19. Februar 2021

Sammelstelle für Gedrucktes (7)

Benedikt Kaiser / 61 Kommentare

Und erneut: Criticón als Einstieg. Weshalb? Weil sich die großartige Zeitschrift als »Sammelstelle« phasenweise insbesondere an einer Partei abarbeitete:

Benedikt Kaiser

Benedikt Kaiser ist Politikwissenschaftler und arbeitet als Verlagslektor.

an der Christlich-Sozialen Union in Bayern, kurz CSU.

Der Anspruch an sich selbst war einigermaßen selbstbewußt: Verschiedene Autoren des heterogenen Blattes, zum Teil selbst mit Unionshintergrund, versuchten mittels Stellungnahmen und kritisch-wohlwollenden Analysen den Kurs der Schwesterpartei, der großen Christlich Demokratischen Union Deutschlands (CDU), zu korrigieren.

Es ging Hans Berger, Uwe Greve, Hannes Kaschkat, Hans-Helmut Knütter und Co. darum, die ab den 1960er Jahren nach links rückenden gesellschaftlichen Verhältnissen ein parteipolitisches Aufbegehren entgegenzusetzen. Man traute der CSU dieses Aufbegehren zu. Das gilt nicht nur für die genannten Namen, die – bis auf Knütter – heute überwiegend vergessen sind. Das betraf auch »einen der Väter der Neuen Rechten« (Armin Mohler über Armin Mohler) – sprich: einen der geistigen Mentoren auch dieser Zeitschrift, der Sezession.

Zwischen 1966 und ’69 lag jene Phase, in der Mohler mit Franz Josef Strauß, dem CSU-Giganten der Vergangenheit, korrespondierte und versuchte, auf die Richtungspolitik der Union Einfluß zu nehmen. Kernanliegen war, der »heimatlosen Rechten« langfristig zumindest eine wahltechnische Heimat zu bieten.

Mohler streute hierfür den Terminus »Vierte Partei« als Nahziel. Damit war eine bundesweit operierende CSU als moderater Rechtspartei gemeint, die neben CDU, Freidemokraten (FDP) und Sozialdemokraten (SPD) treten würde, um die Republik parlamentspolitisch ein Stück weit mehr nach rechts auszurichten (was die Christdemokraten prompt mit dem Kokettieren ob der Gründung eines bayerischen CDU-Landesverbandes konterten).

Mit Strauß, den Mohler seit der Spiegel-Affäre (1962) kannte, hoffte er, einen »deutschen de Gaulle« unterstützen zu können. Er fand, etwa in den Brüdern Robert und Marcel Hepp, faszinierende Verbündete. Aber die »gaullistische Welle«, die Mohler vorübergehend zu erkennen meinte, glich eher einer Ansammlung gaullistischer Tropfen, die der Strauß-Referent Marcel Hepp im CSU-nahen Bayernkurier und Mohler durch verfaßte Reden – die von Strauß inhaltlich stark abgeschwächt gehalten wurden – auf die potentiell interessierten Konservativen träufelten, ohne aber größere Resonanz finden zu können.

Es gab verschiedene Faktoren dafür, daß sich der stets polarisierende Strauß nicht zum deutschen Charles de Gaulle entwickelt. Neben der französischen Sonderlage des Status de Gaulles als Retter Frankreichs 1944/45, war es unterem auch die apodiktische US-Orientierung Strauß’, die dieser nicht ablegen wollte, um einen eigenständigen, authentischen »Dritten Weg« für die BRD zu verfolgen – jenseits von West- und Ostblock. Mohlers souveränistische Aufklärungsarbeit prallte am prowestlichen Machtpolitiker ab.

Strauß erwies sich also unterm Strich weder innen- noch außenpolitisch als ein deutscher autoritärer Typ jenseits des Parteiengezänks. Mohler gab die Hoffnung auf eine in seinem Sinne konservative Parteipolitik mit einem eher technokratischen Kopf an der Spitze des Apparats endgültig auf. Er registrierte überdies die finale Zaghaftigkeit und unantastbare CDU-Loyalität von Strauß und seinen Kompagnons und zog entsprechend eindeutig seine Konsequenzen.

Spätestens mit dem Abgesang »Wir und die CDU« (Criticón 26, Nov.-Dez. 1974) kann jedweder Flirt mit der Union als beendet angesehen werden. Mohler konzentrierte sich fortan auf seine tragende Rolle in der Siemens-Stiftung und seine vielfältige Publizistik, während die Sehnsucht nach der vierten Kraft weiter in kleinere, rein staatstragende Blätter wanderte – William S. Schlamms Zeitbühne wurde einige Zeit lang die Tribüne für dieses Ansinnen.

Warum dieser Rückgriff auf alte Debatten einer alten Zeitschrift? Weil die Quintessenz des damaligen Liebäugelns mit der CSU als vermeintlich besserer, konservativeren und patriotischeren CDU noch heute durch rechtsorientierte Kreise wabert. »Mit Strauß würde es das nicht geben«, »Wir bräuchten eine Strauß-CSU« oder auch »Strauß – und die AfD wäre überflüssig« sind Standardfloskeln einer lernresistenten Minderheit im betont bürgerlichen Rechtsspektrum. Vermeintliche Weisheiten, die selbst in der AfD, die ja als Oppositionskraft angeblich überflüssig würde durch eine Strauß-artige Unionspolitik, fröhlich Urständ feiert.

Ein sinnbildliches Beispiel hierfür bietet ein kleiner, aber vielsagender Twitter-Disput, den sich der amtierende CSU-Chef Markus Söder mit dem ehemaligen CDU-Mitglied und nunmehrigem AfD-MdB Joana Cotar lieferte. Söder ätzte am 17. Februar gegen die Alternative:

Franz Josef Strauß hätte zur AfD gesagt: Einmal Faschismus in Deutschland reicht.

Cotar erwiderte:

Franz Josef Strauß hätte die jetzige CSU zum Teufel gejagt.

Man kommt nicht umhin festzustellen: Söder liegt richtig, Cotar falsch.

Denn selbstverständlich hätte Franz Josef Strauß, der anno dazumal die rechtskonservativen Republikaner unter Franz Schönhuber wie kaum ein Zweiter attackierte und das Seinige dazu beitrug, die REPs als »Neofaschisten« zu isolieren, alles AfD-Gegnerische wie Söder gemacht – nur, seinem Format entsprechend, eben klüger, pointierter, unterhaltsamer, cleverer, nachhaltiger, jovialer, wirkmächtiger.

Just von Strauß stammt ja folgendes Zitat, das bis heute die Brandmauer »konservativer« Unionler gegen rechts stabilisiert:

Rechts von der CSU darf es keine demokratisch legitimierte Partei geben.

Strauß ließ diesem Axiom immer wieder entsprechende Argumente und Taten folgen, und auch der bayerische Verfassungsschutz wurde just unter ihm bereits zum – im damaligen Bundesvergleich – besonders strengen Landesgeheimdienst, der – ganz Strauß-konform – alles »rechts von der CSU« ins Visier nahm.

Man kann nun 2021 gewiß darüber streiten, ob eine Strauß-geführte Bundes-CSU die ein oder andere Migrationswelle abgeschwächt hätte. Man kann darüber streiten, ob dadurch die ein oder andere gesamtgesellschaftliche, vorpolitische (d. h. metapolitische) Akzentverschiebung nach links ein wenig verzögert worden wäre. Man kann auch darüber streiten, ob Strauß jeden Nonsens der heutigen Merkel-Union mitgetragen hätte.

Darüber hinaus man kann wohl auch – wie der geschätzte Martin Lichtmesz – über die Frage sinnieren, ob die damaligen Strauß-CSUler nach objektiven Kriterien nicht sogar rechter waren als viele heutige liberalkonservative AfDler. (Wobei mit einem Bonmot des zeitweiligen Strauß' Korrespondenz-Partner Mao zu entgegnen wäre: »Letzten Endes aber haben sie sich in Papiertiger, in tote Tiger, in butterweiche Tiger verwandelt. Das sind historische Tatsachen.«)

Worüber man nicht streiten kann, und dies allein ist für Gegenwart und Zukunft entscheidend, bleiben die Lehren aus der Geschichte, die Mohler und Kollegen bereits vor 50 Jahren für uns alle zogen: Mit dieser CDU/CSU – ob mit oder ohne der bloßen Symbolfigur Strauß als sympathischem Landesvater in München – ist keine grundlegende Kursänderung denkbar, keine grundlegende Erneuerung Deutschlands, keine grundlegende Offensive gegen liberale und linke Politiken.

Just dies wäre aber seit Jahrzehnten vonnöten, um Volk, Nation und Staat zu bewahren und beständig für die Zukunft auszugestalten, was damals wie heute zwingend gesellschaftliches, politisches und ökonomisches Umdenken erfordert. Es handelt sich dabei um Umdenkprozesse, die weit über die Inhalte wohlfeiler Bierzeltreden und pointiert antikommunistischer Rhetorik eines Franz Josef Strauß hinausgehen müßten, so sehr diese auch das konservative Gemüt umschmeichelten und als »Kleinbürgerstimmenfänger« (Nils Wegner) wirkten.

Diese Prozesse zur Renaissance unseres Landes vorzudenken, zu entwickeln, zu durchdenken und im parlamentarischen Feld auszutesten bzw. sukzessive zu erproben, wäre im übrigen die genuine Aufgabe einer Rechtspartei in Deutschland. Aus der Geschichte rechtsalternativer Gehversuche gewonnene Erkenntnisse müssen hier zwingend einfließen.

Dafür aber bedarf es »organischer Politiker« von rechts mit entsprechendem Bildungs- und Weltanschauungshorizont, die die vergangenen Projekte der eigenen Milieus mit all ihren Besonderheiten und Fehlschlägen kennen und die aus ihnen zu abstrahierenden zeitlosen Lehren beherzigen. Christdemokraten ohne christdemokratisches Parteibuch helfen hier kaum weiter.

Nur mit organischen Politikern könnte der Fetisch einer »CSU 2.0«, einer »CSU mit Eiern«, endlich zu Grabe getragen werden. Den Tod dieses Traums hat Criticón schon in den 1970er Jahren annotiert – es gibt keinen Grund, die Leichenruhe zu stören.

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Hierfür ist gewiß auch der heutige CSU-Motor Söder verantwortlich (auch wenn Namen an der Spitze christsozialer und christdemokratischer Formationen überwiegend Schall und Rauch sind).

In der aktuellen Ausgabe der Blätter für deutsche und internationale Politik (2/2021) beschäftigt sich Albrecht von Lucke mit Söder, dem letzten Kontrahenten des CDU-Vorsitzenden Armin Laschet um die Kanzlerkandidatur der Union. Es wird ausgerufen: »Der Kampf ums Kanzleramt«.

Tatsächlich ist die Frage, wer die beiden Schwesterparteien ins Schwarz-Grüne führt, noch offen, auch wenn Söder zuletzt durch die Coronaturbulenzen Sympathiewerte einbüßte. Werte, die aber überhaupt erst so ansteigen konnten vorher, weil die

Coronakrise (...) zum historischen Glücksfall für den Franken

wurde. Albrecht von Lucke diagnostiziert nämlich einen Corona-verursachten »perfekten Rollentausch« Söders:

Vom lange Zeit größten Merkel-Kritiker avancierte er förmlich zu deren Stalker. Als Vorsitzender der Ministerpräsidentenkonferenz wich er, auch inhaltlich, bei keiner Pressekonferenz von der Seite der Kanzlerin. So wurde binnen eines Dreivierteljahres aus einem hoch unbeliebten Scharfmacher der beliebteste (männliche) Politiker des Landes, ein in der Geschichte der Bundesrepublik einzigartiger Vorgang.

Man kann von Luckes »Scharfmacher«-Zuschreibung getrost als linke Marotte übergehen und dem Blätter-Redakteur zugestehen, daß er Söders »machiavellistisches Meisterstück« in vorliegendem Beitrag angemessen nachzeichnet.

Söders Vorgehen war deutlich berechnender und wirkmächtiger als es einst Strauß oder Edmund Stoiber leisteten: Er spielte seine Konkurrenten Jens Spahn und Friedrich Merz mal so, mal so gegeneinander aus, positionierte sich situationsspezifisch und gelang so in das nunmehrige Kopf-an-Kopf-Duell mit Laschet um die Kanzlerschaft.

Man kann Albrecht von Luckes Diagnose einer »brutalen Härte« Söders für überspitzt und unangemessen halten; aber daß Söder einiges von jenem »Willen zur Macht« (um der Macht willen) besitzt, der auch für Konrad Adenauer oder Angela Merkel so stilprägend war, ist schwerlich von der Hand zu weisen.

Von Lucke sieht nun zwei unterschiedliche Politikstile im Ringen um die Führung an der Spree aufeinandertreffen: Laschet wirke als vertrauensvoller »Teamplayer«, Söder inszeniere sich dagegen als Führungskraft, die auf Gefolgschaft angewiesen ist – und trifft dabei womöglich jenen Ton, der in einer anhaltenden Krise der Corona-Lockdown-Zeiten stärker nachgefragt würde.

»Vieles«, so weissagt es Albrecht von Lucke mit einiger Berechtigung,

spricht daher für einen Kanzlerkandidaten Söder – und damit für den ersten Kanzler der CSU.

Einer CSU wohlgemerkt, die damals, unter Strauß, wie heute, unter Söder, nicht die Rettung Deutschlands verheißen kann. 50 Jahre nach den lehrreichen Episoden Mohlers und der Brüder Hepp sollte diese Erkenntnis endlich auch im Umfeld der AfD final durchschlagen.

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Sind vergleichbare Appelle aus dem Dunstkreis der »Neuen Rechten« an die Lernfähigkeit rechtsorientierter Parteipolitiker »moralischer« oder amoralischer Natur? Ich würde sagen: weder noch, sie sind politisch-reflexiv.

Felix Heidenreich würde die zweite Variante präferieren, denn er schreibt in seinem »Schlaglicht« mit dem Titel »Rechte Hypomoral« in der genannten Ausgabe der Blätter:

Das eigentlich Neue und Gefährliche an der Neuen Rechten ist nämlich in der Tat gerade nicht, dass sie mehr moralisiert, sondern dass sie radikal entmoralisiert. (...) Es ist das konservative Lager, welches die Einhaltung der Spielregeln aufkündigt, und nicht das progressive Lager.

Unabhängig ob des Sinngehaltes der ersten Teilaussage kann man direkt zur zweiten übergehen und fragen: Vielleicht liegt diese Aufkündigung der Spielregeln ja auch daran, daß es schlichtweg die falschen Regeln falscher Akteure sind? Aber darum geht es dem Freiburger Politikwissenschaftler ja gerade eben. Er will die Spielregeln des »progressiven«, also kategorisch linken Lagers perpetuieren und außerhalb jeder Kritikwürdigkeit stellen, indem er die eigenen Strohmänner für bare Münze nimmt:

Das neurechte Angebot, alle Hemmungen fallen zu lassen, das Über-Ich zum Teufel zu jagen und ganztägig »die Sau rauszulassen«, endlich sein zu dürfen, wie man sein will, (...) ist sehr viel gefährlicher als jede denkbare Arroganz vermeintlicher Moralapostel.

Bei so eindeutiger Anwendungsrelevanz für das altbekannte Lichtmesz-Sommerfeld-Gesetz reiche ich entsprechende Passagen direkt an das genannte Autorenpaar weiter – es fällt einem selbst nicht mehr viel ein bei dieser Form der Realitätsumkehrung.

Der Beitrag wird nicht besser, wenn Heidenreich CDU/CSU verdeckt lobt, indem deren »Konservativismus« weiterhin

die Brandmauer zur AfD aufrechterhält – übrigens auch und gerade, indem er moralisiert.

(Wir erinnern uns an das Strauß-Zitat.)

Heidenreich sieht die Union dann gewissermaßen in der Pflicht, stärker mit Jesus als mit Darwin, nachhaltiger mit Benedikt (dem Papst, nicht dem Kaiser) als mit Nietzsche zu argumentieren. Das ist eine Verwechslung der (philosophischen und parlamentspolitischen) Ebenen und wird lediglich noch übertroffen durch folgende Passage, die sich falschen Weichenstellungen des Konservativismus widmen möchte:

Es mag dabei skurrile Mischformen geben, etwa wenn Götz Kubitschek Jesus Christus als eine Art Kriegsgott in Anspruch nimmt, der das Abendland erretten soll.

Dazu erstens: Welche Sezession liest Felix Heidenreich? Dazu zweitens: Was sucht derartiges Schwadronieren in einem Appell für eine (Re-)Moralisierung des Politischen? Das meint Heidenreich nämlich ernst: Er vermißt heute moralische Argumente und erkennt eine grassierende Absagekultur an Moralismen.

Heidenreich wendet sich hierbei direkt an Konservative:

Lassen sich nicht auch – und vielleicht sogar gerade – moralische Argumente finden gegen eine chaotische Migrationspolitik, eine unsoziale Klimapolitik, eine überschießende Gleichstellungspolitik? Oder gegen was auch immer am linksliberalen Lager Unbehagen bereitet.

Sicher lassen sich entsprechende moralische Argumente finden. Nur kann Moralpolitik von rechts dort gar nicht erst ansatzweise durchdringen, wo machtpolitisch – ob in Politik, Medien oder Wissenschaft – alle Zweifel ausgeräumt sind. Darüber schweigt sich Heidenreich freilich aus.

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Wer nicht schweigt ist das »Netzwerk Wissenschaftsfreiheit« (über das wir ausführlich im neuen Podcast debattieren). Einer der Akteure der Initiative, der Althistoriker Michael Sommer, wird in der Süddeutschen Zeitung vom 16. Februar zum Vorhaben interviewt.

Der Anlaß ist kurz erklärt: Ein Bündnis von 70 Professoren hat sich zusammengeschlossen, um publikumswirksam auf die Gefahren grassierender Unfreiheit im akademischen Beritt hinzuweisen – die Fälle Lucke (Hamburg), Sarrazin (Siegen) oder Baberowski (Berlin) mögen als aktuelle Aufhänger dienen.

Sommer wird nun von Johan Schloemann befragt – und Sommer geht direkt in die Defensive. Erst nach einigen Fragen und Antworten kommt er ein wenig aus sich heraus:

Erst einmal müssen wir klar unterscheiden zwischen meiner eigenen Meinungsfreiheit und Positionen, denen ich an der Universität einen Raum geben könnte. Ersteres muss sich auf jeden Fall auf dem Boden des Grundgesetzes bewegen. Aber sagen wir zum Zwecke des Arguments, des Gedankenspiels einmal, ich würde so jemanden wie Björn Höcke einladen.

Der Name des Teufels wurde gedroppt. Schloemann entgegnet ob so viel Chuzpe Sommers nur:

Oha.

Sommer, ausholend-relativierend:

Wenn er da Parolen zum Besten gäbe, die nicht vom Grundgesetz gedeckt sind, dann würde ich sagen: Ich habe ihn als Anschauungsmaterial eingeladen. Die Studenten sind erwachsene Menschen, die können sich dann daran machen und analysieren: Was hat der Höcke da gesagt? A priori würde ich sagen: Damit hätte ich kein Problem. Die Einladung kann ja auch der Bloßstellung dienen.

Mit diesem Nachklapp desavouiert Sommer sein ureigenes Anliegen der ergebnisoffenen Forschung ein wenig – denn eine potentiell beabsichtigte »Bloßstellung« des Eingeladenen wäre kein offener Diskurs, sondern eine Begleiterscheinung ebenjener Entwicklungen, die Sommer et al. doch zu befehden angetreten sind.

Sommer aber zieht das Schwimmen vor:

Ich würde ja nicht den Raum für Höcke öffnen zum Zweck der Agitation. Ja, es könnte sein, dass er ihn dafür missbraucht. Aber ich bin derjenige, der diesen Raum definiert, und das ist ein akademischer Raum. Es ist kein Propaganda-Raum. Auch wenn Höcke es wohl versuchen würde, den Raum so zu besetzen...

Bei soviel selbstgewählter Was-Wäre-Wenn-Artikulation geht beinahe unter, daß Sommer einen wichtigen Punkt trifft. Denn wenn man Höcke per se nicht sprechen lassen darf, weil man fürchtet, daß die Zuhörer automatisch durch seine Wirkmacht geblendet sind,

dann ist das im Grunde doch eine Missachtung des Verstandes der Universität und der Studenten. Ich gehe dann davon aus, dass der Hörsaal so dumm ist, dass er für die etwaige Propaganda wirklich empfänglich ist.

Doch leider biegt Sommer wieder falsch ab:

Aber ich glaube, das akademische Auditorium ist smart genug, das zu durchschauen, seine Argumentationsstrategien zu analysieren, und vielleicht hätte ich damit sogar etwas Gutes erreicht.

Angetreten, um den Diskurs vor den linksradikalen Sittenwächtern zu schützen; geendet, indem man ein Feindbild ebenjener Kreise vorzuführen gedenkt. »Smart«, versteht sich.

Wobei: »Geendet« ist der falsche Begriff, denn die Gedankenspiele finden ihr Ende ja noch nicht wirklich. Schloemann hat Lunte gerochen. Höcke ... Da gibt's doch mehr solcher Köpfe:

Würden Sie auch den revisionistischen Historiker Karlheinz Weißmann einladen?

Sommer, ganz in seinem Abwägungselement:

Na ja, da käme es auch wieder darauf an: in welcher Funktion? Wenn er als Referent kommen sollte, der autoritativ die Ergebnisse seiner Forschung vorstellt, würde ich davon sicher Abstand nehmen, aus dem Zweifel daran, dass er ein guter Wissenschaftler ist. Wenn es aber darum ginge, bestimmte Denkstrukturen und Argumentationsmuster vor meinen Studenten explizit zu machen, könnte ich mir das schon eher vorstellen; dies bräuchte eine entsprechende Vorbereitung.

Bei so viel Subordination unter den Standpunkt des Verhörenden, pardon: Fragenden, geht beinahe schon wieder eine wichtige Kernaussage unter:

Universität heißt auch, sich mit Positionen zu beschäftigen, die nicht die eigenen sind.

Zur Bloßstellung, versteht sich? Man will doch in seinen Forderungen nicht zu weit gehen. Am Ende wird man zu bestimmten Empfängen nicht mehr eingeladen. Der sanfte Totalitarismus kann immerhin viele Gestalten annehmen. Für die einen Quasi-Berufsverbot, Verdachtsberichterstattung, sich sukzessive verschärfende Kriminalisierung und hors-la-loi-Setzung, für die anderen ... vorenthaltene Schnittchen?

Aber genug der Polemik: Womöglich hilft das »Netzwerk Wissenschaftsfreiheit« den tatsächlich vom Mainstream Gecancelten ja doch zu ihrem im Grundgesetz verbrieften Recht der Wissenschaftsfreiheit (mehr dazu: Lothar Fritze in der 83. Sezession) und Karlheinz Weißmann wenn nicht zu einer Einladung zum ergebnisoffenen Universitätsdiskurs, dann doch zur regen Mitarbeit im Netzwerk?

Sommer dazu:

Wir haben einen Schutzmechanismus eingebaut, wenn auch schweren Herzens: Wer Mitglied werden will, der braucht zwei „Paten“. Das klingt vielleicht mafiös, aber es geht darum, dass man zwei Kollegen braucht, die sich für den eigenen Leumund verbürgen; das ist ein Mechanismus, um eine etwaige Unterwanderung zu verhindern. Und wir haben uns auf Promovierte im Hochschuldienst beschränkt, das sind fast alles Beamtinnen und Beamte, die einen Eid aufs Grundgesetz abgelegt haben.

Das mit dem Eid bekommt Weißmann hin, das mit dem Hochschuldienst nicht mehr – authentische Konservative wie er wurden nämlich schon mit präventiver Cancel Culture bedacht, als die 70 Erstunterzeichner des Manifests des »Netzwerks Wissenschaftsfreiheit« ihre Stimmen noch schonten und der altehrwürdige Bund Freiheit der Wissenschaft seiner 2015 dann erfolgten Auflösung ob zunehmender Isolation und Machtlosigkeit entgegen taumelte.

Vielleicht wird diesmal aber alles anders und aus Sommers zaghaften »Gedankenspielen« werden bald schon souveräne Setzungen samt unmißverständlicher Benennung der Verantwortlichen für die Verengung des Sag- und Tragbaren im Wissenschaftsbetrieb und darüber hinaus.

Allein, mir fehlt der Glaube.


Benedikt Kaiser

Benedikt Kaiser ist Politikwissenschaftler und arbeitet als Verlagslektor.


Kommentare (61)

Laurenz

19. Februar 2021 12:35

@BK (1)

Empfinde Ihren Artikel wieder als brillant.

Aber diesmal entsteht Diskussionsbedarf, der vermutlich daher herrührt, daß ich FJS selbst noch erlebt habe (bin ca. 5 Jahre älter als der Chef).

1. Das heutige Partei-Programm der AfD ähnelt dem FJS - Programm oder ist links davon. 2. Als Strauß 1980 zur Bundestagswahl antrat, wurde FJS von der Antifa genauso organisiert bekämpft, wie wir heute. Habe das leibhaftig am Heinrich-von-Gagern-Gymnasium in Ffm erlebt. Diese Erlebnisse sind es wohl, was viele mit FJS verbindet. 3. FJS wurde in jüngeren Jahren mit seinen Souveränität erzeugenden Ideen als BM für Atomfragen & BverteidigungsM (zB eigene Atomwaffen) gestoppt. Das war sicher prägend in der Haltung zur USA. 4. Auch FJS machte den Laschet-Söder-Wendehals. Kritisierte er bis auf's Blut die Ost-Politik Egon Bahrs, machte er nach der Niederlage des Schwätzers Schmidt dasselbe & rettete die DDR vor dem Bankrott (DDR-Kredit).

Hier muß man weiter ausholen. Die Sowjetunion wurde im 20. Jahrhundert nie wirklich mit der Maßnahme des Holodomors belegt, im Gegensatz zu Deutschland/Japan (2x/1x) und anderen kleinen Völkern. Kennedy, wie Brandt, sorgten mit ihrer Sozi-Politik, unter dem Deckmantel der Humanität, dafür, daß der Warschauer Pakt länger überleben konnte,  https://www.spiegel.de/spiegel/print/d-46172370.html

Laurenz

19. Februar 2021 12:37

@BK (2)

Erst Ronald Reagan machte dem ein Ende, weil der Warschauer Pakt endgültig nicht mehr als Teil des Globalismus angesehen wurde.

Zurück zu Söder, der alles bisher überlebt hat. Die CSU ist heute keine konservative Partei mehr, sie ist, wie die CDU, zur SED 2.0 mutiert. Von daher fallen Vergleiche zur FJS-Zeit im Grunde der Absurdität anheim, viele haben das einfach nur nicht wahrgenommen & leben mental noch in den 80ern.

Hier eine treffliche Söder-Liedersammlung vom Nockherberg zur Entwicklung Söders.  https://youtu.be/yNdAwR1IcdM & hier ab 10:01 Min. https://youtu.be/cLHMruhADGE

Imagine

19. Februar 2021 12:50

1/2

In der Strauß-Ära waren die politischen Verhältnisse kompliziert und widersprüchlich, zu kompliziert für die soziologisch Ungebildeten.

Strauß galt damals für die Mehrheit der Bevölkerung als rechts von der CDU stehend und als Faschist.

Ich erinnere mich noch gut daran, wie auf dem Soziologentag 1974 in Kassel eine überraschende Analyse über die Politik der CSU vorgestellt wurde.

Damals wurde „rechts“ und „links“ gemäß der Parteinahme für die Interessen entweder der Klasse der Kapitalisten oder der Lohnarbeitenden differenziert.

Die SPD galt als links und die CDU als rechts und die CSU als rechts von der CDU stehend.

Aber dieses Bild/Schema entsprach nicht den tatsächlichen Verhältnissen. Denn in Bayern vertrat die CSU durchaus die Interessen der arbeitenden Bevölkerung, und zwahr mehr ls die SPD. Das „sozial“ im Namen war durchaus nicht nur falscher Schein.

In Bayern stand die SPD - soziologisch-analytisch gemäß diesem Klassenschema betrachtet - rechts von der CSU, weil dort eher das Kleinbürgertum mit seinen Interessen organisiert war.

Imagine

19. Februar 2021 12:51

2/2

Das Kleinbürgertum ist mehr gegen die Interessen der Lohnarbeiter ausgerichtet als das Großkapital. Das weiß jeder, der die Löhne, Sozialleistungen und Mitbestimmung in einem Großbetrieb beispielsweise der Energiewirtschaft oder Automobilindustrie mit denen in KMUs vergleicht.‘

Die SPD hat auf Bundesebene immer sowohl die Interessen der gewerkschaftlich organisierten Lohnarbeiterschaft wie auch des Großkapitals vertreten.

Die SPD-Politik war von der Interessenkonstellation korporativistisch, aber vertrat weniger die Interessen der kleinbürgerlichen Mitte als die CDU.

Die Politik der CSU war im Vergleich zur CDU stärker korporativistisch, deswegen auch „linker“, aber zugleich auch „rechter“, weil mehr autoritär, mehr führerzentriert und weniger liberal. Das war korporativistische  Politik im Mussolini-Style.
 

Laurenz

19. Februar 2021 13:06

@BK (3)

"Es mag dabei skurrile Mischformen geben, etwa wenn Götz Kubitschek Jesus Christus als eine Art Kriegsgott in Anspruch nimmt, der das Abendland erretten soll."

Heidenreich lügt hier schlicht, nicht nur er, sondern, wenn man so will, auch die Kirchen oder treffender, einfach alle lügen, & zwar so sehr, daß sich nicht nur die Balken biegen.

GK befindet sich hier im "absoluten" Konsens mit über 1.000 Jahren europäischer Geschichte und ihrem Weltbild. (Und das schreibe ich als Heide.) 

Man könnte hier die Haltung GKs kritisieren, aber nicht den Fakt an sich verleugnen. Aber genau das macht Heidenreich nicht. Er kritisiert nicht einmal grundlegend die Haltung aus Schnellroda, aber er leugnet den Fakt.

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Bei Prof. Sommer & Kollegen besteht das Problem, daß sie ihre Jobs behalten wollen, ein menschliches Anliegen.

Aber damit unterscheiden sich Sommer & Co. leider auch nicht von den hunderten Mio. von Mitläufern im Hitlerismus, Stalinismus, Maoismus, Dengismus oder Amerikanismus.

Gustav Grambauer

19. Februar 2021 14:00

I

Unser Anlaß, die Schlußfolgerung zu ziehen, daß Franz-Josef Strauß wohl als der Einflußagent Nr. 1 der CIA in der US-Zone von Westdeutschland angesehen werden mußte, war 1983 der Milliardenkredit.

Für die meisten damals war das Schicksal des allerdings bereits klinisch-toten Sozialismus der Popanz, an dem sie ihre Theorien hierzu aufgehängt haben. Ganz besonders Schlaue wollten die Hintergründe dieses Kredits in den Niederungen der Zerrüttung von CDU und CSU gesehen haben, oder gar in der Intimfeindschaft von Kohl und Strauß.

Im Kern ging es mit diesem Kredit aber darum, einen Keil zwischen Moskau und Ostberlin zu treiben (was von Breschnew und Honecker auch wie erwartet 1:1 pawlowiert wurde).

Dies muß weit erhaben über alle beliebig-austauschbaren "Gesellschaftsmodelle" bzw. kindergärtnerischen "Totalitarismusdoktrinen" unmittelbar-geostrategisch verstanden werden, mit dem Mackinderschen Seemachthegemoniestreben über das Herzland verstanden werden, aus Bismarck-Perspektive verstanden werden.

Es ging im Kern also auch nicht um "die Selbstschußanlagen an der Mauer", um "humanitäre Erleichterungen im Grenzverkehr" (wie das Zürcher Modell usw.) und ähnliches Futter für Kommentatoren, Choleriker des Kalten Krieges oder die damals gerade aufkommenden Gutmenschenkohorten.

- G. G.

Gustav Grambauer

19. Februar 2021 14:00

II

Es rundet sich das Mosaik, wenn man versteht, daß die BRD, die DDR sowieso, von den trotzkistischen Kreisen in KGB und CIA zum Beitritt (verbrämt als "Wiedervereinigung") wie der sprichwörtliche Hund zum Jagen getragen werden mußte: die Skrupel vor dem Ingangsetzen der Walze des Globalismus / Revanchismus ergo der Welt-Farbenrevolution ergo des Weltbürgerkrieges waren bei den meisten damals deutschen Verantwortlichen zu groß - in der DDR sowieso, aber ebenso in der Alt-BRD. (So ist es z. B. auch zu verstehen, daß sich Genscher geweigert hat, Ostpreußen von dem Trotzkisten Schewardnadse zurückzunehmen - denn er hat schon die Lunte an dem Pulverfaß gerochen!)

Damals war vielfach - und zumeist verwundert - zu vernehmen, daß sich, wie es hieß, Strauß vom Revanchisten zum "Partner" gewandelt habe wie der Saulus zum Paulus. Das kann sich heute, nachdem sich der Revanchismus in den 90ern so klar als global(istisch)es Phänomen offenbart hat (was er aber schon immer gewesen war), jeder selbst noch mal zum Nachdenken vorlegen ...

- G. G.

Waldgaenger aus Schwaben

19. Februar 2021 14:15

Die Politikergeneration von  de Gaulle, Adenauer bis Strauß hatte die Hauptaufgabe, Mitteleuropa das Schicksal Vietnams oder Koreas zu ersparen. Ihnen ist das gelungen. Vielleicht haben sie manchen Fehler gemacht, aber im Nachhinein gewinnt jeder Fähnrich die Schlacht. 

Die  CSU, was im Artikel  unerwähnt bleibt, war mit dem starke Drang nach bayerischer Eigenstaatlich, vertreten durch  den Hundhammer Flügel innerhalb der CSU und der Bayernpartei außerhalb konfrontiert.

Hundhammer war ein Mann von ausgeprägter katholischer Religiosität und moralischer Rigorosität bis hin zu fundamentalistischen Zügen. Er war bekennender Monarchist und bayerischer Patriot und mit seinem extremen Föderalismusverständnis ein Kämpfer für die bayerische Eigenstaatlichkeit. 

Die CSU wollte diesen Flügel integrieren und gleichzeitig für die Heimatvertriebenen und nicht-bayerische und protestantische Wähler attraktiv bleiben um sich gegen die SPD durchzusetzen.

Vielleicht wäre es aus heutiger Sicht sogar besser gewesen, Hundhammer in dern 1950iger und 60iger jahren hätte gegen Strauß, dessen erbitterter Gegner er war, gewonnen. Aber ein Bayern als immerwährendes Heimatmuseum hätte auch keinen Bestand gehabt. Doch vielleicht hätten uns begnadete Politiker dahin führen können, wo die Schweiz heute steht. Aber es ist anders gekommen und heute stellen sich andere Probleme.

Imagine

19. Februar 2021 14:16

1/3

Der soziologisch Ungebildete versteht nicht, worum es in der APO-Zeit bzw. in dem Epochenumbruch ums Jahr 1070 ging.

Die „Hauptkampflinie“ war nicht – wie traditionell - „links“ vs. „rechts“, sondern zwischen Systemerhalt vs. Systemüberwindung.

Der Sowjetkommunismus wurde von den Systemkritikern genauso abgelehnt wie der US-Imperialismus.

Weil beide menschen-, freiheits- und fortschrittsfeindliche Systeme waren.

 

Die damaligen Linksintellektuellen waren sowohl freiheitlich wie auch sozialistisch orientiert.

Maoistische und neo-bolschewistische Organisationen gab es damals noch nicht, die entstanden erst später im Niedergang der Emanzipationsbewegung.

Typisch für die damlage „Neue Linke“ war die Orientierung an Rosa Luxemburg und die von ihr propagierte Dialektik von „Reform und Revolution“.

Die Jusos wollten damals „systemsprengende Reformen“.

Von Jochen Steffen ist dies dargestellt in seinem Buch „Strukturelle Revolution. Von der Wertlosigkeit der Sachen.“

Imagine

19. Februar 2021 14:20

3/3

Anders als die traditionellen linken und rechten Parteien und Bewegungen, die sich analog der existierenden kapitalistischen Klassen organisierten, war die „68-er-Bewegung“ klassenübergreifend, ergriff in großem Umfang die fortschrittlichen Teile der Intelligenzschichten und strebte eine Systemtransformation in Richtung einer freiheitlicher und intelligenter organisierten Gesellschaft an.

Strauß war ein raffinierter Reaktionär und Systemerhalter, der ganz klar ein Parteigänger des US-Imperialismus war.

Strauß ist keineswegs mit seiner Kreditvergabe an die „DDR“ „umgekippt“. Ganz im Gegenteil. Die neue Ostpolitik war ein trojanisches Pferd. Wenn die Kommunisten sich von den Kapitalisten Geld in Form von Kredit leihen, dann begeben sie sich in die Hand der Kapitalisten. Und dies war der Anfang vom Ende des Ostblocks.

Das war eine ganz raffinierte Strategie. Zu intelligent für die damaligen kommunistischen Führungspersonen, zu intelligent, als dass sie selbst heute nach einem halben Jahrhundert von den soziologisch Ungebildeten begriffen wird.

Gustav Grambauer

19. Februar 2021 14:34

Berichtigung:

"... was von Breschnew und Honecker auch wie erwartet 1:1 pawlowiert wurde"

müßte heißen:

"... was von den Nachfolgern von B. ... pawlowiert wurde",

denken wir an die Opferung incl. Zwangspsychiatrisierung von Häber,

https://de.wikipedia.org/wiki/Herbert_Häber

denken wir an die notorischen Verbote des so """liberalen""" Gorbi an Honecker, die BRD zu besuchen (über die sich H. erst 1987, als das Verhältnis bereits völlig zerrüttet war, hinweggesetzt hat), denken wir von Ostberlin her an den Starrsinn mit dem Verbot der Zeitschrift "Sputnik" usw.

- G. G.

Laurenz

19. Februar 2021 14:49

@Gustav Grambauer

Will nicht grundsätzlich gegen Ihren Beitrag argumentieren. Aber in den Details weißt der Beitrag Lücken auf. Es kann natürlich sein, daß Strauß deswegen, (mit seinem legendären Moskauflug im Schneesturm,)

https://www.welt.de/politik/deutschland/article151781518/Strauss-kam-beim-ersten-Mal-nur-bis-Stalingrad.html

von Gorbatschow eingeladen wurde, weil Gorbatschow, eingedenk seiner Niederlage im globalen Wettrüsten, einen "passenden" Verhandlungspartner brauchte. ZB Schewardnadse war weniger Trotzkist als Georgier. Und nicht Genscher lehnte den Rückkauf von Russisch-Ostpreußen ab, sondern Kohl fürchtete sich, die Frage der Rückgabe Deutscher Ostgebiete aufzuwühlen.

@Waldgaenger aus Schwaben

Je nach den Umständen geht Separatismus ganz schell, siehe Katalonien, und der Separatismus in Europa, so meine These, wird kommen.

@Imagine

Ihr Beitrag basiert auf falschen Fakten.

"Der Sowjetkommunismus wurde von den Systemkritikern genauso abgelehnt wie der US-Imperialismus."

Die DKP, der KBW wurden im wesentlichen von Moskau finanziert. Die RAF fand in der DDR Asyl.

Wahrheitssucher

19. Februar 2021 14:56

@ Gustav Grambauer

„Es rundet sich das Mosaik, wenn man versteht, daß die BRD, die DDR sowieso, von den trotzkistischen Kreisen in KGB und CIA zum Beitritt (verbrämt als "Wiedervereinigung") wie der sprichwörtliche Hund zum Jagen getragen werden mußte“

Erklären Sie bitte, aus welcher Interessenslage heraus die besagten Kreise eine solche Politik des Beitritts hätten anstreben sollen!?

Wahrheitssucher

19. Februar 2021 15:02

@ Imagine

„Strauß ist keineswegs mit seiner Kreditvergabe an die „DDR“ „umgekippt“. Ganz im Gegenteil. Die neue Ostpolitik war ein trojanisches Pferd. Wenn die Kommunisten sich von den Kapitalisten Geld in Form von Kredit leihen, dann begeben sie sich in die Hand der Kapitalisten. Und dies war der Anfang vom Ende des Ostblocks.“

Setzen wir einmal ihre Argumentation als gegeben voraus. Hätte sich Franz Josef Strauß denn nicht damit große Verdienste für die spätere Entwicklung erworben?

Imagine

19. Februar 2021 16:03

1/2

@Laurenz   19. Februar 2021 14:49
„Die DKP, der KBW wurden im wesentlichen von Moskau finanziert. Die RAF fand in der DDR Asyl.“

Für den KBW ist dies falsch, aber ansonsten zutreffend. Allerdings nichtssagend.

Denn die Führungspersönlichkeiten der 68-er, wie Rudi Dutschke, Bernd Rabehl, Hans-Jürgen Krahl etc., lehnten den Sowjetkommunismus genauso entschieden ab wie den US-Imperialismus.

Die DKP wurde formal 1968 gegründet und hatte ihren 1. Parteitag 1969. Mit der 68-er-Bewegung hatte die DKP nichts zu tun. Das waren vor allem Alt-Kommunisten. Eine ganz kleine Minderheit, politisch irrelevant. Bei der BTW 1972 erreichte die DKP nur 0,2% der Stimmen.

„Im SDS setzte er [Dutschke] sich seit 1965 intensiv mit DDR-Anhängern und „Traditionalisten“ und ihrem an Lenins Konzept einer Kaderpartei angelehnten Revolutionsverständnis auseinander. Ein Spitzel im SDS meldete daraufhin dem Ost-Berliner Ministerium für Staatssicherheit, Dutschke vertrete „eine völlig anarchistische Position“. Der IM Dietrich Staritz meldete im Dezember 1966: „Dutschke spricht ausschließlich vom Scheißsozialismus in der DDR. (Wikipedia)

Imagine

19. Februar 2021 16:04

2/2

Die RAF ist überhaupt kein Argument. Denn die hat mit der „Neuen Linken“ genauso viel oder wenig zu tun, wie der „NSU“ mit der „Neuen Rechten“.

Überall, wo oppositioneller Widerstand existiert, gibt es auch Desperados und durchgeknallte Gewalttäter.

Alle Systeme instrumentalisieren solche Psychopathen – ob „links“ oder „rechts“ - als Agents provocateurs oder Attentäter. Siehe z.B. die rechtsterroristischen Anschläge von Bologna 1980 oder München 1980.

Laurenz

19. Februar 2021 16:18

@Wahrheitssucher

Strauß hat mit dem DDR-Kredit die Lebensdauer der DDR prolongiert. Da beißt die Maus keinen Faden ab. Die Krise der DDR war mehr oder weniger eine Öl-Krise. Die Sowjetunion verkaufte kein Öl mehr weit unter Weltmarktpreis an den COMECON. Das betraf alle befreundeten Staaten, wie zB auch Kuba. Man mußte also in der DDR umstellen, was auch geschah. Der Strauß-DDR-Kredit wurde auf Heller & Pfennig zurückgezahlt, im Gegensatz zu den früheren Brandt-Tito-Krediten. Wäre die DDR zahlungsunfähig geworden, hätte das kein Problem im COMECON bedeutet, aber alle Güter, die aus dem Westen gegen teure Devisen importiert werden mußten, wären sofort flach gefallen. Natürlich sparte man dann in der DDR an Konsumgütern für die Bevölkerung, was den eigentlichen Grund für den Mauerfall darstellt. Insofern war der Strauß-DDR-Kredit sozial-demokratisch im historischen Sinne.

Imagine

19. Februar 2021 16:37

@Wahrheitssucher   19. Februar 2021 15:02
Setzen wir einmal ihre Argumentation als gegeben voraus. Hätte sich Franz Josef Strauß denn nicht damit große Verdienste für die spätere Entwicklung erworben?“

Der deutsche Hauptprotagonist bzw. die transatlantische Ober-Marionette bei dieser Politik war Brandt gewesen.

Strauß war vor allem ein anti-kommunistischer Scharfmacher, der nie mit diesem „trojanischen Pferd“ die kommunistischen Führungsfiguren hätte übertölpeln können, weil diese misstrauisch gewesen wären.

Historische Verdienste für die Menschheit hat sich vor allem Gorbatschow erworben, der dem atomaren Wettrüsten mit ständig steigendem Over-Kill mit seiner Bereitschaft zur Kapitulation ein Ende setzte.

Strauß hingegen war ein aggressiver Kalter Krieger und wollte die atomare Bewaffnung der BRD.

Gäbe es nicht Menschen wie Stanislaw Petrow brauchte man sich heute über die Zukunft des deutschen Volkes keine Gedanken mehr machen, denn dieses wäre atomar ausgelöscht.

GuntherManz

19. Februar 2021 16:58

Wahrheitssucher

"Erklären Sie bitte, aus welcher Interessenslage heraus die besagten Kreise eine solche Politik des Beitritts hätten anstreben sollen!?"

Zu meinen die maßgeblichen Kreise hätten damals eine Ahnung gehabt, wohin der Weg der Globalisierung  endlich führt, ist m.M. zu weit gegriffen. Aber diese Mächte hatten sicher  schon Ahnungen der Machtverschiebungen durch den Beitritt. England und Frankreich hätten im Verbund mit dem ängstlichen Polen wohl einen Krieg gegen uns geführt, wenn sie auch nur einen ehemligen mächtigen WK II. Verbündeten gefunden hätten.

Daß diese Staaten eben keinen Verbündeten fanden ist schon eine Erklärung einer eben anderen Interessenlage der tonangebenden Staaten.

Die USA hat viele Länder finaniziell unterstützt und diese Länder früher oder später vernichtet. Ich meine auch, daß man FJS Kreditvergabe unter diesem Aspekt (auch) sehen kann.

 

Gustav Grambauer

19. Februar 2021 17:58

Wahrheitssucher

"Interessenslage" wäre m. E. zu kurz gegriffen, klänge mir noch zu sehr nach "Buddelkasten der Geopolitik". Es ging hierbei nicht um Geopolitik sondern sinnbildlich gesprochen um das Zünden einer neuen Treibstufe der Raktete (oder wie ich oben gesagt habe: um das Ingangsetzen der Riesenwalze), der Klappentext hier

https://www.kopp-verlag.de/Weltoktober.htm?websale8=kopp-verlag&pi=B3793979&ci=%24_AddOn_%24

drückt sehr prägnant aus, was ich meine (Titel ist leider nicht bei Antaios gelistet).

Die US-Seite betreffend ist manches über die trotzkistischen Wurzeln der damaligen Protagonisten durchgefettet:

https://www.juedische-allgemeine.de/allgemein/von-trotzki-zu-bush/

Hier verkünden sie ihre Agenda:

https://www.youtube.com/watch?v=fBIZcnmuolI

(Daß die von verlautbarten "principles of justice and fairplay", "protection fo the weak", "freedom from cold war stalemate" usw. hierbei nur höhnende leere Worthülsen sind, müßte eigentlich schon damals dem Allerletzten aufgefallen sein, Rudolf Bahro hat damals, also im Zusammenhang mit dem ersten Golfkrieg, öffentlich gesagt: "Die Führer des Westens vor ein neues Nürnberger Tribunal!")

Beide NWO-Konzepte, das östliche (eurasische) und das westliche (transatlantische), waren nicht 1:1 deckungsgleich und sind es auch heute nicht. Müssen sie auch nicht, es gehört sogar zum Tandem-Prinzip / zum "kreativen Wettbewerb", daß sie das eben nicht sind.

- G. G.

Laurenz

19. Februar 2021 20:01

@Imagine @Laurenz

https://de.wikipedia.org/wiki/Kommunistischer_Bund_Westdeutschland

Jetzt verraten Sie mir bitte, wie der KBW mit einem Höchststand an 2.100 Mitgliedern zu einem Mio.-Vermögen gekommen ist?

Und wenn Sie Sich die Geschichte der Deutschen ASTAs anschauen, wie konnten, dann immer 2% Kommunisten an deren Spitze stehen?

Jetzt bitte keine neue Märchenstunde.

tearjerker

19. Februar 2021 20:15

Das mit der Wissenschaftsfreiheit sollte man nicht so ernst nehmen. Als z.B. der Lübecker Fürstbischof die Kieler Uni gegründet hatte, war es selbstverständlich nicht möglich den Mann unter dem Mäntelchen der Wissenschaftsfreiheit zu kritisieren, weil er den Spass bezahlte. Heute sind die grössten universitären Bereiche Jura, Gesellschaftswissenschaften, Medizin durch staatliche Stellen gepamperte Fächer, die natürlich parieren um weiter existieren zu dürfen. Die ganzen Mitläufer in diesem System können sich nicht mehr verstecken und geraten jetzt unter Druck. Je disfunktionaler dieses Gebilde wird, umso eher wird es versteinern oder absterben. Geduld bewahren und Abrissbirne stiften.

@GG: Egon Bahr sagte vor etwa 15 Jahren in einem Interview sinngemäss, die innerdeutsche Politik zielte auf beiden Seiten der Grenze zur Ostzone darauf Voraussetzungen für die Gesamtstaatlichkeit zu schaffen, ohne das an die grosse Glocke zu hängen. Das überschnitt sich mit den Interessen der grösseren „Schutzmächte“. Ungeachtet der Globalisierung gibt es auch heute einen Staat im deutschen Staat, der versucht sich gegen äussere Einflüsse abzuschirmen, die nach innen durch bräsige Bürgerliche, NGOs, Gewerkschaften, Sozis und andere Bolschewisten vertreten werden.

 

Wahrheitssucher

19. Februar 2021 21:01

 @Gustav Grambauer

Zitiere aus der Buch-Beschreibung auf einem anderen Link:

„Sind die Sowjetunion und der Kommunismus wirklich untergegangen? Der Name Michail Gorbatschows ist bis heute mit dem Ende des "real existierenden Sozialismus" verbunden. In den 1980er Jahren wurde von ihm unter dem Begriff der "Perestroika" ein Prozeß eingeleitet, der zur Auflösung der Sowjetunion, des Warschauer Paktes und zur deutschen Wiedervereinigung führte. Dieser Prozeß verlief zum Erstaunen vieler Analysten relativ friedlich, nur wenige Beobachter stellten die Frage nach dem Warum. Fiel die Berliner Mauer auf Veranlassung des KGB? Gibt es einen Zusammenhang mit dem Aufbau der Europäischen Union, die immer sozialistischere Züge trägt? Welche geheimen Interessen verfolgte Gorbatschow wirklich? Ist der Kommunismus wirklich tot oder steht die Welt im Zuge der Globalisierung unmittelbar vor dem Zusammenbruch der kapitalistischen Weltwirtschaft? Wird dies zu einem Wiedererstarken der marxistischen Ideologie führen, gefolgt von einer neuen Oktober-Revolution, dem Weltoktober? Torsten Mann zeigt, daß der Zerfall der Sowjetunion und ihrer Satellitenstaaten sowie der Übergang zu marktwirtschaftlichen Verhältnissen nur eine raffiniert inszenierte Täuschung war, eine Täuschung, die dem Ziel dient, eine seit Lenins Zeiten bestehende geheime flexible Langzeitstrategie umzusetzen, zur Errichtung einer sozialistischen Neuen Weltordnung.
... kommt dieses Buch zu einem beunruhigenden Ergebnis: der Sozialismus ist weltweit auf dem Vormarsch!“

 

Lotta Vorbeck

19. Februar 2021 23:15

@Waldgaenger aus Schwaben - 19. Februar 2021 - 02:15 PM

"Doch vielleicht hätten uns begnadete Politiker dahin führen können, wo die Schweiz heute steht."

---

Schelmisch beim @Waldgaenger nachgefragt:

Wo steht denn Helvetia heute?

Imagine

20. Februar 2021 00:48

@Laurenz 19. Februar 2021 20:01
„Jetzt verraten Sie mir bitte, wie der KBW mit einem Höchststand an 2.100 Mitgliedern zu einem Mio.-Vermögen gekommen ist?“

Der KBW war kein Arbeiterverein. Nicht wenige kamen aus der Oberschicht oder hatten gute Jobs. Mindestmitgliedsbeitrag war 10% des Einkommens.

Die Anhängerschaft war viel größer als die Mitgliederzahl (s. Wikipedia).

Es gab Idealisten, die ihre Vermögen und Erbschaften einbrachten.

Quellen:

https://www.spiegel.de/spiegel/print/d-39685743.html

https://www.cicero.de/innenpolitik/karrieresprungbrett-kbw/36900

https://www.focus.de/politik/deutschland/politik-einst-kommunist-heut-gruen_aid_614542.html

https://de.wikipedia.org/wiki/Kategorie:KBW-Mitglied

http://www.trend.infopartisan.net/trd7807/t517807.html

https://www.tabularasamagazin.de/die-bundesdeutsche-linke-der-70er-jahre/

Imagine

20. Februar 2021 01:51

Über die Zusammensetzung der APO und 68-er-Bewegung existieren heute falsche Vorstellungen.

Die SDS-Mitglieder waren eine kleine Minderheit gewesen.

Aus der Protestbewegung, die eine Massenbewegung der Intelligenzschichten gewesen war,  ging nur eine Minderheit in die K-Gruppen oder zu den militanten Spontis.

Diejenigen, die von „ganz unten“ kamen, wie beispielsweise Schröder, Fischer, Scharping et al. waren eine ganz kleine Minderheit.

Nicht wenige kamen aus der Oberschicht. Wie z.B. Tom Koenigs aus einer Bankiersfamilie. „1973 schenkte er sein Erbe dem Vietcong und chilenischen Widerstandskämpfern, nach seinen Angaben „irgendwas zwischen 500.000 und fünf Millionen Mark“.“ (Wikipedia)

Ein Studienfreund war Sohn eines Generals und sein Patenonkel war „Onkel Dönitz“, der „Nachfolger des Führers“ und letzter Reichspräsident.

Viele der damals politisch Aktiven gehörten zu den besten Studenten und haben nach dem Zusammenbruch der Bewegung eine Karriere in Top-Jobs der Wissenschaft, der Wirtschaft und des Staates gemacht.

Imagine

20. Februar 2021 01:54

Die Grünen waren von den „Realos“ in ein Resozialisierungsprojekt für ehemalige „Systemveränderer“, zum Teil auch für extremistische Gewalttäter, umfunktioniert worden.

Aus soziologisch-klassenanalytischer Sicht repräsentieren heute die Realo-Grünen ein systemkonformistisches Establishment und entsprechen großen Teilen dem vormaligen CDU/CSU-Establishment, allerdings mit gewandelter Ideologie.

Insofern ist die These, dass die „Linken“ in die Institutionen gegangen seien und diese okkupiert hätten und zum Establishment geworden seien, fragwürdig. Denn ein großer Teil gehörte von der familiären Herkunft bereits zum Establishment und insbesondere auch zur intellektuellen Oberschicht.

Gewandelt haben sich Politik und Kultur des Establishments. Es ist extrem liberalistisch-narzisstisch geworden, es hat sich von traditionellen bürgerlichen Werten, Zielen und Lebensformen gelöst, ist neoliberal-kosmopolitisch und zu a-sozialen Solidaritätsverweigerern geworden, ist neoliberal-feministisch orientiert, betreibt Green-Washing usw.

 

Laurenz

20. Februar 2021 10:18

 

 

@Imagine

Die Grünen wurden bekannt durch Aktionen der Fundis unter Petra Kelly. Die meisten Fundis waren ideologisch kleine Nationalsozialisten mit Friedenstaube. Diese wurden von den Kommunisten, Fischer, Trittin, Kretschmann, Künast etc. feindlich übernommen, so wie jetzt die Liberalisten die AfD feindlich übernommen haben. Natürlich kann keiner seine Herkunft verleugnen, das beste Beispiel ist Jürgen Trittin, Vater bei der Waffen-SS. Wenn Sie Sich Trittin-Reden aus den frühen 90ern anschauen, als er noch Haare hatte, sah er aus & lief rum, wie der Föhrler persönlich (in Friedenszeiten), nur blonder.

Laurenz

20. Februar 2021 10:34

@Lotta Vorbeck @Waldgaenger aus Schwaben

"Wo steht denn Helvetia heute?"

Da sich die Schweizer Notenbank dem keynesianisch sozialistischen Gelddrucken der wichtigsten Leitwährungen nicht entziehen konnte, weil natürlich die Sucht der Anleger nach Hart-Währungen durch den Wegfall der "Deutschmark" einen harten Schlag versetzt bekam, kommt die Schweizer Nationalbank bis heute mit dem Drucken des Geldes nicht hinterher, um die Nachfrage auch nur ansatzweise zu befriedigen. Würde die Schweizer Notenbank kein Fränklis drucken, wäre die Schweizer Industrie, Uhren, Bergpanzer und Schokolade, tot. Und mit den vielen Devisen kaufte die Schweizer Notenbank weltweit Unternehmen auf. Die Schweizer Notenbank ist mit Abstand (pro Kopf gerechnet) die reichste Notenbank der Welt. Im Prinzip brauchen die Schweizer deswegen auch nicht mehr wirklich produktiv arbeiten gehen, und dieses Luxus-Problem ist tatsächlich so elementar, daß es den Fortbestand der Schweiz als solches gefährdet. Es hat zB einfach keiner mehr Bock, die wichtigen Almen zu pflegen etc.pp. Diese Degenerationserscheinungen schlagen auch politisch durch. Die Mehrheit der Schweizer will die Schweiz als souveränen Staat nicht mehr verteidigen, sie ist mit der EU quasi assimiliert.

Maiordomus

20. Februar 2021 11:57

@Kaiser. Bin wohl unter den oben sich Meldenden der Einzige, die vor 50 Jahren und später Criticon schon abonniert hatten und jede Nummer lasen. Traue dies allenfalls @RMH zu, der sich rühmt, alle 100 Nummern von S. zu überblicken, was ich nicht geschafft habe. Bewahre aus Platzgründen nicht jede Nummer auf. Zu @Criticon: ehrlich gesagt am wenigsten interessierte mich damals die Debatte um die Republikaner, trotz Franz Handlos. Ein Parteiname, der sich in den Siebzigerjahren schon in der Schweiz als Flop bei untauglichem Personal und nichts als internen Streitigkeiten erwiesen hatte. Interessant und der Beobachtung und Kritik wert wurde parteipolitisch bei der neueren deutschen Rechten erst die AfD, bei der ich betr. Gründerfiguren vor den intellektuellen Männern Format witterte bei freilich Unfähigkeit, mit den mir zwar nicht nahe stehenden bündnis- und demokratiefähigen Nationalen und Identitären den richtigen, Einsteckkraft benötigenden Dialog zu führen. Als von Anfang an unfähig schätzte ich Petry ein. Mit einem späteren Bundestagsabgeordneten habe ich früher gemeinsam auf einer hochqualitativen Website zum deutschen geistigen Konservatismus publiziert. 

tearjerker

20. Februar 2021 12:14

@Laurenz: „Und wenn Sie Sich die Geschichte der Deutschen ASTAs anschauen, wie konnten, dann immer 2% Kommunisten an deren Spitze stehen?“

Ich erinnere mich an eine Asta-Veranstaltung einer Universität vor über 30 Jahren, auf der die führenden Mitglieder ausnahmslos aus persischen Exilanten der UIK bestanden. Sowas hat die Herren Professoren nie interessiert. Dass diese Entwicklung endlich voll durchschlägt und einige akademische Mitläufer der Gegenwart um ihre Professuren bringt, ist zu begrüssen. Das von BK geschilderte Hantieren mit der heissen Kartoffel durch Sommer zeigt, dass die Ursachen der Misere an den Universitäten durch ihre Magnifizenzen :) nicht verstanden wird. Hier gehört reichlich Öl ins Feuer um Studenten und Professoren von diesen schädlichen Institutionen zu distanzieren.

anatol broder

20. Februar 2021 12:16

zeitmagazin, 2021, nr 6, s 68, sie sucht ihn:

«du = feinfühliger freigeist, der weiss, was er will? polyglotte und attraktive minimalistin (46), neugierig (gesellschaftspolitik, kultur, etc) und warmherzig (mehrere freund*innen, zwei topfpflanzen) sucht klugen und unkonventionellen geniesser für den gemeinsamen fluss des lebens bis ins meer. bin finanziell und ortsunabhängig (aber gerade wieder in hamburg) und wünsche mir einen so souveränen wie entspannten gefährten fürs renovieren eines schönen alten hauses, fürs reisen und sein. bitte schreib mir mit bild an [email protected]***.»

Imagine

20. Februar 2021 12:46

Die Ideen und Ideologie der Grünen stammen aus den Thinktanks des Groß- und Globalkapitals. Siehe:

„A Blueprint for Survival” (1972)

„Die Grenzen des Wachstums“ (1972)

Club of Rome
„Der Club wurde 1968 gegründet. Die Idee stammt von dem italienischen Industriellen Aurelio Peccei, einem damaligen Mitglied der Firmenleitungen von Fiat und Olivetti und Präsident der Unternehmensberatung Italconsult, sowie dem Schotten Alexander King, Direktor für Wissenschaft, Technologie und Erziehung bei der Pariser Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD).“

Petra Kelly war eine publicity- und mediengeile Psychopathin, die von den Medien hoch gehyped wurde wie Obama. Zuvor war sie SPD-Mitglied und EU-Bürokratin.

 

Laurenz

20. Februar 2021 14:01

@tearjerker @Laurenz

Meine Frage nach der ASTA-Führung war auch rein rhetorischer Natur. Der Unterschied zu uns ist recht leicht festzumachen. Die Linken investier(t)en enorm viel Kohle in Kader-Schulungen, heißt auf deutsch Intrigantentum & Seilschaft-Arbeit, wie die Procedere zur Entsorgung unliebsamer Mitbewerber.

Natürlich gab es auch woanders immer Seilschaften, wie bei den Freimaurern oder Burschenschaften. Bei den Burschenschaften diente es aber auch dem materiellen Fortkommen. Welcher Linke will schon Unternehmer werden?

Und die Linke hatte extrem gute Lehrer. Wer bis 1953 in Warschauer-Vertrags-Staaten überlebt hatte, konnte einiges an Erfahrung weitergeben.

Und natürlich haben Sie Recht. Die meisten alt-linken Profs & Lehrer, die gar nicht schlecht sein müssen, werden doch von ihren eigenen Kindern "gefressen".

Laurenz

20. Februar 2021 14:03

@Imagine

"Petra Kelly war eine publicity- und mediengeile Psychopathin, die von den Medien hoch gehyped wurde wie Obama. Zuvor war sie SPD-Mitglied und EU-Bürokratin."

Ja, und? Das ist der Prototyp des heutigen Politikers. Im Westen also nichts Neues.

AndreasausE

20. Februar 2021 18:46

Die ganzen interessanten Betrachtungen zur jüngeren Zeitgeschichte mal ausgelassen: Weder Laschet noch Söder wird Kanzlerkandidat der Union werden, Spahn schon gar nicht. Den Günther werden sie aus dem Norden einfliegen, Kai aus der Kiste, Merkelkompatibel, unverbraucht, und bereit für Koalition mit "Grünen" und SED. Der wird Deutschland dann den Todesstoß versetzen.

heinrichbrueck

20. Februar 2021 19:00

Außerhalb der Demokratie darf es auch keine Volksherrschaft geben.

„Der Kampf ums Kanzleramt“ war 1945 entschieden. Danach folgten Theatervorstellungen.

@ Maiordomus / „Interessant und der Beobachtung und Kritik wert wurde parteipolitisch bei der neueren deutschen Rechten erst die AfD, bei der ich betr. Gründerfiguren vor den intellektuellen Männern Format witterte bei freilich Unfähigkeit, mit den mir zwar nicht nahe stehenden bündnis- und demokratiefähigen Nationalen und Identitären den richtigen, Einsteckkraft benötigenden Dialog zu führen. Als von Anfang an unfähig schätzte ich Petry ein.“ Ich wittere Wahnsinn. Demokraten muß man mögen, ob dumm oder smart, sie bleiben Demokraten. Man muß nur abwarten, die richtigen Schlußfolgerungen ziehen; und bis sich die Erkenntnis durchsetzt, was die Demokratie anrichten konnte, gibt es den Demokraten nicht mehr. Da fällt die Entscheidung doch nicht so schwer, ist auch zeitsparend, sich von solchen Schlamasseln fernzuhalten. Oder was soll dieser Satz bedeuten? Nullepoche wäre schön, wir leben in einer Minusepoche, einer Scheißrepublik!

Laurenz

20. Februar 2021 19:53

 

@AndreasausE

Machen Sie Sich mehr mit Parteipolitik vertraut. In jeder Partei ist der NRW-Landesverband der stärkste (18 Mio. Einwohner). Schleswig-Holstein hat mit 3 Mio. Einwohnern nix zu melden. Entweder bleibt die Staatratsvorsitzende im Amt oder es wird König Maggus oder Weichspüler Laschet. Die Frage bleibt nur, wer hat den CDU/CSU-Delegierten am meisten zu verschenken. 

Laurenz

21. Februar 2021 08:49

@heinrichbrueck @Maiordomus

Wir leben weder in einer Demokratie, noch in einer Scheißrepublik.

Sie schwächeln hier schon eklatant bei der Analyse. 

Wir leben in einer Parteien-Oligarchie.

Selbst die Partei-Basen, hier macht auch die AfD keine Ausnahme, sind schon den Apparaten entkoppelt.

Die beiden entscheidenden Artikel im GG (20/2 & 21/1) diesbezüglich interessieren keine Sau. Von daher können Sie das GG nur noch dem sinnvollen Gebrauch als Toilettenpapier zuführen.

Wenn Sie Demokratie wollen, müssen Sie Parteien abschaffen.

Imagine

21. Februar 2021 11:34

Andere haben Kelly ganz anders gesehen.

Für diese war es eine Lichtgestalt und eine Hoffnungsträgerin für eine neue und bessere menschliche Zukunft. In den Medien wurde sie als neue „Rosa Luxemburg“ bezeichnet.

In diesem Artikel wird sie als eine „Jeanne d'Arc des Atomzeitalters“ bezeichnet, die kompromisslos für eine bessere Welt kämpfte.

„Nach ihrer Schulzeit beginnt sie in Washington Politikwissenschaft zu studieren.  [..]

1967 wählt man die 20-Jährige zur "Besten ausländischen Studentin des Jahres".

Es folgt eine Karriere fast wie im Bilderbuch: Nach dem Abschluss ihres Studiums mit besonderer Auszeichnung kehrt Petra Kelly den USA den Rücken. Sie geht nach Amsterdam, absolviert dort ebenfalls ein Studium der Politischen Wissenschaft und Europäischen Integration und beginnt ein Praktikum bei der Europäischen Gemeinschaft in Brüssel. Bereits 1972, mit erst 25 Jahren, wird sie dort Verwaltungsrätin der Europäischen Kommission. […].

Imagine

21. Februar 2021 11:35

weiter:

 

Bis 1990 bleibt sie Mitglied des Bundestags, erst als die Grünen ihren Fraktionsstatus verlieren, muss auch sie ihren Platz im Parlament endgültig räumen. Bis dahin hat sie politisch wie persönlich viel erreicht. Sie hat den Alternativen Nobelpreis bekommen (1982), ist in den USA zur "Frau des Jahres" gewählt worden (1983), hat Menschen wie den Dalai Lama, Erich Honecker und Michael Gorbatschow getroffen und, wenn nötig, herausgefordert.“

Bezüglich Obama gibt es kritische Recherchen von investigativen Journalisten, wie dieser aufgebaut und nach oben gebracht wurde.

Ökologismus, Feminismus, Multikulturalismus, die Immigrationspolitik und nun das „Corona-Regime“ sind Projekte, die in den Thinktanks der Herrschenden entstanden sind oder umfunktioniert wurden.
 

Laurenz

21. Februar 2021 12:27

@Imagine

"Petra Kelly"

Sie meinen doch nicht im Ernst, daß ich Ihnen hier widerspreche? 

Ich habe die Dame nie gewählt. Und Ihre Anhänger waren politisch meine direkten Feinde, schon noch im Klassenzimmer.

Maiordomus

21. Februar 2021 12:28

@Helvetia. Die sich hier zum Wort Meldenden gehören nicht zur vermeintlichen Mehrheit der Eidgenossen, die aber bei der Direktfrage nach Beitritt immer noch  eine absolute Mehrheit bilden. Aber noch 2014 kam bei der Masseneinwanderungsinitiative eine für europäische Verhältnisse sensationelle Mehrheit zustande, die nebst der Ablehnung des EWR-Beitritts 1992 als neue Unabhängigkeitserklärung des Landes hätte interpretiert werden können. Daraus wurde aber nichts, wegen den Mehrheiten in der Veröffentlichten Meinung sowie der Mehrheit im Parlament, die sich faktisch weigern kann, die Verfassung zu vollziehen. Die spätere Durchsetzungsinitiative der SVP, zwar ein unglaubliches Volksrechtsinstrument, wurde als Zwängerei abgelehnt, sowieso wurde und wird bewusst mit dem sicher nicht widerspruchsfreien C. Blocher als Feindbild-Popanz gearbeitet. Als ich am Tag von Blochers Wahl in die Regierung (2003) an Heidelbergs Uni Gast war, fragte man mich im Ernst, ob das der "30. Januar für die Schweiz" sei. Eine Frage von Geschichtsanalphabeten, obwohl von z.T. habilitierten Akademikern, auch Nichtkennern dt. Geschichte.

Sugus

21. Februar 2021 14:30

@ Laurenz

Schmidt kam aus Hamburg, Schröder aus Niedersachsen, Merkel aus Mecklenburg-Vorpommern, Kohl aus Rheinland-Pfalz, Kiesinger aus Baden-Württemberg, Erhard aus Bayern, Brandt aus Schleswig-Holstein bzw. Berlin. Ach ja, Adenauer kam aus NRW...

Lotta Vorbeck

21. Februar 2021 18:12

@Sugus - 21. Februar 2021 - 02:30 PM

an @Laurenz

"Schmidt kam aus Hamburg, Schröder aus Niedersachsen, Merkel aus Mecklenburg-Vorpommern ..."

---

Kalkutta liegt am Ganges, Paris liegt an der Seine doch daß ich so verliebt bin, das liegt an Madeleine ...

Die Frau Kazmierczak aka Kasner aka Merkel kommt (noch immer) aus Hamburg / Templin. Hamburg liegt an der Elbe. Templin liegt in der Uckermark.

... und Kairo liegt am Nil.

 

Laurenz

21. Februar 2021 18:34

@Sugus @Laurenz

Ja, und AKK, unsere Putzmaid aus dem Karneval kam aus dem Saarland, kleiner als Köln, natürlich.

Die Frage ist, wem! trauen die Delegierten zu, die meisten Mandate für sie selbst zu erringen. Dem Hanswurst aus Schleswig-Holstein ganz sicher nicht.

Wie gewann Akk den Parteivorsitz gegen Merz? Sie kaufte die Junge Union mit dem Posten des Generalsekretärs für den ungelernten Ziemiak.

Imagine

21. Februar 2021 19:27

1/3

Ziel der K-Gruppen, die sich nach 1970 bildeten, war der Aufbau einer neuen KPD sowie die Wiederbelebung der Arbeiterbewegung. Sie lasen die „Klassiker“: Marx, Engels, Lenin, Stalin, Mao. Deren Bilder fanden sich auf deren Publikationen und Fahne, auch bei deren Demonstrationen.

Aber die Zeit, welche die K-Gruppen geistig als ihre Referenz gewählt hatten, existierte nicht mehr.

Die Arbeiterbewegung war untergegangen. Auch wenn sie nunmehr „dem Volk“ bzw. den „Volksmassen“ unter ihrer Führung ein revolutionäres Potential zuschrieben, so war dies Fiktion und Projektion.

In der Zeitung des KBW, der „Kommunistischen Volkszeitung“ (KVZ), stand zwar groß auf Seite 1: „Sieg im Volkskrieg!“, aber es gab kein Volk, das revoltierte. Im Gegenteil, das Volk wollte diese Kommunisten nicht, schon gar nicht als Führer.

Die K-Gruppen bildeten eine Zeit lang selbstreferentielle Kontexte, so wie religiöse Gruppen. Irgendwann platzte die Blase, in der sie geistig lebten.
 

Imagine

21. Februar 2021 19:27

2/3

Die K-Gruppen blieben politisch erfolglos. Ihre revolutionären Phantasien, Imitationen und Spielereien von Revolution und Führungspositionen erwiesen sich als völlig realitätsfern. Zudem bekamen sie vermehrt politische Exklusion und Repression zu spüren. Insbesondere die Frauen blieben oder liefen weg.

Bis auf eine kleine Minderheit, die als politische Sekten weiter existierten, lösten sich die K-Gruppen auf. Die meisten führten danach ein kleinbürgerliches Leben, gründeten Familien, bekamen Kinder und versuchten, Karriere zu machen.  

Ähnliches galt für die sog. „Spontis“, als deren Führer solche Figuren wie Daniel Cohn-Bendit und Joschka Fischer bekannt sind. Die machten mit den „Grünen“ Karriere. Dort sangen sie nunmehr ein hohes Lied auf die Marktwirtschaft, bestimmten als „Realos“ den politischen Kurs der „Grünen“, während öko-sozialistische Idealisten wie Thomas Ebermann unter Protest die Partei verließen.

Imagine

21. Februar 2021 19:28

3/3

Gesellschaftlich hat die „Neue Linke“ der 68-er-Zeit nichts von ihren sozialistischen Zielen erreicht. Was an liberalen Reformen und Modernisierungen erfolgte, war bereits in den zuvor auf den Weg gebracht.

Die „68-er“ hatten eine Katalysatorfunktion im Prozess kapitalistischer Modernisierung. Aber auch ohne sie hätte der Kapitalismus die traditionellen bürgerlichen Wertorientierungen, die Familien, die klassischen bürgerlichen Bildungsinstitutionen (Gymnasium, klassische Universität) etc. zerstört.

Die Regierungen der (pseudo)konservativen „schwarzen“ Parteien setzten – entgegen ihrer früher vertretenen Ideologie - diese Modernisierungen konsequent um.

Sugus

21. Februar 2021 20:49

@ Lotta Vorbeck

Als Merkel 2005 Kanzlerin wurde, war sie im CDU-LV MeckPomm, auch ihr Wahlkreis lag dort

Lotta Vorbeck

21. Februar 2021 21:57

@Sugus - 21. Februar 2021 - 08:49 PM

@ Lotta Vorbeck

Als Merkel 2005 Kanzlerin wurde, war sie im CDU-LV MeckPomm, auch ihr Wahlkreis lag dort.

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Richtig. - Sie @Sugus hatten in Ihrem obigen, mit dem Zeitstempel "21. Februar 2021 14:30" veröffentlichten Eintrag allerdings nichts über Wahlkreise notiert.

Die Nacht ist heiß im Kongo und der Bundestagswahlkreis "Vorpommern-Rügen – Vorpommern-Greifswald I" ist nicht in MeckPomm, sondern in Vorpommern.

 

Mitleser

21. Februar 2021 22:39

@Sugus

In der BRD war und ist Merkel eine Bundespolitikerin gewesen.

Ihr Landesverein spielte deswegen keine große Rolle für ihre Karriere.

Da keiner der heutigen CDU/CSU-Bundesminister Kanzlerkandidat bei der nächsten Bundestagswahl wird, wird das bei ihrem Nachfolger nicht der Fall sein.

Gracchus

22. Februar 2021 00:34

@Imagine

"Die Regierungen der (pseudo)konservativen „schwarzen“ Parteien setzten – entgegen ihrer früher vertretenen Ideologie - diese Modernisierungen konsequent um."

Die Bedenkenträger von gestern sind die eifrigsten Exekutoren von morgen. Für mich war "konservativ" daher lange Zeit ein Schimpfwort und Synonym für Faulheit.  

Sugus

22. Februar 2021 09:49

@ Lotta Vorbeck

Ausgangspunkt war Laurenz, der mit seinem Eintrag suggerierte, ein Kanzlerkandidat müsse automatisch aus dem NRW-LV kommen. Darum ging es mir. 

@ Mitleser

Das ist ein guter Punkt. Übrigens, wenn man das weiterspinnt, könnte man auf die Idee kommen, dass die Bundesminister der letzten Jahre nicht viel hergemacht haben. 

Imagine

22. Februar 2021 10:58

@Gracchus   22. Februar 2021 00:34

„Die Bedenkenträger von gestern sind die eifrigsten Exekutoren von morgen. Für mich war "konservativ" daher lange Zeit ein Schimpfwort und Synonym für Faulheit.“

Konservative geben ihre Wertorientierungen und Traditionen auf und werden zu liberalistischen Modernisieren.

Linke Revoluzzer – Anarchos, Leninisten, Maoisten – werden zu Spießern und Reaktionären.

Politischer Aktionismus und Traditionalismus der Rechten wird zur Simulation längst untergegangener Zeiten.

Was lernen wir daraus?

Laurenz

22. Februar 2021 12:50

@Imagine @Gracchus  

Wir lernen aus Ihren vielen China-Beiträgen, daß die Nationalsozialisten global betrachtet, ideologisch auf der Straße der Gewinner marschieren. Und Sie teilen doch unsere Auffassung, daß die links-liberalen Hanswurst-Globalisten (Nachfolger der Alt68er), jetzt an der Macht, dem nicht gewachsen sind.

Da wir aber, abgesehen von Ihnen, nicht im Nationalsozialismus chinesischer Couleur leben wollen, müssen wir uns was einfallen lassen, für die Zeit in unserer Zukunft, wenn die jetzigen Versager an der Macht unsere Karre in den Dreck gefahren haben werden. 

Imagine

22. Februar 2021 14:39

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@Laurenz

Den chinesischen Weg zum Sozialismus als „Nationalsozialismus“ zu bezeichnen, ist an Unverstand nicht zu toppen.

China geht es nicht um eine kommunistische Weltrevolution, sondern verfolgt einen nationalen Weg zum Sozialismus. China war historisch nie imperialistisch oder kolonialistisch, sondern hatte um sein Reich eine Mauer gebaut.

Es geht keineswegs um eine Adaptation an die chinesische Kultur und Ideenwelt.

Sondern es geht in unserer durch die Aufklärung von bürgerlich-emanzipatorischen Zielsetzungen geprägten westlichen Welt um eine Neuorganisation von Produktionsverhältnissen, die sowohl am Gemeinwohl wie auch an individueller Freiheit orientiert sind.

Imagine

22. Februar 2021 14:42

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Die sozialistische Organisation von Ökonomie ist auf dem heutigen Stand der Produktivkräfte ganz eindeutig der kapitalistischen überlegen. Auch wenn historisch der Kapitalismus ein Motor der Entwicklung der Produktivkräfte war.

Aber nun zerstören die kapitalistischen Gesellschaften ihre historischen Errungenschaften, weil das kapitalistische System ein Sammelsurium aus Betriebswirtschaften darstellt, welche ihr egoistisches Privatinteresse nach Profit verfolgen.

Deshalb kollidiert das privatwirtschaftliche Interesse der Kapitalisten mit dem volkswirtschaftlichen.

Eine Ökonomie im volkswirtschaftlichen Interesse strebt eine optimale Versorgung mit Gütern und Dienstleistungen an.

Von der Struktur stellt daher der heutige Kapitalismus eine „Anti-Ökonomie“ dar.

Ist das so schwer zu kapieren?

Der Sozialismus ist von der Zielsetzung, aber nicht von der Praxis, in gewisser Hinsicht mit einer „Kriegsökonomie“ zu vergleichen, welche vom gesamtgesellschaftlichen Interesse und Gemeinwohl bestimmt ist.

Sozialismus ist echte Volkswirtschaft.

Gracchus

22. Februar 2021 15:05

@Imagine

"Was lernen wir daraus?" Misstrauen. 

@Laurenz 

Ich will mit Sicherheit nicht in einem System chinesischer Couleur leben. 

Laurenz

22. Februar 2021 15:50

@Gracchus @Laurenz 

"Ich will mit Sicherheit nicht in einem System chinesischer Couleur leben."

Danke für Ihre ehrliche Unterstützung. 

Maiordomus

22. Februar 2021 15:53

"Sozialismus ist echte Volkswirtschaft." @imagine. Bei solchen Masssstäben halte ich die Auferstehung etwa von Jesus Christus als direkt exakt-wissenschaftlich bewiesen.

Mit Ihren zivilreligiösen Bekenntnissen sind Sie heute vorläufig noch mehr Aussenseiterin als diejenigen Professoren, die pensionsberechtigte Vorlesungen halten dürfen über "strukturellen Rassismus" oder, wie in der NZZ vom letzten Sonnabend, sich für eine Professor "Diversität und Vielfalt" bewerben dürfen, womit kaum der Schweizer Föderalismus der 26 Kantone mit möglichst viel Sonderregelungen, der Sonderfall Schweiz und gewiss nicht die Bewahrung der schon 1819 von einem Grimm-Schüler festgestellten um die 50 alemannischen Mundarten gemeint sein dürften; nicht mal die Vielzahl weltanschaulicher Orientierungen die Varianten der Rechten und der Konservativen inbegriffen. Aber vielleicht täusche ich mich. 

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