Netzfundstücke (83) – Kohle, Affären, Hörstoff

»Kohle ist ein schwarzes oder bräunlich-schwarzes, festes Sedimentgestein, das durch Inkohlung pflanzlicher Biomasse entsteht.«

So defi­niert die »freie Enzy­klo­pä­die« des Net­zes, Wiki­pe­dia, den fos­si­len Brenn­stoff, der die ener­ge­ti­sche Basis der zwei­ten Wel­le der Indus­tria­li­sie­rung im 19. Jahr­hun­dert lie­fer­te, bis er Mit­te des 20. Jahr­hun­derts durch die fina­le Durch­set­zung des flüs­si­gen Roh­stoffs Öl sei­ne über­ge­ord­ne­te Bedeu­tung verlor.

In Kom­bi­na­ti­on mit der Jahr­hun­dert­er­fin­dung Loko­mo­ti­ve ent­fes­sel­te sich mit der Koh­le der »indus­tri­el­le Pro­me­theus«. Davon blie­ben die sozia­len Ord­nun­gen, die sich bereits seit dem aus­ge­hen­den 18. Jahr­hun­dert in einem rapi­den Wan­del befan­den, logi­scher­wei­se nicht unberührt.

Die gesell­schaft­li­chen Ver­hält­nis­se restruk­tu­rier­ten sich tief­grei­fend, das Pri­mat der Wirt­schaft setz­te sich in Form der bür­ger­li­chen Gesell­schaft durch: »Die 1850er Jah­re kön­nen als eigent­li­che Pha­se der bür­ger­li­chen Revo­lu­ti­on in Deutsch­land ver­stan­den wer­den – jeden­falls, wenn wir den Griff der Unter­neh­mer­wirt­schaft nach der öko­no­mi­schen und poli­ti­schen Macht sozio­lo­gisch begreifen.

Die­se Revo­lu­ti­on bedien­te sich weni­ger poli­ti­scher als viel­mehr öko­no­mi­scher Mit­tel, die neue Gesell­schaft mit der Macht wirt­schaft­li­cher, sozia­ler und tech­no­lo­gi­scher Fak­ten umzu­ge­stal­ten«, kon­sta­tier­te der Sozio­lo­ge Die­ter Otten in sei­ner tech­nik­so­zio­lo­gi­schen Groß­ana­ly­se Die Welt der Indus­trie.

Als die rele­van­tes­te Stein­koh­le­re­gi­on Deutsch­lands bil­de­te das Ruhr­ge­biet das Epi­zen­trum die­ser Revo­lu­ti­on von Öko­no­mie und Gesell­schaft: »Koh­len­pott« und »Stahl­schmie­de der Nati­on« fin­gen die­se sozio­öko­no­mi­sche Rele­vanz sprich­wört­lich ein.

»Nicht mehr in den erz- und was­ser­rei­chen Gebirgs­tä­lern kon­zen­trier­te sich die Schwer­indus­trie, nicht mehr im Ber­gi­schen Land, im Sauer­land, im Harz, im Erz­ge­bir­ge, in Ober­schle­si­en, son­dern an ganz neu­en Stand­or­ten, die zum einen nach dem Vor­kom­men von Koh­le, zum ande­ren nach Stand­ort­ge­sichts­punk­ten aus­ge­wählt wur­den. Das Gebiet zwi­schen Duis­burg und Dort­mund ent­lang der Ruhr soll­te zum ent­schei­den­den Indus­trie­zen­trum Deutsch­lands wer­den«, führt Otten in Die Welt der Indus­trie wei­ter aus.

Die weit­rei­chen­den Umwäl­zun­gen sind auch geo­gra­phi­scher Natur: Vor­mals blü­hen­de Regio­nen wer­den zu »abge­häng­ten« Land­stri­chen, in ande­ren wird Indus­trie­ge­schich­te geschrie­ben. Ein Pro­zeß der bis heu­te nicht abge­schlos­sen ist und unter ande­rem im Fal­le des Ruhr­potts zeigt, wie aus öko­no­mi­schen Gewin­nern spä­te­re Ver­lie­rer werden.

Doch zurück in die indus­tri­el­le Blü­te­zeit des Potts: Im Mit­tel­punkt der »Ent­fes­se­lung des Pro­me­theus« stand in Deutsch­land ohne Fra­ge die Stadt Essen. 1843 war es auf dem Gelän­de der Esse­ner Zeche »Zoll­ver­ein« gelun­gen, die 1.000 Meter star­ke Mer­gels­chicht zu durch­bre­chen, die über den Koh­len­vor­rä­ten des Ruhr­ge­biets lag.

Die Koh­le­för­de­rung stieg in einem wech­sel­sei­ti­gen Pro­zeß mit der Stahl­pro­duk­ti­on rapi­de an: 1850 wur­den 1,9 Mil­lio­nen Ton­nen Koh­le geför­dert, 1914, rund ein hal­bes Jahr­hun­dert spä­ter, waren es 114 Mil­lio­nen Ton­nen Koh­le im Jahr – ein Anstieg von cir­ca 6.000 Pro­zent. Indes stei­ger­te sich die Roh­ei­sen­pro­duk­ti­on von 245.000 Ton­nen im Jahr 1850 auf 14,8 Mil­lio­nen Ton­nen im Jahr 1910.

Die­se Men­gen an Koh­le und Stahl wer­den spe­zi­ell in der ver­gleichs­wei­se gering­fü­gig auto­ma­ti­sier­ten Zeit des 19. Jahr­hun­derts nicht allei­ne geho­ben und pro­du­ziert. Dafür braucht es mensch­li­che Arbeits­kraft. Essen mit der Zeche »Zoll­ver­ein« und der Fir­ma Krupp sowie das Ruhr­pott als Gan­zes wur­den daher zum Brenn­punkt der Her­aus­bil­dung der Lohn­ar­beit und der damit ver­bun­de­nen end­gül­ti­gen Durch­set­zung von Kapi­tal­in­ter­es­sen, denen bereits durch den end­gül­ti­gen Zer­fall der Zünf­te wäh­rend der Zeit des Abso­lu­tis­mus Vor­schub geleis­tet wor­den war.

Der West­deut­sche Rund­funk hat die­sem durch den schwar­zen, koh­len­stoff­hal­ti­gen Roh­stoff des Ruhr­potts ange­feu­er­ten Umwäl­zungs­pro­zeß mit einem Schlag­licht auf die Stadt Essen nun eine Doku­men­ta­ti­on in der Rei­he »Hei­mat­flim­mern« gewid­met, die mit fil­mi­schen Sze­nen ange­rei­chert wurde.

Die Deu­tung die­ses dis­rup­ti­ven Wan­dels lie­fert man im Titel gleich mit: »Koh­le, Wohl­stand, Fort­schritt – Essen zur Jahr­hun­dert­wen­de«. Trotz­dem sehenswert:


Der­weil man sich beim WDR über die posi­ti­ve Rich­tung die­ser Revo­lu­ti­on in eine bes­se­re Zukunft aus Wohl­stand und Glücks­ma­xi­mie­rung, kurz »Fort­schritt«, sicher ist, war ein Uni­ver­sal­ge­bil­de­ter von die­ser teleo­lo­gi­schen Ein­deu­tig­keit der Trans­for­ma­ti­on kei­nes­falls überzeugt.

Der Hei­del­ber­ger His­to­ri­ker Rolf Peter Sie­fer­le erblick­te in der Indus­tria­li­sie­rung eine »Explo­si­on von uni­ver­sal­ge­schicht­li­cher und glo­ba­ler Dimen­si­on«, deren »mate­ri­el­les Wachs­tum als Aus­druck eines Trans­for­ma­ti­ons­pro­zes­ses inter­pre­tiert und (…) kei­nes­wegs als Signa­tur eines sta­bi­len, struk­tu­rier­ten Zustands ver­stan­den wer­den« muß. »Da die­ser Grund­satz auch für Gesell­schaf­ten gilt, muß der Schluß gezo­gen wer­den, daß eine ›Indus­trie­ge­sell­schaft‹ im Sin­ne einer dau­er­haf­ten sozia­len, öko­no­mi­schen oder poli­ti­schen Struk­tur über­haupt noch nicht existiert.«

Für Sie­fer­le ste­cken wir immer noch im Cha­os eines dau­er­haf­ten Reor­ga­ni­sa­ti­ons­pro­zes­ses fest, der alles mit sich fort­reißt. Der oben kurz erwähn­te Auf­stieg und Nie­der­gang des Ruhr­potts inner­halb die­ses Pro­zes­ses kann durch­aus als Aus­druck der dau­er­haf­ten Reor­ga­ni­sa­ti­on gewer­tet werden.

Der »ent­fes­sel­te Pro­me­theus« hat eine »eigen­tüm­li­che evo­lu­tio­nä­re Selbst­stän­dig­keit gewon­nen (…), die Wil­lens- und Ent­schei­dungs­pro­zes­sen unzu­läng­lich bleibt«. Indes lag der Aus­gangs­punkt die­ser Ent­fes­se­lung für Sie­fer­le in den fos­si­len Schät­zen unter der Erde ver­bor­gen. In sei­nem erst­mals 1982 ver­öf­fent­lich­ten umwelt­his­to­ri­schen Stan­dard­werk Der unter­ir­di­sche Wald – Ener­gie­kri­se und Indus­tri­el­le Revo­lu­ti­on zeich­ne­te er die in Euro­pa flä­chen­de­cken­de Durch­set­zung des Pri­mär­ener­gie­trä­gers Stein­koh­le und das damit auf­zie­hen­de Leben über die Ver­hält­nis­se kennt­nis­reich nach.

Von die­ser Stu­die führ­te Sie­fer­les Weg zum Rück­blick auf die Natur und der mit dem Epo­chen­wech­sel vor­ge­brach­ten Erkennt­nis, daß die libe­ra­len Gesell­schaf­ten west­li­cher Pro­ve­ni­enz mit ihrem vul­gä­ren Uni­ver­sa­lis­mus auf eine Zer­falls­ord­nung des Behe­mo­ths zusteuern.

Nun ist Sie­fer­les Stan­dard­werk Der unter­ir­di­sche Wald im Landt Ver­lag neu auf­ge­legt wor­den und kann natür­lich direkt hier, bei Antai­os, dem größ­ten kon­ser­va­ti­ven Ver­sand­buch­han­del, bestellt wer­den. Den eben­so lesens­wer­ten 7. Band der Sie­fer­le-Werks­aus­ga­be Die Kri­se der mensch­li­chen Natur & Bevöl­ke­rungs­wachs­tum und Natur­haus­halt erhal­ten Sie hier.

Wer an die Wur­zel der »Auf­lö­sung aller Din­ge« vor­sto­ßen und sich nicht nur mit ober­fläch­li­chem Her­um­dok­tern an poli­ti­schen Pro­blem zufrie­den geben möch­te, für den ist Sie­fer­les Koh­le-Stu­die ein Muß – »klä­ren­de Lek­tü­re, die hal­be Regal­me­ter ersetzt«.


Um die ganz ande­ren Lek­tü­ren, die gan­ze Regal­me­ter mit ver­schwen­de­ter Dru­cker­schwär­ze und Papier voll­stop­fen, ging es in der 17. Fol­ge des Pod­casts aus Schnell­ro­da »Am Ran­de der Gesellschaft«.

Sezes­si­on-Chef­re­dak­teur Götz Kubit­schek, IfS-Lei­ter Dr. Erik Leh­nert, Sezes­si­on-Lite­ra­tur­re­dak­teu­rin Ellen Kositza und Sezes­si­on-Redak­teur Bene­dikt Kai­ser beschäf­tig­ten sich mit Erkennt­nis­sen und Belang­lo­sig­kei­ten der Pro­fes­so­rin für Neue­re und Neu­es­te Geschich­te an der Uni­ver­si­tät der Bun­des­wehr Mün­chen, Hed­wig Rich­ter, der etwas auf­ge­bla­se­nen Affä­re um ihr Buch Demo­kra­tie. Eine deut­sche Affä­re und der Auf­re­gung um die Emp­feh­lung der Kositza-Rezen­si­on zu Mar­tin Mose­bachs neu­em Roman Krass (hier lesen) durch den FAZ-Jour­na­lis­ten Patrick Bahners.

Außer­dem dis­ku­tier­te man über die Exis­tenz von »Social-Bots« und zum wie­der­hol­ten Male über die Coro­na-Maß­nah­men und den Rück­halt für die­sel­bi­gen bei den Deutschen:

Hör­stoff für das Wochenende!

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Kommentare (12)

RMH

10. April 2021 15:48

Worüber ich - angesichts der sonst hier so üblichen Alternativ-Sichten (es gibt keine Viren etc.) - etwas verwundert bin ist der Umstand, dass das nahende Ende der Kohlenstoff basierten Rohstoffe hier regelmäßig ganz im Sinne der Mainstreams (Club of Rome etc.) durch gewunken wird.

cnahr

10. April 2021 17:59

"Nahendes" Ende der fossilen Rohstoffe ist natürlich sehr spekulativ, aber im Gegensatz zu manch anderen Unfug ist die räumliche Beschränktheit der Erde ein Faktum, ebenso wie die zunehmende Schwierigkeit, an tiefer liegende Quellen heranzukommen, nachdem die naheliegenden erschöpft sind. Für Generationen dürfte das noch kein Thema sein, für mehrere Jahrhunderte in der Zukunft schon.

Laurenz

10. April 2021 18:42

Polen produziert nach wie vor 9/10 seines nicht mobilen Energie-Bedarfs aus Kohle. Wann werden die Pseudo-Grünen fordern, in Polen wieder einzumarschieren?

@JS

Diese von Ihnen beschriebene industrielle (R)Evolution hängt grundsätzlich vom gegenwärtigen politischen Willen ab. Das war auch mit der Verwaltungshauptstadt Bonn nicht anders. Adenauer, in dieser Frage Feudalist, wohnte quasi dort.

Man kann das auch wie Dietmar Wischmeyer sehen in "Köln Das Kackdorf"  https://youtu.be/HHVyEvRgn2s oder hier https://youtu.be/7mJxHS0l5Do

oder man baut einfach ein ganzes Werk mit der dazugehörenden Stadt ins Moor, siehe Wolfsburg.

Laurenz

10. April 2021 19:16

Exkurs

Meuthen kann auch in der AfD verlieren.... siehe Der Relotius

https://www.spiegel.de/politik/deutschland/afd-parteitag-fordert-austritt-deutschlands-aus-der-eu-a-0116e375-b486-48b9-b0ca-bfc2e49160d6

Helau!

anatol broder

10. April 2021 19:58

wie alltäglich eine kohlegetribene reise durch europa schon vor 150 jahren war, lesen wir unter anderem im idioten von dostojewski. der roman beginnt so:

«es war gegen ende des november, bei tauwetter, als sich um neun uhr morgens ein zug der petersburg-warschauer bahn mit vollem dampf petersburg näherte. das wetter war so feucht und neblig, dass das tageslicht kaum zur geltung kam; auf zehn schritte konnte man rechts und links von der bahn aus den fenstern der waggons nur mit mühe etwas erkennen. unter den passagieren waren einige, die aus dem ausland zurückkehrten; am meisten gefüllt waren aber die abteile dritter klasse, und zwar fast ausschliesslich mit kleinen geschäftsleuten, die nicht aus sehr weiter entfernung kamen. alle waren, wie das so zu sein pflegt, müde; allen waren während der nacht die augenlider schwer geworden, alle fröstelten, alle gesichter waren gelblich, von derselben farbe wie der nebel.»

Laurenz

10. April 2021 20:29

@Anatol Broder

Das ist wie im Zentrum Bangkoks. Nur, daß man dort nicht friert, sondern schwitzt und am Abend ist das Hemd-Revers schwarz.

Man sollte halt grüner Bundestags-Abgeordneter werden. Dann darf man alles. Die Fraktion der Grünen im Bundestag nimmt dessen Fahrdienst am meisten pro Kopf in Anspruch.

Gustav Grambauer

10. April 2021 20:39

Verschwende keine Sekunde an das Nachvollziehen der Pseudo-Dichotomie "böser, verlogener Klimaschutz" versus "gute, ehrliche Heimatnaturpflege" sofern das Menschenbild dahinter so sinsiter ist, wie es mit der Feindschaft gegenüber Prometheus heute wieder mal zum Ausdruck kommt.

Somit sehe ich hier im Wesentlichen Brüder mit Schwester Klimagretel in Malthus bzw. im Abfeiern des "Kultes der Oligarchie" vereint.

Bin nicht mit allen Feinheiten der Argumentation einverstanden, aber die eigentliche (!) Dichotomie, - Mensch vs. Tier -, ist hier sehr gut erkannt:

https://www.solidaritaet.com/neuesol/2007/16/larouche.htm

Das Menschenbild (oder eben Tierbild) ist immer der Kern der Selbstoffenbarung einer Ideologie.

Und diejenigen Antiprometheiker, die sich zugleich zum Christentum bekennen, sollten einmal mit dem Nachdenken über ihr Dilemma beginnen. Für mich ist es hier (!) eigentlich unvorstellbar, daß der Zusammenhang nicht von Anbeginn im Fokus der Aufmerksamkeit steht: Prometheus ist der Herold des Christus. Die - sogar noch tiefere - Dichotomie Erlöser vs. Finsternis der deterministischen Sklaverei, bei Christus später lediglich kenntlich gemacht an der hebräischen Antike, ist in Prometheus in Griechenland antizipiert.

Bin wieder mal tief entsetzt, auch wenn mir der hier sich wieder mal offenbarende Abgrund ja eigentlich lange bekannt ist.

- G. G.

Freiheit!

Cugel

10. April 2021 22:04

@RMH
"Worüber ich - angesichts der sonst hier so üblichen Alternativ-Sichten (es gibt keine Viren etc.) - etwas verwundert bin ist der Umstand, dass das nahende Ende der Kohlenstoff basierten Rohstoffe hier regelmäßig ganz im Sinne der Mainstreams (Club of Rome etc.) durch gewunken wird."

Ich finde es belustigend, daß Esoteriker und Esoterikerinnen kein Problem haben, sich im Alltag technischer Mittel zu bedienen, die Produkte ebenjener Erkenntnisse sind, die schlankerhand als satanisch verworfen werden, und sich dabei auch noch genial vorkommen. Eklektizismus und Manichäismus machen Komplexität einfach. Ziemlich postmodern.
Weniger amüsant ist die Traktion, die der Club-of-Rome-Zinnober und seine Ableger gefunden haben. Es verhält sich wohl wie mit dem Glauben an den Marxismus. Irgendwann muß es schließlich mal klappen.
Mir verstärkt sich der Eindruck, die Anarchistische Pogo-Partei habe ihr Wahlprogramm verwirklicht.

Lotta Vorbeck

10. April 2021 23:03

@Gustav Grambauer - 10. April 2021 - 08:39 PM

DANKE, lieber Gustav Grambauer!

"Mehr Licht ..."

Laurenz

11. April 2021 02:05

@BK

Ihre Freundin Wagenknecht (Zitat EK) hat es wieder geschafft.

https://www.heise.de/tp/features/NRW-Linke-waehlt-Wagenknecht-auf-ersten-Listenplatz-6010785.html

Das gibt Ärger ..... 

 

Franz Bettinger

11. April 2021 09:58

Sag den Ameisen, im Wald gingen die Nadeln aus, denn der Wald ist beschränkt. Ha! Wenn es im Kosmos eine Sache im Überfluss gibt, dann ist es Energie, so auch auf dem Planeten Erde. Wir sitzen auf einem glühenden Feuerball aus Eisen und anderen Schwermetallen. Ein nur 50 km dicker Granitschild trennt uns davon. Die Ressourcen sind (für Ameisen wir wir) unendlich. Stetig bohren wir tiefer, finden neue Lagerstätten, neue Energieformen (Holz -> Kohle -> Gas -> Öl -> Uran -> Wasserstoff -> Recycling … ). Kein Atom wird zerstört. (Von E=mc2, was nur für Sonnen relevant ist, einmal abgesehen.) Alles wird immer nur umgewandelt. Natürlich ist das Dogma von der Energie-Knappheit eine Großlüge, wie viele andere, die uns Angst machen sollen. Mit Angst beherrscht man uns seit Jahrhunderten. Mon Dieu!

anatol broder

11. April 2021 14:58

@ franz bettinger 9:58 

es geht nicht um natürlich vorhandene, sondern um wirtschaftlich nutzbare energie. die kernkraft ist in diesem zusammenhang nicht nur für sonnen relevant. der astroseismologe und exoplanetologe donald kurtz sieht es auch so.

wie der mensch den planeten erde kampflos an die ameise verliert, schildert clifford simak in seinem meisterwerk als es noch menschen gab (en: city).

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