24. Juli 2020

21. IfS-Sommerakademie – Staat und Ordnung

Redaktion / 5 Kommentare

Vom 18. bis 20. September 2020 findet die 21. Sommerakademie des Instituts für Staatspolitik (IfS) statt. Die Anmeldeliste ist geöffnet.

  • Sezession

Es ist die erste IfS-Akademie nach der Stigmatisierung des Instituts durch VS-Haldenwang als »Superspreader« von Haß und Hetze. Er markiert uns, wie Institutsgründer Götz Kubitschek formulierte, »als Kranke, unsere Arbeit als krankhaft, unsere Botschaft als etwas gefährlich Ansteckendes. Er warnt die Gesunden, er schlägt unsere Isolierung vor und hofft auf Immunisierung des Gesellschaftskörpers«.

Das alles wird von Haldenwang in einer Sprache und mit einem Duktus vorgetragen, der schaudern ließe – nähme man diese willfährigen Dienstleistungen, die er seinen Oberen leistet, ernst, arbeitete man sich an ihnen ab.

Das IfS hat sich für einen anderen Weg entschieden: Wir bleiben uns und unseren Veranstaltungen treu und bleiben »Superspreader« von konservativer Theorie- und Bildungsarbeit, die sich nicht an Apparatschiks der zweiten Reihe des Mainstreams austobt, sondern das zu analysierende, zu gestaltende große Ganze im Blicke behält.

In diesem Sinne ist das Akademiethema 2020 zu verstehen. Es lautet: »Staat und Ordnung«.

Altbewährte wie neue Referenten werden zu entscheidenden Fragen des Zusammenlebens vortragen. Wir haben ein Leitthema wie »Angriff auf die Substanz« auf die Tagesordnung gesetzt, bei dem gefragt wird, wie es Dinge zu verteidigen gelte, die sich zu erhalten lohnen – in Zeiten der Auflösung aller Dinge, der Unterminierung jedweder nachhaltiger Substanz.

Auch der Problematik der »Antiordnung« widmen wir uns: Wir leben in ihr und müssen zusehen, wie sie sich mehr und mehr festigt. Sodann zu einer Schlüsselfrage in Zeiten allgegenwärtiger liberaler Dekadenz und Entortung: »Ist die Gesellschaft noch formierbar?« Was anfangen mit einer Masse, die zwischen Konsum und Unterhaltungsindustrie ihr ganz persönliches Ende der Geschichte gefunden zu haben scheint, geschehe politisch, was wolle?

Diese Fragen drängen sich von selbst auf, zumal in Verhältnissen, in denen Max Webers »stahlhartes Gehäuse« der Hörigkeit schlagend ist. Auch diesen Komplex gehen wir an, wobei insbesondere die Wege dorthin nachgezeichnet werden müssen, die über Rationalisierung bzw. Entzauberung führen. Das Bedürfnis nach Sinngebung durch Intellektuelle wird ebenso kritisch untersucht, wobei sich im weiteren ein Ausblick auf die Infragestellung der Ordnung durch den anhaltenden und forcierten Legitimitätsverlust des weißen Mannes aufdrängt.

Staat und Ordnung werden aber auch durch weitere ideologische Kämpfe unterminiert. Identität findet nicht mehr kollektiv statt, als Rahmen des Eingebundenseins in eine Ordnung gemeinschaftlicher Werte, Bezüge und Vorstellungen; Solidarität wird nur abstrakt eingefordert (mit den Märkten, mit den Banken, mit Refugees, mit wemauchimmer), während die Grundlagen jedweder wirkmächtiger Solidarität – Vertrauensräume, ethnokulturelle Gemeinsamkeiten, regionale Strukturen des Zusammenhalts usw. – abgetragen und/oder in ihrer Relevanz geleugnet werden.

Daher sprechen wir nicht zuletzt über »Identität und Solidarität« als der wesensgemäßen »Dialektik des Staates«. Das Duo Identität und Solidarität wird in diesem Sinne als Basis jenes Denkens umrissen, das im Staat und der Staatspolitik einen zentralen Hebel und Rahmen zugleich für gemeinschaftliches und identitätsbezogenes Zusammenleben in einer stabilen Ordnung begreift.

Fest steht: Mit dem »gesunden Menschenverstand« alleine wird diese nicht erkämpft. Ein besonders mit Spannung erwarteter Vortrag konzentriert sich daher auf »Das Ende der Sachlichkeit«. Hierbei werden »Staat und Zivilgesellschaft im Sog der Moralisierungspropaganda« beschrieben und verbliebene mögliche Auswege skizziert.

Jenseits der Vorträge gibt es – wie immer – abendliche Gesprächsrunden, Sport und ausreichend Gelegenheit zum Austausch. Auf dem Rittergut Schnellroda kann man in den Veranstaltungspausen Bücher erwerben und mit dem Verlegerehepaar Ellen Kositza und Götz Kubitschek, Autoren der Zeitschrift Sezession und natürlich den Referenten des Instituts für Staatspolitik ins Gespräch kommen. Am Samstagabend gibt es zudem in kleineren Kreisen die Gelegenheit für Gespräche und Debatten in drei Arbeitsgruppen; wir vertiefen dort markante Einzelthemen und streiten über zugespitzte Thesen.

Die Hörerbeiträge werden von uns – bei einiger Kraftanstrengung – weiterhin niedrig gehalten. Wer Geld verdient, bezahlt für zwei Übernachtungen, Vollpension und alle Vorträge 100 €, alle anderen bezahlen 50 €.

Die Akademie ist Teilnehmern unter 35 Jahren vorbehalten. Aufgrund der Corona-Bestimmungen können wir lediglich insgesamt 90 Teilnehmer zulassen. Es kommt also einmal mehr darauf an, rasche Entscheidungen zu treffen.

Anmeldungen sind ausschließlich über anmeldung(at)staatspolitik.de möglich. Bei etwaigen Fragen, die telefonisch geklärt werden müssen, empfiehlt sich zu den bekannten Bürozeiten die Nummer 034632-904396.


  • Sezession

Kommentare (5)

brueckenbauer

25. Juli 2020 13:44

Alle Moden kehren wieder. Die Mode der Sehnsucht nach "Staat und Ordnung" ist mir aus der Zeit um 1960 erinnerlich (der Terminus "Formierung" natürlich auch). Sollte das Zitat einer solchen früheren Mode nicht wenigstens mit einem leichten spielerisch-ironischen Touch vorgetragen werden?

Ehrlich gesagt, geht es mir da wie der Frau aus dem Märchen vom Jungbrunnen: Ich habe keine Lust, wieder jung zu werden, wenn das impliziert, dass ich alle Jugenddummheiten wiederholen muss. Meine Frage ist eher: Wie bauen wir (ein paar illusionslose und nicht-nostalgische Leute) uns ein halbwegs akzeptables Leben in der Wildnis - jenseits von Staat und Ordnung - auf?

Mailand

25. Juli 2020 19:42

Heute wurde die Parteimitgliedschafts-Annulierung von Andreas Kalbitz durch das Bundesschiedsgericht bestätigt. https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/andreas-kalbitz-bleibt-aus-der-afd-ausgeschlossen-li.95044

Kalbitz erklärte, dass das Urteil angesichts der Mehrheitsverhältnisse im Bundesschiedsgericht erwartbar gewesen sei. Und tatsächlich war das Urteil erwartbar.

Aber wie konnte es ohnehin soweit kommen?

Wie konnte es soweit kommen, dass Bundesschiedsgericht mehrheitlich aus Vertretern des "gemäßigten", Establishment-nahen Flügel besteht, die blind alle Entscheidungen Meuthens durchwirken.

Wie konnte es generell passieren, dass die bundesweit AfD weiterhin von extrem linkslastigen, mehrheitlich westdeutschen AfD-Politikern, die sich nur in Nuancen von Altpartei-Politikern unterscheiden, dominiert wird?

Wie ist es möglich, dass der Flügel nun zum zweiten Mal in der Geschichte der AfD um seine bloße Existenz kämpfen muss?

Nach dem Abgang Petrys und Pretzell wäre doch eigentlich eine andere Entwicklung erwartbar gewesen?

Aber heute, mehr als zwei Jahre nach Petry, scheint die Lage und das Kräfteverhältnis in der Partei wieder genauso wie früher - mit dem einzigen Unterschied, dass der Parteisprecher nicht mehr Petry heißt sondern Meuthen.

Was ist da nur schief gelaufen?

RMH

26. Juli 2020 09:58

@Mailand,

was hat ihr Beitrag jetzt eigentlich mit der IfS-Sommerakademie zu tun? Es wird sich sicher noch an anderer, besserer Stelle Raum zur (wiederholten!) Diskussion finden.

Wünsche der Veranstaltung volle Haus und gutes, reibungsloses Gelingen. 

Evtl. gibts ja auch mal wieder eine Veranstaltung für die vermeintlich weniger formbaren Ü-35.

brueckenbauer

26. Juli 2020 12:44

Hallo, liebe "Auswähler",

irgendwie finde ich, mein nicht veröffentlichter Kommentar passte besser zum Thema als der von "Mailand". Und er war zwar negativ, aber schließlich doch so mehr "immanente Kritik" - Ihr seid noch jünger, aber Ihr kommt auch mal in das Alter, wo Ihr merkt, dass man sich erst mal um seine eigensten Belange kümmern muss, bevor man den "Staat" repariert und die "Ordnung" wiederherstellt. Das sind so Teenageranliegen, damit werdet Ihr Eure Anhänger nicht langfristig halten können (oder jedenfalls nur die Subgruppe der "Ewig-Jugendlichen").

Ich will ja gar nicht den Platz an der Spitze der Kommentare haben. Vielleicht entschließt Ihr Euch doch noch, meinen Kommentar weiter unten zu veröffentlichen?

Wahrheitssucher

26. Juli 2020 14:52

@ RMH

„Evtl. gibts ja auch mal wieder eine Veranstaltung für die vermeintlich weniger formbaren Ü-35.a“

Der Gedanke und die Formulierung gefallen mir!
Herr Kubitschek wird bestimmt mitlesen...

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