Der Preis des Widerstands (2) – Scorseses “Silence”

Was kann "innere" Freiheit bedeuten, wenn die "äußere" Freiheit geraubt oder eingeschränkt wird?

Martin Lichtmesz

Martin Lichtmesz ist freier Publizist und Übersetzer.

Im Anschluß an ihren Text “Kein NPC sein” sprach ich mit Som­mer­feld dar­über, ganz kon­kret ent­lang der Fra­ge, wie man in einem etwai­gen kom­men­den “Gesund­heits­re­gime” die per­sön­li­che Frei­heit bewah­ren könn­te, ohne sich zu beu­gen. Offen­sicht­lich wür­de man erheb­li­che Ein­bu­ßen hin­neh­men müs­sen, etwa der Rei­se­frei­heit, wenn man sich wei­gert, sei­nen obli­ga­to­ri­schen “Impfpaß” mit regel­mä­ßi­gen Injek­tio­nen auf­zu­fri­schen. Haa­ri­ger wird es, wenn auch der Arbeits­platz oder die Aus­bil­dung der Kin­der auf dem Spiel stehen.

Ande­rer­seits wür­de sich ein Mensch, der sich in die Hän­de eines sol­chen Regimes begibt, auf pro­fun­de Wei­se abhän­gig und steu­er­bar machen. Heu­te fin­det er den Mikro­chip unter sei­ner Haut, an dem man sei­ne digi­ta­le ID able­sen kann, bequem und prak­tisch, weil er am Flug­ha­fen rascher durch die Kon­trol­len kommt und im Super­markt nur noch sein Hand­ge­lenk scan­nen las­sen muß wie eine Kre­dit­kar­te. Aber mor­gen schon kann ihn die Regie­rung mit einem ein­zi­gen Knopf­druck am Rei­sen und Ein­kau­fen hin­dern, wenn er etwa auf Face­book etwas Unlieb­sa­mes gepos­tet, die fal­schen Netz­sei­ten besucht oder sein Impfungs-“Update” ver­ges­sen hat.

Das The­ma der Frei­heit ist phi­lo­so­phisch gese­hen schier ufer­los. Ich will es ein wenig ver­ein­fa­chen: Wenn Frei­heit dar­in besteht, bestimm­te Din­ge, die man tun will, auch tun zu kön­nen, und bestimm­te Din­ge, die man nicht tun will, nicht tun zu müs­sen, dann wird die Fra­ge nach der “inne­ren” Frei­heit am viru­len­tes­ten, wenn einem die­se “äuße­re” Frei­heit gewalt­sam ver­wehrt wird. Dazu zäh­le ich auch die Frei­heit, “man selbst zu sein”, die Treue gegen­über bestimm­ten Prin­zi­pi­en, Wer­ten, Bin­dun­gen und Iden­ti­fi­ka­tio­nen, Din­gen, die der eige­nen Exis­tenz einen Sinn geben, der bei­na­he eben­so nötig ist wie Sauerstoff.

Das Urbild der Frei­heits­be­rau­bung ist der Mensch in einer Ker­ker­zel­le. Lite­ra­tur und Geschich­te sind vol­ler Bei­spie­le von Men­schen, die sich in die­ser Extrem­si­tua­ti­on auf die eine oder ande­re Art ihre Frei­heit und Wür­de bewah­ren konn­ten, wozu auch die Abwehr der inne­ren Demo­ra­li­sie­rung zählt. Es gibt Regime, die sich mit der bloß “äuße­ren” Gefü­gig­keit der Unter­wor­fe­nen nicht zufrie­den­ge­ben. Sie wol­len auch ihre See­le bre­chen, ihnen auch die “inne­re Frei­heit” rau­ben, die ich mir nicht anders als eine “reser­va­tio men­ta­lis” – in wel­cher Form auch immer – vor­stel­len kann.

Wo es noch “inne­re” Frei­heit gibt, trach­tet sie danach, sich in “äuße­re” Taten umzu­set­zen, und sei es auch nur, im stil­len Käm­mer­lein ein ver­bo­te­nes Buch zu lesen, wie Brad­bu­rys Feu­er­wehr­mann Mon­tag. Die­ses Hin­ter­land will das tota­li­tä­re Den­ken unter sei­ne Kon­trol­le brin­gen, damit in sei­nem Gestrüpp kei­ne Träu­me, Gedan­ken und Taten her­an­wach­sen, die sei­nem Macht­an­spruch scha­den oder gar zur Rebel­li­on drän­gen könnten.

In Arthur Koest­lers Roman Son­nen­fins­ter­nis (1940) wird der alt­ge­dien­te Bol­sche­wik Rubaschow im Zuge der sta­li­nis­ti­schen Säu­be­run­gen der “kon­ter­re­vo­lu­tio­nä­ren” Umtrie­be ange­klagt. Das Regime begnügt sich nicht damit, ihn ein­fach an die Wand zu stel­len, son­dern ver­langt von ihm die tota­le Unter­wer­fung, inklu­si­ve öffent­li­cher Schuld­be­kennt­nis­se in Form von “sozia­lis­ti­scher Selbst­kri­tik”. Am Ende ist sei­ne Gehirn­wä­sche durch Fol­ter und ent­spre­chen­de Ver­hör­me­tho­den so weit voll­endet, daß er jedes Ver­bre­chen gesteht, des­sen man ihn bezich­tigt, wäh­rend er wil­lig sei­nen eige­nen Tod für die Sache der Par­tei und der Kom­mu­nis­mus, sei­ner eige­nen alten Idea­le, akzeptiert.

Ähn­lich begnü­gen sich die Fol­ter­knech­te aus Orwells 1984 nicht damit, die Abweich­ler bloß ein­zu­schüch­tern oder zu ter­ro­ri­sie­ren. Nein, Win­s­ton Smith muß ler­nen, “den Gro­ßen Bru­der zu lie­ben” und fünf statt vier Fin­ger zu sehen, wenn es die Par­tei befoh­len hat. Hier soll also auch jeder Mil­li­me­ter “inne­rer Frei­heit” aus­ge­rot­tet wer­den. Smith und Rubaschow hat­ten aller­dings wenig inne­re Reser­ven, die sie dem Zugriff des Regimes hät­ten ent­ge­gen­set­zen könn­ten. Rubaschow hat­te den Glau­ben an den Kom­mu­nis­mus, aus dem ihm der ver­hö­ren­de Kom­mis­sar eine Schlin­ge dre­hen konn­te, Smith hin­ge­gen hat­te allen­falls ein paar vage Kind­heits­er­in­ne­run­gen an eine Welt, in das Regime noch nicht alles beherrschte.

Jeder Gefan­ge­ne träumt von der Frei­heit, und natür­lich trach­tet er danach, von sei­nem men­ta­len Hin­ter­land aus einen Befrei­ungs­schlag zu starten.

Der Graf von Mon­te Cris­to arbei­tet jah­re­lang beharr­lich am Werk sei­nes Aus­bruchs, wäh­rend sich der Mar­quis de Sade in der Bas­til­le in sei­ner Phan­ta­sie zügel­lo­sen Auschwei­fun­gen hin­gibt und die­se heim­lich in Mikro­schrift auf eine Papier­rol­le krit­zelt. Ste­fan Zweigs “Dr. B” aus der Schach­no­vel­le spiel­te in der Iso­la­ti­ons­haft Schach­par­tien mit Brot­kru­men nach, konn­te sich damit aber nicht vor dem Wahn­sinn, der extrems­ten Form der inne­ren Unfrei­heit, ret­ten. Alex­an­der Sol­sche­ni­zyn und Vik­tor Frankl stärk­ten sich im Gulag und Kon­zen­tra­ti­ons­la­ger durch den fes­ten Vor­satz, der Nach­welt Bericht über die Abgrün­de zu erstat­ten, die sie gese­hen hatten.

Auf einer höhe­ren Stu­fe wird die irdi­sche Welt selbst zum Gefäng­nis, dem es zu ent­rin­nen gibt, und Frei­heit bedeu­tet hier vor allem, die Furcht vor dem Tode zu ver­lie­ren. Die­se aber ist “die Mün­ze der Macht” (Canet­ti) und eines der Haupt­in­stru­men­te der Unter­wer­fung der Men­schen. Sokra­tes hat sich durch die Kraft sei­nes Geis­tes von den irdi­schen Din­gen gelöst und trinkt gelas­sen den Schier­lings­be­cher, nach­dem er sei­ne Schü­ler über die Unsterb­lich­keit der See­le belehrt hat; Boe­thi­us schreibt in der Todes­zel­le sei­nen Trost der Philosophie.

Ähn­li­ches geschieht in der Sphä­re des Reli­giö­sen. Die “inne­re Frei­heit” besteht hier oft dar­in, Tod und Fol­ter statt Ver­rat und Apost­asie zu wäh­len, und auf die­se Wei­se sei­ne See­le zu ret­ten und das Him­mel­reich zu gewinnen.

Jean­ne d’Arc, deren Pro­zess die Pas­si­on Chris­ti spie­gelt, mit der Kir­che in der Rol­le der Pha­ri­sä­er, wird im inqui­si­to­ri­schen Kreuz­ver­hör mit spitz­fin­di­gen theo­lo­gi­schen Fra­gen aufs häre­ti­sche Glatt­eis geführt, und durch Ein­zel­haft, kör­per­li­che Miß­hand­lung und Andro­hung der Fol­ter mür­be gemacht.

Auch ihre Anklä­ger wol­len sie zum öffent­li­chen Wider­ruf bewe­gen, um ihre angeb­lich gött­li­che Mis­si­on der natio­na­len Insur­rek­ti­on gegen die eng­li­sche Besat­zungs­macht zu dis­kre­di­tie­ren. Sie zer­bricht, schwört ab, wird zu lebens­lan­gem Ker­ker ver­ur­teilt (sie ist zu die­sem Zeit­punkt acht­zehn oder neun­zehn Jah­re alt). Weni­ge Tage spä­ter wider­ruft sie ihren Wider­ruf, womit sie sich sehen­den Auges für den Schei­ter­hau­fen ent­schei­det. In dem berühm­ten Stumm­film von Carl Drey­er  gehört die­ser Moment zu den bewe­gends­ten Sze­nen. Hat sie das Him­mel­reich oder das lang­fris­tig klei­ne­re Übel gewählt?

Was uns nun direkt zu dem Film Silence (2016) von Mar­tin Scor­se­se führt. Basie­rend auf einem Roman des japa­ni­schen Katho­li­ken Endo Shu­s­a­ku (1923–1996), geht es hier um das Schick­sal zwei­er por­tu­gie­si­scher Mis­sio­na­re im Japan des 17. Jahr­hun­derts, einer Zeit grau­sa­mer Chris­ten­ver­fol­gun­gen. Es ist ein fes­seln­der und tief­grün­di­ger Film, des­sen Ende mich sprach­los zurückließ.

Ich wer­de im Fol­gen­den gna­den­los “spoi­lern”, um die Kern­ge­dan­ken des Films klar herauszustellen.

Im ers­ten Teil die­ses Bei­trags frag­te ich nach dem Preis der Ver­wei­ge­rung des Geß­ler­hut-Gru­ßes und der magi­schen Ritua­le der “Corona”-Kryptoreligion. Im Ver­gleich zu der Welt, die in Silence gezeigt wird, befin­den wir uns noch in einem gemäch­li­chen Kindergarten.

Gleich die ers­te Sze­ne zeigt, wie christ­li­che Mis­sio­na­re zu Tode gefol­tert wer­den, typisch sino-japa­nisch auf eine beson­ders aus­ge­klü­gel­te und lang­sa­me Art: Ihre auf Pfäh­le gefes­sel­ten, nack­ten Kör­per wer­den mit Schau­ern von kochen­dem Was­ser aus einer hei­ßen Quel­le begos­sen, immer und immer wie­der.  Ent­setz­ter Augen­zeu­ge die­ser Sze­ne ist der Mis­sio­nar Fer­rei­ra (Liam Nee­son), ein Cha­rak­ter, der auf einer his­to­ri­schen Figur basiert. Jah­re spä­ter ist die­ser ohne ein Lebens­zei­chen spur­los ver­schwun­den, wäh­rend das Gerücht umgeht, daß er vom Glau­ben abge­fal­len ist und nun nach den Sit­ten der Japa­ner lebt.

Zwei jun­ge jesui­ti­sche Pries­ter, Rodri­gues (Andrew Gar­field) und Garu­pe (Adam Dri­ver), ver­wer­fen dies als empö­ren­de Ver­leum­dung und beschlie­ßen, sich nach Japan auf die Suche nach Fer­rei­ra zu bege­ben. Das ist eine außer­or­dent­lich tap­fe­re Ent­schei­dung, die einer Sui­zid-Mis­si­on gleicht: Die Chris­ten­ver­fol­gun­gen befin­den sich dort gera­de auf dem Höhe­punkt, und als Aus­län­der wei­ßer Ras­se sind die bei­den Mis­sio­na­re mit Leich­tig­keit zu identifzieren.

Als Füh­rer dient ihnen ein ver­wahr­los­ter Son­der­ling namens Kichi­ji­ro, ein japa­ni­scher Kon­ver­tit, den hef­ti­ge Schuld­ge­füh­le pla­gen. Eine Rück­blen­de zeigt, was gesche­hen ist: Die Inqui­si­to­ren zwin­gen die Ver­däch­ti­gen, ein Bild­nis von Chris­tus oder der Mut­ter Got­tes mit den Füßen zu tre­ten, um zu bewei­sen, daß sie kei­ne Chris­ten sind. Das geht einen erheb­li­chen Schritt über die Nöti­gung zum Gruß des Geß­ler­hu­tes hin­aus: Hier wird nicht ver­langt, dem Göt­zen zu hul­di­gen, son­dern den eige­nen Gott zu ver­wer­fen, zu ver­ra­ten und zu beschmutzen.

Um sein Leben zu ret­ten, gehorcht Kichi­ji­ro, wäh­rend sich sei­ne gesam­te Fami­lie wei­gert und dar­auf­hin vor sei­nen Augen bei leben­di­gem Leib ver­brannt wird. Im Lau­fe des Films wird Kichi­ji­ro immer wie­der erneut abschwö­ren und Ver­rat bege­hen, und immer wie­der erneut zum Glau­ben zurück­keh­ren und die Mis­sio­na­re um Abso­lu­ti­on anfle­hen, die sie ihm nach gehör­ter Beich­te auch immer wie­der erteilen.

Der Moment, in dem sich die Ange­klag­ten ent­schei­den müs­sen, mit ihrem Fuß auf das Bild­nis zu tre­ten, “nur ein­mal, ganz schnell” oder auch auf das Kru­zi­fix zu spu­cken, ist das zen­tra­le Leit­mo­tiv des Films. Auch die­ser Moment wird immer und immer wie­der wie­der­holt, so lan­ge, bis sich Vater Rodri­gues schließ­lich selbst in die­ser Lage befindet.

Sehr ähn­li­che Sze­nen sind auch aus den Zei­ten der anti­ken Chris­ten­ver­fol­gung über­lie­fert, und auch hier wur­de die Bereit­schaft zur poli­ti­schen Unter­wer­fung unter die Staats­ge­walt geprüft: Chris­ten wur­den genö­tigt, dem Bild­nis des Kai­sers oder einer heid­ni­schen Gott­heit zu hul­di­gen, taten sie dies nicht, droh­te ihnen ein grau­sa­mer Tod. Und doch war es bekannt­lich gera­de die­se unge­heu­re Opfer­be­reit­schaft, die das Chris­ten­tum stärk­te. Aus dem Blut der Mär­ty­rer erwuchs lang­sam die Kirche.

 

Aller­dings haben die japa­ni­schen Auto­ri­tä­ten in Silence die­se Dyna­mik rasch durch­schaut. Sie haben ver­stan­den, daß es nicht genügt, die Pries­ter und die kon­ver­tier­ten Bau­ern zu fol­tern und zu töten, son­dern es gilt, den Geist des Chris­ten­tums zu bre­chen und zu demo­ra­li­sie­ren. Ein Schlüs­sel hier­zu sind die euro­päi­schen Patres, die vom unter­drück­ten Volk wie Halb­göt­ter und Heils­brin­ger ver­ehrt wer­den. Es sind die Ärms­ten der Armen, die im hier­ar­chi­schen Sys­tem der japa­ni­schen Gesell­schaft Nied­rigs­ten der Nied­ri­gen, die sich an die Para­dies­ver­spre­chen des Chris­ten­tums auf nai­ve Wei­se klam­mern wie an den letz­ten Krü­mel Brot.

Die Mis­sio­na­re bewegt der auf­rich­ti­ge Wunsch, die­sen Men­schen zu hel­fen, aber sie sehen sich bald vor einem schreck­li­chen Dilem­ma. Sol­len sie die­se ein­fa­chen, geplag­ten Men­schen zum Mar­ty­ri­um ermu­ti­gen? Oder soll­ten sie ihnen nicht doch raten, zum Schein auf die For­de­run­gen der Inqui­si­to­ren ein­zu­ge­hen? Letz­te­res ist für einen Jesui­ten des 17. Jahr­hun­derts gera­de­zu undenk­bar: Wer die Hei­lig­keit Chris­ti ernst nimmt, und an die ewi­ge Ver­damm­nis glaubt, kann unmög­lich ein Sakri­leg wie das Bespu­cken eines Kreu­zes dul­den oder gar empfehlen.

Hier set­zen die japa­ni­schen Inqui­si­to­ren an, die nicht nur die Raf­fi­nes­sen der phy­si­schen Fol­ter vir­tu­os beherr­schen. Haupt­ge­gen­spie­ler von Rodri­gues, der bald in Gefan­gen­schaft gerät, wird der Gou­ver­neur Masa­shi­ge, ein alter, lis­peln­der Mann mit einem dümm­lich lächeln­den Clowns­ge­sicht, her­vor­ste­hen­den Zäh­nen und einer qua­ken­den Stim­me. Aber der äuße­re Ein­druck trügt: Masa­shi­ge, der Chef-Inqui­si­tor, ist hoch­in­tel­li­gent, eis­kalt und mit allen Was­sern gewaschen.

In der Tat kommt es zu fas­zi­nie­ren­den Gesprä­chen zwi­schen dem Inqui­si­tor und dem Mis­sio­nar. Masa­shi­ge ist “guter” und “böser Poli­zist” in einem. Mit aus­ge­such­ter Höf­lich­keit ver­sucht er, den Jesui­ten nicht bloß mit Gewalt zu zwin­gen, son­dern auch mit durch­aus klu­gen Argu­men­ten zu über­zeu­gen. Er beteu­ert, dass er Chris­ten­tum nicht grund­sätz­lich ableh­ne, es sei sicher­lich das Rich­ti­ge für Spa­ni­en und Por­tu­gal, aber es pas­se ein­fach nicht zu Japan und sei­nen Men­schen. Der Same die­ses Bau­mes gedei­he im hie­si­gen Kli­ma schlicht und ein­fach nicht.

 

Masa­shi­ge benutzt also ein eth­no­kul­tu­rell-par­ti­ku­la­ris­ti­sches Argu­ment gegen den christ­li­chen Uni­ver­sa­lis­mus von Rodri­gues, der davon über­zeugt ist, daß die Wahr­heit immer und über­all die­sel­be sein muß, ansons­ten sie nicht die Wahr­heit wäre.

Masa­shi­ge hat aller­dings noch einen wei­te­ren argu­men­ta­ti­ven Trumpf im Ärmel: Er sieht die christ­li­che Mis­si­on gewiß nicht zu Unrecht als Mit­tel, mit des­sen Hil­fe die euro­päi­schen Kolo­ni­al­mäch­te (er nennt Spa­ni­er, Por­tu­gie­sen, Hol­län­der und Bri­ten) unter dem Deck­man­tel der Reli­gi­on poli­ti­schen Ein­fluß auf Japan aus­zu­üben trach­ten, wäh­rend sie gleich­zei­tig die herr­schen­de sozia­le Ord­nung unterminieren.

Rodri­gues wird nun von den Japa­nern auf ver­schie­de­nen Ebe­nen mür­be gemacht, psy­chisch wie phy­sisch: er wird in Ein­zel­haft gesteckt und mit Tod und Fol­ter bedroht; er wird gezwun­gen, die Fol­te­run­gen und Hin­rich­tun­gen von Chris­ten mit­an­zu­se­hen; im einen Moment wird er ver­spot­tet und ver­höhnt, im nächs­ten wird er zu respekt­vol­len Dis­pu­ten auf ver­meint­li­cher Augen­hö­he auf­ge­for­dert, die in sei­ner eige­nen Spra­che geführt wer­den. Die Ver­fol­ger üben auch mas­si­ven Druck auf sein Gewis­sen aus: Mag sein, daß er für sei­nen Glau­ben zu ster­ben bereit ist, aber kann er es auch ver­ant­wor­ten, daß ande­re für ihn ster­ben? Dar­um soll er abschwö­ren, und er soll den Gläu­bi­gen – not­lei­den­de, unter­drück­te Men­schen, die er auf­rich­tig liebt – raten, das­sel­be zu tun, um ihr Leben zu retten.

Der schwers­te Schlag erfolgt schließ­lich durch die Kon­fron­ta­ti­on mit Vater Fer­rei­ra, der ihm im Habi­tus eines Japa­ners begeg­net und der tat­säch­lich vom Glau­ben abge­fal­len ist. Er hat eine japa­ni­sche Frau gehei­ra­tet und führt nun ein Leben als ange­se­he­nes Mit­glied der Gesell­schaft. Die Auto­ri­tä­ten nut­zen sei­ne Intel­li­genz und sein west­li­ches Wis­sen. Er wird beauf­tragt, Trak­ta­te zu schrei­ben, die die Irr­tü­mer des christ­li­chen Glau­bens wider­le­gen. Er dient als Tro­phäe und vor­züg­li­che Pro­pa­gan­da­fi­gur, um die christ­li­che Mis­si­on zu entmutigen.

Auch Fer­rei­ra ver­sucht Rodri­gues zur Apost­asie zu ver­füh­ren, unter ande­rem mit dem Argu­ment, daß auch die reli­giö­sen Tra­di­tio­nen Japans vol­ler Weis­heit sind und viel mit dem Chris­ten­tum gemein­sam haben. An sei­nem Mie­nen­spiel läßt sich jedoch leicht able­sen, daß er im Her­zen nicht so recht glaubt, was er sagt, und daß er kei­nes­wegs sei­nen inne­ren Frie­den durch die Unter­wer­fung unter die japa­ni­schen Auto­ri­tä­ten gefun­den hat. Viel­mehr schei­nen eine schwe­re Melan­cho­lie und ein erdrü­ckend schlech­tes Gewis­sen auf ihm zu las­ten – und ein Trau­ma: Denn auch er wur­de letzt­end­lich nicht durch “bes­se­re Argu­men­te”, son­dern durch eine sadis­ti­sche Fol­ter­me­tho­de “über­zeugt”.

Der von Ein­zel­haft zer­mürb­te und am Ran­de des psy­chi­schen Zusam­men­bruchs ste­hen­de Rodri­gues wird schließ­lich in einer nächt­li­chen Stun­de vor die Wahl gestellt, ent­we­der in Anwe­sen­heit von Fer­rei­ra das Bild­nis sei­nes Erlö­sers (es zeigt ihn – Ecce homo! – als Schmer­zens­mann) mit den Füßen zu tre­ten, oder aber mit­an­se­hen zu müs­sen, wie fünf Chris­ten qual­voll zu Tode gebracht wer­den: An den Füßen auf­ge­hängt, ste­cken ihre Köp­fe in Erd­gru­ben, wäh­rend sie lang­sam ver­blu­ten und röchelnd ersticken.

“Es ist eine For­ma­li­tät. Nur eine For­ma­li­tät”, flüs­tert ihm einer sei­ner klu­gen Pei­ni­ger zu.

In die­sem Moment meint Rodri­gues die Stim­me Chris­ti zu hören:

Du kannst es ruhig tun. Es ist schon gut. Set­ze dei­nen Fuß auf mich. Ich ver­ste­he dei­nen Schmerz. Ich wur­de in die­se Welt gebo­ren, um die Schmer­zen der Men­schen zu tei­len. Ich trug das Kreuz für eure Schmer­zen. Dein Leben ist jetzt bei mir. Tu es.

Nicht, daß ich es zuver­läs­sig wüß­te, aber ich stel­le mir vor, daß der wirk­li­che Jesus in die­sem Moment genau dies zu ihm gesagt hätte.

Rodri­gues tut schließ­lich, wie ihm gehei­ßen wur­de. Nun stürzt sei­ne Welt zusam­men. Sein Wider­stand ist gebro­chen. Er sinkt zu Boden, die zum Tode Ver­uteil­ten aber wer­den auf Befehl des Inqui­si­tors umge­hend von ihrer Qual erlöst. In der Fer­ne hört man einen Hahn drei­mal krä­hen, rasch gefolgt vom schril­len, dämo­ni­schen Zir­pen der Gril­len des tri­um­phie­ren­den japa­ni­schen “Sump­fes”, in dem das christ­li­che Samen­korn nicht gedei­hen kann.

Die letz­ten zwan­zig Minu­ten des Films zei­gen das Leben Rodri­gues’ nach sei­ner Apost­asie, teil­wei­se durch die Augen eines hol­län­di­schen Kauf­manns, der mit Erstau­nen die abge­fal­le­nen wei­ßen Pries­ter in japa­ni­schen Diens­ten beob­ach­tet, wie sie mit stei­ner­ner Mie­ne euro­päi­sche Waren nach etwai­gem christ­li­chem Schmug­gel­gut durch­fors­ten – eine wei­te­re Exper­ti­se, für die sie nütz­lich sind.

Rodri­gues hat dies­sel­be Ver­wand­lung wie Fer­rei­ra durch­ge­macht: er ist nun bart­los, trägt japa­ni­sche Klei­dung und Haar­tracht, hat den Namen eines ver­stor­be­nen Japa­ners ange­nom­men und sei­ne Wit­we zur Frau bekom­men. Und wie Fer­rei­ra, mit dem ihn nun eine wort­lo­se Kom­pli­zen­schaft ver­bin­det, erscheint er schwer­mü­tig, resi­gniert und demoralisiert.

Immer wie­der wird über­prüft, ob er nicht doch heim­lich Christ geblie­ben ist. Das Tre­ten von hei­li­gen Bil­dern wird zur Rou­ti­ne, die er regel­mä­ßig wie­der­ho­len muß. Kichi­ji­ro, der Rodri­gues einst an die Inqui­si­to­ren ver­riet wie Judas den Herrn, taucht erneut als Die­ner des abge­fal­le­nen Pries­ters auf. Als ent­deckt wird, daß er ein Hei­li­gen­bild in einem Amu­lett ver­steckt hat, wird er abge­führt und ver­schwin­det auf Nim­mer­wie­der­se­hen. Am Ende war gera­de er, der größ­te Sün­der und Ver­rä­ter, der Treu­es­te und Hart­nä­ckigs­te von allen.

Ich wer­de das Ende des Films nun doch nicht ver­ra­ten, aber ich kann nur wie­der­ho­len, daß es mich schier umge­bla­sen hat.

Nur soviel: Trotz sei­ner voll­kom­me­nen äuße­ren Anpas­sung und wider­stands­lo­sen Kol­la­bo­ra­ti­on mit den anti­christ­li­chen Japa­nern wird ange­deu­tet, daß Rodri­gues sei­nem Glau­ben ins­ge­heim doch treu geblie­ben ist. Hat er sei­ne “inne­re Frei­heit” bewahrt, auch wenn von ihr nur mehr ein win­zi­ger Zip­fel übrig­ge­blie­ben ist? Was nützt die “inne­re” Frei­heit, wenn sie sich nicht mehr in Han­deln und Tun umset­zen kann? Muß sie denn über­haupt zu irgend­et­was “nüt­zen”? Ist sie dann noch “Frei­heit”?

Ich emp­feh­le allen, die sich die­sen Fra­gen stel­len wol­len, sich die­sen Film anzu­se­hen. Und viel­leicht gibt er uns auch eine Vor­ah­nung, wel­che Waf­fen eines Tages gegen uns und unse­ren Wider­stand ein­ge­setzt werden.

Die japa­ni­schen Katho­li­ken haben übri­gens Jahr­hun­der­te im Unter­grund über­dau­ert, völ­lig abge­schnit­ten von der christ­li­chen Welt außer­halb Nip­pons; Jean Ras­pail hat dar­über in sei­nem Buch Die Axt aus der Step­pe berichtet.

Martin Lichtmesz

Martin Lichtmesz ist freier Publizist und Übersetzer.

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Kommentare (99)

Lotta Vorbeck

4. April 2021 20:24

Dieser Tage in Kanada ...

Auf Sehrohrtiefe

4. April 2021 20:43

Dies ist einer der wichtigsten und fruchtbarsten Beiträge des Jahres. Wie einer meiner Vorredner den ersten Teil kommentierte: Der Zeitpunkt der Veröffentlichung - am Osterwochenende - ist perfekt gewählt.

Was Haltung, Sittlichkeit und innere Stärke betrifft, so gilt das alte Wort: Wir heute Lebenden sind nur deshalb so groß, weil wir auf den Schultern von Giganten stehen. Zwei Jahrtausende Christentum mit Erlöser, Jüngern, Missionaren, Märtyrern und/oder jahrtausendelange deutsche Geschichte mit Helden, Vorbildern, Kämpfern und Opfern, Rollenmodellen in allen Lebensbereichen; unsere Möglichkeiten bleiben winzig, wenn wir nicht bedenken, wer uns dorthin gebracht hat, wo wir jetzt stehen. Auch dann noch liegt es nur an uns, den nächsten kleinen Schritt zu machen, so daß die nächste Generation wieder etwas höher steht, und die meisten scheitern daran (was ich als Feststellung notiere, nicht als Vorwurf). Ohne Verständnis historischer Kontinuität und Wissen um Heimat jedoch ist von Anfang an alles verloren. Die hier Anwesenden verstehen dies, der Gegner auch, und dies ist der Grund für die Bitterkeit des Kampfes.

Das Schöne ist, daß dies Wissen um historische Linien befreit. Löse Dich vom billigen Tand der Gegenwart und finde Deinen Platz im geistigen Kontinuum Deiner Werteordnung, und Du bleibst ein freier Mensch und zugleich ein Teil eines größere Ganzen. Dies macht Dich unantastbar für Deine Feinde und unsterblich, auch wenn Dein Körper vergeht und Dein Name vergessen sein wird.

Lotta Vorbeck

4. April 2021 22:28

---> Pastor Jakob Tascharntke 

"Wir stehen ja seit Beginn des Corona Terrors in einem DRITTEN WELTKRIEG. 💉💉💉💉💉💉
Ich weiß nicht, ob uns das allen so bewusst ist."

Gustav Grambauer

4. April 2021 23:07

I

Bin ja auch ein wenig Cineast. Schaue in letzter Zeit instinktiv, also ohne mir dies vorgenommen zu haben, vermehrt Widerstands-, KZ-, Gulag- und Knastdokus sowie -filme, es wird einen Grund haben. Gerade dieser Tage habe ich "KLK an PTX" von unserem früheren Leninplatz-Wohnungsnachbarn Horst E. Brandt

https://www.youtube.com/watch?v=9v0mnhxNS6w

noch mal gesehen. Diesen Film und mehrere Dokus zur Roten Kapelle auf mich wirken lassend, war zunächst mein Résumé, daß mir die Protagonisten (eingepreist die Überheroisierung in dem Streifen, es gab dort auch viel Verrat, und trotz der politischen Ferne) menschlich / psychologisch sowie vor allem ästhetisch (und dies sage ich nicht aus einem Spleen heraus sondern im Wissen um den Erfolgsfaktor) am nächsten sind, insbesondere viel näher als diejenigen des 20. Juli oder z. B. die Ostblock-Dissidenten, von denen mir diejenigen der DDR - mit Ausnahmen - in ihrer Persönlichkeitskultur her am allerunsympathischsten waren und sind.

Gustav Grambauer

4. April 2021 23:07

II

Je mehr ich darüber nachdachte, ist mir auch die objektive Seite klar geworden - da die Rote Kapelle auf dem allerhöchsten Niveau, nicht nur Organisationsniveau sondern gerade auch (persönlichkeits-)kulturellen Niveau, gearbeitet hat, und zwar sogar für heutige Begriffe erstaunlich zeitgemäß, d. h. ihrer Zeit in vieler Hinsicht Jahrzehnte voraus, und da ihre große Stärke in ihrer konfessions-, philosophie- / ideologie-, klassen-, lebensstil- und systempositionsübergreifenden Synergie, ja:, Dynamik lag, sehe ich bei ihr am ehesten Modellcharakter, auch beim Fehlen einer Weltmacht als Hinterland und trotz der politischen Gegensätzlichkeit.

Wie auch immer, der erste Schritt müßte sein, eine Ästhetik des Widerstands

https://de.wikipedia.org/wiki/Die_Ästhetik_des_Widerstands

von rechts her, aber wie gesagt synergetisch, zu entwickeln. Diese würde sicher nicht auf der "Ästhetik" von Beate Bahner aufbauen ...

Aber ich nehme den Mund nicht zu voll. Militärpsychologen-Binsenweisheit: viele von denen mit der größten Lippe sind, wenn`s darauf ankommt, die unbrauchbarsten; viele, von denen man`s nie geahnt hätte, wachsen dann über sich hinaus.

- G. G.

Gustav Grambauer

4. April 2021 23:19

Nachtrag: ich meine gar nicht die operative Ausrichtung, das "Klimpern", wodurch sie bekannt geworden sind (wäre auch völlig abwegig). Aber die haben ja nicht nur geklimpert, siehe:

https://www.youtube.com/watch?v=RtDRnMjNscg

- G. G.

Laurenz

5. April 2021 00:28

@Lotta Vorbeck

Dieser Pastor hat das, was wir hier debattieren, gut in Worte gefaßt.

@ML

Ihre historischen Beispiele von Eingekerkerten oder Bestraften stimmen alle, bis auf die Visionen Orwells initiiert im Spanischen Bürgerkrieg auf Seiten der Republikaner/Stalinisten.

Aber damit schütten Sie das Kind mit dem Bade aus. Denn im jeweiligen Zeitgeist, waren diese Schicksale weder einzigartig noch ungewöhnlich.

ML: Hab ich das denn behauptet? War das mein Punkt?

Die Frage der Reduzierung unserer Freiheit & Unversehrtheit beschränkt sich beim Nachgeben auf das einzig wesentliche. Wie sieht die nächste Reduzierung aus, wenn wir jetzt nachgeben?

Vor allem im Falle Japans müssen wir eines bedenken. 1. Japan konnte mit dem rabiaten Vorgehen gegen die Christen seine Kultur weitestgehend bewahren. 2. Die Jesuiten mischten sich, wie üblich, in die inneren Angelegenheiten Japans ein. Warum können Christen das nicht einfach lassen? 3. Wie sonst hätten sie diese um sich greifende globale Seuche in Japan eindämmen sollen?

Haben Sie bitte darauf eine Antwort?

ML: Das ist nicht das Thema meines Artikels. Geben Sie sich mehr Mühe, sinnentnehmend zu lesen. Ansonsten habe ich nur darauf gewartet, dass mal wieder Ihre antichristlichen Affekte getriggert werden, dann setzt auch zuverlässig das Denken aus.

Daß es den Jesuiten gelang, auf ihren Gütern Südamerikas, gläubige Indios vor der Sklaverei zu bewahren, war sicher glücklich für diese Indios. Aber, daß ihnen die Jesuiten ihre Kultur nahmen, war ein Verlust für die Menschheit. Und auch die Jesuiten dienten dem Papst, dem die verschiedenen Kulturen unterschiedlicher Völker bis heute am Allerwertesten vorbei geht.

nom de guerre

5. April 2021 01:31

Eine interessante Filmbesprechung, das Ganze klingt eklig genug, um es mir nicht anschauen zu wollen. Ich frage mich jedoch, ob die auf Körper und Geist bezogenen Widerwärtigkeiten des 17. Jhs ausreichen, um Parallelen für die (vielleicht) nahe Zukunft zu ziehen. Wenn ich meiner laienhaften Phantasie – sollte mir ein Mediziner/Naturwissenschaftler glaubhaft versichern können, dass das Folgende Unsinn ist, wäre ich ihm sehr dankbar – freien Lauf lasse hinsichtlich dessen, was mit genmanipulierenden „Impfstoffen“ ggf. machbar ist, schließt sich für mich die Frage an, ob der so Behandelte noch einen freien Willen, wie wir ihn verstehen, haben wird. Ob es sich nicht eher um eine Art Zombie oder, milder ausgedrückt, ein Wesen mit gelenktem Denken und Fühlen handeln wird, für das sich die Frage, ob es etwas, das ihm heilig ist, mit Füßen tritt, gar nicht mehr stellt, weil es sich nicht lohnt, dieses Wesen einem solchen Zwang auszusetzen.

Wäre in diesem Szenario noch Platz für eine innere Freiheit, soweit man für diese ein funktionierendes Gehirn als Träger des Bewusstseins für erforderlich hält? (Zu letzterem, also der These, dass es hierauf mglw. gerade nicht ankommt, s. etwa Pim van Lommel, Endloses Bewusstsein)

Lotta Vorbeck

5. April 2021 02:45

@nom de guerre - 5. April 2021 - 01:31 AM

Man werfe einen Blick auf die Zutatenliste dieser seltsamen, als Impfstoffe deklarierten Cocktails, respektive das, was als Zutaten bisher veröffentlicht worden ist. Die Bandbreite reicht von den sattsam bekannten "Adjuvanzien", die in anderem Zusammenhang als Sondermüll deklariert werden müßten und hier nun als angebliche "Wirkverstärker" gelten sollen, über Affennierenzellen, Zellmaterial welches aus abgetriebenen menschlichen Föten gewonnen wird, bis hin zu Material von dem es heißt daß zu dessen Gewinnung lebende Kuhföten benötigt würden. Wo verläuft da eigentlich die Grenze zu mittelalterlichem Alchimismus / Okkultismus? Und um das Maß vollzumachen erfährt der SPON-Leser: "Große Pläne haben die Forscher des US-Unternehmens Moderna schon lange: Sie wollen »die Software des Lebens umschreiben«, Einfluss nehmen »auf das Betriebssystem der Biologie« und »nicht nur Medikamente entwickeln, sondern eine neue technologische Plattform bauen«. So hat es Stephane Bancel, der Vorstandschef, in verschiedenen Interviews mit dem SPIEGEL in den vergangenen Jahren immer wieder gesagt."

 

Laurenz

5. April 2021 04:26

@ML

Ja, aber um die innere Freiheit eines Eingekerkerten philosophisch zu betrachten mit quasi frei gewählter Todesfolge, mißbrauchen Sie historische Beispiele, die seinerzeit mehr oder weniger alltäglich waren.

Hätte ich über Kommunisten geschrieben, welche dieselben Täter waren, nur in einer kürzeren Epoche, zudem glauben die Kommunisten noch fast dasselbe, hätte Sie, ML, das nicht gestört. In Ihrer Geschichts-Ignoranz liegt der eigentliche Pawlow'sche Reflex zugrunde. Ehrlich gesagt, habe ich nichts dagegen, wenn Anfang des 18. Jahrhunderts Missionare endlich mal ihre eigene Medizin zu schmecken bekommen.

Vor gut 100 Jahren reichte es schon, wenn das Vaterland in "Gefangenschaft" geriet. Es waren vor allem Notabiturienten, wie Ernst Jünger & Studenten, die bereitwillig, in fast allen beteiligten Nationen, aber besonders in Deutschland, in den Tod gingen. Sie hatten an der Westfront, vergleichsweise zu den Briten, schlechte Offiziere, aber die rationale Betrachtung lassen wir hier mal außer Acht. Auch abseits des Mythos, finden Sie in Langemark die wirkliche innere Freiheit nach der Sie suchen, und das so ganz ohne vorhergehende Folter, gemäß dem Motto Carlos Castanedas, "wie kann man für etwas leben, wenn man nicht bereit ist, dafür zu sterben".

Benno

5. April 2021 07:22

In der Tat ein grandioser Film der mich damals, als ich ihn sah, noch lange beschäftigte. Die Fragen nach Universalismus vs Partikularismus oder ob man von seinen Überzeugungen abschwören kann, um ihnen treu zu bleiben, fand ich grandios. Definitiv ein Film für mehr als seichte Unterhaltung.

Über Horrorszenarien im Zusammenhang mit der Impfung wie sie nom de guerre schildert, kann ich nichts fundiertes sagen. Ich finde das Ganze aktuell eher unwahrscheinlich und wenn die Impfung funktioniert wie gesagt wird, dann kann sie keinen Einfluss auf unsere DNS haben. Was ich schon als genug grossen Horror empfinde, ist, dass man an gewissen Orten darüber nachdenkt, Restaurant und Konzertbesuche an die Impfung zu knüpfen. Also zwei völlig sachfremde Themen zu verknüpfen, um ein Ziel zu erreichen; also zu erpressen.

Franz Bettinger

5. April 2021 09:21

"Freiheit heißt, den Tod nicht zu fürchten“?  Meinetwegen. Aber die Friedhöfe sind voll von diesen Freien. Was haben sie nun davon?

ML: Die Friedhöfe sind auch voll von Sklaven, Unfreien und Feiglingen. Dass am Ende jeder am Friedhof landet, ist also offensichtlich nicht der Punkt.

 Einen Platz im Paradies?  Oder ein besseres Karma im nächsten Leben? Hoffentlich. Ich denke, die innere (so es sie überhaupt gibt) kann die äußere Freiheit (vor allem bei noch jungen Menschen) nie ersetzen. Die Alten, ja, die mögen sich feige in ihre Türme zurückziehen und von gestern träumen. Aber wovon sollen die Jungen träumen? Da lob ich mir die St. Gallener Jugend! 

tearjerker

5. April 2021 09:23

Für die Japaner ist der Fall klar. Sie nehmen das Engagement der Kirchenleute als Subversion und Angriff auf ihre Macht wahr und setzen diese gnadenlos durch. Damit beantworten sie für sich die Frage nach dem wozu, denn für sie sind die Priester Angreifer im Schafspelz, die dann wie jeder Soldat ihren Einsatz bis zum Äussersten bringen müssen. Dabei haben sie immer noch die Option, sich in die Verhältnisse einzugliedern, während die einheimischen Katholiken als Verräter gelten und für jeden sichtbar bestraft werden. Die katholische Kirche betrachtete und behandelte Apostaten aus den eigenen Reihen bisweilen nicht anders. Der heutige Betrachter steht eigentlich jedem Aspekt dieser Geschichte verständnislos gegenüber: wie kann man Leute auf eine Selbstmordmission nur mit einem Buch bewaffnet senden, wer wird dafür gewonnen, Machtfragen, die Rolle von Gewalt, warum und durch wen sie ausgeübt wird, was Gruppen zusammenhält, äussere und innere Freiheit, was sind existentielle Herausforderungen usw. Der Film selbst war vor diesem Hintergrund auch kein Erfolg, denn der (westliche) Zuschauer kann sich mit niemandem darin identifizieren. 

Valjean72

5. April 2021 09:43

Eindringliche Darstellung eines offenbar bemerkenswerten Filmes.

wie @Laurenz bin ich allerdings der Auffassung, dass es für das japanische Volk besser war, nicht in Gesamtheit christlich zu werden. Denn wie sähe ein damals christlich gewordenes Japan heute wohl aus? Gewiss ist das reine Spekulation aber es spricht doch vieles dafür, dass solch ein Japan heute ebenfalls "multikulturell" wäre.

und ähnlich wie nom de guere meine ich, dass die sich am Horizont abzeichnende Diktatur weniger frontal gewalttätig sein wird als dass sie Huxleys Schöner, Neuer Welt gleichen wird.

Das scheint mir der Plan zu sein, der mE letzten Endes doch nicht gelingen wird ...

 

Trim

5. April 2021 09:53

"Die Panik, die man heute weithin beobachtet, ist bereits der Ausdruck eines angezehrten Geistes, eines passiven Nihilismus, der den aktiven herausfordert. Der freilich ist am leichtesten einzuschüchtern, der glaubt, daß, wenn man seine flüchtige Erscheinung auslöscht, alles zu Ende sei. Das wissen die neuen Sklavenhalter, und darauf gründet sich die Bedeutung der materialistischen Lehren für sie. Sie dienen im Aufstand zur Erschütterung der Ordnung und sollen nach errungener Herrschaft den Schrecken verewigen. Es soll keine Bastionen mehr geben, auf denen der Mensch sich unangreifbar und damit furchtlos fühlt.

Demgegenüber ist es wichtig zu wissen, daß jeder Mensch unsterblich ist, und daß ein ewiges Leben in ihm seine Stätte aufgeschlagen hat, die unerforschtes und doch bewohntes Land für ihn bleiben, ja, die er leugnen mag, doch welche keine zeitliche Macht zu brechen imstande ist."

Ernst Jünger, Der Waldgang

Franz Bettinger

5. April 2021 09:57

@nom de guerre, Sie befürchten, die C-Impfung könnte ihren freien Willen beinträchtigen und Sie zum Zombie machen? Ich glaube nicht, dass das passieren wird. Bei bisher keiner (klassischen) Impfung geschah das. Allerdings ist die gerade laufende Impf-Veranstaltung etwas noch nie da Gewesenes und deshalb ein unerhörtes Massen-Experiment mit offenem Ausgang. Wie gesagt denke ich, dass ganz verschiedenartige Impfungen ausprobiert werden. Die Zusammensetzung des Impfstoffs gilt (bis auf die u.a. fetalen Stabilisatoren) nicht ohne Grund als ein Betriebsgeheimnis. Womit infolge der C- Impfung (im Vergleich zu anderen Impfungen) vermehrt zu rechnen ist: schwere Autoaggressions-Krankheiten (Asthma, Rheuma, Ekzeme, Gefäßschäden…). 

RMH

5. April 2021 11:13

Sehr wichtige Themen, die hier anhand eines Filmes (den ich nicht gesehen habe), dargestellt werden.

I,

"Fragen nach Universalismus vs Partikularismus"

Diese Fragen stellen sich in einem natürlich, organisch gewachsener Gesellschaft primär gar nicht. Wie ich bei der recht schnell geschlossenen Debatte zum Gastbeitrag von Barkhoff bereits ausführte, hält sich wohl jede, gewachsen autochthone Kultur für Welterklärend, mithin universal. Es ist Zeichen eines bereits eingetretenen Kulturrelativismus, wenn man zu Erkenntnis gelangt, dass es verschiedene Kulturen mit den gleichen Ansprüchen gibt und es ist fast schon dekadent, wenn man dann zu Kompromissformel des "alle sollen friedlich und gleichberechtigt" auch noch "nebeneinander" leben. Letzteres billigt die aktuelle NWO bekanntermaßen allenfalls irgendwelchen unbedeutenden Völklein am A. der Welt zu. Könnte man diese Völklein aber einmal nach ihrer Sicht befragen, dann würden diese sich auch als Maß der Welt denken, es sei denn, sie sind schon auf dem Rückzug und fordern nur ihr "Reservat". 

Uwe Lay

5. April 2021 11:31

Unter der Handlungsfreiheit wird verstanden, die Möglichkeit, das Gewollte zu realisieren und unter der Willensfreiheit das Vermögen, das, was ich will, freiwillig zu wollen, also der indikativischen Aussage: Das will ich!, die konjunktivische Aussage hinzufügen zu können, aber: Ich könnte das auch nicht wollen! Oberflächlich gesehen wird nun die politische Herrschaft verstanden als Einschränkung der Handlungsfreiheit.

Wie sieht es nun aber mit der Willensfreiheit aus? Ist der Wille wirklich frei oder besteht nicht gerade die politische Herrschaft darin, die Menschen dazu zu bringen, nur noch das zu wollen, was sie wollen sollen? Ich befürchte, daß die politische Herrschaft zu oberflächlich verstanden wird, wird sie als die Limitierung der Handlungsfreiheit  wahrgenommen. Politisch zu eruieren wäre so die Frage, wie es geschafft wird, daß der Staatsbürger nur noch will, was er wollen soll.

Uwe Lay Pro Theol Blogspot

RMH

5. April 2021 11:31

II. Auch habe ich im Debattenstrang zum B. Artikel ausgeführt, dass mit Christus das Heilsgeschehen individuell und subjektiv geworden ist und nicht mehr an Völker und Imperien oder deren "göttlichen" Führer anknüpft. Die Freiheit liegt damit ebenso im Einzelnen. Wenn dann noch Christi Reich "nicht von dieser Welt" ist und man dem Kaiser geben soll, was des Kaiser ist, eröffnet dies Handlungsperspektiven der Innerlichkeit bei äußerlichem Mitlaufen und bei Bedarf auch zur Selbstaufopferung, da das Reich Christi ohnehin jenseitig ist.

Rein historisch betrachtet ist es m.M.n. daher auch ein normaler, evolutionärer Vorgang, wenn diese neuen Subjekte, die vormals Objekte einer Gesellschaftsordnung waren, ihre innere Freiheit nach außen tragen und auf der Welt verbreiten.

Es ist das wirkmächtige "Mem" der Freiheit buchstäblich jedes EINZELNEN durch das Erlösungswerk Christi. Das Christentum war in Bezug zur damaligen Weltsicht und Ordnung eine klare REVOLUTION. Als Reaktion wurde es daher auch zunächst verfolgt. Nietzsche hat das recht klar erkannt, in dem er die Attraktivität dieser neuen Religion gerade bei den Unfreien, den Sklaven und deren Nachfolgern feststellte und damit auch deren Tugenden und Werte mit dem Christentum verband und daraus den Vorwurf der "Sklavenmoral" entwickelte. Übrigens: Schon ab 1890 gab es in Japan Übersetzungen von Nietzsche und Nietzsche hat dort eine große Rezeption erfahren.

Imagine

5. April 2021 11:50

@ Lotta Vorbeck, Laurenz
„Pastor Jakob Tascharntke“

Dieser „Dritte Weltkrieg“, wie ihn Pastor Tascharntke bezeichnet, ist kein Religionskrieg, kein Rassenkrieg, kein Krieg der Nationen und Imperien, wie der WKI, WKII und der „Kalte Krieg“, er ist auch nicht wirklich ein „Welt“krieg, weil er sich sich primär in der vom US-NATO-Imperium dominierten, kapitalistischen Teil der Welt abspielt, sondern dieser Krieg ist ein Klassenkrieg.

Dies zu begreifen fällt dem rechten Denken schwer. Zwar denken die Rechten durchaus Kriegs- und Klassenkategorien, auch und gerade im Bürgerkriegsparadigma, aber sie beziehen diese Kriege immer auf einen religiösen, rassisistischen und/oder nationalen Rahmen.

Aber genau dies ist beim liberalistischen und kapitalistischen Klassenkrieg nicht der Fall.

Einem Kapitalisten ist die Religion, die Rasse, die Nation etc. völlig gleichgültig, er macht mit allem und jedem Geschäfte, wenn es ihm Profit einbringt.

Der Kapitalist denkt und handelt „weltbürgerlich-internationalistisch“ und „universalistisch“, aber nicht im humanistischen Sinne, sondern ist motiviert durch seine Gier nach Geld und Macht.

Deshalb verrät er sein Volk, verlagert seine Produktionsbetriebe in andere Länder, überlässt anderen Völkern die von seinem Volk finanzierten und  entwickelten Technologien etc.

ML: Das wäre ja fast eine Erleichterung, wenn die Motive der Herrschenden so harmlos wären.

Laurenz

5. April 2021 11:56

@tearjerker

Unsere "Japaner" waren Florian Geyer & Ulrich von Hutten oder früher schon Sven Gabelbart, wie Widukind, bevor er gebrochen wurde. Nur Leute, die klar sahen &sehen, verstanden & verstehen die geistige Fremdherrschaft. Aber das Selbstmitleid, wie der Wunsch nach Unsterblichkeit, macht die meisten gefügig. Kreuzzüge des Deutschritter-Ordens & dem eingeladenen Adels ganz Europas erzählen diese Geschichte exakt umgekehrt. Der Deutsche, der sich mit der Verbreitung des Orientalismus, der üblicherweise gewaltsamen Missionierung, bei uns identifizieren kann, ist ein geistiger Orientale und kein Deutscher. Deutschland entwickelte seine Kultur, trotz 1.000 jähriger Umnachtung durch Antik-Bolschewisten.

Jeder kann sich selbst umnachten, wie er mag, aber sobald man missioniert, wird man zum Linken.

@Benno

https://www.br.de/nachrichten/bayern/coronainfektion-trotz-impfung-auch-in-rodinger-pflegeheim,SS1dwaU

oder

https://www.br.de/nachrichten/bayern/20-heimbewohner-trotz-corona-impfung-in-hof-infiziert,SRuQEtA

Laurenz

5. April 2021 12:08

@RMH

"II. Auch habe ich im Debattenstrang zum B. Artikel ausgeführt, dass mit Christus das Heilsgeschehen individuell und subjektiv geworden ist und nicht mehr an Völker und Imperien oder deren "göttlichen" Führer anknüpft."

Exakt!

Und dann erklären Sie uns bitte, wo der Unterschied zwischen dem Heilsversprechen eines Christus und dem eines Bill Gates liegt? Sie haben es erfaßt, RMH, es gibt keinen Unterschied, auch keinen theologischen.

Beide stehen für die Weltrevolution und wollen die Welt führen, begnügen sich nicht mit einem Volk. Ist es nicht schön, ein Bolschewist zu sein? Ursula von der Leyen faßt das sogar in Worte..... "Thank you for your leadership of the global community...."

https://twitter.com/vonderleyen/status/1257406426806464512

oder https://de.rt.com/europa/102214-thank-you-for-your-leadership/

zeitschnur

5. April 2021 12:09

@ nom de guerre und @ ML

I.

Zu Ihrer Überlegung, ob sich die heutigen Gewalttäter nicht den langen Umweg um das, was ML anhand der Filmbesprechung benennt, sparen und mithilfe von pharmakologischen Methoden das "Innen" modifizieren oder förmlich besetzen:

Bei ML fehlte mir in der Aufzählung der Vernichtung oder Brechung innerer Freiheit das, was man klassisch "dämonische Besessenheit" oder "Besetzung" nennt. Immerhin ein Phänomen, das im Umfeld Jesu immer wieder eindrücklich beschrieben wird. Maria Magdalena war von 7 bösen Geistern besessen und das bewirkte, dass sie "nicht mehr sie selbst" war. Inwieweit das eine Folge eines fehlgeleiteten eigenen Willens war, wird in der Schrift nirgends genauer analysiert. Man kann vermuten, dass solche Besetzung des "Innen" von außen bewirkt werden kann, allerdings nie ausschließlich von Außen. Es muss mindestens ein freies (kein erpresstes) Ja dazu gegeben worden sein. Auch wenn die Helden des Films gebrochen sind und ein schlechtes Gewissen haben, war die Absage an Christus ja alles andere als ein freier oder echter innerer Entschluss. Ich meine, dass man in der Kirche solche unfreien, erpressten Handlungen niemals als freie Entschlüsse und darum auch nicht als einen echten "Abfall" gewertet hat. Ob bei den Patres ein Freiheitsmoment mitgespielt hat oder nicht - das stellen Sie, @ ML zurecht als schillernd dar.

zeitschnur

5. April 2021 12:10

II.

Die Brechung des einzelnen durch eine äußerliche, pharmakologische Methode wurde von Huxley in seinem berühmten Vortrag im März 1962 im Berkeley Language Center ausgesprochen. Sie wird auch bereits in Leo Perutz' Roman "Sankt Petri Schnee" ausgemalt, gelingt dort aber noch nicht, weil das Volk sich wehrt. Aber auch sie wäre, wenn die Droge wie in Perutz' Roman unwissentlich aufgenommen worden wäre, kein Erfolg für die Gewalttäter.

Denn denen geht es um das freie Ja zur totalen Unterwerfung, und dies so, dass der, der es ausspricht, dies im vollen Wissen darum tut, worauf er sich einlässt. Der Akt der Verführung oder Schwächung annulliert ja bereits diesen Machtaspekt. In Eden ist Evas Schuld geringer, weil sie geschwächt wurde durch eine trickreiche und verlogene Manipulation. Gott setzt daher die Feindschaft der Menschheit zum Satan durch die Frau. Ihr Ja war keines, das ganz von Herzen kam, und sie gibt auch zu, dass sie betrogen wurde und sich betrügen ließ. Der Mann wird zur Verantwortung gezogen, weil er nicht verführt wurde und mit vollem Bewusstsein tat, was er nicht hätte tun sollen und wovon er es auch wusste. Er verschanzte seine böse Absicht hinter der verführten Frau, kam damit aber in Gen 3 nicht durch vor Gott.

zeitschnur

5. April 2021 12:11

III.

Ich nehme an, dass im heutigen Szenario irgendwelche Menschen die Rolle Evas spielen sollen: Sie sind wirklich Getäuschte und Verführte. Und hinter ihnen sollen sich die freien Jas der bösen Absicht Adams verschanzen können, vielleicht sogar, wie Hildegard meinte (wovon ich aber nicht sicher überzeugt bin) aufgrund "brennender Liebe" zu den Verführten. Die apokalyptische Rede davon, dass letztere nicht durch Täuschung, sondern bewusst der Lüge mehr geglaubt haben als der Wahrheit - das ist der echte und totale Abfall. Und den muss man paradoxerweise nahezu gewaltfrei erreichen. Andernfalls müsste der Gewalttäter immer daran leiden, dass das erzwungene, erschlichene oder künstlich erzeugte Ja die größte Manifestation des Nein ist und bleibt.

Zu den Impfzombies hier etwas Kurioses: https://www.cdc.gov/cpr/zombie/index.htm

Dietrichs Bern

5. April 2021 12:14

Zunächst: Das Ende von "Silence" ist für mich weniger eindeutig in Richtung innerlich bewahrtem Glauben gegen bloßem Symbolismus als Tradition zu verstehen, dafür war der tote Patre zu dienstbereit beim auffinden christlicher Gegenstände in Schiffsladungen. 

Mehr möchte ich auch nicht spoilern, mag sich jeder selbst ein Urteil bilden.

Ich hatte vor einiger Zeit einen längeren Diskurs mit einem überzeugtem Christen über die Frage, ob man die in Strohmatten eingerollten Frau und Kinder tatsächlich dem Feuertod überließe, um "Glaubensfest zu bleiben" (meine Antwort war ein klares "Nein" - der Gegenpart war sich sicher mit "ja" zu antworten).

Mich hat der Film eher (einstweilen) vom Christentum abgestoßen, da ich im Aufopfern selbst kleiner Kinder nichts nachahmungswürdiges sehe. Ich glaube auch nicht, dass eine barmherzige Gottheit dieses verlangen würde.

Der_Juergen

5. April 2021 12:22

Ein Beitrag, über den man nur in Superlativen reden kann. Den Film habe ich noch nicht gesehen, werde dies aber sehr bald nachholen. - Hier ein Punkt:

"Er (der abtrünnige Priester) wird beauftragt, Traktate zu schreiben, die die Irrtümer des christlichen Glaubens widerlegen. Er dient als Trophäe und vorzügliche Propagandafigur, um die christliche Mission zu entmutigen."

Hier kam mir sofort Albert Speer in den Sinn. Nachdem er dem Todesurteil mit viel Glück entkommen war und seine 20 Jahre abgesessen hatte, wurde er von den Vergangenheitsbewältigern als "Trophäe und vorzügliche Propagandafigur" benutzt. In seinem Buch und in unzähligen Interviews geisselte er die Verruchtheit des Systems, dem er einst gedient hatte, und klagte sich selbst an, "weggesehen" zu haben. In anderen Worten, er liess sich würdelos als Parade-Esel vorführen. Dabei wurde er nicht einmal unter Druck gesetzt; er hätte, wie Dönitz, einfach schweigen können. Darum ist er für mich eine verächtliche Figur, während ich Pater Ferreira jeden nur erdenklichen mildernden Umstand zubillige. Ich hätte an seiner Stelle ja vielleicht gleich oder ähnlich gehandelt. 

RMH

5. April 2021 12:39

@Laurenz,

man sollte bei Ihrer Argumentation der Fairness halber schon erwähnen, dass das Christentum die Erlangung der Herrschaft eines Einzelnen über andere nicht zum Heilsweg zählt und auch das sich Gleichsetzen mit Jesus Christus ist nicht Teil der Lehre. Es geht um die Erlösung des Einzelnen durch die göttliche Gnade.

Das diese "Indivdualisierung", also die Umkehr des Heilsgeschehens auf den Einzelnen die Möglichkeiten birgt, die Sie aufzählen, ist richtig. Ein Christ würde dann - also Erlösung durch sich selber oder Versprechung der Erlösung anderer durch die eigenen "Vorgaben" und "Vakzinen" und nicht durch Jesus Christus - aber von "Gottlosigkeit" sprechen und der Weg des Einzelnen zur Vergottung seines Selbst unter Ablehnung eines allmächtigen Gottes oder auch nur der göttlichen Gnade, auch zum Zwecke der Manipulation seiner Mitmenschen, ist dann das, was landläufig mit der Formel des "Satanismus" umschrieben wird.

Imagine

5. April 2021 12:50

1/2

Den Rechten fällt es schwer oder es ist sogar unmöglich, die Realität des heutigen Klassenkampfes durch eine transnationale Klasse zu akzeptieren, weil sie sich als Christen nach Religionsgemeinschaft (Gemeinde). als Rassisten nach Abstammungsgemeinschaft und als Nationalisten nach Volksgemeinschaft sehnen.

Insofern sind sie meist Gläubige und Idealisten.

Der Kapitalist hingegen ist ein Materialist. Er abstrahiert von Religion, Rasse und Nation, er geht kalt berechnend vor mit der Ziel, sein Vermögen und seine Macht zu mehren.

Der Klassenkampf der Kapitalisten ist der Kampf einer modernen Herrenmenschenklasse, die inter- und transnational organisiert ist. Ihre Religion ist die des Kapitals, sie schreiben dem Markt eine göttliche Funktion zum Wohle aller funktionieren soll (cf. „invisilble Hand“).

Die Kapitalisten verfahren gnadenlos nach dem Prinzip „Auslese und Ausmerze“. Zunächst in ihrem Betrieb. Da werden jene identifiziert, deren Arbeitskraft zu wenig Profit bringt. Die werden im Rahmen der Gewinnoptimierung nach dem Prinzip „Gewinne privatisieren, Kosten solidarisieren“ entlassen.

Imagine

5. April 2021 12:52

2/2

Jedoch verursachen die Entlassenen, die Überflüssigen und Prekarisierten Kosten, die auch für die Kapitalisten negativ sind. Zwar zahlt der Sozialstaat, aber dieser wird durch Steuern finanziert. Die Überflüssigen am Leben zu erhalten, erfordert Steuererhöhungen. Zudem werden die Überflüssigen und Prekarisierten zunehmend zu einem politischen Problem.

Insbesondere die Überflüssigenden und Hungerleider in der Dritten Welt stellen ein dringendes Problem dar. Denn sie vermehren sich wie die Karnickel und dringen in Wohlstandszonen der Welt ein, wo sie als Sozialhilfeempfänger, Armutskriminelle etc. Kosten und Probleme verursachen.

So wie die Volkshygienebewegung die Unbrauchbaren und Ballastexistenzen aussortierte, sterilisierte und die „Lebensunwerten“ umbrachte, so stellt sich heute wieder die Frage, wie mit dem Problem der Überflüssigen und Ballastexistenzen verfahren werden soll und wie dieses Problem mit welchen Mitteln gelöst werden könnte?

Laurenz

5. April 2021 15:28

ML: Würden Sie bitte ein paar Stunden in Ihren heiligen Hain gehen und sich dort ausgeifern? Wenn Sie sich wieder beruhigt haben, können Sie wiederkommen.

heinrichbrueck

5. April 2021 15:41

In der Uneindeutigkeit kann man die Dinge durcheinanderbringen. Was ist jetzt noch eindeutig?

Pater Ferreira sagt, die Japaner würden das Christentum oberflächlich verstehen, Pater Rodrigues verneint. Die japanische Führung versteht aber ganz genau, welche Konsequenzen ihnen blühen würden, wechselte Japan die Religion.

Haben die Europäer das Christentum verstanden? Die politischen Konsequenzen müssen eindeutig beantwortet werden können. „Nicht von dieser Welt“ ist keine politische Kategorie. Erlösung, Paradies, Eva als die Getäuschte, Gott als Streßmacher und unpolitische Staatskunst, so kommt man doch nicht weiter.

Die Existenz Gottes muß nicht bewiesen werden, jedes Volk hat seine Religion. Der Mensch ist so gestrickt, da ist nichts zu machen. Sich in der Geschichte zu halten, darauf kommt es an. Der japanische Inquisitor behält recht.

zeitschnur

5. April 2021 15:44

@ Laurenz

"Und dann erklären Sie uns bitte, wo der Unterschied zwischen dem Heilsversprechen eines Christus und dem eines Bill Gates liegt? Sie haben es erfaßt, RMH, es gibt keinen Unterschied, auch keinen theologischen. Beide stehen für die Weltrevolution und wollen die Welt führen, begnügen sich nicht mit einem Volk."

Was für ein Unfug. Der arme Gates hat sich bisher jedem Prozess entzogen und denkt nicht daran, sich zu opfern für alle ... lieber opfert er alle für sich ... während er "Philanthrop" spielt, also einen Lichtengel, wurde der Sohn Gottes unter die Verbrecher gerechnet und starb, ohne die Weltherrschaft revolutionär erreicht zu haben.

Wenns ums Christentum geht, setzt bei Ihnen jedesmal der Verstand aus.

Und noch eine Frage am Ende: Warum sind Sie sich eigentlich so sicher, woher die "Germanen" kamen? Ihre romantischen Loki-Träume sind Narrative des Mittelalters. Sie könnten verdecken, wer wir wirklich sind. Es kommt ja nicht von Ungefähr, dass die Deutschen das "orientalische" Erbe derart tiefgründig und als sei es ihnen auf den Leib geschnitten, verarbeiten seit mehr als 1000 Jahren bis heute. Auch hier sollte man sich offenhalten für eine Überraschung über die eigene Identität. Die Japaner konnten es vielleicht wirklich nicht so leicht, weil sie ein anderes Volk mit ganz anderem Hintergrund sind. Wir konnten es aber mit Leichtigkeit.

Koek Boeri

5. April 2021 15:53

Ich habe den Film nicht gesehen, aber die Japaner hatten durchaus recht, wenn sie die christlichen Missionäre verfolgten und die Westler überhaupt nicht ins sein Land reinliessen.

Wozu brauchten sie denn eine fremde, dazu noch eine subversive Religion der Schwächlinge und Losers, wenn sie eine eigene, nationale Religion der Krieger hatten - Shintoismus?

Wenn Europäer und Asiaten ihre geistige Kraft und kriegerische Fähigkeiten verloren haben, nachdem sie ihre nationalen, organisch gewachsene Religionen (germanisches, slawisches, griechisch-römisches und keltisches Heidentum in Europa, Tengrismus in Zentralasien) gegen fremde nahostliche Religionen - Christentum und Islam -getauscht haben, sind die Ergebnisse doch sichtbar. Also, die Massnahmen der Japaner waren nichts mehr, als eine berechtigte "Quarantäne", ja, grausam, aber es war doch normal in diesen Zeiten - und überall.

ML: Das alles ist nicht das Thema dieses Artikels.

Lotta Vorbeck

5. April 2021 16:00

@Benno - 5. April 2021 - 07:22 AM

+ Warum lockt man mit bis zu € 170,- Stundenlohn, um Ärzte zu rekrutieren, die in den obskuren Impfzentren diese seltsame Impfung an die offiziell als solche bezeichneten "Impflinge" zu verabreichen? Wo sonst noch, läßt sich für abhängig Beschäftigte ein solch exorbitant hoher Stundenlohn erzielen?

+ Wenn doch mit dieser Impfung alles in Ordnung ist, warum müssen die Leute dann indirekt dazu genötigt oder gar ungeniert offen dazu erpresst werden, diese Impfung zu akzeptieren?

+ Warum zahlt ein Offenbacher Krankenhaus Prämien an diejenigen aus der Belegschaft, die sich diese Impfung verpassen lassen?

+ Wie sieht's eigentlich bezüglich der aus dieser Impfung resultierenden Schäden mit der Haftung aus? Stellt sich dies innerhalb der EU möglicherweise völlig anders dar, als in den USA?

+ Warum schwafeln Leute aus der oberen Etage eines dieser Impfstoffproduzenten in entwaffnender Offenheit via SPIEGEL publiziert davon, mittels derartiger Gen-Tech-Impfungen ein neues Betriebssystem im menschlichen Körper installieren zu wollen?

+ Besteht möglicherweise eine Verbindung von Certificate Of Vaccination Identification mit Gates' Projekt ID2020?

ML: Bitte beim Thema bleiben!

 

Lotta Vorbeck

5. April 2021 16:08

@nom de guerre

So Sie @nom de guerre nicht von Berührungsängsten geplagt werden, schauen Sie doch mal ---> hier.

Die Kathrin aka "Peggy" aus Freiburg im Breisgau hatte den Heilpraktiker Horst Schüttauf zu Gast. Schüttauf berichtet während dieses Gespräches davon, welche Veränderung ihm bei einer Frau, die sich lange schon bei ihm in Behandlung befindet, auffiel, nachdem diese sich gegen C hatte impfen lassen.

 

Simplicius Teutsch

5. April 2021 16:15

@ zeitschnur. - Sorry, eigentlich bin ich für viele Gedanken offen, die nicht als Mainstream-Klatsche daherkommen, aber haben Sie überhaupt die Bibel gelesen? Wie können Sie den sogen. Sündenfall des Menschen als „böse Absicht“ Adams bezeichnen?

Sie schreiben, u.a.: „Er [Adam] verschanzte seine böse Absicht hinter der verführten Frau.“

Da habe ich mich schon veranlasst gesehen, in der Herder-Bibel (Stand 1980) nachzulesen, was in GENESIS 3 steht:

„Die Schlange war schlauer als alle Tiere des Feldes, die Gott, der Herr, gemacht hatte.

Sie sagte zu der Frau: Hat Gott wirklich gesagt: Ihr dürft von keinem Baum des Gartens essen?

Die Frau entgegnete der Schlange: Von der Früchten der Bäume im Garten dürfen wir essen; nur von den Früchten des Baumes, der in der Mitte des Gartens steht, hat Gott gesagt: Davon dürft ihr nicht essen, und daran dürft ihr nicht rühren, sonst werdet ihr sterben.

Darauf sagte die Schlange zur Frau: Nein, ihr werdet nicht sterben. Gott weiß vielmehr: Sobald ihr davon eßt, gehen euch die Augen auf; ihr werdet wie Gott und erkennt Gut und Böse.

Da sah die Frau, daß es köstlich wäre, von dem Baum zu essen, dass der Baum eine Augenweide war und dazu verlockte, klug zu werden. Sie nahm von seinen Früchten und aß; sie gab auch ihrem Mann, der bei ihr war, und auch er aß.

Da gingen beiden die Augen auf, und sie erkannten, daß sie nackt waren.“

Benno

5. April 2021 16:30

@ Franz Bettinger

Wenn Sie sich die so militant widerständige St. Galler Jugend loben, dann habe ich die Lösung für unser aller Problem: Noch mehr ungezügelte Einwanderung. Von 21 am Freitag verhafteten besassen 16 einen schweizer Pass. Von diesen 16 wiederum hatten 15 einen Migrationshintergrund. Wiederständig bis zur Militanz ist man offenbar eher in Einwanderergruppen. Vielleicht liegts auch nur daran, dass deren Grossmütter oft nicht im selben Land leben, für sie also gar keine besonders schützenswerte Personen in der Nähe sind. Wenn Sie dann aber doch hier sind, dann trifft es sie aufgrund von beengten Wohnverhältnissen und dem nicht einhalten von Mindeststandards (Umarmung und Küsschen bei der Begrüssung wie eh und je) öfters als die Einheimischen. Um die 90% der Intensivpatienten sind Ausländer.

@Laurenz & Vorbeck

Eine Antwort sei mir erlaubt. Es hiess immer, die „Impfung“ schütze vor schweren Verläufen, aber nicht mit Sicherheit vor Übertragung oder Ansteckung (warum mir auch nicht klar ist, warum sich Jugendliche impfen sollten). Ich habe nirgends geschrieben, dass ich das Durchimpfen der ganzen Bevölkerung für eine tolle Idee halte. Ich bin nur nicht der Meinung, dass man durch die Impfung seinen Willen verliert, oder im Herbst alle Geimpften sterben wie die Fliegen, weil man die Bevölkerung dezimieren will. Das halte ich, mit Verlaub, tatsächlich für eine unausgegorene Verschwörungstheorie ohne viel Substanz.

Monika

5. April 2021 16:37

Die von Lichtmesz aufgeführten Beispiele zeigen, dass es beim Widerstand um mehr geht als um bemalte Masken als Zeichen des Protestes. Widerständler folgen zuallererst ihrem Gewissen , weniger einer pol. Gesinnung oder einem rel. Glauben. Die Widerständler, die ich kennenlernen durfte( Dissidenten unter der Herrschaft des Sowjetkommunismus) waren bereit, ins Gefängnis zu gehen, Nachteile in Kauf zu nehmen, ihre Gesundheit und ihr Leben zu riskieren. Das waren u.a.: Siegmar Faust,Ulrich Schacht ( „Gewissen ist Macht“), Josef Kneifel, Wolfgang Strauß, Tatiana Goritschewa . Manche wandelten sich vom überzeugten Kommunisten zum Christen. Wenn nun die Coronazeit der Weg in eine neue Hygienediktatur  ist, so wird Widerstand wieder zu dieser persönlichen Gewissensentscheidung werden. Mich würde unter diesem Aspekt interessieren, was Herr Lichtmesz von diesen Beitrag in der NZZ hälthttps://www.nzz.ch/feuilleton/die-geschlossene-gesellschaft-und-ihre-neuen-freunde-warum-es-falsch-ist-die-gesundheit-hoeher-zu-gewichten-als-die-menschenwuerde-ld.1609287  Der Autor sieht  in der Hygienediktatur durchaus Parallelen zu totalitären kommunistischen Systemen. Mit Themen wie  Menschenwürde, Individueller Freiheit hat es die Rechte ja eher weniger. Ausgerechnet jetzt wird sie zu Verteidigerin dieser Werte..??? 

ML: "Individuelle Freiheit" stand immer schon auf meinem Programm, soweit es mich betrifft.

zeitschnur

5. April 2021 17:03

@ Simplicius Teutsch

Da Sie sich vergewissern mussten, was da überhaupt steht, empfehle ich: Weiterlesen in Gen 3 und dann die NT-Bezugnahmen drauf ... ist eine spannende Geschichte, auch die Rezeptionen dieser Texte inclusive einiger Textverfälschungen in älteren Vulgata-Ausgaben, obwohl die LXX und der masoretische Text eindeutig waren und sind, heute zum Glück wieder korrigiert ...

deutscheridentitaerer

5. April 2021 17:10

Wichtig wäre erst einmal zu wissen, inwiefern die historisch belegte Leidensfähigkeit der christlichen Märtyrer einzigartig war, ob es sich dabei also um ein spezifisch christliches Phänomen handelt - und dann wohl auch als eine Art Gottesbeweis gelten darf - oder ob eine solche Widerstandskraft grundsätzlich jedem Menschen möglich ist, wenn er sich nur  subjektiv intensiv genug von gewissen Vorstellungen überzeugt hat. 

Ansonsten ist es in der Tat eine deprimierende Aussicht, die Lichtmesz hier darstellt, dass im Zweifel wohl immer mehr willensbrechende Kräfte gegen den Mensch herangeführt werden können, als dieser letztlich ertragen kann. Und es hört bei den bekannten und herkömmlichen Foltermethoden ja nicht auf - es ist ja zumindest schon theoretisch denkbar und angeblich auch tatsächlich absehbar, dass man die Hirnchemie mittels Elektroden oder Drogen wesentlich beeinflussen kann. Also, ich denke nicht, dass man den Trost hat, sich auch nur theoretisch eines letzten unzerstörbaren Refugiums im Inneren gewiss zu sein. Aber man kann vielleicht akzeptieren lernen, dass man nicht nur physisch, sondern auch seelisch zerstörbar ist, ohne dass einen schon die Erkenntnis dessen als solche lähmt.

Nath

5. April 2021 17:30

@Lichtmesz und @Laurenz

Man mache folgendes Gedanlenexperiment:

Nehmen wir an, Stalin Trotzki, Lenin auf der kommunistiscchen und Hitler, Göring, Goebbels etc. auf der nationalsozialistischen Seite wie auch die ganze Schar ihrer Gefolgsleute wären damals lange vor ihrer Machtergreifung umgebracht, gefoltert, eingesperrt worden und es hätte weder eine stalinistische noch eine Nazi-Schreckensherrschaft gegeben. Würden dann nicht sowohl diese Protagonisten selbst ("Märtyrer"), als auch ihre Ideologien in einem weitaus positiveren Licht dastehen als nun, wo die historischen Resultate ihrer Ideen historisch manifest geworden sind?  Und würden umgekehrt gewisse Religionen, die den absoluten Geltungsanspruch ihrer Dogmen erheben und damit einen agressiven Missionsauftrag in Bezug auf den ganzen Planeten verknüpfen, nicht noch kritischer gesehen werden als es ohnehin der Fall ist, wenn sie weltweit erfolgreich gewesen wären? Fazit: Immer, wenn eine Religion bzw. Ideologie unterdrückt wird und unterliegt, sammelt sie "moralische Pluspunkte", lässt individuelle Aufrichtigkeit und Heldenmut ans Tageslicht treten, aber überall, wo sie wirkmächtig wird, kompromittiert sie sich. Die M a c h t f r a g e  zu stellen ist bereits der Anfang vom Ende.

tearjerker

5. April 2021 17:37

@Laurenz: „... Unterschied zwischen dem Heilsversprechen eines Christus und dem eines Bill Gates ... es gibt keinen Unterschied ...“

Der Mann am Kreuz ist ein klassisches Opfer, aber er ist auch das letzte Opfer, das keine weiteren Opfer notwendig macht. Das ist das Angebot und Versprechen für jedermann und wesentliche Grundlegung für das neuzeitliche Verständnis individueller Freiheit. Gates will zum System der Unfreiheit zurückkehren, in dem wieder und wieder angetreten werden soll, um Teil der „Gemeinschaft“ bleiben zu dürfen: Ich glaube Du solltest diesen öffentlichen Park betreten können, aber nur geimpft. Ich glaube, Du solltest Sport in der Halle machen können, aber nur geimpft. Ich glaube, der Deich hält, aber nur wenn wir etwas Lebendiges in ihm eingraben usw. Das ist im Sinne des Wortes die Rückkehr zur Herrschaft des Aberglaubens. Hier befindet sich die HKL der Auseinandersetzung. Der Unterschied zwischen den Lagern kann nicht grösser sein. Was praktisch damit anzufangen ist, wie zu reagieren ist, steht auf einem anderen Blatt.

Der_Juergen

5. April 2021 17:55

@Nath

Ich las vor ca. 25  Jahren das Buch eines Rumänen; leider habe ich sowohl den Namen des Autors als auch den Buchtitel vergessen. Es ging darin u. a. um Mitglieder der radikalfaschistischen Eisernen Garde, die in kommunistischer Gefangenschaft trotz aller möglicher Folterungen und Demütigungen ihrer Überzeugung, ihrem Glauben an den Conducator nicht abschworen. Ihr hypothetisches Beispiel hat sich also zumindest in einem Fall wirklich zugetragen, was Märtyrer der radikalen Rechten betrifft. Und es gab bekanntlich viele Kommunisten, die ihrer Weltanschauung auch im Gefängnis oder im Lager treu geblieben sind. Ich zitiere aus dem Gedächtnis Nietzsche: "Beweist es etwa die Richtigkeit einer Sache,, dass jemand für sie stirbt? Es bedarf nur der Krudität einer Verfolgung, um eine Sache heilig erscheinen zu lassen." Vermutlich aus dem "Antichrist" oder der "Genealogie der Moral", mir fehlt die Zeit, jetzt nachzuschauen.

Ein objektiver Gottesbeweis ist der Heldenmut der christlichen Märtyrer meines Erachtens nicht.

limes

5. April 2021 18:17

Den Missionaren ist die Entscheidung auferlegt, sich oder andere für ein abstraktes »Höheres« zu opfern. Das ist der Unterschied zu unserer Situation. Zwar sammelt sich der Widerstand unter dem Banner der Freiheit, doch ist diese keine rein geistige, sondern in letzter Konsequenz die Freiheit, über die Unversehrtheit unserer Körper zu entscheiden. Davor fallen viele andere Freiheiten.

Es geht es darum, ob wir mit dem Impfausweis Zugriff auf unsere körperlichen Merkmale  gestatten, was vor allem im Zusammenhang mit »Organspenden« bedenklich erscheint. Was kann man uns noch rauben, nachdem unantastbar geglaubte Rechte »alternativlos« kassiert wurden? Ist es denkbar, dass einigen ein grauenvolles Ende droht, das nicht durch Abschwören abgewendet werden kann?

Wer von uns volljährige Kinder hat, die sich impfen lassen, kennt die Verzweiflung, das Liebste opfern zu müssen ohne die Möglichkeit einer auch noch so aufopfernden Gegenwehr.

Das Christentum ist meiner Ansicht nach zu kompliziert, sodass es sich zur Propagierung jedweder Politik und auch des Gegenteils davon missbrauchen lässt. Die »armen Seelen« sind theologischen Debatten und der Instrumentalisierung ihres Glaubens ausgeliefert.

Den Film tue ich mir nicht an, zu hart für mich. Deshalb wäre ich für die Auflösung dankbar: Was ist es, das ML »schier umgeblasen hat«?

Old Linkerhand

5. April 2021 18:27

Der Film zeigt uns drei verschiedene Formen des geistigen Widerstands. Pater Galupe, der - ohne wenn und aber - den Martyrertod findet und wohl auch sucht. Pater Rodrigues geht den Weg seines Mentors oder eines zerissenen Geistmenschen. Da ich vor über 30 Jahren wegen „Grenzverletzungen“ in Isolationshaft der bulgarischen Stasi war und mir „das Besteck“ gezeigt wurde, gebe mich keiner Illusionen hin. Mein Weg wird immer der von Kichijiro sein, der Weg des einfachen Mannes oder des wankelmütigen Volkes. Und ich bin glücklich zu dieser Erkenntnis gekommen zu sein, denn das schützt vor hochtrabenden Gedanken und Gefühlsanwallungen. Das gilt aber nur für mich! Nichts desto trotz oder deswegen, ist Silence einer der besten Filme der letzten Jahre.

Simplicius Teutsch

5. April 2021 18:49

@ zeitschnur, Sie „empfehlen“ mir: „Weiterlesen in Gen 3 ...“

Natürlich hatte ich bereits weitergelesen, bevor ich meinen obigen, bezugnehmenden Kommentar abgeschickt habe. Es geht ja schließlich um den Griff nach der Erkenntnis. Da muss die vollständige Nach-Lese von ca. 1 Buchseite schon drin sein.

Aber was, welcher Satz, welche Anspielung, soll bitte in Genesis 3 auch nur ansatzweise dem Adam eine angeblich verschanzte „böse Absicht“ unterstellen?

Adam und Eva verhalten sich doch in Gen 3 ganz banal, wie zwei Kinder, die der Gutsbesitzer beim Apfel-Diebstahl erwischt hat und streng zur Rede stellt. Adam sagt kleinlaut aus dem Versteck der beiden heraus, er sei von Eva verleitet worden. Eva wehrt ab, sie sei von der Schlange dazu verführt worden. Der eine schiebt die Schuld auf die andere.

Und abschließend, wie man allgemein weiß im christlichen Abendland, zur Strafe werden die beiden von Gott verflucht und aus dem Paradies vertrieben – und müssen am Ende Deutsche werden. Aber mit tariflicher 35 oder 40 Stunden Woche, mit 65 oder 67 Jahren reguläres Renteneintrittsalter, - und für die Frau den Kaiserschnitt auf Krankenschein, sofern Geburten vorläufig noch vorkommen.

Gotlandfahrer

5. April 2021 19:24

„ich stelle mir vor, daß der wirkliche Jesus in diesem Moment genau dies zu ihm gesagt hätte“

Er hätte schon viel eher darauf gedrungen, auf Leidensstolz zu verzichten.  Ein Gott, der nur den liebt, der sich und andere für die Verweigerung einer symbolischen Zwangshandlung quälen lässt, hätte nicht viel übrig für seine Geschöpfe. Ein Vater wird vom Kind Standhaftigkeit wünschen, aber im Sinne innerer Treue und nicht, sich um jeden Preis Nötigung durch das Böse gefallen zu lassen. Nicht umsonst sind sittenwidrig erzwungenen Verträge nichtig. Wenn durch das Leiden nichts erreicht wird, außer, dass beim Peiniger die nächste Verhärtungsstufe erreicht wird, ist der Sache Gottes nicht gedient.  Man darf durchaus klug zurückweichen, um zu gewinnen. Gottestreue besteht auch darin, ihm seine Gefolgschaft weiterhin zu ermöglichen, man könnte sagen, endlich SCHLAUER als das Böse zu werden.  In gewisser Weise kann man den Peinigern gegenüber sogar „Verständnis“ haben: Wer will sich schon von Glaubenden, die derartige Verletzungen des Eigeninteresses als Leitlinie einfordern, die eigene Lebensrobustheit zerstören lassen?  Aus ihrer Sicht sind die Jesuiten tatsächlich gefährliche Wahnsinnige.

@ML: Daran, dass sie uns teeren und federn glaube ich nicht, dazu sind sie viel zu verweichlicht, da schicken sie eher Robo Dogs: https://www.mopo.de/hamburg/in-der-innenstadt-neuer-wach-roboter-verwirrt-hamburger-38251136

Solution

5. April 2021 19:45

@ Der_Juergen

Es gibt da ein Buch über Rumänien kurz nach dem 2. Weltkrieg von Dumitru Bacu mit dem Titel "The Anti-Humans". Darin wird beschrieben, wie gefangene antikommunistische Studenten mit unglaublich brutalen Methoden gehirngewaschen wurden und danach als besonders grausame Folterer und Killer für die Kommunisten tätig waren. Das ging dann sogar dem Regime zu weit und einige ihrer künstlich geschaffenen Monster wurden liquidiert. 

https://archive.org/details/dumitrubacutheantihumans

Imagine

5. April 2021 20:04

1/2
Michael Schmidt-Salomon ist Philosoph, Autor und Vorstandssprecher der „evolutionär-humanistischen“ Giordano-Bruno-Stiftung. 2012 publizierte er das Buch „Keine Macht den Doofen“.

Kann es sein, dass es irgendwo ein Ziel gibt, das Problem der Überflüssigen und Doofen „wegzuimpfen“?

Nicht durch die unmittelbaren Nebenwirkungen einer Impfung, sondern durch deren mittel- und langfristigen Folgen. Ein früher Tod würde die Impfung als tödliches Agens erkennen lassen. Es muss eine Wirkung wie Rattengift auf Basis von Blutgerinnungshemmern haben, wo der Tod erst längere Zeit nach dessen Aufnahme auftritt und so der Kausalzusammenhang für die Ratten nicht wahrnehmbar ist.

Wir wissen nicht, ob dies der Fall ist.

Denkbar schon. Aber Realität?

Wo ist die Grenze zwischen Realität und Paranoia?

Imagine

5. April 2021 20:06

Wenn @Franz Bettinger schreibt:
Womit infolge der C- Impfung (im Vergleich zu anderen Impfungen) vermehrt zu rechnen ist: schwere Autoaggressions-Krankheiten (Asthma, Rheuma, Ekzeme, Gefäßschäden…).,

dann haben  wir es zwar nicht mit evidenzbasiertem wissenschaftlichen Wissen zu tun, sondern mit Befürchtungen zu tun, die allerdings nicht unbegründet sind. Sie auszuräumen wäre Aufgabe von Tierversuchen etc. gewesen. Diese haben nicht stattgefunden bzw. wenn sie stattgefunden haben sollten, dann wurden die Experimente und Ergebnisse geheim gehalten.

Bei den möglichen Folgen nicht zu vergessen:
Überschießende Immunreaktionen bei Re-Infektionen bzw. fehlgesteuerte Immunreaktionen wie bei Dengue-Fieber. Die meisten der wenigen jungen und gesunden Covid19-Patienten mit tödlichen Verläufen, sterben durch überschießende Immunreaktionen.

»Die schweren Verläufe von Covid-19 mit Lungenentzündung und Beatmungspflicht sind im Prinzip ein Ergebnis der Immunreaktion und nicht primär einer unkontrollierten Virusvermehrung«, sagte Professor Dr. Leif-Erik Sander von der Charité in Berlin“
in: SARS-CoV-2 - Impfung triggert bessere Immunität als Infektion
https://www.pharmazeutische-zeitung.de/impfung-triggert-bessere-immunitaet-als-infektion-121489/
 

Niekisch

5. April 2021 20:15

"Ich las vor ca. 25  Jahren das Buch eines Rumänen"..

@ Der_Juergen 5.4. 17:55: Darf ich helfen? von Randa, Alexander, Lebende Kreuze, Colectia Europa München 1. Auflage 1979, S. 233, 234: "Jeder Gendarm zog aus seiner Tasche einen Strick und warf ihn um den Hals des vor ihm sitzenden Legionärs. Auf diese Weise wurden der Vergessene und seine dreizehn Kameraden erdrosselt...Die Leichen wurden in die Grube geworfen...wurden nach Überschüttung mit einer großen Menge von Schwefelsäure mit Erde bedeckt und darüber eine schwere Zementdecke gegossen."

Offenbar darf ich jetzt wieder kommentieren ohne zu wissen, warum ich gesperrt war. Vielleicht war es auch nur ein technischer Fehler. Wenn meine kleinen Beiträge ernsthaft stören, dann gehe ich wieder.

ML: An uns lag das nicht...

zeitschnur

5. April 2021 20:36

@ Simplicius Teutsch

Das ist die Oberflächenstruktur, die Sie beschreiben. Adam sagt nicht, dass er verleitet oder verführt wurde, sondern er sagt, er habe gegessen, weil die Frau, "die du mir beigesellt hast", ihm davon gegeben habe. In 1Tim 2 wird bekräftigt, dass Adam nicht getäuscht oder verführt wurde, Eva aber schon. Ich hänge herkömmlichen Interpretationen von 1Tim übrigens ansonsten nicht an!

Gott wirft Adam vor, er habe auf Eva gehört, obwohl er, Gott ihm ausdrücklich etwas anderes gesagt habe. Gott wirft der Frau gar nichts vor, kündigt ihr aber die Folgen ihrer Übertretung an. Fluchworte treffen einerseits die Schlange, weil sie als Verführerin gegen Eva auftrat, andererseits den Ackerboden um Adams willen, weil er vorsätzlich und ohne Not ungehorsam war. Im Zusammenhang mit der Frau wird kein Fluchwort gesprochen, sondern die Feindschaft zur Schlange und ihrem Anhang und die Verheißung auf den "Samen der Frau" gesetzt. Lesen Sie bitte noch etwas genauer, auch "literarischer". In der Erzählung steckt sehr viel mehr drin, als man vermutet. Es hätte Adam nichts gekostet, da er ja, wie es heißt, "bei ihr war", ihr die Frucht abzunehmen, sie zu hindern, sie zu mahnen, an sie zu appellieren. Er tat nichts, ließ sie taumeln und stürzen und verschanzte sich dann dahinter mit seinem offenen Ungehorsam.

Mir kam es drauf an, dass in dieser Erzählung ein Muster steckt, das uns für hier und heute etwas sagen könnte hisichtlich des Artikelthemas.

Nath

5. April 2021 20:49

Es ist heute Ostermontag, und wann, wenn nicht zu Ostern, an i h r e m  Fest schlechthin (Auferstehung), haben Christen (wie etwa Zeitschnur) Anlass, sich zu Wort zu melden? Den anderen aber verlangt dies zwar kein Wohlwollen, zumindest jedoch eine Haltung der Unparteilichkeit, des Dahin-Gestellt-Sein-Lassens ab. Bibel- und Kirchenkritisches lässt sich an anderen Tagen vorbringen. Selbst einem radikalen Materialisten, von spirituellen Leuten ganz zu schweigen, kann die Idee des ewigen Lebens nicht völlig undenkbar, schon gar nicht als unattraktiv erscheinen. (Selbstverständlich ist hier nicht von der ewigen Undsoweiter-Langeweile die Rede.) Man denke nur an Nietzsches "Denn wie lieb ich dich, oh Ewigkeit".

@Laurenz Ich verstehe nicht ganz, wie sie, gerade wenn sie von Don Juan und Castaneda oder vom altgemanischen Paganismus herkommen, gegen die Unsterblichkeit per se polemisieren können. Eine Erklärung ihrerseits wäre hilfreich.

heinrichbrueck

5. April 2021 21:26

"Mir kam es drauf an, dass in dieser Erzählung ein Muster steckt, das uns für hier und heute etwas sagen könnte hisichtlich des Artikelthemas."

Gott kommt nicht besonders gut weg? 

Simplicius Teutsch

5. April 2021 21:34

@ zeitschnur

Ich muss nicht recht behalten in der Bibelexegese. Aber verstehen Sie doch, dem Adam „böse Absicht“ zu unterstellen in seinem Verhalten unter dem Apfelbaum der Erkenntnis, die Eva aber freisprechen von Schuld, - die arme Eva wurde ja verführt von der Schlange -, das ist schon der Hammer, das will mir als Mann einfach nicht in den Kopf.

Ich gebe zu, manche Stellen, gerade auch im NT, verstehe ich überhaupt nicht, also in dem Sinne, dass ich mich frage, was Jesus damit sagen will. So ist es mir nun mal auch bei Ihrem bösen Vorwurf gegen Adam ergangen, da Sie ihm „böse Absicht“, noch dazu eine verschanzte, unterstellt haben. Ich sehe nichts Böses darin, als kleiner Adam den Herrschenden auch mal in die Karten schauen zu wollen, um dann vielleicht eigenständig ein bisschen quer zu denken.

Laurenz

5. April 2021 21:46

@tearjerker @Laurenz

"Das ist das Angebot und Versprechen für jedermann und wesentliche Grundlegung für das neuzeitliche Verständnis individueller Freiheit."

Der mörderische Zwang durch den Katholizismus wirkte in Deutschland & Frankreich ab dem ersten Frankenkönig Clodwig I (um ca. 500 nach 0), als dieser seine ca. 3.000 fränkischen Adelsfamilien zwangskatholisierte. Seitdem herrschten über 1.200 Jahre Unfreiheit, in Staaten, wie Polen noch mehr als 100 Jahre länger. Und in Ihrer Neuzeit verlieren die Kirchen permanent an Zuspruch, eben, weil die Mystik der Exklusivität flöten geht, und permanent neue Religionen nach demselben Muster der jeweiligen Ausschließlichkeit & Alternativlosigkeit etabliert werden. Die neuen Christi heißen dann eben Karl, Josef, Greta oder Bill, natürlich mit einer anderen Halbwertszeit.

Lotta Vorbeck

5. April 2021 22:07

Nachgetragen:

---> Alexander Wagandt zum Video "Christian Drosten sagt: Die Krankheit existiert nicht und Tote gibt es auch nicht"

siehe oben, Eintrag vom 5. April 2021 17:17

 

 

nom de guerre

5. April 2021 22:18

Vielen Dank allen, die sich zu meiner obigen Überlegung geäußert haben! Ich habe Ihre Kommentare aufmerksam gelesen. Um meine Befürchtungen hinsichtlich der Impfung bzw. einer Beeinträchtigung des freien Willens noch einmal näher zu erläutern: Was wäre, wenn biochemische Prozesse, die im Gehirn bspw. bestimmte Gefühle abbilden, verändert würden, wenn mittels der Impfung etwa konformes Verhalten gefördert oder z.B. mütterliche Gefühle bei Frauen unterdrückt würden? In einer Gesellschaft, in der immer mehr und auch immer offener auf die Steuerung der Population gesetzt wird, während argumentative Auseinandersetzungen zurückgedrängt werden, erscheint es mir naheliegend, eine Impfung, der sich der Einzelne nur unter Inkaufnahme mehr oder weniger großer Nachteile entziehen kann, entsprechend zu nutzen.

Dabei befürchte ich weniger, dass dies schon bei der aktuellen C-Impfung der Fall sein wird, aber wenn – wie Netanyahu angekündigt zu haben scheint – diese alle 6 Monate erneuert werden soll, denke ich, es kann durchaus dahin kommen, dass der Geimpfte zwar kein „lebender Toter“ sein wird (der Begriff Zombie war übertrieben), aber seinen eigenen Willen, seine echten Gefühle nicht mehr kennt. Innere Freiheit zu widerstehen kann der Betroffene – anders als bei klassischer Folter – m.E. unter diesen Umständen nicht mehr haben.

@ Lotta Vorbeck – herzlichen Dank für den Hinweis auf das Gespräch mit dem Heilpraktiker! Sehr sehenswert und z.T. auch sehr krass.

Simplicius Teutsch

5. April 2021 22:36

@ Zeitschnur: „Mir kam es drauf an, dass in dieser Erzählung ein Muster steckt, das uns für hier und heute etwas sagen könnte hinsichtlich des Artikelthemas.“

Hier eine mustergültige Betrachtung unserer Gegenwart durch die Brille des Neuen Testaments:

Im Matthäus-Evangelium, - ich habe mir die Verfilmung von Pasolini an diesem Osterwochenende mal wieder angeschaut -, geht es vielfach hochaktuell her, wenn man das Beschriebene ins heutige Geschehen und menschliche Treiben überträgt. So z.B. in Mt 23,29-31, wo Jesus ganz heftig gegen die Schriftgelehrten und Pharisäer schimpft:

„Ihr Heuchler! Ihr errichtet den Propheten Grabstätten und schmückt die Denkmäler der Gerechten und Ihr sagt dabei: Wenn wir in den Tagen unserer Väter gelebt hätten, wären wir nicht wie sie am Tod der Propheten schuldig geworden. Damit aber bestätigt ihr selbst, dass ihr die Söhne der Prophetenmörder seid. Macht nur das Maß eurer Väter voll! Ihr Giftnattern, ihr Schlangenbrut! Wie wollt ihr dem Strafgericht der Hölle entrinnen?“

Fulminant! Oder habe ich ein verrücktes Wahrnehmungsvermögen? Bei den Schriftgelehrten, Pharisäern und Heuchlern, bei den Grablagern und Denkmälern, bei den Giftnattern und der Schlangenbrut, - auf die heutige Zeit übertragen, … wen könnte Jesus damit heute meinen, wenn er auf einer Querdenker-Demo auftreten und diese Worte rausschmettern würde?

Wahrheitssucher

5. April 2021 22:38

@ Simplicius Teutsch

„Da sah die Frau, daß es köstlich wäre, von dem Baum zu essen, dass der Baum eine Augenweide war und dazu verlockte, klug zu werden. Sie nahm von seinen Früchten und aß; sie gab auch ihrem Mann, der bei ihr war, und auch er aß.“

Und @ zeitschnur

“Es hätte Adam nichts gekostet, da er ja, wie es heißt, "bei ihr war", ihr die Frucht abzunehmen, sie zu hindern, sie zu mahnen, an sie zu appellieren. Er tat nichts, ließ sie taumeln und stürzen...“

Wo bleibt denn da die weibliche Selbstbestimmung? Bedarf es also doch des männlichen Patriarchalismus? Und ist der Gedanke für eine Frau, ein Mann tut widerspruchslos das, was eine Frau von ihm will, so unannehmbar? Ob es eine Verführung war oder nicht, sei doch dahingestellt...

 

 

Der_Juergen

5. April 2021 22:39

@Niekisch  @Solution

Vielen Dank für Ihre Hinweise. Das von mir damals in französischer Sprache gelesene Buch war allerdings keines der beiden von Ihnen erwähnten.

Codreanu und seine Kameraden wurden - wie Sie, Niekisch, und viele andere wissen - 1938 auf Befehl des Königs Mihail ermordet, vermutlich auf Anstiftung von Elena Lupescu, der Mätresse des Monarchen. Während des Krieges kamen die Legionäre für ganz kurze Zeit an die Macht., dann stutzte Antonescu ihnen die Flügel. Leider erschöpfte sich ihre Tätigkeit während jener paar Tage in Brutalitäten und Synagogenschändungen. Dies tut der Tatsache freilich keinen Abbruch, dass Codreanu einer der grossen politischen Denker und Führer des 20. Jahrhunderts war.

Miguel Serrano schrieb von einer "archetypischen" Erscheinung: Codreanu versus Antonescu, Jose Antonio versus Franco, "Patria y Libertad" (in Chile) versus Pinochet. In allen Fällen seien die Nationalrevolutionäre von den Reaktionären verdrängt worden. (Sie, Niekisch würden, der Wahl Ihres Pseudonyms nach zu urteilen, vielleicht "Gebrüder Strasser versus Hitler" hinzufügen, was sich Serrano natürlich verbeten hätte.)

Gracchus

5. April 2021 23:05

Zufällig wollte ich mir "Silence" ganz unabhängig von M. L.s Beiträgen endlich einmal ansehen, was ich über die Tage aber doch nicht geschafft habe. Weshalb ich bisher gezögert habe? Weil ich befürchte, dass ich das Treten von heiligen Bildern nicht ertrage. 

@RMH sagt Wichtiges, und daraus kann man folgern, dass mit dem Verschwinden des christlichen Glaubens auch das Bewusstsein der Freiheit des Einzelnen verschwindet. Und wie Lichtmesz sagt, ist die Freiheit für den Geist so wichtig wie Sauerstoff. 

Leider, meine ich, hat diese Botschaft die Kirche selbst verdunkelt. Ich bin dieses Ostern in keine Messe, weil es mir widerstrebt, mit Maske zu beten. 

 

Gracchus

5. April 2021 23:57

Worauf Caroline Sommerfeld seinerzeit hinaus wollte, ist mir auch nicht klar geworden. Bei Caroline Sommerfeld scheint sich ein gewisser Einfluss von Simone Weil bemerkbar zu machen. Simone Weil hat z. B. bemerkt, das Gute, das gegen das Böse kämpft, ist nicht das wahrhaft Gute.

Ich störe mich an dem Begriff "Widerstand". M. E. geht das in die falsche Richtung. Jesus Christus hat ja gerade keinen Widerstand geleistet. 

Die Maske bildet für den Atem einen Widerstand. Der Atem bildet nun nicht seinerseits einen Widerstand gegen die Maske, um dieses Hindernis zu überwinden. Es gilt: Wenn sich dem Feinen etwas Grobes entgegenstellt, räumt das Feine das Feld, erringt aber dadurch letztlich den Sieg. Das Grobe, das sich dem Feinen dauerhaft verschliesst, muss nämlich zugrunde gehen. 

Gracchus

6. April 2021 01:51

Ich finde zwar auch, dass bei @Laurenz jedes Mal der Verstand aussetzt, wenn das Christentum Thema ist. Fairerweise muss man aber konzedieren, dass der Satz "nulla salus extra ecclesiam" viel Schaden angerichtet hat. Obwohl säkularisiert, sind wir noch immer in diesem Denken gefangen - dass nämlich das Heil von einer Institution ausgeht und wir davon abhängig sind. Ivan Illich ist schier daran verzweifelt. Anstelle der Kirche ist die Pharmaindustrie getreten, anstelle der heilsnotwendigen Taufe die Impfung. (Die Taufe kann man auch als eine Art geistiger Impfung verstehen.) Auch die heutigen Theologen (= Immunologen) reden die natürliche Immunität (= natürliches Gottvertrauen, natürliche Religion) klein bzw. negieren schlicht deren Vorhandensein. 

In einer Kultur wie der japanischen, die Ahnenverehrung betreibt, dürfte die Mission auch daran gescheitert sein, dass die kirchliche Lehre impliziert, dass alle nicht-christlichen Vorfahren in der Hölle gelandet sind. Auch dieser Dünkel setzt sich im Westen fort, wenn wir unsere Vorfahren moralisch verdammen. 

Laurenz

6. April 2021 07:25

@Simplicius Teutsch @Zeitschnur

"Bei den Schriftgelehrten, Pharisäern und Heuchlern, bei den Grablagern und Denkmälern, bei den Giftnattern und der Schlangenbrut"

Im Westen nichts Neues. Jesus vertrat die konservativen Hebräer, was im Gegensatz zu den propagandistischen Paulus-Briefen steht. Die konservativen Hebräer wollten nicht mit der Besatzung leben. Hier ist der politische Zwist, den die Katholiken hier alle nicht verstehen. Die Agitation ging gegen die Kollaborateure des Imperiums, nicht viel anders als bei uns heute.

@Gracchus

"Jesus Christus hat ja gerade keinen Widerstand geleistet"

Das Synonym Christus (es waren historisch mehrere) war das geistige Oberhaupt, der Osama bin Laden der Zeloten, die sehr wohl bewaffneten Widerstand leisteten. Auch die Apostel waren bewaffnet, und auch nach Christi Weggang ins Exil in der mediterranen Welt unterwegs um hebräisches Geld und - Rekruten zu werben. Das war die ursprüngliche Mission. Die von @RMH fälschlicherweise avölkisch formulierte Freiheit basiert auf der Erkenntnis "Christi", daß die Zeloten, im Gegensatz zu den Germanen nicht in der Lage waren, die Römer militärisch in Schach zu halten. Trotz des hebräischen Rassismus war man auf die Mitwirkung anderer ebenso betroffener Stämme (zB die Samariter) im Widerstand in der römischen Provinz Syria angewiesen.

quarz

6. April 2021 07:58

@Gracchus

"dass die kirchliche Lehre impliziert, dass alle nicht-christlichen Vorfahren in der Hölle gelandet sind"

Das impliziert sie nicht, wo haben Sie denn das her? Auch in Bezug auf nichtchristliche Zeitgenossen impliziert sie das nicht.

tearjerker

6. April 2021 08:16

@Laurenz: Mag sein, dennoch liefert die christliche Anschauung erst die Voraussetzung, unter der die Vorstellung der Freiheit jedermanns überhaupt möglich wird.

Laurenz

6. April 2021 08:27

@Nath (1)

"gegen die Unsterblichkeit per se polemisieren können"

Bei den Christen gibt es eine Art zu sterben, & nur ein kollektives Paradies, das himmlische Jerusalem zum 0-Tarif, wobei sich das um Nuancen immer unterscheidet, wenn wir zB die Wachturm-Verkäufer ernst nehmen wollten. Desweiteren finden wir das Fegefeuer & die Hölle, welche aus dem Heidentum kreiert wurde, die übliche Verfälschung unter Nutzung krankhafter Phantasie, wie sie nur Theologen einfallen kann. Die Göttin Hel oder bei uns im Märchen die Frau Holle ist im Grunde sehr positiv belegt. Hier haben sich die Kirchen trotz tausendjähriger AgitProp ebenso, wie bei den Wochentagen & dem Osterhasen nicht durchgesetzt. Bei den Muslimen existieren 7 Himmel des Paradieses & die Hölle, eine Mischung aus Christen- und Heidentum. (Juden kennen kein jenseitiges Paradies, man stirbt, fertig, von hier stammt der Marx'sche Materialismus.)

Laurenz

6. April 2021 08:28

@Nath (2)

Im Islam bietet das einen Motivationsschub im medinaischen Großen Djihad. Wer beim Schlachten der Ungläubigen fällt, fährt, wie der stilisierte Christus, sofort in den 7. Himmel auf, mit einer besseren Perspektive, als die, welche die Christen zu bieten hatten, was mit den Erfolg des Islams im arabischen, wie mediterranen Raum erklärt. Im mekkanischen Islam existiert auch der Castaneda'sche Aspekt des kleinen Djihad, gemäß "vincet, qui se vincet", zu deutsch, es siegt, wer sich selbst besiegt, sprich die Abschaltung des Egos & der permanenten abrahamitischen Selbstreflektion, welche durch die Terminologie "gut & böse" bestimmt ist, ein recht primitives Fehlurteil, vor dem hier auch keine Philosophen gefeit sind. Im Heidentum existieren 3 Arten zu sterben, Castaneda, der moderne Heide, reduzierte es auf 2 Arten. Die Strohtoten kommen nach Hel & bilden dort quasi ein kollektives Bewußtsein, man kann aber auch in das Raum- & Zeit-Nichts, das Wergelmir fallen. Von dort aus kommt die Seele ganz schlecht weg.

Laurenz

6. April 2021 08:29

@Nath (3)

Die dritte Art des Sterbens ist die Berufung nach Walhalla, und zwar dann, wenn man in der Schlacht fällt. Damit ist aber vor allem die geistige Schlacht des Kriegers gemeint, nur wurde es, wie später im Islam, zu arg für die einfachen Gemüter "romantisiert". Bei Castaneda sind wir Menschen die Sinneszellen zur Bewußtseinswerdung des Universums, welches sich im Großen Adler ausdrückt. Nach unseren Tod frißt der Große Adler, das Synonym des universalen Bewußtseins, unsere Seelen, die damit dieses universale Bewußtsein wachsen lassen, also mehr oder weniger das, was Hel darstellt. Wer zu Lebzeiten Energie sammelt & raubt, dem Großen Adler eine rekapitulierte Kopie des Bewußtseins sendet, hat vielleicht die Chance an der rechten Seite das Adlers (siehe den Bundesadler, der Schnabel schaut nach links) vorbeizukommen & unsterbliche Freiheit zu erlangen. Dieser Weg des Kriegers ist äußerst schwierig, es existiert keine Garantie, keine Exklusivität des Weges. Wir kennen alle die Halbgötter, wie Herkules, die das geschafft haben, aber auch diejenigen, wie Gilgamesch, welche scheiterten.

Laurenz

6. April 2021 08:29

@Nath (4)

Was ich, werter Nath, "polemisiert" hatte, ist die christliche Unsterblichkeit zum 0-Tarif. Man gehört zu den Guten & poltert gegen das Böse, das reicht. Hier fehlt es schon am freien schlichten Bewußtsein, welches durch Selbstreflektion aufgefressen wird. Goethe schrieb nicht umsonst diametral, daß die Guten das Böse erschaffen, weil sie das Böse brauchen, damit sie sich von ihm unterscheiden können. Weder bei Castaneda, noch im Heidentum existieren Gut & Böse, es existiert nur günstig & ungünstig, Ab- oder Zuneigung. Falls Sie weitere Fragen haben, können Sie Sich gerne meine Epost-Adresse bei der Redaktion erfragen.

Laurenz

6. April 2021 08:40

@Gracchus

"Ich finde zwar auch, dass bei @Laurenz jedes Mal der Verstand aussetzt, wenn das Christentum Thema ist."

Ich empfinde das Gegenteil mit den ganzen Katholiken hier. Und die Argumentationsgrundlage gibt mir Recht. Ihr Umgang, s.o. oder die Aussagen von ML, sind rein ad hominem, also links.


ML: Ich lach mich schlapp - ausgerechnet SIE klagen über "ad hominem"-Argumentationen? Haben Sie sich mal in den Spiegel geschaut? Es ist übrigens nicht "Ad hominem", wenn ich Sie hin und wieder zu einem gemäßigteren Tonfall ermahne.

Daß in Deutschland ganze Bücher gegen Schnellroda geschrieben werden, ist eine Pharce. Denn Sie, die Katholiken alle hier, geben vor, etwas zu bekämpfen, was Sie selbst sind, nämlich radikale Linke. RMH war in diesem Debattenstrang der Beste. Er verkauft uns den christlichen Globalismus als Freiheit. Das schlägt dem Faß den Boden aus. Ich schreibe hier Kommentare auf einem links-extremen Blog, der Imagine weit hinter Karl Marx überholt. Mir fällt nur noch ein Tip für Sie ein, Gracchus & Co., lesen Sie einfach öfters, was Sie da schreiben & ignorieren Sie dabei, daß es um irgendeinen Christus geht.

Der_Juergen

6. April 2021 09:25

@Laurenz

Die Hausherren haben schier unfassliche Geduld mit Ihnen...

MARCEL

6. April 2021 09:25

Beeindruckend auch das Beispiel in Stefan Zweigs "Schachnovelle". Das Schachspiel, das dem einstigen Häftling das geistige Überleben ermöglichte, wird in Freiheit zur inneren Versklavung (bei seinem Schachpartner in anderer Form auch).

Freiheit verlangt den ganzen Einsatz, sie ist nie selbstverständlich und nur der hat sie, der sie errungen hat. Sie schenkt sich nicht. Wer Freiheit mit "Seine-Ruhe-haben" verwechselt (wie die meisten Zeitgenossen), der will sie auch nicht. Es wird langfristig wieder ein sehr hoher Preis vom Einzelnen verlangt werden...

"Lass die Welt gegen Dich gewähren und Dich gegen die Welt" (Nietzsches Gebote für Freidenker)

MARCEL

6. April 2021 09:28

P.S. Man sollte vor dem Kommentieren den Artikel zu Ende lesen. Freut mich, dass die Schachnovelle aufgeführt ist, ein kleines Stück Weltliteratur, vielschichtig lesbar.

Carsten Lucke

6. April 2021 10:18

"Die einzige Entschuldigung für Gott ist, daß er nicht existiert."

Diesen "Lieblingswitz" Nietzsches (von Stendhal) erlaube ich mir mal, hier einzustreuen. Jetzt, da Ostern vorbei ist; also mit Rücksicht auf die ganzen Gläubigen unter den Kommentatoren.

Das regelmäßig hier zelebrierte Religions- und Bibelgedöns wächst sich befremdlich aus, wie ich finde - nur Wenige, allen voran @Laurenz, lassen einem die Luft zum Atmen (ha!). Sein Vergleich von Christen mit radikal Linken ist verblüffend und überzeugend zugleich : Steht doch bei beiden die Schaffung eines neuen Menschen und die Durchsetzung einer Utopie mittels abstrakter Moral im Vordergrund.

Bis demnächst in diesem Theater - vielleicht zu Himmelfahrt !?

Laurenz

6. April 2021 10:40

@Der_Juergen @Laurenz

"Die Hausherren haben schier unfassliche Geduld mit Ihnen..."

Wieder ad hominem. Wo bleiben Ihre Argumente?

Oh, Du Lamm Gottes, nimm hinweg die Sünden der Welt, oh, Du Lamm Gottes......

Wie war das mit der Herdenbewirtschaftung?

 

@tearjerker @Laurenz

"Mag sein, dennoch liefert die christliche Anschauung erst die Voraussetzung, unter der die Vorstellung der Freiheit jedermanns überhaupt möglich wird."

Wie denn? Christus fordert Gefolgschaft auf Leben und Tod, wider die Familie, der Basis eines Volkes & seiner Freiheit. Da bleibt für einen selbst doch nichts mehr übrig, sozialistischer Totalitarismus pur.

Unser deutscher Föderalismus stammt noch aus unserer Stammeskultur. Da hat jeder gemacht, was er wollte. Und das, werter tearjerker, hatte mit der gewaltsamen Einführung des Christentums ein Ende. Für den Herzog galt nicht mehr erster unter gleichen, sondern dann König von Gottes Gnaden. Schlagen Sie einfach zuhause ihre Geschichtsbücher auf & hören sie auf, wie die Linke, Ursache und Wirkung zu leugnen.

 

@Carsten Lucke

Danke für Ihre Unterstützung.

Solution

6. April 2021 10:52

@ Carsten Lucke @ Laurenz

Tendenziell bin ich bei Ihnen. Als Atheist habe auch ich meine Probleme mit einer gefühlten Zunahme des Christlichen hier. Für mich eher Escapismus als eine Problemlösung. 

quarz

6. April 2021 10:53

@Laurenz

"Denn Sie, die Katholiken alle hier, geben vor, etwas zu bekämpfen, was Sie selbst sind, nämlich radikale Linke."

Das wäre in der Tat eine interessante Diskussion: verträgt sich der christliche Anspruch auf universelle religiöse Heilsausweitung mit einem ethischen und/oder politischen Anspruch der privilegierten Solidarität für persönlich oder kulturell Nahestehende? Impliziert Christentum eine universelle Ethik, welche wiederum eine Politik impliziert, die keine Privilegien für das eigene Volk gewährt?

zeitschnur

6. April 2021 10:57

@ Simplicius Teutsch

Es ist ein Unterschied, auch heute noch vor Gericht (!), ob jemand aufgrund eines Irrtums oder einer Täuschung schuldig wird oder aufgrund eines Vorsatzes und bei klarem Bewusstsein. Gott hatte das Gebot Adam gegeben (nicht Eva) und daraus geht in jedem Fall hervor, dass Adam ohne jeden Zweifel auch eine Verantwortung für die Einhaltung trug. Er war anwesend, als dieser Angriff der Schlange erfolgte, ließ die Sache laufen und tat im Windschatten der Frau und ohne innere Not das, wovon er wusste, dass es nicht sein soll . Jedenfalls wird uns nichts von einer inneren Not berichtet, bei Eva aber sogar sehr ausführlich. Vielleicht kennen Sie das ja, dass man etwas endlich tut, was man schon immer wollte, weil man sich nun hinter anderen verschanzen kann, die es ja schließlich auch tun. Gerade dieses Muster spielt derzeit eine riesige Rolle, auch beim Verrat der Grundrechte und der Freiheitsrechte durch so viele Mitläufer, Denunzianten und Blockwarte ... Sie haben diese Freiheitlichkeit schon immer abgelehnt, jetzt können sie sich vollbewusst hinter den Verführten verschanzen und ihre wahren Gedanken ausleben ...

Martin Lichtmesz

6. April 2021 11:03

Ich möchte die Diskussionsteilnehmer daran erinnern, daß das Thema dieses Artikels NICHT eine Auseinandersetzung zwischen Christentum und Heidentum oder Universalismus vs. Partikularismus ist. Es geht hier um etwas viel Grundsätzlicheres, ich hoffe, wenigstens einige haben es verstanden. 

zeitschnur

6. April 2021 11:04

@ Wahrheitssucher

Was hat das mit Patriarchalismus zu tun, wenn man sauber beim Thema bleibt? Ich habe eben an ST noch mal eine erklärende Antwort gegeben, die passt auch auf Ihren Kommentar. Wenn man sieht, dass ein anderer einer Täuschung erliegt, hat man die Pflicht, ihm beizustehen - grundsätzlich und nach allen Richtungen hin. Auch der Prophet warnte die Könige, richtig? Wer stand da "höher" von beiden?

Leute, bleibt am Text, lest da nicht alles mögliche hinein, wie es unglücklicherweise schon seit Jahrtausenden geschieht ...

Solution

6. April 2021 11:12

@ Martin Lichtmesz

Ja aber natürlich. Ihr Artikel ist ja auch klar in seiner Aussage. Was Sie ausdrücken wollten, kommt gut rüber. Sie haben meine volle Sympathie. 

RMH

6. April 2021 11:17

I

@Laurenz,

Sie machen es sich manchmal schon einfach bzw. bürsten Sie in ihrem rapid response modus oft zu schnell über die Beiträge der anderen und hauen dann einfach mal was raus, was dann sinnverkürzend ist. Sie arbeiten mit den altbekannten Ressentiments gegen das Christentum und mit Zuschreibungen, die jeder, der in den 70er Jahren mal eine Teestube in einer Kirche oder zu friedensbewegten Zeiten einen sog. Kirchentag besuchte - so von wegen, das Ur-Christentum sei eine Art Vorwegname des eigentumslosen Sozialismus etc. - von Christen, die politisch links waren, selber zu hören bekam. Das ist doch sehr reduzierend und gibt die 2tsd-jährige Geschichte des Abendlandes eben gerade nicht wieder. Oder warum hat gerade der katholische Traditionalismus hier in der Sezessions-Ecke so einen Anklang? Doch nicht, weil man damit den Kirchentags-Birkenstock-Laberern nachfolgen will ...

Jedes andere Argument ist dann "ad hominem" - was natürlich Quatsch ist, denn es war gegen ihre Argumente aber nicht gegen Sie persönlich gerichtet. Jesus ordnen Sie nur im Rahmen des Judentums ein, was mindestens genauso falsch ist, wie die von den christlichen Kirchen über Jahrhunderte hinweg vorgenommene, fast schon chirurgische Abtrennung von diesem. Unter den "Völkischen" war Jesus dann bekanntermaßen schon gar kein Jude mehr, sondern rotblonder Galiläer, und weil es sich so schön gleich anhört, waren Galiläer abkommen der Gallier, also war Jesus ein indogermanischer Kelte.

Niekisch

6. April 2021 11:20

"Sie, Niekisch würden, der Wahl Ihres Pseudonyms nach zu urteilen, vielleicht "Gebrüder Strasser versus Hitler" hinzufügen"

 @ Der_Juergen: Den nn habe ich gewählt, weil ich Ernst Niekisch seines Unabhängigkeitsstrebens wegen bewundere, weniger wegen seiner Politik. "Versus"-Erwägungen finde ich heute nicht mehr bedeutsam. Eher die mit der hiesigen Diskussion zusammenhängende Frage der Einstellung Hitlers zu Jesus Christus und dem frühen Christentum, das er als Vorläufer des Sozialismus ansah. Manchmal drängt sich mir der Gedanke auf, was geschähen wäre, hätte dieser begnadete Massenredner außerhalb der Politik alleine seinen Satz "...die wir eigentlich die Erfüllung der Lebensaufgabe Christi bringen wollen" verwirklichen wollen. Vielleicht wäre dann die Glaubensspaltung in Deutschland aufgehoben und einige uns bedeutsame christliche Elemente mit unserem Erbe wesensgemäß verschmolzen worden. Die Diplomatie wäre dann nicht in die Hände von Parteipolitikern gefallen, das Reich hätte vielleicht eine friedliche Entwicklung genommen...

tearjerker

6. April 2021 11:28

@Lucky: „Das regelmäßig hier zelebrierte Religions- und Bibelgedöns wächst sich befremdlich aus“

Der Beitrag von ML greift die Freiheitsfrage anhand der Geschichte der Missionare im Film auf, deren Organisation als Geschäftsmodell das Opfermanagement betreibt. Wo gehört denn das Religionsgedöns hin, wenn nicht hier? Selbst wenn man sich nicht damit identifiziert oder den Zugang dazu nicht besitzt oder ihn verloren hat, verschwinden die damit verbundenen Fragen ja nicht.

zeitschnur

6. April 2021 11:32

@ gracchus, @ quarz

Extra muros ecclesiam nulla salus impliziert sehr wohl, dass außerhalb, also auch v.a. ohne Taufe im besten Fall der Limbus zur Verfügung steht, ein glückselig-unmenschlicher Zustand. Man hat das beim Vaticanum II schöngeredet, aber sehen sie doch in die alten Texte ...

Immerhin ist ja die Aussage der Schrift eine erheblich andere: Das Heil kommt dort von den Juden und ist "in Christus", der auferweckt wurde von Gott und damit für die vielen (einzelne!) den Weg der Erlösung von Sünde und Tod frei gemacht hat ... Ich denke, es war tatsächlich die Kirche selbst, die das verraten und pervetiert hat, davon handeln ja meine Bücher.

ML deutet es ja durchaus an, dass die historische Rolle der Jesuiten in Japan mehr als übel war. Der Zorn des Shogunats ist verständlich, denn es ging tatsächlich um den Versuch einer totalen Machtübernahme in Japan, verschanzt hinter angeblicher Mission, angeblichen Handelsbeziehungen, am Ende waren die Kriegsschiffe der iberischen Halbinsel schon unterwegs, und es wurde ein innerjapanischer "Messias" aufgebaut, der in einen Volksaufstand verwickelt war ... Die Sache flog allerdings rechtzeitig auf, daher die rabiate Reaktion der japanischen Regierung damals. Das ist alles sehr komplex, daher löse ich solche Filhandlungen gerne ab von der historischen Realität.

@ Laurenz Kirchenkritik verstehe ich natürlich sehr gut, aber warum kann man das nicht differenziert betrachten? Die Welt ist nicht sw.

Laurenz

6. April 2021 11:36

@RMH @Laurenz

Den Galiläer-Gallier, wie den Danäer-Dänen Homers, nehme ich Ihnen ab, den Rest nicht. Die Verkürzung entsteht dadurch, daß gar nicht mehr vorhanden ist. Es gibt Mio. von Hobby-Schriftgelehrten, wie zeitschnur, die alle nur um den heißen Brei reden. Mein eigener Ugroßvater hielt, als 7-Tage-Adventist, schriftgelehrte Predigten vor 2.000 und mehr Gläubigen zu Düsseldorf. Er konnte die Bibel quasi auswendig. Wenn ich gegenüber Christen die Schrift zitiere, um den Glauben (an das Gute) zu entkräften, höre ich seit 40 Jahren Interpretationen des Geschriebenen. "Das muß man anders verstehen. Sie verstehen die Schrift falsch." (Als ob ich nicht lesen könnte, was da geschrieben steht.)

Wissen Sie, wie ich diese Debatten immer beende?

"Der Führer hat das in >>Mein Kampf<< auch nicht so gemeint. Alle haben ihn nur falsch verstanden."

ML: Paßt doch, Sie haben ja auch eine sehr entschiedene Meinung, wie das alles zu verstehen ist.

RMH

6. April 2021 11:37

II.

Nochmals daher:

Das Christentum ist nicht deshalb schlecht, weil es quasi "leistungslos" die Erlösung durch Glauben ganz individuell liefert (hier bin ich übrigens bei Luther). Wer Nietzsche jetzt so versteht, dass dieser Umstand der Grund für die Attraktivität bei Sklaven sei (oder für Linke: Money for nothing & heaven for free), hat Nietzsches Sklavenmoral nur halb verstanden. Es ist genauso Sklavenmoral, wenn man nur durch harte Arbeit, Askese, Leistung, Krieg, Töten anderer etc. in eine Art höhere Stufe gelangt (aus antiker Sicht sind das die Tribute für einen guten, leistungsfähigen Sklaven - der Freie begnügte sich mit Otium). Denn hier wird die Selbstqual oder alt. das Quälen anderer zum Wert. Wir sind dann auch in den Bereichen des geistigen Urfeindes des Christentums, der Gnosis. Beim Christen ist es der Akt der göttlichen GNADE, die das Heil bringt, bei der Gnosis die Selbstvergottung durch eigenes tun.

Nicht ohne Grund sprechen Christen von einem "Geschenk" Gottes. Wer in etwas, was nichts kostet, außer daran zu glauben, keinen Wert sieht, ist mehr unfrei und mehr in der Moral der Unfreien, der Sklaven verhaftet, als er subjektiv meint. Nicht die Tat macht frei, der Glauben macht frei für Taten. Diesen Unterschied sollte man auch als Nichtchrist zumindest einmal versuchen, geistig nachzuvollziehen. 

Franz Bettinger

6. April 2021 11:40

@Laureunz: Ich sehe’s praktisch. (1) Wenn in St. Gallen die revoltierenden Jugendlichen zu 90% Migranten waren (wie @Benno behauptet), dann sind mir diese jungen Migranten recht und lieber als einheimische Stubenhocker.  (2) Wenn Veganer sich deshalb nicht impfen lassen, weil der Impfstoff foetales, tierisches (oder gar menschliches) Gewebe enthält, welcome! Und wenn (3) Christen wie Caroline Sommerfeld auf Demos gegen die Corona-Diktatur Kreuze in den blauen Himmel recken, nur zu! - Wo ist das Problem? Willst du den Krieg gewinnen oder nicht? Haare spalten kann man später noch.

Ralph

6. April 2021 12:21

Die Artikel von Herrn Lichtmesz sind hervorragend, insbesondere seine messerscharfen Auslassungen über den Corona-Irrsinn. Danke. 

Ansonsten möchte ich noch Laurenz (und auch Herrn Carsten Lucke) für das beständige Gegenhalten danken. Auch mir stößt der abrahamitische Unterton hier zunehmend sauer auf.

ML: Damit werden Sie leben müssen, und die Bezeichnung "abrahamitisch" lehne ich ab.

Alter weiser Mann

6. April 2021 12:44

@All

Wie ich ML verstanden habe, geht es darum, welche Handlungsoptionen bestehen, wenn einem neben der äußeren auch die innere Freiheit genommen wird. Zudem die Frage, was die jeweilige Optionen (innere Migration, Widerstand, Martyrium) mit dem Einzelnen anstellen. Als Mensch mit breitem Background lässt ML dann im zweiten Teil ein historisches Panaroma dramatischer Realitäten oder Fiktionen zum Kampf um die innere Freiheit folgen.

Im klassischen Staatsdenken war die innere Freiheit unabdingbar. Hobbes zwang zum formalen Bekenntis und ließ die Gedanken frei, Kant konnte sich nicht vorstellen, dass die Moralität mit Mitteln der Legalität behandelt wird.

Heute ist das alles erledigt. Falsche Gesinnung: zack weg. Immerhin bleibt man noch physisch unversehrt.

Hoffungsschimmer: die Affäre Thierse in der SPD zeigt, dass die Totalitären sich beginnen selbst aufzufressen. Das war bei Stalin und Robbespiere nicht anders. Vielleicht tötet sich das Monster am Ende selbst.

Imagine

6. April 2021 12:49

1/2

Religionen sind von Menschen gemachte Narrative.

Ein großer Vorteil einer liberalen Gesellschaft ist, dass den Menschen die Wahl des Narrativs freigestellt ist und ob er sich einem gängigen Narrativ anschließt oder sich sein privates Ding konstruiert.

So wie der Mensch nicht nicht kommunizieren kann, so kann er auch nicht nicht glauben.

Während – in der liberalen Gesellschaft - es die Freiheit des Glaubens gibt, d.h. jeder kann glauben, was er will und was ihm passt, verhält es sich mit der Gegenstruktur des Glaubens, nämlich der Wissenschaft, völlig anders.

Wissenschaft ist ein System voller Zwänge. Anerkanntes wissenschaftliches Wissen muss methodischen Voraussetzungen entsprechen, z.B. positivistischen Kriterien, dem Gebot logischer Widerspruchsfreiheit etc.

Wissenschaft unterliegt dem Zwang zur Objektivität.

Dem radikalen Konstruktivismus ist es gelungen, die Grenze zwischen Glauben und Wissen, welche das aufgeklärte Europa kennzeichnete, einzureißen. Es wurde bestritten, dass es eine objektive Wahrheit gibt. Ein Heinz von Foerster behauptete: „Wahrheit ist die Erfindung eines Lügners“. Hat er auf der Payroll von CIA und dem tiefem Staat gestanden?
https://www.missing-link-institut.de/aktuelles/id/wurde-heinz-von-foerster-von-der-cia-finanziert/

Imagine

6. April 2021 12:55

2/2

Jedenfalls hat der Radikale Konstruktivismus entscheidenden Anteil an der Wissenschaftszerstörung in den kapitalistischen Gesellschaften und ihrem kollektiven Versinken in Subjektivismus, Identitätsdiffusion und –konfusion sowie kollektivem Irrationalismus und Irresein.

Menschen in modernen Gesellschaft benötigen die Wissenschaft wie die Seefahrer die Leuchttürme.

Niemand außer den beteiligten Wissenschaftlern Managern, und Geldgebern weiß, was in den genetischen Material enthalten ist, was den Menschen jetzt massenhaft gespritzt. Das wissen die Politiker nicht, nicht die Journalisten und selbst die Ärzte nicht, die das Zeug spritzen.

In vor-aufgeklärten Gesellschaften bilden die Religionen die Legimitationsbasis für die weltliche Ordnung und Herrschaft. Man denke an das „Gottesgnadentum“.

Deshalb ist das Bekenntnis – wie in dem Filmbespiel so wichtig, weil des Bekenntnis den politischen Herrschaftsbezug und seine Anhängerschaft ausweist, die sich dieser Ordnung unterwirft, zeigt.

Das religiöse Bekenntnis, die Symbole und Rituale spielen in allen „Gottesstaaten“, in welchen die Religion die Funktion einer Legitimationsbasis für weltliche Herrschaft und Ausbeutung besitzt, eine zentrale Rolle. Natürlich auch in den Staaten mit marxistisch-leninistischer Staatsreligion.

Insofern hatten Liberalismus und Kapitalismus eine gewisse befreiende Funktion. Niemand musste sich zu irgendeinem Glauben bekennen. Es reichte, wenn er systemkonform funktioniert.

Simplicius Teutsch

6. April 2021 13:16

@zeitschnur: „Gerade dieses Muster spielt derzeit eine riesige Rolle, auch beim Verrat der Grundrechte und der Freiheitsrechte durch so viele Mitläufer, Denunzianten und Blockwarte.“

Da stimme ich Ihnen voll zu, - unabhängig von der Interpretation des biblischen Sündenfalls.

In den letzten Monaten beschleicht mich hin und wieder so eine Ahnung, eine Befürchtung, dass die Masse der Corona-Verängstigten, der Kranken und feigen Mitläufer, die brav und korrekt vor jedem gesellschaftlich aufgestellten VERBOTSSCHILD halt machen, die sich nicht trauen, bei Dauer-Rot über eine Ampel zu laufen, auch wenn kilometerweit kein Auto fährt, die Macht übernommen haben.

Denn diese sind in der Masse die Befürworter von „härteren“ Lockdowns, von „verschärfter Kontrolle“, von Impfzwang, - rachsüchtige Denunzianten, Verbieter, Blockwarte, die Abrasierer der Freiheitsrechte, die mit der Corona-Plandemie und ihrem Heiland Markus Söder und der unfruchtbaren Mutti Merkel endlich die strukturelle, gesellschaftliche Macht über die Freisinnigen und auch über die manchmal unangenehmen, aber angstlosen Mallorca-Proleten bekommen haben.

Ich selber werde immer Nietzscheanischer in der stinkenden Alltagsbrühe, in der ich schwimmen muss und von oben immer wieder untergetaucht werde. Andererseits, das ist so ein Gedanke, sitzen vielleicht die echten Knallhart-Nietzscheaner gerade jetzt ganz(!) oben am großen Hebel und sind dabei ihn umzulegen.

Monika

6. April 2021 13:18

Damit es nicht bei 88 Kommentaren bleibt :) Ja, es ist sehr schade, dass es nicht zu einer grundsätzlichen Diskussion über das kam, was Widerstand ausmacht. Welche Freiheit ist gemeint, wenn wir widerstehen ? Wie steht es um kulturelle und zeitbedingte Parameter ? Wie ist der Zusammenhang zwischen Widerstand und Gesinnung ? Warum kann eine Karola Rakete Sophie Scholl für die Antifa einnehmen ? Wieso gibt es immer noch kein Gedenken an die Widerständler im realen Sozialismus auf deutschem Boden ? Wie kann man Greta Thunberg ein Denkmal setzen ? Ist Widerstand überhaupt noch ein Wert ? Ist nicht ein Held, wer seine Freiheiten nutzt, um ins gelobte Land im rein materiellen Sinne zu kommen ? Brunhilde Pomsel, die Sekretärin von Goebbels, die Motivation einer Sophie Scholl nicht verstehend, hat sinngemäß mal gesagt: „Hätte Sophie Scholl nicht noch ein bisschen warten können, bis der Krieg aus war . Das arme Mädel hätte doch nicht so jung sterben müssen..“

Gibt es überhaupt noch eine ethisch begründbare Form des Widerstands, wenn es nur noch ums biologische Überleben geht? 

Hellbacher

6. April 2021 13:18

Es tut schon weh, die pseudowissenschaftlichen, antichristlichen Ausführungen des @Laurenz zu lesen. Sie beweisen nur, daß der Autor null Ahnung weder vom Christentum noch vom Judentum hat und - vermutlich - sein ganz persönlicher Kreuz-, pardon, Thorshammerzug gegen Ersteres führt.

"Religion der Schwächlinge" - das ist ermüdend und so kennzeichnend von Menschen, die von Geschichte nicht viel wissen... Lesen Sie mal z.B. die entsprechenden Kapitel bei de Vries ("Altgermanische Religionsgeschichte")!

"Juden kennen kein jenseitiges Paradies, man stirbt, fertig" - woher haben Sie solchen Unfug?

Eine Buchempfehlung: "The Germanization of Early Medieval Christianity. A Sociohistorical Approach to Religious Transformation", von James C. Russell (meines Wissens noch nicht übersetzt); und ein Hinweis: "Bushido e cristianesimo. Guerrieri e sapienti tra due mondi (XVI-XXI secolo)", von Adolfo Morganti. Letzteres habe ich noch nicht gelesen, steht aber auf der Einkaufsliste.

Götz Kubitschek

6. April 2021 13:26

so, badeschluß!

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