4. August 2020

Coronademos – Proxythema & „Lucke-Effekt“

Martin Sellner / 63 Kommentare

Es sind beeindruckende Szenen: Eine gewaltige Menschenmasse schiebt sich durch die Hauptstadt.

Martin Sellner

Martin Sellner ist Kopf der österreichischen Identitären Bewegung.

Das sind Bilder, die man sonst nur von Black Lives Matter Demos, der Loveparade oder den Hochzeiten von PEGIDA kennt.

Der Streit um die Anzahl der Teilnehmer dauert noch an, doch darum soll es hier nicht gehen. Eines steht fest: während eine deutsche Gelbwestenbewegung ausblieb, hat sich nun, angesichts der Coronapolitik der Regierung auch in Deutschland eine zahlenmäßig relevante Protestbewegung gebildet.

Das digitale Potential, welches sich über Monate in einer, organisch entstandenen und explosiv gewachsenen deutschen „Trutherszene“ gebildet hat, konnte definitiv auf der Straße abgerufen werden. Die gemeinsame Mobilisierung aller Kräfte hat sich in einem sichtbaren Zeichen niedergeschlagen, das nicht mehr wegzuleugnen ist.

Noch ringt das Lager der Etablierten um Sprachregelungen und entlarvt dabei wieder einmal seine Doppelstandards. Auch wir Neurechte wissen mit dem Phänomen nicht recht umzugehen. Sind diese Proteste patriotisch, gar tendenziell „rechts“ oder völlig unpolitisch? Sind das „unsere Leute“, oder könnten sie zumindest eines Tages dazu werden?

Oder ist es gar langfristig schädlich für unseren Ideenkern, uns mit der Bewegung der Coronakritik zu verbinden? Ich wähle für die Einordnung des Phänomens einen anderen Blickwinkel.

Ganz abstrakt betrachtet handelt es sich bei den Bildern aus Berlin um eine mobilisierte Masse, die vom Sanften Totalitarismus nicht kontrolliert wird. Es ist ein Protest, der von der globalen NGO-Maschinerie, aus Think Tanks, Berufsaktivisten und Campaignern nicht erzeugt wurde, sondern gegen ihren Willen entstand und unerwartet groß wurde.

Zweitens ist dieses zahlenmäßige Potential insofern „revolutionär“, als es eine (inhaltlich sehr diffuse) „Wende“ fordert und diesen Willen mit idealistischen Taten unterstreicht, die am Wochenende immerhin zu einer großen Spontandemo in Richtung der Regierungsgebäude führte.
Daß diese Bewegung von den etablierten Medien ins rechte Eck gestellt wird, obwohl die gesundheitspolitische Beurteilung von Covid19 keine „linke“ oder „rechte“ Frage ist, zeigt den gesunden Instinkt der Eliten. Eine unkontrollierte, rebellische Masse, die sich gegen ihren Willen manifestiert und organisiert, bedeutet für die Eliten ein schweres Autoritätsproblem.

Ebenso wie wir wissen sie, daß solche Protestmassen rasch ihre Vorzeichen und ihre Ziele ändern können. Tatsächlich spricht viel dafür, dass es sich beim Coronathema um ein klassisches Proxythema für eine patriotische Kritik am Globalismus und seiner Kontrolle der Medienwelt handelt.

Diese Kritik ist, wie ich in diesem Artikel angedeutet habe, stark personalisiert. Sie kommt nicht bewußt, als bestimmte Negation und abstrakte, politische Theorie, sondern in Form greller, simpler Erzählungen mit Helden und Bösewichten daher, die als Akteure bestimmte Prinzipien und Trends verkörpern. Der Grund dafür ist einfach: Geschichten verbreiten sich einfach besser als abstrakte Theorien. Die meisten Menschen sind nicht in der Lage, letztere zu rezipieren geschweige den wiederzugeben.

Was die Coronakritiker auf die Straße verbindet, ist jedoch eine unbewußte Schicksalsgemeinschaft. Die bunte Masse der Protestierenden waren primär Deutsche ohne Migrationshintergrund, die überwiegend aus dem Mittelstand und der Arbeiterklasse kamen.  Der ökonomische und kulturelle Druck macht diese Gruppe zu sogenannten „Globalisierungsverliernern“.

Sie sind die „somewehres“ die auf den Nationalstaat angewiesen sind. Die globalen Eliten können sie für ihr Ziel einer postnationale Welt nicht „an Bord“ zu holen. Die  Oberschicht der westlichen Nationen kann in kosmopolitische Weltbürger transformiert und als „anywheres“ zum Komplizen der großen Transformation werden. Der Mittelstand, der das Rückgrat des Nationalstaats bildet und wirtschaftlich wie sozial und kulturell auf dessen gemeinschaftsbildende und exklusive Kraft angewiesen ist, steht der Globalisierung im Weg und wird auf ihrem Weg geopfert. Er wird durch ethno-demographische „Schocks“ in Form ständiger Wellen an Ersetzungseinwanderung fragmentiert.

Gleichzeitg sorgt eine gut alimentierte Klasse an Sozialtechnikern mittels drakonischer „Haßrede“- Gesetze, juristischer Repression, Deplatformings und gezielter Radikalisierung dafür, daß diese Schicksalsgemeinschaft solange keinen politischen Machtblock bilden kann, bis die Demographie das letzte Wort gesprochen hat. Dieser Vorgang ist kein einheitliches und verschriftlichtes Konzept, wie die Verschwörungskritik vermutet. Er ist ein unausweichlicher, historischer Konflikt zwischen verschiedenen sozialen, politischen und weltanschaulichen Blöcken.

Die größte Angst des gegnerischen Blocks der globalen Eliten, über „woke Capital“ bishin zur sorosfinanzierten globalen NGO-Maschinerie ist, daß der indigene Mittelstand sich als friedliche Massebewegung um den kleinsten gemeinsamen Nenner, nämlich einer anderen Bevölkerungspolitik organisiert.

Auf keinen Fall darf eine Plattform entstehen, die groß genug ist, daß diese Masse ihre Angst verliert und aus dem Zustand der Zerstreuung, Isolation und Planlosigkeit zu einer politischen Kraft wird. Der Rechtspopulismus, der ebenfalls Ausdruck dieses historischen Konflikts und ein Produkt der Verzweiflung des patriotischen Lagers ist, hat sich leider auf den Holzweg des Parlamentspatriotismus begeben, der durch Unterlassen Mitschuld an der Ohnmacht und ideologischen Verwahrlosung der patriotischen Bewegung trägt.

Jede Plattform der „Globalisierungsverlierer“, die sich gegen die Bevölkerungspolitik der Globalisten richtete, wurde (von PEGIDA bis zur IB) mit einer Mischung aus offener Repression und Stasi-Zersetzung eingehegt. Sie sollen gefälligst schweigen, konsumieren, arbeiten, Steuern zahlen, den Bevölkerungsaustausch als Schicksal hinnehmen und gemeinsam mit ihrer Nation und ihrem Volk als historisches Phänomen untergehen.

Sowohl die Anti-Greta- als auch die Anti-Coronabewegung könnten als Ausweichproteste angesichts dieser brutalen Repression aufgefaßt werden. Interessant wäre es, festzustellen, wie viele der Anti-Corona-Demonstranten zum Zenit von PEGIDA auch in Dresden dabei waren. Tatsächlich dürfte eine spontane Befragung der Demoteilnehmer in Berlin mit hoher Wahrscheinlichkeit ergeben, dass dort eine kritische Meinung zur globalen Migrationspolitik überwiegt.

Genau das bleibt unthematisiert. Die Coronabewegung schert sich vorerst wenig um die globale Bevölkerunsgpolitik, Ersetzungsmigration. Das ist im Moment ein Vorteil, denn so kann das System mit seinen erprobten Mechanismen vorerst wenig gegen ihr Wachstum und das Entstehen einer von ihm unkontrollierten Plattform tun.

Ich nenne diese Zwickmühle den „Lucke-Effekt“ Die Lage ist ähnlich wie bei der frühen AfD. Diese Partei entstand als Einzelthemenparteigegen die Eurorettungspolitik. Nur unter dem Schirm dieses scheinbar harmlosen, und maximal „standortpatriotischen“ Themas konnte sich eine kritische Menge an Wählern und fähigen Akademikern sammeln, ohne sofort von der Repression zermalmt zu werden. Alle explizit rechten Parteigründungen, von „Pro Köln“, bis zu „Die Freiheit“, wurden dämonisiert, infiltriert, isoliert und rasch ausgeschalten, bevor sie wachsen konnten. Das Eurothema und Luckes offensive Harmlosigkeit schütze die zarte Pflanze der jungen Partei vor demselben Schicksal, obwohl die instinktsicheren antideutschen Eliten bereits ahnten, wohin der Weg führte.

Als die Partei eine signifikante Größe, die nicht mehr von heute auf morgen beseitigt werden konnte, erreicht hatte, offenbarte die Krise des Jahrs 2015 die Eurorettung als klassisches Proxythema. Alle, die in dieser Frage eine EU-kritische Haltung hatten, hatten in der Regel auch eine migrationskritische Position. Damit hatte die Anti-Euro Partei, ohne es zu planen, eine migrationskritische Masse organisiert und gesammelt. Wie über Nacht machte die AfD nun dieses latente Potential sichtbar und schaffte so, was vorher die Camarilla aus CDU, SPD, Medien, Wirtschaft, Antifa und V-Männer in der rechten Szene jahrzehntelang unterbunden hatten: Es gab eine rechtspopulistische Kraft in Deutschland. Könnte das Coronathema für die außerparlamentarische Rechte einen ähnliche „Lucke-Effekt“ haben?

Die Masse die sich hier sammelt, hat ein Thema, das es jedem ermöglicht mitzumachen, und revelutionäre Luft zu atmen, ohne die brennenden Themen wirklich anzusprechen. Der Protest kann den schwelenden Zorn des authochthonen Mittelstands und der Arbeiter sichtbar machen und sie gleichzeitig mobilisieren und politisieren. Jeder, der am 1. 8. in Berlin auf der Straße war, ist ein Mensch, der die Mainstreammedien kritisch hinterfragt. Der Weg zur Migrationskritik ist da nicht weit. Mein kurzer Austausch mit Dr. Bodo Schiffmann, einem der Anführer der Anti-Corona-Bewegung, zeigte bereits, daß die Basis dieser Bewegung nicht wünscht, daß man vor diesem Tabu langfristig halt macht.

Was, wenn dieses latente identitäre Potential, aufbricht und neben dem Thema Corona auch der heilige Gral der Globalisten, nämlich ihre Bevölkerungspolitik ins Visier genommen wird? Bereits jetzt wird die Frage der deutschen Souveränität in der Verschwörungskritik heiß und teilweise blumig diskutiert.
Tatsächlich gibt es hier eine klare sachliche Verbindung. Der Nationalstaat ist die Bedingung von Widerstand gegen supranationale Mächte, egal ob sie sich nun als globaler Impf, Klima- oder globaler Migrationspakt äußern. Ein kongruentes Staatsvolk, das eine gemeinsame Leitkultur und kollektive Identität teilt, ist die Voraussetzung der Demokratie und das Rückenmark des Nationalstaats.

Die ethnische Fragmentierung führt zu intranationalen Retribalisierung, ethnischer Wahl und im Extremfall zum Bürgerkrieg. Kurz: der Nationalstaat fällt als Akteur, der nach außen wirken kann, weg, weil ihn interne Probleme beschäftigen. Seine politische Macht wird bald von supranationalen Akteuren aufgesaugt. Die globale Migrations- und Bevölkerungspolitik, ist damit wichtigste Strategie des Globalismus im Kampf gegen die Völker. Wer gegen eine „One World“ ist, muss gegen die Ersetzungsmigration sein. Wird dieses Faktum einer kritischen Masse an Coronagegnern bewußt gemacht, wäre das der „SuperGAU“ für die Eliten.

Findet das nicht statt, so kosten diese Proteste dem patriotischen Widerstand womöglich sogar Zeit und Ressourcen. Denn die Bevölkerungspolitik der Eliten gab es schon vor Corona, und sie wird auch danach ungebrochen weitergehen. Ja, in den Protesten liegt hier sogar eine Gefahr. Denn wenn sie als Thema langfristig eine bevölkerungs- und identitätspolitische Fragestellung überschatten, oder diese sogar mit einem geschichtslosen New-Age Universalismus übertünchen, so könnte sie sogar ein unverhofftes Werkzeug der Eliten werden. Kollege Poensgen hat in einem Text diesen „BRD-Widerstand“ beschrieben. (Sein Text ist nach der Verfassung dieses Textes entstandenen, weswegen ich hier nicht weiter darauf eingehen werde.)

Auch nach und im Endstadium des „sozialen Experiments“ der Ersetzungsmigration wird die lose Masse der „hier Lebenden“ regelmäßig von Volkstribunen, Inflationsheiligen und Charismatikern aufgestachelt werden. Es wird internationale Protestbewegungen von Anonymous bis Q geben, die als Widerstandssimulation (meist auf anarchistisch-pazifistischen Träumereien basierend) gegen „die da oben“ ankämpfen. Da jedoch das einzige gepolitische „Subjekt“, das sich gegen supranationale Strukturen wehren kann, der Nationalstaat und dessen Kern das Volk ist, bleibt jeder „Widerstand“, der nicht das Volk retten will, eine vernachlässigbare Simulation.

Doch die Gefahr, daß die Coronabeweung dieses Thema langfristig ausblendet, ist eher gering. Ebenso wie die AfD vom Eurothema zur Grenzfrage wird diese Masse mittelfristig von der globalen Gesundheitspolitik bald zur globalen Migrationskritik kommen. Es kann sein, daß sie bis dahin dank „Lucke-Effekt“ so stark angewachsen ist, daß aus dem Proxythema eine starke migrationskritische Straßenbewegung wird.

Aus diesem Grund war ich am 1.8. nicht in Berlin. Gerade nach meiner YouTubesperre wäre es zwar für mich persönlich gut, für die Coronaproteste jedoch schlecht gewesen. Ich nehme an, dass mein Kommen und meine Teilnahme im Kreise von Sympathisanten einiges an Aufsehen erregt hätte. Es hätte die junge Bewegung entweder, so man mich geduldet hätte, identitär vereinnahmt, oder, so man mich ausgeladen hätte, das Lager der Demonstranten gespalten.

So hätte ich als Einzelperson die Zahl der Teilnehmer nur geringfügig vergrößert, das Wachstumspotential der Proteste jedoch empfindlich gefährdet. Daher verzichtete ich auf das Bad in der Menge und leistete meine patriotische Wochenendarbeit bei einer DO5-Zone in Salzburg. Genau hier liegt auch die heikle und wichtige Aufgabe. Prescht man zu früh vor und vereinnahmt solche Proteste, würgt man sie womöglich vor ihrer vollen Größe ab. Man verhindert das Entstehen einer autonomen Plattform, die sich gegen die totalitäre Struktur etablieren könnte. Wartet man jedoch zulange ab, läßt man eine wichtige Gelegenheit verstreichen, und verliert unwiderbringliche Zeit, in der man ein Proxythma dominieren lässt.

Ich schätze, daß die Zeit im September, wenn die wirtschaftlichen Konsequenzen der Shutdowns spürbar werden, reif wird, um ein latent identitäres Potential dieser Proteste zu testen und zu „aktivieren“. Bis dahin ist ihr unpolitisches Wesen ein notwendiger und willkommender Schutzschild, an dem sich die Nazikeule der Etablierten stumpf schlagen soll.

Was jetzt schon getan werden muß und was ich seit Monaten jedem Patrioten empfehle, ist, sich in den Protest einzubringen, nützlich zu machen, dort Leute zu rekrutieren und friedliche, lokale Widerstandsnester aufzubauen. Daß sich eine große Zahl an Menschen in der Hauptstadt gesammelt hat, die jederzeit in einen migrationskritischen Sprechchor einfallen könnte ist ein Risiko für das Experiment der Eliten. Ihre Hoffnung liegt darin, daß das den Leuten nicht bewußt wird. Unser Aufgabe lautet, es ihnen bewußt zu machen!


Martin Sellner

Martin Sellner ist Kopf der österreichischen Identitären Bewegung.


Kommentare (63)

MARCEL

4. August 2020 16:52

Das Genuine eines konservativen Revolutionärs auch im aktuellen Geschehen: Die Revolution gewinnen, nicht bekämpfen! (Moeller van den Bruck)

Laurenz

4. August 2020 17:00

Werter Herr Sellner, Sie spinnen in meinen Augen das Thema etwas zu weit. Natürlich neigt der Michel dazu, sich zu bewegen, wenn er nichts mehr zu verlieren hat, aber auch nur dann. Noch haben zu viele etwas zu verlieren. Ein kritische Masse ist vermutlich noch lange nicht erreicht. Die Trump'sche Politik der Nationalisierung ist gesetzmäßig, ganz unabhängig von Trump. Natürlich verläuft der Übergang in eine neue Nationalisierungs-Phase nicht geschmeidig. Das taten diese historischen Übergänge, Globalisierung & Nationalisierung, noch nie. Lassen Sie Sich unter Pseudonym auf die Verteiler-Liste von Civey, der Umfrage-Butze des Relotius setzen. Die Umfrage-Werte der Bildzeitung für Abiturienten strotzen nur so vor Paradoxa, die sich diametral gegenüberstehen. Daraus Schlüsse zu ziehen, muß arg bedacht erfolgen. Desweiteren hier die Berlin-Darstellung von Ken Jebsen. https://tube.kenfm.de/videos/watch/077eafea-616a-436d-aed4-cd0814e99a94

Was unterscheidet diesen von uns? Jebsen ist ein quasi-Alt-Linker. Ihn unterscheidet die Eigentums-, die Grenz- und die Migrations-Frage von uns. Mehr ist es nicht, fast wie bei Wagenknecht.

paernu

4. August 2020 17:02

Habe gestern Abend den Poensgen Beitrag gelesen und fand ihn wenig hilfreich, heute früh noch einmal gelesen, da war ich etwas neutraler.

Martin Sellner bringt es auf den Punkt. Die Frage ist doch garnicht wieviele Teilnehmer und sind die Rechten hier ausreichend im Driver Seat. Jetzt geht es erstmal um Aktion und dann sehen wie es weitergeht. Seien wir froh das soviele Menschen nicht mehr dem Mainstream folgen. Ich denke jeder hier hat eine gewisse Entwicklung politisch mitgemacht.

Lokal vernetzten mit den Leuten reden. Opposition bilden. Getrennt marschieren vereint schlagen.

Die Einstellung von Poensgen bringt uns nicht weiter, da wird es ziemlich einsam sein, nur mit der reinen Lehre Einfluss zu nehmen. Dafür leben wir alle nicht lang genug, Sie auch nicht Herr Poensgen

Wahrheitssucher

4. August 2020 17:02

Bravo, Herr Sellner!
Und halten Sie sich in Reserve, denn ihre Person könnte der Sache das geben, was ihr fehlt: ein Ziel und eine Führung...

 

zeitschnur

4. August 2020 17:22

Der Artikel ist erheblich niveauvoller als der von Poensgen. Allerdings erscheint mir die Einordnung der "Anti-C-Demos" zwanghaft: Es demonstriert unintellektuell-diffus der indigene Mittelstand und spricht die wirklich brennenden Fragen nicht an? Und letztere sei die "Ersetzungpolitikfrage" samt einer Denationalisierung?

Der Nationalstaat wird perfide umgebaut in einen Hochsicherheitstrakt der globalen Eliten. Der Mittelstand weist inzwischen zahlreiche integrierte Migranten auf mit ihren 1000 Dönerbuden, türkische Supermärkten, Schneidereien und allen möglichen kleineren Unternehmen. Diese Leute werden nun ebenfalls ökonomisch vernichtet.

Diese Bewegung zeigt eines sehr deutlich: die Menschen bestimmen selbst, wer die "Nation" ist, Herkunft hin oder her. Sie sagen doch selbst, Herr Sellner, dass es eine Schicksalsgemeinschaft sei, die hier zusammenkommt - und das ist der klassische Marker einer Nation. Ich habe schon Migranten gesehen, nur waren sie als solche schwer zu erkennen! Dass man keine Kopftuchmädels sah - warum die nicht da waren? Weil sie zum narzisstischen, denkfaulen und feigen Teil der Bevölkerung gehören, der auf Law-and-Order steht: das sind Rechtsradikale, wie unser Regime. Faschos, die es einfach nicht lassen können, antiindividualistisch einem Führer hinterherzuschleimen, und sei es ein medialer Führer.

Es kann sein, dass sich gerade eine neue Nation gründet. Das geschah noch nie aufgrund von intellektuellen Konzepten.

Pit

4. August 2020 18:05

Corona ist der Versuch der Globalisten für den endgültigen Vernichtungsschlag, für die totale Kontrolle. Wenn eine Bürgerschaft dagegen im Sinne von Selbstbestimmung aufsteht, ist das perfekt, da es die Globalisten erledigt. Sind die Globalisten erledigt, dann können wir, nun selbstbestimmt, unsere Differenzen aussortieren und getrennte Territorien einrichten: für Multi-Ethnier, und für Mono-Ethnier.

Kevin MacDonald spricht in seinem "Individualism & The Western Liberal Tradition", wie ich Artikeln von Ricardo Duchesne bei counter-currents entnehme, davon, daß Weiße "moral communities" bilden und ethnische Aspekte geringer gewichten, aber auch nicht gar nicht gewichten. Mein Vorschlag: laß da mal Weiße Territorien sein, dann werden wir sehen, wieviele Weiße aus den Multi-Territorien in die Weißen Territorien kommen in dem Moment, wo sie den Vergleich der beiden sehen. Wettbewerb der Systeme, Konkurrenz, Freier Markt... das ist genau mein Fall.

Nur eines ist klar: wir werden kämpfen müssen. Und es ist sehr einfach: wir müssen nur 1 unverhandelbaren Punkt finden und dann mit zivilem Ungehorsam die Sache bis zum Ende durchfechten. Wir müssen den Konflikt austragen und zwar sehr sehr bald.

Solution

4. August 2020 18:09

Hier kann ich Herrn Sellner weitestgehend zustimmen, gerade weil ich auf Corona-Demos war. Da waren tatsächlich in großer Zahl Anhänger von Schrang bis DC. Wir können darüber hinaus mit Sicherheit den einen oder anderen für uns gewinnen, auch wenn die Gesamttendenz in der entscheidenden Frage des Großen Austauschs noch recht weit von uns entfernt ist. Das nächste halbe Jahr wird entscheidend.

Patrick Zuefle

4. August 2020 19:18

Teil 1

In einem Rückblick auf die Demonstration am 1. August 2020 in Berlin sprach Björn Höcke die folgenden Worte in diesem YouTube Video;

https://youtu.be/KWFn8ZiJ9Ic?t=43

"die Demonstration in Berlin hat etwas ganz Zentrales gezeigt. Es geht nicht um die Beantwortung der Frage, bist du rechts oder links, es geht um die Beantwortung der Frage bist du für die Freiheit oder gegen die Freiheit und die Demonstranten in Berlin haben diese Frage beantwortet mit einem klaren Ja zur Freiheit. Es geht um die Freiheit um die Bewahrung der Freiheit um die Freiheit in diesem Land in Deutschland, den sie ist gefährdet das wissen wir. Ich habe das Gefühl, dass unser Land unsere Gesellschaft unser Volk seit Jahren in einem künstlichen Spannungszustand gehalten wird. Dass wir auf einander gehetzt werden, das wir bewusst polarisiert werden und auch das haben die Berliner Demonstranten gezeigt, das wir eins sind, dass wir zusammen gehören, das wir Einheit wollen und das die Polarisierung beendet werden muss, das ist vielleicht die wichtigste Lehre aus diesem Tag, dieser Demonstration, wir gehören alle zusammen und wollen alle gemeinsam eine gute und freie und selbstbestimmte Zukunft in Deutschland haben. "

Ich als Schweizer muss da noch ergänzen, dass zum Deutschen Volk alle deutschsprechenden Menschen mit dazu gehören und seine Grenzen nicht auf Karten zu finden sind. Das Deutsche eint sich in der Sprache, der Literatur und der ganzen Deutschen Kultur.

Patrick Zuefle

4. August 2020 19:18

Teil 2

Die Schweizer haben ihr Theater der Freiheit und der Unabhängigkeit von dem Deutschen Dichter Schiller und führen dieses Lehrstück seit Jahren immer am 1. August in vielen Gemeinden auf. Niemals sind wir bereit einen fremden Hut auf einer Stange zu grüssen und dafür unsere kulturelle Eigenheit einzubüssen. Das ist ist das Fundament, dass uns schützt vor fremden Vögten, die uns in Panik jagen wollen.

Sie hetzen mit künstlicher Angst vor Kuhfürzen vor angeblich so giftigem CO2 Gasen aus unseren Traktoren und Kampfflugzeugen.

Sie versuchen uns einzuschüchtern mit uns angedichtetem Rassismus und wollen uns weiss machen, dass wir alle Welt aufnehmen müssen, obwohl das nicht nötig ist, und allen schadet, der Welt, den Migranten und den im Lande Wohnenden.

Aus ganz normaler alljährlicher Grippe bauen diese Vögte nun ein Monster, das ihnen erlauben soll uns mit Impfungen nachhaltig zu vergiften und uns zu Hause einzusperren und den Mund zu verbieten.

Alles das sind Teuflische Hüte die auf künstlichen Stangen prangen, um uns zu spalten. Wir werden den Deutschen Geist wieder ausgraben und den globalen Vögten abpassen an der Hohlen Gasse am Vierwaldstättensee und vor der Siegessäule in Berlin! und genauso entschlossen uns treffen bei einer Schale gutem Kaffee in Wien.

Grüss Gott Herr Sellner! Ich bin froh, haben Sie mich, noch ist es nicht all zu lange her, auf den wichtigen Kampf aufmerksam gemacht, für die Identitäre Sache.

Der_Juergen

4. August 2020 19:27

Auch ich finde diesen Beitrag wesentlich besser als den von Poensgen. Ganz daneben ist der nörglerische Defaitismus von ADL: Auf Menschen wie Sellner können wir gerade jetzt nicht verzichten. 

Offenbar verlieren manche von uns angesichts der extrem gefährlichen und unübersichtlichen Lage den Kopf. Wie kann eine ansonsten klarsichtige Frau beispielsweise die BRD-Regierung als "rechtsradikal" bezeichnen? Wenn ein "Rechtsradikaler" jemand ist, der sein eigenes Volk durch fremde ersetzen will, bedeutet dies, dass alle, aber wirklich alle Definitionen abgeändert werden und man schon bald nicht mehr wissen wird, worüber man eigentlich spricht.

Und nein, es entsteht hier keine neue Nation. Dass ein freies und souveränes Deutschland eine gewisse Anzahl von Menschen fremder Kulturen und Rassen in sich aufnehmen kann, hat wohl noch kein Forist in Abrede gestellt. Aber unter der Bedingung, dass sie sich der Leitkultur anpassen. Und dass sie nicht zu zahlreich sind. Ein paar hunderttausend Türken - vielleicht, wenn sie auf Halalschlachten, Beschneidung etc. verzichten. Millionen? Nein.

AnarchoMonarchist

4. August 2020 19:31

Ich kann Martin Sellner nur zustimmen. So wie ich über den Beitrag von Poensgen nur der Kopf schütteln kann. Ja, die Mehrheit der mit Sicherheit weit über 20.000 Demonstranten stehen im Zweifel lebensweltlich eher links. Und ja, Esoteriker und offen rechtsextreme Zeitgenossen sind nicht die Bündnispartner erster Wahl.

Aber was ist die Alternative?

Der gesamten Wahrheitsbewegung die kalte Schulter zeigen... „Oh, der ist mir zu libertär, die Studentin mit Wursthaaren zu links, der Eso-Freak zu abgedreht“ ...No way, José!

Lieber sollten sich mal alle, die sich das Etikett „neurechts“ anziehen, fragen, warum sie das globalistische Narrativ bezüglich SARS-COV-2 nicht hinterfragen, zumindest nicht genug hinterfragen, und ob nicht von der globalen Allianz von Kulturmarxisten, Woke-Kapitalisten und roten Mandarinen das Gesellschafts- und Wirtschaftsmodell der Volks(!)Republik China weltweit eingepflanzt werden soll...wobei der elitengemachte Bevölkerungswandel im ehemals weltbeherrschenden Westen nur der erste Punkt eines umfassenden Stresstests ist.

nachdenken

4. August 2020 19:38

Das Coronathema ist sicher kein Proxythema. Es geht um nicht weniger als die Verhinderung einer totalitären Diktatur, millionenfacher Zerstörung von Existenzen, der Wiederherstellung der uneingeschränkten Meinungsäußerung, der Abschaffung der Massenmanipulation, usw..

Sicherlich, die Verhinderung des weit fortgeschrittenen Bevölkerungsaustauschs ist für das Überleben dieser Gesellschaft ESSENTIELL.

Sind wir doch froh, daß so viele Menschen für die Manipulation nicht mehr erreichbar sind, und arbeiten wir hart daran, daß es jeden Tag mehr werden, solange, bis die kritische Masse erreicht ist.

SO DARF ES NICHT WEITERGEHEN.

Nur ZUSAMMEN sind wir STARK.

Der_Juergen

4. August 2020 19:42

@Patrick Zuefle

Ihr Wort in Gottes Ohr, lieber Landsmann. Leider ist von einem Erwachen gerade in der Schweiz herzlich wenig zu spüren. Den Schweizern geht es materiell immer noch sehr gut (auch wenn der Katzenjammer im Herbst oder Winter nicht ausbleiben wird), und da unsere Regierungen bis vor einigen Jahrzehnten alles in allem das Wohl ihres Volkes im Auge hatten und die Konkordanzdemokratie damals funktionierte, vertraut der Durchschnittsschweizer seiner Obrigkeit immer noch. Er ist sich nicht einmal bewusst, dass wir das einzige europäische Land ohne Opposition sind (die SVP, die sich oft als solche aufspielt, sitzt in der Regierung, und die Grünen sind die Speerspitze der herrschenden Ideologie).

Einige schöne Schwalben wie die hervorragende "Expresszeitung" machen noch keinen Sommer. Aber die Hoffnung stirbt zuletzt. Es ist noch nicht aller Tage Abend.

nachdenken

4. August 2020 19:51

Ich will noch eines anfügen.

Das, was diesen Bewegungen meist fehlt, ist ein klares Ziel

Das Ziel könnte sein:

EINE ECHTE DIREKTE DEMOKRATIE, wo die Bürger ALLE wichtigen Entscheidungent treffen, die Politiker nur mehr Verwalter sind, denn, wie es in der Verfassung steht, die Macht soll vom Volke ausgehen. 

 

deutscheridentitaerer

4. August 2020 19:54

@zeitschnur

Danke, dass Sie ein Paradebeispiel für das peinliche Boomergequatsche liefern, das Poensgen in seinem Beitrag kritisiert hat.

nom de guerre

4. August 2020 20:09

Diesem Artikel kann ich im Großen und Ganzen zustimmen. Allerdings halte ich die Corona-Kritik nicht für ein Proxy-Thema, bzw. würde es anders ausdrücken: Beides, die Corona-Maßnahmen und die Ersetzungsmigration bewirken die Zerstörung unserer Lebensweise, zugunsten eines Gebildes, das jedenfalls keine freie Gesellschaft mehr sein wird. Insofern gehören beide zu einem gemeinsamen Oberthema, und ich halte es zumindest für wahrscheinlich, dass diejenigen, die bei Corona kritisch sind, entweder schon ein Bewusstsein für die Migrationsproblematik haben oder es noch entwickeln werden. Die offensichtliche Ungleichbehandlung von Corona- und Antirassismusdemos, die laxe Handhabung der Corona-Regeln bei Dingen wie der Clanbeerdigung in NRW (Tichys Einblick berichtete) u.ä. könnten da hilfreich sein.

@ Patrick Zuefle: Danke für das Höcke-Video. Er hat Recht.

Hartwig aus LG8

4. August 2020 20:10

Herr Sellner: Grundsätzliche Zustimmung. Respekt. Aber ...

Was ist SiN? Eine Plattform für neurechte Ideen, kluge Essays, Diskussionsforum? ... oder Waffe im Kampf?  Falls letzteres gilt, dann auf Strategie und Taktik achten:

Es ist taktisch klug, als "Martin Sellner" nicht zur Corona-Demo zu gehen. Dies hier darzustellen und zu begründen ist wiederum eher kontraproduktiv.  Und generell auszuplaudern, dass man aus der Anti-Corona-Bewegung eine Entwicklung hin zu einer Anti-Migrationsbewegung wünscht, ist ebenso fehlerhaft. Falls man entsprechenden Einfluss nehmen kann, so sollte dies geschehen, aber doch nicht darüber öffentlich schreiben.

Ich will ja nicht sagen, dass die NR komplett das Maul halten soll. Aber wenn wir nicht vom "politischen Gegner" sondern vom "Feind" sprechen, dann bitte diesen Feind auch als Feind behandeln und ihm nicht die eigenen Ambitionen auflisten.

Grundsätzlich: "Gesicht zeigen" ist mutig und ritterlich. Unter dem derzeitigen Regime ist Subversion, Untergrund und Wühlarbeit wahrscheinlich zielführender.

Und was Corona betrifft: Der "dicke Hund" kommt sowieso erst im Herbst. Vorbereiten!

 

Old Linkerhand

4. August 2020 20:25

Das was ich 4h im Livestream von Samuel Eckert gesehen habe, war keine „Coronademo“, sondern eine leise Explosion für Frieden und Freiheit in Deutschland. Im Schnitt hatte der Livestream 25000, in der Spitze 31000 Zuschauer. Das sind ungefähr so viel wie Pegida Teilnehmer zu Hochzeiten. Allein das zeigt schon den solitären Charakter dieses Tages. Die Neue Rechte sollte sich jetzt nicht wie der eingeschnappte Klassenbeste, der trotzdem nicht von seinen Mitschülern zum Klassensprecher gewählt wurde, verhalten. Ehrliche Freude und ein Angebot zur Unterstützung, keinesfalls missionarischer Eifer, Gespräche auf Augenhöhe und ein aufrichtiges Interesse an der Meinung des Anderen ist das Gebot der Stunde. Trotz dieser gewaltigen Masse bleibt das Phänomen ein zartes Pflänzchen, das mit viel Geduld und Liebe aufgepäppelt werden will. Aber eine Million Menschen als sichtbares Zeichen „Wir glauben Euch nicht mehr und wir wollen Euch eigentlich auch nicht mehr“ oder wie @Zeitschnur schrieb „Wir wollen eine freie Gesellschaft und keinen Hochsicherheitstrakt der globalen Eliten“, können die notwendigen Veränderungen bewirken. Leider werden, so wie immer, die Parteien mitsegeln wollen. Die digitale Vernetzung via Telegram können aber die Systemstabilisierer draußen halten. Und die AfD? Ihr dröhnendes Schweigen ist das von opportunistischen Funktionären. Ein Parteienstaat wird immer Zwietracht sähen und Neid und Haß erzeugen. Frieden und Freiheit sind so niemals möglich. Wie der alte Wagner schon sagte: „Kinder schafft Neues“

Kriemhild

4. August 2020 20:42

Eine Volksrevolution hat nur Chancen, wenn sie an ein Proxy-Thema andockt, sei es nun Corona, Euro oder was auch immer ... Das ist gerade der Clou, nur so kann es gehen ... Das Thema Migration wird nach dem "Tag X" automatisch mit erledigt (d.h. auf ein verträgliches Maß zurückgeführt), darf aber niemals das Zentrum der Bewegung bilden. Versuche, aus der Volksbewegung Teile herauszubrechen, um sie migrationspolitisch in Stellung und auf Kurs zu bringen, sind insofern höchst kontraproduktiv.

Ebensowenig dürfen neurechte Theoretiker oder AfD-Politiker in der Bewegung führend hervortreten. Diese Rolle spielen zunächst Schulte, Schrang & Co. und, wenn es hart auf hart kommt, einige "Praktiker und Organisatoren der Revolution" vom Schlage eines Trotzki, die heute noch keiner kennt ... Wenn Schnellroda und die neue Rechte sich von der Bewegung distanzieren, ist das vielleicht eine für den möglichen Erfolg unverzichtbare "List der Vernunft"? 

Monika

4. August 2020 21:23

@ Hartwig Danke !Über so viel  Naivität bezüglich seiner politischen Absichten kann man nur den Kopf schütteln. Das Video ist noch peinlicher: „Mit fiebriger Begeisterung die Bilder aus Berlin betrachten“ vor denen „die Globalisten zittern.“ Vom Bad in der Menge träumen vor Hundertausenden auf Linie gebrachten Zuhörern. Dazu noch breittreten, den Kontakt zu Bodo Schiffmann gesucht zu haben, um Gemeinsamkeiten abzuchecken. Damit den Vorwurf des FAZ bestätigen, wonach die IB die Partei Widerstand 2020 zu unterwandern sucht. Junge, Junge. Träumt weiter. So wird das nichts. Dazu noch Herr Poensgen, der authentische Widerstandsbewegungen in den Widerstand gegen den großen Austausch eingliedern will. Wie hätte mein Opa gesagt: „Und mit euch sollen wir den nächsten Krieg gewinnen ?“ Lächerlich. Allerdings auch für die Linke, die das Ganze noch Ernst nimmt und darin eine Gefahr sieht. Wacht auf, Leute. Der Sturm zieht erst auf !!!

Monika

4. August 2020 21:59

Old Linkerhand, 

Auch ich habe mir den Lifestream von Samuel Eckert reingezogen. Wie berauscht er war von den 1,3 Millionenen Teilnehmern. Und dass dies nach dem 17. Juni das größte Freiheitsereignis in Deutschland sei, meinte er. Und als dann das Gandhi Plakat rumgetragen wurde, ist diese Esoteriktante total ausgeflippt. Mit entrücktem Blick hat sie sich von der Polizei wegtragen lassen. Großes Kino.

Ich liebe mein verrücktes Volk. 

Solution

4. August 2020 22:06

Meuthen nennt die Demo einen "unerfreulichen Höhpunkt". Solcherart kann man die AfD endlich unter die 5% drücken. Meuthen steht für den Selbstmord einer vorgeblichen "Alternative", die anscheinend einschlafen möchte. Von dort kommt kaum noch was. Schade um die nicht wenigen guten Leute.

Laurenz

4. August 2020 22:21

@zeitschnur

"niveauvoll" ist, mit Verlaub, das falsche Attribut. Herr Poensgen hat gut geschrieben. Er hat wissentlich oder absichtlich eine für viele unangenehme Haltung eingenommen. Das Niveau steigt nicht mit dem eigenen Zustimmungs-Barometer. 

Herr Sellner hat vielleicht mehr Macht-Instinkt, und sieht bewußt auf Gelegenheiten aus denen sich politisches Kapital schlagen läßt. Und zweifelsohne muß Herr Sellner Sich auch häufiger mit den AgentProvacateur-Gestalten des Systems öffentlich herumschlagen, das übt.

Und natürlich hat Herr Sellner richtig erkannt, die Teilnehmer-Zahl zur Berlin-Demo ist völlig wumpe. Die Debatte darum erreichte aber aber eine extrem hohe Reichweite, das war professionelle PR. Der beste PR-Mann der AfD, Dr. Curio, bekam aber bei der Wahl zum Partei-Sprecher eine auf die Mütze. Man muß also statuieren, Intelligenz findet bei den erfolgreichen Intriganten der AfD nicht unbedingt ein Zuhause.

Fredy

4. August 2020 22:49

Was will man schreiben, es ist doch alles schon geschrieben und doch nichts gesagt.

Die zweite Welle wird kommen, weil der zweite Lockdown geplant ist. Dabei wäre das gar nicht nötig. Die große Pleite- und Arbeitslosenwelle würde auch so im Oktober/November kommen. Man will aber offenbar den aprupten Genickbruch der Wirtschaft, den Reset des Wirtschaftssystems und damit einhergehend den des politischen Systems.

Wir brauchen nichts zu planen. Wenn die notwendige Energie noch in unserem Restvolk steckt, wird sie sich Bahn brechen. Und dann brauchen wir jeden, der jetzt noch BRDler ist und auch spät sein Ticket löst. Persönliche Not hat noch jeden auf die Straße getrieben.

OK. Geb es zu. Ich glaube auch nur halb daran. Aber zu retten gibt es schon lange nichts mehr, maximal nur neu aufbauen.

zeitschnur

4. August 2020 23:21

@ Der_Juergen

Da kommt gar nichts durcheinander, halten zu Gnaden. "Rechtsradikal" hat extrem viel mit Obrigkeitsdenken, Bequemlichkeit, Antiindividualismus, Hierarchiedenken, Mitläufertum in Reinstform und empathielosem Law-and-Order-Gehabe zu tun. Der Aspekt der Nation wird von Neurechten massiv überschätzt. Der Faschismus braucht keine Nation, er braucht nur den starken Führer, und wenns der Teufel persönlich ist. Die Geführten sind eh Powidl. Machtses euch nix vor. Und genau ein solches Regime haben wir. Die wenden ja sogar dieselben Strategien an wie die Nazis: Stürmerpresse, Lügen, dass sich die Balken biegen, Selbstermächtigung und Durchregieren über ständig wechselnde Verordnungen und Hygienewahn. Ob Rasse oder Corona kommt sich in der Auswirkung demnächst gleich. Pardon, Sie mögen glauben, dass ich mich irre, obwohl ich doch so klarsichtig bin. Ich dagegen denke, dass ich sehr genau weiß, was ich gesagt habe, eben weil ich klarsichtig bin oder äh ... naja sagen wir mal: sein kann. Pfüatdi.

zeitschnur

4. August 2020 23:26

@ deutschindentitärer

Aber tztztztz ... Boomer ... hm ... was wissen Sie von Deutschsein, hain? Echte Deutsche haben Respekt vor ihren Älteren. Machen Sie Ihren Bauchladen zu, ich kauf das unausgegorene Zeug vom billigen Jakob nicht.

HomoFaber

5. August 2020 00:01

Tja, die Beiden hätte ich diesbezüglich gestern hier noch nicht auf’m Schirm gehabt, aber Höcke und Sellner haben doch anständig was geschnallt.
Höcke hat es eher stimmungsmäßig (hätte ich ihm in dieser Weise gar nicht zugetraut) und Sellner hat es natürlich eher analytisch (hätte ich jetzt aber so auch nicht erwartet) erfasst.

heinrichbrueck

5. August 2020 00:09

"Ich will ja nicht sagen, dass die NR komplett das Maul halten soll. Aber wenn wir nicht vom "politischen Gegner" sondern vom "Feind" sprechen, dann bitte diesen Feind auch als Feind behandeln und ihm nicht die eigenen Ambitionen auflisten."

Wie könnte der Feind herrschen, ohne diese Ambitionen zu kennen? Es wurde keine deutsche Politik gemacht, eine Demonstration macht keine Politik, aber alle springen im Kreis. 

"Dieser Vorgang ist kein einheitliches und verschriftlichtes Konzept, wie die Verschwörungskritik vermutet. Er ist ein unausweichlicher, historischer Konflikt zwischen verschiedenen sozialen, politischen und weltanschaulichen Blöcken."

Ein langfristiger Sieg wird den Beweis erbringen. 

Cugel

5. August 2020 00:21

@Der_Juergen     4. August 2020 19:27

"Wenn ein "Rechtsradikaler" jemand ist, der sein eigenes Volk durch fremde ersetzen will, bedeutet dies, dass alle, aber wirklich alle Definitionen abgeändert werden und man schon bald nicht mehr wissen wird, worüber man eigentlich spricht."

In der Tat. Dieselbe Erfahrung definitorischer Beliebigkeit habe ich weiland bei einer Diskussion des Faschismusbegriffs machen müssen. Ebenso, daß es zwecklos ist, göttlich Erleuchteten einfache, offensichtliche Tatsachen näherbringen zu wollen. Da muß man der klarsichtigen Flacherdlerin eben ihre Scheibe lassen. Auch Ihr Einwand hinsichtlich der hanebüchenen Nationwerdungsthese ist stichhaltig. Eine Schicksalsgemeinschaft ist hier mitnichten im Entstehen; die Grundierung ist vielmehr materieller Natur (was leider auch bei vielen der autochthonen Protestler der Hauptgrund sein dürfte). Was jedenfalls die Türken betrifft, so gibt es wohl kein moslemisch geprägtes Land, das nationalistischer ist als die Türkei. Kulturfremden Einwanderern eine massenhafte Hinwendung zum Deutschtum zu diagnostizieren, weil sie ohne Kopftuch, Turban oder Fez daherkommen und Anzug statt Djellaba oder Kaftan  tragen, zeugt von Realitätsverlust und Wunschdenken.

Volksdeutscher

5. August 2020 00:26

Keine "neue" Nation!

Es kann sich keine "neue" deutsche Nation bilden. Es besteht auch kein Bedarf an der Bildung einer solchen. Deutscher ist an erster Stelle, wer im ethnischen Sinne Deutscher ist. Ohne diese Voraussetzung kann es auch keinen "Deutschen" im staatsrechtlichen Sinne geben. Man sollte aber die liberale Definition dessen, wer Deutscher ist, endlich aufgeben, da dies dem amerikanischen nachgebildet ist. Demnach sind alle Amerikaner, die Bürger der USA sind ungeachtet ihrer ethnischer Herkunft und Bekenntnis. Dies führt bereits zur Verwerfungen in der Besitzfrage darüber, wessen Land es sich eigentlich handelt. Dort, wo zugezogene Völker die gleichen Rechte mit der indigenen Bevölkerung haben, wird am Ende die indigene Bevölkerung verdrängt, eingeschüchtert und entmachtet, da auch die Fremden auf das Land Besitzansprüche anmelden. Solche Tendenzen gibt es in vielen westlichen Ländern. Der Begriff der Nationalität war vor der Kaperung des Begriffs durch die Liberalen identisch mit der ethnischen Herkunft. Und nur so ist es richtig. Martin Sellners Analyse ist im Großen und Ganzen gut. Es ist jedoch auch die Kritik an ihm berechtigt, nämlich, daß man bestimmte strategische Gedankengänge nicht mit dem Feind teilt. Ich war unangenehm überrascht, wie er seine - inhaltlich zwar guten Überlegungen zum Thema - in die virtuelle Öffentlichkeit hinausposaunte. Das war politisch etwas instinktlos, bitte dies in Zukunft nicht mehr tun!

Cugel

5. August 2020 00:45

@nachdenken

"

Das Ziel könnte sein:
EINE ECHTE DIREKTE DEMOKRATIE, wo die Bürger ALLE wichtigen Entscheidungent treffen, die Politiker nur mehr Verwalter sind, denn, wie es in der Verfassung steht, die Macht soll vom Volke ausgehen."

Auf kommunaler Ebene könnte das einigermaßen funktionieren, nicht jedoch für den Gesamtstaat, weil im selben die Distanz des Bürgers zu den Entscheidungsgegenständen zu groß ist und Interessengruppen vermöge massenmedialer Einflußnahme beinahe ebensolcher direkter Durchgriff gegeben würde wie im gegenwärtigen System. E. J.Jung hat das in "Die Herrschaft der Minderwertigen"  überzeugend  dargelegt.

kikl

5. August 2020 07:03

"Sind diese Proteste patriotisch, gar tendenziell „rechts“ oder völlig unpolitisch? Sind das „unsere Leute“, oder könnten sie zumindest eines Tages dazu werden?"

Die Proteste sind weder patriotisch, noch rechts noch unpolitisch. Sie umfassen Menschen aus allen Politischen Lagern, die sich auf ein politisches Thema geeinigt haben. "Weg mit den Corona-Maßnahmen, wir wollen unsere Grundrechte wieder haben."

"Jeder, der am 1. 8. in Berlin auf der Straße war, ist ein Mensch, der die Mainstreammedien kritisch hinterfragt. " Das ist die eigentliche Bedeutung dieser Bewegung. Sehr richtig erkannt.

"Es hätte die junge Bewegung entweder, so man mich geduldet hätte, identitär vereinnahmt, oder, so man mich ausgeladen hätte, das Lager der Demonstranten gespalten."

Es hätte für die Demo überhaupt keinen Unterschied gemacht, ob du Martin da gewesen wärst oder nicht. Die Demonstranten ließen sich nicht spalten.

Diesen ganz zentralen psychologischen Aspekt der Demonstration hast du übersehen. Die meisten Demonstranten haben Toleranz wirklich kapiert und ließen sich nicht spalten.

Dieses Ereignis spricht dafür:

https://www.youtube.com/watch?v=giRrnflxniI

nachdenken

5. August 2020 07:17

Die sog. Neue Rechte und die Linke haben ein Problem. Herr Sellner, stellvertretend für die Neue Rechte, glaubt, sich nur auf den Bevölkerungsaustausch konzentrieren zu müssen, OHNE sich um eine Veränderung des Systems kümmern zu müssen. Das beobachten wir ganz deutlich bei der inszenierten Coronalüge, die von den Eliten zu einer massiven Veränderung des Systems Richtung totalitärer Überwachungsdiktatur mißbraucht wird, da mischt sich Herr Sellner nicht ein, aber er versteht auch nicht, daß der Bevölkerungsaustausch nicht ohne Systemveränderung gestoppt werden kann.

Herr Ken Jebsen, stellvertretend für die Linken, hällt sich beim Thema Massenmigration auffällig zurück, und das, was er zu diesem Thema von sich gibt, ist ziemlich daneben. 

Links und Rechts verstehen nicht, daß beides notwendig ist, der Stopp des Bevölkerungsaustauschs UND die Veränderung des Systems. Auf den Straßen in Berlin waren sie bereits miteinander unterwegs, weil sehr viele Demonstranten, dem Hausverstand folgend, BEIDES IN SICH trugen, das ist RICHTIG und MÖGLICH. Dort hat “Divide et Impera” nicht mehr funktioniert, bei Herrn Sellner und Ken Jebsen funktioniert es immer noch.

Wer wird seine Ziele wohl eher erreichen.

Amos

5. August 2020 08:47

Örtliche Telegramm-Gruppen zeigen: 1. Das Vertrauen in Staat und Medien ist futsch. 2. Das Erwachen aus der verträumten alten Bundesrepublik sucht nach Welt-Erklärung 3. Diese erfolgt nicht analytisch, sondern in Narrativen, Namen wie Naidoo fallen, Nietzsche, Weber, Gehlen Spengler oder Sieferle nicht. 4. Die Erwachenden (rote Pille, Matrix :-)) suchen aber, anders als 2015, die Gemeinschaft Gleichgesinnter auf lokaler Ebene. Das lässt hoffen auf das, was 2015 nicht möglich war, aus Scham, aus Angst, etc. Auch der politische Gegner lässt hoffen, Frau Esken spielt, gewissermaßen als Gesamtkunstwerk, ohnehin aufs eigene Tor. Wichtigste Punkte sind: Recht statt Moral, Freiheit statt Versorgungs- Bevormundungs- und Nanny- Staat, Misstrauen gegenüber den Medien. Es fehlt nur noch ein Thema, da gibt es weiterhin eine gewisse Scheu. Es fehlen aber insgesamt simpelste theoretische Grundlagen. Gebot der Stunde ist deshalb theoretische Basisarbeit, z.B. in den Chats. Da reichen schon oft Stichworte und Hinweise. Die Gefahr ist, dass wir sonst zwei Seiten gegenüberstehen, die irrational mit "Narrativen" arbeiten und beide für uns verloren sind.

Säen wir also unsere Saat....

RMH

5. August 2020 08:51

Was mich an dem Artikel stört, ist der Umstand, dass man so tut, als sei man der Herr Feldmarschall am Kartentisch, der die Lage überblickt und jetzt eine Strategie entwickelt und groß die Fähnchen verschieben kann. Unabhängig davon, dass dann @Hartwig mit seinem Einwand, dass man den Gegner nicht in den Kartenraum lässt, Recht hat, liefert diese Haltung wieder all den Sekundärliteraten, die das ab und an Durchstöbern von Seiten wie diesen dann als Expertentum vermarkten, wieder Nahrung für ihren Schwachfug von den angeblich garstigen, rechtsextremen Verschwörungen und Umtrieben. Lassen wir diese Demo doch einfach mal so stehen, wie sie ist. Sie war nicht die erste und wird nicht die letzte sein. Die Teilnehmer finden uns oder nicht. Das Rad dreht sich und man wird sicher nicht das Lenkrad sein. Insofern seien wir bitte bescheidener. Höcke macht es aktuell vor.

Laurenz

5. August 2020 09:07

@Cugel

Mußte beim lesen herzhaft grinsen/lachen. Und das Lachen ist immer der spirituelle Beweis für Wahrheit, auch wenn die Ereignisse 2.000 Jahre zurückliegen sollten. Deswegen war der Film "Das Leben des Brian" auch so erfolgreich.

Was Ihre türkische Einschätzung angeht, so hat das nur damit zu tun, daß hier bei uns 4 oder mehr Mio. Türken abhängen, die hier nichts verloren haben, und die Türkei selbst völlig unnatürlich den geo-strategisch eminenten Bosporus innehält, wie einen großen Teil der Mittelmeerküste kontrolliert. Daß sich die türkische Frage überhaupt nach den Wiener Belagerungen noch stellt, haben, wie so häufig Frankreich und Britannien zu verantworten, welche die Türken dazu mißbrauchten, die Russen daran zu hindern, die Landkarte Europas und des Mare nostrums wieder zu renaturieren. 

Deutschland steht auf Platz 39 der muslimischen Staaten.

Hier eine informative Liste

https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_L%C3%A4nder_nach_muslimischer_Bev%C3%B6lkerung

 

rolf

5. August 2020 09:43

Die Demonstration in Berlin war eine Versammlung egoistischer Wutbürger. Wo ist der Unterschied zwischen dem wohlstandverwahrlosten Stuttgarter Villenbesitzer, der seine Freiheit absolut setzt und für sein Wohlbefinden alle Grenzen des Gemeinwohls ablehnt und dem pöpelnden Nafri-Clanchef, dessen Fußvolk dominant und maskenlos die Plätze deutscher Innenstädte bevölkert?

Rechte glauben an Institutionen. Natürlich hat der Staat, so wie er in den letzten Jahrzehnten organisiert ist und gehandelt hat, sein Vertrauen verspielt. Daraus folgt aber nicht, dass alles, was er anordnet, sinnlos ist oder finsteren Weltherrschaftsplänen dient.

Wir erlebten im Frühjahr eine Rückkehr des starken Staates: ein Staat, der Grenzen schließt, den Ausbau der Intensivstationen anordnet, Beatmungsgeräte beschlagnahmt. Wir sahen nicht mehr den „laissez faire“-Staat des „anything goes“, sondern den handelnden, aktiven Staat, ein Staat, der trotz unklarer Lage seine Entscheidungsmacht nicht verloren hat. Als Rechter freue ich mich darüber.

Ein rechtes Narrativ wäre auch: Das deutsche Volk muss gegen das Virus zusammenhalten - aktiv durch Beachten der Präventivmaßnahmen und solidarisch mit den Deutschen, die das Virus geschadet hat, physisch oder finanziell.

 

deutscheridentitaerer

5. August 2020 10:07

@RMH

Sellner tut nicht so, als wäre er ein Stratege, sondern er ist es tatsächlich. Und das ist auch dringend nötig, denn an Leute wie ihm, die eine klare Sicht der Dinge mit einem scheinbar unerschütterlichen Optimismus und Tatdrang verbinden, gibt es in unserem Lager viel zu wenige. Unter anderem deshalb, weil es keine Strategie für das danach gab, ist ja auch Pegida gescheitert. Warum man nun, fünf Jahre später, eine eventuelle zweite Gelegenheit nicht besser nutzen will und stattdessen naiv darauf hofft, dass die Dinge schon ihren Gang gehen werden, verstehe ich nicht. Denn, sind wir ehrlich, die Chance ist bereits bescheiden genug und von alleine passiert schon mal sowieso nichts - jedenfalls nichts das uns nützt.

Und dass man strategische Überlegungen hier offenlegt, mag dem Feind einen Einblick bieten, aber das ist es eben damit abzuwägen diese Überlegungen in unserem Lager bekannt und populär zu machen. Die Kritik daran ist völlig überzogen - man sollte darauf vertrauen, dass Sellner da schon weiß was er tut und nicht ständig kluge Ratschläge von der Seitenlinie erteilen.

HomoFaber

5. August 2020 10:07

"Höcke macht es aktuell vor."

Den feier ich gerade mit einem inneren Parteitag ...

 

Utz

5. August 2020 10:32

Abgesehen davon, daß ich es ebenso wie viele andere hier nicht klug finde, zu verkünden, daß man vorhabe, die Coronademonstrationen in Zukunft für sich vereinnahmen zu wollen, kann ich Ihren Optimismus nicht teilen. Die Globalisten haben ihre Hausaufgaben bereits gemacht. Die Brandmauer nach rechts steht. Die Angst als Nazi diffamiert zu werden ist so groß, daß die Mehrzahl der Coronademonstranten nicht so ohne weiteres für andere Ziele begeistert werden können, selbst wenn es für sie logisch wäre diesen Zielen zu folgen. Aber seit wann haben Menschen sich um Widersprüche geschert, wenn es eine Angst gab, die ihnen eine eindeutige Richtung vorgab.

 

Es ist vorbei. Das Wort „Bevölkerungsaustausch“ ist ein für allemal belastet. Berührungsängste ließen sich maximal dadurch verringern, wenn die wirtschaftlichen Belastungen, die jetzt schon in weiten Teilen des Landes da sind, noch größer würden, wenn es also zum Beispiel einen zweiten Lockdown gäbe. Aber gerade der würde ja die Politiker in ihrer Vorsicht bestätigen. Und wenn der Sonnenschein und die Lockerheit eines 1. Augusts weg ist, und Wut in den Vordergrund tritt, läßt sich die Bewegung umso leichter dämonisieren.

 

Unsere Hoffnung kann nur sein, Widersprüche aufzudecken. Unsere Hoffnung sind u.a. Linke, die gewahr werden, daß sie vor einen Karren gespannt wurden, den sie nicht ziehen wollen.

Franz Bettinger

5. August 2020 11:03

Schön, dass du dich einmal wieder bei mir (privat) meldest, @Thomas Martini. Auf SiN wären mir deine Kommentare noch lieber. Ja, mir sind ganz ähnliche Gedanken gekommen beim Lesen von Sellners letztem Beitrag und anderen früher, doch finde ich offene Strategie-Erörterungen in Anwesenheit des Feindes nicht grundsätzlich verkehrt, denn es gibt Gründe für eine solche Taktik:

(1) Bewusste Täuschung. Das geschieht in der Politik und im Krieg. Man sagt, man greift in Calais an und macht's dann in Sizilien. (2) Es ist ohne wesentliche Bedeutung, Ziele, Absichten und sogar Methoden offenzulegen, denn die Dinge passieren wie beim Orakel von Delphi: Man warnt den Vater vor dem Sohn und vereitelt so, aber nur scheinbar, die Erfüllung der eigenen Prophetie. Am Ende erschlägt Ödipus dennoch den Vater und ehelicht die Mutter. Keiner entgeht dem Schicksal, schon gar nicht die deep state-Ganoven und ihre Helfer und Mitläufer.  ff.

Franz Bettinger

5. August 2020 11:04

ff.

(3) Auch dies wird vermittelt: Wer frei redet und sogar seine Geheimnisse verrät, zeitgt, dass er stark ist. So stark, dass er mit offenem Visier antritt, keine Finten anwenden und keine Fallen stellen muss. „Wir haben keine Angst vor euch. Was immer ihr auch unternehmt, ihr werdet verlieren, ihr seid am Ende!“ Das zu vermitteln deprimiert den Gegner, es lässt ihn womöglich sogar vorzeitig aufgeben. Es ist übrigens auch die Methode des deep state. Er lässt das Volk unverblühmt immer wieder und lang im Voraus wissen, was er mit uns vorhat. Er sagt "Wir werden dich impfen. Wir kriegen euch alle. Ohne Impfung wird es dies und jenes für dich nicht mehr geben. Mach dich auf einen Neue Normalität gefasst, eine Neue Welt-Ordnung, in der aus Illegalität Legalität wird" etc. ad nauseatum. Maas und Merkel signalisieren auf die Art ihre vermeintliche Macht. Es ist zugleich ein Test. Schluckt das Volk die Kröte? Oder muss man ihm anders beikommen? 

Lotta Vorbeck

5. August 2020 11:11

@RMH - 5. August 2020 - 08:51 AM

Was mich an dem Artikel stört, ist der Umstand, dass man so tut, als sei man der Herr Feldmarschall am Kartentisch, der die Lage überblickt und jetzt eine Strategie entwickelt und groß die Fähnchen verschieben kann.

---

Wenn die Lawine ins Rollen kommt - was noch keineswegs sicher ist - wird sie keine Rücksicht auf die nehmen, die partout meinen, ihr Platz sei der am Kartentisch auf einem imaginierten Feldherrenhügel.

Statt strategischen Sandkastenspielen mit real nicht vorhandenen Truppen zu frönen, könnte man sich ebensogut auch ein paar Gedanken für "die Zeit danach", vulgo die Zeit nach dem möglicherweise bevorstehenden Abgang der Lawine machen.

 

Der_Juergen

5. August 2020 11:37

@Zeitschnur

"'Rechtsradikal' hat extrem viel mit Obrigkeitsdenken, Bequemlichkeit, Antiindividualismus, Hierarchiedenken, Mitläufertum in Reinstform und empathielosem Law-and-Order-Gehabe zu tun. Der Aspekt der Nation wird von Neurechten massiv überschätzt. Der Faschismus braucht keine Nation, er braucht nur den starken Führer, und wenns der Teufel persönlich ist.

Mit Verlaub, das scheint mir recht wirr. "Hierarchiedenken"? Jede Gesellschaft hat und braucht eine Hierarchie; die Frage ist nur, ob an deren Spitze (verabsolutiert gesagt) die Besten stehen oder der Abschaum, und ob man wie die Rechten die Notwendigkeit der Hierarchie anerkennt oder sie wie die Linken in Abrede stellt und stattdessen die Fiktion von der "Gleichheit" predigt. - Jede historische Form des "Faschismus", von den radikalsten wie dem NS in Deutschland und der Eisernen Garde in Rumänien bis hin zu den gemässigtsten a la Salazar in Portugal, betonte die zentrale Bedeutung von Nation, Tradition und Familie. Wie kann man da ein System, das dies alles abschaffen will, "faschistisch" oder "rechtsradikal" nennen? - Ich verkenne nicht, dass auch "linksradikale" Systeme wie der Stalinismus, welche die Nation theoretisch als zu überwindende historische Phase darstellen, in der Praxis sehr nationalistisch sein können. Dies zeigte sich v. a. im Zweiten Weltkrieg. Unter dem Internationalisten und Russenhasser Trotzki hätte die UdSSR diesen in ein paar Wochen verloren.

zeitschnur

5. August 2020 11:48

@ Kritiker meiner Aussage von der Nationbildung

Ich weiß schon, dass Ihr meint, "Nation" sei eine mystische, ethnische Größe. Und auf dieser wenig plausiblen und niemals bewiesenen These baut Ihr Euer ganzes politisches Denken auf.

Man kann diesem Denken ein Übermaß an historischer Ignoranz diagnostizieren. Ich würde es jedenfalls tun. Für mich ist Kinderkram und Wolkenkuckucksheim. Wo bitte ist die Nation? Bei den vielen kinderlosen Neurechten etwa? Und wer bestimmt, wo sie ist? Eine Minigruppe abgehobener, selbsternannter Nationalfunktionäre? Gehen Sie bitte damit um, dass Ihre Ziele von fast niemandem geteilt werden.

Klassisch iS des 19. Jh sind Nationen v.a. Staatsnationen, die Frage, wer genau dazugehören kann, wurde schon damals nie gelöst. Daher habe ich kein Interesse, mich in diesen Fehlergedanken festzubannen. Die, die zusammentreten, geben sich selbst ein Recht. Punktum. Die wirklich abwegige Behauptung, es gehe denen doch bloß ums Materielle krönt wirklich alles. @ Cugel: Beweisen Sie diese Zuschreibung doch erst mal! Diese Bewegung ist extrem spirituell, mehr als jede andere vorher.

Franz Bettinger

5. August 2020 11:53

@Nationen-Wertung der am Corona-Zirkus teilnehmenden Länder: Interessant, welche Dominos zuerst, welche zuletzt fielen und welche gar nicht fielen. Soweit ich mich erinnere, haben die Visegrad-Staaten sowie Indien, Brasilien und Japan sich lange zurückgehalten und dann pro forma ein bisschen mitgemacht. Fast ganz Corona-Maßnahmen-frei geblieben sind (neben vielen Inseln und natürlich ganz Afrika, das sich einen Dreck um unseren westlichen Voodoo-Zauber schert) Singapore, Taiwan, Thailand, Hongkong, Schweden, Island, Nordkorea, Tadschikistan, Paraguay und Weißrussland.

zeitschnur

5. August 2020 11:58

@ kiki

Dass Menschen sich zusammenfinden, weil sie ihre Freiheitsrechte behalten und neu konfigurieren wollen, ist keine Marginalie! In einem wirklich freien Land sollte das auch das einigende Motiv sein! Aber man sieht schon an diesem thread, wie weit sich so viele Menschen in diesem Land (aus unterschiedlichen Gründen) entfernt haben von einer humanen, toleranten und lebenspraktischen Denkweise. Wenn sie nicht die Macht über die Gedanken und Lebensäußerungen der anderen haben, fühlen sie sich bedroht. Da muss man schon fragen dürfen, wie stabil diese fixen Ideen, die sie vertreten, denn sein können, wenn man eine dermaßen extreme Angst vor dem Anderen hat. Offenbart das nicht tiefe Schwachbrüstigkeit?

Was habt Ihr denn dagegen, dass sich Dinge nun ändern, und zwar so, dass das Bisherige in gar keinem Fall mehr zurückkommen kann? Ich finde, Ihr solltest Euch aufrappeln und Euren konstruktiven Beitrag zum Wohle aller leisten, und das möglichst ohne einen traumtänzerischen intellektuellen Wasserkopf, denn genau das hat das Land ja ruiniert. Seht an, was aus diesem wunderbaren Land in 100 Jahren gemacht wurde! Und schuld daran sind maßgeblich diese Intellektuellen, ob rechts, ob links. Ich empfehle von Roland Baader "totgedacht" - das könnte manches Licht aufgehen lassen.

Laurenz

5. August 2020 12:20

@RMH

Das ist doch kein Grund für Unmut, wenn Herr Sellner eine offensichtliche Debatte führt. Die Armen Schweine von Frau Kahane würden ja sonst arbeitslos, das wollen doch zumindest vordergründig nicht, denn wer sollte sich sonst noch über uns aufregen & viel wichtiger, darüber berichten? Ich sehe einen Eintrag in irgendeinem Hanswurst-VS-Bericht nicht, wie manche Radikale, als Ritterschlag an. Aber jedem Voll-Honk ist doch klar, daß wir nicht angetreten sind, um den völlig unfähigen Alt68er-Nachfolgern Beifall zu klatschen. Hören Sie auf mit dem Weichspülen, RMH.

Das grundsätzliche Problem der Debatte ist die Infantilisierung der Gesellschaft & der politischen Debatte. Trump hat das erkannt, die AfD oder wir nicht wirklich. Beispiel:

Wen auf dieser Demo oder sonstwo in Buntland interessierte schon vor 20 Jahren das Nationale Interesse, das Kabelnetz der Telekom nicht zu verkaufen? Das sozial-liberale Geschwafel damals über Markt-Gerechtigkeit hat nur dazu geführt, daß jetzt das Kabelnetz, wieder unter einer spezial-demokratischen Junta, Vodafone gehört, ein unglaublicher Vorgang, wie anderen Nationalitäten Macht über unsere Infrastruktur eingeräumt wird. Das sollte selbst der dümmste Linke verstehen, auch wenn sich die meisten Linken um diese Ehrung streiten werden. Das hat territoriale Eminenz, interessiert aber kein Schwein, weil u.a. die Ehrung des Klima-Gottes durch die Zeugen Coronas zum Kampf gegen Rechts, also sich selbst, allen Raum der öffentlichen Debatte einnehmen.

kikl

5. August 2020 12:25

Gut, der Mainstream hat jetzt die Gefahr erkannt. Da sind jetzt zahllose Menschen, die uns, den Systemmedien, nicht mehr glauben. Für die Tagesschau heißt das:

"Bei Telegram treffen verunsicherte Menschen auf Verschwörungstheoretiker, Weltuntergangspropheten und Rechtsextreme. Viele radikalisierten sich in der Corona-Krise - das zeigt eine Analyse von NDR und SZ."

https://www.tagesschau.de/investigativ/ndr-wdr/corona-telegram-101.html

Der Ton des Mainstreams wird immer hysterischer, was gut ist. Denn ruhige und vernünftige Bürger merken das. So treiben Sie immer mehr Menschen von sich fort. 

Die Bürger sind für sie kleine Kinder, die sie mit "Faktencheckern" beaufsichtigen müssen, weil sie nicht die Reife besitzen, sich selber eine Meinung zu bilden. Auch das ist in diesem Artikel nachzulesen.

Es gibt vielleicht ein paar trübe Leuchten, die sich freiwillig diesem Diktat und Hochmut unterwerfen. Aber das werden immer weniger.

Marcus Kerkhoff

5. August 2020 14:08

Martin Sellner: "Noch ringt das Lager der Etablierten um Sprachregelungen und entlarvt dabei wieder einmal seine Doppelstandards. Auch wir Neurechte wissen mit dem Phänomen nicht recht umzugehen. Sind diese Proteste patriotisch, gar tendenziell „rechts“ oder völlig unpolitisch? Sind das „unsere Leute“, oder könnten sie zumindest eines Tages dazu werden?"

Oder ist es gar langfristig schädlich für unseren Ideenkern, uns mit der Bewegung der Coronakritik zu verbinden? Ich wähle für die Einordnung des Phänomens einen anderen Blickwinkel."

Die AfD zerlegt sich gerade, da sie - wie die Causa Kalbitz zeigt - nicht imstande ist die totalitäre Nazikeule zu parieren und nun in der COVID-19-Pandemie auf Abwege gerät, wenn sie sich mit Corona-Leugnern, Verschwörungsideologen und Berufsquerulanten gemein macht.

Verschwörungstheorien und Querulantentum haben schon die NPD zerstört. Nationaler Widerstand hat nichts mit Revisionismus und Holocaustleugnung zu tun genauso wie patriotischer Widerstand nichts mit Corona-Leugnung zu tun hat.
 

Franz Bettinger

5. August 2020 14:10

@Zeitschnur: Bei allen rhetorischen Kunststücken, die Sie auch drauf haben, hauen Sie manchmal so daneben (z.B. bei der Definition von Rechts, Nation und Faschismus oder auch zur Über?Bevölkerung), dass ich mir kein schlüssiges Bild von Ihnen machen kann. Ich würde gern mal eine Nacht mit Ihnen durch-diskutieren und sehen, wer wen morgens überm Sattel liegen hat. - Immer wieder bewundernswert die klugen Antworten von @Jürgen und @Cugel.

kikl

5. August 2020 14:24

@ zeitschur

"Was habt Ihr denn dagegen, dass sich Dinge nun ändern, und zwar so, dass das Bisherige in gar keinem Fall mehr zurückkommen kann? "

Wenn die Änderung die Abschaffung unser Grundrechte - jedenfalls in großem Umfang - bedeutet, dann sind wir dagegen, weil wir für die Grundrechte und Menschenrechte sind.

Für mich ist das nicht "totgedacht", sondern für mich ist das eine Selbstverständlichkeit. Sie eint sowohl gemäßigte Linke als auch gemäßigte Rechte. Nur so konnte eine so "bunte" und "diverse" Gruppe Menschenmenge zusammenkommen. Das monotone Einheitsdenken gibt es hingegen im Mainstream. Obrigkeitsdenken, Bequemlichkeit, Antiindividualismus, Hierarchiedenken, Mitläufertum in Reinstform und empathielosem Law-and-Order-Gehabe ist charakteristisch für den Mainstream, von CSU bis LINKE. Alle staatlichen Einschränkungen werden kritiklos abgenickt.

Der Mainstream ist leider bereit dazu, seine Freiheitsrechte zu verkaufen, damit der Staat die Verängstigten vor dem Killervirus schützt. Diese Menschen haben noch nicht verstanden, wie sie mit Panikmache und irrationaler Angst manipuliert werden. Das zeigt, dass die eigentliche Radikalisierung nicht bei den "Alternativen Medien" sondern im Mainstream stattgefunden hat. Die Spitze des Eisberges der Radikalisierung ist dabei nur, dass sich SPD, Grüne und Linke im Bundestag zur verfassungsfeindlichen Antifa bekennen.

zeitschnur

5. August 2020 14:40

@ FB

Gerne - melden Sie sich doch zügig vor dem geplanten nächsten Lockdown, damit wir das noch rechtzeitig schaffen mit der Nacht-Debatte!

Ich erinnere mich dunkel, dass Sie neulich mal verlauten ließen, allmählich zu verstehen, was ich mit meinem Faschismusbegriff meine und ihm einiges abgewinnen zu können, richtig? Heute nicht mehr?

Leider bringen Sie ebenso wie Ihre beiden Favoriten kein einziges sachliches Argument gegen diese meine Position, sondern schützen nur Überlegenheit vor. Nun denn - ich warte auf eine spannende Debatte mit Ihnen! Und übrigens: ich habe kein Problem mit Andersdenkenden, solange es sich um Denkende handelt.

quarz

5. August 2020 14:51

@zeitschnur

Die Begriffe der Staatsnation und der Willensnation sind entweder pleonastisch oder definitorisch zirkulär und deshalb inhaltsleer. Sinnvoll verbleiben: Abstammungsnation und Kulturnation.

Für die zentralen Probleme, um die sich ein Großteil der in diesem Medium geführten Diskussionen dreht, ist der Begriff der Kulturnation entscheidend, dem die Relation der kulturellen Ähnlichkeit zugrunde liegt. Diese ist unabhängig von staatlicher Verfasstheit und auch vom Willen der Beteiligten gegeben (oder eben nicht).

Kulturelle Ähnlichkeit, das zeigen Unmengen von Forschungsresultaten, ist der Stoff, der ein funktionierendes Gemeinwesen zusammenhält. Wo diese geopfert wird, folgen Konflikt und Zerfall.

 

zeitschnur

5. August 2020 14:57

@ Kiki

Mit meinem Hinweis auf Roland Baader meinte ich nicht Sie und die "Corona-Leugner", sondern diesen unseligen Reflex vieler Intellektueller, sich mit dem bodenständigen, hausverständigen und mE gesunden Freiheitsimpuls des Volkes nicht gemein machen zu wollen und zu glauben, daraus könne ohne ihre metapolitischen Absonderungen sowieso nichts werden. Ich halte das für einen fatalen Irrtum. Wenn man die hasserfüllte Hetze der Mainstreammedien ansieht, die sehr wohl faschistoid ist in ihrer gleichgeschalteten Massivität, dann wird man dem schwerlich mit diesen Absonderungen beikommen. Noch schlimmer ist es, wenn diese Intellektuellen, ähnlich wie Herr P., vor lauter Abgehobenheit diesen Hetzern auch noch inhaltlich in die Hände spielen.

Nach Baader sind es die unseligen metapolitischen Ansätze, die alles kaputt gemacht haben, was einst gut war. Ich kann mich gut erinnern, dass damals in linken Kreisen - ganz genauso wie bei den neurechten hier - jeder bodenständige Ansatz als "vorpolitisch" diffamiert wurde. Damit erzwang man ja gerade die Gleichschaltung des Denkens. Die Probleme stellen sich erst durch Metapolitik, und die, die das propagieren, bieten dann ihre "Lösungen" für die selbstgeschaffenen Probleme an. Ich glaube an die natürliche Gemeinschaftsfähigkeit des Menschen. Die Ehen gelingen da am besten, wo am wenigsten Theorie drüber gestülpt wird und das Herz unbehindert sprechen darf! Und so auch im großen Rahmen!

RMH

5. August 2020 14:57

@Laurenz,

Weichspülen liegt mir fern. Ich versuche nur einzuordnen und um bei den Bildern mit den Flüssigkeiten zu bleiben, stehe ich auf dem Standpunkt, dass Rechte diese Welle nicht reiten wird können und froh sein darf, mitzuschwimmen und nicht gleich weggespült zu werden. Im Gegensatz zu Sellner sehe ich hier keinen großen Blumentopf zu gewinnen. Hoffnung macht, dass der Vertrauensverlust in offizielle Narrative und Berichterstattungen offenbar etwas weiter greift als unser kleines Biotop es normalerweise hergibt. Dass lässt nach vorne schauen. Im Übrigen war das jetzt Mal wieder eine Demo von vielen. Da müssen noch viele Kommen, bis sich etwas tut. Blicken wir gelassen nach vorn.

kikl

5. August 2020 15:22

@ zeitschnur "Die Probleme stellen sich erst durch Metapolitik, und die, die das propagieren, bieten dann ihre "Lösungen" für die selbstgeschaffenen Probleme an."

Das kann ich nun gar nicht verstehen. Die Organisation von Demonstration und/oder Aktionen im öffentlichen Raum ist doch gerade Metapolitik. Damit soll sich der Zeitgeist verändern, der letztlich das politische Handeln bestimmt.

Bei den Corona-Freiheits-Demonstrationen geht in erster Linie darum, die Menschen weg von dem Untertanengeist hin zur Freiheit zu ermutigen. In zweiter Linie geht es darum, die Menschen dazu zu bewegen, den Mainstream zu hinterfragen und selber zu denken. Sapere aude!

Das sind also ganz klassisch-aufklärerische Positionen. 

zeitschnur

5. August 2020 15:23

@ quarz

Okay - nur ist die Kulturnation noch nie etwas säuberlich Abgegrenztes und v.a. nichts Statisches gewesen und - Sie sagen es ja selbst - seltenst identisch mit eienr Staatsnation (die es eh erst seit dem 19. Jh so gibt).

Mein Appell ist nicht gegen den historischen Bestand unserer Kulturnation gerichtet. Nur sehe ich derzeit einen geradezu monströsen Sittenverfall in dieser Nation. Sehen Sie sich dieses unterirdische Gehetze in den Stürmermedien an, es ist grauenhaft, und es kommt fast ausschließlich von ethnischen Deutschen.

Mit diesem verkommenen Pack lässt sich kein Blumentopf mehr gewinnen und auch keine Reanimierung erzeugen. Es kann logisch nur durch eine Neuformierung Deutschlands sowohl als Kulturnation als auch als Staatsnation gehen. Es muss sich nicht unbedingt überschneiden (weil die Kulturnation ja auf mehrere Staaten verteilt ist), kann aber. Ich würde da von der realen Situation ausgehen und nicht von ewiggestrigen Konstrukten.

Warum bringt die rechte nicht einen konstruktiven, kulturellen Beitrag, der meinetwegen sehr stark das Vergangenen betont und verzettelt sich in dieser fruchtlosen Debatte über das "Eigene".

Zeigen die Ereignisse nicht, dass man sich damit nur selbst marginalisiert und abhängt?

Der Gehenkte

5. August 2020 15:25

@ Amos

" Das Erwachen aus der verträumten alten Bundesrepublik sucht nach Welt-Erklärung 3. Diese erfolgt nicht analytisch, sondern in Narrativen, Namen wie Naidoo fallen, Nietzsche, Weber, Gehlen Spengler oder Sieferle nicht."

Ich weiß nicht, wer Sie sind, aber Sie sollen wissen, daß Ihre Worte mich erstarren ließen - ein echter Aha-Moment. Die Konsequenzen weiter zu denken, wage ich gar nicht - ich müßte mein Leben ändern. Kein allzu komplizierter Gedanke eigentlich, aber unerträglich schwer und tief. Warum ist er mir nicht selbst in den Sinn gekommen? Wohl, weil ich zu tief in diesem Analysenetz stecke ... das dann obsolet ist?

zeitschnur

5. August 2020 15:25

Übrigens plant Michael Ballweg die nächste Demo in Berlin am 29.8.2020 (!) auf europäischem Niveau:
https://www.youtube.com/watch?v=llz453RYt4g

Gracchus

5. August 2020 15:54

Ich habe nicht mitgezählt, der wievielte Beitrag Sellners mit diesem Tenor das auf SiN ist. Das identitäre Potential der Demo-Leute geht m. E. gegen Null. Und wie RMH meine ich, dass man seine Strategien nicht ausplaudern sollte. Ebenso wenig handelt es sich um eine "Revolution" oder die "Bildung einer Nation". Der Trailer zeugt schon von einem gerüttelt Maß  an Selbstüberschätzung. Was sich dann anscheinend fortsetzt bei den Angaben zur Teilnehmerzahl. 

limes

5. August 2020 16:23

Martin Sellners schreibt: »Der Nationalstaat ist die Bedingung von Widerstand gegen supranationale Mächte, egal ob sie sich nun als globaler Impf, Klima- oder globaler Migrationspakt äußern. Ein kongruentes Staatsvolk, das eine gemeinsame Leitkultur und kollektive Identität teilt, ist die Voraussetzung der Demokratie und das Rückenmark des Nationalstaats.«.

Es gab bei der Berliner Protestkundgebung einen Moment, in dem die kollektive Identität, die Kongruenz zwischen protestierendem Volk und denjenigen, die – selbst Teil des Volkes – die Aufgabe haben, es im Zaum zu halten, spürbar wurde. David Berger hat diesem Moment einen Beitrag auf seinem Blog gewidmet und ein Fünfminuten-Video dazugestellt. Es sind die Minuten, in denen ein sichtlich berührter Polizeioffizier anscheinend mit sich ringt, ob er durch persönliche Entscheidung und Opferbereitschaft den Widerstand unterstützt, oder der Dienstpflicht gehorcht. Eine Art Stauffenberg-Moment. Der Polizeibeamte entscheidet sich für die Dienstpflicht.

David Berger übersieht in seinem Kommentar zu der Szene, dass eine schwäbische Quasselstrippe aus dem Hintergrund unaufhörlich auf den Polizeioffizier einredet, gekrönt von dem unanständigen Angebot, den Beamten durch eine Millionenspende der Versammlungsteilnehmer für den Verlust seiner beruflichen Existenz zu entschädigen.

Der Schwabe hat’s vermasselt. Den unwiederbringlichen Zauber des Augenblickes – und womöglich sogar einen großen Triumph des Widerstands.

Sandstein

5. August 2020 16:34

@Cugel, Sie schreiben: "Da muß man der klarsichtigen Flacherdlerin eben ihre Scheibe lassen. Auch Ihr Einwand hinsichtlich der hanebüchenen Nationwerdungsthese ist stichhaltig. Eine Schicksalsgemeinschaft ist hier mitnichten im Entstehen; die Grundierung ist vielmehr materieller Natur[...]."

Ich mach's kurz: was glauben Sie, hat all die verarmten Iren, Deutschen und Chinesen nach Amerika gelockt? Ein spirituelles Nahtoderlebnis? Zwiegespräche mit Gott? Wollen Sie leugnen, dass die USA eine Nation sind?

Nach heutigem Maßstab vielleicht keine Nationwerdung (eher eine Ethnogenese), nach damaligem sicher schon: Langobarden (Gepiden, Awaren, Sachsen und weitere), Alamannen (Semnonen, Quaden, Italiker und weitere), Vandalen (Hasdingen, Silingen, Alanen und weitere). Die haben sich alle wegen "materieller" Grundierungen zusammengefunden. Teils sehr erfolgreich. 

Warten wir ab, was der Herbst bringt. Ich bin jedenfalls gespannt und finde es großartig, dass endlich die unterschiedlichsten "Lager" aufeinander zugehen. Das ist, was ich meinte mit "Brücken bauen", und endlich diese Spalterei in Links/Rechts sein zu lassen. 

Im Übrigen kommt zeitschnur ohne jedweden persönlichen Angriff aus. "Boomergelaber", "Flacherdlerin", das alles fällt im Endeffekt doch nur Ihnen selber auf die Füße. Vielleicht merken Sie es nur noch nicht, weil die Schuhe in denen Sie stecken, etwas zu feste sitzen.

Für diesen Beitrag ist die Diskussion geschlossen.