8. Oktober 2020

Trump, Biden und die unakzeptable Wahl (3)

Martin Lichtmesz / 28 Kommentare

"Präsident Trump schürt Ängste, dass er die Macht nicht freiwillig abgeben wird."

Martin Lichtmesz

Martin Lichtmesz ist freier Publizist und Übersetzer.

So äußerte sich eine NZZ-Korrespondentin in einem Interview mit dem Trump-Gegner David French. Damit ist nicht nur gemeint, daß der amtierende Präsident die Gültigkeit des Wahlergebnisses anfechten könnte. Daß Trump bereits im Vorfeld Zweifel gestreut hat, ob bei der Wahl am 3. November alles sauber ablaufen werde, wird von der Presse als böswillige Verleumdung eines astrein demokratischen Systems und als Präventiv-Ausrede für den Fall einer Niederlage hingestellt.

Eine Infragestellung des Wahlergebnisses wäre allerdings ein völlig normaler Vorgang. Ein Kandidat kann nach einer verlorenen Wahl das Ergebnis akzeptieren (concede) or anfechten (contest).  Die Demokraten haben dies mit so gut wie jedem republikanischen Wahlsieg seit Richard Nixon im Jahr 1968 getan. Die bundesdeutschen Medien haben diese Anfechtungen immer wieder affirmativ aufgegriffen, insbesondere im Fall George W. Bush im Jahr 2000 und 2004 (siehe etwa hier). Auch auf der anderen Seite ist man sich nicht sicher, ob man dem Opponenten vertrauen kann - im Juni dieses Jahres titelte die ZEIT: "Joe Biden befürchtet Wahlbetrug von Donald Trump".

Dieselben Medien versuchen gerade, jeden Verdacht zu zerstreuen, daß es in irgendeiner Weise zu Manipulationen kommen könnte, etwa im Bereich der Briefwahl. Ein Beispiel aus einem von der dpa gestreuten "Faktencheck", den auch die ZEIT übernommen hat:

BEHAUPTUNG: Eine Briefwahl öffnet Manipulationen Tür und Tor.

BEWERTUNG: Experten und Institutionen sehen keinerlei Betrugsgefahr, Studien untermauern das.

Man muß schon ein ausgesprochen schlichtes Gemüt haben, um solche Autoritätsargumente im Stile der Prawda für bare Münze zu nehmen. Briefwahlen sind notorisch anfällig für Manipulationen, und es gibt etliche dokumentierte Fälle, in denen es spektrumübergreifend zu Betrug gekommen ist. Briefwahlen werden diesmal eine größere Rolle spielen als üblich, denn und es ist wahrscheinlich, daß viele Wähler aus Angst vor dem Coronavirus zu dieser Art der Stimmabgabe greifen werden.

Wer nun als maßgeblicher "Experte" präsentiert wird und wer nicht, wird bekanntlich je nach Machtinteressen äußerst selektiv gehandhabt. 2016, als sich der orangene Untergangskomet im Anflug befand, pries Deutschlandfunk Kultur beispielsweise die Expertise eines Materiekenners namens Greg Palast:

Bei den US-Präsidentschaftswahlen wird getrickst, was das Zeug hält. Greg Palast beschreibt das Ausmaß und die Methoden des chronischen Wahlbetrugs. Er folgt der Spur des Geldes und enttarnt die Männer und Unternehmen, die den Kandidaten zum Sieg verhelfen – ein Muss für Amerika-Fans.

Entsinnt man sich nun, mit welcher beispiellosen Vehemenz und Verbissenheit das amerikanische Establishment bislang versucht hat, den Eindringling Trump zu Fall zu bringen, und dies zum Teil mit ausgesprochen krummen Mitteln, dann erscheint die Möglichkeit von Wahlbetrug keine besonders weit hergeholte Vorstellung.

Beide Seiten vermitteln den Eindruck, als ginge es bei dieser Wahl um Leben und Tod. Die ZEIT behauptet auf der Titelseite ihrer aktuellen Ausgabe gar, nun stünden "erstmals" nicht nur zwei Kandidaten zur Wahl, sondern "die Demokratie" selbst, die natürlich vom Lager Bidens vertreten wird. Im Falle einer Niederlage wird mit Sicherheit auch dieser versuchen, das Ergebnis anzufechten.

Ein Sieg des einen oder anderen Kandidaten wird voraussichtlich äußerst knapp ausfallen, und es ist sehr wahrscheinlich, daß Trump wie bereits 2016 die sogenannte "popular vote" der absoluten Stimmenanzahl verlieren wird. Um die ausschlaggebende "electoral vote" des "Wahlmännerkollegiums" zu gewinnen, bedarf es praktisch jeder einzelnen Stimme, weshalb sich das Problem des Wahlbetrugs enorm zuspitzt.

Das Narrativ der "unfreiwilligen Machtübergabe" beinhaltet jedoch weitaus mehr als dies: Es wird das Drehbuch suggeriert, Trump würde im Falle einer Niederlage eine Art Staatsstreich einleiten, mithilfe seiner Milizen aus "weißen Suprematisten", die bereits Gewehr bei Fuß darauf warten, einschreiten zu dürfen. Laut Al Gore  werde man den Sturschädel Trump im Januar 2021 notfalls mittels Militäreinsatz wie ein trotziges Kind aus dem Weißen Haus zerren müssen:

Wenn ein neuer Präsident gewählt wird, werden am 20. Januar um 12 Uhr mittags die Polizei, der Geheimdienst, das Militär, alle Exekutivbeamten auf das Kommando sich der Leitung des neuen Präsidenten unterstellen und auf sein Kommando regieren.

Gore hatte im Jahr 2000 knapp gegen George W. Bush verloren (aber die "popular vote" gewonnen) und zunächst eine Überprüfung der Stimmauszählung in Florida beantragt, wo er Wahlbetrug vermutete. Heute brüstet er sich damit, zum Wohle der Nation nachgegeben und großmütig von einem Putsch abgesehen zu haben:

Es zeigt sich, daß es zwischen einer endgültigen Entscheidung des Obersten Gerichtshofs und einer gewaltsamen Revolution keinen Mittelweg gibt. Es schien mir, daß Respekt vor der Rechtsstaatlichkeit und den Erfordernissen der amerikanischen Demokratie das Gebot der Stunde waren. Man kann immer nach Möglichkeiten suchen, etwas in die Länge zu ziehen, das Land zu zerreißen, Parteigänger auf den Straßen gegeneinander zu mobilisieren und so weiter, aber das war kein weiser Weg für unser Land.

Das ist so hanebüchen, daß es fast schon beleidigend ist. Gore hätte im Jahre 2000 keine Bürgerkriegspartei mobilisieren können, selbst, wenn er es gewollt hätte, und ein derartiges Ansinnen wäre ein völlig abwegiger Gedanke gewesen, den damals absolut niemand auch nur von der Ferne in Betracht gezogen hätte.

Im August tauchte ein kurioses Dokument im Netz auf, für das eine Gruppe mit dem Namen "Transition Integrity Project" (TIP) verantwortlich zeichnet. Mitarbeiter sind unter anderem John Podesta, Michael Steele, Donna Brazile, also hochrangige Demokraten ebenso wie Republikaner. Beteiligt sind auch drei prominente neokonservative Intellektuelle: Bill Kristol, Max Boot und David Frum.

Die Gründerin des "Projekts für einen integeren Übergang", die demokratische Universitätsprofessorin Rosa Brooks, hat Verbindungen zu George Soros und war in verschiedenen Funktionen als für dessen Open Society Institute/Foundation tätig. Sie ist Mitarbeiterin von etlichen globalistischen Organisationen, wie etwa dem eng mit Google verbundenen Think-Tank New America Foundation.

Das Dokument mit dem Titel "Preventing a Disrupted Presidential Election" kann man hier als PDF herunterladen. Es entwirft vier verschiedene hypothetische Wahlausgangsszenarien, die darauf vorbereiten sollen, wie sich der irreguläre Problembär im Weißen Haus im Falle einer Niederlage verhalten könnte.

Es enthält außerdem eine Framings-Empfehlung an Medien, Politiker, Aktivisten und Influencer, die "zwei größten Gefahren" der kommenden Wahl zu nennen: "Lügen über 'Wahlbetrug' und eskalierende Gewalt." ("Address the two biggest threats head on: lies about 'voter fraud' and escalating violence."):

Wahlbetrug ist praktisch non-existent, aber Trump lügt darüber, um ein Narrativ zu schaffen, das seine Basis politisch mobilisieren und die Grundlage für die Anfechtung der Wahlergebnisse im Falle einer Niederlage schaffen soll. Das Potential für gewaltsame Konflikte ist hoch, zumal Trump seine Unterstützer ermutigt, zu den Waffen zu greifen.

Wahlbetrug ist, wie gesagt, nicht nur "möglich", sondern sogar wahrscheinlich, während der letzte Satz nachweislich eine nackte Lüge ist, die bereits im Wahlkampf 2016 zum Einsatz kam. Sie beruht im wesentlichen auf suggestiver Auslegung von manchen Kommentaren Trumps, die angeblich wie "Hundepfeifen" wirken und seinen Anhängern versteckte Signale senden sollen. So etwa, als er sich während der Debatte mit Biden einen Kommentar zu der Spaßtruppe "Proud Boys" entlocken ließ: "Stand back and stand by", aus dem ihm nun absurde Stricke gedreht werden.

Ich fasse die wesentlichen Punkte der durchgespielten Szenarien zusammen:

Szenario 1: Unklares Ergebnis in der Wahlnacht, etwa ein 269:269 Unentschieden des Wahlmännerkollegiums. Trump wird u.a. Briefwahlenbetrug behaupten, Zählungen nach dem Wahltag zu verhindern suchen, seine Anhänger zu Kundgebungen auf die Straße rufen und FBI-Beamte im gesamten Land einsetzen, "um die Wahllokale zu 'sichern' und die Nationalgarde für einen möglichen Einsatz gegen Proteste in Bereitschaft halten." Ein ominöser "schurkischer Einzeltäter" ("rogue individual") vernichtet schließlich etliche Wahlzettel, um Trump einen knappen Sieg in einem entscheidenden Staat zu ermöglichen. Weder Trump noch Biden akzeptieren letztlich das Resultat, wobei Trump versuchen wird, einzelne Wahlmänner zu erpressen oder zu seinen Gunsten zu beeinflußen. Am Tage des Amtsantritts, 20. Januar 2021, beanspruchen beide Kandidaten das Amt für sich.

Szenario 2: Klarer Wahlsieg Bidens. Biden gewinnt sowohl "popular vote" als auch "electoral vote". Trump beklagt massiven Wahlbetrug, zieht sich dann aber zunehmend aus dem Rampenlicht zurück. Er erkennt, daß er keine Handhabe hat, gegen dieses Ergebnis anzurennen. Er verlegt sein Team in sein Privatdomizil in Mar-A-Lago und versucht mitzunehmen und zu retten, was möglich ist, etwa, indem er präventiv Begnadigungen für die Mitglieder seines Kabinetts, Familienmitglieder, politische Verbündete usw. vorbereitet, sollte es zu späteren Anklagen wegen krimineller Umtriebe kommen.

Biden beginnt inzwischen Reden unter dem Motto "Heilt das Land" zu halten. Trump kündigt an, daß sein Sohn Donald Trump jr. 2024 zur Präsidentschaftswahl antreten werde, und gründet einen TV-Sender namens "MAGA-TV", der vor allem Aufnahmen aus den letzten Wochen des Präsidenten im Amt senden soll. Die Demokraten bereiten einen sauberen Übergang vor, schmieden Koalitionen, und beginnen, polizeiliche Untersuchungen gegen Trumps korrupte Bande einzuleiten.

Szenario 3: Klarer Wahlsieg Trumps. Dies ist aus der Sicht des Transition Integrity Project das "worst case scenario". Das "electoral college" geht an Trump, die "popular vote" mit deutlichem Vorsprung an Biden. Trump vermutet Wahlbetrug hinter diesem Vorsprung Bidens, und erklärt die darob einsetzenden Proteste gegen seine Präsidentschaft als "anti-amerikanisch", "undemokratisch" und "Herrschaft des Pöbels" (mob rule). Er setzt Provokateure ein, um sicherzugehen, daß die Proteste eskalieren, damit er das Narrativ eines gewaltsamen Aufstandes gegen einen rechtmäßig gewählten Präsidenten verbreiten kann.

Die Republikanische Partei unterstützt seine harte "Law and Order"-Linie gegen die Anarchisten, hält ihn allerdings zur Mäßigung an. Trump beginnt nun ruchlos, seine Macht zu konsolidieren, etwa, indem er gegen den "Deep State" vorgeht und sonstigen institutionellen Widerstand gegen seine Agenda eliminiert. Das Militär wird mit "pro-amerikanischem" Führungspersonal bestückt, Ernennungen von linientreuen Richtern werden vorangetrieben, dem Big Business werden finanzielle Vergünstigungen angeboten, um es auf seine Seite zu ziehen.

Biden zieht nun seine Akzeptanz des Wahlergebnisses zurück. Landesweit herrscht Empörung, daß ein Kandidat, der die "popular vote" verloren hat, zum dritten Mal innerhalb von 20 Jahren zum Präsidenten ernannt wird. Das Biden-Team stellt mit Unterstützung der Demokratischen Partei das "electoral college" insgesamt in Frage und beklagt Manipulation durch "voter supression", also Versuche, Bürger durch diverse legale wie illegale Schikanen vom Wählen abzuhalten oder sie in irgendeiner Weise einzuschüchtern oder zu nötigen. Das Land stürzt nun rasant in eine "ausgewachsene Staatskrise" ("a full-blown constitutional crisis"), gekennzeichnet durch:

Politisches Chaos; weit verbreitete Gewaltandrohungen und sporadische Gewaltausbrüche auf den Straßen; ein feindseliges, gefährliches, hochparteiisches und häufig ungehemmtes Informations- und Medienumfeld.

Bidens Team ruft nun insbesondere die Staaten Kalifornien, Oregon und Washington zur Sezession auf, falls sich die Republikaner weiterhin gegen eine Abschaffung des Wahlmännersystems wehren. Trumps Team provoziert diesen und andere Vorstösse massiv, um die Demokraten als Spalter der Nation hinzustellen, die einen illegalen Staatsstreich planen. Trump inszeniert sich als Retter der nationalen Einheit und Bollwerk gegen die radikalen Gruppen, die Biden unterstützen und die USA zerstören wollen. Biden gelingt es schließlich, das mehrheitlich demokratisch besetzte Repräsentantenhaus dazu zu bewegen, ihm die Präsidentschaft anzuerkennen. Die Republikaner lehnen dies ab, und die Lage bleibt unentschieden bis zum 20. Januar. "Es blieb unklar, wie sich das Militär in dieser Lage verhalten würde." ("It was unclear what the military would do in this situation.")

Szenario 4: Knapper Wahlsieg Bidens. Biden gewinnt mit neun Wahlmännern Vorsprung das "electoral vote", während er beim "popular vote" nur 1% Vorsprung hat. Trump erkennt den Wahlsieg des Kontrahenten nicht an. Er wettert nun gegen die "gestohlene Wahl" und läßt Untersuchungen wegen Wahlbetrug einleiten. Er setzt eine riesige "Desinformations-Kampagne" in Gang, die sich auf die Legitimität der Briefwahl fokussiert. Seine Unterstützer streuen die Lüge, Biden habe einen Schlaganfall erlitten, um ihn als amtsunfähig hinzustellen. Das Team Trump erkennt allerdings, daß es für eine effektivere Strategie noch mehr Chaos stiften muß, damit Trump als Retter von Recht und Ordnung präsentiert werden kann:

Das Trump-Team schürte Chaos und Tumulte, indem es die lokalen Polizeikräfte dazu drängte, Black-Lives-Matter- und Pro-Biden-Demonstrationen zu zerschlagen, während es gleichzeitig Altright-Anhänger und "Boogalos" dazu ermutigte, auf linke Demonstranten loszugehen.

Team Biden bezeichnet Trumps Vorgehen als "häßlich und spalterisch" und zieht etliche namhafte Republikaner auf seine Seite, darunter Mitt Romney. Vier Millionen Amerikaner gehen für Biden auf die Straße. Im Zuge dieser Demonstrationen kommt es zu Vandalismus und gewaltsamen Zusammenstößen. Schließlich stellt sich das Militär offen auf die Seite Bidens. Die in die Defensive getriebenen rechten Medien verfolgen nun besonders aggressive Fake News-Kampagnen, inklusive dem Aufwärmen von Verschwörungstheorien à la "Pizzagate". Die sozialen Medien werden von rechten Memes überschwemmt, in denen aufgefordert wird, die Verfassung auch vor ihren inländischen Feinden zu schützen.

Trump hat sich inzwischen im Weißen Haus verschanzt wie Hitler im Führerbunker und beginnt, reihenweise inkriminierende Dokumente zu verbrennen. Er erläßt etliche präventive Begnadigungen für die Mitglieder seines Kabinetts, inklusive sich selber. Schließlich wird er von Geheimdienstbeamten aus dem Weißen Haus eskortiert, aus hochprofessionellem Respekt vor seinem Amt allerdings nicht vor dem 20. Januar. Trump gründet den TV-Sender TRUMP TV, der umgehend Propaganda für eine Amtsenthebung Bidens verbreitet.

Biden führt indessen das Land zu einem Happy-End: Lösungsvorschläge zu der coronavirusbedingten Wirtschafts- und Gesundheitskrise werden aus- und angepackt, eine Versöhnung mit den Republikanern wird vorangetrieben, und das gespaltene Land wieder vereint. Biden steht glänzend da, hat er doch Trump in den ersten Tagen nach der Wahl die Chance gegeben, Gesicht und Würde zu wahren, und den Wahlausgang zu akzeptieren. Als nächsten Schritt leitet die Demokratische Partei polizeiliche Untersuchungen über die kriminellen Aktivitäten der Trump-Familie ein.

An Szenario 3 fällt auf, daß sich Biden darin nicht gerade wie Al Gore, sondern mindestens so unnachgiebig verhält, wie man es von Trump befürchtet. Er kämpft gegen eine "gestohlene Wahl", riskiert sogar den Zerfall der nationalen Einheit, um Trump zu stoppen, und spielt dabei ironischerweise die Rolle der Südstaaten-Konföderation:

The Biden Campaign encouraged Western states, particularly California but also Oregon and Washington, and collectively known as “Cascadia,” to secede from the Union unless Congressional Republicans agreed to a set of structural reforms to fix our democratic system to ensure majority rule.

Unzweifelhaft ist Szenario 4 jenes, das sich die Demokraten am innigsten herbeiersehnen. Im Gegensatz zu Szenario 2, das einen relativ widerstandslosen Abgang vorsieht, weil es an den Wahlergebnissen kaum etwas zu rütteln gibt, wird Trump hier gründlich als schlechter Verlierer, Krimineller und Aufwiegler von Rechtsextremisten entzaubert und entlarvt. Jeglicher Nimbus, den er nach seiner Niederlage noch haben mag, wird vernichtet. Dies halten die Köpfe hinter TIP offenbar für sehr wichtig. Nachdem der Störenfried unehrenhaft abgesetzt wurde, ist der Alptraum endlich vorbei, alles wird wieder wie früher, als Amerika noch ungespalten war. Die gewaltsamen Szenen im Zuge der Demonstrationen werden "bad optics" für Generationen liefern, um die Rechte ein- für allemal zu diskreditieren.

Auffällig ist, daß die Szenarien sowohl im Falle eines Sieges (3) als auch einer Niederlage Trumps (4) gewaltsame Straßenkämpfe vorsehen, die in beiden Fällen auf sein Konto gehen, ganz so, als könnte die Lage ohne seine Agents provocateurs und rechten Sturmtruppen nicht eskalieren, was natürlich angesichts der Randale dieses Sommers lächerlich ist. Von offener linksextremer Gewalt und Aggression ist keine Rede, und die Formulierung "violent skirmishes and vandalism took place during these demonstrations" scheint bewußt vage gehalten.

Das paßt natürlich zu dem beschönigenden Narrativ über die Vorgänge der letzten Monate, das von den Demokraten verbreitet wird, wie unlängst von Michelle Obama (satirische "Verbesserungen" hier und hier).

Sie schüren Ängste vor schwarzen und braunen Amerikanern. Sie verbreiten die Lüge, Minderheiten würden die Vorstädte zerstören, Gewalt und Einschüchterung anfachen. Und sie schieben all dies einer Bewegung für rassische Solidarität in die Schuhe, die sich in ihrer überwältigenden Mehrheit friedlich verhalten hat. Es ist wahr. Recherchen stützen es. Nur bei einer winzigen Bruchzahl von Demonstrationen hat es irgendeine Form von Gewalt gegeben. Was der Präsident tut, ist also - einmal mehr - offenkundig falsch. Es ist moralisch verwerflich, und ja: es ist rassistisch.

They are stoking fears about black and brown Americans, lying about how minorities will destroy the suburbs, whipping up violence and intimidation, and they are pinning it all on what’s been an overwhelmingly peaceful movement for racial solidarity. It's true. Research backs it up. Only a tiny fraction of demonstrations have had any violence at all.  So what the president is doing is once again patently false, it’s morally wrong, and yes, it is racist.

Da bleibt einen nur mehr die Spucke weg, wie es die Eliten, die Michelle Obama repräsentiert, immer wieder schaffen, in einem derart moralisierenden, empörten Brustton auf eine derart unverschämte, krasse, ja geradezu diabolische Weise zu lügen (siehe dazu auch Teil 1 und 2 dieser Artikelserie) und die Wirklichkeit auf den Kopf zu stellen. Das ist "Gaslichtern" in einem epischen Ausmaß. "Research" zeigt vielmehr, daß das genaue Gegenteil von Mrs. Obamas Behauptungen zutrifft (siehe etwa hier, hier, hier, hier.)

Sind Michelle Obama und Rosa Brooks (oder wen auch immer man hier an ihrer Stelle nennen mag) tatsächlich so weit von der Realität entfernt, daß sie glauben, die Wahrheit zu sagen? Sind sie wahnsinnig und verblendet? Sind sie auf das Bild, das sie selbst von Trump gemalt haben, hereingefallen? Oder ist die offenkundige Lüge Teil der Strategie?

Da Linke immer ihre eigenen Vorhaben auf den Gegner projizieren, kann man aus diesem Dokument vielleicht ein paar beunruhigende Dinge herauslesen.

Ein Wahlsieg Bidens, ob klar oder knapp, wird womöglich zu ähnlichen Ergebnissen wie in Szenario 3 (Wahlsieg Trumps) führen, nur eben seitenverkehrt: Noch stärkere Konsolidierung des Systems, das sich kein zweites Mal einen Trump erlauben kann, noch stärkere ideologische Gleichschaltung der Presse und der Institutionen, noch mehr politische Zensur und Säuberung der sozialen Medien, noch größere Ächtung von politischen Positionen außerhalb der rot-blauen Spielregeln, noch mehr tiefer Staat, noch mehr Politisierung von FBI und CIA, um "white supremacy" zu bekämpfen, noch mehr Antifa-Terror, noch mehr Haßreden-Kontrolle (vielleicht sogar bis zur Abschaffung oder Einschränkung des "First Amendment"), noch mehr BLM-Kult, noch mehr "kritische Rassentheorie", mit anderen Worten so etwas wie die Bolschewisierung der USA. "Heal the Country" ist eine Illusion oder eine Lüge. Mit oder ohne Trump wird es kein Zurück mehr geben in die Zeit vor 2016 oder 2008 (Obama) oder auch 2000 (Bush II.).

Sollte es im Falle einer Niederlage Demonstrationen und Proteste zugunsten Trumps geben, dann werden diese gezielt von Provokateuren unterwandert werden, um sie als gewalttätig und rassistisch hinzustellen, den "Trumpismus" endgültig zu diskreditieren und politische Repressionen zu rechtfertigen. Man sollte sich auf "false flag"-Aktionen oder von Geheimdiensten gesteuerte "weiße Suprematisten" gefaßt machen, die dann genau das Skript in die Wirklichkeit umsetzen werden, das schon seit langem in die Köpfe der Massen gepflanzt wird.

Sollte es im Falle eines Sieges von Trump zu linken Demonstrationen mit den üblichen Folgen kommen, werden diese ebenso als gerechter, "mehrheitlich friedlicher" Zornausbruch der Diskriminierten und Ausdruck "rassischer Solidarität" hingestellt werden wie die Exzesse der letzten Monate. Sollte es zu Gewalt kommen, wird man auch hier einen Weg finden, sie Trump-Anhängern in die Schuhe zu schieben, die man bei der geringsten Gegenwehr als Extremisten, Massenmörder und Terroristen hinstellen wird.

Vierter und letzter Teil folgt.


Martin Lichtmesz

Martin Lichtmesz ist freier Publizist und Übersetzer.


Kommentare (28)

Einsiedler

8. Oktober 2020 12:31

Es ist interessant, daß in dem Dokument mit dem Titel "Preventing a Disrupted Presidential Election"  ausgerechnet das nicht unwahrscheinliche Szenario fehlt:  "knapper Wahlsieg Trumps" , mit den entsprechenden Reaktionen...

Honi soit qui mal y pense.

Laurenz

8. Oktober 2020 14:13

@Einsiedler

Über diesen Gedanken fällt man meistens bei allen Artikeln, die einem bezüglich der bevorstehenden US-Präsidenten-Wahl begegnen, auch dem hier von ML. Es scheint, wie übrigens auch bei der letzten Wahl, eine ausgemachte Sache zu sein, daß Trump verliert. Was ist denn, wenn nicht nur ein knapper -, sondern ein grandioser Wahlsieg Herrn Trump beschert würde? Wie ML schreibt, die Demokraten haben die ganzen letzten 4 Jahre vergeblich versucht, Trump des Amtes entheben zu lassen, damit sind die US-Demokraten so demokratisch, wie einst die Deutsche Demokratische Republik. 

@ML

Wer eine Republik nach dem Vorbild Roms kreiert, gab vor 240 Jahren einerseits seine Absicht kund, ein Weltreich zu begründen und muß andererseits damit rechnen, daß daraus ein Kaiserreich entstehen kann. Auch Rom war seinerzeit ein Oligarchen-Stadl.

Sandstein

8. Oktober 2020 18:16

Ich lese die Texte von ML immer mit viel Gewinn und staune über meine Ahnungslosigkeit: lese immer wieder Namen "einflussreicher Reps [...]", die ich nicht einmal kannte. 

Bezweifle aber ob diese Fixierung auf das Thema USA/Trump-Biden uns hier weiterbringt. Dachte immer das sei ein Fetisch der Linken. Nun ist Trump ja bereits seit einer Legislatur Präsident und schon vor Jahren kursierte die Theorie, ein konservativer US-Präsident hätte großen Einfluss auf die Entwicklung in Europa. Dem ist aber offensichtlich nicht so. Auch gibt es Punkte in der US-Außenpolitik, die unter Trump und Biden gleich behandelt werden/würden. Schiefergas vs. Northstream ist so ein Beispiel. Man muss einfach sehen dass es hier nicht um den Präsidenten geht, sondern die geostrategische Ausrichtung der USA insgesamt. Das begann schon unter dem angeblichen Europafreund Obama und wird weitergeführt werden. Weil die wahre Macht eben nicht beim Präsidenten liegt. Die Strategen der US-Außenpolitik haben längst die neuen Gegner ausgemacht und hier geht es eben nicht mehr um Europa oder Russland. Das muss man so anerkennen und entsprechende Ableitungen treffen. In diesem Sinn: Danke für die Artikel sehr geschätzter ML, ich halte das dennoch für im Grunde belanglos was da passiert oder nicht passiert. 

Gruß!

Volksdeutscher

8. Oktober 2020 18:55

"Präsident Trump schürt Ängste, dass er die Macht nicht freiwillig abgeben wird." Dogmatischer kann man es wohl kaum formulieren.... Erinnert mich an die Rhetorik des Zentralkommittees der KP.

Unter den geschilderten Umständen ist es schwer, zuverlässige Analysen abzugeben. Ich tippe auf den knappen Sieg Trumps. Man kann es abtun als wunschdenken. Aber warum sollte man sich diesen Sieg nicht wünschen dürfen?

Gotlandfahrer

8. Oktober 2020 22:04

@Sandstein: "halte das dennoch für im Grunde belanglos was da passiert..."

Denke eher, dass es von Belang ist.  Sie haben Recht, was staatsdeterminierte Geostrategie angeht.  Da jedem Staatsapparat die Jacke näher als die Hose ist, werden viele Themen wie Northstream 2, das Abhören von "Freunden" etc. vermutlich unabhängig vom jeweiligem POTUS ausfallen.  Auch wird sich kaum ein Ami wirklich für Europa interessieren, denn der Mangel an Interesse am Eigenen ist ja gerade Eigenschaft der weißen Kultur.  Die derzeit das eigentliche Ziel aller Attacken ist.  Insofern gibt Trump, gerade weil er die Regeln dieser "Kultur" bricht, die diese Attacken "eigenartigerweise" herbeigeführt hat, und obwohl er alles andere als ein Vorbild "klassischer" Art ist, dem (größtenteils) unbewussten weißen Überlebenswillen Ausdruck. Es ist längst Krieg und jeder Schlag ins "Demokratengesicht" erhält die Chance aufs Überleben.  Sogar obwohl er über das Ordnungsticket viele nichtweiße Bürger gewinnt. 

Da diese Attacke eine auf "uns alle" ist, selbst wenn die Opas der heutigen Cowboys einst in B-24-Bombern ihre eigene Geburtsstadt in Schutt und Asche legten, ist das Schicksal der weißen Amis mitbestimmend für unseres.  Wird den Gringos erstmal klar, dass es um ihre Hälse geht, hat dies ggf. unabhängig vom Ausgang des Konflikts erhebliche Wirkung auf uns in Neu-Großbalkan.

Laurenz

8. Oktober 2020 22:12

@Sandstein

Wie kommen Sie darauf, daß Obambo ein Europa-Freund war oder ist? Er hat Freunde in Europa, wie zB unsere Staatsratsvorsitzende oder das Magazin "Der Relotius", aber was haben beide schon mit Europa zu tun, außer, daß sie da wohnen?

Obambo war derjenige, der in Ramstein verkündete, daß das ex-deutsche Buntland bis 2099 ein Besatzungs-Land bleibt.

Obambo ließ täglich über Ramstein 9 Terroristen per Drohne vom Esel schießen, was uns weltweit ganz viel Freunde bescherte.

Obambo war es, der uns den US-Corps mit TTIP untertan machen wollte.

Es war der Massen-Mörder Obambo, der sich von unseren weltbürgerlichen Ex-Protestanten als Pop-Stern auf den Kirchentag einladen ließ.

Und diese Ex-Lutheraner haben doch mit Europa auch nicht mehr auch nur das geringste zu tun. Diese arg unchristliche Bedford-Strohm-Mafia hat auf unsere Kosten die globale Welt als Geschäftsmodell. Bunt- oder Europa-feindlicher kann man gar nichts sein. Da kommt sogar @Franz Bettingers "Tiefer Staat" nicht mit.

Können Sie, Sandstein, Sich vielleicht selbst mal die Frage stellen, ob Sie zu Europa gehören oder zu Seinen Feinden? Hier ein Video für Sie, damit Sie Sich die Frage Selbst beantworten können.

https://youtu.be/wP0HYmrKs_8

Gotlandfahrer

9. Oktober 2020 00:15

Charmant- insbesondere der letzte Satz:

https://www.youtube.com/watch?v=xWFQNB-sn6s&feature=emb_logo

Gibt es einen Grund warum dieser Ort hier nicht genannt wird? Vielleicht bin ich zu naiv.

Der_Juergen

9. Oktober 2020 09:47

@Sandstein @Gotlandfahrer

Ich kann @Sandsteins Ansicht, wonach die Wahlen in den USA für uns keine Bedeutung haben, einfach nicht begreifen. @Gotlandfahrer führt einige triftige Gegenargumente ins Feld, drückt es aber noch nicht prägnant genug aus, dass die weisse Menschheit jetzt an einem Scheideweg steht. Siegt Trump, ist der Krieg längst noch nicht gewonnen, aber es bestehen gute Chancen. Gewinnt Biden und damit die Linksextremisten, deren Handpuppe er ist, steht der europäischstämmigen Menschheit "eines langen Tages Reise in die Nacht" bevor. Auch dann ist ihr Untergang nicht unvermeidlich, aber der Überlebenskampf wird noch sehr viel härter, weil ein bolschewistisches Regime in Washington seine Gesinnungsfreunde in Europa auf Biegen und Brechen unterstützen wird. Von Russland ist unter Putin keine Hilfe zu erwarten; seitdem er den Corona-Schwindel mitgemacht hat, ist er für mich endgültig als Agent der NWO diskreditiert. Dass er dem Westen in Weissrussland und anderswo Widerstand leistet, liegt wohl nur daran, dass er seinem Staat im Rahmen der NWO einen Logenplatz sichern will.

 

Gelddrucker

9. Oktober 2020 12:43

@Juergen:

 

Ist das so? Wenn Trump gewinnt vergehen vielleicht noch 4 weitere Jahre, in dem viele nicht die demographischen Prozesse verstehen werden, die dazu führen, dass Trump defintiv der letzte republikanische Präsident sein wird. 4 Jahre mehr, in dem ausserparlamentarische Lösungen unwahrscheinlicher werden, da Hoffnungen auf Trump liegen.

 

Wenn Biden gewinnt, sollte man den letzten klarmachen, dass definitiv durch Wahlen nichts zu holen sein wird und man andere Lösungen finden sollte, Sezessionen etc. Und dann als warnendes Beispiel für Europa hernehmen, wo noch etwas Zeit bleibt, um die ethnische Wahl zu besiegen. Denn selbst Frankreich ist noch ca. 80% weiß. Deutschland geschätzt 90%.

Ein gebuertiger Hesse

9. Oktober 2020 13:17

@ Jürgen und grundsätzlich: Es stellt sich die sehr heiße Frage, welche heutigen Staatsmänner denn überhaupt Alliierte im Kampf um das "Bleiberecht" der weißen Menschheit und ihrer autochthonen Völker sind. 

Laurenz

9. Oktober 2020 15:21

@Ein gebuertiger Hesse

Putin, Orban, Kaczyński und ein paar andere ihrer Art. Hierzu können Sie noch Ostasien & Israel (überhaupt der Mittlere Osten) zählen. Da kommen Sie nur rein, wenn Sie Geld mitbringen. Ohne Papiere, so wie bei uns gehen Sie mit der nächsten Maschine postwendend zurück, dahin, wo sie hergekommen sind. Das ist den Fluggesellschaften, die dort Start- und Landerecht haben, gesetzlich so aufgebürdet. Auch in Ozeanien ist es extrem schwierig ohne Geld oder Papiere ins Land zu kommen. Wenn Sie das alles zusammenzählen, kommen Sie auf mehr als 75% aller 193 Staaten weltweit. Wir in Europa sind die Oase der Idioten und in Berlin logiert das Welt-Moral-Hauptamt. Wieder einmal soll am deutschen Wesen die Welt genesen.

Sandstein

9. Oktober 2020 18:15

I

@gotlandfahrer

Wir stimmen also überein dass die Hauptlinie der US-Interessen unabhängig vom Präsidenten vertreten wird. Und die USA haben eben kein Interesse mehr an Europa, höchstens als Absatzmarkt. Alle anderen Kapazitäten werden in Süd- und Ostasien benötigt.

Sie schreiben "Wird den Gringos erstmal klar, dass es um ihre Hälse geht, hat dies ggf. unabhängig vom Ausgang des Konflikts erhebliche Wirkung auf uns in Neu-Großbalkan." Und das ist eben nur eine Theorie, meine Ansicht gründet hingegen auf die Ableitung der Entwicklung der letzten Jahre. Und da ist so ziemlich gar nichts passiert. Ansonsten hätte ich da noch paar Zahlen: 1900 waren knapp 33% der Weltbevölkerung Weiße, für 2050 rechnet man mit nur mehr 7% - sieben! Nur 2% der Weltbevölkerung hat blonde Haare (eingerechnet sind da schon helle Uiguren und andere Ausreißer..) Und auch Trump wird daran nichts ändern können. Gleichwohl wünsche ich ihm die Wiederwahl - als Mittelfinger an alle Progressiven. Mehr aber auch nicht. 

Sandstein

9. Oktober 2020 18:21

II 

@Laurenz das "Europafreund" zielte eher auf den Zustand der diplomatischen Beziehungen ab, habe jetzt keine Reisedaten verglichen aber Trump dürfte wesentlich weniger auf dem alten Kontinent unterwegs gewesen sein. Ich schrieb übrigens explizit "angeblich"- anscheinend vergeblich. 

Ihre plumpe Polemik übergehe ich einfach mal, was soll ich denn zu diesem Vorwurf schreiben? ..Danke für das Video. Mein Europafaktor ist um "1" gestiegen. 

@Jürgen

Sie müssen doch meine Einschätzung nicht teilen, aber verstehen sollten Sie sie schon. Gelddrucker weißt auf die Demographie hin, und das ist ganz richtig so. Zahlen können nicht lügen. Wobei die angeführten 90% für Deutschland nicht ganz stimmen, aber sei es drum. Wirklich Leute: streift das Korsett ab und fangt endlich an, frei zu denken. Ich lebe lieber in einem norwegischen Fjord mit den Nachbarn Haakon und Einar als in einem Großdeutschen Reich mit Migrantenanteil 80%. Und da oben wird es noch ne ganze Weile kalt genug bleiben um Ruhe zu haben. Wie heißt die Seite? Sezession, eben. 

ML: Wird ein bissel eng werden für Haakon, Einar und Sie, wenn wir alle Ihrem Beispiel folgen...

links ist wo der daumen rechts ist

9. Oktober 2020 20:32

@Laurenz

https://youtu.be/wP0HYmrKs_8

Verzeihung, das ist schlicht und einfach KITSCH übelster Machart!
Sehen Sie sich nur einmal die - natürlich englischsprachigen! - Kommentare an...

Nein, solange z.B. Polen und Tschechen sich nicht zu ihren Vertreibungsverbrechen bekennen und den Amis weiterhin in den A.... kriechen, ist jedes Gerede von Europa hinfällig.

Empfehle Ihnen als Österreicher zuerst einmal ein klares Bekenntnis zur deutschen Kulturnation, was Trauer über Verlorenes ohne Revisionismus einschließt, und dann als Lektürehinweis zwei Bücher über das tragische Schicksal Gerhart Hauptmanns:

https://www.kulturforum.info/de/news-und-tipps/3284-1011839-gerhart-pohl-bin-ich-noch-in-meinem-haus

zu Gerhart Pohl:
https://kulturportal-west-ost.eu/biographien/pohl-gerhart-3

mit Vorbehalten:
https://literaturkritik.de/pleschinski-wiesenstein-vermaechtnis-dichtung-hans-pleschinskis-gerhart-hauptmann-roman-wiesenstein,24633.html

Daß die Deutschen ihre natürliche Schutzmachtfunktion für Europa im 20. Jhdt. dreimal auf unterschiedlichste Weise verspielt haben, steht auf einem anderen Blatt.
 

Nordlicht

9. Oktober 2020 21:50

Betr.: Ist es für uns Deutsche wichtig, ob Trump (wieder) gewählt wird oder Biden?

Weil hier alles - fürher mit gewessem Zeitverzug, jetzt sofort, siehe BLM etc - nachgeäfft wird, was in den USA gerade Mode ist, ist jede dortige Entwcklung schon für uns wichtig.

Natürlich kann Trump keinem Deustchen und keinem Europäer den Kampf für die Bewahrung des Eigenen abnehmen; unsere Interessen sind keines US-Präsidenten Interessen. Es wäre aber schon hilfreich, wenn dort eine konservative Regierung am Ruder ist, die den linken Sektierern und Gewalttätern Paroli bietet.

Ironisch könnte man noch sagen, dass die USA in Bezug auf die bewiesene Unmöglichkeit der Integration sehr unterschiedlicher Ethnien nützlich ist.

Dort sind die Unterschiede (- in Bezug auf lernen, Ausbildungs- und Berufsnievau, Arbeitslosigkeit und Kriminalitätsrate) trotz jahrzehntelanger Sonderförderung, trotz Quoten und Bevorzugungen bei Sudienplätzen nicht geringer geworden. Die Debatten an den Universitäten über strukturelle Benachteiligung" sind lehrreich für uns. Im Moment gilt jeder Lehrstoff, in dem Schwarze im Mittel schlechere Noten erreichen, als rassistisch. Wenn bei einem Prof der Noten-Schnitt der Schwarzen schlechter ist als der Weissen+Asiaten: Vorwurf des Rassismus. Das läuft bei allen Fächern - bald auch bei uns.

 

 

 

 

Gurbanguly

10. Oktober 2020 03:18

Man kann wohl davon ausgehen, dass sich die USA nach dem Wahlabend noch Wochen oder Monate lang im Zustand des Chaos und der Ungewissheit befinden werden, einen eindeutigen Wahlsieg für einen der Kandidaten sehe ich nicht kommen.  

Von daher ist ein weiterer Börsencrash wie im März wahrscheinlich. Politische Börsen und deren Kurzlebigkeit hin- oder her, aber das schreit geradezu nach schwersten Turbulenzen. 

Aber das nur zum finanziellen Teil der Angelegenheit. 

 

 

Volksdeutscher

10. Oktober 2020 10:11

links ist wo der daumen rechts ist "Empfehle Ihnen als Österreicher zuerst einmal ein klares Bekenntnis zur deutschen Kulturnation...." - Das ist für mich vollkommen nachvollziehbar. Österreicher waren schon immer die besseren Deutschen.... Im Ernst! ;-)

Sandstein

10. Oktober 2020 10:24

@ML 

auf den ersten Blick ein guter Einwand. Die Zahlen sagen anderes: 

Norwegen hat eine Fläche von 385.000 qm bei nur 5,3 Millionen Einwohnern. Deutschland hat nach den Gebietsverlusten nunmehr knapp über 350.000 qm bei einer Bevölkerung von 83 Millionen. Die meisten Michel werden ja eh auf ihrer Scholle bleiben und auf den einen Erlöser warten. Hoch im Norden zählt außerdem Qualität statt Quantität, das macht es doch so attraktiv. 130.000 gut ausgebildete Deutsche verlassen bereits das Land jedes Jahr - wer will es ihnen verübeln? Diesen Schrott auch noch durch Arbeit und steuern zu finanzieren, sich von den eigenen Politikern verhöhnen lassen, wer macht das denn bitte noch mit? 

nom de guerre

10. Oktober 2020 11:37

Zum Artikel: Ich finde es vor allem erschreckend, wie offen und unverschämt da gelogen wird, und diese Leute trotz dieser Offensichtlichkeit etwa bei dem Video von M. Obama dennoch damit durchzukommen scheinen. Oder durchschauen die Adressaten dieses merkwürdigen Vortrags das sehr wohl, und es geht gar nicht darum, ob die Behauptung stimmt, sondern darum, das eigene Narrativ (wir sind gut, böse ist einzig und allein dieser Trump) aufrechtzuerhalten und es dem Gegner reinzudrücken? Anders kann ich es mir im Grunde nicht mehr vorstellen, denn es ist doch offenkundig, dass es sich bei den Gewalttaten im Kontext mit BLM nicht um Marginalien handelt. Dass Obama das, was sie sagt, selbst glaubt (wie von M.L. als Möglichkeit angedeutet), wäre in meinen Augen sogar schlimmer als eine bewusste Lüge - wegen des Ausmaßes der Fremdsteuerung oder jedenfalls Abschottung, der solche Personen mithin unterzogen wären.

@ Sandstein

"Ich lebe lieber in einem norwegischen Fjord mit den Nachbarn Haakon und Einar als in einem Großdeutschen Reich mit Migrantenanteil 80%."

Schauen Sie mal hier:

https://www.migrationpolicy.org/article/once-homogenous-tiny-iceland-opens-its-doors-immigrants

Ein kaltes Klima ist wohl kaum ein Garant dafür, dass es irgendwo so bleibt, wie es ist.

Phil

10. Oktober 2020 11:50

Der bisher beste Teil der Serie, ein wohl informiertes Geraderücken.

Die Aussichten sind ja alle düster.

 

(Ich vermute, Michelle Obama ist wie oft bei Frauen den Verblendeten zuzurechnen. Ihr Mann weiß es vielleicht besser, hält aber die Klappe 😉)

Laurenz

10. Oktober 2020 13:30

@Sandstein

Meine Polemik provozieren Sie. Man kann quasi gar nicht anders. Diplomatische Korps tanzen nach der Pfeife der Politik, sind also deren Spiegelbild. Unseres agiert wenn, nur mit Geld, weil es sonst nichts zu agieren hat, da hinter dem Diplomatischen Korps keine militärische Option steht. Von daher ist unser Diplomatisches Korps Europa-feindlich. Norwegen hat einen Ausländer-Anteil von 15% und die Skandis haben längst verloren, die USA bestimmen im wesentlichen skandinavische Politik. Wer in Norwegen glaubt, daß Norwegen seinen Staatsfond behalten wird, lebt in Wolkenkuckucksheim. Ost-Europa wehrt sich noch, aber nur Rußland besitzt Souveränität.

Gelddrucker

10. Oktober 2020 13:46

@Sandstein:

 

130.000 gut ausgebildete? Woher wissen Sie dass die gut ausgebildet sind, im Übrigen kommen davon auch viele zurück und in dieser Statistik sind Auslandsstudenten etc mit drin.

 

Sie zweifeln die 90% an? Ihre Rechnung? Ca 8% Muslime, ca 1% Afrikaner, geschätzte 1% andere (Inder, Chinesen, Latinos etc.). Kommen Sie mir bitte nicht damit, dass die Werte alle getürkt sind und die Dunkelziffer unglaublich hoch etc...

Laurenz

10. Oktober 2020 14:03

@links ist wo der daumen rechts ist

Mir ist der europäische Kitsch lieber als der afrikanische oder orientalische! Verstanden? Daß der "Führer" durch seine Wiener Zeit geprägt wurde, läßt tief blicken, auch in Ihre Seele, siehe bei @Volksdeutscher. Hier sehen Sie den Widerwillen der Wiener gegen den gewaltsamen Anschluß Österreichs.  https://youtu.be/hRSwWuVtHF4

Und ja Sie haben Recht, der Ursprung der Verlustes Deutschlands als Schutzmacht Europas basiert auf der II. Reichsgründung. Und hätte der Idiot von letztem Deutschen Kaiser nicht einen Idioten von Kanzler bestellt, der meinte, den degenerierten Idioten von Habsburgern (welche Schweizer sind), die Stange halten zu müssen, wäre Ihr Verlust-Procedere vielleicht vermieden worden. Revisionismus existiert nicht. Es ist immer dann Revisionismus, wenn Deutsche Nationen ihre Interessen vertreten. Die 70.000 Menschen, die SiN verfolgen wissen vielleicht, daß Prag 300 Jahre Deutsche Hauptstadt war und eine viel bessere, als Berlin es jemals gewesen ist, und in Prag steht auch die erste Deutsche Universität.

Laurenz

10. Oktober 2020 14:06

@links ist wo der daumen rechts ist (2)

Es geht gar nicht immer darum, zu schauen, was gewesen ist. Mir persönlich geht es in der historischen Betrachtung darum, was sein wird. Es macht nur Sinn, die Europäer nach deutscher Pfeife tanzen zu lassen, wenn in Deutschland vernünftige Politik gemacht wird. Aber ohne militärische Option spielt Deutschland keine Geige. Das Geigen wird also die nächsten 2 oder 3 Generationen nicht stattfinden. Diese Generationen müssen, lange nach unserem Tod, erst mal durch ein Jammertal, damit wieder das entsteht, was man sich unter Deutschland mit einer Hauptstadt Prag vorstellt. Und unsere tschechischen Freunde dürfen gerne wieder dort leben, wo sie ursprünglich herkommen, weil sie, wie viele andere europäischen Nationen bis heute nicht verstanden haben, daß eine Existenz auf Kosten Deutschlands Europa seinem Ende entgegen führt.

Sandstein

10. Oktober 2020 14:55

@nomdeguerre

danke für den Link, wusste ich noch nicht dass Island 🇮🇸 jetzt auch anfängt Migranten aufzunehmen. Dennoch ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass ich im Norden länger meine Ruhe habe. Man sollte sich auf das Machbare konzentrieren nicht auf Luftschlösser a la „wir holen uns jetzt unser Land zurück“ - das Ding ist durch. Deutsche Kultur und Sprache lassen sich noch bewahren! 

heinrichbrueck

10. Oktober 2020 15:44

@ nom de guerre

Demokratie ist das richtige Herrschaftssystem, für die Mehrheit der Leute. Die Mehrheit hat keine Angst, diese offizielle Theorie zu glauben; sie bekommen aber dann große Angst, aus Versehen fälschlicherweise nicht daran zu glauben. Kämen sie mit einem Verschwörungstheoretiker ins Gespräch, wäre ihre Argumentation danach ausgerichtet, Logikfehler in der nicht offiziellen Theorie zu entdecken; aber diese Anforderungen werden nicht an offizielle Verlautbarungen gestellt, für deren Systemfehler sogar Rechtfertigungen gesucht werden. Könnte die Mehrheit anders funktionieren, wäre die Demokratie nicht eingeführt worden.

Phil

10. Oktober 2020 17:18

Ist ja eigentlich off-topic, aber so viel zur "Oase" Norwegen:

https://www.diepresse.com/4899879/norwegen-wo-das-problem-seit-jahren-benannt-wird

links ist wo der daumen rechts ist

13. Oktober 2020 21:05

Die Karawane ist schon weitergezogen, deshalb nur kurz zu @ Laurenz und @ Volksdeutscher:

Wie es meine österr. Landsleute mit ihrem "Deutschtum" halten und hielten ist mir ziemlich schnurz.
Mir geht es um meine eigene wertkonservative Grundhaltung - und historisch etwa um das klare Bekenntnis der österr. Sozialdemokraten der Zwischenkriegszeit, während die Klerikalfaschisten mit ihrem Dollfuss-Wurm an der Spitze ihr lächerliches Klein-Österreich tatsächlich als besseres Deutschland karnevalesk inszenierten. Sogar viele Juden dachten damals deutschnational, genützt hat es ihnen leider nichts.

@ Laurenz: Bewundere Ihre geschichtlichen Jongleur-Künste. V.a. da Sie genau zu wissen scheinen, was kommen wird.

Zurück zum Thema:
Bin gespannt auf den abschließenden vierten Teil. Die ersten drei waren ja im Gegensatz zur aufgeregten George-Floyd-Berichterstattung angenehm sachlich.
Zur Amerika-Debatte aus österr. Sicht empfehle ich generell das Büchlein von Kuehnelt-Leddihn, Amerika. Leitbild im Zwielicht (Einsiedeln 1971); hatte daraus bei anderer Gelegenheit schon ausgiebig zitiert.

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