29. April 2021

Sammelstelle für Gedrucktes (17)

Benedikt Kaiser / 90 Kommentare

Mit keinem anderen Thema entlarvt sich der »Humanismus« des liberalen bis radikal linken Antifaschismus so spielerisch wie mit dem Haß auf ungeborenes Leben.

Benedikt Kaiser

Benedikt Kaiser ist Politikwissenschaftler und arbeitet als Verlagslektor.

In den seltensten Fällen geht es den Verfechtern der Abtreibung sogar über die 12. Schwangerschaftswoche hinaus um Notfälle und krasse Sondersituationen (Vergewaltigung, Schwerstbehinderungen, Lebensgefahr für die werdende Mutter etc.).

Das Recht auf Abtreibung als nachträgliche Verhütungsmethode wird vielmehr als Teil eines hedonistischen Lifestylekonzepts normalisiert, als »Kassenleistung« eingefordert.

Der bewußt herbeigeführte Tod eines ungeborenen Menschen sieht sich somit auf eine Stufe gestellt mit einer Hautcreme zur Behandlung von Ekzemen oder Mittel für Allergiker. 

 

 

 

 

 

 

 

 

Derlei Ansichten sind auf dem Vormarsch; nur noch wenige Interessengruppen und gesellschaftliche Kräfte nehmen in den einzelnen Streitfragen entschieden Partei für das Recht auf Leben der noch Ungeborenen. Hierzu zählen die Autoren der Tagespost.

In der neuen Ausgabe der katholischen Wochenzeitung (v. 29.4.2021) behandelt Cornelia Kaminski einen aktuellen Fall. Die Bundesvorsitzende der Aktion Lebensrecht für Alle (ALfA) widmet ihren Beitrag »Auf dem Rücken von Frauen« dem »Kampf um Cytotec®« – sie will darlegen, weshalb »Abtreibungsbefürworter gar keine Frauenfreunde sind«.

Anlaß für diesen Aufschlag ist ein Offener Brief verschiedener Initiativen an den noch amtierenden Bundesgesundheitsminister Jens Spahn. Der Christdemokrat wird darin gebeten, den Importstopp für das Präparat Cytotec® zu revidieren.

In dem Anschreiben heißt es:

Die unterzeichnenden Organisationen [darunter Vereinigungen wie Pro Familia] setzen sich für die Gesundheitsversorgung von Frauen und Menschen mit Uterus ein. Mit großer Sorge nehmen wir die Information zur Kenntnis, dass Cytotec® nur noch unter erschwerten Bedingungen nach Deutschland eingeführt werden kann.

Man könnte sich nun über die Bezeichnung von »Menschen mit Uterus« belustigen, aber das Thema ist zu ernst. Was hat es daher nun mit Cytotec® auf sich? In der BRD wurde das Präparat bereits 2006 vom Markt genommen. Als Re-Import war es jedoch weiterhin zu bestellen. Die Zeichner des Offenen Briefes wollen auch, daß es so bleibt, da es sich um ein »essentielles Medikament« handle, ohne das »die Betreuung von Frauen in Notsituationen (insbesondere solchen, die tabuisiert sind) gefährdet« wäre.

Kaminski weist dagegen darauf hin, daß es sich vor allem um Abtreibungswirkungen des Medikaments handle, an denen es den Autoren des Briefes gelegen sei. Ihnen gehe es um chirurgische Abtreibungen, chemische Abtreibungen oder auch das Einsetzen der Spirale (die eine abtreibende Wirkung hat). Die einzige von den Briefautoren angeführte Anwendung, die nichts mit Abtreibungen zu tun hat, sei die Therapie von starken Blutungen nach der Geburt.

Das in Cytotec® enthaltene Misoprostol sei jedoch just hierfür umstritten. In den Leitlinien der deutschen, schweizerischen und österreichischen Gesellschaften für Gynäkologie und Geburtshilfe heiße es folgerichtig:

Misoprostol ist aufgrund seines verzögerten Wirkeintritts und der Verfügbarkeit besserer und zugelassener Alternativen nicht zur Therapie der anhaltenden PPH geeignet.

Kaminski verweist darauf, daß Cytotec® nie als gynäkologisches Präparat zugelassen worden sei, sondern lediglich zur Behandlung von Magengeschwüren:

Der Gebrauch des Präparats in der Gynäkologie war stets ein sogenannter „Off-Label-Use“, d.h. eine Anwendung, für die keine Zulassung vorlag. Grund für den Einsatz in der Gynäkologie ist vor allem, dass der in Cytotec® enthaltene Wirkstoff Misoprostol Wehen auszulösen vermag. So erhalten etwa Schwangere bei einer chemischen Abtreibung zunächst das Antigestagen Mifepriston. Mifepriston verdrängt das schwangerschaftserhaltende Hormon Progesteron von den Progesteron-Rezeptoren.

Ich gestehe: Für mich als medizinischen Laien ist das nicht plastisch genug. Kaminski ahnt die Sorgen ihrer Leser und erklärt die Folgen von Mifepriston auf drastische Art und Weise:

Der Embryo wird von Sauerstoff und Nahrung abgeschnitten, die Gebärmutterschleimhaut der Schwangeren bildet sich zurück. 36 bis 48 Stunden später erhalten die Frauen dann Misoprostol. Der Wirkstoff aus der Gruppe der Prostaglandine bewirkt Kontraktionen der Gebärmutter, die den Embryo ausstoßen. Und es gibt noch eine Verwendung: Da Misoprostol sich zudem für die Erweichung und Öffnung des Gebärmutterhalses eignet, kommt es auch bei einer chirurgischen Abtreibung zur Anwendung.

Ethisch akzeptabel, erläutert Kaminski, sei der sog. Off-Label-Use eines Arzneimittels dann,

wenn es kein anderes zugelassenes Präparat mit diesem Wirkstoff für die Indikation gibt, das betreffende Arzneimittel Vorteile gegenüber anderen zugelassenen Wirkstoffen besitzt und der betreffende Wirkstoff aufgrund der wissenschaftlichen Datenlage ausreichend gut untersucht ist. Allerdings gilt auch dann: Ärzte müssen ihre Patienten über den Off-Label-Use aufklären und dies auch entsprechend dokumentieren. Häufen sich Berichte über unerwünschte Nebenwirkungen und gefährliche Komplikationen, warnt das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) in einem „Rote-Hand-Brief“ vor der Anwendung des entsprechenden Präparates.

Ebendies war bei Cytotec® 2017 der Fall. Nach Bekanntwerden weiterer Komplikationen gab das BfArM im Frühjahr 2020 einen neuerlichen »Rote-Hand-Brief« heraus. Pikant ist dabei, daß die aufgetretenen Komplikationen offenbar auch daher rührten, daß

das medizinische Personal das Medikament nicht nur für andere als die vom Hersteller vorgesehenen Indikationen verwendet hat, sondern sich darüber hinaus auch nicht immer an die Vorgaben des Herstellers hält. So wurde Cytotec®, anders als vom Hersteller vorgegeben, auch vaginal verabreicht. Dabei wird der sogenannte „First-Pass-Effekt“ umgangen, bei dem das Medikament die Leber passiert, wodurch es verstoffwechselt wird, und so an Wirksamkeit verliert. Wird das Medikament statt oral vaginal verabreicht, gelangt deutlich mehr Wirkstoff in den Kreislauf der Patientin.

Explizit wurde in dem Rote-Hand-Brief 2020 deshalb vermerkt:

Die Bioverfügbarkeit/Pharmakokinetik bei anderen Anwendungsarten (…) die den First-Pass-Effekt umgehen, wurde im Rahmen der Zulassung von Cytotec® nicht geprüft.

Erschwerend komme hinzu, fährt Kaminski fort, daß die Cytotec®-Tabletten für das Gros der Anwendungen in der Gynäkologie ohnehin zu hoch dosiert war. Eine einzige Cytotec®-Tablette, die rund 200 µg Misoprostol enthält, übersteigt damit die WHO-Empfehlung von 25 µg schlichtweg um das Achtfache.

Kaminski fragt rhetorisch:

Müssten die Verbände, denen Frauengesundheit wichtig ist, also nicht hochzufrieden sein mit dem Importstopp für ein Medikament, vor dessen Off-Label Use seit Jahren gewarnt wird, und das offensichtlich derart risikobehaftet ist? Wieso verteidigte die DGGG [Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe] in Pressemitteilungen die Anwendung von Cytotec® in der Geburtshilfe? Und das, obwohl es Alternativen gibt?

Sie antwortet selbst:

Der Einfuhrstopp für eines der beiden Präparate, mit denen sowohl operative als auch chemische Abtreibungen in Deutschland durchgeführt werden, kommt für die Verfechter eines Menschenrechts auf Abtreibung in Deutschland zu einem denkbar ungünstigenZeitpunkt. Erst kürzlich hat dasBündnis „Doctors for Choice“ eine neue Webseite ins Leben gerufen, auf der für Do-It-Yourself-Abtreibungen im Homeoffice geworben wird. Und auch das Familienplanungszentrum „Balance“ in Berlin bietet einen Heimabtreibungsservice mit Tablettenversand per Post und Telefonberatung an.

Just daher komme es zeitlich ungelegen, daß Cytotec® vom Markt genommen werden soll. In Zeiten, in denen das überwiegende Leben eines Großteils der Bevölkerung auf die eigene Wohnung oder das eigene Haus reduziert wird, und in denen verschiedenste Tätigkeiten mit dem Zusatz »Home-/Heim-« angereichert werden können, gibt es tatsächlich Einflußkräfte, die auch noch die Tötung Ungeborener in die eigenen vier Wände zu verlagern trachten.

Das ist ein gefährlicher Trend, wie Kaminski darlegt:

Heimabtreibungen stellen ein hohes Risiko für die Schwangeren dar: Unentdeckte Eileiterschwangerschaften, nicht bestimmte Rhesusfaktoren, keine klare Erkenntnis über den Fortschritt der Schwangerschaft erhöhen deutlich das Risiko gegenüber einer ärztlich überwachten Abtreibung und können schlimmstenfalls für Kind und Mutter tödlich enden.

Das ist keine kinder- und frauenfreundliche Spekulation, sondern empirisch überprüfbar:

Einer schwedischen Studie zufolge hat sich die Komplikationsrate seit Einführung der chemischen Abtreibung verdoppelt. In England sind verstörende Berichte von Frauen zu lesen, die bis zur 28. Schwangerschaftswoche [!] mit den per Post zugestellten Tabletten abtreiben sowie von Männern, die diese Präparate ihren Partnerinnen ohne deren Wissen ins Essen mischen.

Das könnten auch die Unterzeichner des Offenen Briefes wissen. Entweder sie ignorieren die Fakten oder vermeiden eine kritische Selbstprüfung. Und so pochen sie darauf,

auch künftig ein Präparat nutzen zu können, das für diesen Zweck nie zugelassen wurde und vor dessen Anwendung Arzneimittelbehörden mehrfach gewarnt haben. In ihrer ideologischen Verblendung gehen manche dabei auch über Leichen – über die von Kindern und Müttern.

Und der Humanismus erweist sich damit einmal mehr als ideologisch instrumentalisierbarer Etikettenschwindel.

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Abzuwarten bleibt, wie Jens Spahn in dieser Causa entscheidet. Es ist keine Neuigkeit, daß Lebensschutz nicht mehr zu den ureigenen Themen der deutschen Christdemokratie zu zählen hat. Das »C« in den Parteinamen von CDU und CSU ist ebenso porös geworden wie die Rolle der Union als bundesdeutscher Parade-Volkspartei.

Letzteres Sujet greift die angehende Robert-Habeck-Biographin Susanne Gaschke in der NZZ auf (v. 27.4.2021). Die ansonsten für die Welt tätige Journalistin diagnostiziert:

Der Massenselbstmord der deutschen Volksparteien schreitet voran

Gut, eigentlich waren bzw. sind es ja im engeren Sinne nur zwei Parteien – die Union und die Sozialdemokratie –, aber dennoch mag die schmissige Überschrift die Neugier wecken. Gaschke beginnt mit der CDU:

Nach der Nominierung des nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Armin Laschet zum Kanzlerkandidaten stürzte die CDU in der vergangenen Woche in einer Umfrage von 32 auf 21 Prozent ab. Gewiss: Das war eine Momentaufnahme angesichts des zerstörerischen Kampfs um die Spitzenkandidatur zwischen den beiden christlichen Parteien. Aber sie zeigt, dass die Partei in einem schauderhaften Zustand ist. Sie muss sich ernsthaft vor den demonstrativ friedfertigen Grünen fürchten, die in derselben Blitzumfrage 28 Prozent erreichten, nachdem sie ihren neuen Star Annalena Baerbock zur ersten grünen Kanzlerkandidatin gekürt hatten.

»Demonstrativ friedfertig« mag als Beschreibung der derzeitigen taktischen Raffinesse der Grünen zählen, inhaltlich ist an der weiteren grünliberalen Umgestaltung Deutschlands zuungunsten des normalen Volkes nichts »friedfertig«, und zum »neuen Star Annalena Baerbock« wird hier einiges ausgeführt.

Die Lage der Union »angesichts des zerstörerischen Kampfs« innerhalb der eigenen Reihen verdient dagegen die volle Aufmerksamkeit. Gaschke konstatiert korrekt, daß Armin Laschet mit jener Hypothek in den Wahlkampf ziehe, daß er den im direkten Vergleich parteiintern beliebteren Markus Söder ausgebootet hat:

In der CDU/CSU-Bundestagsfraktion sind ihm deshalb viele gram, die Junge Union ist frustriert, ebenso viele Kreis- und manche Landesverbände.

Das ist übrigens nicht nur für die obligatorische CSU-CDU-Konkurrenzsituation zutreffend; auch die Ost-CDU zeigt sich jedenfalls an der Basis überwiegend enttäuscht ob der Laschet-Kandidatur und äußert sich trotz einiger Floskeln ob eines angestrebten geeinten Wahlkampfes eindeutig Pro-Söder.

Der wiederum

kann weiter von Bayern aus den Reservekanzler geben und süffisant darauf hinweisen, dass sich die fortschrittlichen Kräfte in der Union ja lieber hinter ihm versammelt hätten.

Nun sind »fortschrittliche Kräfte« ein Terminus aus anderen Zeiten und Breitengraden, aber auch ohne diese flapsige Bemerkung dürfte Söder allmählich das Grinsen ausgetrieben werden. In seinem Stammland Bayern gehen die Umfragewerte steil bergab – selbst beim Institut INSA steht die CSU aktuell nur noch bei 36 Prozent, bei der vorherigen Umfrage waren es derer noch 46.

Gaschke hebt hervor, daß die »C-Parteien« sich nicht mehr mit der Frage auseinandersetzen,

wofür sie eigentlich stehen und vor allem ob sie bürgerlichen Konservativen überhaupt noch eine Heimat geben wollen. Das hat einen guten Grund, und dieser Grund heisst Merkel. Sie hat der Union einen Kurs aufgezwungen – nüchtern, diskussionslos und ultramachtbewusst –, der jedenfalls mit traditionellen CDU-Werten praktisch nichts mehr zu tun hat. Und die Partei hat das mitgemacht, aus Opportunismus, aus Feigheit vor dem Zeitgeist, wegen individueller Karrierepläne.

Mit dieser Beschreibung trifft es die Autorin gut; noch besser könnte man den – ansonsten absonderlichen – Beitrag Richard Herzingers aus derselben NZZ-Ausgabe zitieren, wo es um »die Verabsolutierung des Machterhalts und die grenzenlose Selbstermächtigung« geht, wofür auf Linie gebrachte »Repressionsapparate« eingesetzt werden.

Herzinger meint so eine ominöse allgegenwärtige »leninistische« Querfront zu treffen, womit er Begriffe gewohnt falsch verwendet, denn ich meine, er trifft damit aktuell den CDU-CSU-dominierten Apparat der Bundesrepublik besser, nicht zuletzt dann, wenn der politisch genutzte Verfassungsschutz ab sofort sogar »die« hippielastigen Querdenker beobachten soll.

Aber zurück zu Gaschke und ihrer schonungslosen Kanzlerinnen-Bilanz:

Angela Merkel liess es zu, dass ihre Bildungsministerin Annette Schavan die technokratischen Reformen ihrer sozialdemokratischen Vorgängerin Edelgard Bulmahn fortführte und die Universitäten in einen zerrüttenden Pseudowettbewerb trieb. Sie liess es zu, dass Unions-Verteidigungsminister die Bundeswehr demontierten und die Wehrpflicht abschafften. Sie hat die an sich Atomkraft-freundliche CDU in eine Energiewende getrieben, die der Partei wesensfremd ist. Sie hat dem Land 2015 eine Flüchtlingspolitik verordnet, die in der Wählerschaft der Union nicht mehrheitsfähig war – aber half, die AfD dauerhaft als Kraft rechts von der Union zu etablieren.

Als ob das nicht bereits genug an Regierungsversagen wäre, kam das anhaltende Mißmanagement des Union-geführten Kabinetts hinzu:

In der Corona-Krise versagte die deutsche Regierung beim Schutz der Alten- und Pflegeheime, bei der Beschaffung von Impfstoff, bei der notwendigen Aufrüstung des Gesundheitswesens, bei der rechtzeitigen Auszahlung von Wirtschaftshilfen. Stattdessen fokussierte sie sich auf Verbote, Grundrechtseinschränkungen, Dauerlockdowns.

Das Vertrauen erodiert, wie eine aktuelle Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach bestätigt: Knapp 80 Prozent der Bevölkerung vertrauen »den Parteien« nur noch »wenig« – oder gar nicht. Und das im Superwahljahr. Das ist eine gute Zeit für grundsätzliche Opposition gegen den Parteienfilz, könnte man meinen: Als professionelle Anti-Partei könnte man die Unzufriedenheit kanalisieren, wohingegen man als »jüngste Altpartei« eher den Unmut gleich selbst mit einkassieren dürfte.

Laschet und Söder jedenfalls stilisieren sich nicht als Anti-Merkel-Figuren, im Gegenteil:

Sie überbieten sich lieber als jeweils noch härtere Exekutoren der ganz harten Merkel-Linie.

Die Stunde der von Krise zu Krise taumelnden Sozialdemokraten? Denkt jedenfalls der SPD-Kanzlerkandidat und Finanzminister Olaf Scholz:

Der hofft trotz beharrlich sinkenden Werten seiner Partei (zuletzt: 13 Prozent, maximal in diesem Jahr: 18) noch auf eine Kanzlerschaft durch Totalausfall aller anderen. Sein Kalkül: Wenn die Union sich weiter zerlegt und wenn der Liebling-der-Woche Annalena Baerbock eines Tages doch an ihrer fehlenden Exekutiverfahrung gemessen wird oder anderen Schaden erleidet, dann ist er, der Vizekanzler, schon immer da und quasi der geborene Merkel-Erbe. Scholz verstieg sich in der vergangenen Woche sogar zu der Äusserung, es sei ein «Verbrechen», wenn Merkels umstrittenes «Bevölkerungsschutzgesetz» nicht glatt durch den Bundestag gehe.

Gaschke bringt die Problematik für den Basis-fernen Scholz auf den Punkt, wonach gerade die eigentlichen (bzw. ehemaligen) Klientel der Sozialdemokraten
durch den alternativlosen Dauerlockdown besonders gebeutelt ist. Gerade in benachteiligten Stadtteilen mit dichtgedrängten Wohnverhältnissen zeigen sich starke Corona-Ausbrüche; gerade schlechte Arbeitsbedingungen scheinen die Ausbreitung zu fördern; gerade Kinder schlecht gebildeter Eltern müssten dringend zur Schule gehen.

Absurd indes scheint Gaschkes SPD-Schelte, wonach die Sozialdemokraten den »Kontakt zu Intellektuellen und Wissenschaftern« neuerdings »fast ganz verloren« hätte. Korrekt wäre vielmehr die Aussage, daß die einstige Arbeiter- und Kleinbürgerpartei zu stark von Intellektuellen und Wissenschaftlern geprägt ist, die sich in konformistischen Bahnen bewegen und in eigenen thematischen Blasen leben.

Zutreffend scheint wiederum Susanne Gaschkes abschließende Sentenz, wonach die Grünen »für jene, die Merkels Kurs goutieren, jedoch nicht mehr CDU wählen wollen, ein prachtvolles Angebot« seien:

Angela Merkel, sagen Zyniker, sei das vielleicht ganz recht.

Der einzigen verbliebenen wirklichen Oppositionspartei im Bundestag, der AfD, kann dies ebenfalls recht sein, handelt es sich bei der grünbürgerlichen Fusion aus CDU/CSU und Grünen doch um eine Flurbereinigung: Die letzten »Konservativen« der Union müßten dann Farbe bekennen und das schwarze Mutterschiff verlassen, könnten also endlich nicht mehr länger als Feigenblatt dienen. Sie gingen dann als Funktionäre, Mitglieder und Wähler von Bord und stärkten damit das wachsende Lager der parteipolitisch Heimatlosen.

Auch dies könnte einer produktiven und konstruktiven Fundamentalopposition nur recht sein, kommt deren Zeit ja spätestens dann, wenn der Leidensdruck nennenswerter Teile der nichtrepräsentierten Bevölkerungsteile so groß wird, daß der schwarz-grün-rot-gelbe Einheitsschlamassel in Gänze verworfen wird. Ob darauf Wahlenthaltung oder AfD-Votum folgt ist einerlei – beides schwächt die Legitimität des Altparteienblocks und ihrer medialen Lautsprecher.

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Das Establishment derweil hat ohnehin kein Interesse an einer grundsätzlichen und arbeitsfähigen Opposition, die sich ausschließlich um den Kampf mit ihm konzentrieren könnte. Auf die AfD zugeschnitten heißt das: Nur eine geschwächte, gespaltene und zerstrittene Alternative kann sukzessive eingebaut werden in den Gesamtapparat, ja domestiziert werden – aber dafür bedarf es mindestens einer Halbierung des derzeitigen Wählerschaft, wenn nicht mehr.

In vielen Regionen Westdeutschlands ist man auf einem guten Wege, die AfD dorthin zu bekommen, doch im Osten gelingt dies einfach nicht – VS hin oder her –, wie aktuelle Umfragen zu Sachsen-Anhalt zeigen, wo als nächstes gewählt wird in diesem Jahr, und zwar bereits am 6. Juni.

Sorgenkinder der Partei sind seit langem der Bundesvorstand, der, versinnbildlicht in den Personalien Jörg Meuthen und Joana Cotar, derzeit dabei ist, die gesamte Jugendorganisation Junge Alternative durch immer neue Parteirepressalien gegen sich aufzubringen, aber auch einzelne Landesverbände. Interessant ist der Berliner Fall. Zum einen, weil dort schon im September gewählt wird, zum anderen, weil Berlin als Hauptstadt Ost und West, hippe Kiezkultur und Neubau-Peripherie sowie viele weitere Gegensätze in sich vereint.

Es lohnt daher ein Blick in die Berliner Zeitung (v. 27.4.2021). Denn im 1945 gegründeten Blatt, das eher in den Ostbezirken der Hauptstadt im Abonnement gehalten wird (während Der Tagesspiegel den Westen dominiert), erschien eine umfassende Skizze der neuen AfD-Landesvorsitzenden Kristin Brinker unter dem Titel »Mit sanften Sätzen«.

Das Porträt aus der Feder Jenni Roths auf der prominenten Seite 3 kommt natürlich nicht aus dem Nichts: Brinker wurde vor sechs Wochen, am 13. März, zur Landeschefin gewählt. Im vierten Wahlgang gewann die Finanzexpertin der AfD im Berliner Abgeordnetenhaus gegen die Bundestagsabgeordnete Beatrix von Storch. Nicht nur ob ihrer Sozialisierung im Osten des Landes ist Brinker das Gegenstück zu von Storch:

Kristin Brinker wurde 1972 geboren, sie wuchs in Bernburg, Sachsen-Anhalt, auf. „Ein wohlbehütetes Arbeiterkind“, sagt sie, und ein Einzelkind. Ihre Eltern waren getrennt, sie lebte bei ihrer Mutter, einer Industriekauffrau.

Brinker studierte Betriebswirtschaftslehre in Köthen, absolvierte diverse Praktika in der Finanzbranche, machte eine Ausbildung zur genossenschaftlichen Bankkauffrau, studierte alsdann Architektur, ein Fach, in dem sie auch promoviert wurde – und lernte bereits 1992 ihren späteren Ehemann Günter Brinker kennen, der die AfD 2013 in der Hauptstadt mit begründete.

Gemeinsames Thema: die Kritik der Eurorettung. Ihr Mann wurde Landeschef der Berliner AfD, bevor ein Trupp um Georg Pazderski den Landesverband übernehmen konnte. Der Streit dauert nunmehr seit vier, fünf Jahren an, und es geht, wie so oft bei der AfD, weniger um Inhalte und mehr um Menschliches und Allzumenschliches:

Dabei sind Brinker und Pazderski inhaltlich nah beieinander. Man habe auch mal ein Bier zusammen getrunken, sagt Brinker. Bis 2015, bis Pazderski in den Bundesvorstand gewählt wurde und absehbar war, dass er bei den nächsten Wahlen Günter Brinkers Gegner werden könnte. Sagt Pazderski. Kristin Brinker dementiert, dass sie ihren Mann habe rächen wollen. Aber sie hat sich mit den Stimmen des rechten Flügels wählen lassen.

Strömungsübergreifende Arrangements im März 2021 sind, zumal in einem auf verschiedenen Ebenen umkämpften Landesverband, nichts ungewöhnliches. Kristin Brinker ist eine freiheitlich-konservative Marktwirtschaftlerin, keine »Sozialpatriotin«, und vor allem keine Person, die dem ehemaligen »Flügel« nahesteht. Aber Aussagen wie jene, daß man an der Grenze »notfalls« auf Flüchtlinge schießen müßte, sind erst recht nicht ihr Metier, das ist unter ihrem Niveau.

Auch zu Corona und den Lockdowns favorisiert Brinker jene Seriosität, die das parteiintern gegnerische Lager immer wieder für sich beansprucht. Die Berliner Zeitung zitiert Brinker wie folgt:

Der Staat ist nicht der Papa, der seine Kinder im Kinderzimmer einsperrt. Und wenn die Gefahr in den Läden so groß wäre, müssten viele Supermarkt-Mitarbeiter längst schwer krank sein.

Entsprechend des neuen AfD-Leitslogans »Deutschland. Aber normal.« sieht Brinker die AfD als Interessenvertretung der »normalen« Mehrheit:

Wenn es nach Kristin Brinker geht, soll die AfD eine Partei für die 'normalen Menschen' werden, diejenigen, 'die sich um die Stadt und ihre Kinder sorgen, die Steuern zahlen und so den Sozialstaat stützen'. Sie ist die perfekte Person, um der Berliner AfD ein bürgerliches Gesicht zu geben.

Und sie gibt der Partei damit jenes Gesicht, welches die, die permanent von »Bürgerlichkeit« sprechen und sich zu oft nicht an die selbst postulierten Verhaltensweisen wie Anstand, Aufrichtigkeit und Sachlichkeit gebunden fühlen, der Berliner AfD eben nicht geben konnten oder wollten:

Für sie ist die AfD die einzige Partei, die 'den Mut habe, trotz Anfeindungen und Unterstellungen Themen anzusprechen, die nicht dem Common Sense entsprechen.' Sie glaubt, die Chancen bei den Wahlen stehen gut, jetzt erst recht, wo die Menschen von den Corona-Maßnahmen so frustriert seien.

Aktuell ist diese Aussage womöglich verfrüht, im letzten Quartal dürfte das anders aussehen. Brinker gelingt derweil etwas, was gerade im dunkelroten Berlin verwundert: Sie erkämpft sich durch ihre Beharrlichkeit

Anerkennung, selbst bei politischen Gegnern. 'Brinker ist hart im Nehmen', sagt Anne Helm aus der Linksfraktion. 'Muss man wohl auch sein in dieser Männerriege.' In ihrer Fraktion ist Brinker eine von zwei Frauen unter 22 Männern. Eine Frauenquote lehnt sie ab. 'Ich will mit Leistung überzeugen', sagt sie. Und hat mit ihrem Fleiß schon außerhalb der Fraktion aufgeräumt: Im August 2020 stürzte Brinker durch ihre Recherchen zu nicht bezahlten Steuern Bausenatorin Katrin Lompscher von der Linken. Dafür bekam sie Beifall aus allen Parteien.

Das entging mir beispielsweise, aber Respekt kann man auch verspätet zollen.

Das Porträt, man ahnt es schon, ist für eine etablierte deutsche Tageszeitung ausgesprochen fair ausgefallen, wobei lediglich die Behauptung, Brinker habe mit »dem Flügel« die Wahl gewonnen, ein wenig Einordnung bedarf. Denn sieht man sich den Parteitag im März genauer an, wird deutlich, daß das »Narrativ«, wonach Brinker und »die Rechten« gegen Storch und »die Liberalen« gewonnen haben, falsch ist.

Typisch für die AfD scheint die Zerrissenheit des Landesverbandes zu sein. Zwar lehnt die Mehrheit der Mitglieder ganz offensichtlich den gescheiterten Storch-Kurs ab, welche ihre Wahl dementsprechend (knapp) verlor und damit nicht einmal auf einem Delegiertenparteitag eine Mehrheit erringen konnte, obwohl Delegiertenparteitage in der AfD – anders als Mitgliederparteitage – meist Mehrheitsverhältnisse für den Meuthen-Weg zeitigen. Man darf folglich annehmen, daß die Mehrheitsverhältnisse auf einem Mitgliederparteitag deutlicher ausgefallen wären.

Zugleich fällt aber auf, daß Kristin Brinker bei den Delegierten mit »ihren« Kandidaten ansonsten überwiegend durchfiel. Die Berliner Zeitung übergeht den Umstand, daß die meisten der von Brinker namentlich vorgeschlagenen Personen nicht gewählt wurden. Ähnlich widersprüchlich wie in Niedersachsen favorisierten die Mitglieder Kandidaten, die zum Teil in offener Gegnerschaft zu ihr stehen oder sich – auch das gibt es in der Berliner AfD – in juristischen Auseinandersetzungen mit ihr befinden.

So sitzen nun drei Personen aus dem Fraktionsvorstand auch in der Landesspitze, also ironischerweise aus jenem Fraktionsvorstand, aus dem sich Brinker erst im letzten Jahr aufgrund massiver Auseinandersetzungen entfernt hatte. Eine AfD-immanente Dialektik, die wohl auch für ein ganzseitiges Porträt zu bizarr oder komplex erscheint.

Brinkers Sieg kann also den Machtkampf im Landesverband zwischen den Verfechtern einer breit aufgestellten und heterogenen, alle Strömungen vereinenden Partei, von Kristin Brinker (freiheitlich-marktwirtschaftlich) bis zu Thorsten Weiß (sozialpatriotisch) gegen den offenen Spaltungskurs der Meuthen-Garde, deren Stellvertreter in einigen Bezirken Berlins wie Mitte oder Spandau unangreifbar erscheinen, nicht verschleiern. Auch dies entgeht der Berliner Zeitung überraschenderweise.

Verblüffend ist beim Blick nach Berlin die offene Verwendung gegnerischer Begriffe und Argumentationsmuster, die Brinker-Gegner auszeichnet. Recht ungeniert wird dort die Nazi-Keule geschwungen und das die Medien und Altparteien stützende »Narrativ« eines weiterhin bestehenden »rechtsextremen« Flügels reproduziert.

Diesem werden, wohl je nach erwartetem Nutzen, Mitglieder zugeordnet, weil sie sich irgendwann mal inhaltlich grundsätzlich äußerten, oder aber schlichtweg deshalb, um sie zu diskreditieren, etwa Brinker herself, die Pazderski vor ihrer Wahl öffentlichkeitswirksam als »Marionette des Flügels« bezeichnet hatte – eine Story, die aufgrund ihres Fremdschamfaktors umgehend von der AfD-gegnerischen Mainstreampresse aufgegriffen wurde.

Ironisch ist auch das – einmal mehr: via Presse – gezeichnete Bild, von der Machtübernahme eines angeblichen Flügels, der die Partei in die Isolation und in die Hände von »Rechtsextremen« treiben und damit dem Verfassungsschutz Tür und Tor öffnen würde. Ironisch scheint es deshalb, weil im Zwischenbericht des Berliner Geheimdienstes weit mehr sich als »Gemäßigte« bezeichnende Funktionäre benannt werden, die auf der Seite der Mehrheit im Bundesvorstand stehen, als vermeintliche oder tatsächliche (Ex-)»Flügler«.

Weshalb dieser kleine Exkurs am Ende der »Sammelstelle«? Weil es schlechterdings thematisiert werden muß, daß ohne jede Scham und Reue explizite Antifa-Methoden oder auch -Quellen verwendet werden, um innerparteiliche Kontrahenten zu stigmatisieren und zu diskreditieren. Die Schlammschlacht gegen Brinker in Berlin ist ja kein Einzelfall, Brandenburg ist nicht weit.


Benedikt Kaiser

Benedikt Kaiser ist Politikwissenschaftler und arbeitet als Verlagslektor.


Kommentare (90)

Silent Reader

29. April 2021 16:08

Martin Sellner zum Fall Neumann und den Rassismusvorwürfen:

https//odysee.com/@MartinSellner:d/marvin:5

RMH

29. April 2021 16:16

Alleine 2020 waren es noch ca. 100.000 Abtreibungen in Deutschland. In einem Jahr! Und das sind nur die offiziellen Zahlen.

An Corona sollen bislang - in mehr als 1 Jahr - etwas über 82.000 gestorben sein und man streitet sich trefflich darüber, ob sie nun an oder mit Corona gestorben sein. Polemisch ausgedrückt, wird für den Lebensschutz von Alten, Kranken, Übergewichtigen etc. ein ganzes Land in Lockdown- Haft genommen und bei den Menschen, die noch im Uterus von jemandem sind, ist die Toilette oder die Mülltonne gerade gut genug.

Wer Corona kritisiert, der wird als Oma-Mörder hingestellt, wer Abtreibungen propagiert ist fortschrittlicher Feminist, für die Würde und freie Selbstbestimmung von Menschen mit Uterus etc.

Wir leben in seltsamen Zeiten.

Maiordomus

29. April 2021 16:26

Es handelt sich um ein Jahrhunderttabu, wobei zwischen Ethik und Recht hier wie selten zu unterscheiden ist. Weil nämlich der ungeborene Mensch, mit noch zu machenden Differnzierungen, nicht als Person anerkannt ist. Wäre dies der Fall, würde der Satz "Abtreibung ist Mord, zumindest vorsätzliche Tötung eines Menschen" rechtlicher Befund.

Wahr bleibt, dass abgesehen von den Vorgängen der Befruchtung, der in Entwicklung begriffene Fötus bzw. Embryo ein eigenes Lebewesen und damit ein Mensch ist. Dass beispielsweise bei Abtreibungen im Rahmen der Fristenlösung (will hier über Spezialfälle wie "Pille danach" usw. hier wegen Komplikation nicht reden) jedesmal ein Mensch getötet wird, und zwar einer, bei dem die Unschuldsvermutung auf sichererem Boden steht als bei einer unlängst erschossenen Person, bei welcher dem Täter bis 40 Jahre Zuchthaus blühen. Auch wissen wir sicherer , dass eine Leibesfrucht um die 12. Woche ein Mensch als alles, was wir über die künftige Klimaerwärmung wissen. Es handelt sich genau so um die Tötung eines Menschen wie wenn wir diesen, was Peter Singer bei Geschädigten befürwortete, gleich nach der Geburt einschläfern liessen. Also handelt es sich um die folgenreichste "gewissensentlastende" Menschentötungsideologie der Geschichte. Dieser Befund ist klar, aber weniger wie wir uns dazu praktisch stellen sollen. Es gibt da kaum rationale Debatten. 

tearjerker

29. April 2021 16:39

Alter, Gaschke als Biographin von Habeck. Das hat was von Anke Fuchs schreibt über Björn Engholm 1987. Ähnlich tantig wie die Vorstellung, jemand würde Zeitung lesen oder ein Partei-Präsidium aus vornehmlich nicht mehr ganz jungen Männern würde in Fragen des Lebensschutzes Gehör finden bei irgendwem. Kein Wunder, dass Meuthen erstmal auf sich selbst schaut. Sein Anzapfen von Ressourcen des politischen Gegners sollte Schule machen. Dort sind ja inzwischen ausgedehnte Strukturen etabliert, die man mit dem rechten Ansatz für die eigenen Zwecke instrumentalisieren kann.

Volksdeutscher

29. April 2021 17:11

Besonders perfide ist da der Satz mit "Schwangerschaftsabbrüche müssen entstigmatisiert werden". Wer sein Fötus abtreibt, töten läßt, ist also nach der Logik dieses Abschaums das eigentliche Opfer, das man zu unrecht stigmatisiere... Darüber hinaus ist die Behauptung schon deshalb unsinnig, weil man logischerweise nicht Handlungen, sondern Personen zu stigmatisieren pflegt. Aber gerade damit soll von den handelnden Personen abgelenkt werden. Zur Belohnnung wollen sie dann schamfrei sein - gleich den Tieren. Und die Formulierung "Frauen und Menschen mit Uterus" - ist wahrscheinlich die neuste Blüte linker Degeneration.

Maiordomus

29. April 2021 17:15

Überlegungen im Zusammenhang mit Kriterien zum Schutz der Bevölkerung gegenüber der drohenden Gefahr, wegen Corona um Lebensjahre zu kommen, dürften gemacht werden unter Vorbehalt der Neigung von Ideologen,  bei Menschenleben Gegenrechnungen zu machen. Trotzdem wäre ein Vergleich interessant betr. Verlust von Lebensjahren  bei einer nicht indizierten Abtreibung einer gesunden Frucht in Relation zur durchschnittlichen Lebenserwartung der nachweislich an Corona Verstorbenen mit Blick auf deren Alters- u. Sterbestatistik. Gegen das Rechnen spricht zumal, weil die Resultate bezüglich Relationen Entsetzen auslösen könnten. 

Sollte es aber so sein, dass jede einzelne Abtreibung wirkliche Menschentötung ist, wären, bei theoretisch möglichem totalem Umdenken in 50 Jahren, Prozesse gegen Beteiligte in Kliniken bis hin zu deren Buchhaltern und auch den Krankenkassenverantwortlichen denkbar, wiewohl rechtspolitisch nicht gerade sinnvoll. (Die Planung von Extrazuchthäusern wäre als politischer Programmpunkt nicht zu empfehlen, würde das Tabu der Verhältnismässigkeit  nur fördern.)   

 

anatol broder

29. April 2021 18:03

menschen, «die sich in konformistischen bahnen bewegen und in eigenen thematischen blasen leben», sind auch meiner meinung nach weder intellektuell noch wissenschaftlich einzuordnen. sie spielen interesse nur vor:

«46, akademikerin […] mit grosser intellektueller neugier und vielseitigen interessen wünscht sich: […] intellektuell interessierten und reifen mann […] für eine interessante beziehung auf allen ebenen.» (zeitmagazin, 2021, nr 16, sie sucht ihn)

Der_Juergen

29. April 2021 18:50

@RMH

Sehr richtig, nur leben wir nicht in "seltsamen", sondern in irrsinnigen Zeiten. 

Der rumänische Schriftsteller Marin Preda schildert in seinem Roman "Delirul" einen roten Vogel im Donaudelta, der seine eigenen Eier zerstört und seine Art damit zum Aussterben verurteilt. Durch den in Deutschland und in den meisten Ländern der weissen Welt betriebenen Krieg gegen die Ungeborenen ebnen die betreffenden Völker sich selbst den Weg in den Untergang. 

Will die AFD wirklich eine Alternative für Deutschland sein, muss sie auch in dieser Frage Position beziehen, in anderen Worten, ein Verbot der Abtreibung (ausser in wenigen präzis definierten Ausnahmefällen, die insgesamt vielleicht ein Prozent der heutigen Abtreibungen umfassen würden) verlangen.. Dass eine solche Forderung gegenwärtig nicht mehrheitsfähig wäre, weiss ich natürlich; Jahrzehnte der "Mein Bauch gehört mir"- Propaganda haben ihre Wirkung getan. Dies ändert jedoch nichts an der Notwendigkeit dieser Position.

Sämtliche Parteien, die die heutige Gesetzgebung in punkto "Schwangerschaftsabbruch" beibehalten oder diese gar noch erleichtern wollen, sind kriminelle Organisationen und gehören als solche verboten.

Volksdeutscher

29. April 2021 18:53

@Maiordomus - "Wahr bleibt, dass abgesehen von den Vorgängen der Befruchtung, der in Entwicklung begriffene Fötus bzw. Embryo ein eigenes Lebewesen und damit ein Mensch ist."

Ich kann mich noch an das Scheinargument eines liberalen Intellektuellen in Bohrers/Scheels "Merkur"erinnern, der dafür plädierte, Föten im Mutterleib nicht als Menschen zu betrachten, denn "Menschen seien erst dadurch Menschen, daß sie goboren werden". Ohne Geburt könne man also nicht vom Menschen sprechen. Leider habe ich keine Zeit, das Heft hervorzukramen und die betreffende Stelle wörtlich zu zitieren..

quarz

29. April 2021 21:54

Der fundamentale moralische Fehler unserer Zeit ist die Unfähigkeit, besondere Verantwortung zu erkennen. Weil viele Leute ihre besondere Verantwortung gegenüber ihren Kindern nicht sehen, opfern sie diese Kinder entweder ihren individuellen Interessen, indem sie sie abtreiben, oder sie opfern sie dem Wahn, für alle Menschen dieser Welt in gleichem Maße verantwortlich zu sein, indem sie die Zukunft ihrer Nachkommen zugunsten Fremder ruinieren.

Beide Verirrungen, die egoistische Verengung und die universalistische Hybris, sind zwei Seiten derselben Medaille, zwei Verfehlungen mit einer gemeinsamen Wurzel. Der homo occidentalis hat aufgehört zu verstehen, wo sein Platz in der Ordnung des Sollens ist.

Slentz

29. April 2021 21:55

Ein guter und wichtiger Text.

Mit keinem anderen Thema entlarvt sich der »Humanismus« des liberalen bis radikal linken Antifaschismus so spielerisch wie mit dem Haß auf ungeborenes Leben.

Das ist richtig und man muss es immer wieder betonen: Abtreibungsbefürwortern geht es um alles mögliche aber nicht um das Wohl von Familien, Frauen und Kindern. Wer jemals auf einer abtreibungskritischen Demo war, der kann das bestätigen. Ich habe noch nie auf der Seite der Gegendemonstranten so einen Hass, so vor Ärger verzerrte Fratzen, so viel Auslöschungswille gesehen. 

Auch eine schöne Zusammenfassung zu Brinker und Neumann, auch wenn der Anlass und das Verhalten der "Gemäßigten" wieder einmal zum Haareraufen ist.

 

Slentz

29. April 2021 22:12

@anatol broder

«46, akademikerin […] mit grosser intellektueller neugier und vielseitigen interessen wünscht sich: […] intellektuell interessierten und reifen mann […] für eine interessante beziehung auf allen ebenen.» (zeitmagazin, 2021, nr 16, sie sucht ihn) 

Erstaunlich, wie viel Trostlosigkeit und Erloschenes sich in drei Zeilen unterbringen lassen.

Laurenz

29. April 2021 22:39

"Menschen mit Uterus"

Das heißt, alle Frauen, die einen Arzt reich machten, & total operiert wurden, sind jetzt Menschen ohne Uterus, also Männer?

Das der Terminus Frau natürlich einhergeht mit der ewigen Unterdrückung durch Männer könnte man doch alle Bürger jetzt Männer*innen nennen & damit wirkliche Befreiung von der Männerherrschaft erzeugen.

Aber wenn wir schon Embryonen morden dürfen, könnten wir doch auch gleich Männer mit entsorgen, nachdem sie an eine Bank gespendet haben. Das Zusammenleben mit Männern ist doch für Frauen eine Zumutung, oder habe ich da irgendwas bei der Linken falsch verstanden? So ein Amazonen-Leben ist doch viel glücklicher als diese althergebrachte soziale Konstrukt Familie. Zumindest könnte man das Leid der Frauen doch lindern, wenn sich mehrere Frauen einen Mann teilen würden, bis der Mann ausgedient hat. Danach wären ausgediente Männer in einem Gulag doch gut aufgehoben. Kann das vielleicht eine bei den Grünen auf einem Parteitag einbringen?

Jan

29. April 2021 22:40

"(...) dass sich die fortschrittlichen Kräfte in der Union ja lieber hinter ihm versammelt hätten (...).

Fortschritt in den Steinzeitökologismus Seit' an Seit' mit den Grünen Khmer. Die Mitglieder der Inneren Partei werden natürlich wieder in Wandlitz Bananen schmausen, während sich im Plattenbau das gemeine Volk wie Zonen-Gabi 'ne Gurke schält. Klaus Schwab frohlockt schon mal: "Sie werden nichts besitzen und sich gut dabei fühlen". Na klar, immerhin werden Gurken nicht so schnell braun.

 

 

 

Laurenz

29. April 2021 22:41

@BK

Man kann sich auch ohne C im Logo damit beschäftigen, was Abtreibungen seelisch bei Frauen, Männern oder ganzen Familien & Folge-Generationen anstellen. Auch als rechter Hedonist kann ich Abtreibungen in keiner Weise tolerieren. Verantwortliche Menschen können sich vor einer Zeugung überlegen, wie sie diese zu verhindern wissen, ganz ohne einen vorgeburtlichen Kindsmord zu begehen. Wer das nicht verantworten kann, kann auch keine Wahl eines Politikers oder das Einschalten des Lichtspielgeräts verantworten.

Volksdeutscher

29. April 2021 23:34

@Der_Jürgen - "Dass eine solche Forderung gegenwärtig nicht mehrheitsfähig wäre, weiss ich natürlich"

Davon kann man wohl ausgehen. Diese Position zu beziehen, auch wenn sie unpopulär ist, müßte man dennoch tun und zwar dringend. Ich kann mir vorstellen, daß es einen harten Trennungstrich ziehen würde zwischen echten und unechten Anhängern der AfD. Mit ihrer Positionierung würde die AfD erneut den Ton angeben, die verdiente Aufmerksamkeit auf sich lenken und dabei die mörderische Geburtenpolitik der Altparteien anpangern können, daß sie Deutsche systematisch ausrotten, indem sie deren Abtreibung freie Bahn lassen und die fehlenden Neugeburten aber durch Import von Nichtdeutschen per illegale Einwanderung betreiben. Sie könnte diesen Prozess ohne Übertreibung als einen Krieg gegen Volk und Nation bezeichnen. Ein weiterer Vorteil der Erörterung dieser Frage wäre, daß dadurch auch andere Parteien gezwungen wären, Position zu beziehen, denn der Schutz ungeborenen Lebens ist zugleich auch ein Schutz deutschen Lebens: nichts strapaziert das "C" im Namen der CDU mehr, als diese Frage und würde womöglich bewirken, daß noch mehr Leute der C-Parteien den Rücken kehren. Diese Frage müßte zuerst innerhalb der AfD diskutiert und für sie eine klare positive Position gefunden werden, ehe man damit im Bundestag debüttiert.

Maiordomus

30. April 2021 08:34

Was mir hier an der Debatte nicht gefällt, ist die vorherrschende männliche Stimme, wiewohl nach meiner Überzeugung Männer, welche als "Zahlväter" häufig an die Kasse kommen, im Einzelfall bei ungewollten Kinderzeugungen wohl mit auf die Abtreibung drängen, sich genau so legitim zum Thema äussern können wie Frauen. Aber es war doch die die männliche Justiz, die vor Jahrhunderten das andere Extrem pflegte, nämlich die Hinrichtuing der "Kindsmörderinnen", vgl. Goethes Faust, was indirekt dann zur gegenteiligen Entwicklung, der völligen Straflosigkeit, beigetragen hat. Aber es bleibr dabei: Es kommt hier wesentlich auf die Haltung der Frauen an. Natürlich auch der jüngeren. Die Position von Christa Meves oder der hier durch ihre Weisheit geschätzten @Monika ist bekannt. Was wohl die etwas jüngere, noch stark durch 68er sog. Sozialwissenschaft mitgeprägte @imagine dazu meint? Ich würde ihre Auffassung auf jeden Fall respektieren. Die Meinung von uns "älteren rechten weissen Männern" hat wenig Einfluss. 

Volksdeutscher

30. April 2021 08:38

Es wäre höchste Zeit, dem Treiben der liberalen Meuthe ein Ende zu machen. Im September sind Wahlen. Die Feinde der AfD und Deutschlands werden alles tun, um die Partei schlecht und lächerlich zu machen und damit als keine Alternative für Deutschland darzustellen.

Maiordomus

30. April 2021 08:42

PS. Wiewohl "Auschwitz"-Vergleiche eigentlich daneben sind, verweise ich auf den von mir häufig zitierten Altmeister der österreichischen konservativen und übrigens in Habsburgertraditon antinazistischen Rechten, Eric von Kuehnelt-Leddihn, meinen Lehrmeister zu studentischen Zeiten, der sogar mal eine Karikatur von mir als "Trotzki" zeichnete, als ich noch um 1968 Bartträger war. Eine weitere Karikatur von Kuehnelt-Leddihn trug den Titel "Neu-Auschwitz" mit Abtreibungsklinik und Euthanasie-Abteilung inklusive ans Altersheim angebauten Verbrennungsöfen. Zur Debatte: Im Unterschied zu Auschwitz, in welcher Sache es zwar auch Unbelehrbare gab oder gibt  und wo man so oder so die Opferzahl sogar offiziell herabgesetzt hat von wegen Übertreibung, geht es bei der Abtreibung um alljährlich  Millionen Tote, mit denen Mitleid zu haben heute bei der herrschenden "grünen" Ideologie der angebl. Lebensbejahung als "menschenverachtend" gilt. Ein Absurdistan.

OttoS

30. April 2021 09:20

Schon Paracelsus sagte "Gleiches ist mit Gleichem zu heilen ..". Um für hochwirksame Stammzellentherapien genügend Stammzellen zu gewinnen, aus den winzigen Organen eines Embryo, muss man natürlich sehr große Mengen davon abernten. Und es gibt sehr sehr viel Reiche und Schöne die dafür bezahlen können.
Heutzutage werden eben keine Hexen mehr auf den Scheiterhaufen verbrannt, sie tragen heute weiße Kittel und betreiben ihr dunkles Geschäft im industriellem Maßstab. So werden allein in Deutschland jährlich etwa 100 000 Ungeborene ermordet. In einer traditionellen Gesellschaft wäre es ein Verbrechen, junges Leben zu nehmen um irgendwelchen alten reichen Säcken ihre Rückenschmerzen zu lindern. 

Monika

30. April 2021 09:32

#Maiordomus Was soll eine alte, weise Frau 😂 dazu sagen ? Sicher ist, dass eine Kritik an der Abtreibung und demographischen Entwicklung auch ein Tabu in der AfD ist. Denn hinter einer rechten Abtreibungskitik vermutet der geneigte Wähler oder abgeneigte Nichtwähler weniger eine ethische Reflexion denn eine Maßnahme zum Erhalt des Volkskörpers. Was ja nicht schlimm ist. Dafür gibt es gute Gründe. Allerdings geht es auch den C-Parteien nicht um den Schutz des ungeborenen Lebens, sondern um die Anpassung an den Zeitgeist. Auch denke ich nicht mehr, dass der christl. Glaube im allgemeinen ein freundliches Klima für Kinder schafft.

https://www.die-tagespost.de/politik/aktuell/corona-geburten-und-ein-mueder-kontinent;art315,217788

Mit Verboten ist m. E. wenig zu erreichen. Siehe auch die jüngsten Demos in Polen. Der liberale Zeitgeist hat auch die dortige Jugend erfasst. Was tun? Zunächst mal mit den richtigen Fragen an das Thema rangehen.

Maiordomus

30. April 2021 09:42

@Otto S. Der Satz "similia similibus curantur" ist als antike medizinhistorische Weisheit schon vorparacelsisch, genau so wie der Giftsatz, bildete aber dann die Basis von Hahnemanns Homöopathie. Die wahren Verdienste des Hohenheimers liegen woanders, so etwa in der Dreiprinzipienlehre und zum Beispiel neuen Erkenntnissen über Zinn und Zink, nicht zuletzt aber auf medizinethischem Gebiet sowie der Kritik am damaligen Glauben an das Guyak-Holz als Allheilmittel gegen die Syphilis resp. Frambösie, eine pandemische Krankheit, die sich schon damals durch heimtückische Variationen erst recht tödlich auswirkte. 

Monika

30. April 2021 09:45

Vom Verfasser des „Sozialen Patriotismus“ hätte ich eher eine Überlegung darüber erwartet, warum die Geburtenrate in der DDR seinerzeit deutlich höher war als in der ( sog. christlich-humanistischen BRD) , obwohl Abtreibung  in der DDR kein moralisches Thema war. Nach der Wende brach die Geburtenrate in der ehemaligen DDR ein. Das kann man jetzt dem bösen Liberalismus anlasten. Ich kannte eine ausgereiste DDR- Bürgerin, die hier erstmal abtrieb, um eine Urlaubsreise nach Teneriffa machen zu können. Das wäre etwa in der DDR kein Abtreibungsgrund gewesen. Vielleicht steigt ja in einer zukünftigen Grünen Ökodikatur nicht nur die Geburtenrate der neu Zugereisten 🤔. Kindersegen aufgrund der Aussicht auf Klimarettung. Warum nicht. Der Baerbock Effekt sozusagen...

Maiordomus

30. April 2021 09:50

@Monika. Sie haben mit mir gemeinsam, dass Leute aus unserer Generation, die sich mit jenem Problem schon seit etwa 60 Jahren befasst haben, uns bei Gefahr des Übereifers sowie bei notorischem wie auch tatsächlichem Besserwissen zurückhalten sollte. Dem Kampf gegen die Abtreibung widmeten sich gemäss dem Reichenauer Text "Scarapus - Dicta Pirminii" schon Missionare des 8. Jahrhunderts, was vor allem belegt, dass es damals schon abtreibende Mittel und Methoden gab. Der Kampf war über weite Strecken vergeblich, und, soweit von Klerikern geführt, auf lange Frist sogar kontraproduktiv. Die in Sachen Abtreibung progressive Reichshebamme Nanna Conti, gest. 1953 mit noch ehrenvollem Nachruf, wandte sich zu "tausendjährigen" Zeiten gegen die unbelehrbaren "Vorurteile" der in der Regel katholischen bayrischen Hebammen von damals. Noch interessant das Buch von Lisbeth Burger, "40 Jahre Storchentante", Memoiren einer Hebamme, welches ich im Alter von zehn Jahren als quasi Aufklärungsbuch mit christlichem Hintergrund durchaus mit Gewinn gelesen habe. 

Laurenz

30. April 2021 09:50

@Maiordomus

Kann mich mit Ihrer Kritik nur ganz schlecht anfreunde bis gar nicht. Ihren Rassismus bei Opfern lehne ich grundsätzlich ab. Da ist es mir auch egal, was irgendeine Staatsmacht postuliert. Da braucht man natürlich auch keine Vergleiche zu ziehen, denn Vergleiche dienen immer dem Rassismus. Sie haben ja wohl bewußt nicht die genozidale Absicht Churchills gegenüber den Deutschen zitiert, dem es keineswegs um irgendeine "Befreiung" ging. Aus Versehen sah er sich gezwungen, seine Kolonien zu befreien. Auch bei der Frage der Überbevölkerung auf unserem Planeten ist der moralisch denkende Mensch gezwungen, Kompromisse einzugehen. Die linke Verschreibung von verordnetem Wohlstand für alle funktioniert alleine deswegen nicht, weil auch das Geld der Reichen keinen Wohlstand bringt, wenn man es für alle ausgeben wollte. Mann kann nicht mehr konsumieren, als produziert wird. Und eine Villa auf den Keys kann man nicht essen. Männer können übrigens genauso unter einer Abtreibung leiden, wie Frauen, alles schon gesehen. Der Unterschied zu den Zeiten, die Sie zitieren, ist die Zahl der Kinder, nicht das Leid beim Verlust dieser. Früher sah man sich gezwungen, einen höheren Ausfall zu tolerieren, aber man hatte auch mehr. Und wir müssen uns haargenau überlegen & über Standards klar werden, wie wir unsere eigene Überbevölkerung regeln. Nur Wahnsinnige denken hier global.

RMH

30. April 2021 10:05

@Laurenz,

Sie wissen schon, dass die alten Heiden zum Umgang mit dem Nachwuchs ein Recht entspanntes Verhältnis hatten. Wenn ich das richtig in Erinnerung habe, legte die Mutter das Kind dem Vater vor die Füße und ab da war es Teil der Sippe. Bis dahin war es aber wohl auch legitim, dass Kind einfach auszusetzen.

Wie auch immer, ähnlich wie beim Thema der industriellen Verhütung ist universal mögliche Abtreibung Teil des Postulats, dass Sex immer und überall verfügbar sein muss und Frauen haben sich daran zu beteiligen, wenn sie sich selbst verwirklichen wollen. Das kann ich gerade noch unter Feminismus einordnen, aber gewiss nicht unter Emanzipation.

Maiordomus

30. April 2021 10:17

@L. Ihre Ausführungen haben mit dem ethischen Problem fast nichts zu tun, deuten es aber im Zusammenhang mit "Übervölkerung" an, wogegen als unmoralische Massnahme ja auch Kriege "nützlich" sein könnten. Es bedarf aber ganz genauer wissenschaftlich recherchierter Detailkenntnisse jenseits des damit nichts zu tun  habenden Themas "Churchill", die Sie in der Regel nicht haben, über frühere Zeiten, das 3. Reich und natürlich auch die Gegenwart. 

Laurenz

30. April 2021 10:44

@Maiordomus @L.

Man benötigt auch keine Kenntnisse, wenn Sie, wie in Ihrem Falle, keinen Nutzen haben. Nur Kenntnisse die Macht verleihen, sind notwendige Kenntnisse. Und ich bin mir ganz sicher, daß Sie mir auf dem wichtigsten historischen Gebiet, der maritimen Kriegsführung, nicht das Wasser reichen können. Aber das spielt auch keine Rolle. Sie, Maiordomus, fingen hier an, Ausschwitz-Vergleiche zu zitieren, die im Artikel überhaupt nicht vorkommen & auch nicht impliziert sind, mutmaßlich deswegen, weil sie nichts bringen. Und Ihre Ausführungen, wer hier am Kindsmord leidet, sind rein akademischer Natur, eben die eines Linken. Reden Sie doch mal mit einem Mann, gegen dessen Willen ein Kind abgetrieben wurde, bevor Sie weiter im Trüben fischen.

@RMH @L.

Sie haben vollkommen Recht. Die historischen Heiden hatten es nicht so mit der Moral. Caesar & seine Zeitgenossen fanden gar nichts dabei, den Mord an einer Mio. Gallier zu gestehen. Heute würde Caesar das so nicht schreiben, sondern rechtfertigen oder unter den Tisch kehren. Natürlich lebt es sich ohne Moral leichter, wobei die Römer im Niedergang exakt den Verlust dieser "Tugend" & die Einkehr der Moral bedauerten. Nur an diesem Punkt sind wir momentan nicht. & auch ich muß mit einer Moral leben & ihr gedanklich gerecht werden.

tearjerker

30. April 2021 10:50

„warum die Geburtenrate in der DDR seinerzeit deutlich höher war als in der ( sog. christlich-humanistischen BRD)“. (Monika)

Das Versorgungsmotiv bestimmt die Zahl der geborenen Kinder. Die Geburtenzahlen in der DDR sahen bis in die 50ger nicht soviel anders aus als in den Westzonen. Ab den 60gern wird dann die Möglichkeit des Bezugs von Neubauwohnungen in der DDR an die Geburt des dritten Kindes gekoppelt. Das soll die in den 15 Jahren zuvor erfolgten Bevölkerungsverluste ausgleichen und beschert den Überschuss an Personal, der als junge Erwachsene 25 Jahre später die Grenze sprengt. Im Westen sinken die Geburtenraten in den 70gern, weil der Beitrag des Nachwuchses zum Erhalt der Elterngeneration über die Sozialversicherungen zunehmend an Dritte umverteilt wird, und die Erwerbstätigkeit der Frauen zur Versorgung attraktiver wird. Die Empirie ist in diesen Fragen eindeutig, man sollte aber nicht darüber sprechen.

Imagine

30. April 2021 11:04

Die dogmatischen Abtreibungsgegner stellen ein Sammelsurium aus religiösen sowie völkisch-rassistischen Fanatikern dar, die schwangeren Frauen das Austragen der Schwangerschaft aufzwingen wollen. Sie sind Feinde der Frauenemanzipation und wollen den Frauen das Recht auf reproduktive Selbstbestimmung nehmen.

Zu Zeiten eines rigiden Abtreibungsverbotes war die Zahl der Schwangerschaftsunterbrechungen wesentlich höher waren, zudem wurden unzählige Frauen bei den illegalen Abtreibungen unfruchtbar, wurden lebenslang verstümmelt oder kamen zu Tode.

Dogmatische Abtreibungsgegner sind Heuchler, weil sie um diese Fakten wissen (müssen).

Jeder weiß um das Elend und die Armut alleinerziehender Mütter und deren Kinder.

Das interessiert diese Abtreibungsgegner nicht, denn um das Wohl der Mütter und ihrer Kinder geht es ihnen nicht.

Sie unterliegen einem autoritären Syndrom, welches Nähe zu den Nazis aufweist, weshalb sie vom Volk auch als solche wahrgenommen und bezeichnet werden.

RMH

30. April 2021 12:10

@imagine,

Was haben die heutigen Abtreibungen im Kern noch mit einem Recht auf reproduktive Selbstbestimmung zu tun?

Die wird im Jahr 2021 unter Normal-Mitteleuropäern keiner Frau genommen. Es gibt zahllose andere Möglichkeiten, diese Selbstbestimmung auszuüben, bis hin zum Nein ist Nein. Ganz so einfach kann man es sich also nicht machen.

Maiordomus

30. April 2021 12:35

@L. Da Sie bereits alles über maritime Kriegsführung wissen, habe ich Sie bisher noch nie in Ernst Jüngers Bibliothek in Wilflingen beim Recherchieren angetroffen, wo 300 Titel zum Thema zur Weiterbildung bereit stehen. Sie scheinen mir aber glaubwürdig mit dem Hinweis auch auf das Leiden von Männern betr. Abtreibung; die schmerzlichsten Erfahrungen diesbezüglich sind in den autobiogr. Roman des Proletariers Karl Kloter (1911 - 2002) eingegangen, der 1932 in Genf mit schwangerer Freundin als Arbeitsloser Ärztin aufsuchte und sie binnen 3 Minuten eine sozial indizierte Abtreibung verschrieben kam, bei späterer Kinderlosigkeit, für beide ein Trauma. @Das ist konkreter als Imagines wie immer dogmatische Meinung, die aber bestätigt, dass es auf die Frauen ankommen sollte in diesen Fragen. Es ist trotzdem vorsätzliche Tötung meist mangels Phantasie, würde man das Kind bereits als Baby sehen, sähe es anders aus. Nach Ihrem Argumentationsschema wären Tötungsaktionen von Männern im Krieg, die oft auch nicht anders können, auch reine Männerangelegenheiten, über welche Frauen natürlich keine Meinung haben dürften. Es geht flächendeckend oft um die Betäubung des Gewissens. Jede einzelne Geschichte ist wert gekannt zu werden! Das ist Wissenschaft.

Imagine

30. April 2021 12:46

1/2

Vielen Frauen, die sich für einen Schwangerschaftsabbruch entscheiden, geht es dabei um das Wohl ihres Kindes, dem sie nicht das Leben bieten können, was sie ihm wünschen. Z.B. ist der Vater nicht geeignet, man hat keine Beziehung zu ihm oder hat sich getrennt oder er will kein Kind. Oder die Schwangere ist zu jung, befindet sich noch in Ausbildung, verdient nur wenig Geld usw. usf.

Die Vorstellung, viele Frauen würden die Abtreibung als Alternative zur Pille oder anderer Kontrazeption nutzen, ist absurd. So etwas existiert nur in den Hirnen kranker Abtreibungsfanatiker, aber nicht in der Realität.

Weil viele schwangere Frauen im psychischen und moralischen Konflikt zum intendierten Abbruch stehen, hat man den gesetzlichen Zwang zur Schwangerschaftskonfliktberatung eingeführt.

 

Imagine

30. April 2021 12:47

2/2

Nur mit der SKB-Bescheinigung sowie drei Tagen Bedenkfrist danach ist eine legale Abtreibung möglich, sofern seit der Empfängnis (Befruchtung) nicht mehr als zwölf Wochen vergangen sind.

Die SKB soll Alternativen zur Abtreibung aufzeigen, z.B. Freigabe zur Adoption. Oder mögliche Hilfen nach der Geburt aufzeigen, mit denen es in der Realität allerdings nicht weit her ist, weil Alleinerziehende und ihr Kind häufig Armut und Elend erwartet.

In Deutschland stellt Alleinerziehung für jüngere Menschen das größte Armutsrisiko dar.

Wenn @Monika schreibt: „Vom Verfasser des „Sozialen Patriotismus“ hätte ich eher eine Überlegung darüber erwartet, warum die Geburtenrate in der DDR seinerzeit deutlich höher war als in der (sog. christlich-humanistischen BRD), obwohl Abtreibung in der DDR kein moralisches Thema war“, dann weist dies auf die im Vergleich zur BRD generell bessere soziale Situation für Frauen und insbesondere für alleinerziehende Mütter auf.

„Sozialismus statt Abtreibung!“ – dieses Motto würde diesen Umstand erfassen.

Gustav

30. April 2021 12:52

@ Maiordomus

"Was wohl die etwas jüngere, noch stark durch 68er sog. Sozialwissenschaft mitgeprägte @imagine dazu meint? Ich würde ihre Auffassung auf jeden Fall respektieren. Die Meinung von uns "älteren rechten weissen Männern" hat wenig Einfluss."

Man sollte nicht zu früh aus der Deckung kommen. Jetzt haben sie den Salat!

Oder werden sie langsam aber sicher zum Opportunisten? 

Laurenz

30. April 2021 13:14

@Imagine

Ihr ewig gestriges linkes Gewäsch schlägt dem Faß den Boden aus. Man argumentiert heute aus den seelischen Konsequenzen einer Abtreibung, die Sie anscheinend leugnen. Da können wir ja alle Psychologen umschulen lassen.

Moral, Nazis oder mangelnde Versorgung sind doch nur die blödsinnigen Argumente einer verfehlten Politik derjenigen, die gerade am Ruder sind, für Vollidioten, die diese Versager auch noch wählten.

Sie wollen den Frauen die Kompetenz absprechen, selbst zu entscheiden, für wen sie die Beine breit machen oder sich bücken. Und hierzu gehört eben auch das Überdenken der jeweiligen Konsequenzen, die sich in der Wahl eines Bett-Genossen entladen. Daß beim Sex Kinder gezeugt werden können, ist im Westen nichts Neues, oder? Oder bleiben Sie bei Ihrem faschistoiden Denken gegenüber Frauen?

Würden wir Ihrer Logik folgen, müßten die Frauen, die abtreiben, nur Töchter abtreiben, damit diese später nicht vor die Wahl gestellt werden, ob sie abtreiben wollen oder nicht. So geschehen in China, wo für den jetzigen Überhang an Männern, Frauen im nahen Ausland eingekauft werden müssen. Ihr China ist einfach ideal.

quarz

30. April 2021 13:16

@Imagine

Ihr Beitrag wirkt, als wäre er eine Parodie auf die argumentative Pro-Choice-Folklore. Für den Fall, dass Sie es dennoch ernst meinen, gehe ich den Floskelsalat kurz durch:

  1. Welchen ideologischen bzw. religiösen Hintergrund ein Abtreibungsgegner hat, hat exakt null Relevanz in Bezug auf die Gültigkeit seiner Argumentation.
  2. In den Fällen, in denen es bei strengen Abtreibungsverboten mehr Abtreibungen gab, waren nicht die Abtreibungsverbote die Ursache für die erhöhen Zahlen. Die Annahme, dass sich jemand wegen einer strengeren Strafe zur strafbaren Handlung entschließt, ist ja auch … ähm … unplausibel. Es gibt im Gegenteil Untersuchungen, die unter Kontrolle von statistischen Faktoren die Zahlenreduktion bei strengeren Gesetzen belegen.
  3. Dass die Ausführung eines Verbrechens oft Risiken für Gesundheit und Leben des Verbrechers mit sich bringt, ist eine triviale Wahrheit. Daraus lässt sich aber keine Begründung für eine Entkriminalisierung ableiten. Sonst müssten wir ja Bankraub straffrei stellen, damit kein flüchtender Bankräuber einen Verkehrsunfall oder eine Schießerei mit der Polizei riskiert.
  4. Wenn „Elend und Armut“ eine Tötung rechtfertigen würden, dann würde das eher dafür sprechen, das Kind auf die Welt zu bringen und sicherheitshalber erstmal abzuwarten, ob das befürchtete Elend eintritt und es ggf. erst dann zu töten. Da dies wohl auch von Ihnen nicht gutgeheißen würde, ist ihre Prämisse offensichtlich defekt.

Nordlicht

30. April 2021 13:28

@Laurenz: Mich hat der Satz im zitierten Text auch verblüfft: "Frauen und Menschen mit Uterus.."

Frauen sind Frauen, Männer sind Männer. TERTIUM NON DATUR.

Auch nach einer krebsbedingten Total-OP ist meine Frau eine Frau. Ebenso bleibt ein Mann ein Mann, wenn ihm etwas abgeschnitten wurde.

anatol broder

30. April 2021 13:36

der demokratische staat ist mit dem bürger über rechte und pflichten ver­bunden. da­gegen bietet die geschlecht­liche fort­pflanzung kein solches gleich­gewicht. die zwei systeme sind nicht über­ein­ander zu bringen. des­halb ist jeder ein­griff des d-staates in die b-fort­pflanzung ein bruch.

Maiordomus

30. April 2021 14:48

@Gustav. Imagine. Ich bin kein Opportunist, aber doch in dieser Frage noch zum Teil skepsisfähig bis an die Grenze der Resignationsfähigkeit. Meine Antwort erfolgte aus Versehen als PS. im nächsten Strang mit Sellner unterhalb meiner Kritik an dessen "Universalismuskritik", wo ich auch @Imagine gegenüber auf Barry Goldwater als amerikanischen Rechten hinwies, der in diesen Fragen als scharfer Tadler einer heuchlerischen amerikanischen "Moral majority" in der Tat undogmatisch war. Mit der Antwort, die zu schlucken bleibt, von Madame Imagine war zu rechnen. 

Laurenz

30. April 2021 16:17

@Maiordomus

Auch wenn die Ausbildung Psychologen auf einer wissenschaftlichen Grundlage beruht, heißt es noch lange nicht, daß die Wissenschaft erfolgreich ist. Gerade die Kinder-Psychologie hat ihre größten Probleme in der Diagnose. Ich behaupte, mit Wissenschaft kann man keine Seele heilen, auch nicht die eines Wissenschaftlers. Warum ich mir anmaße, dies zu wissen, liegt einfach in meiner persönlichen Erfahrung begründet. Mein soziale Kompatibilität ist arg begrenzt, von daher mußte ich mich umschauen, wer was anbietet, um mehr Kompatibilität zu erzeugen, ohne den Zwang, das eigene ICH zu verleugnen. Wenn ich in diesem Zusammenhang Psychologen getroffen hatte, waren diese Psychologen dann erfolgreich, wenn sie, wie auch gute Ärzte, das Heilen als ihre Berufung ansahen, als ihren elementaren Lebensinhalt.

& was maritime Geschichte angeht, so habe ich Sie, Maiordomus, auch noch nie in meiner Bibliothek angetroffen, in der vielleicht nur 100 Werke stehen, die aber auch nicht von schlechten Eltern ist. Bin schon länger am überlegen, ob ich diese Bücher dem lokalen Marineverein hier schenke. Aber dessen Mitglieder sind im Schnitt alle noch älter als ich. Im übrigen orientiere ich mich, was maritime Geschichte angeht, nicht an Ernst Jünger, der jetzt nicht gerade für sein Fachgebiet "Marine" bekannt ist, sondern an dem Österreicher Helmut Pemsel. Der ist älter als Sie & lebt sogar noch. Sein Vorzug ist, als ehemaliger Soldat & Kaufmann, die völlige Nüchternheit in der jeweiligen Beurteilung.

anatol broder

30. April 2021 17:30

@ ottos, maiordomus

der grosse logiker george boole kam mit 49 jahren in einen regen und erkältete sich. während er mit hohem fieber im bett lag, kippte seine frau gemäss der unlogischen paracelsischen methode kaltes wasser auf ihn. die folter überlebte er nicht und starb mit einer wässrigen lunge wie george floyd.

links ist wo der daumen rechts ist

30. April 2021 20:57

In keiner anderen Debatte zeigt sich die Verlogenheit rechter Argumentation deutlicher als in der Abtreibungsfrage.

Ginge es bloß um den Schutz ungeborenen Lebens, müßten doch reproduktionsfreudigere Ethnien bejubelt werden. Werden sie aber nicht, denn die Abtreibungsfrage wird immer an die demographische Entwicklung des eigenen Volkes geknüpft.

Wirft man etwa den Willkommensklatschern in ihrer übertriebenen Fernstenliebe zu Recht vor, sie mögen doch gefälligst ihre Unterkünfte den Einwanderungswilligen zur Verfügung stellen, stelle ich hier die Frage: wie konkret will man die Umstände für Mütter und deren ungewollte Kinder verbessern? Vorschläge? Nada.

Sorry, da war ja noch das Lebensborn-Projekt des NS (entschlackt um die totalitäre Kehrseite) der Gipfel humaner Umsicht. Damals gab es im Reich pro Jahr ca. 600 000 illegale Abtreibungen (100 000e Frauen sollen dabei umgekommen sein) – und dagegen unternahm man etwas.

Dem entsprach in demokratischen Regimen eine Liberalisierung der Abtreibungspraxis.

Natürlich kann man jetzt wieder vom allgemeinen Sittenverfall faseln und die 68er für alles verantwortlich machen. Aber der hat – Spengler lesen! – wesentlich früher eingesetzt und wird uns noch bis ca. 2200 beschäftigen.

Abgesehen davon bin ich päpstlicher als der derzeitige Papst und halte nebenbei fest, daß leider die sexuelle Reife mit der charakterlich-seelischen nicht mithält. Konsequenzen? Eine verlogene katholische Doppelmoral.

Maiordomus

30. April 2021 22:20

¦@Anatol Bruder. "Contraria contrariis curantur", Kälte gegen Hitze, Süsses gegen Saures, Wasser gegen Feuer ist  in ihrer Primitivität nicht die differenzierte Paracelsische Heilungsmethode, die von mindestens fünf Heilfaktoren ausgeht, am Ende nicht mal ausschliesst zu"heilen wie Jesus geheilt hat", nimm dein Bett und geh, wofür aber der Arzt grundsätzlich nicht zuständig ist. 

Martino Taverniere

30. April 2021 22:30

"Weil es schlechterdings thematisiert werden muß, daß ohne jede Scham und Reue explizite Antifa-Methoden oder auch -Quellen verwendet werden, um innerparteiliche Kontrahenten zu stigmatisieren und zu diskreditieren." Lieber Herr Kaiser, so ein intelligenter Mann wie Sie schreibt einen solchen Humbug??? Das sind doch keine Antifa-Methoden!! Und welche Quelle verwendet wird, ist in dem Maße irrelevant, in dem man sich der Wahrheit auf dem Weg nähern muss, der zu ihr führt; solange es sich tatsächlich um Wahrheit handelt wohlgemerkt. Einzig und allein das ist entscheidend: sagen Meuthen und Robert Wagner die Wahrheit oder nicht? Ob das Copy und Paste von der NPD, der KPdSU, dem poesiealbum von Frau Baerbock oder aus einem Film von Karl Valentin stammt, ist sowas von egal, solange der Inhalt nicht erschwindelt wurde. Haben Sie überprüft, ob die von Robert Wagner geäußerte Anschuldigung der Wahrheit entspricht oder nicht? Wenn Neumann sich tatsächlich so geäußert hat, macht er sich und diejenigen lächerlich, mit denen er am selben Strang ziehen möchte: uns. Weil er nämlich eklatant des Sinnes für angemessene Proportionen ermangelt. Man kann gewiss nicht eine Million Neger zu Deutschen machen (schon gar nicht, wenn sie Kontakt zueinander pflegen), und Bernhard Grzimek war tatsächlich nicht einmal dazu in der Lage einen einzigen Neger einzudeutschen. Dafür ist der liebenswerte Koch Nelson andererseits aber viel zuuu deutsch! So gleicht sich wenigstens das wieder aus.

Laurenz

1. Mai 2021 00:27

@links ist wo der daumen rechts ist

Ihrer Logik liegt ein elementarer Denkfehler zugrunde. Es existiert kein multi-ethnischer Sozialstaat. Ohne gemeinsame Identität keine Solidarität. Die Debatte hatten wir doch erst vor 2 Wochen oder so. Warum lesen Sie nicht mit?

Das hat sogar Sahra Wagenknecht verstanden, auch wenn es ihr vielleicht unangenehm ist. Von daher erübrigt sich Ihr Beitrag.

quarz

1. Mai 2021 08:02

@links ist ...

"Ginge es bloß um den Schutz ungeborenen Lebens, müßten doch reproduktionsfreudigere Ethnien bejubelt werden."

Wer behauptet denn, dass es bloß darum geht? Sie vermengen da völlig unterschiedliche Probleme. Es geht erstens darum, dass Abtreibung als Tötungsakt fast ausnahmslos moralisch verwerflich ist und dass dem gesetzlich angemessen Rechnung zu tragen ist. Unabhängig davon geht es darum, dass "reproduktionsfreudigere Ethnien" ihren Reproduktionsüberschuss bei uns abladen und dadurch unsere eigene Kultur demographisch unterwandern.

Kritik am einen Problem steht in keinerlei logischem Widerspruch zu Kritik am anderen Problem.

RMH

1. Mai 2021 08:47

@links ist wo ...

"halte nebenbei fest, daß leider die sexuelle Reife mit der charakterlich-seelischen nicht mithält."

Schaut man sich die Abtreibungsstatistiken an, dann stellt man fest, dass erstaunliche viele Verheiratete, Mütter, Ältere etc. unter den Frauen sind, die diesen Weg wählen. Zudem Studentinnen etc. - das wirft schon Fragen auf. Alles lauter verführte Unschulde vom Lande sind das also wahrlich nicht. Angebote, Kinder zur Adoption etc. frei zu geben gibts ohne Ende, nein, Abtreibung ist klar der bessere Weg, weil man so dann nicht Leben in sich spürt, nicht durch den äußerlich erkennbaren Bauch und die Geburt muss, die rein natürlich Muttergefühle auslöst etc.

Unter dem Strich: In unserem heutigen Lande ist Abtreibung - eugenische Gründe außen vor - zu einem sehr hohen Maße nach wie vor Mittel der Geburtenkontrolle, trotz tausend anderer Möglichkeiten dazu.

Rein politisch gesehen, konnten viele mit der derzeitigen, faktischen Fristenregelung mit Beratungspflicht ja auch leben, da es eben immer eine unregulierbare Grauzone gibt.

Worum es bei der Fundstelle von B.K. geht, ist doch eher der Umstand, dass genau diese "Einhegung" durch nur ärztliche Vornahme des Eingriffs, Einhaltung von Fristen etc. aufgebrochen werden soll. Und spätestens da darf man dann klar NEIN sagen.

Die Doppelmoral findet bei den Konservativen/ Rechten beim Thema Sex ganz woanders statt.

RMH

1. Mai 2021 09:04

#Doppelmoral,

(Achtung, jetzt wirds leicht polemisch)

Die Doppelmoral bei den Rechten liegt recht oft bei der Partnerwahl durch die Männer.

Wären 2015 nicht 1,5 Mio Männer im zeugungs- und wehrfähigen Alter gekommen, sondern 1,5 Mio Frauen im heirats- und gebärfähigen Alter, wäre der Sturm im Wasserglas doch sehr sanft ausgefallen. Würde uns Afrika seine Frauen und nicht seine Männer in die Boote setzen, gäbe es kaum Grenzschutzaktionen.

Trotz Lästereien über einheimische Frauen, die erfreut seien ob der importierten Manneskraft, würden im umgekehrten Falle sicher deutlich mehr Männer sofort eine Migranten-Frau heiraten, als es aktuell deutsche Frauen Migranten. Passiert aber nicht, weil auf den wenigen Frauen, die auch zu uns kommen, deren Männergruppen den Daumen drauf legen. Wenn ich eine Umvolkung planen müsste, würde ich Frauen statt Männer schicken.

Gerade bei den Rechten sieht man viele mit Import-Frauen. Oft damit schön geredet, dass Frauen slawischen Ursprungs ja auch germanisch seien und viel öfter blond. Aber kein blondes Haar der Welt (ob echt oder künstlich), kann das Gesicht, die Kopfform Asiens verbergen. Manchmal sind es sogar reine Asiatinnen aus Thailand etc..

Da kann man sich oft nur noch denken, Mann, Mann, Mann, geb mal besser nicht zu viel Gas in Richtung "völkisch", "Rasse", "Ethnopluralismus" etc.

Volksdeutscher

1. Mai 2021 09:18

@links ist wo der daumen rechts ist - "und halte nebenbei fest, daß leider die sexuelle Reife mit der charakterlich-seelischen nicht mithält."

Das ist nicht nur richtig, sondern auch wahr. Es ist gruselig mit anzusehen, daß sich Jugendliche noch "nicht einmal bis drei zählen können", aber schon die ersten sexuellen Erfahrungen haben.

Die sexuelle Reife bei Jugendlichen in den Städten trete laut mancher Mediziner früher in Erscheinung als bei Jugendlichen auf dem Land und  zwar um etwa 3-4 Jahre, wenn ich mich recht erinnere. Als Günde dafür werden Überfluß an Reizen, Erziehung und lockere Sitten angeführt, die über die Jahrhunderte hinweg sich psychisch und biologisch manifestiert haben.

Der_Juergen

1. Mai 2021 09:59

@Blog-Provokateur

"Vielen Frauen, die sich für einen Schwangerschaftsabbruch entscheiden, geht es dabei um das Wohl ihres Kindes, dem sie nicht das Leben bieten können, was sie ihm wünschen." 

Diese Blödheit schlägt dem Fass den Boden aus. Weil es diesen Frauen um das Wohl des ungeborenen Kindes geht, lassen sie es zerstückeln, durchbohren oder verätzen, nicht wahr? 

Natürlich ist es mit repressiven Massnahmen, also dem Abtreibungsverbot ausser in klar definieren Sonderfällen, nicht getan. Ein nationaler und sozialer Staat wird dafür sorgen, dass keine Mutter in Not gerät. Er wird die Adoption als Alternative zur Abtreibung propagieren. Statt afrikanische oder indische Kinder zu importieren, würden deutsche Eltern, die selber aus biologischen Gründen keinen Nachwuchs zeugen können, deutsche Kinder adoptieren, deren Aufziehung für die alleinstehende Mutter mit zu grossen Schwierigkeiten verbunden wäre. Parallel würde die Mutterschaft als Beruf anerkannt und entsprechend das Kindergeld massiv erhöht; kinderlose Menschen, ob verheiratet oder ledig, würden ab einem gewissen Alter mit einer hohen Sondersteuer belegt. Hierdurch würde die einheimische Geburtenrate (denn für Ausländer gölte diese Gesetzgebung nicht) massiv gefördert.

All das lässt sich ohne weiteres verwirklichen. Eine Regierung braucht nur den Willen und die Macht dazu - und um Macht ausüben zu können, muss eine Regierung die Kontrolle über Armee, Polizei, Finanzen sowie über die grossen Medien haben.

links ist wo der daumen rechts ist

1. Mai 2021 10:06

Reue

Natürlich wird es wieder Vorwürfe hageln wie Whataboutism, Nebelkerzen, „Gaslighting“, und – am beliebtesten in der nach oben offenen CS-ML-Skala der (rechten) Selbstimmunisierungsstrategien – den „Strohmann“.

Sei’s drum. Weiter im Text.

Damit wir uns richtig (miß)verstehen: Abtreibung bleibt eine Untat, ein Frevel.

Zuständig dafür sind aber nicht Gerichte oder das gesunde Volksempfinden, sondern ist das Gewissen der einzelnen Frau.

Zu Beginn der C-Maßnahmen kamen wir auf den Fall Jutta Ditfurth zu sprechen. Allgemeiner Hohn darüber, daß eine vehemente Abtreibungsbefürworterin vorübergehend an C erkrankt war.

Ich hielt dem damals entgegen, daß man aus der Sterbebegleitung weiß, daß nicht wenige kinderlose Frauen in hora mortis ihre Kinderlosigkeit (und damit auch Abtreibungen) bereuen.

Reue ist eine christliche Tugend.

Und was man einem Herbert Kappler zugesteht, muß für jede einzelne Frau erst recht gelten.

Was ersteren betrifft: Mea minima culpa.

Als meine Großeltern zu ihrem sechzigsten Hochzeitstag ihr Ehegelöbnis erneuerten, war der zuständige Pfarrer derselbe, der einem Walter Reder die letzte Ehre erwiesen hatte. In meinem spätjugendlich-hypermoralischen Überschwang hatte ich ihn „in die Mangel genommen“ und war über seine Äußerung „Jeder Christ darf bereuen“ naturgemäß „empört“. Das sehe ich heute etwas anders.

Gustav

1. Mai 2021 10:34

Die einheimischen Geburtenraten in weißen Ländern werden durch die fortgesetzte Förderung von Feminismus, Abtreibung, Promiskuität und gemischtrassigen Beziehungen gesenkt, die alle vorübergehend eine Erleichterung oder einen Kitzel für die weiße Frau bieten, gefolgt von langfristigem Schaden und Gefühlen der Unerfülltheit, in den meisten Fällen.

Zur selben Zeit werden unsere rassischen Bindungen durch die Trennung von unserer Geschichte und durch ihre Umschreibung geschwächt, und durch die popularisierte Vorstellung, daß man rassistisch ist, wenn man das weiße Wohlergehen unterstützt. Für die weiße Frau kann dies eine verwirrende Position sein. Wir werden oft unter dem Dachbegriff „Minderheiten“ inkludiert, aber nur, wenn dies dem Mainstream-Narrativ dient. Wenn eine weiße Frau den Feind Nummer eins – den weißen Mann – frontal angeht, zum Beispiel in einem sexuellen Mißbrauchsfall, dann würden wir als das Opfer dargestellt werden, als die verwundbare Leidende unter dem heterosexuellen weißen Patriarchat. Wenn jedoch unsere Position nicht dem entspricht, was von uns erwartet wird (zum Beispiel weiße Frauen, die Trump wählen oder in ihrer Sorte von Feminismus nicht „intersektional“ genug sind), dann werden wir unter diesen Umständen als die Unterdrückerin und Verräterin dargestellt.

https://morgenwacht.wordpress.com/2018/11/24/der-krieg-gegen-weisse-frauen-mein-bericht-als-weisse-frau/

Gustav

1. Mai 2021 11:03

@ links ist wo der daumen rechts ist

"Natürlich kann man jetzt wieder vom allgemeinen Sittenverfall faseln und die 68er für alles verantwortlich machen...."

Hier sind ein paar Beispiele für die Ratschläge, die die Mainstream-Medien Frauen geben:

„Haben Sie Kinder? Hier lesen Sie, wie Kinder Ihre romantische Beziehung ruinieren“ – The Conversation

„Die schlechteste Entscheidung, die Sie treffen können, ist laut Wissenschaft, ein Kind zu haben“ – The Independent

„Wollen Sie den Klimawandel bekämpfen? Haben Sie weniger Kinder“ – The Guardian

„Die Wissenschaft beweist, daß Kinder schlecht für die Erde sind. Die Moral legt nahe, daß wir aufhören sollten, welche zu haben.“ – NBC

„Das kinderfreie Leben: Wenn alles zu haben, bedeutet, keine Kinder zu haben“ – Times

„Ein Kind zu haben, ist wie Heterosexualität eine sehr dumme Idee. Es wird nicht gut enden – für Sie, Ihre Freunde, den Planeten. Andere mögen Ihnen applaudieren und Sie ermutigen. Lassen Sie sich nicht täuschen: sie wollen nur nett sein. Kinder sind ein Krebsgeschwür.“ – Boston Review

Diese Art von heimtückischer Propaganda läuft unablässig.

links ist wo der daumen rechts ist

1. Mai 2021 11:19

Familienschweigen

 

Und was die Abtreibungsgegner (zumindest die, die sich Sorgen um die demographische Entwicklung des „Volkskörpers“ machen) geflissentlich übersehen: wir haben keine Unterlagen darüber, wie viele Frauen, die einmal abgetrieben haben, sich später für ein Kind entscheiden, also aufgrund ihrer früheren Verfehlung bewußt Leben schenken. Ebenso wenig wissen wir, wie viele Kinder als Einzelkinder oder als älteste in der Geschwisterreihe sich irgendwann einmal fragen, ob sie „gewollt“ waren oder (noch schlimmer) erfahren, daß es eventuell noch ein Geschwisterchen gegeben hätte. 

Wer unter den vehementen Abtreibungsgegnern will nun den Gregers Werle spielen?

Vergleich: Das große Schweigen nach 1945 war angebracht (Lübbe der Vorkämpfer, Aleida Assmann die Nachhut). Eine Gabriele von Arnim mußte in ihrem Aufarbeitungs-Büchlein „Das große Schweigen“ zu dem Schluß kommen, daß – dargestellt am fiktiven Fall einer generationenübergreifenden Familiendiskussion, nachdem die Jüngsten den Film „Shoah“ gesehen hatten – ein Nicht-Schweigen zu einem früheren Zeitpunkt die Familie gesprengt hätte; im konkreten (konstruierten) Fall stellte sich heraus, daß während Flucht und Vertreibung ein Geschwisterchen den Tod des anderen verschuldet hatte. 

Das Problem ist, daß man konservative Werte absolut setzt. Dabei gelte es Ideale nicht zu fordern, sondern vorzuleben wie etwa im Hause Kubitschek-Kositza.

links ist wo der daumen rechts ist

1. Mai 2021 11:40

Das große Sterben

 

Wieder zu Beginn der C-Maßnahmen hatte wir - ausgehend von einem Bosselmann-Artikel und den Bildern aus Bergamo im Hinterkopf - über das große Sterben debattiert.

Die große Heuchelei im linksliberalen Lager besteht nun z.B. darin, daß etwa in Ö für 10 000 (vermeintliche) C-Tote mit viel Weihrauch eine Gedenkveranstaltung stattfindet, auf der ein Bundespräsident salbungsvolle Worte spricht.

Aber: vorzeitig gestorben wird immer, v.a. auch auf Intensivstationen.

Opferhierarchien?

Auf der Gegenseite frage ich mich, warum Abtreibungsgegner sich gerade für den Schutz ungeborenen Lebens (nur des eigenen „Volkskörpers“?) stark machen, während rundum das große Töten weitergeht. Von der Euthanasie in unseren Pflegeheimen spreche ich gar nicht.

Und wie viele von denen machen sich nicht bei jeder Gelegenheit über den (christlichen) Universalismus der Menschenrechte lustig, befürworten selbstverständlich die Todesstrafe oder haben ganz einfach Lust am Brandmarken von Frauen?

Ich bewundere die Reinheit ihrer Forderung, aber bekanntlich ist der Weg zur Hölle mit guten Vorsätzen gepflastert, die Totalitarismen des 20. Jhdts. zeugen davon.

Ich bleibe dabei: der Mensch ist „aus krummem Holz geschnitzt“, allen Anthropotechniken einer Vertikalspannung zum Trotz. 

Abtreibung bleibt eine Gewissenfrage – Reue nicht ausgeschlossen.

Der Rest heißt: helft den werdenden Müttern.

anatol broder

1. Mai 2021 12:40

@ rmh

danke für den wichtigen hinweis auf den geschlecht.

ergänzend muss an dieser stelle alkohol erwähnt werden. der grosse gleich­macher er­mög­licht den ent­sprechenden kultur­kreisen eine hohe geschlecht­liche durch­lässigkeit. die er­wähnten slawen und thais drehen die flasche in der regel genauso fleissig wie die deutschen. dagegen sind trinker bei muslimen weniger will­kommen.

Laurenz

1. Mai 2021 13:07

@RMH

"Doppelmoral"

Das würde ich so nicht unterschreiben.

Deutschland ist das Sextourismus-Land Nr. 1 in Europa (seit einem Jahr wohl nicht mehr). Sie können in jedem Frankfurter Puff global Ethnien auswählen. Man kann als Weiße/r sich weltweit nach Herzenslust verlustieren, solange man nicht weiße Länder besucht. Die Welt will weiß sein & sich mit Weißen fortpflanzen. Der Paarung -Erfolg bei nicht-weißen Frauen & Männern ist also keine Kunst. Der BLM-Protest, welcher sich im Leben des Michael Jackson ausdrückt, ist rein der Frustration geschuldet, nicht weiß zu sein, nicht zum letzten Schrei der Evolution zu gehören.

Die Zeugungs-Hemmung unter Weißen basiert auf etwas ganz anderem, RMH. Sie basiert auf dem Paarungsverhalten weißer Frauen, welches aus unserer "weißen Kultur" entspringt. Frauen verheiraten sich sozial immer nach oben, Männer heiraten auch die eigene Sekretärin, Frauen aber nicht den eigenen Sekretär. Da aufgrund der sozialistischen Ausbeutung der Frau, Frauen nun auch die durchweg niederen Arbeiten von Männern übernommen haben, wird die Auswahl an sozial höher stehenden Männern arg dürftig. Oder glauben Sie tatsächlich, Sahra Wagenknecht hätte irgendeinen kleinen Partei-Arsch geheiratet, nachdem sie schon mal in's Klo gegriffen hatte?

Imagine

1. Mai 2021 13:10

1/3

@links ist wo der daumen rechts ist   1. Mai 2021 10:06

„Damit wir uns richtig (miß)verstehen: Abtreibung bleibt eine Untat, ein Frevel.“

Diese Behauptung ist in apodiktischer Form einfach ein Dogmatismus bzw. Blödsinn.
Denn man kann dies auch ganz anders sehen.

Der Umgang mit Abtreibung – so die These - ist eine Frage der Selbstbestimmung, des Umgangs menschlicher Freiheit und der Intelligenz.

Generell gegen Abtreibung zu sein, bedeutete, diese zu auch verbieten, wenn die medizinischer Diagnostik (genetische Analyse, Ultraschall etc.) zeigt, dass ein körperlich oder geistig behindertes oder krankes Kind mit kurzer Lebenserwartung zur Welt kommen wird.

Tatsächlich ist es so, dass die Entscheidung zur Interruptio - z.B. bei einer diagnostizierten Trisomie 21 - ganz stark mit dem Bildungsgrad der Eltern korreliert, je höher der Bildungsgrad, umso weniger wollen Eltern sich ihr Leben mit einem behinderten Kind belasten. Sie wollen ein freies und selbstbestimmtes Leben führen.

Der gläubige Mensch ist ein fremdbestimmter Mensch. Er unterwirft sich bestimmten, von Menschen gemachten Narrativen. Religiöse Gläubigkeit wird daher kritisch als Ausdruck geistiger Unreife oder psychostruktureller Stagnation in einem infantilen Stadium betrachtet. Freud sah darin eine Form der Neurose.

Imagine

1. Mai 2021 13:10

2/3

In diesem Zusammenhang muss allerdings festgehalten werden, dass sich menschliches Leben generell in einer Dialektik von Selbst- und Fremdbestimmung bewegt.

Das bürgerliche Emanzipationsideal ist der erwachsene freie Mensch mit weitgehender Selbstbestimmung. Diese manifestiert sich auch und besonders in der Fähigkeit zur Einsicht in die Notwendigkeit des Handels in einer gemeinwohlorientierten Ordnung als Voraussetzung eines gelingenden Gemeinschaftslebens (vgl. kategorischer Imperativ).

Abtreibungen sind nicht schön und gut.

Aber Schlachtungen von Tieren sind auch nicht schön und gut.

Zur animalischen Seite des Menschen gehört die Aufrechterhaltung seines Stoffwechsels durch das Essen von Tieren und Pflanzen. Was die Tötung von Tieren betrifft, so gibt es hier unterschiedliche Kulturstufen. Primitive Menschen ignorieren das Tierwohl, kulturell hochstehende Menschen achten es.

Zur menschlichen Freiheit gehört das Sich-Befreien von Naturzwängen, wozu auch das Austragen einer Leibesfrucht gehört.

Bei der Frage der Legalisierung oder Illegalisierung der Abtreibung gibt es immer eine Güterabwägung, wo es auf der einen Seite um des Recht der Frau geht, über den eigenen Körper und das eigene Leben selbst zu bestimmen, und auf der anderen Seite um den Umgang mit werdenden menschlichem Leben.

Imagine

1. Mai 2021 13:12

3/3

Die meisten „Lebensschützer“ engagieren sich sehr für das Leben von ungeborenen Menschen und wenig für das Wohl und Leben von geborenen Menschen. Gegen Todesstrafe und Krieg haben sie häufig nichts und dass Tag für Tag unzählige Kinder an Hunger und behandelbaren Krankheiten sterben, belastet ihr Gewissen nicht und stört ihren Schlaf nicht.

Gerade unter den „Lebensschützern“ finden sich viele Menschenfeinde: Faschisten, Rassisten, Sozialdarwinisten, Anti-Humanisten und Anti-Sozialisten. Fast ausnahmslos sind sie Feinde der Emanzipation von Frauen.

Dieser Typ Mensch befindet sich gehäuft im rechten Milieu.

Laurenz

1. Mai 2021 13:35

@links ist wo der daumen rechts ist

"Zuständig dafür sind aber nicht Gerichte oder das gesunde Volksempfinden, sondern ist das Gewissen der einzelnen Frau."

Mitnichten.

Womit begründen Sie diese absurde Aussage? Denn Sie tun es nicht.

Abtreibungen haben Auswirkungen auf ganze Familien & Nachkommen. Nicht-abgetriebene Kinder entwickeln, auch ohne Kenntnis des Sachverhalts, ein schlechtes Gewissen, weil sie leben dürfen, während Geschwister nicht leben dürfen. Ungesagtes, unausgesprochene Sauereien in einer Familie suchen sich immer einen Weg über andere Familienmitglieder, um ans Tageslicht zu kommen. Jeder in einer Familie, auch Tote, wollen gesehen werden, dazugehören. Nicht umsonst erschaffen Japaner, bei denen Abtreibung üblich ist, einen Schrein mit Namen der abgetriebenen Kinder & besuchen diese regelmäßig. Bei uns kommen diese ermordeten Embryonen auf den Müll.

Wieso sollte der Vater ungeborenen Lebens nicht dieselben Rechte an dem ungeborenen Kind haben? Daß Männer, wie Frauen, manchmal die Verantwortung für ihr Handeln/Tun nicht übernehmen wollen, tut doch nichts zur Sache.

Daß gerade die Linke, vertreten durch die geisteskranken Ditfurths & Co, in archaische Zeiten zurückfallen, zeigt die Lächerlichkeit linker Argumentation. 

Es offenbart sich am besten hier, weltberühmtes Komödiantenstadl ....  

https://youtu.be/GryQiamGxpY

anatol broder

1. Mai 2021 14:36

@ imagine 13:10

die güterabwägung weist auf eine nicht­staat­liche an­ge­legen­heit hin. die fort­pflanzung ist kein politi­sches spiel, sondern der ernst des lebens schlecht­hin.

Valjean72

1. Mai 2021 15:05

@Gustav:

Diese Art von heimtückischer Propaganda läuft unablässig.

Das ist auch meine Wahrnehmung.

Die Journalistin und Klimaaktivistin Anne Preger (sie erhielt 2016 den Umweltmedienpreis der Deutschen Umwelthilfe) äusserte im Interview mit WDR5 folgendes:

Der größte Beitrag, den ein einzelner Mensch leisten kann, um den Klimawandel einzudämmen, ist weniger Kinder zu bekommen. Weil so'n Kind setzt in seinem Leben ja auch wieder Treibhausgase frei und trägt zur Erderwärmung bei [...]

Ein Kind aus Deutschland ist wegen seines großen Konsums natürlich viel schädlicher als ein Kind, das jetzt in Kenia oder Tansania aufwächst.

(Quelle: WDR.de, 12.07.2017)

mehr zu diesem Thema: hier

P.S.: Vielen Dank auch für Ihre Verlinkung des Artikels von Laura Towler.

Lotta Vorbeck

1. Mai 2021 19:36

@Laurenz - 1. Mai 2021 - 01:35 PM

"Nicht umsonst erschaffen Japaner, bei denen Abtreibung üblich ist, einen Schrein mit Namen der abgetriebenen Kinder & besuchen diese regelmäßig. Bei uns kommen diese ermordeten Embryonen auf den Müll."

---

In Gods own Country wird, nachdem das Post-Donald-Zeitalter anbrach, nun dafür getrommelt, Abtreibungen allgemein gratis verfügbar zu machen und sie somit auch denen anzubieten, die sich diese Prozedur sonst nicht in einer Klinik durchgeführt leisten können.

In Gods own Country ist es ebenfalls an der Tagesordnung, dass daß bei der als RIC bezeichneten Operation anfallende, bei ihrem männlichen Baby abgetrennte Gewebe von einer Schwangeren, bereits vor dessen Geburt vertraglich der Geburtsklinik überschrieben werden kann.

Wer wissen möchte warum, schaue einfach mal in die Zutatenlisten sogenannter Schönheits-/Verjüngungscremes.

Derselbe, unersetzbare Grundstoff wird zur Züchtung sogenannter "künstlicher Haut" benötigt.

Mit den ermordeten Embryonen verhält es sich, genauso wie mit den von aus den Adern Slumbewohnern gezapften Blutspenden - diese stellen einen wertvollen, bisher nicht synthestisch herstellbaren Rohstoff dar.

 

 

quarz

1. Mai 2021 19:54

@Imagine

"Generell gegen Abtreibung zu sein, bedeutete, diese zu auch verbieten, wenn ... "

Es würde sehr viel argumentatives Unkraut aus dem Diskurs nehmen, wenn man folgenden Gedankenfilter beherzigte: "Würde ich das Argument XY auch zur Verteidigung der Tötung eines geborenen Kindes gelten lassen oder nicht?" Wenn nicht, dann können Sie XY gleich auf den Müll werfen, weil Sie eine Prämisse einfach unterstellen, die die meisten Abtreibungsgegner nicht teilen: dass nämlich ein ungeborenes Kind kein "richtiger" Mensch sei und daher dessen Tötung bei der Güterabwägung weniger ins Gewicht falle.

Dass z.B. soziales Elend verhindert werden darf, wenn der Preis dafür nur die Entfernung eines bloßen "Zellklumpens" (wie z.B. einer Warze) ist, wird ja kaum ein Abtreibungsgegner bestreiten. Insofern ist der Hinweis auf soziales Elend überflüssig. Aber er bestreitet halt, dass ein ungeborenes Kind bloß ein solcher Zellklumpen ist. Und wenn es statt dessen ein dem Geborenen gleichwertiger Mensch ist, dann kann der Umstand des sozialen Elends auch nicht hier, anders als dort, als Tötungsrechtfertigung reüssieren.

Solange Sie also kein überzeugendes Argument dafür vorlegen können, dass ein Kind vor der Geburt (oder sonst einer "Frist") einen radikal anderen moralischen Status hat als danach, sind alle sonstigen Pro-Choice-Argumente schlicht irrelevant.

Laurenz

1. Mai 2021 21:28

@Lotta Vorbeck @Laurenz

Alter Schwede, Du sorgst dafür, daß es einem am Sonnabend noch schlecht wird. Aber das muß wohl für unsere naiven Gemüter so sein. Da muß man durch.

Der_Juergen

1. Mai 2021 21:30

@Blogprovokateur

Mit Engelsgeduld schalten die Hausherren den gehäuften Unfug frei, den Sie auf diesem Strang von sich geben.

"Generell gegen Abtreibung zu sein, bedeutete, diese zu auch verbieten, wenn die medizinischer Diagnostik (genetische Analyse, Ultraschall etc.) zeigt, dass ein körperlich oder geistig behindertes oder krankes Kind mit kurzer Lebenserwartung zur Welt kommen wird." Es wird wohl nur wenige Lebensschützer geben, die auch in diesem Fall, oder wenn das Leben der Mutter durch die Geburt in Gefahr geriete, oder wenn die Schwangerschaft das Ergebnis einer Vergewaltigung ist, eine Abtreibung generell verbieten würden. Diese Fälle gehören zu den in meiner ersten Wortmeldung erwähten "Ausnahmefälle": Ich bin aber sicher, dass allerhöchstens ein Prozent der Abtreibungen aus diesen Gründen erfolgt. 

Unfassbar stupid ist Ihr Einwand, Lebensschützer seien oft für die Todesstrafe. Sehen Sie denn nicht, dass ein gewaltiger Unterschied zwischen der Hinrichtung z. B. eines Massenmörders (wie desjenigen, der in einem Moskauer Park 62 Menschen abschlachtete;statt dieses Monstrum auf schmerzlose Weise zu töten; lässt man es, ihm selbst zur Qual und der Gesellschaft zur Last, im Gefängnis dahinvegetieren) und der Tötung eines unschuldigen ungeborenen Kindes besteht? In China, das Sie uns ständig als Vorbild anpreisen, wird die Todesstrafe häufig verhängt, was Sie bestimmt wissen.

 

Laurenz

1. Mai 2021 21:41

@Martino Taverniere

"Das sind doch keine Antifa-Methoden!! Und welche Quelle verwendet wird, ist in dem Maße irrelevant, in dem man sich der Wahrheit auf dem Weg nähern muss, der zu ihr führt; solange es sich tatsächlich um Wahrheit handelt wohlgemerkt."

Da könnten Sie Recht haben. Die Frage ist also vielmehr, wem Meuthen dient? Der eigenen Partei? Sich selbst?

Und desweiteren müßten Sie dann auch definieren, welche Wahrheit Sie meinen? Für die Antifa ist ja schon jeder ein Faschist, der auch nur den Hauch einer abweichenden Postion vertritt.

Und geht die Konsequenz aus Ihrem Post dann schon soweit, daß die Antifa Meuthen für keinen Faschisten hält?

Alleine schon der Hayek'sche Marktliberalismus, den Meuthen lehrt, macht ihn eindeutig zu einem Fascho, zumindest wenn die Holzköpfe der Antifa überhaupt wüßten, wer Hayek ist.

Imagine

1. Mai 2021 22:39

1/2

@quarz   1. Mai 2021 19:54
„  weil Sie eine Prämisse einfach unterstellen, die die meisten Abtreibungsgegner nicht teilen: dass nämlich ein ungeborenes Kind kein "richtiger" Mensch sei und daher dessen Tötung bei der Güterabwägung weniger ins Gewicht falle.“

Ein Rechtsstatus wird nicht von der Natur vorgegeben, sondern wird von Menschen gesetzt. Deshalb wird die Todesstrafe nicht mit einem Mord gleichgesetzt, obwohl es die Tötung eines Menschen ist. Und die Tötung werdenden Lebens rechtlich anders bewertet als die eines geborenen Kindes.

Madeleine Albright antwortete in einem Fernsehinterview 1996 „auf die Frage, ob das US-amerikanische Embargo gegen den Irak, das einer halben Million irakischer Kinder das Leben gekostet hat, diesen Preis wert gewesen sei, mit: „Es ist diesen Preis wert.“ (Wikipedia)

Wie wurde diese Tötung einer halben Million irakischer Kinder rechtlich bewertet?
Wie sind die „Lebensschützer“ damit umgegangen?

Für die Rassisten und Völkischen unter ihnen waren es irakische Kinder, es interessierte sie daher vermutlich nicht. Es dreht sich bei den Rechten alles ums „Eigene“. Und daher gilt bei den rechten „Lebensschützern“ der Schutz des menschlichen Lebens nicht gleichermaßen für alle Leben von Menschen.

Imagine

1. Mai 2021 22:40

2/2

Im Übrigen gab es im christlichen Kulturkreis Zeiten, wo Kinder als Eigentum der Eltern angesehen wurden, die man straffrei töten konnte.

Unter Rechten war – und ist - die Auffassung verbreitet, dass nur ein toter Kommunist ein guter Kommunist sei.

Judenmord war für viele völkisch-rassistische Deutsche eine Befreiung des Volkskörpers von Volksschädlingen und die Ermordung von Behinderten – von Kindern und Erwachsenen – eine Beseitigung von Ballastexistenzen zum Wohl des Volkes.

Gerade unter den „Lebensschützern“ finden sich unsägliche Heuchler, die mit zweierlei Maß messen. Und die Rechte der schwangeren Frauen total ignorieren.

 

anatol broder

2. Mai 2021 03:51

@ links ist wo 10:06

aus der heutigen reue lassen sich keine ansprüche für gestern herleiten, weil es keine zeitmaschine gibt.

quarz

2. Mai 2021 10:20

@Imagine

Offenbar haben sie Probeme, meinem Argument zu folgen. Ich will es für Sie verknappen. Die übliche Diskussion zwischen Befürwortern (B) und Gegnern (G) einer moralischen und/oder rechtlichen Zulässigkeit von Abtreibung (A) läuft im Kern so ab:

B: A, weil sonst X

G: (1) X rechtfertigt nicht die Tötung eines Menschen. (2) Das ungeborene Kind ist ein Mensch. (Ergo:) X rechtfertigt keine Abtreibung

B: A, weil sonst Y

G: Siehe oben

B: A, weil sonst Z

G: Siehe oben

usw.

Solange B versucht, Gs Argument dadurch auszuhebeln, dass er Prämisse (1) verbessert, wird er immer scheitern (außer eventuell in Fällen wie Lebensgefahr, in denen G wahrscheinlich ohnehin keine Gegenposition vertritt). Und dieses Scheitern könnte B durch den von mir vorgeschlagenen gedanklichen Filtertest vorhersehen und sich statt dessen auf die einzig sinnvolle Alternative konzentrieren: Prämisse (2) zu kritisieren. Das wird schwer, ist aber die einzige rational mögliche Strategie für B.

P.S. Ihre Ad-hominem-(bzw. Ad-coetum)-Kommentare habe ich mangels argumentativer Relevanz ignoriert.

Slentz

2. Mai 2021 14:02

Im Übrigen gab es im christlichen Kulturkreis Zeiten, wo Kinder als Eigentum der Eltern angesehen wurden, die man straffrei töten konnte.“

Das ist einfach Unsinn, die Kindstötung galt regelmäßig als außerordentlich schlimmes Unrecht, welches daher mitunter besonders grausam bestraft wurde. 

„Unter Rechten war – und ist - die Auffassung verbreitet, dass nur ein toter Kommunist ein guter Kommunist sei.“

Wohl wahr, denn der Kommunist arbeitet stets aktiv an der Zerstörung des Guten, er ist also (auch wenn er das selbst natürlich anders sieht) böse. Ein Kind ist dies nicht.

„Judenmord (...) und die Ermordung von Behinderten – von Kindern und Erwachsenen – (...) zum Wohl des Volkes.“

Schlimme Verbrechen, ohne Zweifel, aber inwiefern sind das nun Argumente für die Tötung von Kindern?

„Und die Rechte der schwangeren Frauen total ignorieren.“

Sie argumentieren im Zirkelschluss. Weil Schwangere nach derzeit geltendem Recht straffrei abtreiben dürfen, hätten sie also ein „Recht auf Abtreibung“ dieses bestehe durch seine eigene Existenz als Daseinsberechtigung, sei also richtig und eine Änderung der Rechtslage könnte dieses bestehende Recht reduzieren und damit „ignorieren“.

 

Nach dieser „Logik“ begründet und rechtfertigt sich jede Rechtslage aus sich selbst

Gracchus

2. Mai 2021 14:32

Das, was Sie @imagine, argumentativ betreiben, nennt man gemäß Ihrem freudomarxistischen Weltbild: Verdrängung. Deshalb diese kuriosen argumentativen Pirouetten. Die ad personam-Ansprachen. Als ob hier im Forum fanatische Abtreibungsgegner unterwegs wären. Sie ignorieren total das Recht des Kindes auf Leben. Ich zitiere eine Journalistin aus einem taz-Artikel:

"Ich wollte eine örtliche Betäubung, weil ich all die feministische Literatur gelesen hatte und da stand, dass das wichtig sei, um Abschied zu nehmen, aber auch, um zu sehen, dass das kein fertiges Baby ist, sondern ein Zellhaufen."

Ich kommentiere das jetzt nicht. Ich halte Abtreibung für ein Übel. Deshalb kann es m. E  kein Recht auf Abtreibung geben. Das wäre ja eine Pervertierung des Rechtsgedankens. So wie man sich nicht zum Herr über Leben und Tod machen sollte, so aber auch nicht zum moralischen Richter. Es geht also nicht darum, den Frauen die Schuld und die Verantwortung zuzuschieben, es geht nicht um den Einzelfall und sich moralisch zu empören, und das Problem lässt sich m. E nicht strafrechtlich lösen. Es geht um ein soziales Phänomen und Problem, und wie Kaiser kritisiere ich, dass die feministische Linke sich weigert, darin (der Vielzahl an Abtreibungen) ein Problem zu sehen und sich ein Gewissen zu machen bzw. sie das Problem darauf reduziert, wie man Abtreibungen zugänglich macht, so als läge darin kein moralischer Konflikt.  

 

Gustav

2. Mai 2021 15:27

@ Imagine

"Zur menschlichen Freiheit gehört das Sich-Befreien von Naturzwängen..."

Damit wir Faschisten und Rassisten vor ihnen wieder unsere Ruhe haben, schlage ich vor, sie befreien sich als erstes von den Naturzwängen des Essens und des Trinkens.....

Imagine

2. Mai 2021 16:50

1/2

Für mich ist es Zeit, die Frage aufzuwerfen, ob es noch Sinn macht, mit Rechten zu reden?

Solange es noch eine Opposition gegen die islamische Massenimmigration gab, machte es noch Sinn. Denn diese Opposition vertrat sowohl das objektive Interesse der deutschen Staatsbürger wie auch das überwiegende subjektive der Bevölkerung, weil geschätzt 70 – 80% dagegen waren.

Aber über 85% der Wähler wählten 2017 nicht die AfD, weil sie diese als „Nazi-Partei“ ansahen.

Tatsächlich war und ist nur ein Teil der AfD-Politiker und –Mitglieder „neo-nazistisch“ im Sinne der NPD orientiert. Es gibt bis auf ganz wenige Ausnahmen auch keine nationalen Sozialisten in der AfD, sondern das Gegenteil ist der Fall: die AfD ist anti-sozialistisch. Aber es gibt Affinitäten zum historischen Phänomen des Nationalsozialismus und zum einem geringen Teil auch zum Hitlerismus.

Diese „Nazis“ kontaminieren die gesamte AfD, so dass diese als verfassungsfeindliche Organisation klassifiziert wurde und nun geheimdienstlich überwacht wird.

Seit 2015 gab es einen Trend in der Bevölkerung zur Annäherung an Positionen der nationalen Rechten, doch dies hat sich – bundesweit betrachtet - inzwischen ins Gegenteil gewandelt. Dabei war der sog. „Kampf gegen Rechts“ ein entscheidender Faktor.

 

Imagine

2. Mai 2021 16:51

2/2

Zwischen dem rechten Lager und der ganz überwiegenden Mehrheit der Zivilgesellschaft ist inzwischen ein immer tiefer werdender politisch-kultureller Graben entstanden.

Ein Grund ist die Politik des rechten Lagers, welche nicht auf eine patriotische Sammlungsbewegung unter Einschluss von Linkspatrioten ausgerichtet war und ist, sondern nur auf Stärkung des eigenen rechten Lagers.

Typisch für das Außenseitertum des rechten Lagers ist z.B. dessen Position zur Abtreibungsfrage.

Denn bei geschätzt 80-90% der Bevölkerung gibt es einen zivilgesellschaftlichen Konsens über die Beibehaltung der gegenwärtigen Rechtslage. Im Widerspruch dazu stehen Positionen von Extremisten und Fanatikern: von Feministen, Anarcho-Liberalisten, Religiösen und Völkischen.

Die völkische Rechte hält sich nach wie vor für die Interessenvertretung des deutschen Volkes und für dessen Elite und reklamiert für sich, in Besitz von „Restvernunft“ zu sein..

Tatsächlich driftet dieses Milieu jedoch immer mehr in Scheinwirklichkeiten und ins gesellschaftliche Abseits ab.

Folglich kann man für Deutschland die Idee einer patriotischen Sammlungsbewegung jenseits des traditionellen Links-Rechts-Schemas beerdigen.

Gibt es angesichts dieser Konstellation für einen Linkspatrioten heute noch einen vernünftigen Grund, mit Rechten reden?

 

Valjean72

2. Mai 2021 17:20

Ein überaus dunkles Thema ist die Zahl der ungeborenen Kinder, die in den westlichen Ländern zu Hunderttausenden jedes Jahr im Mutterleib zerstückelt werden.

Vor ein paar Jahren sah ich mal auf YouTube ein Video, in welchem ein ehemaliger Abtreibungsarzt in den USA die Prozedur dieser Zerstückelung nüchtern-sachlich, gleichwohl anschaulich erzählte. Dazu legte er auch sein ehemaliges "Mordsinstrumentarium" auf den Tisch.

Nach getaner Arbeit müsse der Abtreiungsarzt unbedingt eine Inventur durchführen, ob er auch alle Teile und Gliedmaßen des Kindes herausbekommen hat: 2 Ärmchen, 2 Beinchen etc. ... denn nichts davon darf anschliessend im Mutterleib zurückbleiben.

Imagine & Konsorten mögen doch nur einmal nach bildlichen Darstellungen von Föten in der 12. Woche googeln. Blosse Zellhaufen? 

Da tritt er hervor, der eiskalte Materialismus/Zynismus der linken "Menschenfreunde" ...

Laurenz

2. Mai 2021 18:35

@Valjean72 (1)

Auch wenn ich hier die Position eines Abtreibungsgegners einnehme, so ist der körperliche Eingriff bei Menschen, Tieren & Pflanzen immer brutal, auch dann, wenn der Mähdrescher auf dem Acker zuschlägt. Manchmal sieht auch eine OP nach Schlachthof aus.

Finde, @Gracchus hat gegen den ideologisch-materialistisch konstruierte Moral von @Imagine & Co. sehr gut argumentiert & trotzdem die Kirche im Dorf gelassen.

In meinen Augen geht es weniger um das Mitleid, welches uns bei Brutalitäten beschleicht & meist aus einem projizierten Selbstmitleid stammt, sondern um die Seelen, ganz egal, ob die eines Menschen oder einer Kreatur. Wenn Sie Sich die Jagd-Traditionen aus Deutschland & der Welt anschauen, werden diese exakt der Ehrung des gejagten Wildes gerecht. Damit ist natürlich nicht die para-militärische Ausrottung des Bisons gemeint. Aus unserer Jagd-Tradition stammt das Reichsjagdgesetz, welches, Nazis hin oder her, weltweit als vorbildlich gilt.

Es gilt, selbst wenn man abtreibt oder tötet, der Seele dieses getöteten Wesens gerecht zu werden, Achtung zu fühlen & zu zeigen.

Laurenz

2. Mai 2021 18:45

@Valjean72 (2)

Vor langer Zeit hörte ich mal auch einer Familienaufstellung die Geschichte einer schwangeren Ärztin, die wußte, daß ihr Kind nicht würde leben können, weil es keine eigenen Nieren entwickelt hatte. Sie trieb aber nicht ab. Sie gebar das Kind im Kreise der Lieben & nach der Geburt lebte das Kind 3 Stunden & verstarb im Kreise der Lieben. Das Kind hatte einen Namen, wurde betrauert & ordentlich bestattet, so, wie sich das (in meinen Augen) gehört.

Mit solch einem Unglück oder Pech müssen manche leben. Dann stellt sich vordergründig die Frage, wie lebt man damit (?), ehrenhaft oder materialistisch?

Der_Juergen

2. Mai 2021 19:44

@Imagine

Ein deutscher Politiker des 20. Jahrhunderts, von dem heute kaum mehr einer spricht und dessen Name den meisten Deutschen nichts mehr sagt, hat die Taktik, zu der Demagogen Ihres Schlages bei Debatten greifen, sehr treffend beschrieben:

«Je mehr ich dann so mit ihnen stritt, umso mehr lernte ich ihre Dialektik kennen. Erst rechneten sie mit der Dummheit ihres Gegners, um dann, wenn sich ein Ausweg nicht mehr fand, sich selber einfach dumm zu stellen. Nützte alles nichts, so verstanden sie nicht recht oder sprangen augenblicklich auf ein anderes Gebiet über, brachten nun Selbstverständlichkeiten, deren Annahme sie aber sofort wieder auf wesentlich andere Stoffe bezogen, um nun, wieder angefasst, auszuweichen und nichts Genaues zu wissen. Wo immer man so einen Apostel angriff, umschloss die Hand qualligen Schleim; das quoll einem geteilt durch die Finger, um sich im nächsten Moment schon wieder zusammenzuschliessen. Schlug man aber einen wirklich so vernichtend, dass er, von der Umgebung beobachtet, nicht mehr anders als zustimmen konnte, und glaubte man wenigstens einen Schritt vorwärts gekommen zu sein, so war das Erstaunen am nächsten Tag gross. Er wusste nun von gestern nicht mehr das Geringste, erzählte seinen alten Unfug weiter, als ob überhaupt nichts vorgefallen wäre, und tat, empört zur Rede gestellt, erstaunt, konnte sich an rein gar nichts erinnern ausser an die doch schon am Vortage bewiesene Richtigkeit seiner Behauptungen.»

(Heiner Geissler, «Intoleranz. Vom Unglück unserer Zeit», S. 888)

links ist wo der daumen rechts ist

2. Mai 2021 20:21

Ausgangspunkt unserer Debatte waren doch diese beiden Extrempositionen:

Zitat BK Eingangssatz:

Mit keinem anderen Thema entlarvt sich der »Humanismus« des liberalen bis radikal linken Antifaschismus so spielerisch wie mit dem Haß auf ungeborenes Leben.

Abgesehen davon, daß der gute BK von einer Radikalansicht die Schiene legt zu einem vermeintlichen Mainstream („hedonistisches Lifestylekonzept“), ohne sich dessen bewußt zu sein, hier einen klassischen Strohmann aufzubauen (das nimmt man ja nur auf der Gegenseite wahr), ist es schlicht und einfach Unfug, Bürgerkriegsszenarien (Haß gegen Haß) zu imaginieren.

Geschätzte 99% der Bewohner eines nicht durch Krieg oder Bürgerkrieg verheerten Staates wollen doch nur in Ruhe leben.

Wenn also jemand den absoluten Schutz ungeborenen Lebens fordert (und damit die Fristenlösung ablehnt, die ja auch nur der Versuch war, die Folgen illegaler Abtreibungen zu mildern), ist es ehrenhaft. Was sind dann aber die politischen und gesellschaftlichen Folgerungen einer Gleichsetzung Abtreibung=bedingungsloses Tötungsdelikt? Kriminalisierung, Ächtung, Umerziehung, Abschreckung? Oder doch nur wieder die Flucht in illegale Abtreibungen?

Die Antworten bleibt man schuldig, da sie die Ideale besudeln.

Monika

2. Mai 2021 20:27

@ Laurenz 

Sie werden mir direkt sympathisch mit Ihrer letzten Schilderung. Die Schwester meines norwegischen Au-pairs, über das Sie sich irgendwann mal mokiert haben ( ein Familienmitglied, kein Dienstmädchen!) hatte ein nicht lebensfähiges Mädchen geboren. Es ist in ihren Armen gestorben. Sie haben das Kleine in einer Kühlbox mit nach Hause genommen und betrauert. Es bekam natürlich einen Namen und wurde beerdigt, wie sich das gehört. Ein Foto des Mädchens hing in der Wohnung in Bergen. Das hat mich berührt. 

 

Monika

2. Mai 2021 20:31

Im Franziskanerinnenkloster in Muotathal ( CH) gibt es eine kleine Kapelle. Dort ist ein Schild angeschlagen mit dem ungefähren Inhalt: Frauen, die ihr Kind abgetrieben haben können hier jederzeit seelsorgerischen Beistand bekommen und ihr Gewissen erleichtern. Unabhängig von ihrer Konfession. Das finde ich bemerkenswert. Ich weiß nicht, ob es das heute dort noch gibt. 

https://magic-places.ch/franziskanerinnenkloster-st-josef/

Laurenz

2. Mai 2021 22:04

@Monika @L. 

Freut mich, daß Sie gut mit meiner Geschichte klar kommen.

Ich halte trotzdem nichts von Gut & Böse. Ich halte ebensowenig davon, die spirituelle Wahrnehmung anderer vor 2.000 Jahren zu verehren, und alle späteren, weiteren Wahrnehmungen von einem päpstlichen Nuntius genehmigen lassen zu müssen, wie dies wohl unserer gemeinsamen Freundin Hildegard von Bingen geschah. Ich kann Ihnen nur wärmstens empfehlen, sich einen Aufsteller nach Bert Hellinger vor Ort zu suchen, männlich oder weiblich ist egal, & einem solchen Aufstellungs-Seminar oder - Wochenende beizuwohnen. Wenn es nur einigermaßen läuft, befinden Sie Sich quasi in einem Gottesdienst, wie man sich diesen tatsächlich vorstellt. Sie werden automatisch in die Lage versetzt, die Seelen anderer oder auch die eigene Seele körperlich zu fühlen. Danach hat man es auch nie mehr nötig, sich jemals wirklich über die Gegenwärtigkeit von Seelen auseinanderzusetzen. Denn, man muß daran nicht mehr glauben, man weiß es tatsächlich, so wie man Bücher von Ernst Jünger oder Karl May kennt.

links ist wo der daumen rechts ist

2. Mai 2021 23:37

@ Laurenz

Ich hatte eigentlich vor, auf Ihre Anwürfe nicht mehr zu antworten, da Sie ohnehin Selbstgespräche zu führen scheinen. Aber machen wir halt zwei Ausnahmen (seufz).

Ihr Einwand vom 1.5. 13:35

Lesen Sie bitte dazu, was ich unter „Familienschweigen“ am 1.5. 11:19 geschrieben habe; meine Andeutungen mögen genügen. Falls Ihnen Gregers Werle nichts sagt: sein Auftreten entspricht in etwa der Wahrheit aus Kindermund, die im Film „Der Clan der Sizilianer“ zum blutigen Finale führt.

Unabhängig davon lesen Sie halt Ihren Castaneda und huldigen Hellinger, ich lese meinen Rudolf Steiner oder C.G. Jung und etwa zwei Dutzend Bücher zum Thema Schamanismus.

Ihr Einwand vom 2.5. 21:26

Keine Ahnung, gegen welchen Popanz Sie hier wieder anstürmen.

Ich gestehe, ich habe die Zahlen aus dem Wikiblödia-Artikel zu „Lebensborn“. Es kostete mich einige Überwindung, hier einen „humanen Kern“ herauszuarbeiten. Und daß Krieg und Not Ausnahmesituationen sind, nonaned. Aber Sie trampeln eh wieder alles nieder. Kann man denn nicht ein bißchen genauer hinhören?

Ähnliches galt auch schon einmal, als ich den diplomatischen Dilettantismus des NS und die Verkehrung der hehren „Ideen von 1914“ in ihr Gegenteil anprangerte, woraus Sie gleich wieder messerscharf schlossen, ich würde die WK2-Gegner verherrlichen. Dazu hatte ich schon einmal die berühmten Worte aus Augsteins „Spiegel“-Editorial vom Februar 1985 gebracht. Usw. Usf.

 

Monika

3. Mai 2021 07:36

@ Laurenz 

Habe einige Familienaufstellungen hinter mir. Seriös durchgeführt unter psychologischer Anleitung kann man durchaus Erkennnisse gewinnen. Eine unseriöse nach Hellinger durch eine Heilpraktikerin empfand ich allerdings als äußerst grenzwertig und sektenartig. 

Die sogenannten familienkritischen Stellen im Neuen Testament ( Weib, was habe ich mit dir zu schaffen) halte ich auch für geeignet,  um sich aus familiären Verstrickungen zu lösen. Da geht es gerade nicht um Gut  und Böse, sondern um innere Freiheit. Die Gegenwart von Seelen spüren, das gelingt nur wenigen Menschen. Unabhängig von einer Religion.

Karl May? Im Moment lese ich gerade mal wieder Old Surehand. Das war als Kind mein Lieblings Karl May ...vielleicht finde ich heraus, warum ...

 

 

Der_Juergen

3. Mai 2021 10:00

@Monika

Off-Topic, aber ich schreibe es trotzdem. Auch für mich war Old Surehand der Lieblings-Karl-May, zusammen mit "Im Lande des Mahdi".  Die zwei Surehand-Bände haben einen unwirklichen Zauber. Bemühend ist allerdings die Szene im 2. Band, wo Old Wabble stirbt, hier wird der Bogen überspannt.

Gustav

3. Mai 2021 10:01

@ links ist wo der daumen rechts ist

Zu Lebensborn:

Im Urteil vom 10. März 1948 mußte sogar dieses Nürnberger Rachegericht die 1935 gegründete Organisation >Lebensborn e.V.< freisprechen. Inge VIERMETZ wurde in allen Punkten freigesprochen. Die anderen drei SS-Führer vom Lebensborn wurden ausdrücklich in allen Punkten freigesprochen, die den Lebensborn betrafen, und nur wegen ihrer SS-Zugehörigkeit verurteilt. In der Urteilsbegründung des IMT heißt es:2 »Aus dem Beweismaterial geht klar hervor, daß der Verein Lebensborn e.V., der bereits lange vor dem Kriege bestand, eine Wohlfahrtseinrichtung und in erster Linie ein Entbindungsheim war. Von Anfang an galt seine Fürsorge den Müttern, sowohl den verheirateten als auch den unverheirateten, sowohl den ehelichen und unehelichen Kindern... Es geht in der Tat aus dem Beweismaterial klar hervor, daß der Lebensborn es zu vermeiden suchte, Kinder in seine Heime aufzunehmen, die noch Verwandte besaßen. ..

2 Erich KERN, Meineid gegen Deutschland, K. W. Schütz, Göttingen 1968, S. 54 f.; ausführlicher Bericht zum »Lebensborn«, S. 45-72.

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