15. Oktober 2020

Trump, Biden und die unakzeptable Wahl (4)

Martin Lichtmesz / 77 Kommentare

Am 11. Oktober wurde in Denver ein Trump-Anhänger von einem offenbar linksradikalen Security-Mann aus nächster Nähe in den Kopf geschossen.

Martin Lichtmesz

Martin Lichtmesz ist freier Publizist und Übersetzer.

Der Täter namens Matthew Dolloff war von einem lokalen Fernsehsender angeblich als Leibwächter engagiert worden. Nachfragen ergaben jedoch, daß Dolloff zur Ausführung dieser Tätigkeit keine Lizenz besitzt. Er stammt zwar aus der linken Szene, ist aber offenbar kein aktiver Antifaschist.

Das Opfer Lee John Keltner, Teilnehmer einer patriotischen Pro-Polizei-Demo, hatte Dolloff zuvor im Zuge eines rasch eskalierenden Streites mit der flachen Hand auf den Kopf geschlagen. Die veröffentlichten Fotostrecken lassen vermuten, daß Dolloff nach Keltners Pfefferspray oder gar der Waffe in seiner Brusttasche gegriffen hatte. Dolloff zückte seine Waffe, Keltner feuerte eine Salve Pfefferspray ab, Dolloff schoß ihm in den Kopf. In den deutschen Medien findet sich keine Spur von diesem Vorfall - erneut wird die "Hierarchie der Opfer" wirksam. (Hier die offizielle Darstellung der Polizei Denver.)

Die konservative Journalistin Michelle Malkin berichtet, daß bereits im Juli Antifas und BLM-Protestler in Denver konservative Demonstranten tätlich angegriffen hätten:

Im Juli griffen die Schläger zu Metallstangen, Skateboards und Megaphonen, um gesetzestreue Bürger zu bedrohen und anzugreifen. Organisator Ron MacLachlan wurde auf der Bühne blutig geschlagen, nur wenige Schritte von mir entfernt. Die republikanische Parlaments-Kandidatin Laurel Imer wurde von Black-Lives-Matter-Randalierern eine Treppe hinuntergestoßen. Die konservative Aktivistin Lori Woods wurde angeblich von der durchgeknallten Antifa-Agitatorin und Wiederholungstäterin Caryn Sodaro angegriffen - der einzigen Teilnehmerin des gewalttätigen Mobs, die eine Strafanzeige bekam.

Lee Keltner, ein Militärveteran und Cowboyhutmacher, ist nach Aaron Jay Danielson in der Antifa-Hochburg Portland am 29. August der zweite Pro-Trumper, der von einem militanten Linken ermordet wurde (der Täter kam später in einem Feuergefecht mit der Polizei um). Im Gegensatz dazu hat der 17jährige Kyle Rittenhouse in klarer Notwehr gehandelt, als er in Kenosha zwei attackierende Antifas erschoß und einen dritten verwundete. Im Juli erschoß ein Sergeant der US Army in Austin/Texas, vermutlich ebenfalls aus Notwehr, einen BLM-Demonstranten, der mit einer semiautomatischen AK-47 bewaffnet war. Alle Beteiligten dieser Auseinandersetzungen waren weiß.

Ist das erst der Anfang einer Eskalationsspirale? Gar der Beginn eines neuen Bürgerkriegs? Es haben sich in den letzten Monaten noch etliche andere Zwischenfälle ereignet, die kaum durch die Filter des erwünschten Narrativs gesickert sind, die aber nichts Gutes für die Zukunft des inneren Friedens der USA verheißen.

Hier sind ein paar ausgewählte Bruchstücke, um das Ausmaß des Terrors anzudeuten:

BLM-Protestler, weiße wie schwarze, belagerten die Privathäuser von Bürgermeistern, Polizeichefs oder "verdächtigen" Bürgern (hier, hier, hier und hier). Sie bedrängten in Rudeln Einzelpersonen, die sich weigerten, sich ihren Protesten anzuschließen. Sie blockierten Straßen, sprangen auf Autodächer und verprügelten die Fahrer. Randale in 140 Städten haben einen Sachschaden von zwei Milliarden Dollar verursacht.

Im Juli marschierten hunderte uniformierte Mitglieder der exklusiv afroameroikanischen Miliz "Not Fucking Around Coalition" schwer bewaffnet durch Louisville, Kentucky, um gegen vermeintlich rassistische Polizeigewalt zu demonstrieren. In derselben Stadt schoß im September ein schwarzer Schütze auf Polizisten, ein weiterer Schwarzer, der ein BLM-T-Shirt trug, erschoß scheinbar ohne Grund zwei Weiße und einen Schwarzen in einer Bar.

Im Juli nannte Daily Caller die Namen von 24 Menschen, darunter etliche Schwarze, die im Zuge der BLM-Proteste von Agitatoren, Plünderern, Kriminellen und anderen getötet wurden. Im selben Monat wurde eine 24jährige weiße Frau in Indiana erschossen, angeblich weil sie die Parolen von BLM-Anhängern mit dem Satz "All lives matter" gekontert hatte. Im August wurde ein unbeteiligter Weißer in Portland nach einer Hetzjagd von einem lokalen schwarzen BLM-Häuptling ins Koma geprügelt. Im September zündeten Linksradikale in Minnesota die Fahrzeuge eines Trump-Unterstützers an und sprühten die Slogans "Biden 2020" und "BLM" auf seine Garage.

Wer dabei erwischt wird, sich gegen den Mob zu verteidigen, hat sehr schlechte Karten, insbesondere, wenn er weiß ist.

Ein Trump-Unterstützer wurde von der Polizei verhaftet, weil er eine Waffe auf eine BLM-Meute gerichtet hatte, die sein Haus belagerte. Mark und Patricia McCloskey aus St. Louis, die sich angesichts eines heranrollenden BLM-Mobs mit Sturmgewehr und Handfeuerwaffe vor ihre Villa gestellt hatten, wurden von der Weltpresse als typisch US-konservative, "waffenschwingende" Spinner hingestellt, die friedliche "Demonstrant*innen" bedroht hätten. Sie erwartet nun ein Prozeß wegen illegalem, "unrechtmäßigem Waffengebrauch"; sie hätten fahrlässig Blutvergießen auf einer friedlichen Demonstration riskiert.

Dies geschah auf Druck der scharf linken, schwarzen Staatsanwältin Kim Gardner, die im Juni sechsundreißig BLM-Protestler laufen ließ, die wegen gewalttätiger Übergriffe, Diebstahl, Einbruch, Sachbeschädigung und anderer Vergehen inhaftiert waren.

Ein besonders übles Schicksal widerfuhr Jake Gardner, einem Militärveteran, Barbesitzer und Trump-Unterstützer, der sich am 16. September in Omaha/Nebraska gegen eine Bande Plünderer gewehrt hatte, die seinen Vater niederschlugen und seine Bar verwüsteten. Er wurde von mehreren Angreifern attackiert und erschoß einen schwarzen, mehrfach vorbestraften drogensüchtigen Kriminellen, der ihn von hinten im Würgegriff festhielt. Der demokratische Bezirksstaatsanwalt bescheinigte einen klaren Fall von Notwehr, und wurde daraufhin an seinem Wohnort von wütenden Protestlern bedrängt, die "Gerechtigkeit" für diesen angeblich "rassistischen Mord" einforderten.

Nun wurde ein schwarzer Staatsanwalt auf den Fall angesetzt, der umgehend die erwünschte Anklage konstruierte (man erkennt hier ein Muster rassischer Justiz): Gardner wurde des vorsätzlichen Totschlags, Versuch einer Körperverletzung ersten Grades und "terroristischer Drohungen"  angeklagt. Er habe die Plünderer absichtlich in eine Falle gelockt, nur um auf sie Jagd machen zu können: "To the extent that Jake Gardner had set up an ambush inside his business, waiting on looters to come in so he could light them up." Der Staatsanwalt meinte, politische Motive entdeckt zu haben, die zu der Tat geführt hatten:

Der Sonderermittler wies auch darauf hin, daß Präsident Trump am Tag vor den Protesten getwittert habe: "Wenn die Plünderung beginnt, beginnt die Schießerei", und sagte, Jake Gardner habe eine besondere Affinität zum Präsidenten.

GoFundMe löschte einen Spendenaufruf, um Gardners Prozeßkosten zu decken, während die Familie des getöteten Kriminellen mithilfe derselben Seite eine Viertelmillion Dollar einsammelte. Gardner erkannte, daß er keine Chance auf eine faire Verhandlung hatte und beging Selbstmord.

Anne Coulter kommentierte:

Das Land ist verrückt geworden. Ich hatte immer gedacht, daß die im ganzen Land explodierende Gewalt ein Ende finden würde, sobald sich der erste bewaffnete Zivilist wehrt - eine Gewalt, die Polizei und Justiz nicht aufhalten können oder wollen. "Wir haben die Waffen", sagen die Konservativen gerne. In Wahrheit ist nun alles schlimmer als zuvor. Es ist offiziell: Sie dürfen sich nicht wehren! Nicht einmal ein tadelloser Ex-Marinesoldat durfte sich dagegen wehren, erwürgt zu werden. Der Staatsanwalt wird einen "Sonder"-Ermittler einberufen, um Sie den Wölfen zum Fraß vorzuwerfen, und beide werden im Omaha World Herald dafür gelobt werden, einen unschuldigen Mann zu Fall gebracht zu haben, während die "Elite"-Medien Ihren Ruf zerstören.

Zusätzlich gab es - übrigens schon vor der George-Floyd-Hysterie keine Seltenheit -  etliche Vorfälle unfaßbarer schwarzer Gewalt gegen Weiße, die nicht unmittelbar mit den Protesten zusammenhingen, die aber womöglich durch ein brodelndes Klima von antiweißem Rassenhaß ermutigt wurden: Ein Schwarzer in North Carolina erschoß ein fünfjähriges weißes Kind, das sein Grundstück betreten hatte; in Ohio erschoß ein schwarzer Einbrecher ein vierjähriges weißes Kind und verwundete vier Erwachsene schwer; ein weit über achtzigjähriges Ehepaar wurde von einem Schwarzen scheinbar motivlos auf einem Veteranenfriedhof in Delaware getötet; im September schossen Schwarze in Indiana ein junges weißes Mennoniten-Ehepaar nieder und töteten dabei die Frau; in Nashville wurde ein weiteres junges weißes Ehepaar auf dem Weg in die Kirche von einem schwarzen Autodieb überfallen und stundenlang gefangen gehalten, schließlich exekutierte der Täter den Mann vor den Augen seiner schwangeren Frau.

Obwohl man zu diesem Zeitpunkt noch nicht von einem Rassenkrieg sprechen kann, so ist das Thema "Rasse" doch der entscheidende Zündstoff, der das Land auseinandersprengt.

Der kanadische Soziologe Eric Kaufmann, Autor der bedeutsamen Studie Whiteshift, führte eine Umfrage durch, die zu dem Ergebnis kam, daß "Black Lives Matter" das Thema ist, das zur Zeit den tiefsten Riß innerhalb der amerikanischen Gesellschaft erzeugt, besonders unter Weißen. Sein Fragebogen enthielt eine Reihe von Aussagen, die den Befragten zur Zustimmung oder Ablehnung vorgelegt wurden, darunter der Satz "Die Black-Lives-Matter-Bewegung ist gefährlich."

Die Ergebnisse sind in der Tat aufschlußreich:

  • 56%, also mehr als die Hälfte der Befragten, stimmte dieser Aussage zu - davon ein Drittel der Afroamerikaner , 51% der Hispanics und Asiaten und 61% der Weißen.
  • Signifikanter als die Rassenzugehörigkeit war jedoch die Parteizugehörigkeit der Befragten: 86% der Republikaner stimmten der Aussage zu, aber nur 30% der Demokraten.
  • Weiße Trump-Wähler (87%) stimmten eher zu als hispanische und asiatische (82%) oder schwarze (58%) Trump-Wähler.
  • Hispanische und asiatische Demokraten (41%) stimmten der Aussage eher zu als weiße (28%) und schwarze (26%) Demokraten.

Kaufmann kommentiert:

Dies bekräftigt meine Aussage in einem Artikel in der New York Times vom vergangenen Jahr, in dem ich argumentierte, daß sich die Spaltung Amerikas nicht um Rasse an sich, sondern um bestimmte rassische Einstellungen dreht, die in hohem Maße rassenübergreifend sind. Das bedeutet, daß die Kluft zwischen den Parteien zum Teil durch rivalisierende, äußerst unterschiedliche ideologische Ansichten zu rassenbezogenen Themen bedingt ist. Die Meinungsverschiedenheiten haben weniger mit Rassismus zu tun als mit gegensätzlichen Ansichten, warum Schwarze nicht so wohlhabend wie Weiße sind, ob Reparationen gezahlt werden sollen, ob "affirmative action" Unterstützung verdient oder ob die amerikanische Gesellschaft durch Vielfalt stärker wird.

 

Verbindet man dies nun mit den Ergebnissen einer akademischen Studie, die auf der Netzseite www.politico.com publiziert wurden, dann ergibt sich ein beunruhigendes Bild. Fünf Autoren bekräftigen darin, daß die Bereitschaft zur politischen Gewalt auf beiden Seiten des Spektrums immens angestiegen ist und momentan etwa Kopf an Kopf liegt, mit einem Vorsprung auf der rechten Seite des Spektrums:

Wie eine wachsende Zahl prominenter amerikanischer Führungspersönlichkeiten und Wissenschaftler sind auch wir zunehmend besorgt, daß dieses Land nach den Wahlen auf seine schlimmste Krise seit anderthalb Jahrhunderten zusteuern wird. Unsere größte Sorge ist, daß eine umstrittene Präsidentschaftswahl Gewalt und Blutvergießen hervorrufen könnte - vor allem, wenn es in einigen "Schwingstaaten" zu äußerst knappen Mehrheiten kommt oder wenn ein Kandidat die Legitimität des Prozesses in Frage stellt.

Wir sind leider keine Alarmisten, was das Gewaltpotenzial betrifft; bestimmte Trends der öffentlichen Meinung, die wir seit langem verfolgen, geben Anlaß zu großer Besorgnis. Unsere Untersuchungen zeigen, daß die Zahl der Amerikaner - sowohl Demokraten als auch Republikaner -, die erklärten, sie hielten Gewalt für gerechtfertigt, wenn ihre Seite die bevorstehenden Präsidentschaftswahlen verliert, in den letzten Monaten angestiegen ist.

Dies sind die Ergebnisse der Umfragen:

  • Ein Drittel der Demokraten wie auch der Republikaner hält Gewalt für gerechtfertigt, um die politischen Ziele ihrer Partei durchzusetzen. Diese Bereitschaft ist seit 2017 signifikant und rasant angestiegen. Die erste Fassung des Artikels enthielt folgende Grafik:

Demnach wäre die Zahl der Gewaltbefürworter unter Demokraten wie auch Republikanern von 8% im November 2017 auf 33% bzw. 36% im September 2020 angestiegen, und zum ersten Mal sind die Republikaner in Führung. Allerdings haben die Autoren diese Grafik aufgrund methodischer Einwände wieder gelöscht. Im aktuellen Text ist von einem prozentualen Anstieg von "9 Punkten" seit 2017 die Rede, was die Befürwortung von "ein bißchen" Gewalt angehe.

  • Im September 2020 meinten 44% der Republikaner und 41% der Demokraten, daß es zumindest "ein bißchen" Rechtfertigung für Gewalt gäbe, wenn der Kandidat der anderen Partei die Wahl gewinnt. Diese Zahlen sind beide höher als im Juni, als 35% der Republikaner und 37 %  der Demokraten die gleiche Meinung äußerten.
  •  36 % der Republikaner und 33% der Demokraten meinten im September, daß es für ihre Seite zumindest "ein bißchen" gerechtfertigt sei, "Gewalt anzuwenden, um politische Ziele durchzusetzen" - im Juni meinten dies noch 30 % sowohl der Republikaner als auch der Demokraten.
  • Der Anteil der Republikaner, die "eine Menge" ("a great deal") Rechtfertigung für Gewalt sehen, wenn ihre Seite verliert, sprang von 15% im Juni auf 20% im September, während der entsprechende Anteil der Demokraten von 16 auf 19% stieg.
  • Diese Zahlen sind wie zu erwarten am höchsten an den politischen Rändern. Von den Demokraten, die sich als "sehr links" ("very liberal") bezeichnen, meinten 26%, daß es "eine Menge" Rechtfertigung für Gewalt gäbe, wenn ihr Kandidat die Präsidentschaft verliert, verglichen mit den 7 % derjenigen, die sich nur als "links" ("liberal") bezeichnen. Von den Republikanern, die sich als "sehr konservativ" bezeichnen, sagten 16 Prozent, daß es "eine Menge" Rechtfertigung für Gewalt gäbe, wenn der Kandidat der GOP verliert, verglichen mit den 7%, die sich nur als "konservativ" bezeichnen. "Das heißt, daß die ideologischen Extreme beider Parteien zwei- bis viermal häufiger dazu neigen, Gewalt als gerechtfertigt anzusehen als der Mainstream der Parteimitglieder."

Dies bedeute freilich nicht, daß jeder, der Meinungen dieser Art äußert, kurz davor wäre, zur Waffe zu greifen. Aber die Autoren sehen darin doch einen alarmierenden Trend hin zu extremer Polarisierung und spiralenartiger Eskalation.

Dieser Anstieg an Offenheit für Gewalt unter Republikanern ist nun angesichts der massiven linken Exzesse dieses Sommers nicht verwunderlich; in der Tat stellt sich die Frage, warum die Zahl der Gewaltbefürworter nicht noch höher ist. Wie die Beispiele oben zeigen, zählen weiße und konservative Leben für die Medien nicht, während Linksradikale und BLM-Protestler unter dem Schutz der Eliten nahezu ungestört wüten dürfen.

Weiße, patriotische Proletarier wie Lee Keltner oder Aaron Danielson sind eine Bevölkerungsschicht, die in den Augen dieser Eliten keine Existenzberechtigung hat, eine Art Kulakenklasse, die als rassistisch, rechtsradikal, reaktionär und gewaltaffin dämonisiert wird. Dies steht in engem Zusammenhang mit dem rasanten Schrumpfen des weißen Bevölkerungsanteils der USA, das von der Linken offen abgefeiert wird.

Aufschlußreich, was den linken Blick auf das konservative weiße Amerika angeht, ist dieser Cartoon aus der Zeitschrift The Nation  (1,2 Millionen Folger auf Twitter), gezeichnet von einer netten, weißen Lady. Laut dieser Karikatur sind die weißen "Suburbs" (Vorstädte) wahre Brutstätten der rassistischen Radikalisierung. Im Amerika des Jahres 2020 müssen sich bebrillte schwarze junge Frauen vor bewaffneten QAnon-"Karens", internetradikalisierten Neonazis, Horden von fackeltragenden weißen Suprematisten und rechten Milizen, die auf den Straßen patrouillieren, fürchten und verstecken:

Das ist gewiß die übliche krasse Realitätsverkehrung und Projektion, die für die Linke so typisch ist. Allerdings steckt hierin ein gewisses Körnchen Wahrheit, wenn die Umfrageergebnisse von politico.com zutreffen. Absurd ist zwar die Behauptung, Armeen von rassistischen Milizen und Altright-Sturmtruppen würden bereits Gewehr bei Fuß stehen und nur auf die Befehle ihres Führers Donald Trump warten, um nach seiner Wahlniederlage einzuschreiten.

Aber ewig wird sich das konservative Amerika, das überwiegend weiß ist, und sein von der Verfassung garantiertes Recht auf Redefreiheit und Waffenbesitz sehr hoch schätzt,  seine zunehmende Enteignung, Marginalisierung und Diffamierung, begleitet von linkem Terror, nicht gefallen lassen.

Der Enthusiasmus für Trump ist weitaus größer als jener der Gegenseite für den Establishment-Zombie Biden, dessen nahezu einziges Argument ist, daß er nicht Trump ist. Das bedeutet aber auch, daß das Frust- und Enttäuschungspotenzial im konservativen Lager recht hoch ist, sollte Trump verlieren. Das zu erwartende Triumphgeheul und Hohngelächter der Trump-feindlichen, antiweißen Medien wird zusätzlich den Zorn der Besiegten schüren.

Sollte Trump aber doch gewinnen, wird sich das seit Monaten andauernde Toben im linken Lager ohne Zweifel noch weiter steigern. Als Joe Biden im August die rhetorische Frage stellte, "Glaubt denn wirklich irgendjemand, daß es im Falle einer Wiederwahl Trumps weniger Gewalt in Amerika geben wird?", faßten dies viele Konservative als Drohung auf. Militante Linke warten bereits in den Startlöchern, um endlich eine gewaltsame "Revolution" zu starten (siehe etwa hier und hier).

Dann ist es nur eine Frage der Zeit, bis Reaktionen und Vergeltungsschläge der anderen Seite erfolgen werden, die sich bislang bemerkenswert zurückgehalten hat. Es ist keineswegs ausgeschlossen, daß Geheimdienste an dieser Stelle womöglich ein wenig "nachhelfen" werden, damit sich das vielbeschworene Gespenst der "white supremacy" endlich materialisiert.

Im Juni schrieb Jim Goad auf Takimag:

Wie schlimm wird es werden? Irgendeine Variante von wirklich, wirklich, wirklich, wirklich, wirklich, wirklich verdammt schlimm. Geographisch wird es sich vor allem zwischen Stadt und Land abspielen. Eine rot-blaue Landkarte der Präsidentschaftswahlen von 2016 könnte helfen, zu verstehen, wie dieser Ballon platzen wird. Der rote Teil hat viel mehr Landfläche und viel mehr Weiße und viel mehr Schußwaffen. Der blaue Teil hat viel mehr institutionelle und finanzielle Macht und viel mehr Nicht-Weiße.

Es geht nicht um Republikaner gegen Demokraten, Ost gegen West, Individualismus gegen Kollektivismus, Christen gegen Atheisten oder alle anderen Dinge, die man uns glauben machen will. Ich sage es nur ungern, aber dies ist ein Rassenkrieg. Warum? Weil der offizielle Schlachtruf dieses Krieges mit dem Wort "schwarz" beginnt.

Letztere Prognose wird durch die Umfrageergebnisse von Eric Kaufmann etwas relativiert, allerdings scheinen wir hier in der Geschichte erstmalig eine Art Rassenkrieg unter Weißen vor uns zu haben. Dabei wird es aber im Ernstfall kaum bleiben. Tiefsitzendes antiweißes Ressentiment bis hin zum blanken Rassenhaß, geschürt von der Linken, ist unter Schwarzen und anderen "people of color" weit verbreitet. Während Schußwaffenbesitz überwiegend weiß ist, ist tatsächliche "gun violence" überwiegend schwarz.

Unwahrscheinlich ist, daß sich irgendwann wie im Sezessionskrieg Millionen Amerikaner in relativ klaren Fronten gegenüberstehen werden. Aber chaotische, multiple Gewalteskalationen sowohl zwischen Individuen als auch zwischen Gruppen scheinen durchaus im Bereich des Möglichen zu liegen. Dann wird entscheidend, wie sich Polizei und Militär verhalten werden.

Polizeifotos von Antifas aus Portland, Oregon.


Martin Lichtmesz

Martin Lichtmesz ist freier Publizist und Übersetzer.


Kommentare (77)

Laurenz

15. Oktober 2020 08:43

Es kann natürlich sein, daß eine politische Gewaltspirale in den USA zu erkennen ist. Aber dazu müßte man Statistiken in größerem Maßstab zur Analyse hinzuziehen. Bei 30.000 Schußwaffen-Opfern in den USA pro Jahr (darunter ca. 10.000 Suizide), müßten sich gravierende Veränderungen ergeben, um eine Tendenz herauszulesen. Und bereits seit den 70ern wurden Unruhen und Massen-Konfrontationen, meist zwischen Schwarzen und Latinos, in deutschen Medien totgeschwiegen, da solche Konflikte die Einwanderungs-Politik nach Buntland mental erschwert hätten.

Die lustigste Geschichte in diesem Zusammenhang war ein us-amerikanisches Interview mit dem parteilosen Wirtschaftsminister Werner Müller aus der ersten Regierung Schröder/Fischer, anläßlich eines Besuchs in Oregon, wenn ich mich rechte erinnere, IWF-Treffen mit vielen Protesten. Auf die Frage des Reporters:"Warum es in Deutschland so viele Arbeitslose gäbe", antwortete Müller, "wenn in Deutschland der USA entsprechend viele Menschen im Knast säßen, wäre die Arbeitslosen-Rate wohl dieselbe".

Marc_Aurel

15. Oktober 2020 10:27

Also wenn man sich Bilder der „Not Fucking Around Coalition“ anschaut, dann unterscheidet diese Truppe ja, zumindest rein äußerlich, kaum noch etwas von irgendeiner paramilitärischen „Kopf-ab-Schwadron“ aus einem Bürgerkriegsland irgendwo in der 3. Welt, abgesehen davon das Ausrüstung und Bewaffnung des US-Pendants hochwertiger und teurer sind – alles was denen augenscheinlich noch fehlt ist der Einsatzbefehl.

Es ist ja seit vielen Jahren bekannt, das BLM von US-amerikanischen Oligarchen unterstützt wird, dasselbe gilt auch für die linksextremen Handpuppen, allerdings erschließt sich mir die Strategie hinter der gewollten Eskalation noch nicht so richtig, zumindest dann nicht, wenn man nicht nur provozieren möchte, sondern das Land tatsächlich bis in den Bürgerkrieg treibt. Man hat ja die politische Situation trotz Trump immer noch ganz gut im Griff, vor allem durch die Dominanz der eigene Medien. Mit dem Schritt zum Bürgerkrieg würde man die weitere Entwicklung entfesselten Kräften überlassen, die einen sehr dynamischen Weg einschlagen könnten: rein hypothetisch könnte so ein Szenario sogar so enden, dass eine Junta an die Macht kommt, welche die Oligarchen enteignet und aufknüpft. Warum sollte man so ein Risiko eingehen wollen?

RHU

15. Oktober 2020 14:08

Trump ist ein ebensolcher Blender wie alle US-Präser vor ihm. Er mag gegenüber H. Clinton, Obimbo oder G.W. Bush marginalen Vorsprung haben aber für uns Deutsche ist das vollkommen irrelevant (s. Northstream).

Schön ist, wenn sich dieses second hand Imperium romanum von innen heraus von selbst zerlegt. Da sollten wir uns überhaupt nicht einmischen, außer vielleicht noch etwas nachzuhelfen!

Ob der Akteur dann Trump oder Biden/Harris heißt ist sch...egal, wir müssen ihnen nur auf ihre Onanierzangen treten, falls sie aus der Grube zu entkommen suchen.

limes

15. Oktober 2020 14:21

Auf dem Schlachtfeld von Gettysburg gab Lincoln 1863 am Ende seiner kurzen Rede der Hoffnung Ausdruck, dass die Herrschaft des Volkes, durch das Volk und für das Volk nicht von der Erde verschwinden möge.

Die Frage nach den Macht- und Wirtschaftsinteressen im Zusammenhang des Sezessionskrieges beiseite lassend: Es war eine versöhnliche Ansprache, die auch nach 150 Jahren noch immer Ehrfurcht einflößt, die Abermillionen Menschen berührt, inspiriert und getragen hat.

Heute steht Trump für die Hoffnung des Volkes, »dass diese Nation, unter Gott, eine Wiedergeburt der Freiheit erleben möge«.

Perfid ist, dass seine Gegner in Astroturf-Organisationen investieren und so nicht für jedermann erkennbar ist, auf welcher Seite das Volk steht.

Und entsetzlich, dass dies kein »Bruderkrieg« zu sein scheint, sondern sich eher das hasserfüllte Wüten von Bolschewiken ankündigt. Wie ist unter solchen Umständen Versöhnung vorstellbar?

Laurenz

15. Oktober 2020 15:19

@RHU

Niemand findet Trumps Northstream II - Sankionen gut. Sie, RHU, beschreiben nur, wie andere auch, was ein Präsident der USA bewirken kann und was nicht. Daß die USA die Geisel unsere Volkes in den gut letzten hundert Jahren sind, bestreiten hier nur die Anglophilen. Allerdings muß ich Ihnen bestätigen, geht es weder in diesem Artikel noch in anderen, bis auf Ausnahmen, um dieses Thema. Es geht hier um das Ideologische, wie um die Gesellschaftsfähigkeit des "Rechten", für die Trump ein mächtiges Synonym ist.

Zitat -  außer vielleicht noch etwas nachzuhelfen! - Zitatende

Das können aktuell nur unsere politischen Gegner, was diese ja auch tun. Sie, RHU, neigen etwas zum Größenwahn.

@limes

Wenn ich Trump wäre, würde ich mir solche Vergleiche verbitten, auch wenn Trump es öffentlich nicht tun würde. Abraham Lincoln hat die Union der Vereinigten Staaten von Amerika ad absurdum geführt. Er hat jedem Gouverneur und der Bevölkerung eines jeden Bundesstaates gezeigt, daß ihr Wille, die Union zu verlassen, keinen Pfifferling wert ist. Daß Sie, limes, auf die Rede Lincolns herein gefallen sind, zeigt nur, was für ein gewiefter Politiker Lincoln war, aber charakterlich war dieser Mann Abschaum.

Ralph

15. Oktober 2020 15:27

RHU

Völlig richtige Einschätzung! Interessanter an dem Artikel sind vielmehr die rassischen Aspekte, welche natürlich auch für Europa gelten. Erfreulich, dass dieses Thema nun auch in den neurechten Diskurs einzufließen scheint, da es sich hierbei um eine der Schlusselfragen handelt.

heinrichbrueck

15. Oktober 2020 15:53

@ Marc_Aurel

BLM hat doch keine schwarze Strategie. Oder wollen die Schwarzen Wakanda bauen? Die „Unruhestifter de luxe“ (MORGENWACHT) kommen in dieser aktuellen Momentaufnahme nicht vor. https://morgenwacht.wordpress.com/2016/07/17/unruhestifter-de-luxe/ Gibt es eine Ideologie ohne Strategie? Rassenunterschiede lassen sich nicht wegleugnen. Trump oder Biden = Bürgerkrieg oder Weltkrieg, aber welches Kriegsszenarium ist gesteuert nicht antiweiß?

@ limes

In den USA gibt es kein Volk. Es gibt mehrere. Weiße, Schwarze, Latinos, Juden, Asiaten etc. Welche Versöhnung? Die Weißen brauchen ein eigenes Überlebenskonzept als Weltanschauung langfristiger Planung, oder Versöhnung als Rassenmischung und Untergang (siehe „Polizeifotos von Antifas aus Portland“).

Keine weiße Ideologie = kein eigenes Land = ? Das Land ist am wichtigsten. Lebensmittel. Wie sollen weiße Kinder geboren werden, wenn es keine weißen Eltern mehr gibt? Die feindliche antiweiße Ideologie muß ersetzt werden.

Fernöstliche Weisheit: Wer seinen Feind besiegen will, erzieht seine Kinder.

Dieser Krieg scheint in den Köpfen gewonnen zu werden, sofern die Willenskraft und das richtige Informationsumfeld nicht dagegen arbeiten.

RMH

15. Oktober 2020 16:13

Im nachwievor stattfindenden Konzert der Großmächte können wir auf eine existente und handlungsfähige USA leider nicht verzichten. Von daher sollte man sich Schadenfreude oder insgeheime Vorfreude auf einen US- Bürgerkrieg sparen, es sei denn, man möchte die immer impertinenter auftretenden, sich überall einkaufenden Chinesen als neue Tonangeber in Deutschland. Und davor könnte uns auch kein Wechsel zu den Russen, von dem viele Neurechte träumen, bewahren, denn so schnell kann der in dem genannten Fall der Lähmung der USA durch plötzliche innere Unruhen auch nicht stattfinden. Aktuell ist es für Deutschland und Europa ganz gut, wenn sich die großen Drei ein Stück weit gegenseitig in Schach halten.

Hartwig aus LG8

15. Oktober 2020 17:46

Trump hat die Sanktionen gegen Nordstream nicht verhindert sondern mitgetragen, aber er ist nicht deren Motor.

Wenn es Trumps Mission wäre, NS2 zu verhindern, dann wäre die Entscheidung bereits gefallen. So aber bleibt es eine Hängepartie.

Pit

15. Oktober 2020 18:31

Ich finde lustig, daß Schwarze davon überzeugt sind, daß Weiße ihnen gegenüber rassistisch sind: das heißt, es ist für einen Schwarzen nicht glaubhaft, wenn ein Weißer sagt: ich akzeptiere dich als genau gleich, auch wenn du schwarz bist. Der Schwarze glaubt das dem Weißen nicht. Ganz egal wie sehr Weiße beteuern, daß sie nicht gegenüber Schwarzen rassistisch sind, es wird nicht geglaubt.

Das finde ich bemerkenswert.
Es wird also nicht geglaubt, wenn ein Weißer sagt, daß er einen Schwarzen als gleich empfindet. Warum ist das so?

Meine Meinung: der Schwarze hat recht, seine Intuition stimmt: egal, was der Weiße sagt, er empfindet den Schwarzen nicht als gleich.

Weiße empfinden also Schwarze nicht als gleich, ungeachtet aller antirassistischen Bemühungen. Ungeachtet aller Bemühungen glauben Nicht-Weiße nicht und niemals, daß der Weiße sie als gleich empfindet. Es wird niemals geglaubt werden
  -> und jetzt?
M.E. müssen nach herrschendem Paradigma, wonach Rassismus ein Kapitalverbrechen ist, Weiße eben entsprechend bestraft werden, d.h. Weiße - jeder Weiße da angeboren - können nicht mehr am öffentlichen Leben teilnehmen; vielleicht können sie in Lagern leben, wo sie nicht mit ihrem Rassismus Schaden anrichten. Oder noch weitergehende Konsequenzen, die ja nun mal bei Kapitalverbrechen auf der Hand liegen.

limes

15. Oktober 2020 20:57

Auf welcher Seite stehen die amerikanischen Bolschewiken, wenn es um die »vierte industrielle Revolution« geht?

@ Laurenz: Sie haben aber schon verstanden, dass ich schrieb »Die Frage nach den Macht- und Wirtschaftsinteressen im Zusammenhang des Sezessionskrieges beiseite lassend …«, oder nicht?

Simplicius Teutsch

15. Oktober 2020 21:02

„Wer bei Verstand bleiben will, muß wenigstens im privaten Raum die Sezession wählen“,

beschließt Thorsten Hinz in der JF (Nr. 42/20) von vor einer Woche seine analytische Buchbesprechung über die „nihilistische Selbstverneinung“ der westlichen Gesellschaften, „die das Potential einer Krise zum Tode besitzt“.

 

Der deskriptive Artikel hier von Martin Lichtmesz exemplifiziert dazu eindrucksvoll, dass in den USA dieser weiß-westliche, aktiv selbstzerstörerische Tsunami, zusätzlich getrieben von der oberflächigen, brennenden, terroristischen Heißluft von BLM, voll im Anrollen und (von Trump) nicht aufzuhalten ist. Im Gegenteil, am Bollwerk bzw. Feindbild Trump staut sich die links-feministische, nihilistische Vernichtungswelle hoch auf und wird umso wuchtiger über Trump und seine Anhänger hinwegbrechen. - Was übrig bleibt oder rauskommt?

Laurenz

15. Oktober 2020 21:39

@limes

Mit Verlaub, das ist absurd. Das wäre in ungefähr so, als würden Sie schreiben, "das III. Reich beiseite lassend". Kann man, nimmt aber keiner ernst, weil der Sezessions-Krieg der USA bis heute Gültigkeit besitzt, und aktuell sogar die Denkmäler der Südstaaten und anderer abgerissen oder geschändet werden. 

@Pit

Da haben Sie vielleicht Recht. Aber das gilt für jede Ethnie, insbesondere für Schwarze und bezeichnenderweise sogar für Schwarze untereinander. Fragen Sie doch mal einen Massai, was er von Zulus/Bantus hält.

Der_Juergen

16. Oktober 2020 11:14

Das Deprimierendste an der Situation in den USA ist, dass nicht einmal Trump selbst oder sein bester Mann, der glänzende Tucker Carlson, dem Feind offensichtliche, leicht nachweisbare Fakten unter die Nase zu reiben wagt, beispielsweise die Kriminalitätsstatistiken oder die Tatsache, dass Weisse (sowie in zweiter Linie Nordostasiaten) in Amerika heute Opfer systematischer Diskriminierung sind. Dies erinnert stark an die Lage in Deutschland, wo auch ehrliche Patrioten den Gründungsmythos der Bonner Republik nicht in Frage zu stellen wagen, aus Angst vor dem Tsunami, der dann über sie hereinbrechen wird. (Allerdings würde einen solchen deutschen Patrioten dann das Gefängnis blühen, was in den USA noch nicht der Fall ist. Dass die Demokraten nach einem Wahlsieg das First Amendment zwar nicht offiziell, aber de facto abschaffen würden, nach dem Motto "Hassrede hat nichts mit Meinungsfreiheit zu tun", unterliegt keinem Zweifel.) Man darf freilich immer noch hoffen, dass Trump nach einem überzeugenden Wahlsieg endlich einige Tabus über Bord werfen und parallel dazu hart gegen die Zerstörer durchgreifen wird. Dass es ohne massives Blutvergiessen nicht mehr abgehen wird, ist klar, egal wer sich am 3. November und in den Monaten danach durchsetzt.

Monika

16. Oktober 2020 11:31

„Tiefsitzendes antiweißes Ressentiment ist unter „People of Color“weit verbreitet. Diese These kann  auch auf Europa, insbesondere Frankreich‘ angewendet werden. Zurzeit bewegt ein Mädchenmord die Gemüter in Frankreich. Das Opfer, Victorine Dartois, bildhübsch, katholisch, fast ikonenhaft das weiße Frankreich verkörpernd, wurde am 26.9. erwürgt und ertränkt auf ihren Weg nach Hause. Mutmaßlicher Täter ist ein PoC, allerdings mit dem weißen Namen Ludovic Bertin, weder Maghrebiner noch Einwanderer, sondern „une réunionnais“, ein farbiger Franzose , der auf Instagram unter Neg Benz im Stil franz. rap Culture protzt, ein „Produkt“ der Banlieues. Der Bruder Ludovivs postet ein gruseliges Video am 4.10., welches mit rassistischen, erotischen Klischees spielt. Schwarzer Mann/weiße Frau. 🤔 Große Frage: War es ein „rassistisches“ Verbrechen oder hat das Verbrechen keine Ethnie ? 

https://www.en24news.com/2020/09/disappeared-since-saturday-victorine-dartois-18-found-dead.html

Swito

16. Oktober 2020 13:22

Ich frage mich, weshalb die US-Geheimdienste eine Eskalation der anti-weissen Gewalt tolerieren sollten, die in ihrem weiteren Verlauf in einen Bürgerkrieg münden könnte? Innere Unruhen würden nicht nur die nationale, sondern auch die internationale Handlungsfähigkeit der USA beeinträchtigen. Die US-Geheimdienste werden wohl kein Interesse daran haben, die Hegemonialstellung der USA zu schwächen. Wenn doch, dann ist eine Einflussnahme von Mächten wie z.B. China nicht auszuschliessen.

Der Grund, weshalb Trump und amerikanische Konservative wie Tucker Carlson nicht auf die Rassenfrage eingehen, ist ziemlich sicher, dass sie den inneren Frieden nicht noch mehr strapazieren wollen. Für den gesellschaftlichen Zusammenhalten der Amerikaner ist es wichtig, dass nicht die Rasse, sondern die Werte der Gründerväter an zentraler Stelle stehen. Diese Werte gründen auf der persönlichen Freiheit, Selbstverantwortung und der gesetzlichen Gleichheit der Bürger. Sie setzen allerdings eine Schicksalsgemeinschaft voraus, die, wie jede nationale Gemeinschaft, eine gemeinsame Geschichte und eine gemeinsame Zukunft haben will. Hier setzt der Spaltkeil der Linken an, die diese gemeinsame Herkunft verleugnen bzw. schlecht reden und an ihre Stelle das Rassenproblem stellt, wonach angeblich die Weissen die Bedrücker, Ausbeuter und Profiteure der Schwarzen gewesen seien. Unter der Prämisse der Rasse ist in Amerika keine friedliche Zukunft möglich.

Laurenz

16. Oktober 2020 16:24

@Swito

Es gab auch keine friedliche Vergangenheit und kein friedliches Jetzt. Bedenken Sie, vor allem viele Schwarze melden sich freiwillig zum Dienst in der Army/Navy/AirForce und schießen seit 240 Jahren (die Schwarzen 150 Jahre) in der Weltgeschichte herum. Die USA basieren quasi auf dem Geschäftsmodell Kriegsverbrechen. 

Ob die Täterschaft der USA als der Schurken-Staat per se nun rassistisch ist oder nicht, bleibt für die Opfer vollkommen belanglos.

Warum gibt es keinen internationalen Terrorismus in den USA? Dort befindet sich keine us amerikanische Botschaft.

Und 320 Mio. US Amerikaner sind für die permanenten Kriegsverbrechen der USA verantwortlich. Und China wird sie in einer absehbaren Zukunft zur Rechenschaft ziehen, egal welche Farbe der Haut man dann vorweisen kann.

Dietrichs Bern

16. Oktober 2020 17:27

Die Kommentierung der Situation in den USA erfolgt mir hier mit dem typisch deutschen Dünkel.

Weder haben wir einen auch nur irgendwie konservativen Politiker an zentraler Stelle, noch verfügen wir über irgendwelche Medien von Bedeutung die nur ansatzweise rechts oder konservativ wären, noch hätten wir irgendetwas was einer echten Auseinandersetzung mit der Antifa und ihren Claqeuren des Establishments ansatzweise dem gleichen würde, was es jenseits des Teiches gibt.

Den Konservativen dort ist wie überall nur vorzuwerfen, die Gefahr unterschätzt zu haben, zu oft "der Klügere gibt nach" gespielt zu haben und zu wenig  Geld und eigene Ressourcen investiert zu haben um Freiheit und Heimat verteidigt zu haben. 

Ich wäre dankbar für Bruchteile dessen, was drüben widerständig ist.

AndreasausE

16. Oktober 2020 19:48

Lachend von der Seitenlinie aus beobachtet das ganze Gehecke der Chinamann in Peking.

Der bedarf des Westens nicht (mehr), der schaut zu, wie jener sich zerfleischt.

Benno

16. Oktober 2020 20:21

@ Jürgen Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. Ich frage mich aber, was genau an Trumps Politik Anlass für diese Hoffnung gibt. Trump versucht das Land wie ein Geschäftsmann zu führen und meint, er könne das irgendwie besser als die Linke. Er hat doch keinen Plan, wie er das Weisse Amerika retten soll, vor demographischem Niedergang, Schwarzer- und Antifagewalt und dem kulturellen Zangengriff einer feindseligen Elite. Trump hat wie die meisten weissen Amerikaner kein explizites Bewusstsein dafür, dass vieles was sie an ihrem Land lieben eben darauf beruht, dass es ein europäisches Land ist. Man führt die ganze Zeit nur Rückzugsgefechte und will, wie es ein Kommentator schrieb, irgendwie den Frieden wahren, in der Hoffnung, dass der Gegner, der einen schon lange zum Feind auserkoren hat, irgendwann genug Partizipation hat. Wie dummgläubig. Amerika bräuchte, noch viel mehr als Deutschland, Sezession. Mit bald 50% Farbigen lässt sich kein Staat machen. 

Hartwig aus LG8

16. Oktober 2020 20:38

Im Buch "Die verdammte Generation" von C. Hardinghaus berichten Wehrmachtssoldaten übereinstimmend, dass sie als Kriegsgefangene von schwarzen GIs deutlich besser behandelt wurden als von Weissen. Es scheint, als hätte es damals noch eine anerzogene oder "natürliche" Ehrfurcht des Schwarzen vor dem Weissen gegeben - so deute ich das jedenfalls. Auch bei Spengler ist zu lesen, dass die Möglichkeit, dass Schwarze auf Weisse schießen durften/sollten/mussten (bezogen auf WK1), Langzeitwirkungen hinterließ.

Nun bin ich der Letzte, der Ehrfurcht auf Grund von Hautfarbe, Herkunft etc. einfordern würde. Aber es sollte doch eine Lehre sein, die Langzeitfolgen freizügigen Handelns zu bedenken - was nichts anderes bedeuten kann, extrem behutsam mit der Preisgabe tradierter Gebote und Gesetze umzugehen  ... aber wem sage ich das?

 

Swito

16. Oktober 2020 21:32

@Laurenz: Das mit der USA als Schurke und Verbrecher ist mir zu banal. Als Hegemonialmacht lässt es sich nicht vermeiden,  Angriffskriege zu führen, wenn man seine Stellung als Nummer eins behalten will. Klar wird es in solchen Kriegen auch Kriegsverbrechen geben. Wie eben in jedem Krieg. Die Frage ist, in welchem Ausmass diese geschehen.

Nüchtern betrachtet, können wir zum jetzigen Zeitpunkt auf die NATO und deren Schutzmacht USA nicht verzichten. Die europ. Armeen sind in einem zu desolaten Zustand, als dass wir uns selber verteidigen könnten.

Kommt hinzu, dass uns diese inner-westlichen Schuldzuweisungen nicht weiterbringen, angesichts der Probleme die unsere Länder bedrohen. Die Angriffe von Links die gegen Trump und die Konservativen geführt werden, greifen indirekt auch uns an. Der heuchlerische Antirassismus ist gegen alle Nationen gerichtet, die ein europäisches Erbe haben.

Noch etwas zur USA als Kriegsverbrecher etc.: Wir kennen im Abendland auf persönlicher, wie auch auf politischer Ebene, das Mittel der Versöhnung, damit wir mit einstigen Gegnern wieder friedlich zusammenleben können. Darum geht es in einer guten und klugen Politik letztendlich. Freilich müssen manchmal militärische Mittel den Frieden wieder herstellen. Um was es mir geht: Die Unmöglichkeit der Versöhnung, sprich das ewige Ressentiment, bringt den (Bürger)Krieg unweigerlich ins Haus. Etwas, was gerade auch die Linken, die immer vom Weltfrieden reden, seit ihren Anfängen nicht verstehen wollen.

limes

16. Oktober 2020 22:07

@ Dietrichs Bern (»Ich wäre dankbar für Bruchteile dessen, was drüben widerständig ist.«)

So wollen wir Widerständigen in den USA und in anderen betroffenen Nationen die Hand zum Bunde reichen und zum Zusammenwirken bereit sein! Unversöhnliche wie @ Laurenz mögen es sich mit dem MacBook auf dem Sofa bequem machen und Champagner schlürfen ...

Franz Bettinger

17. Oktober 2020 00:28

@swito: Was wir nicht erst seit BLM, sondern seit ziemlich genau 5 Jahren erleben, könnte ein riesiges Anlaufnehmen sein, die Vorbereitung einer einzigartigen großen Tat (wobei das groß nicht wertend gemeint ist). Eine solche Tat muss man nämlich vor kommenden Generationen (und somit vor der Geschichte) rechtfertigen können. Denkt selbst weiter. (Denn der Plan ist unausprechlich).

Laurenz

17. Oktober 2020 01:47

 

@Swito

Das entspricht nicht den historischen Fakten. In den gut 240 Jahren US-amerikanischer Existenz befanden sich die USA ca. 220 Jahre im Angriffs-Krieg, auch zu den Zeiten, als die Briten noch Weltmacht Nummer 1 (bis ca. 1942) waren. Wenn man mal von den Barbaresken-Kriegen absieht, haben die Japaner. um ein Beispiel zu nennen, ganz sicher nicht in 1853 um den Besuch von Kommodore Perry gebeten. Sie glauben tatsächlich, daß die Weltmacht Nr. 1 ca. 800 militärische Übersee-Basen braucht? Diese Kontrolle des Planeten ist quasi stalinistisch & daher wenig produktiv, wie auch die us-amerikanischen Kriege seit dem Korea-Krieg nicht mehr ertragreich sind. Ebenso 90 Regime-Auswechselungen waren, wie man im Iran sieht, wenig erfolgreich, aber mit unermeßlichem Leid verbunden. Da hilft es auch nichts, wenn Frau Albright bis heute meint, der Genozid an irakischen Kindern wäre es wert gewesen, diesen zu vollziehen. Mit Ihrer Argumentation, Swito, kann jeder jegliche Gewalttat politisch rechtfertigen. Die Chinesen haben als Volk ein besseres historisches Gedächtnis als wir. Das hat momentan nur ökonomische Konsequenzen.

Der_Juergen

17. Oktober 2020 08:40

@Swito

"Nüchtern betrachtet, können wir zum jetzigen Zeitpunkt auf die NATO und deren Schutzmacht USA nicht verzichten. Die europ. Armeen sind in einem zu desolaten Zustand, als dass wir uns selber verteidigen könnten."

Gegen wen? Gegen Putin, der, nachdem er erfolglos versucht hat, Nowalny zu vergiftet, jetzt vor Rachsucht glüht und demnächst in der BRD einmarschieren wird, um deren BürgerInnen ihre unschätzbaren Rechte wegzunehmen, von der Schwulenehe bis zum Gender Mainstreaming und vor allem dem fundamentalen Menschenrecht, zur drangsalierten Minderheit im eigenen Land zu werden?

RMH

17. Oktober 2020 10:45

@Der_Juergen,

lesen Sie doch bitte einmal die obigen Beiträge etwas mehr in der Breite. Konsens hier war sicher nicht der böse Russe, sondern der lachende Chinese, der den Abstauber bei einem USA-Bürgerkrieg machen wird und der bereits seit längerem mit seinen üppigen Export-Überschuss-Dollars auf großer Einkaufstour ist.

Und hier liegt auch eine der ganz großen Schwächen in unserer eigenen Analysefähigkeit. Während die meisten zumindest Englisch können und sich daher auf den - noch! - zugänglichen Seiten im angelsächsischen Raum informieren können und manche sogar russisch und sich deshalb auch im russischen Bereich ihre eigene Meinung bilden können ist China quasi der blinde Fleck in den Analysefähigkeiten. Kaum einer kann Mandarin und dort werden vermutlich alle Online-Informationsquellen fest im staatlichen Griff sein. 

Solch fundierte Analysen, wie sie M.L. liefert und die aktuell laufend bestätigt werden - man sehe nur einmal heute, 17.10.2020, auf die Aufmacher bei SPON, überall weiße Milizen, die sich angeblich auf den Bürgerkrieg freuen - werden wir selbst mit gutem Willen über China nicht liefern können. Wie geschrieben, dieser Schwachpunkt ist da und sollte anerkannt werden. Die Welt ist schon lange nicht mehr bipolar.

 

Swito

17. Oktober 2020 12:21

@Der_Juergen

Gegen wen? Das kann in Friedenszeiten naturgemäss niemand genau sagen. Gegen den Feind, der sich uns dann eben bietet. Eine Armee übt auf lange Sicht nicht gegen eine spezifische Nation, sondern es existieren Szenarien und Strategien für verschiedene potentielle Gegner, wobei sich der Schwerpunkt den Umständen nach verschieben kann. Und ja, natürlich muss heutzutage auch Russland als potentieller Angreifer betrachtet werden. Es wäre töricht, das nicht zu tun. Gerade auch im Hinblick auf die momentane Aufrüstung der russischen Streitkräfte (die natürlich nur zur Verteidigung gegen die Aggressionen der NATO geschieht. Wer's glaubt, wird selig).

@Laurenz

Ja, diese Aufzählungen und Schuldzuweisungen an die Adresse der USA kennt man. Wenn man ernsthafte Politik für sein Land machen will, hat man aber die eigenen Emotionen beiseite zu lassen. Und man sollte sich auch über die militärische Bedeutung des eigenen Landes im klaren sein. Da hat bekanntlich die BRD, wie die meisten europäischen Staaten (ausser F und UK) nicht mehr viel zu melden. Die USA ist mit Abstand die bedeutendste militärische Macht in der Welt. Diese Tatsache hat man als Europäer zu akzeptieren und in die eigene Politik miteinzubeziehen. Politik ist bekanntlich die Kunst des Möglichen und nicht des Wünschenswerten.

Der_Juergen

17. Oktober 2020 13:09

@swito

Dem zweiten Teil Ihrer Wortmeldung von 12.21 stimme ich zu. Wütendes Amerika-Bashing, wie es früher der ansonsten intelligente Thomas Martini hier penetrant betrieb, bringt nichts. Keine Erringung einer Grossmachtposition, keine Expansion geht ohne Grausamkeiten ab. Sogar die friedlichen und kultivierten Dänen haben auf ihren kleinen Sklaveninseln unaussprechliche Scheusslichkeiten begangen (Thorkild Hanse, "Slavernes Oeer"). Man sollte dieses Thema auf sich beruhen lassen.

Zum ersten Teil Ihres Kommentars: Können Sie mir erklären, warum eine russische Besetzung für Deutschland schlimmer sein sollte als sein jetziges, unsagbar verworfenes Regime des organisierten Volkstods? Das Schlimme an einem Krieg wäre allerdings, dass er mit hoher Wahrscheinlichkeit auch mit Nuklearwaffen ausgefochten würde, und ein atomar verstrahlter Trümmerhaufen ist keine attraktive Alternative zum Volkstod. Die Chinesen, von denen @RMH spricht, werden Europa nicht militärisch angreifen, zumindest in den nächsten 50 bis 100 Jahren nicht, und um mit muslimischen Terroristen fertig zu werden, braucht es keine hochtechnisierte Armee, sondern schlagkräftige Spezialstreitkräfte. Die Nato wurde gegründet, um die Russen draussen, die Amerikaner drinnen und die Deutschen unten zu halten. Je rascher sie verschwindet, desto besser.

Laurenz

17. Oktober 2020 13:39

@RMH

Sie schreiben komisch. Wenn dem so wäre, wie Sie schreiben, wie kommen dann alle die Übernahmen der Chinesen im Westen zustande? Nein, die Verlautbarungen der chinesischen Nationalsozialisten, sind auch in Englisch verfügbar und sie werden sich auch nicht von chinesischen unterscheiden.

@Swito schreibt

"Wenn man ernsthafte Politik für sein Land machen will, hat man aber die eigenen Emotionen beiseite zu lassen."

Wer schreibt hier emotional? Wenn das einer tut, ist es Swito in Verkennung der realen Faktenlage & typischer Nachkriegs-Unterwürfigkeit. Natürlich sind die USA, neben China & Rußland in der Lage den Planeten zu vernichten. Allerdings befinden sich die USA seit 1952 im Niedergang, einerseits, weil sie militärisch, wie Trump sagt, nicht in der Lage sind, Kriege zu gewinnen, wegen asymmetrischer Kriegsführung, eine Konsequenz der 2. Weltkriegs, und andererseits, weil sich der Petro-$ nicht mehr durchsetzen läßt. BRICS-Staaten sind nicht mehr zur Nutzung des US$s zu zwingen, damit ist Bretton Woods zwar nicht außer Kraft gesetzt, aber nicht mehr profitabel funktionierend. Trump führt seinen Wirtschaftskrieg gegen China, weil ein richtiger Krieg nicht mehr möglich ist. Die Nationale Volksarmee 2.0 mag desolat sein, ist aber in 14 fremden Staaten aktiv. Ihre Aussage ist also in keiner Weise fundiert.

tearjerker

17. Oktober 2020 14:18

Sollten die Republikaner den Präsidenten erneut stellen, dann besteht die Möglichkeit der Spaltung der Opposition und damit des Verschwindens der demokratischen Partei. Das hiesse das Verschwinden der politischen Konstante, die seit über 200 Jahren die Interessen der britsch-amerikanischen Oligarchie vertritt und mittelfristig die Möglichkeit des Zerfalls der Republik. Um das zu verhindern wird die Oligarchie den Präsidenten beseitigen und unter dem folgenden Amtsinhaber einen grossen militärischen Konflikt beschwören, um das Land erneut zu einigen.

Wahrheitssucher

17. Oktober 2020 14:54

@ Der_Jürgen

Wie kommen Sie dazu, eine russische Besetzung Deutschlands, die ja wohl einen von Russland begonnenen Angriffskrieg voraussetzt, überhaupt zu antizipieren?

RMH

17. Oktober 2020 15:37

"Allerdings befinden sich die USA seit 1952 im Niedergang, einerseits, weil sie militärisch, wie Trump sagt, nicht in der Lage sind, Kriege zu gewinnen, "

@Laurenz,

das liegt mit Sicherheit nicht an der militärischen Ausrüstung, sondern an der spezifisch, weißen, christlichen Moral, die eben nur mal hier ein bisschen Waterboarding und da mal ein bisschen Guantanamo zulässt und nicht die Mittel und Methoden, die andere, die nicht in der Moral-, Medien- und Demokratismusfalle sitzen, wie Europäer und eben weiße Menschen (selbst die Russen zeigten in Afghanistan mehr Skrupel, als bei der Niederringung Deutschlands - selbiges gilt eigentlich auch für die USA). Genau darum geht es bereits im Herz der Finsternis von Conrad und dann eben noch einmal auf den Punkt gebracht von Coppola in Apocalypse Now (nur in der Redux Fassung wird das so richtig deutlich - Kurtz: "Wenn ich aus solchen Leuten bestehend zehn Divisionen hätte, dann wären wir unsere Sorgen hier rasch los. Denn dazu gehören Männer, die Überzeugungen haben. Und die dennoch imstande sind, ohne Hemmungen, ihre ursprünglichen Instinkte einzusetzen, um zu töten. Ohne Gefühl, ohne Leidenschaft. Vor allem ohne Strafgericht, ohne Strafgericht. Denn es ist das Strafgericht, was uns besiegt").

Laurenz

17. Oktober 2020 16:23

@tearjerker

Den Gedanken kann man zwar haben, er ist aber nicht zielführend, da alle gespalten sind, nicht nur die Demokraten. Auch die Republikaner, das ganze Land & die Oligarchen sind gespalten. Und mal Hand auf's Herz, was meinen Sie, warum ML darüber Artikel schreibt? Doch nicht, weil eine Lösung in Sicht wäre, weder in den USA noch in Europa.

Die Schwarzen der USA sind dort nicht zuhause, wenn Sie so wollen, sind es gezwungene Kolonialisten. Auch die Latinos dort fungieren so. Es ist kein Volk, sondern es sind, wie heinrichbrueck @limes schreibt, mehrere, die um die Macht in den USA und letztendlich (außer den Juden) um die tatsächliche Vernichtung der anderen kämpfen. Ich würde schlicht bei Goodhart bleiben, das ist einfacher definiert. Die Anywheres & ihre Büttel sind gespalten, und die Somewheres auch. Noch ist Europa in den Anfängen dieses us amerikanischen Zustandes, aber diese Phase wird nach unserem Tode kommen. Und das muß wohl auch so sein.

Swito

17. Oktober 2020 17:43

@Der_Juergen, Sie schreiben: "Können Sie mir erklären, warum eine russische Besetzung für Deutschland schlimmer sein sollte als sein jetziges, unsagbar verworfenes Regime des organisierten Volkstods?"

Die Auswahl besteht ja nicht zwischen russischer Besatzung oder Volkstod. Der Hass auf das Eigene hat meines Erachtens nichts mit einer militärischen Besatzung (sei es der Amerikaner oder der Russen) zu tun, sondern hat letzten Endes philosophische, wenn nicht sogar religiöse Ursachen, die den ganzen Westen betreffen. Diese Krise haben wir selber zu meistern, dabei können uns auch keine Russen helfen (die nicht einmal in der Traditionslinie des Abendlandes stehen).

Die Amerikaner sind übrigens durchaus bereit, mit konservativen Regierungen zusammenzuarbeiten, die in ihren Ländern die Migration begrenzen und autochthone Familien mit Kindern fördern. Siehe Polen, Ungarn und die weiteren Viŝegradstaaten, die allesamt auch NATO-Mitgliedsstaaten sind. Die USA hat die Viŝegradstaaten meines Wissens nie für ihre konservative Politik gerügt. Anders als die Bürokraten in Brüssel und Berlin.

Der_Juergen

17. Oktober 2020 18:19

@Wahrheitssucher

Teil 1

Ihre Frage ist berechtigt. Da ich die Lage in Russland anhand offizieller und patriotisch-oppositioneller Quellen aufmerksam verfolge, fühle ich mich befugt, sie zu beantworten.

"Eins hat mich die Leningrader Strasse gelehrt: Wenn die Keilerei unvermeidlich ist, schlag als erster zu", sagte Putin vor Jahren vor der Videokamera. (Kann auf Wunsch ausfindig gemacht werden.) Die Einkreisungspolitik der Nato, die unverschämte Einmischung des Westens in Weissrussland, die fortlaufend neuen Sanktionen, der ständige antirussische Lügentsunami im Zusammenhang mit Nowalny u. a. - all das sorgt dafür, dass den Leuten in Moskau allmählich die Geduld ausgeht. Dass die Nato-Türken Aserbeidschan zum Angriff nicht nur auf Nagorni-Karabach, sondern auch auf das armenische Kernland ermutigen, kann Moskau zu einem Schlag gegen die Türkei zwingen. Der proamerikanische armenische Präsident ist zwar verhasst, aber eine Eroberung Armeniens durch die Türken (zu denen die Aserbeidschaner gehören) kann Russland nicht dulden; es wäre strategisch selbstmörderisch und ein ungeheurer Verrat an einem christlichen Volk.

 

Der_Juergen

17. Oktober 2020 18:25

@Wahrheitssucher (Teil 2 meiner Antwort auf Ihre Frage)

In Aserbeidschan sind bereits islamistische Halsabschneider eingetroffen, die von den Türken aus Syrien gerettet wurden und nun danach gieren, wieder Ungläubigen die Köpfe abschneiden zu dürfen. Obgleich Erdogan im Westen unbeliebt ist, könnte ein russischer Schlag gegen Ankara für die Nato den Casus belli darstellen. Russland hat klargemacht, dass es im Fall eines militärischen Konflikts sofort mit grösster Wucht zuschlagen wird. Mit den beiden vom Westen geschaffenen Krisenherden Weissrussland und Kaukasus könnte ein solcher Konflikt - der amerikanischerseits sicherlich nicht von Trump, wohl aber vom Deep State gewünscht werden dürfte - bald Gestalt annehmen.

(Noch zu Weissrussland: Lukaschenko ist nicht unschuldig an der Lage: Er hat vermutlich ca. 55 bis 60% der Stimmen erhalten, daraus aber stupiderweise 80% gemacht, an die kein Mensch glaubt, und er hat mit ganz unnötiger Härte gegen die ersten, friedlichen Demonstrationen durchgegriffen. Andererseits würde eine prowestliche Regierung, z. B. unter der lächerlichen Marionette Tichanowskaya, das bisher recht ordentlich regierte Land in furchtbares Elend stürzen. Bei aller Verbitterung über den immer schwächlicheren Putin: So wahnsinnig, Weissrussland, das allen Invasoren aus dem Westen als Durchmarschgebiet gedient hat, aufzugeben, ist er nicht.)

Dietrichs Bern

17. Oktober 2020 18:36

@Laurenz  Nun der Ami ist wenigstens nicht  in Gänze ein Regierungswurm, der kritiklos repetiert  was gendrierte, kurzbestrumpfte unterwürfige Diener ihm auszubreiten gedenken, es regt sich wenigstens teilweise Widerstand, noch mag dort nicht jeder seinen Sohn in Röckchen zu kleiden, da die Schule dies verlangt, am ehesten besteht dort die Chance, dass man sich nicht alles ins Gesicht speien lässt, zumindest große Teile der Bevölkerung. Was haben wir zu bieten? Nichts, gar nichts!

 

Wahrheitssucher

17. Oktober 2020 19:11

@ Der_Jürgen
 

Verstehe ich Sie recht, wenn Sie sagen wollen, dass Russland keinesfalls Angriffsabsichten gegen Deutschland hegt, sondern dass Deutschland auf Grund seiner geostrategischen Lage in einem Befreiungsschlag gegen den Westen das Schlachtfeld darstellen könnte?

Und ergibt sich daraus die Notwendigkeit eines Verbleibs Deutschlands in der NATO?

Oder, die obige Annahme einmal vorausgesetzt, wäre dann ein zur Zeit noch hypothetisches Bündnis mit Russland nicht die Möglichkeit, ein solches Szenario auszuschließen?
 

Sandstein

17. Oktober 2020 19:46

Der Text von ML heißt "Trump, Biden und die unakzeptable Wahl (4)"

..und der Jürgen landet mit einer großen Portion Chuzpe bei Berg-Karabach, das er aber um seinen unfassbaren Kenntnisreichtum zu unterstreichen "Nogorni-Karabach" nennt. Es ist zum Verzweifeln Leute. 5000 Zeilen am Ziel vorbei, dabei aber aufrecht und selbstbewusst wie einstmals die Konstrukteure des Superpanzers "Maus". 

Over and out. 

 

ullrich

17. Oktober 2020 20:51

Es ist wirklich schlimm was die Demokraten in den USA tun. Aber man sollte nicht unterschätzen, dass die Unterstützung für Trump unter Minderheiten zunimmt. Die Leute in Kalifornien, Illinois und New York schauen bereits neidisch nach Texas. Die Minderheiten in den demokratisch regierten Städten leiden am Meisten unter der falschen Politik der Demokraten. Wenn BLM und Antifa die Innenstädte abfackelt trifft dies überproportional Minderheiten. Ich denke auch nicht, dass die Mehrheit der schwarzen Amerikaner die ungebremste Zuwanderung befürwortet. Diese Immigranten konkurrieren nicht mit dem weissen Facharbeiter und Ingenieur sondern mit den Schwarzen. Auch die Arroganz der Demokraten, die sich darin zeigt, dass sie denken die Schwarzen würden selbstverständlich für sie stimmen ohne um sie werben zu müssen wird sich negativ auswirken. Ich bin mir sicher es wird, trotz Wahlbetrug der Demokraten, vier weitere Jahre Trump geben. Und den Kongress werden sie, wenn sie so weitermachen, auch verlieren. Die Demokraten werden im November mit Louis Farrakhan, Antifa, BLM und der Squad untergehen. Genau so wie es der Labour Party in Großbritannien wiederfahren ist.

ullrich

17. Oktober 2020 21:15

@Der_Juergen

Der Westen ist nicht mehr in der Lage irgendetwas gegen Russland zu unternehmen. Man muss sich nur die Zahlen ansehen. Die Staaten der EU und die USA haben schwerste finanzielle Probleme und sind dadurch paralysiert. Das hat nicht so viel mit Covid zu tun, sondern mit der Politik der letzten 20 Jahre. Putin muss nur ein paar Monate warten und er ist wieder einmal Sieger.

Was die Halsabschneider aus Idlib und Afrin betrifft. Das sind ganz arme Schweine. Ich habe mir ein paar Videos aus Libyen angesehen. Sie werden ohne vernünftige Ausbildung als Kanonenfutter verheizt. Als Anreiz gibt es einen geringen Sold von 1500 $ für Libyen und 1000 $ für Armenien. Die Differenz erklärt sich dadurch, dass Qatar nicht für die Armenien Kampagne bezahlt. Im 3. Reich gab es Vernichtung durch Arbeit. Erdogan betreibt Vernichtung durch Krieg. Wer solche Verbündeten wie Erdogan hat braucht keine Feinde mehr.

Erdogan hat sich letzter Zeit zu einem irrational handelnden Führer entwickelt. Er macht sich alle seine Nachbarn zu erbitterten Feinden. Griechenland, Zypern, Israel, Syrien, Armenien, Ägypten, Haftar Libyen, YPG Syrien. Das ist eine sehr dumme Politik, die für die Türkei noch ernsthafte Konsequenzen haben wird. 

limes

17. Oktober 2020 21:27

Woher @ heinrichbrueck und @ Laurenz ausgerechnet in der heutigen Situation die Überheblichkeit nehmen, den USA aus deutscher Sicht das Volk abzusprechen, ist rätselhaft. Gibt es in Deutschland etwa heute mehr Homogenität und Einigkeit als in den USA?

»Dieser Krieg scheint in den Köpfen gewonnen zu werden, sofern die Willenskraft und das richtige Informationsumfeld nicht dagegen arbeiten.« (@ heinrichbrueck) Das ist eine Binsenweisheit. Jeden Tag stelle ich das hier fest. In den USA aber sind die Patrioten weiter in Hinblick auf Partizipation an Macht und Medien.

Laurenz

17. Oktober 2020 21:33

 

@Swito @Der_Juergen

Ihre Mißachtung historischer Zusammenhänge ist schwierig in kurzen Antworten zu meistern. Wir, der sogenannte Westen, sind nach 1945 direkt den Umerziehungs-Plänen ausgesetzt worden, die noch heute gültig sind. Im Osten bekamen die US Amerikaner erst ab 1998 einen Fuß in die Tür. Erkennen Sie den Unterschied? Die Rumänen, Kroaten & wie sie alle heißen, sahen hinter dem Vorhang Westfernsehen, aber gefragt, was das kostet, haben uns die Ost-Europäer nie. Die Ost-Europäer müssen erst ihre eigenen Erfahrungen mit den Kuhhirten machen. Der zivile Flughafen Constanta wurde zu militärischen Zwecken von den Amis geschlossen. Die neuen EU-Straßen wurden von Deutschland finanziert, nicht von den Amis. Die Rumänen haben vielleicht noch die Wahl.

@Dietrichs Bern

Ihr Urteil ist zu harsch. Das Ding muß an die Wand fahren. Warum meinen viele Konservative irgendetwas retten zu wollen? Mit Verlaub, unsere ehemaligen DDR-Bürger waren 40 Jahre nicht anders. Und heute sind sie der Hort der Konservativen in Buntland.

Laurenz

17. Oktober 2020 21:42

@RMH

Ja, das stimmt zwar manchmal, was Sie schreiben, spielt aber keine Rolle. Es hat eher mit der mangelnden Intelligenz (IQ um die 80 im Schnitt)  des Ami-Militärs zu tun, daß es keine Kriege gewinnt. Die Russen waren mit 1/10 der NATO-Mittel in Syrien erfolgreich, weil sie aus der eigenen Geschichte (Afghanistan, Tschetschenien) Konsequenzen gezogen haben. In den Millennium-Kriegen der Amis im Nahen Osten, hat man nur in der Region Kirkuk einen unsicheren Zugriff auf das Öl wiedererlangen können. Die meisten Kriege werden, nach Clausewitz, vom politischen Zweck bestimmt. In den Kriegen gegen Deutschland ging es um die Waffen-technologische Wurst gegen Europa und die Sowjetunion, etwas, was die Briten (ja ganz Europa) nie begriffen hatten. Das war ein ganz anderer politischer Zweck als alle militärischen Konflikte, die danach stattfanden.

@Wahrheitssucher

Als Putin, auf deutsch, ich glaube 2001, zum Bundestag sprach, waren Seine Absichten offensichtlich, uns, als Alternative zu den USA, die Hand zu reichen. Aber warum sollten Abgeordnete des Deutschen Bundestags Risiko-Entscheidungen vornehmen? Dazu ist leider nur die Partei "Die Linke" bereit. Wir könnten, mit Rußland als Partner, vielleicht nicht volle Souveränität erlangen, aber sicherlich mehr als jetzt.

Cugel

17. Oktober 2020 21:59

@RMH

"das liegt mit Sicherheit nicht an der militärischen Ausrüstung, sondern an der spezifisch, weißen, christlichen Moral,..."

Von Ausrüstung hat Laurenz nichts geschrieben, wenn ich nichts übersehen habe, aber das Zeug ist in erster Linie teuer. Die F-35 z.B. ist nicht gerade eine Erfolgsgeschichte. Wesentlich ist aber, daß die US-Streitkräfte seit Jahren an die Wand gefahren werden, Diversität und Gleichstellung feiern auch dort fröhliche Urständ, mit einschlägigen Auswirkungen auf die Kampfkraft.

Was die spezifisch weiße, christliche Moral betrifft, so hat die sich wohl exemplarisch in Dresden und My-Lai niedergeschlagen. Tatsache ist, daß die Amerikaner ihre Kriege niemals auf eigenem Territorium geführt haben. Als es doch mal um die Heimat ging (zumindest für den Süden), war das ebenfalls keine Parade christlicher Moral (Sherman's March), ebensowenig wie die Feldzüge gegen die Indianer. Die Amerikaner sind nicht in der Lage, einen konventionellen Krieg gegen einen ernstzunehmenden Feind zu gewinnen, weil Intelligenz, Ausbildung und die Kampfmoral ihrer Truppe dazu nicht ausreicht, und weil sie selbst im Kampfeinsatz auf ihren Komfort nicht verzichten können.

Laurenz

17. Oktober 2020 21:59

@ullrich

 Louis Farrakhan paßt nicht. Der ist für die Sezession.

 

@limes

Fahren Sie doch einfach mal hin in die USA, eine schöne Reise mit dem Schiff vielleicht? Danach bräuchten wir wenigstens nicht über Selbstverständlichkeiten debattieren. Ihre Unkenntnis der Situation vor Ort produziert Überheblichkeit.

Der blutrünstige Patriotismus der USA (lesen Sie doch mal die Nationalhymne) basiert rein auf der Verfassung und der Bibel, wie auf dem ehemals militärischen Erfolg, mehr Identität existiert dort nicht (siehe Römisches Reich). Woher sollte eine identitäre Kultur auch kommen? Von den verhaßten Europäern, die man verließ und vom Sockel stieß? Von Afrika, das weniger zu bieten hat? Von den immer noch traumatisierten Ur-Einwohnern? Von den Juden, die keinen Bock haben, ihre Macht zu teilen? Von Walt Disney & Hollywood? Es ist eben dünnes Eis, auf dem die USA als Nation basieren, und die Teilung der USA ließ sich historisch nur militärisch aufhalten. Aber die Teilung wird kommen, meine Prognose, auch wenn das noch dauert.

heinrichbrueck

17. Oktober 2020 22:58

@ Laurenz / zu stalinistisch; 800 Basen / – Haben die Russen jemals solchen Parasitismus betrieben? War der stalinistische Rubel die Leitwährung? Die Weißen haben den Weltkrieg verloren, darum geht es. Und was die Weißen sich gegenseitig angetan haben, darf auch nicht ausgeblendet werden.

NATO, Putin, China. NATO = antiweiße Söldnertruppe. Warum sollte Putin nicht aufrüsten? Eine Welt ohne Rußland wird es nicht geben; Bedeutung der Aufrüstung. Eine andere Sprache verstehen diese Leute nicht. Nur wenn klar ist, daß sie auch draufgehen, hat Rußland eine Chance. Das Deutsche Reich wurde besiegt, weil es damals nicht klar war.

Warum wurde China in Stellung gebracht? China wurde systematisch aufgebaut, jeder Transfer konnte schnell über die Bühne gehen. Jeder Prozeß ist steuerbar; Anteil der Weißen an der Weltbevölkerung usw.

@ limes

Sollen sie eine Volksgemeinschaft sein, irgendwann 400 oder 500 Millionen? Und wie lautet der Plan?

Der_Juergen

17. Oktober 2020 23:05

@Wahrheitssucher

Sie haben mich richtig verstanden. Russland ist daran interessiert, dauerhaft jede Gefährdung seiner Westflanke zu verhindern. Existiert eine solche Gefahr nicht, hat es keinen Grund zur Feindseligkeit gegen Deutschland. Dass ein Bündnis unter den gegenwärtigen Umständen nicht möglich ist, begreifen wir alle. Es sollte jedoch das Fernziel sein. 

Laurenz

18. Oktober 2020 04:32

@Der_Juergen

Absolut korrekt, deckt sich mit den Ausführungen von Tim Marshall https://de.wikipedia.org/wiki/Tim_Marshall

Und von den Synergien ganz zu schwiegen. Ich dachte nicht, daß das bereits vor 1913 formulierte außenpolitische Ziel der USA, Deutschland und Rußland politisch zu trennen, bei der SiN-Leserschaft eine solche Unbekannte darstellt.

@Debattenteilnehmer

Es ist, mit Verlaub, etwas nervig, hier bei Adam & Eva mit den grundlegendsten Informationen beginnen zu müssen. Hier ist auf die jüngeren HB-Bildungs-Artikel zu verweisen.

@heinrichbrueck

Vorsicht bei Ihren Fragestellungen. Politisch stimmen Ihre Aussagen. Im COMECON waren natürlich Wechselkurse festgelegt. Als zum Ende der Sowjetunion hin immer mehr Rohstoffe, wie Öl, in den Westen exportiert werden mußte, brachen mit der Öl-Knappheit mehr oder weniger alle Warschauer-Pakt-Staaten, außer Rumänien, zusammen, weil sie keine Weltmarkt-Preise bezahlen konnten. Wenn ich die ca. 800 militärischen Übersee-Basen der USA genannt hatte, dann vordergründig wegen des personellen Aufwands unproduktiver Söldner. Das trifft auch auf die Warschauer-Pakt-Staaten zu. Schauen Sie Sich einfach die Mannschafts-Stärken der Warschauer-Pakt-Armeen an. Die haben alle nichts gearbeitet, aber ca. den 3-fachen Durchschnitts-Lohn erhalten. Das geht auf Dauer nicht gut.

limes

18. Oktober 2020 10:03

Die USA habe ich wohl bereist, aber jegliche punktuelle  Inaugenscheinnahme kann keine tragende Grundlage für das Verständnis der »amerikanischen Frage« sein.

Gewiss gibt es nicht wenig zu kritisieren an den USA, doch ist es wohlfeil, nur Negatives herauszuheben. Das sollten wir als Deutsche wissen …

Eine Teilung scheint sich vielleicht anzubahnen, nur ist es heute – anders als zu Zeiten des Sezessionskrieges – kaum vorstellbar, wie diese räumlich vollzogen werden könnte. Sieht es diesbezüglich in Deutschland besser aus? Dies ist keine polemische, sondern eine traurige, höchst besorgte Frage. Bitte übersehen Sie bei all meiner Sympathie für die USA nicht meine ausgeprägt deutsche Identität und Liebe zu Deutschland!

Meine eigenen, persönlichen und intensiven Erfahrungen mit den USA und mit US-Amerikanern liegen mittlerweile ein Vierteljahrhundert zurück, und in der Zwischenzeit ist sicher viel Identität verlorengegangen. Was sich übrigens vor Ort schon damals abzeichnete, für den, der nicht mit touristischer Brille reiste.

Wenn Sie nach der US-amerikanischen Identität fragen, so stellt sich diese für mich ganz schlicht dar: »Livin‘ right and beein‘ free«. Und damit meine ich nicht das schlichte Lied, sondern die schlichte Aussage.

RMH

18. Oktober 2020 10:16

@Cugel,

Sie haben die Botschaft von Kurtz oder auch Conrad nicht so ganz verstanden: Einzelne Massaker, Kriegsverbrechen etc. bringen für den Erfolg eines Krieges rein gar nichts und sind natürlich selbstverständliche Zutaten aller Kriege bis heute. Aber schon alleine das Bedürfnis, sie irgendwie dann entweder tot zu schweigen, schön zu reden, im Nachhinein zu rechtfertigen oder gar exemplarisch den einen oder anderen Soldaten/ Verantwortlichen dafür zu bestrafen zeigt, dass der Wille zur ernsthaft kompletten systematischen gewaltsamen Unterdrückung fehlt - für das Können genügen dann auch Leute mit einem IQ von 80 oder weniger. Ich vermute, es gibt noch genug nicht-weiße Kulturen, die solche Fähigkeiten haben. Aus westlicher Sicht des Durchschnittsbürgers natürlich "unmenschliche" Fähigkeiten, dass hat diese aber noch nie ernsthaft interessiert.

Glast

18. Oktober 2020 11:25

@cugel

"...und weil sie selbst im Kampfeinsatz nicht auf ihren Komfort verzichten können."

Wir trainieren in unmittelbarer Nähe zu einer Airbase in einem hundsgewöhnlichen Fitnessstudio. Dort sind zahlreiche Soldaten der US-amerikanischen Streitkräfte angemeldet. Wir - das sind vier Kumpels und ich, alle um die 40, drahtig, zäh, stark. Die Armysoldaten hingegen sind unfassbar muskulös, weich und voll Wasser. Und die aufgebaute Körpermuskulatur korrespondiert überhaupt nicht mit der fehlenden Kraft. Ist letztendlich ein jämmerlicher Anblick. Natürlich kann man nicht von diesen und jenen Soldaten auf alle schließen, aber die Tendenz ist wohl da. 

 

Gracchus

18. Oktober 2020 14:20

Ich verstehe Lichtmesz' Fazit so, dass weder Trump noch Biden die virulente (Meta-)Rassenfrage lösen werden. Das Lager, das Biden vorgeschoben hat, wird mit oder ohne Sieg Eskalation und Spaltung vorantreiben. Daran kann die us-amerikanische Gesellschaft zerbrechen. 

Das Ziel für Deutschland, das hier doch auch immer ausgegeben wird, besteht doch darin, wieder souverän zu werden, politisch wie kulturell. Das ist ein langfristiges Projekt, zumal sich hierzu ein wirksamer politische Wille erst einmal bilden müsste. Das geht aber nicht ohne Emanzipation von den USA. Neben der militärischen sollte hierbei aber auch die kulturelle Frage eine Rolle spielen, wem man näher steht. Ich will mich hier nicht in antiamerikanischen Umtrieben verzetteln und die USA vorzeitig abschreiben, aber die USA stehen m. E. momentan für einen dumpfen Materialismus, und bei aller Bewunderung für die USA gibt es doch etliche Dinge, die die "deutsche Volksseele" befremden muss, zum Beispiel das alle Lebensbereiche und auch das Politische durchsickernde Showbusiness, den Militarismus, den enthemmten, giergetriebenen Kapitalismus, die immer fader werdende, praktisch leerlaufende Popkultur. 

 

 

 

Laurenz

18. Oktober 2020 15:56

@limes

Das Bild des "Landes der unbegrenzten Möglichkeiten", also dem Freiheits-Sinn per se, welches Sie uns verkaufen wollen, ist dasselbe, daß uns Amis im Außenverhältnis schon immer lächelnd feilgeboten haben.

Eine Entwicklung, die Sie schildern, existiert in den Staaten nicht. Die Frage ist nur, berichten Medien oder berichten Medien nicht. Das, was ich vergeblich im Debatten-Strang versucht hatte, zu erklären, ist exakt die ewige USA. Es gibt keine Lösungen in us amerikanischer Politik, nur militärische Lösungen.

Insofern unterscheidet sich auch der Sezessionskrieg nicht von den hunderten anderen militärischen Konflikten, in denen die USA verwickelt waren & sind. Der Kriegs-Grund des Sezessionskriegs ist doch nur die ins politische Schaufenster gestellte Sklavenfrage gewesen. Der eigentliche Kriegs-Grund war die Sezession & dieser Kriegsgrund existiert noch heute. Das unterscheidet die Südstaaten auch nur unwesentlich von Deutschland. Wir sind nicht souverän. Unsere angestrebte Souveränität war der eigentliche Kriegsgrund für den I. - und den II. Weltkrieg. Und dieser Kriegsgrund existiert ebenso auch heute noch.

limes

18. Oktober 2020 19:07

Mein Kommentar vom 18. Oktober 10.03 ist eine Antwort an @ Laurenz (17. Oktober 21.59 Uhr). Ich bitte um Nachsicht, den Bezug nicht erwähnt zu haben.

limes

18. Oktober 2020 19:15

@ Gracchus (»die USA stehen m. E. momentan für einen dumpfen Materialismus, und bei aller Bewunderung für die USA gibt es doch etliche Dinge, die die "deutsche Volksseele" befremden muss, zum Beispiel das alle Lebensbereiche und auch das Politische durchsickernde Showbusiness, den Militarismus, den enthemmten, giergetriebenen Kapitalismus, die immer fader werdende, praktisch leerlaufende Popkultur.«

Trifft alles auch auf den derzeitigen Zustand der BRD zu, ausgenommen »Militarismus«. Wahrscheinlich haben wir stattdessen eine ausgeprägtere Feminisierung der Männer (siehe Reklamen für Hausgeräte etc.). An welche Nation geht der Punkt in dieser Runde?

Cugel

18. Oktober 2020 20:17

@RMH
Conrads Botschaft ist so schwer nicht zu verstehen. Sie haben meinen Kommentar nicht sorgfältig gelesen. Ich habe die Beispiele Dresden und My Lai nicht umsonst „exemplarisch“ genannt. Die Elbwiesenhasenjagden (die bei den US-Jagdpiloten Usus waren, ich habe Augenzeugen in der Verwandschaft), die Rheinwiesenlager, die chemische Kriegführung mit Agent Orange, Search an Destroy als generelle Taktik im späteren Vietnamkrieg, das alles wollen Sie wohl nicht als Ausreißer abtun, oder? Die Franzosen sind heute noch über die amerikanische Art der Befreiung angefressen. Die Iraker scheinen mir auch nicht vor Dankbarkeit überzuquellen. Mir ist auch nicht bekannt, daß Wehrmachtssoldaten abgetrennte Körperteile gefallener gegnerischer Soldaten als Souvenir nachhause geschickt haben; bei den GIs nichts ungewöhnliches (Es ist allgemein bekannt, daß die Japaner bei den US-Soldaten als Untermenschen galten.). Bei den Vergewaltigungen sieht es ähnlich aus, und dabei waren die damaligen GIs keine Berufssoldaten, dürften also repräsentativ für den Durchschnittsamerikaner gewesen sein. Daß heißt keineswegs, daß die USA ein Monopol auf Kriegsverbrechen halten. Daß die „spezifisch weiße, christlichen Moral“ aber zur Eskalation und Verrohung der Kriegführung geführt hat, ist allgemein bekannt, Sieferle hat dazu einen guten Überblick gegeben. Ihre These ist nicht haltbar, Kurtz hin oder her.

links ist wo der daumen rechts ist

18. Oktober 2020 21:02

Was die "Rassenfrage" in den USA betrifft, besteht doch die grundlegende Paradoxie darin, daß erfolgreiche Schwarze (oder auch Hispanos) de facto von den eigenen Leuten als Weiße angesehen werden (Asiaten bleiben separiert). Bzw. wenn Schwarze aus den USA in das "Land ihrer Ahnen" reisen, entstehen dann manchmal Einsichten wie die von Keith B. Richburg, daß er froh sei, Nachfahre schwarzer Sklaven sein zu dürfen - und nicht in Afrika aufgewachsen sein zu müssen.

Und was die Dilemmata der o.a. Frage angeht, verweise ich wieder einmal auf Kuehnelt-Leddihns "Amerika im Zwielicht. Nord- und Südamerikanische Eindrücke" (Einsiedeln 1970), besonders das Kapitel "Die Rassenfrage in den Vereinigten Staaten"; hier die für einen Konservativen erstaunliche Erkennntis, wenn er die "Rassendurchmischung" in Südamerika der Segregation in Nordamerika positiv gegenüberstellt.

In den USA entstand eigentlich auf widernatürliche Weise das Konstrukt eines aufgrund seiner ethnischen Abstammung benachteiligten Volkes innerhalb einer Gesellschaft.
Zitat:
Bezeichnend war daran die (unterbewußte) Formlierung der Farbigen als "ein Volk" im ethnischen Sinn und die Identifizierung dieses "people" mit einer Unterschicht, die schön "nationalsozialistisch" (und "marxistisch") einen Rassen-, Volks. und Klassenkampf - eine guerre zoologique, würde Renau sagen - unternehmen muß. [...] Die Black Power ist nur als Diktatur denkbar.

RMH

18. Oktober 2020 21:41

@Cugel,

dann hat der Hausheilige Sieferle in diesem Punkt ausnahmsweise mal nicht recht. Gemessen an dem, was uns aus der vorchristlichen Zeit der Antike und aus Kriegen mit nicht christlichen Parteien berichtet wird, ist wohl eher das Gegenteil der Fall, wobei man immer berücksichtigten muss, dass sich die technischen Möglichkeiten stetig fortentwickelt haben. Nicht ohne Grund wurde im dritten Reich ein kämpferisches Heidentum bei manchen Einheiten propagiert, da man dies für Kriegszwecke brauchbarer hielt, ja es werden sogar auch gewisse Sympathien für den Islam in diesem Zusammenhang (tauglichere Moral für den Krieg) recht gerne kolportiert. Aber ich weiß, dass ist ja alles nur Lüge und Feindpropaganda.

An der Analyse von M.L. ändert unser Zwischendisput nichts - mein Einwände gehen lediglich dahin, dass uns ein Bürgerkrieg in den USA (der wenn, dann von links ausgehen wird) nicht zu freuen braucht, egal, was für einen Widerwillen man gegen diesen Staat hat. Auf das Konzert der Mächte habe ich weiter oben hingewiesen.

limes

18. Oktober 2020 21:56

@ Cugel

Selbstverständlich kann ich als Nachkriegsgeborene Berichte von Zeitzeugen nicht widerlegen. Nur mir selbst zu Ohren gekommene Berichte von Zeitzeugen kann ich wiedergeben. Und dazu gehört der Bericht einer im Spätsommer 1945 hochschwangeren Familienangehörigen, der ein GI ein Päckchen Zigaretten im Vorübergehen zusteckte (damals Währungsersatz) mit den Worten »for your husband«, um die Frau nicht zu kompromittieren.

links ist wo der daumen rechts ist

18. Oktober 2020 22:42

Das heilige Rußland / Thomas Mann 1

 

Zur im Kommentariat virulent gewordenen Frage unseres Verhältnisses zu den USA und damit zum Westen im Gegensatz zu Rußland verweise ich wieder einmal auf die Beschäftigung mit den "Ideen von 1914".

Heute als Beispiel Thomas Manns "Betrachtungen eines Unpolitischen", worin es etwa heißt:
"Wenn Seelisches, Geistiges überhaupt als Grundlage und Rechtfertigung machtpolitischer Bündnisse dienen soll und kann, so gehören Deutschland und Rußland zusammen."

Er bekannte sich dann zwar in der Rede zu Gerhart Hauptmanns 60. Geburtstag zur westlichen Demokratie, allerdings mit Vorbehalten und einigen "romantischen" Umdeutungen (so dachte er z.B. Novalis und den "Donnerer von Manhattan", Walt Whitman, zusammen), aber das Bekenntnis zur "heiligen russischen Literatur", die ihm die wahre Menschlichkeit verkörperte, verließ ihn nie.

links ist wo der daumen rechts ist

18. Oktober 2020 22:46

Das heilige Rußland / Thomas Mann 2

 

Und trotz oder wegen seiner belasteten Freundschaft mit Agnes Meyer sah er spätestens nach seinem ersten Deutschlandbesuch und seinem Entschluß zur Rückkehr nach Europa die USA nunmehr ohne die existentiellen Rücksichtnahmen eines Emigranten so skeptisch wie kaum jemals zuvor. In polemisch-verstiegener Absicht wußte er gar nach einem Besuch in Weimar den "kulturellen Ernst" eines kommunistischen "Volksstaates" (gemeint war natürlich - in seiner Diktion - die "Ostzone") gegen "diese korrupte und offenbar verurteilte spätkapitalistische Profitwelt" mit ihren "schmutzigen Schmähbriefen und blöden Schimpfartikel" in Stellung zu bringen.                                                                        Es war kein einmütiges Bekenntnis zum Osten (und schon gar nicht seiner Regime), aber die Skepsis gegenüber dem Westen überwog scheinbar ein Leben lang.

Joachim Fest hat dem in seinem Büchlein "Bürgerlichkeit als Lebensform" ein Kapitel gewidmet.
 

Laurenz

19. Oktober 2020 10:35

@limes

Ob Sie hungernde Frauen durch Schokolade gefügig machen, oder wie die sibirischen Rotarmisten einfach so vergewaltigen, macht keinen großen Unterschied.

@RMH @Cugel

Weiß nicht, was Sie gerade reitet, RMH, aber unser Mitforist Cugel liegt absolut schlüssig im Rennen. Was brauchen wir auf der SiN über Freiheit sinnieren oder philosophieren, wenn Sie bei der einzigen Option der tatsächlichen Freiheit, die ökonomische Vernichtung der USA als Weltmacht, kneifen? Die Ökonomie ist deswegen der Knackpunkt, weil diese für die militärische Omnipräsenz des Yankees & seiner Dummbatzen auf dem Planeten verantwortlich ist. Auch die Römer konnten irgendwann ihre Grenztruppen nicht mehr bezahlen. 

Auch bei den Beiträgen von @Der_Juergen hat @Sandstein einfach nicht verstanden, daß die USA fast in jedem Konflikt ihre dreckigen Finger im Spiel haben. Das permanente Säbelrasseln der Kuhhirten führt aber nicht mehr dazu, daß die inneren ethnischen Konflikte unter den Teppich gekehrt werden können.

Von daher, RMH, Freiheit kostet. Aber sich davor ängstigen führt zu nichts.

RMH

19. Oktober 2020 12:00

@Laurenz,

Alles zu seiner Zeit. Aktuell predigen Sie faktischen Selbstmord und zeigen seit einiger Zeit seltsame, vulgär-marxistische Verelendungstheorie-Anwandlungen. 

Im Übrigen empfehle ich zum Thema Krieg Heft 1 der Sezession. Wenn es eine spezifisch weiße europäische Kulturerrungenschaft gab, dann ist es der Versuch der Kriegshege, der allerspätestens seit dem westfälischen Frieden konkretere Formen annahm. Und jetzt komme mir keiner damit, dass die Amis sich davon explizit ausgenommen haben. Das amerikanische Militär-Potential unter chinesischem Oberbefehl und dann würde auch der letzte die Unterschiede merken ...

Laurenz

19. Oktober 2020 17:34

@RMH

1. Ihre Verelendung beschreibe ich nur. Sie passiert ja, ob nun materiell oder in HBs Bildungs-Artikeln, wie in der Goldstückisierung Buntlands (siehe USA als Vorreiter). Ich befürworte das deswegen, weil nur dadurch ein politischer Paradigmen-Wechsel zu unseren Gunsten stattfinden wird, unter der Voraussetzung, daß wir dann auch etwas zu bieten haben, wie zB BK dies formuliert.

2. Keiner führt aktuell echte symmetrische Kriege, einerseits, weil man das bis dato gegen die Amis nicht wirklich tun kann und andererseits, wie die Heuschnupfen-Krise zeigt, man seine eigenen Liefer-Ketten ruiniert. Trump versucht exakt deswegen, Produktion nachhause zu holen. Was nutzt es, einen See-Krieg gegen China zu führen, wenn 3 Monate später, jeder 2te Kampf-Jet nicht mehr aufsteigen kann, weil ein elektronisches Bauteil aus China fehlt? Was steht dahinter, wenn ein 4-Sterne-US-General a.D. eine militärische Destabilisierung von 7 Staaten in 5 Jahren publiziert? https://youtu.be/7vvoVdGRsQk

Es handelt sich hier um Stellvertreter-Kriege zur üblichen Schwächung Europas, weil die USA Europa, wie China & Rußland, aus oben genannte Gründen direkt nicht mehr angreifen können. Sie, RMH, führen deswegen für mich aus unerfindlichen Gründen, Debatten um des Kaisers Bart. Wir "sind" nachwievor im Krieg, auch wenn es woanders knallt.

Cugel

19. Oktober 2020 20:18

@RMH

An welcher Stelle habe ich die sattsam bekannte, auch militärische Kooperation der SS mit Muslimen als „Feindpropaganda“ bezeichnet? Wüßte nicht, welchen Sinn das haben sollte. Sie sollten keinen Strohmann bauen.

Ihre Bewertung eines drohenden zweiten Bürgerkriegs in den USA teile ich (Überraschung?), ohne zu erwarten, daß dieser stattfinden wird. „Konzert der Mächte“: Jeder hier weiß, daß zwischenstaatliche Beziehungen keine Sympathiefrage sind. Ich bin weit davon entfernt, die Konkurrenten der USA zu glorifizieren. Fest steht, daß eine multipolare Welt für uns besser ist als eine unipolare. Fest steht weiterhin, daß sieben Dekaden US-Hegemonie Verheerungen hinterlassen haben, die man am besten erkennt, wenn man einen Blick auf die Gebiete des ehemaligen Warschauer Paktes wirft. Momentan stehen wir im Regen und müssen zusehen, daß wir ins Trockene gelangen statt in die Traufe.

Cugel

19. Oktober 2020 20:38

@limes

Selbstverständlich hat es auch unter den US-Soldaten charakterfeste Menschen gegeben, die sich dem propagierten Feindbild verschlossen. Das dürften nicht Wenige gewesen sein. Dennoch sehe ich einen Mentalitätsunterschied, der durchaus auch religiösen Ursprungs ist. Alleine die Tendenz dieses Einflusses scheint mir in toto entgegengesetzt jener von RMH behaupteten zu liegen. Die Amis sind nach wie vor zu egozentrisch. Das amerikanische Weltbeglückungsstreben hat eine Reihe von Ursachen. Ich hoffe, daß der nun auch in den USA eskalierende Verfallsprozeß dort großflächig zu realistischer Selbsteinschätzung, Lagebewertung und folglich Reorientierung führt, und ich traue das den Amerikanern eher zu als unseren Landsleuten, das muß ich leider sagen.

limes

19. Oktober 2020 21:21

@ Laurenz (»Das Bild des "Landes der unbegrenzten Möglichkeiten", also dem Freiheits-Sinn per se, welches Sie uns verkaufen wollen, ist dasselbe, daß [sic!] uns Amis im Außenverhältnis schon immer lächelnd feilgeboten haben.»)

Keineswegs möchte ich das Bild des Landes der unbegrenzten Möglichkeiten verkaufen. Sollten Sie dem amerikanischen Volkslied gefolgt sein, das ich verlinkte, so könnte Ihnen die wiederholte Phrsae »we don’t …« aufgefallen sein. Hier geht es um Grenzen!

Dass Sie den »Freiheitssinn per se« kritisch sehen, erstaunt mich ebenfalls, erinnere ich mich doch an Ihren Ausruf »Es lebe die Freiheit!« in diesem Forum, der mich zu der Klarstellung veranlasste, dass Sie die Freiheit zum Konsum meinten und ich die Freiheit vom Konsum.

Laurenz

20. Oktober 2020 09:05

@limes

Woher wollen Sie wissen, was ich konsumiere? Reine Mutmaßung.

Ich lehne den us-amerikanischen Freiheitsbegriff ab, zumindest in seiner heutigen Form. Denn er bedeutet nur Freiheit für wenige, und keine völkische -. 

Ich habe mir Ihre amerikanische Land-Musik angehört, aber hier sind Künstler am Werk. Jeder US-Amerikaner produziert konkurrenzlos viel Müll & konsumiert konkurrenzlos viel Öl.

Unter dem Ruin der Bodenkrume & des Landschafts-Bildes, waren die US-Amerikaner die am besten ernährte Nation im 19. Jahrhundert. Es ist nachvollziehbar, daß viele Religions-Anhänger & politisch Verfolgte seinerzeit in die USA gingen. Allerdings verstanden die meisten Auswanderer nicht, daß die us amerikanische Freiheit von blutrünstigen Freimaurern kreiert war, die bis heute keinen Deut ihrer Macht je abgeben mußten. Die Freimaurer sind diejenigen, die im besonderen ihre Rachegelüste an Europa ausgelassen haben und immer noch auslassen.

Ich zeige Ihnen, limes, ein anderes Lied, das ich keineswegs mag, welches aber viel mehr Reichweite besitzt, als Ihres & genau dem Bild des weißen Durchschnitts-Amerikaners entspricht. (Man sieht da übrigens keine Schwarzen im doch recht großen Publikum)

https://youtu.be/SHIOcg4I3dk

Es entspricht exakt der Ignoranz dieser Nation, die @Cugel beschreibt.

RMH

20. Oktober 2020 09:47

@Cugel,

Der "Strohmann" hat nicht Ihnen gegolten. Die Äußerung erfolgte präventiv in Hinblick auf die Mitdiskutierenden. Nach Jahren hier weiß ich, was ein Trigger für eine  Ausweitung sein kann. Im übrigen Teile ich Ihre Auffassung, dass wir im Regen stehen, nur wird uns ein russischer Schirm entgegen den Hoffnungen vieler Rechter auch nicht helfen. Deutschland muss sich wie Münchhausen am eigenen Schopf heraus ziehen oder weiter untergehen.

@Laurenz

Natürlich sind die USA ein Freimaurer-Projekt und zwar von europäischen Freimaurern die Europa nie aus dem Blick gelassen haben. Ich sehe aber keine echte Rache an Europa sondern eine konsequente Ausdehnung bzw.  ein Export der Ergebnisse Projekts. Die meinen es auf ihre spezielle Art ja nur "gut" ...

Laurenz

20. Oktober 2020 10:43

Och @RMH

Müssen wir schon wieder eine weitere Geschichtsstunde abhalten? Ich erinnere Sie einfach daran, daß die bürgerlichen Freimaurer Europas fast alle ihre adligen Saufkumpane hops genommen hatten. Beginnend mit der französischen Revolution wurden alle adligen Regimes, zumindest in ihrer territorialen Machtausübung bis 1918 abgeräumt. Da muß man noch nicht mal etwas dagegen haben.

Aber darum ging es nur im ersten Schritt. Der elementare Akt war die Machtübernahme, die Ersetzung des Adels mit einem Neo-Adel, wobei da nichts Edles zu finden ist.

Mit der Gründung der FED, 1913, wurde abschließend in Bretton Woods, 1944, dafür gesorgt, daß Europa als Macht nicht mehr aufsteht. Europa hat 2 Weltkriege verloren, nicht Deutschland. Die USA hat die Weltkriege gewonnen, da können unsere russischen Freunde jedes Jahr lächerliche Siegesparaden abhalten, wie sie wollen, alles nur schöner Schein und nichts von Gehalt dahinter. Wenn Sie das als Europa-freundliche Politik der us amerikanischen Freimaurer erachten, ist Ihnen nicht mehr zu helfen. Dann schreiben Sie doch zukünftig stellvertretend für die Staatsratsvorsitzende auf der SiN.

RMH

20. Oktober 2020 11:52

Falsch, @Laurenz, Sie haben den Gegner nicht verstanden, denn der ist nicht Europafreundlich (oder gar Europafeindlich) und auch nicht USA-freundlich sondern bekanntermaßen "Menschenfreundlich". Es sind die erklärten Philanthropen, die das ganze Schlamassel verursachen. 

Gracchus

21. Oktober 2020 00:09

@Limes

Da haben Sie natürlich recht. Was aus den USA an Filmen und Serien kommt, ist aufregender als die in Langeweile und Mutlosigkeit versackte Film- und Fernsehproduktion hierzulande. Mein Punkt ist: Was für Amerikaner passt, muss nicht für Deutsche passen. Statt die USA zu imitieren, wäre es doch wünschenswert, an die eigene Kultur anzuknüpfen, auch wenn das nicht unbedingt massenkompatibel sein mag. (Für die dumpfen Mitlesen: Ich spreche hier nicht von der "Kultur" von 33 - 45, sondern von der Zeit bevor, eigentlich von Barock bis Späromantik). Und das von @links gebrachte Thomas Mann-Zitat kann ich, da ich die letzten Monate fast ausschließlich russische Literatur gelesen habe, nur unterstreichen. 

Laurenz

21. Oktober 2020 09:14

@RMH

Wie kommen Sie dazu, historische Fakten als falsch zu erachten, obwohl Sie um diese wissen? Kennen Sie einen der von Ihnen benannten Philanthropen persönlich, um dessen Philanthropie auch tatsächlich einschätzen zu können? 

Wenn es nach dem Relotius geht, kommt die Staatsratsvorsitzende gleich hinter den Erzengeln. Sie ist aber in Wirklichkeit Staatsmonopol-Kapitalistin. Und ob Sie Ihre Philanthropen Philanthropen nennen oder Bolschewisten, die mit der Knute oder mit 9mm durch den Kopf andere erziehen wollen, bleibt sich in der Realität völlig gleich.

limes

21. Oktober 2020 20:50

@ Gracchus (»Was für Amerikaner passt, muss nicht für Deutsche passen. Statt die USA zu imitieren, wäre es doch wünschenswert, an die eigene Kultur anzuknüpfen, auch wenn das nicht unbedingt massenkompatibel sein mag.«)

Da stimme ich Ihnen vollkommen zu! Mir geht es um Freundschaft, menschliche Beziehungen und letztendlich auch mögliche (je nach Machtverhältnissen) politische Verbündete, da uns mit den USA trotz allem viel verbindet.

Adressiert an @ Laurenz schrieb ich ja bereits früher in diesem Strang: »Bitte übersehen Sie bei all meiner Sympathie für die USA nicht meine ausgeprägt deutsche Identität und Liebe zu Deutschland!«

Um die Lektüre russischer Literatur beneide ich Sie. Ich selbst habe viel nachzuholen, komme aber aktuell nicht einmal mit der politisch aktuellen Lektüre nach, da Beruf, Familie, Haushalt etc. … Prioritäten setzen. 2022 trete ich – wenn bis dahin nicht alles zusammengebrochen ist – in den beruflichen Ruhestand ein und habe noch viel vor.

PS: Die Massenkompatibilität unserer eigenen Kultur gebe ich nicht auf und werbe für sie.

Phil

23. Oktober 2020 10:31

Interessanter Artikel. Teilweise ist mir der Atem gestockt, z.B. beim Fall Jake Gardner.

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