23. Oktober 2020

Scheitert die AfD? Neue IfS-Studie

Redaktion / 27 Kommentare

Das Institut für Staatspolitik (IfS) arbeitet bereits seit 20 Jahren an der Zuspitzung politischer und metapolitischer Fragestellungen. 

  • Sezession

Es gibt die Zeitschrift Sezession heraus und verantwortet diesen Blog, veranstaltet zweimal im Jahr eine Akademie für Schüler und Studenten, führt Kongresse und Salons durch – und ist auch publizistisch regsam.

Ein Ergebnis dieser Forschungsarbeit sind die »Berliner Schriften zur Ideologienkunde« (jüngste Veröffentlichung hier), eine weitere die Wissenschaftlichen Studien. Heft 39, das soeben erschienen ist, setzt dabei eine graphische und haptische Überarbeitung erstmals um.

Der Preis bleibt mit 7 Euro weiterhin sehr günstig. Möglich ist er, weil ein solider Stamm an Förderern das IfS und die Verbreitung seiner Arbeitsergebnisse unterstützt. (Informationen über Fördermöglichkeiten: hier.)

Was bietet nun Studie 39? Sie stellt die entscheidende Frage für das auch parlamentarisch aktive rechte Feld: Scheitert die AfD? Die Illusion der Freiheitlichkeit und die politische Alternative.

Mit Josef Schüßlburner gelang es dem IfS, einen versierten Kenner von AfD und Verfassungsschutz, Meta- und Realpolitik erneut als Autor zu gewinnen. Schüßlburner ist Jahrgang 1954, Jurist und war Regierungsdirektor in einem Bundesministerium. Sein Beitrag zur reihe kaplaken bei Antaios war deren 24. Band (Konsensdemokratie. Die Kosten der politischen 'Mitte', vergriffen).

Für das Institut für Staatspolitik verfaßte er die Studie 30 »Verfassungschutz« Der Extremismus der politischen Mitte. Nun also: AfD.

Wird sie scheitern? – Diese Frage treibt jeden Deutschen um. Die einen, weil sie das Scheitern herbeisehnen, die anderen, weil sie in der AfD die letzte Alternative innerhalb des Systems sehen. An letztere richtet sich die neue Studie. Schüßlburner legt darin offen, an welche Illusionen sich diese Hoffnung knüpft. Und er sieht nur ein Mittel, das Scheitern noch zu verhindern: Man muß sich dieser Illusionen entledigen wie einer Fessel, die den eigenen Radius beschränkt.

Eine AfD, die sich weiter mutwillig in eine Lage manövriert, in der sie bundesweit vom Verfassungsschutz beobachtet und mit dem Gütesiegel des Staates als rechtsextrem versehen werden kann, ist am Ende. (Dieter Stein)Die AfD-Führungsspitzen haben sich die allgemein verkündete Auffassung zu eigen gemacht, daß das Grundgesetz die freieste Verfassung der deutschen Geschichte ist. Mit dieser Illusion beginnen sie, ihrer Partei das Grab auf dem Parteienfriedhof der BRD zu schaufeln. Mit dieser Einschätzung stellt Schüßlburner ein bei Konservativen beliebtes Argumentationsmuster vom Kopf auf die Füße, das da lautet:

Schüßlburner zeigt, daß die erfolgreiche Etablierung einer Partei rechts von den seit Besatzungszeiten existierenden Parteien (mit grünem Appendix) zur Voraussetzung hat, daß man sich von solchen Illusionen frei macht und dementsprechend seine politische Konzeption als Grundlage für die erfolgreiche Durchsetzung der allgemeinen Parteiforderungen formuliert.

Eine dieser Illusionen ist, daß der Verfassungsschutz die Verfassung schütz, und daß seine Einschätzung von einzelnen Parteimitgliedern oder Parteiströmungen irgendeine rationale Argumentation zugrunde liegt, außer der, daß man die Etablierung einer Alternative mit allem Mitteln verhindern will.

Heiße Eisen!

Was ist mit der Einschüchterungswirkung auf Beamte, die der Oppositionspartei als aktive Mitglieder angehören? Welche Rolle spielt die »Flügel«-Auflösung für VS-Beobachtung, parteiinterne Kämpfe und die Zukunft einer grundsätzlichen Alternative? Was unterscheidet Ost und West? Wie wirkt sich die demonstrative Grundgesetzfokussierung der AfD auf reale Entwicklungen aus?

Schüßlburner stellt (und beantwortet) diese Fragen ruhig, besonnen, fundiert. Er kommt schließlich zur Skizze der Grundvoraussetzungen für den Erfolg einer Rechtspartei und klärt notwendige politisch-weltanschauliche Grundpositionen einer tatsächlichen Alternative für Deutschland.

Der Grund für die Fehleinschätzungen durch die AfD-Führung liegt in ihrer bundesrepublikanischen Sozialisierung: Bis heute hofft man "im Westen", daß Anpassungsleistungen vom Establishment belohnt werden. Aber: Die AfD darf nicht länger Spielball von VS und Massenmedien bleiben. Sie muß in die Offensive. Als Voraussetzung gilt es, sich über die Situation der Bundesrepublik Deutschland keine Illusionen zu machen. Nur bei der Voraussetzung der Illusionslosigkeit verdient eine Rechtspartei überhaupt einen politischen Erfolg.

Wird der AfD diese Trendwende gelingen? Josef Schüßlburners Studie leistet jedenfalls ihren Beitrag sowohl zur dringend notwendigen Analyse als auch zur drängenden Problemlösung. Man sollte die Studie Parteifunktionären, Mandatsträgern, vor allem aber der Basis möglichst flächendeckend zugänglich machen.

Denn: Die aktuelle Studie des IfS (im neuen Gewand, aber weiterhin zu einem sehr moderaten Preis) stellt die entscheidende Frage für das auch parlamentarisch aktive rechte Feld: Scheitert die AfD? Die Illusion der Freiheitlichkeit und die politische Alternative.

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Josef Schüßlburner: Scheitert die AfD? - hier bestellen. 


  • Sezession

Kommentare (27)

Ein gebuertiger Hesse

23. Oktober 2020 13:00

Sehr gut, ein Titel der mehr als not tut. Das Cover verstößt zwar gegen meine persönliche Überzeugung, daß man für das Gute (hier die Klarstellung des Lage) niemals mit dem Schäbigen werben sollte, doch bringt es das aktuelle Problem der Partei ideal auf den Punkt. Ihr Elend offenbart sich in diesem Foto voll und ganz.

Millenius

23. Oktober 2020 13:23

Ich kann nur begrüßen, wenn sich hier auf der SiN mehr mit der AfD befasst wird. Allerdings stört es mich, dass verallgemeinernd von "der AfD-Führungsspitzen" gesprochen und "dem Westen" gesprochen wird, obwohl wir doch alle längst wissen, dass es "die" AfD und "die" AfD-Führungsspitze schon lange nicht mehr gibt.

Die vorauseilende Unterwerfung und Anpassung unter die linksgrün-globalistische Meinungshoheit mit dem Ziel der Vermeidung einer VS-Beobachtung ist der Kurs der selbsternannten "Gemäßigten" rund um Meuthen.  (Wobei man sich fragen muss, ob die Verhinderung der VS-Beobachtung wirklich das Ziel ist oder nur Vorwand um einen ohnehin favorisierten Unterwerfungskurs durchzusetzen).

Natürlich muss man auch kritisch anmerken, dass der ehem. Flügel und besonders der einflussreichere Gauland diesem Kurs in der Vergangenheit viel zu wenig Widerstand leisteten. Gauland hat diesen Kurs mehr oder weniger selbst unterstützt. (Das zeigte sich u. A. darin, dass er den Rauswurf von Sayn-Wittgenstein und Dennis Augustin mittrug)

 

RMH

23. Oktober 2020 14:45

Das liest sich erst zunächst schlüssig und man muss natürlich auch die Studie erst einmal lesen, um das Thema vernünftig zu diskutieren. Nur eines fällt auf:

Die Annahme, die AfD sei eine rechte oder gar Rechtspartei ist historisch so nicht ganz korrekt. Ein Bilck zurück in die Anfangszeit hilft hier weiter. Das rechte Kräfte versucht haben, auf diese "gärige" Partei, die von Anfang an das Zeug zu einem Erfolg hatte, aufzuspringen und sie inhaltlich auf ihren Kurs zu bringen, gehört zur Geschichte dazu, ist aber auch einer der Gründe, warum der Gärungsprozess noch nicht abgeschlossen ist.

Ich sehe da insgesamt noch lange kein Scheitern.

Gelddrucker

23. Oktober 2020 15:45

Auch innerhalb des Systems kann die AfD nur Sammelbecken sein für den Widerstand.

Sie wird niemals über 50% kommen.

Die Wende muss ausserparlamentarisch erfolgen.

Trotzdem sind gute Wahlergebnisse wichtig, denn sie fördern Bekenntnisbereitschaft, Optimismus und halten Menschen vom Auswandern ab.

Ich frage mich wieso das Thema Auswanderung kaum thematisiert wird, von der AfD nicht, von der Sezession oder auch von Einprozent nicht. Es sind prozentual nicht unbedingt viele, die gehen, aber doch manche, und die fehlen auf der Straße.

brueckenbauer

24. Oktober 2020 00:31

Ich habe schon mehrere Rechtsparteien scheitern sehen; und der Grund war immer derselbe: Die Wähler erwarteten einen schnellen Erfolg und waren enttäuscht, als der nicht kam.

Die AfD schien es besser zu machen, weil sie eine bürgerliche Klientel anzog, die in längerem Fristen zu denken gewohnt ist. Aber auch die alte Arbeiter-SPD konnte lange Zeiten in der Opposition überwintern (und mit einer politisch sicher nicht klügeren oder geschickteren Führungsspitze) - warum? Weil die Wahl der SPD nur kleiner Bestandteil eines Gesamt-Lebenskonzepts war, das in anderen Sektoren auch schnellere Gratifikationen bot, z.B.via der Gewerkschafts- und Genossenschaftsarbeit.

Kurzum, die Frage ist bloß, ob die AfD die notwendigen Jahrzehnte "attentistisch" überleben kann, bis die Verhältnisse sich entkrusten. Ich setze auf die Einsicht der Wähler, dass es sich nicht lohnt, schon wieder auf eine bessere Partei zu hoffen.

Schenkendorff

24. Oktober 2020 02:40

Der beschriebene Ansatz läßt sich hören. Führt, einmal umgesetzt, dazu, daß alle aus dem Öffentlichen Dienst und auch viele Andere wegen des Druckes aus der Partei austreten. Zu bleiben erlauben sich nur die Unbedingten. Wenn man aber sieht, was alles ruck-zuck dazu erklärt wird, außerhalb des Verfassungsbogens zu stehen (z.B. ein in den 80ern noch "verfassungsakzeptabler" Volkstumsbegriff), ist klar, daß eine solche Partei dann schnell auch verboten wird. Die NPD ist dem nur entgangen, weil sie unbedeutend ist. Damit wäre auch keinem gedient. Ich glaube, daß an einer Gratwanderung (meinetwegen "Eiertanz") kein Weg vorbeiführt.

RMH

24. Oktober 2020 08:42

Mir ist mittlerweile der Gedanke einer sich ins klassisch-ordo-liberale (zurück!-) drehenden Oppositions-AfD gar nicht so unlieb. Es wird über Repression geschrieben und geredet und was ermöglich eine freiere Gesellschaft, in der auch die rechten Ränder blühen könnten? Richtig, Freiheitsrechte

Das liberale Element wird nicht ohne Grund auf allen Ebenen bekämpft und die FDP bekommt bspw. ihren Platz am Katzentisch des Systems vor allem deshalb, weil sie noch in der Lage ist, um die 3-4% Ordo-liberaler-bürgerlicher Stimmen vom AfD-Potential zu binden, um dann trotzdem über jedes Stöckchen zu springen, welches das System hinhält.

Ich lehne mittlerweile auch das Konstrukt des sozialen Patriotismus als in der Praxis rechtlich undurchführbar und undurchsetzbar ab, da man Sozialleistungen nur für alle gleich kürzen kann, nicht aber nur für Migranten und für Deutsche dann nicht. Kleines Beispiel Baukindergeld: Mit dieser Staatssubvention wurden vermutlich mehr Migranten ins Wohneigentum gebracht, als Deutsche und damit die Migration wieder mehr verfestigt. Die Liste lässt sich beliebig fortsetzen. Wenn es diese ganzen Subventionen nicht gäbe, würde mancher wieder eher sein Glück in seiner alten Heimat suchen. So aber wandern aus dieser repressiven Sozialstaats-Umverteilungsmaschine namens Deutschland immer mehr Deutsche aus ... das kann es ja auch nicht sein.

Solution

24. Oktober 2020 09:26

Sehr gut. Sollte man weit streuen, besonders den AfDlern vor Ort in die Hand drücken oder per Antaios zusenden lassen.

Franz Bettinger

24. Oktober 2020 11:20

@HeinrichBruek fragt (im Sellner-Strang) nach der idealen Herrschaftsform. Direkte Demokratie und darin eingebettet das Mehr-Klassen-Wahlrecht, empfehle ich. Wie Letzteres zu formieren sei? Das diskutieren wir erst, wenn der Bär erlegt ist. Im Moment läuft er nervös durch die Gegend. Er riecht wohl die Bluthunde, die an den Ketten zerren und aus dem Volk bald auf ihn gehetzt werden.

KraftHans

24. Oktober 2020 13:01

Womit scheitern? Volkspartei zu werden? Kopftuchverbot für kleine Mädchen einzuführen? Unzufriedenen Wählern ein Ventil zu gebe. Was möchte die AfD erreichen? Und was hängt davon ab, ob sie scheitert oder nicht? Was erwarten die Leute eigentlich von der AfD? Was kann man erwarten, wenn selbst Höcke von sich sagt, er sei kein- habe keine Ideologie? Wie kann jemand ohne Kompass die Richtung vorgeben. Woher weiß so jemand dass er überhaupt eine Alternative ist?

Wie ich das verstehe möchte die AfD dass sich die Ausländer gefälligst besser integrieren, auf den Islam pfeifen, arbeiten gehen und gute Deutsche werden. Wem nützt denn sowas?

Lotta Vorbeck

24. Oktober 2020 15:25

@KraftHans - 24. Oktober 2020 - 01:01 PM

Wie kann jemand ohne Kompass die Richtung vorgeben. Woher weiß so jemand dass er überhaupt eine Alternative ist?

Wie ich das verstehe möchte die AfD dass sich die Ausländer gefälligst besser integrieren, auf den Islam pfeifen, arbeiten gehen und gute Deutsche werden. Wem nützt denn sowas?

---

Tja, gute Frage @KraftHans, cui bono?

Antwort: Dem System.

Dietrichs Bern

24. Oktober 2020 16:50

@KraftHans + Lotta Vorbeck

Wem das nützen würde?

Wem würde es denn nicht nützen, wenn Sozialleistungen heruntergefahren werden könnten, weil alle sich selbst anstrengen und Sprache und Bildung erlernen würden?

Wenn Stadtfeste wieder ohne Betonklötze und Sperren stattfinden könnten? Wenn Messer wieder ausschließlich zum Äpfel schälen verwendet werden? 

Wenn Streit unter jungen Männern genau das bleibt, wenn junge Frauen sicher feiern gehen könnten? 

Wenn Jungs Jungs und Mädchen Mädchen bleiben dürfen? 

Wem würde das nützen? Ernsthaft ? 

 

KraftHans

24. Oktober 2020 18:54

@Dietrichs Bern

Was soll man da noch sagen. Wieso zum Teufel sollte ein Mann wollen dass seine junge Tochter "feiern geht"? Natürlich, Geld, Konsum und Feste feiern ist sehr sehr wichtig. Das ist der Lebensinhalt. He he

Es gibt noch einige Leute die nicht durch Ausländer ersetzt werden wollen. Oder gar das ganze Volk in einer "offenen liberalen Gesellschaft" aufgelöst, und ein für alle Mal als politisches Subjekt aus der Geschichte ausradiert sehen wollen.

Aber möchtest du andeuten die AfD könnte oder möchte etwas von deiner Greta- Liste realisieren? Messer zum Äpfel schälen? Wer erzählt sowas bei der AfD?

heinrichbrueck

24. Oktober 2020 21:04

@ Franz Bettinger

Eine deutsche Herrschaftsform.

„Wir sind jetzt ein Imperium, und wenn wir handeln, dann erschaffen wir unsere eigene Wirklichkeit. Und während Sie unsere Realität untersuchen - so aufrichtig, wie sie nur wollen -, kreieren wir schon wieder neue, andere Realitäten. Die können Sie dann freilich auch studieren. So läuft das. Wir sind die Akteure in der Geschichte, und Ihr könnt hinterher alles schön untersuchen.“ Karl Rove, Berater von George W. Bush, zu einem Journalisten

Direkte Demokratie und Mehrklassenwahlrecht steuern jeweils in die falsche Richtung. Demokratie und Wahlrecht sind schon falsch. Führt das Volk ein rechtschaffenes Leben, hat eine deutsche Regierung, ausgebildet dienstfähig zu sein, und dafür zu sorgen, daß es so bleibt. Wahlen sind Dienst am Geld. Der deutsche Mensch steht über dem Geld.

Karl Rove hat das Hinterherhinken beschrieben. Wie soll der Bär eingeholt werden? Die praktizierte Steuerung erlaubt keine deutsche Herrschaftsform. Ein Volksstaat wäre diskriminierend. Im eigenen Land kein Problem, aber dieses Land existiert nicht.

Millenius

24. Oktober 2020 23:04

@Krafthans 

"Wie ich das verstehe möchte die AfD dass sich die Ausländer gefälligst besser integrieren, auf den Islam pfeifen, arbeiten gehen und gute Deutsche werden. Wem nützt denn sowas?"

Die AfD möchte grundsätzlich gar nichts, weil es "die" AfD nicht mehr gibt, und eigentlich auch nie gab.  

Aber grundsätzlich ist es richtig, dass es unklar ist, was die AfD eigentlich erreichen will. Es fehlt ein Endziel, eine Art von "Vision" von einem zukünftigen, "idealen" Deutschland, auf die man dann die Politik ausrichten kann.  Diese Vision muss nicht bis ins letzte Detail ausgearbeitet sein, es reicht, wenn sie in den Grundzügen vorhanden ist.

Die Linke hatte immer so eine Vision.

Und mein Eindruck ist schon lange, dass der sog. "gemäßigten" Flügel überhaupt keine solche Vision hat. Deshalb werden diese Leute nichts erreichen.  Genauso wie die AfD nichts erreichen kann, solange diese Leute die Partei dominieren. 

Der Grund, warum die systemkonservativen Parteien in allen westlichen Ländern, selbst wesentlich konservativer Parteien als die CDU wie etwa die Republikaner, jeden Kampf gegen die Linke verloren haben, ist, dass ihnen eine Vision fehlt. Die Linken konnten Staat und Gesellschaft so Stück und Stück in Richtung ihrer Vision verändern, und das einzige, was diese Konservative erreichen konnte, war diese Veränderung ein wenig aufzuhalten. 

 

Volksdeutscher

25. Oktober 2020 08:40

Ob die AfD den FDP-Kurs oder den CDU-Kurs geht, ist sie in beiden Fällen eine sinnlose und hoffnungslose Alternative und - aus meiner Sicht - obsolet. Was im deutschen politischen Landschaft fehlt (und dieses Fehlen ist besonders in der gegenwärtigen wirtschaftlichen und politischen Krise schmerzlich bewußt geworden) ist eine echte, markante, nationalkonservative Partei, die sich nicht duckt, sich nicht anbiedert, sondern ihre Politik kompromisslos an den grundsätzlichen Lebensinteressen des deutschen Volkes ausrichtet. Das bedeutet an vorderster Stelle: in kultureller, wirtschaftlicher und demographischer Hinsicht. Eine Partei, die sich Alternative für Deutschland nennt, sollte/dürfte keineswegs den Anschein, am allerwenigsten den Verdacht erwecken, für ein anderes Volk in der Welt zu sein - was jedoch geschieht. Diese Prämissen kann ich an der AfD nicht erkennen. Wenn aber der gegenwärtige Kurs der AfD so weitergeht, wird sie sich selbst überflüssig machen, auf jeden Fall eine bedeutungslose Fäuste fuchtelnde Partei und billiger Abklatsch von FDP und  CDU bleiben. Lügner, Kriecher und Verräter sind als Politiker keine Alternative, sie sind zudem ungeeignet und unwürdig, sich Vertreter unseres Volkes zu nennen.

RMH

25. Oktober 2020 10:33

@Millenius,

man sollte "keine Visionen haben" eben einfach ein Stück weit positiver, da realpolitischer, verkaufen. Mehr oder weniger alles, was nicht am linken, marx´schen Chiliasmus, dass es irgendwann ein vom Menschen gemachtes Paradies auf Erden geben wird, hängt hat doch das Problem keine echte Vision, keinen "Mythos" (vgl. Sorel) zu haben. Schnauze Schmidt - ein Politiker, für den sich die SPD mittlerweile fast schon schämt - prägte den Spruch, wer Visionen hat, sollte zum Arzt, aber nicht in die Politik. Der Konservative, der den Mensch als Mängelwesen sieht, bei dem alles ein Stück weit eben nur Stückwerk sein kann etc. - alles hier schon zu Genüge ausgebreitet. Schon allein die bei manchen in der Vergangenheit erfolgte Aufladung der AfD "als letzte Chance" ist damit eigentlich unseriös. Ebenso ist die darauf folgende Enttäuschung, dass es jetzt nicht national und sozial dort läuft, auch unseriös, weil diese emotionale Aufladung nie echter, die Partei durchdringender Wirkstoff war.

Von daher: Gemach, Gemach ... lasst die AfD vor sich hin wursteln und wählt sie trotzdem als Alternative zur Nichtwahl. Im Übrigen: Hilf Dir selbst, dann hilft Dir Gott.

Dietrichs Bern

25. Oktober 2020 11:01

@KraftHans: Nun als Familienvater ist man weniger darauf angewiesen seinem Leben durch die Aufladung von Begriffen Sinn zu geben, dass ich meine Kinder nicht durch zugewanderte Gewalttäter bedroht sehen möchte, hat auch nichts mit irgendwelchen Gretas zu tun.

Leider sind diese konkreten Probleme auch vielen in der AFD zu "popelig", weshalb man lieber ganz scheitert.

Dietrichs Bern

25. Oktober 2020 11:16

@Millenius: Sehe ich anders.

Die Linke verfügt zunächst über nahezu unendliche Ressourcen die sie sich mittels NGO und Steuermitteln für unzählige Auxilien selbst im System beschafft (ich sag nur "Demo-Knete) und sie verfügt über Propagandakanäle noch und nöcher.

Es gibt auf konservativer Seite zumindest in Europa keinen Soros, der Milliarden zur Durchsetzung seiner Weltanschauung aufwendet. 

Darüberhinaus lässt sich nun einmal auf konservativer Seite kaum etwas mobilisieren um die eigenen Lebensgrundlagen und Werte zu verteidigen. Und wenn, grenzt man sich zunächst mal immer untereinander ab, die Linke grenzt sich gegen niemanden ab, da gehört eben auch die Antifa dazu.

 

 

KraftHans

25. Oktober 2020 13:26

1.)

Der Grund warum "Rechte"- "Nationale" Politik scheinbar gegen "Linke" Politik verloren hat, ist weil unsere Herren es so wollen. 

Die Nation als bürgerliches (Händler, Bänker, Kapital..) Projekt war von Anfang an dazu da, um die europäischen Imperien zu zerstören, die Völker mit ihren differenzierten Kulturen zu nivellieren, die Religion und Weltanschauung auszutauschen, Geld ist jetzt Gott, und die natürlich gewachsenen Gemeinschaften, die das Leben der Völker bis zur Moderne bestimmten, in der Nation aufzulösen. Diese war von Anfang an als Vorspiel zur Globalisierung gedacht. Das Großbürgertum mit ihrem Kapital war von Beginn an Weltbürgertum, und ihre Unternehmen waren von Beginn an transnational. Ein Krupp hat nicht nur für Deutschland Kanonen gebaut. Und an den Völkerkriegen verdient.

KraftHans

25. Oktober 2020 13:30

2.)

Die Nationen haben ihre historische Aufgabe erfüllt, und werden von unseren Herren nicht mehr benötigt. Die Globalisierung und Liberalisierung wird weiter voran getrieben. Die Nationen in Transnationalen- Gebilden aufgelöst.

Die westliche "Linke" hat Garnichts erobert. Sie haben die Konzepte die das Weltbürgertum in dieser Globalisierungsphase braucht. Der Marsch durch die Institutionen hat nichts mit "West-Linker" Strategie zu tun. Es waren einfach die Leute die der ideologischen Nachfrage der Eliten entsprachen.

Genderpolitik und Migration hat nichts mit "Linker" Kaperung der Politik zu tun. Es ist die natürliche weitere Liberalisierung, Überführung in die Postmoderne. Eben wie unsere Herren es wollen.

KraftHans

25. Oktober 2020 13:32

3.) 

Und eine Partei ohne Weltanschauung, ohne Ideologie wird immer nur gegen die schlimmsten Symptome der Globalisierung, mit "Realpolitik" ankämpfen.

Symptome mildern ändert aber nichts am Ausgang. Wer sich hier um Sozialleistungen, Gewalt und sonstige Realpolitik schert, der typische unideologische, visionsfreie und "bodenständige" AfD- Vertreter, sollte mal einen Blick in das Musterland der Demokratie und des Liberalismus werfen. Was Gewalt, Armut, Polizeistaat, Migration, Korruption usw. angeht, da ist noch eine menge Raum nach oben in Deutschland.

Was wir hier heute haben sind nur Blümchen, verglichen mit dem was unsere Kinder, dazu noch als schwache Minderheit, im zukünftigen Westeuropa haben werden.

Volksdeutscher

25. Oktober 2020 16:17

1. Dietrichs Bern - Der Zustand, den Sie da beschreiben ist das wahre Elend des rechten Lagers, innerhalb dessen es Lager im Lager gibt. Der Rechte, so wurde es ihm von den Linken eingebleut, müsse sich rechtfertigen und beweisen, daß er ein echter, anständiger, guter, schöner Rechter ist und nicht so ein böser nationalsozialistischer Liederjan. Zuletzt habe ich zu meiner Enttäuschung Martin Sellner in einem seiner Videos so reden hören (müssen). Der Rechte redet sich folglich ein, er müsse für seinen Anstand und edler Gesinnung zu jeder Zeit Beweise vorlegen, aus denen klipp und klar hervorgeht, daß er sehr wohl aus der Vergangenheit gelernt hat.... Dazu dienen ihm auch seine Vorbilder und Helden, die von Nationalsozialisten liquidiert wurden. Der Rechte muß sich zuerst immer moralisch rechtfertigen, ehe er auch nur ein Argument in einer Sache vorträgt. Da aber diese Belege von den linken Verwaltern des politischen Anstands, die er durch sein entgegenkommendes Benehmen bedient, in der Regel nicht akzeptiert werden, wird auf seine besseren Argumente so gut wie nie eingegangen. Verleugnen soll der Rechte immer die Rechte, die für die Linken gefährlich ist, damit jene Rechte, die ungefährlich ist, erhalten bleibt, was die linke Oberhand in der Politik ermöglicht und zeitlich verlängert.

Volksdeutscher

25. Oktober 2020 16:24

2. Dietrichs Bern - Die Linke hingegen verleumdet andere Linken nie, mögen diese selbst Extremisten oder Mörder sein. Wenn es sich das von Mal zu Mal doch so anhört, wie ein Bedauern, so darf man das selbst dann nicht wörtlich nehmen.  Rhetorisch Taktisieren gehört wesentlich zum linken Ablenkungsmanöver, um in der eingeschlagenen Richtung weiter zu gehen (Dialektik). Solange die Rechte diese Taktik durch ihr feiges Verhalten mitträgt, weil sie infolge des aufgenötigten schlechten Gewissens ununterbrochen Reue zeigt, wird sie noch Jahre lang Trübsal über die bestehenden, für ihn ungünstigen politischen Kräfteverhältnisse blasen - es wird sich für ihn darin nichts wesentlich ändern.

Volksdeutscher

25. Oktober 2020 16:36

3. Dietrichs Bern - Solche wie die Geschwister Scholl oder Akteure des bürgerlichen-aristokratischen Widerstands gegen den  Nationalsozialismus, gab es im kommunistischen Herrschaftsbereich massenweise, nur sind sie äußerst Wenigen im Westen bekannt, noch Wenigere interessieren sich dafür. Die Rechte soll sich pusthum stets als Widerständler gebärden, ja aufplustern.... Aber wann treten Linke gegen den Kommunismus in diesem Gestus auf, bevor sie ein Argument aussprechen? Der Rechte soll diszipliniert und auf diese Weise ständig zur Reue, Abgrenzung und Verleugnung gezwungen werden. Warum wohl? Um ihr die Reißzähnen zu ziehen, damit die Linke die moralische Oberhoheit in allen politischen Diskursen, einschließlich in der politischen Praxis, beibehalten kann. Etwa hundertfünfzig Millionen Ermordete im Namen der linken Ideologie ist aber kein Pappenstiel. Oh! Das darf nicht erwähnt werden! Das ist Aufrechnung! Das ist Revanchismus! Auch heute folgen die Linken dieser primitiven Argumentationsschiene. Der Unterschied im linken Verhalten gegen die Nationen zwischen Einst und Heute ist nur ein formaler: heute werden unwillige Nationen nicht zur Vernichtung in Lager gesteckt, sondern sie machen deren eigenes Land zu einem Vernichtungslager, indem man ihnen aus der Fremde fremde Völker zuführt, die die Einheimischen durch ihre Aggressivität in Schach halten und durch ihre höheren Geburtenrate aus dem Nest werfen.

Volksdeutscher

25. Oktober 2020 17:05

4. Dietrichs Bern - Da ist noch ein anderer Faden zu dem von Ihnen erwähnten unangenehmen Zustand. Die Linke spielt immer das gleiche Spiel: sie ist immer das Opfer; die Rechte ist immer die Täterin. Die Linke versteckt sich auch gerne hinter Juden, wenn es in der inhaltlichen Auseinandersetzung hart auf hart kommt, um die Oberhand zu behalten. Und Juden unterstützen gerne Linke, weil diese bereit sind ihnen zu helfen, ihre Herrschaftsposition über die indigene ethnische Mehrheit zu sichern. Es ist und war schon immer eine unheilvolle Symbiose. Unlängst konnten wir entsprechende Aussagen von politischen Akteuren wie Gregor Gysi oder Chralotte Knobloch hören. Ein anderer Grund, warum ein Rechter die kommunistischen Massenmorde als Argument nicht ohne Weiteres erwähnen kann, ist die Tatsache, daß der kommunistische Kader durch alle Führungseben hindurch in etwa 80% aus Juden bestand. Ohne ihre Beteiligung sind auch die "im Namen des Kommunismus" begangenen Massenmorde undenkbar. Man lese Solschenizyn. Es sei denn, der gezähmte Rechte kehrt diese für die Opfervölker/Opfernationen und für die Geschichtsschreibung nicht belanglosen Tatsachen unter den Tisch.... Rechtsintellektuelle in Mittel- und Osteuropa tun das einfach nicht. Aber wo waren da die Nationalsozialisten, als die Linken schon ihre ersten Erfahrungen mit Massenmorden machten - französische Revolution, Pariser Kommüne, Oktoberrevolution und danach die verordnete Aushungerung der russischen und ukrainischen Bevölkerung? Dies sind nur willkürlich herausgegriffene Beispiele.

Volksdeutscher

25. Oktober 2020 18:07

5. Dietrichs Bern - Es gibt einen Unterschied nicht nur im Opferstatus. Es gibt ihn auch zwischen linkem und einem rechtem Massenmord - ich kann Ihnen nur nicht sagen, worin der besteht. Aber wie oft in der Vergangenheit haben wir die sentimentale, uns hinters Licht führen wollende Aussage gehört: "Laßt uns den Sozialismus mit dem menschlichen Gesicht verwirklichen." Unmöglich, da etwas, was durch Marxens Definition nicht abgedeckt ist, kann auch nicht als Sozialismus genannt werden und in Erscheinung treten. Das schließt den dahinführenden Weg mit ein. Solche Aussagen und Erwartungen wurden in der Vergangenheit jedoch allen Ernstes mit vollen Backen vorgetragen, ohne daß der Vortragende losgewiehert hätte. Wir hörten jedoch kein einziges Mal einen Rechten sagen: "Laßt und den Nationalsozialismus mit dem menschlichen Gesicht verwirklichen!" Als denkender Mensch und ein in einer osteuropäischen Gesellschaft in der kommunistischen Ära Sozialisierter frage ich mich, wie eine Korrektur einer Ideologie bei zigmillionen Millionen ermordeten Ofpern denn möglich sein soll, was bei den wesentlich weniger Opfer verursachenden Nationalsozialismus nicht einmal als Frage formuliert werden darf?

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