Demos in Wien – System und Lebenswelt

Ich war am Samstag und am Montag auf zwei grundverschiedenen Wiener Demonstrationen.

Caroline Sommerfeld

Caroline Sommerfeld ist promovierte Philosophin und dreifache Mutter.

Die sams­täg­li­che wur­de von Kol­le­ge Wes­sels bereits gewür­digt, ich kom­men­tier­te dazu ein paar Wor­te. Der Ver­an­stal­tung am Mon­tag gegen­über­ge­stellt schält sich etwas Grund­sätz­li­ches her­aus: das Gel­tend­ma­chen der Lebens­welt gegen das System.

Den Titel mei­nes Blog­ein­trags habe ich als bewuß­te Anspie­lung auf die Haber­mas-Luh­mann-Kon­tro­ver­se gewählt: Damals hielt Haber­mas es für gebo­ten, der Unmensch­lich­keit der luh­mann­schen Sys­tem­ra­tio­na­li­tät, in der “Men­schen” nun ein­mal theo­rie­be­dingt nicht vor­kom­men, die “Lebens­welt” der Kom­mu­ni­ka­ti­on unter vor­sor­tier­ten Dis­kurs­be­din­gun­gen entgegenzuhalten.

Inzwi­schen ist Gras über die Sache gewach­sen, und Edmund Hus­serls alter Lebens­welt­be­griff (aus Die Kri­sis der euro­päi­schen Wis­sen­schaf­ten, 1936), den die­ser gegen die Herr­schaft der Wis­sen­schaft setz­te, harrt einer Neu­ent­de­ckung. Hier kann nur ange­deu­tet wer­den, was er meint:

In unse­rer Lebens­not – so hören wir – hat die­se Wis­sen­schaft uns nichts zu sagen. Gera­de die Fra­gen schließt sie prin­zi­pi­ell aus, die für den in unse­ren unse­li­gen Zei­ten den schick­sals­volls­ten Umwäl­zun­gen preis­ge­ge­be­nen Men­schen die bren­nen­den sind: die Fra­gen nach Sinn oder Sinn­lo­sig­keit die­ses gan­zen mensch­li­chen Daseins.

Wir haben es, so mein Fazit aus den zwei Demos, deren – zumeist win­zi­ge, bis­wei­len frea­ki­ge – Vor­gän­ger ich seit dem Som­mer immer wie­der besuch­te, damit zu tun, daß die Leu­te ihre Lebens­welt gegen das Sys­tem reklamieren.

Zuerst die gro­ße Demo, 20.0000 Teil­neh­mer waren wohl rea­lis­tisch geschätzt. In mei­nem Kom­men­tar notier­te ich:

Das schwers­te Ver­bre­chen berich­te­te der KURIER: “Es wur­de getanzt, Demons­tran­ten umarm­ten sich und begrüß­ten ein­an­der mit Küs­sen”. Auf­ge­räum­te Atmo­sphä­re, Frie­de, Freu­de, “Mas­ken­los durch die Stadt”-Geträller. Die Mischung aus Goa-Ras­ta-Sze­ne und Trach­ten­jan­ker-Leder­ho­se-Öster­reich­flag­ge, dazwi­schen unsereiner.

Die Poli­zei ver­sah pflicht­mä­ßig ihren Dienst, was bei­spiels­wei­se posi­tiv ver­merkt wor­den ist. Die mir bereits ver­trau­te per­ma­nen­te Inven­ti­on per Mega­phon, Mas­ken­pflicht und Abstän­de ein­zu­hal­ten, unter­blieb, wohl wegen der unüber­schau­ba­ren Grö­ße und Undurch­führ­bar­keit etwai­ger Sanktionen.

Ich begrüß­te auch eine Men­ge Leu­te – von frü­her. Denn die Wal­dorf­schul-Sze­ne ist genau­so gespal­ten wie der Rest der Gesell­schaft, die­je­ni­gen mit deut­li­chem Bekennt­nis gegen die gegen­wär­ti­ge Poli­tik kön­nen gedank­lich auf ihren Stei­ner zurück­grei­fen, wie kürz­lich sogar in der Com­pact erwähnt wur­de. Selbst mein damals erbit­terts­ter Geg­ner aus dem Schul­vor­stand ver­fügt nun über einen kri­ti­schen Tele­gram-Kanal.

Das Gemein­sa­me der Rasta­be­zopf­ten und der Trach­ten­trä­ger, dazwi­schen eine Frau mit Cali­me­ro-Pla­kat (Licht­mesz ist fra­gen gegan­gen, was der wohl sym­bo­li­sie­ren soll­te – “Fra­gen’S Ihren Papa. Der Cali­me­ro war klein und tap­fer, alle woll­ten ihn fer­tig­ma­chen, aber er ließ sich nie­mals unter­krie­gen…” war die Ant­wort), und der unzäh­li­gen Durch­schnitts­bür­ger (vie­le mit über­durch­schnitt­lich pfif­fig drein­bli­cken­den Augen) läßt sich auf den Nen­ner des Ver­lusts der “Lebens­welt” bringen.

Die Lebens­welt ist ihnen inner­halb eines Jah­res abspens­tig gemacht wor­den, und zwar in allen wesent­li­chen Berei­chen: Ges­ten, Fami­lie, Schu­le, Beruf, Kunst, Gesund­heit, Reli­gi­on. In die ent­stan­de­nen Lücken dräng­te sich das Sys­tem. Das Pri­va­te ist auf eine Wei­se poli­tisch gewor­den, die die alten Lin­ken so nicht gemeint, aber mit ermög­licht haben. Die Lebens­welt umfaßt sowohl die gro­ßen Sinn­fra­gen, die bei Hus­serl „für ein ech­tes Men­schen­tum die ent­schei­den­den sind“, als auch die ele­men­tars­ten all­täg­li­chen Exis­tenz­be­din­gun­gen, die man die anthro­po­lo­gi­schen Kon­stan­ten nennt.

In die­ser Lage der Zer­stö­rung der Lebens­welt sind Demons­tra­tio­nen aus der Per­spek­ti­ve des Vol­kes eine nahe­lie­gen­de Aus­drucks­form, zumal, wenn ihm alle sons­ti­gen sozia­len For­ma­tio­nen ver­bo­ten wer­den (das ist his­to­risch völ­lig neu). Unter die­sen lebens­feind­li­chen Bedin­gun­gen kom­men da plötz­lich lau­ter Leu­te zusam­men, die lei­se ahnen, daß sie, auch wenn alle tüch­tig mit­ma­chen, nicht den Gre­at Reset stop­pen oder zumin­dest Kanz­ler Kurz weg­schaf­fen kön­nen, son­dern ein­zig und allein: ein­an­der haben. Die­ses Gefühl, in einer von einer Sek­te über­nom­me­nen Welt das Fünk­chen Rest­ver­nunft und Zusam­men­ge­hö­rig­keit zu reprä­sen­tie­ren, ver­ei­nigt sie.

(Nach­trag: Das US-Nar­ra­tiv läuft auch hier­zu­lan­de, den klamm­heim­lich geplan­ten “Par­la­ments­sturm” medi­al zu lan­cie­ren, war nur eine Fra­ge von Tagen.)

Die zwei­te Demo am Mon­tag war völ­lig anders, aber auch hier: nichts als gefähr­de­te “Lebens­welt”. Ange­mel­det hat­te sie Alex­an­der Tschug­guel, Lei­ter einer tra­tio­nal-katho­li­schen Lai­en­or­ga­ni­sa­ti­on. Ent­spre­chend war das Publi­kum “rech­ter” und bür­ger­li­cher. Hier kamen am frü­hen Abend bei einem Grad über Null etwa 350 Leu­te zusam­men am Ball­haus­platz, direkt beim Bun­des­kanz­ler­amt. Die Reden: wesent­lich erns­ter, wirk­lich argu­men­tie­rend und sehr kon­kret (Mas­sen­stim­mung zu erzeu­gen war unnötig).

Zwei Bei­spie­le von die­ser Demo kön­nen den Gegen­satz Sys­tem vs. Lebens­welt veranschaulichen.

(Nach­trag 20.1.: Mar­tin Sell­ner hat alles mit­ge­filmt, hier kann man die Reden hören).

Es soll­te eine Wir­tin aus Linz spre­chen, die es gewagt hat­te, ihr Café trotz “Lock­down” zu öff­nen (“Sonst ver­hun­gern ich und mein Kind”; etwai­ge “Coro­na­hil­fen” in Höhe des Vor­jah­res­mo­nats stan­den ihr nicht zu, weil sie ihr Lokal erst neu eröff­net hat­te). Alle 45 Gäs­te wur­den ange­zeigt, ihr dro­hen 30.000 Euro Stra­fe. Sie sag­te sofort zu, als sie um einen Rede­bei­trag gebe­ten wur­de. Dann aber zog sie zurück – ihr war von den zustän­di­gen Behör­den bedeu­tet wor­den, wenn sie so wei­ter­ma­che, wäre das Jugend­amt womög­lich zu informieren.

Vor Ort gab es eine enge­re Betreu­ungs­re­la­ti­on Polizei/Teilnehmer, sodaß Mas­ken kon­trol­liert wur­den (die meis­ten Leu­te waren sowie­so in ihre Schals ein­ge­mum­melt). Hin­ter mir spiel­te sich die Sze­ne ab, daß ein Mann kei­ne Mas­ke trug. Er wur­de auf­ge­for­dert, sei­ne Per­so­na­li­en auf­neh­men und sein Attest ablich­ten zu las­sen (kei­ne gute Idee, dann wären sie sei­nem Arzt rasch auf der Spur), damit er auf dem Ver­fah­rens­we­ge dage­gen rück­wir­kend kla­gen kön­ne, daß er hier und jetzt zum Mas­ken­tra­gen gezwun­gen wor­den sei.

Ich erlaub­te mir, mich ein­zu­mi­schen und freund­lich zu fra­gen, ob er wohl heim­ge­hen dür­fe (nein, die Amts­hand­lung sei eröff­net wor­den), und ob er jetzt hier also von sei­nem Attest prak­tisch kei­nen Gebrauch machen kön­ne (nein, aber er kön­ne ja den Rechts­weg beschrei­ten). Der Mann zün­de­te sich erst­mal eine Ziga­ret­te an (eine von der Mar­ke “Bezie­hungs­ohr” hät­te ihm län­ge­ren Auf­schub ermög­licht, wer die­sen Schmäh ver­ste­hen will, höre hier rein). Dann wur­de er unter Pro­test abgeführt.

Spä­ter griff die Poli­zei (wohl auf Anord­nung von oben, ein gewis­ses Maß an Anzei­gen ein­zu­brin­gen) noch nach dem offi­zi­el­len Ende gezielt Teil­neh­mer her­aus und setz­te ihnen auf die näm­li­che Wei­se zu.

Der Ver­an­stal­ter riet den Zuhö­rern in sei­ner Rede zu lebens­welt­li­chem Wider­stand ange­sichts des über­mäch­ti­gen Sys­tems. Ers­tens: die Fami­li­en­ban­de zu fes­ti­gen, sich aktiv bei sei­nen Ange­hö­ri­gen zu mel­den, sich nicht iso­lie­ren zu las­sen. Zwei­tens: die Freun­de, die nach die­sem ver­gan­ge­nen Jahr noch immer mit uns befreun­det sein wol­len, zu tref­fen, zu hal­ten, zu pfle­gen. Drit­tens: das Beten zu ler­nen. Denn ohne gött­li­chen Bei­stand ist vie­les von dem, was wir der­zeit erle­ben müs­sen, kaum auszuhalten.

Der Gegen­satz spannt sich zwi­schen zwei äuße­ren Extrem­po­len auf: das ein­zel­ne Indi­vi­du­um in sei­ner Exis­tenz auf der einen Sei­te – das glo­ba­lis­ti­sche Sys­tem auf der ande­ren Sei­te. Ein vor­tra­gen­der Jurist erläu­ter­te, daß die Abwehr­rech­te des Indi­vi­du­ums gegen den Staat kon­zi­piert gewe­sen sei­en, gegen über­staat­li­che Insti­tu­tio­nen wie WHO, Big­Tech, IPCC oder NGOs ver­sag­ten sie.

Die der­zeit lau­fen­den Demons­tra­tio­nen sind also viel weni­ger Revo­lu­ti­ons­ve­hi­kel, dazu müß­ten sie von oben anzet­telt und nach bekann­tem Sche­ma sys­te­ma­tisch durch­ge­führt wer­den, als sie Exis­tenz­äu­ße­run­gen von Indi­vi­du­en sind. Jeder die­ser in Wien ins Freie getre­te­nen Leu­te ist dem Sys­tem abhan­den­ge­kom­men. Und zwar in den sel­tens­ten Fäl­len durch Fak­ten und Argu­men­te, son­dern durch des­sen Ein­schnit­te in das eige­ne Leben.

Es steht uns mei­nes Erach­tens nicht zu, dar­über zu fach­sim­peln, wie man die­se Abhan­den­ge­kom­me­nen poli­tisch ein­pla­nen könn­te. Das näm­lich riecht für sie viel zu sehr nach “Sys­tem”. Einst­wei­len genügt es, daß sie ein­an­der haben, um den dunk­len Win­ter zu überstehen.

Caroline Sommerfeld

Caroline Sommerfeld ist promovierte Philosophin und dreifache Mutter.

Nichts schreibt sich
von allein!

Das Blog der Zeitschrift Sezession ist die wichtigste rechtsintellektuelle Stimme im Netz. Es lebt vom Fleiß, von der Lesewut und von der Sprachkraft seiner Autoren. Wenn Sie diesen Federn Zeit und Ruhe verschaffen möchten, können Sie das mit einem Betrag Ihrer Wahl tun.

Verein für Staatspolitik e.V.
DE86 5185 0079 0027 1669 62
HELADEF1FRI

Kommentare (33)

Ein gebuertiger Hesse

19. Januar 2021 12:26

Der letzte Absatz ist ein Zeugnis echten Anstands. Sehr schön, wenn Manieren es sind, die das Tun anleiten.

Laurenz

19. Januar 2021 13:21

@CS

Sie schreiben natürlich viel schöner als ich. Aber ist es nicht so, kurz gesagt, daß alle diejenigen demonstrieren gehen, die "betroffen" sind? Deutsche, damit schließe ich Ösis und Schweizer mit ein, gehen doch nur auf die Straße, wenn sie entweder betroffen sind oder gut sein wollen. Umso mehr Betroffenheit, umso mehr Revolution. 

Und desweiteren stelle ich Ihnen die Frage nach Ihrer Frage über den Sinn des Daseins. Stellen Sie, als Philosophin die Frage tatsächlich oder nur der Form halber?

Was bei den Ereignissen in den USA immer vergessen wird, ist der Ursprung der USA selbst. Formal richtete sich die amerikanische Revolution gegen König Schorsch, aber in Wirklichkeit natürlich gegen das Britische Parlament.

Kommentar Sommerfeld: Weder noch. Husserl verknüpft die alltägliche Lebenswelt eng mit der Sinnfrage, die der Mensch sich eben innerhalb seiner Lebenswelt ständig stellt (eben nicht bloß abstrakt-philosophisch, dagegen schreibt Husserl an) und meist durch Tätigsein und Umsorgen der anderen beantwortet. Daß allerdings hier und heute die "Betroffenen" allesamt am Rande ihrer Kräfte sind und sich somit die Sinnfrage für sie (nicht bloß für die ungezählten Lebensmüden) dringlich stellt, dürfte klar sein.

Maiordomus

19. Januar 2021 13:49

Philosophen, die demonstrieren gehen, verstärken damit ihre denkerische Funktion nicht, sondern schwächen diese eher ab. Gleichgesinnt genügt beim Denken erstens nicht, und zweitens spielt das Erhaltungsgesetzt der Dummheit nach Jacques Maritain. Das ändert nichts daran, dass Demonstrationen wichtig, sogar notwendig sein können. Aber das Geschäft Kants waren sie zum Beispiel bei der Französischen Revolution nicht. Er hat dieselbe trotzdem besser verstanden als Danton und Robespierre. 

Kommentar Sommerfeld:
Ich kann auch vom Schreibtisch aus den medialen "Infokrieg" betreuen, mach ich ja sonst immer. Hingehen, aber sich nicht hingeben, und vor allem: nichts erhoffen, halte ich derzeit für richtig. Die Grundfrage nach der ihrer Form innewohnenden Benutzbarkeit solcher Massenaufläufe ist dadurch allerdings nicht ausgesetzt, sondern brennt weiter ...

frdnkndr

19. Januar 2021 14:53

Vielen Dank für diesen Text, Frau Sommerfeld; er gehört mit zum Besten, was ich bis dato zu diesen vermaledeiten Entwicklungen lesen durfte.

Beim Gegenüber 'pfiffig dreinblickende Augen' auszumachen zu können erscheint mir aktuell wichtiger denn je - an dumpfen, stumpfen, groben, feigen, hinterhältigen hat es zwar noch nie gemangelt, momentan nimmt dies aber endgültig Überhand. 

Maiordomus

19. Januar 2021 14:53

@Danke, Frau Sommerfeld, natürlich müssen Sie sich nicht rechtfertigen. War  um Ostern 1968 nach dem Anschlag auf Dutschke in Berlin als Beobachter bei Demonstrationen;  alles andere als gleichgesinnt; sehe die damaligen Demonstrationen aber nicht mehr ganz so negativ wie damals als Anti-68er von Anfang an. Und es ist richtig, mal eine Demonstration, warum nicht sogar aus der Haltung der Solidarität heraus, miterlebt zu haben. Sehr bedenkenswert Ihr Bonmot von "Hingehen, aber nicht sich hingeben". Nebenbei gesagt merkte ich beim Papstbesuch in der Schweiz von 1984, aber erst, als ich zugegen war, dass ich hier wirklich nicht hingehöre. Es ist aber richtig, dass solche Erfahrungen nun mal vielleicht doch gemacht werden müssen. Selber habe ich zum Beispiel aber Haschisch und Marihuana nicht ausprobiert, die Lektüre von Jünger zu diesem Thema brachte mehr. Aber natürlich haben Demonstrationen auch etwas Opiathaftes.  

Solution

19. Januar 2021 14:54

Nein, man muß jetzt ständig prüfen, was politisch verwertet werden kann. So ist auch die Distanzierung und Beleidigung der Coronamaßnahmen-Kritiker durch die Meuthen-AfD ein Fehler, der sich rächen wird. Die Parteigründungen aus den Reihen der Kritiker mit bereits Tausenden Mitgliedern zeigen, wie falsch es ist, im entscheidenden Augenblick das Falsche oder nichts zu tun.

Die Coronamaßnahmen-Kritiker müssen jetzt unterstützt werden. Ihnen müssen Angbote von Rechts gemacht werden, sei es mündlich, schriftlich oder elektronisch. Hier entsteht eine Front, die es zu verstärken gilt.

Wer sich z.B. heute auf welt-online - einem typischen MSM-Portal - umsieht, wird viel Kritik an den Maßnahmen des Merkel-Regimes finden, angefangen von Zweifeln an der Verfassungskonformität bis hin zur offen ausgesprochenen totalitären Versuchung des Regimes.

Diese Kritik wird überall langsam lauter, im Establishment und in den Medien, aber auch im Mittelstand. Wenn die katastrophalen Folgen bei den Finanzen und der Wirtschaft noch sichtbarer werden, wie z.B. die Insolvenzen von Adler, Maredo und diversen Feinkostläden mit jetzt schon hunderten beroffenen Filialen, dann kommt der Kipp-Punkt für das noch herrschende Narrativ.

Wer jetzt, aus welch edlen Gründen auch immer, sich zurückhält, verpaßt eine Chance. Die Herrschenden liefern eine Steilvorlage nach der anderen, die nach Aktion förmlich schreit. 

tearjerker

19. Januar 2021 15:02

Calimero, mit Sombrero. Das sind die kulturellen Referenzen, die Leute erinnern, weniger Husserl oder Labermas. Der Fall der Gastronomin zeigt bestens das Problem auf. Wenn die gewachsenen Institutionen von Schule, Altenbetreuung, Gesundheitsindustrie, Wissenschaft, Wirtschafts-, Hotel- und Gaststätten-Verbänden und all den anderen nur dazu da sind als Stichwortgeber für eine inkompetente Führungsschicht herzuhalten, sind sie verzichtbar und müssen gehen. Wenn das Demo-Gelatsche und Redengeschwinge mal zu irgendwas gut sein soll, dann muss genau da angesetzt werden.

Gustav Grambauer

19. Januar 2021 15:13

Bin gespannt, ob die Junta den Kommunistenkitsch-Lebenskult ("Leben - Singen - Kämpfen") als luziferisches Kompensat der Massensuggestion wieder aus der Mottenkiste auskramen wird (womöglich auch die damals ebenso kaum zu ertragenden Arbeits-, Jugend-, Friedens-, Frohsinns-, Zukunfts-, Kosmonauten- und Heimatkulte).

Denn wir wissen: "Kunst ist Waffe" - Friedrich Wolf:

"Gegen den Tod, gegen die Not.
Für unser friedliches Leben!
Bei Tag und Nacht
haltet ihr Wacht,
die uns das Leben gegeben!" - "Solnyetschnii Krug"

"In den Kampf ziehen wir nicht um zu sterben.
Nur der Tod der Feinde ist gerecht.
Wer das Leben bedroht,
der zieht in den Tod.
Das Leben schickt uns ins Gefecht." - "Wolokolamsker Chaussee"

"Wer möchte nicht im Leben bleiben,
den Mensch` und Tieren zugesellt.
Wer ließe sich denn gern vertreiben
von dieser reichen, bunten Welt!" - aus: "Sie nannten ihn Amigo"

"Wir lieben das fröhliche Leben
Wach auf, Jugend! Voraus!
Wir wollen die Zukunft uns geben -
Wir tragen den Frieden in ein jedes Haus!"

Melodie, Text und Arrangement von unserem langjährigen Leninplatz-Nachbarn Klaus Schneider, wer so starke Nerven hat - voilá:

https://www.youtube.com/watch?v=U2TfEVRzf0Q

- G. G.

Augustinus

19. Januar 2021 16:38

Ich halte von den abwegigen Meinungen, z.B., dass Corona nie nachgewiesen wurde, gar nichts.

Jemand, der sich mit Erkenntnisphilosophie und Kant beschäftigt, müßte doch eigentlich wissen, dass man die Realität (das Ding an sich) nicht auf direktem Wege sieht, sondern auf umwegigen, indirekten  Messverfahren.

Die Atomphysiker haben beispielsweise in der praktischen Anwendung bewiesen, dass ihre Theorien keine Hirngespinste waren. Die Hiroshima-Bombe wurde vorher nie getestet, sie beruht auf reinem Gehirnschmalz. (Was nicht heißt, dass ich den Abwurf auf eine Großstadt befürworte - man hätte sie zur Abschreckung auf ein unbewohntes Gebiet abwerfen sollen.)

Corona ist real und kein Hirngespinst. Gegenmaßnahmen der Regierung, wie Abstandsregelungen, Masken und Impfungen halte ich für richtig.

MARCEL

19. Januar 2021 16:49

Kaum eine Revolution der Geschichte war geplant, d.h. punktgenau vorauszusehen, Marx und Lenin lagen oft falsch! Die, welche die Organisation, den Fanatismus und auch die Skrupellosigkeit besaßen (von Robespierre bis Khomeini), haben die Revolten dann stets (aus)genutzt.

Martin Sellner schrieb zurecht, dass das System offenbar die Mechanik von Revolutionen kenne und diese daher vorauseilend selbst in Gang setze. Der Protest hinkt dann immer hinterher, wirkt überrollt und hilflos.

Frontaler Angriff ist nutzlos. Der Reflex ist daher richtig: inoffizielle, persönliche Bande stärken, Wut anders organisieren, vom Radar verschwinden und neue Wege suchen. Weiter bestehen.

Nicht verlieren ist halb gewinnen!

 

 

 

micfra

19. Januar 2021 16:53

Ich mag Ihre Sicht auf die Dinge und wie Sie schreiben, Frau Sommerfeld. Finde Ihre Texte irgendwie tröstlich.

MARCEL

19. Januar 2021 16:59

P.S. Der französische Nietzscheaner Georges Palante (1862-1925) sprach einmal vom reaktiven Rebellen, der aus reinem Ressentiment heraus agiere, die typische Mentalität von Sklavenaufständen, so Palante. Dieser Verlockung zum "Sich-gehen-lassen" dürfe man nicht nachgeben.

Volksdeutscher

19. Januar 2021 17:20

"Ein vortragender Jurist erläuterte, daß die Abwehrrechte des Individuums gegen den Staat konzipiert gewesen seien, gegen überstaatliche Institutionen wie WHO, BigTech, IPCC oder NGOs versagten sie."

Das leuchtet selbst einem Nicht-Juristen wie mir ein. Da sollte man sich demnächst diesem Thema widmen, denn das ist ein äußerst wichtiger Sachverhalt! Das darin beschriebene Mißverhältnis kann nur solange existieren, solange solche Politiker an der Macht sind, die Recht und Gesetz ignorieren und aushebeln. Ohne diese gesetzesbrecherischen Handlungen könnten außerstaatliche Institutionen nichts gegen uns ausrichten. Sie kommen zu ihrem Recht durch unsere Entrechtung.

Ps.: Ich finde die Bezeichnung außerstaatlich treffender als die Bezeichnung überstaatlich, denn sie stehen nicht über dem Gesetz, sondern jenseits vom Gesetz.

Lotta Vorbeck

19. Januar 2021 18:23

@Augustinus - 19. Januar 2021 - 04:38 PM

"Ich halte von den abwegigen Meinungen, z.B., dass Corona nie nachgewiesen wurde, gar nichts.

...

Gegenmaßnahmen der Regierung, wie Abstandsregelungen, Masken und Impfungen halte ich für richtig."

---

Warum wohl @Augustinus, wundert mich das jetzt überhaupt nicht?

nom de guerre

19. Januar 2021 18:49

@ Augustinus

"Corona ist real und kein Hirngespinst. Gegenmaßnahmen der Regierung, wie Abstandsregelungen, Masken und Impfungen halte ich für richtig."

Firmenpleiten, Arbeislosigkeit, Vereinsamung, Suizide und Zwangsimpfungen auch?

Lumi

20. Januar 2021 00:04

@Augustinus um 16:38 - "Atomphysiker ... Theorien keine Hirngespinste ... Hiroshima-Bombe ... Corona ist real und kein Hirngespinst."

Anhand der Bilder von 1945 sieht man eindeutig, daß in Hiroshima keine Detonation in der behaupteten Dimension stattgefunden hat. Der Schaden ist extensiv, nicht intensiv. Hundert B-29 im Tiefflug, Teppichbombardement mit Napalm, Brandbekämpfung unmöglich. Geplättet wurden nur ärmliche Hütten. Die wenigen Steinbauten stehen noch, wenn auch mit Brandschäden oder Sprengbombeneinwirkung. Nicht einmal die Brücken im angeblichen Hypozentrum wurden in den Fluß gedrückt. Die Bäume sind verkohlt, haben aber im Frühjahr '46 wieder ausgeschlagen. Antennen nicht abgeschmolzen, Masten stehen noch. Schadensbild wie in Dutzenden anderen demokratisch niedergebrannten japanischen Städten. Alle gleich gebaut, alle gleich bombardiert.

Das sieht ein Blinder mit Krückstock.

Aber die meisten Menschen sehen noch weniger, weil sie nur zu glauben gelernt haben.

Die Atombombe ist ein Popanz der Lügenpropaganda - lächerlich, aber sehr erfolgreich.

Sie ist auch eine Grundlüge, mit der Menschen geängstigt, gegängelt und getrennt wurden.

Genau das gleiche ist Corona.

Gracchus

20. Januar 2021 00:38

Obwohl ich - und schon sehe ich Maiordomus' erhobenen Zeigefinger - noch keine Zeile Husserl gelesen habe, fühle ich mich als Phänomenologe, sozusagen intuitiv oder von Natur aus, vielleicht hat das aber wenig mit Husserl zu tun. 

System vs Lebenswelt - das scheint eine fruchtbare Gegenüberstellung. Ist kleinbürgerlich, wenn ich mit dem Begriff "Lebenswelt" ein Gewusel inmitten von kleinen Läden, Cafes, Restaurants verbinde - auf die die Hochäuser des Systems ihre Schatten werfen. 

Ist es, was alle Corona-Kritiker in ihrer weltanschaulichen und lebensweltlichen Unterschiedlichkeit eint, das Gefühl, dass ihre Lebenswelt total umgekrempelt wird - und dessen Stelle: nichts tritt? Oder eben die Konstrukte des Systems, die aber keine Wirklichkeit haben. 

Wie auch die mathematischen Modelle, auf die Merkels Berater wie Priesemann und Meyer-Hempel oder so ähnlich  setzen, Modelle sind - und eben keine Wirklichkeit. Die streben allen Ernstes eine ZeroCovid-Strategie an. Da wird sogar dem Mainstream flatterig: SPIEGEL: "Die bestellten Berater"; BILD: "Nicht nur bestellte Berater". Klaus Stöhr zum Beispiel, obwohl von SPD-Ministern vorgeschlagen, wurde nicht geladen.

Gracchus

20. Januar 2021 00:53

Das ist auch, was ich am heftigsten kritisiere und als skandalös empfinde: Die Bundesregierung bemüht sich nicht um Erkenntnis, betreibt keine Forschung, evaluiert ihre Massnahmen nicht, schaut nicht auf deren Folgen - sondern starrt auf Zahlen und folgt stur dem Impf-Imperativ, obwohl man kein fanatischer Impfgegner sein muss, ja die Impfstoffe sogar begrüssen kann, um dennoch Zweifel daran zu haben, zum Beispiel wenn man in der FAZ liest, dass in Norwegen unter alten Menschen bereits mehrere Todesfälle aufgetreten sind, die man auf die Impfung zurückführt).

Laurenz

20. Januar 2021 02:32

@ Augustinus/Imagine

Sie sehen, Sie werden als ein Zeuge Coronas hier publiziert. In den System-Medien, werden Corona-Zweifler diskreditiert. Aber, da Sie, Augustinus/Imagine, so sehr wert auf Zahlen legen, warum ziehen Sie dann die nicht vorhandene Übersterblichkeit nicht bei Ihrer Meinungsbildung in Betracht?

Volksdeutscher

20. Januar 2021 06:34

@Augustinus - "Ich halte von den abwegigen Meinungen, z.B. dass Corona nie nachgewiesen wurde, gar nichts."

Haben Sie die Beweise jemals vor sich gehabt und geprüft? Wenn nicht, wie können Sie dann diese abwegige Meinung vertreten?

Das Ding an sich existiert nicht. Nichts existiert an sich, nicht Sie nicht ich - wir alle existieren nich an uns, sondern immer durcheinander und in Abhängigkeit voneinander. Die Existenz eines Dinges, das an sich existieren könnte, wäre wie das Hereusscheren eines Motivs aus einem Mustergeflecht. Selbst die Existenz existiert nicht an sich, sondern mit dem Nicht-Existenten zusammen. Die Dualität der Welt kann die gedankliche Turnübung nicht auflösen.

Natürlich ist Corona real und kein Hirngespinst. Aber daraus ableiten, daß die verbrecherischen Maßnahmen der Regierung, die keine Maßnahmen gegen den Virus darstellen, sondern gegen unsere im Grundgesetz verankerten Freiheiten richten, ist pures Hirngespinst. Die Maßnahmen haben darüber hinaus die Zerstörung des natürlichen Vertrauens der Menschen untereinander und die Zerstörung unserer sozialer Existenz als Nation im Visier, kurz: sie stellen verdichtete und beschleunigte Atomisierung dar. Ihre Ahnungslosigkeit in der Sache, Ihre Untertanenmentalität, Ihre verlogene Rethorik legen nahe, daß Sie ein vom System geschickter Troll sein müssen. Sie stolzer Maskenträger!

 

Flaneur

20. Januar 2021 07:49

Die gegenwärtige Situation ist durch massive Kontaktbeschränkungen gekennzeichnet. Diese betreffen nicht nur das berufliche Umfeld, sondern gehen weit ins Private und Familiäre hinein. Sicher geglaubte Lebenswelten zerbröseln peau a peau, der Einzelne fühlt sich immer stärker auf sich selbst zurückgeworfen, isoliert und erlebt die fortschreitende Atomisierung der Gesellschaft.

Gleichzeitg greift eine Atmosphäre diffuser Unsicherheit und Angst um sich, die sich aus der Flut apokalyptischer medialer Dauerbeschallung über die Gefahren der Pandemie, der Masse unklarer und widersprüchlicher Informationen, der erlebten Isolation, der unsicheren Zukunftsperspektiven usw usf ergibt. 

Die Teilnahme an einer Demonstration gegen all dieses ist damit auch, vielleich sogar zuvorderst, ein psychologisches Mittel der Selbstvergewisserung nicht alleine zu sein. Insofern finde ich Sommerfelds Rekurs auf die Lebenswelt und System sehr treffend.

Caroline Sommerfeld

20. Januar 2021 09:28

Ich habe im Beitrag noch einen Link gesetzt zu Martin Sellners filmischem Mitschnitt der gesamten zweiten Demo am 18. Jänner.

RMH

20. Januar 2021 10:13

@Lumi,

erzählen sie ihre Weisheiten doch einfach einmal einem der noch lebenden Überlebenden bzw. einem Angehörigen eines an der Strahlung noch z.T. Jahre später Erkrankten. Fast alles, was wir zu Strahlenschäden beim Menschen wissen, haben wir den zynischen Feldversuchen an Menschen durch die Abwürfe der beiden Bomben zu verdanken, was wohl auch einer von vielen Gründen für ihren Einsatz war.

Manchmal nervt mich die sich breitmachende Neugescheitheit mancher. "Hab nie was einschlägiges studiert, nie mit Augenzeugen gesprochen, aber da gibt's ja was im Internet zu finden und daher kann ich ja kompetent überall mitreden und wenn ich auch keine Ahnung habe, habe ich zumindest Meinungsfreiheit."

Ist okay, aber ob man dann bei anderen Themen noch ernst genommen wird, sollte man sich ab und an schon vor dem Veröffentlichen eines Beitrags überlegen.

Franz Bettinger

20. Januar 2021 10:39

@Flaneur: „… peau à peau zerbröseln“.  Ich danke Ihnen für den köstlichen Verschreiber. Ich werde in Zukunft nun öfter „peu à peu“ durch ihr Bonmot „Haut an Haut“ ersetzen. Klasse. 

RWDS

20. Januar 2021 10:45

Eine Rückkehr zur Normalität wie 2018? Das heißt auch Ausländerhorden in den Innenstädten. Zumindest davor verschont der Lockdown. Ich glaube nicht mehr an das Heil durch Demonstrationen. Erst wenn sich die Exekutive nicht mehr zum Systembüttel macht, könnte sich was bewegen. Einfach zurück zum Status Quo ist kein nationales Erwachen.

Monika

20. Januar 2021 11:19

@ Frau Sommerfeld Das Geltendmachen der Lebenswelt gegen das System nennt Václav Havel den „VERSUCH, IN DER WAHRHEIT ZU LEBEN“. D.h. Zwischen den „Intentionen des Lebens“ und den „Intentionen des posttotalitären Systems“ klafft ein Abgrund. Das Leben in Wahrheit stellt sich dem System entgegen. Es hat im „posttotalitären System nicht nur eine existenzielle Dimension ( es bringt den Menschen zu sich selbst zurück), nicht nur eine noetische ( es enthüllt die Wirklichkeit wie sie ist) und nicht nur eine moralische ( es dient als Beispiel). Es hat dazu noch eine deutliche politische Dimension).“(Havel) Die politische Dimension der „Intentionen des Lebens“ hat die Neue Rechte allerdings (noch) nicht erkannt. Das zeigt sich in dem jüngsten Podcast (Gesprächsgräben) . Gegen die drei vernunftgeleiteten Herren ( d.i. hier kein Kompliment) hat selbst eine eloquente Frau Kositza keine Chance. Es gibt nicht nur Politik und Metapolitik, sondern auch eine Vorpolitik. In der ANTIORDNUNG von Frau Liebnitz gut beschrieben. Die Bedeutung des Vorpolitischen für die Politik zu ignorieren , wird die Neue Rechte in die Bedeutungslosigkeit führen. Die Linke ignoriert allerdings ebenfalls die Intentionen des Lebens. Das natürlich kein Trost. Die Lösung kommt dann halt von woanders her...

Franz Bettinger

20. Januar 2021 11:25

“Es ist schmerzhaft, aber nur zu eurem Besten,“ meinte die Inquisition zum Thema Folter. Das ist auch heute wieder die Rechtfertigung des Betrugs der aktuellen Politik. Hoffnung kommt von Goethe, Faust I, Mephistopheles: “Ich bin der Geist, der stets das Böse will und stets das Gute schafft.” 

Laurenz

20. Januar 2021 12:06

@Solution

Der mittlerweile stark entwickelte Widerstand der WELT-Leser befindet sich aber im wesentlichen hinter der "Bezahlt-Schranke" und ist damit weniger öffentlich.

Elsaesser

20. Januar 2021 12:09

Mensch Frau Sommerfeld, Sie schreiben ja 1:1 dasselbe wie ich im Editorial zu unserem "Die Querdenker. Liebe und Revolution" (außer, dass Sie sich besser ausdrücken :) – Lassen Sie mir Ihre Adresse zukommen, ich schenke Ihnen ein Exemplar!

Laurenz

20. Januar 2021 12:21

@CS

Ich danke Ihnen für Ihre Ausführungen bezüglich Husserl. Mir reicht es, wenn Sie den gelesen haben und uns erklären. Ein Volk von Philosophen wäre nicht existenzfähig.

Aber, was ich aus Ihren sehr verständlichen Erklärung gelesen habe, läßt mich zur wiederholten und intensivierten Schlußfolgerung kommen, daß es nicht genug "Betroffene" gibt.

Historisch hat die Linke grundsätzlich versucht, eine mehrheitliche materielle "Betroffenheit" herzustellen, weil sie in der Opposition war. Jetzt, an der Macht, versucht sie dies, solange sie kann, mit allen, auch schizophrenen Mitteln zu verhindern. Solange die Rechte hier nicht ihren konservativen Standpunkt verläßt und weiter denkt, also konstruktiv bleibt, statt destruktiv zu werden, kommen wir nicht weiter.

Mir persönlich geht Ihre Erklärung zum Dasein nach Husserl nicht weit genug. Castanedas abstrakte Erklärung des Menschen als universaler Bewußtseins-Träger bleibt bis dato die plausibelste und sie ist im Grunde so einfach.

Flaneur

20. Januar 2021 12:50

@ Franz Bettinger

hoppla, da hatte das Koffein des ersten Morgenkaffees wohl seine aufweckende Wirkung noch nicht entfaltet. Aber Haut an Haut, körperliche Nähe ist etwas, das vielen Menschen sicherlich fehlt: Die Umarmung zur Begrüßung, der Händeschütteln... Gerade im Umgang mit älteren Menschen merkt man das.

Maiordomus

20. Januar 2021 12:52

@Bettimger hat leider allzu recht, der Satz über das gutgemeinte Foltern wäre wohl noch von Joseph de Maistre unterschrieben worden, nichtsdestoweniger zynisch. Nicht aber der Satz von @Havel, bei dem wiederum sehr sicheren Wert namens @Monika zitiert. "Lebt nicht mit Lügen!" appellierte im gleichen Zusammenhang Solschenizyn. Wobei man trotzdem mit der Direktbeschimpfung "Lügner", eine schlichte Kriegserklärung, zurückhaltend bleiben sollte; viel wichtiger sind die strukturellen Lügen; es ist unglaublich, dass selbst ein so bedeutender Gelehrter wie etwa der Medienwissenschaftler wie Bernhard Poerksen heute dazu neigt, das Lügen statt der Regierung einseitig den alternativen Medien,  bei denen man jederzeit auch dümmere und übereifrige findet, zuzuschieben. Wer, wie heute Mainstream, bei Fake News immer nur an einstige Twitter von Trump denkt (die kein Kluger eins zu eins nehmen konnte), hat die Systematik des heutigen Lügens kaum oder gar nicht verstanden.

Götz Kubitschek

20. Januar 2021 16:07

badeschluß. ein paar leute sollten mal ins freie, gehirn lüften.

Für diesen Beitrag ist die Diskussion geschlossen.