13. September 2021

Faktenlage (2) – Gründe für den Aufstieg der SPD

Daniel Fiß / 41 Kommentare

Für den SPD-Aufstieg lassen sich vier zentrale Gründe identifizieren:

Daniel Fiß

Daniel Fiß ist freier Publizist.

  • Sezession

1. Die Schwäche der Anderen

CumEx und Wirecard - Jeder hat von diesen Finanzskandalen gehört, aber kaum jemand dürfte die Zusammenhänge erklären und das Ausmaß des Versagens des Bundesfinanzministers Olaf Scholz detailliert und allgemein verständlich aufzeigen können. Demgegenüber stehen eine Plagiatsaffäre, permanente rhetorische Aussetzer und zu spät gemeldete Nebeneinkünfte einer Annalena Baerbock und ein intellektuell heillos überforderter und dünnhäutiger Armin Laschet, der in so manchen PR-Situationen schon die nötige Etikette vermissen ließ und der seine Kandidatur als gewiefter Strippenzieher und Parteisumpfpionier gegen die wesentlich höheren Beliebtheitswerte des damaligen Konkurrenten Markus Söder durchgesetzt hat.


Noch bevor sich der SPD-Aufstieg in den Umfragen für die Partei selbst niedergeschlagen hatte, konnte Scholz bereits in den direkten politischen Persönlichkeitsvergleichen punkten. Die Medienscheinwerfer waren über Wochen auf die Konkurrenz gerichtet. Für Baerbock schienen die Scheinwerfer etwas zu grell, weshalb das Kampagnenteam der Grünen schließlich hektisch versuchte, ein völlig neues Setting weg von der Personenzentrierung auf Baerbock hin zu dem inhaltlichen Kernthema Klimapolitik aufzubauen, welches sich angesichts der Flutkatastrophe im Südwesten der Republik auch anbot. Doch Baerbock reiste erst einige Tage später, nach Laschet und Scholz, an und verzichtete dabei auf sämtliche PR-Maßnahmen. Während die Grünen vehement versuchten, das Umweltthema für ihre Kernzielgruppe aufzuwärmen, ließ Baerbock im Wahlkampfendspurt wichtige Interviews mit großen Medienhäusern platzen.


Laschet witterte zwar seine medialen Inszenierungsmöglichkeiten, aber konnte sie nicht richtig umsetzen. Bei der Flutkatastrophe wurden ausgerechnet die Momente eingefangen, als ihm wütende Bürger die Leviten lasen und Pressekonferenzen vor Müllhalden abgehalten wurden. Hinzu kommen zahlreiche handwerkliche Fehler in der Kampagne, die die Authentizität des Kanzlerkandidaten zusätzlich beschädigten, bspw. als Laschet sich im Wahlwerbespot der CDU als einziger „Bergarbeiter“ mit Ruß beschmieren ließ, oder in der CDU-Plakatserie die Personen auf den Motiven als „Menschen aus dem normalen Leben“ dargestellt wurden und sich dann herausstellte, daß es sich um Mitarbeiter in der CDU-Parteizentrale handelte.

Die Kampagnenmacher der CDU und der Grünen scheinen inzwischen in den totalen Panikmodus geraten zu sein: Hektisches Agenda-Setting, indem alle drei Tage ein neues Positionspapier herausgebracht wird und die Vorstellung von sogenannten „Zukunftsteams“, um den Fokus vom eigenen Spitzenkandidaten abzulenken. Grüne und CDU beschränken sich jetzt nur noch auf eine kommunikative Fehlervermeidungsstrategie. Proaktive Impulse sind jedoch nicht mehr zu erwarten.

All diese kleineren und größeren Fehler wußte Scholz zu vermeiden und muß sich in der eigenen Partei weder mit Personaldebatten noch Themenfindungsproblemen auseinandersetzen.

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2. Der hybride Kandidat Olaf Scholz und das Merkel-Vakuum

Die SPD konnte mit Scholz auf den regierungserfahrenen Kandidaten setzen, der einerseits über seine Inszenierung als sicherheitsorientierter Macher das frühere Merkel-Lager einfangen konnte und in einer klaren Abgrenzungsstrategie zur CDU zugleich jene Wähler mobilisierte, die sich Wandel und Veränderung wünschen.
Es läßt sich bei dieser Bundestagswahl eine ambivalente Erwartungshaltung der Wähler erkennen. Einerseits steht der Wunsch nach Neuanfang und Aufbruch nach 16 Jahren Merkel-Kanzlerschaft und anderseits sehnen sich die Wähler nach Ordnung, Sicherheit, Struktur und auch „Normalität“ zurück. Scholz und die SPD haben es geschafft, eine hybride Rolle zwischen Anti-Merkel und Merkel 2.0 einzunehmen. Wie keine andere Partei kann die SPD sowohl mit ihrer thematischen- als auch personellen Profilierung bei den Wählern punkten.


Schon in den Wahlkampagnen 2009, 2013 und 2017 versuchte die SPD ein Abgrenzungsprofil zu Merkel und zur CDU zu entwickeln. Doch weil die Partei selbst 12 von 16 Merkel-Jahren mitregiert hatte, wirkten die Abgrenzungsversuche wenig glaubhaft. Unter dem Abgang von Merkel scheinen sich die Karten jedoch neu zu mischen und es formiert sich die Wählerschaft, die Aufbruch und Wandel will – dieses Angebot repräsentierten noch Anfang des Jahres die Grünen, die sich schließlich dank einer komplett überforderten Kampagnenführung ins Aus schossen. Diejenigen, die sich ein „Weiter so“ wünschten, erkannten, dass die Fußstapfen für einen Laschet dann doch zu groß waren.

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3. Eine starke Wahlkampagne und innere Parteidisziplin

Bei einigen vergangenen Landtags- und Bundestagswahlen versuchte die SPD, ihre Plakatwerbung auf das Nötigste zu reduzieren: Kleines Logo, Stockfoto oder Kandidat in idyllischer Landschaft, dazu ein generischer Slogan und fertig war das Wahlplakat. Mancher gewann den Eindruck, dass sich die "Genossen" teilweise für die eigene Partei schämten und traten dementsprechend zurückhaltend auf. Das ist bei dieser Bundestagswahl anders. Kräftige rote Signalfarben mit Schwarz-Weiß-Darstellung des Spitzenkandidaten, ein klar und deutlich erkennbares Parteilogo, sowie Kernbotschaften, die auch den früheren inhaltlichen Markenkern der SPD treffen. Entgegen dem Trend eines völlig neuen Corporate Designs, dem beispielsweise die AfD oder die Grünen gefolgt sind, setzt die SPD auf die visuelle und inhaltlich-kommunikative Abbildung ihrer Ursprungsidentität.

„12€ Mindestlohn“, „stabile Renten“, „faire Mieten“ – die SPD setzt den Fokus auf sehr klare Claims mit einer Hauptgewichtung auf die Sozialpolitik. Im Deutschlandtrend geben inzwischen 51% an, daß das Thema „Soziale Gerechtigkeit“ die wichtigste Rolle für ihre Wahlentscheidung spielen wird. Damit wurden selbst die vormals großen Themenknaller Corona und Klimaschutz verdrängt.

Ein weiterer Vorteil ergibt sich für die SPD durch die klare Personenzentrierung auf Olaf Scholz, der in der Kampagne als sachlicher und staatsmännischer Pragmatiker inszeniert wird und somit die Blicke auf den linksdominierten SPD-Parteivorstand rund um Saskia Esken, Norbert-Walter Borjans und Kevin Kühnert ablenken kann. Über Wochen blieben die Parteivorsitzenden im Hintergrund und nehmen auch jetzt in der heißen Wahlkampfphase nur die nötigsten Termine wahr, höchstwahrscheinlich, um konservativere CDU-Wählerschaften nicht mit linker Folklore abzuschrecken und mögliche Machtoptionen für die SPD nicht schon im Vorfeld auf linke Bündnisse zu limitieren.

Auch in der Abfrage zur derzeit besten Kampagnenperformance schneidet die SPD deutlich besser als die Konkurrenz ab.

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4. Das vollausgeschöpfte Wählerpotential

Jede Woche bringt das INSA-Institut die sogenannte „Potentialanalyse“ heraus, in der zu der eigentlichen Parteipräferenz zusätzlich die Zweitwahlpräferenz abgefragt wird. Hier zeigt sich, daß die SPD auch in den Jahren ihrer Talsohle stets ein hohes Wählerpotential gehalten hat, aber im Moment der Wahl nie ausschöpfen konnte. 2009 verloren die Sozialdemokraten über 2 Millionen Wähler an das Nichtwählerlager, ein Verlust, den die Wahlen 2013 und 2017 nur geringfügig korrigieren konnten, so daß am Ende ein dickes Saldo von minus 1,5 Millionen vormaligen SPD-Wählern im Nichtwählerlager stand. Zum Vergleich: Dies entspricht ca. 25% aller AfD-Wähler von 2017. In der Studie "Vermessung der Wählerschaft vor der Bundestagswahl 2021" von der Konrad Adenauer Stiftung weist die SPD bei der Frage, über welche Partei man früher besser gedacht habe, mit 48% den höchsten Wert auf. Das heißt, die Stammwählerschaft der SPD hat zwar abgenommen, aber die Zugriffsmöglichkeit auf ein relevantes dynamisches Potential war immer stets vorhanden.


Studie der Konrad Adenauer Stiftung: "Vermessung der Wählerschaft vor der Bundestagswahl 2021" 

CDU und SPD weisen hinsichtlich der demographischen Kernstruktur ihrer Wählerschaft die stärksten Gemeinsamkeiten auf: 60+, zumeist weiblich und mittlere bis hohe Einkommensklasse. Schaut man sich hierzu im Vergleich die soziodemographische und ökonomische Wählerverteilung der anderen Parteien an, so wird deutlich, daß SPD und CDU immer noch rein quantitativ die größten Wählermassen hinter sich versammeln können.

Bei der jetzigen Bundestagswahl kommt schließlich nochmals die Variable „Merkel“ hinzu. Jahrelang war die CDU ein aufgeblasener Ballon, der mit Merkels Autorität aufgefüllt war. Dieser Ballon war inhaltsleer, aber zumindest füllte die Allgegenwärtigkeit Merkels diesen Raum etwas aus. Durch die Übernahme der Partei durch Laschet bleibt logischerweise nur die Inhaltsleere.

Manche mögen den Wählerexodus der Union noch nicht sehen und gehen davon aus, daß die Union ihr wesentliches Kernwählerpotential von knapp 25% kaum unterschreiten wird. Andere sehen zwischen SPD und CDU einen Rollentausch und damit eine große kommende Abstiegsära der Union. Sollte die CDU tatsächlich ein Ergebnis von unter 20% einfahren, kann sich die Kellerfahrt auch schnell in den Bereich von 16-17% beschleunigen. Der politische Parteienwettbewerb ist volatiler und dynamischer geworden. Schon im September letzten Jahres machten fast die Hälfte aller bisherigen CDU-Wähler ihre künftige Wahlentscheidung  vom kommenden Kanzlerkandidaten abhängig.
Für die daraus resultierende Frage, ob die bisherigen Unionswähler mit Laschet als Kandidaten zufrieden sind, brauchen wir nur einen Blick auf die Beliebtheitswerte zu werfen.

Tatsache bleibt: Die SPD hat (und darin sind sich auch alle renommierten Werbeexperten einig) die beste Kampagne. Sie haben den besser inszenierten Kandidaten und das richtige Momentum erwischt, um ihre gut ausgewählten Themen zu platzieren. Die Partei schafft es, ihre Mobilisierungspotentiale auszuschöpfen und plündert sowohl bei den Grünen als auch im Linksparteilager, zugleich setzt die Partei aber auf die aussichtsreichere Machtoption und fischt bei der CDU, indem sie eine Identifikationsfigur für die Sicherheits- und Stabilitätshoffnungen nach der Ära Merkel sucht. Auch die permanente Krisensituation (Flut, Corona, Afghanistan) lenkt den Wählerblick nochmals deutlicher auf die personelle Besetzung im Kanzleramt.

Spätestens seit Beginn der Corona-Pandemie wissen wir auch, daß politische und gesellschaftliche Ausnahmezustände die Akzeptanz der Regierung verstärkt. Kaum verwunderlich also, daß die SPD kurz vor dieser wichtigen Wahl mit einem Kandidaten aufwartet, der von seinem ganzen Auftreten her am ehesten sowas wie Kompetenz verkörpern oder besser kann.

Noch mag es vor allem aufgrund der hochdynamischen Entwicklungen zu früh für eine Prognose des Wahlabends sein. Doch die Indizien zu den aktuellen Umfragen und Wählerstudien lassen trotz aller Fehleranfälligkeit vermuten, daß der Wahlsieger am Abend des 26. September Olaf Scholz und die SPD sein wird. Für die AfD mag dies für die inhaltliche Profilierung nicht weiter ausschlaggebend sein. Für die Gestaltung künftiger Kampagnen kann man von der SPD jedoch einiges lernen. Und auch auf die denkbare Situation einer CDU-geführten Opposition, die ein stärkeres rechtes Mimikry betreibt, sollte sich die AfD strategisch vorbereiten. Dazu ein anderes Mal mehr.

Hier geht es zum ersten Teil des Beitrags. 


Daniel Fiß

Daniel Fiß ist freier Publizist.

  • Sezession

Kommentare (41)

Waldgaenger aus Schwaben

13. September 2021 13:33

Ich gratuliere SiN zum neuen Autor, der in seiner nüchternen Analyse dazu beiträgt, den Eindruck SiN,  mausere sich zum Zentral-Organ des Anti-Meuthen-Flügels in der AfD, bei mir zu relativeren.

Zum Inhalt:

In Teil 2 vermisse ich den Namen Helmut Schmidt. Mehr als vielleicht der Verfasser, kann ich mich in das Lebensgefühl der westdeutschen Boomer einfühlen. Helmut Schmid geniesst bei ihnen (nicht bei mir!) das höchste Ansehen aller Nachkriegs-Kanzler. Der SPD ist es gelungen, daran anzuknüpfen. Das Ansehen Schmidts ist auch dem Lebensalter der Boomer geschuldet. Als Schmidt Kanzler war, waren sie Anfang Zwanzig, die beste Zeit im Leben vielleicht, die Kämpfe der Pubertät sind ausgestanden, das Ende der Jugend noch fern.

Die AfD könnte zumindestens optisch daran anknüpfen zum Beispiel bei der Gestaltung der zukünftiger Wahlplakate im Stile der 80iger Jahre.

Die CDU in der Opposition und die Grünen in der Regierung sehe ich noch lange nicht. Scholz wird, falls die SPD stärkste Partei wird, eine große Koaltion anstreben, das Schicksal Schmidts und Schröters vor Augen. Die CDU dafür einen hohen Preis zu zahlen bereit sein, denn in der Opposition würden gnadenlose Flügelkämpfe ausbrechen. Möglicherweise gibt es in der SPD noch langfristig denkende Strategen, die nicht wollen, dass die Parteienlandschaft rechts der Mitte sich neu aufstellt.  Sollte es für Große nicht reichen, wird es spannend wen die beiden als Dritten hinzu nehmen.

Laurenz

13. September 2021 13:51

@Herrn Fiß

Völlig exakte & plausible Analyse! Herzlichen Dank.

Da Merkel anscheinend weg ist (ich glaube es immer noch nicht & denke, sie bleibt über den Wahlabend hinaus, zB im Falle dessen, daß es keine RRG-Mehrheit gibt), kommt nun eine Art Vize-Kanzler-Bonus zum tragen, also Scholz.

Ich kann es hier nur wiederholen, die SPD ist in in ihrer PR der politischen Ausrichtung von BK gefolgt & seit 2 Jahren darf ich als Pre-Anhänger des Kaiser'schen Politik-Modells auf der SiN gegen die libertären Deppen im Forum & der AfD andiskutieren, die sich wundern, warum sie nie an die Macht gelangen. Mit Verlaub, wie blöd kann man bei der Rechten/den Konservativen politisch sein oder zukünftig noch werden? Und die SPD-Nummer ist vergleichsweise noch billig, 25 oder 26% sind auch kaum als Volkspartei-Status festzuhalten, sondern eher dürftig, die Einäugigen unter den Blinden.

RMH

13. September 2021 13:56

Ich denke auch, dass wir hier einen sehr großen Sondereffekt durch den Kandidaten Scholz zu Gunsten der SPD haben. Waldfänger a.S. weißt zu Recht auf Schmidt hin, zumal beide Kandidaten das Hanseatische pflegen. Ich habe aber den Abgang Schmidts damals miterlebt und kann mich erinnern, dass Schmidt am Ende von der deutlichen Mehrheit nicht mehr wohlgelitten war. Bei den Linken nicht, wegen seines strammen pro Nato Kurses, beim Rest wegen seines Scheiterns in der Wirtschaftspolitik (als Keynesianer!). Eine extrem hohe Arbeitslosigkeit (von der statistischen Vollbeschäftigung 1973 bis zum Allzeit-Höchststand in der BRD regierte wer?), insbesondere unter den Jugendlichen, war die Folge. Mann konnte froh sein, überhaupt einen Ausbildungsplatz zu ergattern. Von Dingen wie "Wunschberuf" war vielfach nur träumen. Die Nostalgie Schmidts beruht sehr auf seiner späteren Profilierung als Elder Statesman. Das Schlechte, verdrängt der Mensch doch allzugerne. In der Wirtschaftspolitik sehe ich Scholz ein bisschen in der Tradition von Schmidt, also nicht positiv.

Laurenz

13. September 2021 14:02

@Waldgänger aus Schwaben

Ein zu starker Verweis auf die großdeutschen Versager Schmidt, Brandt oder Schröder wurde natürlich vermieden, ist Ihnen das nicht klar? Das würde doch augenscheinlich machen, wie farblos Scholz als Mensch ist.

Die SPD hat sich an GK gehalten, möglichst wenig eigene Inhalte präsentieren & alle SPD-Quasimodos, wie Esken, Borjans, Kühnert, Stegner, Maas (soweit es geht) raus aus der Schußlinie. Und die Quasimodos der SPD haben das auch kapiert, weil sie sonst zukünftig keinen Job mehr hätten. Mit Esken als Kandidat wäre die SPD unter 10% gefallen. Und so wird sogar ein Scholz zu einer glatzköpfigen Esmeralda.

Waldgaenger aus Schwaben

13. September 2021 15:29

@Rainer Maria H.

Ich habe Schmidt auch erlebt. Er sagte: "Lieber 5% Inflation als 5% Arbeitslose". Strauss: "Er wird beides bekommen." So kam es dann auch.

Es ging mir ums Psychologische. Ein weiterer Aspekt: Die große Masse ist dank Merkels Regierungsstil immens apolitisch geworden. Wer nicht weiß wo er hin soll, sich für nicht interessiert, rennt halt dem größten Haufen nach, in der Hoffnung  am Wahlabend den Sieg seines "Vereins" bejubeln zu können, Politik als Fußball.

Heinrich Loewe

13. September 2021 15:55

Interessante Analyse, nur: Es geht auch einfacher. Die Leute wollen in diesen unsicheren Zeiten jemanden als Kanzler, der Führungsstärke verkörpert. Das ist alles. Die Union hat sich  mit der Nominierung von Laschet darüber hinweggesetzt. Weil sie dumm sind und nicht begreifen, daß Kungelei und parteiinterne Seilschaften von gestern sind.

Inhaltlich sind die Parteien sowieso kaum unterscheidbar. Strategie und Taktik der Kampagne sind wichtig, aber der Erfolg steht und fällt mit einem Leader-Typen.

Gotlandfahrer

13. September 2021 16:15

Was im Reich der Götter geschieht, ist für die Menschen allenfalls von anekdotischem Wert.  Ob Scholz-Face einen gewagten CumEx versaut hat oder Scholz bei seiner Ex einen, also lassen wir das, ist für das irdische Bodenpersonal überhaupt nicht erfassbar. 

„Hybride Rolle zwischen Anti-Merkel und Merkel 2.0 einzunehmen“ – genau das ist hingegen das entscheidende psychologische Erfolgsrezept im Sado-Maso-Club Deutschland:  Die bisherige Peitsche ist mittlerweile zu durchnässt, als dass man sie weiter spüren möchte.  Statt aber von der Praktik abzulassen sucht man nach demjenigen, der Sicherheit durch Kontinuität, nicht Unsicherheit durch Abkehr, verspricht.  Allein schon die groben Verhöhnungen der eigenen Wähler durch Umkehr der Wirklichkeit mit Slogans à la „Respekt für Dich“ sind Indiz für das hier wirkende tiefenpsychologische Täter-Opfer-Syndrom.  Er hätte auch mit Lederkappe sagen können „Du willst es doch auch“.

Die obige Analyse ist ansonsten überzeugend. Wenn die CDU in der Opposition landet, wird sie die schweigsamste aller Zeiten.  Denn sie müsste die Regierung von rechts bekämpfen.  Selbst wenn das noch meilenweit links der AfD wäre, verletzte sie damit aber die Logik des eingeführten Denkens.  Kritik links der SPD wäre eine Lachnummer.  Nur wenn sie keine Kritik übt, kann sie darauf hoffen, in vier Jahren erneut ran zu dürfen. Wegen Alternativlosigkeit.

Slentz

13. September 2021 16:43

Schöne Analyse, stimme zu. Scholz macht am wenigsten Dinge falsch, die Kotzbrocken in der SPD halten bis zur Schließung der Wahlkabinen den Mund und Scholz ist das, was viele für die Kombination aus Stabilität und Aufbruch halten.

Interessant übrigens für die Meuthen-AfD auch die Grafik mit "haben sie früher besser über Partei X gedacht?". Diejenigen, die der AfD ablehnend oder gleichgültig gegenüberstehen haben dies auch früher zu 93% getan. Also wieder mal ein Beweis, dass der angebliche Rechtsruck nicht riesige Scharen ehemaliger und zukünftiger potentieller Wähler vergrault hat.

Laurenz

13. September 2021 17:01

@Gotlandfahrer

Sie lesen auch keine Beiträge

https://www.spiegel.de/politik/deutschland/armin-laschet-auf-cdu-plakaten-im-muell-landen-sie-nicht-wir-haengen-sie-nur-nicht-auf-a-e67f7bb4-b2ea-4a91-9b14-abc9bbae9810

Niekisch

13. September 2021 17:19

"Gründe für den Aufstieg der SPD"..Müsste es nicht heißen: "Gründe für den Aufstieg aus dem Abstieg" ?

Im übrigen warne ich davor, sich all zu sehr mit den Köpenickiaden der Parteien zu beschäftigen. Es ist weitgehend vertane Zeit und Energie. Besucht lieber die Ausstellung "Bibliothek der geretteten Erinnerungen." Dort können kleine und große Besucher aktiv werden, indem sie ihren Namen auf Hebräisch schreiben und ein Foto von ihrer Nase machen lassen. "Über Vergleiche führen wir hier den Unsinn der nationalsozialistischen Rassevorstellungen vor Augen", so die Ausstellungsleitung. 

Mitleser2

13. September 2021 18:07

Bin etwas überrascht, wie gnädig der Beitrag und auch die Kommentare mit der SPD und Scholz umgehen. Alles vergessen, wofür die SPD wirklich steht? Nur weil BK SolPat propagiert, kann man doch die SPD nicht schönreden.

Antwort Fiß: Es ging hier nicht um eine inhaltliche Bewertung der Ziele und Positionen der SPD, sondern um die demoskopische Einordnung. Eine Art Lagebild zur Bundestagswahl. Eine nüchterne Gegnerbetrachtung.

Dieter Rose

13. September 2021 18:11

Zur Rangfolge der wichtigsten Themen:

An Stelle 1 müsste stehen Asyl u.a. 100%

Alles andere wird nicht ordentlich behandelt werden können, wenn Nr. 1 nicht geklärt und unseren Interessen entsprechend geordnet wird.

Die Mitbürger sehen die wirklich relevanten Zusammenhänge nicht.

Niekisch

13. September 2021 18:42

"An Stelle 1 müsste stehen Asyl u.a. 100%

Alles andere wird nicht ordentlich behandelt werden können, wenn Nr. 1 nicht geklärt und unseren Interessen entsprechend geordnet wird."

@ Dieter Rose 18:11: Völlig richtig. Die Überfremdung mit anschließendem Ersetzen der Ursprungsbevölkerung ist das Kardinalproblem. Es trifft jeden von uns jederzeit und überall. Deswegen muss es auch metapolitisch von ganz unten her vor Ort bekämpft werden, wollen wir noch atmen können.

Uns von dem Elend zu befreien

helfen uns weder Gott

noch gottverdammte Parteien...

Flaneur

13. September 2021 19:00

Mich würde interessieren, ob es demoskopische Daten dazu gibt, welche Rolle linke Identitätspolitik innerhalb der Kernwählerschaft der alten Tante SPD spielt. Hierzu habe ich bislang sehr wenig finden können. 

Ansonsten noch eine von Panik getriebene Anmerkung zum schwäbischen Waldgänger: Nein, bitte keine Anknüpfung an Chic und Design der 1980er Jahre! Bitte ersparen Sie uns ein Revival der Nackenspoiler, der opulenten Föhn- und Dauerwellen, blusigen Krempelsakkos aus Fallschirmseide, wulstigen Schulterpolstern, weissen Tennissocken und anderer Style-Crimes. Haben sie Erbarmen!

Andreas Walter

13. September 2021 19:15

Wahlkampf ist eine Frage des Geldes:

https://youtu.be/Y8jnFD4NFCA

https://youtu.be/zHySM60C-6c

Mit ganz viel Geld kann man sogar noch verrücktere Dinge machen. Ganze Parteien kaufen, in dem man gezielt Leute in Schlüsselpositionen schmiert. Das Gleiche funktioniert auch bei den Medien und sogar bei einzelnen Mitgliedern aller Wahlkampfteams. Umfrageinstitute kann man aber auch kaufen, oder sie gehören einem sogar. Wie auch alles andere.

Denn so wie es auch keine "ehrliche Rockmusik" gibt, gibt es auch keine ehrliche Politik, oder einen ehrlichen Wahlkampf, ehrliche Werbung oder auch ehrliche Wahlwerbung.

Um zu verstehen, welche Meta-Ebene ich deshalb meine, genügt eine Frage:

Kann es tatsächlich sein, dass die CDU/CSU bis heute nicht wusste, mit welchem Kandidaten sie die Wahl hätte haushoch gewinnen können? Oder geht es womöglich gar nicht darum, immer zu gewinnen (nach 16 Jahren an der Macht)?

Geht es womöglich eher darum, dem Volk eine Illusion zu verkaufen? Eine Phantasmagorie?

 

Laurenz

13. September 2021 19:47

@Niekisch

Was liegt Ihnen denn aktuell quer? Sie sind momentan destruktiv. Habe zwar nichts gegen Ihre insgeheime Sehnsucht nach einem Salvador del Mundo, aber Sie schreiben doch selbst, daß er nicht kommt & nie kommen wird.

Hier ist das Thema Wahlanalyse, nicht mehr & nicht weniger. 

"Antwort Fiß: Es ging hier nicht um eine inhaltliche Bewertung der Ziele und Positionen der SPD, sondern um die demoskopische Einordnung. Eine Art Lagebild zur Bundestagswahl. Eine nüchterne Gegnerbetrachtung."

Mitleser2

13. September 2021 19:58

@Andreas Walter: Die CDU hätte wissen können, dass sie mit Merz und einem Bruch mit Merkel anders dastehen würde, zulasten von FDP und wohl auch AfD. Die klatschende Funktionärsclique wollt das aber nicht zulassen oder wahrhaben - selber schuld. Wenn es allerdings zu 950 Abgeordneten kommt, nehmen die Mandate trotz Absturz vielleicht sogar zu, also doch alles gut.

Ordo

13. September 2021 20:20

Da bleibt ja nur noch zu hoffen, dass jetzt endlich mal einer der ewigen Crash-Propheten recht behalten wird und Pleitewelle und Rezession hier mal so richtig zuschlagen. Und dann kommt unsere Zeit. Oder auch nicht.

Ich war ja zunächst auch einer von denen, die RRG an der Macht wollten. Untergang beschleunigen und so. Aber je mehr ich drüber nachdenke, muss ich dem Sellner recht geben, der glaube ich Jamaika favorisiert hatte. Die Gefahr, dass die Union sich in der Opposition, z. B. mit einem Merz oder Söder an der Spitze, wieder neu profilieren und die AFD noch weiter marginalisieren könnte, ist einfach zu groß.

Andreas Walter

13. September 2021 22:14

@Mitleser2

Merz? Versuchen Sie wenigstens mal für 10 Sekunden wie eine Frau zu denken.

Söder wäre der richtige Mann gewesen, war der "Kandidat der Herzen". Den hätte man aufbauen können und nicht die anderen Trantüten.

Viele denken aber auch hier zu sehr mit dem Kopf, mit dem Frontallappen.

Regie bei echten Entscheidungen führt aber das Stammhirn.

Keine Frau will darum einen Waschlappen als Mann und kein Mann einen zum Freund.

Was auch ein Hinweis darauf sein kann, dass die CDU mittlerweile hoffnungslos zerstritten ist. Zwischen Feministinnen (die Merkel-Fraktion) und normalen Männern, die auch bereits die Fehlentwicklung sehen.

Was glaubt Ihr denn, warum die Merkel weder mit Putin noch mit Trump konnte (und die Chinesen lachen auch über sie, und über Maas, halten sie beide für eine/einen Baizuo).

Selbst die Grünen wären darum mit Habeck wahrscheinlich besser gefahren.

@Mairodomus

Weil Politikerinnen wie Golda Meir oder Thatcher eben seltene Ausnahmeerscheinungen sind.

RMH

14. September 2021 06:58

Da es hier um Zahlen geht, hier der Größenvergleich:

Armin Laschet: 1,72 m

Olaf Scholz: 1,70 m (sah man da ital. Spezialschuhe bei Olaf im "Triell"?)

A. Baerbock: Mit Pumps auf Augenhöhe mit den Erstgenannten ...

A Merkel: 1,65 m

G. Schröder: 1,74 m

H. Kohl: 1,93 m

M. Söder: 1,94 m

Merz: 1,98 m

(Quelle: Google Suche)

Fazit:

Einzig mit M. Söder oder F. Merz hätte man den Trend zur Verzwergung beim politischen Führungspersonal stoppen können.

Auf der anderen Seite fühlen sich die asiatischen Staatenlenker bei dem aktuell kleinen Personal evtl. nicht gleich eingeschüchtert. Man passt sich international an.

Der_Juergen

14. September 2021 09:20

Ein Kanzler Scholz scheint von denen, die über das Geschick der BRD bestimmen, d. h. entscheiden, wie rasch und unter welchen Umständen die Deutschen dezimiert und totalversklavt werden sollen, gewünscht zu sein. Nachdem der SPIEGEL vor ein paar Monaten ein schmeichelndes Porträt der Baerbock zeichnete, die aber schon bald als offenbar ungeeignet ins zweite Glied verbannt wurde, erschien die neue Ausgabe des Schmutzblatts - das ich natürlich nie kaufe, sondern nur am Zeitungsstand sehe - mit einem wenig schmeichelhaften Bild von Laschet, dessen "fünf Fehler" offenbar das Thema des betreffenden Beitrags sind, auf der Titelseite.

Wird die SPD zur stärksten Partei und Scholz zum Kanzler, so ist die logische Folge Rot-Rot-Grün; der Mohr in Gestalt der schwarzen Union wird seine Schuldigkeit dann getan haben und gehen können. Von den Akzelerationisten unter uns dürfte Rot-Rot-Grün sicherlich mit Genugtuung aufgenommen werden. Mir selbst ist der Akzelerationismus nicht ganz geheuer, weil solche Rechnungen schiefgehen können. Jedenfalls würde ich eher für Frankenstein oder Dracula stimmen als für einen der zur Wahl stehenden "Spitzenpolitiker", heisse dieser nun Scholz oder Laschet oder Söder oder Baerbock.

tearjerker

14. September 2021 09:41

Die Erhebungen zu Einschätzungen der politischen Leistung im Detail und bestimmten Positionierungen sind ohne grosse Aussagekraft und spiegeln lediglich die allgemeinen Einstellunger der Befragten wider. Niemand liest Programme, jede Einschätzung läuft entlang den Schema CDU=Adenauer, Kohl, Merkel, SPD=War früher besser, eher sozial, Grüne=voll für Umwelt, FDP=was gerade angesagt ist, AFD=Deutsch und Ossis, SED=Gysi, Wagenknecht, Hellersdorf. Niemand in den Parteien macht irgendwelche PR um sich zu unterscheiden, Positionierungen wird geradezu ausgewichen. Die Grünen lassen die gelenkten Presseerzeugnisse und NGOs die PR machen, indem sie die entsprechenden Schlagworte verankern, die Personen sowieso mit den Grünen verbinden um diese als Dauerthema zu etablieren. In diesen Kontext gehört auch, dass die Grünen als unter-10%-Partei überhaupt in der grossen Runde mitreden dürfen, während der Rest an den Kindertisch muss.

Karl

14. September 2021 09:54

War es in der BRD-Geschichte bisher nicht immer so, dass in wirtschaftlich schlechteren Zeiten, in Krisenzeiten, die SPD an der Regierung beteiligt wurde oder selbst regierte, um dann mit (mehr oder weniger) weißer Weste diese Partei für schlechtes Krisenmanagement anklagen zukönnen? Also eine strategische Zurückhaltung der CDU, um Andere die Kohlen aus dem Feuer holen zu lassen. Die wirrtschaftliche und gesellschaftliche Abwärtsbewegung ist ja absehbar. Dies würde bedeuten, dass die Positionierung von Laschet und der biedere Wahlkampf etc. nicht etwa aus Unvermögen, aus fehlerhafter Analyse oder Planlosigkeit geschieht, sondern aus strategischem Kalkül.

Niekisch

14. September 2021 10:39

"Ihre insgeheime Sehnsucht nach einem Salvador del Mundo"

@ Laurenz 13.9. 19:47: Wenn Sie schon Hobbypsychologe spielen, dann sollten Sie längst bemerkt haben, dass ich nicht aus kirchlich-religiösem Antrieb tätig bin.

A l l e  sog. rechten Parteien sind seit 1945 an ihrer mangelnden Verankerung auf örtlicher Ebene gescheitert, so dass die metapolitische Arbeit zumindest 80% der Aktivitäten ausmachen sollte, bevor man sich in Parlamenten verschleißt, die schon institutionell korrumpiert sind. Erweist das momentan nicht gerade das Ergebnis der Kommunalwahlen in Niedersachsen?

Carsten Lucke

14. September 2021 11:39

@ Karl 

Sie trauen also diesen erbärmlichen Totalversagern "strategische Zurückhaltung" und gar "strategisches Kalkül" zu ?!

Lassen Sie mal die Moschee im Gewerbegebiet !

 

 

Laurenz

14. September 2021 11:49

Finde die meisten Beiträge hier schlecht. Jeder holt seine Meinung aus seinem persönlichen Fundus, aber alles bleibt durch Fakten widerlegbar. Bonaparte war 1,68 Meter hoch. Desweiteren herrscht hier eine völlige Unkenntnis um das innere Geschehen in den jeweiligen Parteien, woran man erkennt, daß hier keiner Relotius oder Telepolis liest, noch irgendwen kennt, der Einblick in das innere Geschehen einer Partei, welcher auch immer, hat. Ihrer Aller Faselei ist ganz schön nervig beim lesen, einer dümmer als der andere.

Ganz anders der Artikel, der sich auf die verfügbaren Daten stützt. Analysen von BK waren bisher mindestens genauso gut & gingen teils, nach Wahlen vor allem, noch mehr ins Detail, was mit gefällt, weil sich das vom üblichen Schrott in den Massenmedien unterscheidet.

Jan

14. September 2021 14:46

Die SPD-Kampagne ist optisch und inhaltlich mit Abstand die beste. Scholz hat außerdem an seinem Äußeren gearbeitet und wirkt schlanker und markanter als früher. Wenn schon Halbglatze, dann wenigstens kein Übergewicht. Trotzdem liegt er nur aufgrund der Kampagne vorne, die ihn gekonnt in Szene setzt. Denn unter dem Lametta der Inszenierung ist und bleibt er der alte Scholzomat.

Die AfD hat leider nicht an ihre freche und moderne Kampagne von 2017 anknüpfen wollen, die von Thor Kunkel beeinflusst war. Damals waren viele Leute positiv überrascht und selbst der politische Gegner musste zähneknirschend einräumen, dass die Rechten alles andere als dumpf und hausbacken auftraten.

Karl

14. September 2021 14:59

@ Carsten Lucke

Sie meinen wirklich, dass das, was geschieht zufällig, aus Gedankenlosigkeit, fehlender Kompetenz, aus persönlich zuzuschreibenden Gründen geschieht? Lassen Sie bitte mal Ihre Moschee im Dorf. Nichts in der Politik geschieht zufällig oder aus Versehen. Seit wann bestimmen Marionetten wo es lang geht?

Das soziale Deckmäntelchen der SPD ermöglicht es ihr, ohne starken gesellschaftlichen Gegenwind Maßnahmen umzusetzen, die ohne die (trotz allem noch vorhandene)Parteibindung in den betroffenen Schichten nicht so leicht möglich wären. Dies Spiel wurde schon x-mal gespielt.

@ Laurenz

Ihr Gefasel ist mehr als nervig. Ihnen fehlt jeder Maßstab. In Kommentaren werden keine wissenschaftlichen Abhandlungen verfasst. Und "Fakten" kennen wohl scheinbar nur Sie. Die von Ihnen genannte Netzseite ist natürlich ein absolutes Muss. Ich bitte vielmals um Entschuldigung, dass ich sie nicht kenne. Schließlich: erwarten Sie aus der Kenntnis von Parteiinterna wirklich Substantielles zu erfahren? Die Musik spielt woanders...

Ordo

14. September 2021 15:23

Ist Laurenz der Rezo von rechts? Fühl mich gerade komplett zerstört.

Solche Wahlanalysen sind zwar immer ganz interessant, aber wir wissen doch alle hier, dass es irrelevant ist, ob rot, schwarz oder grün regiert, in welcher Koalition auch immer. Das Einzige, was noch verhandelt wird, ist wie kräftig man an der Steuerschraube drehen sollte, um die kommende Transformation der Gesellschaft zu stemmen. Etwas mehr (RRG) oder weniger (schwarzgelb)? Man schaue sich das sog. Kanzlertriell an. Erbärmlich. 

Mitleser2

14. September 2021 15:52

@Karl: "Das soziale Deckmäntelchen der SPD ermöglicht es ihr, ohne starken gesellschaftlichen Gegenwind Maßnahmen umzusetzen, die ohne die Parteibindung in den betroffenen Schichten nicht so leicht möglich wären."

Bei der Schröder-SPD war das wohl so. Ich frage mich allerdings, welche kapitalistischen/globalistischen Kreise diesen Einfluß bei der Esken-SPD haben sollen.

Oder meine Sie mit "Maßnahmen" die kommende grüne Politik, die sicherlich der Unterschicht schaden wird?

Laurenz

14. September 2021 16:34

@Niekisch @L.

Nehmen Sie als Beispiels die KKs. Viele werfen Ihnen vor, sie lebten in einer anderen Welt, das mag in Schnellroda auch so sein & muß es wohl auch. Wie sollte sonst unabhängiges Denken möglich sein? Aber die Unabhängigkeit wurde völlig realistisch, fast militärisch durch kluge Feindanalyse erkauft, die es K&K sogar ermöglicht, auf Anzeigen zu verzichten. Die Etablierung des rechten Philosophen GK erzeugt so viel Reichweite, vor allem beim politischen Gegner, daß man von deren Konsum an Publikationen fast schon leben kann. Man hatte damit sogar politische Kultur erschaffen. Das Triell der Versager wäre ohne uns schon längst bei reinen Honecker-Reden angelangt, auch wenn sie sich schon jetzt fast gleichen. Aber zumindest müssen sich die Wahlwerbe-Strategen noch was einfallen lassen.

Denken Sie an BK & werden Sie kreativ. Das macht glücklicher.

Der_Juergen

14. September 2021 17:29

@Dieter Rose @Niekisch

"An Stelle 1 müsste stehen Asyl u.a. 100%."

Ich bin fassungslos über dieses völlige Unvrmögen, die Lage zu verstehen. An einziger Stelle müsste stehen "Kampf gegen die Covid-Lüge und den Great Reset". Gelingt letzterer, so wird Deutschland zu einem gigantischen Straflager, in dem jede Möglichkeit, oppositionelle Gedanken per Druck oder im Netz zu verbreiten, verschwunden sein wird. Dann kann das Regime jede beliebige Schweinerei durchziehen, einschliesslich der Einschleusung von zusätzlichen x Millionen Kulturbereicherern. Scheitert der Great Reset, so fliegen auch die ganzen anderen Lügen auf, und dann kann auch der afro-islamischen Invasion ein Riegel vorgeschoeben werden.

Das National Journal und Mannheimers Blog haben das längst kapiert und schreiben kaum mehr gegen Umvolkung und Islamisierung, sondern praktisch nur noch gegen die Corona-Tyrannei.

 

Karl

14. September 2021 17:31

@Mitleser2

Nicht nur bei der "Schröder SPD". Auch bei der "Brandt-SPD", der "Schmidt-SPD", den "großen Koalitionen". Welche Marionetten auch immer jeweils als Vorturner ausgestellt werden. In einer Fassadendemokratie müssen die potemkinschen Dörfer abgerissen werden, um zu sehen, was sich dahinter verbirgt. Selbst für Quasimodos kann man gute Drehbücher schreiben...

Die "kommende grüne Politik" wird m.E. natürlich der "Unterschicht", aber auch der "Mittelschicht" schaden. Gerade Letzterer. Das deutet sich schon jetzt mit der sog. "Lockdownpolitik" an. Die SPD läuft in ihren Zielen wie die CDU den Grünen hinterher, die den Taktstock schwingen. Scheinbare Differenzen werden aufgeblasen und verpuffen nach dem Wahltag wie eine Seifenblase. Wer glaubt, dass es der SPD wirklich um die soziale Frage geht, hat den Schuss nicht gehört. Klimapolitik ("CO2-Abgabe") ist nichts als Abzocke, Umverteilung von Fleißig nach Reich.

AndreasausE

14. September 2021 18:42

Schwarz-weiß-rot, die knackigen Farben seit jeher für Nazis, Antifa und Sozen, dazu ein Kandidat der daherhommt wie ein Mafiapate - das zieht. Meine Güte - wie leben nicht mehr in einer Demokratie, längst werden andere SAiten aufgezogen!

Niekisch

14. September 2021 19:19

"...Great Reset". Gelingt letzterer, so wird Deutschland zu einem gigantischen Straflager, in dem jede Möglichkeit, oppositionelle Gedanken per Druck oder im Netz zu verbreiten, verschwunden sein wird. Dann kann das Regime jede beliebige Schweinerei durchziehen,"

@ Der_Juergen 14.9. 17:31: 1. Machen Sie, sehr verehrter Herr Kollege, sich doch bitte die Mühe, mir explizit und substantiiert mitzuteilen, wer genau mit welchen Mitteln ganz konkret diese Lage herbeiführen will und kann und warum diese Lage partiell nicht bereits jetzt besteht?

2. Halten Sie es für völlig ausgeschlossen, dass auch die "Anti-Corona- Proteste systemimmanent absichtlich ausgelöst worden sind, um Anbindung an die normale Bevölkerung zu verhindern, die beim Kampf gegen das große Ersetzen  eher möglich ist ebenso wie die Klimaproteste?

Der_Juergen

14. September 2021 20:45

@Niekisch

Tut mir leid, ich bin nicht bereit, den Grundschullehrer zu spielen und Dinge zu erklären, die jeder, der es will, selber in Erfahrung bringen kann. Ein sehr guter Einstieg wäre die Expresszeitung, die man in gedruckter Form bestellen kann und die mehrere Ausgaben dem Covid-Schwindel sowie dem Great Reset gewidmet hat und zweifellos auch weiter widmen wird. (Die beiden letzten Ausgaben der Zeitung, in denen es nur am Rand um Corona geht, finde ich eher fragwürdig, aber das spielt hier keine Rolle.)

Natürlich besteht die Diktatur partiell bereits jetzt, aber das ist erst der Anfang. Verfolgen Sie doch, was in Australien vor sich geht.

https://www.bitchute.com/video/Cx3x5gMBT2N4/

Selbstverständlich wurden die Corona-Proteste nicht vom Regime ausgelöst, das daran überhaupt kein Interesse hat. Dass Provokateuer eingeschleust wurden, ist natürlich sehr gut möglich, ja wahrscheinlich.

Niekisch

15. September 2021 11:08

@ Der _Juergen: Zum Lehrerspielen wollte ich Sie nicht auffordern. Ich hole mir die Antwort bei der "Expresszeitung" selber: "Der Begriff wurde von Klaus Schwab, Gründer des Weltwirtschaftsforum, geprägt, beschreibt jedoch etwas, das alles andere als neu ist."

So ist es: die Auflösung aller Dinge, der Nationen, Religionen, Rassen, des Rechts, der Kultur, der Ethik, wird seit den Zeiten der sog. Diaspora, die keine wirkliche war, betrieben mit dem einzigen Ziel, alle Völker in den Bund mit Jehova zu zwingen, allerdings in submissiver Stellung, von den Antreibern dieser Entwicklung einmal abgesehen.  

Great reset ist oldest reset!

Also bitte nicht immer wieder den Auflösern aller Dinge auf den Leim gehen und sich auf den falschen Pfad lenken lassen!

Laurenz

15. September 2021 11:47

@Niekisch @Sandkastenkrieger

Es spielt überhaupt keine Rolle, ob hier Islamismus oder Corona als Thema genommen wird. Solange das Thema nicht direkt an den Geldbeuteln der Wählerschaft schneidet, sondern nur abstrakt den Bürger arm macht, bleibt solche @Franz-Bettinger-Deep-State-Thematik nutz- & erfolglos. Wer das nicht verstanden hat, spielt hier eben nur Bratsche & keine Geige. (Nur eine kleine Minderheit erlaubt sich den Luxus über "Freiheit" zu sinnieren & zu debattieren.)

BK könnte noch 10 Bücher schreiben, & selbst wenn die von Foristen gelesen würden, ginge der Inhalt nicht in die hiesigen Holzköpfe hinein, weil die persönlich politischen Wünsche immer größer sind, als die Vernunft. Man glaubt sich seit Jahrzehnten im Sonntagswunschkonzert.

Es müssen immer direkte Beutelschneider- oder Beutel-Erweiterungsthemen-Themen sein, wenn denn Wählerstimmen gefangen werden sollen, zB  hier 

https://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/514424/Bundestagswahl-2021-Nach-der-Wahl-wird-das-Renteneintrittsalter-angehoben

Ansonsten, @Niekisch, finde ich Ihren Beitrag absolut schlüssig.

Laurenz

15. September 2021 11:50

@Karl @Mitleser2

Wohl intuitiv beschreiben Sie exakt die Situation der "Marionetten".

Aber Sie führen, wie die meisten hier, die Debatte destruktiv.

Der erste Schritt zur Veränderung ist die Beantwortung der Frage, wie werden wir "Marionette"?

Karl

15. September 2021 16:12

@Laurenz

Dann ist es ja sehr erfreulich, dass hier wenigstens einer die Debatte konstruktiv führt.

Ist Intuition eigentlich negativ zu bewerten?

Laurenz

15. September 2021 17:27

@Karl @L.

"Intuition"

Weiß nicht, wie das andere sehen. Ich habe in keiner Weise etwas gegen Intuition oder eine Wahrnehmung der anderen Art, solange sie glaubhaft/plausibel ist.

Ich fand Ihren Beitrag übrigens gut, weil er genau das beschreibt, was ist. Siehe die berühmte Seehofer-Aussage.

Wenn Sie Sich Selbst die vielen Beiträge unserer Mitforisten durchlesen, können Sie vielleicht Selbst diesen leicht desperaten Unterton feststellen, den ich zumindest wahrnehme.