5. April 2020

Sonntagsheld (143) – Göttlicher Wind

Till-Lucas Wessels / 27 Kommentare

Größer als der Tod noch ist das Sterben

Till-Lucas Wessels

Till-Lucas Wessels studiert und ist identitärer Aktivist sowie »Minenhund für zukünftig Zumutbares«.

Zum Gefallenengedenken hatte ich und (habe ich eigentlich bis heute) ein zwiegespaltenes Verhältnis. Zu präsent sind mir die bierseligen Kneipreden jener bräsigen Brillenträger, die zwar von jedem Weltkriegspiloten die Anzahl der Luftsiege kennen, aber nicht wissen, wie man einen linken Haken schlägt. An der Seite dieser Leute rangiert auch das mehr oder weniger offizielle Gedenken (etwa am Volkstrauertag) irgendwo zwischen schamhaft erfüllter Pflicht und Schützenverein.

Am ehesten fühle ich mich noch wohl bei den Fackelzügen der Korporationen; aber so wie ein Glas Bier durchaus geeignet sein kann, das Herz für die Weihe des Appells zu öffnen, so sind fünf oder sechs davon eine sicherer Garant dafür, daß der Gleichschritt im Marsch komplett vor die Hunde geht. Und so gerät das große Ritual zur Ehre der Helden zur wackeligen Totentanzstunde im Angesicht der Fackelschalen.

Vor 75 Jahren, am 4. April 1945 fiel der Luftwaffenpilot Heinrich Ehrler im Alter von 27 Jahren in der Nähe von Stendal. Er starb bei der Attacke auf eine Formation amerikanische B-24-Bomber, die ihre tödliche Fracht über Gera, Leipzig und Halle abgeworfen hatte und sich nun auf dem Rückflug befand. Zum Zeitpunkt seines Todes war er Major, ihm wurden über 200 bestätigte Feindabschüsse zugeschrieben.

Indes ist es nicht die stattliche Anzahl von Abschüssen, die mir im Gedächtnis blieb, als ich vor einigen Jahren zum ersten Mal von Heinrich Ehrler las. Es waren seine letzten Worte, die sowohl von der britischen Funküberwachung, als auch von seiner deutschen Leitstelle überliefert wurden: “Theo, Heinrich hier! Habe zwei Bomber abgeschossen; Munition ist alle. Ich ramme jetzt. Auf Wiedersehen, sehen uns in Walhalla!”

Das ist Kriegertum; das ist so kalt und wild, so gewaltig und gewalttätig, daß es einem die Sprache verschlägt. Und es gehört zur Tragik der großen Kriege, daß sie eine ganze Generation lang solche abenteuerliche Herzen wie das von Heinrich Ehrler und unzähligen anderen durch die Knochenmühlen und Höllenmaschinen trieben und so den Heldentod – ich schrieb darüber hier schonmal – zur Massenware abfertigten.

Gestern dann erreichte mich die Nachricht, daß sich Ehrlers Tod 2020 zum 75. Mal jährt und wieder waren es diese letzten Worte, mich gefangennahmen für diesen jungen Mann, der bei seinem Tod kaum ein Jahr älter war, als ich es jetzt bin: "Munition ist alle. Ich ramme jetzt. Auf Wiedersehen, sehen uns in Walhalla!” - Ein Teufelskerl.

Daß Ehrler nicht ganz in Vergessenheit geraten ist, daß haben wir nicht zuletzt dem Vermißtenforscher Uwe Benkel zu verdanken, der gemeinsam mit einer Handvoll Mitstreiter seit über dreißig Jahren anhand von Aufzeichnungen, Funksprüchen und Zeugenberichten verschollene Kriegsgefallene ausfindig macht. Er entdeckte vor wenigen Jahren Teile des Wracks von Ehrlers Maschine und konnte so auch seine sterblichen Überreste ausfindig machen.

Man kann nun viel darüber nachgrübeln, wie man so einem Tod gerecht wird. Ein würdiges Gedenken, so meine ich, muß heute geheim sein. Es findet statt auf kleinen Waldlichtungen, wo sich wenige im feierlichen Kreis versammelt haben, es findet statt in einem Lächeln vor den Denkmälern vor denen bis heute frische Blumen blühen. Vor allem aber findet es statt in der Tat. Und wenn mich das nächste Mal jemand fragt, wie die Deutschen sind, dann werde ich ihm die letzten Worte von Heinrich Ehrler zeigen und sagen: Auch anders, ja. Aber eben auch so.


Till-Lucas Wessels

Till-Lucas Wessels studiert und ist identitärer Aktivist sowie »Minenhund für zukünftig Zumutbares«.


Kommentare (27)

Republikfluechtling

6. April 2020 00:43

Danke - Fürwahr, eine würdige Wahl und wunderschön geschrieben. Tot ist nur, wer vergessen wird.

Ein gebuertiger Hesse

6. April 2020 08:37

Bestechend schöner und packender Text. Der letzte Absatz ist was zum übers innere Bett hängen.

Franz Bettinger

6. April 2020 08:39

Was für einen Substanzverlust die Deutschen in WW2 erlitten! Vom Charakter und Bewusstsein der Generation unserer Väter ist heute kaum noch was übrig, scheint mir.

Sandstein

6. April 2020 09:47

Ein gebuertiger Hesse
6. April 2020 08:37

Bestechend schöner und packender Text. Der letzte Absatz ist was zum übers innere Bett hängen.

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Ja, danke, das sehe ich auch so. Ihr (mir bekannter) bester Text!

Andreas Walter

6. April 2020 10:22

Viele Verletzte, Tote, Helden und Märtyrer sind die Folge schlechter Generäle.

Franz Bettinger

6. April 2020 10:22

Nur so ein Gedanke: @Warum glauben wir an den Tiefen Staat?
Weil wir nicht glauben können, dass normale Menschen (wie Merkel und Junker) so perfide, so skrupellos, ja böse sein könnten, all das Unglück über ihre Völker zu bringen. Wir halten eine solche Kaltherzigkeit und Schamlosigkeit für unvereinbar mit einer normalen Psyche - und normal kommen sie uns ja irgendwie vor, die Politiker. Also halten wir sie für Marionetten, die nicht verantwortlich sind für ihre Taten. Wir entschuldigen diese Typen quasi. Oder?

Ein gebuertiger Hesse

6. April 2020 10:28

@ Franz Bettinger
"Was für einen Substanzverlust die Deutschen in WW2 erlitten! Vom Charakter und Bewusstsein der Generation unserer Väter ist heute kaum noch was übrig, scheint mir."

Ja, wie viele der Besten unseres Landes sind damals auf der Strecke geblieben? Männer, die wir nie gekannt haben und die uns von dem, was in ihnen steckte, nie etwas mitgeben konnten? Im WW2 sind wir im übergeordnet-kollektiven Sinn zu Vaterlosen geworden. Was uns bleibt, ist dieses Potential über Umwege in uns selbst zu finden. Schon deshalb ist die neue Rechte so wichtig, da sie uns bei dieser Bekanntwerdung mit dem stets Vermißten an die Hand nimmt. Denn dieser Händedruck des Vaters oder Großvaters, der mit uns in jungen Jahren gen Sonnenuntergang geht und erzählt, wie es mit Gott, den Frauen und dem Krieg so ist, ist das, was uns am meisten fehlt.

quarz

6. April 2020 11:06

Ich störe die Eintracht im Pathos nur ungern, aber. Ein Gutteil dessen, was in solchem Verhalten zum Ausdruck kommt, ist schlicht der Drang nach Grenzerfahrung, den risikoaffine junge Männer in Kriegszeiten eben nicht in Extremsportarten oder illegalen Autorennen ausleben, sondern im bewaffneten Kampf. Das mag man in ästhetischer Hinsicht als „kaltes Kriegertum“ bewundern. Zum Heldentum wird es aber erst dann, wenn es sich vor dem Hintergrund moralischer Reflexion abspielt, aus der der Handelnde sein Handeln ableitet. Und vielleicht sogar umso mehr, je weniger solch entschlossenes Verhalten eigentlich dem persönlichen Naturell oder auch dem altersbedingten Testosteronspiegel des Handelnden entspricht. Ich weiß nicht, ob und inwiefern eine derartige Einbettung in ein entwickeltes Bewusstsein des rechten Handeln beim heutigen Sonntagshelden eine Rolle gespielt hat. Jedenfalls aber: wenn dieses außer Acht gelassen wird, missrät die Lobrede zum peergroupsolidarischen Pendant der Kneipreden alter Brillenträger, woran auch die aktuell größere körperliche Fitness der Lobredner nichts ändert.

Franz Bettinger

6. April 2020 11:08

@Hesse: sehr schön, Ihre Worte!

Klaus P Kurz

6. April 2020 12:00

@ Till Lucas-Wessels:
" Und wenn mich das nächste Mal jemand fragt, wie die Deutschen sind, dann werde ich ihm die letzten Worte von Heinrich Ehrler zeigen und sagen: Auch anders, ja. Aber eben auch so. "
Dazu habe ich bereits etwas an anderer Stelle, im Zusammenhang mit Großadmiral Doenitz, gesagt:
Eigentlich muß es heißen: "wie die Deutschen waren," nicht wie sie sind, denn so wie Heinrich Ehrler zu sein, d.h. sich und sein Leben in den Dienst seiner Volksgemeinschaft zu stellen, mit allem was dazu gehoert, das ist verloren gegangen. Unwiederbringlich. Heutige, junge Deutsche glotzen verständnislos, belächeln vielleicht oder winken verächtlich ab, wenn sie davon hoeren.
Es ist vorbei.
Und nochmals Ernst Jünger dazu: (Entschuldigung für die Unterbrechung des Badeschlusses):
"Wir können heute nicht mehr die Märtyrer verstehen die sich in die Arena warfen, ekstatisch schon über alles Menschliche, über jede Anwandlung von Schmerz und Furcht hinaus. Der Glaube besitzt heute nicht mehr lebendige Kraft. Wenn man dereinst auch nicht mehr verstehen wird, wie ein Mann für sein Land das Leben geben konnte, und diese Zeit wird kommen, dann ist es vorbei, dann ist die Idee des Vaterlandes tot und dann wird man uns vielleicht beneiden, wie wir jene Heiligen beneiden, um ihre innerliche und unwiderstehliche Kraft. Denn alle diese großen und feierlichen Ideen blühen aus einem Bewußtsein heraus, das im Blute liegt und das nicht zu erzwingen ist. Im kalten Licht des bloßen Verstandes wird alles der Nutzbarkeit unterworfen, verächtlich und fahl. Uns war es noch vergönnt in den unsichtbaren Strahlen großer Gefühle zu leben. Das bleibt unser unschätzbarer Gewinn. Aber nun wird es aus sein, wenn auch dies noch dahin ist.“
Nichts weiter bleibt hinzuzufügen.

Glast

6. April 2020 12:01

Ich habe eine Gänsehaut am ganzen Körper.

Franz Bettinger

6. April 2020 12:45

@quarz: Ich meine, das Denken steht der heldischen Tat eher im Weg. Wenn ich beim Paddeln zu denken anfing, war’s aus. Angst setzte ein und schlechtes Paddeln. Oft endete es mit mir im Wasser.

Der_Juergen

6. April 2020 13:32

Aufrüttelnder Text. Danke, Herr Wessels!

Monika

6. April 2020 14:09

Der beste Freund meines Vaters ( Jg. 1926) , Werner Knapp, ( Fahnenjunker, Gefreiter der Luftwaffe), starb mit 18 Jahren „den Fliegertod über der Heimat“, wie es auf dem Grabkreuz stand. Das geschah am 26.6.1944. Er wurde von den Engländern abgeschossen. Sein Foto hing bei uns an der Wand. Ein gutaussehender junger Mann mit Haartolle. Und sanftem Blick. Wir besuchten jährlich sein Grab in Frankfurt-Schwanheim.

Mich erschütterte es als Kind jedesmal, wenn ich meinen Vater weinen sah. Werner Knapp wollte als Katholik sicher nicht in die Walhalla eingehen, aber den Heldentod fürs Vaterland zu sterben, war er bereit. Seine Mutter ist an seinem „Heldentod“ zerbrochen.

@ Quarz
Danke, dass Sie die Eintracht im Pathos stören. In Josef Pieper VOM SINN DER TAPFERKEIT liest man Nachdenkliches über den Heldentod:
Pieper unterscheidet die Tapferkeit als sittliche Grundhaltung von der soldatischen Tüchtigkeit. Er zitiert den heiligen Thomas:
„Vielleicht sind die weniger Tapferen die besseren Soldaten“. Und folgert: „Freilich ist das „vielleicht“ zu betonen. Einerseits nämlich, so scheint es, machen vitaler Mut, Draufgängertum und Angriffsgeist den geborenen Kömpfer. Anderseits aber ist die Hingabe des eigenen Lebens, die in der gerechten Verteidigung der Gemeinschaft gefordert werden kann, dennoch kaum erwartbar ohne die sittliche Tugend der Tapferkeit.“

Dies auszuführen, ginge hier zu weit. Mir steht kein Urteil zu. Jedenfalls hätte ich den besten Freund meines Vaters gerne kennenlernen wollen.

quarz

6. April 2020 14:14

@Bettinger

"Ich meine, das Denken steht der heldischen Tat eher im Weg."

Denken mag (wie mitunter auch das Gegenteil: die Gedankenlosigkeit) in manchen Situationen der Effizienz der Tat im Weg stehen, ich habe aber nicht ihre Effizienz beurteilt, sondern ihren heldenhaften Charakter. Ihn habe ich wesensmäßig mit einer moralischen Motivation in Verbindung gebracht.

Und diese Motivation bzw. die ihr zugrunde liegende Reflexion ist ohnehin nichts, was in der akuten Dramatik einer Handlungssituation erst entsteht (und somit einen effizienzstörenden Denkprozess in Gang setzt), sondern das Ergebnis einer vorab entwickelten Einstellung, auf die im Anlassfall zurückgegriffen wird.

Gotlandfahrer

6. April 2020 14:30

Herr Wessels, herzlichen Dank!

Maiordomus

6. April 2020 15:10

@Monika. Sie haben alles Wesentliche gesagt, irgendwie ist damit der Beitrag von Wessels in mindestens gleichem Ausmass relativiert wie bestätigt. Die Tapferkeit, die heute vonnöten wäre, ist eine von der anderen Sorte, jenseits von dieser Art Heroismus, der seine Zeit mal gehabt haben dürfte. Siehe noch das Jüngerzitat bei @Kurz. Vor etwa 45 Jahren setzte ich mich mit Jüngers Satz aus dem "Kampf als inneres Erlebnis" auseinander: "Gewiss wird ein Kampf durch seine Sache geheiligt: noch mehr aber wird eine Sache durch Kampf geheiligt." Dem steht der Satz des heiligen Thomas gegenüber: "Das Lob der Tapferkeit hängt von der Gerechtigkeit ab."

quarz

6. April 2020 15:24

@Monika

Freilich schwingt im Begriff des Helden oft auch ein gewisser Übermut mit, der das rechte Maß verfehlt. Das haben wir beim „jugendlichen Helden“ im Theater genauso wie beim sagenhaften Siegfried oder bei C. G. Jungs archetypischem Helden. Und auch dass der Begriff erst in jüngerer Vergangenheit mit ursprünglich nicht vorhandenen Attributen moralisch weiter aufgeladen wurde, räume ich ein. Der „Held der Arbeit“ ist ein Beispiel, „Humanitäre Helden“ ein weiteres. Wahrscheinlich wurde auch schon von „Umwelthelden“ oder „Klimahelden“ geschrieben. Dennoch bleibe ich bei der Behauptung (und stimme hierin Pieper zu), dass ein gewisses Maß an motivierender Überzeugung, einer guten Sache zu dienen, seit jeher konstitutives Begriffsmerkmal von „Held“ war. Reines Draufgängertum genügt genauso wenig wie mit Kaltblütigkeit gepaarte Effizienz. Da kann jeder für sich Beispiele finden.

Noch ein Hesse

6. April 2020 15:30

@ Franz Bettinger: "Nur so ein Gedanke: @Warum glauben wir an den Tiefen Staat?
Weil wir nicht glauben können, dass normale Menschen (wie Merkel und Junker) so perfide, so skrupellos, ja böse sein könnten, all das Unglück über ihre Völker zu bringen."

Natürlich kann ich hier nur für mich sprechen - ich jedenfalls kann mir das auch bei Merkel und Juncker im Prinzip durchaus vorstellen, sehe allerdings kein Motiv. Vor allem Merkel halte ich weitgehend für ferngesteuert, weil sie das a) ja immer wieder quasi offen zugibt ("nu sin se nu mal hier") und b) weil ich nicht sehe, was sie persönlich von dem Unglück hat, das sie über Deutschland bringt (oder zumindest zulässt). Schauen Sie dieser Frau in die Augen und Sie sehen - nichts. Genau. Zur Kabale des "Tiefen Staats" gehören aber auch Menschen mit ganz anderen Abgründen und echter Bosheit.

Marc_Aurel

6. April 2020 15:42

Der Tod Heinrich Ehrlers war zweifelsohne heroisch, die Frage, die sich allerdings stellt: warum tat er das?

Es ist beim deutschen Militär nicht üblich das eigene Leben, nur um des heldenhaften Endes wegen, (fast nutzlos) wegzuwerfen, ganz einfach auch deshalb nicht, weil es nicht effektiv ist. Die aufwendige Ausbildung, gerade bei Piloten, wird ja nicht betrieben, um schnellstmöglich das Zeitliche zu segnen, sondern der Tod soll möglichst lange und erfolgreich vermieden und stattdessen in die feindlichen Reihen getragen werden. In Ausnahmesituationen kann der Selbstmordangriff das Mittel der Wahl sein, wenn der Wert des Zieles es rechtfertigt, etwa dann, wenn Ehrler die Enola Gay vor sich gehabt hätte.

Aber wegen einer B-24? Einem erfahrenem Piloten wie ihm, wäre es in künftigen Einsätzen vielleicht gelungen bis Kriegsende weitere 20 dieser Bomber abzuschießen. Ein Mann mit 200 Abschüssen wird normalerweise auch genauso gedacht haben, unterstelle ich.

Möglichweise hat die Sache etwas mit dem 12. November 1944 zu tun und der Tirpitz, wenn der Wikipedia-Eintrag stimmt, wovon ich ausgehe, ohne es geprüft zu haben. Aufgrund dieser Sache wollte er sehr wahrscheinlich ganz bewusst im Feld bleiben.

RMH

6. April 2020 15:58

Wenn man sich den Lebenslauf des Helden ansieht, dann sehe ich da eine sehr große Portion Verzweiflung. Man sitzt in der ultimativen Jagdmaschine seiner Zeit, hat immer sein Bestes gegeben, wurde verurteilt, der Krieg geht trotz allem Einsatzes verloren und dann geht auch noch die Munition aus.

Keine Ahnung, ob der Held bereits Familienvater war. Die Familienväter hätten wohl eher versucht, die Mühle irgendwo wieder sicher runter zu bekommen (die meisten ME 262 wurden beim Start und der Landung abgeschossen).

Andreas Walter

6. April 2020 16:41

Deutsche Heldengeschichten hin oder her, die meisten Deutschen sind entweder brave Untertanen und zahlen oder sind furchtsame linke Häschen und Snowflakes:

https://www.welt.de/regionales/thueringen/article207058635/Corona-in-Jena-Thueringen-Masken-Tuecher-oder-Schals-sind-jetzt-Pflicht.html

Ganz im Gegensatz zu denen die sie glauben retten zu müssen (denen geht nämlich auch Corona völlig am A. vorbei):

https://www.journalistenwatch.com/2020/04/06/kein-verstaendnis-quarantaene/

https://philosophia-perennis.com/2020/04/06/allahu-akbar-trotz-corona-video-aus-berlin-neukoelln-nun-wieder-online/

Die endgültige Zerstörung und Nivellierung (Schleifung) Deutschlands läuft daher planmässig, wird durch Corona jetzt sogar noch beschleunigt. Da hilft jetzt auch kein Rammen mehr, das hat schon 1945 nichts mehr genützt.

Den Tatsachen aber in die Augen blicken können eben, wollen Romantiker, Träumer nicht. Ein Teufelskreis.

Gelddrucker

6. April 2020 16:57

@Franz Bettinger:
Glauben sie, die sind perfide, so skrupellos, ja böse?

Ich halte die nur für extrem fehlgeleitet. Der SPD-Chef hier im Ort verfolgt die gleichen Zeile. Ich kenne ihn, nicht gut, aber über Ecken. Böse ist er nicht, er glaubt Gutes zu tun. Was er Millionen Deutschen antut, versteht er nicht. Ist er böse?

Niekisch

6. April 2020 18:03

Ein bewegender Artikel. Dabei wissen wir nicht, was den Rammjäger Ehrler letztlich zu seiner Entscheidung gebracht hat, zu rammen statt abzudrehen. Als erfahrener und höchst erfolgreicher Pilot war er wohl zu beidem in der Lage. Vermutlich war es die im Endkampf 4 Wochen vor Kriegsende aufkommende Verbitterung, trotz allen Einsatzes letztlich erfolglos zu kämpfen. Er dachte wohl: "D e n nehme ich noch mit. Hoffte dabei vielleicht, noch mit dem Schirm abspringen zu können. Wir wissen es ebenso wenig wie bei seiner Schwester, dem "Soldaten mit den roten Ohrringen", von dem Tony Vaccaro berichtete: https://diskuswerfer.wordpress.com/2012/11/15/der-soldat-mit-den-roten-haaren-zum-bevorstehenden-volkstrauertag/

Seneca

6. April 2020 19:55

@quarz: ich stimme Ihnen zu. Ein sinnloser Rachetod 35 Tage vor der absehbaren Kapitulation. Sinn hätte „Rammen bis Walhalla“ nur auf dem Hinweg der Bomber vor dem Abwurf gemacht. So hätten nur viele kleine Ehrlers in späteren Jahren einen wirklichen Sinn ergeben. Vielleicht wäre so ein neuer Arminius oder Bismarck geboren worden. Nein, dieser Sonntagsgedanken ist völlig fehl geleitet. Die Deutschen waren und sind dramatisch fehl geleitet in diesen wie in jenen Tagen.

Nordlicht

6. April 2020 20:01

@ Gelddrucker

Sehe ich auch so. Die maßgeblichen Ursachen für schändliche Daten in der Politik sind Opportunismus und Dummheit.

Madame fürchtete Sept. 2015 einen Shitstorm, wie sie ihn nach einem Fernsehauftritt und einer weinenden Migrantenkind bekam. Ab dann hat sie alle vorigen Meinungen zum Thema über Bord geworfen und sich mit der rot-grünen Jounaille sowie mit den Kirchenpolitikern verbündet.

Und die sog. Energiewende, vor allem das EEG und die Quoten für sog. "Erneuerbare Energien" sind der Dummheit der Mehrheit im Politikbtrieb und der Geldgier einer kleinen Gruppe mit Durchblick geschuldet.

Natürlich ziehen Soros un viele Andere auch Strippen, aber deren Geschick besteht darin, über NGOs und div. "Institute" eine Mehrheit für das scheinbar Notwendig, sachlich Richtige herzustellen. Daran glauben dann die Damen und Herren Abgeordnete. Und darüber sitzt die Oberopportunistin.

Kontrolle durch Volksvertreter findet da facto nicht mehr statt. Das Parteiensystem hat die Abgeordneten enteiert.

Götz Kubitschek

6. April 2020 20:30

schon beeindruckend, wie mancher unserer kommentatoren alles zu einer seiner kleinen all-gemeinheiten umdeutet. wessels hat doch alles gesagt: wie sind die deutschen? auch anders, ja. aber auch so.

man möchte ergänzen, damit es der letzte kapiert: je nach lage, situation, charakter, erlebtem, lebenserwartung, tagesform, impulsivität undsoweiter.

und schluß. schade.

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