30. Oktober 2020

Günter Scholdt: Brechts »Maßnahme« und die AfD

Redaktion / 13 Kommentare

Bertolt Brechts Theaterstück »Die Maßnahme« ist eine der am wenigsten verhohlenen Rechtfertigungen eines kommunistischen Mords.

  • Sezession

1930 uraufgeführt, galt es unter Kommunisten als Verrat: Zu offen wurde innerparteiliche Herrschafts- und Gewaltpraxis dargestellt und legitimiert. Der Literaturwissenschaftler und politische Publizist Prof. Dr. Günter Scholdt legt »Die Maßnahme« seiner Lageanalyse zugrunde, die er unter dem Titel Brechts "Maßnahme" und die AfD in der reihe kaplaken veröffentlicht hat (hier einsehen und bestellen).

Deutschland 2020 bedeutet Unterdrückung und Zersetzung von Alternativen mit allen Mitteln. Aber verhält sich die "Alternative" unter diesem Druck richtig? Nein, meint Scholdt, und geht mit der Partei hart ins Gericht. Wir sprachen nun mit dem Autor über seine grundlegenden Thesen.

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SEZESSION: Herr Professor Scholdt, welche hauptsächlichen Aussagen enthält Ihr jüngster kaplaken-Band?

SCHOLDT: Er bietet die Analyse eines makabren kommunistischen Lehrstücks von 1930 als fortgesetztes Politikum. Gegenwärtig taugt es als Modell für die Sanktionierung Unangepaßter durch die jeweiligen Parteiführungen.

Ein weiterer Akzent liegt auf der prekären Zwickmühle, in die unsere Herrschaftsclique die AfD manövriert hat: Entweder sie fügt sich bundesrepublikanischen „Korrektheits“-Normen und verrät damit einen Teil ihrer Wähler, insbesondere in ihrer Abneigung gegen Maulkörbe. Oder sie wird durch diverse „Verfassungsschützer“ grundgesetzwidrig ausgegrenzt.

SEZESSION: Sie beraten in Ihrem Büchlein die AfD gewissermaßen?

SCHOLDT: Der Band votiert nicht für diese oder jene AfD-Werbetaktik und beteiligt sich an Richtungsdiskussionen nur insoweit, als er die jeweiligen Konsequenzen durchdekliniert. Im Zentrum steht vielmehr die Frage, ob oder wodurch die AfD als Freiheitspartei überlebt.

Hinsichtlich des fundamentalen Vernichtungswunschs des Establishments einem so gefährlichen Stimmenkonkurrenten gegenüber sollten allerdings keine Illusionen bestehen. Auch eine forciert „bürgerliche“ Fassade änderte daran wenig.

SEZESSION: Muß in so gefährlicher Lage nicht alles vermieden werden, was Mainstream-Angriffe begünstigt? Ist strengste Disziplin oberste Pflicht der AfD?

SCHOLDT: Auch eine junge, sympathisch aufmüpfige Partei, die erstmals seit langem wieder Volks- statt nur Elite-Anliegen vertritt, ist kein Tummelplatz für egozentrische Schwadroneure. Gleichwohl erwartet man von einer parlamentarischen Kraft, die sich nennenswert von der Abnick-Mentalität der Altparteien unterscheidet und sich gar als „Alternative für Deutschland“ versteht, grundsätzlich mehr Liberalität.

In den Gründungstagen zumindest spürte man allenthalben den Wunsch, nicht nur unser gesellschaftlich oktroyiertes Duckmäusertum zu überwinden, sondern auch innerparteilich temperamentvolle Diskussionen zuzulassen. Diesem freiheitlichen Geist entspricht eher eine größere Bandbreite zu tolerierender Meinungen.

SEZESSION: Rechtfertigt das auch jüngste skandalträchtige Äußerungen wie die des Ex-Pressesprechers Lüth?

SCHOLDT: Natürlich nicht. Es ekelt mich zwar vor der in Mode gekommenen Praxis, rechtsalternative Repräsentanten wie Lüth oder Strache (ehemals FPÖ) mit perfiden bzw. geheimdienstlichen Mitteln unappetitliche Statements zu entlocken. Und aus Mangel an Pharisäertum kann ich mir durchaus vorstellen, daß sich jemand, der tagtäglich einem bösartigen Dauerdruck ausgesetzt ist, in (vermeintlich) privatem Kreis auch mal im Ton gänzlich vergreift oder verbal auskotzt.

Doch wer seiner Partei solchen Schaden zufügt, muß Konsequenzen ziehen oder dulden, daß andere es tun. Korruptionsverdacht oder derartige Gewaltphantasien verbieten sich, und die Öffentlichkeit verzeiht sie weder hier noch in Österreich – zumindest nicht im rechten Lager. Ausnahmen gelten allenfalls für etablierte Parteien, inklusive der neuerdings koalitionsfähigen Linken, bei denen auf Parteitagen schon mal über die Erschießung oder Zwangsbehandlung von Reichen spekuliert werden darf.

SEZESSION: Haben also diejenigen recht, die der AfD schon lange zur „Säuberung“ respektive dem „Ausschwitzen“ des „rechtsradikalen Narrensaums“ rieten?

SCHOLDT: Das ist mir zu einfach. Nicht jeder rhetorische Grobianismus ist unangebracht oder gar eine (partei-)politische Todsünde. Wo Populismus – ein Begriff, den ich als Abwehrbewegung gegenüber einer abgehobenen Funktionselite positiv besetze – ernstgenommen wird, bedarf es auch einer Sprache, die Kompliziertes auf Wesentliches herunterbricht und mit drastischen Beispielen erläutert.

Eine provozierende Regierungspolitik verdient keine wohltemperierte Ausdrucksweise. Erfolgreiche Wahlkämpfer wie Strauß, Lafontaine, Schröder, Fischer und zuweilen auch Schmidt scherten sich häufig keinen Deut um Political Correctness.

SEZESSION: Schießt man als bewußt Inkorrekter zu oft übers Ziel hinaus?

SCHOLDT: Nun: Was unsere politische Klasse als unerträgliche rechte Herausforderung oder gar Extremismus beklagt, belegt meist doch gar keinen (sprachlichen) Exzesse, sondern Einsprüche gegen zentrale Elemente der aktuellen postdemokratischen Agenda, z.B.

  • gegen die Auflösung der Nationen zugunsten einer kaum noch kontrollierbaren Eurokratie oder globalen NGOs;
  • gegen EU-Finanz- und -Währungsgebaren oder ungebremste Massenimmigration samt ihrer sozialen und ökonomischen Folgen;
  • gegen Genderwahn in einem sprachlichen Absurdistan;
  • gegen billionenschweren Aktivismus in Sachen CO2 und neuerdings im Dienst unseres Corona-Managements;
  • gegen unantastbare Multikulti-Visionen und Antidiskriminierungsterror à la BLM;
  • gegen Political Correctness, die in nahezu allen Lebensfragen und Gesellschaftsbereichen den gesunden Menschenverstand und die Meinungsfreiheit blockiert.

Verteidigt man nicht umfassend das Grundrecht, solche und andere Belange in aller Deutlichkeit anzusprechen, wird man auf ständig kleinere Handlungsräume des angeblich nur noch Sagbaren zurückgedrängt und programmatisch kastriert.

SEZESSION: Ihre Parallelisierung von Brechts „Maßnahme“ mit der Praxis gegenwärtiger Parteien lebt von der Behauptung, diese verhüllten überhaupt noch etwas, das Nonkonformisten unbedacht ausplaudern. Doch vertuschen die Blockparteien ihre unseligen Ziele denn überhaupt noch?

SCHOLDT: In der Tat outen sich Parteiobere heute zunehmend öfter, so daß jeder halbwegs Beschlagene eigentlich Bescheid wissen müßte. Ein schlimmes Signal, obwohl lediglich die Spitze des Eisbergs sichtbar wird. Was uns mit allen Konsequenzen wirklich droht, erreicht das Bewußtsein der Öffentlichkeit eher selten, sondern wird häufig in blumigen Statements und geframten Nachrichten verschleiert.

Immerhin rumort es zuweilen sogar in der Basis der "hygienischen" Parteien gewaltig. Wenn also die CDU Maaßen abstraft, die SPD Sarrazin, die FDP Kemmerich und die Grünen Palmer, so erfolgen solche exemplarischen Sanktionen ja nicht, weil dies gänzliche Außenseiterpositionen wären. Im Sinne der Parteiführung bedarf es daher derartiger Exekutionen.

Der humanitäre Fortschritt in der Bundesrepublik besteht immerhin darin, daß man sich statt revolutionärer Liquidierungen einstweilen noch mit Rufmord und juristischer Behelligung begnügt. Nichtsdestotrotz kennzeichnet massive Disziplinierung von Abweichlern alle Parteien.

Und erst sie ermöglicht jene neue kartellartige Homogenität der Blockparteien, geprägt von der gemeinsamen Furcht, durch eine neue politische Kraft von ihren parlamentarischen Fleischtöpfen vertrieben zu werden.

SEZESSION: Wie verhält es sich speziell bei der AfD? Einigt sie überhaupt (noch) ein tragender Wille zur energischen Konfrontation des Establishments, den „jüngere Genossen“ öffentlich preisgeben könnten?

SCHOLDT: Dies bleibt als Kernfrage und entscheidet darüber, ob die AfD ihrer Freiheitsmission überhaupt noch gerecht wird. Schließlich verfolgten bereits die Lucke- und Henkel-Zirkel einen Kurs, der sich weithin auf EU- und Währungskritik reduzierte und das innerparteiliche „Säubern“ in Gang setzte.

Gibt es also überhaupt einen „Geheimplan“, der von „jungen Genossen“ zu verraten wäre? Bei den „Realos“ der Partei wohl kaum. Wenn sie sich durch „Fundis“ verraten bzw. in der Öffentlichkeit desavouiert sehen, rührt dies daher, daß ihre Politambitionen niemals über ein weithin systemkonformes Mitregieren hinausgingen.

Gleichwohl existierten in der AfD zu jeder Zeit nicht ganz einflußlose Grundimpulse, sich mit diesem (von ökonomischen Abhängigkeiten und Sozialgruppen-Kumpanei korrumpierten) postdemokratischen System nicht gänzlich gemein zu machen.

Die Blockparteien registrierten insofern mit Grund, daß sie diesmal ernsthaft herausgefordert sein könnten. Dies nun gänzlich im Sinne des Kontrollchors der „Maßnahme“ vergessen zu lassen, dürfte kein Königsweg zum Erfolg einer Alternative sein.

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+ Scholdt deutet es an: Die Alternative für Deutschland steht am Scheideweg – zum Teil selbstverschuldet. Daher fragt die neue IfS-Studie aus der Feder Josef Schüßlburners: Scheitert die AfD? 


  • Sezession

Kommentare (13)

Kalastos

31. Oktober 2020 02:18

AfD-Bayreuth: Beisitzer muss gehen wegen Globalismuskritik.

Dazu passsend sind auch die skandalösen Vorgänge in der AfD-Bayreuth. Dort musste der Beisitzer Jürgen O aus dem Kreisvorstand gedrängt.

Der Grund dafür: Jürgen O hatte die aktuelle Bevölkerungsentwicklung in Deutschland als Genozid charakterisiert ("Deutscher Volksgenozid") und er den Einfluss der Globalisten auf die politischen Elite kritisierte.

Der Kreisvositzender der AfD-Bayreuth Christian Erdelen wird im Nordbayrischen Kurier mit den Worten zitiert:

"Er habe Sachen gesagt, „das geht so nicht.“ Die AfD distanziere sich von Aussagen, die mit der Partei nichts zu tun hätten. Der Begriff „deutscher Volksgenozid“ komme aus einer Ecke, mit der die AfD nichts zu tun habe. O. habe eingesehen, dass dies mit seinem Parteiamt nicht vereinbar sei und sei zurückgetreten " https://www.kurier.de/inhalt.antisemitische-verschwoerungstheorien-bayreuther-afd-funktionaer-muss-posten-raeumen.fa14911b-5b43-4b59-b90c-f3c1a289cc2e.html

 

Kalastos

31. Oktober 2020 02:21

Fortsetzung...

Es gibt eine nachweisbare demografische Entwicklung, dass die autochtonen Deutschen zu einer Minderheit im Land werden. Und es besteht die realistische Gefahr, dass die Deutschen dann anschließend vollständig verschwinden werden. Ob es strategisch angebracht ist, diese Entwicklung als Genozid zu betiteln, mag dahin gestellt sein.  Manfred Kleine-Hartlage jedenfalls, der auch hier für die Sezession schrieb, hat dies immer wieder getan. (z. B. Hier in einer Rede von 2013)

Und der Einfluss der Globalisten ist mittlerweile offenkundig. Auch Gauland hat in einer seiner jüngsten Reden vor den Globalisten gewarnt.

Was unterscheidet diesen Erdelen und seine Mit-Vorständler, die den Rauswurf Jürgen Os wohl mehrheitlich mitgetragen haben, eigentlich noch groß von den Linken? Was unterscheidet einen AfD-Verband, die von solchen Leuten geleitet wird, eigentlich noch von einer linken Altpartei?

Kalastos

31. Oktober 2020 04:31

Noch eine Anmerkung zu den von Scholdt angesprochenen Gefahr des Zurückdrängen "auf ständig kleinere Handlungsräume des angeblich nur noch Sagbaren zurückgedrängt" durch vorauseilenden Gehorsam, für die der Bayreuther Fall ein ausgescheinliches Beispiel darstellt.

Aber das Leute wie der Bayreuther AfD-Kreisvorsitzende sagen können, dass Begriffe wie "Genozid" mit Bezug zum Schicksal der Deutschen aus einer "Ecke" kommen, die mit der AfD nichts zu tun habe, liegt auch daran, dass Gallionsfiguren des rechten Flügels der AfD wie Höcke oder Kalbitz.

Denn auch Kalbitz - und vor allem Höcke - haben sich die letzten Jahr "gemäßigt". Auch sie haben sich in ihren Reden dem linken Flügel und damit letztendlich auch der Meinungshoheit der herrschenden Linken angepasst. Sie haben es damit auch leicht  auch den falschen Leuten leichter gemacht, sich in der AfD heimisch zu fühlen. Leute, die womöglicherweise die AfD die sich selbst nie als "rechts" bezeichnen würden, und auch nicht im weitesten Sinne "rechts" sind in dem Sinne, dass sie  die zentrale[n] Elemente der aktuellen postdemokratischen Agenda"  gar nicht vollständig ablehnen und auch nicht wirklich verstehen.

Eigentlich hätten Höcke und Kalbitz in ihren Reden so häufig  mit "Genozid" und "Globalisten" um sich werfen sollen, und sei es nur,  dass diese Leute die Partei verlassen.

Gustav Grambauer

31. Oktober 2020 09:39

Die Denn-er-war-unser-Erberezeption tobt - diesmal von kulturmarxistischer Seite her, diesmal auf Basis des ultimativen Formalismus, und diesmal - um Brecht. Hier

https://www.zvab.com/servlet/SearchResults?cm_sp=SearchF-_-topnav-_-Results&kn=knopf%20lebenskunst%20finsteren&sts=t

der Versuch, ihn uns als "Lebenskünstler" vorzustellen und ihn gegen jeden Vorwurf, er sei erztotalitärer Kommunist gewesen, in Schutz zu nehmen.

Obwohl der Autor marxistisch-leninistisch erzogen wurde, geht er - bei aller Minutiosität - über die ultrakonsequente ML-PolÖk-Duchstrukturierung von Brechts Œuvre schulterzuckend hinweg, setzt sich an keiner Stelle damit auseinander.

Obwohl der Autor genau weiß, daß Brecht Protagonist des "Charakters unserer Epoche" wie kein anderer war, lenkt er von der ersten bis zur letzten Seite von der sowohl vom Marxismus als auch vom Bolschewismus getragenen kollektiven Bewußtseinsdynamik ab, deren Furor Brecht wie kein anderer zelebriert hat. Komplette abberatio ictus. Wie kann man eine Brecht-Biographie schreiben und dabei darüber hinweggehen, Brecht als den (!) Träger der proletarisch-revolutionären Kollektivästhetik vorzustellen, ihn vielmehr qua Mogelpackung als harmlosen verfrühten BoBo zu verbrämen.

- G. G.

Gustav Grambauer

31. Oktober 2020 09:40

Dieses Ablenkungsmanöver zeigt sich schon im Titel: Brecht hätte über "Lebenskunst in finsteren Zeiten" getobt, er hätte stattdessen vom "Klassenstandpunkt" aus auf

"Neue Kunst in unserer Zeit"

insistiert und nichts anderes gelten lassen.

Hab`s leider nur aus der Bücherei gelesen gehabt, müßte noch mal den Eiertanz um die "Maßnahme" herum genau recherchieren, um auch dazu etwas sagen zu können.

- G. G.

Franz Bettinger

1. November 2020 10:13

G. Scholdt fordert „auch innerparteilich temperamentvolle Diskussionen zuzulassen“. Genau daran hapert es bei der AfD gewaltig. Wenn die Alternative wirklich einen Sprung nach vorne machen will, muss sie die Unvereinbarkeitsliste (oder wie das Unding heißt) ersatzlos streichen. Welche Partei hat sich einen ähnlichen Maulkorb umgebunden?! Natürlich muss die AfD  die Partei der freien Rede sein. Danach sehnen sich die Menschen in dem geknebelten Land mehr denn je zuvor. Begreift das niemand? 

Franz Bettinger

1. November 2020 10:40

„Massive Disziplinierung von Abweichlern kennzeichnet alle Parteien. (FB: Leider auch die AfD.) Erst diese Abstrafungen ermöglichen jene neue kartellartige Homogenität der Block-Parteien.“ Das ist für mich der zentrale Satz bei Scholdt. Er erklärt, warum wir es unter dem Merkel-Regime mit einer ganz neuen abartigen Parlamentswelt zu tun haben, die sich selbst laufend wie unter Zwang säubern muss. Übrigens ein herrlich erfrischend vorgetragenes Interview! Ich würde mir mehr von diesem Frage-Antwort-Format auf SiN wünschen. 

Lotta Vorbeck

1. November 2020 11:48

Professor Günter Scholdt deutet es an: Die Alternative für Deutschland steht am Scheideweg – zum Teil selbstverschuldet. 

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Sowohl die Alternative für, als auch das, was von Deutschland überhaupt noch übrig ist, stehen offensichtlich am Scheideweg.

 

+ "Wir werden sie jagen!" ?

+ "Wir holen uns unser Land zurück." ?

+ "Mut zur Wahrheit." ?

 

Eine von gnadenlos opportunistischen Erbsenzählern angeführte, völlig wirkungslose Alternative, die sich unwillig bis offen ablehnend dafür zeigt, ihr eigenes, metapolitisches Vorfeld überhaupt zu bestellen geschweige denn zu düngen, die nicht säen, aber ernten will, die sich binnen sieben Jahren in internen Grabenkämpfen verschleißend nichts weiter als Mandatsträger hervorgebracht hat, braucht niemand.

 

Laurenz

1. November 2020 14:41

Die AfD leidet vordergründig an verwaltungstechnischer Inkompetenz. Man darf inkompetent sein. Aber dann muß man sich eben die Zeit nehmen, dieses Manko bei den bereits Erfahrenen einzuholen. Ich habe zwangsweise die Partei verlassen, weil die Dumpfbacken meiner politischen Fraktion sich in mein Amt als Kreisschatzmeister eingemischt hatten, und ich für deren Dumpfbackentum keine Verantwortung zu übernehmen bereit bin. Immerhin sieht das deutsche Parteienrecht bei finanziellen Ungereimtheiten in einer Parteikasse 1-3 Jahre Knast vor.

Zu Herrn Prof. Dr. Scholdt gibt es im Grunde nichts weiter zu sagen. Scholdt beschreibt nicht nur die AfD im Verhältnis zu anderen Parteien, sondern kurz & bündig den traurigen politischen Zustand des Staates auf seinem Weg zurück in der Groß-Zone. Allerdings ist es diesmal nichts mit "Geh doch nach drüben".

Franz Bettinger

1. November 2020 22:37

Wer unter Merkel die Rückkehr zur Rechtsstaatlichkeit und zur Demokratie anmahnt, wird von den per Notstandsgesetz selbstermächtigten Politikern, ihren Satrapen in den Ländern sowie den alles beherrschenden System-Saugern (und daher System-Anbetern) in die Rolle eines Radikalen gedrängt und gnadenlos verfolgt. Daher wirkt bereits die zahme Forderung nach Meinungsfreiheit revolutionär und bewirkt, dass Google, Youtube und Twitter wie auf Befehl politisch Unerwünschtes löschen. 2020 hat einen Geruch an sich, ähnlich 1933.  2020 wird als ähnliches Menetekel in die Geschichte eingehen.

Lotta Vorbeck

1. November 2020 23:13

@Franz Bettinger - 1. November 2020 - 10:37 PM

--->  "Wir wissen, dass wir in der Pandemie leben" – Wie ein Volk entmündigt wird

RT - 05.10.2020 

″Wir wissen, dass wir in der Pandemie leben" – so erklärte es Bundeskanzlerin Angela Merkel zu Beginn der Pressekonferenz am Dienstag bezüglich weiterer Corona-Maßnahmen. Eine nicht bewiesene Behauptung, die zu der Frage führt: Wo und wie leben wir nun eigentlich?

Was haben wir "Wessis" die "Ossis" damals belächelt. Mit welcher Überheblichkeit wurde auf sie, ihr Land und ihre Art zu leben herabgeschaut. Wie generös gab sich der Westen, wenn sie in ihren stinkenden Plastikautos über die Grenze getuckert kamen. 100 Mark Begrüßungsgeld für einen jeden dieser naiven Menschen von jenseits der Selbstschussanlagen. Ein rückständiges Völkchen mit lustigem Dialekt. Hilflos wie Kinder, denen man alles erst beibringen muss. Vor allem die "Freiheit", denn so etwas kannten sie nicht. Zeit ihres Lebens wurden sie kontrolliert, gegängelt und bestraft. Im goldenen Westen sollte das alles anders werden.

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Franz Bettinger

2. November 2020 05:04

Was hat Brechts Drama mit der AfD zu tun? Nun, die AfD wird von allen Parteien ausgegrenzt; so rigoros, wie keine Bundestagspartei je zuvor.  Warum behandelt man sie als Paria? Weil sie konservativ ist? Rechtsradikal gar? Weil sie irgendwas mit der dunklen deutschen Vergangenheit am Hut hat? Nein, das ist Unsinn. Vorgeschobener Unsinn. Zunächst einmal wird sie ausgegrenzt wie andere Parteien zuvor auch, die zu den Futtertrögen strebten: 1982 die Grünen Chaoten, 1992 die Mauermörder der PDS, 1989 die Republikaner und 2011 die Piraten. Überlebt haben nur Grüne und Linke. Die anderen wurden weggemobbt. 

Mit den üblichen Ellbogen-Reflexen gegen Neulinge sind die Maßnahmen (sic) gegen die AfD jedoch nicht erklärbar und schon gar nicht mit wirklichem Extremismus. Ist doch die unrühmliche Vergangenheit der Grünen und Linken sattsam bekannt. Im Vergleich zu den Brandstiftern, Steinewerfern, Pädophilen- und Kindersex-Verstehern, den Terrorismus-Sympathisanten und Kriegs-Parteien (gegen Jugoslawien, Afghanistan, Irak, den Stasi- und Antifa-Verharmlosern - im Vergleich zu der im Bundestag versammelten unehrenwerten Mafia ist die AfD geradezu unbefleckt. Ihre Ausgrenzung ist daher ein Skandal. ff

 

Franz Bettinger

2. November 2020 05:08

Angesichts solcher Feindschaft hält sich die AfD recht solide. Es sieht sogar danach aus, als entwickele sie sich schneller als die Grünen zu einer stabilen politischen Kraft.

Wird sie auch enden wie die Grünen? Als schmucker Bett-Vorleger des Großkapitals! Vom Donnerschlag, der die grüne Partei einst auszeichnete, blieb nichts übrig. Volksentscheide, Direkte Demokratie, Pazifismus? Die hehren Überzeugungen sind tot. Alles weg! Sogar der Einsatz für die Umwelt liegt begraben unter Miniatur-Wasserkraftwerken, Windmühlen-Parks und anderen nutzlosen grünen Schandmählern. 

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