11. Januar 2021

Kapitol-Sturm: Immunisierung der Wahrheitssysteme (1)

Martin Lichtmesz / 33 Kommentare

Trump und sein Team wurden nun endgültig von Twitter, Facebook und anderen Plattformen verbannt.

Martin Lichtmesz

Martin Lichtmesz ist freier Publizist und Übersetzer.

Twitter begründete die endgültige Löschung des Kontos mit 88,7 Millionen Folgern so:

Nach eingehender Prüfung der jüngsten Tweets von @realDonaldTrump und ihres Kontexts - insbesondere wie sie auf und außerhalb von Twitter empfangen und interpretiert werden - haben wir das Konto aufgrund des Risikos einer weiteren Aufstachelung zur Gewalt dauerhaft gesperrt.

Im Zusammenhang mit den schrecklichen Ereignissen dieser Woche haben wir am Mittwoch deutlich gemacht, daß weitere Verstöße gegen die Twitter-Regeln dieses Vorgehen zur Folge haben werden. Unser Regelwerk für das öffentliche Interesse existiert, damit die Öffentlichkeit die Möglichkeit hat, gewählte Vertreter und führende Politiker direkt zu hören. Es basiert auf dem Prinzip, daß das Volk ein Recht darauf hat, die Mächtigen öffentlich zur Rechenschaft zu ziehen.

Wir haben jedoch schon vor Jahren klargestellt, daß diese Konten nicht völlig über unseren Regeln stehen und Twitter unter anderem nicht zur Aufstachelung zu Gewalt nutzen dürfen...

Als Begründung werden nun zwei Tweets angegeben, die Trump am 8. Januar verfaßte, also zwei Tage vor dem "Kapitol-Sturm":

Die 75, 000 000 großartigen amerikanischen Patrioten, die für mich, AMERICA FIRST und MAKE AMERICA GREAT AGAIN gestimmt haben, werden eine RIESENSTIMME haben, bis weit in die Zukunft hinein. Sie werden nicht respektlos oder unfair behandelt werden, in keiner Weise, Art oder Form!!!

The 75,000,000 great American Patriots who voted for me, AMERICA FIRST, and MAKE AMERICA GREAT AGAIN, will have a GIANT VOICE long into the future. They will not be disrespected or treated unfairly in any way, shape or form!!!

Und:

Für alle, die danach gefragt haben: Ich werde nicht an der Amtseinführung am 20. Januar teilnehmen.

To all of those who have asked, I will not be going to the Inauguration on January 20th.

Das ist alles. That's it. Diese beiden Tweets wurden als "Aufstachelung zur Gewalt" interpretiert, einen Tag, nachdem Trump zu Kreuze gekrochen war und die Kapitol-Stürmer scharf verurteilt hatte:

Wie alle Amerikaner bin ich entsetzt über die Gewalt, die Gesetzlosigkeit und das Chaos... Amerika war stets eine Nation des Gesetzes und der Ordnung und muß das auch bleiben. Die Demonstranten, die das Kapitol infiltrierten, haben den Sitz der amerikanischen Demokratie beschmutzt. An jenen, die sich an Gewalt und Zerstörung beteiligt haben, sage ich: Ihr repräsentiert nicht unser Land!

Zusätzlich sicherte er eine "nahtlose und ordnungsgemäße Machtübergabe" zu: "Dieser Moment bedarf der Heilung und Versöhnung." Trotzdem beschloß Twitter, den oben zitierten Tweets eine sinistre Bedeutung zu unterlegen. Sie erfüllen demnach den Tatbestand der "Verherrlichung von Gewalt", unter anderem aus folgenden Gründen:

  • Trumps Statement, daß er nicht an der Amtseinführung teilnehmen werde, könnte signalisieren, daß er die Wahl für illegitim hält, und seine Abwesenheit, daß erstere ein "sicheres" Ziel für gewaltsame Taten biete.
  • Die Tatsache, daß er "einige seiner Unterstützer" als "amerikanische Patrioten" bezeichnet, wird als als Unterstützung jener interpretiert, die im Kapitol Gewalttaten begangen haben. ("The use of the words 'American Patriots' to describe some of his supporters is also being interpreted as support for those committing violent acts at the US Capitol.")
  • Trump beteuerte, daß seine Wähler eine "RIESENSTIMME bis weit in die Zukunft hinein" haben werden, und versprach ihnen, daß sie "nicht respektlos oder unfair behandelt" werden. Dies deutete Twitter als weiteren Hinweis, daß Trump eigentlich gar keine "ordnungsgemäße Übergabe" plant.

Der Vorwurf der "Gewaltverherrlichung" beruht also auf reinem Kaffeesatzlesen und kreativen Verdrehungen; er hat nicht die geringste Basis in dem, was Trump tatsächlich gesagt hat, nämlich, daß die - immerhin - 75 Millionen Wähler weiterhin Repräsentanz, Vertretung, Respekt bekommen werden (wie auch immer er dieses Versprechen halten will). Also genau die Dinge, die ihnen ihrer Ansicht nach versagt worden sind und die einer der Gründe für die Randale am Mittwoch waren.

Die Twitter-, Facebook- und Instagramsperre Trumps ist ein ungeheuerlicher Akt, der endgültig die politische Macht der digitalen Konzerne enthüllt hat. Wenn diese imstande sind, den amtierenden Präsidenten des mächtigsten Landes der Welt mundtot zu machen, und dies aufgrund bloßer Interpretationen des von ihm Gesagten oder Geschriebenen, dann gibt es niemanden mehr, der vor dieser Art von Willkür sicher ist.

Trumps Stummschaltung ist Teil eines größeren Feldzugs, die globalistische Meinungs- und Deutungshegemonie im Internet auszubauen und zu festigen. Sämtliche Big Tech-Firmen ziehen hier an einem Strang. Gewaltige Säuberungen finden statt. Facebook löschte, zum Teil ohne Vorwarnung oder Erklärung, Gruppen wie "Joe Biden is not my President" (1,7 Millionen Mitglieder) oder die Ex-Demokraten-Community #WalkAway (500,000 Mitglieder). Discord löschte den Pro-Trump-Chatroom "TheDonald", Reddit den letzten verbliebenen Pro-Trump-Subreddit-Strang.  Youtube löschte die Show "War Room" von Steve Bannon, Shopify Anbieter von Trump- und MAGA-Fanartikeln.

Konzertiert wurde die zensurfreie Twitter-Alternative Parler ins Visier genommen, in die viele verbannte oder bedrohte Konservative, Libertäre und Rechte bereits abgewandert sind. Apple und Google blockierten das Herunterladen der Parler-App, mit der Begründung:

Wir sind uns bewusst, daß über die Parler-App weiterhin Beiträge gepostet werden, die zu anhaltender Gewalt in den USA aufstacheln.

Amazon legte eins drauf, und knipste Parler vollständig aus, indem es der Plattform den Webhosting-Vertrag kündigte. Damit wird Parler größte Schwierigkeiten haben, einen neuen Anbieter zu finden, und ist wahrscheinlich für immer erledigt. In den deutschen Medien firmiert Parler als "rechtsradikales Netzwerk" oder als "Lieblingsnetzwerk der Trump-Fans" und ähnliches, als ob dies schon seine Löschung rechtfertigen würde. Auch auf andere Plattformen wird massiver Druck ausgeübt: DLive, Telegram oder Bitchute stehen schon lange auf der Speisekarte.

Die Tendenz ist eindeutig: Es geht langfristig um die totale Auslöschung des Trumpismus und der mit ihm verwandten politischen Richtungen, um die totale Kontrolle über das herrschende politische Narrativ und den Strom der Informationen. Alles, was von dem erwünschten Narrativ abweicht, wird fortan mit der Begründung unterdrückt, es könne zu "Gewalt" und "Terrorismus" führen - analog übrigens zur Kritik an den Coronavirusmaßnahmen, die ebenfalls als "gefährlich" gebrandmarkt wird.

Nicht umsonst preist das World Economic Forum China als großes Vorbild, um die "Infodemie" der Falschnachrichten zu bekämpfen:

Die chinesischen Medien und die chinesische Regierung haben sich dadurch ausgezeichnet, Wissenschaft und Rationalität als "die stärkste Waffe" im Kampf gegen COVID-19 hervorzuheben. Die Präzision der Wissenschaft wurde als unverzichtbare Kraft im Kampf gegen das Virus propagiert, wobei die Nutzung wissenschaftlicher Informationen der Schlüssel dazu ist, den Ausbruch von Verschwörungstheorien, irrationalen Beweisen und irreführenden Gerüchten zu stoppen.

"Verschwörungstheorien" und "Fake News" werden semantisch ebenso als mentale Viren gezeichnet wie die Allzweckfüllsel "Haß" und "Hetze". Wer die Rationalität oder Notwendigkeit der Virenschutzmaßnahmen der Regierung anzweifelt, gefährdet demnach Menschenleben, weil er starrköpfig die Eindämmung des Killervirus sabotiert; wer "Haßrede" benutzt und bestimmte Meinungen vertritt, gefährdet ebenfalls Menschenleben, weil aus ihnen rechtsextremer Terror erwachsen kann.

Ergo müssen diese falschen Meinungen isoliert, in eine Quarantäne gesteckt oder gänzlich eliminiert werden. Ein solches Modell, daß der Staat und seine Medien niemals Falschmeldungen, Haß oder Hetze verbreiten, daß er stets auf der richtigen und moralischen einwandfreien Seite steht, und daß ihm und seinen Organen mit anderen Worten grundsätzlich zu vertrauen sei. Jeder Zweifel daran, daß die Mächtigen und Superreichen dieser Welt nur unser Bestes wollen, wird als "Verschwörungstheorie" verschwefelt.

Der allseits beliebte Staatskomiker Jan Böhmermann schrieb anläßlich des Kapitol-Sturms auf Twitter:

Nach einem Jahrzehnt der "Unterzensierung" können wir jetzt ja mal ein Jahrzehnt der "Überzensierung" in sozialen Netzwerken ausprobieren! Und danach schauen wir, in welchem Jahrzehnt weniger Parlamente gestürmt und extremistisch motivierte Terroranschläge verübt wurden!

Die Idee dahinter ist eine Art Lockdown oder Quarantäne für "Haßrede", nach deren Ablauf man prüft, ob die Infektionszahlen, Erkrankungen und Todesfälle gesunken sind.

Böhmermann ist als Sprachrohr des Establishments allerdings genauso betriebsblind wie dieses selbst: In der Tat ist es gerade die fortschreitende einseitige Zensierung (und dazu gehört auch der soziale, rechtliche und ökonomische Druck auf jene, die es mundtot zu machen gilt), die etliche Rechtsrucke und rechte Radikalisierungen der letzten Jahre erst hervorgebracht hat. Würde man Böhmermanns Rezept folgen, und das Ventil der freien Rede und Meinungsäußerung noch weiter dichtmachen, würden im nächsten Jahrzehnt wahrscheinlich eher mehr "Parlamente gestürmt und extremistisch motivierte Terroranschläge" begangen werden.

Es handelt sich um die Fortschreibung und Zuspitzung eines alten taktischen Diskurses: x hätte es nicht gegeben, wenn es kein ungezügeltes Internet gäbe, das voller Fake News, "Hass", "Hetze" und "Lügen" ist. Für x kann man einsetzen: Trump, Brexit, die AfD, die Identitäre Bewegung, die Altright und ihre angeblichen Folgen wie Charlottesville, Christchurch, Halle, Hanau oder nun eben der Kapitolsturm.

Mit Zensur des Internets und Deplatforming im großen Stil, so wird verlautbart, würden auch die unerwünschten politischen Bewegungen und Extremismen verschwinden. Dabei wird vergessen, daß diese nicht durch Phantastereien im "Internet" entstanden sind, sondern ihre Wurzel in realen, konkreten Problemen und Interessen haben und häufig Reaktionen auf die stetigen Eskalationen und Extremismen der linken und globalistischen Politik des Establishments sind.

Der Kapitolsturm wird von den Meinungsmachern allen Ernstes als "Putschversuch", "Terroranschlag" oder "Insurrektion" gezeichnet, und auf hochdramatische Weise mit Pearl Harbour, 9/11 oder neuerdings auch der Reichskristallnacht verglichen (so etwa Herr Arnold Schwarzenegger). Joe Biden, der im Rededuell mit Trump die Existenz der Antifa leugnete, bezeichnete die Protestler als "domestic terrorists" ("inländische Terroristen").

Implizit sind damit nicht bloß jene gemeint, die das Kapitol gestürmt haben, sondern die "Stop the Steal"-Demonstranten und Trump-Anhänger und -wähler überhaupt, die nun unter einen pauschalen Terrorverdacht gestellt werden. Dabei handelt es sich immerhin um Millionen von Menschen, vorwiegend Weiße, vorwiegend aus dem Flyover-America zwischen den Küsten und den städtischen Ballungsgebieten. Sie gleichen einer Kulakenklasse, die einer utopischen Zukunft im Wege steht und die der Auslöschung preisgegeben ist.

Der neue "Krieg gegen den Terror" soll nach innen geführt werden. Zwei Lager mit unterschiedlichen Vorstellungen, was Amerika sein soll, stehen sich unversöhnlich gegenüber. Sie halten einander gegenseitig für Verräter, aber die Machtverhältnisse sind sehr ungleich verteilt. Die Institutionen dienen dem Establishment und dem tiefen Staat, nicht den "deplorables". Jim Goad bemerkte, daß Kriege nur mit Gewalt und Propaganda gewonnen werden - und darum ist der Staat darum bemüht, sich sowohl das Gewalt- als auch das Propaganda-Monopol zu sichern.

Analog versucht man auch in Deutschland und Österreich, regierungskritische Protestbewegungen in die Nähe von Rechtsextremismus und Terrorismus zu rücken. In Deutschland wurde absurderweise der Polizeischutz des Bundestags verstärkt, angeblich aus "Reaktion auf den Sturm auf das US-Capitol". Analog zur Maskenpflicht, die eine öffentliche Seuchenstimmung aufrechterhalten soll, dient diese völlig unsinnige Polizeischutzverstärkung wohl in erster Linie dazu, eine Drohkulisse aufzubauen, um die "Querdenker" in ein finsteres Licht zu rücken.

Folgerichtig äußerte Markus Söder in der Welt am Sonntag:

"Aus bösen Gedanken werden böse Worte und irgendwann auch böse Taten. Deswegen müssen wir auch in Deutschland nicht nur die Sicherheitsmaßnahmen für die demokratischen Institutionen verbessern, sondern grundlegend die sektenähnliche Bewegung der ,Querdenker‘ und anderer vergleichbarer Gruppierungen in den Blick nehmen." ...

Der Verfassungsschutz habe dabei eine zentrale Aufgabe zu spielen. Söder sagte: Es bestehe die Gefahr, dass sich aus dem Umfeld der AfD heraus „in Deutschland ein Corona-Mob oder eine Art Corona-RAF bilden könnte, die zunehmend aggressiver und sogar gewalttätig werden könnte“.

Schon Bodo Ramelow hatte im Oktober 2020 behauptet, die Corona-Proteste gegen "in Richtung Terrorismus".

In welche Richtung Äußerungen dieser Art gehen, ist ebenso offensichtlich wie beunruhigend. Die bösen Gedanken und die bösen Worte müssen von den "Guten" kontrolliert werden, die ganz genau wissen und beurteilen können, wer gute Gedanken denkt (sie selbst) und wer böse (die anderen). Es wird eine Assoziations- und Gleichsetzungskette aufgemacht und in den Köpfen verankert:

Regierungskritik=Demokratiefeindlichkeit=Rechtsextremismus=Terrorismus.

Im Gegensatz zu 9/11 bedarf es heute nicht einmal mehr eines "echten" Terrors, um diverse "Patriot Acts" durchzusetzen. Das "Narrativ", die "Story" genügt. Nun schlägt wieder die Stunde der Massenmedien, um das entsprechende Framing zu verankern. Der Kapitolsturm wird extrem überzeichnet, um eine extreme Reaktion zu rechtfertigen.

Er wird als Akt des Terrors ausgegeben, und wie bei Terroranschlägen so üblich, folgt eine Zensur- und Überwachungswelle auf den Fuß. Der Staat intensiviert seine Macht, die Medien ihre Deutungshoheit. Ist der Staatsfeind gekennzeichnet, verliert er rasch sein öffentliches Ansehen und seine Bürgerrechte, insbesondere sein Recht auf freie Meinungsäußerung.

Was aber ist wirklich passiert?

Martin Sellner hat treffend beschrieben, daß der Kapitol-Sturm über weite Strecken kaum mehr als ein ziel- und planloses Happening war. Der Sachschaden fiel relativ gering aus, und die Fotos, die um die Welt gingen, zeigen eher medienwirksame Agitprop-Clowns und trollende Boomer als gefährliche rechtsradikale Putschisten und Insurrektionisten. Wer in einer Figur wie dem "Q-Schamanen" Jake Angeli ernsthaft eine "Gefahr für die Demokratie" sieht, hat schlicht nicht mehr alle Tassen im Schrank (selbst Alex Jones platzte der Kragen angesichts dieses Ausmaßes an "Verstrahltheit").

Angeli ist darüberhinaus genausowenig repräsentativ für die große Masse der Demonstranten wie etliche andere Gestalten, die mit zweifelhaften Symbolen oder T-Shirts gesichtet und fotographiert wurden. Provokateure dieser Art einzuschleusen, auf die sich dann die Medien stürzen können, um alle anderen Teilnehmer zu diskreditieren - das ist eine gängige Propaganda- und Zersetzungspraxis.

Allerdings kam es bei dem Sturm zu unschönen, aggressionsgeladenen und gewaltsamen Szenen und Übergriffen, die nicht heruntergespielt werden sollen (andere Aufnahmen zeigen indes, wie Protestler umgestossene Müllkörbe einräumen). Ein verwundeter Polizist erlag Tage später seinen Verletzungen, drei Protestler verstarben aufgrund "medizinischer Komplikationen" (vermutlich Herzattacken und ähnliches).

Besonders schockierend ist die kaltblütige Hinrichtung der unbewaffneten, 35jährigen Demonstrantin Ashli Babbitt, einer Air Force-Veteranin, durch einen augenscheinlich schwarzen Kapitol-Polizisten. Sie wurde in den Hals geschossen, als sie versuchte, durch das Fensterglas einer eingeschlagenen Tür zu steigen (Videos hier, hier, hier).

Die ganze Black-Lives-Matter-Kiste beruht nun auf der Erzählung von der Permanenz rassistischer Polizeigewalt gegen unbescholtene Schwarze in den USA. In Wahrheit handelte es sich in ausnahmlos jedem Fall um Kriminelle, die sich der Verhaftung widersetzten, und manchen von ihnen waren sehr wohl bewaffnet. Polizisten müssen oft schnell entscheiden, und wenn sie zu lange zögern, sind sie tot. Das führt manchmal zu Überreaktionen und Tragödien, die vermieden hätten können.

Aber inwiefern war nun der Kapitol-Polizist von Ashli Babbitt konkret bedroht? In der "Hierarchie der Opfer" steht sie weit unten, sie war weiß und konservativ, der Täter vermutlich nicht rassistisch motiviert. Sie wird als Nebbich und Kollateralschaden in der Versenkung verschwinden. Ihr Leben ist in der großen Erzählung wenig wert, ihr Tod wird von Linken in sozialen Netzwerken offen bejubelt. In San Diego wurden vermummte Antifas erblickt, die ein Schild hochhielten: "Ashli Bobbitt deserved it", "Ashli Bobbitt hat es verdient."

Hat man je einen Trump-Anhänger mit einem Schild gesehen: "George Floyd deserved it"?

Die Brutalität der Tat erschreckte sogar den linken, ultra-"woken" Aktivisten Shaun King (ein Mann mit sehr heller Hautfarbe, der von sich behauptet "schwarz" zu sein), und er merkte an, es sei "wildly unpopular" in seinen Kreisen, diese Tat zu verurteilen.

Mir wurde gesagt, daß dem Polizisten der Schutz einer entscheidenden und letzten Türe anvertraut war, die zu den Kongressabgeordneten führte. Letztlich traf er die harte Entscheidung, auf Ashli Babbitt zu schießen, um sie und andere von der Tür zu vertreiben. Direkt hinter ihr standen jedoch bewaffnete Polizisten. Der Schuß war vermeidbar.

Wofür ist sie gestorben? Der Kapitol-Sturm war ein schwerer Fehler. Er dient den Machteliten der USA als willkommener Reichstagsbrand, um nun endgültig in völliger Verschmelzung mit Big Tech ein linksautoritäres, totalitäres Regime zu errichten.

Fortsetzung folgt.


Martin Lichtmesz

Martin Lichtmesz ist freier Publizist und Übersetzer.


Kommentare (33)

paernu

11. Januar 2021 09:30

Diese totale Verschärfung und Zensur wird langfristig dazu führen, dass neue Plattformen oder Informationskanäle entstehen. Jeder größer der Druck wird, desto mehr wird sich der "Dampf" andere Wege suchen.

Eins ist, glaube ich, unstreitig, die letzten Monate haben dazu geführt, dass immer mehr Menschen in Opposition gehen. Erst zaghaft, aber unaufhaltsam. In welcher politischen Richtung die enden, ist noch nicht sicher, für die Rechte ist es jedoch eine Chance. Es hat zumindest keinen kontrapoduktiven Wert.

Eine wirkliche Wende, kann noch lange dauern, eventuell erst in der nächsten oder übernächsten Generation. Deswegen ist weitermachen wichtig, wir selber sind nicht wichtig.

 

RMH

11. Januar 2021 09:34

Jetzt schlägt die Stunde der Nicht-EU und Nicht-US Messenger Dienste.

Ich bemerke, wie immer mehr Leute aus meinen W. App. Kontakten sich einen Telegram Account zulegen. Noch läuft wenig darüber, aber immerhin.

Irgendwann werden sie aber auch diese Dienste lahmlegen, keine Frage, aber so lange es möglich ist, ist Anbieter-Wechsel Pflicht.

Gracchus

11. Januar 2021 09:56

Darüber muss man nicht lange diskutieren, Lichtmesz hat völlig recht, sogar einigen Mainstream-Journalisten (SZ, Die Welt) scheint mulmig zu werden. Was tun? 

Waldgaenger aus Schwaben

11. Januar 2021 09:56

Der Markt wird es richten. Meine Kinder berichten, dass facebook schon "tot" ist, als nächstes stirbt wohl twitter oder InstaGram.  TikTok sei die kommende Plattform. Tot heißt hier, das es von der Jugend nicht mehr benutzt wird. Telegram als Messenger-Dienst löst langsam whatsApp ab.  Die sozialen Plattformen wechseln wie Moden.

Ob die USA glücklicher damit werden, wenn die chinesischen Kommunisten entscheiden, wer Zugang zu den digitalen Massenmedien hat? Die Basis von  Telegram ist unklar. Die Firma sitzt in Dubai und stammt aus Russland. 

@RMH 

Stilllegen von TikTok und Telegram wird nicht so einfach sein. Sicher, wenn die USA und EU genug Gegenleistungen bieten, spielen die auch mit. Aber dann zieht die Karawane halt weiter.

Heinrich Loewe

11. Januar 2021 10:25

Der weltweite Populismus ist die „Gegen-Bewegung“ zur universalistischen Globalisierung und deshalb eine metaphysische Kraft von welthistorischer Bedeutung. Dies ist von nichts und niemand aufzuhalten. Die Unter- und Mittelschicht im Westen erwartet langfristig das gleiche Schicksal wie das Millionenheer an Arbeitssklaven in China. Siehe „American Factory“. Danke, Obama, für diesen aufschlußreichen Film. Aber: Wir sind mehr!

Die Frage ist, ob das System in der Lage ist, die Organisation hin zur politischen Kraft zu unterbinden. Auf Ebene der Plattformen wird dies nicht gelingen. Gab z.B. braucht keinen App-Store und hat eigene Server. Im Moment kann man sich das Bild vorstellen, daß die im Akkord neue Server herankarren und anschließen. Auch die Infokanäle finden sich. Wie sagt Steve B. immer: „Good content drives the distribution.“

Kritisch wird es, wenn auch im Westen auf Ebene der DNS zensiert wird, wie in Rußland, China und anderswo. Das wird kommen. Anders ist der Deckel nicht auf dem Topf zu halten.

Es müssen soviel wie möglich Leute an die Rote Pille herangeführt werden. Dazu braucht es Video-Formate, die die meinungsbildenden Medien dekonstruieren. Als Unterweisung, „wie man Zeitung lesen liest“.

Maiordomus

11. Januar 2021 10:28

Die Artikel von Lichtmesz haben am ehesten, nicht nur bei dem hier Veröffentlichten, Nachrichtenwert. 

Monika

11. Januar 2021 10:45

Danke. Sehr gute Zusammenfassung. Inzwischen ist die passgenaue Einordnung von Geschehnissen in Deutungsrahmen von größerer Bedeutung als die Frage: Was geschah wo, wann, wie, warum und wozu ? ( Mit im Anschluss erfolgender Kommentierung). Eine kleine Ergänzung um das feministische „framing“. Wer ist verantwortlich? Genau. „Der Machtwahn weißer Männer“ ( Alice Schwarzer) https://www.emma.de/artikel/washington-338387 Dass eine sog. „Karrierefrau“ , die zudem unbewaffnet war, hinterrücks erschossen wird, im hektischen Geblinke von Smartphones ( jeder ist sein eigener Reporter) elendig stirbt, das interessiert die Feministinnen nicht. Müßig zu fragen: Was wäre, wenn es eine schwarze Frau gewesen wäre? Es sollen ja auch Schwarze dabeigewesen sein...

Heinrich Loewe

11. Januar 2021 10:50

Ich habe gerade einen Telegram-Kanal aufgemacht t.me/WarroomEssentials und werde dort das Wichtigste aus dem Umfeld von Steve Bannon's Warroom auf Deutsch zusammenfassen (solange es die Zeit erlaubt).

Monika

11. Januar 2021 10:51

@ Maiordomus 

Da die Artikel von Lichtmesz Nachrichtenwert über den Tag hinaus haben( nicht nur dieser) , wäre ein Format in schriftlicher Form ( Titel: Chronik laufender Ereignisse) m.E. vorstellbar.

 

Waldgaenger aus Schwaben

11. Januar 2021 11:02

Möglicherweise werden wir bald Bilder von Trump in Handschellen sehen. Vielleicht noch diesen Monat. Es kommt darauf an, ob das "linksautoritäre, totalitäre Regime" kurz nach der Machtergreifung den Zeitpunkt für einen Showdown mit den Kräften der Gegenseite geeignet hält. Es könnte aber auch das Gegenteil geschehen, eine "Nacht der langen Messer", in der mit den Fanatikern auf der eigenen Seite aufgeräumt wird. Es bleibt spannend. Bleiben Sie dabei!

quarz

11. Januar 2021 11:06

"willkommener Reichstagsbrand"

Der Gedanke ist mir auch gleich gekommen.

Waldgaenger aus Schwaben

11. Januar 2021 11:09

@Heinrich Loewe

"Kritisch wird es, wenn auch im Westen auf Ebene der DNS zensiert wird, wie in Rußland, China und anderswo."

 Hier wird kurz erklärt was ein DNS Server macht und die Vorteile eines eigenen DNS_Servers dargestellt. Wie man den einrichtet, findet sich im Netz (Aber Achtung das erhöht die Gefahr Opfer von DNS Spoofing   zu werden)

Gotlandfahrer

11. Januar 2021 12:42

1 von 3

Danke erneut für die Kärrnerarbeit des Quellenstudiums und der Kontextaufarbeitung.

Immer wenn es soweit ist, dass ganze Bevölkerungen unterworfen werden sollen, und nichts Anderes wird derzeit angestrebt, ist es müßig, als zu Unterwerfender mit den Unterwerfenwollenden zu diskutieren oder auf Widersprüche und „Regelverstöße“ hinzuweisen.  Ich bin mir mittlerweile nicht mal sicher, ob es den zu Unterwerfenden hilft, sich die erlittene offene Willkür immer wieder vor Augen zu führen, da es Frustration und Ohnmacht steigert.  Was ja ein Nebenziel bzw. Mittel der Unterwerfung ist und uns damit keinen Dienst erweist, und sei es, weil man sich hierdurch markiert.

Auch die Unterwerfer sind angesichts des nun zum Greifen nahen Abschluss ihrer jahrelangen Bemühungen unter Stress und keinesfalls eine homogene Gruppe mit gleichgerichteten Interessen. Sie sind eher ziemlich ungleiche Alliierte.

Damit drängt sich ein Vergleich auf. 

Es gab schon einmal drei Streitparteien, von denen sich zuvor zwei zusammentaten gegen die dritte, nennen wir letztere „begabtes Volk“.  Das „begabte Volk“ hegte einen Selbstbestimmungswunsch („Freiheit für uns!“), in welcher Form auch immer dieser aus heutiger Sicht Ausdruck zu finden gedachte.  In jedem Falle lief dieser Wunsch den Interessen der beiden anderen Parteien zuwider. 

...

Gotlandfahrer

11. Januar 2021 12:43

2 von 3

Denn die eine Partei zielte auf die „Weltvernutzung“ per Monopolkapital („Freiheit für alle – mit Geld“), die andere auf selbiges, nur organisiert durch eine Monopolpartei („Freiheit für keinen“).  Keine von beiden wollte dabei ohne und schon gar nicht gegen die „Begabungen“ dieses Volkes – aus ihrer beider Sicht ein „Basket of Deplorables“ – anorganisieren müssen.  Denn diesen Gegenentwurf gedeihen zu lassen hätte bedeutet, dem eigenen Herrschaftsprinzip nach innen die Legitimation zu nehmen und überhaupt: Auf einen zu großen Anteil des Weltnutzens verzichten zu müssen.  Das „begabte Volk“, das für die beiden anderen Parteien so nicht sein durfte, wusste sich angesichts der sich entwickelnden Kräfteverhältnisse nicht besser zu helfen, als zwecks „Außensicherung“ in die Offensive zu gehen („brutalste Mittel“).  Das ging im Sinne einer Zielerreichung schief und es - scheint - auch jetzt wieder schief gegangen zu sein, auch wenn die Partei, ihre Gründe und Mittel gänzlich anders waren.  Aus Sicht der Deplorables ist heute der Punkt erreicht, der sich mit dem der Hoffnung auf Wenck und dem Preisen des Einigelns im Panzerbär vergleich lässt. 

...

Laurenz

11. Januar 2021 12:44

Donald Trump hat am Ende seiner politischen Karriere leider nicht den Mut, Hatebook und Zwitter für immer zu schließen. Das wäre ein fanales Exempel. Mehr gibt es dazu eigentlich nicht zu sagen.

ML: Wie soll er das denn machen?

Gotlandfahrer

11. Januar 2021 12:44

3 von 3

Nun würde mit der bedingungslosen Unterwerfung der Deplorables aber das Ende der Gemeinsamkeiten der Sieger kommen.  Je weniger Widerstandsnester noch zum Ausräuchern da sein werden, je eher wird es hervortreten.  Big Money, Big Tech, selbst Big Green und erst recht nicht Big Yellow werden ihre Beute über das hinaus, was sich in Hütten zum Plündern, Zerschlagen und Versaufen findet, teilen mit denen, die ihnen außer der Gewalt gegen die Unterworfenen etwas bieten können.

Es wird sich dann die Frage stellen, mit wem die zuvor Unterworfenen besser fahren.  Die eine Partei wird ihre Basis sehr enttäuscht, ihre Führung sich in Steigerungswettbewerben in einem inneren Säuberungswahn zerfleischt haben, um am Ende ihren Robespierre zu exekutieren, während die andere Partei ihre Dividenden-Matrix perfektioniert.

Wenn ich die Augen schließe, sehe ich viele neue Deplorables, die sich heute zu den Siegern zählen.

@Heinrich Loewe: Danke, beigetreten.

tearjerker

11. Januar 2021 13:05

Die US-Bundesregierung und ihre Dienste stellen die grösste Gang auf diesem Planeten dar. Die haben die Social-Media-Platformen und deren Mitarbeiter schlichweg rund um die Uhr bedroht. Unternehmen wie Facebook beanspruchen in ihrem Geschäftsbedingungen zudem, dass die Nutzer die Rechte an allen Beiträgen abtreten müssen. Damit wird etwas wie Facebook oder Twitter zum Publisher, der seine Inhalte wie eine Presseveröffentlichung zu verantworten hat. Das macht angreifbar, denn die Pressegesetzgebung ist dazu da, die veröffentlichte Meinug zu regulieren wie es der Obrigkeit gefällt. Kein Wunder also, dass man Kontroversen durch Ausschluss reguliert und jetzt der einen Seite entgegenkommt. Immerhin gab es noch reichlich grosse communities z.B. auf Facebook bis vor wenigen Tagen, die erst jetzt als ‚Problem‘ gesehen werden. Sollte sich ernsthafte Konkurrenz entwickeln, die den facebook und twitters signifikant Marktanteile abnimmt, wird sich deren Parteinahme nicht mehr so einseitig darstellen. Fb und tw sind und bleiben geeignete Medien um metapolitisch aktiv zu sein. Die Geschäftsmodelle der alten Leitmedien bleiben weiter unter Druck, was die panische Ranschmeisserei an die Politik in den letzten Jahren erklärt. Die Polarisierung wächst, gut so.

Laurenz

11. Januar 2021 13:07

@ML

Mit dem FB schließen, wegen nationaler Sicherheit. Es gibt sicher genügend "Terroristen", welche diese Plattformen nutzen. 

Ich erinnere Sie an Herrn Putin, der meinte, wenn Er nach Massenvernichtungswaffen im Irak gesucht hätte, dann hätte er auch welche "gefunden".

ML: Dafür ist jetzt zu spät, völlig unrealistisches Szenario.

Gustav Grambauer

11. Januar 2021 13:34

Die geschlossenen Psychiatrien dürften bereits voll mit Devianten an der verordneten "öffentlichen Seuchenstimmung" sein:

https://m.facebook.com/story.php?story_fbid=3900220329988074&id=100000004364267

- G. G.

Laurenz

11. Januar 2021 14:14

@ML

Das sehen Sie so. Alleine die Konto-Schließungen des Präsidenten sind ein Grund, diese Läden zuzumachen, denn sie verstoßen gegen "Free Speech" und zwar in ihren Geschäftsbedingungen. Bis die Anwälte nach Jahren das Gegenteil bewiesen hätten, sind die Läden pleite und Trump längst tot. Das würde auch die ganze Branche in den Senkel stellen. Es wäre die einzig richtige Antwort gewesen. 

RMH

11. Januar 2021 14:29

Donald Trump darf immer noch Pressekonferenzen abhalten und von diesem Mittel sollte er auch noch Gebrauch machen, in seinen letzten Tagen als Präsident. Leider wird er diese Möglichkeit mit großer Wahrscheinlichkeit nicht dazu benutzen, einmal aus dem Nähkästchen zu plaudern.

Der Rest der Opposition muss ernsthaft über die Etablierung eigener Kommunikationswege nachdenken und diese rasch nutzen. Das Internet ist schon lange keine freie Kommunikationsplattform mehr. Mann braucht nur zu versuchen, einmal gewisse Seiten aus den USA von Deutschland aus direkt aufzurufen und wird schnell an die bereits jetzt existierenden Grenzen stoßen. Und das hat zur Abwechslung mal rein gar nichts mit Google & Co. zu tun. Von wegen "freies Internet". Das gibt es in Deutschland schon seit fast 20 Jahren nicht mehr (darknet Mal außen vor gelassen, aber auch das wird streng überwacht).

 

Arkadier

11. Januar 2021 15:03

Die Erfahrung lehrt uns, dass Entwicklungen in den USA bei uns etwas verzögert, aber doch immer aufschlagen. Wir - das Rechte Lager - sollten uns das Bigger Picture hinter den Tagesereignissen ansehen. Dort geht, allem Anschein nach, das bürgerliche Amerika auf die Strasse, also Menschen, die bisher ihren Groll auf den korrupten Sumpf in Washington abends bei den TV-Nachrichten mit einem eiskalten Bud runtergespült haben und an jedem nächsten Morgen mit geballter Faust in der Tasche an ihrem Arbeitsplatz wie gewohnt ihr Bestes gaben. Diese Menschen haben die Schnauze voll, sie wollen sich das nicht mehr gefallen lassen. Zu Obama-Zeiten haben sie noch als Tea Party ihren Protest beim Grillen im Stadtpark ausgedrückt – jetzt reisen sie nach Washington und stehen zur hunderttausenden vor dem Kapitol.

Diese Radikalisierung des Bürgertums ist auch in Europa zu erwarten. Auch wenn diese Menschen noch nie was von Ernst Jünger oder Carl Schmitt gelesen haben, so sind sie unser “Potential”, es sind unsere Verbündete. Sie können ihr Anliegen nicht druckreif in eine Kamera sagen, aber sie spüren, dass sie gegen “die da oben” dringend etwas unternehmen müssen. Wir sollten uns Gedanken machen, wie wir sie “einfangen” und ihnen eine politische Heimat bieten können. 

Waldgaenger aus Schwaben

11. Januar 2021 15:06

@RMH 

der Opera Browser, übrigens jetzt auch in chinesischer Hand, hat oben in der URL Zeile ein Kästchen VPN , da man einen Standort wählen: USA; Europa, Asien. Ich wähle jetzt Asien.

Zur Sache: twitter und co haben das Plattform-Privileg, sie haften nicht für ihre Inhalte, so wie Druckereien nicht für den Inhalt der Zeitungen und Bücher haften. Dann müssen sie sich aber auch Kommentierungen und willkürlicher Löschungen enthalten. Sonst sind es eben Verlage und keine Druckereien mehr. Aber Trump hatte viel zu tun und wer ihn kritisiert, sollte mal nur versuchen als Quereinsteiger in einem Kreisverband einer Partei an die Spitze zu kommen und sich dort zu halten.

heinrichbrueck

11. Januar 2021 16:23

Die Globalisten haben eine Strategie, die auch zeitunabhängig umgesetzt wird. Demokratische „Opposition“ ist Taktik, zeitabhängig und untergeordnet, weshalb Taktik nie eine übergeordnete Strategie schlagen kann.

Der „Patriot Act“ wurde gegen Moslems verpackt, enthält aber Terrorismusbekämpfung. Weiße Amerikaner werden als Patrioten diskreditiert, als weiße Terroristen gebrandmarkt, mit der richtigen Hetze aufgeladen, zur zukünftigen Verwendung. Ein Stratege wird den Taktiker immer mißbrauchen können. Gelingt es nicht in dieser Generation, dann in der nächsten oder übernächsten. Der Taktiker rennt gegen Mauern, anstatt sein Weltbild anzupassen; anschließend eine eigene Strategie auszuarbeiten.

Trump war keine Ersetzung der globalistischen Strategie, kein Retter der Weißen, und keine Strategie gegen Umvolkung.

Der Stratege holt Ausländer ins Land, der Taktiker darf über Kopftücher nachdenken. Die Machtverteilung ist eindeutig. Die Weißen haben kein permanentes Ziel. 

Beowulf

11. Januar 2021 16:51

Läuft doch alles nach Plan. Der Repressionsakzelerationismus wird doch gefordert. Wäre ja nicht so, dass ohne Repression die Wende vor der Tür stehen würde und das rechte Lager nur wegen der schlimmen Repression immer auf der Verliererseite steht.

Ich finde es amüsant wie man auf der einen Seite praktisch Repressionsmaßnahmen herbei sehnt, um die antidemokratischen Methoden der Herrschenden aufzuzeigen. Auf der anderen Seite aber bei jeder Maßnahme in ein Geheul zu verfallen, wie schlecht man doch behandelt wird.

Aber vielleicht ermüdet dieses Narrativ auch nur mich.

cunctator

11. Januar 2021 17:31

Wie kommen die bei Parler denn auf die glorreiche Ide, Ihr Zeug bei Amazon zu betreiben ? 

Die technologische Abhängigkeit von den Großen ist ein ernstes Problem, in einigen Bereichen ( DNS) wohl kaum zu umgehen, aber sich in die Hände eines Hosters zu begebenm,  dessen politische Ausrichtung doch bekannt sein sollte, heißt das Unheil heraufbeschwören. 

Ich hoffe, daß die sezession.de da solider aufgestellt ist.

Laurenz

11. Januar 2021 18:43

@Beowulf

Der Plan, den Sie meinen, kann bis zu seiner Erfüllung auch mal tausend Jährchen oder zweitausend brauchen.... klar wird es bis dahin manchem langweilig....

links ist wo der daumen rechts ist

11. Januar 2021 21:22

Kulaken 1

Über weite Strecken Zustimmung. 
Wie MS ein begnadeter Stratege (das schließt Kritik nicht aus) sind sie einer der besten Diagnostiker, allerdings bekomme ich bei Stellen wie diesen Schnappatmung:

Dabei handelt es sich immerhin um Millionen von Menschen, vorwiegend Weiße, vorwiegend aus dem Flyover-America zwischen den Küsten und den städtischen Ballungsgebieten. 
Sie gleichen einer Kulakenklasse, die einer utopischen Zukunft im Wege steht und die der Auslöschung [Hervorhebungen @ links...] preisgegeben ist.

Ernsthaft?

Soll das durch Überhöhung die falsche Hierarchie der Opfer delegitimieren?

ML: Ja, ernsthaft.

links ist wo der daumen rechts ist

11. Januar 2021 21:26

Kulaken 2

Verzeihung, das sind wieder einmal Horror-Szenarien, die Sie extrapolieren, aber nicht vorhersagen können; die Geschichte bleibt unverfügbar. Welche Vorhersagen sind denn bisher exakt eingetroffen? Warum galten etwa die "Grenzen des Wachstums" einer leider verstummten Mitforistin als Teufelswerk? Das sind via Absolut-Dystopien Endzeitszenarien, die nur eines bewirken sollen: Verunsicherung, Mobilisierung und Kampfformation. Das ist Geschichtstheologie.
Und wenn absolute Zerstörungsszenarien eintrafen (etwa die Karthago-hafte Zerstörung Deutschlands 1945): wer rechnete denn mit einem Phönix-haften Wiederaufstieg?

Unabhängig davon ist die Migrationsfrage zumal in Deutschland mit Beginn der sog. zweiten Asylwelle Anfang der 80er virulent, in den beiden Folgejahrzehnten konnten weder D noch die EU eine sinnvolle, i.e. souveräne Einwanderungspolitik a'la Kanada bewerkstelligen, die "Replacement Migration" der UN hat diese Lücke ausgenützt.

ML: Ich hab das auf diesem Blog und anderswo zigfach begründet. Es ist mein voller Ernst.

Lotta Vorbeck

11. Januar 2021 22:14

@links ist wo der daumen rechts ist - 11. Januar 2021 - 09:26 PM

"... in den beiden Folgejahrzehnten konnten weder D noch die EU eine sinnvolle, i.e. souveräne Einwanderungspolitik a'la Kanada bewerkstelligen ..."

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... möglicherweise wollten "in den beiden Folgejahrzehnten weder die BRD noch die EU eine sinnvolle, i.e. souveräne Einwanderungspolitik a'la Kanada bewerkstelligen" ...

Die Frage, inwiefern in Kanada "eine sinnvolle, i.e. souveräne Einwanderungspolitik (überhaupt) bewerkstelligt wird", wäre gesondert zu erörtern.

Betrachtete man (solange dies bis Anfang 2020 noch möglich gewesen ist) die Szenerie auf den an den Transkontinentalverkehr angeschlossenen Flughäfen Kanadas, respektive das Straßenbild kanadischer Großstädte, so scheint sich die Einwanderungspolitik Kanadas nicht wesentlich von der hiesigen zu unterscheiden.

Ergänzend dazu schaue man sich an, wer über die kanadische Südgrenze ins Land sickert und dort in von den Canadian Armed Forces (CAF) errichteten Zelten willkommen geheißen wird.

Einzig die Weite des Landes vermochte bisher zu kaschieren, was diesbezüglich auch in Kanada auf Hochtouren vorangetrieben wird.

Marc_Aurel

11. Januar 2021 23:01

@Beowulf

„Läuft doch alles nach Plan. Der Repressionsakzelerationismus wird doch gefordert. ...“

Kann aber auch nach hinten los gehen, zum Beispiel wenn der Druck zwar steigt, dann aber am Höhenpunkt der Entwicklung nicht zur Explosion reicht und nachher wieder abflacht, dann liegt die Opposition erst einmal eine ganze Zeit lang gepuckt am Boden, ohne das Wesentliches erreicht wurde, will sagen – dieser Pfad ist sicherlich nicht die erste Wahl, weil er riskant ist und auch nicht gerade angenehm, selbst dann nicht, wenn er letzendlich tatsächlich zu einem Erfolg führen sollte.

Gustav Grambauer

12. Januar 2021 12:01

links ist wo der daumen rechts ist

"... in den beiden Folgejahrzehnten konnten weder D noch die EU eine sinnvolle, i.e. souveräne Einwanderungspolitik a'la Kanada bewerkstelligen ..."

Die "Migrationspolitik" sollte aus heutiger Sicht aus einem völlig neuen Blickwinkel betrachtet werden.

Was macht ein Motorradfahrer vor einer Rechtskurve? Er fährt erstmal möglichst scharf an die linke Leitplanke, um die Kurve in viel größerem Radius und damit auch viel sicherer nehmen zu können. Sie haben insbesondere mit bzw. seit der Genzöffnung 2015 einfach psychologisch (Gegen-)Schwung für einen möglichst erfolgreichen sog. Shutdown geholt. (So daß sie z. B. den Effekt der meist insgeheimen Froheit vieler Leute darüber "mitnehmen" konnten, daß "endlich mal die Uferlosigkeit ein Ende hat und endlich mal wieder richtig Grenzen dichtgemacht werden".)

Soros & Co. wurden dazu nur benutzt, Merkel grinst nur über den, denn die ist nicht so dumm, sich auf eine Ideologie (Popper) festzugelegen, Ideologie ist 2. Priotritätsebene, Merkel und Ihresgleichen arbeiten von der 1. (konzeptuellen) Prioritätsebene ("Geschichtsmanagement") aus.

- G. G.

Pit

12. Januar 2021 20:47

Die Umstände schufen also ein geschlossenes Lager von 75 Millionen: alle Trump-Wähler, die glauben, daß ihnen die Wahl gestohlen wurde.
Damit müßte normalerweise etwas zu machen sein

 -> hier das Lustige  😅  : dieselben Leute, die hier bereit sind aufzustehen für ihre Sache: sie werden sofort auf dem Boden die Unterwerfungshaltung einnehmen, sobald gesagt wird, daß ihr Anliegen RASSISTISCH ist.

Sind Trumps Anliegen etwa nicht rassistisch? Wie immer kann und wird alles hingedreht werden.

Man wird mit den Trumpisten sehr schnell fertig sein: ja, natürlich war die Wahl gestohlen worden, aber alle Anliegen waren von vornherein illegitim, daher war es GUT, daß man die Wahl nicht zugelassen hat. Wie schnell sich die Trumpisten dem Rassismusvorwurf fügen werden!

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