25. November 2019

Netzfundstücke (34) – Gegeneinander

Jonas Schick / 8 Kommentare

Seit 1999 existiert in Sachsen-Anhalt der dubiose Verein »Miteinander – Netzwerk für Demokratie und Weltoffenheit in Sachsen-Anhalt e.V.«.

Nach eigener Aussage setzte er sich für »eine offene, plurale und demokratische Gesellschaft in Sachsen-Anhalt und darüber hinaus« ein. Gefördert wird der Verein durch das Land Sachsen-Anhalt, vom Bund über das Bundesministerium für Familie, Frauen, Senioren und Jugend und im Rahmen des »Demokratie leben!«-Programmes.

Laut der veröffentlichten Tätigkeitsberichte finanzierte sich »Miteinander«, im Jahr 2014 zu 95 %, im Jahr 2015 zu 97 % und 2016 zu 96 % aus öffentlichen Mitteln. Betrachtet man die Arbeit und die Akteure des Projektes eingehender, so offenbart sich einem schnell, daß der Verein ein weiteres Vehikel linksextremer Agitation darstellt, das auf eine Diffamierung jeglicher rechten, konservativen Politik abzielt. Zeitgleich dient er der Stärkung der eigenen Strukturen und einer Zuspitzung des politischen Kampfes von links mit der Hilfe staatlicher Geldflüsse.

Genau darauf wollte Simon Kaupert, Filmemacher beim Bürgernetzwerk Ein Prozent e.V., mit folgender Reportage aufmerksam machen:

Nur wenige Stunden später, nachdem der Film bei YouTube hochgeladen worden war, verwüsteten zwei vermummte Linksextreme den PKW der Familie Kaupert – die Windschutzscheibe wurde zerschlagen und alle vier Reifen zerstochen.

Ob dieser feige Gewaltakt mit der Veröffentlichung des Beitrags zusammenhängt, kann noch nicht eindeutig gesagt werden. Die Koinzidenz beider Ereignisse ist jedoch verblüffend. Betrachtet man die aktuellen als auch ehemaligen Mitarbeiter des Vereins mit einschlägigen Kontakten und Verbindungen ins linksextreme Milieu, würde ein Zusammenhang kaum verwundern.

Da wäre zum einen der polizeibekannte Linksextremist Torsten Hahnel. Gegen ihn wurde 2002 ermittelt, weil er an einer Art Rollkommando beteiligt gewesen sein soll, das einen als »rechts« geltenden Kleidungsladen in Halle überfiel. Ferner betätigte sich Hahnel als »Antifa-Photograf« sowie als Anmelder von Antifa-Demonstrationen – nachzulesen in der IfS-Studie »Erosion der Mitte – Die Verflechtung von demokratischer und radikaler Linker im „Kampf gegen Rechts“ am Beispiel der Amadeu Antonio Stiftung« (hier frei verfügbar).

Damit nicht genug war er 2009 geladener Podiumsredner bei einer Veranstaltung der Leipziger Antifa im Conne Island zum Thema »Die radikale Linke und die „Wiedervereinigung“« (hier nachzuvollziehen). Angesichts dieses offensichtlichen Antifa-Hintergrunds von Hahnel wirkt das an Kaupert gerichtete Schreiben seines Anwalts Alexander Hoffmann aus Kiel, der vor allem in linken Kontexten in Erscheinung tritt, um so lächerlicher: Auf eine journalistische Anfrage seitens des »Ein Prozent«-Mitarbeiters an Hahnel, die ihn mit seinen linksextremen Verflechtungen konfrontierte, reagierte der Kieler Jurist in Vertretung seines Mandanten mit der Androhung juristischer Konsequenzen.

Auch kein Kind von Traurigkeit ist die ehemalige Mitarbeiterin Stephanie Heide, ihr Fachgebiet: die Antifa-Photographie. Bei »Miteinander« wurde sie zeitweise als Mitarbeiterin für den »Arbeitskreis Rechtsextremismus« geführt. Zuletzt war sie bei der Sommerakademie des IfS in Schnellroda zugegen und versuchte, jeden abzulichten, der an der Veranstaltung teilnahm. Wo ihre Aufnahmen landen und wofür sie verwendet werden, das weiß niemand so genau. »Ein Prozent« hat der zweifelhaften Antifa-Aktivistin hier ein Portrait gewidmet.

Doch an dieser Stelle ist beim selbsternannten Hüter der Demokratie »Miteinander« noch lange nicht Schluß mit den Antifa-Umtrieben: Im Zuge einer Großen Anfrage der AfD-Fraktion im Landtag Sachsen-Anhalt wurde publik, daß der Verein die sogenannte Antifa Burg, die vom Verfassungsschutz beobachtet wird, explizit in einem Projektnewsletter gelobt hatte. Des Weiteren wird die »Antifaschistische Initiative« in einem Patenschaftsprojekt aufgeführt und auf die illegale linksextreme Internetseite der Gruppe verlinkt, die dazu genutzt wird, politische Gegner einzuschüchtern und zu verleumden. Der »Miteinander e.V.« steckt ganz tief im linken Sumpf.

Leider bleibt zu konstatieren, daß sich die Attacke auf die Familie Kaupert in eine ungebrochene Schleife linker Gewalt in Halle einreiht (hier in den »Fundstücken #19« in Ausschnitten dokumentiert). Auf Distanzierungen von den linksextremen Gewalttaten und den dahinter wuchernden Strukturen um die alternativen Zentren »HaSi« oder das »Reil 78« seitens des »Miteinander e.V.« wartet man vergebens und wird das, bis es zur Auflösung des Vereins kommt, auch weiterhin können.

Die Lösung des Problems »Miteinander« liegt indessen im sofortigen Stopp der staatlichen Förderungen an den Verein. Sobald für Linksextremisten wie Pascal Begrich, David Begrich, Torsten Hahnel und Stephanie Heide das Geld abgedreht wird, können sie noch in ihrer neugewonnenen Freizeit bei linken Nischenveranstaltungen auftreten – ihre vermeintliche Kredibilität und aktuelle Breitenwirkung blieben ihnen jedoch verwehrt.



Kommentare (8)

brueckenbauer
25. November 2019 08:45

Nach meinem bisherigen Eindruck gibt es in der Kampf-gegen-Rechts-Szene eine gewisse Kontinuität. Und zwar geht die Organisationsstruktur noch auf den "Krefelder Appell" zurück. Damals galt als Regel: Ein Pfarrer macht die Öffentlichkeitsarbeit, ein DKP-Mann macht die Organisation.

In der Kampf-gegen-Rechts-Szene macht normalerweise ebenfalls der Pfarrer die Öffentlichkeitsarbeit, und gelegentlich (wie in Hamburg) kann man auch feststellen, dass ein DKP-Mann die Organisation macht. Aber lässt sich das verallgemeinern? Hat da schon mal jemand recherchiert?
Wo kommen die Geschäftsführer, Büroleiter usw. her? Und: sind das manchmal die gleichen Leute/Kombinationen wie damals?

Die Radau-Antifa spielte damals allerdings noch keine Rolle. Das ist eine echte Innovation.

Laurenz
25. November 2019 10:06

Ich danke vordergründig der Kunst Herrn Kauperts & Kollegen äußerst professionelle Bilder und Videos/Filme zu liefern. Der Unterschied in der Qualität zu herkömmlichen professionellen Arbeiten des Mainstreams liegt wohl im Herzblut der Filmschaffenden. Das sieht der aufmerksame Mensch. Jede Blende, jede Schärfe, jeder Schnitt, jegliche Kamera-Bewegung ist quasi perfekt.

Der einzige veröffentlichte Denkfehler beider Protagonisten im Video bezüglich des bolschewistischen Vereins "Miteinander" liegt in der Beurteilung dessen Gründungsmythos. Der Verein war nie zu etwas anderem gedacht, als die Zerschlagung jeglichen konservativen Lebens. Mit der dort benannten Demokratie ist schon immer das Demokratie-Verständnis der Deutschen Demokratischen Republik, allgemein bekannt als DDR, gemeint gewesen.
Daß hier Staatsfinanzierung kritisiert werden kann, ist doch nur unserer Übernahme durch IM Erika, und damit Erichs und Walters geistiger Rückkehr geschuldet.

Ratwolf
25. November 2019 20:47

"Miteinander e.V."

Es ist schon interessant, welche schönen Namen sich solche zweifelhafte Institutionen geben.

Grobschlosser
26. November 2019 10:51

nochmal meine Bitte : bestehende , leistungsfähige Organisationen wie EINPROZENT.DE massiv unterstützen .

Kürzlich ein Gespräch mit einem Mitstreiter ( bürgerlicher Typ ) "ja ,dann soll ich Aufkleber und Flugblätter bestellen ; das Material dann verteilen !? " und ja - es könnte anstrengend sein ab und zu Informationsmaterial zu verteilen ( nun gut : es gibt , zugegebenermaßen ein Problem : der einzelne Verteiler kann die Wirkung seiner Verteilaktion nicht wirklich überprüfen ) - dennoch : wenn 70.000 Leute ( Anzahl der dokumentierten fb Leser der Gruppe EINPROZENT ) nur 10 Flugblätter am Tag verteilen erreicht man 700.000 Haushalte - damit hier erzielt man eine ( messbare ) Werbewirkung .

( Rückmeldung interessierter Bürger , Zuwendungen um bestehende Projekte zu unterstützen ) .

Wilhelmsmax
26. November 2019 11:17

@Laurenz: das ist kein Denkfehler sondern ein besonnenes Vorgehen. Natürlich muss man in einem öffentlichen Beitrag davon ausgehen, dass der offizielle und auf den Fahnen stehende Gründungsmythos wahrgenommen wird, also muss man auch darauf Bezug nehmen. Dass es in Wahrheit anders hergeht ist uns allen klar, tut hier aber nichts zur Sache. Dies in den Mittelpunkt zu stellen könnte in Schnelle als haltlose Behauptung oder Verschwörungstheorie abgetan werden. Daher ist das obige Vorgehen genau das Richtige.

Sind wir doch froh, dass die Jungs so viel bewegen, da müssen wir sie nicht auch noch haltlos kritisieren, oder?! Man muss auch nicht immer das Haar in der Suppe suchen, einfach mal Respekt zollen und danke sagen...

Lotta Vorbeck
26. November 2019 18:40

@Ratwolf - 25. November 2019 - 08:47 PM

"Es ist schon interessant, welche schönen Namen sich solche zweifelhafte Institutionen geben."

____________________________________

Sie folgen dabei den Regeln des
Orwellsches Neusprech(s),

vulgo

+++ "Krieg ist Frieden!"

+++ "Freiheit ist Sklaverei!"

+++ "Unwissenheit ist Stärke!"

Laurenz
26. November 2019 18:55

@Wilhelmsmax .... jain, einerseits sind wir hier unter uns, und anderseits wirkt die Kritik dadurch aufgesetzt. Und mit Verlaub, ich finde das Video gut. Was ist schlimm daran, wenn ich einen Haken davon herausgreife?

Ratwolf
1. Dezember 2019 15:29

Ich stelle also fest, dass es in Deutschland staatlich-finanzierte Vereine gibt, welche Demokratie und Opposition gibt

Ausgezeichneter Film!
Je besser der Film, desto schneller die Zensur.
Auf fb hat man es gesehen.

Glückwunsch an die Macher von Ein Prozent!