6. Februar 2021

Netzfundstücke (75) – Wahn, Telegram, Linksextremismus

Jonas Schick / 34 Kommentare

»Sachte und stetig driftete die Republik zwischen 2016 und 2018 nach rechts.«

Sie hören richtig! Folgt man den Zeit-Journalisten Robert Pausch und Bernd Ulrich in ihrem Leitartikel »Wenn das Gestern endet« in Die Zeit (4/2021), dann haben wir die Republik gewendet (Sezession-Redakteur Benedikt Kaiser hat den hanebüchenen Artikel hier bereits auseinandergepflückt.).

Daß man im ZDF mittlerweile sogar schon gesprochen gendert, halluzinieren Sie sich in Ihrem rechtspopulistischen Wahn nur herbei. Die Ehe für alle und das »divers« auf dem Personalausweis sind grobe Späße rechtsradikaler Zirkel im Hintergrund, und daß man das ius sanguinis faktisch mit dem ius soli abgelöst hat, ist nur das Ergebnis ausgeklügelten 4D-Schachs rechtsintellektueller Bierrunden bei IfS-Akademien im »Schäfchen«.

Bevor ich es vergesse: Die ICE-Haltestelle »Schnellroda« für eine bessere Anbindung an das Zentrum der Macht in Berlin befindet sich aktuell im Bau. Wußten Sie alles nicht? Tja, dann leben Sie einfach hinter dem Mond! #MussManWissen

Der Grünen-Vorsitzende Robert Habeck stößt in seinem Vorwort zur dtv-Neuauflage von George Orwells Klassiker 1984 sogar noch tiefer zur verborgenen Wahrheit vor: Die AfD bestimmt die deutsche Geschichtspolitik! Warum dann das Holocaust-Mahnmal als betongewordenes Brandzeichen ewiger Schuld des »Tätervolks« in Berlin direkt neben dem Reichstag immer noch steht? Fragen Sie nicht mich, fragen Sie die AfD!

Und warum man sich im Schloß Bellevue 150 Jahre nach der Gründung des 2. Reiches gegen eine positive Bezugnahme auf dieses für die deutsche Geschichte eminent wichtiges Ereignis stemmt? Müssen Sie wieder die AfD fragen! Die hat das ja laut Habeck zu verantworten.

Spaß beiseite, in letzter Zeit scheint im linksliberalen Establishment der Hang zur radikalen Umdeutung der politischen Situation in der Bundesrepublik zu grassieren. »Wahnhaft« beschreibt diese jüngsten Anwandlungen ganz gut, bei der die realen Machtverhältnisse mit einem Federstreich ins Gegenteil umgeschrieben werden.

Vielleicht entstammt dieser Realitätsverlust noch früheren Sponti-Zeiten, in denen man sich als schneidiger, progressiver Oppositioneller gegen ein »konservatives« System verstand, das einen jedoch in seiner historischen Grundtendenz bereits damals eingemeindet und in seinem Schoß willkommen geheißen hat.

Und nun projiziert man dieses zahnlose, karnevalhafte Revoluzzertum, diesen zwanghaft oppositionellen Habitus auf die eigene, mittlerweile tiefbürgerliche Existenz. Wer weiß?

Von wo auch immer dieser neue Trend zum linksliberalen Phantasieren herrühren mag, am Rande der Gesellschaft hat man für derlei Gehirnakrobatik nur ein müdes Lächeln übrig und wendet sich lieber den substantielleren Fragen zu: Thema im neusten Podcast aus Schnellroda sind »trotzkistische« Gefühlswallungen im Kontext der Corona-Demos in Wien, die Belastbarkeit von Umfragen zur Corona-Stimmung bei den Deutschen, Kippfiguren des etablierten Journalismusbetriebs u.a.

Hier geht’s zum wie immer sehr hörenswerten Podcast:


Zwar haben wir nach Pausch, Ulrich und Habeck aktuell in der Bundesrepublik das Sagen und die Deutungshoheit im öffentlichen Diskurs, jedoch sollte man es sich auf dieser komfortablen Position natürlich nicht gemütlich machen.

Bevor uns Facebook sperren sollte, um unsere oligopole Meinungsmacht zu regulieren, haben wir daher einen eigenen Telegram-Kanal eröffnet. So bleiben Sie auch auf dem Laufenden, falls unsere Hegemonie unter Beschuß gerät. Resilienz kennzeichnet die Erfolgreichen.

Neues auf dem kanal schnellroda oder Sezession im Netz wird Ihnen direkt im Kanal angezeigt.

Hier können Sie dem Kanal beitreten: https://t.me/Sezession.


Eine politische Realität der BRD, die über die letzten Jahrzehnte konsequent verdrängt wurde, ist die eines sich relativ ungestört ausbreitenden Linksextremismus, der in bestimmten Großstadtbiotopen prächtig gedeiht und über den staatlichen »Kampf gegen Rechts« aus Steuermitteln eifrig querfinanziert wird.

Ein Blick in die Städte Hamburg, Bremen, Berlin und Leipzig genügt, um die Lächerlichkeit der eingangs dargelegten Analyse einer rechten Hegemonie von Pausch und Ulrich zu unterstreichen. Insbesondere in den aufgezählten Metropolen sind ganze Stadtviertel von der linken Szene durchdrungen, deren Initiativen und Kulturprojekte fester Bestandteil der bundesrepublikanischen Politfolklore sind.

Nun zeigt man sich angesichts der daraus hervorgehenden Auswüchse überrascht und attestiert eine »Radikalisierung« der Szene. Das Problem ist derart akut geworden, daß selbst die Öffentlich-Rechtlichen es nicht mehr umschiffen können – Frontal 21 widmete ihm rund 30 Minuten Sendezeit.

Dabei ist die Linse, durch die der Linksextremismus betrachtet wird, erheblich eingeengt: Angriffe auf AfDler kommen nicht vor – Linksextremismus wird erst dann problematisch, wenn er sich gegen das linksliberale Bürgertum wie in der Berliner Rigaer Straße in ihren modernistischen Prunkbauten und damit gegen das eigene Milieu richtet.

Dadurch bleibt die Doku oberflächlich, dringt zu keiner Zeit zum Kern der Problematik vor und gerät zum Feigenblatt »kritischer« Berichterstattung. Denn solange Personen mit linksextremer Prägung wie die des Leiters des Instituts für Demokratie und Zivilgesellschaft in Jena (Amadeu Antonio Stiftung), Matthias Quent, munter als »Rechtsextremismusexperten« – das Bürgernetzwerk Ein Prozent e.V. berichtete über den umtriebigen Politikwissenschaftler hier und hier – von einer Sendung zum nächsten Podium tingeln können, bleiben die ÖR selbst Teil des Problems.

Hier geht es zum» Frontal 21«-Bericht:



Kommentare (34)

Lotta Vorbeck

6. Februar 2021 16:36

@Jonas Schick

"... Die Ehe für alle und das »divers« auf dem Personalausweiß sind grobe Späße rechtsradikaler Zirkel im Hintergrund ..."

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Frage: Handelt es sich bei "Personalausweiß" um einen völlig neuartigen, zuvor nie nachgewiesenen Farbschlag?

sok

6. Februar 2021 17:48

Vielleicht driftet die Republik weiter nach rechts als die Rechten denken. Das Problem der 68-er  ist , dass sie die Naszikeule benutzt  haben, um sich gegen ihre Väter zu wehren und um ihre Kinder zu unterdrücken. Deshalb geht die Diskurshoheit in der Schule verloren.  Die Antihelden verlieren die Lust an der antifaschistischen Erziehung und die Zuwanderung hatten nie Lust darauf.

Laurenz

7. Februar 2021 00:23

@sok

Ich bezweifle Ihre Hoffnungen und stimme eher Frau Kositza zu, die Habeck höflich Schwachmatismus unterstellt.

Habeck ist eben auch ein nur ein Machtmensch, der außer Macht gewinnen, nichts kann.

Aber aus diesem einen Talent heraus wurde Habeck klar, daß die aktuelle Fakedemie materielle Konsequenzen haben wird, welche für Mächtige zum Machterhalt eher ungünstig verlaufen werden. Daher baut Staatsratsvorsitz-Anwärter Habeck schon mal vor, um uns die Schuld für die zu erwartende Misere in die Schuhe zu schieben.

Maiordomus

7. Februar 2021 12:53

Betrifft: Die Ehe für alle. Aus konservativ-anarchischer Sicht, das besagte Doppelwort "konservativ-anarchisch" stammt von Kuehnelt-Leddihn, der sich selber sogar als entschiedener Gegner von Nationalsozialismus und Faschismus als  "rechtsradikalen Liberalen" vorstellte, müsste man heute anstelle der "Ehe für alle" für die "Ehe für niemanden" plädieren. So würde man allenfalls der Zerstörung des abendländischen Ehegedankens eine Alternative entgegenstellen. Empörte mich schon vor 50 Jahren, dass es im System der Staatskirchen z.B. in der Schweiz und wohl auch in Deutschland nicht mehr erlaubt war, nur kirchlich zu heiraten. Die noch stärker verrechtlichte Zivilehe war bei uns seit ihrer Einführung zumal für viele  Männer eine regelrechte Falle für den Fall eines Scheiterns der Ehe. Dies war und ist seit Jahren und Jahrzehnten Thema bei Männerkongressen.

sok

7. Februar 2021 13:36

Die Kritik an den Coronamaßnahmen wäre überzeugender, wenn man eine alternaive Strategie vorschlagen würde. Interessant ist, dass es diese alternative Strategie gibt. Wenn man die Coraonaepedemie mit einer  Sterblichkeit von 1% durch die Strategie der kontrollierten Infektion (Variolation) bekämpfen würde, dann könnte man die Sterblichkeit um den Faktor 10 senken. Dabei wird davon ausgegangn, dass die Sterblichkeit um den gleichen gesenkt wird, wie bei der Pest. Die Epdemie würde zu einer Grippe.

Wenn man moderne Dosierungsmöglichkeiten und mehrstufige  Verfahren benutzen würde, könnte man die Sterblichkeit noch  um Zehnerpotenzen senken. Man könnte so die Epedemie in eine Erkältung umwandeln.

Wenn man die seid 3000 Jahren bekannte und seid 300 Jahren verbotene Variolation nutzen würde, könnte man die Coronaepedemie in eine Coronagrippe oder Coronaerkältung umwandeln.

Es ist nicht so, dass die Variolation nicht genutzt wird. Wenn man Krankenhausbeschäftige so schützt, dass sie sich nicht anstecken, dann entsteht eine Variolatrion durch die Restmenge der Viren. Es ist deshalb auch kein Wunder, dass Krankenschwestern und Pfleger nicht mehr an der Spitze der Krankmeldungen wegen Corona liegen. Es verwundert auch nicht, das bisher kein Virologe an Corona erkrankt ist.

Laurenz

7. Februar 2021 14:45

@Maiordomus

Selbst der Relotius hatte vor 10 oder 15 Jahren zugegeben, bei seiner Unterstützung der Novellierung des Scheidungsrechts in den 70ern, Fehler begangen zu haben.

Laurenz

7. Februar 2021 16:36

@sok

Suchen Sie Sich die (hunderte) Beiträge von @Franz Bettinger, unserem Mediziner, zu Corona heraus und lesen Sie diese.

Daß, was Sie hier schreiben, ist Religion. Warum aber sollte irgendjemand "glauben"?

Warum sollte man eine Strategie entwerfen, wenn es bei ähnlichen Infekten oder Krankheitsbildern kein Schwein interessiert, gemäß dem Motto:"Am Arsch vorbei führt auch ein Weg!"

Dieselben Alten, die am meisten durch Corona gefährdet sind, verrecken weiterhin an Krankenhaus-Keimen, wo man mit wesentlich geringerem Kostenaufwand, als bei Corona, eklatante Erfolge erzielen könnte.

Und Sie wollen tatsächlich in einem Grippe-Jahr zukünftig einen Grippe-Lockdown veranstalten?

Sie haben immer noch nicht verstanden, daß es hier nicht um eine Krankheit, sondern um ein Geschäft geht.

Es ist mühselig, mit Gläubigen zu debattieren, und eine Epoche der Aufklärung 2.0 zu entfachen.

Imagine

7. Februar 2021 16:47

@Maiordomus   7. Februar 2021 12:53
„Betrifft: Die Ehe für alle. Aus konservativ-anarchischer Sicht […] müsste man heute anstelle der "Ehe für alle" für die "Ehe für niemanden" plädieren.“

Ein richtiger und ganz wichtiger Grundgedanke.

In der Schweiz ist das „Konkubinat“ zu einer parallelen Lebensform zur Staatsehe geworden. In Schweden kann man sich mit einer privaten Erklärung die Scheidung vollziehen, in gleicher Weise, wie man die Ehe eingegangen ist. Der Staat bleibt draußen.
Die Ehe ist ein Vertrag zwischen freien Bürgern.

Kinder ermöglichen den Erhalt der Gesellschaft und die Gesellschaft muss endlich die Reproduktionskosten für die Kinder mit einem kostendeckenden Kindergeld übernehmen, anstatt die Eltern auszubeuten.

Zudem muss man die Pflege der Kinder und die Erziehungsarbeit als echte Arbeit anerkennen und auch bezahlen.

Dies wären revolutionäre Positionen eines freiheitlichen Konservativismus, weil Ausdruck der europäischen Emanzipationsidee von freien Menschen.

Ein freiheitlicher Konservativer ist aus dem gleichen Grund ein Anti-Kapitalist und Gegner des Systems der Lohnarbeitssklaverei.

Konservativ bedeutet hier, die bürgerliche Idee eines freien Menschen zu verfolgen.

Ein Adorno war in diesem Sinne ein Konservativer.

Laurenz

7. Februar 2021 17:32

@Imagine & Maiordomus 

Sie sind beide Anarchos!

Wir leben in Deutschland, wo alles seine Ordnung haben muß. Wo kämen wir dahin, wenn hier jeder macht, was er will?

Natürlich mußte, während der Säkularisierung Bonapartes, der Staat die kirchlichen Regelungen, der Ordnung halber, übernehmen.

Das hat alles doch nichts mit den volkswirtschaftlichen Konsequenzen eines schlechten Scheidungsrechts zu tun. Es ist doch klar, daß die meisten Familien-Einkommen nicht für 2 Haushalte und 2 Autos ausreichen. Da muß man sich eben vorher überlegen, wen man heiratet. Viele meiner Vorfahren, vor allem im Süd-Harz, waren zu arm, um zu heiraten. Trotzdem existiere ich.

Natürlich macht es Sinn, gemäß dem Solidarischen Patriotismus, Eltern ein horrendes Kindergeld von 1.000 Euro + zu zahlen, das ist grundsätzlich immer noch billiger als Kindergärtner anzuheuern.

Und, meine Herren, weder in der Schweiz, noch in Buntland wird irgendwer zur Ehe gezwungen.

herbstlicht

7. Februar 2021 19:07

@Imagine schrieb

»In Schweden kann man sich mit einer privaten Erklärung die Scheidung vollziehen, in gleicher Weise, wie man die Ehe eingegangen ist. Der Staat bleibt draußen.«

Hatte mich noch nie für schwedisches Familienrecht interessiert, aber in den Wikepediaartikeln Äktenskap und Skilsmässa steht Anderes.  Der einzige wesentliche Unterschied gegen deutschem Recht, welchen ich bei raschem Durchlesen feststellen konnte  ist, daß es in Schweden auch Glaubensgemeinschaften gibt, welche zum Schließen der Ehe berechtigt sind.  Auflösung braucht immer ein ordentliches Gericht (tingsrätt).  Es gibt auch Ehehindernisse, z.B. bei zu naher Verwandtschaft oder zu jungem Alter; Ehe ist auch in Schweden von allgemeinem Interesse.

 

Volksdeutscher

7. Februar 2021 19:28

@Maiordomus - "Zudem muss man die Pflege der Kinder und die Erziehungsarbeit als echte Arbeit anerkennen und auch bezahlen."

1. Natürlich ist das etwas, was Arbeit, enorme Arbeit macht. Ihre Vorstellung hätte jedoch nur dann einen Sinn, wenn es sich dabei um Individuen mit Verantwortungsgefühl für die Gemeinschaft handeln würde. Davon sind wir noch meilenweit entfernt, wir haben lediglich einen primitiven gemeinschaftsfeindlichen Individualismus. Aber mit dem nötigen Sinn für diese Werte braucht man keine Bezahlung dafür. Familie gründen und Kinder zeugen ist ein natürlicher Instinkt von Lebewesen, für die es auch in der Natur keine Belohnung gibt und die es auch in menschlichen Gemeinschaften noch niemals gab. Wozu denn auch? Aus welchem Grund, mit welchem Recht erwarten Individuen, daß sie für ihre natürlichen Instinkte und Bedürfnisse bezahlt werden sollen? Wo kommen wir hin, wenn wir erst dann Familie gründen und Kinder in die Welt setzen, wenn wir dafür mit Geldleistungen bedacht werden? Etwas polemisch zugespitzt: Kann Liebe zum Leben verdinglicht und in Geldwert ausgedrückt werden?

Volksdeutscher

7. Februar 2021 19:41

@Maiordomus

2. Und woran würden Sie die Höhe der Entlohnung für Familiengründung und Kinderzeugung bemessen, woran würde sie sich ausrichten? Warum reichte eine großzügige steuerliche Erleichterung nicht aus? Ähnliche Bestrebungen, um die Population zur Vermehrung zu animieren, gab es übrigens schon im Kommunismus, als der Staat jungen Paaren Wohnungen zuwies, deren Größe sich danach richtete, wieviele Kinder sie zeugen wollten. Dies wurde dann auch vertraglich geregelt. Nur ahnte man auf beiden Seiten nicht, wie lange die Ehe dauern würde. Auch die Biologie richtet sich nicht nach Verträgen. Viele gingen darauf auch nur wegen der herrschenden Wohnungsnot ein.

RMH

7. Februar 2021 22:17

Wenn Deutschland nicht mit 2 Kriegen, 2,5 amtlichen Inflationen zzgl. Vermögensverlust durch Vertreibung und hälftigem Sozialismus "gesegnet" wäre, gäbe es auch in der gesellschaftlichen Breite genug zu Erben oder zu erhalten, dass Kinder finanziell kein Thema sind.

Man muss sich bloß mal die Familien ansehen, die "nur" die amtlichen Inflationen hinter sich haben und nicht das andere - da ist aktuell selbst bei der sog. "Mittelschicht" eine ordentliche Friedensdividende aufgelaufen, die schon wieder bei den Sozialisten, aber auch bei manchen vermeintlichen Rechten, Begehrlichkeiten erzeugt.

Aber warum soll man im Leben arbeiten, ordentlich wirtschaften und Kinder in die Welt setzen, wenn die Kinder nichts davon haben? Man nichts weitergeben kann? Dann spart man sich den Nachwuchs, die damit auch verbundenen Mühen und verprasst eben alles zu Lebzeiten, denn das letzte Hemd hat bekanntermaßen keine Taschen.

Imagine

8. Februar 2021 00:30

@herbstlicht  7. Februar 2021 19:07

Danke für den Hinweis! Mit „Der Staat bleibt draußen.“ war gemeint, dass der Staat nicht darüber bestimmen kann, ob und wie die Ehe aufgelöst wird. Der Vorgang der Auflösung ist ähnlich wie bei der Heirat. Die Individuen geben Willenserklärungen ab, das Standesamt bei der Heirat und das Gericht bei der Scheidung bestätigen dies amtlich. Allerhöchstens kann das Gericht eine Bedenkzeit von 6 Monaten verfügen.

Kurz und klar wird dies hier dargestellt

Maiordomus

8. Februar 2021 07:23

@imagine. Nach "Streitigkeiten" freut es mich, mit Ihnen - grosse Richtung betreffend - mich in progressiver Übereinstimmung zu befinden. Das Konkubinat war in Zürich noch vor 60 Jahren verboten, so wie andererseits Homosexualität um 1900 nur in den konservativsten Kantonen der Schweiz gesetzlich nicht geregelt war. Dort begnügte man sich wie im Kirchenstaat damit, dass die betroffenen Praktizierenden in die Hölle kamen, weswegen Rom für deutsche Schwule ein Exil war. Die Einführung der Zivilehe im Kulturkampf des 19. Jahrhunderts führte zu bürokratisiertem Eherecht mit mehr Staatseingriffen. Somit befürworte ich heutet mehr denn je die "Ehe für niemanden", die Goethe "Gewissensehe" nannte, woran er sich aber später zur Legitimierung seines Sohnes nicht mehr hielt, welch letzterer übrigens den 74-Jährigen davon abhielt, die ca. 19jährige Ulrike L. zu heiraten. Las letzte Nacht Adornos glänzenden  Essay über Eichendorff, seinen für Konservative zustimmungsfähigsten hochgescheiten Text mit wenig Fremdwortschatz.. 

Laurenz

8. Februar 2021 18:39

@RMH

Sie schneiden da ein schwieriges Thema an. Mangel an Kindern könnte einerseits eine Reaktion auf die Überbevölkerung in unseren engen Staatsgrenzen bedeuten. Anderseits ist Ihr Argument "und Kinder in die Welt setzen, wenn die Kinder nichts davon haben?" irregeleitet, denn, wenn dieses Argument zählen würde, und für unsere Vorfahren Gültigkeit gehabt hätte, dann gäbe es die meisten von uns nicht.

HerrLandei

8. Februar 2021 19:30

Zur "konservativ-anarchistischen Ehe":

seit der Novellierung des Personenstandsgesetzes vom 01.01.2009 gibt es in Deutschland kein Verbot der religiösen Voraustrauung mehr; d.h. es ist möglich - wenn man einen katholischen Priester findet, der mitspielt (i.S.v. Spiel gegen den Staat, das kälteste aller kalten Ungeheuer) - sich lediglich kirchlich (katholisch) trauen zu lassen, ohne dies standesamtlich zu bestätigen. Die katholische Kirche schließt diese Möglichkeit nicht grundsätzlich aus:

https://www.bistum-trier.de/bistum-bischof/bistumsverwaltung/kirchliches-amtsblatt/details/amtsblatt/ordnung-fuer-kirchliche-trauungen-bei-fehlender-zivileheschliessung/

Steuerliche oder andere zivilrechtliche Folgen aus dieser Ehe sind damit natürlich nicht zu haben.

RMH

8. Februar 2021 22:33

@Laurenz,

für unsere Vorfahren haben Ehe und daraus resultierende Kinder zusammengehört. Das war, wenn nichts Biologisches dazwischenkam, eine natürliche Einheit. Man arbeitete, war fleißig, sparte was und hoffte, den Kindern damit eine gute Zukunft zu ermöglichen. Erst heute kann man auf die Idee kommen, ok, ich gebe nichts an Kinder weiter, ich verlebe alles für mich alleine - denn erst heute kann man dies auch planen, ja als Mann bspw. durch Sterilisation sogar endgültig umsetzen (kenne einige kinderlose Männer, die das gemacht haben. Ab einem gewissen Alter wird das auch manchmal offen eingestanden und nicht mehr verschwiegen).

Das Denken in Familien, Nachkommen und Weitergabe von Erbe ist uralt und nicht nur auf das dynastische Streben des Adels beschränkt.

Alle Lust will Ewigkeit - in den Kindern und den Kindeskindern etc. wird dieses Prinzip verwirklicht. Wer "kinderfreundlich" sein will, sprich deutschen Nachwuchs im eigenen Land möchte, der sollte diese Faktoren (neben vielen anderen) auch im Blick haben. Das schreibe ich wohlwissend um den Umstand, dass unser Planet durchaus auch ein paar Menschen weniger gut vertragen kann.

Maiordomus

9. Februar 2021 12:03

@RMH./Laurenz. Mir wurde noch 1971 verboten, als damals schlicht reaktionärer Gegner der Zivilehe, mich mit meiner Braut nur kirchlich trauen zu lassen: Habe gehört, dass dies heute erleichtert wird, aber widerwillig, weil man sich angeblich um finanzielle, nicht nur steuerlich günstige,  Folgen der Ehe drückt. Aber: Wer der Meinung ist, dass man alles heiraten darf, was gev... werden kann, befindet sich z.B. nicht auf biblisch-christlichem u. abendländischem Niveau. Definition Ehe für alle, wozu mit der Zeit Vielmännerei und Vielweiberei gehören werden (was juristisch in Deutschland sogar schon in Einzelfällen geduldet wurde beim humanitären Familiennachzug) ist eine Ohrfeige für Andersdenkende. Wie auch immer: Wer aktuelle Eheauffassung nicht teilt, weil die von mir aus gesehen volle Menschenwürde beim Ernstnehmen der Homosexualität andere Prioritäten haben könnte, vgl. die Auffassung von Platon, sollte sich dieser auch nicht anschliessen. Und ehrlich gesagt befürwortet die anarchische Meinung bis hin zur existentialistischen Eheauffassung etwa von Sartre/Simone de Beauvoir die Ehe für niemanden. Andererseits würde mit der Ehe für niemanden ehrlich gesagt die nur religiös geschlossene Ehe wieder aufgewertet. Bin als Getrennter entschieden der Meinung dass mit einmal religiös heiraten der Bedarf nach Ehe "bis dass der Tod euch scheidet" im Prinzip mehr als nur gedeckt ist. 

Laurenz

9. Februar 2021 13:52

@Maiordomus

Kenne Ihre persönlichen Verhältnisse nicht, gehen mich auch nichts an.

Suchen Sie Sich eine neue Geliebte oder von mir auch aus, Geliebten, und ich kann Sie gerne katholisch oder heidnisch verheiraten.

Mein Segen ist genauso gut, wie der von jedem Kuttenträger und kirchlichen Rhetorik-Seminaristen auch, und wenn wir ein bißchen Glück haben, sogar besser.

Imagine

9. Februar 2021 15:36

@Maiordomus

Die „Ehe für niemanden“ ist – insbesondere in der BRD - unter dem gegenwärtigen Rechts- und Sozialsystem sehr problematisch.

Denn ohne Ehe sind in der BRD alle Rentenersorgungsansprüche aus der gesetzlichen Rentenversicherung verloren, die unverheiratete Lebensgefährtin bekommt keine Witwenrente. In der Schweiz kann man das in der Versorgungskasse angesparte Vermögen per Testament vererben.

In der BRD bedeutet das Eingehen einer Ehe einen Gestaltungsspielraum bei der Erwerbstätigkeit und damit verbunden steuerliche Vorteile („Ehegattensplitting“), weil das gemeinsame Einkommen nur hälftig versteuert wird. In der Schweiz sind hingegen mit der Ehe steuerliche Nachteil verbunden, die sog. „Heiratsstrafe“. Woher kommt eigentlich diese idiotische und familienfeindliche Regelung?

Große Unterschiede macht der Ehestatus für die Lebenspartner vor allem beim Erbrecht. Und natürlich auch hinsichtlich der Unterhaltsansprüche im Falle der Trennung.

Maiordomus

9. Februar 2021 15:57

@Laurenz. Das könnten Sie gemäss meinen Recherchen im Stiftsarchiv St. Gallen nur, wenn Sie mein Schwiegervater wären. Das ging im 9. Jahrhundert germanisch so: Sie segnen die Ehe und geben mir Ihre Tochter zur Frau. Falls die Schwängerung innerhalb eines Jahres nicht klappt, darf ich Ihnen Ihre Tochter wieder zurückgeben, was man währschaft nennt. Das katholische Eherecht entwickelte sich in den letzten 1 500 Jahren sehr komplex und vielfältig, und katholisch könnten Sie mich nur, wenn Sie das Eherecht und die Sakramentenlehre ein paar Jahre studiert und etwas von Liturgie verstünden: Für germanische Eheschliessung können Sie sich nach Recherchen z.B. in St. Gallen noch besser kundig machen. Literaturangabe: Vogler, Werner: Die Kultur der Abtei St. Gallen 1990, S. 161 - 185. Im Mittelalter betrug das Heiratsalter für Mädchen auch bei uns  kirchlich 12 Jahre, was zumal bei Königshäusern benützt wurde; bei Elisabeth von Thüringen noch früher, wobei der "Vollzug" hinausgeschoben werden konnte.  Hergelaufene Unausgebildete konnten jedoch nie Ehe einsegnen, doch wurden die Kirchenkompetenzen bis P. Paul VI. permanent erhöht, was Opposition verdiente, 

Laurenz

9. Februar 2021 16:28

@Maiordomus @Laurenz

Hier, exakt an diesem Punkt, kommen die ganzen Freidenker und Berufs-Philosophen auf der SiN an ihre katholische Grenze.

Es ist nie entscheidend, was andere sagen, sagten oder sagen werden. Es sind auch nur Menschen, die man als Referenz, wie Sie das so gerne tun, heranzieht, die, wie der Kaiser auch, an manche Orte zu Fuß gehen müssen.

Frage mich ganz oft hier beim Lesen, warum es meinen gläubigen Mitforisten nicht klar wird, daß sie die antiken (irrationalen) Visionen anderer verehren, aber selbst keine haben dürfen?

Wenn ich Sie verheirate, Maiordomus, ist doch nicht entscheidend, was der Staat sagt oder eine Kirche. Entscheidend ist einzig, was Sie und Ihre Geliebte glauben. Fühlen Sie Sich durch mich ernsthaft verheiratet oder eben nicht. Selbst, wenn wir Gottes Wort in Betracht zögen und zu Kreationisten würden, dann wären auch Sie und ich von diesem Gott ganz ohne kirchlichen Beistand erschaffen worden, und einer von uns darf dann genauso gut den anderen verheiraten. Von mir aus könnte man eine Altersgrenzen, sagen wir keiner unter 40, unterziehen. Aber in meinen Augen darf jeder Deutsche einen anderen "tatsächlich" verheiraten, weil er als solcher auch ohne "verliehenes" Amt, Verantwortung übernehmen muß.

Maiordomus

9. Februar 2021 16:32

@Imagine. Verstehen Sie, was ich am Anfang gesagt habe? Die "Ehe für niemanden" ist  ein anarchisches Konzept, entspricht meiner prinzipienethischen Überzeugung theoretischen gegen Verstaatlichung unseres Lebens. Selbstverständlich müssten Änderungen ein kompliziertes Gesetzgebungsverfahren mit entwickelten Alternativen nach sich ziehen, was bestimmt nicht leicht fiele und auf Dauer nichts mehr zu tun hätte mit Unterwerfung unter sozialistische Bürokratie. Von daher gesehen ist ein im Sinne von Kuehnelt-Leddihn "rechtsradikaler Liberaler " auf eine andere Art anarchisch, als Sie dies wünschen würden. Das Totalversicherungswesen mit dem Sozialstaat als "gefährlicher Einbahnstrasse" (Wilhelm Röpke) war in der Geschichte der Freiheit eine Falle im Sinne von Dostojewskijs mahnender Devise: "Knechte uns, aber mach uns satt!" Letzteres ist eine Losung des Grossinquisitors. Ich spüre, dass Sie wegen Ihrem linken Ansatz, den ich natürlich respektiere, nicht meiner nur grundsätzlich vertretenen Meinung betr. "Ehe für niemanden" sein können. Der Ehe für alle (für mich) alleweil vorzuziehen als Fingerzeig.

Maiordomus

9. Februar 2021 17:41

@Laurenz. Sie können sich einbilden, verheiratet zu sein oder jemanden verheiraten zu können. Aber das Wort "Ehe" heisst nun mal "Gesetz", zwar nicht automatisch staatliches Gesetz bedeutend; aber nun mal verbindliche instutionsnahe (z.B. Familie, Sippe) Anerkennung über die in der Regel zwei intim verbundenen Personen hinaus; weswegen niemand verheiratet ist ohne beteiligte Dritte und ohne eine ganz bestimmte soziale Strukturierung, innerhalb  derselben diese Ehe anerkannt ist; meist nicht ohne z.B, verwandtschaftliche Bande. Bei "I Promessi sposi" (Manzoni) gibt es die (heimliche) Verlobung, was aber nicht Ehe ist, wiewohl rechtsgeschichtlich und rechtlich regelungsfähig. Ohne Minimum von nicht subjektiver vertragsähnlicher rechtlicher Struktur kann nicht von Ehe gesprochen werden; es sei denn, man spielt es, unweit Ihrer Vorstellungen, im Kindergarten. Natürlich gibt's im Goetheschen Sinn die Gewissensehe und schöne Verse an die nun mal schon verheiratete Charlotte v. Stein: "Du warst zu abgelebten Zeiten meine Schwester oder meine Frau." In Prosa war Goethe mit dieser Frau weitestgehend per Sie. Seine Frau Christiane heiratete er, weil sein Sohn nach Gesetz als Beamter in Weimar ehelicher Geburt sein musste. Ehe hat mit Treue/Verbindlichkeit zu tun. Liebe ist freiwillige Zugabe.

Maiordomus

9. Februar 2021 18:30

PS. Trotz der enormen Rolle der Liebe für das westliche Eheverständnis, was in dieser Form Paulus wie keiner vor ihm formell betont hat und was trotz des Paulus Verachtung für die Homosexuellen heutige Theologen veranlasst, z.B. für die Schwulenehe einzutreten oder für die Ehe auch von Fortpflanzungsunwilligen, ist die Liebesehe keine christliche Erfindung. Sie ist wunderbar bezeugt bei Euripides, dort sogar noch über den Tod hinausgehend, also mehr als nur die altchristliche Eheschliessungsformel. Liebesehe war und ist im Alten Testament, Ovid,  sowie in der chinesischen und indischen Literatur alles andere als unbekannt; wiewohl zum Beispiel die Witwenverbrennung nicht als Indiz für die Liebesehe interpretiert werden sollte. Kolonialanekdote. Einheimischer: "Bei uns ist es Brauch, Witwen zu verbrennen."  Gouverneur: "Wir Engländer pflegen den Brauch, Witwenmörder zu hängen."

Maiordomus

9. Februar 2021 20:58

@Jonas Schick. Dass Habeck bei seinem Orwell-Nachwort "1984" ausgerechnet die AfD tadelt, kongruiert nicht mit Sprachdiktatur des "strukturellen" Rassismus, nur schon wenn Schwarzen Tanzbegabung unterstellt wird oder Gender-Speech. 

@Ehe für alle. Alternativen bei Platon finden wir im "Gastmahl", mit dessen Sprachkunst, so Erasmus, der Heilige Geist im Neuen Testament nicht mithalten könne. Platon hat seinen Veranlagungsgenossen  nicht bloss "platonische Liebe" empfohlen, homosexuelle Paare fürs Militär als vorzüglich geeignet hingestellt mit der Behauptung, dass keiner sich vor seinem Geliebten wegen mangelnder Tapferkeit und schlechtem Einsatz blossstellen wolle.

Eine der schönsten Liebesgeschichten als Beispiel für "Liebesehe" bleibt der Mythos von Theagenes und Charikleia bei Europides. Ein klingendes Drama, so dass sich schon deswegen das Erlernen der altgriechischen Sprache am Gymnasium lohnen würde. Positive Globalisierung: Sprachen lernen, zum Beispiel Russisch oder, wie es David Ben Gurion machte, Spanisch; nur um  "Don Quijote" im Original lesen zu können, wobei das Spanische und die ältere Sonderform des Spaniolischen gemäss Canetti bei den Juden viel Tradition hat. Sprachenpflege als Bedingung vernünftigen Reisens wäre wohl ein vertretbarer Globalisierungsschritt für die Zeit nach Corona; sonst lieber unseren Raum erkunden!

Imagine

9. Februar 2021 21:33

1/2

@Maiordomus   9. Februar 2021 16:32
„Die "Ehe für niemanden" ist  ein anarchisches Konzept, entspricht meiner prinzipienethischen Überzeugung theoretischen gegen Verstaatlichung unseres Lebens“.[…]
Das Totalversicherungswesen mit dem Sozialstaat als "gefährlicher Einbahnstrasse" (Wilhelm Röpke) war in der Geschichte der Freiheit eine Falle…“

Wenn Sie als Bauer ein Stück Land besitzen und sich durch Subsistenzökonomie selbst ernähren können, dann brauchen sie keinen Staat. Ebenso wenn Sie als Trapper in einer selbstgebauten Blockhütte einsam in den Wäldern Kanadas leben.

Aber in einer hocharbeitsteiligen Industriegesellschaft zu glauben, man könne ohne Staat und insbesondere Sozialstaat auskommen, erinnert an die realitätsfernen Vorstellungen der Hippies.

Eine bürgerliche Gesellschaft braucht einen Staat, denn er ist Garant des Rechts. Ansonsten herrschen Warlords, Banden- und Clanchefs wie im Mittelalter und ein bürgerliches Wirtschaftsleben ist nicht möglich, weil Raub und Plünderung an der Tagesordnung sind.

Der Industriearbeiter ist in der kapitalistischen Gesellschaft Lohnarbeiter und wenn er arbeitslos, krank oder zu alt zum Arbeiten ist, dann ist er ohne Einkommen und muss hungern und verhungern.

Das hat jedoch jene Rechten nie gestört, die  wie Sie eine anarchistisch-sozialdarwinistische Position vertreten.

Imagine

9. Februar 2021 21:34

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Der Pfaffe und Ökonom Thomas Malthus  - ein Bruder im Geiste - meinte:
„Ein Mensch, der in einer schon okkupierten Welt geboren wird, wenn seine Familie nicht die Mittel hat, ihn zu ernähren oder wenn die Gesellschaft seine Arbeit nicht nötig hat, dieser Mensch hat nicht das mindeste Recht, irgend einen Teil von Nahrung zu verlangen, und er ist wirklich zu viel auf der Erde. Bei dem großen Gastmahle der Natur ist durchaus kein Gedecke für ihn gelegt. Die Natur gebietet ihm abzutreten, und sie säumt nicht, selbst diesen Befehl zur Ausführung zu bringen.“

Eine typisch rechte Position und durchaus mit dem Kirchenchristentum vereinbar.

Was Röpke zum Sozialstaat sagt, ist einfach Blödsinn. Als Rechtskonservativen ist ihm die staatliche Alimentierung ein Dorn im Auge. Arbeitsloses Einkommen gesteht er nur den Kapitalisten und Grundbesitzern zu, nicht aber der lohnarbeitenden Klasse.

„Keine Ehe für alle“ geht eindeutig zu Lasten der Frauen und Mütter, insbesondere jener Mütter mit nicht-ehelichen Kindern. Aber dies ignorieren Sie. Leute wie Sie, wollen sogar den Frauen das Recht auf reproduktive Selbstbestimmung nehmen und sie zu Schwangerschaft und Gebären zwingen.

Die emanzipatorische Frauenbewegung und die mit ihr solidarischen Männer werden dafür sorgen, dass dieser Typus des rechtskonservativen Mannes ein Auslaufmodell ist und aussterben wird.

Laurenz

9. Februar 2021 22:13

@Maiordomus @Laurenz

Konstatiere, mein Geist ist viel freier, vielleicht auch einsamer, als der Ihre. Denn ich war nie verheiratet und habe es auf meine alte Tage auch nicht vor, zu sein. Mit Verlaub, mir geht das Gesetz weitestgehend am Allerwertesten vorbei, als wüßte nicht jeder, was Recht und Unrecht ist.

Was Sie im staatlichen Sinne im Bezug zur Ehe weniger als @RMH verstanden haben, ist, daß die Ehe vor allem die verantwortlichen Menschen für vorhandene Kinder deutlich macht und kennzeichnet. Und da Homosexuelle in der Regel keine Kinder zeugen, ist eben auch keine Ehe vonnöten. Nur in Bezug auf diese über-partnerschaftliche Verantwortung dritten gegenüber folgte natürlich der Satz, "bis das der Tod Euch scheidet". Im Verhältnis von Erwachsenen ohne Kinder ist die Willensbekundung ausreichend, ich will oder ich will nicht. Ich will nicht, kann eben auch vor dem Tod eintreten.

@Maiordomus @JS

Wie kann man jemanden Rassismus vorwerfen, wenn man der Überzeugung ist, daß es keine menschlichen Rassen gibt? Linke sind einfach nur deppert.

anatol broder

10. Februar 2021 19:51

@ maiordomus 20:58

ehe für keinen scheint mir auch am besten.

eine gute liebesgeschichte: die frau des zeitreisenden von audrey niffenegger.

Maiordomus

10. Februar 2021 20:59

@anatol. Danke für diesen Tipp. @Laurenz. Karl Kraus: "Die Ehe ist ein Eingriff ins Privatleben."

anatol broder

11. Februar 2021 14:37

imagine 21:34

Die emanzipatorische Frauenbewegung und die mit ihr solidarischen Männer werden dafür sorgen, dass dieser Typus des rechtskonservativen Mannes ein Auslaufmodell ist und aussterben wird.

warum sind imagine und sigmund freud keine freunde? weil freud mit dem ödipuskomplex die einfachste erklärung für imagines dunkle seite liefert.

Laurenz

11. Februar 2021 15:42

@Anatal Broder

Es war nicht Freud, der auf den Ödipus-Komplex hinwies, sondern Sophokles.