3. April 2020

Ausnahmezustand: Die Rückkehr des Politischen

Gastbeitrag / 76 Kommentare

von Florian Sander -- Über die gesellschaftlichen Folgen der Corona-Krise kann die Rückkehr des Politischen erfolgen.

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Auch auf die Gefahr hin, daß Leser weitere Beiträge zum C-Wort langsam nicht mehr sehen können: Es gibt inzwischen allerhand dazu zu sagen, denn die Implikationen der Krise, als wie berechtigt man die Ängste und die Maßnahmen dazu auch ansehen mag, sind gewaltig.

Für Soziologen wie den Autor dieser Zeilen stellt sich unsere Welt derzeit wie ein einziges großes Forschungsobjekt dar, denn wir erleben derzeit eine Gesellschaft im Umbruch. Es ist nicht übertrieben zu sagen, daß 2020 einst in einer Reihe stehen wird mit Zäsuren wie 1945, 1968, 1989 und 2001. Auch soziologische Laien spüren längst: Es ändert sich gerade gewaltig etwas in unserer bequem, ja dekadent gewordenen Wohlstandsgesellschaft.

Zwar weiß noch keiner so genau, was da gerade passiert und was sich da verändert, aber das es geschieht – daran hat kaum jemand noch Zweifel. Über die (sozialen, nicht medizinischen) Ursachen der Krise, die vor allem im Komplex der Globalisierung und der daraus generierten Weltrisikogesellschaft (Ulrich Beck) zu verorten sind, haben wir bereits an anderer Stelle geschrieben, weswegen wir dazu hier nicht mehr allzu viele Worte verlieren wollen. Anstatt der Vergangenheit widmen wir uns an dieser Stelle nun der Gegenwart – und der Zukunft. Was passiert um uns herum eigentlich gerade?

Die (post-)moderne Gesellschaft

Einmal mehr tauchen wir zum Zwecke der Analyse ein in die wohlig-nüchternen Sphären der soziologischen Theorie, die uns in diesen coronafiebrig-hitzigen, hysterischen Zeiten stets etwas abzukühlen imstande sind und Ordnung in das Chaos zu bringen vermögen. Die Systemtheorie nach Niklas Luhmann liefert, wie auch immer man in normativem Sinne zu ihr stehen mag, eine gültige Diagnose der modernen Gesellschaftsstruktur bis ins Jahr 2020 hinein. Luhmanns Theorie stützt sich auf die These der funktional differenzierten Gesellschaft, welche, im Gegensatz zur (segmentär differenzierten) Stammesgesellschaft und zur (stratifizierten) Ständegesellschaft eine Struktur hat, die nicht mehr länger als hierarchisch oder auch nur als organisiert bezeichnet werden kann.

Inzwischen gilt: Es steht weder ein bestimmter Stand über allem noch ein bestimmtes System. Das Primat der Religion, das im europäischen Mittelalter zu beobachten war, gibt es ebenso wenig wie eines der Politik. Einher geht diese Entwicklung mit einer hochausdifferenzierten Arbeitsteilung, die in Spezialisierung und, in heutigen Zeiten, buchstäblich in „Fachidiotentum“ mündet. Die Gesellschaft spaltet sich auf in gleichberechtigte, miteinander wetteifernde Funktionssysteme wie Politik, Recht, Wirtschaft, Wissenschaft, Kunst, Massenmedien, Sport, Erziehung, Religion und Gesundheit.

Keines dieser Systeme steht über dem anderen; selbst die Politik hat nun mehr nur noch eine „regulierende“, „ordnende“ Funktion inne, aber keine herrschende oder steuernde. Nicht umsonst wird der (oft auch normativ verstandenen) Systemtheorie aus diesem Grunde eine Art neoliberaler Charakterzug unterstellt: Wo die Politik eine derart zurückgedrängte, reduzierte Funktion hat, wo Steuerungsmöglichkeiten im Großen und Ganzen verneint werden, da operiert eben auch die Wirtschaft autonom, kann die Politik ebenso beeinflussen wie die Politik sie. Eine Diagnose, die man angesichts der Folgen einer anderen großen, globalen Krise unserer Zeit, der Finanzkrise ab 2007, schwerlich als falsch bezeichnen kann – aber eben nicht als wünschenswert.

Luhmann sollte insofern auch als Diagnostiker gelesen werden, nicht als politischer Theoretiker. Konservative, die den heute umso mehr aktuellen Diagnosen eines anderen großen Differenzierungstheoretikers, nämlich Carl Schmitt, etwas abgewinnen können, müssen folglich zwar die Diagnosen Luhmanns anerkennen können, sollten demgegenüber aber nicht dessen normative Schlussfolgerungen dazu teilen.

Nach Luhmann ist die funktional differenzierte Gesellschaft ein quasi unausweichliches Produkt stetiger gesellschaftlicher Evolution; eine soziale Ordnung, die sich aufgrund der modernen Erfordernisse durchgesetzt hat, wie die Arbeitsteilung in der industrialisierten Wirtschaft, und die deswegen gewissermaßen die beste und effektivste Antwort auf die komplexen Erfordernisse der Moderne darstelle. Auch wenn Luhmann es in seinen Werken nie „laut“ sagte und er es auf entsprechende Nachfrage hin vermutlich bestritten hätte: Recht häufig klingt bei ihm an, daß er die komplexitätsgesteigerte funktional differenzierte Gesellschaft für die beste Gesellschaftsform hält.

Das Primat des Politischen kehrt zurück

Andere Zeiten, andere Konklusionen: Das differenzierungstheoretische Gegenmodell lieferte Carl Schmitt (noch Jahrzehnte vor Luhmann), der – wenn auch ohne von „Systemen“ zu sprechen – ebenfalls von gesellschaftlichen Teilbereichen wie dem Politischen, dem Ökonomischen, dem Ästhetischen etc. ausging und diesen, wie auch später Luhmann, binäre Leitunterscheidungen zuschrieb: Das Politische ist laut Schmitt dadurch politisch, daß es das, was es wahrnimmt, nach Freund und Feind unterscheidet; das Ästhetische unterscheidet zwischen schön und häßlich usw. Anders als Luhmann sah Schmitt das nicht-hierarchische Verhältnis zwischen jenen Sphären kritisch, im Sinne einer Entpolitisierung, was ihn konsequenterweise zum Liberalismus-Kritiker machte.

Liberalismus-Kritik war jedoch nur eine Facette des umfassenden Werkes des konservativen Staatsrechtlers. Kennzeichnend für Schmitts (eher rechtswissenschaftlich und weniger soziologisch inspirierte) Staatstheorie war nun das besondere Interesse für den Ausnahmezustand: Das berühmte Schmitt-Bonmot „Souverän ist, wer über den Ausnahmezustand entscheidet“ machte deutlich, dass eben jener Zustand die Rückkehr, ja die erneute hierarchisch hervorgehobene Stellung, anders gesagt: das Primat des Politischen markiert. Im Ausnahmezustand verdrängt die politische Leitunterscheidung alle anderen Unterscheidungen.

Konkreter und an einem Beispiel gesprochen: Befindet sich ein Staat im Krieg, so dominiert dieser sämtliche anderen gesellschaftlichen Sphären. Der Sieg, oder zumindest das Überleben ist wichtiger als die Schönheit oder Hässlichkeit eines Gemäldes. Die Wirtschaft ist nur noch insoweit wichtig, als daß sie den Rüstungserfordernissen dient; Luxusgüter stehen hinten an.

Auch der Seuchenfall ist natürlich ein Ausnahmezustand par excellence, mit allem, was auch staats- und gesellschaftstheoretisch dazugehört. Was sich viele im bisherigen postmodernen Zeitalter des Radikalindividualismus, der Spaß- und Konsumgesellschaft, der offenen Grenzen und des „Alles muss für jeden immer und überall möglich sein“ kaum noch vorstellen konnten, ist eingetreten: Mitten in der liberalen Demokratie herrschen plötzlich (sogar sehr gravierende) Freiheitseinschränkungen und Grundrechtseinschnitte.

Grenzen schließen sich, es herrschen (mal offizielle; mal inoffizielle, aber „faktische“) Ausgangssperren und Kontaktverbote. Geschäfte für „Luxusgüter“ (also solche, die gesellschaftlich nicht unbedingt notwendig sind) werden über Wochen hinweg geschlossen, die Wirtschaft wird auf das Nötigste beschränkt. So wie in Kriegszeiten alle möglichen, eigentlich militärfernen Wirtschaftszweige auf rüstungsindustrielle Produktion umgestellt werden, produzieren nun Unternehmen, die ursprünglich gar nicht mit Gesundheitsartikeln assoziiert werden, Produkte, die für die Aufrechterhaltung des Gesundheitssystems unerlässlich sind. Die Bundeskanzlerin formuliert in ihrer Rede an die Nation, wir stünden vor der größten Herausforderung für unser Land seit dem Zweiten Weltkrieg.

Merkels drastische Äußerung ist insofern nicht übertrieben, als dass die Corona-Krise mit diesem eine große Parallele hat, die selbst die Zäsuren von 1968, von 1989 und von 2001 nicht aufbieten konnten: Sie betrifft wahrlich jeden, irgendwie. Keiner kann sich ihr mehr entziehen. Den Studentenprotesten der 68er und ihren Inhalten musste man keine Beachtung schenken. Der deutschen Einheit zumindest in Westdeutschland ebenso wenig – am „eigenen Leib“ spürte man die Veränderung primär über das Steuerrecht. 9/11 manifestierte sich in zeitweiligen, aber für die große Mehrheit wenig konkreten Ängsten; mit Auslandseinsätzen der Bundeswehr hatte Otto Normalverbraucher nicht wirklich etwas zu tun und auch die überwachungsausbauenden Anti-Terror-Gesetze „spürte“ man nie wirklich selbst.

Erheblich anders nun bei Corona: Vom WC-Papier bis hin zu privaten Freizeitaktivitäten, vom regelmäßigen Gang zum Friseur bis hin zu der zuvor hoch banalen Frage, was man in einem öffentlichen Verkehrsmittel berührt und ob man sich danach ins Gesicht faßt, neben wem man in welchem Abstand sitzt oder wer wann wo wie stark hustet – die Krise ist ganz nah an uns dran und prägt unser Leben.

Im Bundestag wirkt sie sich auf nahezu allen Politikfeldern und in allen Ausschüssen aus. Selbständige und Unternehmer werden in teils existenzielle persönliche Krisen gestürzt; der psychische Zustand selbst von Normalbürgern ist angesichts der erzwungenen Stubenhocker-Existenz zunehmend labil. Menschen werden zunehmend neurotisch und neigen zu hypochondrischen Charakterzügen. Die Krise ist „totalitär“ – und sie zeigt auf, daß auch liberale Demokratien durchaus imstande sind, das Primat des Politischen wiederherzustellen, wenn der Ausnahmezustand es gebietet. Corona hat es geschafft: Die moderne, funktional differenzierte Gesellschaftsstruktur wurde, wenn nicht vollends außer Kraft gesetzt, so doch zumindest stark hierarchisiert und unter ein Primat des Politischen gestellt – zumindest zeitweilig.

Was bringt die Zukunft?

Lange schon kennen Demoskopen den Effekt, der sich stets bei größeren Krisen zeigt, und der sich auch in diesen Tagen abermals deutlich manifestiert: Die Menschen neigen wieder dazu, die Regierenden zu stützen. In Zeiten der Angst, der (scheinbar) existenziellen Bedrohung strebt man nach Muttis Rockzipfel: CDU/CSU steigen in den Umfragewerten auf bislang kaum noch erwartete Höhen; die kleineren Oppositionsparteien (AfD, FDP, Linke) verlieren spürbar an Zustimmung.

Diese haben letztlich nur die Wahl, die Regierungspolitik staatstragend-zustimmend zu begleiten (was nicht hilft, da das Original immer mehr profitiert als die Kopie) oder als zeternd-emotionalisierter Meckerfritze rezipiert zu werden (was aber dem Sicherheitsbedürfnis verängstigter Menschen entgegensteht). Als Oppositionspartei kann man in solchen Zeiten so gut wie nicht gewinnen – zumindest solange, bis die Regierung offensichtlich etwas gravierend falsch macht.

In der akuten Krise streben die Menschen, wie schon infolge anderer Katastrophen, nach Sicherheit: Keine Experimente! Doch, Achtung: Auch wenn uns die Corona-Krise selbst gewiss noch einige Monate lang begleiten wird; sie wird enden – und durch eine ganz andere Krise ersetzt werden, die vermutlich noch weitaus tiefgreifender wirken wird.

Die aktuellen Maßnahmen, aber auch das weltwirtschaftliche Wetterleuchten, das bereits davor zu beobachten war, werden einschneidende Folgen für unsere Wirtschaft haben, und die internationalen Kettenreaktionen, die aus den noch dramatischeren Situationen in den mediterranen Staaten resultieren, werden ebenfalls nicht auf sich warten lassen. Spätestens ab diesem Moment wird die existenzielle Angst der Bevölkerung durch (oft nicht minder existenzielle) Wut ersetzt werden: Die Zustimmung für die Regierenden wird schwinden; die Opposition wird profitieren. Konservative Kräfte sollten für diese Zeit programmatisch gerüstet sein.

Generell jedoch haben, und dies ist das explizit soziologisch Spannende an diesen Zeiten, all diese drastischen Entwicklungen schon jetzt eben nicht nur politische und (sozio-)ökonomische, sondern eben auch massive gesellschaftliche Folgen. Wir spüren – bedingt durch den Ausnahmezustand und auch in der Zeit danach – eine Rückkehr des Politischen. Genauer gesagt: Eine Rückkehr des originär politischen Akteurs, nämlich des Nationalstaates. Es dominiert wieder das nationale Interesse, und es ist der Nationalstaat (und nicht übergeordnete supranationale Einrichtungen wie die EU), der das Zepter des Handels in die Hand nimmt, und die Menschen spüren – nach Jahren der hyperindividualisierten „Ich kann alles schaffen, was ich will, und bin mir selbst der nächste“-Dekadenz –, wie sehr sie ihn im Notfall dann doch wieder brauchen.

Hoffnungsvoll stimmen auch die zahlreichen Anzeichen für einen neuen Zusammenhalt. Wir erleben ein Revival der Solidargemeinschaft: Es ist von Nachbarschaftshilfe die Rede; davon, unsere älteren Mitbürger vor den aktuellen Gefahren zu schützen. Wir erleben ein neues gesellschaftliches Miteinander, das nicht nur die Rückkehr des Nationalstaates, sondern sogar die Rückkehr des Volkes (anstatt: der „Bevölkerung“) bedeuten kann, da man intuitiv die Notwendigkeit der vor kurzem noch ach so antiquierten kollektiven Identitäten erfasst.

Die allgemein erwartete physische Distanzierung führt zu einer neuen Wertschätzung zwischenmenschlicher Bindungen: Zum Partner, zur Familie, zu Freunden. Das öffentliche Leben im hyperschnell gewordenen, globalisierten und entgrenzten Spätkapitalismus wird mit einem Mal urplötzlich entschleunigt: Wir werden gezwungen zum Innehalten, zur Besinnung, zum In-uns-gehen. Zugleich bekommen wir wieder ein Gespür dafür, wie es ist, Not zu leiden, existenzielle Sorgen zu haben. Das macht uns – mehrheitlich; Ausnahmen gibt es immer – solidarischer, nachdenklicher, demütiger, weniger oberflächlich und weniger materialistisch.

Trotz der einschneidenden gesundheitlichen und ökonomischen Folgen der Krise gilt: Es ist durchaus möglich, langfristig gesehen auch positive Aspekte in ihr zu entdecken. Es ist die falsche Zeit für apokalyptischen Kulturpessimismus – der aber leider nicht zuletzt im konservativen Spektrum allzu beliebt ist und dann wie eine sich selbst erfüllende Prophezeiung wirkt, indem er positive Ansätze zur konservativen Umgestaltung der Gesellschaft paralysiert. Dieser Versuchung sollten wir nicht erliegen, sondern lieber die Möglichkeiten nutzen, einige Dinge künftig grundlegend anders zu handhaben.

Die Krise als Chance

Noch ist nicht abzusehen, wohin uns diese Reise, die mit der Corona-Krise erst ihren Anfang nimmt, führen wird. Es gibt jedoch durchaus Anzeichen dafür, daß mit ihr und infolge einer gesellschaftlich noch anstehenden, schonungslosen Ursachenanalyse, die die Negativfolgen der globalisierten und grenzenlosen Postmoderne auf den Tisch bringt, unsere Gesellschaft einen Weg einschlagen könnte, der zum Wert kollektiver Identitäten, zur Nationalstaatlichkeit und zur Solidargemeinschaft zurückführt.

Jede Krise, so schlimm und so übel sie sein mag, birgt auch stets die Chance zu etwas Besserem in sich. Nutzen wir sie. Ohne Angst – aber dafür mit Mut, Tatkraft und viel Optimismus im Herzen.


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Kommentare (76)

Ein gebuertiger Hesse

3. April 2020 09:19

"Als Oppositionspartei kann man in solchen Zeiten so gut wie nicht gewinnen – zumindest solange, bis die Regierung offensichtlich etwas gravierend falsch macht."

Doch, könnte man. Indem man in tatsächlich inhaltliche Opposition zu dem Konsens-Narrativ tritt und das ganze Corona-Tamtam als verbrecherische Lüge desavouiert. Wozu sind die detaillierten "alternativen" Stellungnahmen der Doktoren Wodarg, Bhakdi und Hockertz denn da? Warum sich nicht auf sie stützen? Würde die AfD laut ausrufen, "Leute, ihr werdet im großen Stil verarscht; Covid19 ist nicht todbringender als jede andere Influenza; die Regierung benutzt die Sache, um eure Grundrechte zu beschneiden", hätte sie in dem miesen Spiel DEN Joker schlechthin in der Hand.

qvc1753

3. April 2020 09:42

@Hesse:
Dies genau so zu tun, das erfordert einen erheblichen politischen Mut, immerhin besteht ja die Gefahr das sich die Herrn und Damen auch gewaltig täuschen.
Anders als in der Klimadebatte sind die möglichen Folgen einer Fehlinterpretation der Lage ziemlich unmittelbar sichtbar.
Wie Donald Trump relativ schmerzhaft feststellen musste ist die Reise der Statements von "nicht gefährlicher als eine Grippe" zu "wir müssen mit bis zu 200.000 Toten rechnen" in 14 Tagen möglich.

Den Mut sich ggf. auch hochnotpeinlich vor aller Welt als Luftnummer zu entblößen ist vermutlich nicht jedem gegeben.

zeitschnur

3. April 2020 10:21

"Luhmanns Theorie stützt sich auf die These der funktional differenzierten Gesellschaft, welche, im Gegensatz zur (segmentär differenzierten) Stammesgesellschaft und zur (stratifizierten) Ständegesellschaft eine Struktur hat, die nicht mehr länger als hierarchisch oder auch nur als organisiert bezeichnet werden kann.

Inzwischen gilt: Es steht weder ein bestimmter Stand über allem noch ein bestimmtes System. Das Primat der Religion, das im europäischen Mittelalter zu beobachten war, gibt es ebenso wenig wie eines der Politik. Einher geht diese Entwicklung mit einer hochausdifferenzierten Arbeitsteilung, die in Spezialisierung und, in heutigen Zeiten, buchstäblich in „Fachidiotentum“ mündet. Die Gesellschaft spaltet sich auf in gleichberechtigte, miteinander wetteifernde Funktionssysteme wie Politik, Recht, Wirtschaft, Wissenschaft, Kunst, Massenmedien, Sport, Erziehung, Religion und Gesundheit."
______________

Ich bin mir nicht sicher, ob diese Analyse richtig ist. Gerade die derzeitige Krise zeigt doch, dass hier die Funktionssysteme gerade ÜBERHAUPT NICHT wetteifern. Was sich schon lange schleichend etabliert hat, aber von rechtsgerichteten Denkern eher nicht erkannt wird, ist doch diese merkwürdige larvierte Hierarchie, die die Illusion des Wetteifern oder sogar "freien Marktes" erzeugt, damit den Zorn aller Reaktionäre und Rechten triggert, eine Art Sündenbock für jegliches Misslingen, in Wahrheit aber längst - hier wieder mein Begriff vom Faschismus - ein fest verschnürtes Bündel all dieser Funktionen darstellt.
Derzeit sehen wir doch gut, wie in der Coronakrise im Prinzip keinerlei Wetteifer der Politik mit der Wissenschaft mehr stattfindet. Die Politik hat auf einen einzigen Mann gehört, der noch dazu in ihren gut bezahlten Diensten steht. Wenn aus der medizinischen Wissenschaft mannigfacher Protest kommt, wird das im ZDF-"Fakten"-Check nach allen Regeln der Kunst von fachlich allerdings erkennbar unbedarften "Faktencheckern" niedergemacht.
Man sieht an der Situation mehr als deutlich, dass wissenschaftliche Erkenntnisse für die Politik nur Argumentationshilfen für das Geplante darstellen. Sobald sie abweichen von den Zielen der Politik werden sie mit jeder noch so dummen, aber machtvollen Keule niedergemacht. Obwohl etwa Dr. Streeck inzwischen sogar öffentlich Kritik an den "Maßnahmen" und den unterlassenen notwendigen Studien geübt hat, wenn auch sehr höflich und vorsichtig, und dafür sachliche Argumente hat, haben Politiker gleich danach sofort ordentlich Coronapanik nachgeheizt, um zu verhindern, dass das Volk womöglich verlangen könnte, dass der Spuk nach Ostern vorbei ist.
Hier ist eine Hierarchie mehr als deutlich erkennbar.
Aber sie ist nicht offen, sie trägt keine Prunkgewänder, sondern agiert aus der Verborgenheit, der Ödnis.
Auch ein Wetteifern der Politik mit den Massenmedien vermag ich nicht mehr zu erkennen. Wie gesagt neulich: eine sehr alte Bekannte sagte, das, was die Massenmedien derzeit brächten entspräche im propagandistischen Impetus dem, was sie im 3. Reich erlebt habe. Und dieser Zustand geht nun schon seit Jahren so. Der Wetteifer alternativer Medien wird zunehmend gekappt, YT löscht alles, was nicht einigermaßen im Gehege der Politik bleibt.
Die Hetze einiger Politiker gegen angebliche "Fake-News" spricht Bände. Ich erinnere an eine Umfrage vor einigen Monaten, bei der weit mehr als die Hälfte der Deutschen angab, nicht mehr alles offen sagen zu können in diesem Staat. Wetteifer? Wo bitte?
Wir haben ein fest geschnürtes Liktorenbündel, doch diesmal weltweit. Das Nationale wird als Zwangseinheit aus Übersichtlichkeitsgründen von dieser globalen Politikelite, die zugleich auch die Geldelite ist, nicht aufgelöst. Man kann die Menschheit in Parzellen geteilt wesentlich besser kontrollieren. Kein Rechter sollte sich daher Sorgen machen um seine geliebte Nation.

Ein gebuertiger Hesse

3. April 2020 10:31

@ qvc1753
Klar, eine solche Positionierung wäre riskant. Aber soviel Angriffsgeist dürfte schon sein. Der Gewinn wäre immens.

Ferner könnte die Partei schlicht darauf drängen, daß es endlich einen offenen Disput zwischen den Ärzte-Lagern gibt. Im Bundestag, "zur besten Sendezeit". Das könnte endlich mehr Klarheit in der Sache schaffen, und was sollte es Besseres geben?

Aber nein, die Partei duckt sich weg und bläst in das gleiche Rohr wie die Systemparteien. Das ist ob der Haarigkeit des Themas weitaus zu wenig, nämlich gar nichts.

Laurenz

3. April 2020 10:41

Den Soziologen die Daseinsberechtigung abzusprechen, liegt mir nicht im Sinn. Viel Spaß beim Großversuch.

Zitat-Auch soziologische Laien spüren längst: Es ändert sich gerade gewaltig etwas in unserer bequem, ja dekadent gewordenen Wohlstandsgesellschaft.-Zitatende

Ist denn die soziologische Sicht auf unser Befinden die trefflichste? Ich denke nicht. So schreiben meist nur die Privilegierten unserer Gesellschaft.
Entscheidend sind die materiellen Befindlichkeiten, in Asien und USA noch mehr als bei uns. Und wie Sie, Herr Sanders, höflich und wissenschaftlich formal geschrieben haben, werden in der zukünftigen ökonomischen Krise diejenigen Parteien profitieren, die einerseits rein materiell orientiert sind, wie Die Linke, und auf der anderen Seite, jene Träger eines nationalstaatlichen "Werte-Konstrukts", die Patrioten.
Mir persönlich sind die ökonomische Fakten Herrn Poensgens lieber, weil sie die Realität besser abbilden. Die schwarze 0 existiert nur auf dem Papier, nur durch eine massive indirekte Steuer durch 0-Zins-Politik und einer permanenten Abwertung im Außenwert des Euros, ist sie möglich und durch den Aufkauf von viel zu teuren Euroland-Staatsanleihen (Staats-Monopol-kapitalistische) Staatsfinanzierung kauft man sich Zeit. So wie es den aktuellen Börsendaten entspricht, ist die Welt im Augenblick deflationär, auch wenn das beim Verbraucher nur sehr bedingt ankommt. Die ausbleibende Corona-Wirtschaftsleistung wird aber durch gedrucktes Geld ersetzt, was mittelfristig, in den Konsum-Kreislauf gelangend, inflationär wirkt, was die Nachfrage nach linken oder rechten "Erlösern" massiv steigen lassen wird.
Was das gegenwärtige Trauerspiel zu Berlin angeht, so werfen die einen, mit dem Blick auf China, unseren Regierungs-Darstellern vor, nicht hart genug durchzugreifen und die anderen, mit Blick auf die Niederlande und Schweden, ein neues Ermächtigungs-Gesetz 2.0. Hierbei kann keiner der jetzt Mächtigen zu Berlin gewinnen.

Solidaritätsbekundungen bleiben, speziell in Deutschland, Bekundungen, solange wir nicht in eine DDR-Mangelwirtschaft eintauchen. Dann muß man den Marktleiter kennen, um Toiletten-Papier zu bekommen, um ihm dafür etwas, was auch immer, anzubieten. Das war die berühmte Solidarität des deutschen DDR-Volks.
Wir sind ein Volk von föderalen Egomanen, und nur selten in der deutschen Geschichte gab es den Geist einer Einheit. Das hat, wie immer, Vor- und Nachteile.
Daß zu diesem Zeitpunkt, die Luxus-Probleme der grün-gefärbten Schickeria kleiner werden, und der häufige Mangel an ökonomischer Souveränität an Bedeutung gewinnt, läßt sich das Retro-National-Staats-Prinzip trotz der europäischen Solidaritäts-Aufrufe durch die NZZ oder dem Anti-Relotius (Thomas Röper) nicht verhindern. Die Italiener (pro Kopf 4x so reich im Vergleich zu den Deutschen) sind nicht bereit, die eigenen Vermögen zur Schuldentilgung zu besteuern. Jetzt schon werden die Target-Schulden Italiens in der Höhe von knapp 1.000 Milliarden Euro bei der Deutschen Bundesbank nie zurück gezahlt werden. Die werden irgendwann in ferner Zukunft einfach ausgebucht. Angesichts dessen, auch bei 95% der deutschen Bevölkerung ohne Sachkenntnis, sind europäische Schulden-Vergemeinschaftungen alles, nur nicht solidarisch und daher schlecht durchsetzbar. Hier würde sich die linke Erlöserin Wagenknecht an uns vorbei durchsetzen und uns explizit rechts außen überholen. Sonst ist bei der Linken von CDU/CSU bis die Linke (die Merkel-Front) auch weit und breit kein Erlöser in Sicht, bei Merkel altersbedingt und Merkel-Müdigkeit auch ausgeschlossen. Allerdings wird sie 2021 noch mal antreten, aus Mangel an (bereits gefeuerten) Alternativen. Oder es wird erst gar nicht gewählt werden und sie bleibt einfach so im Amt, damit würden einige zufrieden sein, wie anno 33. Scholz wird mit der zu erwartenden Inflation der ewigen Verdammnis anheim fallen, und so in die deutsche Geschichte eingehen.
Zumindest wird, aus soziologischer Sicht, Berlin auf Druck der politischen Ränder dazu gezwungen werden, solidarische Konzepte wie einheitliche Renten-Einzahlungen und eine Volks-Krankenkasse einzuführen. Das wird auch den privilegierten Patrioten nicht schmecken, aber daran führt kein Weg mehr vorbei und überall gibt es saure Äpfel.

Laurenz

3. April 2020 10:50

@qvc1753 @Hesse

In den USA sterben täglich knapp um die 10.000 Menschen, somit ist die Zahl von 200.000 ganz natürlich in 3 Wochen erreicht, ganz ohne Ihr Corona.

@zeitschnur .... ich stimme Ihnen zu. Der Relotius oder der ÖRR sind nur noch Synonyme, Repliken des Völkischen Beobachters oder des Schwarzen Kanals.

Maiordomus

3. April 2020 11:21

@Zeitschnur. Sagen Sie es doch gleich deutlicher: Ich bin mir sicher, dass die Analyse von Luhmann f a l s c h ist. Selber gehe ich davon aus, dass wir derzeit wie schon lange nicht mehr von einem Elitenkartell beherrscht werden, und zwar in praktisch jedem europäischen Land. Zu den wichtigsten Anliegen derselben gehört, den sogenannten Missbrauch der Freiheit zu verhindern, letztlich also den Gebrauch der Freiheit.

Ein gebuertiger Hesse

3. April 2020 11:32

@Laurenz

Es stellt sich aber die Grundfrage, woran die Leute sterben. MIT oder AN Covid19? Der Lungenarzt Wodarg geht auf diese zentrale Unterscheidung ein: https://www.wodarg.com/

Gerade weil wir uns über diese Dinge immer noch im völligen Banausen-Modus unterhalten (den Regierung und Medien auf Biegen und Brechen aufrechterhalten wollen), braucht es einen öffentlichen Disput zwischen Fachleuten der beiden verschiedenen Lager.

qvc1753

3. April 2020 11:36

@Laurenz:

Das Problem ist nicht primär die Zahl der Toten oder die Letalität. In den USA treffen gerade eine erhöhte Fallzahl an Kranken auf ein Gesundheitssystem, das nicht darauf ausgerichtet ist. Was übrigens in allen betroffenen Staaten mehr oder weniger das Problem zu sein scheint.

Ob die Patienten ursächlich an ihrer Vorerkrankung, einer Lungenentzündung oder ursächlich an dem CoVid19 Virus sterben ist aus dieser Perspektive eher zweitrangig - tot ist tot.

Relevant ist, ob das Gesundheitssystem die Anzahl der Kranken behandeln kann.
Und ob die getroffenen Maßnahmen dazu geeignet den Anstieg der Fallzahlen zu beeinflussen.

Eine gänzlich andere Frage ist es, wie Gesellschaft, Politik und Wirtschaft mit den getroffenen Maßnahmen umgehen.
Das wird, je nach politischer Couleur, eben unterschiedlich gesehen.

In solchen Situationen ist der normale politische Wettbewerb eher unbedeutend, da niemand von der Opposition irgendetwas erwartet. Handeln soll und kann auch nur die Regierung und ob und wie diese das dann getan hat, darüber entscheidet dann irgendwann der Souverän. Oder, wie in Ungarn inzwischen denkbar, offenbar auch schon nicht mehr.

Monika

3. April 2020 11:37

Man weiß gar nicht mehr, unter welchem CoronaBeitrag man seinen Senf dazugeben soll. Ich fasse deshalb zusammen:
1. Einen blöderen Zeitpunkt, sich zu zerstreiten, hätte die AfD nicht wählen können. B. Kohler in der FAZ:“ Die AfD Führung kämpft lieber gegeneinander als gegen die Pandemie“. Das wirkt nach außen verheerend. Umso ärgerlicher, als Alice Weidel schon im Januar auf die Gefahr einer Pandemie aufmerksam machte.
2. Die eigentliche Krise kommt erst. Das Coronavirus ist nur der Katalysator ( es erhöht die Reaktionsgeschwindigkeit) , der zum Zerfall einer globalistischen Wirtschaft, die überzivilisierte Konsumgesellschaften hervorbringt, beiträgt. Das Weltwirtschaftssystem stößt im wahrsten Sinne des Wortes an Grenzen.
Hier wird es V I R U L E N T !!! Stichpunkte
- inwieweit ersetzen virtuelle und digitale Kontakte regionale und soziale Kontakte? ( vielleicht kann man in 9 Monaten mehr dazu sagen:)) )
- die Schwächen einer überalterten Gesellschaft werden erkennbar. Auf der einen Seite das würdelose Sterben im Altersheim, während rüstige Hochbetagte Hilferufe von einem Kreuzfahrtschiff in der Karibik losschicken...
Hier scheinen sich Pillenknick und Abtreibung zu „rächen“.
- der Lifestyle der Anywheres kommt auch an eine Grenze.
Tausende Jugendliche in Neuseeland und Südamerika warten auf die Rückholung heim ins eigene Land. Für die diesjährige Abigeneration gibt es weder Party noch work and travel. Stadtbewohner flüchten aufs Land. ( z. B. Hat meine kleine Nichte ihre Frankfurter Studentenbude in einem Problemviertel verlassen und beschult nun die Kinder ihrer Schwester auf dem Land. Sie hat es in der Enge ohne Uni, Party, Garten und in wachsender Aggression entsprechender Bevölkerungsgruppen nicht mehr ausgehalten.)
3. Da nach dem Abi kein work & Travel mehr wartet, wäre es Zeit, über work ohne travel nachzudenken, sprich an Arbeitseinsätze für junge Menschen, etwa im heimischen Feld. Stattdessen werden wirkliche Fachkräfte aus Rumänien eingeflogen. Die Neubürger scheinen weniger geeignet für eine wohl doch recht anspruchsvolle und anstrengende Arbeit.
4. Nach der Krise geht es erst richtig los.
Hunderttausende junge Männer hängen derzeit ohne Beschäftigung ( kein Sprachkurs, keine Arbeit, keine Familie, keine Party, keine Freundin usw.) in Wohnheimen und Ankerzentren rum. Was wird in den nächsten Wochen, was wird im Sommer passieren??? (Siehe Frankreich und Sizilien )
Spätestens mit Beginn des Ramadan werden „soziokulturelle Gewohnheiten“ eine Rolle beim friedlichen, besser , unfriedlichen Zusammenleben spielen.
Wie kann Politik darauf reagieren ?
Fazit: M. E. Kann eine einigermaßen homogene Gesellschaft eine Pandemie gut überstehen und gestärkt aus der Krise hervorgehen. Für das heutige Deutschland sehe ich schwarz.
Ob das Politische zurückkommt ?
Sicher:
Der Deutsche wünscht in Krisen einen starken Staat.
Wie der allerdings aussieht, darüber wird demnächst entschieden.

Laurenz

3. April 2020 11:56

@Ein gebuertiger Hesse & qvc1753 ....

jetzt mal Butter bei die Fische. Sie erzählen den Bürgern, daß sie doppelte Krankenkassen-Beiträge zahlen sollen, um Kapazitäten für den Pandemie- oder Kriegsfall vorzuhalten?
Vergleichbar wäre die Nahrungsmittel-Herstellung über den Bedarf hinaus für die Halde. Mit dem Kurzzeit-Gedächtnis des derzeitigen Erdenbürgers würden Sie gelyncht. Das Gemeinde-Parlament wird ja jetzt schon gestürmt, wenn die Kindergarten-Gebühren um 5% angehoben werden, obwohl die Gemeinden bereits 4 von 5 Euro für die Kinder ausgeben. Hier zeigt sich am ehesten die dekadente Sanders-Wohlstands-Welt. Nur die direkte persönliche Betroffenheit ist eminent, der abstrakte Rest geht meinen Mit-Michels am Allerwertesten vorbei.

Laurenz

3. April 2020 12:03

@Monika .... nein, das ist nur relevant, wenn man den bigotten Humanismus, warum auch immer, vorschiebt. Die Pharma-medizinische Welt lebt von Alten und Kranken en masse. Jene, die zu teuer wurden, ließ man bisher an Krankenhaus-Keimen oder Unter-Betreuung, also Bewegungsmangel verrecken. In Kenia zB sehen Sie auf der Straße nur einen von tausend, der über 45 Jahre alt ist. Der Rest, über 45 hinaus, vegetiert entweder in irgendeinem Kral oder ist schlicht bereits tot.
Nur unser westliches egozentrisches Weltbild läßt den Tod als etwas Böses erscheinen.

Elvis Pressluft

3. April 2020 12:17

Rückkehr des Politischen? Allenfalls als Karikatur oder „Simulation“ (Baudrillard). Die Grenzöffnung war Merkels Röhm-Revolte: der Test, was geht – und ALLES ging. Die Deutschen bejubelten in ihrer überwiegenden Mehrheit den offenen Rechtsbruch, anstatt sich zu widersetzen. Der Ausnahmezustand ist nicht erst mit „Corona“ über uns gekommen. „Corona“ ist der Reichstagsbrand. Ob er kommen würde, war nie fraglich, nur der Zeitpunkt und die Details der Ausgestaltung. Der Historiker Michael Freund (Alt-Sozialdemokrat, soviel ich weiß) vergleicht Hitler 1934 mit dem (zwischen SA und den alten Eilten, zunächst der Reichswehr) in die Enge getriebenen Raubtier, das weiß, daß es überall außerhalb des Dschungels totgeschlagen wird. Hitlers Gesicht jener Tage zeige „die Grausamkeit der Furcht und die Furcht der Grausamkeit.“ – Treffend gesehen und gesagt – aber Hitlers Lösung war, im äußersten Schmitt’schen Wortsinne, immer noch politisch. Merkel kennt keine Furcht (oder, was dasselbe sagt, dissimuliert sie vollständig), und alle Grausamkeiten vollzieht sie im gleichbleibenden präsenilen, gütig-weise lächelnden Gestus.
„Corona“ sorgt dafür, daß Hunderte an weiteren Milliarden innerhalb der EU umverteilt werden. Ohne großes Aufsehen wird die Eingemeindung weiterer Teile des Balkans angebahnt (und ich dachte immer, alle Albaner sind schon hier!). Sich angesichts dessen mit den genauen Zahlen der „Infizierten“ o.ä. zu befassen ist so kindisch und unpolitisch wie nur möglich. Politisches Denken hat derzeit fast keine Chance. Das Zauberwort zum Unterbinden jeglichen Diskurses heißt TRIAGE; es wird jedem Dissidenten entgegengeschleudert. Daß in deutschen Krankenhäusern (und nicht nur dort) seit Jahr und Tag über Leben und Tod entschieden wird, zählt nichts. Ein guter Arzt wird einem 87-jährigen einen schweren Eingriff ersparen, der dessen Leben vielleicht um ein Jahr verlängern würde, und wird sich in diesem Sinne mit den Angehörigen verständigen. Das ist das Triage-Prinzip, abseits der Hysterese.
Sobald die wirtschaftlichen Folgen richtig durchschlagen, wird es „interessant“, aber man darf sicher sein, daß die BK und ihre Chargen dies antizipieren und, soweit irgend möglich, neutralisieren werden. Hinter dem ganzen Gelaber von „Solidarität“ und „Zusammenhalt“ macht sich jetzt schon, stärker denn je, das Recht des Stärkeren geltend. Ausländer-Clans und gewisse Randgruppen tun, was sie immer tun: Sie folgen ihren eigenen Regeln. Der Rest benimmt sich wie Schafe (oder wie im „Kälbermarsch“ beschrieben) und feiert sich noch dafür. Wenn Politik in einem annähernd ernstzunehmenden Sinne in Deutschland noch einmal möglich werden soll, muß sehr bald Entscheidendes geschehen.

Franz Bettinger

3. April 2020 12:34

@Der Hesse schreibt: "Die meisten unterhalten sich über Corona im völligen Banausen-Modus“. Gut ausgedrückt! Der Erkenntnis-Apparat der meisten funktioniert nicht. Ich vermute, das ist so, weil er sich hinterm Schreibtisch, Tablet oder Smartphone entwickelt hat und nicht mehr auf dem Feld oder in der freien Natur.

@Maiordomus geht davon aus, "dass wir nicht mehr von einem Elitenkartell beherrscht werden“. Von wem werden wir beherrscht? Was glauben Sie? Von Deep State? Wenn ja, ist Deep State eine Hydra, die sich in allen Ländern der Welt eingenistet hat, inklusive Russland und China? Gibt's Fraktionen im Tiefen Staat, die sich bekämpfen und zur Zeit vielleicht sogar ihr Endspiel austragen? Müssen wir für eine Seite hoffen, oder sind wir so oder so erledigt, sind wir die Beute, um die sich die zwei oder drei Ungeheuer (Köpfe der Hydra) streiten? - Auch @Grambauer würde ich dies gerne fragen.

@Laurenz: Gib's auf, du Unermüdlicher! Die Leute fragen bei Zahlen (und Toten) nie „im Verhältnis zu was?“ Als ob die Zahlen für sich sprächen. Es ist zum Mäuse melken.

Ein gebuertiger Hesse

3. April 2020 12:35

@ Laurenz
Nee, Butter bei die Fische würde bedeuten, endlich belastbar zu bestimmen, ob das Schwein, das da durchs "globale Dorf" getrieben wird, ein echtes oder ein fabuliertes ist. In Zeiten des Klopapiermangels gibt es keine Allerwertesten, an denen diese Frage vorbei geht.

Der_Juergen

3. April 2020 12:36

@Ein gebürtiger Hesse

Ich stimme Ihnen zu. Leider wagt es, soweit ich weiss, nicht nur kein führender AFD-Politiker, sondern auch kein prominenter Vertreter einer nationalen Oppositionspartei in einem anderen Land, in der Corona-Krise Klartext zu reden. Die Angst vor dem Geheul der Medien-Schakale und dem Entrüstungstheater der Systempolitiker wirkt offenbar lähmend.

Bezüglich des Betrugs vom "menschengemachten Klimawandel" haben etliche AFD-Leute die notwendige Courage besessen, zur Besonnenheit zu mahnen und gewisse Fakten in Erinnerung zu rufen. Dies tat auch die konservative SVP in der Schweiz mitsamt ihrem Sprachrohr, der von Roger Köppel herausgegebenen "Weltwoche". Nun, während der noch ungleich grösseren Corona-Hysterie, ducken sich alle und unterstützen das Narrativ der Herrschenden teils noch, indem sie diesen mangelnde Tatkraft vorwerfen, d. h. noch strengere Massnahmen fordern. -

Auch hinsichtlich anderer grosser Systemlügen wie der von der Schuld arabischer Terroristen an den Anschlägen vom 11. September 2001 wagt sich keiner dieser Oppositionspolitiker aus der Deckung hervor. Von noch dreisteren Lügen ganz zu schweigen.

"Höcke, übernehmen Sie", ist man da versucht zu rufen...

zeitschnur

3. April 2020 12:50

@ Maiordomus

Mir ging es darum zu zeigen, dass das, was der Autor nun erst der "Coronakrise" zuschreibt, schon vorher gut sichtbar angelegt war - eben dieses "Elitenkartell", von dem Sie sprechen. Von einer "Rückkehr des Politischen" in diesem Sinn, wie er es differenziert, kann daher mE keine Rede sein. Das Politische war nie weg!
Ich deute es nun einmal christlich, weil wir beide von demselben gedankengut geprägt wurden: Und es — das Politische — ist der Feind des Menschen als des freien Geschöpfs in Gottes Gestalt. Die ursprüngliche israelitische und christliche Rede vom Menschen als dem „im Bild und in der Gestalt Gottes“ Geschaffenen KANN NICHT meinen, dass der Mensch das hierarchisch untergeordnete Abziehbild eines letztendlich als Comicgott gezeichneten Schöpfers ist.
Wenn der Mensch im Bild des wahren Gottes ist, ist auch er wie Gott selbst keiner Hierarchie unterworfen. Denn das zeichnet Gott gegenüber allem anderen ja aus, und der Mensch alleine ist unter den Geschöpfen der Träger dieses göttlichen Merkmals. Nur so kann man auch verstehen, wieso der Menschensohn neben Gott auf dessen Thron sitzen kann, auf einer Ebene mit ihm, warum ihm „alle Gewalt im Himmel und auf Erden gegeben“ ist, ausgenommen die über den, von dem er sie hat — eben weil der Menschensohn nicht unter Hierarchien fällt. Der Menschensohn als der restaurierte, wiederauferweckte und neu gestaltete Mensch nach der Verwundung der Adamskinder durch den Fall, der dem Glaubenden bereits jetzt schon im Himmel eine Platz frei hält. Dass sich Hierarchien ausgebildet haben, v.a. innerhalb der Menschheit ist und bleibt aus meiner Sicht das große antichristliche und böse Zeichen, der Gräuel der Verwüstung, der sich jetzt gerade in seiner ganzen Schauerlichkeit erneut offenbart und dies weltweit und vermutlich noch ganz andere Züge annehmen wird.
Natürlich bedeutet dies, dass ich ohnehin Luhmanns Analyse für eine der grandiosesten Verkennungen einer großangelegten tragischen Situation halte. Er folgt gewissermaßen der falschen Fährte, die man uns allen gelegt hat, um uns "in Freiheit" zu wiegen. Wie Esel hat man uns, denen man es zu wohl sein ließ, aufs Eis gelockt und dort gleiten wir nun aus und finden uns in einem erstarrten Niemandsland, der Öde, von der ich sprach. Die Lust- und Existenzlieferungen, die man uns bisher trügerisch dorthin, hinaus aufs Eis, lieferte, kann man nun jederzeit abschneiden und wir haben keinerlei Mittel mehr, uns selbst vorwärts zu bringen oder auch nur zu erhalten, sind also von der faschistischen Bündelung des Elitenkartells abhängiger als es die Menschheit je von einem Tyrannen gewesen ist.
Wer das als "Rückkehr des Politischen" feiert, der hat, wie man heute so schön polemisch sagt, nicht nur "die Kontrolle über sein Leben verloren“, sondern auch über sein Denken.
In der gegenwärtigen Krise befremdet mich nichts mehr, als die Tatsache, dass auf allen Lagerseiten offenbar eine starke Mehrheit ist, die geradezu lechzt nach politischer Erniedrigung und Beleidigung, die der Autor ja letztendlich durch seine Metapher von „Muttis Rockzipfel“ auch kritisch reflektiert.

Laurenz

3. April 2020 13:15

@Ein gebuertiger Hesse .... Eine deutsche Mehrheit fügt sich, weist sich selbst ins heimische KZ/Gulag ein. Noch Fragen?

Sie brauchen für den deutschen Polizei-Staat noch nicht einmal eine Polizei. Gestapo? Stasi? Ach quatsch, nimmt der Bürger im vorauseilenden Gehorsam viel billiger selbst in die Hand, man ist als Inhaftierter quasi seine eigene Lager-Wache in Personal-Union.

@zeitschnur .... dem 2ten Teil Ihres letzten Beitrags kann ich zustimmen. Der erste sei Ihnen unbelassen, aber mit dem "göttlichen Menschensohn" locken Sie niemanden hinter dem Ofen hervor.
Heutzutage müssen Sie Sich, wenn, wie mein Urgroßvater, 7-Tage-Adventist, auf die Wiederkehr des Erlösers in der Zukunft berufen, aber nicht den Fehler meines Urgroßvaters begehen, diese Aussicht auf Wiederkehr in allzu nahe Zukunft zu rücken. Wenn wir alle brav sind, wird der "Göttliche Menschensohn" zukünftig immer die Urenkel beglücken.

Andreas Walter

3. April 2020 13:32

Die Leute rufen doch bereits freiwillig nach mehr Überwachung und Einschränkung der Freiheitsrechte. Warum sollten wir die also jemals wieder zurückbekommen:

“Berlins Innensenator Geisel: Kontaktsperre könnte das ganze Jahr andauern“

https://www.focus.de/politik/deutschland/corona-statements-im-live-ticker-jetzt-informiert-bayerns-ministerpraesident-soeder-ueber-die-akuelle-krisen-lage_id_11792105.html

https://www.br.de/mediathek/video/corona-bekaempfung-bundeswehr-testet-tracking-app-av:5e85d1c1052191001a876cbd

https://youtu.be/Qig8P1oJQtA

Hahaha, aus einem Jahr werden dann Zwei, dann Drei, dann Vier, und dann steht Big Brother plötzlich vor der Tür, 2024.

“C-StaPo, Aufmachen, Seuchengefahr! Öffnen sie die Tür!"

https://youtu.be/NvlwCSNiFp0

Monika

3. April 2020 13:40

@ Laurenz
Mit dem bigotten Humanismus ist eh bald Schluss.
Die theoretischen Diskussionen auf SiN sind elaboriertes Rumgelabere! Wie setzen sich eigentlich die 4000 Abonnenten von SiN zusammen , Herr Kubitschek?
90 Prozent Männer, über 60 Jahre ? Haben die Kinder, Enkel, Nichten ??? Oder sind das in der Mehrzahl verschrobene Altphilologen oder Studienräte, die einsam zuhause sitzen und unterhalten werden wollen ? Sorry 😐
Entschuldigung! Mea Culpa! Ich möchte wirklich niemandem zu nahe treten !!!
Und an Jutta Ditfurths und Liane Bednarz‘ Schicksal mag ich mich schon gar nicht ergötzen.
Reden Sie mit jungen Menschen in ihrem Umfeld, über deren neue Erfahrungen.
Mein Sohn schickt mir ein Video, wonach die Krise erst begonnen hat und zwei Jahre dauern könnte.
https://www.youtube.com/watch?v=3z0gnXgK8Do
Er ist ein ziemlich rationaler Typ. Es hat ihn, vielleicht Gottes Fügung, nach Helgoland verschlagen. Dort sitzt er fest und er will erstmal nicht mehr aufs Festland.
Meine Frankfurter Nichte, die aufs Land gezogen ist, redet 4 Stunden mit mir am Telefon. Auch sehr vernünftig.
Sinngemäße Einschätzung einer Mittzwanzigerin:
Das ist wie Krieg gegen einen unsichtbaren Feind. Wie lange ist eine Ausgangssperre durchzuhalten? Und: was Greta Thunberg nicht geschafft hat, schafft ein putzig aussehendes Virus: die Umwelt wird geschont, die Luft wird klarer , das Wasser sauber, Autos und Flugzeuge verschmutzen nicht mehr die Umwelt. Die jungen Menschen machen gerade eine existenzielle Erfahrung!
Nicht zuletzt: die Schnellroda Familie macht alles richtig!
Eine große Kinderschar, im ländlichen Raum, wo man sich selbst versorgen kann. Wo man genügend Menschen in echt um sich hat und nicht vereinsamt, usw. Schneller kann man nicht zur Herdenimmunität kommen.:)
Es wäre schön, wenn die Kinder und jungen Leute, die hier mitlesen, sich vielleicht mal äußern würden, welche Erfahrungen sie machen.
Frau Kositza berichtet ja hin und wieder.

Ein gebuertiger Hesse

3. April 2020 14:37

@Jürgen
'"Höcke, übernehmen Sie", ist man da versucht zu rufen...'

Ja, der ist hier durchaus auch gefordert. Ungeachtet aller Parteizwistigkeiten. Andernfalls muß er sich die Frage gefallen lassen, warum auch er diese größte Machtkartelllüge seit 19... aus der gleichen, kleinmütigen Entfernung anblickt wie alle anderen. Es geht hier um nichts weniger als die Wahrheit in der Sache. Diese für alle Augen freizulegen, muß der Anspruch eines jeden Oppositonspolitikers sein, ansonsten kann er aufstecken.

Homeland

3. April 2020 15:36

Wer eine Dienerin einer Diktatur zur Bundeskanzlerin macht und sie an der Macht hält (Bürger und Medien), der geht auch nicht auf die Barrikaden, wenn die Führerin die Korrektur einer Wahl moniert. Dies, und nichts anderes, ist Ausdruck des Zustandes dieses Landes. Volksvertreter, Parlamente und die so genannte freie Presse sind außer Stande oder mehrheitlich aus eigener Überzeugung nicht Willens, die faktum installierte Macht zu brechen. Der Weg in den Faschismus ist deshalb frei.

Die herrschenden Eliten sind bereit, ein Etappenziel, die Schaffung der Vereinigten Staaten von Europa, zu opfern. Die Renationalisierung ist pro forma, aber es ist das Mittel der Wahl, um die Rechten beiseite zu schaffen. Jede künftige Maßnahme wird deshalb als nationale tituliert. Die Macht wird dorthin organisiert, die den gesetzten Mitteln, Klima und Krankheit, ebenbürtig ist: Zur UN und ihre Organisationen. Eine für keinen Bürger dieser Erde fassbare, je greifbare Einheit.

Die politische Verwertbarkeit von Krisen ist planspielweise bekannt und mittlerweile vorsätzlich praktiziert. Offensichtlich drohte die Kontrolle zu entgleiten. Während die Klimakrise als ordinärer Umverteilungs- und Einnahmenmechanismus installiert ist, dient die Krankheitskrise als Überwachungsvorlage.

Ich frage also ein drittes Mal: Wie wird Kommunikation in der demnächst stattfinden Zukunft möglich sein ohne sich ausweglos in eine Datenbank zu sortieren?

Laurenz

3. April 2020 15:42

@Monika .... nachts ist es kälter als draußen?

Daß Eltern sich um ihren Nachwuchs mehr oder weniger kümmern, ist ja nachvollziehbar. Aber fremde? Mit denen irgendwas spielen ja, aber selten ist ein Mensch unter 25 Jahren interessant. Woher sollte denn das auch kommen?
Ich habe, in der Tat, keine Lust, mich über die ewige Klima-Verdammnis mit Menschen zu unterhalten, deren Hirn noch nicht völlig ausgebildet ist.
Über Schnellrodaer Abo-Inhaber weiß ich nichts zu sagen, und habe auch noch nie gehört, daß die Redaktion, wie Civey halb politisch-gesellschaftliche und halb kommerzielle, von Auftraggebern bezahlte Umfragen an Leser/Abos starten würde.
Wenn ich mich recht erinnere, erwähnte Frau Kositza mal eine Grund-Reichweite der Artikel und Videos von 15.000 und in der Spitze über 70.000, aber nageln Sie mich bitte nicht darauf fest.
Von SiN-Forums-Teilnehmern schätze ich 65% auf katholische Akademiker oder Intellektuelle. Der Rest teilt sich in säkulare und sonstige Minderheiten.
Was Ihre alten, weißen Männer angeht, so finden Sie die korrekte Antwort auf der neuen 451 Grad-Sendung von RT, direkt am Anfang, tatsächlich eine Anti-Pussy-Riot-Ansage, nicht verwunderlich bei einer Dauerkremlsendung. Bei 03:15 Minuten wird es richtig lustig, wenn ein arbeitender Mediziner die Spahn'schen Notverordnungen mitsamt Spahn ins Nirwana schickt.
https://youtu.be/PL_or6B1jjE

Zitat-Die theoretischen Diskussionen auf SiN sind elaboriertes Rumgelabere!-Zitatende

Finden Sie die Artikel auf dem Relotius, die erklären, wie man zuhause ein Kasperle-Theater baut, amüsanter als die Debatten hier?

Hauen Sie rein, Monika.

Laurenz

3. April 2020 15:47

@Ein gebuertiger Hesse @Jürgen

Ich will nicht sagen, daß es falsch ist, was Sie schreiben. Aber was nutzt es Höcke, wenn das, was Sie von Ihm fordern, nicht mal 1% der Bevölkerung interessiert? Ich, als ein in Hessen lebender, kann Ihnen versichern, etwas mehr Kreativität oder Empathie für die Bedürfnisse des Michel-Mobs wäre schon hilfreicher für Herrn Höcke, wenn Sie Ihn denn tatsächlich unterstützen wollen.

Monika

3. April 2020 17:07

Die Rückkehr der MSM? Oder - Freu Dich nicht zu früh.
In einem ziemlich bissigen Nachschlag-Kommentar von Berthold Kohler in der FAZ freut sich dieser über zurückkehrende Abonnenten und freut sich über die versäumten Chancen der AfD in der Coronakrise.
Man liest:
„Dabei hätte die Coronakrise solche Chancen für die AfD geboten ! Jetzt, da allenthalben ein Vermummungsverbot gefordert wird, hätte doch niemand glaubwürdiger als sie eine Volksatemmaske auf den Markt werfen können - handgenäht in deutschen Heimen und in verschiedenen Farben zur Unterscheidung von Biodeutschen, Passdeutschen und Ausbreitertypen. Selbst in dieser Krise kann man nicht von jedem verlangen, dass er sein Geschäftsmodell komplett umstellt, im Fall der AfD also vom Angstmachen auf Angstnehmen.“ B. Kohler
https://www.faz.net/aktuell/politik/fraktur/coronavirus-das-modell-maulkorb-nur-die-afd-nutzt-nicht-ihre-chance-16710442.html

In seinem Beitrag „Am Tropf der Nation“ mokiert sich Kubitschek über linke , in Not geratene Verlage und andere linke Geschäftsmodelle ( Vorträge), die ohne Zuschüsse nicht auskommen.
Das Ping Pong Spiel hat begonnen. Schnellroda als Denkfabrik der AfD ? Wie geht es weiter.
Wird es vielleicht Zeit, das Geschäftsmodell Schnellroda etwas umzustellen???
Ich hätte da ein paar Ideen...

Hartwig aus LG8

3. April 2020 17:16

@ Monika

Ich habe regen Kontakt zu jungen Menschen. Mein Eindruck ist, dass Corona von denen ernst genommen wird, und sie die Einschränkungen relativ entspannt akzeptieren. Sie gehen sogar davon aus, dass eine erhöhte Selbstdisziplin die Dauer der Einschränkungen verkürzen wird. Aber wie lange es auch dauern wird, die jungen Leute gehen wohl mehrheitlich fest davon aus, dass es nach der "Corona-Krise" weiter gehen wird, wie bisher. Liegt wohl einfach daran, dass sie nichts anderes kennen. Denen fehlt die Kriegs- oder Nachkriegserfahrung der ganz Alten; denen fehlt die DDR-Erfahrung der Ossis ... Und tatsächlich nicht erstaunlich: Die wenigen Wessis im Alter plus/minus 50 in meinem Umfeld sehen es ähnlich "optimistisch" wie die Jugend.
Warten wir's ab.

Gracchus

3. April 2020 17:30

"Der diskrete Charme der Systemtheorie": Das Problem ist wohl, dass sich Luhmanns Theorie auf einem hohen Abstraktionsniveau bewegt, sodass konkrete Ereignisse und Akteure ausser Blick geraten; ausserdem hat Luhmann eine ganze eigene Terminologie entwickelt, die man sich erst einmal aneignen muss.

Funktionale Differenzierung als Beschreibung moderner Gesellschaft halte ich für plausibel, falls man nicht überhaupt jeden Versuch solcher Total-Beschreibungen für obsolet ansieht. Wenn die Funktionssysteme auch autonom, ja autopoietisch sind, so heisst das nicht, dass die Funktionssysteme sich nicht gegenseitig beeinflussen. Dafür verwendet Luhmann den Begriff der "strukturellen Kopplung". So sind z. B. Politik und Recht über die Verfassung strukturell gekoppelt.

Die Autonomie zeigt sich in der Corona-Situation nun woran? Zwar kann die Politik einen shutdown verordnen, aber die wirtschaftlichen Folgen dieser Massnahme sind unabsehbar und politisch nicht kontrollierbar. Scholz mag mit seiner "Bazooka" rumwedeln, wie er will: Die Wirtschaft funktioniert nach ihrer Eigenlogik - oder gar nicht. Die Systemtheorie sensibilisiert oder je nachdem desillusioniert dafür, dass politische Eingriffe in das Wirtschaftsleben fast nie den gewünschten Erfolg haben, sondern weitere Massnahmen herausfordern, die noch weniger Erfolg haben - bis man zu einer Art Entdifferenzierung gelangt. Diese "Entdifferenzierungsversuche" kann man schon länger beobachten (Bankenrettung, EZB-Leitzinspolitik), haben m. E. - von individuellen Nutznießern abgesehen - keinen Erfolg, ja machen die Sache nur schlimmer.

Wenn es ein "Primat des Politischen" gibt, dann negativ. Sander vergleicht die Situation mit einem Krieg, wo solche Entdifferenzierung stattfindet. Im Umkehrschluss: Die Autonomie der Funktionssysteme hat die Voraussetzung, dass politisch relativ friedliche Verhältnisse herrschen. Anders gesagt: Die Politik kann zwar die anderen sozialen Funktionssystem an ihrer Entfaltung hindern, aber sie kann nie, nie deren Funktionen übernehmen.

starhemberg

3. April 2020 17:55

Dieses Virus ist ein Brennglas. Man sieht schärfer, aber auch verzerrter. Die Figuren auf dem imaginären Schachbrett verteilen sich währenddessen neu. Die Zeit des Virus ist hochspannend, doch die Zeit nach dem Virus wird noch spannender. Wir erleben die verspätete Geburt des 21. Jahrhunderts. Und dieses Jahrhundert wird den geordneten Nationalstaat dankbar wiederentdecken. Wenn auch vielleicht nicht in "Schland".

Gustav

3. April 2020 18:11

Wer glaubt, dass wir zum 20. April in Deutschland eine Lockerung der Maßnahmen bzgl. Covid-19 erleben werden, mag das gerne tun. Die Realität wird meiner Meinung nach – anhand der aktuellen Fakten und Entwicklungen – anders aussehen. Dabei spielt es keinerlei Rolle, ob die “Pandemie” abebbt oder nicht. Das gesellschaftliche Herunterfahren mit Ausgangsbeschränkungen/-sperrungen wird nicht gelockert werden, da es in dieser Umbruchphase für die IGE und ihre politischen Erfüllungsgehilfen mehr als dienlich ist, wenn die Menschen wie das Kaninchen vor der Schlange verängstigt zuhause sitzen und nicht einmal im Ansatz daran denken gegen die staatliche Willkür auf die Straße zu gehen, um ihre eigenen Freiheitsrechte zu bewahren. Zudem haben ja nach Logik der ausführenden Organe die Schließungen und Ausgangsbeschränkungen funktioniert, oder? Wer kann schon das Gegenteil dessen beweisen? Die Niederlande haben bereits ihre Maßnahmen bis auf Ende April ausgedehnt. Ungarns Orban hat sich faktisch diktatorische Rechte zugesichert. Russland schert jetzt auch ein.

Und weil ich gerade Russland anspreche. Auch hier sollte jeder in sich gehen und sich im Klaren sein, dass – ganz nach meiner jahrelangen Darstellung des falschen Ost-West-Paradigmas – Moskau nicht den Gegenpol darstellt. Russlands Politik ist genauso Teil des Spiels wie die Pekings. Ich verweise hier nur auf die Forderungen dieser beiden Staaten nach einem neuen Finanzsystem unter der Ägide des IWF.

Alle Bauern wurden auf dem Schachbrett positioniert… die letzten Züge vor dem Schach Matt haben begonnen.

Ich gehe angesichts der aktuellen Ereignisse und den nutz-/sinnlosen Geldpumpaktion der Notenbanken davon aus, dass wir alsbald eine Inflation erleben werden, die unsere Vorstellungskraft sprengen wird. Zum einen weil die Geldmenge auf ein marodes System trifft, das sich im Todeskampf befindet. Zum anderen weil wir keinerlei Nachfrage mehr haben. Und wenn wir eine Nachfrage hätten, trifft diese im wahrsten Sinne des Wortes auf leere Regale.

In wenigen Wochen werden zudem die Arbeitslosenzahlen explodieren. Die ersten Vorboten erleben wir gerade in den USA, die lockerere Kündigungsgesetze haben als wir in Deutschland. Die Massenarbeitslosigkeit trifft auf eine vollkommen eingebrochene Güterproduktion. Und damit ist auch die Lebensmittelversorgung gemeint. Es wird zu einer Verknappung der Lebensmittel kommen (müssen), wenn die Politik die Covid-19-Maßnahmen aufrecht erhält bzw. verschärft. Das wird der dann noch vorhandenen Wirtschaft den sprichwörtlichen Rest geben. Hunger, Aufstände (vor allem in Ballungsgebieten – auch dank der aufgezwungenen Massenmigration und zugelassenen Clanbildung) werden das Bild prägen. Auch hier gibt es erste Ansätze in Süditalien (Plünderungen von Lebensmittelmärkten). Parallel dazu wird man das Internet als letzte Möglichkeit einer halbwegs unvoreingenommenen Informationsquelle kappen. Seiten wie diese werden aus dem Netz verschwinden/gesperrt. Die Betreiber wahrscheinlich interniert. Denn kritische Geister muss das System verhindern, um den gewollten Neustart der vollkommenen Zentralisierung nicht zu gefährden. Das neue System wird erneut auf Kosten der einfachen Bürger “gebaut” werden. Zwangsmaßnahmen (Hypotheken, Anleihen), digitale Währung(en), Eineweltbehörden, Wohlverhaltenssysteme, etc. pp. – alles was immer als Verschwörungstheorie gebrandmarkt wurde, wird Realität werden.

Nach einer harten und entbehrungsreichen Zeit mit vielen Toten, die weit, weit über der Zahl der angeblichen Covid-19-Fälle liegen wird, werden wir in einer faschistischen Epoche aufwachen, die 1984 und/oder die Schöne Neue Welt wie einen Kindergeburtstag erscheinen lassen wird. Dieser Systemwechsel wird nur wenige Monate in Anspruch nehmen, doch das Leid und der Schmerz werden Ausmaße annehmen, die wir uns heute noch nicht vorstellen können.

Gerne würde ich diesen Artikel mit etwas positivem beschließen, aber mir fehlt derzeit schlichtweg der Glaube daran, dass wir noch etwas anderes als dieses Szenario vor uns haben. Die Menschen lassen sich zu sehr steuern, sind zu sehr in Angst gefangen als dass sie erkennen könnten (wollen?), welches Spiel gerade gespielt wird. Natürlich hoffe ich von ganzem Herzen, dass ich mit meiner Prognose falsch liege. Aber all die Artikel und Voraussagen der letzten Jahre haben den Weg aufgezeigt und haben sich zum Großteil als richtig erwiesen. Daher scheint für mich auch dieser Fortgang nur schlüssig zu sein.

https://www.konjunktion.info/2020/04/meinung-der-kollaps-und-das-ende-der-freiheit/

Gerald

3. April 2020 18:23

Entschuldigung für das „Austhema“, aber ich möchte @zeitschnur präzisieren. Mit Menschensohn ist keineswegs der erlöste Teil der Menschheit gemeint, welcher gar auf dem Thron Gottes sitzt. Kann man es grob fahrlässig nennen, wenn Sie bei „alle Gewalt im Himmel und auf Erden gegeben“ das entscheidende „mir ist“ vergessen haben? (Matthäus 28) Jesus Christus wurde diese Fähigkeit nicht durch ein Menschenrecht verliehen, sondern ist Preis und Verdienst der grösstmöglichen Charakterleistung. In den 3 Stunden am Kreuz meisterte er ein Spannungsfeld von Freiheit, Gehorsam, Rechtsanspruch und Verzicht, eigener Wille und der Wille des Gottvaters. „Darum hat Gott ihn auch hoch erhoben und ihm einen Namen gegeben, der über jeden Namen ist, auf dass in den Namen Jesu jedes Knie sich beuge, der Himmlischen und Irdischen und Unterirdischen, und jede Zunge bekenne, dass Jesus Christus HERR ist, zur Verherrlichung Gottes, des Vaters.“ (Philipper 2)

Der Mensch ist nicht per se frei bzw. frei jeglicher Hierarchie. Das lehrt die Bibel und unsere Erfahrung. Andererseits sind wir „für die Freiheit freigemacht“, aber nur auf der Grundlage des Blutes Jesu. (Galater 5) Und selbst wenn uns Kronen verliehen sein sollten, werfen wir sie in der Gegenwart Jesu Christi vor seinem Thron nieder. (Offenbarung 4) Auf diesen Thron hat keiner von uns was zu suchen.

Lotta Vorbeck

3. April 2020 18:25

@Ein gebuertiger Hesse - 3. April 2020 - 02:37 PM

Es geht hier um nichts weniger als die Wahrheit in der Sache.

~~~~~~~~~~~~

Abstrakt betrachtet geht's um die Wahrheit.

Realiter gesehen, geht's darum, daß directamente vor unseren Augen eine bisher nicht belegbare Hexengeschichte wie sie dem Mittelalter entstiegen sein könnte, dazu genutzt wird, unser aller matriellen Lebensgrundlagen mal eben in den Orkus zu befördern.

All denen, an deren saturiertem BRDler-Konsumenten-Leben sich seit 1990 bisher nichts wirklich geändert zu haben schien, sei hiermit ins Poesiealbum geschrieben: Der letzte Sommer der DDR fühlte sich fundamental anders an, als das Frühjahr 2020 in der BRD.

tearjerker

3. April 2020 18:44

Monika:
„Da nach dem Abi kein work & Travel mehr wartet, wäre es Zeit, über work ohne travel nachzudenken“

#FridaysForFeldarbeit

Monika

3. April 2020 19:02

@ Laurenz
Ich habe tatsächlich mit meinem Vater als Kind ein Kasperletheater gebastelt. Er hat uns Stücke vorgespielt. Meinen Kindern und deren Freunden habe ich, als sie klein waren, öfters vorgespielt. Diese Aufführungen waren äußerst beliebt. Kein Stück durfte abgewandelt werden.
Das Lieblingsstück war „Der betrunkene Polizist“, der vom Krokodil fast gefressen wurde. Aus Verzweiflung ( „mehr, mehr“, riefen die Kinder nach dem offiziellen Programm ), habe ich dieses eher anarchische Stück erfunden. Polizist betrinkt sich im „Gasthaus zur Eule“ ( = Kulisse), wankt über die Straße. Das Krokodil folgt ihm , Kasper rettet Polizisten. Vorteil: 3 Figuren können mit zwei Händen bespielt werden. Am Schluss flog das Krokodil aus dem Theater vor die Füße der Kinder. Großes Hallo.
Ja, ich haue gerne mal rein. Ich mochte das Gekreische und Gejohle der Kinder. War toll.😊
@ Hartwig
Ich denke nicht, dass es für die jetzige junge Generation weiter gehen wird wie bisher. Auch wenn es „nur“ eine Art heilsamer Schock sein sollte, werden andere lebenswichtigere Prioritäten gesetzt werden. Wer braucht noch Genderlehrstühle, „Geschwätzwissenschaften“ ?
Ja, warten wir‘s ab.

Lotta Vorbeck

3. April 2020 19:13

@starhemberg - 3. April 2020 - 05:55 PM

Wir erleben die verspätete Geburt des 21. Jahrhunderts. Und dieses Jahrhundert wird den geordneten Nationalstaat dankbar wiederentdecken. Wenn auch vielleicht nicht in "Schland".

~~~~~~~~~~~~

Priester unter Androhung drakonischer Strafen an der Seelsorge, an der sakramentalen Begleitung Sterbender zu hindern, das wagten bisher nicht mal Braune oder Rote.

@zeitschnur beschrieb es die letzten Tage überaus treffend, wie konditioniert sich die Selbstkasernierten verhalten, emsig Abweichler melden und mit Blockwart-Attitüde untereinander darüber wachen, daß die Anordnungen der Obrigkeit, wie es sie selbst zu Zeiten als es täglich Bomben vom Himmel regnete niemals gegegeben hat, auch von jedermann penibel eingehalten werden.

Diese Leute wissen mit Freiheit nichts anzufangen.
Diese Leute gieren danach sich schikanieren zu lassen. So können sie immer andere, nur eben nie sich selbst für das eigene Unglück verantwortlich erklären.
Diese Leute möchten einen Nanny-Staat.
Den Nanny-Nudging-Staat haben sie schon.

Sobald diese verfügbar ist, bekommen sie die Zwangsimpfung noch dazu. Das ach so liberale Dänemark verabschiedete dieser Tage bereits ein Zwangsimpfungsgesetz.

In ein paar Wochen schon, wenn's in den noch geöffneten Läden der BRD so aussehen wird, wie es in den HO- und KONSUM-Verkaufsstellen der DDR nie aussah, werden die Leute nach Hilfe vom Staat greinen.

Und der Staat wird sich nicht lumpen lassen und ihnen Hilfe gewähren. Zunächst womöglich in Form von gestaffelt nach Bedürftigkeit und Dringlichkeit ausgegebenen digitalen Lebensmittel-, Heizmaterial- und Schuh- und-Bekleidungszuteilungskarten.

Damit werden sich die Leute auf eine mit Schmierseife präparierte Rutschbahn begeben, die sie im nächsten Augenblick in Zustände befördert, wie sie aktuell in Venezuela virulent sind.

Venezuela verfügt über die weltweit größten Erdölvorkommen, könnte sich also theoretisch am eigenen Zopf aus dem teils selbstgemachten, teils sanktionsgemachten Morast wieder herausziehen.

Die BRD sitzt auf einem Gebirge aus nicht einlösbaren Schuldscheinen und importiert auch in Zeiten von Kontaktverbot und faktischer Ausgangssperre und Klopapiermangel weiterhin emsig "Schutzsuchende".

+ Wen's interessiert, wie sich das Leben im venezolanischen Sozialismus anfühlt, der kann dies aus erster Hand bei Billy Six erfahren.

+ Wen's interessiert, welche dystopischen Zustände binnen Jahresfrist schon in der BRD an der Tagesordnung sein werden, wenn der selbstzerstörerische, medienbefeuerte Pandemie-Zirkus hierzulande noch ein paar Wochen länger fortgesetzt wird, der möge sich beim Markus Krall diesbezüglich informieren.

Der DEGUSSA-Mann Markus Krall betreibt nicht nur Zustandsbeschreibung, sondern offeriert auch einen, zumindest schlüssig klingenden Lösungsweg.

Die Leute werden, sobald die Utensilien dafür in ausreichender Masse produziert worden sind, ihre jetzt herbeigesehnte, aus der Steuergeldkasse finanzierte Zwangsimpfung bekommen.

Mit der Zwangsimpfung bekommen sie das, was im Paralleluniversum der V-Theoretiker als "Chippen" oder "RFID-Chip" bezeichnet wird.

Der ungekrönte König der WHO, Bill Gates nennt es »Quantum-Punkt Tattoos«:

+++ Der 64-jährige Technologie-Mogul und zweitreichste Mensch der Welt, wurde in einer Reddit »Frag mich was Du willst«-Sitzung bezüglich der Virusepidemie befragt.
Die Frage lautete: »Wie werden Firmen weiterhin ihre Arbeit fortsetzen können, und trotzdem social distancing umsetzen können?«. Gates antwortete: »Wir werden bald digitale Zertifizierungen haben, die uns zeigen werden, wer sich vom Virus erholt hat, wer getestet wurde und wer die Impfung dagegen erhalten hat,« wie BioHackInfo und AmbienteBio berichten.
Die »digitalen Zertifikate« heißen »Quantum-Punkt Tattoos« [Quantum-Dot Tattoos] und wurden von den Universitäten MIT und Rice in den USA entwickelt. Sie sollen es ermöglichen, einen Impfungsstatus zu speichern.

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Quelle:

https://www.freiewelt.net/nachricht/bill-gates-mikrochip-implantate-gegen-coronavirus-10080827/

FreieWelt.net : Bill Gates: Mikrochip-Implantate gegen Coronavirus
Nachricht auf Freiewelt.net

Nordlicht

3. April 2020 19:32

Luhmann liest man wirklich mit Gewinn. Man merkt, dass er "von Haus aus" Jurist ist und in Verwaltungen gearbeitet hat. Habermas dagegen war - wenn man freundlch sein will - ein Träumer, tatsächlich auch ein Schwätzer. Zuletzt hat er sich als Hofnarr der Blockparteien demaskiert.-

Ich bezweifle, dass die AfD "in den Zeiten der Corona" eine besondere Chance hat, wie die FAZ-These lautet (- um dann hämisch feststellen zu können, dass die Opposition diese nicht genutzt habe). Von dem Ausnahmezustand profitieren die Machthaber, nur sie besetzen die Medien und können mit den Elementen Angst und Hoffnung spielen.

Die AfD hätte allenfalls die Sonderbehandlungen der nach wie vor Einreisenden und gewisser Gruppen kritisieren können, aber das sind im Moment Randthemen. Wenn praktisch alle Staten in der Welt "lockdown" machen, würde sich die AfD mit Gegenthesen lächerlich machen.

Aber es gibt eine Zeit nch Corona, dann ist wieder Platz und Aufmerksamkeit für Politik. Die Wirtschaft wird am Boden liegen, die Arbeitslosigkeit hoch sein, und dann kann die AfD gegen die Verschwendungspolitiken Zuwanderung, EU und Energiewende Punkte machen. September 2021 ist Bundestagswahl. Wenn sich die AfD nicht selbst zerlegt, wird sie deutlich Stimmen hinzugewinnen.

Der_Juergen

3. April 2020 20:47

@Starhemberg

Schön, dass Sie sich nach längerer Abwesenheit wieder hier melden. Abgesehen von einem wichtigen Punkt (Sie sind wohl Wirtschaftsliberaler und/oder Libertärer) stimmte ich Ihren Wortmeldungen praktisch immer zu.

Wie Sellner in seinem letzten Video zu Recht unterstreicht, bietet die Corona-Krise (ganz abgesehen davon, ob wir es mit einer echten Pandemie oder einem gigantischen Schwindel oder einem Zwischending zwischen diesen beiden Extremen zu tun haben) der Rechten auch sehr viele Chancen. Zunächst einmal tritt das Scheitern von Multikulti nun noch klarer zutage als früher; dass die Muslime der französischen Vorstädte sich nicht an das Ausgehverbot halten und die Polizei es nicht wagt, durchzugreifen, führt jedem vor Augen, dass hier eine Parallelgesellschaft entstanden ist, mit der eine friedliche Koexistenz nicht möglich sein wird.

Freilich bleibt noch enorm vieles im Dunkeln. Unklar ist vor allem die Haltung von Trump. Manche Rechte, insbesondere von der Altright (z. B. das National Journal) meinen, er nutze die hinter seinem Rücken provozierte Megakrise nun für seine eigenen Zwecke, um den Deep State zerschlagen zu können. Das ist möglich, aber Beweise dafür sind bisher Mangelware. Ebenso im Dunkeln liegen die Beweggründe Putins, der in Bezug auf Ausgangsbeschränkungen und Grenzschliessungen mit dem Westen gleichgezogen hat. Der (putintreue, allgemein ausgezeichnet informierte) russische Politologe Valeri Pyakin behauptet, dies geschehe, um eingeschleuste Terroristen, die ein ungleich gefährlicheres Virus verbreiten wollten, leichter lokalisieren und ausschalten zu können. Auch solchen Behauptungen gegenüber ist gesunde Skepsis angebracht.

Wie @Starhemberg schreibt, sehen wir spannenden Zeiten entgegen; die Gefahr ist immens, und vieles spricht dafür, dass das System seine Ziele erreichen wird, aber es ist noch längst nicht alles verloren.

Gotlandfahrer

3. April 2020 21:41

Grundsätzlich finde ich es immer gut und stark, wenn jemand auf SiN publiziert. Was soll ich da meckern? Aber gut, wenn es schon die Kommentarfunktion gibt, dann jetzt so:

Mir ist der Text ein wenig zu spekulativ bzw. verallgemeinernd (ist es ein Revival der Solidargemeinschaft? Werden die, die bisher unter Hirnverschluß litten, tatsächlich „nachdenklicher“?). Und am Ende zu dünn. „Krise als Chance“ und „Mut, Tatktraft“ etc. – d’accord.

Natürlich weiß auch ich nicht, was hier gerade läuft. Passend zur Lage erscheint mir dieses Liedgut:

https://www.youtube.com/watch?v=BGthmYzpGv0

Kann uns die Soziologie Hinweise darauf geben, ob wir gerade von Schlafwandlern in den inneren Corona-Krieg geführt werden? Ist es eine anthropologische Konstante, die – in Ermangelung fahrtüchtigen Militärgeräts – uns alternativlos in die weibliche Variante der Genpool-Bereinigung treibt – „es hustet, jetzt opfert Euch endlich!“

Oder geschieht es einfach, weil es geschehen kann, und es nur eine Frage der Zeit war, bis so ein Ereignis mit Folgeverhalten eintritt, denn um es nicht auf diese Weise zur Entfaltung zu bringen, wären Eigenschaften der Subsysteme erforderlich, die zur Erreichung ihres jetzigen Zustandes notwendigerweise verkümmern mussten (Verfall journalistischer Grundfertigkeiten, Bildungs- und Wissensvakuum politischer Akteure, fehlender Bürgerstolz und völliges Abhandenkommen eines gesunden Obrigkeitsmißstrauens etc.)?

Um mich herum erlebe ich noch deutlicher als 2015 ff zum Thema Migration - was sich immerhin noch anhand eines anerzogenen Moralbewusstseins und der Angst, als böse zu gelten, erklären ließ - dass die Menschen nicht die Kraft aufbringen, etwas anderes in sich wirken zu lassen, als das, was Regierung und Medien verkünden. Hochintelligente Menschen, selbst Mediziner, lassen sich nicht auf eine Diskussion ein, sobald die „Richtschnur des Handelns“ in Frage gestellt wird. Der Umgang mit „gebildeten“ Menschen, die so stolz auf ihr „kritisches Denkvermögen“ sind, erscheint mir noch gespenstischer, weil es hier eigentlich überhaupt nicht um den heiligen Gral der eigenen Schuldverpflichtung geht.

Oder doch? Womöglich ist es auch hier, wie beim Klima, ganz simpel ein ersatzreligiöses Bedürfnis zur Buße durch Selbstschädigung, das sich Bahn bricht, weil Corona als Strafe Gottes über uns kommt. Vielleicht sind wir in einem neu aufgelegten westlichen Täuferreich von Münster. Die Frage ist, wer uns diesmal befreit. Aber das können wohl nicht mal Soziologen beantworten.

Gustav Grambauer

3. April 2020 21:55

Franz Bettinger, Herr Doktor

"@Maiordomus geht davon aus, "dass wir nicht mehr von einem Elitenkartell beherrscht werden“."

Das hat er ja nicht gesagt, ganz im Gegenteil.

"Von wem werden wir beherrscht? Was glauben Sie? Von Deep State? Wenn ja, ist Deep State eine Hydra, die sich in allen Ländern der Welt eingenistet hat, inklusive Russland und China? Gibt's Fraktionen im Tiefen Staat, die sich bekämpfen und zur Zeit vielleicht sogar ihr Endspiel austragen? Müssen wir für eine Seite hoffen, oder sind wir so oder so erledigt, sind wir die Beute, um die sich die zwei oder drei Ungeheuer (Köpfe der Hydra) streiten? - Auch @Grambauer würde ich dies gerne fragen."

Der Anstoßimpuls der Säuberungen ist jetzt in China, Saudi Arabien, Indien, Italien, Israel, in der Türkei und im Iran durch. In Ungarn wurde vorige Woche ein anderer, langwierigerer aber sehr erfolgversprechender Weg gewählt. In Rußland tobt der Krieg hinter den Kulissen gerade in diesen Tagen, hier hebt sogar das Holtzbrincksche Handelsblatt den Vorhang ein kleines Zentimeterchen:

https://www.handelsblatt.com/politik/international/kampf-der-eliten-in-russland-tobt-eine-festnahme-welle-von-hochrangigen-beamten/24161478.html?ticket=ST-1790650-DMMqzbywrr6jlJRjtkoP-ap1

Als nächstes werden wohl die USA und Kandada drankommen, und, Sie wissen ja, was die Chabad Lub über ihren Sänger Leonhard Cohen singen läßt: "First we take Manhattan, then Berlin".

Die Säuberung dieser Staaten ist pillepalle angesichts dessen, daß, soviel kann man schon sagen, der Vatikan nicht mehr unter Jesuiten-Freimaurer-Egide geführt wird. Zudem wurde die FED vorige Woche in das US-Schatzamt eingegliedert (wobei Kennedy ja 1963 noch für die Emmission von U. S. Notes als Konkurrenz zu den bis heute umlaufenden FED Notes liquidiert werden konnte). D. h. die Welt ist von den imperialen Tributen erlöst, deren Zustandekommen und Wesen Hamer plastisch wie kein anderer 2004 in seinem "Welt-Geldbetrug" dargelegt hatte, auch wenn er in seinem Unwissen nicht zwischen "dem US-Staat" und der FED unterscheiden konnte. Mit der FED dürfte auch die BIZ als deren Relaisstation gefallen sein oder alsbald fallen. Die NATO ist entmachtet (was mit dem Machtwechsel im Vatikan sowieso klar ist und sich u. a. daran äußerlich gezeigt hat, daß sie bei Defender, einer reinen Angelegenheit der US-Truppen, einfach ignoriert wurde). Die EU ist nicht mehr handlungsfähig. Und um die kurze Skizze der Entwicklungen der letzten Wochen abzuschließen: der Himmel ist seit etwa Mitte Februar nahezu Chemtrail-frei.

Ohne Notiz hiervon erhebt die Kleinkaro-BRD-Welt immer noch stur ihren Welt-Oberlehrer-Zeigefinger

https://www.deutschlandfunk.de/covid-19-spd-politikerin-schwan-wegen-corona-krise-gegen.1939.de.html?drn:news_id=1116312

und wird alsbald sehr, sehr hart aufschlagen, wenn sich die hegemonial etablierten neuen Machtverhältnisse strukturell geltend zu machen beginnen:

Wer ist die Hydra, wer sind deren Köpfe, wer ist Herkules? Seufz. Soweit meine Einblicke reichen finden Sie diese in meinen Beiträgen immer wieder dargelegt, die ja alle hier abgelegt sind.

Sie fragen: "Für eine Seite hoffen?".

Nun, der "Weltfrieden" ist nah, zumal Putin und Trump einen Großteil der Kriege auf diesem Planeten beendet und insbesondere den Nahen Osten nahezu befriedet haben. Aber bedenken Sie Irlmaier:

"Alles ruft Frieden, Shalom! Da wird es passieren.".

Damit ist die ganze Komplexität angedeutet, die ich hier nicht in ein paar Zeilen darlegen kann. (Allein z. B. Irlmaier ist ja in sich schon komplex genug.)

Seit ein paar Wochen ist meine tägliche "Aktuelle Kamera" der Youtube-Kanal von Hans-Joachim-Müller, der aber besonders sorgfältig gegengeprüft werden sollte, denn manchmal übernimmt er unseriöse Meldungen bis hin gestern zu dem (mit der Ungeduld der Q-Szene in diesen Stunden zu erklärenden) Emo-Porno der "Millionen befreiter Bunkerkinder", siehe,

https://www.youtube.com/watch?v=4ZObuFnAUw8

und bis hin zu Fulford, der nichts als ein Phantom aus dem Kuriosa-Kabinett ist. Aber hinsichtlich der größeren Entwicklungslinien sind Sie bei Müller m. E. ganz gut informiert.

Ein noch besseres Sinnbild bezüglich Hoffnungen als Herakles und der Hydra würde ich in Odysseus und den Sirenen sehen. "Jede Seite ist die Falsche" - Klonovsky, d. h. alles anhören, fein und immer feiner für sich selbst sortieren, Schlußfolgerungen ziehen, anderen Orientierung anbieten, aber gegenüber allen Suggestionen die Ohren mit Wachs verschließen - sich stattdessen vielleicht dem "kleinen Häuflein spiritualisierter Seelen" anschließen, das "die Aufgabe (hat), in diesem schlimmen Zeitalter einfließen zu lassen die reine Wahrheit, Liebe und Güte und es so zu reinigen und so die Welt voranzubringen" - Steiner, der dies nicht als Gutmensch sondern im Zusammenhang mit dem kommenden Oriphielischen Zeitalter (bitte selbst googeln) anregte.

Gruß!

- G. G.

Lumi

3. April 2020 22:10

Von Luhmann hab ich wohl nur mal einen Text gelesen. Wurde als ganz was tolles angepriesen. Hat mich aber instinktiv ebenso abgestoßen wie die sogenannte generative Transformationsgrammatik von Chomsky. Steril und blutleer wird eine künstliche Begriffswelt entworfen und flächendeckend ausgewalzt.

Bin aber lernbereit und wißbegierig. Wenn es einen wirklich guten kurzen Luhmann Text gibt, so würde ich ihn mir gerne zu Gemüte führen, um meine Meinung zu revidieren.

Ein weiterer gravierender Einwand gegen Luhmann, der mir schon damals in weiß Gott nicht sonderlich hellsichtigem intellektuellen Entwicklungsstand vorschwebte: Luhmann verschanzt sich hinter einer angeblichen Objektivität und vermeidet scheinbar einen eigenen Standpunkt. Alles rein deskriptiv bei ihm. Funktional ausdifferenzierte Systeme würden sich eigengesetzlich entwickeln. Man beschreibt halt ihre Funktion und damit gut. - Das ist natürlich Unfug, denn gewisse konkrete Menschen mit Macht können entscheiden und tun dies auch. Und sie bestimmen Entwicklungen. (Ich meine jetzt natürlich nicht das Kanzleramt - das ist ein Sonderfall.) Damit ist Luhmann ein strukturalistischer Extremist, der die Welt unrealistisch darstellt und so die Erkenntnis verhindert und nicht fördert.

Lotta Vorbeck

3. April 2020 22:15

Die Rückkehr des Politischen?

„Zur Erforschung des Coronavirus' werden ab Sonntag Mediziner und Wissenschaftler bei zufällig ausgewählten Menschen in München um Blutproben für eine breit angelegte Studie bitten. Begleitet von der Polizei.“

Im Kampf gegen Corona: In den kommenden Tagen klingeln Ärzte in Begleitung von Polizisten an Münchner Türen.

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Quelle:

FOCUS Online
https://www.focus.de/regional/muenchen/muenchen-wenn-die-polizei-mit-einem-arzt-bei-muenchnern-klingelt_id_11847234.html

Lumi

3. April 2020 22:51

Rückkehr des Politischen? Ich bin da ganz bei Zeitschnur und Elvis. Alles ist konzertiert, orchestriert, zentral organisiert. Selbst Maiordomus läßt sich auf die VT Ebene herab und spricht von einem Elitenkartell. Ja was soll auch sonst dahinter stecken?! Etwa ein Schnupfenvirus?

Es wird offenbar gerade unsere Wirtschaft eingeschmolzen.

Franz Bettinger, daß Rußland und China (in begrenztem Umfang) mitmachen, muß nichts heißen. Sie machen auch bei anderen Sachen mit, zum Beispiel bei der Atombombe oder beim Klimawandel. Und profitieren auch davon. Es wird ein Kalkül gemacht und pragmatisch betrachtet und so wird entschieden. Interessenverbünde können von Fall zu Fall entstehen, ganz schmerzfrei.

Lumi

3. April 2020 22:53

Es ist sicherlich den meisten aufgefallen, daß im Lügenfunk dauernd die Johns Hopkins Universität als Datenquelle genannt wird und daß deren Zahlen immer noch dramatischer sind als die des RKI.

Eine ganze Zeit lang habe ich regelmäßig die http://johnbatchelorshow.com/ gehört. Nach meiner Einschätzung eine Sendung für ein "gebildetes" Publikum (in Amiland). Dort werden dauernd die gleichen Themen verhandelt: Krieg und Geopolitik gestern/heute/morgen, Anthropologie, Raumfahrt und weitere Propagandathemen.

Und dauernd sind Leute zu Gast von der Hoover Institution, Jet Propulsion Laboratory/CalTech, Brookings Institution und eben auch Johns Hopkins University. Die und ihre Institute sind ganz einfach Teil des Propagandaapparates.

So ist es ja bei uns auch, wenn im DLF jemand von der SWP auftritt … oder nun vom RKI.

Lumi

3. April 2020 23:03

@zeitschnur 12:50 - » Wenn der Mensch im Bild des wahren Gottes ist, ist auch er wie Gott selbst keiner Hierarchie unterworfen. «

Ist er dann nicht Gott gleichgestellt, hierarchisch gesehen? Kann eigentlich auch nicht sein.

Als Hierarchiefetischist muß ich leider feststellen, daß der Mensch phylogenetisch wie biographisch immer in Hierarchie gelebt hat. Das Kind ist von den Eltern abhängig, also eine natürliche Hierarchie (aber natürlich nicht nur Hierarchie). Der Mensch hat immer in Horden gelebt und es muß immer Anführer gegeben haben, also noch eine natürliche Hierarchie, schon in den noch sehr naturnahen Kulturen der Steinzeit.

Ich wüßte keinen Bereich sozialen Lebens zu nennen, der nicht hierarchisch wäre.

Simplicius Teutsch

3. April 2020 23:03

Als täglicher Beobachter der Beobachter (Medienberichterstatter), die absolut dominierend in Wirklichkeit Wach-, Treib-, Beiß- und Hütehunde des Merkelregimes sind, wird mir oft schon nach kurzer Zeit, wenn ich den Radio oder das Fernsehen einschalte, übel zu Mute. - Gut, dass es noch alternative Informationsmöglichkeiten und Diskussionsplattformen gibt; - die der Qualitäts-Medienmeute natürlich ein Dorn im Auge sind.

Lumi

3. April 2020 23:10

@Monika um 13:40 - » Mein Sohn schickt mir ein Video, wonach die Krise erst begonnen hat und zwei Jahre dauern könnte. [URL zu unterirdischem Video ausgeschnipst] Er ist ein ziemlich rationaler Typ. «

Oh je, wieso schickt er Ihnen dann dies erbärmliche Video? Und wieso teilen Sie den Quark hier im Forum? Schon nach zehn Sekunden war klar, wohin die Reise geht, aber widerwillig hab ich dann bis Sekunde 53 durchgehalten. Da schau ich doch lieber noch mal eine alte Folge der Sesamstraße, da ist das Niveau deutlich höher.

Franz Bettinger

4. April 2020 01:21

@Jürgen (12:36): Zu allem, was Sie angesprochen haben: volle Zustimmung! Irgendwie ist es aber auch verständlich, dass in Zeiten der Unterlegenheit die allzu heißen Eisen, die Tabus des 20. Jahrhunderts, nicht angefasst werden. Auch von SiN nicht. Es wäre Selbstmord. Galileo widerrief und überlebte. Bruno verbrannte auf dem Scheiterhaufen.

@Homeland: Ich könnte mich an @Zeitschnur's Kurz-Defintion von Faschismus gewöhnen. F = Bündelung aller Kräfte im Staat = Gleichschaltung von Medien, Parteien, Kirchen, Gewerkschaften etc. sowie das Ausspähen jeden Bürgers (u.a. per Trojaner und Handy-Lokalisation). Zum heutigen F, dem Neo-Faschismus, hinzu käme noch die vielleicht bald erreichte völlige Kontrolle des Informations-Austausches (auch des Internet- und Email-Verkehrs.) In dem Sinne war der Stalinismus ein (Paleo-) Faschismus.

Zeitschnur's Definition macht Sinn. Die Rechten müssten sich auf diese nur noch einigen, sie in Debatten unters Volk bringen und gegen den faschistischen Gegner schleudern. M. Klonovsky tut es schon: "Neofa = 'Antifa'“. - (Nebenbei: Gehört Rassismus zum F? Nein. Gehört Rassismus zum NS? Ja. )

Lotta Vorbeck

4. April 2020 03:07

Massive Verschärfung: Niedersachsen verbietet auch Besuche in privaten Wohnungen

Damit ist ein Osterbesuch verboten: Das Land Niedersachsen verschärft seine Beschränkungen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie massiv. Die grundlegendste Verschärfung betrifft den Aufenthalt von mehreren Personen auch in der eigenen Wohnung oder im eigenen Garten. Wer nicht zum Hausstand gehört, darf sich auf dem entsprechenden Grundstück nicht aufhalten. Besuche von Freunden oder Großeltern sind damit komplett untersagt, schreibt der Landkreis Holzminden. „Kontakte sind auf Angehörige des eigenen Hausstandes beschränkt“, heißt es in der Verordnung deutlich.

veröffentlicht am 03.04.2020 um 17:12 Uhr
aktualisiert am 03.04.2020 um 21:15 Uhr

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Quelle:

Nachrichten und Schlagzeilen aus Schaumburg, Rinteln, Bückeburg und Stadthagen.

https://www.szlz.de/region/aus-der-region-szlz_artikel,-massive-verschaerfung-niedersachsen-verbietet-auch-besuche-in-privaten-wohnungen-_arid,2616180.html

links ist wo der daumen rechts ist

4. April 2020 08:57

Die Rückkehr der Souveränität

Naja, Einiges in Ihren Ausführungen klingt ja fast nach dem von CS erwähnten (und derzeit gern verschickten) Artikel von Horx.

Augenfällig ist angesichts der derzeitigen „Krise“ wieder einmal die Diskrepanz zwischen Echtzeitphänomen, medialer Aufbereitung und möglichen totalitären Folgen. Hier verstricken wir uns, verlieren unsere Souveränität und gieren nach „heteronomer Überformung“…
Obwohl ja doch Echtzeitphänomene mit ihrem Hang zu extrem medialer („viraler“) Selbstvergewisserung die Frage nach der „ontologischen Differenz“ stellen (sollten). Jeder ist irgendwie betroffen oder zumindest Zeuge von irgendwas, aber die berechtigten Fragen nach Sein und Schein, Ursache, Wirkung und Nutzen enden in einem Stimmengewirr.
Dabei wäre es gerade jetzt von äußerster Dringlichkeit, endlich einmal ohne – mediale und ideologische - Selbstvergewisserung und damit Selbstimmunisierung die richtigen Fragen zu stellen bzw. frühere Fragestellungen aufzunehmen.
Wäre eine schöne Spielwiese für unsere kulturwissenschaftlichen Vordenker, aber die schweigen beharrlich (vielleicht auch besser so, bei „9/11“ haben sie sich eh verausgabt).
Aber darum soll es vorrangig nicht gehen.

Echte Souveränität

Ausdifferenzierung heißt Freiwerden von heteronomer Überformung und Überbietung der gewonnenen Autonomie als Souveränität; Christoph Menke hat das beispielgebend in seinem Buch „Die Souveränität der Kunst“ für den Bereich des Ästhetischen gezeigt. Seine Pointe damals: wenn nichtästhetische Diskurse von ästhetischen „infiziert“ werden, gehen sie ihrer „geltungsverbürgenden Idealität“ verlustig, aber dieses Vermögen, in seinen späteren Schriften „Kraft“ genannt, bedeutet eben: Freiheit; erkenntnistheoretische und ethische Fragen werden in ihrem Vollzug zu ästhetischen: Das wußten natürlich auch und v.a. die Frühromantiker.
Für ihn die Grundlage einer ästhetischen Anthropologie.

Zeitgleich zu Menkes Bändchen erschien damals ein weiterer, vielrezipierter stw-Band, „Der Diskurs des Radikalen Konstruktivismus“. An anderer Stelle habe ich erläutert, daß es dabei in Vielem um die neurobiologische Reformulierung einiger wesentlicher Fragestellungen der Philosophischen Anthropologie ging. Daß der damalige wissenschaftliche Gegner „Evolutionäre Erkenntnistheorie“ hieß, ist nur ein ironischer Nebenaspekt.
Kernthese dabei: das in der Abfolge der „Stufen des Organischen“ erreichte Höchstmaß an Autonomie des Menschen darf man getrost Souveränität nennen.
„Externe Komplexität [i.e. Heteronomie] wird durch intern generierte Komplexität [i.e. Autonomie] reduziert“, wie es fast lehrbuchmäßig hieß.
Oder aktuell zugespitzt: je klarer die Grenze, desto vielgestaltiger die „Innenwelt“.
Sollte uns alle zu denken geben.
Für unsere größten Geister in ihrem produktiven Schaffen seit jeher kein Geheimnis, auch wenn sie ein allzu frühes Opfer unserer letzten Form einer heteronomen Überformung, des Todes, wurden; man wähnt sich unsterblich, die Beschreibungen sind ihrer viele, ob wahres Künstlertum, göttliche Bestimmung oder Erleuchtung.

Falsche Souveränität

Hier geht es nun weniger um ein Konkurrenzverhältnis verschiedener „Souveränitäten“ aus Politik, Religion, Recht, Wirtschaft, Kunst und Wissenschaft, sondern um das Vermögen, die anderen Bereiche wieder heteronom überformen zu können.
Wissenschaft bugsiert sich gerade selber ins Abseits, Religion hat in unseren westlich-säkularen Gesellschaften keine Geltungskraft, Kunst hat in Notzeiten ihr Vermögen sozusagen ausgesetzt; bleiben also Politik, Recht und Wirtschaft, und dieses Spannungsverhältnis läßt sich in der einfachen Frage zusammenfassen: Wieweit dürfen wir uns einschränken, welche Verluste müssen wir in Kauf nehmen? Aber diese Art von Souveränität ist nur durch die Ungunst der Umstände verliehen.

Und genau um diesen Widerstreit einer echten Souveränität des einzelnen durch Selbstbeschränkung und einer falschen durch unreflektierte Einschränkung als Notmaßnahme geht es; denn die Notzeiten gehen vorbei, die Frage nach einer "geltungsverbürgenden" Grenze bleibt.

Gustav

4. April 2020 10:21

Was bringt die Zukunft?

Wenn ich wissen will ,wie dieser Hype entstehen konnte, muss ich nur wissen welche Menschen die Völker führen. Hier ist einer:

Jacques Attali, Macrons Lehrer:
“Sobald er das Alter von 60-65 Jahren überschreitet, lebt der Mensch länger als seine Fähigkeit zu produzieren und dann kostet er die Gesellschaft eine Menge Geld. … In der Tat, aus gesellschaftlicher Sicht ist es vorzuziehen, dass die menschliche Maschine eher plötzlich stoppt, als einem fortschreitendem Verfall entgegen zu sehen. … Euthanasie wird auf jeden Fall eines der wichtigsten Instrumente für die Zukunft der Gesellschaften. In der Logik des Sozialismus – um damit zu beginnen – muss das Problem wie folgt dargestellt werden: Die kollektivistische Logik ist Freiheit. Grundfreiheit ist der Selbstmord. Demzufolge ist das Recht auf Selbstmord entweder direkt oder indirekt ein absoluter Wert in solch einer Gesellschaft.”

Ein bisschen Nachhelfen kann dabei nicht von Nachteil sein!

zeitschnur

4. April 2020 11:29

Hier noch ein äußerst klares Statement von Prof. Dr. Gerd Bosbach zum Thema "Corona und harte Fakten": https://www.youtube.com/watch?v=EO846gy4VLo
Da @ Gracchus meinte, mir im vorigen Thread "Hysterie" und "Intoleranz" vorwerfen zu müssen, was selbstverständlich unter der Gürtellinie war, weil es ohne irgendeinen sachlichen Bezug ad personam klotzte, v.a. und noch ausführlicher auch gegen @ Franz Bettinger, sei darauf hingewiesen, dass hier auch aus berufenem, professoralem Mund der Vorwurf erhoben wird, dass mithilfe von haarsträubenden und unwissenschaftlichen "Zahlen" und "Statistiken" immer weiter unsere Freiheitsrechte beschränkt werden und eine Objektivierung, die sehr leicht hergestellt werden könnte, wenn man denn daran Interesse hätte, offenbar systematisch unterbleibt. Einen ähnlichen Vorwurf hatte bereits Prof. Dr. Bhakdi erhoben. Man hätte in wenigen Tagen echte, valide Studien machen können. Warum geschah das nicht und geschieht das nicht?! Nun ist aber diese Vagheit und dieses katastrophale, unwissenschaftliche statistische Geschiebe ein perfekter Hebel, uns theoretisch bis in alle Ewigkeit immer weiter zu entmündigen.
Dass @ Gracchus Mitforisten, die ad rem-Argumente vorbringen, die in der Tat "intolerant" werden, wenn man ihnen und ihren Mitmenschen die Freiheitsrechte raubt, genau dieses Bestehen auf ihrer Freiheit vorwirft, ist ein SuperGAU, und ich werde diesen grauenhaften Ansprung nicht vergessen. Eine "Besonnenheit", die nicht mehr empfindet, dass Menschen total entwürdigt werden, wenn man ihnen Sterbesakramente verweigert und die Teilnahme an Gottesdiensten, eine "Besonnenheit", die nicht realisiert, dass es solche drastischen "Maßnahmen" wegen eines vagen Befundes noch niemals in der ganzen bekannten Geschichte gegeben hat, ist faktisch der Ruin der persönlichen Souveränität und eine Selbstüberschreibung an Kräfte, die man nicht einmal mehr kennen will.
Was ist hier das "Politische"? Nach Hobbes ist es ja tatsächlich diese unwiderrufliche Selbstüberschreibung, d.h. die Aufgabe der individuellen Souveränität an den Leviathan, der einem dafür umgekehrt einen schimärischen "Schutz" gewährt, über dessen Maß und Ziel immer nur er entscheidet, nicht der, der sich ihm verschrieben hat. In den alten Mythen wird dies in Verbindung mit den Teufelspakten reflektiert. Wir erleben in der Tat derzeit, dass wir es dem Leviathan nicht mehr wert sind, dass wir erfahren, was er hier warum über unsere Köpfe weg, aber in Form gezielter Eingriffe in unser Leben tut.
Ich frage in die Runde: Ist das wirklich das, was wir wollen, die Rückkehr des Politischen bzw die Zuspitzung des ja nie verschwundenen Politischen? Wollen wir das wirklich: eine "staatliche" Realität, in der wir vollständig entmündigt sind und nun alles zugunsten einer "Solidarität" heute so morgen so zugestehen müssen wie in einem Boot auf hoher See, das uns gnadenlos hin und her wirft? Denn das ist ja unsere Lage seit längerer Zeit. Wird uns nicht vor Augen gehalten, was es am Ende heißt, wenn das Politische nicht mehr nur larviert, sondern offen seine vernichtende Herrschaft über uns alle exekutiert? Niemand wird nun mehr - wie in den Erscheinungsformen des Antichristen zuvor - persönlich gehindert an einem Gottesdienstbesuch, sondern es gibt schlicht keine Gottesdienste mehr. Es ist vollkommen egal, was einer persönlich wollen könnte. Niemand wird persönlich daran gehindert, dies oder jenes zu kaufen: man kann generell nichts mehr im Laden kaufen (außer vorläufig noch Futter und Internethandel: wie lange noch?). Niemand wird persönlich daran gehindert, das Land zu verlassen, sondern alle dürfen es nicht mehr verlassen. Das Infektionsschutzgesetz sah die Isolierung einzelner Erkrankter vor, die noch dazu namentlich definiert worden waren und auch ausgebrochen sein müssen bei demjenigen, heute isoliert man die komplette Menschheit, alle, die Großen und Kleinen, die Freien und die Sklaven, Mann und Frau, aufgrund vager "Fakten".
Wie fühlen sich wohl frisch in ein Pflegeheim Eingewiesene, wenn sie von einem Alien mit Mundschutz, Schutzbrille, antiviralem Kampfanzug "gepflegt" werden und ihr Zimmer bis auf weiteres nicht verlassen dürfen und erst recht keinen Besuch erhalten dürfen? Wie lange ist die Lebenserwartung in einem solchen politischen Alptraum? Es IST ein POLITISCHER Alptraum, denn medizinisch wird vorsätzlich nicht untersucht, ob das so notwendig ist oder nicht.

Lotta Vorbeck

4. April 2020 11:58

@Nordlicht - 3. April 2020 - 07:32 PM

... und dann kann die AfD gegen die Verschwendungspolitiken Zuwanderung, EU und Energiewende Punkte machen. September 2021 ist Bundestagswahl. Wenn sich die AfD nicht selbst zerlegt, wird sie deutlich Stimmen hinzugewinnen.

~~~~~~~~~~~~

... und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute.

starhemberg

4. April 2020 12:50

@Der_Juergen

Vielen Dank, das freut mich. Ja, ich bin ein Libertärer, aber ebenfalls ein Reaktionär, eine höllische Mischung, ich weiß. Jedenfalls schätze ich auch Ihre Beiträge, wie ich überhaupt das Niveau auf SIN großteils recht befruchtend finde. Nur die Verschwörungstheoretiker nerven mich manchmal etwas. Denn für mich ist auch ein Fakt der aktuellen Lage, dass kaum jemand, außer vielleicht ein paar besonders gewitzte Finanzjongleure, die momentane Situation im Griff hat. Und, auch wenn es pervers klingt, dies genieße ich durchaus. Denn es zeigt klar den Unterschied auf - zwischen Politiker und Politikerdarsteller. Im Übrigen sind wir alle nur "Mängelwesen" ...

Andreas Walter

4. April 2020 13:06

Höre gerade, wieder, dass manche Betroffene über einen Verlust des Gehörs klagen (angeblich durch Corona):

https://youtu.be/VP7La2bkOMo

Ich habe mich dieses Jahr sogar zwei mal mit einem sogar ungewöhnlich langen Hörverlust meines rechten Ohres rumgeschlagen, für den ich bisher noch keine Erklärung hatte, ausser womöglich eine Mittelohrentzündung. Der jetzt allerdings zum Glück vorbei ist, weil ich solche Dinge immer am liebsten selbst auskuriere, um meine Immunkraft dadurch zu stärken, und ich auch darum nur sehr selten und eh nicht gerne zu Ärzten gehe.

Bin daher gespannt, falls es hoffentlich bald auch einen Antikörpertest gibt, was der in meinem Fall dann für ein Ergebnis liefert. Oder ob es ein anderer Infekt war, der für eine Weile mein rechtes Mittelohr besiedelt hat. Gegen meinen ausdrücklichen Wunsch übrigens, obwohl man auch mit dem Spruch, "ich will das nicht mehr hören" darum vorsichtig sein muss.

Der Kanzlerin die Pest an den Hals zu wünschen war darum vielleicht auch nicht beste Idee. ;)

https://youtu.be/wcmeBQ5GC00

Lotta Vorbeck

4. April 2020 13:47

Die Rückkehr des Politischen?

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TRITTBRETTFAHRER DER KRISE

Corona: Schattengesetze

Das Virus beherrscht den öffentlichen Raum, dagegen kommt kein anderes Thema an. Nahezu alles lässt sich mit der Epidemie irgendwie begründen – oder auch dahinter verstecken. Im Schatten von Corona werden Dinge getan, die man in normalen Zeiten nicht für möglich halten würde.

Der Bundessicherheitsrat hat gerade getagt. Dieser Kabinettsausschuss ist für besonders heikle Rüstungsgeschäfte zuständig – zum Beispiel, wenn es um Krisengebiete geht, oder wenn die beteiligten Ministerien (Wirtschaft, Außen, Verteidigung) sich nicht einigen können.

„Denn die einen sind im Dunkeln,
und die anderen sind im Licht.
Und man sieht nur die im Lichte,
die im Dunkeln sieht man nicht.“

(Bertolt Brecht: Die Dreigroschenoper)

Diesmal war man sich aber einig und hat schnell und geräuschlos – und weitgehend völlig unbemerkt von der Öffentlichkeit – den Verkauf genehmigt von:

+ einem U-Boot an Ägypten
+ vier Kriegsschiffen an Israel
+ schwerer Munition an Katar
+ einem Kampfflugzeug an Pakistan
+ 72 Raketen an die Philippinen.

Alle Länder liegen in Krisengebieten.

*****

Armin Laschet (CDU), Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen und potentieller Kanzler im Wartestand, will sich – natürlich wegen der Corona-Krise – im bevölkerungsreichsten Bundesland eine Art Notstandsgesetz genehmigen lassen, das den Behörden weitreichende und bisher beispiellose Eingriffsmöglichkeiten gibt:

+ Die Hoheit über die Behandlung von Patienten in Krankenhäusern soll teilweise den Behörden übergeben werden.

+ Ärzte, Krankenschwester und Pfleger sollen zu bestimmten Tätigkeiten gezwungen werden können (unabhängig davon, ob ausreichend geeignete Schutzkleidung vorhanden ist oder nicht).

+ Die Behörden sollen medizinisches Material bei Firmen beschlagnahmen können.

+ Demokratische Verfahren in Kreisen, Kommunen und Gemeinden sollen „vereinfacht“ werden.

+ Das Notstandsgesetz selbst will Laschet im „beschleunigten Verfahren“ durchs Parlament bringen.

Die eigentlich eher regierungsnahe und sicher nicht für schrille Übertreibungen bekannte Neue Westfälische Zeitung schrieb dazu: „Laschet plant Demokratie-Pause“.

*****

+ Einen Rechtsanspruch auf den Einbau einer Ladestation für Elektro-Autos sichert ein Gesetzentwurf, den das Bundeskabinett am 23. März – also mitten in der Corona-Krise – beschlossen hat.
Mieter sollen eine solche Baumaßnahme künftig von ihren Vermietern verlangen dürfen.

*****

+ Die Luftverkehrssteuer wurde erhöht – zum 1. April und um rund 40 Prozent. Ein Ticket für Flüge im Inland und in der EU wird jetzt mit 13,03 € besteuert (ein Plus von 5,65 €).

Die Steuer auf Tickets für Flüge bis 6.000 Kilometer beträgt jetzt 33,01 € (plus 9,96 €). Bei Tickets für Langstreckenflügen über 6.000 Kilometern greift der Fiskus nunmehr 59,43 € ab (plus 17,25 €).

Die Fluggesellschaften dürfen die höhere Steuer an die Fluggäste weiterreichen.

*****

+ Berlin will eigenständig neue Flüchtlinge aus Griechenland einfliegen – ohne Absprache mit den anderen Bundesländern und ohne eine EU-weite Einigung. Justizsenator Dirk Behrendt (B‘90/Grüne) nannte „Zahlen zwischen 500 und 1.500 oder auch noch mehr“.

Es sei eine „europäische, menschenrechtliche Verpflichtung“ für Berlin, hier voranzugehen.

*****

+ Die hoch umstrittene Verschärfung der Düngeverordnung hat der Bundesrat bestätigt – in einer Sondersitzung zur Corona-Krise am 27. März.

Sie umfasst zusätzliche Auflagen für besonders zu schützende sogenannte „Rote Gebiete“, die künftig obendrein besonders abgegrenzt werden müssen. Ebenfalls enthalten ist eine fachlich heftig kritisierte pauschale Reduktion der Düngung in sensiblen Gebieten.

Die Verordnung wurde jetzt nicht nur gegen den Widerstand zahlloser Experten und Betroffenen, sondern auch im Schnellverfahren durchgesetzt: Obwohl die zwingend erforderliche Öffentlichkeitsbeteiligung im Rahmen der gesetzlich vorgeschriebenen „Strategischen Umweltprüfung“ (SUP) noch gar nicht abgeschlossen ist, zog der Bundesrat die Abstimmung um eine Woche vor – und entschied, ohne die Stellungnahmen abzuwarten.

*****

+ Das Medizinproduktrecht wurde trotz umfangreicher Kritik verschärft – auf derselben Sondersitzung des Bundesrats zur Corona-Krise am 27. März.

Bundesbehörden haben jetzt mehr Kompetenzen bei der Produktüberwachung. Paradoxerweise warnt die Ländervertretung selbst in einer Entschließung vor „negativen Auswirkungen auf Versicherte, Leistungserbringer, Krankenkassen und Aufsichtsbehörden“ durch die neuen Regelungen, die ebendiese Ländervertretung gerade beschlossen hat.
Kein Scherz.

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Besonders oft fliegt derzeit die Bundeswehr unter dem Radar, wenn man so will:

+ Der Einsatz im Irak wurde verlängert und teilweise ausgeweitet. Das beschloss der Bundestag am 25. März. Damit wird weiter deutsches Militärgerät und -personal bei der Luftbetankung, beim Lufttransport und der bodengebundenen Luftüberwachung eingesetzt.

+ Zusätzlich kann die Bundeswehr jetzt auch – im Rahmen der NATO-Mission im Irak – an der Ausbildung der irakischen Streitkräfte beteiligt werden.

+ Der Einsatz in Afghanistan wurde verlängert. Das beschloss der Bundestag am 13. März. Damit bleiben weiterhin bis zu 1.300 deutsche Soldaten im Rahmen der NATO-Ausbildungs-, Beratungs- und Unterstützungsmission „Resolute Support“ am Hindukusch stationiert. Ausbildung, Beratung und Unterstützung durch die deutschen Kräfte finden in Kabul, Bagram, Masar-e Scharif und Kunduz sowie („in Einzelfällen und zeitlich begrenzt“) auch im übrigen Afghanistan statt.

+ Der Einsatz im Mittelmeer wurde verlängert. Auch das beschloss der Bundestag am 13. März. Damit beteiligt sich Deutschland weiterhin an der NATO-geführten maritimenSicherheitsoperation „Sea Guardian“ mit zu 650 Soldaten, um auf und über See Lagebilder zu erstellen und den Seeraum zu überwachen.

+ Der Einsatz in Darfur wurde verlängert. Das beschloss der Bundestag am 12. März. Deutschland beteiligt sich also weiter an der UNAMID-Mission der UNO – künftig mit bis zu 20 Soldaten, die „Verbindungs-, Beratungs- und Unterstützungsaufgaben“ übernehmen und bei der technischen Ausrüstung und Ausbildung truppenstellender Nationen helfen sollen.

+ Der Einsatz im Südsudan wurde verlängert. Auch das beschloss der Bundestag am 12. März. Deutschland beteiligt sich also weiter an der UNMISS-Mission der UNO – künftig mit bis zu 50 Soldaten, die „Verbindungs-, Beratungs- und Unterstützungsaufgaben“ übernehmen und bei der technischen Ausrüstung und Ausbildung truppenstellender Nationen sowie der UN-Blauhelme helfen sollen.

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+ Wegen Corona hat der Bundestag seine in der Geschäftsordnung vorgeschriebenen Verfahrensregeln bereits „vereinfacht“.

Weitere Vereinfachungen seien nicht ausgeschlossen, heißt es aus dem Umfeld von Parlamentspräsident Wolfgang Schäuble (CDU).

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Quelle:

Tichys Einblick - 02.04.2020
https://www.tichyseinblick.de/daili-es-sentials/corona-schattengesetze/

Gracchus

4. April 2020 14:11

@zeitschnur: Q. e. d. Ihr Problem, wenn Sie jede Kritik an Ihren Standpunkten persönlich nehmen. Ich sage es kurz nochmal: Mir geht einfach wider den Strich, dass Sie jeden, der das Virus nicht für harmlos hält bzw. sagt: Das wissen wir noch nicht, als geistig minderbemittelt hinstellen und nur die Ansichten von Fachleuten gelten lassen, die Ihre Ansicht stützen. Kritische Nachfragen sind das eine - aber Sie liefern gleich die Antwort mit, dass es sich um eine gigantische Verschwörung handelt; Sie warfen auch die Befürchtung eines "Gerontozids" in die Runde. Sorry: Auf mich wirkt das hysterisch.

Grotesk ist, wenn Sie mir unterstellen, ich würde das Krisenmanagement und die Massnahmen rechtfertigen bzw. kritiklos hinnehmen. Zeigen Sie mir bitte, wo ich das tue? Um einen Gedanken aus Ihrem letzten Beitrag aufzugreifen: Wäre ich Bischof, würde ich mich über die Gottesdienstverbote an Ostern hinwegsetzen, ich sehe nicht ein, warum die - meinetwegen mit Abstandsregeln - nicht stattfinden sollen; ich würde an Ostern gern besuchen. Um es kitschig klingend zu sagen: Die Liebe Gottes ist die beste Immunabwehr! (Wobei ich mich nebenbei wundere, dass Sie sich darüber aufregen, wo Sie doch mit der katholischen Kirche abgeschlossen haben.)

Wenn Sie meine Beiträge gelesen haben, könnten Sie wissen, dass ich von Anfang an eine andere Spur verfolgt habe, nämlich die, dass die Gesellschaft nach dem shutdown und nach Entschleunigung gelechzt hat. Eine Spur, die bisher nur Hartmut Rosa in einem aktuellen ZON-Interview aufgegriffen hat: "Der Corona-Virus hat uns nicht angehalten". Insoweit sehe ich im shutdown bei aller Ambivalenz und Skepsis etwas Positives und eine Chance, wenn die richtige Frage gestellt wird, wie einem global entgrenzten Wirtschaftssystem Grenzen gesetzt werden können, so dass die Wirtschaft dem Gemeinwohl und den Menschen dient. Hier setzt auch meine Kritik an Luhmanns Systemtheorie, die völlig unempfindlich für solche Fragen ist: Die Menschen sind den Systemen nämlich egal. Ob das Politische oder der Nationalstaat eine Antwort liefern können, da bin ich skeptisch.

Lotta Vorbeck

4. April 2020 14:35

Zur Erinnerung - was wir einfach nicht vergessen sollten

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Angela Merkel und die Neue Weltordnung
4. Juni 2011 Evangelischer Kirchentag in Dresden
"Souveränität und Rechte abgeben!"

am 05.03.2018 veröffentlicht - Laufzeit 3:41 min.

https://www.youtube.com/watch?v=5HfgOZeQ4Hw

Merkel wörtlich:

„Warum ist Kopenhagen gescheitert? Im Grunde sind wir zum Schluss an einem Punkt gescheitert, der ganz interessant ist in Zusammenhang mit der Globalen Ordnung!" [Globale Ordnung = New World Order]

"China und Indien haben gesagt: Wir sind bereit, uns [zu diversen Klimaschutzzielen] zu verpflichten, aber wir sind nicht bereit, uns verbindlich international zu verpflichten. Wir machen das zu Hause, ihr müsst uns glauben, aber wir geben keine Souveränität ab an internationale Organisationen."

"Und das ist der vielleicht spannende Schritt, den wir Europäer ja schon gewohnt sind. Wir haben lauter Souveränität an die Europäische Kommission abgegeben. Manchmal sind wir sauer darüber, aber wir haben's gemacht. Und andere Länder sind daran überhaupt noch nicht gewöhnt."

"Wenn man eine wirkliche Weltordnung haben will, eine globale politische Ordnung, dann wird man nicht umhinkommen, an einigen Stellen auch Souveränität, Rechte an andere abzugeben. Das heißt, dass andere internationale Organisationen uns dann bestrafen können, wenn wir irgendetwas nicht einhalten. Und davor schrecken viele Länder noch zurück. Das ist aus meiner Sicht ein wirklich interkultureller Prozess, den wir durchlaufen müssen."Merkel wörtlich: „Warum ist Kopenhagen gescheitert?

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Quelle:
Eva Herman Offiziell, [04.04.20 14:27]
https://t.me/EvaHermanOffiziell/9984

zeitschnur

4. April 2020 14:59

@ Lumi 3.4. um 23.03 Uhr

Hierarchiefetischist?
Das sollten Sie kritisch reflektieren: Warum glauben die meisten Menschen, es sei keine Form der Unterdrückung, wenn sie von einer übergeordneten "Autorität" beherrscht werden?

Dazu ein Interessanter Clip von Gunnar Kaiser über das damit befasste Buch von Larken Rose: https://www.youtube.com/watch?v=J9DKkvhkSQg

Wie ich schrieb, hat Gott den Menschensohn erhoben auf seinen Thron: Er sitzt zur Rechten Gottes, heißt es. Also: auf seiner Höhe. Die Kirche konnte das mit zunehmendem Dogmatisierungswahn nicht anders auffassen, als dass der Menschensohn ja dann identisch mit Gott sein müsse, weil doch der Mensch immer unter Gott stehe. Zu all den legendarischen Unsicherheiten über Nicäa will ich an der Stelle nichts sagen. der Arianismus krankte am selben Problem: Wenn Jesus Sohn einer Frau war (was ihn eindeutig als Menschen zeichnet), dann muss er irgendwie unter Gott stehen, auch wenn er irgendwie göttlicher Herkunft war.
Für beide Meinungen existiert aber nirgendwo eine eindeutige Aussage in der Schrift. Eindeutig aber ist, dass Gott den Menschensohn erhoben hat zu seinem Thron. davon erzählt nicht nur das NT an einigen Stellen, sondern diese Stellen beziehen sich auf die zahlreichen AT-Aussagen in Psalmen und Prophetenbüchern, die genau dies bereits vorhergeschaut hatten und damit im übrigen auch das Frühjudentum enorm beflügelt hatten, das allerdings ebenfalls vielleicht dem Fehler erlag zu glauben, es gebe da vielleicht so etwas wie eine göttliche Abspaltung aus Gott in Gestalt eines Menschen ("Metatron"). Aber auch dafür gibt das AT nichts her. Eindeutig ist wiederum, dass Gott sich offenkundig auf die Höhe des Menschen begibt bzw ihn auf seine Höhe erhebt. Was bedeutet das?

Nun bezweifle ich ja nicht "natürliche Autorität". Dass ich in gewissem Sinn Autorität über mein Kind habe oder über meinen Schüler, kann nicht bezweifelt werden, ohne alles ins Chaos zu stürzen. Dass ich als diejenige, die ganz bestimmte Dinge natürlicherweise aufgrund von Gaben besser kann als andere, dann auch die Autorität habe, es besser zu machen, steht außer Frage. Auch wenn das missachtet wird, wird man alles ins Chaos stürzen.
Sie werden aber sofort erkennen, dass an dieser Stelle die Perversion liegt: Unsere Hierarchiemodelle sehen eben nicht vor, dass Autorität sich auf natürliche Gaben oder Situationen bezieht.
Man legt sie sehr abstrakt und vor allem dem Prinzip nach grenzenlos fest. Autorität haben zwar vordergründig immer noch gelegentlich "Qualifizierte", aber die Entscheidung, ob sie qualifiziert sind, erfolgt nicht aufgrund empirischen, evidenten und frei anerkannten Könnens, sondern wiederum aus anderen hierarchischen Kanälen beanspruchter "Lizenz" oder Legitimität, man nannte das früher und auch heute noch "venia" oder "missio". Man behauptete, bestimmte Menschen seien aufgrund ihrer geburt zu dem oder jenem legitimiert, was für andere weitreichende Konsequenzen hatte. Wer heute über schlechte regierungen klagt, wird auch für ältere Zeiten nichts anderes feststellen können: wieso sollte der Sprößling eines Königs qualifiziert sein zu herrschen? Ist der Sohn des Geigers immer selbst automatisch qualifiziert? Manchmal ja, manchmal nein, es müsste sich nach der tatsächlichen Lage richten...
Man sollte etwa selbst wählen können, von wem man seine Kinder unterrichten lassen will. In wenigen Teilbereichen ist das ja auch möglich (gewesen): ich wähle den Klavierlehrer meines Kindes, weil ich persönlich glaube, dass er ein guter Lehrer ist, nicht weil mir vorgeschrieben wird, wer nach Ansicht des angemaßten Staates einer sei. Es ist dabei egal, ob eine andere Mutter einen anderen Lehrer für ihr Kind wählt.
Die frei anerkannte und erkannte Autorität ist aber nie total, sondern immer nur auf bestimmte Bereiche bezogen oder zeitlich begrenzt. Natürliche Autorität ist nie total, ausgenommen die Gottes, aber der spielt sie ganz offenkundig gar nicht aus, so sehr, dass viele sagen, er kümmere sich um nichts und sei gar nicht da. was ein Denkfehler ist.
Mein Kind wird, sobald es erwachsen ist, nicht mehr unter meiner Autorität stehen. Und wenn ein Schüler seinen Lehrer eines Tages überflügelt, wir der geistig gesunde Lehrer das anerkennen.
Mit diesen Phänomenen hat wiederum die manchmal notwendige Führung nicht direkt zu tun. Aus Effizienzgründen ist es klug, mit manchen Dingen Führer zu beauftragen. Es ist aber falsch, daraus eine natürliche Autorität abzuleiten. es handelt sich um eine jederzeit widerrufbare Aufgabe. Und das ist etwas anderes. Dass die mit der Aufgabe verbundene Handlungs- und Entscheidungsfreiheit geachtet werden muss, ist klar, begründet aber keine "hierarchische Autorität". Wenn einer seine Aufgaben getreulich und gut erfüllt hat, gebührt ihm Achtung auch dann, wenn er sie abgegeben hat. Deshalb achtet man Emeriti, die alten Eltern und Seniores. Aber nicht weil sie irgendwelche Macht oder hierarchische Positionen hätten. Wenn man ihren Rat besonders hochschätzt, dann deswegen, weil er frei geäußert und frei angenommen wird außerhalb jeder Hierarchie. In der Tat kann man nicht auf jeden Älteren hören - das wäre ein Fehlschluss. Im Extremfall wird der Alte sogar auf den visionären Rat des Kindes hören.
Von Jesus als dem "Menschensohn" wird eindeutig gesagt, ihm sei von Gott "alle Gewalt im Himmel und auf Erden gegeben worden", außer die über den, von dem er sie hat. Das sagt Jesus selbst, und es wird in den Briefen ebenfalls so bestätigt. Das heißt: er hat sie nicht aus sich selbst, sondern er hat sie erhalten. Dem Menschensohn wird göttliche Gewalt gegeben. Wenn Gott Gott ist hat er jederzeit die Möglichkeit, seine Autorität einem Menschen zu übergeben. Das kann man aus diesen Sätzen eindeutig schließen. Nur: Gott herrscht nicht hierarchisch, wie wir das so denken.
Der einzige Unterschied ist hier systematisch eben der, dass der eine der Ursprung dieser Autorität ist, der andere der Empfänger bzw das "Abbild".

Staaten sind grundsätzlich totalitär gezeichnet, satanisch ist dabei, dass sie faktisch über das sie Leben und Sterben der Untertanen herrschen. Ihre Macht ist nicht auf Zeit oder punktuell, sondern total. Das freie Individuum gibt es in einem Staat nicht, auch wenn das behauptet wird. Wir sehen ja jetzt, dass es nicht so ist und darum auch vor dem Desaster derzeit nicht so war, wir wiegten uns nur in dem Wahn, es sei so. Hobbes sah ausdrücklich für jegliches Staatsgebilde völlig zurecht (sachlich - nicht weil ich das präferieren würde!) diese Selbstüberschreibung der persönlichen Freiheit an den Leviathan vor. Auch er wusste um die eigentliche, natürliche Freiheit des Menschen, die Gott vorgesehen hat. Der Staat besteht seinsmäßig aus der listig erbeuteten Freiheit der einzelnen Menschen, die sie freiwillig abgeben.
Es ist allerdings ebenfalls in der Systematik inbegriffen, dass der Zwangsuntertan dem Sein nach kein Untertan dieses Leviathan-"kosmos" ist , wenn er einem Reich angehört, das nicht von dieser Welt ist. Im Leviathan sind immer Menschen gefangen, die diese Selbstüberschreibung nicht freiwillig vornehmen und darum auch teils oder ganz aus dem "Schutz" gestoßen werden, allerdings dem totalen Zwang aufgrund einer mangelnden irdischen Perspektive gebeugt werden. Ob man der einen oder anderen Sorte Mensch zugehört, liegt in der eigenen Entscheidung, und ich für meinen Teil sage: Ich möchte Bürger dieses anderen Reiches sein. Doppelte Staatsbürgerschaft gibt es nicht, schon gar nicht, wenn es um Staaten der Finsternis geht und ein Reich, das kein Staat ist und niemals auch nur entfernt dem ähneln wird, was wir unter "Staat" oder "Politik" verstehen.

Augustinus

4. April 2020 15:30

Ich verfolge die Diskussion über Corona auf SIN mit großem Interesse.

Eine kleine Anmerkung zu dem Vielkommentierer Franz Bettinger sei mir gestattet.

https://sezession.de/62396/coronavirus-11-handeln-unter-unsicherheit#kommentare

Er schreibt: "Die Zahl der Neuinfektionen zum Zeitpunkt t+1 berechnet man: ..."

Hier wird eine physikalische Größe (mit Einheit) zu einer Zahl addiert. Was soll dabei herauskommen?

Wenn man den strengen mathematischen Formalismus nicht beherrscht, sollte man seine Gedanken vielleicht besser in Worte fassen?!

Ich schreibe das aber nur, weil ich hier einigen Menschen begegne, die persönliche Überzeugungen oder Gefühle für einen Beweisgrund halten.

Monika

4. April 2020 16:29

@Lumi
Ehrlich, ich habe mir das Video auch nicht lange angeschaut. Es ist mir ziemlich egal, wie lange der Ausnahmezustand dauert. Ich habe genug Phantasie, mir alle möglichen Szenarien auszumalen.
Allein, es tut weh, seine Kinder Ostern nicht in die Arme schließen zu können.
Allerdings: Für die Jugend, die ewigen Studenten, Weltenbummler und Alternativ- WG Bewohner in Tübingen, Freiburg u.ä. ist das unfreiwillige Eingesperrtsein durchaus eine existenzielle Erfahrung. Alles, was vor einer frühen Lebensverantwortung ablenken kann, ist erstmal vorbei. Deshalb ist es vielleicht nicht schlecht, wenn der Ausnahmezustand noch etwas dauert. Vielleicht machen jetzt nicht wenige Bummelanten endlich ihren Studienabschluss und kommen beziehungs- und berufstechnisch langsam zu Potte.
Wo hängen eigentlich Carola Rakete, Luisa Neubauer und Greta Thunberg fest ? Und was „macht das mit ihnen ?“

Elvis Pressluft

4. April 2020 17:18

Ausgerechnet im britischen Schmierblatt „Daily Mail“ veröffentlicht ein Peter Hitchens einen sehr klugen Kommentar; ich zitiere nur diese Passage: „When I argue against this folly, I am accused of not caring about the deaths of the old. I am old. It is false. I care as much about the deaths of others as anybody. But as a result of taking my stand, I have received private support from people inside the NHS seriously disturbed by what is going on. Now, if you want a scientist who does not support Government policy, the most impressive of these is Prof Sucharit Bhakdi. If you desire experts, he is one. […] Dr Lee adds, equally crucially: ‘We risk being convinced that we have averted something that was never really going to be as severe as we feared.’ That is the heart of it. It was never going to be as bad as the panic-mongers said.”
Gerade der letzte Punkt ist relevant, wenn auch nicht originell. Man (d.h. RKI und Verbündete) wird beizeiten zurückgehende Zahlen der „Neuinfektionen“ vermelden: „Unsere Maßnahmen greifen!“ Wir werden etliche Danksagungen lesen – teils fingiert, aber häufig „authentisch“ –, wonach brave Bürger ihre Überzeugung bekennen, die Regierung habe ihre Leben gerettet. Da wir es nicht mit einem Laborexperiment und streng kontrollierten Varianzquellen zu tun haben, wird sich der Gegenbeweis niemals substantiieren lassen. Ja, der Tag 1 „nach Corona“ wäre der Tag für die Rückkehr des Politischen, aber ich befürchte, wir werden vergeblich darauf warten. Wer sich jetzt jeden kritischen Gedanken hat austreiben lassen, kommt so schnell nicht (wieder) zu Bewußtsein, wenn überhaupt. Einziger Unsicherheitsfaktor bleibt, je nach Schwere und Dauer, der unvermeidliche wirtschaftliche Einbruch.
Die Briten immerhin haben es manchmal doch besser, nicht nur dank Brexit. Ein Kommentar wie der zitierte – dessen Verfasser allerdings offenbar einem permanenten „Shitstorm“ ausgesetzt ist – könnte in keinem deutschen Massenblatt erscheinen.

Niekisch

4. April 2020 17:24

" Mitten in der liberalen Demokratie herrschen plötzlich (sogar sehr gravierende) Freiheitseinschränkungen und Grundrechtseinschnitte."

Das kann nur denjenigen überraschen, der das Verfassungssystem der BRD nicht kennt. Schon von Beginn an waren die Grundrechte durch sog. Allgemeine, als für jedermann geltende, Gesetze sogar massiv unter Verhältnismäßigkeit einschränkbar. Davon wurde immer wieder Gebrauch gemacht, z.B. während der sog. Notstandsgesetze oder bei der großen Flut in Hamburg. Mit Hierarchiefragen hat das Ganze nichts zu tun, die sind ebenfalls in der Verfassungsordnung angelegt, wie schon der Begriff "Hoheitliche Gewalt" i.S. des Staatsbegriffs anzeigt. Weder Luhmann noch Schmitt müssen dazu herangezogen werden, wobei Schmitt noch missverstanden wird, der ja den Souveränitätsbegriff n e b e n der Verfassungsordnung diskutierte. Verfassungsmäßige oder gesellschaftliche Verschiebungen zwischen den einzelnen Kräften und Gewichten rühren von Entartungen der Verfassungsanwendung wie Lobbyismus oder Gesetzentwürfe durch "Subunternehmen" her.

Es passiert momentan nur insofern etwas Besonderes, als die freiheitsbeschränkenden Maßnahmen ganz offensichtlich Übungscharakter statt Anlasscharakter besitzen.

Lumi

4. April 2020 18:25

@Lotta - Bill Gates und der Quantenpunktmumpitz, Quelle: FreieWelt.net

Da ist die FreieWelt in den Haufen getappt. Das ist Disinfo. Leichtgläubig aufgegriffen.

Die FreieWelt hat auch völlig unnötigerweise für diesen venezolanischen Guaidò gejubelt, der vom Ami unterstützt wurde und dessen Möchtegernputsch dann lächerlich gefloppt ist.

Lotta Vorbeck

4. April 2020 20:51

@Lumi - 4. April 2020 - 06:25 PM

Bill Gates und der Quantenpunktmumpitz ...

+ Keine Ahnung, wer den Quantenpunktmumpitz von wem abschreibt. Der findet sich nicht nur bei der FreienWelt.

Frage an @Lumi:
Können wir uns darauf einigen, daß eindeutige Verbindungen der Mr-&-Mrs-Gates-Stiftungen sowohl zur WHO als auch zur Charité bestehen?

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Die FreieWelt hat auch völlig unnötigerweise für diesen venezolanischen Guaidò gejubelt, der vom Ami unterstützt wurde und dessen Möchtegernputsch dann lächerlich gefloppt ist.

+ Der der mit dem Konterfei des Señor Guaidó dekorierte Möchtegernputsch ist noch nicht vollzogen, aber auch nicht wirklich aus der Welt. Momentan steht's diesbezüglich quasi unentschieden mit hauchdünnem Vorteil für den exBusfahrer Maduro.

+ Mit FreieWelt verhält es sich wie mit ScienceFiles und Watergate. Die fahren schlicht mehrgleisig.

zeitschnur

4. April 2020 22:42

@ Gracchus

Dankenswerterweise haben Sie sich ja nun in Ihrer Antwort an mich wenigstens ansatzweise um sachliche Argumente bemüht. Was mich an Ihrem Kommentar im anderen Strang störte war, dass er rein und ausschließlich ad personam ging, auch gegen @ Franz Bettinger. Das wissen Sie selbst sehr genau, aber gut: man muss sich rauswinden können ohne Gesichtsverlust! Zugestanden!
Nennen wir es doch wie wir es wollen, aber eines spürt jeder mehr oder weniger: dass hier ein ganz großes Rad im Windschatten von Illusionen einer "Seuche" gedreht wird. Mit einem wirklichen Seuchenszenario hat das alles genauso wenig zu tun wie die "Flüchtlingskrise" mit echten Flüchtlingsszenarien.
Und im einen wie im andern Fall stellt sich doch rein logisch die Frage "cui bono?" Und da liegen einige Zusammenhänge mehr als nah und sind auch keineswegs abwegig.
Im übrigen ist es normal, dass man in einer Debattenlage Optionen vornimmt. Es tut mir ja leid für Sie, wenn Sie das schwer verkraften, aber das seichte, emotionalisierte und unsachliche Gerede eines Herrn Drosten wird von mir als das entlarvt, was es ist. Die Gedanken des Herrn Dr. Streeck, den Sie mir ebenfalls vorhielten, habe ich dagegen als angemessener und bedenkenswerter beurteilt. Schon vergessen? Kann es sein, dass Sie selbst auch in der aktuellen Aufgeregtheit nur das lesen, was sich bei Ihnen aufgrund der Voreinstellungen einloggt?
Und was mein Verhältnis zur Kirche betrifft: ich bin hoffentlich - wenn auch fallibel - ein differenzierter Mensch. "Abgeschlossen" habe ich mit der Hierarchie, mit der Behauptung eines sichtbaren "Reiches Gottes" in Gestalt der Institution Kirche, nicht mit den Menschen oder der gesamten Tradition und erst recht nicht mit dem Reich Gottes in den herzen, von dem Jesus sprach. Dass die Lage wesentlich komplexer ist, weiß ich selbst wohl am allerbesten und widme dem viele Gedanken und Überlegungen. Aber alleine, dass Sie das in dieser Weise anführen, zeigt wieder Ihre ungute Neigung, ad personam zu argumentieren. Mir ging es darum, dass es noch nie geschehen ist, dass man jegliche Gottesdienste (nicht nur Hl. messen der RKK) derzeit verbietet. Ich halte das für ein apokalyptisches Zeichen.
Versuchen Sie doch bitte, ganz bei der Sache zu bleiben und sich nicht auf Ihnen im wesentlichen unbekanntes mein persönliches Leben zu beziehen. Das wäre äußerst reizend.

Franz Bettinger

4. April 2020 23:05

@Andreas Walter schreibt, er hatte dieses Jahr zwei mal einen langen Hörverlust rechtsseitig, und keine Erklärung dafür, außer womöglich eine Mittelohr-Entzündung. Und: "Der Hörverlust ist weg, weil ich so was selbst auskuriere, um meine Immunkraft zu stärken, und eh nicht gerne zu Ärzten gehe.“

Obwohl ich (selbst einer) gern vor Ärzten warne, empfehle ich bei Mittelohr-Entzündung einen Arzt aufzusuchen, denn die ist ohne Antibiotika (1) langwierig schmerzhaft und (2) komplikations-behaftet (Mastoiditis, Meningoenzephalitis, Tod). Fraglich ist, ob Sie wirklich eine Otitis media hatten. Nicht mal der Hörverlust spricht unbedingt dafür; er liegt auch und öfter vor bei einem Cerumenpfropfen plus Otitis externa; beides ist nur durch Ohrspiegelung erkennbar.

Übrigens: Wenn Sie's öfter mit den Ohren haben, legen Sie sich für 20 bis 100€ einen Ohrenspiegel zu und lassen Sie sich und ihrem Haushalt zeigen oder bringen Sie sich selbst bei, wie man das Trommelfell inspiziert. Nein, das ist nicht schwer; eben dies habe ich einigen Tauchern, Paddlern und Hochgebirgs-Sportlern, bei denen Ohrenschmerzen häufig vorkommen, beigebracht, inklusive einer kleinen Broschüre zur Interpretation von Trommelfell-Befunden. (Es gibt ja nicht viele.) In El Nido / Philippinen lief eine Zeitang das ganze Dorf zu dem deutschen Tauchlehrer Sepp, der auf dieses Art zum lokal Hero wurde. (Friede seiner Seele.)

Darum geht es aber hier nicht. Es geht um Ihre weitere Schlussfolgerung: Sie schreiben, dass Sie nun auf einem Antikörpertest hoffen, der in Ihrem Fall dann ein Ergebnis liefern würde. - Nun, das wird er, aber kein verwertbares. Wenn der Test Corona positiv liefert, heißt das nicht, dass Corona schuld an ihrem Leiden war. Ein Ak-Test auf Masern oder Borreliose (beides mit hohem Durchseuchungs-Grad in der Bevölkerung) würde wohl auch positiv anzeigen. Je mehr Teste Sie durchführen, desto höher die Chance, dass noch andere positiv ausfallen. All das beweist: gar nix. Nur wenn IgM (=Immunglobulin M) positiv wäre, was aber bei zurückliegenden Erkrankung nie der Fall ist, könnte auf einen Kausalzusammenhang geschlossen werden. All diese Prinzipien werden aber gerne von den Ärzten missachtet, denn sie "wollen" eine Diagnose auf Teufel komm raus. Die oft positiven IgG’s können Sie vergessen; das sind „Serum-Narben“, die ein Leben lang positiv bleiben und nichts zu aktuellen Erkrankungen aussagen können.

Franz Bettinger

4. April 2020 23:31

@Lotta (13:47): Die AfD möge eine Liste von bereits unter Merkel erlassenen Gesetzen veröffentlichen: "Gesetze, die die AfD abschaffen wird, sollte sie dazu vom Wähler in die Lage versetzt werden“, angefangen von den unsäglichen Maas’schen Zensur- und Ausspäh-Gesetzen. Das wäre ein Grund für viele bisher Unschlüssige, doch AfD zu wählen. Verdammt, warum nicht?! Butter bei die Fisch!

Franz Bettinger

4. April 2020 23:44

@Augustinus: Sie müssen mich mit jemand verwechseln. Ich habe nicht geschrieben: "Die Zahl der Neuinfektionen zum Zeitpunkt t+1 berechnet man…“. Das entspricht nicht meiner Denk- und Schreibweise. Ich versuche, mich (auch für den Laien) stets verständlich auszudrücken.

Lotta Vorbeck

5. April 2020 08:35

@Lumi

Bill Gates und der Quantenpunktmumpitz ...

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Indessen präzisierte der Mr. Gates seine Vorstellungen.

Geht's nach Gates, wird künftig nur noch Reisen dürfen, wer digital identifizierbar ist und wessen Impfstatus digital nachgewiesen ist.

Ob sich das dann Quantenpunktmumpitz nennt oder anders bezeichnet wird, ändert in der Sache nichts.

Und beim Reisen wird's nicht bleiben.

Die SPARDA-Bank bietet aktuell bereits Kredite in Verbindung mit einem RFID-Chip an. Im Klartext: Der Kreditnehmer muß sich chippen lassen.

Vor geraumer Zeit offerierte Disney-Land in Gods own Country ein Kontingent Jahreskarten, verbunden mit der Auflage sich einen RFID-Chip in die Hand implantieren zu lassen. Diese Jahreskarten waren binnen Stunden ausverkauft. Seitens Disney-Land hatte man die Nachfrage unterschätzt.

Damit die Leute den Rest ihrer Freiheit fröhlich wegwerfen, braucht's dieser Tage offenbar nicht mal mehr Glasperlen und Feuerwasser.

Lumi

5. April 2020 09:35

@Lotta um 20:51 - Ich bezweifle nicht, daß die WHO nur noch eine Schale für die Plutokratie in Gestalt der Gates Stiftung ist. Aber daß nun eine Art Chip implantiert würde, diese Idee entstammt der dystopischen Fiktion. Und wenn irgendwo von Quanten die Rede ist, muß sofort das rote Lämpchen des Mumpitzdetektors angehen.

Und sicherlich wissen Sie, daß ein Busfahrer jeden Arbeitstag ganz real Verantwortung für das Leben vieler Menschen trägt. Ganz im Gegensatz zu praktisch allen Büroberufen.

Lumi

5. April 2020 10:23

@zeitschnur um 14:59 - » Warum glauben die meisten Menschen, es sei keine Form der Unterdrückung, wenn sie von einer übergeordneten "Autorität" beherrscht werden? «

Weil die meisten Menschen Herdentiere sind. Sie wollen gar nicht frei sein.

Meine zeitweilige Stiefschwester hatte zwei Meerschweinchen, Napoleon und Estragon hießen sie glaubich. Sie waren im Käfig unter der Wendeltreppe im großen Wohnzimmer. Ab und zu nahmen wir sie raus und setzten sie in irgendeine andere Ecke des Wozi. Unweigerlich begannen sie nach kurzem Herumschnüffeln den zielstrebigen Marsch zurück in den Käfig.

Damit will ich übrigens nicht behaupten, daß Meerschweinchen Herdentiere seien. Aber auch das Meerschweinchen hat seine Sicht der Dinge. Und Tiervergleiche können instruktiv sein. :]

Den Clip von Gunnar Kaiser schau ich mir vielleicht später an. Jetzt muß ich erst mal raus.

Franz Bettinger

5. April 2020 15:48

@Augustinus (15:30): Sie müssen mich mit jemandem verwechseln. Ich habe nicht geschrieben: "Die Zahl der Neuinfektionen zum Zeitpunkt t+1…“. Das entspricht nicht meiner Denk- und Schreibweise. Ich versuche, mich (auch für den Laien) stets verständlich auszudrücken. - Sollten Sie, @Augustinus, weiterhin glauben, ich hätte dies (unter
https://sezession.de/62396/coronavirus-11-handeln-unter-unsicherheit#kommentare) geschrieben, dann geben Sie bitte die die Uhrzeit an, so dass jeder Ihre Falschmeldung verifizieren kann.

Ich hoffe, die Redaktion stellt meinen Widerspruch diesmal frei. Vor kurzem war dies nicht der Fall.

Monika

5. April 2020 19:56

Uff, ich vermisse wirklich RASKOLNIKOW !
Wo der wohl ist ?

Gerald

5. April 2020 22:07

Liebe Zeitschnur. Bitte verbessern Sie mich – ich habe den Eindruck, Sie lesen aus der Heiligen Schrift eine Göttlichkeit im Menschen bzw. Gott hebt den Menschen auf seine Stufe. Warum sollte er das tun? Weil er es kann? Im Moment hat die Menschheit, jedenfalls unsere Sphäre, Angst vor einem womöglich tötlichen Virus. Ist das göttlich? Wenn der Mensch jemals göttliche Natur hatte – spätestens durch das Leid und das Elend, welches er sich, seinem Nächsten und der Natur antut, disqualifizierte er sich selbst. Wir sind dermassen abhängig, sei es von den Umständen, von den Elementen, von allem. Wir machen uns oft kein Begriff davon, weil Gott langmütig ist; er lässt die Sonne scheinen und es regnen „über gute und böse Menschen“. Wir brauchen ja nur mal mit dem falschen Fuß aufstehen und vorbei ist es mit unserer Herrlichkeit.

Wenn Gott auch nur im Ansatz ist, wie er als Gott sein muss – vollkommen, rein, heilig; das alles potenziert durch seine Macht, dann wird eine Begegnung von uns Elenden mit ihm stets furchtbar für uns ausgehen. In der Schrift lesen wir von einigen diesen Begegnungen, wo Gott sich Menschen zeigte, und sei es nur durch Engel. Und bis auf wenige Ausnahmen reagierten die Menschen mit panischem Entsetzen bis kurz vor dem Vergehen. Man kann jeden nur selig preisen, welchen der Mittler Jesus dann zuspricht: „Fürchte dich nicht, du bist mein.“

Franz Bettinger

6. April 2020 08:27

@Zeitschnur: Danke für diesen schönen Satz: "Mit einer wirklichen Seuche hat Corona so wenig zu tun wie die Flüchtlingskrise mit echten Flüchtlingen.“ Und auch dafür: "Gottesdienste und Beerdigungen zu verbieten, halte ich für ein Zeichen der Apokalypse.“ (Verzeihen Sie mir meine kleinen Satzveränderungen.)

zeitschnur

6. April 2020 10:50

@ Gerald

Nur zu Ihrer Beruhigung: ich denke nicht, dass der Mensch in seinem gegenwärtigen Zustand auch nur entfernt seine ursprüngliche Potenz "im Bild" und "in der Gestalt Gottes" zu sein, erfüllen kann. Er hat das tief verwundet. Traditionell nennt man es "Sündenfall".
Ich sprach davon, dass Gott Jesus als den Menschensohn erhoben hat zu sich. Aber dieser Menschensohn ist der "Weg, die Wahrheit und das Leben" und "niemand kommt zum Vater als durch ihn". Daraus folgt: es ist und bleibt die Bestimmung des Menschen, göttlicher Natur zu sein, aber er erreicht die Erfüllung dieser Bestimmung nur durch die "Erlösung" in Jesus Christus, dem Menschensohn. Man sagte oft auch traditionell, Jesus habe "den Weg wieder frei gemacht". Ich glaube, Gott hat den Weg wieder frei gemacht durch Jesus, und das Wesentliche ist, dass Gott diesen Jesus auferweckt hat. So jedenfalls erklärt es auch Paulus. Die Auferweckung ist die eigentliche Erlösung, die durch den Christus für alle zugänglich wird, die es wollen und annehmen. Da wir uns in der Karwoche befinden und in einer Woche diese Auferweckung feiern, darf ich das hier sicher etwas themenfremd noch anfügen.
Vielleicht ist es aber gar nicht so themenfremd - das "Corona"-Virus hat einen eigentümlichen Namen und setzt uns derzeit gerade so etwas wie eine höhnische Dornenkrone auf, ich würde mich nicht wundern, wenn das auch intendiert ist. Im neueren Strang weise ich drauf hin, dass immer mehr ans Tageslicht kommt, wie sehr wir mit dem Handeln der Regierung und des RKI verhöhnt und verschaukelt werden, und diese würdelose Art des Sterbens, die man anhand dieser LästerCorona oktroyiert, hat durchaus einen hauch der Kar-Ereignisse.

Cugel

6. April 2020 16:55

@Gerald
"Wenn Gott auch nur im Ansatz ist, wie er als Gott sein muss – vollkommen, rein, heilig; das alles potenziert durch seine Macht, dann wird eine Begegnung von uns Elenden mit ihm stets furchtbar für uns ausgehen."

Wenn es Gott gibt, dann ist er wohl für uns unbegreiflich. Wie realistisch wird dann unsere Vorstellung von ihm sein? Die Herdenschafe lassen ihn sich vom Pfaffen malen, die liberalen kritzeln ihn sich selber, mit dem Vorteil künstlerischer Freiheit.

Daß die Schließung der Kirchen auf nennenswerten Widerstand weder der Schäfchen noch ihrer Hirten trifft, indiziert den Stellenwert der Institution Kirche in der offenen Gesellschaft, und es beweist einmal mehr, daß die Heilige Mutter ein Sauhaufen ist (als ob es dessen nach Menschenschlepperkähnen als Altären noch bedurft hätte). Wozu braucht überhaupt der Christ ein Gotteshaus? Ist der Allmächtige (nur) dort anzutreffen? Allenfalls kommen dort Gleichgesinnte zusammen, nach Nikolaikirche sieht's dabei eher nicht aus.

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