Corona – Was wir wissen können (1)

Wir wissen, daß dort, wo es um »Große Erzählungen« und um Angstpolitik geht, das Argument ein Mauerblümchen ist.

Erik Lehnert

Erik Lehnert ist promovierter Philosoph und Wissenschaftlicher Leiter des Instituts für Staatspolitik.

Ver­ste­hen wir das fol­gen­de also als Pro­to­koll: Was konn­te man im Früh­jahr 2021 wis­sen, aus wel­chen Erfah­run­gen hät­te man seit Mona­ten klug gewor­den sein können?

Ursprung und Vorbereitung

Im Dezem­ber 2019 brach in der chi­ne­si­schen Stadt Wuhan (Pro­vinz Hub­ei) die Lun­gen­krank­heit COVID-19 aus. Zu der Annah­me, daß es sich bei dem Erre­ger SARS-CoV‑2, einem Coro­na­vi­rus, um eine Zoo­no­se han­delt, die auf einem chi­ne­si­schen Tier­markt in der Stadt Wuhan über­tra­gen wur­de, kom­men zuneh­mend Hin­wei­se auf einen Unfall in einem bio­tech­no­lo­gi­schen Labor im Zen­trum von Wuhan. Für bei­de Hypo­the­sen gibt es wis­sen­schaft­li­che Argu­men­te, die Labor-The­se ist bis­her aller­dings eine aka­de­mi­sche Außen­sei­ter­po­si­ti­on, fin­det jedoch zuneh­mend Fürsprecher.

Aus epi­de­mio­lo­gi­scher Sicht ist die Ant­wort belang­los, das Virus ist in der Welt. Am 30. Janu­ar 2020 rief die WHO eine »gesund­heit­li­che Not­la­ge von inter­na­tio­na­ler Trag­wei­te« aus. In Chi­na wur­den bis dahin in die­sem Aus­maß unge­kann­te Maß­nah­men zum Infek­ti­ons­schutz ergrif­fen. Die gan­ze Pro­vinz Hub­ei mit 50 Mil­lio­nen Ein­woh­nern wur­de abge­rie­gelt, Aus­gangs­sper­ren ver­hängt, Qua­ran­tä­ne ange­ord­net, Kon­takt­ver­bo­te aus­ge­spro­chen und Kon­takt­ver­fol­gung betrie­ben. Man war vorbereitet.

Zwei Mona­te vor dem Aus­bruch in Chi­na fand am 18. Okto­ber 2019 in New York die Simu­la­ti­ons­übung »Event 201« mit einem fik­ti­ven Coro­na­vi­rus statt. Das Plan­spiel wur­de vom Welt­wirt­schafts­fo­rum (WEF), der Johns-Hop­kins-Uni­ver­si­tät und der Bill & Melin­da Gates Foun­da­ti­on orga­ni­siert. In dem zugrun­de­lie­gen­den Sze­na­rio einer glo­ba­len Pan­de­mie durch die fik­ti­ve Lun­gen­krank­heit »CAPS«, aus­ge­löst durch ein SARS-ähn­li­ches Coro­na­vi­rus, ging man von 65 Mil­li­on Toten inner­halb von 18 Mona­ten aus.

Das Ergeb­nis der Bera­tun­gen, an der auch der Gene­ral­di­rek­tor der chi­ne­si­schen Seu­chen­schutz­be­hör­de CCDC teil­nahm, wur­de in Form einer Hand­lungs­auf­for­de­rung publi­ziert. Das zen­tra­le Anlie­gen war ein staat­lich-pri­va­ter Zusam­men­schluß (»public-pri­va­te coope­ra­ti­on«) in der Seu­chen­be­käm­fung, der Auf­klä­rungs­ar­beit und der ange­mes­se­nen Reak­ti­on auf die öko­no­mi­schen Fol­gen von Pan­de­mien. Regie­run­gen und Pri­vat­wirt­schaft soll­ten Metho­den zur Bekämp­fung von »Fehl­in­for­ma­tio­nen« (»mis- and dis­in­for­ma­ti­on«) ent­wi­ckeln. Auch in phar­ma­zeu­ti­sche Pro­duk­te, wie etwa Impf­stof­fe, soll­ten Regie­run­gen investieren.

Bereits 2010 hat­te die Rocke­fel­ler-Stif­tung ein pan­de­mi­sches Sze­na­rio hypo­the­tisch durch­ge­spielt und publi­ziert. Als Fol­ge der Pan­de­mie wur­de die Ent­wick­lung einer stren­ge­ren staat­li­chen Obrig­keit mit auto­ri­tä­rem Füh­rungs­stil inklu­si­ve einer ent­spre­chen­den bür­ger­li­chen Gegen­wehr für plau­si­bel gehal­ten. Auch extre­me Maß­nah­men und her­me­ti­sche Ein­schrän­kun­gen zur Ein­däm­mung der Pan­de­mie unter ande­rem mit einer »welt­um­span­nen­den« Mas­ken­pflicht wur­den für mög­lich gehalten.

Ber­ga­mo und Angstpolitik

Nach­dem dann im Febru­ar 2020 die ers­ten COVID-19-Fäl­le in Nord­ita­li­en gemel­det wur­den, gin­gen, den ent­spre­chen­den Mel­dun­gen aus Chi­na ähn­lich, Bil­der von über­füll­ten Inten­siv­sta­tio­nen, über­las­te­ten Kre­ma­to­ri­en und Mili­tär­fahr­zeu­gen, die Lei­chen abtrans­por­tier­ten, um die Welt. Die »Bil­der aus Ber­ga­mo« wur­den zum Topos, mit dem Ver­weis auf sie konn­te man Maß­nah­men gegen die Aus­brei­tung des Virus anschau­lich rechtfertigen.

Schnell wur­de aber deut­lich, daß in Nord­ita­li­en die Alters­struk­tur der Bevöl­ke­rung, die Luft­ver­schmut­zung und vor allem der Zustand des Gesund­heits­sys­tems eine beson­de­re Rol­le spiel­ten. Die Über­las­tung des ita­lie­ni­schen Gesund­heits­sys­tems war bereits von der sai­so­na­len Grip­pe her bekannt. Die­se Umstän­de fan­den jedoch kaum oder gar kei­nen Ein­gang in die Bericht­erstat­tung der Massenmedien.

Durch pani­sche Fehl­ent­schei­dun­gen wur­de die Situa­ti­on in Nord­ita­li­en ver­mut­lich noch ver­schärft. Men­schen mit leich­ten Sym­pto­men kamen in die Kran­ken­häu­ser und wur­den von dort in Alten­hei­me über­wie­sen. Sol­che Ein­wei­sun­gen stell­ten sich als eine töd­li­che Fal­le für vie­le der Betrof­fe­nen, inklu­si­ve des Per­so­nals, her­aus. Spä­ter kam der mit kli­ni­schen Beob­ach­tun­gen unter­mau­er­te Ver­dacht auf, daß die COVID-19-Pati­en­ten in Nord­ita­li­en in der Panik etwa mit einer Intu­ba­ti­on zur künst­li­chen Beatmung über­the­ra­piert wur­den und dar­an verstarben.

Die Mas­sen­me­di­en blie­ben, im Unter­schied zur Schwei­ne­grip­pe 2009, in erstaun­lich gleich­för­mi­ger Wei­se unkri­tisch gegen­über dem offi­zi­el­len Nar­ra­tiv der Regie­rungs­or­ga­ne und ihrer Bera­ter, die sozia­len Medi­en wie Twit­ter, Face­book und You­Tube zen­sier­ten kri­ti­sche Bei­trä­ge. Erst mit dem Jah­res­wech­sel 2020 / 21 wur­de deut­li­che­re Skep­sis wahrnehmbar.

Die Welt am Sonn­tag leg­te am 7. Febru­ar die­ses Jah­res Vor­gän­ge offen, die zu der anfäng­li­chen Kri­tik­lo­sig­keit bei­getra­gen haben dürf­ten. Die Zei­tung berich­te­te über Doku­men­te aus dem Bun­des­mi­nis­te­ri­um des Innern (BMI), die offen­leg­ten, daß die Bun­des­re­gie­rung in Gestalt des BMI wis­sen­schaft­li­che Ein­rich­tun­gen im März 2020 dazu ange­hal­ten hat­te, Daten zu gene­rie­ren, mit denen Maß­nah­men »repres­si­ver Natur« gerecht­fer­tigt wer­den könnten.

Das Ergeb­nis war das zunächst ver­trau­li­che Stra­te­gie­pa­pier »Wie wir COVID-19 unter Kon­trol­le bekom­men«, in dem man von über einer Mil­li­on Toten im Jah­re 2020 in Deutsch­land aus­ging. Dabei berief sich das BMI auf ein »Exper­ten­team«, auf wel­ches das Amt unmit­tel­bar zuvor selbst mit dem Ziel ein­ge­wirkt hat­te, mög­lichst bedroh­li­che Ein­schät­zun­gen abzu­ge­ben, damit die­se wie­der­um für die ent­spre­chen­den poli­ti­schen Zwe­cke ein­ge­setzt wer­den könn­ten. Zur Stra­te­gie des BMI gehör­te damit auch das geziel­te Schü­ren von Ängs­ten, gera­de auch bei Kindern.

Unklar ist, wel­che Rol­le dabei eine Risi­ko­ana­ly­se zum epi­de­mi­schen Bevöl­ke­rungs­schutz aus dem Jahr 2012 spiel­te, in der eine fik­ti­ve Pan­de­mie durch ein SARS-Virus ange­nom­men wur­de. Das Sze­na­rio einer »Pan­de­mie durch Virus Modi-SARS« wur­de unter fach­li­cher Feder­füh­rung des Robert-Koch-Insti­tuts (RKI) und Mit­wir­kung wei­te­rer Bun­des­be­hör­den entwickelt.

Es wur­de dabei her­vor­ge­ho­ben, daß im Rah­men von not­wen­di­gen Schutz­maß­nah­men Grund­rech­te (Frei­zü­gig­keit, Ver­samm­lungs­frei­heit) ein­ge­schränkt wer­den könn­ten. Dabei ver­an­schlag­te man die Sterb­lich­keits­ra­te bei den Erkrank­ten mit zehn Pro­zent und sah eine ent­spre­chen­de Kom­mu­ni­ka­ti­on in Print­me­di­en, Fern­se­hen, Social Media vor. »Nur wenn die Bevöl­ke­rung von der Sinn­haf­tig­keit von Maß­nah­men (etwa Qua­ran­tä­ne) über­zeugt ist, wer­den sich die­se umset­zen lassen«.

Grund­rech­te und Krankenhauskapazitäten

Wäh­rend die deut­sche Regie­rung zu Beginn des Jah­res 2020 die gesund­heit­li­che Gefahr für die Bevöl­ke­rung als gering ein­schätz­te und dies auf einer Pres­se­kon­fe­renz am 28. Janu­ar durch Gesund­heits­mi­nis­ter Spahn und RKI-Chef Wie­ler, der noch am 14. Febru­ar von einer schwe­ren Grip­pe­wel­le sprach, auch öffent­lich kom­mu­ni­zier­te, wen­de­te sich das Blatt Ende Febru­ar mit der Ein­set­zung eines Krisenstabs.

Seit dem 3. März 2020 einigt sich die Bund-Län­der-Kon­fe­renz regel­mä­ßig auf (ver­fas­sungs­recht­lich umstrit­te­ne) Anord­nun­gen, Ver­län­ge­run­gen, Locke­run­gen und Ver­schär­fun­gen der bekann­ten Ein­däm­mungs­maß­nah­men nach chi­ne­si­schem Vor­bild (Lock­down), bestehend aus Zwangs­maß­nah­men: von Kon­takt­be­schrän­kun­gen, Aus­gangs­sper­ren und Qua­ran­tä­ne über die Schlie­ßung von fast allen Ein­rich­tun­gen bis zur Mas­ken­pflicht im öffent­li­chen Raum und dem soge­nann­ten Ver­weil­ver­bot an öffent­li­chen Plät­zen. Drin­gend gebo­te­ne Ope­ra­tio­nen wur­den ver­scho­ben, um Kran­ken­haus­ka­pa­zi­tä­ten für COVID-19-­Pa­ti­en­ten freizuhalten.

Begrün­det wur­den die har­ten Ein­schnit­te in das pri­va­te und öffent­li­che Leben zunächst mit einer dro­hen­den Über­las­tung des Gesund­heits­sys­tems. »Flat­ten the Cur­ve«, die Infek­ti­ons­kur­ve flach hal­ten, hieß die Paro­le, mit der man die Bevöl­ke­rung auf die Ein­däm­mungs­maß­nah­men ein­schwor. Als epi­de­mio­lo­gi­sche Para­me­ter für eine fla­che Kur­ve galt zunächst eine Ver­dop­pe­lung der fest­ge­stell­ten Neu­in­fek­tio­nen wäh­rend eines Zeit­raums von nicht weni­ger als zwei Wochen, spä­ter von nur noch zehn Tagen.

Außer­dem durf­te der R‑Wert (wie vie­le ande­re Per­so­nen steckt ein Mensch durch­schnitt­lich an?) nicht grö­ßer als eins sein – ein Para­me­ter der auch bei nied­ri­gen Inzi­den­zen schnell erreicht ist. Schließ­lich wur­de die Anzahl der Neu­in­fek­tio­nen pro 100 000 Ein­woh­ner pro Woche zum epi­de­mio­lo­gi­schen Para­me­ter für die Recht­fer­ti­gung von Lockdown-Maßnahmen.

Für die­se Inzi­den­zen wur­den Mit­te Novem­ber mit dem »Drit­ten Gesetz zum Schutz der Bevöl­ke­rung bei einer epi­de­mi­schen Lage von natio­na­ler Trag­wei­te« abso­lu­te Schwel­len­wer­te ins Infek­ti­ons­schutz­ge­setz ein­ge­bracht; deren Über­schrei­tung ver­band man mit gesetz­lich ver­pflich­ten­den Schutz­maß­nah­men, die je nach Schwel­len­wert eine Abschwä­chung, eine Kon­trol­le oder eine Ein­däm­mung des Infek­ti­ons­ge­sche­hens zum Ziel haben. Die­se Schwel­len­wer­te sind inso­fern will­kür­lich, als daß die Inzi­den­zen von der Anzahl der Tes­tun­gen abhängen.

Die Daten des zu Beginn der Coro­na-Kri­se ein­ge­rich­te­ten deut­schen Inten­siv­bet­ten­re­gis­ters (DIVI-Inten­siv­re­gis­ter) zei­gen jedoch, daß das deut­sche Gesund­heits­sys­tem sich seit Beginn der Kri­se zu kei­nem Zeit­punkt auch nur annä­hernd an der Gren­ze zur Über­las­tung befand.

Auch die mutier­ten Vari­an­ten von SARS-CoV‑2 mit einer um 50 Pro­zent erhöh­ten Über­trag­bar­keit konn­ten dar­an nichts ändern. Ange­sichts der rela­tiv unauf­fäl­li­gen epi­de­mio­lo­gi­schen Daten ste­hen die Ein­schrän­kun­gen der Grund­rech­te aus Sicht vie­ler Bür­ger in kei­nem Ver­hält­nis mehr zum Nut­zen der Maßnahmen.

– – –

Die­ser Bei­trag, des­sen zwei­ter Teil mor­gen erscheint, wur­de für die 101. Sezes­si­on von Dr. Fre­de­rik Holst und Dr. Erik Leh­nert erar­bei­tet. Das Heft – mit wei­te­ren Bei­trä­gen zum Coro­na-Kom­plex – kann hier erwor­ben werden.

Erik Lehnert

Erik Lehnert ist promovierter Philosoph und Wissenschaftlicher Leiter des Instituts für Staatspolitik.

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Kommentare (20)

limes

21. April 2021 14:26

Verblüffend wenig bekannt sind die schweren Vorwürfe, die gegen WHO-Chef Tedros Adhanom erhoben werden.

Tedros Adhanom: WHO chief may face genocide charges

https://www.thetimes.co.uk/article/who-chief-tedros-adhanom-ghebreyesus-may-face-genocide-charges-2fbfz7sff

The Ethiopian Terrorist in Charge of the World Health Organization — Dr. Tedros Adhanom

https://frankreport.com/2020/04/14/the-ethiopian-terrorist-in-charge-of-the-world-health-organization-dr-tedros-adhanom/

The Crimes of Tedros Adhanom

https://www.roughestimate.org/roughestimate/the-crimes-of-tedros-adhanom

limes

21. April 2021 14:27

Auch von einem möglichen Interessenskonflikt der Dame, die bei der EU über die Impfstoffzulassungen entscheidet, weiß die Hauptstrompresse kaum zu berichten.

EMA-Präsidentin Emer Cooke war jahrelang Lobbyistin der größten europäischen Pharmaorganisation

https://www.epochtimes.de/politik/ausland/ema-praesidentin-emer-cooke-war-jahrelang-lobbyistin-der-groessten-europaeischen-pharmaorganisation-a3486580.html

Lotta Vorbeck

21. April 2021 15:11

Eva Herman Offiziell, [20.04.21 02:32]

Da sind sie ja alle versammelt - in trauter Einigkeit ....

Von Dietmar Hopp bis Elon Musk Die Köpfe hinter Curevac
Dietmar Hopp, Bill Gates, Elon Musk - mehrere Multimilliardäre versammeln sich hinter dem Tübinger Unternehmen Curevac.

Die wichtigsten Akteure des Impfstoffentwicklers im Überblick.

Ein gebuertiger Hesse

21. April 2021 15:13

Wichtiger Aufsatz mit vielen Stellen, die man bei der nächsten Grundsatzdiskussion zum Thema einsetzen kann (wo sie womöglich nichts ausrichten werden, denn wer sich derzeit blind stellt, will die Augen auch ob neuer Argumente nicht aufmachen). Ohnehin ist das jüngste Sezessions-Heft eine Goldgrube in Sachen Carola. Weiter so.

Alter weiser Mann

21. April 2021 16:53

Die Rechte und die nicht assimilierten Migranten sind sich einig: Corona ist ein Hype. Liegt hier die gleiche Widerständigkeit gegen Eingriffe ins gewohnte Leben und Sterben vor? Bei den Migranten als Fortführung ihrer nicht westlich zivilisierten Herkunft, bei den Rechten als anarchisch-individualistische Sehnsucht nach einer Befreiung vom bevormundenden westlich zivilisierten Staat. 

KlausD.

21. April 2021 17:00

"Die Daten des zu Beginn der Corona-Krise eingerichteten deutschen Intensivbettenregisters (DIVI-Intensivregister) zeigen jedoch, daß das deutsche Gesundheitssystem sich seit Beginn der Krise zu keinem Zeitpunkt auch nur annähernd an der Grenze zur Überlastung befand."

Dem gegenüber schlagen jedoch die Medien Alarm wegen (angeblich) fehlender Intensivbetten, wie hier z.B.

https://www.dw.com/de/wegen-knappen-betten-auf-intensivstationen-jeder-tag-z%C3%A4hlt/a-57130309

Und per 9.4.2021 liegt tatsächlich in 29 Krankenhäusern eine Auslastung der Intensivbettenkapazität größer 99 Prozent vor.

Wie kommt das? Das „Geheimnis“ besteht in der Anpassung der Zahl der Intensivbetten an den jeweiligen aktuellen Bedarf! Und der Grund für diese Zahlenmanipulationen ist die gesetzlichen Regelung, wonach bei einer Auslastung der Intensivbettenkapazität größer 75 Prozent Förderzahlungen vom Bund geleistet werden.

Samuel Eckert zeigt im folgenden Video die Zusammenhänge:

https://www.youtube.com/watch?v=JilayrOl8xg&t=486s

Loki

21. April 2021 17:06

Was wir wissen können?

Wenn man seit beinahe anderthalb Jahren "Pandemie" noch darüber sinniert ob und was ein R Wert oder ein Inzidenz Wert ist, ob oder welche Aussagen sich mithilfe dieser Kürzel treffen lassen, der spielt schon mit im Spiel, der lässt sich schon testen um einen Laden betreten zu dürfen.

Was jeder denkende Mensch weiß, ein Sterbefaktor von 0,15  (lt. WHO) ist keine Sterberate einer Pandemie oder auch nur Epidemie. Der Sterbefaktor allerdings, ist der einzig aussagefähige Faktor!

Möge daher jeder selbst nachdenken wozu dies da ist, was man auch noch kurz vor "Ausbruch" testete. 

Arrow

21. April 2021 19:01

Darf man sagen, dass das Thema in seiner Frühphase von der Rechten völlig unterschätzt wurde? Möglicherweise deshalb, weil man in einer Großkrise ein Stimulans für den Zusammenhalt des Volkes erblickte und eine solche daher sogar als identitätsstiftend angesehen hätte? Zumindest für die AfD als parlamentarischen Arm wird man es doch so sehen müssen.  Mir scheint auch erinnerlich, dass z.B. Klonovosky den Braten früher gerochen hat, als der wackere Martin Sellner. Doch mag ich mich, was diesen Vergleich betrifft, irren. Es wäre interessant hier etwas zur Selbstreflexion zu lesen, also zur Frage, wie rasch man beim Corona-Thema Position bezogen hat.

Alter weiser Mann

21. April 2021 19:38

@Arrow

Ist der Umgang mit covid für die Rechten taktisch motiviert? Wohl kaum, obwohl man Sie so missverstehen kann. Die Rechte agiert aus einer vitalistischen Überzeugung heraus. Taktisch wäre sie mit der Option Australien (kurzer Londoner, Grenzen dicht, danach innen alles offen) besser gefahren. Das hätte aber ein taktisches Bekenntnis zum starken Staat Schmittscher Prägung bedeutet. Im Gegensatz zum schwachen Staat, der sich in wirkungslosen, sich beständig ausweitenden Maßnahmen verliert. Der Vitalismus der neuen Rechten lässt ein solches Bekenntnis nicht zu, es wäre als taktisches auch unglaubwürdig. Die neue Rechte ist anti-etatistisch, wie die Romantiker und Ernst Jünger.

heinrichbrueck

21. April 2021 19:42

„Aus epidemiologischer Sicht ist die Antwort belanglos, das Virus ist in der Welt.“

Das Coronavirus war schon vorher in der Welt. Man hat nur nicht getestet. Das ist der Unterschied.

Caroline Sommerfeld

21. April 2021 19:54

@Arrow: Das ist in der Tat interessant zu wissen, nicht als Überbietungswettbewerb, wer's zuerst durchschaut hat, sondern vielmehr, was die Gründe waren, zu Anfang dies oder jenes zu glauben. Ich für meinen Teil kann sagen: im Februar 2020 las ich auf der Netzseite Sciencefiles, daß die KPCh uns im Westen das Ausmaß der Gefahr verschweige. Ich bezweifelte das Argument, daß etwas deshalb "real" ist, weil es die KPCh verschweigt, und fragte den Martin Barkhoff, welcher in China lebt. Von diesem bekam ich am 5.2. einen Hinweis auf Wolfgang Wodargs Homepage, auf der dieser die "Schweinegrippe" mit dem "neuartigen" Spiel verglich und die Rolle der Pharmafirmen hervorhob. Ab diesem Zeitpunkt war ich grob im Bilde und es fügte sich danach, was sich fügen mußte.

hoffnungstraeger

21. April 2021 21:36

Was ich mich immer wieder frage, warum nicht auf den Umstand hingewiesen wird, dass jeder zukünftige Lockdown weiteren Mutationen des Virus förderlich ist, weil eine zügige Durchseuchung der Bevölkerung nicht stattfinden kann. Ich lebe seit einigen Jahren in Brasilien unweit von Manaus. In Manaus hatten wir die Durchseuchung im letzten Herbst mit ca. 70% schon erreicht, das Virus war verschwunden. Dann schwappte die Welle der wohl bisher "gefährlichsten" Virusvariante über die Region, gegen welche die schon immunisierte Bevölkerung nicht gewappnet war. Es kam zu vielen Zweitinfektionen. Das lag wohl daran, dass in anderen Landesteilen der harte Lockdown gegen den Ratschlag des im Unterschied zur Berichterstattung in den europäischen Medien überaus fähigen Präsidenten Bolsonaro durchgeführt worden ist und sich in diesen "Konserven" die neue Mutante herausbilden konnte. - Da ich aufgrund des hier im Dschungel schlechten Internets nicht immer ins Internet kann, konnte ich gestern nicht rechtzeitig auf die Reaktion von "Gracchus" zu meinem Beitrag zu "Volk - zwanzig Thesen" antworten, wo ich dem Verfassers des Beitrages die Lektüre von Stengel von Rutkowskis "Was ist ein Volk" nahegelegt hatte. Nur eine Frage an "Gracchus": Haben Sie das Buch gelesen? Ja oder nein? Wenn nicht, haben sich sich mit Ihrer Reaktion selbst disqualifiziert.

Alter weiser Mann

21. April 2021 22:32

@hoffnungsträger

Die Mutation ist in Brasilien entstanden, ist also hausgemacht. Sie ist entstanden, weil die systematische Durchseuchung nicht überall das Ziel war. Viele haben sich durch Selbstschutz entzogen. Dadurch entstand ein Zustand einer nicht exponentiellen Ausbreitung, das ideale Spielfeld für Mutationen. Zur Herstellung der Herdenimmunität hätten alle Selbstschutz-Mechanismen durch staatliche Repression unterbunden werden müssen. Da war die Regierung nicht konsequent. Anschließend müssen die Grenzen dicht gemacht werden, um das Einschleppen neuer Mutationen zu unterbinden.

Das blüht uns alles auch noch. Die Impfstoffe werden nicht mehr wirken und alles geht von vorne los. Wird spannend.

Hat Gates das alles in seinem Drehbuch?

@Arrow

Als China im Januar 2020 von Geheimhaltung auf radikale Maßnahmen umgeschaltet hat, da wusste ich, dass da was auf uns zukommt.

AmazonBesteller

21. April 2021 23:36

@ Alter weiser Mann

Herdenimmunität.  Durchseuchung. Exponentiell. Impfstoffe werden nicht mehr wirken. Alles geht von vorne los.

Zu glauben, es gäbe mit der sehr schnellen (exponentiellen) Durchseuchung keine Mutationen ist geradezu lachhaft. Das entbehrt jeglicher Grundlage. Was glauben Sie, wie schnell das Virus mutieren kann? Zudem war das Virus wahrscheinlich schon seit Januar (ich sag nicht welches Jahr :^)  ) im Land. Da hätte es schon massig Tote geben müssen. Zu der Zeit bin ich noch mit dem Zug in die Arbeit gefahren. War voll wie immer.

Die Impfung wirkt nur gegen die Wuhan-Variante. Der Rest ist eine Kreuzimmunität die auch ausbleiben kann.

Lotta Vorbeck

22. April 2021 04:15

Dr. Wolfgang Wodarg:

💉 Warum werden die teuersten Krankenkassenmitglieder zuerst geimpft?

Quelle: Corona Ausschuss Sitzung 48

Alter weiser Mann

22. April 2021 07:35

@AmazonBestseller

Sie haben Recht. Auch bei der raschen Durchseuchung können Mutationen entstehen. Beim jahrelangen flaten the curve aber viel eher. Die brasilianische Mutation ist nicht in Manaus entstanden.

@RMH

Sie geben mir wider Willen Recht. Wer in der Opposition staatskritisch ist und erst nach Erringung der Macht sich der Frage des Staates zuwendet, der hat keinen positiven Staatsbegriff.

heinrichbrueck

22. April 2021 15:01

„Wir alle wissen nicht, wie Leute, wenn sie Macht haben, dann tatsächlich regieren.“

Macht plant langfristig. Ihr solltet eigentlich wissen.

hoffnungstraeger

22. April 2021 17:15

Zum Thema Durchseuchung: file:///C:/Users/user/Downloads/Corona%20Die%20Great%20Barrington%20Erkl%C3%A4rung%20%E2%80%93%20Great%20Barrington%20Declaration.html

ede

22. April 2021 23:37

Loki hat Recht. Und was in China wirklich los war weiß vielleicht die NSA, spielt aber keine Rolle. Ich vermute Strategie gegen die Hongkong Nummer.
Die "Epidemie" und ihre nachprüfbaren Begleitumstände (eigenes Umfeld, keine erhöhte Sterblichkeit, normale Intensivbettenbelegung, Medien erhalten) sprechen klar für eine politische Instrumentalisierung.

Gracchus

22. April 2021 23:49

@hoffnungstraeger 

Nein. Das Buch habe ich natürlich nicht gelesen. Sie haben aber meine Replik nicht verstanden.