Sonntagsheld (167) – Millwall, die Zweite

No one likes us – we don’t care!

 Gastbeitrag

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No one likes us – we don’t care!

Fuß­ball liegt mir the­ma­tisch – im Gegen­satz zu den Kol­le­gen Kai­ser und Schick – eher nicht. Nur dort, wo er das Poli­ti­sche zumin­dest peri­pher streift, tritt der Rasen­ball­sport gele­gent­lich mal in mei­nen All­tag und damit in die­se Kolum­ne ein.

So auch die­se Woche – da gab es in der eng­li­schen Pre­mier­league gleich zwei Vor­fäl­le – einen für’s Auge und einen für die Ohren. Aller­dings muß ich bei der nun fol­gen­den Hel­den­kür gleich eine Ein­schrän­kung vor­neh­men. Die­se betrifft kon­kret den Kan­di­da­ten Jamie Var­dy, der sich durch die­se Akti­on nor­ma­ler­wei­se einn Kränz­lein ver­dient hätte.

Ein Tor­ju­bel, eine ein­ge­sprun­ge­ne Blut­grät­sche, ein split­tern­der Eck­fah­nen­mast und eine Regen­bo­gen­flag­ge, die in den Dreck klatscht – hübsch eigent­lich und für so einen lau­ni­gen Sonn­tags­ar­ti­kel voll­kom­men aus­rei­chend. Ich bin ja voll dafür, sich als Rech­ter eine gewis­se spon­ta­ne Begeis­te­rungs­fä­hig­keit zu bewah­ren; des­halb sprang auch bei mir sofort die­ser gewis­se “einer von uns!”-Reflex an, als ich das Video sah. Pus­te­ku­chen, wie sich bei kur­zer Recher­che rasch herausstellte.

So wie der Dich­ter nicht immer Herr der eige­nen Wor­te ist, so mag auch in den han­dels­üb­li­chen Rund­le­der­klop­per gele­gent­lich ein wil­der Geist ein­fah­ren. Anders kann ich es mir jeden­falls nicht erklä­ren, wie jemand einer­seits in einem Akt wei­ßer Selbst­er­niedrung für die schwar­ze Iden­ti­täts­be­we­gung “Black Lives Mat­ter” in die Knie gehen und ande­rer­seits mit einer sol­chen herz­haf­ten Wol­lust auf die Regen­bo­gen­fet­zen ein­dre­schen kann, mit der das Glo­bo­ho­mo-Impe­ri­um sei­ne Claims im Sta­di­on abge­steckt hat.

Var­dy kann also als blo­ßes Gefäß des angel­säch­si­schen Furors, sein Eck­fah­nen-Tritt als­klei­ne Rand­no­tiz abge­hakt wer­den, the­ma­tisch blei­ben wir aber beim hün­di­schen Her­um­ge­rut­sche auf dem geplag­ten Fuß­bal­ler­knie – denn die eigent­li­chen Sonn­tags­hel­den die­ser Woche kom­men aus Millwall.

Nach meh­re­ren Mona­ten Seu­chen­schluß auf der Tri­bü­ne hat­te man sich dort näm­lich auf eine all­mäh­li­che Rück­kehr zum Sta­di­onall­tag gefreut: 2000 Fans ver­folg­ten am ver­gan­ge­nen Wochen­en­de das Spiel gegen Der­by Coun­ty. Aller­dings: Auch die­ses soll­te mit der übli­chen Unter­wer­fungs­ges­te begin­nen, die in gro­ßen Tei­len des Publi­kums­sports längst Usus gewor­den ist.

Nun sind die Fans des FC Mill­wall durch­aus nicht unbe­kannt für ihren Hang zu rechts­of­fe­nem Row­dy­tum – nicht umsonst gas­tier­te bereits ein pro­mi­nen­tes Mit­glied unter dem Schlacht­ruf “Fuck you, I’m Mill­wall!” in die­ser Kolum­ne. Daß es also kei­ne gute Idee ist, die­ser Ban­de nach mona­te­lan­gem Sta­di­on­ent­zug vor dem Anpfiff noch schnell ein paar Sekun­den Poli­ti­cal Cor­rect­ness zuzu­mu­ten, dar­auf hät­te man eigent­lich kom­men können.

Kam man aber nicht und so nahm das Unheil sei­nen Lauf: Die wei­ßen Spie­ler fie­len auf Pfiff des Schi­ris in die Pose der Knech­te, die schwar­zen Spie­ler blie­ben ste­hen und reck­ten die Faust zum Pan­ther­gruß in die Luft und die Tri­bü­ne fing laut­hals an zu buhen und woll­te sich nicht mehr so rich­tig ein­krie­gen. Den gan­zen Vor­gang kann man hier nachvollziehen.

Natür­lich ist das ein Sturm im Was­ser­glas. Kei­ner die­ser Fans wird sei­nem Ver­ein für die­se Unver­schämt­heit ernst­haft den Rücken keh­ren. Die Tri­bü­nen wer­den auch wei­ter­hin genau so gut gefüllt sein, wie die Ver­ant­wort­li­chen es erlau­ben, die Spie­ler wer­den auch wei­ter­hin das Knie beu­gen, solan­ge sie dafür bezahlt wer­den und die Flag­gen des Impe­ri­ums wer­den auch in Zukunft für sich bean­spru­chen, das Spiel­feld zu begrenzen.

Aber irgend­wo in die­ser gan­zen gut­ge­öl­ten Mecha­nik klemmt doch noch ein biß­chen Rest­in­stinkt für das Eige­ne, ein biß­chen Rück­grat, das anders­wo längst weich­ge­schmort und gela­ti­niert ist; und einen Sonn­tag­nach­mit­tag lang kann das auch mal genug sein.

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Kommentare (23)

Laurenz

13. Dezember 2020 15:36

Naja, wohl fühlten sich die Spieler nicht gerade, und sahen sich unsicher um zu sehen, wie denn die Mitspieler reagieren.

Ich persönlich habe nichts dagegen, wenn sich Fußballer hinknien, schwarze, weiße oder kotz-grüne. Es sind für mich eh nur Gladiatoren, die sich prostituieren. Da hat jeder Nutte mehr Anstand im Leib. Fußballer und Fußball-Anhänger rekrutieren sich aus dem charakterlichen Abschaum des gesamten Planeten. Es hat sich in über 2.000 Jahren nichts geändert. Es fehlt leider nur noch der Daumen-Entscheid.

Solution

13. Dezember 2020 23:55

Wer den BRD-Fußball unterstützt, unterstützt eine Mischung aus Kommerz, Kampf gegen Rechts und Multikultipropaganda. Hier hilft nur ein totaler, aktiv propagierter Boykott. 

Slentz

14. Dezember 2020 00:42

"Fußballer und Fußball-Anhänger rekrutieren sich aus dem charakterlichen Abschaum des gesamten Planeten."

Wieso das denn? Das Interesse am sportlichen Wettkampf ist doch an sich etwas Schönes. Problematisch wird nur, wenn das Betrachten von Sport als Eskapismus verwendet wird, was leider häufig der Fall ist.

Passend dazu: http://stonetoss.com/comic/taking-one-for-the-team/

Franz Bettinger

14. Dezember 2020 01:00

Das war mal wieder ein echter @Laurenz! Herzerfrischend!

Ein gebuertiger Hesse

14. Dezember 2020 08:10

Wenn ein Verein seine Spieler zu solch einer selbsterniedrigenden Geste verdonnert, sollte man als rechts-tickender Fan seine eigene Würde bewahren, auf der Stelle das Stadion verlassen und künftig nicht wiederkommen. Wer seine Frau mit einem anderen im Bett erwischt, bleibt man ja auch nicht treudoof im Zimmer stehen. 

Laurenz

14. Dezember 2020 08:57

@Slentz

Panem et circenses...... für wen ist das wohl. Nur heute ist man dümmer, in Rom ließ man sich die Karten für den Zirkus sponsorn. 

Bei Bigotterie reagiere ich etwas scharf, mag sein.

Das ganze Fußball-Gewerbe ist ein Sumpf aus Korruption & Kriminalität. Seriöse Vermögensverwaltungen arbeiten nicht für Fußball-Manager. Aber die Anhänger, darunter auch akademisches Proletariat, ordnen dem eigenen Sport-Krieg alles unter. Der sehr früh gestorbene Kurt Halbritter (1924-1978) zeichnete in "Halbritters Halbwelt" oder in "Jeder hat das Recht" ..... "Fußball ist Krieg". Die Spieler sind Gladiatoren oder Söldner, Vereine sind völlig austauschbar. Nationalmannschaften wurden zu Internationalmannschaften. Vereinsnamen werden geduldet, weil Fußball Werbung macht. Wer wüßte sonst, daß Mönchen-Gladbach oder Bielefeld existieren?

Und diese halbseidene Mafia-Welt will irgendwem Moral verkaufen? Das ist lächerlich, Slentz. Das hat noch nicht mal was mit "Rechts", oben oder unten zu tun.

Hier ruft der Dieb "Haltet den Dieb". Am Schicksal von Franz Beckenbauer, einer einstigen Lichtgestalt, erkennt doch jeder der des Willens ist, was Fußball ist ... Menschen, die sich freudig in einer Kloake suhlen.

Maiordomus

14. Dezember 2020 09:02

Es gab und gibt auch im Fussball Anstand und ethisches Niveau, freilich auch Zwang. Unter Herberger musste die Nationalmannschaft natürlich mit dem Hitlergruss antreten, etwa im Länderspiel gegen die Schweiz in die Vierzigerjahren, womit die Schweiz übrigens ihre Neutralität zu beweisen trachtete, von mir aus gesehen war dies kein Unanstand. Dieselbe Schweiz, die in Paris 1938 Grossdeutschland 4 : 2 besiegt hatte, bis heute das bedeutendste Ereignis in der Geschichte des Mannschaftssportes im Land, so wie der Sieg der Tschechoslowakei 1969 gegen die Sowjetunion, nach Niederwalzung Prags. Selber übernachtete ich vor 10 Jahren in Spiez bei Bern in einem Hotelzimmer, das mit Fritz Walter/Max Morlock angeschrieben war. Auf diese beiden Fussballer darf Deutschland noch heute stolz sein, und zwar mehr als auf den im Ruf angeschlagenen Beckenbauer!

Glast

14. Dezember 2020 10:56

Vor allem die 'linken' Ultras (z.B. von Jena, Chemie Leipzig, Babelsberg, Bremen etc.) sind heutzutage an klinischer Schizophrenie nicht zu überbieten und natürlich merken die auch nix davon. 

Spielen das ganze Freund-Feind-fremde-Territorien-erobern-das-eigene-verteidigen-Spiel inklusive Gewalt und 'Männlichkeit' und das ganze für korrupte Vereine, bei denen es um NICHTS geht außer Geld. Aber das Gewordene und Gewachsene, das wahrhaftig Eigene und Vaterländische verachten und verlachen. Kann gar nicht in Worte fassen wie ich dieses Geschmeiß verachte. Abschaum, nicht mehr, Natterngezücht. 

 

RMH

14. Dezember 2020 11:23

Wenn etwas in Deutschland geklappt hat, dann die komplette Drehung der sog. "Fanszenen", "Ultras" Richtung links und staatstragend politisch korrekt. Und mag der einzelne Fan auch mal davon abweichen, die grundsätzliche Richtung stimmt. Da kann man nur sagen, Respekt vor dieser Leistung. Aber hier geht es ja auch um einen internationalen Milliarden Markt. Da wird nichts dem Zufall überlassen.

tearjerker

14. Dezember 2020 11:25

Dünkel hat ja schon immer bei der Lösung grundsätzlicher Probleme geholfen, nicht wahr? Die Sradien sind die grösste gesellschaftliche Bühne und sie sollten deshalb eines der Primärziele für diejenigen sein, die glauben, jemanden erreichen zu wollen. Warum nochmal ist das Vereinswesen ist in Deutschland so gross geworden? Die Linke macht es auch hier wieder vor, rekrutiert die Freikorps-Typen, die Psychos und verbindet die Anwerbung von Mitteln mit kriminellem Denken und Aktion, während die „rechten“ Tastenritter für einen Moment die Maske fallen lassen, hinter der sich Leute befinden, die sich einfach für alles zu fein sind. So wird das nix.

KlausD.

14. Dezember 2020 13:29

@Laurenz  13. Dezember 2020 15:36

"Fußballer ... charakterlichen Abschaum des gesamten Planeten."

Ein Ausnahme davon dürfte Thomas Berthold sein, Fußballweltmeister mit der deutschen Nationalmannschaft 1990, Teilnehmer (sogar Redner) an der Querdenker Demo im August in Stuttgart und Teilnehmer an der letzten Gesprächsrunde "Ruderboot" im Nuoviso-TV.

https://nuoviso.tv/home/ruderboot/20-uhr-das-verrueckte-coronajahr-2020-ruderboot-2/

Laurenz

14. Dezember 2020 13:48

 

@Maiordomus

Historisch stimmt das, was Sie schreiben. Aber das ist alles nicht mehr wahr und aus einer anderen Zeit, die mit dem heute nichts mehr zu tun hat. 

Als Fritz Walter, Max Morlock & Co. 1954 Weltmeister wurden, war ich über ein Jahrzehnt noch nicht geboren und gar ein GK weilte eineinhalb Jahrzehnte noch nicht unter uns.

Diese unsere Geschichte zu benennen, ist absolut korrekt, Maiordomus. Aber zur Beurteilung der Gegenwart dient sie nur noch als diametraler Gegensatz. Gemeinsam sind nur noch ein paar Fach-Begriffe.

Laurenz

14. Dezember 2020 14:06

@tearjerker

Ja natürlich, Ihre Analyse stimmt aus einem bestimmten Standpunkt heraus. Der Hebel der Stadion-Stimmung im TV ist aktuell aus Seinem Montage-Punkt gerissen, auch wenn 2.000 Anhänger im obigen Video recht viel Radau machen.

Nur ein fünftel der Vereinsfinanzierung läuft über den Kartenverkauf. Sagen wir 9 Spiele in der Woche mit jeweils 50.000 Besuchern bedeutet 450.000 Karten x 5 = 2,25 Mio. (Sky) verheiratete/liierte Männer (oder Frauen), die für 2 Stunden mal ihre Ehe vergessen dürfen. Hinzu kommen diejenigen, denen der ÖRR oder der Relotius ausreicht. Diese finanziell wichtige Größe ist, wie Sie sehen, doch in der Reichweite recht begrenzt. Und ein fünftel der Einnahmen fällt aktuell weg. Und die Bundesliga hat mehr Präsenz in den Medien als sie tatsächlich darstellt. Es handelt sich hier um eine eklatante Minderheit.

paernu

14. Dezember 2020 14:18

Interessant finde ich wie die Fan-Szene sich verändert hat. In den 80ig Jahren gab es nicht selten Szenen mit erhobenen rechten Arm in den Fanblöcken. Schwarze Spieler wurden Bananen vorgeworfen. Borussenfront, Adlerfront waren Gruppen der Szene, die eindeutig nicht links waren.

Ich stelle mir die Frage, wie die Szene so eindeutig nach links gedreht werden konnte, wirkt auf mich gesteuert.

Auch wundere ich mich, dass die Aktion "Hooligans gegen Salafisten" nie weiter ging, obwohl in Köln damals ziemlich viele Personen waren.

Vielleicth gibt es dazu einen Artikel den hier mal jemand verlinken kann.

Ordo

14. Dezember 2020 15:41

Fussball, ha! Das ist nur was für den Pöbel der Gosse. Schon Thorstein Veblen wusste was Sport im Allgemeinen für eine grandiose Verschwendung ist. Nicht die angemessene Betätigung für einen wahrhaft produktiven Menschen im Dienste der Gemeinschaft, vor allem nicht für einen vergeistigten Denker und Metapolitiker von rechts. Der Körper ist nur das Gefäß des Geistes, sagt der Priester. Und Priester sollt ihr werden, nicht Sportler. Priester des echten Geistes und des frommen, deutschen Volkstums. An Priestertypen hat es den Deutschen bekanntlich schon immer gemangelt. Oder nicht? 

Glast

14. Dezember 2020 19:14

@tearjerker

National Gesinnte haben sich in vielen Kurven der BRD ja nicht freiwillig verabschiedet. Sie wurden von Vereinsführungen, Nichtregierungsorganisationen, sog. Extremismusforschern, Fanclubs gegen Rechts, Faninitiativen und Linksultras stigmatisiert, rausgeekelt oder schlicht rausgeprügelt. Einzelpersonen sind so fassungslos und traurig von Gelsenkirchen nach Herne 'ausgewandert' oder von Jena zu Wismut Gera.

Im Internet schreibt es sich allzu leicht, dass man sich dagegen wehren müsse. Verteilen Sie, lieber tearjerker, doch mal Flugblätter von 1Prozent in der Jenaer Ultrakurve. Aber vergessen Sie nicht, sich vorher einen Termin beim Kieferorthopäden geben zu lassen. Sonst müssten Sie vielleicht 3 Wochen aus der Schnabeltasse essen. 

Eigentlich bin ich auch eher pathetisch wie Sie, aber in diesem Fall ist es hoffnungslos. Und mir mittlerweile auch fast schon egal. 

Ausnahmen (Allemania Aachen) bestätigen nur die Regel bzw. Den Trend. 

Solution

14. Dezember 2020 22:32

Zum Niedergang der "rechten" Fußballszene(n) gibt es ein mitreißendes Buch über die Szene in Italien, das von einem unmittelbar Beteiligten mit wissenschaftlichem Hintergrund geschrieben wurde. Es zeigt, wie die Repressionen des Staates und die negative Politisierung der Vereine eine vorübergehend mächtiges Szene marginalisieren konnten. Das ist auch andernorts ähnlich abgelaufen: Marc Dyal: "Hated & Proud" (Arktos). Im Prinzip ging es hier wie überall, wo Kommerz und linke Hegemonie sich verbunden haben. Übrigens ein Musterbeispiel für die These, daß Kapital und Linke ein Herz und eine Seele sein können. Dabei merken die dummen Linken nicht einmal, wie sie maximal als Juniorpartner ausgenutzt, instrumentalisiert und veräppelt werden. 

tearjerker

15. Dezember 2020 08:55

@Glast: Wir können bei ‚Meta’ und simplem Marketing bleiben. Das liegt jenseits von offenen Bekenntnissen politischer Art. Ein Aufkleber mit dem Konterfei von Xavier oder Attila tut‘s auch.

@Paernu, Solution: Wo sich regelmässig viele Leute einfinden und mit eigenen Farben, Liedern und ‚Schlachtrufen‘ auftreten findet sich früher oder später auch der Staat ein, der hinter jeder organisiert auftretenden Gruppe zurecht eine Konkurrenz zu den eigenen Interessen vermutet und sich konsequent auf jede Struktur richtet, die eigenständig agiert. Deshalb sind die Stadien Top-Priorität für die Staatsmacht und die Fanszenen dürften noch stärker von Informanten und Agenten in- und ausländischer Dienste unterwandert sein als die AfD. Die Politisierung des Fussball-Umfelds vor 30 Jahren geschah ausschliesslich auf Initiative des Staates und richtet sich bis heute vor Allem auf die Überschneidungen zwischen organisierter Fanszene und kriminellem Milieu.

@Laurenz: Das sind Ausflüchte. Der Staat hat die grossen Foren für persönlichen Austausch alle geschlossen: Stadien, Vereine, Gastronomie, Innenstädte, Zusammenkünfte jeder Art. Eine Umkehr ist nicht vorgesehen, und gerade der Sportkonsum wird dauerhaft stärkerer Reglementierung unterliegen als vorher, weil er Millionen bewegt.

Die meisten Leute sind bereits seit Jahren zunehmend sauer, weil sich dieses Vorgehen abzeichnete. Damit ist auch klar, was jetzt zu tun ist.

 

Laurenz

15. Dezember 2020 11:39

@tearjerker

Sie kippen Wasser in den Rhein. 

Ich denke nicht, daß die nächsten Jahre die DDRisierung unserer Gesellschaft aufgehoben wird. Auch wird die Meinungsfreiheit viel radikaler eingeschränkt werden, als wir uns momentan vorstellen können. Es wird tatsächlich nur dann für das Bundesregime schwierig, wenn die Inflation anfängt, zu galoppieren. Volks-Widerstand entzündet sich am leeren Magen, zumindest in Deutschland.

Lotta Vorbeck

15. Dezember 2020 11:41

💥Willkommen im Corona-Stalinismus 2.0💥

„Stell' Dir eine Impfung vor, so sicher, daß man dazu gezwungen werden muß - gegen eine Krankheit, so tödlich, daß Du getestet werden musst, um zu wissen, daß Du sie hast“, postete die US-Frauenärztin Dr. Christiane Northrup (71) vergangenen Sonnabend. 

Weil der niederländische Fußball-Profi und Nationalspieler Wout Weghorst diesen Post teilte, mit dem Satz: „Das! Leute, informiert Euch selbst.“, mußte er sich anschließend öffentlich dafür entschuldigen.

Montagnachmittag verbreitete sein Arbeitgeber VfL Wolfsburg ein mit Weghorst abgestimmtes Statement: „Es tut mir sehr leid, wenn ich mit den beiden Posts in meiner Instagram Story jemanden verletzt oder verärgert habe. Das war nie meine Absicht.“

 

---> COMPACT-Magazin

Sandstein

15. Dezember 2020 12:14

...also James Vardy spielt für Leicester - nicht für den FC Millwall. Sieht man doch in dem Video auch ganz klar. Naja was soll’s immerhin tragen beide Mannschaften die Farbe Blau. 
 

 

 

Maxx

15. Dezember 2020 14:58

@paernu
Ich denke, daß die harte Fan- also Hooligan-Szene niemals wirklich rechts war. Treue Fußballfans waren und sind in der Regel unpolitisch. Es steckte daher auch keine politische Überzeugung hinter irgendwelchen Stadionritualen. Man will mal kurz Tabus brechen und hebt den Arm. Das war immer nur ein Spiel mit dem Klischee - als Rechter gehörte man zu den bösen, gefährlichen Männern, mit denen man sich besser nicht anlegte. Der verweichlichte Biersäufer in der Bomberjacke wollte vom schockierenden rechten Image profitieren, um sich so richtig hart und aggressiv aussehen zu lassen.

Daher war von Seiten der heutigen Funktionäre und Fanbeauftragten auch nur etwas Anleitung und sanfter Druck vonnöten, um sog. Ultras im Sinne des Regimes einzunorden. Rechts, links - völlig egal, Hauptsache man kann Dampf ablassen ...

Laurenz

16. Dezember 2020 07:27

@Maxx

Angeblich waren es Fußball-Anhänger, wenn ich mich recht erinnere, in Ägypten oder in Tunesien, die den "Arabischen Frühling oder vielleicht auch Herbst" nach vorne brachten. Wie meinte Peter Scholl-Latour? "Revolution macht man mit Ganoven, nicht mit Facebook-Freunden".

https://youtu.be/_Oasp2E0NGk (12:26)

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