3. August 2020

BRD-Widerstand

Johannes Poensgen / 73 Kommentare

1,3 Millionen sollen am Samstag den 1. August auf der Straße gewesen sein. Sagen die Veranstalter.

Johannes Konstantin Poensgen

Johannes Konstantin Poensgen studiert Politikwissenschaft und Geschichte.

So hoch wollen die meisten der Sympathisanten dann doch nicht pokern, nur 800.000 seien es gewesen. Immerhin. Vielleicht auch nur 500.000, das ist aber die absolute Mindestzahl!

Die Polizei und die Mainstreampresse sprechen von 17.000 bis 20.000. Wer die Bilder ansieht, der fragt sich, ob das nicht zu hoch gegriffen ist. Könnten diese Bilder aus der Mainstreampresse böswillig vor Beginn, oder nach dem Ende der eigentlichen Demonstration geschossen worden sein?

Ja. Möglich. Aber wir leben im Zeitalter günstiger Kameradrohnen, selbst wenn es eventuell illegal gewesen wäre, eine solche über die Demonstration fliegen zu lassen, bei 500.000 Teilnehmern müßte irgendwer das gemacht haben, oder wenigstens von einem erhöhten Standpunkt den Zug gefilmt haben, so daß man sehen kann, daß die Straße des 17. Juni tatsächlich voll war. Das wären zwar immer noch keine 1,3 Millionen und auch keine 800.000, aber zumindest nicht ganz so meilenweit davon entfernt.

Ich habe den Gutteil eines Nachmittags damit verbracht, mir die Aufnahmen von der Demonstration durchzusehen und keine einzige gefunden, die auch nur die Zahl von 500.000, die niedrigste, die die Anhänger der Demonstration vom vergangenen Samstag zuzugestehen bereit sind, ansatzweise bestätigen würde. Die beste Quelle, die ich finden konnte war diese 1:22 Stunden lange Aufnahme des gesamte Zuges, wie er an einem Punkt in der Berliner Innenstadt vorbeizieht. Der Filmer ist ein Sympathisant, der glaubt, daß seine Aufnahme die 1,3 Millionen Zahl bestätigt.

Die Menschen gehen in lockerem Abstand voneinander auf der Straße, die wesentlich schmaler ist, als die des 17. Juni. Sie brauchen keine anderthalb Stunden. Das ist eine ordentliche Demonstration, aber eindeutig in der Größenordnung von 20.000 nicht von 500.000 und erst recht nicht von 1,3 Millionen. Wer Schwierigkeiten hat, nicht die genaue Zahl, aber doch die ungefähre Größenordnung einer Menschenmasse abzuschätzen, dem sei dieser Artikel ans Herz gelegt.

Ich fordere gerne jeden heraus, mir auf Twitter, oder hier in den Kommentaren gegenteiliges Material zu präsentieren.

Bis dahin gilt Artikel 1 IGG (Internetgrundgesetz): Pics or didn‘t happen!

Vielleicht werden wir im Laufe der Zeit mehr erfahren, aber zur Zeit scheint es so, daß der Ursprung für die explodierenden Teilnehmerangaben bei dem Wiener Busunternehmer Alexander Ehrlich liegt, der die Anfahrten organisierte. Bei einer zweiten Kundgebung am Sonntag erklärte er, daß 50.000 Anfragen für Busreisen bei ihm eingegangen seien, im Schnitt für vier Personen.

Es sei aber unmöglich gewesen alle Anfragen zu bearbeiten und somit seien bei weitem nicht alle transportiert worden. Wie viele tatsächlich von ihm und seinen Vertragspartnern befördert seien, das weigerte er sich anzugeben, einmal mit Verweis darauf, daß er das erst mitteilen möchte, wenn alle sicher wieder zu hause seien (ab 49:35), dann hielt er sich die Option vor, diese Aussage aus rechtlichen Gründen dauerhaft zu verweigern (ab 56:00).

Aus den 200.000 des freilich hochgradig persönlich an einem schnellen Ende der Coronamaßnahmen interessierten Herrn Ehrlich wurden dann 1,3 Millionen. Ein durchaus üblicher Vorgang. Seit Hans Delbrück wissen wir, daß die 3 Millionen Perser des König Xerxes auf ganz ähnliche Weise zustande kamen.

Die Zahlenangaben zur Demonstration am 1. August sind dreist gelogen. Ich möchte das an dieser Stelle aber gar nicht moralisch bewerten, weil ich dazu die Frage beantworten müßte, ob es statthaft ist, ein politisches Regime mit Falschbehauptungen zu bekämpfen, dessen Propagandaapparat notorisch zur Falschmeldung greift und dessen Diskursmacht neben der institutionellen und finanziellen Überlegenheit auf dem Bullshitprinzip beruht, wonach es viel mehr Zeit und Energie kostet, eine Lüge zu widerlegen, als sie in die Welt zu setzen und am Ende trotzdem etwas hängen bleibt.

Doch was kommt davon? Die größte Sensation zuerst: Dieses Desaster beschert uns den ersten Faktenfinderartikel in der journalistischen Karriere Patrick Gensings, der nicht nur nicht gelogen ist, sondern mit jedem Wort ins Schwarze trifft.

Dieses Wunder ist ein ein guter Indikator dafür, welcher Glaubwürdigkeitsverlust das für die politische Rechte bedeutet. Denn auch wenn die Veranstalter der Demonstration gerade nicht aus unserem Milieu kommen, rechnet man diese Demonstration jetzt bereits der Rechten zu.

Und das ist nicht einfach böswilliges Framing. Zahlreiche Akteure des rechten Lagers, viele, die über Jahre hinweg verdienstvolle Arbeit geleistet haben, sind auf diesen Zug aufgesprungen und meinen jetzt offenbar, auch diese völlig aus der Luft gegriffenen Teilnehmerzahlen bestätigen zu müssen.

Der Protest gegen die Coronamaßnahmen hat wieder einmal schmerzlich gezeigt, daß die Opposition in Deutschland in zwei Teile zerfällt. Da ist auf der einen Seite die politische Rechte, die ein grundsätzliches Gegenprogramm zum Status Quo verficht, wie intellektuell ausgestaltet das dann beim Einzelnen seien mag oder auch nicht.

Dann ist da die viel größere Zahl derjenigen, die ich als BRD-Widerstand bezeichnen möchte. Der BRD-Widerständler ist jemand, der die Grundlagenkrise unserer Gesellschaft auf irgendeine Weise spürt, oft auch eine zutiefst feindliche Einstellung gegenüber den etablierten Parteien und Medien pflegt, aber die Ereignisse innerhalb des geistigen Rahmens verarbeitet, an den ihn die bundesrepublikanischen Öffentlichkeit gewöhnt hat.

Der BRD-Widerständler denkt über Politik so, wie ihm das Denken über Politik im Sozialkundeunterricht beigebracht wurde. Die Denkweise ist viel schwieriger zu ändern, als die Ausrichtung an irgendwelchen politischen Lagern.

Der, zugegeben klischeehafte, BRD-Widerständler ist gegen Coronamaßnahmen, weil sie gegen das Grundgesetz verstoßen. Er lehnt die Euro-Rettung ab, weil das gegen den Maastrichter-Vertrag ist. Einwanderung will er nur legal und ist stolz, daß er einen schwarzen Freund hat. Vor dem aggressiven Auftreten des Islams hat er aber Angst. Deshalb glaubt er, daß Mohammed wie Hitler war und der Koran mehr oder weniger Inhaltsgleich mit Mein Kampf ist. Er schnüffelt im Widerstandslager nach Antisemiten und teilt auf sozialen Medien Karikaturen, auf denen Moslems kleine Kinder köpfen. Die Antifa beschimpft er als „Rotlackierte Faschisten“. Er ist gegen die Grünen, weil die eine Klimadiktatur wollen, und außerdem war die CDU in den 80ern auch noch gegen die Grünen.

Vor allem aber ist der BRD-Widerständler verunsichert. Darum ist er bereit, auf jeden Unfug aufzuspringen, solange der Unfug nicht zu rechts ist. Die originären Vordenker und Führungsfiguren, die dabei aus dem BRD-Widerstand aufsteigen, sind dementsprechend oft unter jeder Beschreibung.

(Vor einiger Zeit schlossen ein paar zynisch gewordene junge Patrioten eine Wette ab, daß sie Xavier Naidoo dazu bringen könnten, Jörg Meuthen als Freimaurer darzustellen. Sie fertigten dazu eine drittklassige Fotomontage an und haben ihre Wette gewonnen.)

Wäre der BRD-Widerständler nur der Anhänger irgendeiner Politsekte, so täte jede politische Bewegung, die ernst genommen werden will, gut daran, ihn nach Kräften zu ignorieren.

So einfach ist es leider nicht. Der BRD-Widerständler ist in der breiten Mehrheit kein dahergelaufener Wirrkopf. Er ist das unvermeidliche Produkt der in der ganzen westlichen Welt üblichen Erziehung zur Politikunfähigkeit durch Schule, Medien und Universität.

Die Verwechslung von Politik mit primitivsten Moralvorstellungen hat er mit der Muttermilch aufgesogen. In ihm manifestiert sich dieselbe Unfähigkeit in politischen Kategorien zu denken, die in nichtwestlichen Ländern mit einer Mischung aus Belustigung, und dem Entsetzen darüber wahrgenommen wird, daß der weltpolitische Block, der nach wie vor über die größten materiellen Machtmittel gebietet, aufgrund seiner inneren Diskursstruktur realismusunfähig ist und von einer moralischen Hysterie in die nächste torkelt.

Die Beziehung zwischen der politischen Rechten und dem BRD-Widerstand spielt sich nun im allgemeinen so ab, daß der BRD-Widerstand sich von irgendwoher politische Orientierung erhofft, aber Angst hat, mit den ganz Bösen assoziiert zu werden.

Die Rechte wiederum sieht im BRD-Widerstand ihren mit Abstand vielversprechendsten Resonanzraum, möchte aber nicht mit den ganz Durchgeknallten assoziiert werden. So läuft es seit der Gründung der AfD, hat sich durch das Phänomen der Septembergefallenen des Jahres 2015 verschärft, und durch Corona ist das Ganze jetzt eskaliert.

Die Dynamik zwischen der Rechten und dem BRD-Widerstand beruht darauf, daß letzterer sich in seiner Denkweise kaum vom gläubigen Zuseher der Tagesschau unterscheidet, jedoch durch die Ereignisse der letzten Jahre verunsichert wurde. Deshalb bietet er der Rechten ein Feld, in welchem sie mit weniger Pawlowreflexen zurecht kommen muß, als beim Durchschnitt der Bevölkerung.

Zudem, und hier haben alle recht, die im Teich der Coronakritiker fischen wollen, kommt die breite Mehrheit des deutschen Volkes nun einmal nicht ohne Folgeschäden aus der BRD-Erziehung heraus. Daran können wir nichts ändern und müssen irgendwie damit arbeiten.

Die letzten Monate haben jedoch aufs neue gezeigt, daß diese Dynamik so nicht weitergehen kann. Neben den erfundenen Teilnehmerzahlen vom Samstag sind ja der Parteiausschluß gegen Andreas Kalbitz und die unsägliche Geschichte um Lisa Licentia auf ihre Art ebenso Produkte des BRD-Widerstandes und bei Leibe nicht die ersten ihrer Art.

Die Rechte kann den BRD-Widerstand nicht abschreiben und seine Grundeinstellung kurzfristig auch nicht ändern. Aber sie braucht wieder eine eigene Position. Diese Position darf zwar kein rechter Szeneelfenbeinturm sein, aber sie darf auch nicht dem gerade aktuellen Fetisch der generell Unzufriedenen hinterher hecheln.

Die zu weitgehende Preisgabe eines solchen eigenen Standpunktes der Rechten zwecks Anschluß an das, was man für die Meinung der Unzufriedenen auf der Straße hielt, hat den Mainstreammedien während der Coronazeit den Triumph erlaubt, alle Dissidenten zu einem Sumpf von Verschwörungstheoretikern zusammen zu mischen, aus dem die grellsten Irrlichter herausleuchten.

Der bisherige Tiefpunkt ist, daß rechte Führungsfiguren entweder, wieder besseren Wissens, das Märchen von den (mindestens!) 500.000 tapferen Coronakritikern erzählten und es mit Bildaufnahmen untermauerten, auf denen man bestenfalls einige Tausend sehen kann, oder aber wie Björn Höcke, dem man noch nie ein solches Unbehagen an einer Sache anmerken konnte, es zumindest für unmöglich hielten offen zu widersprechen und sich auf ausweichende Formeln zurückzogen.

Im Ergebnis verliert die Rechte damit bei allen die Glaubwürdigkeit, die politisch auf der Kippe stehen, aber noch alle Sinne beieinander haben. Das ist ein langfristiger Verlust, der von keiner Demonstration aufgewogen werden kann, schon gar nicht von einer, die eben keine revolutionäre Masse hat.

In irrsinnigen Zeiten dürfen wir uns nicht davor fürchten, die Stimme der Vernunft zu sein. Daß unser Volk in der breiten Mehrheit zur Politikunfähigkeit erzogen ist, läßt sich nicht von heute auf morgen beheben. Der BRD-Widerstand wird uns auch in Zukunft viel Chancen bieten und noch mehr Kopfschmerzen bereiten. Doch daß die Reiter so mit den Pferden durchgehen, darf sich nicht wiederholen!


Johannes Konstantin Poensgen

Johannes Konstantin Poensgen studiert Politikwissenschaft und Geschichte.


Kommentare (73)

Fuechsle

3. August 2020 15:53

Schön, daß SiN wieder da ist, auch wenn die kleine Verschnaufpause sicher nötig war. Jedenfalls trifft  dieser  gescheite, kaltblütige Beitrag  den Nagel auf den Kopf und ist unbedingt zu beherzigen.

Kriemhild

3. August 2020 16:01

Mit wem sonst als den Menschen, die das "Ensemble ihrer gesellschaftlichen Verhältnisse" sind, wollen Sie eine Wende herbeiführen? Nur wer von den realen objektiven Bedingungen ausgeht und die Menschen, so wie sie heutzutage gestrickt sind, ernst nimmt, kann überhaupt etwas erreichen ... Von rechts allein wird dies nie gelingen, da der Bundesbürger gegen "rechts" eine zur zweiten Natur gewordene Aversion empfindet und instinktiv zurückschreckt. Wenn der Samstag eines zeigt, dann, dass nur eine Querfront Aussicht auf Erfolg hat, die auch Linke, unpolitische Bürger, Libertäre und Migranten einschließt, sofern diesen Deutschland im Herzen tragen.

Am Samstag standen tausende vor dem Kanzleramt, während die Redaktion der "Sezession" im wohl verdienten Urlaub weilte, die Reinheit ihrer Gesinnung wahrte und ihre intellektuellen Ansprüche gegen die Verwirrungen des "großen Lümmels" beschirmte. Die Situation könnte sich im Herbst und Winter im Falle eines zweiten Lockdown auf unberechenbare, revolutionäre Weise zuspitzen. Martin Sellner sieht hier deutlich klarer ... kein Wunder! Denn er kennt die Menschen, ihre moralischen Grenzen und ihre Denkweisen aus der Praxis und von der Straße, statt nur am Schreibtisch zu sitzen und kluge Gedanken zu formulieren.  

Ein gebuertiger Hesse

3. August 2020 16:07

Nicht spitzfindig werden. Es waren viele da unterwegs und gehörig mehr, als unsereins vielleicht für möglich gehalten hätten. Das ist das Wichtige. Nicht eine im Überschwang (der in seiner Angelegenheit immer propagandistisch ist) hochgejazzte Teilnehmerzahl. Cherish the moment.

Hans Richard

3. August 2020 16:33

Guten Tag

Hier wurde leider etwas nicht richtig durchdacht bzw. berücksichtigt!

Es gab Demonstrationsteilnehmer die nur bei der Demonstrationsstrecke  dabei waren und es gab auch Demonstrationsteilnehmer  die sich erst später zur Kundgebung dazu gesellt haben. Ich vermute, das sehr viele Demonstranten erst ab Kundgebung dabei waren. Ich kenne auf jeden Fall einige davon.

MfG.

 

franzheister

3. August 2020 16:36

Vielen Dank für Ihren Beitrag Herr Poensgen. Mir erging es ganz ähnlich bzgl. der beschriebenen Berliner Bilder. Es war von vornherein klar, dass sich diese Demonstration auf dünnem Eis bewegt. Im Gegensatz zu Ihnen bin ich wesentlich skeptischer was die Zukunft in diesem Land angeht. So ist es schon seit einiger Zeit unmöglich geworden, z.B. Quellen des Antaios Verlags und seiner Autoren zu zitieren. Dies betrifft weitere Verlage ebenfalls und Freunde merken an, dass mein Abonnement der Jungen Freiheit möglicherweise ein Sicherheitsrisiko darstellt! Die Medien sind tatsächlich gleichgeschaltet und schon diese Tatsache regt doch niemanden mehr ernsthaft auf. Die regierenden "Kreaturen" sprechen für sich selbst und bestätigen das überall spürbare Staatskoma der totalen Idiotie. Das Risiko des Widerständigen wird täglich größer. Selbst die Bahamas klingt in den letzten Ausgaben immer sarkastischer und damit umso verzweifelter! Mit bunt war sicherlich nicht die additive Farbmischung mittels Körperfarben gemeint, denn diese ergibt mit Rot und Grün ein sattes Braun! Wer hätte das gedacht.

Laurenz

3. August 2020 17:32

Werter Herr Poensgen, möchte Ihnen widersprechen. Hier steht nicht Ihre Zahlen-Analyse im Brennpunkt, sondern Ihre plausible Einteilung in die unterschiedlichen Arten des politischen Widerstands. Die Plausibilität schützt aber nicht vor der These, und Ihre Sicht der Dinge bleibt eine These, die wir nicht erhärten können, denn wir kennen weder 6 Mio. AfD-Wähler persönlich, noch können wir auf von der öffentlichen Hand gesponsorte Umfragen guten Gewissens zurückgreifen. Fakt ist aber, daß der Konflikt über die Zahl der Demo-Teilnehmer Aufmerksamkeit/Reichweite erzeugt hat, und zwar in anderem Sinne, als die AfD innerhalb eines ganzen Jahres. Selbst unsere Nr. 1 AgitProp-Agentin, Dunja Hayali, konnte nach eigener Aussage nicht mehr weiter arbeiten, Hayalis Pics sind bei den Russen im Netz. Und man kann jetzt nicht gerade behaupten, daß sich Hayali durch den Schwarzen Block zwischen brennenden Auto-Wracks durchgekämpft hätte. Demos überhaupt mit Vernunft in Zusammenhang zu bringen, bleibt müßig, denn Demos sind der Hort legitimer Emotion und wenn diese auch nur durch 20 Euro Antifa-Sold ausgelöst wurde.

Waldgaenger aus Schwaben

3. August 2020 17:45

Bravo! Einer der besten Artikel seit Monaten hier, wenn nicht seit Jahren. Die Pause scheint SiN gut getan zu haben.

Ein bekanntes Zitat aus einem Theaterstück von Satre (Geschlossene Gesellschaft )  lautet "Die Hölle, das sind die anderen." Und in dieser Hölle zu enden, kann das Schicksal des jetzigen Aufbruchs der deutschen Rechten werden, wenn ihr nicht die Unterscheidung der Geister gelingt.

Ein Höcke wird sich vielleicht  auch eines Tages auf "ausweichende Formeln" zurück ziehen müssen, wenn er zur Homöopathie, zur  Neuen Germanischen Medizin oder zur Flachen Erde befragt wird, oder zur Hohlwelttehorie, oder zur Welteislehre. Wenn die Anhänger solcher Theorien in der Partei nennenswerten Rückhalt haben und die Flügelkämpfe andauern, sind sogar solche taktischen Operationen denkbar.

Auf der anderen Seite darf die Rechte sich nicht naserümpfend vom BRD-Widerstand  abwenden und sich in den " Szeneelfenbeinturm" zurück ziehen. Auch da ist dem Autor zuzustimmen.

Was also tun?

Pflegen wir zuerst mal eine andere Diskursethik. Verzichten wir auf unbelegbare Unterstellungen (Antisemit, Rassist, Cuckservativer, Neonazi) und persönliche Herabsetzungen. Bleiben wir aber auf dem Weg der Vernunft. Hören wir dem BRD-Widerstand zu, widersprechen wir aber Unvernünftigem in ruhigem Tone. Die Brauchbaren aus dem BRD-Widerstand werden Resonanzraum bleiben, auf die anderen können und müssen wir verzichten.

 

Fritigern

3. August 2020 17:50

Super geschrieben!

limes

3. August 2020 17:58

Da der junge Herr Poensgen die Frage aufwirft, wer was mit der Muttermilch aufgesogen hat, lasse ich mich zu der Vermutung hinreißen, dass es in seinem Falle Überheblichkeit gewesen sein könnte.

Wahrscheinlich wähnt er sich wieder einmal auf den Zinnen einer Burg, in die massenweise  2015-gefallene, BRD-geschädigte Deutschenkarikaturen vergeblich Einlass begehren.

Gewiss kann und muss man die öffentlich genannten Teilnehmerzahlen der Berliner Protestkundgebung sachlicher Prüfung unterziehen. Aber mir erschließt sich nicht, weshalb eine solche Prüfung in narzisstische, politisch destruktive Publikumsbeschimpfung münden muss.

Legt man die Elle Poensgens an, so schrumpft auch Björn Höcke mit seinem von Poensgen verlinkten Aufruf zur Einigkeit im Kampf um Recht und Freiheit zum politischen Gartenzwerg, der »dem gerade aktuellen Fetisch der generell Unzufriedenen« hinterherhechelt.

nom de guerre

3. August 2020 18:18

Schön, dass SiN wieder da ist!

Der Artikel enthält einiges, was zutrifft, insgesamt kann ich die negative Bewertung des Autors jedoch nicht teilen. Die Bilder der Demo habe ich mir auch angesehen, allerdings weniger wegen der Zahlen, da ich so etwas schlecht schätzen kann; sollen sich andere den Kopf darüber zerbrechen, wie viele es denn nun wirklich waren. Vor allem wollte ich wissen, wer dort demonstriert hat. Anders als Herr Poensgen sehe ich dabei keinen ominösen politikunfähigen BRD-Widerstand, den man schlecht reden muss, sondern die sogenannte Mitte der Gesellschaft, Leute, von denen ich nicht erwartet hätte, dass sie in der Bunten Republik einmal GEGEN Regierung und Mainstream demonstrieren würden, die – vielleicht zum ersten Mal wirklich – bemerkt haben, dass in unserem Land etwas, oder vieles, nicht in Ordnung ist und diese Erkenntnis auf die Straße tragen. Das ist für mich der springende Punkt und wie ich meine sehr zu begrüßen. ff

nom de guerre

3. August 2020 18:20

Fortsetzung (bitte die Überschreitung der Zeichenbegrenzung zu entschuldigen):

Diese Art Demonstrant ist m.E. nicht gegen die Corona-Maßnahmen, weil sie gegen das Grundgesetz verstoßen (für die meisten normalen Bürger ein abstrakter Begriff, deswegen geht fast niemand bei sommerlicher Hitze demonstrieren), sondern weil sie ihn bzw. seinen Arbeitgeber in die Pleite treiben, weil er seinen Opa nicht mehr unter würdigen Bedingungen im Pflegeheim besuchen kann und weil eine vernünftige, insb. selbstbestimmte Lebensplanung selbst im privatesten Bereich nicht mehr möglich ist, sondern von staatlichen Entscheidungen abhängt, die nach Gutsherrenart verkündet werden und zunehmend willkürlich wirken. Mit dem Grundgesetz iSd „Verfassungspatriotismus“, an den Sie, Herr Poensgen, vermutlich denken, hat die Unzufriedenheit darüber mMn eher weniger zu tun.

@ Kriemhild hat Recht: Wer etwas verändern will, muss von den Menschen ausgehen, die da sind, nicht von denen, die er gerne hätte.

Monika

3. August 2020 18:36

Hallo Herr Poensgen, was soll dieser Beitrag  ? Zeigen, wie vernünftig Sie sind ? Dann hauen Sie doch richtig rein, was die „rechten Führungspersonen“ betrifft, die mit „fiebriger Begeisterung die Bilder aus Berlin“ betrachten“, vor denen die „Globalisten zittern“. Nein ! Ich verlinke den Beitrag einer rechten Führungsfigur nicht. Soll sich die Lisa dran abarbeiten. Es geht nicht um Teilnehmerzahlen. Auch wenn es nur 1000 wären, werden diese anders behandelt als Clans oder BLM-Demonstranten oder die Antifa. Wie ein CDU Futzi sagte: „Wenn Demonstranten selbst zum Hochrisiko werden, darf der Staat nicht tatenlos zusehen.“ Das Hochrisiko ist nicht die Ansteckungsgefahr, sondern die Unbestimmtheit der Demoteilnehmer. Man kann nicht einordnen, was sich an Unmut unter der selbstsamen Mischung aus „Hipstern, Nazis und Normalos“ ( NZZ) zusammmenbraut. Wären das jetzt tatsächlich Hunderttausende, ja, man wird träumen dürfen...bei aller Vernunft ...Monika

 

RMH

3. August 2020 18:38

Ja, es befremdet zu sehen, dass jetzt ausgerechnet Corona ein Thema zu sein scheint, welches einmal die Straße des 17. Juni in Berlin ordentlich füllen konnte und zuvor, bei all den deutlich heftigeren Nackenschlägen, die das deutsche Volk erlitten hat, ging nur wenig oder wenn, dann allenfalls regional (aber auch Pegida hat schon lange jeden echten Schwung verloren).

Höcke spricht in seinem Beitrag übrigens zurecht auf eine Strategie der Spannung an (ohne diese wörtlich als solche zu benennen).

Nichtsdestotrotz braucht man jetzt nicht überheblich werden und den sog. "BRD-Widerstand" zum Nachfolger der dümmlichen Spottfigur des "Cuckservatives" zu erklären. Was wäre denn die Rechte, die auch noch keine Nazis sind, realistisch betrachtet? Sicher keine Anzahl von Personen, die auch nur ansatzweise in die Gefahr kommen würde, eine 5% Hürde zu überspringen. Von daher: Man muss die Leute schon ein Stück weit nehmen, wie sie sind, Herr Peonsgen. Wir haben nur dieses eine Volk - dieses bei Nichtgefallen mittelfristig auszutauschen bzw. den Rest davon umzuerziehen, ist das derzeitige Vorgehen der Etablierten.

Tiuri

3. August 2020 18:48

Grandioser Artikel, vielen Dank.

Old Linkerhand

3. August 2020 19:38

 

Die Demonstration am 01.08. 2020 „Tag der Freiheit“ war die größte politische Versammlung der Bundesrepublik Deutschland. Sie war um ein vielfaches größer als die legenäre Demonstration gegen das DDR-Regime vom 04.11.1989 auf dem Berliner Alexanderplatz. Allein schon von der Haupttribüne auf der Straße des 17. Juni konnte man in Richtung Siegessäule und in Richtung Brandenburger Tor mehrere hunderttausende Menschen sehen. Als dann erstmalig 800000 Teilnehmer ( angeblich von den Einsatzkräften genannt ) gemeldet wurden, gab es kein Halten mehr. Die Organisatoren selbst waren maßlos überwältigt und ihre Ergriffenheit war nicht gespielt. Daß dieses gigantische Ereignis von eher linken Bündnissen organisiert wurde, tat meiner Freude keinen Abbruch. Jeder wird wohl begriffen haben, daß es hier um viel mehr geht.

Wer, außer unseren „BRD-Widerständlern“, soll dieses verlogene System zum Einsturz bringen? Ihr seit viel mehr, als ihr denkt, genau das hat dieser historische Tag gezeigt. Und die 1,3 Millionen werden wir das nächste Mal verdoppeln, falls auch Rechte mit demonstrieren dürfen, denn wir sind ein Volk, Wir lassen uns nicht mehr spalten und wir sind noch lange nicht am Ende!

 

Nemo Obligatur

3. August 2020 19:46

Wohltuende Worte, Herr Poensgen. Ergänzen müsste man: Das Corona-Virus ist natürlich auch dann infektiös, wenn man nicht daran glaubt.

Der Gerechtigkeit halber sei erwähnt, dass man in den öff.-rechtl. Medien eine Tendenz verspürt, unliebsame Menschenmengen kleinzureden. Erinnert sei nur an die Pegida-Demonstrationen. Ich kann mich entsinnen, mit welcher, kaum unterdrückten, Genugtuung der Sprecherin an einigen Montagen im Radio die Teilnehmerzahlen zu den Demonstrationen und Gegendemonstrationen verlesen wurden. Das Motto der Chemnitzer Kundgebung war "Wir sind mehr". Auch das mag der eine oder andere kritische Geist anlässlich der Nachrichten zur Corona-Demo noch im Ohr gehabt haben.

Hartwig aus LG8

3. August 2020 20:00

Der Analyse des widerständigen Bundesbürgers im zweiten Teil des Artikels kann ich noch das eine oder andere abgewinnen. Aber wieso betrachtet es Poensgen als seine Aufgabe (und damit als Aufgabe der "Sezession"), die völlig überzogenen Teilnehmerzahlen nach unten zu korrigieren? Die mitgelieferte Begründung für diese Notwendigkeit leuchtet mir keineswegs ein. Wenn in Berlin zwanzig- oder dreißigtausend Leute demonstriert haben (bei brütender Hitze und während der Sommerferien!), dann zeigt das, dass der Regierung die Deutungshoheit zu entgleiten beginnt. Ein toller Erfolg. Und wenn sich dann die Mär von Hunderttausenden verselbstständigt, ... dann kommt SiN daher und "rückt das gerade"???

Ich widerspreche allen Kommentatoren, die diese Unterbrechung der Sommerpause auf SiN begrüßen. Dieser Artikel ist Wichtigtuerei. Manchmal ist "Mund halten" einfach die bessere Wahl.

RWDS

3. August 2020 20:05

Mit erfundenen Zahlen soll man sich also eher die Glaubwürdigkeit (welche?) bei den Menschen verspielen, als mit Aussagen wie "Daß unser Volk in der breiten Mehrheit zur Politikunfähigkeit erzogen ist, läßt sich nicht von heute auf morgen beheben."?

Ich denke wenn überhaupt ist doch beides der Sache nicht nützlich. Die von Ihnen als BRD-Widerständler betitelten, wollen von rechts genausowenig belehrt werden wie von grün/links. Mit dem Tonfall, werden Sie jedenfalls niemanden einfangen.

Man sollte weg von der Debatte um Teilnehmerzahlen, hin zur Debatte über die unterschiedliche Bewertung von Demonstrationen und "Events", welche einerseits mit den üblichen Diffamierungen bedacht, andererseits bis zur Entblödung verharmlost werden.

tearjerker

3. August 2020 20:37

Fassen wir mal zusammen: Anstatt die Gunst der Stunde zu nutzen und das Ganze als Chance zu begrüssen, Sand ins Getriebe des Gegners zu streuen, hat man nichts Besseres zu tun, als sich ohne Not von den Teilnehmern der Berliner Veranstaltung zu distanzieren und ihr Anliegen vom hohen Ross herab als Unfug zu diffamieren. Schwach.

Edgar

3. August 2020 21:23

Hier handelt es sich um einen überheblichen Artikel. Erstens wurde die Teilnehmerzahl, wie bei den Massenmedien, runtergerechnet und zweitens ist eine Querfront wichtig, denn nur so kann ein Wechsel in Deutschland erreicht werden.  Die Teilnehmerzahlen in der Straße des 17. Juni erreichten bestimmt 500 000 Menschen. Ein vergleichbares Foto vom gleichem Ort mit der Love - Parade 2001 wurde damals mit ca. 1 Million Menschen beschrieben.

quarz

3. August 2020 21:25

" ... daß der BRD-Widerstand sich von irgendwoher politische Orientierung erhofft, aber Angst hat, mit den ganz Bösen assoziiert zu werden."

Auf dieser Angst beruht die Wunderwaffe des Regimes. Auch wenn sein unheilvolles Walten furchtlos vorgetragener Kritik in der Agora einigermaßen wehrlos ausgeliefert wäre, braucht es nur den Assoziationsknopf zu drücken, und schon lässt der halbherzige Aufmucker allen Angriffsmut fallen und widmet sich winselnd und mit ganzer Kraft der Beteuerung, dass er zu Unrecht des Rechtsseins verdächtigt werde. Verlöre diese Konditionierung ihre Bannkraft, dann wären die Tage des Merkelismus gezählt. Aber das wissen wir ja alle.

Solution

3. August 2020 21:26

 

Der Artikel des ansonsten sehr geschätzten Herrn Poensgen gefällt mir überhaupt nicht. Was soll das Kleinreden dieser großartigen Demonstration? Was sollen seine Privatschätzungen, die ebenfalls keine solide Grundlage haben? Was soll diese merkwürdige, willkürliche Aufteilung des Widerstandes? Für mich war das ein großartiger Erfolg, auf den man aufbauen kann. Wenn man zuhause auf dem Sofa liegt, während andere mit großem Aufwand persönliche Risiken tragen, sollte man sich für so einen negativen Artikel schämen. Wir sind übrigens in einem Informationskrieg, in dem gerade die Gegenseite ein Musterbeispiel an Desinformation bietet - die auch noch geglaubt wird und damit (noch?) sehr erfolgreich ist.

t.gygax

3. August 2020 21:57

Was soll das? War der Schreiber selbst dabei? Wenn ja, soll er seine Eindrücke schildern, aber hier nicht den Erfolg der Demo runterschreiben. Ein Verwandter von mir war dabei, und der hat mir gesagt, das waren mehr als 1 Mio Menschen, denn er kam mit tausenden von Leuten gar nicht zum Veranstaltungsort, weil die Polizei Zugänge blockiert hatte, und zwar vorher ! Er: "wir versammelten uns dann in einem Park, das waren Massen, die ganze Stadt war überfüllt".

Diese Demo war ein großartiger Erfolg, man kann nur froh und dankbar sein- und dass das Regime auf heftigste herausgefordert wurde, sieht man an den Reaktionen der Eliten in Richtung "Demos einfach verbieten".

Kriemhild

3. August 2020 22:31

So ähnlich muss es mit der ersten Generation der Konservativen Revolution auch gewesen sein ... Jahrelang schreibt man an gegen das "Weimarer System" ... Als dann um die Jahreswende 1932/33 die Würfel fallen, zieht man sich in ein elitäres Schneckenhaus zurück und geißelt die Stumpfheit des Pöbels, die Gemeinheit der Masse und den Schmutz der Politik, statt ins Rad der Geschichte einzugreifen und zu verhüten, dass Schlimmes durch noch Schlimmeres ersetzt wird ...   

Da lobe ich mir Martin Sellner, der anders als Herr Poensgen nicht nur ein kluger Kopf ist, sondern auch ein politisches Talent ... 

DirkAhlbrecht

3. August 2020 22:31

Herr Poensgen will den Fakten verpflichtet bleiben - und das ist immer zu begrüßen. Daher verstehe ich die teilweise Aufregung nicht.

Fredy

3. August 2020 22:47

Also wenn das der Beste Beitrag seit langem hier bei SiN war, wie manche schreiben, dann taugt SiN schon genauso lange nichts mehr.

Auf den ersten Blick klingt das gut und richtig, was Poensgen schreibt. Vor allem das BRDler-Bashing läuft runter wie Öl.

Aber 1.: Bei den Zahlen liegen doch beide, sowohl Polizei/Medien als auch Veranstalter daneben. Eine wahrheitsgemäße Schätzung dürfte sich auf 40.000 bis 60.000 belaufen. Und da es sich die BRD und deren Medien auf die Fahnen geschrieben haben, besonders objektiv und korrekt die Wirklichkeit darzustellen, ist deren absichtlich wirklichkeitsverzerrendes Bild (weniger  gleich unrelevanter) sicher das größere Problem und bewirkt auch, dass charakter- und politstrategisch schwache Veranstalter und deren Mitgänger ebenfalls zu Ihren Gunsten an den Zahlen drehen.

 

...

Nitschewo

3. August 2020 22:49

Nun, ich war vor Ort, und kann Ihre spitzfindige Rechnung überhaupt nicht bestätigen. Eine Viertelmillion dürfte das Mindeste gewesen sein, was sich gegen 16:00 Uhr auf dem 17. Juni aufhielt. Verstehe auch nicht warum Sie sich fast schon darüber freuen scheinen zu wollen, dass Sie sich mit den Lügnern der Presse mal einig sein können.

Fredy

3. August 2020 22:49

...

Aber 2.: Das wirklich gefährliche für diesen Staat ist doch, dass es gar nicht so war wie Poensgen schrieb. Den BRDler gibt es so gar nicht; vielleicht im feuchten Albtraum des BRD-Konsersativen, der sich für widerständig hält, nur weil er hier und ab und an Sezesion liest. Hier ist es doch zum ersten mal nicht gelungen das Volk zu spalten. Auf dieser Demo lief doch alles umher, jeder hatte seinen eigenen Grund:
- das bekannte PEGIDA-Klientel, in sich auch schon heterogen, aber stets dabei wenn es gegen die BRD geht, egal aus welchen Gründen (und Gründe gibt es weiß Gott jeden Tag mehr)
- der ganz normale unpolitische Bürger, der Angst hat um seinen Arbeitsplatz, sein Einkommen als Selbständiger, oder eben keine Angst mehr hat, sondern sich bereits in dieser Wirklichkeit sieht. Die glauben durchaus an die Gefährlichkeit von Corona, aber wenn es um die eigene Existenz geht, wirkt das nicht greifbare Corona-Bedrohungszenario nicht mehr
- Naturalisten und Impfgegner, die Biofraktion, die ihre Art zu Leben bedroht sieht
- Die freiheitliche Fraktion, denen tatsächlich die Grundrechte der BRD, an die sie immer geglaubt haben, wichtg sind, und diese nun bedroht sehen. Viele derer sind durch Corona erst erwacht, weil nun erstmals persönlich betroffen (solange Andere betroffen waren, war die BRD noch in Ordnung)

...

Fredy

3. August 2020 22:50

...

- Verschwörungsgläubige jedweder Art (hier trifft Coronaleugner vielleicht zu), viele glauben den offiziellen Medien nichtmal mehr das Datum der Zeitung, schwören dafür aber auf jeden Furz aus dem Internet
- ewiggestrige Nazis, die nunmal gern immer marschieren, wenn irgendein Führerlein zum marschieren aufruft
und viele Andere mehr.

Das ist der Erfolg der Demo und das Problem der BRD. Das war tatsächlich "Unteilbar". Und von da an zum wirklichen "Wir sind mehr".

Fredy

3. August 2020 22:53

Ich schreibe hier weiß Gott selten und wenn dann kurz. Also wenn ich dann schon auf 3 Beiträge aufteilen muß, ist hier irgendwas falsch eingestellt.

Ich rege an die inhaltliche Begrenzung ganz rauszunehmen und stattdessen die Beiträge nur in der Anzeige optisch auf vertikal 4 bis 6 cm zu begrenzen, und wenn dann inhaltlich der Platz nicht reicht, mit einem "weiter"-Link den ganzen Beitrag ausklappbar zu machen.

So kann man zu langen Sermon der üblichen Verdächtigen gut überspringen oder bei Interesse eben doch vollständig lesen.

Trim

3. August 2020 23:19

"Der Protest gegen die Coronamaßnahmen hat wieder einmal schmerzlich gezeigt, daß die Opposition in Deutschland in zwei Teile zerfällt. Da ist auf der einen Seite die politische Rechte, die ein grundsätzliches Gegenprogramm zum Status Quo verficht. (...) Dann ist da die viel größere Zahl derjenigen, die ich als BRD-Widerstand bezeichnen möchte. Der BRD-Widerständler ist jemand, der..."

Und dann ist da der junge rechte Metapolitiker mit seinem tief empfundenen Spaltungsschmerz, seufzt noch einmal und holt endlich das funkelnde Sezierbesteck hervor, mit dem er an der viel größeren Zahl derjenigen, die er als BRD-Widerstand bezeichnen möchte (und der sich gerade in erfreulich größerer Zahl auf den sonnenbeschienenen Straßen Berlins versammelt hat), herumschnipselt - bis sie alle wieder nichtig und verschwunden sind. Und dann sitzt er wieder alleine da, der j.r. Metapolitiker, vor seinem Laptop, mit seinem grundsätzlichen Gegenprogramm (das er verficht).

Leo

3. August 2020 23:59

Lassen wir das "Wir sind mehr!" gegen das "Wir sind noch mehr!" mal beiseite.

Die Mobilisierung durch "Querdenken 711" ist insofern erstaunlich, weil bis wenige Tage vor dem 1. August keinerlei Hinweis auf diese Demo im alternativen, rechten Medienmilieu zu finden war: Nichts bei JF, pi-news, sezession, tichys einblick, zuerst... Lediglich Compact wies auf den "Tag der Freiheit" hin.

Ich vergleiche das nur mal mit dem jährlichen "Marsch für das Leben" (der auch in diesem Jahr wieder im September in Berlin stattfindet), der monatelang im rechtskatholischen und evangelikalen Milieu beworben wird (u.a. durch die "Tagespost") - und zu dem im Schnitt der letzten Jahre immer ca. 7.500 Demonstranten kommen. Insofern wären schon 20.000 (anderes Thema, klar!) ein "großer Sprung" für eine erste Querfront-Demo in Berlin! Das muß man nicht kleinreden wollen.

(Zur rechten Schweige-Demo nach dem islamischen Attentat auf dem Berliner  Breitscheidtplatz kamen zum Bundeskanzleramt: 250. [Wenn du geschwiegen hättest...!])

Gelddrucker

4. August 2020 00:14

Der Artikel ist ein typisches Beispiel für die SiN-Elfenbeinfraktion.

Irgendwie weltfremd und überheblich.

 

Haben die Schreiber hier, außer Sellner, eigentlich noch irgendwie Kontakt zu ihrem Volk? Wann hat man zuletzt mit Nichtrechten irgendeine gesellschaftliche Aktivität gestartet?

Ernsthafte Fragen.

HomoFaber

4. August 2020 01:42

Poensgen gehört eben zu den Leuten, die es immer ganz genau wissen. Auch daß Professoren und anonyme Internetkommentatoren gar nichts genau wissen, weiß er ganz sicher:
https://sezession.de/62396/coronavirus-11-handeln-unter-unsicherheit
Woher er allerdings vom Nichtwissen weiß, bleibt im Nebel.
Nun sind halt Höcke und der “BRD-Widerstand “dran, die es im Gegensatz zu Poensgen einfach nicht begriffen haben.

Laurenz

4. August 2020 06:32

@tearjerker

auch wenn ich den Redakteur und Autoren verwechselte, was mir leid tut, @Herr Poensgen, so muß ich Ihnen, tearjerker, zustimmen,

wobei der Artikel an sich gut geschrieben ist. Auch in Schnellroda leben "Mosaik-Rechte" und hier liegt der Hund begraben. Ich schrieb gerade an an anderer Stelle an meinen guten Freund @Franz Bettinger folgendes:"Ich habe früher mehr Exil-Reichsregierungen kennengelernt, als Reichsbürger".

Wenn dem politischen Gegner zumindest kurzfristig das Heft aus den Hand geschlagen wurde, wie jetzt zu Berlin, und der Relotius "nur noch" im Stürmer-Wahn schreibt, seine eigenen Umfragen unangemessen selektiert, verliert man selbst als das geistige Zentrum des Widerstands an Bedeutung. Ohne es zu merken, schreiben links und rechts nur noch über sich selbst, siehe hier https://www.spiegel.de/politik/deutschland/corona-umgang-mit-virus-leugnern-wo-emotionen-und-fakten-kollidieren-a-e29d4bb6-4d99-4d9c-b164-0c1e1f378c72

Nicht nur in Seiner Redaktion hat Roland Tichy aktuell das beste Händchen um als "letzter" Journalist Buntlands die Situation, das Geschehen zu beschreiben, auch wenn Er das, als Konservativer, zu zurückhaltend tätigt. https://www.tichyseinblick.de/tichys-einblick/corona-demonstrationen-wer-wie-viele-und-was-danach/

Ich war angesichts Berlin wieder mal dankbar, daß mich das Leben nicht zu einem Polizisten und damit zu einem Zwangs-Idioten gemacht hat.

Das blaue Quadrat

4. August 2020 08:40

Mit dem Begriff der Querfront konnte ich bislang, auch wenn er hier auf SiN behandelt wurde, praktisch eher wenig anfangen. Seit meiner Beteiligung an Veranstaltungen wie der in Berlin, in kleinerem Rahmen auch in meiner Region/Stadt, hat sich das positiv gewandelt.

Interessanter scheint jedoch die zweite Querfront, die sich jetzt darum bildet, die der Stimme der Vernunft. Ihre Spannweite reicht von Frau Esken, die den prägnanten Begriff für die Beschreibungen von Herrn Poensgen lieferte, über die Sprechpuppe im Präsidentenamt bis nun hin zu SiN.

Mehr amüsant als schockierend, wie klar an solchen Stellen wird, dass Politik das Problem ist, nicht die Lösung. 

Monika

4. August 2020 09:33

Es zeugt von politischer Naivität, bestenfalls von jugendlicher Überheblichkeit, sich despektierlich über einen ( massenhaften) BRD-Widerstand zu äußern. Wer ausstrahlt, dass er die  dumpfe  Masse auf die richtige Spur bringen will, gar durch die Erziehung zur Politikfähigkeit, missachtet das Volk zutiefst!!! Der politische Gegner tut im Grunde dasselbe, formuliert sein Vorhaben aber wesentlich geschickter . Schlimmer noch, er setzt mit scheinmoralischen Argumenten genau an dieser Stelle an, um fundamentalen Widerstand zu brechen. @ Fredy „Hier ist es doch zum ersten Male nicht gelungen, das Volk zu spalten.“ Haha, die Sache läuft..

https://www.faz.net/aktuell/politik/inland/berlin-die-organisationsstruktur-hinter-den-corona-demos-16888674.html

“Die IB soll versucht haben, die Partei WIDERSTAND 2020 zu unterwandern“. Man beachte die Leserzuschriften! 

HomoFaber

4. August 2020 10:12

Lensenswert zum Thema:

https://jungefreiheit.de/politik/deutschland/2020/ich-bin-hier-um-die-grundrechte-zu-verteidigen/

 

 

Tiuri

4. August 2020 10:20

@limes, Hartwig, tearjerker, Edgar  u.a.

Der springende Punkt ist: bislang hatten wir keine Macht aber immerhin recht. In dem Maße, wie der im Artikel als BRD-Widerstand bezeichnete Teil überhand gewinnt, haben wir nicht einmal mehr recht - und Macht haben wir deshalb noch lange nicht.
Die Falschbehauptungen über die Teilnehmerzahlen sind hier nur ein besonders deutliches Beispiel dieser Entwicklung.

Und natürlich müssen diese Leute erzogen werden, so wieder jeder andere Mensch auch. Einige wenige können sich selber erziehen, für die übrigen sind Institutionen notwendig, und da die erzieherischen Institutionen der Vergangenheit (Familie, Schule, Kirche, Militär) nicht mehr dazu in der Lage sind, ist die eigentliche Frage wie die Rechte wieder erziehende Institutionen aufrichten kann.

teildeswiderstands

4. August 2020 10:32

Poensgens Artikel umweht der Verwesungsgeruch des Intellektualismus. Etwas ist faul in der Neuen Rechten: Tausende Menschen gehen auf die Straße und fordern einen Systemwandel, neurechte Akteure hingegen rümpfen darüber nur angeekelt die Nase. Der Kubitschek-Stein-Komplex scheint geistig und aktivistisch ausgebrannt, von der aktuellen politischen Entwicklung heillos überfordert. In der Vergangenheit hat er sich prominenten AfDlern bis hoch zur Fraktionschefin angedient, hat seine Lehre von der sozialen Frage zum Dogma erhoben - und dabei die Bodenhaftung und das Gespür für die tatsächlichen Nöte der Bevölkerung verloren. Dass der Mundschutz vermutlich solange Pflicht bleibt, bis ein Impfstoff gegen Corona entwickelt wurde, der den Bürgern dann zwangsverabreicht wird, scheint in Poensgens Augen als Demonstrationsgrund ungenügend zu sein. Der Widerwillen dagegen ist aus seiner Sicht nur ein schnell vorbeifahrender Zug, auf den aufzuspringen aus ideologischen Gründen verwerflich wäre. 

Der Gehenkte

4. August 2020 10:37

Für mich stellt sich die Frage eher andersherum: Wozu eigentlich Schreiben auf SiN und den wenigen anderen wirklich seriösen Seiten, wenn die Wahrheit von der Mehrheit der Leser jederzeit dem "Zusammenhalt" geopfert werden kann, wenn man lieber seine Fruchtblase schützt, als zur-Welt-zu-kommen. Wozu also sollten sich Leute wie Poensgen, Kaiser, Kubitschek et. al. die Mühe machen, zu recherchieren, Zahlen vorzulegen, Beweise oder auch nur Indizien zu sammeln, wenn diese an der Weltanschauung abprallen?

Ohne Einsicht in die reale Welt geht es nicht. Wer sich einen Traum bastelt und Traumtänzern hinterherläuft, wird böse gegen die Wand laufen.

Oder nochmal anders gesehen: Ich lese die SiN gerade deswegen, weil sie diese Leute hat, die auch den Mut aufbringen, gegen die Blindheit der eigenen Gefolgschaft anzuschreiben. Der Wahrheit verpflichtet.

zeitschnur

4. August 2020 11:23

Dieser Artikel ist wirklich die beste Strategie einer überheblichen, abgehobenen und realitätsfernen Rechten, sich selbst endgültig zu marginalisieren. Ob es nun ins Oberstüberl rein will oder nicht: wir haben im Moment ganz andere Probleme als das Nationale. Die Ereignisse haben den Kampf ums "Eigene" längst überholt. es ist das Weltvolk angegriffen worden, wann trommelt sich das durch zur Rechten? Ich bin froh, dass so viele Menschen in Berlin waren! Der Livestream von Samuel Eckert zeigt sehr genau, dass das eine Million und mehr Menschen gewesen sein müssen: sie standen dichtgedrängt vom Brandenburger Tor bis zur Siegessäule und viele waren außerhalb und kamen in den 17.6. gar nicht mehr rein, so voll war er. Das sind schlappe 2 km einer sehr breiten Allee, jeder, der auf dieser Straße schon mal war, weiß, was das für Dimensionen sind. Vergleichswert ist die Love Parade ebenda mit 1 Mio Leuten! Es ist doch absolut durchschaubar, wenn die Staatsmedien nun diese eindeutige Botschaft an das Merkelregime zahlenmäßig ebenso herunterspielt, wie sie die angebliche Corona"infektionen" hochspielt. Aber bitte - es spricht Bände, dass die Rechte das Merkelregime eher stützt als den Geist der Freiheit. Eine Glanzleistung.

Der_Juergen

4. August 2020 11:26

Poensgens Artikel hinterlässt trotz dem Richtigen. das er enthält, ein ungutes Gefühl. @Solution @Kriemhild und andere haben schon auf seine Schwachpunkte hingewiesen.

Sicherlich ist es falsch, mit übertriebenen Zahlen zu hausieren, wobei ich, den Bildern nach zu schliessen, die offiziellen 20.000 für ebenso untertrieben halte wie die angeblichen 800.000 für übertrieben.. Doch dass sich bei Demonstrationen gegen den Corona-Volksbetrug erstmals eine Querfront abzeichnet, ist doch enorm wichtig. Ein wichtiger Faktor, auf den Poensgen - im Gegensatz zu Sellner in seinem vorzüglichen Video - nicht hinweist, ist folgender: Wer begriffen hat, dass er in einer derart kardinalen Frage von allen offiziellen Medien und von allen Systempolitiker dreist angelogen wird, dürfte auch bereit sein, andere offizielle "Wahrheiten" zu hinterfragen, vom "menschengemachten Klimawandel" über die "Segnungen der Migration" bis hin zu der amtlich vorgeschriebenen Deutung der deutschen Geschichte. Das System hat weiterhin gute Siegesschancen, riskiert aber auch einen Bumerang-Effekt, der schon im Spätherbst, wenn die Katastrophe nicht mehr zu kaschieren ist, voll einsetzen könnte.

Laurenz

4. August 2020 11:28

Nochmals möchte ich die gespaltene SiN-Leserschaft auf @tearjerker hinweisen, der als fast einziger auf das "danach" hinwies, ein gutes Näschen.

Hier der Artikel eines mutmaßlichen persischen Gastautors bei Tichys, der sich nach 41 Jahren schiitischer Herrschaft immer noch darüber beschwert, daß sich letztere bei der Revolution gegen den Schah und die USA durchgesetzt erfolgreich hatten. Der Artikel ist politisch vollkommen weltfremd und absurd.

https://www.tichyseinblick.de/kolumnen/aus-aller-welt/so-fuehren-die-mullahs-europa-an-der-nase-herum/

Dasselbe passierte, wie @Kriemhild ganz korrekt bemerkte, auch bei uns 1932/33. Die Nationalsozialisten setzten sich, unter vielen anderen Strömungen, in der Krise durch.

Am Tag X oder M, wenn tatsächlich ein politisches System zusammenbrechen sollte, haben wir uns gefälligst zu überlegen, wie wir uns durchsetzen. Darüber hätte Herr Poensgen schreiben müssen. Herr Tichy schrieb wenigstens über den bevorstehenden turbulenten (politischen) Herbst und war der Ansicht, daß wir keinen weiteren Ladenschluß ökonomisch aushalten können. Er unterschlug dem Leser wider besseren Wissens, daß wir ökonomisch schon den 1. Ladenschluß nicht ausgehalten haben. Denn ohne die George-Orwell-Faxen unseres zukünftigen Bundeskanzlers, dem Ex-Franken Markus Söder, & Konsorten, hätte es doch diese Demo zu Berlin erst gar nicht gegeben.

Franz Bettinger

4. August 2020 11:35

Was wollen Sie eigentlich sagen, Herr Poensgen? Dass die Berliner Corona-Demo für uns Widerständler ein Reinfall war, weil einfach nicht genug Leute zusammenkamen? Echt? Es ist technisch einfach, per Luftbildaufnahme die wirkliche Teilnehmerzahl zu ermitteln. Wenn der Boulevard gut gefüllt war (also mit 1 - 2 Person pro qm), dann gehen da 300.000 - 600.000 Leute drauf. Hinzu kämen die, die man laut Polizei „wegen Überfüllung“ ! nicht mehr auf die Straße des 17. Juni ließ. Das soll nochmal dieselbe Anzahl Menschen gewesen sein. Zusammen also etwa die ominösen 1,3 Mio. Es liegt an der Polizei, die Luftbilder (mit Uhrzeitangabe) und die daraus resultierenden Zahlen herauszurücken. Wenn sie das nicht tut / nicht tun darf, spricht das Bände: Es spricht für eine riesige Menschenmenge. Es spricht für unseren Erfolg. 

Sie schreiben "Der BRD-Widerständler ist kein Wirrkopf; er ist nur politikunfähig". Anders gesagt: der brd-Widerständler ist ein politikunfähige Klardenker. Wie geht das zusammen? Und dann wird mir klar, was Sie sagen wollen: Wer effektiv Politik machen will, muss ein Schwein sein; er muss lügen und tricksen wie Maas und Merkel, weil am Ende zählt, was hinten  rauskommt - die Methode, ob lauter oder schäbig, ist egal. Ist das wirklich ihre Meinung? Was bin ich doch für ein naiver Mensch! 

Caroline Sommerfeld

4. August 2020 11:56

Ist es nicht vielmehr ein zutiefst linker Widerstand, der sich dort gezeigt hat? Die levée en masse ist sein Urprinzip.

Die Eliten lassen den "Truthern" (insofern ist es viel eher eine sehr amerikanische, als eine BRD-Bewegung) noch genug Ventile, daß sie sich als "Freie" verstehen und das Kommen der Diktatur abzuwenden als erste Bürgerpflicht empfinden. Und da rufen sie denn: "Angela, dein Volk ist da!" und der unverbesserliche Janich meint tatsächlich, kurz vor knapp wäre das deutsche Volk noch aufgestanden und hätte gesiegt.

Im rbb erdreistet sich derweil eine Systemschranze, "sonderpädagogische Maßnahmen" gegen die "Coronaleugner" zu fordern, da man nun lang genug auf sie eingeredet hätte mit vernünftigen Appellen an ihre soziale Verantwortung, und sie einfach nicht hören wollen, so schwererziehbar sind sie. Der nächste Lockdown wird dann den "Unverantwortlichen" in die Schuhe geschoben. Das System braucht diese Widerstandsform dringend, wie Jünger im Waldgang beschrieben hat: die sichtbaren Gegenstimmen rechtfertigen die Diktatur.

Pferdefuss

4. August 2020 12:19

Herr Poensgen: Das ist Volk, so ist Volk - ein bunt gemischtes Völkchen. Von dort zur Gemeinsamkeit' Wir sind das Volk' ist der Weg hoffentlich nicht mehr allzu weit. 

Die Einheitlichkeit des Widerstands - das wäre organisierter Klassenkampf.  Nicht einmal die 68er Studentenbewegung hat das geschafft. Hat stattdessen mittendrin den Weg in die Institutionen gelenkt, wo sie, das liegt in der Natur der Sache, automatisch umgelenkt wurden und zum parlamentarischen Stillstand kamen; eingefriedet ins Parteiensystem 

Allerdings fehlten mir im Sammelsurium des Völkchens schon ein paar Spielarten aktiver Studentengruppierungen.

Ein gebuertiger Hesse

4. August 2020 12:40

Leute, jetzt haltet mal den Ball flach. Dieser eine Artikel ist ja wohl nicht identisch mit SiN im Ganzen. Oder machen sich auch hier im Kommentarbereich jene Ermüdungserscheinungen des rechtsintellektuellen Milieus bemerkbar, von denen F. Sander in dem Folgebeitrag schreibt? Nicht vergessen, gilt immer: Ask not what your country can do for you ...

nachdenken

4. August 2020 12:43

Dieser Artikel ist von einem getragen, nämlich von NEID.

Der Autor könnte, was die Zahl der Teilnehmer betrifft, mit “Dummya H.” wetteifern.

Die Herabwürdigung der sog. BRD-Widerständler ist entlarvend.

Jeder, der wirklich Aktivist ist, und nicht nur ein schwacher Schreiberling, weiß, wie schwer es ist, Leute auf die Straße zu bringen, da braucht es viel Überzeugung, und heutzutage auch Mut von den Demonstrierenden. 

Es ist ein schwacher, spaltender Artikel.

deutscheridentitaerer

4. August 2020 12:45

Die Kommentare verdeutlichen das von Poensgen ausgezeichnet kritisierte Problem anschaulich. Der Artikel ist daneben deutlich differenzierter, als diejenigen, die sich anscheinend angesprochen fühlen, hier darstellen.

zeitschnur

4. August 2020 12:47

Dies als Beispiel für die wirklichen Bilder: https://www.youtube.com/watch?v=2vrUjm40k14&feature=youtu.be

Und dann: Och nö, @ Caroline Sommerfeld - das ist unlogisch: "Das System braucht diese Widerstandsform dringend, wie Jünger im Waldgang beschrieben hat: die sichtbaren Gegenstimmen rechtfertigen die Diktatur."

Ah ja - und was ist mit den unsichtbaren? Sind das nicht bloß feige Abnicker? Brav-arrogante Steigbügelhalter aus politischer Ignoranz? Manche haben den Verdacht, dass diese elitäre Rechte nichts weiter als ein System-U-Boot ist, das die Intellektuellen dazu animieren will, möglich freiwillig einen intellektuellen Maulkorb anzuziehen.

Mit einem Ernst Jünger werden Sie jedenfalls das, wa da auf uns zurollt, nicht verändert bekommen. Dieser Mann war letztendlich auch nur ein Steigbügelhalter für das Unrecht samt dem ganzen Rest der KR. Bittere Wahrheit, aber so ist es.

 

Sandstein

4. August 2020 12:47

Stimme hier vollumfänglich zu:

1) Kriemhild 3. August 2020 16:01

2) zeitschnur 4. August 2020 11:23

 

 und @Caroline Sommerfeld ..warum lassen Sie nicht endlich dieses "links-rechts" Schema. Als würden "Rechte" nur in kleinen (elitären ha! ha!) Gruppen agieren. Die Geschichte stimmt dem einfach nicht zu. Ob in Italien unter Benito oder in Spanien unter Franco. 

Und mit Wörtern wie "Systemschranze" (ich weiß schon was Sie meinen) ist niemandem geholfen.

Ich zitiere Marcus Aurelius:

"Was dem Staat nicht schädlich ist, beschädigt auch den Bürger nicht. Bei jeder vermeintlichen Beschädigung wende folgende Regel an: Wird der Staat nicht beschädigt, so schadets auch mir nicht; wenn aber der Staat beschädigt wird, so soll ich doch dem Schadensstifter nicht zürnen, vielmehr ihm zeigen, worin sein Versehen bestehe."

Feindbilder und Phrasen helfen hier nicht weiter, finde Ihren Kommentar enttäuschend. Die Messlatte haben Sie übrigens selber gelegt.

Gruß

Kommentar Sommerfeld: Sie haben recht - ich sollte Fragen stellen. Beispielsweise wie es dazu kommt, daß dieser Fernsehkommentator so urteilen muß. Welche Mechanismen führen zu diesen vorhersagbaren Reaktionen? Auch zu meiner ...

HomoFaber

4. August 2020 12:52

"Das System braucht diese Widerstandsform dringend, wie Jünger im Waldgang beschrieben hat: die sichtbaren Gegenstimmen rechtfertigen die Diktatur."

Dann halten wir am besten alle den Mund.

 

W. Wagner

4. August 2020 13:45

Dank an Kriemhild, tearjeker, Edgar, Solution, t.gygax, Laurenz, HomoFaber, Nitschewo, Monika, zeitschnur, teildeswiderstands, ...!

Mit diesem Text scheint sich Schnellroda nun wohl gänzlich von der Wirklichkeit und unserem Volk verabschiedet zu haben? Ich hoffe es nicht, aber auch die Podcasts etc. überzeugen mich kaum mehr eines anderen.

Es war eine großartige, überaus notwendig, sympathische Demo, das machten auch die min. Hälfte Frauen aus, auf deren Schultern dieser Corona-Wahn ausgetragen wird. Die Menschen, die dort waren, sind eine Freiheitshoffnung, die über Corona hinausreicht.

HomoFaber

4. August 2020 14:53

Sellner hat den entscheidenden Punkt formuliert:

“…, aber hier entsteht eine Masse an Protestierenden …, die sich alle geistig ausgeklinkt haben, aus den Mainstreammedien.”

Caroline Sommerfeld

4. August 2020 14:58

@HomoFaber, sandstein, zeitschnur

Die faschistischen Massenbewegungen waren genausowenig "rechts" wie jegliche Revolution.

Ich schrieb "diese Form von Widerstand" - das bedeutet keineswegs "Mundhalten!", sondern andere Widerstandsformen wenigstens zu bedenken. Insofern hat dieser Poensgenartikel unterirdische Verbindungen zum ihm nachfolgenden Sanderartikel und zum letzten gedruckten Heft.

Es lassen sich zunehmend "rechte Lebens- und Denkformen" von Aktivismus und Politik unterscheiden. Wie das genau ausschaut und wohin diese Unterscheidung führt, muß gesondert bedacht werden, nicht in einem Kommentar.

Interessant an der Diskussion zu jener Berliner Demo hier ist für mich, daß "das Volk" ein doppeldeutiger Begriff ist: "die Masse, das einfache Volk" vs. "das deutsche Volk". Welches "wir" wird in "Wir sind das Volk!" bezeichnet?

Und warum Jüngers Waldgang nicht das Gebot der Stunde sein soll, erschließt sich mir nicht. Weil die KR den NS mit vorbereitet hätte und Jünger KR war? Nö, so läuft das nicht.

Santiago

4. August 2020 15:01

Ich hoffe, ich kann etwas zu der tatsächlichen Teilnehmerzahl der Demo am Samstag beitragen. Hintergrund: Ich bin Berliner und wohne direkt am Tiergarten; 3 bis 4-mal die Woche jogge ich durch den Park. 1999 habe ich die Loveparade mit 1,5 Millionen Teilnehmern erlebt. Auf diverse Fanmeilen wie vom deutschen Sommermärchen 2006 und der Weltmeisterschaft 2014 mit Hunderttausenden von Fans auf dem 17. Juni habe ich kräftig mitgefeiert. Ich bin Demo-erfahren wie z.B. bei den jährlichen Märschen für das Leben oder bei Pegida. Am Samstagabend habe ich mir während meiner Joggingrunde ein Bild von der Demo machen können: eine Teilnehmeranzahl von circa 20.000 ist realistisch. Eine Teilnahme von Hunderttausenden oder gar Millionen ist hanebüchender Unsinn und die Propagierung solcher utopischen Zahlen hinterläßt einen sehr schalen Nachgeschmack bei mir. Hat man das nötig? Kann man nicht einfach ehrlich bleiben? Überlassen wir doch bitte dem Gegner die Lügerei.

HomoFaber

4. August 2020 15:13

@ Caroline Sommerfeld

“Ich schrieb ‘diese Form von Widerstand’“

Heißt das, ohne Corona-Protest würde die Neue Rechte nicht von VS drangsaliert ?

Zitat: “… die sichtbaren Gegenstimmen rechtfertigen die Diktatur.”

Oder sie verhindern sie. Falls nicht, sollte auch SiN lieber “offline” gehen.

Kommentar Sommerfeld zur erste Frage: Wieso das denn? Folgt nicht draus. Zur zweiten Frage: Genau so wirken diese Kräfte, richtig erkannt. Diktaturen brauchen den Widerstand der "Bösen", auf den sie mit dem Finger zeigen können, um daraus ihren eigenen Kampf für Frieden, Freiheit und ... zu legitimieren. Dies muß man im Hinterkopf behalten bei jedem Volksaufstand. Gleichzeitig entsteht genau gegen diesen abscheulichen Mechanismus - Widerstand. Ob Jüngers "W"s an der Wand ausreichen, und wie lange, und wie viele davon nötig sind usw. zeigt, daß ein Widerstand nötig ist, der nicht sofort offen mit "böse" markiert werden kann. Nun aber Schluß, ein andermal mehr.

RMH

4. August 2020 15:40

Jünger war in erster Linie ein hervorragender Beobachter und dann haben ihn andere in Schubladen gesteckt, u. a. in die der sog. KR. Gerne dann auch erst, als der Zinnober lange  vorbei war. 

Im Übrigen wartet eine echte Bewegung bestimmt nicht auf ein placet aus Schnellroda oder sonstwo. Wenn es mehr ist, als die BRD- bekannten, wohltemperierten und kurzfristigen Überdruckventilationen, dann rollt es jetzt ob man dabei ist oder lieber aus dem Weg geht. Ein Beobachter wie Jünger würde jetzt nicht im Wald sein, sondern auf einem Hügel oder besser Hoteldach, mit einem Glas Burgunder, in dem Erdbeeren schwimmen. Wer zu spät kommt, den könnte das Leben bestrafen.

deutscheridentitaerer

4. August 2020 15:40

@Caroline Sommerfeld

Begriffe haben keinen festgelegten Bedeutungsinhalt, sondern nur den, der in sie hineingelegt wird. Insofern lägen Sie erstmal nicht falsch, wenn ihr Begriff des Rechten Bewegungen wie den Faschismus exkludiert, es wäre dann eben Ihre Definition. Anders wäre es, wenn ihr Begriff des Rechten die faschistische Bewegungen miteinschließen würde, Sie das aber verkennen. Nun kenne ich Ihre Definition der Rechten nicht genau, vermute aber, dass Sie darunter vielleicht Dinge wie das Individuelle, Bewahrende, das Recht, vielleicht auch die bürgerliche Lebenswelt und ähnliches verstehen, und sie die sich umstürzlerisch gebenden faschistischen Bewegungen als dem entgegengesetzt sehen. Sollte dem so sein, lägen Sie meiner Meinung nach falsch, denn es handelte sich dabei eben um den Versuch über den Abgrund zu springen und die Essenz des Rechten in die Moderne zu retten, unter Aufgabe allerlei Dinge, die als verzichtbarer Ballast angesehen wurden. 

deutscheridentitaerer

4. August 2020 15:48

@W. Wagner

Mich irritiert der immer wieder zu beobachtende Trugschluß, aus den Artikeln einzelner Autoren eine "Schnellroda-Position" zu entnehmen, gerade weil hier regelmäßig echte Debatten ausgetragen wurden. Weil Sie z.B. die Podcasts erwähnen: dort neigte der Schnellrodakern doch eindeutig eher zum Lager der "Corona(maßnahmen)gegner".

Ich persönlich wäre mir nicht so sicher, ob die Coronademo nun wirklich die Stimme des ganzen oder auch nur einer Mehrheit des Volkes ist. Es ist eher eine starke Minderheit, würde ich aus meiner Nahbereichsempirie heraus sagen. Mir ist dieser Trend vor allem der Rechtsboomer, sich derart über Seuchenschutzmaßnahmen - seien sie nun nötig oder überflüßig - zu empören unverständlich. Wenn das eigene Geschäft daran zu Grunde geht oder man den Arbeitsplatz verliert, dann hätte ich Verständnis für Zorn. Aber das ist bei keinem derjenigen, die mir ihr Leid geklagt haben der Fall. Im Vordergrund steht immer die Maske, und dass man nicht mehr vernünftig reisen könnte. Solche Klagen finde ich kindisch. Es kann bei Seuchenschutzmaßnahmen nicht in der Maßgabe des Einzelnen stehen, ob er ihre Befolgung für sinnvoll erachtet oder nicht.  Das ganz unabhängig von allen politischen Implikationen dieser Anti-Corona-Bewegung.

 

Sandstein

4. August 2020 16:06

Kommentar Sommerfeld: Sie haben recht - ich sollte Fragen stellen. Beispielsweise wie es dazu kommt, daß dieser Fernsehkommentator so urteilen muß. Welche Mechanismen führen zu diesen vorhersagbaren Reaktionen? Auch zu meiner ...

Nach Marcus Aurelius (sorry, lese ihn gerade und bin hin und weg) liegt das an einem naturungemäßen Leben/Streben. In der reinen menschlichen Natur liegt nichts Abgründiges (dem Wahren, Schönen und Guten, sic!). Allein Verstand und Vernunft sollen unseren Genius lenken, dann ist die Seele rein und damit naturgemäß. Und sicher haben Sie ihren Genius selbst erniedrigt mit "Systemschranze". 

Uns allen würde ein bisschen Stoizismus gut zu Gesicht stehen. Warum nicht zugehen auf all die Lindhs, Hayalis und Konsorten? Sehen wir ihr Agieren nicht als bösartig, sondern das was es ist: eine Schwäche. Wir "Rechten" sind doch "überlegen", in Geist, Charakter und eben der Vernunft. Nutzen wir das endlich und bauen Brücken. Fest steht: die "Systemschranzen" werden dies nicht machen - weil sie es nicht können. 

Und Frontverhärtung ist sicher keine Lösung. Wäre ich "Systemschranze" würde mich das doch eher noch bestätigen, wenn mich so jemand betitelte. 

Viele Grüße

Kommentar Sommerfeld: Danke, zum Stoischen gehört auch ständige Selbstzucht..

HomoFaber

4. August 2020 16:46

@ Caroline Sommerfeld

“Kommentar Sommerfeld zur erste Frage: Wieso das denn? Folgt nicht draus.”

“ … daß ein Widerstand nötig ist, der nicht sofort offen mit "böse" markiert werden kann.”

Das widerspricht sich.
Was folgt denn dann daraus ? Wird SiN nicht als “böse” markiert ? Welcher Widerstand kann denn nicht mit “böse” markiert werden, der gleichzeitig das Potential vom 01. August zustandebringt ? Vor allem wenn die Gleichung “böse=rechts” gilt. Der 1. August in Berlin war ein deutliches W an der Wand.

Monika

4. August 2020 16:59

Es besteht bei manchen rechten Theoretiker ( und Aktivisten) die unkluge, da kontraproduktive Tendenz, spontane, authentische Proteste nichtlinker Gruppen vorschnell in eine rechte Theorie ( Großer Austausch) einordnen zu wollen. Siehe Poensgen Beitrag „Die Politisierung der Schande“https://sezession.de/58210/die-politisierung-der-schande-ii

P. „Soll der derzeitige weibliche Widerstand gegen sexuelle Migrantengewalt nicht verpuffen, bedarf er der Eingliederung in den Widerstand gegen den großen Austausch“. Nun, der Widerstand ist verpufft, 120 Dezibel gibt es leider nicht mehr, obwohl nötiger denn je. Warum ? Meine Kritik ist unter den Beiträgen von Herrn Poensgen nachzulesen. 

Trotzdem was Konstruktives! In Frankreich bilden sich gerade neue Aktionsgruppen, nach 4 Morden an Einheimischen im Juli durch Migranten und täglicher Gewalt in Lyon oder Bordeaux. Siehe #Frenchlivesmatter, #LaRacailletue, #ensauvagement, #justicepourAxelle.u.a. Die GI hat in Lyon im Amphitheater eine große Aktion nach dem grausamen  Mord an Axelle Dorier durchgeführt. Auch in Deutschland gäbe es viel zu tun. 

hausamsee70

4. August 2020 19:50

...wenn es eine Lüge ist, dann ist diese perfekt für die Wahrheit! Letztendlich besitzt der Schreiberling keine emotionale Wahrnehmung. Er ist kein Zeitzeuge. Er war nicht dabei. Es ist die Zusammenstellung einer arroganten Theorie und das Abwiegen einer Zahlen- und Bilderschale in einem Dedektivbüro. Einfach herrlich, wenn von 1,3 Mio. gesprochen wird. Ein positives, mutmachendes Vorantreiben einer 2. Welle. Wunderbar, dann sind es 2,6 Mio. oder auch 40.000, wenn die Dyskalkulie nicht wieder zuschlägt. Am 1.8.2020 standen unterschiedliche und sehr gegensätzliche Menschenfraktionen Seite an Seite. Schweißgebadet wurde beobachtet, kommuniziert und in keiner Weise denunziert. Das ist ein Erfolg! Junge AFDler aus dem Eichsfeld konnten sich gefahrlos mit leuchtenden blauen T-Shirts zeigen. Sie und alle anderen Demoteilnehmer haben überlebt und verdienen meinen Respekt. Was will man mehr, wenn ein Umbruch vom Volk ausgehen soll. All diese Menschen haben gezeigt, dass sie nicht am Rande der Gesellschaft stehen.

Nitschewo

4. August 2020 20:23

@ Santiago - auch Ihnen muss ich widersprechen. Ich war sowohl auf der Obama-Feier 2008 (peinlich, ich weiß), als auch mal Stadionsprecher in einem Bundesligastadion, kann also einschätzen was 70.000 Menschen sind. Was hier rumlief, und da ist der Tiergarten nicht mitgerechnet, waren locker mehr als dreimal so viele, aber lassen wir das ... ich möchte lieber die Gelegenheit nutzen hier mal auf deagel.com und deren Prognosen zur Bevölkerungsentwicklung in D und USA im Jahre 2025 hinzuweisen. Im Hinblick auf Corona und andere angekündigten „Verwerfungen“, könnte es einem da schon etwas mulmig werden, insbesondere weil diese Prognosen bereits vor 5 Jahren gemacht wurden. Da läuft gerade ein Plan ab, hoffentlich nicht auch die Uhr ...

Leo

4. August 2020 20:48

@Caroline Sommerfeld

Ja, das Volk, der große Lümmel... (Und wen meinte Heine eigentlich mit "das Volk"?!?)

"Wir sind das Volk" war einfach ein trotziges Aufbegehren gegen einen Staat, dessen Litanei offiziell ständig "Alles zum Wohle des Volkes" lautete ("Alles für das Volk, alles durch das Volk, alles mit dem Volk") - was dem Volk, das man damit ständig spruchbandmäßig zutextete, zu den Ohren rauskam, weil man wußten: Die Herrschenden hören ja gar nicht zu!

Das ist in etwa so, wie heute "Demokratie" politisch korrekt dechiffriert wird (für das Volk: ja; durch: nein) - man lese, auch dazu, in David Engels' "Was tun?"!

Die nationale Note spielte keine große Rolle - daß der Slogan nationale Schlagseite zeigen konnte, offenbarte erst "Wir sind ein Volk".

Natürlich das deutsche. Welches sonst? (Oder heutig ausgedrückt: Das Neue Forum 1989 war... viel zu weiß. Nicht divers. Die anderen 68 Geschlechter fanden keine Berücksichtigung...)

 

nom de guerre

4. August 2020 21:13

@ Caroline Sommerfeld

„Ich schrieb "diese Form von Widerstand" - das bedeutet keineswegs "Mundhalten!", sondern andere Widerstandsformen wenigstens zu bedenken.“ OK. Aber welche wären das? Ich habe die beiden kürzlich von Herrn Kubitschek empfohlenen Artikel im letzten Heft über angemessene Verhaltensweisen aufmerksam gelesen (Ihren noch nicht) und glaube zu verstehen, was beide sagen wollen, konnte ihnen aber nichts, wirklich nichts entnehmen, was in der jetzigen Lage eine geeignete unmittelbare Reaktion „von rechts“ oder auch nur „aus dem Volk“ wäre.

Kommentar Sommerfeld:
Keine unmittelbare, aber: mittelbare. In meinem Selbstrettung-Kaplaken habe ich ein Kapitelchen "Mittelbarkeit" genannt. Gerade die Hindernisse, die dem Einzelnen im Weg stehen, dienen zu seiner Stärkung. Überhaupt: beim Individuum ansetzen, nicht bei der Masse.

Es mag sein, dass solche Demos genau dem Kalkül der Herrschenden entsprechen und ihnen die Legitimation für weitere Einschränkungen liefern; diese Gefahr sehe ich auch. Nur werden diese Einschränkungen vermutlich ohnehin kommen, ob nun mit dieser Legitimation oder einer anderen.

Immerhin ist dieser Protest doch ein Beweis, dass dem Volk nicht grenzenlos alles zugemutet werden kann, ohne dass sich etwas regt. Was Herr Poensgen schreibt, ist dagegen ein Standpunkt, den man natürlich haben kann, aber eine andere Protestform ist es nicht.

silberzunge

4. August 2020 22:27

Poensgens Artikel ging rein, Martin Sellners Bitchute-Video dazu auch. Passt doch.

Pit

4. August 2020 22:58

Tja... was wären die Ziele.
Ich sach ja immer: Selbstbestimmung. Ich weiß bis heute nicht, inwieweit "rechts" da dafür ist, ich dachte, "Freiheit" ist für "rechts" ein Problem und man will autoritär sein.

Es gilt zu verstehen, wer unsere Selbstbestimmung behindert: es gilt zu verstehen, daß es so etwas wie globale Strukturen gibt. Leider gilt es aber auch zu verstehen, wie diese globalen Strukturen zu Macht kamen: nämlich weil wir uns die Macht haben wegnehmen lassen! Das wird immer passieren. Die Oligarchen sind intelligenter als wir. Es wird also wieder der Versuch sein, Strukturen für gelungene MachtBALANCE zu finden. Dafür: DEZENTRALITÄT. Natürlich anderes Geldsystem, bevorzugt KONKURRIERENDE Währungen, damit Konkurrenz zu Exzellenz führt!
Es gilt die Redefreiheit wiederherzustellen, insbesondere die Freiheit des Internet. Es gilt, bestehendes Recht durchzusetzen und Rechtsbeugung auf das ALLERSCHÄRFSTE zu bestrafen. Naja... usw.

Als letztes möchte ich mal diesen Gedanken sagen: wir haben überhaupt keine Problem mehr auf der Welt: wir haben alle Probleme gelöst !! Mit unserer heutigen Technik muß kein Mensch mehr mehr als 10 h in der Woche arbeiten und was haben wir, totschuften bis aufs Blut für Mindestlohn! Alle Probleme sind rein künstlich NUR UM uns unten zu halten!!

Wir haben keine Probleme mehr! Laßt uns die Ernte unserer vergangenen Leistungen endlich einfahren! Und wer sich dem Einfahren der Ernte in den Weg stellt...

HansCastorp

5. August 2020 01:12

Was nicht sein darf, kann nicht sein. Dieselben, deprimierenden Muster auf der Rechten wie beim Mainstream. Man darf davon ausgehen, dass die Corona-Beschränkungen hochgejubelt würden, kämen sie von einer genehmen Regierung. Es bleibt der Eindruck, wie hier ja auch häufig analysiert und gefragt, dass die Rechte, zur Macht gekommen, in Verblendung und Selbstgefälligkeit dasselbe Versteckspiel mit dem Volk treiben würde, wie es heute getan wird. Das Volk, nur nützliche Idioten, die gebraucht werden, um irgendeinen Kippunkt zu erreichen, offenbar unfähig, mit ihnen ehrlich ins Gericht zu gehen. Was für eine Vorstellung vom Menschen, die sich hier zeigt. Die Zeit ist krank, und die Rechte auch, Panik und Massenhysterie ohne Verstand, und ein paar selbstgefällige Strategen, die alles durchblicken. 

Lotta Vorbeck

5. August 2020 10:26

@Pit - 4. August 2020 - 10:58 PM

@HansCastorp - 5. August 2020 - 01:12 AM

Auch die, die sich "rechts" nennen, haben offenbar ein gewaltig, gestörtes Verhältnis zur Freiheit des Individiums, zur Freiheit der Meinungsäußerung. Camoufliert als "Vernunft" wollen sie offenbar einfach nur autoritär sein. Unter deren Herrschaft kämen wir vom Regen in die Jauche.

"Der Auslöser war die allseits bekannte Demonstration in Berlin gegen die teilweise drastischen Maßnahmen zur Beschränkung der bürgerlichen Freiheitsrechte aufgrund der Corona-Pandemie.

Und bereits hier, beim Begriff der Corona-Pandemie, geht die Auseinandersetzung los: Von dieser Seite der Polarisierung ist nämlich mitunter sogar zu hören, dass es überhaupt kein Coronavirus gebe, sondern dass dies vielmehr eine Erfindung der Regierenden sei, um die Bürger in ihren Rechten einzuschränken.

Wo bleibt hier die Vernunft? Sind diese Menschen nicht willens oder in der Lage zu einer kleinen Plausibilitätsüberlegung ...

Mit Verlaub, aber jeder, der diese Plausibilitätskontrolle allen Ernstes bejaht, sollte tatsächlich besser seinen Geisteszustand überprüfen lassen, anstatt in der Öffentlichkeit das Wort zu ergreifen - und sei es nur, um Journalisten krude Thesen in die bereitwillig hingehaltenen Notizblöcke zu diktieren."

Jörg Meuthen (AfD) - 4. August 2020 - 06:02 AM

Nitschewo

5. August 2020 12:53

Bin neu hier, daher nicht sicher ob es erlaubt ist einen Link zu posten. Falls ja, hier ist der zu besagter "Deagel-Liste": http://www.deagel.com/country/Germany_c0078.aspx

Falls nein, einfach "deagle list germany" googeln. Wer diese Seite (die ihre Daten aus NATO- Kreisen, STRATFOR und dergleichen Organisationen bezieht, bzw. mit selbigen teilt) nicht kennt, der Erkenntnisgewinn dürfte beträchtlich sein. Wie gesagt, insbesondere im Lichte der jüngsten Entwicklungen wie Impfzwang, dem vom World Economic Forum ganz offiziell angekündigten "Reset", und der losgetretenen Migrationslawine. 

Panik ist dennoch nicht angesagt, denn: "Prognosen sind schwer, besonders solche, die die Zukunft betreffen" ...

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