26. Juni 2020

Antirassistischer Imperativ

Heino Bosselmann / 46 Kommentare

Man kann letztlich alles diskutieren, sogar, ob Immanuel Kant ein Rassist gewesen wäre.

Heino Bosselmann

Heino Bosselmann studierte in Leipzig Deutsch, Geschichte und Philosophie für das Lehramt an Gymnasien.

  • Sezession

Interessant finden die Diskutanten dies, weil an Grundpfeilern der Ethik und Aufklärung, mithin am europäischen Weltbild rütteln darf, wer am Kant-Denkmal rüttelt.

Insofern es überhaupt eher ums bloße Meinen und Dafürhalten als um qualifizierte Urteile geht, darf zudem jeder mitmachen, gegen einen der Größten der Philosophie, der oft als Autoritätsbeweis zitiert, kaum aber gelesen wird. Bekenntnis ist in der Berliner Republik längst wichtiger geworden als Erkenntnis. Nicht mal die philosophisch gebotene Unterscheidung von Wort und Begriff findet statt.

Müßig deswegen, jetzt darauf hinzuweisen, daß Kant am besten aus seiner Zeit heraus zu verstehen ist, die nun mal anderen Begriffen und Zuschreibungen folgte als die unsere, wenngleich sich Johann Gottfried Herder mit einer vermeintlich damals schon moderneren Auffassung gegen den Königsberger in Stellung bringen läßt.

Das alles kann man, wenn man möchte, im Berliner „Tagesspiegel“ nachlesen, in einer Argumentation von Floris Biskamp, der kenntnisreich daherkommt und gerade noch moderat polemisiert, obwohl er einer der steten Mahner vor rechter Gefahr ist.

Symptomatisch erscheint aber etwas anderes, nämlich allein der Untertitel der Überschrift. Er lautet: Müssen wir den Philosophen der Aufklärung heute vom Sockel stoßen?“

Dieser Satz offenbart im Stile der DDR-Volksbildung – vermutlich halbbewußt - mehr Zeitgeist, als er offenbaren will, und zwar zum einen kraft des frech vereinnahmenden Pronomens „wir“, zum anderen im Gebrauch des harten Modalverbs „müssen“.

Beides suggeriert, daß wir zur politischen Folgsamkeit erzogen werden müssen. Wer sind „wir“? Vermutlich alle „Anständigen“, die, weil sie anständig sind, gefälligst einem Diktum zu folgen haben: Wenn nämlich zu beweisen wäre, daß Kant als Rassist zu gelten habe, „müssen wir“ dieser Festlegung in Übereinkunft folgen und sollen den Aufklärer vom Sockel hauen, in Befolgung einer "Kritik der weißen Vernunft", wie Biskamp pointiert meint.

Nein, eben nicht wollen, können oder dürfen, sondern MÜSSEN, aus einem Sollen heraus, das gebietet: Ein Rassist ist in unserem Deutschland eines Denkmals unwürdig, selbst wenn er ein philosophisches Erbe hinterließ, auf das sich unser Menschenbild sowie das Staats- und Rechtsverständnis gründen. Rassist bleib nun mal Rassist, selbst in seiner vormaligen Lebensgegenwart, die das Wort, wenn sie es überhaupt gebrauchte, eben nicht so gebrauchte wie wir Anständigen heute. Wollten wir das anders sehen und etwa noch von Historizität reden, wären wir ja selbst Rassisten.

Jemand, der sich als Medium der „Anständigen“ versteht, will seine Argumentation mit dem Ziel führen, daß danach unwidersprochen klar zu sein hat, was wir jetzt „sollen“ und "müssen". – Das genau kennzeichnet überhaupt die politische Verfassung der Erziehungsrepublik Deutschland, nicht nur in der Frage, wie man zu Immanuel Kant stehen SOLL und MUSS.

Offenbar leben wir überhaupt in den Zeiten großer Läuterung: Unsere Sünden werden uns nicht nur endlich klar, nein, wir stellen sie sogar endgültig ab und gestalten wieder mal den neuen Menschen, still perplex nur, weil wir das über die früheren Jahrtausende nicht vermochten. Aber jetzt ist es ja soweit: Wir retten uns vor uns selbst und damit den Weltfrieden, das Weltklima und das Weltgewissen, und selbstverständlich sind wir aus Einsicht und Vernunft künftig keine Rassisten mehr!

Der Autor endet seinen Beitrag huldvoll salomonisch, aber doch tendenziös, selbst wenn er sich in den Konjunktiv zurückzieht:

"Wenn 'vom Sockel stoßen' aber heißt aufzuhören, Kant als einen über jeden Zweifel erhabenen Heiligen zu verehren, dann sollte man den Bildersturm besser heute als morgen vollziehen – und wenn man dabei ist, könnte man auch darüber nachdenken, ob man überhaupt irgendwen in solcher Weise auf Sockel stellen muss. (...) Vielleicht besteht für uns weiße Männer doch noch Hoffnung und wir können, wenn wir uns denn Mühe geben, auch im hohen Alter noch Rassismus verlernen. Darin dürfte man sich Kant dann durchaus zum Vorbild nehmen – aber das kann man nur, wenn man anerkennt, dass es einen Rassismus gab, den er verlernen musste. Auf einen Sockel muss deshalb aber niemand gestellt werden."

Aha. Wir haben also bitte weiter zu lernen. Und uns zu bessern! Und sollen und müssen dann aber folgsam sein. Wir, also die Guten! Kant ist kein Heiliger mehr, wir aber können es endlich werden, antirassistisch sowieso, aber zudem tolerant, weltoffen, klimaneutral und möglichst vegan.

Die Auffassung der Linken, ein Leben ohne Leid und Schuld wäre möglich und der Mensch in seiner Exzentrizität würde durch ein neues Denken oder bessere Bedingungen erlöst, ist nicht nur illusionär, sondern vor allem gefährlich.


Heino Bosselmann

Heino Bosselmann studierte in Leipzig Deutsch, Geschichte und Philosophie für das Lehramt an Gymnasien.

  • Sezession

Kommentare (46)

Maiordomus

26. Juni 2020 09:57

Die Meinungen von Kant über "Negern", "Mohren"m "Eskimos", über die "rachsüchtigen und feigen", aber "arbeitsamen" allesfressenden Chinesen u. auch sog. Naturvölker waren sogar für das 18. Jahrhundert unter jeder Kanone und weit unter Niveau der Jesuiten-Missionare, die früh die Sprache dieser Völker grammatikalisiert haben und deswegen klar mehr empirischen Zugang hatten als der nie über die engeren Gemarkunngen einer Stadt hinausgekommene Königsberger, eine Stadt, wo gestern eine "Siegesparade" stattgefunden hat, kein Beitrag zur kulturellen Weiterentwicklung zwar. Von hohem Unterhaltungswert ist das Buch "Kant's grosse Völkerschau", Heimeran München 1960, Anlass genug, sämtliche Spuren von Kant aus linksgenderischer Sicht zu löschen, zu schweigen von Kolumbus, der nach seiner 1. Fahrt 10 in Westindien für Glasperlen gekaufte Sklaven als Beute seinen Königen nach Hause gebracht hat. Eine Schülerin von mir, jetzt Arabistin, fand Kant "massiv überschätzt"!

Caroline Sommerfeld

26. Juni 2020 10:26

Ich liebe seit 25 Jahren Kants Waldtungusenmutter, die ihrem Kinde den Rotz aus der Nase zu nuckeln pflegt. Sie taucht in den Mitschriften seiner Anthropologievorlesungen auf, den Mitschreiber habe ich vergessen, die wilde Mutter nicht.

Der "neue Mensch" ist mit Kants Anthropologie nicht zu haben. Kant lehrt "uns", und dies ist kein Kollektivsubjekt, sondern die lange Reihe all seiner Leser, daß der Mensch nur "allmählich" in die Lage versetzt werden kann, "einen Hang zu überkommen". Die Hilfsmittel (motiva auxiliara) dazu sind zuvörderst: die Gewohnheit ("den alten Adam auszuziehen"), die Erziehung ("Wie kultiviere ich die Freiheit bei dem Zwange?") und der Schein ("Etwas, das zunächst nur zum Scheine geübt wird, geht nach und nach in die Gesinnung über"). Alle diese Mittel greifen jedoch nur, wenn sie nicht zur Herrschaftsausübung über einen anderen Menschen verwendet werden. Man kann einen anderen Menschen nicht zur "Revolution der Denkungsart" zwingen, in diese hineinmanipulieren auch nicht, weil der Akteur immer der vernünftige Mensch selber sein muß, und nicht ein Dritter, der ihm Motive einzupflanzen sich bemüht. Hier zeigt sich, daß der Kategorische Imperativ ein reines Sollensgesetz ist und kein politisches.

Also: soll'n se mal versuchen, den "neuen Menschen" auszurufen. Wird nicht klappen, da sei Kants Anthropologie davor.

Laurenz

26. Juni 2020 10:30

Naja, von mir aus kann Kant weg. Aber wo fangen wir an und wo hört es auf? Die Unkenntnis der deutschen Hofschranzen-Journaille über zB afrikanische Geschichte zeigt doch nur, daß es nie um tatsächliche Fakten geht.

Im Westen nichts Neues...alle Ü50 möchten sich erinnern, nur ein kleines Beispiel .... vor 40 Jahren, Südafrika & Apartheid ... kein Obst aus Südafrika & so weiter & sofort. Die heute in Südafrika lebenden Schwarzen sind keine indigenen Bewohner Südafrikas. Die indigenen Bewohner (Küstenregion), früher genannt "Hottentotten", sind weitestgehend ausgerottet. Bantus und Zulus kamen zu derselben Zeit in das unbesiedelte Land (aus dem Norden) an, wie die Buren (aus dem Süden). Die Buren gewannen schlicht den Invasions-Konflikt. Und Bantus und Zulus machten weder mit Buren (Afrikaander) & Briten, noch mit sich selbst großes Federlesens. Südafrika hat immer noch eine der höchsten Mordquoten auf dem Planeten. Und seit 26 Jahren ist der ANC an der Macht. Daß sich nun eine schwarze Ersatz-Oberschicht gebildet hat, und unter schwarzen Stämmen ein tribaler Rassismus herrscht, paßt halt nicht ins linke Weltbild. Also läßt man es für den Mob einfach weg.

Der_Juergen

26. Juni 2020 10:34

In den USA hat Shoan King, Anführer von "Black Matters", dessen Fotografie erkennen lässt, dass er bestenfalls Viertelschwarzer ist, dazu aufgerufen, Gemälde, die Jesus Christus als Weissen zeigen, zu zerstören. Die Fronten klären sich mehr und mehr: Wer da noch glaubt, es gehe darum, Schwarze vor weissem Rassismus und weisser Polizeigewalt zu schützen, an dem ist Hopfen und Malz verloren. Es wird gegenwärtig zum Sturm nicht nur auf die abendländische Kultur, sondern auf die Zivilisation schlechthin geblasen, und es sieht ganz so aus, als winke den Zerstörern der Erfolg. Mit Waschlappen a la Donald Trump, die auf jede Provokation mit einer Beschwichtigung antworten (Trump verabschiedete ein Gesetz zum zusätzlichen Schutz der "LGBT"-Gemeinschaft vor Gewalt und gestand den Schwarzen einen zusätzlichen Feiertag zu) ist dieser Krieg verloren.  Ein Fels in der Brandung ist in den USA Tucker Carlson, der zwar ebenfalls taktiert und es vermeidet, beispielsweise auf den exorbitant hohen Anteil der Schwarzen an Kriminellen hinzuweisen, aber immerhin klarstellt, dass hier ein Krieg bis aufs Messer gegen Amerika und seine Geschichte geführt wird. 

RMH

26. Juni 2020 10:35

@maiordomus,

Wer Kant für massiv überschätzt hält, der darf dann gerne sich in die Arabistik flüchten und dort reüssieren. Ehrgeiz ist die letzte Zuflucht des Versagers (Wilde).

Der_Juergen

26. Juni 2020 10:36

2. Teil

Während die Plünderer, den Videos nach zu schliessen, ganz überwiegend schwarz sind, scheint ein grosser Teil, vermutlich die Mehrheit, der "friedlichen" Demonstranten und der Denkmalschänder aus weissen Degeneraten zu bestehen. Wir haben es also nicht ausschliesslich mit einem "Rassenkampf" zu tun; das schwarze Subproletariat dient den weissen Kommunisten sowie den - meist auffallend hellhäutigen - schwarzen Agitatoren als Rammbock zur Zerstörung des traditionellen Amerika. Das Ziel ist natürlich eine totalitäre Schreckensherrschaft, eine Synthese aus Kommunismus und Finanzkapitalismus. Schon in den neunziger Jahren warnte der katholische Theologe Johannes Rothkranz vor einem "Ungeheuer aus der Tiefe", dessen beiden Köpfe Marx und Rothschild seien. Er hatte recht.

Maiordomus

26. Juni 2020 11:08

@Sommerfeld. Was Kant von Aufklärungs-Anthropologie unterscheidet, ist die Perspektive des "Radikal-Bösen", was sowohl dem Cliché des nicht fertig gelesenen Rousseau vom Gutmenschen widerspricht wie generell dem von Schopenhauer als "ruchlos" denunzierten Optimismus der Aufklärung. Die von mir oben angedeuteten Urteile Kants über fremde Völker, die er im Gegensatz zu den Missonaren nur via Literatur kannte, hängen mit seinem Aufklärungsbegriff zusammen.Wenn er schon das ihm historisch vorausgehende christliche Europa, zumal dessen volkskundlichen Unterbau, als unmündig und unaufgeklärt einschätzte, musste dies für ihn erst recht für fremde Völker gelten. Aufgrund seiner Anthropologie, auf die @Sommerfeld aufmerksam macht, konnte er nicht an den "edlen Wilden" glauben. Dabei war Kant als reiner Intellektueller stärker, auch noch als mathematischer Empiriker, wie als Kenner der realen Welt. Im Gegensatz zu meiner Schülerin, die dafür, wie durchschnittliche Gymnasiasten,  Kants transzendentale Erkenntnistheorie und Anthropologie kaum "checkte".

RWDS

26. Juni 2020 11:24

"[...]könnte man auch darüber nachdenken, ob man überhaupt irgendwen in solcher Weise auf Sockel stellen muss."

George Floyd kann er schonmal nicht gemeint haben.

Maiordomus

26. Juni 2020 11:25

@RMH. Arabistik ist als anspruchsvolle Sprachwissenschaft wohl immer noch die Intelligenz stärker fördernd als etwa "Islamwissenschaft"; Sie haben aber in einem Punkt wohl recht: die Mehrheit der Gymnasiasten ist mit Kants Erkenntnistheorie massiv überfordert. Selbst Philosophiestudenten "eignen" sich dieselbe eher durch Zusammenfassungen in Lehrbüchern oder aus Wikipedia an als mit Grundlagenlektüre. Schon die Unterscheidung zwischen theoretischer und praktischer Vernunft und die Einsicht "das mag in der Theorie richtig sein, taugt aber nicht für die Praxis" als Kantscher Hintergrund ist für viele eine Überforderung. Die Zahl der Studierenden von heute, die wissenschaftlich denken gelernt haben, würde ich auf optimistisch auf etwas 5% einschätzen, was eine schöne Quote wäre. Ich glaube nicht, dass im dt. Sprachraum die Zahl der im Denken Gebildeten (Ausnahme bei den Frauen) in den letzten 150 Jahren wesentlich gestiegen sein dürfte.

Maiordomus

26. Juni 2020 11:53

PS. Arabistik und anspruchsvolle Sprachstudien sind weniger die Intelligenz "fördernd" (dies zwar vermutlich wohl auch) als die Intelligenz fordernd. Im Philosophiestudium war  früher eine propädeutische Prüfung in Logik, z.B. nach dem Lehrbuch von Kamlah-Lorenzen "Logische Propädeutik" oder noch früher nach der nicht zu unterschätzenden scholastischen Logik ein Muss: eine Barriere gegen Philosophie und Geisteswissenschaften als Geschwätzwissenschaften, vgl. auch vorzügliche frühere Einführung "Logik für Juristen". Ein anspruchsvolles Studium und zumal wissenschaftliches Denken "fordert" primär die Intelligenz, vermag diese hoffentlich auch zu fördern. Wissenschaftsgeschichtlich bleibt Kant sehr hoch einschätzbar, wiewohl bei der reinen Intelligenz Euler und Kepler mutmasslich noch höher. Kepler hat auch ein Einstein im Vergleich zu sich selber den Vorzug gegeben. Es ist aber nicht so, dass solche Genies, in dieser Liga fast nur Männer, besonders lebensklug zu handeln wüssten.

Franz Bettinger

26. Juni 2020 12:22

Wir haben es in der "westlichen Welt" mit einer Fahrt aufnehmenden Kulturrevolution zu tun, und es würde mich nicht wundern, wenn sie enden würde wie einst in China unter Mao - mit Millionen von Toten. Den Anfängen wehrt, wie's aussieht, jedenfalls keiner. Was soll also daraus werden? 

Maiordomus

26. Juni 2020 13:09

@Bettinger. Sie sprechen den Punkt an, wo ich Ihnen am meisten recht gebe, unbeschadet gelegentlicher und manchmal auch grundsätzlicher Meinungsverschiedenheiten. Hier dürfen  wir uns aber  keinen Illusionen hingeben. Bei allen noch möglichen Irrtümern des grossen Philosophen halte ich dafür, dass Kant im Zusammenhang mit dem Radikal-Bösen nicht im Gegensatz zu Edmund Burke gesehen hat, dass Aufklärung und Rationalität ein dünnes Häutchen einer zivilisatorischen Errungenschaft darstellen, das jederzeit preisgegeben werden oder verloren gehen kann. Wir sollten dies aber nicht plump mit "Migration" und "Umvolkung" gleichsetzen, auch das geistige und moralische Niveau der Autochthonen kann im Sinn der genannten Anthropologie jederzeit abstürzen. Beim Mainstream kommt noch das berühmt-berüchtigte "Erhaltungsgesetz der Dummheit" (Jacques Maritain) dazu. Dass man nämlich eine rasende Verblödung geradezu als Aufklärugn auszugeben geneigt ist.

heinrichbrueck

26. Juni 2020 13:26

Die antirassistischen Gutmenschen wollen als anständige Menschen sterben. Mit diesen Leuten gibt es keine Diskussion, es wäre ein Aneinandervorbeireden. Es soll auch nicht der neue Mensch geschaffen werden, sondern die Auslöschung der Weißen stattfinden. Eine Werteaufklärung gegen die Logik der Realität. Erstere unpolitisch, individuell unhistorisch, in der Hoffnung antirassistisch marxistisch (gegen die eigene Gruppenidentität). Marxismus als Paradies der Werktätigen gelogen, Antirassismus als induzierter Selbsthaß angenommen; insgesamt gesehen, soll es überhaupt nicht funktionieren. Mit der Rassismuskeule sollen die Weißen zurückgedrängt werden. Und die Antirassismuseinstellung überläßt die Verteidigungshaltung der geforderten Kapitulation, um der Rassismuskeule die unverstandene Polemik nützlich werden zu lassen. Man beschimpft Weiße und zieht Nutzen daraus, wenn diese es zulassen. Die Keulenschwinger definieren den Begriff, darauf sich weißes Rassebewußtsein niemals einlassen darf. Werden ethnozentrische Loyalitäten als Fremdenfeindlichkeit definiert, gibt es keine Diskussionen mehr.

Maiordomus

26. Juni 2020 13:28

@Kant: Es fällt leicht, sich über dessen seinen eigenen erkenntnismässigen Theorien teilweise hohnsprechenden "rassistischen" Ausführungen aus seinen naturwissenschaftlichen Kollegien lustig zu machen oder deswegen - weil "rassistischer" als jeder, der sich hier äussert - die Schleifung der Kant-Denkmäler und Umbenennung von Strassen zu fordern. Schwieriger wird es, Kants Fragestellung zu verstehen: "Sind synthetische Urteile a priori" möglich?"  Lichtenberg warnte, weil Kants Theorien schwierig seien, halte schon jeder, der sie zu verstehen glaube, dieselben für wahr; das ist durch die Schwierigkeit so wenig bewiesen wie die Relativitätstheorie. Von Kant führt, abgesehen von der Herkunft aus dem scholastischen Universalienproblem, ein Weg zu Wittgenstein und Quine, wobei vergleichsweise bei der Verständlichkeit Popper noch der wohl vermittelbarste Kant-"Schüler" gewesen zu sein scheint. Hat man aber die Theorie verstanden, ist sie quasi zur Belohnung noch längst nicht wahr.  "Es ist alles durchwebt von Vermutung" (Xenophanes).

Monika

26. Juni 2020 13:58

Kantkritik vom Feinsten findet sich bei Romano Guardini ( in: Vom Geist der Liturgie/Der Primat des Logos über das Ethos). Für Guardini widerspricht Kants Philosophie, insbesondere die dauernde Vorherrschaft des Willens über die Erkenntnis ( Ethos über Logos) katholischem Geist. Für Guardini ist Kant d e r Philosoph des Protestantismus. Guardini: „Die Tat des auf sich selbst gestellten Einzelnen wurde immer bedeutungsvoller. So drängte sich das tätige vor das beschauende Leben, der Wille vor die Erkenntnis“ ..“Diese willensmässige Stimmung wurde auch wissenschaftlich, als Grundsatz ausgesprochen. Und zwar geschah dies in der folgenschwersten Weise durch Kant.“ Guardinis  Kritik an Kant kann hier nur angerissen werden. Aber für konservatives Denken lohnt sich, auch mal an Kant zu rütteln. 

quarz

26. Juni 2020 14:08

@Maiordomus

"Wir sollten dies aber nicht plump mit "Migration" und "Umvolkung" gleichsetzen, auch das geistige und moralische Niveau der Autochthonen kann im Sinn der genannten Anthropologie jederzeit abstürzen."

Dass es bereits abgestürzt ist, ist ja der Kern des Übels. Die Fremden nutzen nur das Machtvakuum, das ihnen aktuell der pathologische Zustand des "Western mind" darbietet, der seine Kräfte in Selbstzerfleischung gegen die eigenen Leute richtet. Verfügte unser Kulturraum auch nur annährend über das Selbstbewusstsein, das den einströmenden Ethnien mit unreflektierter Selbstverständlichkeit zu eigen ist, dann wiese er mit Leichtigkeit, allein aufgrund seiner Effizienz "das Jahrhundert in die Schranken" [(c) Schiller].

Amos

26. Juni 2020 15:10

Diese "aufdenSockelstellen"- Diskussion ist Pubertierendensprache und Schülerzeitungsniveau, ich erinner mich noch genau an solche Diskussionen im Kreise anderer pickeliger Heranwachsender. Ob man hier mit einem Artikel gegenhalten muss, bleibt jedem selber überlassen. Die Frage ist doch vielmehr, was nach der Auslöschung autochtoner Erinnerung, Kultur, Traditionen, Seins- und Lebensweisen kommt. Unvermeidlich muss doch autochtones Leben selbst ausgelöscht werden, muss Platz machen dem Neuen und mit dem Tod die Erbschuld begleichen, die ja im Leben nicht gesühnt werden kann. Aussterben dauert zumindest den Radikalen der moralisch Selbstermächtigten wohl zu lange...

Waldgaenger aus Schwaben

26. Juni 2020 15:12

Gedankenexperiment:

Ein Journalistenteam geht durch die Fußgängerzone einer deutschen Mittel- oder Großstadt und befragt wahllos Passanten:

"Was stehen Sie zu der Aussage, dass Immanuel Kant Rassist war?"

"Wie ist Ihre Meinung zur Forderung, dass die Kant-Straße umbenannt werden sollte?"

Die Antworten wären  so, dass  nur ein hochbegabter Satiriker sie erreichen könnte, und der bin ich nicht.

BTW: Auf achgut.com war ein Artikel über den Rassisten und Antisemiten Karl Marx:

https://www.achgut.com/artikel/der_rassist_karl_marx

Nachdem Lasalle ihn 1862 in London besucht hatte, beschimpfte Marx ihn als “jüdischen Nigger Lasalle” und schrieb: “Es ist mir jetzt völlig klar, dass er, wie auch seiner Kopfbildung und sein Haarwuchs beweist, von Negern abstammt, die sich dem Zug des Moses aus Ägypten anschlossen. Nun, diese Verbindung von Judentum und Germanentum mit der negerhaften Grundsubstanz müssen ein sonderbares Produkt hervorbringen. Die Zudringlichkeit des Burschen ist auch niggerhaft.”

Damit mal  auf einer BLM Demo hausieren gehen, wären sicher spannend.

 

Zum Artikel:

Das ganze Rassismus-Gedöns ist das diesjährige Sommerprogramm.

Da diesen Sommer die Klimaerwärmung Pause macht und Corona-bedingt die Bürger das klimafreundliche Dasein realiter erleben dürfen, muss halt eine andere grüne Sau durch's Dorf getrieben werden. Bin nur gespannt, was als nächstes kommt.

Niekisch

26. Juni 2020 16:55

"Nein, eben nicht wollen, können oder dürfen, sondern MÜSSEN, aus einem Sollen heraus, das gebietet.."

Dazu passt wie die Faust aufs Auge: https://www.ardmediathek.de/wdr/ 

Bettina Boettinger: "Ihre Meinung/Rassismus..."

Es lohnt sich!

Laurenz

26. Juni 2020 17:03

Hier nochmal ein schönes Beispiel für längst überkommenen Links-Populismus. Das Lied "Neanderthal" (aus dem letzten Jahrtausend) der Ösi-Schlager-Combo EAV zeigt es direkt ab 01:27 haargenau. Sokrates, Plato, Hegel & Kant galten seinerzeit als Vertreter menschlicher Ethik, witzig nicht?

https://youtu.be/RnxlNxFHHCk

Und gerade Thomas Spitzer, der Gitarrist mit der tiefen Stimme, und Klaus Eberhartinger, der Sänger, sind beide noch fett im Kolonial-Zeitalter hängen geblieben. Sicher Kenia kann schön sein, aber die schwarzen Masseurinnen sind einfach wesentlich günstiger als bei uns. So lebt man denn als Neo-Kolonialist ein halbes Jahr pro Jahr in Kenia.

Ich selbst habe mal 1993 Klaus Eberhartinger an der Mombasa-Südküste beim indischen Arzt getroffen. Daß die meisten Ärzte vor Ort Inder sind, ist keine Ausnahme, sondern die Regel.

Utz

26. Juni 2020 18:00

@ Amos

>>Unvermeidlich muss doch autochtones Leben selbst ausgelöscht werden, muss Platz machen dem Neuen und mit dem Tod die Erbschuld begleichen, die ja im Leben nicht gesühnt werden kann. <<

Sicher gibt es den Wunsch, mit dem Tod der eigenen Kultur eine Erbschuld zu begleichen, aber ich habe den Eindruck, daß das Niederknien und der ganze Eifer, der hier an den Tag gelegt wird, doch ganz deutlich zeigt, daß hier viele Menschen zwar die eigene Kultur und Gemeinschaft auslöschen wollen, aber auf der anderen Seite verzweifelt darum betteln ("Seht her, ich bin doch ganz anders!"), selbst verschont zu werden.

Der_Juergen

26. Juni 2020 18:21

Wie die meisten Beiträge von Heino Bosselmann enthält auch dieser kaum neue Erkenntnisse, ist aber dennoch sehr nützlich, weil er viel Wichtiges, das man grösstenteils schon kennt, auf prägnante Weise zusammenfasst. Die Fähigkeit hierzu ist nicht jedem gegeben.

@Lorenz

"Zulus und Bantus" ist wie "Berliner und Deutsche". Die Zulus sind eines der vielen Bantuvölker. "Zulus und andere Bantus" wäre korrekt. - Neben den Hottentotten (Namas) - die übrigens mitnichten "weitgehend ausgerottet" sind - waren die ersten Eingeborenen, mit denen die Buren Bekanntschaft schlossen, die Buschmänner (San). Namas und San unterscheiden sich anthropologisch stark von den Bantus und anderen Schwarzafrikanern und, wenngleich weniger stark, auch voneinander. Ihre Sprachen, obwohl nicht verwandt, haben jene Vielzahl von Klicklauten gemein, die sie so auffällig - und für erwachsene Weisse unlernbar - machen. (Auch Bantusprachen wie Zulu und Xhosa haben einige dieser Schnalzlaute übernommen.)

@Maiordomus.

Zustimmung zu all ihren Ausführungen. - Wen es interessiert: Über die Kantsche Philosophie äusserte sich der katholische Bischof Richard Williamson kürzlich in seinen "Eleison-Kommentaren" vernichtend, während der namhafte orthodoxe Theologe Alexei Osipov, wie Williamson Vertreter des konservativ-traditionalistischen Flügels seiner Kirche, Kant für einen der grössten Denker aller Zeiten hält. 

Pit

26. Juni 2020 18:27

Wo ist das Problem mit dem Schleifen von alten weißen Rassisten? Ich dachte, daß hier im Forum man anständig ist und Menschen nicht nach ihrer Hautfarbe beurteilt ? Der Verstand hat ja erkannt, daß dies falsch ist. Dann ist es doch gut, wenn verderbliche frühere Ansichten unschädlich gemacht werden? Und was spricht also dagegen, daß in Europa demnächst nur Afrikaner leben? Es macht doch keinen Unterschied, oder?

zu  quarz 26. Juni 2020 14:08
Das Problem sind nicht "einströmende Ethnien", sondern Weiße mit ihrem, großteils induzierten, suizidalen Selbsthaß. Sie wollen sterben. Problem: Das betrifft auch die, die nicht sterben wollen. Es ist aber wichtig hervorzuheben, daß hier ausschließlich das Problem des weißen Selbsthasses vorliegt, sonst überhaupt nichts.

Fredy

26. Juni 2020 19:08

Überall, wo Großes entsteht oder gedacht wird, sind auch die Irrtümer groß. Behaltet das Gute. So war es immer, so war es vernünftig.

Wer hier an Kant rütteln will, soll erstmal an sich selbst rütteln. Oder wer der hier rütteln Wollenden schätzt sich als größer und bedeutender ein, insbesondere im Hinblick auf die jeweilige Zeit und Prägung?

Unsere Zeit ist geprägt von Kleingeistigkeit, Jakobinertum, Moralismus und Intoleranz, schreibt sich aber das jeweilige Gegenteil auf die Fahnen.

Hartwig aus LG8

26. Juni 2020 20:32

@ Franz Bettinger

""Kulturrevolution""; Diktatur"" ...

... sind zwei Begiffe, die Sie in den letzten Tagen in die Runde gebracht haben.

Lassen Sie sich von einem, der seine prägenden Jahre in der DDR verbrachte, sagen: Das Leben geht auch in einer Diktatur weiter. Sie werden sehen. Einen Vorgeschmack bekommen wir doch schon jetzt täglich, wenn wir uns eher konspirativ treffen, Nacht und Nebel zu schätzen wissen, das Smartphone zu Hause lassen, unsere Freunde in zwei Kategorien einteilen etc. etc.  Nur Mut!

 

Maiordomus

26. Juni 2020 21:14

@Monika. Für meine derzeitige Hauptarbeit, wozu gewiss nicht diese Kommentare gehören, kann ich Ihnen für Ihren Hinweis betr. den Primat des Willens über die Erkenntnis betr. Guardinis Kant-Kritik  nur danken. Zu meiner Überraschung registriere ich hier via Guardini, dass Meister Eckhart mit dem umgekehrten Schwerpunkt gerade nicht w i e   Kant gedacht hat, wie wohl eine neuere deutsche Rezeption eben dies unterstellte. Man muss indes weder bei der Kantkritik noch gegen die Kant-Kritik das Kind mit dem Bade ausschütten. Kant entpuppt sich immer wieder als ein geistiges Bergwerk, bei dem vieles anders ausschaut und herauskommt, vor allem beim Selber-Mitdenken, als vom Schulbuch her erwartet. Aber Ihr Hinweis ist wieder so wertvoll, dass es sich allein deswegen lohnt, hier dann und wann eingeklinkt zu bleiben. @Gilt auch, ich bedaure es direkt, für Ihre obige  Bemerkung, lieber @quarz, wiewohl es mir himmeltraurig vorkommt, dass Sie mutmasslich recht haben, hoffentlich nicht auf immer recht behalten. 

Pit

26. Juni 2020 21:30

zu  Hartwig aus LG8 26. Juni 2020 20:32

Das Leben geht auch in einer Diktatur weiter

 

Das dachten die Christen in Nordafrika bez. des Islam auch; und Hindus im heutigen Pakistan zur Zeit der islamischen Expansion. Sie sollten eines anderen belehrt werden: es gibt Methoden von Diktatur, mit denen das Leben nicht weitergeht. Gewiß können wir wie die Parsen leben. Wir können ja abstimmen, vielleicht gibt es welche, die nicht als zerstreute Minderheit ohne eigenen Nationalstaat leben wollen? Obwohl es gewiß sehr romantisch und betroffen ist.

Hartwig aus LG8

26. Juni 2020 22:01

Es wäre innerhalb eines philosophischen Diskurses für einige sicherlich interessant gewesen, Maiordomuss Einlassungen zu Kant zu lesen. Jedoch diskutieren wir gerade das Schleifen von  (tatsächlichen und sinnbildlichen) Statuen unserer Vorväter und Vordenker (von denen man halten kann, was man will) durch einen kulturmarxistischen Mob, unterstützt durch eingewanderte Nichtdeutsche. Einen Kant in diesem Kontext ans Bein zu pinkeln, um es mit den Worten Ferdinand Piechs zu sagen, halte ich für fehl am Platz.

 

Pit

26. Juni 2020 22:05

Bezeichnend, wie, wo Kant im Zuge globaler anti-weißer Aktivitäten angegriffen wird, jetzt hier allen Ernstes Leute Kants philosophischen Wert oder weniger-Wert diskutieren.

Lotta Vorbeck

27. Juni 2020 03:00

@Waldgaenger aus Schwaben - 26. Juni 2020  - 03:12 PM

"Das ganze Rassismus-Gedöns ist das diesjährige Sommerprogramm.

Da diesen Sommer die Klimaerwärmung Pause macht und Corona-bedingt die Bürger das klimafreundliche Dasein realiter erleben dürfen, muss halt eine andere grüne Sau durch's Dorf getrieben werden. Bin nur gespannt, was als nächstes kommt."

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Die grüne, genveränderte Sau die als nächste an den Start geht, wird ein frankensteinsches Monsterwesen sein, welches Geldsozialismus, forcierte Masseneinwanderung, 5G-basierte Totalüberwachung, Impfdiktatur, Kulturmarxismus und Kohlendioxid-Exorzismus in sich vereinigt.

Markus Krall notierte dieser Tage in gewohnt prägnanter Art: "Wer im Sumpf baut, bekommt Malaria.“

 

Heimatliebe

27. Juni 2020 07:29

@Der_Juergen:

Ich kann mich Ihren Ausführungen über die USA im Allgemeinen und über Tucker Carlson im Speziellen -aus eigener Anschauung- nur anschliessen. Die Fernsehkommentare des Tucker Carlson sind eine Wohltat und grosse Ausnahme in ihrer relativen Direktheit und klaren Bennenung von Ross und Reiter. In den von den Demokraten regierten Bundesstaaten in den USA herrscht eine bleierne Stille von Konservativen/Patrioten, aus Angst nur ja nicht geoutet zu werden, vor allem, wenn man im öffentlichen Dienst arbeitet. Denn dann wäre man oft ganz schnell seinen Job los! So wird von dem Dienstherrn per Rundbrief-Email dieselbe BLM- und Gutmenschenideologie im Rahmen der "Werte" der Organisation vorgegeben und etwa zu 8 Minuten und 40 Sekunden Schweigen im Angedenken George Floyds aufgerufen.  So erlebt man andererseits verzückte Erleichterung bei seinem Gegenüber, von dem man per Buschfunk mitbekommen hatte, dass er Trump-Wähler sei, wenn man hinter vorgehaltener Hand zu erkennen gibt, dass man auch auf der rechten Seite steht. So ungefähr muss es sich wohl in der DDR zugetragen haben...

Franz Bettinger

27. Juni 2020 08:02

@Pit (18:27): Nach was wollen Sie eine Schlange beurteilen, wenn nicht nach ihrer Gestalt und Hautfarbe? Hätten Sie, bevor Sie eine streicheln, gern eine Bissprobe? Lebewesen (Menschen, Tiere und Pflanzen) nach ihrem Äußeren zu beurteilen, ist überlebenswichtig. Und das Wissen um die Tatsache, dass 95% aller Schlangen für den Menschen ungefährlich sind, sollte keinen dazu verleiten, prinzipiell alle Schlangen für harmlos zu halten. Mensch, Pit, hier fehlt's an den primitivsten Reflexen der Natur. Wenn Sie Dinge nicht am Äußeren unterscheiden können / wollen, wie konnten Sie solange überleben? Weiter unten haben Sie zum Ausgleich wieder eiiges Vernünftiges kommentiert ;-) Genau: Was hat denn Kants Philosophie mit seinem deskriptiven, nicht pauschalierenden Rassismus zu tun? Und was hat Hemingways mörderischer Anti-Germanismus mit den vielen guten Short Stories zu tun? Ich jedenfalls versuche, die Dinge getrennt zu sehen. (Es gelingt nicht immer.)

@Hartwig:  Danke für die tröstende Mitteilung, dass das das Leben auch in Diktaturen weitergeht. Ja, es geht auch in KZs weiter oder in einer Legebatterie, nur halt anders. Sarkasmus off. Aber ich verstehe, was Sie mir sagen wollen, also: Nix für Ungut!

@Lotta (um 3:00 in der Nacht): Muss sagen, dass Du wahrscheinlich recht behalten wirst. Die nächste Sau im Dorf wird ein Saurier sein und das Dorf danach nie wieder daselbe. Dinge gibt's!

Maiordomus

27. Juni 2020 09:04

@Pit/Monika. Heute "feiern" wir den Tag der heiligen Siebenschläfer,  da ging es um eine Art Überleben unter Bedingungen, wo "Geouteten" - in Kleinasien - nur das Martyrium übrig blieb. Wie das Leben weitergeht - rein biologisch geht es wohl auf eine Art weitere, sofern man sich selber und die eigenen Kinder nicht umbringt - ist doch zumal eine Frage des geistigen Weiterlebens.

@Pit. Natürlich soll über Kant kontrovers diskutiert werden, auch Hegel; beide waren, wie Hegel es für Platon ausgedrückt hat, zu Beginn der Vorlesungen über die Geschichte der Philosophie, "Lehrer des Menschengeschlechts". Beide hatten aber auch Anteil am deutschen Verhängnis. Typisch für die Kant-Rezeption ist freilich, dass man zwar seinen erkenntnistheoretischen, nicht aber seinen metaphysischen Pessimismus zur Kenntnis nehmen will, immerhin einst wahrgenommen von Schopenhauer.

 

Gustav Grambauer

27. Juni 2020 09:13

Ob bzw. wie eminent das Folgende bereits bei Kant angelegt ist, müssen bessere Kant-Kenner als ich beurteilen:

Der Kategorische Imperativ ist hierzulande in den tiefsten Schichten der psychologischen Tektonik als Fundament (anders gesagt: als Resonanzboden) einer jeden totalitären kollektivistischen Diktatura verankert. Er ist das Impf-Serum für die Mentalität eines jeden Blockwarts, der ihn längst kalt lächelnd auf das finstere Verdikt "Also-wenn-das-jetzt-alle-so-machen-würden" (---> "Also-wenn-jetzt-alle-unsere-gute-Regierung-kritisieren-würden") heruntergebrochen hat. Ohne den Kategorischen Imperativ hätte weder eine NSDAP noch eine SED noch eine Grüne Bewegung hierzulande jemals aufkommen können. Der Kategorische Imperativ wird hierzulande in den intimsten Schichten der Massenseele d--i--e psychologische Basis des Social-Credit-Systems nach dem Vorbild der chinesischen KP sein, dessen Anfänge wir mit der "Corona-App" gerade vor uns sehen. Es sei hinzugefügt, daß er eine Fiktion intendiert, die allein als solche schon hochproblematisch ist.

Soll ich gleich beim Ewigen Frieden weitermachen, der sich allerbestens

https://www.dw.com/de/kant-ist-der-entscheidende-denker-der-moderne/a-1111822

zur Verhöhnung der Full-Spectrum-Dominance-Doktrin eignet?

- G. G.

Gustav Grambauer

27. Juni 2020 09:13

Für den heutigen deutschen Akademikerspießer in seiner Zerrissenheit zwischen "Humanismus"-Flair / Vernunft-Kult, Führer*Innen-Sehnsucht, Aufruhr-Begeisterung und Exzeßhedonismus, der bis jetzt alles "kritisch hinterfragt" hat aber noch nicht Kant, kann es nur heilsam sein, wenn auch dieser Götzensockel endlich einmal wackelt. Denn dieser Akademikerspießer ist als geistiger Träger des Merkelismus die Wurzel des Übels. Dessen verschrobenes Mindset ist der Schlüssel zur Lösung der Probleme, nicht die von dessen (!) Netzwerken bezahlten Fußtruppen und "jungen Eventmanager", welche für ihn (!) auf der niedersten Prioritätsebene operieren.

Nochmals betone ich, daß ich weniger von Kant selbst spreche als von dem, was er unbeabsichtigt oder beabsichtigt (- mit Fragezeichen bei mir -) ausgelöst hat, bei dem verhängnisvollen Menschenschlag, für den gilt: "Er nennt`s Vernunft, und braucht`s allein ..."

Götzen-Dämmerung, Leute!

- G. G.

Monika

27. Juni 2020 09:15

@ Pit ...bezeichnend, wie, wo im Zuge globaler anti-weißer Aktivitäten angegriffen wird, jetzt hier allen Ernstes Leute Kants philosophischen Wert  oder weniger Wert hier diskutieren“

Wir sind hier (noch) auf dem Forum der „bedeutendsten rechtsintellektuellen Zeitschrift Deutschlands“ und nicht auf PI und die Frage, ob die Ideen der Aufklärung ( insbesondere Kants) nicht genau die Zustände mitbefördert haben , die wir heute beklagen, stellt sich massiv. Man muss die Aufklärung allerdings kritisieren können, ohne dass man „große deutsche Dichter und Denker“ von Sockel stürzt.  Das tut die Linke gerade nicht. „Die Auffassung der Linken, durch neues Denken und  bessere Bedingungen erlöst zu werden“, ist mehr als gefährlich, sie hat bereits Millionen Tote gefordert. Den Linken geht es nicht um Ideenkritik, sondern um einen Umsturz, bei der Vertreter von BLM nur die Rolle des nützlichen Idioten spielen. 

Gustav Grambauer

27. Juni 2020 09:18

Bei Don Alphonso gefunden:

"1934: Deutsche Nazis tauschen den heiligen Mauritius auf dem Coburger Stadtwappen aus, weil ein Afrikaner dargestellt wird.

2020: Deutsche Linke fordern, den heiligen Mauritius auf dem Coburger Stadtwappen auszutauschen, weil ein Afrikaner dargestellt wird."

Finde den Fehler.

- G. G.

Maiordomus

27. Juni 2020 10:14

@Gustav Grambauer. Das mit dem "Akademiker-Spiesser" Kant wurde längst kritisiert, nämlich vom späten Nietzsche im Umfeld seiner Schriften "Götzendämmerung". Der "Götzensockel", was aus Ihrer Sicht "endlich mal wackeln" soll, wackelt längst. Sie haben leider recht in Sachen Kant und NSDAP/SED, wiewohl die damalige Rezeption nur als im höchsten Grade "vulgärkantianisch" zu apostrophieren ist. Es bleibt aber relativ eindrucksvoll, wie sich in Jerusalem der nicht würdelose Bürokrat Eichmann gerade so, wie Sie es andeuten, auf Kant und den Kategorischen Imperativ berufen hat, wohl nicht nur taktisch; er glaubte es sogar. In der Schweiz hat ein später Hingerichteter mit Mordphantasien jeweil zur Bekämpfung derselben mit Schönschrift den kat. Imperativ ins Tagebuch geschrieben. Kants Ethik [email protected], aber gerade nicht auf das "wenn alle" und "unbedingt alle" reduziert werden, das ist plumpes Unverständnis: es ist, wie Lübbe nachgewiesen hat, ein komplexes dezisionistische Prinzip. Wegen Zeilenbeschränkung höre ich hier auf.

Pit

27. Juni 2020 10:34

an  Franz Bettinger 27. Juni 2020 08:02 Du sorgst mir für ein bißchen Heiterkeit an diesem Morgen 😃  lies bitte fürs Verständnis meinen Kommentar vom 1. November 2019 16:56 , Thema " "Aussehen" ist zentral in der sozialen Interaktion". Ich bedanke mich für die Argumentationshilfen mit den interessanten Beispielen (Schlangen...).

an Maiordomus, Monika : ich fände eine Diskussion Kants äußerst interessant, bedanke mich auch für die interessanten Beiträge dazu, aber das ist offensichtlich nicht das Thema, es geht offensichtlich um anti-weiße Aktivitäten. Hier jetzt Kants Philosophie zu diskutieren ist in meiner Sicht das Fliehen in eine Phantasiewelt vor einer schrecklichen Wirklichkeit. Wenn ein Polizist weiß ist, darf er also seine Arbeit nicht mehr verrichten, wenn er es mit Nichtweißen zu tun hat: Weiße haben also global Berufsverbot. Wir sind also offiziell zum Tode verurteilt. Das ist das Thema. Und da diskutieren Sie über erkenntnistheoretische Fragestellungen. Sie werden verstehen, daß ich dazu Meinungen habe, die ich nicht im Rahmen eines zivilen Diskurses aussprechen kann.

Maiordomus

27. Juni 2020 10:50

_derjürgen. Sie neigen dazu, @Bosselmanns Ausführungen  als wenig originell bzw. "nicht neu" zwar zu anerkennen, aber insofern zu relativieren. Finde denselben noch mehr als mich selber (weil ich Schulwissen flächendeckend anzweilfe, sogar das "gute" und notwendige) als Schulmeister. Ein Gelehrter mit didaktischem Talent. Auch seinem Aufsatz "Viel zu viel Abitur" im gedruckten Heft ist zuzustimmen. Weniger lustig finde ich, dass einer mit solchem Wissen und Können heute in Deutschland mit Berufsverbot rechnen muss. Bei Anpassungsdruck war es schon immer heikel, sich als Lehrer rechts aus dem Fenster zu hängen. 1975 erfuhr ich nach Platz 1 bei Probelektion, dass die Stelle wegen "passt nicht ins Kollegium" neu ausgeschrieben werden musste. Meine einzig erfolgreiche Anstellung erfolgte gegen lauten Protest des örtlichen linken Lehrergewerkschafters. Metapolitisch wäre es für einige der intellektuell stärksten Parlamentarier der deutschen Rechten vielleicht keine Kleinigkeit, statt für ein Mandat für eine Lehrerstelle zu kämpfen. In einem Land mit Geistesfreiheit sollte es pro Schule doch mindestens einen "Bosselmann" geben.

Maiordomus

27. Juni 2020 12:01

PS. Es müsste wohl heissen: "In einem Land mit Geistesfreiheit sollte es pro Schule doch mindestens einen 'Bosselmann' vertragen."  Dass es einen Bosselmann "geben" müsse, ist heute sogar von der Angebot-Seite her mutmasslich eine schwer zu erfüllende Forderung, weil Qualität nicht in dieser Menge "geliefert" werden kann und leider auch die Ausbildungsverhältnisse  "einen Bosselmann pro Schule" möglicherweise ausschliessen. Lehrerbildung wäre, wie Pestalozzi-Kenner Arthur Brühlmeier mal betonte, ohnehin primär Persönlichkeitsbildung.

Maiordomus

27. Juni 2020 12:13

@Pit. Ob Polizisten oder Lehrer, weniger wegen "weiss" als wegen der Gesinnung: Es geht bei der Bedrohung der Geistesfreiheit und überhaupt der Freiheit um die Möglichkeit, reflektiert wirken zu können. In einer Schweizer Stadt zeterten schon vor 10 bis 20 Jahren nigerianische Drogenhändler bei Polizeikontrollen das Wort "racist", was damals freilich noch wenig Eindruck machte. Jetzt wird es offensichtlich mehr und mehr zum ungeschriebenen Gesetz, sowohl des Eroberers als auch der einheimischen Tyrannis. Gesinnungsgesetze sind aber klar Kennzeichen und Merkzeichen des Totalitarismus. Zu dessen Analyse braucht es nun aber wieder rechtsphilosophische und rechtsgeschichtliche Grundlagen, das, was Kant in einem seiner Hauptwerke, vielleicht sogar seiner besten Kleinschrift, den "Streit der Fakultäten" nannte. Also können wir die Lage gar nicht analysieren ohne auf dieses Grundsätzliche zurückzukommen. Es geht gar nicht ohne Kant u. Co. , und zwar auf der Grundlage von zum Beispiel so viel Gedankenfreiheit, dass für einen Bosselman jederzeit Platz in einem öffentlichen Diskurs sein muss. Noch Fragen?

Ratwolf

27. Juni 2020 15:46

Tagesspiegel/Biskamp: "Kant (physisch) vom Sockel stoßen"

Das war ja wohl gemeint von der jakobinerischen Pöbelpresse.

Von mir aus...

Kant selber wird sich ohnehin wundern über die Säulenheiligenverehrung seiner Person. Menschen, die ihn nicht verstehen, stellen sich Heiligenbilder von ihm auf. Das macht sich gut. Das Unvermögen ist erst einmal aufpoliert.

Seine Schriften wird man jedenfalls nicht loswerden. Sie liegen in unendlicher Anzahl von Kopien vor, und können von jedem mit etwas Verstand gelesen werden. 

Solche Reflexe von der "Tagespresse" sind die beste Bestätigung von Kants Philosophie. Weiter so!

Pit

27. Juni 2020 15:54

Maiordomus (wie immer befürchte ich, hier zuviel Platz einzunehmen... aber weil ich es nicht unbeantwortet lassen möchte) : Ich respektiere, und bin dankbar für, Ihre Arbeit, ich vermute, es ist Grundlagenarbeit in vielen kleinen Schritten. In diesem Sinne sind auch rechtsphilosophische Fragen für mich (im weiteren Sinne) interessant und wichtig (denn im engeren Sinne scheint mir, daß die Fragen mit dem Begriff "Selbstbestimmung" ausreichend beantwortet sind... Sie beschäftigen sich, glaube ich, viel mit Direkter Demokratie, da sollte ich wohl an einer passenden Adresse sein mit diesem Thema).

Aber aus meiner Sicht ordnen Sie die gegenwärtige Lage falsch ein: Der Lehrer und der Polizist sind eben nicht der gleiche Fall, nämlich eine Gesinnungsfrage, sondern der Polzist ist eine Rassenfrage, der Lehrer eine Gesinnungsfrage. Das muß ausgesprochen werden.

Wenn jemand das verkennt, ist das für mich beänstigend im Sinne eines verhängnisvollen Fehleinschätzens der Lage... Gefahr nicht erkannt, Gefahr nicht gebannt. Ob wir die Gefahr bannen, wo wir sie immerhin erkennen, sei dahingestellt; wie ich oben schrieb, man kann uns mit der Frosch-im-Kopftopf-Methode beseitigen, das heißt, das Leben geht in der Tyrannis keineswegs immerhin weiter.

Daher meine Stichworte zur Lösung: Geldsystem, Selbstbestimmung, Satyagraha. Man wird den Konflikt austragen müssen.

brueckenbauer

27. Juni 2020 17:44

Interessant fand ich die Gegenüberstellung von Kant und Herder. Seit Hermann Cohen gab es ja eine zunehmende Spaltung in einen "deutschen" und einen "jüdischen" Kant, und der "jüdische" Kant wurde dem bösen Herder als die gute Alternative schroff gegenübergestellt (wiewohl die beiden als reale Menschen durchaus freundlich korrespondierten). Wenn sich das jetzt mal umdreht - guter Herder gegen bösen Kant -, wäre es zumindest eine reizvolle Abwechslung.

Franz Bettinger

27. Juni 2020 23:22

@Pit: Okay, verstanden. Sorry, Satire, so scheint's, ist nicht immer mein Ding. Hatte mit Ihrem Namen auch eigentlich keinen Honk verknüpft. Daher meine Überraschung ob des Textes. Bin aber über die geistige Verfasstheit der hiesigen Wiederholungstäter nicht so im Bilde wie unser verehrter @Lotta Vorbeck.

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