Sammelstelle für Gedrucktes (20)

Vor einem Jahr entschied sich die Bundesregierung dazu, neben unzähligen Landesprogrammen »gegen rechts« ein noch größeres Faß aufzumachen:

Benedikt Kaiser

Benedikt Kaiser ist Politikwissenschaftler und arbeitet als Verlagslektor.

Ein »Demo­kra­tie­för­der­ge­setz« müs­se her, mehr als eine Mil­li­ar­de Euro für anti­ras­sis­ti­sche, anti­fa­schis­ti­sche etc. Akteu­re soll­ten in die­sem Zuge bereit­ge­stellt wer­den. Das ist gewis­sen Akteu­ren des Fel­des um die Ama­deu Anto­nio Stif­tung immer noch nicht genug.

Man for­der­te von Schwarz-Rot,

dass der zivil­ge­sell­schaft­li­che Ein­satz für eine leb­haf­te und wehr­haf­te Demo­kra­tie und gegen jede Form von Extre­mis­mus vom Staat nicht nur in hohem Maße wert­ge­schätzt, son­dern auch auf struk­tu­rel­ler Ebe­ne unter­stützt wird – und zwar wir­kungs­ori­en­tiert, ver­läss­lich, lang­fris­tig und sicht­bar. (Mehr dazu hier.)

Die Ankün­di­gung des Vor­ha­bens ist bald ein Jahr her; Zeit für einen Zwi­schen­be­richt also.

Anna Schnei­der ver­merkt für die NZZ (v. 14.5.2021), daß das Demo­kra­tie­för­der­ge­setz kaum vor­an kom­me. Dabei sei durch­aus etwas in Bewegung:

Mit 89 Ein­zel­vor­ha­ben will die Regie­rung unter ande­rem For­schung und Prä­ven­ti­on för­dern. Zudem sol­len die gesetz­li­chen Grund­la­gen für den Kampf gegen Hass­kri­mi­na­li­tät erwei­tert wer­den. Man habe ein «soli­des Fun­da­ment» geschaf­fen, auf dem die nächs­te Regie­rung auf­bau­en kön­ne, teil­te Innen­mi­nis­ter Horst See­hofer mit.

Klingt grün, könn­te rot sein, ist aber ori­gi­när schwarz:

«Nie zuvor hat eine Bun­des­re­gie­rung so viel zur Bekämp­fung von Rechts­ex­tre­mis­mus, Ras­sis­mus und Anti­se­mi­tis­mus getan wie die­se», so der CSU-Poli­ti­ker. Es sei zen­tra­les Anlie­gen der Regie­rung, die «wehr­haf­te Demo­kra­tie zu stärken».

Doch was, wenn die Akteu­re, die finan­zi­ell mit Zuwen­dun­gen über­schüt­tet wer­den sol­len, unter »wehr­haf­ter Demo­kra­tie« einen anti­fa­schis­ti­schen Gesin­nungs­staat ver­ste­hen? Dann kommt es zu Ver­zö­ge­run­gen. Und so ist das Kern­stück des Demo­kra­tie­för­der­ge­set­zes, das »Gesetz zur Stär­kung und För­de­rung der wehr­haf­ten Demo­kra­tie«, noch »umstrit­ten«.

Der Knack­punkt, der ins­be­son­de­re die Uni­ons­frak­ti­on auf die Brem­se tre­ten lässt, ist die im Gesetz geplan­te För­de­rung zivil­ge­sell­schaft­li­cher Initiativen,

und jeder Leser dürf­te wis­sen, daß »zivil­ge­sell­schaft­li­che Initia­ti­ven« eine Orwell­sche Chif­fre für Anti­fa-nahe Netz­wer­ke und ent­spre­chen­de Begüns­tig­ten­struk­tu­ren gewor­den ist. Die­se stre­ben mit ihren Part­nern in der SPD nach einer dau­er­haf­ten För­de­rung, die nicht »nur« zeit­lich befris­tet für den ste­ten Geld­fluß sorgt:

Fami­li­en­mi­nis­te­rin Fran­zis­ka Gif­fey wür­de lie­ber ges­tern als mor­gen dafür sor­gen, dass der Bund nicht mehr nur pro­jekt­be­zo­gen, son­dern dau­er­haft – also auch meh­re­re Jah­re lang – bestimm­te Initia­ti­ven för­dert. Ihre Frus­tra­ti­on über die Uni­ons­frak­ti­on, die ihrer Mei­nung nach end­lich «auf die Tube drü­cken» sol­le, sicker­te auch bei ihrem State­ment kurz nach Ende der Kabi­netts­sit­zung durch. «Die Zivil­ge­sell­schaft erwar­tet das», sag­te Gif­fey vor dem Kanz­ler­amt. Man müs­se weg von der rei­nen Pro­jekt­för­de­rung, hin zu ver­läss­li­chen Struk­tu­ren. Dafür müs­se der Bund einen auf Dau­er ange­leg­ten gesetz­li­chen För­der­auf­trag bekommen.

Nun ist Gif­fey unter­des­sen über ihre Pla­gi­ats­af­fä­re gestol­pert, aber ihr Nach­fol­ger wird mit ähn­li­cher Stoß­rich­tung handeln.

Der Stein des Ansto­ßes – dau­er­haf­te Ali­men­tie­rung oder zeit­lich befris­te­te? – ist dabei ein­mal mehr die Fra­ge nach dem Bekennt­nis der Geför­der­ten zur frei­heit­li­chen demo­kra­ti­schen Grund­ord­nung. Das, was eigent­lich eine bana­le Selbst­ver­ständ­lich­keit dar­stellt – (selbst­er­nann­te) Demo­kra­tie­ver­tei­di­ger beken­nen sich zur Demo­kra­tie –, ist für die sat­te Mehr­heits­lin­ke offen­bar ein Problem.

Und so ver­merkt Anna Schnei­der, daß

vie­le lin­ke NGO im ver­meint­li­chen «Kampf gegen rechts» kei­ner­lei Berüh­rungs­ängs­te mit Radi­ka­len haben, die bereit sind, ihre Zie­le zur Not auch mit Gewalt durchzusetzen.

Thors­ten Frei, Frak­ti­ons­vi­ze der Uni­on im Bun­des­tag, hält daher an der »Demo­kra­tie­klau­sel« fest. Es gehe nicht um ein for­ma­les Häk­chen in einem Antrag, sondern

um ein unter­zeich­ne­tes Bekennt­nis zur frei­heit­lich demo­kra­ti­schen Grund­ord­nung in geson­der­ter Form. «Wenn für Frau Gif­fey ein sol­ches Bekennt­nis Papier­kram ist, scheint es ihr mit die­sem Bekennt­nis und der Ver­fas­sungs­treue der geför­der­ten Orga­ni­sa­tio­nen nicht son­der­lich ernst zu sein».

Da die Ver­hand­lun­gen sto­cken, geht Frei nicht davon aus, daß es in die­ser Wahl­pe­ri­ode des Deut­schen Bun­des­ta­ges noch zu einem Geset­zes­be­schluß kom­men dürf­te (der Bun­des­tag tagt bis zur Som­mer­pau­se nur noch drei­mal). Aber auf der ande­ren Sei­te des För­der­top­fes ist man vor­be­rei­tet, wie Schnei­der herausstellt:

Jüngst sag­te der Geschäfts­füh­rer der Ama­deu-Anto­nio-Stif­tung, einer der mög­li­chen Pro­fi­teu­re einer sol­chen Neu­re­ge­lung des För­der­we­sens, dass er einen wei­te­ren Anlauf in der nächs­ten Legis­la­tur­pe­ri­ode gut fän­de. Wie die wei­te­ren Bera­tun­gen über die­ses Gesetz lau­fen, wird wohl mass­geb­lich von der nächs­ten Regie­rungs­kon­stel­la­ti­on abhän­gen: Unter einem grün-rot-roten Bünd­nis hät­ten Akti­vis­ten wohl jeden Grund zur Freude.

Unter einem Grün-Schwar­zen oder einem Grün-Rot-Gel­ben aber halt ebenso.

Anna Schnei­der indes fürch­tet, wie der gesam­te nicht­lin­ke Teil der bür­ger­li­chen Leit­me­di­en, offen­kun­dig mehr die Links­par­tei als die Grü­nen, obwohl letz­te­re – ers­tens – ihren Genos­sen im anti­fa­schis­ti­schen Gesin­nungs­ei­fer kei­nes­wegs nach­ste­hen und – zwei­tens – im Gegen­satz zur mar­gi­na­li­sier­ten Links­par­tei der BRD zuneh­mend ihren eige­nen mar­kan­ten Stem­pel aufdrücken.

Man möch­te zudem ein­mal mehr Alex Kur­ta­gić anru­fen, wenn Schnei­der einer mög­li­chen grün-rot-dun­kel­ro­ten Koali­ti­on mah­nend ins Stamm­buch schreibt:

Es ist dann an die­sen Par­tei­en, zu bewei­sen, dass auch sie den anti­ex­tre­mis­ti­schen Kon­sens der Bun­des­re­pu­blik fort­set­zen möchten.

Ja, natür­lich, das wäre dann zu bewei­sen. Nur bit­te im Fall der Fäl­le 2022 nicht empört und ver­zwei­felt in der NZZ dar­über kla­gen, daß die För­der­mil­li­ar­de ver­dop­pelt wur­de – und das Bekennt­nis zur Demo­kra­tie »unter den Tisch fiel«, was kei­ner ahnen konn­te, weil man den längst ver­bli­che­nen anti­ex­tre­mis­ti­schen Kon­sens der Theo­rie mit der anti­fa­schis­ti­schen Pra­xis verwechselte.

– –

Ver­zwei­felt zei­ge sich schon jetzt die CDU in Sach­sen-Anhalt. Das mei­nen zumin­dest die bei­den Jour­na­lis­ten Claus Chris­ti­an Mal­zahn und Mat­thi­as Kamann. In der Welt vom 18. Mai heißt es dem­entspre­chend, die AfD könn­te am 6. Juni in Sach­sen-Anhalt stärks­te Kraft wer­den, was ein wei­te­res Deba­kel für die Christ­de­mo­kra­ten verhieße.

Schon 2016 habe man sei­ne »bür­ger­lich-demo­kra­ti­sche Mehr­heit« nur errei­chen kön­nen, weil es neben der SPD auch die Grü­nen (5,2 Pro­zent) ins Mag­de­bur­ger Par­la­ment schaff­te. Die ste­hen übri­gens der­zeit in der letz­ten Umfra­ge (eini­ge Wochen alt, trotz nahen­dem Wahl­ter­min) bei 12 Pro­zent, wäh­rend die CDU nur noch bei 26 Pro­zent geführt wird (2016: 29,8).

Mög­lich also, schrei­ben die Welt-Autoren,

dass die CDU am 6. Juni ihren his­to­ri­schen Tief­stand von 2016 noch unterbietet,

was ja wohl zu hof­fen erlaubt ist. Gleich­zei­tig steht die AfD bei 24 Pro­zent, was einer­seits wie Sta­gna­ti­on wir­ken mag (2016: 24,3 Pro­zent). Ande­rer­seits lag die Alter­na­ti­ve in den Umfra­ge­insti­tu­ten vor der letz­ten Wahl im Zwi­schen­be­reich 17 bis 19 Pro­zent, bevor man dann deut­lich mehr hol­te. Wür­de man die­sen Coup wie­der­ho­len und gar die magi­sche 25-Pro­zent-Mar­ke über­tref­fen, wür­de eini­ges in Sach­sen-Anhalt in Bewe­gung gera­ten, vor allem in der dafür anfäl­li­gen CDU:

Immer wie­der bra­chen in den ver­gan­ge­nen Jah­ren in der Lan­des-CDU Dis­kus­sio­nen dar­über aus, ob es mit der AfD nicht doch zu einer Zusam­men­ar­beit kom­men könn­te. Im Dezem­ber ent­ließ Minis­ter­prä­si­dent Haseloff sei­nen Innen­mi­nis­ter Hol­ger Stahl­knecht (CDU), weil der in einer Koali­ti­ons­kri­se laut über eine CDU-Min­der­heits­re­gie­rung nach­ge­dacht hat­te, die dann wohl oder übel auf Stim­men der Rechts­ra­di­ka­len ange­wie­sen gewe­sen wäre.

2019 woll­ten eini­ge Man­dats­trä­ger der regio­na­len Christ­de­mo­kra­tie sogar das »Sozia­le mit dem Natio­na­len ver­söh­nen« – Empö­rung war die Fol­ge.

Wie in Thü­rin­gen, Sach­sen und Bran­den­burg kommt man an der AfD in Sach­sen-Anhalt weder the­ma­tisch noch stra­te­gisch vor­bei. Es sei schlechterdings

irri­tie­rend für die poli­ti­sche Kon­kur­renz, dass die AfD mit ihrem Spit­zen­kan­di­da­ten und Land­tags­frak­ti­ons­chef Oli­ver Kirch­ner als Stim­me der Uner­reich­ba­ren auftritt.

War­um gelang dies bei allen Wah­len der letz­ten sechs, sie­ben Jahre?

Die AfD mobi­li­sier­te 2016 vie­le bis­he­ri­ge Nicht­wäh­ler. So aggres­siv wie wohl nir­gends sonst in Deutsch­land hat sie sich in Sach­sen-Anhalt zum abso­lu­ten Gegen­pol aller ande­ren poli­ti­schen Kräf­te gemacht.

Weil die AfD zwi­schen Saa­le­kreis und Alt­mark folg­lich jene Stra­te­gie anwand­te und anwen­det, die von Akteu­ren im eige­nen Mehr­heits-Bun­des­vor­stand für unzu­läng­lich erklärt und als Koket­tie­ren mit den »unte­ren Schich­ten« ver­ächt­lich gemacht wird. Im LKR-affi­nen Teil der Alter­na­ti­ve erin­nert man sich wohl lie­ber an den betont bür­ger­lich-gemä­ßig­ten Wahl­kampf, der bei­spiels­wei­se fast fünf Pro­zent ein­brach­te, als der bun­des­deutsch beson­ders repu­ta­ble Joa­chim Wund­rak – das ist ein Kan­di­dat für die AfD-Spit­zen­kan­di­da­tur zur Bun­des­tags­wahl – in Han­no­ver scheiterte.

In Sach­sen-Anhalt ver­kör­pert man hin­ge­gen kei­ne blau ange­pin­sel­te FDP mit ent­spre­chend mick­ri­gen Resul­ta­ten, son­dern man ist eine Volks­par­tei im Wort­sin­ne, was bei der Welt eben­so wie bei Jörg Meu­then für Schau­dern sorgt:

Inner­par­tei­lich wird daher ein star­kes AfD-Ergeb­nis in Sach­sen-Anhalt eine wei­te­re Schwä­chung des weni­ger radi­ka­len Co-Bun­des­chefs Jörg Meu­then bedeu­ten, des­sen Mehr­heit im Bun­des­vor­stand der Lan­des­ver­band Sach­sen-Anhalt mehr­fach scharf atta­ckiert hat.

Aber zurück zur Lan­des­po­li­tik. Was bedeu­ten dort 24-Pro­zent-plus der AfD?

Im Land­tag wie­der­um könn­te ein star­kes AfD-Ergeb­nis es der Par­tei ermög­li­chen, den par­la­men­ta­ri­schen Betrieb immer wie­der vor­zu­füh­ren und für Ris­se in der CDU-Frak­ti­on zu sor­gen. Wie das gehen könn­te, hat die AfD in Sach­sen-Anhalt von ihren ideo­lo­gi­schen Gesin­nungs­ge­nos­sen im Thü­rin­ger Lan­des­ver­band unter Björn Höcke gelernt, des­sen Frak­ti­on im Erfur­ter Land­tag 2020 Tho­mas Kem­me­rich von der FDP zum Minis­ter­prä­si­den­ten wählte,

was gewiß weder der ein­zi­ge noch der letz­te Coup der Thü­rin­ger gewe­sen ist.

Doch: Die Brand­mau­er gegen rechts steht, die CDU-Spit­ze in Sach­sen-Anhalt schließt eine Zusam­men­ar­beit mit der AfD wei­ter aus. Wenn man das aber fort­wäh­rend beteu­ern muß, intern wie extern, scheint man lei­se Zwei­fel an der Dau­er­haf­tig­keit die­ses Vor­ha­bens zu hegen:

Eine Grup­pe “enga­gier­ter Christ­de­mo­kra­ten” dringt des­halb dar­auf, die Distanz zur radi­kal rech­ten Kon­kur­renz noch deut­li­cher zu beto­nen, und hat dazu eine Erklä­rung ver­öf­fent­licht. “Wir regis­trie­ren bei vie­len CDU-Wäh­le­rin­nen und Wäh­lern eine gewis­se Besorg­nis, dass Sach­sen- Anhalt nach der Land­tags­wahl in eine schwie­ri­ge poli­ti­sche Lage kom­men könn­te”, sagt Mar­kus Ditz aus dem CDU-Kreis­ver­band Halle.

Das Pro­blem für Ditz und Kon­sor­ten: Die Basis jen­seits von Hal­le und Mag­de­burg tickt bis­wei­len anders als die »Städ­ter«, jen­seits der bei­den Uni­ver­si­täts­städ­ten ist man in so man­chen Kreis­ver­bän­den zumin­dest latent gesprächs­be­reit in Rich­tung Alter­na­ti­ve, was zu einem gewöhn­li­chen Umgang und gele­gent­li­chem Aus­tausch führt – Nor­ma­li­sie­rung nen­nen das die einen; ein Unding erbli­cken hier­in hin­ge­gen die Schrei­ber­lin­ge des Establishments:


Bri­sant wer­den der­ar­ti­ge Beson­der­hei­ten an der christ­de­mo­kra­ti­schen Basis dadurch, daß sich die CDU in Sach­sen-Anhalt dar­auf einig­te, über einen even­tu­el­len wei­te­ren Koali­ti­ons­ver­trag per Mit­glie­der­ent­scheid zu ent­schei­den. Wer weiß, ob ein­zel­ne Kreis­ver­bän­de gegen die Par­tei­ob­rig­keit revol­tie­ren, wenn eine 26-Pro­zent-AfD als Alter­na­ti­ve zur »Kenia«-Koalition bereit stün­de und der Ero­si­ons­pro­zeß bei einer geschwäch­ten CDU einsetzte.

Das wol­len main­strea­m­i­ge CDU­ler natür­lich ver­hin­dern. Einer gibt gegen­über der Welt pflicht­schul­dig zu Protokoll:

Die AfD ist unser Haupt­geg­ner im Wahl­kampf – und auch anschlie­ßend im Landtag.

Anschlie­ßend dürf­te eher der eine Christ­de­mo­krat zum Haupt­geg­ner des ande­ren Christ­de­mo­kra­ten wer­den. Jeden­falls dann, wenn es der AfD gelingt, das eige­ne Ergeb­nis zu hal­ten oder gar aus­zu­bau­en. In die­sem Fall wür­den jene Stim­men in der länd­li­chen und klein­städ­ti­schen CDU lau­ter, die schon jetzt im Flüs­ter­ton mit­tei­len, daß ihnen eine Dau­er­ko­ali­ti­on mit Roten und Grü­nen gar nicht mal so alter­na­tiv­los scheint.

– –

Nach dem 6. Juni könn­te es dem­nach neue Spal­tungs­ten­den­zen inner­halb der CDU Sach­sen-Anhalts geben. Tief im Wes­ten, in Frank­reich, ist die­se Ent­wick­lung deut­lich wei­ter vor­an­ge­schrit­ten, aber auch dort ent­zwei­en sich »mit­ti­ge« bzw. soge­nannt »kon­ser­va­ti­ve« Par­tei­en an der Fra­ge nach dem Ver­hält­nis zur rech­ten Alternative.

Der Ras­sem­ble­ment Natio­nal (RN, ehe­mals Front Natio­nal), der in der »Sam­mel­stel­le« wie­der­holt gewür­digt wur­de, treibt die Eta­blier­ten vor sich her. Als ein­zi­ge Anti-Estab­lish­ment-Kraft will er 2022 Mari­ne Le Pen zur Prä­si­den­tin machen, aber zunächst ste­hen im Juni Regio­nal­wah­len an.

Ema­nu­el Macrons Lis­te La Répu­bli­que en mar­che (LREM) – ange­sie­delt irgend­wo zwi­schen FDP und CDU/CSU – sucht für die­se star­ke Part­ner »gegen rechts«. Doch das will nicht so recht gelin­gen, wie Rudolf Bal­mer in der NZZ (v. 17.5.2021) zu berich­ten weiß:

Wie schwie­rig eine sol­che Bünd­nis­po­li­tik ist, hat sich aber kürz­lich in der süd­fran­zö­si­schen Regi­on Pro­vence-Alpes-Côte d’Azur (PACA) gezeigt. Dort hat Mari­ne Le Pens extrem rech­tes Ras­sem­ble­ment natio­nal (RN) ech­te Chan­cen, an die Macht zu kom­men. Ihr Spit­zen­kan­di­dat, Thier­ry Maria­ni, ist ein Über­läu­fer aus der kon­ser­va­ti­ven Par­tei Les Répu­bli­cains (LR). Der bis­he­ri­ge Regio­nal­prä­si­dent Ren­aud Muse­lier (LR) hat also allen Grund, sich um sei­ne Wie­der­wahl zu sor­gen. Bei der vor­he­ri­gen Wahl 2015 hat­ten die Kon­ser­va­ti­ven nur knapp gegen die Rechts­ex­tre­mis­ten gewon­nen, weil die Sozia­lis­ten ihre Lis­te vor dem zwei­ten Wahl­gang zurück­ge­zo­gen hatten.

Nun sind die Répu­bli­cains nicht »kon­ser­va­tiv« in unse­rem Sin­ne, son­dern ihres Zei­chens irgend­wo zwi­schen offi­ziö­ser CDU/CSU und ihrer eige­nen Wer­te­Uni­on zu ver­or­ten, und der RN ist nicht »rechts­ex­trem«, son­dern, ähn­lich der AfD in Sach­sen-Anhalt und Thü­rin­gen, sozi­al­pa­trio­tisch und rechts­po­pu­lis­tisch aus­ge­rich­tet. Aber der­lei Begriffsir­run­gen kauft man mit ein, wenn man sich für den Zei­tungs­er­werb entscheidet.

Was man jeden­falls in Deutsch­land schon kennt, wird nun auch in Frank­reich erneut auf­ge­führt – eine All­par­tei­en­al­li­anz gegen die ein­zi­ge Alternative:

Über­ra­schend kün­dig­te Pre­mier­mi­nis­ter Jean Castex in einer Sonn­tags­zei­tung an, er habe sich mit dem LR-Spit­zen­kan­di­da­ten auf eine Alli­anz geei­nigt. Folg­lich wer­de LREM in der Regi­on PACA kei­ne eige­ne Lis­te auf­stel­len, son­dern mit meh­re­ren Leu­ten auf einer LR-Lis­te antre­ten. Selbst die Staats­se­kre­tä­rin Sophie Clu­zel, die die LREMW-Lis­te in der Regi­on anfüh­ren soll­te, schien über­rascht über die Aus­sicht, bei LR um einen Lis­ten­platz bet­teln zu müs­sen. Eine Ein­heit LR-LREM wäre eine brüs­ke Wen­de in der Bünd­nis­po­li­tik. Denn die Kon­ser­va­ti­ven sind in der Oppo­si­ti­on und kri­ti­sie­ren die Regie­rungs­po­li­tik von Castex bei jeder Gelegenheit,

was man aber schnell zu ver­ges­sen bereit ist, wenn es um die wirk­li­chen Geg­ner geht.

Doch nicht alle bei den Repu­bli­ka­nern (LR) sehen das so; eine neue Kluft tut sich auf:

Wie könn­ten LR in Zukunft noch als Oppo­si­ti­ons­kraft glaub­wür­dig sein, wenn sie bei Regio­nal­wah­len offen­bar das­sel­be Pro­gramm hät­ten wie Macrons LREM, pro­tes­tier­te der Par­tei­chef Chris­ti­an Jacob. Er droh­te Muse­lier mit dem Ent­zug der Nomi­nie­rung als LR-Kan­di­dat oder gar dem Par­tei­aus­schluss. Noch viel hef­ti­ger pro­tes­tier­ten Ver­tre­ter des rech­ten Flü­gels wie der Abge­ord­ne­te Eric Ciot­ti aus Niz­za, ein Hard­li­ner in der Sicher­heits­po­li­tik. (…) Mehr denn je war deut­lich, wie tief die Kon­ser­va­ti­ven gespal­ten sind.

Und wäh­rend sich LR und LREM zer­strei­ten und zu allem Über­fluß auch intern vie­ler­orts zer­rüt­tet sind, beob­ach­tet man »eine wei­te­re Stär­kung der extre­men Rechten«:

Laut einer neu­en Umfra­ge (Link) im Auf­trag von «Le Figa­ro» und LCI sind die Chan­cen der RN-Lis­te von Maria­ni auf einen Sieg in der ers­ten wie in der zwei­ten Run­de gestie­gen. Die Lin­ke im Süden kann nicht ein­mal recht Scha­den­freu­de über das Hick­hack unter ihren Geg­nern emp­fin­den. Ihre eige­ne Rol­le wird sich vor­aus­sicht­lich dar­auf beschrän­ken, wie schon vor sechs Jah­ren bei der Stich­wahl zuguns­ten von LR oder LREM zu pas­sen, um einen Sieg der Rechts­ex­tre­mis­ten zu verhindern.

Die in der Stich­wahl zu erwar­ten­de Ein­heits­front gegen rechts besteht ein­mal mehr aus Law-and-Order-»Konservativen« und Libe­ra­len aller Schat­tie­rung bis hin zur sozi­al­de­mo­kra­ti­schen und radi­ka­len Lin­ken. Sie soll­te sich frei­lich nicht dar­auf ver­las­sen, daß der fran­zö­si­sche Wäh­ler nicht irgend­wann die Lust an ihr verliert.

Benedikt Kaiser

Benedikt Kaiser ist Politikwissenschaftler und arbeitet als Verlagslektor.

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Kommentare (29)

Schwarzseher

20. Mai 2021 15:35

 Viele gutbürgerliche Stellen. Ob die Leute aus der "Kampf gegen Recht- Zivilgesellschaft" nicht auch heimlich AfD wählen? Um für sich noch mehr Gelder zu rechtfertigen? Im Westen sind sie bestimmt sogar sie ein Großteil der AfD Wahler.

Volksdeutscher

20. Mai 2021 16:07

Die C-Parteien könnte man verbal etwas härter zu Leibe rücken und sie herausfordernd fragen, ob sie sich denn für die Erhaltung des deutschen Volkes oder lieber für dessen Abschaffung zu entscheiden gedenken. Oder ob sie sich noch daran erinnern können, ob sie ihren Eid als Abgeordenten auf  Merkel oder auf das deutsche Volk abgelegt haben. Aber da es in der AfD zu viele Leisetreter, Angepaßte und Maulaffen Feilhalter gibt, wartet man vergeblich auf solche Einlagen.

Niekisch

20. Mai 2021 17:41

"Im Westen sind sie bestimmt sogar sie ein Großteil der AfD Wahler."

@ Schwarzseher 15:35: Woraus ist das herzuleiten?

Andreas Walter

21. Mai 2021 07:06

Geld ist nicht das Problem. Für die “richtigen“ Sachen und Ideen wird Geld in tatsächlich unbegrenzter Menge zur Verfügung gestellt. Dazu diente ja auch die Entkopplung von Geld von Sachwerten wie Gold bereits in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts. Das Problem ist heute eher noch Dinge zu finden, die für die Herren des Geldes einen Mehrwert bedeuten. Der Marxismus ist übrigens auch nur eines der vielen Werkzeuge dieser Herren ebenso wie auch die ebenso korrupte und käufliche Wissenschaft. Jede Gegenkraft ist naturgemäss deren Feind, der vernichtet, zumindest aber kleingehalten und unterwandert werden muss. Sehr beliebt ist darum auch der Kauf der Opposition, wenn man diese nicht sogar selbst aufbaut. Neben dem Kauf ist natürlich auch Erpressung eine Option bei den dafür geeigneten Leuten. Menschen die an Wahlen und Demokratie glauben sind dagegen kein Problem. Die Ignorieren eh die Wirklichkeit, egal was auch in den VSA oder in Österreich passiert ist.

 

Imagine

21. Mai 2021 11:06

1/2
Systemtheorien unterscheiden zwischen beobachtbarem oberflächlichem Verhalten und nicht beobachtbaren systemischen Tiefenstrukturen, zu deren Erkennen es einer Analyse bedarf, was wiederum geeignete wissenschaftliche Methoden voraussetzt.

Parteipolitik ist ein politisches Oberflächenphänomen, es geht um Posten, Karrieren und Geld.

Horst Seehofer:
„Diejenigen, die entscheiden, sind nicht gewählt, und diejenigen, die gewählt werden, haben nichts zu entscheiden.“

Wahlen ändern nichts an den grundlegenden Machtstrukturen. Die Linken haben das 1973 in Chile erfahren, als Präsident Allende weggeputscht und getötet wurde. Das ist das große Trauma der Linken, welches sie nicht wirklich verarbeitet und überwunden haben. Deshalb verhalten sich die etablierten Linken so konformistisch.

Die Entstehung der Grünen und deren weitere Entwicklung ist eine Reaktion auf die Erfahrungen mit Chile. Es zeigte, dass die Mächtigen Recht und Demokratie am A… vorbeigeht.

So kam es, dass ehemalige anarchistische politische Gewalttäter, Stalinisten und Maoisten in die grüne Partei drängten, zu Realos wurden, ihre Dissidenten-Position überwinden konnten und Karrierechancen erhielten.

Imagine

21. Mai 2021 11:07

2/2
Diesen Realos war klar, dass sie nur persönlichen Erfolg haben würden, wenn sie den Willen der Mächtigen umsetzen. Der erste Schritt war, die Öko-Sozialisten aus der grünen Partei kalt zu stellen und rauszuekeln.

So kam es, dass frühere politische Gewalttäter, Stalinisten und Maoisten große Karriere machten. Aus ehemaligen Linken wurden im Rahmen ihrer grünen und neu-linken Metamorphose Kapitalismusliebhaber, Parteigänger der USA und NATO sowie Putin-Hasser und China-Feinde.

Die Kenntnis der Entstehungsgeschichte ist entscheidend für das Verständnis, weie es zur heutigen konformistischen Linken kam.

Peter Scholl-Latour bezeichnete diese Leute verächtlich als 68-er-Konvertiten. Die einen machten Karriere in der Politik, andere an den Hochschulen oder im Feuilleton.

Heraus kamen die heutigen selbstgerechten und heuchlerischen Linksspießer.

Natürlich rückten neue Generationen nach, noch opportunistischer, noch heuchlerischer, noch rücksichtloser und vor allem dümmer.

Die derzeitige grüne Kanzlerkandidatin verwechselt Kobalt mit Kobold und schreibt die soziale Marktwirtschaft der SPD zu.

Die Frage ist, was sich die AfD und ihre Fans von den Wahlen in diesem Jahr erwarten?

Mehr Geld, mehr Posten?

Mehr Akzeptanz, weniger Verteufelung und Repression bei Wahlerfolgen?

Oder wird der umgekehrte Effekt eintreten?
 

RMH

21. Mai 2021 14:17

@Imagine,

Als potentieller AfD Wähler (die  letzte Entscheidung treffe ich immer erst in der Wahlkabine) erwarte ich mir das Halten des bisherigen Ergebnisses und ein Standhalten der Mandatsträger der AfD, mehr nicht.

Im Übrigen ist der Umbau des Landes zu einer öko-oliogopolistischen Außenstelle des Globalismus beschlossene Sache, egal, wer dann letztlich die Kanzlerin wählt. Der Wähler werden danach geschoren.

anatol broder

21. Mai 2021 17:53

@ imagine

«peter scholl-latour bezeichnete diese leute verächtlich als 68-er-konvertiten.»

nanu, wird hier jemand als hassverbrecher verleumdet? denn sicherlich beschimpfte scholl-latour seine politischen gegner nicht als transsexuell. das wort achtundsechziger wird als 68er abgekürzt. scholl-latour sprach also von 68er-konvertiten.

«natürlich rückten neue generationen nach, noch opportunistischer, noch heuchlerischer, noch rücksicht[s]loser und vor allem dümmer.»

natürlich, natürlich.

«die derzeitige grüne kanzlerkandidatin verwechselt kobalt mit kobold und schreibt die soziale marktwirtschaft der spd zu.»

ich verstehe nicht, was dich daran stört. ist es die farbe?

Imagine

21. Mai 2021 21:44

Die Demokratie ist zur Demokratie-Simulation geworden. Egal wie das Volk - „der Souverän“ - wählt, es ändert sich nichts Wesentliches. Müntefering meinte sogar, es sei unfair, Politiker an ihren Wahlversprechen zu messen.

Parteipolitik weist Ähnlichkeiten zur Fußballbundesliga auf. Dort ist man Anhänger eines bestimmten Vereins. Doch egal wer deutscher Meister wird, die Alltagssituation in Beruf und Familie verändert sich bei den Fußballfans dadurch nicht. Das Ganze ist Unterhaltung. Relevant ist der Ausgang der Bundesliga nur für jene, die beruflich, organisatorisch oder finanziell direkt ins Geschehen involviert sind.

Ähnlich ist es bei Wahlen. Deren Ergebnis hat nur Einfluss auf die Lebenssituation von Berufspolitikern, Parteifunktionären und Mitarbeitern. Oder für Menschen, die von konkreten Gesetzesregelungen betroffen sind, wo es kontroverse Positionen bei den Parteien gibt. Aber dies ist heutzutage selten, denn die Parteien funktionieren als eine Art neoliberale Einheitspartei mit Ausnahme der AfD, die Außenseiter und Aggressionsobjekt ist. Nicht weil die AfD politisch so völlig andere Positionen vertreten würde, sondern weil man mit denen die „Beute“ nicht teilen will.

Fazit:
Wahlen ändern zwar nichts Relevantes in der Gesellschaft, aber sie haben einen hohen Unterhaltungswert im Demokratie-Theater. Parteianhänger verhalten sich psychisch ähnlich wie Fußballfans.

Laurenz

22. Mai 2021 04:41

@Imagine

Ihre Erwartungshaltung ist zu groß. Die Staaten mit der größten Bürgerbeteiligung sind die Schweiz & Island (quasi eine mittlere deutsche Groß-Stadt).

Sie kritisieren zu Recht. Aber wie wäre es, wenn Sie Ihre Kritik konstruktiv ausrichten würden, mit Hinblick auf eine deutsche Entwicklung zum Schweizer Model hin. So fällen Sie ein Urteil & schütteln sich den Staub von den Füßen. Was soll das bringen?

Das GG weist sogar in die Richtung, wird aber von Verfassungsinterpreten im Sinne der Politik abstrus gelesen. Die Behauptung der Politiker, wir seien eine repräsentative Demokratie ist im GG nirgendwo zu lesen. Hier kann man zumindest ansetzen.

Artikel 20. (1) Die Bundesrepublik Deutschland ist ein demokratischer und sozialer Bundesstaat. (2) Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus. Sie wird vom Volke in Wahlen und Abstimmungen und durch besondere Organe der Gesetzgebung, der vollziehenden Gewalt und der Rechtsprechung ausgeübt.

Imagine

22. Mai 2021 11:42

1/2
Die SPD wollte ursprünglich eine neue, nämlich eine sozial gerechte Gesellschaft. Aber die Mehrheit wollte es nicht auf dem Wege einer Revolution nach jakobinischen Typ, also über einen Bürgerkrieg, wie das Marx, Engels, Lenin und Trotzki wollten.
Luxemburg hingegen wollte den Weg einer friedlichen Revolution auf Basis einer organisierten Massenbewegung, die sowohl parlamentarisch als SPD repräsentiert war wie auch eine mächtige Basisbewegung war, deren stärkstes Mittel die Organisation und der Massenstreik waren.
Eine ganz entscheidende Rolle nahm dabei die Bildungsarbeit ein. Luxemburg war Leiterin der Parteihochschule, überall im Land fanden Schulungen statt, die von auf der Parteihochschule ausgebildeten „Wanderlehrern“ durchgeführt wurden. Natürlich gab es dazu entsprechende Schulingsliteratur, welche die historischen, gesellschaftlichen und insbesondere ökonomischen Zusammenhänge darstellte.

Das ist alles Geschichte. Wir wissen, dass die revolutionäre Arbeiterbewegung untergegangen ist.

Inzwischen gibt es überhaupt keine progressiv-revolutionäre Gegenmacht mehr. Der letzte Versuch, diese zu bilden, war die Neue Linke der sechziger Jahre, eine revolutionäre Bewegung in vielen Ländern, vor allen in Westeuropa, die auch stark in den USA war und die es zum Teil auch im Ostblock gab.

Imagine

22. Mai 2021 11:43

2/2
Die Grünen waren vom Programm her basisdemokratisch, ökosozialistisch und pazifistisch, aber alle wissen, dass von diesen Zielen nichts übrig geblieben ist und die heutigen Grünen die Politik der CDU/CSU in grüner Verpackung fortsetzen.

Parteipolitik ist für jede progressiv-emanzipatorische Bewegung eine Sackgasse.

Wenn eine neue Partei bei Wahlen erfolgreich ist, dann übernehmen die Realos die Partei, das sind diejenigen, welche die Privilegien und Posten von Berufspolitkern anstreben. Die Realos bekämpfen verraten dann die ursprünglichen Ziele und bekämpfen dann jene Idealisten, die daran noch festhalten wollen.

Jede neue Partei zieht wie magnetisch alle Opportunisten und Karrieristen an, die aufsteigen wollen und denen der persönliche Erfolg am Wichtigsten ist.

Die Grünen haben sich – wie alle anderen Parteien - an die reale Powerstructure angepasst. Sie machen eine Politik für die „Ruling Class“ und sind Teil des Establishments geworden. Sie sind dort, wo die AfD-Realos hinwollen. Die Idealisten haben – wie bei den anderen Parteien – die Rolle von „Useful Idiots“. Die Patrioten machen einen idealistischen Wahlkampf und werden später kaltgestellt oder exkludiert.

Andreas Walter

22. Mai 2021 11:51

Korrektur:

@Laurenz

Sie scheinen den Unterschied zwischen Realität, Wirklichkeit, und Simulation, Scheinwelt, nicht zu verstehen.

“Entwicklung zum Schweizer Model[l]“? Sie meinen, die Aufgabe wenigstens der Teilgolddeckung des Schweizer Franken im Jahr 1992?

Natürlich nicht. Sie wollen auf den Punkt Basisdemokratie kommen, das am einfachsten durch Medien zu manipulierende System überhaupt (in der Hoffnung, das Imagine darauf anspringt, reinfällt).

Die (Schein-)Herrschaft der “Dummen“ (Ungebildeten) und Einfältigen (Gutgläubigen) also.

Hahaha, haben wir doch schon. Fast.

Gracchus

22. Mai 2021 12:07

Ein Gesetz, das dazu dient, das Volk zu bevormunden, "Demokratiefördergesetz" zu nennen, ist schon ein starkes Stück. Dazu gehört Chuzpe. Und keiner lacht? Kann dies wem sonst einfallen ausser Deutschen? Um an den vorherigen Strang anzuknüpfen: Ist dieses Volk nicht eine einzige Anomalie? Was ist denn "normal", verstanden als etwas, was aus dem Volk und dessen Zusammenleben selbst hervorgegangen ist? Auch was sich Zivilgesellschaft nennt, ist derart künstlich, dass es folgerichtig staatlich finanziert werden muss. 

Laurenz

22. Mai 2021 17:43

@Andreas Walter @L,

Sie sind, wie Imagine, ein Phantast mit einer Erwartungshaltung, die Sie Selbst nicht erfüllen können. Sie, Andreas Walter, können nicht zwischen dem Machbaren & Unmöglichen unterscheiden.

Unsere depperten Schweizer Freunde haben auch gegen die exklusive Giralgeldschöpfung der Schweizer Nationalbank gestimmt, aber wenigstens durften sie darüber abstimmen. 

& wenn Sie keine Ahnung haben, was Finanzpolitik, Golddeckung & Schweizer Notenbankpolitik angeht, so seien Sie lieber still, bevor Sie die SiN lächerlich machen. Alles Gold der Welt reicht nicht aus, um das Volumen des Schweizer Franken zu decken. Und ich schreibe es zum 245. Mal auf SiN, hören Sie Sich die Rede des Reichskanzlers 02/38 im Reichstag an, um zu verstehen, was viel wichtiger als Gold ist. Die Schweizer Nationalbank ist aufgrund der permanent hohen Nachfrage nach Franken gezwungen, Geld zu drucken & legt die erworbenen Devisen, weltweit meist in Aktien an. Pro Kopf gerechnet ist die Schweizer Nationalbank die reichste Notenbank der Welt & hat damit pro Kopf auch die meiste Deckung. Andreas Walter, setzen, 6.

Laurenz

22. Mai 2021 17:46

@Andreas Walter @L.

Da auch Sie wohl keine Beiträge lesen, hier nochmal ein nettes Video....

Die Schweiz kämpft....

https://youtu.be/EOn4kJMPXLs

Niekisch

22. Mai 2021 18:12

"Die Behauptung der Politiker, wir seien eine repräsentative Demokratie ist im GG nirgendwo zu lesen."

@ Laurenz 22.5. 4:41: Doch, und Sie zitieren in Art. 20 GG die Grundlage dessen. Das Volk wählt Vertreter, die die wesentlichen Fragen des Staates anstelle und im Auftrage des Volkes entscheiden ( mittelbare oder repräsentative Demokratie ) Art. 20 I 2GG scheint auch die andere Form ( unmittelbare oder plebiszitäre Demokratie ) nebeneinander zu stellen. Der Wille des Verfassungsgebers war darauf gerichtet, die BRD als repräsentative Demokratie auszugestalten. Für das Verhältnis der beiden Satzteile in Art 20 II 2 GG gilt daher das Regel-Ausnahme-Prinzip: Vorrang des 2. Satzteils. Das Volk wird durch Wahlen und Abstimmungen nur tätig, wenn solche im GG explizit vorgesehen sind.

Andreas Walter

22. Mai 2021 19:48

@Zeiträuber

Wickeln Sie von mir aus andere in sinnlose Diskussionen über das GG und Demokratie ein, bei mir haben Sie damit noch nie Erfolg gehabt. Ihre Staatsgläubigkeit sagt zumindest mir schon alles über Sie, mehr muss ich von Ihnen deshalb gar nicht wissen.

Ein wirklich gutes Käsefondue ist übrigens das von Alpenswiss, wer es nicht komplett alles selbst machen will. Schöne Pfingsten noch daher auch an alle Nazi Raubgold Händler und Imelda Marcos und Carlos Noriega Gedächtnisfond Verwalter. Ohne auch euch wäre die Welt nur halb so abwechslungsreich wie bisher. Hahaha, lupenreine Basisdemokraten eben. Dafür aber eben alles auch so schön sauber. Fast so wie auch meine Weisse Weste (angeblich Schweizer Schreibweise).

https://walbei.wordpress.com/2012/11/03/die-schweiz-ist-ein-verbrecherstaat/

Ist nicht als Vorwurf gemeint. Mit geht lediglich scheinheiliges und verlogenes Getue auf den Sack. Bei Rechten wie bei Linken, bei Nationalisten wie auch bei Internationalisten. Weil es meine Intelligenz beleidigt.

Laurenz

22. Mai 2021 20:30

@Niekisch

Sie sind Jurist. Schmeißen Sie beide Staatsexamen weg, denn sonst verstehen Sie nicht, wie es ein normaler Deutscher versteht, auch wenn im parlamentarischen Rat fast nur Juristen saßen.

Abstimmungen sind Abstimmungen, und man braucht keine Abstimmungen reinzuschreiben, wenn sie nur alle 100 Jahre stattfinden.

Laurenz

22. Mai 2021 22:41

@Andreas Walter

Wie kann man nicht-Existentes beleidigen?

Imagine

23. Mai 2021 12:02

Fußballfan eines Bundesligaclubs zu sein, ist eine teure Sache. Mitgliedschaft, Reisen, Stadioneintritt, Verköstigung, Fan-Artikel etc. soll insgesamt 1000 € pro Monat ausmachen. Es bringt Erlebnisse, Gefühlserleben – jedes gegnerische Tor Schmerzen und depressive Gefühle, jedes eigene Tor Euphorie und Glücksgefühle.

Ist es irrational, ein Fußballfan zu sein?

Wie rational ist es, Parteimitglied und politischer Fan zu sein?

Jedem dürfte doch klar sein, dass die Parteien niemals die Ziele erreichen, die man sich wünscht. Niemand kann doch nach 30 Jahren Erfahrung mit der Linkspartei ernsthaft glauben, dass diese Partei eine sozialistische Gesellschaft realisieren wird.

Niemand kann doch bei klarem Verstand erwarten, dass die AfD „das alte Deutschland“ zurückbringt oder die Migranten mit einer Reconquista aus Deutschland vertreibt.

Wer so etwas glaubt, hat völlig den Bezug zur Realität verloren.

Wie wird Deutschland in 5 oder 10 Jahren tatsächlich aussehen?

Wie lange wird das Corona-Szenario noch mit Pandemie-Diktatur und ständigen Impfungen mit dem Gen-Zeugs gehen? Was wird das Gen-Zeugs bei den Geimpften anrichten?

Will man dies überhaupt wissen?

Wenn man gegen die Corona-Diktatur ist, welche Partei sollte sinnvollerweise gewählt werden?

Die einzige Partei, die hier als echte Protestpartei in Frage kommt, ist „dieBasis“.

Sekundant

23. Mai 2021 15:51

Eine gar merkwürdige Rechnung, die Sie, Imagine, da bezüglich der Anhänger des runden Leders aufstellen. Wenn Sie Ihre gestellten Fragen beantwortet haben möchten, schauen Sie in die Glaskugel bzw. fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker...

Lotta Vorbeck

23. Mai 2021 17:40

@Sekundant - 23. Mai 2021 - 03:51 PM

"Wenn Sie [@Imagine] Ihre ... Fragen beantwortet haben möchten, schauen Sie in die Glaskugel bzw. fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker..."

---

... oder den freundlichen Tankwart

Laurenz

23. Mai 2021 18:00

@Imagine

DieBasis geht den ganz normalen Weg durch die Instanzen. Was sollte bei denen anders laufen, als bei allen anderen? Bei DieBasis handelt es sich im erster Linie um Eltern, die wegen ihrer Kinder besorgt sind. Das fällt denen auch echt früh ein.

Aber als Marxist sollten Sie von uns allen am besten wissen, daß, um es englisch auszudrücken, der Break-even für politische Veränderung noch nicht erreicht ist. DieBasis ist nur ein Zeichen dafür, daß eine weitere gesellschaftliche Gruppe aus dem "Framing" oder dem von der Politik für die Gesellschaft gesetzten Rahmen gefallen ist. Bei DieBasis sind vor allem Wohlhabende aktiv, die für ihre Kinder eigene Schulen aufmachen wollen. Die aus der Mietskaserne finden sich da nicht wieder.

Aber auch Ihr Freund Stalin fuhr ja nur Rolls Royce.

Hier was zur Belustigung, eine Genossin von Ihnen .... https://www.achgut.com/artikel/janine_wissler_der_diskrete_charme_der_diktatur

Imagine

23. Mai 2021 18:10

Gemeint ist nicht der durchschnittliche Bundesligazuschauer, sondern der „richtige“ Fußball-Fanatiker. Für den der Fußball im Mittelpunkt seines Lebens steht. Der zu allen CL-Spielen mitreist und auch zu Länderspielen, weil er dort seine Lieblinge spielen sehen will..

In einem TV-Report wurden junge Fußballfans interviewt, das waren keine sparsamen Familienväter. Diese Fans sagten, dass die Hälfte ihres Lohns dafür draufgeht. 1000 € pro Monat wurden genannt.

Dieser Typ Fan weist psychostrukturell Ähnlichkeiten zum Polit-Fanatiker auf. Beide leben bewusstseinsmäßig verinselt. Sie interessieren sich nur für ihre Welt.

Was die Risiken bei den Impfungen betrifft, so sind die Befürchtungen von kritischen Experten sehr ernst zu nehmen. Hoffen wir, dass das Worst Case Szenario mit dem Massensterben nicht eintritt.

Ob mit der ganzen Sache der Plan einer Bevölkerungsreduktion verbunden ist, dafür gibt es nach meiner Kenntnis keine belastbaren Belege. Denkmöglich ist es aber schon.

Warum will man die gesamte Menschheit mit dem Gen-Zeugs impfen, wo das Erkrankungs- und Sterbe-Risiko bei der Corona-Pandemie für die Bevölkerung in der Dimension von Influenza liegt?

Laurenz

23. Mai 2021 23:01

 

@Imagine

"Fußball"

Ihnen zugute halte ich tatsächlich Peter Scholl-Latour, der während des "Arabischen Frühlings" auf prügelnde Fußballer mehr gab, als auf FB-Freunde.

Aber Fußnball-Vereine haben keine echte Identität. Es spielt quasi VW gegen die Commerzbank. Mehr ist es nicht. Und dafür auch noch Geld zu bezahlen, statt Geld zu nehmen, ist genauso dämlich oder struntzdumm wie privat auf FB rumzuhampeln.

Imagine

24. Mai 2021 14:22

1/2

Für einen Wissenschaftler ist es völlig klar, dass mRNA-Impfungen zu Genmodifikationen führen.

Die Frage ist nur in welcher Häufigkeit und mit welchen Folgen. Jede Virus-Mutation hat zur Ursache eine Veränderung der DNA, denn die DNA steuert die Virusreplikation.

Das ist wie bei einem 3D Drucker. Dessen Produktion wird durch Software, also das Programm, gesteuert. Gibt es einen Programmfehler, dann druckt der etwas anderes als zuvor.

Die Programmzentrale einer Zelle ist die DNA. Wenn also die Zelle – gesteuert durch die DNA – eine neue Virenvariante produziert, dann liegt das an Beschaffenheit der DNA.

Niemand außer dem Hersteller weiß, welche genetische Information gespritzt wird. Alles ist geheim. Es gibt keine unabhängige oder staatliche Überwachungsbehörde. Mit jeder Impfstoffcharge kann das Gen-Material geändert werden. Was dort gespritzt, weiß nicht das medizinische Personal und nicht der Geimpfte. Auch nicht die Politiker oder die Wissenschaftsjournalisten, die so tun, als wüssten sie es ganz genau.

Imagine

24. Mai 2021 14:23

2/2
Wir geraten in einen Zustand von totaler Sklaverei.

Man wird das Bargeld abschaffen. Man überwacht uns total, unsere Kommunikation, unsere Bewegungsmuster, unsere Körperfunktionen und den Gesundheitszustand.

Konzerne und nicht der Gesetzgeber und nicht die Gerichte bestimmen, was als Meinung in den Medien kommuniziert werden darf.

Natürlich werden wir enteignet: Mit Inflation und Minuszinsen. Die tatsächliche Inflationshöhe zeigt sich an den Edelmetall- und Immobilienpreisen. Und natürlich werden die Löhne und Gehälter gewaltig reduziert werden.

Mit ökologischer Begründung werden Besitzer von etwas älteren Autos aus Innenstädten und Umweltzonen exkludiert und zu Tempo 20 – also Fahrradgeschwindigkeit – gezwungen. Überhaupt soll aus den Deutschen ein Volk der Fahrradfahrer werden, so wie es die Chinesen früher waren. Die Infrastruktur wird entsprechend umgebaut.

Natürlich können die Reichen weiterhin mit ihren Privatjets und Privathubschraubern fliegen und mit ihren großen Yachten fahren. Niemand stört es, wenn die in einem kurzen Zeitraum mehr Sprit verbrauchen und Schadstoffe emittieren, als Otto Normalo mit seinem Auto ein ganzes Leben lang.

Das ist analog zu den Einkünften. Die einen haben in wenigen Wochen mehr Einkünfte als Otto Normalo sein ganzes Leben lang.

Welches politische Lager oder welche Partei oder thematisiert dies offensiv? „Die Basis“ macht dies. Wer noch?

Andreas Walter

24. Mai 2021 14:24

"Käsefondue"

https://de.rt.com/international/117690-wenn-spionageabwehr-dem-spion-gehoert/

Fussball (Spiele, Brot und Spiele) ist nämlich auch nur so ein dämliches Ablenkungsmanöver und darum von den Mächtigen auch gern' geförderter Blitzableiter maskuliner Spannungen aus dem Volk in Form ritualisierter "Stammeskämpfe". Wobei auch Kalter Krieg (Kalter Kaffee) und andere, unbedeutende Scharmützel lediglich ordentlich in der Presse aufgebauscht eine ganz ähnliche Funktion erfüllen. Polarisierung, Aufwiegelung, Einschüchterung, Spaltung. Die "Rechten", "Nazis", AfD als "neues" Feindbild ermöglichen dadurch mittlerweile sogar, dass "Schwarze" und "Grüne" über eine gemeinsame "deutsche" Bundesregierung nachdenken, in Ablösung der mittlerweile etwas in die Jahre gekommenen, schwächelnden Roten. Denn wer will heute noch Bergmann sein (wer war mehr?). Eben. Keine Sau.

Totalüberwachung, totale Kontrolle, totale Verarsche. Vom Orient bis zum Okzident, vom Nordpol zum Südpol, ist's nur ein Katzensprung. Das Netz (der Strudel) macht's möglich.

https://youtu.be/XJjLcluBeQU

“Vortex is KGB, CIA - MI7.“ “Unbelievable“ (Oder auch nicht. Vole or mole? Lach!).

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