27. März 2020

Coronavirus (7): Pflege

Gastbeitrag / 23 Kommentare

Frieda Helbig ist Pflegerin. Bei Sezession im Netz schrieb sie bereits über die Frage: Wie wollen wir pflegen? In Zeiten von Corona ist dieses Thema brisant.

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Wir veröffentlichen hiermit ihren zweiten Beitrag. 

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Auf einmal, Corona sei Dank, gibt es fetten Applaus für die "Pflegenden". Der ließ bisher auf sich warten. Der folgende Screenshot zeigt zwei Meldungen der Tagesschau-App vom 25.02.20. Sie sind wohl nur rein zufällig untereinander geraten.

In meiner Gedankenwelt ergibt sich zwischen diesen zwei Meldungen jedoch ein eventueller Zusammenhang:

Wäre die Befürwortung von Sterbehilfe genauso hoch, wenn wir die fehlenden 120.000 Pflegekräfte hätten? Man also wüßte, man wäre im Alter gut versorgt? Ist die Befürwortung nicht nur so hoch, weil man lieber tot wäre, als schlecht versorgt zu werden? Und was wäre, wenn man wüßte, man wäre gut versorgt?

Ausgehend von diesen Überlegungen und den Kommentaren unter meinem letzten Artikel hier auf SiN  nun dieser Beitrag, auch wenn er in Philosophinnenhand vielleicht besser und tiefgründiger aufgehoben wäre. Qua Profession als Pflegekraft inkl. Pflegemanagement-Studium schreibe ich aus meiner Sicht-  und werde vielleicht in den Kommentaren inhaltlich philosophisch ergänzt.

Letztlich dreht sich fast alles um die Grundfrage: Was genau verstehen wir als Gesellschaft unter „angemessen betreut“ bzw. „gepflegt“ - siehe Tagesschaumeldung Nr 1. Ohne Beantwortung dieser Frage ist jegliche Diskussion über „angemessene Pflege“ sinnlos. Wir müssen zuerst „angemessene Pflege“ definieren.

Aus Sicht der Autorin ist „angemessene Pflege“ viel mehr als „satt und sauber“. Es muß um eine eine menschengerechte und menschenwürdige Pflege gehen, nimmt man Artikel 1 des Grundgesetzes tatsächlich ernst. Eine menschengerecht-menschenwürdige Pflege hat den einzelnen Menschen als gewachsene Persönlichkeit und Individuum im Blick. Sie erschöpft sich nicht ausschließlich in bloßen körperlichen Verrichtungen, wie z.B. Essen eingeben, waschen, Inkontinenzversorgung, Mobilisation, sondern bietet auch Raum für Gespräche, Beratung und das Aufnehmen von Sorgen und Ängsten.

Es ist mir zu Ohren gekommen (im Ernst weiß ich es aus langer Erfahrung!), daß so manches Gespräch oder beruhigende Waschung dazu geführt haben, daß Bewohner gut und einigermaßen zufrieden schliefen - mal ohne Schlaftablette. Es soll auch würdevoller sein, bei Demenz mit ausgeprägter „Hinlauftendenz“ einfach begleitet zu werden bei diesen krankheitsbedingten Läufen, anstatt medikamentös ruhiggestellt zu werden und vor sich hin zu dämmern.

Die Autorin ist der Meinung, daß jemand nach 45 Arbeitsjahren und stetigem Einzahlen in die Sozialkassen auch bei notwendiger Einweisung in ein Pflegeheim das Recht hat, seine gewohnten zwei Tassen Espresso am Morgen zu erhalten und nicht eine koffeinfreie lauwarme kaffeeähnliche Substanz. Dies würde aber voraussetzen, daß es in diesem Pflegeheim deutschsprachige, ausgebildete Pflegekräfte gibt, die Zeit haben, Wünsche, Bedürfnisse und Gewohnheiten biographisch zu erfassen.

Denn auch bei den oben genannten körperlichen pflegerischen Verrichtungen gilt es die Individualität zu berücksichtigen, zumindest wenn es der Anspruch ist, menschengerecht-menschenwürdig zu pflegen. Warmes oder kaltes Wasser beim Zähne putzen, naß oder trocken rasieren, welches Duschbad/Shampoo, Hemd in der Hose oder draußen, Abend- oder Frühduscher etc.

Daß wir als Gesellschaft bzw. die politisch-verantwortlich Handelnden unseren alten bzw. pflegebedürftigen Mitbürgern dieses Maß an gewohnter Normalität und Individualität nicht zubilligen, jedoch Art. 1 des GG bei jeder anderen Gelegenheit betonen, erscheint moralisch doppelbödig.

Denn der Wohlstand, von dem wir zehren und in dem wir uns sattsam eingerichtet haben, wurde von den Generationen hier schon länger Lebender, meist Deutscher, erschaffen. Deren Schaffenskraft, Sparsamkeit und Wille schuf das Wirtschaftswunder und die weitere darauffolgende wirtschaftliche Prosperität.

Daß man nun in der gerade über uns hereinbrechenden Viruskrise diese Alten als besonders schutzbedürftig erkennt und nun wahnsinnig solidarisch sein will, ist an Verlogenheit kaum zu überbieten. Wo war denn zuvor die Solidarität mit ihnen?

Als sie in Vor-Corona-Zeiten zu vierzigst allein von Schwester Edeltraut im Nachtdienst versorgt wurden und dabei sehnsüchtig warteten, bis sie kam, um ihnen etwas zu trinken zu reichen oder sie aus ihrer vollen Inkontinenzhose zu befreien?

Nicht so wichtig wie der Schutz vor einem Virus? Schwester Edeltraut ist zu Corona-Zeiten auf einmal (die großstädtischen abendlichen Klatschorgien legen es nah) eine Heldin? Plötzlich ist sie mehr als eine Urinkellnerin und Popo-Abputzerin, die knapp über Mindestlohn verdienen darf?

Sie war schon zuvor eine tolle Frau, die einen wichtigen Dienst, neudeutsch Job, tut. Merci-Schokolade haben Pflegekräfte schon in Massen erhalten und Blumensträuße jeglicher Größe. Auch tolle „wertschätzende“ Politikerreden haben sie schon oft gehört, meist in Vorwahlzeiten. Nur - die helfen nicht gegen schlechte Arbeitsbedingungen und Personalmangel. Hier hilft nur noch eine „nationale Kraftanstrengung“, die den Pflegenotstand langfristig behebt. Kurzfristig und nur mit Geld wird das Problem nicht zu lösen sein. Jedoch werden Worte wie „nationale Kraftanstrengung“ von unserer Kanzlerin oft in anderen Zusammenhängen, meist ohne Bezug zum eigenen Volk, benutzt. Letztlich könnte man zu dem Schluß kommen, daß sich das Pflegeproblem „aussterben“ soll.

Jedenfalls könnte man so die zweite o.g. Meldung deuten, ebenso wie das letzte Urteil des Bundesverfassungsgerichtes zum ärztlich assistierten Suizid. Hierzu führt das Gericht aus: „Das allgemeine Persönlichkeitsrecht (Art. 2 Abs. 1 i.V.m. Art. 1 Abs. 1 GG) umfasst als Ausdruck persönlicher Autonomie ein Recht auf selbstbestimmtes Sterben.“ Und weiter: „Die Freiheit, sich das Leben zu nehmen, umfasst auch die Freiheit, hierfür bei Dritten Hilfe zu suchen und Hilfe, soweit sie angeboten wird, in Anspruch zu nehmen.“

Das Leben beginnt mit der Befruchtung der Eizelle bzw. der Geburt und endet mit dem Tod. Warum ich zwar den Anfang meines Lebens nicht selbstbestimmen darf, das tun wohl durch den Akt der Zeugung andere für mich, jedoch das Ende meines Lebens, erschließt sich der Autorin nicht.

Außerdem kann ich jederzeit selbstbestimmt sterben, ich kann aufhören zu essen und zu trinken. So stirbt man zwangsläufig. Daß dies ein nicht wirklich angenehmer Prozeß ist, sollte klar sein. Aber Sterben war schon immer ein zumeist elendiger Prozeß, welcher jedoch dem Leben zugehörig ist. Daher entwickelte sich die Palliativmedizin, welche den Sterbevorgang erträglicher machen soll, ihn jedoch nicht aktiv herbeiführt.

Zuletzt sei noch auf das Wort „selbstbestimmt“ verwiesen. Kann ein tief depressiver Mensch tatsächlich „selbstbestimmt“ entscheiden - oder ein Demenzkranker? Oder entscheiden dann in seinem Sinne Gerichte und Gutachter, was oftmals schon im Kontext von Betreuung und Zwangseinweisung zu kritischen ethischen Entscheidungen führt? Wollen wir tatsächlich Richtern oder Gutachtern solche Entscheidungen aufbürden?  Die Autorin vertritt die Ansicht, daß die Selbstbestimmung bzgl. des Verzichts auf die „bestmögliche“ Therapie hier ausreichend ist. Mit einer Patientenverfügung kann man für sich selbst festlegen, welche Therapie man wünscht, solange man noch Herr seiner Sinne ist. Diese Entscheidung gilt es dann ärztlicher- und pflegerischerseits zu akzeptieren, auch wenn es noch Therapieoptionen gäbe. Gerade diese Akzeptanz ist in unserem meist auf Kuration, also Heilung, ausgelegten fortschrittsgläubigen Gesundheitssystem bei den handelnden Personen sehr unterschiedlich ausgeprägt.

Im Zeichen der Corona-Krise ist es der Autorin unverständlich, warum unsere Intensivmedizin an ihre Grenzen stoßen sollte. Wenn tatsächlich multimorbide ältere Menschen besonders betroffen sind, stellt sich die Frage, ob der mehrfach vorerkrankte 84-Jährige zwangsläufig beatmet werden muß bzw. ob er das überhaupt wünscht. Es erscheint reichlich paradox, auf der einen Seite die „Sterbepille“ verteilen zu wollen und auf der anderen Seite bei multimorbiden Hochbetagten jedwede Maximaltherapie einzusetzen.


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Kommentare (23)

Lotta Vorbeck

27. März 2020 16:19

Daran, wie eine "Gesellschaft" mit tatsächlich Schutzbedürftigem und Schutzbedürftigen umgeht, läßt sich ermessen, wie es um diese Gesellschaft außerhalb von Schönwetterperioden bestellt sein wird.

Schutzbedürftig sind Kinder, Alte, Kranke, Behinderte, Tiere und deren Refugien, kurzum alle die sich nicht selber zu schützen vermögen.

Und zwischen einer wahllos zusammengewürfelten Gesellschaft, deren Individuen nichts untereinander verbindet als dekadente Konsumsucht, Vollkaskomentalität und Verantwortungsabwälzung auf Dritte, aka "die Gesellschaft" auf der einen Seite und einem um seine tradierte Kultur und Herkunft wissenden, auf Zukunftssicherung bedachten Volk auf der anderen Seite, besteht nochmals ein fundamentaler Unterschied.

Treten zwei zahlenmäßig gleichstarke, auf gleichem materiellen Niveau ausgerüstete, gleich gut ausgebildete Armeen gegeneinander an, dann gewinnt immer die Armee, die ihre Heimat gegen den Angreifer verteidigt. Die Verteidiger der Heimat kämpfen für ihre eigenen Interessen. Die in ein fremdes Land eindringenden Invasoren dienen Interessen, die nicht ihre eigenen sind.

Ein chinesisches Sprichwort besagt sinngemäß: "Locke den Feind auf Dein Territorium, um ihn dort zu vernichten."

Conclusio:
Lautet die Aufstellung der Mannschaften "Gesellschaft vs. Volk", dann darf sich "die Gesellschaft" schon mal schön warm anziehen.

Monika

27. März 2020 16:37

Verständlich geschrieben, klar, deutlich, empathisch.
Mehr gibt es nicht zu sagen.
Vielen Dank
P.S. Frieda Helbig ist sicher kein Mann ? Siehe Einführung...

Lotta Vorbeck

27. März 2020 17:59

@Monika - 27. März 2020 - 04:37 PM

Frieda Helbig ist sicher kein Mann ?

~~~~~~~~~~

Pssst!

Stefanie

27. März 2020 19:15

Sie beschreiben den Zusammenhang zwischen dem Wunsch nach Sterbehilfe und der Angst wegen mangelnder Pflege unwürdig Leben zu müssen. Dazu ein weiterer Gedanke: man diskutiert darüber, ob man die Alten und Kranken nichht irgendwie "schützen" könnte, wenn man sie in Isolation schickt - die eigene Wohnug oder das Pflegeheim nicht verlasssen, keine persönlichen Kontakte nach draußen, nicht mal zu Kindern und Enkeln - und das auf unbestimmte Zeit, vielleicht Monate, vielleicht Jahre, bis es Medikamente oder Impfstoffe gibt. Und das, wenn einem klar ist, daß einem sowieso nur noch einige Jahre, vielleicht weniger bleiben könnten. Vielleicht sehe ich das mit meinen paardreißg etwas anders, doch die älteren Semester unter den Kommentatoren können sich ja mal die Frage stellen, ob sie nicht bereit wären, für das Privileg nach draußen zu dürfen und die Enkel zu sehen, auf ihr Recht auf Intensivmedizinische Behandlung im Falle der Coronainfektion (oder überhaupt) zu verzichten. Ich halte inzwischen solche Deals für möglich - wenn nicht in Deutschland, so doch in den mehr handelspragmatischen Ecken der Welt.

Gast auf Erden

27. März 2020 19:58

...hat mich auch irritiert! Mit dem generischen Maskulinum wollen wir es ja nicht übertreiben. Im übrigen ebenso von mir an Sie ein dicker Blumenstrauß, von dem Sie sich leider auch nichts kaufen können. Aber stellen Sie ihn virtuell aufs Fensterbrett. Viel Kraft weiterhin für Ihre Arbeit, und bleiben Sie behütet.

Gotlandfahrer

27. März 2020 20:15

Ich mache mich nicht beliebt, wenn ich darauf hinweise, dass Geld für empfundene Knappheit gegeben wird, wenn der Knappheitsempfindende es in ausreichender Menge hat, nicht für allgemein Wünschenswertes. Menschenwürdige Pflege mag knapp in dem Moment sein, wo man ihrer bedarf, aber offenbar nicht knapp genug, um vorher dafür ausreichend Geld zurückzulegen. Pflegenotstand herrscht in Deutschland schon seit Jahrzehnten, und trotzdem spart so gut wie niemand Mittel dafür an, sich ab Tag X dann die wünschenswerte Pflege leisten zu können. Wenn es dann soweit ist, soll das, was der Pflegebedürftige für sich zuvor jahrelang nicht als zu knapp empfunden hat, von anderen nun als zu knapp empfunden werden und durch höhere Umverteilung bezahlt werden, obwohl diese anderen nicht mal für sich selbst entsprechend vorsorgen. Ich argumentiere hier nicht aus Herzlosigkeit heraus, sondern aus systemischer Sicht, wonach offenbar kaum jemandem von uns die Knappheit eigener zukünftiger Pflege heute schon „genug“ wert ist. Für den Hausrat sorgt man vor, so dass in der Regel nur wenige Einbruchsgeschädigte durch Unterversicherung zu Schaden kommen. Der Pflegenotstand, der sich aus medizinischen „Fortschritten“ und familiären Rückschritten gleichermaßen speist, ist vermutlich Ausdruck des menschlichen Verdrängens der eigenen Verfallbarkeit. Ich nehme mich da nicht aus setze auf das Gunter-Sachs-Modell, aber wer weiß.

AndreasausE

27. März 2020 21:42

Als "Kriegsdienstverweigerer" fand und finde ich sicher nicht nur Beifall, aber genau dafür waren wir "Zivis" seinerzeit mal gedacht: Nicht, um Personalengpässe zu schließen - allenfalls kurzfristig zu überbrücken - sondern um noch "was obendrauf" geben zu können.
Ich saß stundenlang am kommenden Sterbefall und hörte mir Geschichten vom Krieg an, oder spielte mit einem Komlettbekloppten Schach (das konnte der verdammt gut) oder fing demente Omi vom Friedhof nebenan wieder ein usw.
Ich war ja nur "Extra", jedenfalls Theorie nach.

Nun gut, das war ja Krankenhaus, kein Altenheim, aber "Interne" dürfte da gewiß Schnittmenge haben und ich behaupte mal, daß weder die Kommerzialisierung der Pflege noch die Aussetzung der Wehrpflicht sinnvolle Sachen waren.

Man sollte allein darum schon die Wehrpflicht wieder einführen, natürlich mit voller Zeit. Gern auch für Männlein, Weiblein, Diverse gleichermaßen. Allein schon der Dienst nämlich, dazu auch die verstreichenden Monate, dürften manchen völlig vollbeknackten Studienwunsch (z. B. "Genderstudies") überdenken lassen und manchen jungen Menschen vor Komplettverblödung bewahren.

Allerdings müßte strikt darauf geachtet werden, daß Zivis NICHT Lückenbüßer dahingehend werden, daß Pflegeunternehmen (und da blicke ich ausdrücklich auch auf AWO, Caritas, Diakonie etc.) sich dank derer noch teurere Dienstwagen genehmigen, siehe dazu übrigens die Vorgänge derzeit in Frankfurt.

micfra

27. März 2020 21:42

Hervorragender Artikel, der keiner philosophischen Ergänzung bedarf.
Was mich betrifft, kann ich das so sagen: Ich denke über Selbsttötung im Pflegefall nach, eigentlich muss man das ja vor dem Eintreten des Falls tun, da ich mir nicht mehr vorstellen kann ausreichend gut gepflegt zu werden in diesem verlotterten Land. Voriges Jahr habe ich an mir selbst erlebt, was Pflegebedürftige erleben müssen. Ich hatte einen schweren Schlaganfall. Das Desaster in dem sich unsere Gesellschaft befindet, sehe ich seitdem überdeutlich. Und ja, wenn es um die Pflege in Deutschland besser bestellt und eine menschenwürdige Pflege durch Menschen des eigenen kulturellen Raumes gegeben wäre, würde ich nicht über Selbsttötung nachdenken.
Kommentare, wie die eines Gotlandfahrers sind einfach nur dämlich und unangebracht, dieser Fahrer weiß offensichtlich nicht wovon er spricht. Solche Einstellungen sind wohl die Folge des Liberalismus, dass das Individuum für alles alleine verantwortlich machen will und genau die Zustände hervorbringt, die die Autorin beschreibt.

tearjerker

27. März 2020 21:47

„Es erscheint reichlich paradox, auf der einen Seite die „Sterbepille“ verteilen zu wollen und auf der anderen Seite bei multimorbiden Hochbetagten jedwede Maximaltherapie einzusetzen.“
Beides sind Geschäftsmodelle, die abgerechnet werden können, und die meisten Leute finden das vollkommen akzeptabel. Die Lage ist vertrackt, denn wo die Daseinsfürsorge an den Staat abgegeben wird, zerfallen Familie, Sippe, Stamm, Gemeinde, Volk und Reich und damit die Voraussetzungen für bessere Lösungen. Das Ergebnis ist eine Gesellschaft aus unreifen und abergläubischen Menschen bar jeglicher existentieller Erfahrungen, die ihre Probleme mit Geld und Betäubungsmitteln zuwirft und erwartet, die Druiden könnten den Rest schon mit dem Einsatz von magischen Spritzen zum Besseren wenden. So wird beim Atemstillstand der 90jährigen bettlägerigen Grossmutter nochmal die Rettungsmaschine in Gang gesetzt und die Herren über Leben und Tod (welche Berufsgruppe killt schon mehr Menschen als Ärzte?) müssen ihre Routinen abspulen, um sich nicht vorwerfen zu lassen, sie hätten zu wenig getan. Euthanasie ist dann eine vollkommen logische Option, wenn niemand mehr hilft, da Sensibilitäten und die Unfähigkeit sich mit unangenehmen Wahrheiten zu konfrontieren nichts Anderes übrig lassen.

AndreasausE

27. März 2020 21:58

@Gotlandfahrer

Wenn ich dazu was sagen darf: So gut wie niemand stellt sich gern als tatterigen, sabbernden, in Büx machenden, eigene Kinder nicht erkennenden, Nachbarschaft zusammenbrüllenden Menschen vor.
Wer mag da schon dran denken und Rücklagen bilden? Geschweige denn sich mit Krawatte oder Kostüm von Bank darüber unterhalten? am Ende denken die noch, man sei selbst kommende Woche so weit...

Und darum ist das mit der Pflege auch so eine Sache, das wurde ja auch erst in letzten wenigen Jahrzehnten interessierendes Thema, wo 1. Leute allgemein länger lebten, 2. deren Angehörige noch arbeiteten und das darum 3. nicht mehr so "kaschierbar" war, was Omi oder Opi so gerade für Umstand machten. Auch weil 4. die Enkelgeneration nicht mehr im Haus weilt.

Im Grunde ist die Analyse des Problems sehr einfach. Wer aber ne Lösung findet verdient Nobelpreis und sollte zum Papst bestimmt werden ;-)

AndreasausE

27. März 2020 22:22

@micfra

"Was mich betrifft, kann ich das so sagen: Ich denke über Selbsttötung im Pflegefall nach" - das hab ich für mich bereits so ausgemacht. Problem nur: Wer setzt mir im Fall der Fälle den "Goldenen Schuß"? Das wir ethisches Dilemma sein, aber das andere, daß ich alles Mögliche an Drogen noch durchprobieren möchte vorm Finale, hätte gewissen Reiz. Dilemma eben: Wem mutet man zu das sterbende Pferd zu erschießen?

Frieda Helbig

28. März 2020 00:19

@Lotta:
Grundsätzlich denken wir doch in gleichen Kategorien. Nur leben wir grad eher in einer "Gesellschaft" als in einem "Volk". Und da mir die Schutzbedürftigen im Hier und Jetzt wichtig sind, muß ich quasi mit dem zurechtkommen, was de facto vorliegt. "Theoretisch" wünschenswert wäre etwas anderes, klar!

@Monika:
Herzlichen Dank! Ob der "fehlerhaften geschlechtlichen" Einleitung der SiN-Redaktion bin ich nun der/die/das erste Transgender-Autor(in) hier. Von wegen ewiggestrig, voll divers! Im Ernst: Empfinden Sie den Text eher als weiblichen oder männlichen?

@Stefanie:
Sehr gute Gedanken. Schön, daß der Text zum Nachdenken anregt!

@Gast:
Danke, bei meinem grünen Daumen ist es gut, daß der Strauß digital ist.

@Gotlandfahrer:
Soweit sind wir gar nicht auseinander. Generell könnte ich mir auch eine "satt und sauber"-Grundversorgung vorstellen und für den Rest muß man selbst vorsorgen. Aber dann auch Klartext von der Politik, daß das so notwendig ist. Und dann auch das Gleiche konsequent im Kontext Asyl. Was aber mal so gar nicht geht ist: Rundum-Versorgung von Asylanten/Migranten/Flüchtlingen und Minimal-Pflege bei den Alten. Wenn schon, denn schon im Gesamtkontext!

@Andreas:
Völlig richtig. Verpflichtender (Sozial)Dienst für alle wäre ein erster Schritt, a) zur Entlastung der Pflege und b) zur pflegerischen Nachwuchsgewinnung.

@micfra:
Weiterhin gute Genesung und Respekt für Ihre Offenheit. Ich hoffe für uns Alle, daß sich die Situation noch ändert und wir alle im Alter gut gepflegt werden. Ich werde meinen Teil hier versuchen beizutragen. Vielleicht trägt es ja ein wenig aus und einige alternative Politiker greifen das Thema auf...

@tearjerker:
In meinem letzten Artikel thematisierte ich ja gerade, daß Pflege/Gesundheit Geschäftsmodelle sind. Eignet sich dieser Bereich für den freien Markt inkl. Profitmaximierung? Ich sehe als wesentlichen Teil der pflegerischen Profession die Aufklärung und Beratung, auch und insbesondere, was den Umgang mit dem Thema Tod/Sterben und Therapielimitierung betrifft. Dies ist etwas ganz anderes als Euthanasie. Aber wir sind uns hier wohl fast alle einig: die hedonistische, ich-bezogene, schnelle möglichst schmerzfreie Lösungen suchende, Familie und andere Bindungen zerstörende, wehleidige und nichts mehr aushaltende westliche Gesellschaft ist ursächlich auch für dieses Problem...

Der_Juergen

28. März 2020 07:23

Ein guter Artikel. Zwei Ergänzungen, leicht off topic:

1) Dass sich Frieda Helbig "Pfleger" nennt, hat etliche Leser irritiert, auch mich. Als ich im Februar 1991 mit einer Lehrergruppe aus der Schweiz in Dresden weilte, wo wir Berufskollegen trafen und Schulen besuchten, verwendeten die Lehrerinnen aus der Ex-DDR für sich regelmässig das Wort "Lehrer". Auch einem schon damals gegen PC weitgehend immunen Menschen wie mir kam das seltsam vor.

2) In der Corona-Hysterie des Mainstreams wirkt folgende Satire, in der NZZ erschienen, wie eine kleine Oase in der Wüste Sahara:

https://www.nzz.ch/feuilleton/coronavirus-wie-viel-satire-vertraegt-unsere-verrueckte-welt-ld.1547176

Andrenio

28. März 2020 08:21

Wenn in einer Zivilisation der Respekt vom Alter verloren gegangen ist (oder gezielt zerstört wurde), kann das beste Betreuungsssystem der Welt die Würde nicht zurückbringen.

Für wen ist die Welt am schönsten? Vielleicht für den, der nach Jahren Einzelhaft in vier kahlen Wänden einen Baum in Frühlingskleid sieht.

Am Dienstag wurde ich zu einem Hausbesuch gerufen, da an der Prothese etwas abgebrochen sei und der Vater bettlägrig sei.
Am Aussiedlerhof angekommen wurde ich von einer mit einem starken Akzent sprechenden mittelalterlichen Frau in freundlich Empfang genommen, vermutlich aus Polen.
Im Haus der starke Geruch nach Viehwirtschaft, noch aus der Jugend im Dorf in der Nase.
Der 87-jährige Patient war vor einigen Monaten beim Zurücktreiben der Kühe in eine kleine Stampede gekommen und hatte über 20 Rippenbrüche erlitten.
Nach Krankenhaus und Reha lag er jetzt angekleidet auf seinem Bett. Sein Dialekt klang östlich: Ja, er hätte mit 15 in Pommern den Einmarsch der Russen erlebt, wäre mit ein paar Freunden in den Wald geflüchtet. Dabei hätte er einen Lungendurchschuss, einen Schlagaderdurchschuss an der linken Hand und eine Kugel durch die Mütze erhalten. Er hätte das überlebt und nach der Rückkehr in sein Dorf hören müssen, dass seine Mutter sich bei der Massenvergewaltigung gewehrt und gleich erschossen worden war.
Die "Aussiedlung" in offenen Güterwagen erfolgte Ende 45 und er kam in Sachsen-Anhalt Nord auf einen Hof.
Weitere Details spare ich aus, aber eine Sache nahm ich mit: Mit Ausnahme der Ausraubung durch Polen bei Halten mit den Güterwaggons, hätte er überall nur gute Menschen erwischt, die ihm nicht nur ein Dach über den Kopf und Arbeit gegeben hätten, sondern ihn teilweise wie einen Sohn behandelt hätten.

Was für ein Segen, dass er jetzt ins Haus, das er grossteils mit eigenen erbaute, zurückkehren und nicht elendlich in einem Heim seinem Ende entgegendämmern muss!

Szenenwechsel:

Jeden Freitag Einsatz im Altersheim für Schwerstpflegefälle. Dort habe ich eine Zahnstation so eingerichtet, dass die Betten so hereingefahren werden können, dass man mit allen Geräten die Patienten erreicht, wenn auch selbst halb liegend, mit einem Knie am Mensch, den anderen am Fussanlasser.
Die Patienten mit multiresistenten Keimen kommen zuletzt, weil anschließend der Raum eine Stunde lang desinfiziert werden muss.
Das Heim war zahnärztlich lange verwaist, weil sich niemand fand zur Betreuung. Verständlich, weil niemand den Zusatzaufwand angemessen honoriert und die Zusatzrisiken erheblich sind. In der Stadt gibt es über 70 Zahnärzte, einige in wenigen hundert Metern Entfernung. Mein Team fährt 70 km hin und zurück. Vor Ort konnte auch kein Anästhesiearzt gefunden werden. Das reist ebenfalls 30 km an.

Wenn wir das Heim verlassen ist die Welt wunderschön und ich selbst bin mit meinen 68 Jahre. Froh, dass ich nicht selbst dort mein Dasein fristen muss.

Die Pfleger machen eine unglaubliche Arbeit, nehmen die Insassen in den Arm und behandeln sie wir Familienangehörige. Das motiviert weiter zu machen.

Unter eigenem Namen hätte ich das nie geschrieben, weil ich "virtue signaling" (tut mir leid, mir fällt kein guter Ausdruck in deutsch ein) zutiefst widerspricht.

zeitschnur

28. März 2020 09:03

@ Stefanie

Der "Deal", den Sie vorschlagen, hebt sich doch selbst auf! Wenn man es den Alten überließe, ob es ihnen egal ist, ob sie "Corona bekommen" oder nicht, dann könnte man sich den ganzen Zinnober sparen, der derzeit das ganze Land nachhaltig schrottet. Wem es wurscht ist, der trifft sich wie gewohnt, mit wem er will. Und wem es nicht wurscht ist, der igelt sich ein, bis die Medien ihm flöten, dass das Leben jetzt wieder todesfrei ist.
Vor 10 Tagen hörte ich einer Gruppe alter Herren gegen 90 im Tabak-Zeitungsladen zu, der auch ein Hermesshop ist, in dem ich ein Paket abholte. Allesamt kauften sich erst mal ihr Rauchzeug, und dann ging es ab:
"Ist doch mir egal, woran ich am Ende sterb, besser Corona als jahrelang leiden."
"An irgendwas muss man schließlich sterben, warum nicht Corona?"
"Wir haben unser Leben doch gelebt, was kommt noch?" "Kommt, wir rauchen draußen eine!"
Eine realistische Sicht.
Es würde also - wenn es das böse "Covid19" überhaupt so gibt, wie man es uns computersimuliert darstellt - genügen, schlicht und einfach gar keine "Maßnahmen" zu ergreifen. Nichts wäre anders, als es jetzt ist, es gäbe auch nicht mehr "Fallzahlen".
Allerdings scheint diese sehr einfache Erkenntnis dem Durchschnittsschonlängerhierlebenden nicht mehr zugänglich.

zeitschnur

28. März 2020 09:34

Das Dilemma, das die Autorin beschreibt (im Singular gibt es übrigens kaum ein generisches Maskulinim! Auch vor Jahrhunderten nicht - im Gegenteil, da hieß die Frau vom Herrn Müller sogar noch Frau Müllerin, die Alten waren in manchem in der Tat auch sprachlich gendergerechter, aber das nur am Rande) könnte man so beschreiben:
Wer den Tod als einen rein materiellen Vorgang auffasst, wird ihn technisch aufzuhalten versuchen. Das Ergebnis ist, dass man lebendige Leichen erzeugt. Man "überholt" mit Technik die Seele. Man erzeugt die Krankheit des gefallenen Menschen bis zum Exzess: eines gespaltenen, in sich uneinigen Wesens aufgrund einer Hybris, die göttliche Herkunft zu verneinen, den Lebensodem Gottes zu ersetzen durch „Beatmungsmaschinen“ aller Art.

Übrigens tritt gerade dieses Dilemma anhand der Coronathematik sogar sehr deutlich zutage. Daher ist es gut, diesen Artikel veröffentlicht zu haben.
Das Geschrei nach fehlenden Beatmungsmaschinen klingt melodramatisch. Und der lebensentfremdete Medienglotzer glaubt, da lägen ansonsten putzmuntere Springachtziger, die nach Sex im Alter lechzen und ihr Hauptopus noch vor sich haben, schweratmend herum und bekämen einfach nicht das, was ihr Leben nun noch um Jahre verlängern würde, denn: Hauptsache immer länger, wie immer, aber länger irgendwie, denn der Materialist hat eine wahnsinnige Angst vor dem Tod. Seine vernachlässigte geistige Person meldet sich verzweifelt und doch ungehört immer mehr zu Wort.
Dass sich die Atmung verändert, wenn man stirbt, weiß jeder, der schon Sterbende begleitet hat (ich tat das ca. 20 Jahre lang im Rahmen einer Tätigkeit in einer solchen Einrichtung, allerdings nicht als Pflegerin, sondern musizierend). Ich raufe mir die Haare bei der Vorstellung, dass man solche Sterbenden anhand der "Corona", die sich zu einer dämonischen Nullnummer-Krone auswächst, womöglich noch eine "Beatmung" antut. Auf solche geschuckten Ideen kommt wirklich nur eine maximal gottlose Zeit.
Man lässt also Menschen nicht mehr dann sterben, wenn ihr Ende kommt, und andererseits wird man die Geister, die man rief, nicht mehr los, dieses technische Zombieleben der Untoten, die nach dem Tod betteln müssen, weil die Pharma- und Medizinindustrie samt einer pervertierten "Gesellschaft" sie missbraucht, um den Tod zu "besiegen" und daran auch satt zu verdienen.

Dazu passend derzeit: Aus Rücksicht gegenüber den Älteren werden die Toten weltweit nicht mehr begraben. Es könnten dabei ja Zusammenrottungen von Menschen in Friedhofskapellen und an offenen Gräbern entstehen. Wie Raphael Bonelli es berichtet, erhalten die Sterbenden nicht einmal mehr die Sterbesakramente - aus Rücksicht gegenüber den Älteren. Und es geht dabei nicht nur um die angeblich an Corona Gestorbenen, sondern um alle Gestorbenen. Ich habe das gerade auch in der eigenen Familie. Es ist menschenunwürdig und herzzerreißend. Machen wir uns klar: derzeit wird niemand mehr würdig begraben, sondern entweder gekühlt aufgehoben in der Hoffnung, dass der Hype aufhört (wobei daher dann auch die gestapelten Leichen kommen, die man uns als "Coronatote" präsentiert oder sie werden ohne Begleitung ihrer Lieben einfach versenkt oder durch den Kamin getrieben) und doch noch ein würdiger Abschied mit Begräbnis möglich wird.
Das liest man allerdings nicht in den Medien. Denn dieses Szenario brauchen diese Teufelsmedien schließlich dafür, die Corona"gefahr" weiterhin aufbauschen zu können, und was eignet sich dazu mehr als Leichenberge.
Und: die Kirchen machen dieses Drecksspiel mit. Das hat es noch nie gegeben. Noch nie.
Aber ich fürchte, die Menschen sind schon so verkommen durch eine jahrelange selbstverschuldete Unmündigkeit, dass sie diese bizarren Wirklichkeiten nicht weiter stören werden.

Monika

28. März 2020 10:15

@ Frieda Helbig
😀😀😀
Ich empfinde den Text als absolut weiblich, mütterlich, menschlich !
Woran das auch der Dümmste merkt ?
An der Erwähnung der MERCI-Schokolade als Dank für die weiblichen Engel ( gibt es männliche ?) in Pflege, Supermarkt usw. Früher schenkte man diesen Engeln
Mon Cherie .
Ich kannte mal eine wunderbare Krankenschwester, bei der hat sich das klebrige Zeug nur so gestapelt.😢😢🤪
Also meine Herren! Ein großzügiges Geldgeschenk tut es auch, diskret in einem Umschlag. Ohne Hintergedanken. Handwerker freuen sich übrigens auch darüber.
Und ganz wichtig: Höflich und freundlich miteinander umgehen. Mal ein Lächeln und ein Danke. Und das nicht nur zur Weihnachtszeit...

Lotta Vorbeck

28. März 2020 10:25

@Frieda - 28. März 2020 - 00:19 AM

[email protected]:

Grundsätzlich denken wir doch in gleichen Kategorien. Nur leben wir grad eher in einer "Gesellschaft" als in einem "Volk". Und da mir die Schutzbedürftigen im Hier und Jetzt wichtig sind, muß ich quasi mit dem zurechtkommen, was de facto vorliegt. "Theoretisch" wünschenswert wäre etwas anderes, klar!

---

Ja @Frieda,

Deine Intention ist mir mehr als verständlich.

Die sich bereits abzeichnende Gefahr besteht eben nur darin, daß "in einer Gesellschaft" die unter Druck gerät, Überlegungen auf den Tisch gewuchtet werden, deren Erörterung "in einem Volk" als Tabu angesehen würde.

Franz Bettinger

28. März 2020 10:28

Ich habe bei alten Menschen das Thema Tod nie vermieden, sondern sogar aktiv angesprochen, oft zum Missfallen von Angehörigen (sofern sie uns belauschten). Die Alten waren dankbar, dass ihr Haupt-Thema endlich mal auf den Tisch kam und nicht, wie sie es sonst kannten, peinlich vermieden oder verniedlicht wurde. „Wären Sie gerne noch mal jung?“ fragte ich regelmäßig. „Nein. Nicht, wenn ich mein ganzes Leben nochmal durchmachen müsste, genug ist genug.“ Es war immer die gleiche Antwort. Fast immer! - „Wären Sie denn gerne tot?“ Hier gab es zwei Sorten von Antworten. Die erste „Ja, das wäre eine Erlösung“ gaben naturgemäß die, die an ihren Gebrechen litten. Die zweite Antwort war: „Ein bisschen neugierig bin ich schon noch. Ich hab’s nicht eilig.“ Für mich waren beide Antworten eine Erlösung. Sie nahmen mir die (eigene) Angst vor dem Tod. Diese Angst habe ich nicht mehr. Das ist ein gutes Gefühl.

Frieda Helbig

28. März 2020 11:25

@Andrenio:
Danke für Ihre großartige Arbeit. Ich weiß nur zu gut, daß Sie das als "normal" ansehen, was Sie tun. Aber leider ist es das in dieser "Gesellschaft" nicht mehr. Sie fühlen sich anders als andere Ihrem Eid verpflichtet und nicht (nur) dem Geld.

@zeitschnur:
Sie bringen das Dilemma direkt auf den Punkt. Danke für die Ergänzung!
Köstlich auch Ihre (unfreiwillig) beschriebene Paradoxie: Man sperrt die Alten und uns alle unserer Gesundheit zuliebe ein, aber wir dürfen weiterhin gesundheitsschädliche Substanzen (z.B. Glimmstengel) fröhlich konsumieren, im Sinne von kaufen!

@Monika:
Nochmals danke!

@Lotta:
Ich weiß, was Du meinst. Aber wir dürfen nicht verzweifeln oder aufgeben.

@Bettinger:
Sie beschreiben exakt meine Erfahrungen. Der Tod darf nicht tabuisiert werden. Er muß als Teil des Lebens begriffen werden, was er auch schon immer war. Dieses Thema gehört verstärkt in ärztliche und pflegerische Lehrpläne!

Monika

28. März 2020 12:26

@ Friedas for Future

Lotta Vorbeck

28. März 2020 16:39

@Monika - 28. März 2020 - 12:26

Friedas for Future

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Ohne die @Friedas ist der Ofen aus!

Götz Kubitschek

29. März 2020 10:32

badeschluß. dank!

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