Coronavirus (7): Pflege

Frieda Helbig ist Pflegerin. Bei Sezession im Netz schrieb sie bereits über die Frage: Wie wollen wir pflegen? In Zeiten von Corona ist dieses Thema brisant.

 Gastbeitrag

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Wir ver­öf­fent­li­chen hier­mit ihren zwei­ten Beitrag. 

Auf ein­mal, Coro­na sei Dank, gibt es fet­ten Applaus für die “Pfle­gen­den”. Der ließ bis­her auf sich war­ten. Der fol­gen­de Screen­shot zeigt zwei Mel­dun­gen der Tages­schau-App vom 25.02.20. Sie sind wohl nur rein zufäl­lig unter­ein­an­der geraten.

In mei­ner Gedan­ken­welt ergibt sich zwi­schen die­sen zwei Mel­dun­gen jedoch ein even­tu­el­ler Zusam­men­hang:

Wäre die Befür­wor­tung von Ster­be­hil­fe genau­so hoch, wenn wir die feh­len­den 120.000 Pfle­ge­kräf­te hät­ten? Man also wüß­te, man wäre im Alter gut ver­sorgt? Ist die Befür­wor­tung nicht nur so hoch, weil man lie­ber tot wäre, als schlecht ver­sorgt zu wer­den? Und was wäre, wenn man wüß­te, man wäre gut versorgt?

Aus­ge­hend von die­sen Über­le­gun­gen und den Kom­men­ta­ren unter mei­nem letz­ten Arti­kel hier auf SiN  nun die­ser Bei­trag, auch wenn er in Phi­lo­so­phin­nen­hand viel­leicht bes­ser und tief­grün­di­ger auf­ge­ho­ben wäre. Qua Pro­fes­si­on als Pfle­ge­kraft inkl. Pfle­ge­ma­nage­ment-Stu­di­um schrei­be ich aus mei­ner Sicht-  und wer­de viel­leicht in den Kom­men­ta­ren inhalt­lich phi­lo­so­phisch ergänzt.

Letzt­lich dreht sich fast alles um die Grund­fra­ge: Was genau ver­ste­hen wir als Gesell­schaft unter „ange­mes­sen betreut“ bzw. „gepflegt“ – sie­he Tages­schau­mel­dung Nr 1. Ohne Beant­wor­tung die­ser Fra­ge ist jeg­li­che Dis­kus­si­on über „ange­mes­se­ne Pfle­ge“ sinn­los. Wir müs­sen zuerst „ange­mes­se­ne Pfle­ge“ definieren.

Aus Sicht der Autorin ist „ange­mes­se­ne Pfle­ge“ viel mehr als „satt und sau­ber“. Es muß um eine eine men­schen­ge­rech­te und men­schen­wür­di­ge Pfle­ge gehen, nimmt man Arti­kel 1 des Grund­ge­set­zes tat­säch­lich ernst. Eine men­schen­ge­recht-men­schen­wür­di­ge Pfle­ge hat den ein­zel­nen Men­schen als gewach­se­ne Per­sön­lich­keit und Indi­vi­du­um im Blick. Sie erschöpft sich nicht aus­schließ­lich in blo­ßen kör­per­li­chen Ver­rich­tun­gen, wie z.B. Essen ein­ge­ben, waschen, Inkon­ti­nenz­ver­sor­gung, Mobi­li­sa­ti­on, son­dern bie­tet auch Raum für Gesprä­che, Bera­tung und das Auf­neh­men von Sor­gen und Ängsten.

Es ist mir zu Ohren gekom­men (im Ernst weiß ich es aus lan­ger Erfah­rung!), daß so man­ches Gespräch oder beru­hi­gen­de Waschung dazu geführt haben, daß Bewoh­ner gut und eini­ger­ma­ßen zufrie­den schlie­fen – mal ohne Schlaf­ta­blet­te. Es soll auch wür­de­vol­ler sein, bei Demenz mit aus­ge­präg­ter „Hin­lauf­ten­denz“ ein­fach beglei­tet zu wer­den bei die­sen krank­heits­be­ding­ten Läu­fen, anstatt medi­ka­men­tös ruhig­ge­stellt zu wer­den und vor sich hin zu dämmern.

Die Autorin ist der Mei­nung, daß jemand nach 45 Arbeits­jah­ren und ste­ti­gem Ein­zah­len in die Sozi­al­kas­sen auch bei not­wen­di­ger Ein­wei­sung in ein Pfle­ge­heim das Recht hat, sei­ne gewohn­ten zwei Tas­sen Espres­so am Mor­gen zu erhal­ten und nicht eine kof­fe­in­freie lau­war­me kaf­fee­ähn­li­che Sub­stanz. Dies wür­de aber vor­aus­set­zen, daß es in die­sem Pfle­ge­heim deutsch­spra­chi­ge, aus­ge­bil­de­te Pfle­ge­kräf­te gibt, die Zeit haben, Wün­sche, Bedürf­nis­se und Gewohn­hei­ten bio­gra­phisch zu erfassen.

Denn auch bei den oben genann­ten kör­per­li­chen pfle­ge­ri­schen Ver­rich­tun­gen gilt es die Indi­vi­dua­li­tät zu berück­sich­ti­gen, zumin­dest wenn es der Anspruch ist, men­schen­ge­recht-men­schen­wür­dig zu pfle­gen. War­mes oder kal­tes Was­ser beim Zäh­ne put­zen, naß oder tro­cken rasie­ren, wel­ches Duschbad/Shampoo, Hemd in der Hose oder drau­ßen, Abend- oder Früh­du­scher etc.

Daß wir als Gesell­schaft bzw. die poli­tisch-ver­ant­wort­lich Han­deln­den unse­ren alten bzw. pfle­ge­be­dürf­ti­gen Mit­bür­gern die­ses Maß an gewohn­ter Nor­ma­li­tät und Indi­vi­dua­li­tät nicht zubil­li­gen, jedoch Art. 1 des GG bei jeder ande­ren Gele­gen­heit beto­nen, erscheint mora­lisch doppelbödig.

Denn der Wohl­stand, von dem wir zeh­ren und in dem wir uns satt­sam ein­ge­rich­tet haben, wur­de von den Genera­tio­nen hier schon län­ger Leben­der, meist Deut­scher, erschaf­fen. Deren Schaf­fens­kraft, Spar­sam­keit und Wil­le schuf das Wirt­schafts­wun­der und die wei­te­re dar­auf­fol­gen­de wirt­schaft­li­che Prosperität.

Daß man nun in der gera­de über uns her­ein­bre­chen­den Virus­kri­se die­se Alten als beson­ders schutz­be­dürf­tig erkennt und nun wahn­sin­nig soli­da­risch sein will, ist an Ver­lo­gen­heit kaum zu über­bie­ten. Wo war denn zuvor die Soli­da­ri­tät mit ihnen?

Als sie in Vor-Coro­na-Zei­ten zu vier­zigst allein von Schwes­ter Edel­traut im Nacht­dienst ver­sorgt wur­den und dabei sehn­süch­tig war­te­ten, bis sie kam, um ihnen etwas zu trin­ken zu rei­chen oder sie aus ihrer vol­len Inkon­ti­nenz­ho­se zu befreien?

Nicht so wich­tig wie der Schutz vor einem Virus? Schwes­ter Edel­traut ist zu Coro­na-Zei­ten auf ein­mal (die groß­städ­ti­schen abend­li­chen Klatsch­or­gi­en legen es nah) eine Hel­din? Plötz­lich ist sie mehr als eine Urin­kell­ne­rin und Popo-Abput­ze­rin, die knapp über Min­dest­lohn ver­die­nen darf?

Sie war schon zuvor eine tol­le Frau, die einen wich­ti­gen Dienst, neu­deutsch Job, tut. Mer­ci-Scho­ko­la­de haben Pfle­ge­kräf­te schon in Mas­sen erhal­ten und Blu­men­sträu­ße jeg­li­cher Grö­ße. Auch tol­le „wert­schät­zen­de“ Poli­ti­ker­re­den haben sie schon oft gehört, meist in Vor­wahl­zei­ten. Nur – die hel­fen nicht gegen schlech­te Arbeits­be­din­gun­gen und Per­so­nal­man­gel. Hier hilft nur noch eine „natio­na­le Kraft­an­stren­gung“, die den Pfle­ge­not­stand lang­fris­tig behebt. Kurz­fris­tig und nur mit Geld wird das Pro­blem nicht zu lösen sein. Jedoch wer­den Wor­te wie „natio­na­le Kraft­an­stren­gung“ von unse­rer Kanz­le­rin oft in ande­ren Zusam­men­hän­gen, meist ohne Bezug zum eige­nen Volk, benutzt. Letzt­lich könn­te man zu dem Schluß kom­men, daß sich das Pfle­ge­pro­blem „aus­ster­ben“ soll.

Jeden­falls könn­te man so die zwei­te o.g. Mel­dung deu­ten, eben­so wie das letz­te Urteil des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­rich­tes zum ärzt­lich assis­tier­ten Sui­zid. Hier­zu führt das Gericht aus: „Das all­ge­mei­ne Per­sön­lich­keits­recht (Art. 2 Abs. 1 i.V.m. Art. 1 Abs. 1 GG) umfasst als Aus­druck per­sön­li­cher Auto­no­mie ein Recht auf selbst­be­stimm­tes Ster­ben.“ Und wei­ter: „Die Frei­heit, sich das Leben zu neh­men, umfasst auch die Frei­heit, hier­für bei Drit­ten Hil­fe zu suchen und Hil­fe, soweit sie ange­bo­ten wird, in Anspruch zu nehmen.“

Das Leben beginnt mit der Befruch­tung der Eizel­le bzw. der Geburt und endet mit dem Tod. War­um ich zwar den Anfang mei­nes Lebens nicht selbst­be­stim­men darf, das tun wohl durch den Akt der Zeu­gung ande­re für mich, jedoch das Ende mei­nes Lebens, erschließt sich der Autorin nicht.

Außer­dem kann ich jeder­zeit selbst­be­stimmt ster­ben, ich kann auf­hö­ren zu essen und zu trin­ken. So stirbt man zwangs­läu­fig. Daß dies ein nicht wirk­lich ange­neh­mer Pro­zeß ist, soll­te klar sein. Aber Ster­ben war schon immer ein zumeist elen­di­ger Pro­zeß, wel­cher jedoch dem Leben zuge­hö­rig ist. Daher ent­wi­ckel­te sich die Pal­lia­tiv­me­di­zin, wel­che den Ster­be­vor­gang erträg­li­cher machen soll, ihn jedoch nicht aktiv herbeiführt.

Zuletzt sei noch auf das Wort „selbst­be­stimmt“ ver­wie­sen. Kann ein tief depres­si­ver Mensch tat­säch­lich „selbst­be­stimmt“ ent­schei­den – oder ein Demenz­kran­ker? Oder ent­schei­den dann in sei­nem Sin­ne Gerich­te und Gut­ach­ter, was oft­mals schon im Kon­text von Betreu­ung und Zwangs­ein­wei­sung zu kri­ti­schen ethi­schen Ent­schei­dun­gen führt? Wol­len wir tat­säch­lich Rich­tern oder Gut­ach­tern sol­che Ent­schei­dun­gen auf­bür­den?  Die Autorin ver­tritt die Ansicht, daß die Selbst­be­stim­mung bzgl. des Ver­zichts auf die „best­mög­li­che“ The­ra­pie hier aus­rei­chend ist. Mit einer Pati­en­ten­ver­fü­gung kann man für sich selbst fest­le­gen, wel­che The­ra­pie man wünscht, solan­ge man noch Herr sei­ner Sin­ne ist. Die­se Ent­schei­dung gilt es dann ärzt­li­cher- und pfle­ge­ri­scher­seits zu akzep­tie­ren, auch wenn es noch The­ra­pie­op­tio­nen gäbe. Gera­de die­se Akzep­tanz ist in unse­rem meist auf Kura­ti­on, also Hei­lung, aus­ge­leg­ten fort­schritts­gläu­bi­gen Gesund­heits­sys­tem bei den han­deln­den Per­so­nen sehr unter­schied­lich ausgeprägt.

Im Zei­chen der Coro­na-Kri­se ist es der Autorin unver­ständ­lich, war­um unse­re Inten­siv­me­di­zin an ihre Gren­zen sto­ßen soll­te. Wenn tat­säch­lich mul­ti­mor­bi­de älte­re Men­schen beson­ders betrof­fen sind, stellt sich die Fra­ge, ob der mehr­fach vor­er­krank­te 84-Jäh­ri­ge zwangs­läu­fig beatmet wer­den muß bzw. ob er das über­haupt wünscht. Es erscheint reich­lich para­dox, auf der einen Sei­te die „Sterbe­pil­le“ ver­tei­len zu wol­len und auf der ande­ren Sei­te bei mul­ti­mor­bi­den Hoch­be­tag­ten jed­we­de Maxi­mal­the­ra­pie einzusetzen.

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Kommentare (23)

Lotta Vorbeck

27. März 2020 16:19

Daran, wie eine "Gesellschaft" mit tatsächlich Schutzbedürftigem und Schutzbedürftigen umgeht, läßt sich ermessen, wie es um diese Gesellschaft außerhalb von Schönwetterperioden bestellt sein wird.

Schutzbedürftig sind Kinder, Alte, Kranke, Behinderte, Tiere und deren Refugien, kurzum alle die sich nicht selber zu schützen vermögen.

Und zwischen einer wahllos zusammengewürfelten Gesellschaft, deren Individuen nichts untereinander verbindet als dekadente Konsumsucht, Vollkaskomentalität und Verantwortungsabwälzung auf Dritte, aka "die Gesellschaft" auf der einen Seite und einem um seine tradierte Kultur und Herkunft wissenden, auf Zukunftssicherung bedachten Volk auf der anderen Seite, besteht nochmals ein fundamentaler Unterschied.

Treten zwei zahlenmäßig gleichstarke, auf gleichem materiellen Niveau ausgerüstete, gleich gut ausgebildete Armeen gegeneinander an, dann gewinnt immer die Armee, die ihre Heimat gegen den Angreifer verteidigt. Die Verteidiger der Heimat kämpfen für ihre eigenen Interessen. Die in ein fremdes Land eindringenden Invasoren dienen Interessen, die nicht ihre eigenen sind.

Ein chinesisches Sprichwort besagt sinngemäß: "Locke den Feind auf Dein Territorium, um ihn dort zu vernichten."

Conclusio:
Lautet die Aufstellung der Mannschaften "Gesellschaft vs. Volk", dann darf sich "die Gesellschaft" schon mal schön warm anziehen.

Monika

27. März 2020 16:37

Verständlich geschrieben, klar, deutlich, empathisch.
Mehr gibt es nicht zu sagen.
Vielen Dank
P.S. Frieda Helbig ist sicher kein Mann ? Siehe Einführung...

Lotta Vorbeck

27. März 2020 17:59

@Monika - 27. März 2020 - 04:37 PM

Frieda Helbig ist sicher kein Mann ?

~~~~~~~~~~

Pssst!

Stefanie

27. März 2020 19:15

Sie beschreiben den Zusammenhang zwischen dem Wunsch nach Sterbehilfe und der Angst wegen mangelnder Pflege unwürdig Leben zu müssen. Dazu ein weiterer Gedanke: man diskutiert darüber, ob man die Alten und Kranken nichht irgendwie "schützen" könnte, wenn man sie in Isolation schickt - die eigene Wohnug oder das Pflegeheim nicht verlasssen, keine persönlichen Kontakte nach draußen, nicht mal zu Kindern und Enkeln - und das auf unbestimmte Zeit, vielleicht Monate, vielleicht Jahre, bis es Medikamente oder Impfstoffe gibt. Und das, wenn einem klar ist, daß einem sowieso nur noch einige Jahre, vielleicht weniger bleiben könnten. Vielleicht sehe ich das mit meinen paardreißg etwas anders, doch die älteren Semester unter den Kommentatoren können sich ja mal die Frage stellen, ob sie nicht bereit wären, für das Privileg nach draußen zu dürfen und die Enkel zu sehen, auf ihr Recht auf Intensivmedizinische Behandlung im Falle der Coronainfektion (oder überhaupt) zu verzichten. Ich halte inzwischen solche Deals für möglich - wenn nicht in Deutschland, so doch in den mehr handelspragmatischen Ecken der Welt.

Gast auf Erden

27. März 2020 19:58

...hat mich auch irritiert! Mit dem generischen Maskulinum wollen wir es ja nicht übertreiben. Im übrigen ebenso von mir an Sie ein dicker Blumenstrauß, von dem Sie sich leider auch nichts kaufen können. Aber stellen Sie ihn virtuell aufs Fensterbrett. Viel Kraft weiterhin für Ihre Arbeit, und bleiben Sie behütet.

Gotlandfahrer

27. März 2020 20:15

Ich mache mich nicht beliebt, wenn ich darauf hinweise, dass Geld für empfundene Knappheit gegeben wird, wenn der Knappheitsempfindende es in ausreichender Menge hat, nicht für allgemein Wünschenswertes. Menschenwürdige Pflege mag knapp in dem Moment sein, wo man ihrer bedarf, aber offenbar nicht knapp genug, um vorher dafür ausreichend Geld zurückzulegen. Pflegenotstand herrscht in Deutschland schon seit Jahrzehnten, und trotzdem spart so gut wie niemand Mittel dafür an, sich ab Tag X dann die wünschenswerte Pflege leisten zu können. Wenn es dann soweit ist, soll das, was der Pflegebedürftige für sich zuvor jahrelang nicht als zu knapp empfunden hat, von anderen nun als zu knapp empfunden werden und durch höhere Umverteilung bezahlt werden, obwohl diese anderen nicht mal für sich selbst entsprechend vorsorgen. Ich argumentiere hier nicht aus Herzlosigkeit heraus, sondern aus systemischer Sicht, wonach offenbar kaum jemandem von uns die Knappheit eigener zukünftiger Pflege heute schon „genug“ wert ist. Für den Hausrat sorgt man vor, so dass in der Regel nur wenige Einbruchsgeschädigte durch Unterversicherung zu Schaden kommen. Der Pflegenotstand, der sich aus medizinischen „Fortschritten“ und familiären Rückschritten gleichermaßen speist, ist vermutlich Ausdruck des menschlichen Verdrängens der eigenen Verfallbarkeit. Ich nehme mich da nicht aus setze auf das Gunter-Sachs-Modell, aber wer weiß.

AndreasausE

27. März 2020 21:42

Als "Kriegsdienstverweigerer" fand und finde ich sicher nicht nur Beifall, aber genau dafür waren wir "Zivis" seinerzeit mal gedacht: Nicht, um Personalengpässe zu schließen - allenfalls kurzfristig zu überbrücken - sondern um noch "was obendrauf" geben zu können.
Ich saß stundenlang am kommenden Sterbefall und hörte mir Geschichten vom Krieg an, oder spielte mit einem Komlettbekloppten Schach (das konnte der verdammt gut) oder fing demente Omi vom Friedhof nebenan wieder ein usw.
Ich war ja nur "Extra", jedenfalls Theorie nach.

Nun gut, das war ja Krankenhaus, kein Altenheim, aber "Interne" dürfte da gewiß Schnittmenge haben und ich behaupte mal, daß weder die Kommerzialisierung der Pflege noch die Aussetzung der Wehrpflicht sinnvolle Sachen waren.

Man sollte allein darum schon die Wehrpflicht wieder einführen, natürlich mit voller Zeit. Gern auch für Männlein, Weiblein, Diverse gleichermaßen. Allein schon der Dienst nämlich, dazu auch die verstreichenden Monate, dürften manchen völlig vollbeknackten Studienwunsch (z. B. "Genderstudies") überdenken lassen und manchen jungen Menschen vor Komplettverblödung bewahren.

Allerdings müßte strikt darauf geachtet werden, daß Zivis NICHT Lückenbüßer dahingehend werden, daß Pflegeunternehmen (und da blicke ich ausdrücklich auch auf AWO, Caritas, Diakonie etc.) sich dank derer noch teurere Dienstwagen genehmigen, siehe dazu übrigens die Vorgänge derzeit in Frankfurt.

micfra

27. März 2020 21:42

Hervorragender Artikel, der keiner philosophischen Ergänzung bedarf.
Was mich betrifft, kann ich das so sagen: Ich denke über Selbsttötung im Pflegefall nach, eigentlich muss man das ja vor dem Eintreten des Falls tun, da ich mir nicht mehr vorstellen kann ausreichend gut gepflegt zu werden in diesem verlotterten Land. Voriges Jahr habe ich an mir selbst erlebt, was Pflegebedürftige erleben müssen. Ich hatte einen schweren Schlaganfall. Das Desaster in dem sich unsere Gesellschaft befindet, sehe ich seitdem überdeutlich. Und ja, wenn es um die Pflege in Deutschland besser bestellt und eine menschenwürdige Pflege durch Menschen des eigenen kulturellen Raumes gegeben wäre, würde ich nicht über Selbsttötung nachdenken.
Kommentare, wie die eines Gotlandfahrers sind einfach nur dämlich und unangebracht, dieser Fahrer weiß offensichtlich nicht wovon er spricht. Solche Einstellungen sind wohl die Folge des Liberalismus, dass das Individuum für alles alleine verantwortlich machen will und genau die Zustände hervorbringt, die die Autorin beschreibt.

tearjerker

27. März 2020 21:47

„Es erscheint reichlich paradox, auf der einen Seite die „Sterbepille“ verteilen zu wollen und auf der anderen Seite bei multimorbiden Hochbetagten jedwede Maximaltherapie einzusetzen.“
Beides sind Geschäftsmodelle, die abgerechnet werden können, und die meisten Leute finden das vollkommen akzeptabel. Die Lage ist vertrackt, denn wo die Daseinsfürsorge an den Staat abgegeben wird, zerfallen Familie, Sippe, Stamm, Gemeinde, Volk und Reich und damit die Voraussetzungen für bessere Lösungen. Das Ergebnis ist eine Gesellschaft aus unreifen und abergläubischen Menschen bar jeglicher existentieller Erfahrungen, die ihre Probleme mit Geld und Betäubungsmitteln zuwirft und erwartet, die Druiden könnten den Rest schon mit dem Einsatz von magischen Spritzen zum Besseren wenden. So wird beim Atemstillstand der 90jährigen bettlägerigen Grossmutter nochmal die Rettungsmaschine in Gang gesetzt und die Herren über Leben und Tod (welche Berufsgruppe killt schon mehr Menschen als Ärzte?) müssen ihre Routinen abspulen, um sich nicht vorwerfen zu lassen, sie hätten zu wenig getan. Euthanasie ist dann eine vollkommen logische Option, wenn niemand mehr hilft, da Sensibilitäten und die Unfähigkeit sich mit unangenehmen Wahrheiten zu konfrontieren nichts Anderes übrig lassen.

AndreasausE

27. März 2020 21:58

@Gotlandfahrer

Wenn ich dazu was sagen darf: So gut wie niemand stellt sich gern als tatterigen, sabbernden, in Büx machenden, eigene Kinder nicht erkennenden, Nachbarschaft zusammenbrüllenden Menschen vor.
Wer mag da schon dran denken und Rücklagen bilden? Geschweige denn sich mit Krawatte oder Kostüm von Bank darüber unterhalten? am Ende denken die noch, man sei selbst kommende Woche so weit...

Und darum ist das mit der Pflege auch so eine Sache, das wurde ja auch erst in letzten wenigen Jahrzehnten interessierendes Thema, wo 1. Leute allgemein länger lebten, 2. deren Angehörige noch arbeiteten und das darum 3. nicht mehr so "kaschierbar" war, was Omi oder Opi so gerade für Umstand machten. Auch weil 4. die Enkelgeneration nicht mehr im Haus weilt.

Im Grunde ist die Analyse des Problems sehr einfach. Wer aber ne Lösung findet verdient Nobelpreis und sollte zum Papst bestimmt werden ;-)

AndreasausE

27. März 2020 22:22

@micfra

"Was mich betrifft, kann ich das so sagen: Ich denke über Selbsttötung im Pflegefall nach" - das hab ich für mich bereits so ausgemacht. Problem nur: Wer setzt mir im Fall der Fälle den "Goldenen Schuß"? Das wir ethisches Dilemma sein, aber das andere, daß ich alles Mögliche an Drogen noch durchprobieren möchte vorm Finale, hätte gewissen Reiz. Dilemma eben: Wem mutet man zu das sterbende Pferd zu erschießen?

Frieda Helbig

28. März 2020 00:19

@Lotta:
Grundsätzlich denken wir doch in gleichen Kategorien. Nur leben wir grad eher in einer "Gesellschaft" als in einem "Volk". Und da mir die Schutzbedürftigen im Hier und Jetzt wichtig sind, muß ich quasi mit dem zurechtkommen, was de facto vorliegt. "Theoretisch" wünschenswert wäre etwas anderes, klar!

@Monika:
Herzlichen Dank! Ob der "fehlerhaften geschlechtlichen" Einleitung der SiN-Redaktion bin ich nun der/die/das erste Transgender-Autor(in) hier. Von wegen ewiggestrig, voll divers! Im Ernst: Empfinden Sie den Text eher als weiblichen oder männlichen?

@Stefanie:
Sehr gute Gedanken. Schön, daß der Text zum Nachdenken anregt!

@Gast:
Danke, bei meinem grünen Daumen ist es gut, daß der Strauß digital ist.

@Gotlandfahrer:
Soweit sind wir gar nicht auseinander. Generell könnte ich mir auch eine "satt und sauber"-Grundversorgung vorstellen und für den Rest muß man selbst vorsorgen. Aber dann auch Klartext von der Politik, daß das so notwendig ist. Und dann auch das Gleiche konsequent im Kontext Asyl. Was aber mal so gar nicht geht ist: Rundum-Versorgung von Asylanten/Migranten/Flüchtlingen und Minimal-Pflege bei den Alten. Wenn schon, denn schon im Gesamtkontext!

@Andreas:
Völlig richtig. Verpflichtender (Sozial)Dienst für alle wäre ein erster Schritt, a) zur Entlastung der Pflege und b) zur pflegerischen Nachwuchsgewinnung.

@micfra:
Weiterhin gute Genesung und Respekt für Ihre Offenheit. Ich hoffe für uns Alle, daß sich die Situation noch ändert und wir alle im Alter gut gepflegt werden. Ich werde meinen Teil hier versuchen beizutragen. Vielleicht trägt es ja ein wenig aus und einige alternative Politiker greifen das Thema auf...

@tearjerker:
In meinem letzten Artikel thematisierte ich ja gerade, daß Pflege/Gesundheit Geschäftsmodelle sind. Eignet sich dieser Bereich für den freien Markt inkl. Profitmaximierung? Ich sehe als wesentlichen Teil der pflegerischen Profession die Aufklärung und Beratung, auch und insbesondere, was den Umgang mit dem Thema Tod/Sterben und Therapielimitierung betrifft. Dies ist etwas ganz anderes als Euthanasie. Aber wir sind uns hier wohl fast alle einig: die hedonistische, ich-bezogene, schnelle möglichst schmerzfreie Lösungen suchende, Familie und andere Bindungen zerstörende, wehleidige und nichts mehr aushaltende westliche Gesellschaft ist ursächlich auch für dieses Problem...

Der_Juergen

28. März 2020 07:23

Ein guter Artikel. Zwei Ergänzungen, leicht off topic:

1) Dass sich Frieda Helbig "Pfleger" nennt, hat etliche Leser irritiert, auch mich. Als ich im Februar 1991 mit einer Lehrergruppe aus der Schweiz in Dresden weilte, wo wir Berufskollegen trafen und Schulen besuchten, verwendeten die Lehrerinnen aus der Ex-DDR für sich regelmässig das Wort "Lehrer". Auch einem schon damals gegen PC weitgehend immunen Menschen wie mir kam das seltsam vor.

2) In der Corona-Hysterie des Mainstreams wirkt folgende Satire, in der NZZ erschienen, wie eine kleine Oase in der Wüste Sahara:

https://www.nzz.ch/feuilleton/coronavirus-wie-viel-satire-vertraegt-unsere-verrueckte-welt-ld.1547176

Andrenio

28. März 2020 08:21

Wenn in einer Zivilisation der Respekt vom Alter verloren gegangen ist (oder gezielt zerstört wurde), kann das beste Betreuungsssystem der Welt die Würde nicht zurückbringen.

Für wen ist die Welt am schönsten? Vielleicht für den, der nach Jahren Einzelhaft in vier kahlen Wänden einen Baum in Frühlingskleid sieht.

Am Dienstag wurde ich zu einem Hausbesuch gerufen, da an der Prothese etwas abgebrochen sei und der Vater bettlägrig sei.
Am Aussiedlerhof angekommen wurde ich von einer mit einem starken Akzent sprechenden mittelalterlichen Frau in freundlich Empfang genommen, vermutlich aus Polen.
Im Haus der starke Geruch nach Viehwirtschaft, noch aus der Jugend im Dorf in der Nase.
Der 87-jährige Patient war vor einigen Monaten beim Zurücktreiben der Kühe in eine kleine Stampede gekommen und hatte über 20 Rippenbrüche erlitten.
Nach Krankenhaus und Reha lag er jetzt angekleidet auf seinem Bett. Sein Dialekt klang östlich: Ja, er hätte mit 15 in Pommern den Einmarsch der Russen erlebt, wäre mit ein paar Freunden in den Wald geflüchtet. Dabei hätte er einen Lungendurchschuss, einen Schlagaderdurchschuss an der linken Hand und eine Kugel durch die Mütze erhalten. Er hätte das überlebt und nach der Rückkehr in sein Dorf hören müssen, dass seine Mutter sich bei der Massenvergewaltigung gewehrt und gleich erschossen worden war.
Die "Aussiedlung" in offenen Güterwagen erfolgte Ende 45 und er kam in Sachsen-Anhalt Nord auf einen Hof.
Weitere Details spare ich aus, aber eine Sache nahm ich mit: Mit Ausnahme der Ausraubung durch Polen bei Halten mit den Güterwaggons, hätte er überall nur gute Menschen erwischt, die ihm nicht nur ein Dach über den Kopf und Arbeit gegeben hätten, sondern ihn teilweise wie einen Sohn behandelt hätten.

Was für ein Segen, dass er jetzt ins Haus, das er grossteils mit eigenen erbaute, zurückkehren und nicht elendlich in einem Heim seinem Ende entgegendämmern muss!

Szenenwechsel:

Jeden Freitag Einsatz im Altersheim für Schwerstpflegefälle. Dort habe ich eine Zahnstation so eingerichtet, dass die Betten so hereingefahren werden können, dass man mit allen Geräten die Patienten erreicht, wenn auch selbst halb liegend, mit einem Knie am Mensch, den anderen am Fussanlasser.
Die Patienten mit multiresistenten Keimen kommen zuletzt, weil anschließend der Raum eine Stunde lang desinfiziert werden muss.
Das Heim war zahnärztlich lange verwaist, weil sich niemand fand zur Betreuung. Verständlich, weil niemand den Zusatzaufwand angemessen honoriert und die Zusatzrisiken erheblich sind. In der Stadt gibt es über 70 Zahnärzte, einige in wenigen hundert Metern Entfernung. Mein Team fährt 70 km hin und zurück. Vor Ort konnte auch kein Anästhesiearzt gefunden werden. Das reist ebenfalls 30 km an.

Wenn wir das Heim verlassen ist die Welt wunderschön und ich selbst bin mit meinen 68 Jahre. Froh, dass ich nicht selbst dort mein Dasein fristen muss.

Die Pfleger machen eine unglaubliche Arbeit, nehmen die Insassen in den Arm und behandeln sie wir Familienangehörige. Das motiviert weiter zu machen.

Unter eigenem Namen hätte ich das nie geschrieben, weil ich "virtue signaling" (tut mir leid, mir fällt kein guter Ausdruck in deutsch ein) zutiefst widerspricht.

zeitschnur

28. März 2020 09:03

@ Stefanie

Der "Deal", den Sie vorschlagen, hebt sich doch selbst auf! Wenn man es den Alten überließe, ob es ihnen egal ist, ob sie "Corona bekommen" oder nicht, dann könnte man sich den ganzen Zinnober sparen, der derzeit das ganze Land nachhaltig schrottet. Wem es wurscht ist, der trifft sich wie gewohnt, mit wem er will. Und wem es nicht wurscht ist, der igelt sich ein, bis die Medien ihm flöten, dass das Leben jetzt wieder todesfrei ist.
Vor 10 Tagen hörte ich einer Gruppe alter Herren gegen 90 im Tabak-Zeitungsladen zu, der auch ein Hermesshop ist, in dem ich ein Paket abholte. Allesamt kauften sich erst mal ihr Rauchzeug, und dann ging es ab:
"Ist doch mir egal, woran ich am Ende sterb, besser Corona als jahrelang leiden."
"An irgendwas muss man schließlich sterben, warum nicht Corona?"
"Wir haben unser Leben doch gelebt, was kommt noch?" "Kommt, wir rauchen draußen eine!"
Eine realistische Sicht.
Es würde also - wenn es das böse "Covid19" überhaupt so gibt, wie man es uns computersimuliert darstellt - genügen, schlicht und einfach gar keine "Maßnahmen" zu ergreifen. Nichts wäre anders, als es jetzt ist, es gäbe auch nicht mehr "Fallzahlen".
Allerdings scheint diese sehr einfache Erkenntnis dem Durchschnittsschonlängerhierlebenden nicht mehr zugänglich.

zeitschnur

28. März 2020 09:34

Das Dilemma, das die Autorin beschreibt (im Singular gibt es übrigens kaum ein generisches Maskulinim! Auch vor Jahrhunderten nicht - im Gegenteil, da hieß die Frau vom Herrn Müller sogar noch Frau Müllerin, die Alten waren in manchem in der Tat auch sprachlich gendergerechter, aber das nur am Rande) könnte man so beschreiben:
Wer den Tod als einen rein materiellen Vorgang auffasst, wird ihn technisch aufzuhalten versuchen. Das Ergebnis ist, dass man lebendige Leichen erzeugt. Man "überholt" mit Technik die Seele. Man erzeugt die Krankheit des gefallenen Menschen bis zum Exzess: eines gespaltenen, in sich uneinigen Wesens aufgrund einer Hybris, die göttliche Herkunft zu verneinen, den Lebensodem Gottes zu ersetzen durch „Beatmungsmaschinen“ aller Art.

Übrigens tritt gerade dieses Dilemma anhand der Coronathematik sogar sehr deutlich zutage. Daher ist es gut, diesen Artikel veröffentlicht zu haben.
Das Geschrei nach fehlenden Beatmungsmaschinen klingt melodramatisch. Und der lebensentfremdete Medienglotzer glaubt, da lägen ansonsten putzmuntere Springachtziger, die nach Sex im Alter lechzen und ihr Hauptopus noch vor sich haben, schweratmend herum und bekämen einfach nicht das, was ihr Leben nun noch um Jahre verlängern würde, denn: Hauptsache immer länger, wie immer, aber länger irgendwie, denn der Materialist hat eine wahnsinnige Angst vor dem Tod. Seine vernachlässigte geistige Person meldet sich verzweifelt und doch ungehört immer mehr zu Wort.
Dass sich die Atmung verändert, wenn man stirbt, weiß jeder, der schon Sterbende begleitet hat (ich tat das ca. 20 Jahre lang im Rahmen einer Tätigkeit in einer solchen Einrichtung, allerdings nicht als Pflegerin, sondern musizierend). Ich raufe mir die Haare bei der Vorstellung, dass man solche Sterbenden anhand der "Corona", die sich zu einer dämonischen Nullnummer-Krone auswächst, womöglich noch eine "Beatmung" antut. Auf solche geschuckten Ideen kommt wirklich nur eine maximal gottlose Zeit.
Man lässt also Menschen nicht mehr dann sterben, wenn ihr Ende kommt, und andererseits wird man die Geister, die man rief, nicht mehr los, dieses technische Zombieleben der Untoten, die nach dem Tod betteln müssen, weil die Pharma- und Medizinindustrie samt einer pervertierten "Gesellschaft" sie missbraucht, um den Tod zu "besiegen" und daran auch satt zu verdienen.

Dazu passend derzeit: Aus Rücksicht gegenüber den Älteren werden die Toten weltweit nicht mehr begraben. Es könnten dabei ja Zusammenrottungen von Menschen in Friedhofskapellen und an offenen Gräbern entstehen. Wie Raphael Bonelli es berichtet, erhalten die Sterbenden nicht einmal mehr die Sterbesakramente - aus Rücksicht gegenüber den Älteren. Und es geht dabei nicht nur um die angeblich an Corona Gestorbenen, sondern um alle Gestorbenen. Ich habe das gerade auch in der eigenen Familie. Es ist menschenunwürdig und herzzerreißend. Machen wir uns klar: derzeit wird niemand mehr würdig begraben, sondern entweder gekühlt aufgehoben in der Hoffnung, dass der Hype aufhört (wobei daher dann auch die gestapelten Leichen kommen, die man uns als "Coronatote" präsentiert oder sie werden ohne Begleitung ihrer Lieben einfach versenkt oder durch den Kamin getrieben) und doch noch ein würdiger Abschied mit Begräbnis möglich wird.
Das liest man allerdings nicht in den Medien. Denn dieses Szenario brauchen diese Teufelsmedien schließlich dafür, die Corona"gefahr" weiterhin aufbauschen zu können, und was eignet sich dazu mehr als Leichenberge.
Und: die Kirchen machen dieses Drecksspiel mit. Das hat es noch nie gegeben. Noch nie.
Aber ich fürchte, die Menschen sind schon so verkommen durch eine jahrelange selbstverschuldete Unmündigkeit, dass sie diese bizarren Wirklichkeiten nicht weiter stören werden.

Monika

28. März 2020 10:15

@ Frieda Helbig
😀😀😀
Ich empfinde den Text als absolut weiblich, mütterlich, menschlich !
Woran das auch der Dümmste merkt ?
An der Erwähnung der MERCI-Schokolade als Dank für die weiblichen Engel ( gibt es männliche ?) in Pflege, Supermarkt usw. Früher schenkte man diesen Engeln
Mon Cherie .
Ich kannte mal eine wunderbare Krankenschwester, bei der hat sich das klebrige Zeug nur so gestapelt.😢😢🤪
Also meine Herren! Ein großzügiges Geldgeschenk tut es auch, diskret in einem Umschlag. Ohne Hintergedanken. Handwerker freuen sich übrigens auch darüber.
Und ganz wichtig: Höflich und freundlich miteinander umgehen. Mal ein Lächeln und ein Danke. Und das nicht nur zur Weihnachtszeit...

Lotta Vorbeck

28. März 2020 10:25

@Frieda - 28. März 2020 - 00:19 AM

[email protected]:

Grundsätzlich denken wir doch in gleichen Kategorien. Nur leben wir grad eher in einer "Gesellschaft" als in einem "Volk". Und da mir die Schutzbedürftigen im Hier und Jetzt wichtig sind, muß ich quasi mit dem zurechtkommen, was de facto vorliegt. "Theoretisch" wünschenswert wäre etwas anderes, klar!

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Ja @Frieda,

Deine Intention ist mir mehr als verständlich.

Die sich bereits abzeichnende Gefahr besteht eben nur darin, daß "in einer Gesellschaft" die unter Druck gerät, Überlegungen auf den Tisch gewuchtet werden, deren Erörterung "in einem Volk" als Tabu angesehen würde.

Franz Bettinger

28. März 2020 10:28

Ich habe bei alten Menschen das Thema Tod nie vermieden, sondern sogar aktiv angesprochen, oft zum Missfallen von Angehörigen (sofern sie uns belauschten). Die Alten waren dankbar, dass ihr Haupt-Thema endlich mal auf den Tisch kam und nicht, wie sie es sonst kannten, peinlich vermieden oder verniedlicht wurde. „Wären Sie gerne noch mal jung?“ fragte ich regelmäßig. „Nein. Nicht, wenn ich mein ganzes Leben nochmal durchmachen müsste, genug ist genug.“ Es war immer die gleiche Antwort. Fast immer! - „Wären Sie denn gerne tot?“ Hier gab es zwei Sorten von Antworten. Die erste „Ja, das wäre eine Erlösung“ gaben naturgemäß die, die an ihren Gebrechen litten. Die zweite Antwort war: „Ein bisschen neugierig bin ich schon noch. Ich hab’s nicht eilig.“ Für mich waren beide Antworten eine Erlösung. Sie nahmen mir die (eigene) Angst vor dem Tod. Diese Angst habe ich nicht mehr. Das ist ein gutes Gefühl.

Frieda Helbig

28. März 2020 11:25

@Andrenio:
Danke für Ihre großartige Arbeit. Ich weiß nur zu gut, daß Sie das als "normal" ansehen, was Sie tun. Aber leider ist es das in dieser "Gesellschaft" nicht mehr. Sie fühlen sich anders als andere Ihrem Eid verpflichtet und nicht (nur) dem Geld.

@zeitschnur:
Sie bringen das Dilemma direkt auf den Punkt. Danke für die Ergänzung!
Köstlich auch Ihre (unfreiwillig) beschriebene Paradoxie: Man sperrt die Alten und uns alle unserer Gesundheit zuliebe ein, aber wir dürfen weiterhin gesundheitsschädliche Substanzen (z.B. Glimmstengel) fröhlich konsumieren, im Sinne von kaufen!

@Monika:
Nochmals danke!

@Lotta:
Ich weiß, was Du meinst. Aber wir dürfen nicht verzweifeln oder aufgeben.

@Bettinger:
Sie beschreiben exakt meine Erfahrungen. Der Tod darf nicht tabuisiert werden. Er muß als Teil des Lebens begriffen werden, was er auch schon immer war. Dieses Thema gehört verstärkt in ärztliche und pflegerische Lehrpläne!

Monika

28. März 2020 12:26

@ Friedas for Future

Lotta Vorbeck

28. März 2020 16:39

@Monika - 28. März 2020 - 12:26

Friedas for Future

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Ohne die @Friedas ist der Ofen aus!

Götz Kubitschek

29. März 2020 10:32

badeschluß. dank!

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