21. April 2020

Corona: Amateurfehler und das Vertrauen in Experten

Johannes Poensgen / 45 Kommentare

Vor einiger Zeit schrieb ich auf diesem Blog über Entscheidungen unter Unsicherheit in der Coronakrise.

Johannes Konstantin Poensgen

Johannes Konstantin Poensgen studiert Politikwissenschaft und Geschichte.

Kürzlich stieß ich dann auf diesen Artikel von Tom Chivers, der mir das Dilemma zwischen der Schwierigkeit mündiger Selbstinformation und dem Vertrauensproblem gegenüber Experten vor Augen führte.

Der Artikel behandelt die Bedeutung des Satzes von Bayes für Coronatests mit Fehlerquote. Der Satz von Bayes beschreibt die Wahrscheinlichkeit eines Ereignisses A unter der Bedingung eines eingetretenen Ereignisses B. Also: Wie wahrscheinlich ist A, wenn B eingetreten ist. Dies wird für gewöhnlich mit einem senkrechten Strich „|“ notiert. Die Wahrscheinlichkeit von A bei Beobachtung von B notiert man also: p(A|B).

Der Satz von Bayes lautet:

Quintessenz für Corona: Wird eine Person mit einem fehleranfälligen Test getestet und der Test fällt positiv aus, dann ist die Wahrscheinlichkeit für eine Infektion nicht mit der Genauigkeit des Tests identisch. Jene kann man erst ermitteln, wenn man zusätzlich die a priori Wahrscheinlichkeit einer Infektion kennt. Das wäre in diesem Fall der Anteil der Infizierten an der Bevölkerung.

Um das zu verdeutlichen, ein Rechenbeispiel für die Wahrscheinlichkeit einer Infektion bei positivem Test anhand der Werte, die Chivers in seinem Artikel verwendet. Er geht von einer Testgenauigkeit von 95% aus und einem Anteil von 3% Infizierter an der Bevölkerung (Der Artikel ist vom 7. April).

Das bedeutet: p(B|A) entspricht der Testgenauigkeit, ist also 0,95. p(A) entspricht dem Anteil der Infizierten an der Bevölkerung ist also 0,03. p(B), die a priori Wahrscheinlichkeit eines positiven Tests, ist ein klein wenig komplizierter. Es entspricht der Wahrscheinlichkeit eines positiven Tests bei einem Infizierten mal dem Anteil der Infizierten (0,95*0,03) plus der Wahrscheinlichkeit eines positiven Tests bei einem Nichtinfizierten mal dem Anteil der Nichtinfizierten an der Bevölkerung (0,05*0,97). Die Wahrscheinlichkeit einer Infektion bei positivem Test ist also 0,95* 0,03/(0,05*0,97+0,95*0,03) = 0,3701.

37%, obwohl die Testgenauigkeit 95% betrug. Das heißt umgekehrt: Wenn man bei 3% Infizierten die gesamte Bevölkerung mit Testkits testet, die zu 95% richtig liegen, dann wird man zu 63% Nichtinfizierte positiv testen. Bei verschwindend geringen Infektionszahlen des Virus, zu Beginn der Verbreitung, würde man ein Zwanzigstel des Landes in Quarantäne stecken müssen, um eine Handvoll Infizierter zu erwischen. Und bald darauf ein Zwanzigstel der Übriggebliebenen, weil ja auch einige Infizierte durch die Lappen gegangen sind.

Für die Bewertung politischen Handelns in der Coronakrise bedeutet dies zweierlei: Erstens war die Entscheidung, zu Beginn keine Massentests durchzuführen, sondern nur zu testen, wenn Symptome vorlagen oder Kontakt zu einem Infizierten bestand (wodurch die a priori Wahrscheinlichkeit einer Infektion drastisch erhöht wird) durchaus zu rechtfertigen. Ein endgültiges Urteil will ich hier nicht abgeben.

Zweitens, darum geht es Tom Chivers vor allem, ist die Idee, Immunitätsausweise zu verteilen, um Personen wieder auf die Straße zu lassen, die bereits eine Immunität erworben haben, gefährlich, wenn am Ende die meisten positiven Tests auf Testfehlern beruhen.

Ich möchte hier jetzt aber nicht weiter über die Auswirkung dieses Sachverhaltes auf die Coronakrise laiensimpeln sondern etwas Grundsätzliches behandeln.

Als ich über Entscheidungen unter Unsicherheit in der Coronakrise schrieb, da war mir prinzipiell sowohl der Satz von Bayes, als auch die Tatsache bekannt, daß die massenhaft durchführbaren Coronatests eine Fehlerquote haben. Trotzdem habe ich nicht eine Sekunde an den oben erklärten Zusammenhang gedacht.

Das war ein Amateurfehler. Der Fehler von jemandem der, wie ich mir einbilde, durchaus in der Lage ist, die Problematiken eines ihm neuen Gebiets zu verstehen, aber nicht über die Sicherheit im Umgang verfügt, um mögliche Fehlerquellen zuverlässig zu erkennen. Das ist eine Fähigkeit, die sich erst mit der Erfahrung auf einem Forschungsgebiet einstellt, die man über Jahre, nicht über Tage erwirbt. Sie beruht auf einer Kombination von Routine und auswendig gelerntem Wissen.

Die Vorstellung, man müsse in Zeiten des Internets nur recherchieren können und über eine gewisse Intelligenz verfügen, dann könne man sich zu allem eine informierte Meinung bilden, ist nicht so falsch, daß das Gegenteil wahr wäre. Aber diese Wikipediaideologie steht unter der großen Einschränkung, daß der Laie sehr leicht einen, oder mehr als einen wichtigen Faktor übersehen kann. Ausdrücklich gilt dies nicht nur für die mathematisierten Wissenschaften. Mathematik ist bloß streng genug, daß sie einem unabweislich einen Fehler aufzeigt, wo man anderswo noch darauf beharren könnte, eine Meinung zu vertreten.

Dieses Problem stellt das Ideal des mündigen Bürgers prinzipiell infrage. Zumal selbst Medien mit Qualitätsanspruch nicht willens und wohl auch nicht in der Lage sind, brauchbare Problemzusammenfassungen oder gar Gegenüberstellungen verschiedener wissenschaftlicher Ansichten jenseits eines argumentativen Gotchaspiels von geringem Informationsgehalt zu präsentieren.

Die enorme Schwierigkeit der Selbstinformation macht Vertrauen in und Vertrauenswürdigkeit der Experten zu einem Zentralproblem komplexer Gemeinwesen. Experten leben weder in einem persönlichen, noch in einem sozialen Vakuum. Auch wenn der unter Fernsehinterviews eingespielte Text das Gegenteil suggeriert: Es gibt auf der ganzen Welt niemanden, der einfach nur Experte für irgendwas ist.

Persönliche Idiosynkrasien könne auch einen Dr. Sonstwas zum öffentlichen Vertreter des größten Unfuges machen. Aus diesem Grund sind Abweichler von der Mehrheitsmeinung mit akademischem Titel nicht notwendigerweise Verfechter der Wahrheit gegen ein nur (!) durch gesellschaftlichen Druck aufrechterhaltenes Dogma.

Doch dieser gesellschaftliche Druck besteht trotzdem und untergräbt die Vertrauenswürdigkeit des Expertenkonsenses. Das menschliche Gehirn ist nicht primär dazu entwickelt, einer abstrakten Wahrheit nachzujagen, sondern dazu, mit anderen in einem sozialen Verband zusammenzuleben. Das bedeutet, daß wir uns nicht einmal bewußt an Anreizen, wie beruflichen Vorteilen oder gar an Drohungen orientieren müssen, um Meinungen zu verbreiten und sogar selbst zu glauben, die in unserer Gruppe verbreitet sind. Das gilt vor allem dann, wenn eine Meinung ein soziales Distinktionsmerkmal ist. Also ein Merkmal, anhand dessen sich in einer spezifischen Situation Gruppen voneinander abgrenzen.

Ein veganer IB-Aktivist beschwerte sich mir gegenüber einmal darüber, daß er im rechten Lager öfters wegen seiner Diät angefeindet wird. Warum ist das so? Fleischkonsum ist kein logisch notwendiger Bestandteil des Patriotismus. Aber vegane Ernährung, ist heute ein soziales Erkennungsmerkmal des grünen Hipstertums. Deshalb und nur deshalb reagieren viele Rechte instinktiv mit Häme bis Feindschaft darauf.

Dieselben sozialen Mechanismen funktionieren auch in der Wissenschaft. Bereits im akademischen Alltag, in Fragen, die außerhalb des Elfenbeinturms niemanden interessieren, gibt es Lagerbildungen und Lagerkämpfe und das berühmte Diktum gilt, daß sich ein neues Paradigma nicht durch Überzeugung durchsetzt, sondern dadurch, daß der letzte Anhänger des alten verstirbt.

Politische Bedeutung eines Forschungsgegenstandes verschärft diese sozialen Mechanismen um ein Vielfaches. Das führt zu einem unauflösbaren Dilemma, denn sie abzuschalten ist weder möglich, noch überhaupt sinnvoll. Sinnvoll deshalb nicht, weil Identitätsbildung notwendig ist, um von der Erkenntnis zum Handeln zu gelangen. Eine Erkenntnis ist nur dann politisch nutzbar, wenn sie durch eine Gruppe angeeignet wird. Wenn sie von der Erkenntnis zum Programm wird.

Damit aus dem Forschungsergebnis, ein menschengemachter Klimawandel bedrohe die Erde die zu seiner Abwendung erforderlichen Handlungen erfolgen, war es notwendig, daß aus der bloßen Forschung jenes soziale Phänomen wurde, das wir heute als Klimabewegung und Klimapolitik kennen. Dadurch entstand unvermeidlich ein enormer Druck, der auf die Forschung zurückwirkt. Nicht bloß Bedenken über die eigenen Einstellbarkeit, wenn man als Klimaforscher den Klimawandel hinterfragt, sondern bereits der subkutan wahrgenommene Konsens der Kollegen, der Politik und der Presse, führt dazu daß, angenommen die Lehre vom menschengemachten Klimawandel wäre falsch, sich dennoch kaum ein Forscher dagegen ausspräche.

Das heißt nicht im Umkehrschluß, daß der Klimawandel nicht stattfinde, oder nicht menschengemacht sei! Es heißt, daß durch die Umsetzung der Forschungsergebnisse zum Klimawandel in Politik zunächst eine Umsetzung dieser Ergebnisse in öffentliches Bewußtsein und zwar nicht nur bei der sogenannten Masse, sondern auch und zunächst in der wissenschaftlichen Gemeinschaft erforderlich war. Dies entwertet den berühmten 97% Konsens zum Klimawandel, weil er so oder so zustande käme. Der Laie, der sich unmöglich selbst eine qualifizierte Meinung zum Thema bilden kann, kann sich selbst auf einen beinahe-Konsens der Experten nicht mehr verlassen, weil von seinem Wissensstand aus, das Vorhandensein dieses Konsensen keinen Informationsgehalt über den strittigen Sachverhalt besitzt.

Ein Expertenkonsens kann ihn nur dann informieren, wenn sein Vorhandensein deutlich unwahrscheinlicher wäre, wenn er nicht dem Stand einer möglichst objektiven Forschung entspräche. Je größer die Bedeutung eines Themas, desto weniger ist diese Grundbedingung des Vertrauens in Experten gegeben.

Das unvermeidbare Problem ist: Sind komplexe Themen für das praktische Leben der Gemeinschaft von Bedeutung, dann kann das einfache Mitglied der Gemeinschaft sich kaum selbst ein Urteil darüber anmaßen. Notwendig wäre eine Kombination aus kompetenter Information durch Experten und Vertrauen in diese Experten. Aber die Bedeutung des Themas selbst macht das erste zweifelhaft uns zerstört dadurch das zweite.


Johannes Konstantin Poensgen

Johannes Konstantin Poensgen studiert Politikwissenschaft und Geschichte.


Kommentare (45)

quarz

21. April 2020 23:22

"Wenn man bei 3% Infizierten die gesamte Bevölkerung mit Testkits testet, die zu 95% richtig liegen, dann wird man zu 63% Nichtinfizierte positiv testen. "

Verzeihung, wenn ich beckmessere, aber die "Testgenauigkeit" gibt es nicht unabhängig von der Infizierungsvoraussetzung. Daraus, dass bei einem Infizierten der Test zu 95% positiv ausfällt, kann man nicht schließen, dass er bei einem Nichtinfizierten zu 5% positiv ausfällt. Die Wahrscheinlichkeiten für ein korrektes Testergebnis bei Nichtinfektion sind von denen bei Infektion unabhängige und deshalb eigens zu ermittelnde Größen.

Das ändert allerdings nichts an der richtigen und wichtigen Einsicht, dass man aus dem Umstand, dass Infizierte (sofern getestet) meist positiv getestet werden, nicht schließen kann, dass hinter einem positiven Test meist ein Infizierter steckt.

Marc_Aurel

21. April 2020 23:30

Das man bei komplexen Themen, die weit in bestimmte Fachgebiete hineinreichen, wie etwa der „Coronakrise“, auf Expertenmeinungen mehr oder weniger angewiesen ist, ist doch normal. Das es, gerade bei sehr dynamischen Verläufen, dabei durchaus passieren kann, dass man hin und wieder auf das falschen Pferd setzt oder zeitweilig einen Irrweg beschreitet, gerade am Anfang einer Entwicklung, wo der Informationsstand noch sehr dürftig ist, ist auch nichts, fürs das man sich schämen muss. Wichtig ist, dass man auf jeden Fall kritisch bleiben sollte und das man das mitdenken nicht aufgibt. Leider beobachtet man diesen Verhalten bei Zeitgenossen hin und wieder, das Expertenmeinungen völlig kritiklos als gegeben hingenommen werden.

Gerade die Erfahrung mit Carola zeigt ganz frisch, dass man gerade bei „Mainstreamexperten“, die oft gezeigt und oft wiederholt werden, skeptisch sein sollte, um so öfter und umso penetranter sie einem vorgesetzt werden, umso skeptischer. Ginge man grundsätzlich davon aus, das diese Leute Lügner und Manipulateure wären, hätte man bei nachträglicher Prüfung mit dieser Vorgehensweise mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Trefferquote von 80-90%. Bei den alternativen Medien kann man natürlich auch auf die Nase fallen, aber nicht in dieser Häufigkeit.

Wie es der Zufall will, habe ich mir gerade heute ein Interview von Ken Jebsen mit Sucharit Bhakdi, vor wenigen Tagen veröffentlicht, zum Thema Covid 19 angeschaut. Gewisse Vorbehalte gegen Jebsen, die auszuwalzen ich mit jetzt schenke und die von Bhakdi zur Schau gestellte Naivität (oder Vorsicht) in der Einschätzung der deutschen Verantwortlichen, einmal bei Seite gelassen: als dort noch einmal herausgearbeitet wurde, das eine umfangreiche französische Untersuchung, die von deutscher Seite in dieser Form niemals durchgeführt wurde, bereits Mitte März glasklar zu dem Ergebnis kam, dass Covid 19 bei weiten nicht so gefährlich ist, wie angenommen und Großbritannien daraufhin das Virus sofort von der nationalen Liste der gefährlichen Viren entfernt hat – ein Vorgang welcher der deutschen Seite unmöglich entgangen sein kann – fühlte ich mich in meinen allmählich keimenden Vermutungen bestärkt. Das Einleiten von drastischen Einschnitten in die Grundrechte der Bürger, wieder besseren Wissens und ohne medizinischen Grund, ist verfassungswidrig, deutet sich im Video an – sehr interessant.

Homeland

22. April 2020 00:32

Um bei Bosselmann anzuknüpfen: Darf ein Wendehammer als solcher erkannt werden oder muss die Resilienz dort im Kreis fahren? Was heißt eigentlich "Die Wende vollenden!" für die verschiedenen Betrachter, um in die Gegenwart herein zu brechen, und wer bitte darf dazu mutmaßen?

Ein Virus verschafft dem Unbedarften einen vagen Blick auf das, was wir Konsens nennen. Und eine Ahnung davon, sollte Freiheit denn doch als Virus erkannt werden. Verkopfen wir die Sensibilität nicht, die so etwas wie ein Meßbecher ist für den Grad der versuchten Konditionierung. Der Beitrag der Mathematik dabei ist die Deutung der aufgemalten Skala. Und das, was uns die Zahlen sagen, hinkt gnadenlos hinterher, dem was wir Erfahrung nennen. Und die ist schon mal wertvoll. Denn wir haben sie aus der Vergangenheit mitgebracht. Mutmaßen wir, ob der Meßbecher das Rennen machen sollte? Oder sollten wir ihm nicht einfach auch eine Existenzberechtigung zubilligen? Letzteres, so meine ich. Denn der Vernünftige fragt nochmal andernorts nach. Bei dem, was da so ungefragt daher gelaufen kommt.

Laurenz

22. April 2020 02:09

Es ist noch gar nicht allzu lange her, da gab es mehr Experten-Gutachten, die das Rauchen als ungefährlich einschätzten, als Gutachten, die das Rauchen als schädlich erachteten. Auch Wissenschaftler wollen leben, vor allem dann, wenn Sie, wie Politiker, ein bestimmtes Lebensmodell im Auge haben. Bis zu einer Professur müssen viele ziemlich lange buckeln. Dann existieren, wie @Gracchus bestätigte, auch akademische Non-Wissenschaften, wie Jura, oder reine akademische Rhetorik-Veranstaltungen, wie Theologie. Persönlich erachte ich Astro-Physik, soweit ich sie verstehen kann, als spannend. Aber Hand auf's Herz, kann mir jemand den Nutzen von Astro-Physik erklären, wenn sie über unser eigenes Sonnen-System hinaus reicht? Bis auf die Befriedigung unserer Neugierde sehe ich keinen realen Nutzen. Und die Beweisbarkeit aller Thesen passiert rein mathematisch. Mathematik ist viel zu genau, die Natur nähert sich dieser nur an. Und um Klima vorherzusagen, sind unsere Rechnerkapazitäten doch viel zu lächerlich klein.

Und die hier vertretene These verkürzt .... echte Wissenschaftler seien normale Menschen, das regt schon etwas zum lachen an.
Bis auf die familiär Privilegierten, verbringen angehende Wissenschaftler die besten Jahre mit dem Erwerb eines akademischen Abschlußes, müssen sich noch um den Lebens-Unterhalt kümmern und wollen vielleicht noch etwas studentisches Leben erfahren. Wenn das keine Blase ist, was ist denn dann eine Blase?

Alleine die willkürliche Festsetzung von Feinstaub- oder Cholesterin-Grenzwerten soll wie Vertrauen bei Durchschnitts-Menschen erzeugen?

zeitschnur

22. April 2020 02:19

Also okay, Herr Poensgen, begraben wir das Sapere aude doch einfach. Werden wir alle Ignatianer: nennen wir das Weiße schwarz, wenn es uns die Hierarchie so zu sehen heißt.
Oder was wollten Sie noch mal so ganz genau eigentlich sagen? Dass die Experten eigentlich keine sind oder wie oder was? Wir aber auch nicht, also schwimmen wir doch zusammen im Sumpf, bis uns das Krokodil holt?
Können Sie denn wirklich nicht mehr entscheiden, ob einer schlüssig argumentiert oder nicht? Glauben Sie im Ernst, Fachliches könnten nur Fachidioten begreifen und diskutieren? Sind Sie wirklich nicht in der Lage, Rhetorik (auch fachliche) von Sachargumentation zu unterscheiden? Wenn das so ist, sollten Sie aber auch aufhören zu schreiben. Früher gab es Fachjournalisten, ein Sicheinarbeiten in Themen, und dies jenseits der von Berlin bezahlten "Experten". Sargen wir uns am besten selbst ein, lassen wir die geballte Berliner Kompetenz reden, das ist so klasse und baut unser Land täglich auf. Oder gar die ultrafachliche Greta, wo ist die eigentlich? Ob sie in ihrer Klimaglaskugel wohl auch etwas über die Corona sieht? Aber bitte, bitte, ohne die unzumutbare Zumutung notwendiger Begriffsdifferenzierungen oder gar wissenschaftlicher Methodik, die immer streitbar bleibt. Augenmaß gibt es in Zeiten der Gesichtsmaske nicht mehr.

"Zweitens, darum geht es Tom Chivers vor allem, ist die Idee, Immunitätsausweise zu verteilen, um Personen wieder auf die Straße zu lassen, die bereits eine Immunität erworben, gefährlich, wenn am Ende die meisten positiven Tests auf Testfehlern beruhen."

Geht es vielleicht einfach mal mit dem, was unsere Jahrgänge noch in Biologie lernten?
Ich verrate Ihnen ein Geheimnis: Um zu testen, ob einer immun ist, taugt nicht ein PCR-Test, ob er "positiv" ist (natürlich extrem fehleranfällig!), sondern ein Antikörpertest. Ich raufe mir die Haare.

Diese selbstungewisse Verzagtheit, diese Unfähigkeit, mit Rückgrat und ehemaligem Volksschulwissen 1 und 1 zusammenzuzählen, dieser Mangel an grundlegendem Basiswissen, dieses Hantieren mit Formeln, die man folglich auch kaum wirklich versteht, denn vorher sollte man Grundrechenarten begriffen haben - wohin führt das? Klar hat nicht jeder, der gegen eine unsinnige Theorie ist, in allem recht. Na und? Wieso ist das für junge Leute ein Problem? Ist das Hybris? Perfektionismus? Diskursunverständnis? Oder Angst vor dem Diskurs?!
Ganz ehrlich, ich bin total irritiert ...
Oder habe ich hier alles ganz falsch verstanden?
Dann klärt mich auf ... oder schickt mir einen Akkuschrauber für diesen Text ...

Seneca

22. April 2020 07:41

Entscheidungen - auch nichts zu tun ist eine - in einer Situation der materiellen Unsicherheit dh einer tatsächlichen, gravierenden Unsicherheit darüber, was wirklich ist oder was kurzfristig sein wird, erfordern letztlich etwas, das der modernen Gesellschaft abhanden gekommen ist: Geduld. Es hat seinen Sinn, warum „Macher-Typen“ aus unterschiedlichen politischen Lagern wie Trump oder Macron in der Corona-Krise schlecht aussehen und ein zaudernder, sich sorgender Politikertypus mit Wissenschaftler-Attitude ala Merkel gut. Natürlich wird dies wieder anders aussehen, wenn die unmittelbare Krise, die der Virus nach seinen Gesetzen ausspielt, vorbei sein wird. Und natürlich hat politische Opposition in Zeiten der Exekutive schlechte Karten, wie mantraartig von der AfD mit Blick auf schwächelnde Umfragewerte betont wird, aber ist das wirklich so? Ich habe da so meine Zweifel und sehe eher nicht gemachte Hausaufgaben als Grund für den politischen Zahltag an. Es gibt einen guten Artikel auf TE zum Thema „Öko-Konservatismus“ als trojanisches Pferd der Grünen. Hierin liegt viel Wahrheit. Die Rechte hat sich zu einem Gutteil von seriösen Botschaften verabschiedet und bedient auf vielfache Weise obskure Verschwörungs-Botschaften durch teilweise krude Protagonisten. Hier gilt es sich meines Erachtens klarer abzugrenzen und nicht nach „rechts“. Die Bewahrung der Schöpfung ist ein zutiefst „rechtes“ Anliegen, es merkt da draußen nur keiner. Wenn man zu dieser entscheidenden Frage eine Umfrage zur Kompetenz der Parteien machen würde, dann käme die AfD vermutlich zusammen mit der FDP auf den letzten oder vorletzten Platz. Food for thought!

tearjerker

22. April 2020 08:15

Das „einfache“ Mitglied einer „Gemeinschaft“ muss sich also eines Urteils enthalten, weil es richtige und falsche Urteile gibt und die richtigen Urteile nur von Magnifizenzen (in der Sache total kompetent) und Politikern (im Entscheiden total kompetent) getroffen werden können. Diese Nachricht nimmt sicherlich vielen Kommentatoren eine Last von den Schultern.

Lumi

22. April 2020 09:28

"Der Laie, der sich unmöglich selbst eine qualifizierte Meinung zum Thema bilden kann, kann sich selbst auf einen beinahe-Konsens der Experten nicht mehr verlassen ..."

"Sind komplexe Themen für das praktische Leben der Gemeinschaft von Bedeutung, dann kann das einfache Mitglied der Gemeinschaft sich kaum selbst ein Urteil darüber anmaßen."

Das ist das Dogma der Herrschenden. Die Beherrschten werden mit konfabulierten Sachverhalten und erkenntnisverhindernder Terminologie gezielt vertrottelt. Akzeptiert man das herrschende Narrativ (2+2=5), so hat man bereits verloren. Klare Kante dagegen, das ist die einzige Lösung.

Ein weiteres Beispiel dafür schwirrt heute morgen durch die Nachrichten. Der Tornado Jagdbomber soll ausgemustert werden. Ersatz wird gesucht. Eigentlich steht dafür der Eurofighter bereit. Das paßt aber dem Ami nicht, denn er will seinen eigenen Kram verkaufen. Nun kommt ein Trick ins Spiel: Die BRD habe sich im Rahmen der sogenannten nuklearen Teilhabe verpflichtet, ein sogenannt atomwaffenfähiges Kampfflugzeug aufzustellen. Der Eurofighter bräuchte hier erst eine sehr teure Zertifizierung. Da sei der Ankauf eines Ami Flugzeuges günstiger. Am Steuer sitzt bei diesem Unsinn die karnevalistische Inkompetenz der CDU namens Krakabau.

Wie ich noch an die Existenz von Atomwaffen glaubte, rätselte ich häufiger, was denn genau unter der sogenannten Atomwaffenfähigkeit zu verstehen sei. Dies Konzept wird ja nicht nur für Flugzeuge, sondern auch für andere Kampfmittel wie Raketen und Marschflugkörper aufgerufen, wo der Gefechtskopf konventionell oder nuklear sein können soll.

Nach meinem Verständnis sind nun aber Gefechtsköpfe oder Bomben lediglich Zulast (payload) für das Trägermittel. Entscheidend sind Parameter wie Gewicht, Volumen, aerodynamische Eigenschaften (bei außen montierten Kampfmitteln) und eventuell weitere. Es ist vollkommen wumpe, ob die Zulast nun Sprengstoff, Uran oder Schokoladenpudding enthält. Zählen tun allein die physikalischen Parameter im Sinne der klassischen Mechanik.

Vielleicht, dachte ich, geht es bei Flugzeugen aber noch um andere Leistungsmerkmale wie Geschwindigkeit und Zuverlässigkeit. Das ist aber einfach durch Gegenbeispiele zu verwerfen. So sind die unterschallschnellen Großbomber B-52 und Tu-95 mit der größten Selbstverständlichkeit atomwaffenfähig. Ebenso der zwar schnelle, aber für seine Unzuverlässigkeit als Witwenmacher berüchtigte Starfighter.

Nirgendwo habe ich je eine Definition der Atomwaffenfähigkeit gefunden. Das wunderte mich. Bis zur Entdeckung der Wahrheit über sogenannte Atomwaffen: Es gibt sie nicht.

http://heiwaco.tripod.com/bomb.htm

Ronny Licht

22. April 2020 09:33

Von rechts habe ich selten ein stärkeres Plädoyer gegen Volksentscheide zu den häufig komplexen Fragen gelesen als diesen Artikel.

Das gilt vor allem in diesen Hochzeiten von sog. "Truther", rechten YouTubern und anderen "Mosaik"-Medienakteuren, deren Desinformationskampagnen mitlerweile ein Maß erreicht haben, welche die Vorwürfe gegenüber der Ideologeme "Lügen- und Mainstreampresse"(und selbst der BILD-Zeitung) schlichtweg alt aussehen lassen.

Laurenz

22. April 2020 10:16

@Tränendrüsendrücker ..... tatsächlich? Überlassen wir die Politik also Hauptschullehrern, Studienabbrechern und Juristen.

@zeitschnur ... Zitat- Also schwimmen wir doch zusammen im Sumpf, bis uns das Krokodil holt? -Zitatende

Wir schicken Sie vor, lecker zeitschnur. Dann sind die Krokodile nicht mehr ganz so hungrig.

@Marc_Aurel

Zitat- Das man bei komplexen Themen, die weit in bestimmte Fachgebiete hineinreichen, wie etwa der „Coronakrise“, auf Expertenmeinungen mehr oder weniger angewiesen ist, ist doch normal.-Zitatende

Ich möchte mich wiederholen. "Wenn Sie den kein Brot haben, sollen sie doch Kuchen essen". Ähnlich der bäuerlichen Esels-Gleichung "Jetzt hab' ich meinem Esel grad das Fressen abgewöhnt, da geht er mir ein".

Ein Sternen-Virologe der Charite geht schlicht davon aus, daß er nicht verhungert. Woher weiß er das? Ist er denn Experte in Agrar-Ökonomie oder kennt sich in Wirtschafts-Kreisläufen aus?

Ist das nicht mit der Ursache des Laconia-Befehls, 1942 von Admiral Dönitz ausgegeben, vergleichbar?
https://de.wikipedia.org/wiki/Laconia-Befehl

Diese Politiker beratenden Virologen sind manische Egoisten, die sonst von nichts eine Ahnung haben.

Laurenz

22. April 2020 10:49

Hier das Interview mit Shiva Ayyadurai, einem Bio-Ingenieur, geführt von Frau Kosubek/Der fehlende Part von RT.
https://youtu.be/w0DMuH44h1Y (32:55)

Ich kann das Interview nur jedem ans Herz legen, auch wenn es über eine halbe Stunde dauert.

Aus seiner Sicht erklärt Shiva Ayyadurai den Hintergrund noch besser als @Franz Bettinger, aber @Franz ist eben Arzt und kein Ingenieur.

EviGeblumenkraft

22. April 2020 11:55

Wem ein Expertengremium oder eine Art Expertenregierung vorschwebt, die in Krisenzeiten klare Botschaften und faktenbasierte Informationen vorgibt, der besitzt eine ähnliche Naivität wie Zeitgenossen denen das Wunschbild einer Existenz eines "guten Königs" vorschwebt, der weise das Land regiert.
Macht beschert immer Mißbrauch, auch Expertenmacht. Sei es durch die eigene Blase, eigene, oder Fremdinteressen von denen man abhängt, denen man verpflichtet ist.
Die Ideen des Grundgesetzes einer klaren Gewaltenteilung und auch einer Beschneidung von Parteienmacht ( die nie verwirklicht wurden) sind die einzig praktikablen, die einer Einhegung von Macht dienen könnten. Würde man sie ernstnehmen.
Es spräche nichts gegen Expertengremien, runde Tische etc... wenn Transparenz, Meinungsvielfalt , Kompetenzen und Zielvorgaben klar definiert würden von Anfang an.
Corona zeigt exemplarisch wo die Deformationen dieser Idealvorstellungen herkommen und wo sie hinführen:

Bestimmende Lenker der Meinungsmacht und Erzeuger des sogenannten " öffentlichen Drucks" und öffentlicher Kampagnen sind die grossen Medien. Diese gehören zumeist einigen wenigen Familienkonzernen, sowie internationalen Medienkonzernen. Wer wiederum die Entscheider im Hintergrund sind um die Medien im Gleichschritt einer uniformen Meinunghohheit marschieren zu lassen möchte ich mal im Raum der Spekulation belassen. Das bedeutet nicht daß es sie nicht gibt.
Im Gegenteil- durch die Existenz dieser klar ersichtlichen Deutungslinie - wie aktuell im Coronamodus- die sich durch alle Medien zieht, ist allein durch logisches Denken erschließbar daß es sich nicht um Zufälligkeiten handelt. Experten und "Meinungsverbreiter" werden ausgewählt und strategisch positioniert um Meinungsmacht in eine gewünschte Richtung zu lenken. Mir reichen 5 Minuten Inforadio oder DLF auf dem Weg zur Tankstelle, oder 2 Minuten Tagesschau um diese Mechanismen schmerzhaft zu erkennen. Trojanische Pferde haben Hochkonjunktur.
Unterm Teppich, im Internet, toben die Meinungskriege offen, blüht das freie Denken ...und die Sektiererei. Solange das unterm Teppich zu halten ist ist die Wirkmacht für ganz Oben gleich null, tut mir leid. Um einen Hauch der Realitäten zu erhaschen, die uns weitgehend vorenthalten werden, beschäftige man sich mal ausführlicher mit Aussagen pensionierter Politiker, Wirtschaftführer, Mediziner, und anderer Wissenschaftler im Ruhestand, die ihre Abhängigkeiten weitgehend hinter sich gelassen haben. Das sollte als Augenöffner eigentlich reichen.
Es fällt also vieles auf den Einzelnen zurück: die eigenen Verstandeskräfte schulen, und eine möglichst breite Informationsbasis suchen, um zu eigenen Schlüssen zu finden. Vielfältige Expertenmeinungen von Medizinern, Statistikern, Mathematikern und Psychologen bei Corona sind also wichtig, dennoch nur als Hilfswerkzeug unter Vielem bei der persönlichen Einordnung. Coronapolitik zeigt es drastisch daß wir sonst verloren sind. Und im Sklavendasein fremdgesteuert weiterdämmern.

Ergon

22. April 2020 12:02

Der Artikel ist trotz aller offensichtlichen Bemühungen nicht ganz fehlerfrei. Einmal werden die Begrifflichkeiten, und zwar schon im Text von Tom Chivers, verwechselt und zum anderen lässt sich die von Chivers dargestellte Problematik der Antikörpertest nicht auf den in Deutschland zur Diagnostik ausschließlich verwendeten auf der Polymerase-Kettenreaktion (PCR) basierenden Labortest übertragen, für den tatsächlich ein positives Testergebnis eine Infektion mit dem Sars-2-Coronavirus bedeutet. Aber zunächst zu den Begrifflichkeiten: Es ist nicht die Genauigkeit (positiver Vorhersagewert), der bei der Güte eines Tests angegeben wird, sondern die Sensitivität/Empfindlichkeit und Spezifität, also die bedingten Wahrscheinlichkeiten P(B|A) und P(-B|-A), wobei die Ereignisse A="infiziert", B="positives Testergebnis" und -A und -B die entsprechenden logischen Negationen bedeuten.

Im Allgemeinen lässt sich der positive Vorhersagewert, also P(A|B), tatsächlich nur unter Kenntnis der Prävalenz P(A) aus den Gütemaßen ableiten, und dieser Umstand stellt auch ein Problem von Antikörpertests für verschiedene Zwecke dar. Im Fall der Polymerase-Kettenreaktion stellt sich die Sache aber anders dar. Der Test ist beim Menschen spezifisch für das Sars-2-Coronavirus, da bestimmte Genabschnitte genau dieses Virus und keines anderen "erkannt" werden. Als Folge hat der Test ein Spezifität P(-B|-A)=1 und, wie leicht zu sehen ist, ist dann auch der positive Vorhersagewert P(A|B)=1. Anders formuliert: Wenn es wie bei PCR keine falsch positiven Testergebnisse gibt (P(B|-A)=0), bedeutet ein positives Testergebnis, dass ein Infektion mit dem Virus vorliegt (P(A|B)=1). Eine fast tautologische Aussage. Zudem gilt: Je spezifischer der Test ist, also je näher P(-B|-A) an 1 liegt, desto näher liegt auch der positive Vorhersagewert P(A|B) an 1.

Nordlicht

22. April 2020 12:06

Die fachlich besten Berichte finde ich auf sciencefiles.com sowie auf Achgut.

Denken muss man ohnehin selbst. Im Moment tendiere ich zu der Ansicht, dass all wirtschaftlichen Restriktionen abgeschafft werden sollten - mit Ausnahme von Großveranstaltungen. Für Gaststätten mit Aussen-Restauration besteht ohnehin kein Grund, den Betrieb zu verbieten.

Und dann sollte man einmal reflektieren, welche totalitären Aktivitäten sich schlagartig ausgebreitet haben bzw eingeführt werden konnten: Dass Familien aus ihrer Wohnung vertrieben wurde, weilt sie dort als Zweitwohnsitz gemeldet wurden; dass Menshen sich nicht auf eine Parkbank zum Buchlesen hinsetzen dürfe etc. Das lässt darauf schliessen, dass die Mentalitätgedankenlosen Gehorsams hierzulande ungebrochen ist.

(Dass man auch fachlich lernen kann, nämlich das Thema "nationaler Katastrophenschutz" ernst zu nehmen und sich nicht von ausländischen Produzenten abhängig macht, ist ebenfalls eine Lehre. Ob der sog. Lockdown (- der ja immer ein partieller ist, bei mir in der Gegend laufen die meisten Bwtriebe normal, auch die Baumärkte waren nie gescjölossen) nun übertrieben war oder nicht, dazu weiss man jetzt: eher ja, es war übertrieben. Aber das nehme ich der Regierung nicht übel, denn dazu gab es keine früheren Erfahrungen.

Dass diese Regierung nun aber die Restriktionen und Schliessungen entgegen früheren Ankündigungen (- Wenn die Ausdehnungsfaktor R unter 1 sinkt, sollte wirksam gelockert werden) doch weiter treibt, lässt die Idee aufkommen, dass die CDU von der selbstverstärkten Krise weiter profitieren will. Merkel scheint mir den Ausnahemzustand so lange fortsetzen zu wollen, bis sie die natürliche Kandidatin der Ganz Grossen Koalition für Sept. 2021 ist.

Anm. zur AfD: Leider hat sie es nicht geschafft, sachlich-fachlich überzeugende Kritik-Positionen aufzubauen. Die Kritik an der zu späten Grenzschliessung und den unterlassenen Kontrollen war zwar der richtige Ansatz, auch die Zick-Zack-Kurse von Spahn und die mangelhaften Pläne im Katstrophenschutz sowie Massensterben in Altersheimen wg. fehlender Hygiene.

zeitschnur

22. April 2020 12:15

Hier übrigens ein Artikel von einem Journalisten, der es wagt, aufgrund gesunden Menschenverstandes und guter Allgemeinbildung die richtigen Fragen an die falschen "Experten" und immer fragwürdigerer und verdächtiger PolitikerInnen zu stellen:

https://www.achgut.com/artikel/bericht_zur_coronalage_vom_22.04.2020_worauf_wartet_die_politik

MARCEL

22. April 2020 12:28

"Wissenschaft ist auf den neuesten Stand gebrachter Irrtum", so sagte einmal jemand.
Jeder vergewissert sich seiner Ansicht (legitim), obwohl immer weniger Gewissheiten bestehen und das proportional zum enormen "Wissens"-Zuwachs.
Darum ist dieses Virus wie maßgeschneidert für unsere Zeit, jeder kann sich mit irgendwas bestätigt fühlen: Leugner, Verharmloser, Prognostiker, Angst- und Panikmacher, Phlegmatiker und Resignierte.

Lumi

22. April 2020 13:20

Wieder ein sehr schöner Kommentar von @zeitschnur. Schade, daß andererseits mein wohlbegründeter Beitrag zu Tornado, Eurofighter und der sogenannten Atomwaffenfähigkeit nicht erscheinen darf. Daran sieht man nämlich sehr schön, wie weit hinaus in Wahnvorstellungen die Menschen schon jahrzehntelang getrieben worden sind. Schöne Grüße von den letzten Kindern von Schewenborn samt weiteren Blüten des Schwachsinns, die uns echten Kindern damals verabreicht wurden. Daß wir ja nie selbständig denken lernen! Corona ist die vorläufige Krönung dieser anerzogenen Unmündigkeit.

Caroline Sommerfeld

22. April 2020 14:18

Mich hat ein Artikel in der gestrigen faz entsetzt. Unter der Überschrift "Charakter trägt Maske" (soll wohl ein Schenkelklopfer in Richtung Marxens "Charaktermasken" sein) wird spieltheoretisch erörtert, warum sich die Mehrheit "in Krisensituationen prosozial" verhät. Da aber offenbar Menschen das Maskentragen derzeit verweigern (also an Orten, wo nicht ohnehin Zwang herrscht), verhielten diese sich antisozial. Das alte philosophische Trittbrettfahrerproblem wird anhand des "Kollektivgutspiels" bzw. der Masernimpfverweigerer durchgenudelt. Kein interessanter Artikel also - wäre da nicht die moralische Unterstellung: wer heute Maske verweigert tut dies, so der Verfasser völlig selbstverständlich, aus moralisch verwerflichem Egoismus. Daß man andere Gründe (gilt übrigens auch für Masern und Impfungen im allgemeinen) haben kann, die "soziale" Maßnahme zu verweigern, als moralische Defizienz, kommt dem Autor überhaupt nicht in den Sinn.

Weshalb ich das unter Poensgens Artikel schreibe? Weil die moralische Unterstellung auch beim Thema Expertise/Vertrauen/Mündigkeit eine eminente Rolle spielt: wer nicht das von den Experten als moralisch richtig ("one world together at home") Ausgegeben teilt, fällt durchs moralische Raster, egal, ob er tatsächlich "morally insane", zu dumm, ein kalkulierender Egoist vulgo Trittbrettfahrer oder ein Mensch mit hohem Interesse an wissenschaftlichen Standards und deren Verteidigung ist.

Gotlandfahrer

22. April 2020 14:32

Werter Herr Poensgen,
Danke für den anregenden Gedankengang.

Die Quintessenz Ihrer stringent hergeleiteten strukturellen Vertrauensunmöglichkeit in Experten (und ihre Auftraggeber), immer dann, wenn es ans Eingemachte geht und es sich nicht lediglich um Schöner Wohnen dreht, ist, dass jede Art von Räterepublik vorherbestimmt zum Mummenschanz verkommt. Die Intelligenten auf allen Seiten, auf der der Experten, der Regierenden und der Regierten, spüren, dass der Diskurs zur zwingenden Formelhaftigkeit wird, aus der es kein Entrinnen gibt ohne individuelles Hochrisiko. Die Naiven glauben an die Formelgültigkeit. In Wirklichkeit dreht es sich um Zustimmungsrituale zum Machterhalt aller Beteiligten, die gerade dann wichtiger werden, wenn es eben ans Eingemachte geht, da, anders als bei "gottgewollten" und damit aus einem tieferen Konsens heraus akzeptierten Hierarchien, jeder Beteiligte theoretisch jeden anderen Beteiligten "hinauswählen" lassen kann. Was nebenbei die Macht der Medien klarstellt.

Sofern man komplexe Entscheidungen nicht in die Hand (ohnehin ggf. niemals hinreichend ausgereifter) künstlicher Intelligenz oder zurück in die eines allgemein als "gottgewollt" akzeptierten Regierenden legen mag, werden wir diesem Mangel kollektiver Entscheidungsfindung wohl nie entkommen.

Womit sich das Feld anders darstellt: Wenn es kollektiv (und erst recht individuell) systematisch unmöglich ist, auch nur fehlerminimale Entscheidungen zu treffen, warum dann überhaupt das Zielkriterium „größtmögliche Wahrheitsnähe = Rechthaben“ als (vorgeblich) oberste Priorität anstreben?
Anders gefragt: Ist ein guter Kompaniechef, Mannschaftskapitän, Präsident, Geschäftsführer, Vater, eine Mutter oder auch nur ein Kassenwart im Nachbarschaftsverein der- oder diejenige, die am wenigsten Fehler macht? Immer Recht hat? Oder ist da etwas anderes, was für den „geführten“ Menschen zählt? Noch anders: Ich würde unserer KNZLRN sämtliche Fehler und noch mehr verzeihen, selbst 2015, wenn ich davon ausgehen könnte, dass sie nicht vorhatte oder es zumindest nicht gleichgültig in Kauf nahm, auch mich zu schädigen. Wozu gehört, Fehler wenn nicht offen einzugestehen so doch faktisch zu korrigieren, und nicht verschärft fortzusetzen.

Mein Mannschaftskapitän darf Eigentore schießen, wenn ich weiß, er setzt sich für uns ein. Wenn mich nicht eine fratzenhafte Borniertheit bei all diesen Charakterkrüppeln angrienen würde, die mit einer seit DDR-Zeiten nicht mehr dagewesenen Selbstgerechtigkeit eine Demütigung nach der anderen als Fortschritt von ihren mit ihnen symbiotisch-verwachsenen Claqueuren verkaufen lassen, würde ich mir aus Gründen der Staatsräson sogar einen antiseptischen Nasenring stechen lassen, sofern die Experten in ihrer Gruppendynamik zu dem Schluss gekommen wären, dies vertriebe die Coronageister.

Es ist nicht die Fehlerwahrscheinlichkeit, die für mich oberste Priorität hat (sie hat nicht keine), sondern der Gemeinsinn, der aufrichtig erscheinen muss. Nochmal anders: Diese Kloakenkasper könnten sogar zweifelsfrei Richtiges sagen, ich kann es aus ihrem Munde nicht mehr ertragen.

Marc_Aurel

22. April 2020 16:46

@Laurenz
„Diese Politiker beratenden Virologen sind manische Egoisten, die sonst von nichts eine Ahnung haben. „

Ich schlage ja in ihre Kerbe, in dem ich in meinem Kommentar die Aussagekraft der offiziell präsentierten Experten stark in Zweifel ziehe, wobei einige dieser Leute sehr wahrscheinlich bessere Informationen herausgeben könnten, wenn es ernsthaft ihr Ziel wäre, gut zu informieren, anstatt Lobbyarbeit und/oder politische Gefälligkeitsexpertisen herauszugeben. Ansonsten wird es ganz ohne (alternative) Fachleute in vielen Fällen aber nicht gehen, mitdenken anstatt konsumieren ist natürlich immer zu empfehlen. Ein Problem in diesem Zusammenhang ist auch, dass wenn Sie andere überzeugen wollen, die nun mal zum Teil stark expertengläubig sind, Sie einen Gegenfachmann benötigen, denn der intelligente Laie zählt in den Augen dieses Menschentyps nichts, egal wie treffend und ausgewogen er argumentiert.

Fredy

22. April 2020 16:55

OT:

Wenn wir nun schon alle mit Schutzmaske umherlaufen müssen, warum nicht ein gemeinsames Symbol draufmachen? Vorschläge? Oder gibt es schon was und ich hab's übersehen?

Laurenz

22. April 2020 17:11

@Marc_Aurel ..... schauen Sie Sich das Kosubek-Video an. Der Mann argumentiert wesentlich besser als ich es vermag. Und, was wichtig ist, er bleibt für Laien verständlich und geht in Zahlen. Und das genau deswegen, weil er für Normal-Sterbliche verständlich sein will.

zeitschnur

22. April 2020 19:26

@ Ronny Licht

"Von rechts habe ich selten ein stärkeres Plädoyer gegen Volksentscheide zu den häufig komplexen Fragen gelesen als diesen Artikel.

Das gilt vor allem in diesen Hochzeiten von sog. "Truther", rechten YouTubern und anderen "Mosaik"-Medienakteuren, deren Desinformationskampagnen mitlerweile ein Maß erreicht haben, welche die Vorwürfe gegenüber der Ideologeme "Lügen- und Mainstreampresse"(und selbst der BILD-Zeitung) schlichtweg alt aussehen lassen. (sic!sic!sic!)"
_________

Ist das ernst oder ein Trollkommentar?! Da würde mich jenseits Ihrer inhaltlich bezugsleeren Beschimpfungen kritischer Bürger interessieren, ob es wenigstens so etwas wie ein kleines bisserl Sachgehalt hinter diesen Plattitüden gegeben haben könnte. Wäre nett, wenn Sie sie nennen könnten, damit wir zur Sache zurückfinden könnten. Aber wer ARD und dem DLF und seinen lächerlichen Zahlendrehern glaubt, hat womöglich ein Problem mit echten Sachinhalten und vor allem mathematischem Grundwissen.

Aber dann bitte keine Kommentare gegen Leute, die noch denken und keine Lust haben, ein Phantom zu fürchten. Stehen Sie einfach zu Ihrer Entscheidung, sich gerne vera...n zu lassen. Das gabs immer und wird wohl nicht aussterben. Suum cuique.

zeitschnur

22. April 2020 21:15

@ Evigeblumenkraft

Seitdem man etwas "gelockert", sprich: uns weiter schikaniert und hinhält ohne nachvollziehbaren Grund, wird in den MSM wieder scharf geschossen: "Die Zahl der Infektionen in Deutschland steigt weiter." "Erneuter Ausbruch im Vorzeigestaat Singapur" etc.
Und pardon, wenn einige hier nicht in der Lage sind, Sprache genau zu verstehen oder Zahlen zusammenzuzählen oder beim Prozentrechnen in der Schule nicht aufgepasst haben oder nicht begreifen, dass Prognosen nur auf der Basis von validen Studien alleine verkündet werden können und Deutschland nicht untergeht im Coronafieber, nur weil vielleicht in Singapur oder New York mehr Tests eingesetzt werden als gerade noch gestern und daher auch mehr Positive herauskommen (einfachtse rechenoperationen, von denen diese finstere Frau in Berlin offenbar null Ahnung hat!), dann sollten eben jene Mitmenschen ihre eigene selbstverschuldete Unmündigkeit nicht auf alle anderen projizieren: wer ignorant und verunsicherbar ist, ist es auf eigene Rechnung!
Die Pressemeldungen sind absolut durchschaubar idiotisch und definitiv verzerrend und suggestiv: Natürlich gibt es nach wie vor einige Infektionen, aber insgesamt immer weniger. Wären die MSM und diese Muppets in Berlin ehrlich und anständig oder hätten in ihrem Leben mal so etwas wie ordentliche Ausbildungen geamcht und ihren Mann im Berufsleben gestanden, würden sie sagen: "Die Zahl der Neuinfektionen geht immer weiter zurück. Freuen wir uns, bleiben aber noch ein bisschen vorsichtig." Stattdessen sagen sie: "Die Neuinfektionen steigen weiterhin" oder "Die Pandemie wird uns noch 2024 beschäftigen" (warum eigentlich - woher wollen die das so genau wissen?), weil sie zu allen, die mal positiv getestet wurden, jeden Einzelfall hinzuzählen und als Horror-Trigger missbrauchen. Also zu den x bisher mal Infizierten kommt dann heute x+1 und schwupp steigt die Zahl. Diesen geisteskranken Mist werden sie uns auch dann erzählen, wenn alle drei Wochen noch der eine oder andere neue Fall auftaucht (was aber normal und völlig unbedenklich ist!). Das ist entweder reine Dummheit oder aber Bosheit. Oder brauchen sie noch viel mehr Zeit, um ihre schmutzigen Pläne durchzuziehen und die Leute wurden zu schnell immun? Heute fragte mich eine 12jährige, wieso man nun Maskenpflicht einführt, wo man das doch, wenn überhaupt, am Anfang hätte machen müssen und nicht dann, wenn eigentlich alles durch ist. Selbst Kinder durchschauen inzwischen diese infantilen und gestörten Gestalten, die uns das alles ohne gesetzliche Grundlage aufzwingen. (Wann regt sich eigentlich mal die Judikative - ich meine: von selbst? Oder will sie erneut versagen wie schon einmal?!)
Und wenn jemand im Ernst meint, er könne so etwas ohne Expertenstatus nicht beurteilen, dann ist ein Deutschland voller solcher Jammergestalten unrettbar verloren.

AndreasausE

22. April 2020 22:46

Ein sehr schöner Artikel! Womit ich insonderheit das Abstellen aufs "Expertentum" meine.

Dabei ist das überhaupt nichts Neues, ich kram schon seit geraumer Zeit Hirn und Bücherschrank nach einem eher der Trivialliteratur zuzurechnenden Roman durch, wo der Held (auch, eigentlich istder Vertreter) als "Experte" auftritt, mal hier, mal da, ohne auch nur blassen Schimmer vom Thema zu haben. Aber machte sich gut auf x-beliebigen Podium. Ganz real, vor Publikum, ohne Fernsehkameras, die es zu der Zeit (das Buch muss so 50er/60er sein, ich fand das auf Müllband in der Wertstoffsortierung, hab's eingesteckt und gern gelesen) ja noch nicht in Masse gegeben hatte.
Vielleicht kennt das ja wer. Solche Bücher sollten viel mehr gelesen werden, steckt mehr Weisheit drin als in allem, was ein Deutschlandfunk empfiehlt.

AndreasausE

22. April 2020 23:02

Caroline Sommerfeld, 22. April 2020 14:18

So sehe ich das auch. Nix genaues weiß man nicht, aber wer Fragen stellt ist ein asozialer Egoist, moralisch minderwertig, gehört im Grunde erschossen - ok, das vielleicht noch nicht, aber in die Klapse.

Aber weil "unsere" Oberexpertenregierung ja so wollen und man da schlecht gegenan kann, hat man weder Privatrmee noch Großfamilienclan im Rücken, empfehle ich, das wenigstens zu veräppeln, also wahlweise eine stilechte Pestmaske zu tragen oder sowas, handgemacht: https://gequake.home.blog/2020/04/22/corona/

"Charakter trägt Maske" erinnert mich übrigens arg an "Sag mir wo du stehst" vom Oktoberklub.

Franz Bettinger

22. April 2020 23:26

Wie kommt die Dummheit in die Intelligenz? Dieser Satz verfolgt mich, und bis heute kenne ich keine gute Antwort. Poensgens Versuch über Corona ist ein Parade-Beispiel für die Dummheit in der Intelligenz. Auch bei vielen auf diesem SiN-Forum (Ausnahme @Zeitschnur und ein paar andere) kommt mir die Brechtsche Frage in den Sinn, gerade auch bei unserem altvorderen, vielbelesenen, kaum schlagbaren und erfahrenen @Maiordomus, obwohl jener beim Thema Corona immerhin die Weisheit der Zurückhaltung besitzt. Ein Versuch (ein koketter und insuffizienter):

Sie kommt gar nicht! Der wirklich Intelligente Mensch ist vor Dummheit gefeit. Anders: Viele Doktoren, Magister, Schreiber und Pfaffen sind einfach dumm. Gut kaschierte Dummheit umgibt uns überall. Die hohe Aufgabe, die das Leben an die Tiere (und alle Pflanzen?) stellt, ist intelligere, also erkennen. - Gott (oder wer auch immer) gab uns ein Erkenntnis-Organ. Warum hat Gott den Menschen vom Baum der Erkenntnis kosten lassen? Warum hat er diesen (und den anderen) Baum überhaupt gepflanzt? - Hat die Schlange vielleicht nur von dem anderen Baum gegessen, dem des Lebens, und ist sie so zum, unsterblichen, jedoch nicht allwissenden Satan geworden? „Alles weiß ich nicht, doch viel ist mir bewusst“ sagt wer? „Zwar weiß ich viel, doch will ich alles wissen“ sagt wer? Man ist, was man isst, sage ich.

Laurenz

23. April 2020 00:30

@Niekisch ..... mir viel der Laconia-Fall irgendwie spontan ein. Menschen (Seeleute) verschiedener Nationen befinden sich in einer tatsächlichen! Krise, dem Seekrieg. Die Laconia ist am absaufen, polnische Wachsoldaten stechen trotzdem auf ihre italienischen Gefangenen mit Bajonetten ein, obwohl alle mehr oder weniger in einem Boot sitzen. Und die ignoranten Kuhtreiber haben nichts besseres zu tun, als die U-Boote, welche freiwillig ihre Position veröffentlichten, völlig ignorant anzugreifen. Die Logik des Kommandanten auf Ascension, den Deutschen ginge es nur um die Bergung der (1809) italienischen Kriegsgefangenen (per U-Boot) ist doch nur was für Idioten mit einem IQ von 70. Dieselbe Ignoranz für die Schicksale von vielleicht mehreren Milliarden Menschen empfinde ich bei den Interviews der bestimmenden deutschen Virologen.

zeitschnur

23. April 2020 00:54

@ Laurenz

Danke für den Link zu dem wirklich hochkarätigen und echten Wissenschaftler mit Rückgrat Shiva Ayyadurai.
Ich habe es mir komplett angesehen.
Mich erinnern seine virentheoretischen Andeutungen tatsächlich an Dr. Lanka.
Es ist plausibel, was er sagt, und es hat vor allem Überblick. Wenn er aber recht hat, sind wir in höchster Gefahr durch Big Pharma, Gates, die erpresste WHO und korrupte, erpressbare Regierungen durch diesen Oligarchen. Demnach kann es derzeit nur eines geben: Wehrhaftigkeit gegen diese Katastrophenabzocker, das sind wirklich düstere "Mächte", die man als das identifzieren muss, was sie sind.
Der Inder bescheinigt uns allen, dass wir uns seit ca. 10 Jahren im Querschnitt doch bewusster ernähren und verhalten und das Misstrauen gegen die Pharmaindustrie sich zugunsten der Selbstheilungskunde und natürlichen Heilmethoden verschoben hat und deren Einnahmen kontinuierlich einbrechen.
Durch ein Pharma-Top-Down-Modell will man nun global absahnen mithilfe korrupter Regierungen, die autoritär über ihre Untertanen verfügen.
Ich finde das alles nicht abwegig.
Niemand kann dran vorbei, dass dieser absurde Coronazirkus fast alle größeren Nationen erfasst hat - und das kann niemand mit "Sozialpsychologie" erklären, dafür ist es eine Nummer zu groß. Hier sind andere, kriminellere Player im Spiel.
Wehren wir uns gegen diese Wahnsinnigen, denn Gates will - wie er ja offen sagt - auch die Menschheit dezimieren. Ich weiß, dass viele hier das willkommen heißen, viele aber auch nicht, eine Sezession sollte auch hier erfolgen. Bitte, jeder denke darüber nach.
Interessant ist, dass Ayyadurai sagt, er vermutet (wie ich es bereits tat), dass jeder Mensch etwas wie Covid19 aufweist. Es wäre demnach eine normale und gesunde Virensequenz, die erst problematisch erscheint, wenn jemand aus dem Gleichgewicht kommt. Aber man findet es bei allen. Auch seine Aussagen zum PCR-Test sind entlarvend.
Danke noch mal, @ Laurenz, jeder sollte sich das anhören.

Und Grüße an das Krokodil, @ Laurenz, an mir ist vielleicht nicht so viel dran wie an Ihnen, falls das Vieh echten Hunger hat.

Franz Bettinger

23. April 2020 08:49

Beim nochmaligen Durchlesen des Artikels, komme ich zu einer teilweise anderen Bewertung: Es ist nun einmal - und Poensgen schreibt das ja explizit - viel einfacher für einen, der sich fast ein Leben lang mit Biomathematik, evidence based medicine und Epidemiologie beschäftigt, auf Anhieb das Betrugsmuster der Corona-Lüge herauszuschnüffeln, als für einen Laien.

Aber ich bleib dabei: Ein intelligenter Laie hätte frühzeitig an den von EuroMOMO veröffentlichten Mortalitäten, vor allem aber aufgrund der eigenen Wahrnehmung erkennen müssen, dass die Regierung die Bevölkerung an der Nase herumführt, dass hier also ein monströses Lügengebäude konstruiert wird. Es ist nun mal für die Wahrheitsfindung entscheidend, sich nicht mit den Verfechtern / Verifizierern einer These zu beschäftigen, als vielmehr mit Skeptikern / Falsifizierern. Nur wenn letztere überzeugend widerlegt werden, erhärtet sich die Wahrheits-Wahrscheinlichkeit einer These und wird allmählich zum akzeptierten Theorem. Dass die Erde rund ist, muss man jedem Kind immer wieder beweisen können. Es sollte kein Glauben-Bekenntnis sein. Nach vielen elenden Jahren des Belogen-Werdens (von 9/11 über BSE bis zum Klima-Schwindel) halte ich grundsätzlich fast jede Aussage, die der Erhaltung der Macht der Mächtigen dient, für falsch. Ich glaube, dass die Verschwörung gegen den Bürger der Normalfall ist. Und wenn ich etwas glaube, dann oft mit ironischen Zusatz "obwohl es in der Zeitung steht" to make my point.

Franz Bettinger

23. April 2020 09:15

@Zeitschnur schreibt "Ayyadurai vermutet, jeder Mensch trage Covid19 in sich. Das Virus wird erst problematisch, wenn jemand aus dem Gleichgewicht kommt.“

Ich glaube, es ist noch simpler, verehrte Zeitschnur: Corona wird niemals problematisch (sowenig wie Ribosomen oder sonstige normale Bestandteile einer Zelle)! Das Virus oder seine RNS ist einfach nur vorhanden (und möglicherweise nützlich, vielleicht gar überlebenswichtig). Es reicht, dass einer aus dem Gleichgewicht kommt, um ihm ein Problem zu schaffen. Und aus dem Gleichgewicht gebracht haben die Merkels dieser Welt fast die ganze Welt. Sie haben uns ein Riesen-Problem beschert.

Maiordomus

23. April 2020 10:23

@Zeitschnur/Laurenz. Shiva Ayyadurrai oder wie er heisst erinnert mich an Paracelsus, als er 1530 das Paradeheilmittel Guyakholz gegen die Syphilis in Frage stellte; trug ihm ein de facto lebenslanges Publikationsverbot ein. Bei der Analyse von Ayyadurrai überzeugt jedoch das Medizinische trotzdem stärker als die geschlossene Feindbild-Konstruktion, in welchem er, wie einst Paracelsus, sich nun mal seinerseits in die Gilde der Rechthaber einreiht.

Die neueste Weltwoche hält uns auf dem neuesten Stand der bis zum Beweis des Gegenteils schändlichen psychiatrischen Internierung des mir persönlich als vertrauenswürdig bekannten Schweizer Kardiologen und Virologen T.B., der in der grossen Linie etwa die gleichen Auffassungen wie Shiva vertritt, freilich wohl nicht in dessen Stringenz und Brillanz, übrigens unterbrochen durch durchaus berechtigte kritische Einwände von Jasmin Kosubek.

Laurenz

23. April 2020 11:34

@zeitschnur ...... ich fand die Plausibilität dieses MIT-Absolventen bemerkenswert, ebenso seine Fähigkeit, komplexe Zusammenhänge doch recht zügig für Laien anschaulich zu machen.
Das mit der schlechten Ernährung oder dem Rauchen sehe ich persönlich nicht so eng, man stirbt eben im Schnitt ein paar Jahre früher. Auch das braucht man nicht so eng zu sehen.

Was @Franz Bettingers "tiefen Staat" angeht, den Er oft benennt, so ist das diffizil. Auch die alt-linke Redaktions-Bande von Ken Jebsen leidet unter dem Vorwurf einer Verschwörungs-theoretischen Lächerlichkeit. Ein sogenannter "Tiefer Staat" ist logischerweise der Öffentlichkeit nicht bekannt, ein Bill Gates gehört daher nicht dazu. Der ist doch offensichtlich ein Menschen-Feind, ein potentiell gefährlicher, wie geisteskranker Tyrann.
Eine Dezimierung der Menschheit ist natürlich plausibel, aber die Frage ist, auf welchem Wege? Gates präferiert den bolschewistischen Weg. Durch die Freiheit einschränkende -, aber trotzdem mehr Menschen-freundliche Geburtenkontrolle kann dies auch geschehen, aber es dauert dann eben 100 oder 200 Jahre. Denn, bestünde die Menschheit nur aus einer Milliarde menschlicher Individuen, wären alle "Probleme" der grün-angemalten Linken fast automatisch gelöst. Verhindert wird dieses Tabu-Thema, da beißt die Maus keinen Faden ab, durch den christlich geprägten Humanismus und ähnlicher Haltungen, wie Interessenlagen.

Der "Tiefe Staat" läßt sich nur anhand weniger Indizien tatsächlich nachweisen. Geschwärzte Akten/Archive sind in ganz Europa, den USA oder auch Rußland üblich. Plausibilität existiert in diesem Bereich nur für Ermittlungs-behördliche oder -bezogene Aspekte. Damit sind nur Schwärzungen für 10 oder maximal 20 Jahre begründbar. Sogenannte demokratische Staaten müßten normalerweise ein Interesse an der Veröffentlichung historisch eminenter Akten haben. Dem widerspricht die Realität, was sich nur mit übermächtigen Verschluß-Interessen begründbar ist, also der tiefe Staat.

Und was die Krokodile angeht, so haben Sie vollkommen Recht, ich gehöre zu den Disziplin-losen Fettis und wiege sicherlich das doppelte von Ihnen. Aber wenn man schon mal dem Tod direkt ins Angesicht geblickt hat, interessiert einen die eigene Häßlichkeit nicht mehr wirklich. Entscheidend ist dann, die Zeit, die einem hier noch bleibt, möglichst bewußt zu verbringen und die Gegenwart zu schätzen. Von daher hatte ich das schon richtig formuliert. Auch für Krokodile gilt, das Auge ißt mit. Sie, zeitshcnur, schmecken sicherlich viel besser und süßer als ich, und sehen appetitlicher aus, also es bleibt bei "lecker zeitschnur".

Gotlandfahrer

23. April 2020 11:38

Sehr geehrter @ Franz Bettinger
„Wie kommt die Dummheit in die Intelligenz? Dieser Satz verfolgt mich, und bis heute kenne ich keine gute Antwort.“

Es DIE Frage, die mich ebenfalls seit Jahren bewegt und mich immer noch verunsichert sein lässt. Da ich selbst nur aus der Warte eines vom Untersuchungsgegenstand gezeichneten Subjekts schauen kann und ferner keine Erfahrung in klinischer Psychologie aufweise, anbei ein Auszug aus Fundstellen, die mich dazu beeindruckt haben, ohne dass ich behaupte, dies sei das Hilfreichste, was hierzu existiert (denn das weiß ich nicht).

Zusammengefasst: Die Intelligenz spielt eine untergeordnete, teilweise destruktive Rolle, ist in jedem Falle aber nicht ausschlaggebend für kluge Entscheidungen. Bei Interesse nenne ich gern die Quellen, ich habe die Textteile nur minimal auf die deutsche Lage angepasst und ich bitte um Verzeihung für das etwas fragmentarische Erscheinungsbild:

Die Terror-Management-Theorie ist eine Theorie innerhalb der sozialpsychologischen Forschung zum Thema „Angst vor dem Tod“. Sie befasst sich mit typischen Reaktionsmustern (Management), die Menschen im Umgang mit Todesangst und dem Bewusstsein der eigenen Sterblichkeit (Terror) entwickeln.

Die Theorie besagt, dass das Bewusstwerden der eigenen Sterblichkeit (Mortalitätssalienz) eine lähmende Angst verursacht, die durch zwei Bewältigungsmechanismen unter Kontrolle gehalten wird, welche auch als „kulturelle Angstpuffer“ bezeichnet werden:

1. Die kulturelle Weltanschauung: Diese kann durch soziale Normen, höheren Sinn, Transzendenz oder die Hoffnung auf Unsterblichkeit eine Struktur und Wertestandards schaffen, die dem Individuum ein Gefühl von Sicherheit geben.

2. Der Selbstwert: Dieser kann durch den Glauben an und eine Lebensführung nach den Wertestandards dieser Weltanschauung erworben werden und ist eine emotionale Ebene der Selbsterhaltung.

Die kulturelle Weltanschauung besteht aus einem komplexen System spezifischer Überzeugungen bezüglich der vom Individuum erlebten Realität. Aufgrund der Tatsache, dass dieses Überzeugungssystem keine unumstößliche Wahrheit, sondern nur ein soziales Netzwerk subjektiver Einstellungen ist, wird die Bestätigung durch andere Menschen (sozialer Konsensus; gemeinsam geteilte Überzeugungen) benötigt. Wird diese Weltsicht jedoch bedroht, etwa durch die konträre Meinung einer dritten Person, führt dies zu einer stereotyperen Wahrnehmung dieser Person, der vermehrten Unterstützung für Personen der eigenen Weltsicht und einer negativeren Bewertung von Personen mit anderen Überzeugungen.

Wird einer Person experimentell die Aufmerksamkeit für ihren eigenen Tod zugänglicher gemacht (Mortality Salience; MS), besteht also das Bedürfnis, die eigene kulturelle Weltsicht zu verteidigen. In einer Studie von Pyszczynski et al. (2006) konnte entsprechend gezeigt werden, dass nach der Induktion von MS amerikanische Studenten eher einen militärischen Präventivschlag gegen den Iran mit mehr zivilen Opfern unterstützen als eine Kontrollgruppe ohne diese Manipulation. In derselben Untersuchung wurden auch iranische Studenten nach ihrer Einstellung zu Selbstmordattentaten befragt. Diese Personen berichteten nach einer MS-Induktion eine positive Einstellung zu solchem Verhalten sowie erhöhte Bereitschaft, sich selbst an einem solchen Anschlag zu beteiligen.

Studien zeigen, dass unser Verhalten sofort defensiv wird, wenn wir an den Tod erinnert werden. Wir werden im Gegenzug zunehmend unsicher. Dies veranlasst uns normalerweise dazu, verstärkte Präferenzen hinsichtlich Mitgliedern unserer eigenen Gruppe (als der „In-Gruppe“) zu zeigen statt zu Mitgliedern einer „Aussen-Gruppe“ [z.B. AfD... Einschub Gotlandfahrer].

Somit richten wir uns zunehmend auf den Konsens aus und ziehen diejenigen vor, die Vorstellungen haben, die unseren eigenen ähnlich sind. Dadurch wird eine „kompensatorische Überzeugung“ entwickelt, also ein aufgeblasener Glaube an unsere persönliche Weltsicht ähnlich der Vorliebe (Bias) für unser eigenes Land und unsere eigene [Zivil-, Einschub Gotlandfahrer] Religion.

Sozialpsychologen haben seit längerer Zeit erkannt, dass Menschen mit einem Bedürfnis nach Stabilität und Ordnung ein Verhalten ausprägen, das ihre Selbstachtung stärkt und ein positives Bild der Gruppe, mit der sie sich identifizieren, begünstigt (Ich- und Gruppen-Rechtfertigung).

Die Theorie der Rechtfertigung der Systeme geht einen Schritt weiter und nimmt an, dass die Menschen ein zusätzliches Motiv haben, um Stabilität und Ordnung zu erhalten: Sie verspüren das Bedürfnis, den Status Quo eines grösseren sozialen Systems zu verteidigen, mit dem sie sich identifizieren (System-Rechtfertigung).

WIR KÖNNEN SAGEN: WENN DIE MEHRHEIT EIN UNTER DRUCK STEHENDES SYSTEM AGGRESSIV VERTEIDIGT UND NICHT ETWA LOCKER UND MIT OFFENHEIT FÜR ANDERSLAUTENDE MEINUNGEN, DANN LIEGT EINE PATHOLOGISCHE GRUPPENDYNAMIK JENSEITS DER VERNUNFT EHER VOR ALS SIE NICHT VORLIEGT – DAS HEIßT, ES IST WAHRSCHEINLICHER, DASS DIE KRITISCHE MINDERHEIT VERNÜNFTIGERE GRÜNDE HAT!

In einigen Fällen kann dieses Bedürfnis, ein soziales System zu rechtfertigen, die Interessen eines Einzelnen oder einer Gruppe übersteigen. So können Frauen, die weniger Bezahlung für eine Arbeit erhalten, die der Arbeit von Männern gleichwertig ist, diese Ungleichheit dadurch rechtfertigen, dass sie erklären - und glauben -, sie hätten die gleiche Bezahlung nicht verdient.

Mit anderen Worten, Menschen möchten sich in den kulturellen Systemen, in denen sie leben, [stabil, Änd. Gotlandfahrer] fühlen. Dies bezieht sich nicht nur auf privilegierte Gruppen, sondern auch auf benachteiligte, und zwar selbst in unserem derzeitigen kulturellen System, das den Interessen dieser benachteiligter Gruppen direkt entgegensteht.

Wenn wir die Beweise vorgelegt bekommen, dass unsere Regierung uns über den [Bevölkerungsaustausch, Änderung Gotlandfahrer] belogen hat, (…) dann kann dies unter den Menschen ein starkes Bedürfnis nach Normalität, Stabilität und Ordnung auslösen. Dieses Bedürfnis kann ihr Bedürfnis, der Wahrheit ansichtig zu werden, in den Hintergrund drängen.

So stellt die Verhaltens- und Neurowissenschaftlerin Laurie Manwell fest:

„Es überrascht nicht, dass viele Leute, wenn sie mit den Unstimmigkeiten um [Regierungslügen, Anpassung Gotlandfahrer] konfrontiert werden, etwa mit den Diskrepanzen zwischen den Informationen, die einerseits weitläufig durch die Mainstream-Medien, von der Regierung und [Experten, Anpassung Gotlandfahrer] verbreitet wurden - und die andererseits durch abweichlerische und weniger gut bekannte alternative Medien und von widersprechenden Experten, Gelehrten und Whistleblowern mitgeteilt wurden, es überrascht nicht, dass die mit diesen schreienden Widersprüchen Konfrontierten dann schnell so reagieren, dass sie aggressiv die offizielle Erzählung verteidigen, und zwar bis hin zu einer Entschiedenheit und Intensität, in der sie Argumente erfinden, mit denen sie ihre Vorstellungen untermauern.“

[Welcome an den Bahnhöfen ist die spontane Vergewisserung, dass das was passiert, keine Bedrohung ist, sondern im Interesse der eigenen Gruppe durch eine gute Regierung aufgrund guter Regeln geschieht, Argumente dafür lässt man nicht an Widersprüchen scheitern, weil man sie nicht scheitern lassen will, sonst droht der Verlust des Schutzes durch die eigenen Gruppe, Einschub Gotlandfahrer]

Diese Furcht hält Journalist/inn/en jetzt davon ab, die härtesten der harten Fragen zu stellen und sich an den schweren Fragen weiter festzubeissen.

Ob jemand das, worüber wir hier sprechen, erkennen und bei seinem wirklichen Namen nennen möchte oder nicht, - es ist eine Form von Selbstzensur. Es beginnt mit dem [Zugehörigkeitsgefühls zur Gruppe, Anpassung Gotlandfahrer] in einem selbst. Es setzt sich fort in dem bestimmten Wissen, dass wegen all der guten Gründe im gesamten Land tief empfundener [„Zusammenhalt“, Einschub Gotlandfahrer] aufkam und weiterhin auf dem Vormarsch ist. Und man findet sich bei der Aporie wieder: Ich kenne zwar die richtigen Fragen, aber weisst du was? Dies ist nicht die richtige Zeit, sie zu stellen ... Solange es meiner Familie gut geht und wir an unserem Lebensstil festhalten können, ist die Wahrheit die, dass ich mich nicht wirklich darum kümmere, was [geschieht], selbst wenn Teile unserer Regierung [aus welchen Gründen auch immer Fehler machen, Einschub Gotlandfahrer].“

Ich- möchte-es-gar-nicht-wissen-Syndrom:

Die Untersuchung, wie weit Individuen sich bei der Entscheidungsfindung auch hinsichtlich der psychologischen Faktoren unterscheiden, die jenen Entscheidungen zu Grunde liegen, führte zur Theorie der Erkennung von Signalen.

Fast alle menschlichen Entscheidungen werden in einer Umwelt aus Unsicherheit getroffen.
Alle Stimuli, sowohl äussere wie innere, die Unsicherheit erzeugen, werden „Lärm“ genannt. Um die Realität genau wahrzunehmen, müssen wir fähig sein, ein „Signal“ inmitten des zerstreuenden Lärms zu erkennen.

Je mehr Lärm sich dort befindet, desto schwerer ist es, das Signal zu entdecken.
[Das heißt: Ich habe keine Zeit und keine Kraft, mich grundsätzlicher Widerlegung meiner Weltsicht zu widmen. Und damit: Eine Demokratie ist besonders anfällig für Kaperung durch böse oder zumindest verantwortungslose Kräfte, da sie wie eine Allmende allen gehört und somit niemandem. Viele passen zwar auf, dass Die Erzählungen stimmen, aber kaum jemand, ob diese nur vorgeschoben sind, Einschub Gotlandfahrer].

Aus einem anderen Text:

Der tiefe bzw. geheime Staat wird aus Mächten der Realpolitik und Entscheidungen hinter den Kulissen gebildet, über die gewöhnliche Bürger/innen in Unkenntnis sind. Scott definiert „Deep State“ noch spezifischer: Die Teile der Regierung, die auf ... den Einfluss (der oberen 1% der Vermögenden) reagieren, nenne ich den „Geheimstaat“ (wenn dieser verborgen ist) oder den „Sicherheitsstaat“ (wenn dieser militärisch ist). Beide repräsentieren Macht von oben nach unten oder nichtöffentliche Macht, die der offenen Macht des öffentlichen Staates entgegengesetzt ist ... der die Bürger als Ganzes repräsentiert. ... Die geheimen Top-Down-Mächte des „Tiefenstaats“ sind zu einer bedeutenden Bedrohung für die Demokratie geworden.

Die Realität ist, dass wir konditioniert worden sind, vor solchen „Verschwörungstheorien“ zurückzuschrecken

Der Referent sagte, dass Typen wie ich zu dem gehören, „was wir die auf der Realität gründende Community nennen“. Diese definierte er als , die „glauben, dass die Lösungen sich aus dem umsichtigen Studium der wahrnehmbaren Realität heraus ergäben“. Ich nickte und murmelte etwas über Grundsätze der Aufklärung und Empirismus.
Er unterbrach mich: „Das ist nicht der Weg, wie die Welt weiterhin funktioniert“, fügte er hinzu.
„Wir sind jetzt ein Imperium, und wenn wir agieren, dann schaffen wir unsere eigene Realität. Und während Sie dabei sind, diese Realität sorgfältig zu untersuchen, werden wir wieder handeln, indem wir neue Realitäten hervorbringen, die sie auch untersuchen können. Und dies ist die Art und Weise, wie Dinge geklärt werden. Wir sind die Akteure der Geschichte. ... und Sie, Sie alle, werden damit zurückgelassen, nur das zu untersuchen, was wir machen.“ [Soweit eine gute Beschreibung von SiN-Kommentarschreibern wie mir...]

Die erlernte Hilflosigkeit:
Das Verhalten von ungefähr 100 Hunden, die auf erlernte Hilflosigkeit konditioniert worden waren, fasst Seligman folgendermassen zusammen:

Die Arbeit im Versuchslabor erbrachte den Nachweis: Wenn ein Organismus ein Trauma erlitten hat, das er nicht kontrollieren konnte, schwindet sein Antrieb, auf spätere Traumata zu reagieren. Selbst wenn er doch reagiert und seine Erwiderung erfolgreich ist und Erleichterung bewirkt, hat er Schwierigkeiten, zu verstehen, wahrzunehmen und zu glauben, dass diese Erwiderung wirkt.
Letztlich ist sein emotionales Gleichgewicht gestört: Es überwiegen Depression und Beklemmung, die in verschiedenen Weisen vorkommen

Der Schlüssel zu erlernter Hilflosigkeit ist demnach der tatsächliche oder wahrgenommene Kontrollverlust.
Variationen dieser Untersuchung, die von Seligman und anderen Forschern durchgeführt wurden, haben - gleich ob die Versuchssubjekte Hunde, Katzen, Ratten, Fische, Affen oder Menschen waren - gezeigt: Einem unkontrollierbaren Trauma unterworfen zu sein, ruft eine deutliche Minderung der eigenen Fähigkeit hervor, auf zukünftige kontrollierbare Traumata anpassungsfähig zu antworten.

Mehr noch, Forscher haben herausgefunden, dass erlernte Hilflosigkeit nicht das Ergebnis eines Traumas sein muss. Alles, was es braucht, um zukünftiges Verhalten dahingehend zu beeinflussen, ist ein unentrinnbares negatives Ereignis, wie etwa das unkontrollierbaren lauten Lärms. Unkontrollierbare unerwünschte Ereignisse, so haben sie entdeckt, tendieren dazu, die Motivation eines Subjekts zu mindern, dem Frust zu entfliehen. Sie hemmen seine Fähigkeit, Probleme zu lösen oder allgemein zu lernen, und sie dämpfen seine normalen, aggressiven oder defensiven Reaktionen auf zukünftige negative Ereignisse.

[WER EINEM UNKONTROLLIERBAREM TRAUMA ALSO HILFLOSIGKEIT AUSGESETZT WAR; WIRD SICH NICHT GEGEN DIE HERRSCHENDE MEINUNG WENDEN; DA SEINE BEWÄLTIGUNGSSTRATEGIE IM DUCKEN UND AUSHALTEN BESTEHT UND JEDER; DER SAGT BEWEG DICH ALS ZUSÄTZLICHE BEDROHUNG WAHRGENOMMEN WIRD. BEWEISE VERSTÄRKEN IHR OHNMACHTSGEFÜHL UND ERZEUGEN AGGRESSIVE ABWEHR. Konklusion von Gotlandfahrer]

Menschen haben ein Grundbedürfnis, ihren Autoritäten vertrauen zu können. Üben diese Gewalt gegen Sie aus, kommt es zu: Leugnen / Schuldig fühlen vs. Beziehung verlassen / ggf Hass auf und Umkehrung der allgemeinen Strukturelemente der Beziehung [Deutschland Du mieses Stück Scheiße, Vermutung Gotlandfahrer]

Edward Bernays: Die Technik der Zustimmung

Wissenschaftler der Massenpsychologie stellten fest, dass eine Gruppe geistige Merkmale hat, die sich von denen eines Einzelnen unterscheiden. Die Gruppe wird durch Impulse und Gefühle motiviert, die wir nicht auf der Grundlage dessen erklären können, was wir aus der Individualpsychologie kennen. So entstand natürlich die Frage: Wenn wir die Mechanismen und die Motive der Gruppenpsyche kennen, ist es dann möglich, die Massen nach unserem Willen und ohne ihr Wissen zu kontrollieren und zu regieren? .…
Wenn du die Führungspersonen beeinflussen kannst, entweder mit oder ohne ihre bewusste Mitwirkung, dann beeinflusst du automatisch die Gruppe, die sie beeinflussen.

Zuerst baue man einen guten Rapport und Vertrauen auf (z. B. verwende man die Strategie „guter Bulle gegen schlechter Bulle“). Dann verwende man alle Tricks, desorientiere das Gegenüber, indem man seine familiären, emotionalen Verbindungen unterbricht. Als Folge wird sich natürlicherweise Desorientierung einstellen. Das CIA-Handbuch erklärt dazu: „Wenn dieses Ziel erreicht ist, ist der Widerstand dramatisch geschwächt. Es gibt dann eine Zeitspanne der außer Kraft gesetzten Lebendigkeit, die auch äußerst kurz sein kann. Es ist eine Art psychischer Schock oder Lähmung. … Sie lässt die Welt, die dem Subjekt vertraut ist, und auch sein Selbstbild in dieser Welt zerplatzen. Erfahrene Vernehmungsbeamte erkennen diesen Effekt, wenn er auftritt, und wissen, dass zu diesem Zeitpunkt die Empfänglichkeit für Beeinflussung sehr viel grösser ist.“

In diesem Moment der Desorientierung, so bemerkt Rushkoff, ist das Subjekt bereit für die Manipulation. Es gerät in einen Zustand der Regression, der unmittelbar dazu führt, dass er dem Vernehmungsoffizier oder dem Verkäufer, den er nun als eine Elternfigur ansieht, Autorität zumisst. Normalerweise erfolgt gegenüber dieser „elterlichen“ Autorität Wohlverhalten. Entweder bedeutet dies, dass man Informationen ausplaudert, oder im anderen Fall, ein unnötiges Bett für 3000 US-Dollar kauft.

Wir brauchten dringen eine elterliche Figur, die uns sagte, wie dieser Wahnsinn mit Sinn zu versehen ist.

Mit anderen Worten: Die Dummheit kommt tatsächlich nicht in die Intelligenz, wie Sie schreiben werter Franz Bettinger, weil „Intelligenz“ vermutlich nicht der gleichen Begriffskategorie wie „Dummheit“ zuzuordnen ist, sie haben anders ausgedrückt wenig miteinander zu tun, sie sind in jedem Falle keine Gegensätze, die sich ausschlössen. Und: Die zunehmende "Dummheit" die um sich greift ist wohl nicht nur der Bildungskatastrophe geschuldet, sondern vor allem auch der subkutan empfundenen Bedrohung, die die o.g. Verarbeitungsweisen auslöst.

Im Übrigen empfehle ich immer gern

https://www.uwcsea.edu.sg/sites/uwcsea.edu.sg/files/tok/Introduction/Why%20Bad%20Beliefs%20Don%27t%20Die%20%28Skeptical%20Inquirer%20November%202000%29.html

sowie den seit seinen Trump-Vorhersagen in Ungnade gefallenen Erfinder von Dilbert: Adam Scott „Wie man sie alle rumkriegt“.

Elvis Pressluft

23. April 2020 18:11

Alles wird gut: Schon entstehen neue Arbeitsplätze. Heute suche ich meinen örtlichen Drogeriemarkt auf – und werde sofort nach dem Eintreten von einer klassischen Halbwelttype empfangen: Kleiderschrankstatur, kahl rasierter, fast vollständig tätowierter Schädel. Erraten! Security. Der Herr stellt sicher, daß jeder Kunde einen „frisch desinfizierten“ Einkaufswagen in Empfang nimmt. Die vermummten (Maske!) Rentnerinnen nehmen es als neue Normalität. Ich meinerseits frage schon gar nicht mehr, welcher Film gerade gedreht wird.
Ernster: Söder zeigt sich „sehr offen“ für eine bundesweite Zwangsimpfung – also wird sie kommen, ob rechtmäßig oder nicht, wenn nicht de jure, so sicherlich de facto. Die Mächtigen werden noch viel Spaß mit ihren Untertanen haben. Aber das ist der unlängst bei GK pointierte Wille zur Unfreiheit: Die Leute wollen kontrolliert und gegängelt, gelobt und getadelt werden. Parallel dazu läuft die Unfähigkeit, die Freiheit des Anderen zu ertragen. Wie kannst du es wagen, frei zu sein! How dare you. Sei gefälligst willig geknechtet wie ich!

Ratwolf

23. April 2020 18:19

Wo sind die Experten?

Virologen drehen Moleküle am Computer und Astrophysiker können die Mechanik einer Galaxie nur durch Erfindung einer "unsichtbaren Masse" erklären (vereinfacht).

Bran

23. April 2020 19:17

@werte Zeitschnur:

Mal eine stilistische Anmerkung: Inhaltlich stimme ich zwar nicht immer mit Ihnen überein in dem ganzen Corona-Komplex, widerspreche Ihnen aber auch im Wenigsten, wenn ich Ihre Kommentare so lese.
Aber Ihr nun schon seit Wochen andauernd anhaltendes regelrechtes Abkanzeln sämtlicher Foristen, die nicht Ihre und F.B.'s Meinung teilen oder es sogar wagen, Ihnen zu widersprechen, geht zunehmend auf die Nerven.
Mit um sich schlagen und alle weigbeissen, wird man diese wie jede andere Krise und auch die Pläne hinter dem Offensichtlichen ganz gewiss nicht verhindern oder vereiteln können.

Kositza: Ja.

Ronny Licht

23. April 2020 23:39

@Frau Jüngling,

Kubitschek hat zu diesem Thema neulich in einem Interview vermeldet:

"Es ist allgemein anerkannt, dass keine Wissenschaft ohne Kampf der Meinungen, ohne Freiheit der Kritik sich entwickeln und gedeihen kann. Aber diese allgemein anerkannte Regel wurde in unverfrorenster Weise ignoriert und mit Füßen getreten. Es bildete sich eine abgekapselte Gruppe unfehlbarer leitender Persönlichkeiten heraus, die, nachdem sie sich gegen jede Möglichkeit einer Kritik gesichert hatte, eigenmächtig zu wirtschaften und ihr Unwesen zu treiben begann."

Und Frau Kositza meinte gar:"Immer und immer wieder bitte ich: weniger Zahlen, dafür gescheitere."

Damit ist alles gesagt.

zeitschnur

24. April 2020 00:27

@ Bran und sein Echo

Ich habs nicht so mit ad personam-Anmache. Für starke Argumente muss ich mich nicht entschuldigen - widersprechen Sie mir doch gesalzen, wenn Sie was zu sagen haben. Es sind harte Zeiten, wem gefällt das schon?
Und vor allem: es gehört zum guten Stil, dass man sich auf konkrete Sätze bezieht, wenn man Kritik übt. Tun Sie das bitte - ich werde das gerne konkret prüfen. Ihr Rundumschlagvorwurf trifft auf Sie selbst zu. Die Nerven liegen wohl allenthalben blank, auch auf dem Rittergut.

[Kositza: ??? Hier liegt gar nichts blank, von Lichtkeimern abgesehen] Und verstehen kann ichs.

Im übrigen werden Sie in zwei Jahren wahrscheinlich besser verstehen, was ich jetzt und hier vortrage. Es ist ein verzweifelter Versuch zu halten, was vielleicht nicht mehr zu halten ist. FB hat hier tatsächlich neben einigen anderen genügend Einblick und Augenmaß. Auch seine Worte werden manche erst in zwei Jahren verstehen und sich in den Hintern treten, aber dann wird es zu spät sein, wenn kein Wunder eintritt.
Aber wie gesagt: manche brauchen einfach länger, bis sie erfassen, was hier gespielt wird. Und das, was gespielt wird, kann uns alle fortspülen. Don't shoot the messanger.
Aber falls ich mich irren sollte, werde ich mich freuen und Sie zum Kaffee einladen. Ja: nichts lieber würde ich erleben, als mich hier zu irren. Allein ...

Lumi

24. April 2020 00:51

Großartiges Video von Jasmin (RT deutsch) mit Shiva Ayyadurai! Fröhlich sprudelnder und rücksichtsloser Klartext ganz nach meinem Geschmack. Wohltuend frei von eiertänzelndem Geschwafel. Danke dafür, Laurenz.

dreamingplanet7

24. April 2020 06:33

Christopher Hitchens hatte einmal sueffisant darauf hingewiesen dass diejenigen die Galilei die Folterinstrumente zeigten dieselben waren die unter keinen Umstaenden durch sein Teleskop schauen wollten.
Das eine.
In Stefan Zweigs Magellan gibt es am Ende die schoene Anekdote wie in ganz Europa wissenschaftliche Konferenzen stattfanden ueber die Frage wo denn der Tag geblieben sei nach der Weltumseglung, ein Fehler in den Logbuechern war ja nicht zu finden.
Das andere.

So oder so, wir wissen so wenig, ob wir wollen oder nicht.

quarz

24. April 2020 11:11

"dass diejenigen die Galilei die Folterinstrumente zeigten dieselben waren die unter keinen Umstaenden durch sein Teleskop schauen wollten."

Beliebte Polemik, wissenschaftshistorisch aber völlig falsch. Im Klerus (für den pars pro toto wohl diejenigen stehen sollen, die "ihm die Folterinstrumente zeigten") fand Galileo die glühendsten Fans. Jesuiten waren die ersten, die "durchs Teleskop schauten" und seine Beobachtungen bestätigten. 1610 wurde Galileo nach Rom eingeladen, von höchsten kirchlichen Würdenträgern empfangen und enthusiastisch gefeiert. Zu seinen Ehren wurde eine wissenschaftliche Tagung abgehalten und er wurde für seine Verdienste ausgezeichnet. Von all dem hat der geschmeichelte Galileo in seinen Briefen stolz berichtet.

zeitschnur

24. April 2020 11:14

@ Ronny Licht

Was hat Ihre Antwort an mich mit dem zu tun, was ich geschrieben hatte? Und was mit Ihren eigenen Worten im vorigen Kommentar?
Da ist kein erkennbarer Zusammenhang. Falls ich ihn übersehen haben sollte, erklären Sie ihn mir bitte.
Sie haben in Ihrem ersten Kommentar gegen alternative, "rechte" Medien geschossen. Hier nun scheint es so, als wollten Sie mit den Worten GKs und EKs gegen die diktatorische Wahrheitsbeanspruchung der Mainstreammedien schießen - außer diesen Deutungsherren tut das ja auch niemand. Und niemand als sie zwingen uns die Aussetzung unserer Freiheitsrechte auf.

Zu den Zahlen:

Es ist eine Tatsache, dass die Bundesregierung offenbar alles dafür tut, dass wir KEINE einigermaßen valide Datengrundlage für unser Land bzw einzelne Regionen im Land erhalten. Das RKI hat buchstäblich NICHTS getan, um die notwendigen Daten zu erheben, um eine mögliche Prognose für den Verlauf dieser Krankheit zu erlauben. An den endlich erfolgten Datenerhebungen von Prof. Streeck geruhte man berlinerseits nur herumzumäkeln, ohne selbst Besseres oder gar qualitativ Gleichwertiges zu liefern und lässt den jungen Mann möglichst nicht all zu sehr zu Wort kommen mit seinen handfesten Daten.
Honi soit qui mal y pense:
Ohne eine solche Datengrundlage fischen grundsätzlich alle "Maßnahmen" sachlich im Trüben, laufen auf bodenlose Schikanen und Entmündigungen mithilfe der Verunsicherung der Bevölkerung durch tägliche Horrormeldungen auf der Basis mehr oder weniger frei erfundener Szenarien.

Es ist mehr als dilettantisch, täglich irgendwelche Additionen von Zahlen, die gleich Äpfeln und Birnen miteinander verglichen werden, zu präsentieren. Dieser Pfusch, den man uns bietet, funktioniert derzeit so: Wenn das RKI gestern (ist ein Modelbeispiel) 20 PCR-Tests macht, dann erhalten sie vielleicht 5 "Positive". Die stellt das RKI in die Statistik: "Heute 5 "Neuinfektionen"" (was auch schon eine falsche Aussage ist, weil einer, der in diesem Test positiv ist, nicht zwingen infektiös oder gar krank ist). Am nächsten Tag macht das RKI 1000 Tests und erhält vielleicht 100 "Positive" und erklärt auf einer der berüchtigten Pressekonferenzen: Die Zahl der Neuinfektionen hat sich seit gestern verzwanzigfacht. und die ahnungslosen Bürger glauben diesen Blödsinn. mehr als solche abenteuerlichen "Zahlen" bieten uns diese Pfuscher aber nicht. Der Schritt zur freien Erfindung der Zahlen im Relotius-Modus ist da nicht mehr weit.

Ich raufe mir täglich mehr die Haare über den bodenlosen Quatsch, der in den Medien täglich rauf und runter propagiert wird. Ich kenne einige Leute, die immer noch total vollgesogen sind von dieser Propaganda. Gestern etwa heißt es nun, das "neuartige Virus" verursache nicht nur eine „Lungenkrankheit“, sondern auch eine Herzmuskelentzündung. 20% der Infizierten müssten damit rechnen. Ich dachte sofort: woher wollen die das denn wissen, wo doch notorisch nicht obduziert wird?! Wo keinerlei repräsentative Studien zur Durchseuchung der Bevölkerung gemacht wurden?! Ich verfolgte das ein bisschen im Netz und stellte dann fest, dass es Studien zu geben scheint, die versucht haben, den Zusammenhang von Herzmuskelentzündung und COVid19 zu untersuchen, aber keine Ergebnisse erzielen konnten, weil die Betroffenen bereits vorher schon an schweren Herzerkrankungen litten und die Frage v.a. die ist, inwieweit Corona diesen Risikogruppen gefährlich werden kann. Nicht einmal dieser Zusammenhang konnte jedoch zweifelsfrei geklärt werden und musste offen bleiben. Wie kommt dann aber eine derart verzerrende und absurde Nachricht in die Medien?
Eine von der Propaganda vollgesogene Dame erklärte mir gestern empört, man wisse ja noch gar nicht, was das Virus alles verursache und malte das düstere Bild von „neurologischen Spätfolgen" an die Wand. Ja, was denn noch alles? Nu die psychopathologischen Schäden, die sich abzeichnen, zieht man nicht in Erwägung. Meine Frage, wie man denn behaupten könne, es gäbe solche „neurologischen Spätfolgen“, wo man keinerlei Langzeitstudien vorweisen kann, beantwortete sie mit der Replik, das sei ja das Schlimme, dass man hier noch gar nichts wisse. Ich: das ist doch bei jeder Virenmutation jedes Jahr so. Auch bei einem aktuellen Rhinovirus wissen Sie nicht, welche Spätfolgen er haben könnte - darum haben wir uns doch bisher auch noch nie weiter gekümmert, weil es irrational ist. Es müssen doch handfeste Manifestationen vorliegen, um einen solchen Verdacht in die Welt zu setzen. Es sind alles nur Gerüchte, keinerlei valide Daten. Sie reagierte darauf mit der Feststellung, wir müssten aber den 1,5m-Abstand einhalten. Ich stand 3 m von ihr weg.

Wir werden in ein neues Zeitalter des Wahns eintreten, ähnlich dem späten 16. und 17. Jh. Wenn GK noch von einem kontroversen Diskurs ausgeht, sehe ich das Ende der Wissenschaft am Horizont. Das zeichnete sich schon letztes Jahr bei der ebenso lächerlichen Klimawandelhysterie ab, die leugnet, dass es zu dem Thema mindestens zwar Meinungen gibt und „97%“, ihr wisst schon. Damit war der Schritt über den Rubikon in den Wahn bereits gemacht.

Bran

24. April 2020 12:02

@Zeitschnur: Wenn Sie, die hier nun schon seit längerem alle ad personam abkanzelt, mir dies vorwerfen, muss ich ein wenig schmunzeln. Und es ist mir einfach zu mühsam, hier x Kommentarfetzen reinzukopieren, um Ihnen verständlich zu machen, was ich meine. Wenn Sie Ihren eigenen Ton nicht hören können, kann ich nichts machen.
Aber sei's drum. Mir ist die Zeit zu wertvoll, um mich hier auf eine Kommentarschlacht einzulassen. Tun Sie, was Sie nicht lassen können und fühlen Sie sich ruhig im Recht.
Ich für meinen Teil lasse diese Kommentarspalte wieder frei für Andere.

Götz Kubitschek

24. April 2020 15:13

badeschluß.

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