29. Mai 2021

Netzfundstücke (89) – Terror, Militanz, Blutrünstig

Jonas Schick / 23 Kommentare

Gerade erst gestern, ca. um 4 Uhr morgens, brannte es in Thüringen erneut.

Diesmal war die Gaststätte »Goldener Löwe« in Kloster Veßra, die von Tommy Frenck betrieben wird, Ziel eines Brandanschlags mit vermutlich linksextremem Hintergrund. Doch damit nicht genug kam es am selben Morgen außerdem zu einem Anschlag auf den Erfurter Julian Franz durch das linksextreme »Kommando Paul Schäfer« – auf dem einschlägigen Netzportal indymedia.org bekannte man sich zu der feigen Attacke, die auf dieselbe Weise durchgeführt wurde wie beim Bundesvorsitzenden der NPD-Jugendorganisation »Junge Nationalisten« (JN), Paul Rzehaczek, im sächsischen Eilenburg im März dieses Jahres (siehe »Netzfundstücke 80«).

Doch blieb es beim Anschlag auf Franz nicht nur bei der Anwendung »mechanischer« Gewalt – man ließ jegliche Hemmungen fallen, griff zum Chemiekasten und übergoß das Opfer mit Chlor. Franz geriet ins Fadenkreuz der Linksextremen, weil er an dem Überfall mehrerer Hooligans auf den Leipziger Stadtteil Connewitz im Jahr 2016 beteiligt gewesen sein soll.

Welche Eskalationsstufe mittlerweile erreicht ist, zeigt sich abseits der enthemmten Gewaltanwendung im militärischen Duktus, mit dem man sich selbst als auch den Angriff beschreibt: die »Operation Wespennest« durchgeführt vom »Kommando Paul Schäfer«.

Die linksextremen Anschläge wachsen zu linkem Terror aus. Das Problem mit Leipzig als Epizentrum ist derart augenscheinlich und bedrohlich geworden, daß nun selbst der bundesrepublikanische Staat nicht mehr wegschauen kann.

Auch der MDR kann davor nicht die Augen verschließen und beschäftigt sich in seiner Reihe »Kripo live - Tätern auf der Spur« eingehend mit der zunehmenden linksextremen Gewalt, speziell mit dem Fall Lina Engel. Herausgekommen ist eine der sehenswertesten ÖR-Dokus zum Thema – einzig der Präsident des Thüringer Verfassungsschutzes Stephan J. Kramer ergeht sich am Ende der Doku in peinlichen Relativierungen:

»IM GRENZBEREICH ZUM TERRORISMUS«

An dieser Stelle sei darauf hingewiesen, daß der Generalbundesanwalt gegen Lina Engel und drei ihrer mutmaßlichen Komplizen gestern, am 28. Mai, Anklage erhoben hat.


Um eine gänzlich andere Militanz dreht es sich in der neusten Ausgabe der von mir verantworteten Zeitschrift Die Kehre. Ziel ist hierbei nicht der politische Gegner am anderen Ende des politischen Koordinatensystems, sondern derjenige, durch dessen Handeln die Natur bzw. Umwelt Schaden nimmt.

Der »Unabomber« Theodore »Ted« John Kaczynski versandte bspw. Briefbomben nicht an eine bestimmte politische Partei, sondern an Personen und Institutionen, die er für die Umweltzerstörung und die aus seiner Perspektive bedrückende Dominanz der Technik in unserem alltäglichen Leben verantwortlich machte.

Im von Jungverleger Philip Stein moderierten Jungeuropa-Podcast »Von rechts gelesen« stand ich Rede und Antwort zu einem kontroversen Heft, das ein Schlaglicht auf die militante Seite des ökologischen Widerstandes wirft:


Scharf geschossen wird auch im neusten Roman der edition nordost des Verlag Antaios: Rudolf Preyers Fall und Aufstieg der Familie Gottmann. Ein skurril-absurdes Stück über die Ausraubung einer klischeehaft bürgerlichen Wiener Familie.

Personal:

Einbrecher 1 und 2 (schießen)

Einbrecherin (schießt auch)

Vater Gottmann (schießt und reanimiert)

Mutter Gottmann (schießt auch)

Tochter Gottmann (schießt auch)

Sohn Gottmann (würgt)

Linke Bloggerin (hat endlich was zu tun)

Rechter Blogger (auch)

Sezession-Literaturredakteurin Ellen Kositza stellt das Buch, das die hohen Hürden strenger Antaios-Qualitätskriterien mit Leichtigkeit übersprungen hat, in ihrer beliebten Vorstellungsreihe auf kanal schnellroda vor. Blut will fließen:

Fall und Aufstieg der Familie Gottmann können Sie natürlich hier, direkt bei Antaios, dem größten konservativen Versandbuchhandel, bestellen.



Kommentare (23)

Andreas Walter

29. Mai 2021 22:01

Ganz kurzer Zwischenruf (auch) an

@Cugel

Und das ist das Kontrastprogramm zu dem Video mit der deutschen Oma, die gleich von drei Polizisten auf offener Straße bedrängt und angegangen wird wegen nicht tragen eines Mundschutzes, das Sie für mich/uns gestern oder vorgestern angehängt haben:

https://www.spiegel.de/panorama/justiz/sachsen-a-9bf8ee40-d120-492e-a4e9-0fd9406ad672

Auch Deutschland ist daher jetzt schon ein Pulverfass, das jederzeit hochgehen kann. In dem auch der Staat, die Polizei, nicht die Deutschen respektiert und bestimmte fremde Kulturen nichtmal den deutschen Staat respektieren, geschweige denn die autochthone Bevölkerung.

Eskalation und zunehmende Entgleisung daher fast überall wo ich hinsehe, ob bei den Muslimen, den Linken oder der Polizei. Nennt sich in soziologischen Kreisen Gewaltspirale und endet auf nationaler Ebene immer entweder in einer Militärdiktatur oder in einem Polizeistaat. Egal durch wer nämlich den Kampf, die “Revolution“ oder den Bürgerkrieg gewinnt. Eine Situation wie jüngst in der Ukraine kann daher beinahe schon als Glücksfall bezeichnet werden, endete nämlich in einer Sezession, in der räumlichen Trennung der streitenden Parteien, unabhängig welcher Ansprüche auch immer. Grenzen schützen eben, vor grenzenloser Gewalt, vor grenzenlosem Blutvergiessen und vor grenzenlosem Diebstahl.

Laurenz

30. Mai 2021 12:30

Die Reaktion von Polizei & Behörden in den jeweiligen Kommunen & Landkreisen unterscheidet sich jeweils nach der Befindlichkeit des lokalen Herrschers & seines Apparates.

Hatte gestern bei dem kleinsten Autokorso der Welt gegen Impfungen & Corona-Maßnahmen teilgenommen & die Polizei war relativ freundlich, im Vergleich zur Faschozei andererorts. Wenn man allerdings dieselbe Polizei nachts um 2 Uhr anruft, weil in einem sozialen Brennpunkt gerade eine afrikanische Vollmond-Fete die Mietskaserne fast zum Einsturz bringt, sind die Beamten gegenüber dem indigenen Anrufer gar nicht mehr so freundlich gesinnt. Wer will sich schon mit 8 Afrikanern, die in einer 65qm-Wohnung abfeiern, auseinandersetzen?

@JS

Was den faschistoiden Staatsterror in Form der Antifantasten angeht, ist das jetzt gut für unser Anliegen oder schlecht?

Franz Bettinger

30. Mai 2021 12:48

Niemals habe ich eine leidenschaftlichere Anpreisung eines Romans erlebt als hier von Ellen Kositza. Was bleibt einem da übrig, als Die Gottmanns zu lesen, aber erst einmal zu bestellen - bei Antaios, was sonst.

Volksdeutscher

30. Mai 2021 22:01

1.

Wenn ich mich recht erinnere, es ging von Elsässer aus, linke Gewaltverbrecher als faschistoid und als rotlackierte SA zu bezeichnen. In seiner Fangemeinde benutzen die Leute die Begriffe deshalb gern und ausgiebig. Es sieht mittlerweile so aus, daß die Linke immer gut wegkommt: sie habe eine ursprünglich ideale, eigentlich gute Seite. Wenn aber die Wirklichkeit eine andere Sprache spricht, dann bekommt die Linke eine rechte Zuschreibung: so wird das Mär vom eigentlich wahren und guten Charakter alles Linken aufrechterhalten. Die Gewalt und das Böse kommen also immer irgendwie von rechts....

Volksdeutscher

30. Mai 2021 22:08

2.

So bleibt dieses eigentlich Gute alles Linken oder zumindest der Glauben daran, erhalten. Ich frage mich nur: in jenen Zeiten, als die SA und die Leninjungs Straßenschlachten miteinander lieferten: Welche Seite war da rotlackiert und faschistoid? Und was war dann die andere Seite? Eine kleine Preisfrage für Elsässer: Ehe die SA in Deutschland in Erscheinung tritt, hatten die Bolschewiken in Russland bereits einige Millionen Bürger ermordet (die bestialische Ermordung der Zarenfamilie war nur der Vorgeschmack darauf, was später noch kam). Welche falsche und ungeschichtliche Bezeichnung müßte zur Ablenkung erdacht werden, um das Mär vom eigentlich wahren, guten, sozialen und menschlichen Linken zu retten? Müßte nicht gleich Das kommunistische Manifest des Schreibtischtäters Karl Marx zensiert und neu herausgegeben werden?

Laurenz

30. Mai 2021 23:47

@Volksdeutscher

Die letzten Zaren hatten in 80 Jahren 6.000 Todesurteile vollstrecken lassen, Lenin in der ersten 3 Monaten seiner Regentschaft 28.000.

Franz Bettinger

31. Mai 2021 00:42

@Volksdeutscher: Wie kommen Sie darauf, dass die Faschisten und auch die Nazis Rechte gewesen seien? Das waren Linke. (Wie schon aus dem Namen NSDAP hervorgeht.) Ich hatte immer angeregt, die Begriffe Links und Rechts auf SiN mal zu sezieren und einzuordnen. Denn es spielt keine Rolle, dass die feinsinnigen Metapolitiker und Philosophen auf SiN das angeblich Grobschlächtige dieser 2 Worte ablehnen: Rechts-Links steckt nun mal in den Köpfen der Menschen, spielt also eine enorme Rolle. Es wird Zeit, in diesem Feld Boden zu gewinnen. Es ist schnell Ruhe im Karton, wenn man in Diskussionen flott nachweist, dass die Nazis Linke waren. Dass sie auch das Volk und die Nation auf den Schild hoben, widerspricht dem Links-Sein nicht. Denn völkisch dachte auch der Kommunist Mao (Tito auch?) und auf ihre Nation fokussiert sind die Chinesen immer noch. Mit faschistisch ist also Links gemeint, eigentlich jedoch das totalitäre Wesen. Das verkörpern heute ausschließlich Linke (darin enthalten Merkelisten und Grüne).

Franz Bettinger

31. Mai 2021 00:56

Möglicherweise löschenswürdig:  Ich ahne schon, wo die Gefahr lauert und weshalb man das Thema nicht vertiefen möchte. Denn wenn die These stimmt, dass die Nazis Linke waren, dann wären die Nazis nach unserem Verständnis böse gewesen (denn Links = Böse). Wenn man, was nötig wäre, diese dummdreiste, verallgemeinernde Aussage aber relativieren würde, und sei es nur mit Hinweis auf den Naturschutz, so hätte man in Deutschland bereits das Gesetz (§130) gebrochen, da jede Faschismus-Relativierung (und auch verwandter Sachverhalte) als Verharmlosung ausgelegt würde und strafrechtlich verfolgt würde. Okay, ich hab’s begriffen. Thema beendet. Wir leben nun mal im Mittelalter und nicht in einer freien Gesellschaft. Sorry for the lange Leitung.

Volksdeutscher

31. Mai 2021 08:09

@Franz Bettinger - "Mit faschistisch ist also Links gemeint, eigentlich jedoch das totalitäre Wesen."

Wäre das so zu verstehen, wie sie es leider mißverstehen, dann würde man nicht die Hervorhebung/Betonung mit links benutzen, sondern wäre das Wort faschistisch an sich eigentlich ausreichend. Mit faschistisch bezeichnet man/bezeichnen Linke in Europa immer rechte Gruppierungen. Was das Wort sozialistisch im Namen der NSDAP betrifft, gibt es auch die Erklärung, daß sie damit die sozialistische Arbeiterschaft ansprechen und ködern wollte. Bis zum heutigen Tage gibt es im linken Denken einen bösen und einen guten Totalitarismus: Böse ist er, wenn er ein rechter ist. Gute, wenn er ein linker ist. Das gleiche gilt für Mord und Folter.

@Laurenz - Richtig. Auch Kaiser, Könige und Zaren hatten Todesurteile vollstrecken lassen. Auch politischen Morden gegenüber waren sie nicht abgeneigt, wenn sie ihren Interessen dienten (Sankt Bartholomäus-Nacht). Meines Wissens jedoch gaben sie keine Befehle zur Ausrottung von Völkern wie die Bolschewiken es taten.

RMH

31. Mai 2021 09:04

@F. Bettinger,

an der Rechte-Links Definiererei haben sich schon viele die Zähne ausgebissen, ich persönlich sehe rechts links historisch wechselnd. Grundsätzlich halte ich daher den aktuellen Begriff "Alternative für Deutschland" für genial, da er den Oppositionscharakter hervorragend erfasst und weit offen für konkrete Ordnungsvorstellungen bei einzelnen Themen ist. Er ist offen für die nationale, patriotische Frage, für wirtschaftliche Fragen, die soziale Frage, die aktuell komplett unterdrückt wird und auch ökologische etc.

"Neue Rechte" ist ein Label, ein künstlicher Begriff wie Neo Nazi, mit dem ich persönlich nichts anfangen kann und welche ich beide als von außen aufgedrückt ansehe, damit man ein Schublade eben für etwas Vielschichtiges hat, um Spießern das Denken zu erleichtern.

RMH

31. Mai 2021 09:26

Kloster Veßra ist neben Kloster Paulinzella eine sehr sehenswerte Klosterruine in Thüringen (Paulinzella ist "romantischer"). Das nach den Berichten nicht nur der goldene Löwe angezündet wurde, sondern ein Imbiss daneben, der einem anderen, "weltoffenen" Besitzer gehört, deutet darauf hin, dass es Täter waren, die entweder keine große Ortskenntnis hatten oder eben Schutzgelder von beiden wollten. Das man den Betreiber vom Löwen schon lange raus haben wollte, ist jedenfalls bekannt und auch schon Gegenstand von Gerichtsverfahren. Lokal und dort auflaufende Gäste passen eben nicht ins touristische Konzept, welches auf Reisegruppen in Bussen, Schulklassen und Familienausflügler setzt.

quarz

31. Mai 2021 09:29

@Bettinger

"als Verharmlosung ausgelegt würde"

Wobei als Verharmlosung bereits ein Abweichen von 100% böse auf 99,99% böse gilt. Denn hierin zeigt sich die quasireligiöse Rolle des NS im staatlichen Selbstverständnis der Gegenwart: er darf nicht als kontingentes politisches Phänomen empirisch untersucht werden (das als solches notwendigerweise relativ wäre), sondern muss dem kultischen Antireinheitsgebot genügen, das jede auch nur homöopathisch dosierte Abweichung von 100% als politische Blasphemie wertet.

Überall sonst wird der "Essenzialismus" als analytischer Fehler gebrandmarkt und es wird "dekonstruiert", was das Zeug hält. Nur beim NS wird der Essenzialismus gefordert. Er darf nicht als zeitlich kontingentes Konglomerat ideologischer Konfektionsware begriffen werden, sondern wird als absolutes Koordinatensystem installiert, in dem alles Vorangegangene als bedrohliche Entwicklung darauf hin und alles danach Kommende als Projekt des "Nie wieder" perspektivisch verortet wird.

Es ist sozusagen eine heilsgeschichtliche Umkehrung des Christentums. Bei diesem ist alles "v. Chr." eine Art Advent mit Propheten und Hinweisen auf den kommenden Messias. Dann das göttliche Ereignis, das absolut Gute. Und danach: der Zustand der Erlösung von der Sünde. Beim NS hingegen wird die ganze Geschichte als bedrohliche Vorgeschichte des sich ankündigenden Einbruchs des absolut Bösen rekonstruiert. Dann das teuflische Ereignis. Und danach: der sündhafte Zustand der Verdammten.

 

Valjean72

31. Mai 2021 10:02

Volksdeutschers Einwand ist vollkommen richtig und auch wichtig. Die SA wurde gergündet in Reaktion auf die kommunistischen Schlägerverbände, deren Kopforganisation wiederum von den herrschenden Bolschewisten in Moskau Zuwendugen erhielten.

Ebenso war der italienische Faschismus eine Reaktion auf die Ereignisse in Russland in 1917 und danach.

Angela Merkel wuchs in der DDR auf, hatte gar das Privileg in Moskau studieren zu dürfen. Darüber hinaus war sie innerhalb der FDJ Sekretärin für Agitation und Propaganda

Die zeitgenössische Antifa als rotlackierte Faschisten oder SA-ntifa zu bezeichnen ist historisch falsch, folglich nicht richtig und nach meinem Dafürhalten regelrechter Unsinn.

 

 

 

 

 

 

frdnkndr

31. Mai 2021 12:33

'An dieser Stelle sei darauf hingewiesen, daß der Generalbundesanwalt gegen Lina Engel und drei ihrer mutmaßlichen Komplizen gestern, am 28. Mai, Anklage erhoben hat.' 

 

Hierzu ein durchaus interessanter Artikel aus der TAZ:

Anklage gegen Lina E | TAZ-Online 30.05.2021

Sekundant

31. Mai 2021 13:11

Auch hier wieder - mit Verlaub - eine seltsam närrische Streiterei. Natürlich haben sich gegensätzliche Strömungen/Interessen zu allen Zeiten gegenseitig bekämpft. Mit Worten, Schriften und Waffen. Und so wirds und solls bleiben...

Laurenz

31. Mai 2021 16:00

@Valjean72 (3)

(@RMH @F. Bettinger)

Insofern paßte man sich in unserem Lager an & startete den Versuch einer Selbstbestimmung, entwickelte den Terminus "Neue Rechte", was im Grunde auch gelang, da "Rechts" relativ unverrückbar etabliert ist. Selbst Alt-Medien & die Berliner Junta sahen sich gezwungen, diesen Begriff zu übernehmen, unliebsam zu unterscheiden. & neue Besen kehren gut. RMH hatte es hier auch versäumt (eine Krankheit in der heruntergekommen deutschen Debatten-Kultur & auch in diesem Forum), bessere Vorschläge zu machen, die auch durchsetzbar sind. Wenn mich jemals einer gefragt hätte, würde ich mich eher für eine Tautologie entschieden haben, "Die rechte Linke", vielleicht auch "Das Gesamtpaket" oder "Wunschkonzert". Aber nicht jeder versteht meinen Humor oder mag Humor überhaupt zur Erträglichkeit von Politik nutzen.

Gracchus

31. Mai 2021 20:49

@Laurenz

Für den failed state. 

RMH

1. Juni 2021 07:37

@Laurenz,

deshalb habe ich doch mein Loblied auf die Bezeichnung "Alternative für Deutschland" gesungen. Zumal man unter "Alternativen" in den vermeintlich muffigen 80er und 90er Jahren so linke Halb-Hippies, mit selbstgebauten Schwitzhütten im Streuobst-Garten und den dritten Kräutertee-Aufguss trinkend, verstanden hat. Hier wurde erfolgreich ein Begriff erobert. Alternativ nennt sich spätestens seit dieser Partei kein Grüner mehr.

Sekundant

1. Juni 2021 08:55

Die Hobbys der "Alternativen" mögen sich im Vergleich zu den 80/90ern geändert haben. Was damals Schwitzhütten im Streuobst-Garten und der dritte Kräutertee-Aufguss war, ist heute der Elektroroller für den erwachsen scheinenden Stadtbewohner und dessen Bionade. Und der Eine oder Andere bewegt sich sicherlich auch - Bionade mithilfe eines Schlauches aus seiner Trinkflasche schlürfend - mit seinem Elektroroller zur Schwitzhütte im Streuobst-Garten. Deppen halt....

Phil

1. Juni 2021 09:06

Ich erlaube mir, einen aktuellen YouTube-Clip zu verlinken; ist recht köstlich:

Ein Zuschauer prangert Vorzensur beim Presseclub an!

Laurenz

1. Juni 2021 13:35

@Valjean72

"Die SA wurde gergündet in Reaktion auf die kommunistischen Schlägerverbände, deren Kopforganisation wiederum von den herrschenden Bolschewisten in Moskau Zuwendugen erhielten. Ebenso war der italienische Faschismus eine Reaktion auf die Ereignisse in Russland in 1917 und danach."

Das ist alles richtig, keine Frage. Allerdings sollten man dabei immer bedenken, aus wem die Schwarzhemden oder die SA rekrutiert waren. Im Falle der SA war die mehrheitlich schwule SA-Führung links & die Mitglieder der SA auch aus dem Schläger-Proletariat Deutschlands rekrutiert, der eigentlichen Ziel-Kundschaft der Kommunisten. Das sind heute die Leute, die ins Fußballstadion gehen. Der Unterschied zwischen Kommunisten & Nationalsozialisten liegt einerseits in der Herkunft der jeweiligen Führung begründet, SA-Führer waren allesamt Deutsche. Das war bei den deutschen Kommunisten nur bedingt so. Auch wenn Ernst Röhm eine zeitlang in Bolivien diente, hatten weder die Nationalsozialisten noch die Faschisten einen weltrevolutionären Ansatz, ihnen reichte ein bescheidenes Großreich. Und klar ist, ähnlich der DDR, wäre bei einem Wahlsieg der KPD in 1933 Moskau die eigentliche Räteregierung geworden. Das kam nicht wirklich gut an.

Sekundant

1. Juni 2021 19:38

"Ebenso war der italienische Faschismus eine Reaktion auf die Ereignisse in Rußland in 1917 und danach."

Wer hat Ihnen, Laurenz und Valejan72, diesen Unfug beigebracht? Es gab ihn, den italienischen Faschismus, vor den Revolutionsereignissen vom Februar und Oktober/November 1917 in Rußland!

Laurenz

1. Juni 2021 21:44

@Sekundant

"Wer hat Ihnen, Laurenz und Valejan72, diesen Unfug beigebracht?"

Wer hat Ihnen Geschichte beigebracht?

Wen interessiert, was es alles gibt? Niemanden. Entscheidend ist historisch, was historisch Einfluß gewinnt. Der sogenannte Duce hatte erst 1922/23 Erfolg, also 4-5 Jahre nach der bolschewistischen Revolution in Rußland. Es gab in ganz Europa geflohene Menschewiki, auch wenn sich die meisten in Berlin & Paris aufhielten. Die Interessierten wußten, was Bolschewismus heißt.

Just im Januar feierten die italienischen Kommunisten 100jähriges Jubiläum, welch ein Zufall, Sekundant. Mussolini, der bei der sozialistischen Presse Italiens groß wurde, aber wegen nationalistischer Haltung rausflog, auch welch ein Zufall (im Westen nichts Neues), hatte zunächst als Faschist keinen Erfolg. Die Vorgeschichte seiner Machtergreifung ist ganz einfach im Netz zu finden. Vielleicht recherchieren Sie das nächste Mal, bevor Sie, selten dämlich, Mitforisten Unfug unterstellen.

https://de.wikipedia.org/wiki/Marsch_auf_Rom

https://www.sueddeutsche.de/kultur/kommunistische-partei-italien-pci-100-jahre-don-camillo-peppone-fiat-1.5178952

https://link.springer.com/chapter/10.1007/978-3-663-20373-5_3