umfassend, alt. Nicht erst seit 1945, aber danach ohne größeren Widerstand. Was die Leute nicht mehr wahrhaben können, es deshalb nicht verstehen, wußte im 19. Jh. jeder Tagelöhner. Hält die AfD zwei gelungene Reden im Bundestag, darunter keine neue Idee, wird sie Hauptpressesprecher und Opposition in einem. Und solange diese Planlosigkeit Konzernpolitik ist, wird der Nachbar sein gesundes Essen selber kochen müssen.

Deutsche Eigengewächse? Nein.

Michel aus Lönneberaga bringt doch die Welt in Ordnung, oder? Ein guter Mensch. Welche Überwachung? Aus Haßgründen?

nom de guerre

11. Oktober 2019 15:18

@ Lotta Vorbeck

Tja, ich hielt das wirklich für ein in erster Linie westdeutsches Phänomen, so kann man sich täuschen. Die (freiwillig in Anspruch genommene!) Berieselung durch das GEZ-Fernsehen spielt allerdings sicherlich eine große Rolle, da mögen Sie Recht haben.

@ heinrichbrueck

Hmmja, ich glaube, ich verstehe ungefähr, was Sie meinen, aber man kann den heutigen Zustand und den Weg dahin, unter anderem die beiden Weltkriege, auch als Produkt eines Entwicklungsprozesses, der die europäischen Gesellschaften (die USA und die anderen angelsächsisch geprägten Länder außerhalb Europas sind ja Ableger davon oder waren es zumindest bisher) ebenso sehr erfasst hat, wie er von diesen hervorgebracht wurde, sehen – und damit wäre es dann doch wieder ein Eigengewächs. Auch wer langfristig agierende, nicht offen zutage tretende Mächte am Werk sieht, kommt m.E. nicht darum herum, zu konstatieren, dass für deren Handeln ein Nährboden da sein muss, der dieses überhaupt zulässt. Dass Wahlen an einem unguten Grundzustand nichts ändern, ist wohl so, aber sie sind nun mal die einzige Einflussmöglichkeit, die wir haben, auch wenn sie winzig klein sein mag.

„Michel aus Lönneberaga bringt doch die Welt in Ordnung, oder? Ein guter Mensch. Welche Überwachung? Aus Haßgründen?“
Nein, ich meine etwas ganz anderes und hoffe, ich schweife damit nicht zu sehr vom Thema ab: Es gibt in einem der Michel-Bücher eine Episode, die mich als Kind anhaltend irritiert hat: Obwohl man auf Katthult abstinent lebt, macht Michels Mutter Wein für eine bürgerliche Bekannte aus der Stadt. Infolgedessen liegt auf dem Hof ein Haufen vergorener Kirschen herum, an denen der kleine Michel sich nichtsahnend bedient (ebenso sein zahmes Ferkel), und davon sternhagelvoll wird – was natürlich bei einem kleinen Kind auch keinesfalls harmlos ist. Das macht im Dorf die Runde und die Mutter nebst Michel muss bei der örtlichen Abstinenzlervereinigung zum erbaulichen Vortrag antreten, wofür sie sich zu Tode schämt. Das Ganze wird dann dadurch ad absurdum geführt, dass das Ferkel mitläuft und sich nicht abschütteln lässt (und nach Michels Meinung die Moralpredigt auch braucht, da betrunken gewesen), aber die Mutter beschließt, soweit ich mich erinnere, wegen des sozialen Drucks fürderhin keinen Wein mehr anzusetzen, obwohl die Bekannte sehr enttäuscht sein wird und das Problem eigentlich durch eine geeignetere Entsorgung der Kirschen lösbar wäre. Mit meinem heutigen Wissen scheint mir das durchaus eine Vorform aktueller Auswüchse politischer Korrektheit und konformistischen Verhaltens um der lieben Ruhe willen zu sein; zumal radikales, d.h. nicht als Privatangelegenheit behandeltes Abstinenzlertum zumindest in meinen Augen kein Zeichen für eine gesunde Gesellschaft ist.

Lotta Vorbeck

11. Oktober 2019 20:46

@nom de guerre - 11. Oktober 2019 - 03:18 PM

"... Obwohl man auf Katthult abstinent lebt, macht Michels Mutter Wein für eine bürgerliche Bekannte aus der Stadt. Infolgedessen liegt auf dem Hof ein Haufen vergorener Kirschen herum, an denen der kleine Michel sich nichtsahnend bedient (ebenso sein zahmes Ferkel), und davon sternhagelvoll wird – was natürlich bei einem kleinen Kind auch keinesfalls harmlos ist. ... aber die Mutter beschließt, soweit ich mich erinnere, wegen des sozialen Drucks fürderhin keinen Wein mehr anzusetzen, obwohl die Bekannte sehr enttäuscht sein wird und das Problem eigentlich durch eine geeignetere Entsorgung der Kirschen lösbar wäre. Mit meinem heutigen Wissen scheint mir das durchaus eine Vorform aktueller Auswüchse politischer Korrektheit und konformistischen Verhaltens um der lieben Ruhe willen zu sein; zumal radikales, d.h. nicht als Privatangelegenheit behandeltes Abstinenzlertum zumindest in meinen Augen kein Zeichen für eine gesunde Gesellschaft ist."

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Erinnern Sie sich noch daran, wie die Geschichte zu Ende ging?

Just in dem Moment als die Bekannte mit der Kutsche vorfuhr um ihren Wein abzuholen, war der Michel damit fertig geworden, die gefüllten Weinflaschen mittels Steinwürfen zu zerstören.

"Mit meinem heutigen Wissen" [@nom de guerre] könnte man da glatt noch auf ganz andere Ideen kommen.

nom de guerre

11. Oktober 2019 22:59

@ Lotta Vorbeck

"Just in dem Moment als die Bekannte mit der Kutsche vorfuhr um ihren Wein abzuholen, war der Michel damit fertig geworden, die gefüllten Weinflaschen mittels Steinwürfen zu zerstören.

"Mit meinem heutigen Wissen" [@nom de guerre] könnte man da glatt noch auf ganz andere Ideen kommen."

Nein, wusste ich tatsächlich nicht mehr. Aber Sie haben Recht, das gibt der Geschichte noch einmal einen weiteren Dreh und lässt mich an gewisse überreagierende, da beeinflusste Kinder denken.
Nichtsdestoweniger freue ich mich, dass Immer dieser Michel in der Kinderbüchersammlung von Frau Kositza und Frau Sommerfeld drin ist.

heinrichbrueck

12. Oktober 2019 00:47

@ guerre/Vorbeck
NTO - Nationaltemplarorden / Guttempler (auch in der Schweiz immer noch aktiv)
Erziehung zur Rechtschaffenheit, gegen Alkoholismus etc. Hat mit "political correctness" nichts zu tun. Politische Korrektheit ist das Gegenteil: Erziehung zur Unanständigkeit, Verdrehung der Begriffe, Mord. Die Absichten sind unterschiedlich; Rechtschaffenheit im ersten Fall, Umvolkung im zweiten.
https://www.youtube.com/watch?v=6fqvFhEeyuY#t=20m38
Ein guter Junge.