Sammelstelle für Gedrucktes (34)

Nicht nur in Deutschland ist Wahljahr, auch in Rußland wird gewählt. Beziehungsweise: wurde.

Benedikt Kaiser

Benedikt Kaiser ist Politikwissenschaftler und arbeitet als Verlagslektor.

Die NZZ (v. 21.9.2021) titelt auf ihrer Sei­te 1 dra­ma­tisch: »Kom­mu­nis­ten legen in Russ­land zu«.

Und tat­säch­lich gewan­nen Oppo­si­tio­nel­le zu, dagegen

lag die Kreml­par­tei Eini­ges Russ­land bei mehr als 48 Pro­zent, wie die Wahl­kom­mis­si­on am Mon­tag in Mos­kau mit­teil­te. Die Kom­mu­nis­ten (KPRF) lan­de­ten dem­nach bei mehr als 20 Pro­zent, die Rechts­po­pu­lis­ten der LDPR des Ultra­na­tio­na­lis­ten Wla­di­mir Schi­ri­no­w­ski bei knapp 8 Pro­zent und die Par­tei Gerech­tes Russ­land bei etwas mehr als 7 Pro­zent. Knapp über der Fünf-Pro­zent-Hür­de lag auch die neue Par­tei Nowy­je Lju­di (Deutsch: Neue Leute).

Daß Ruß­lands Kom­mu­nis­ten expli­zit volks­ver­bun­den, anti­west­lich und geg­ne­risch zu links­li­be­ra­len One-World-Ideo­lo­gien wie LGTBQ+, BLM und Co. aus­ge­rich­tet sind, dürf­te ihnen nicht scha­den, hin­zu kommt das Pro­test­ele­ment, das Schi­ri­no­w­ski nicht mehr umfas­send bedie­nen kann:

Als ein­zi­ge par­la­men­ta­ri­sche Kraft, die gele­gent­lich Wider­stand gegen Geset­zes­vor­la­gen aus dem Kreml leis­te­te, bekam sie vie­le Stim­men von Protestwählern,

wes­halb Putin, knapp unter 50 Pro­zent der Stim­men und damit immer noch ein Volks­tri­bun im Ver­gleich zu den Spit­zen­kan­di­da­ten von SPD, CDU/CSU und Grü­nen, in Zukunft mit einer stär­ke­ren, links­na­tio­nal aus­ge­rich­te­ten Oppo­si­ti­on klar­kom­men muß.

Aber die Fra­ge, wer nun in Ruß­land zuleg­te und wer nicht, ist gar nicht der ent­schei­den­de Aspekt bei die­ser Wahl. Inter­es­sant ist etwas ande­res, näm­lich der »rus­si­sche Weg« in Fra­gen der digi­ta­len Gigan­ten. Die­se kön­ne man, so heißt es ins­be­son­de­re in libe­ra­len poli­ti­schen Krei­sen, staat­li­cher­seits gar nicht an die kur­ze Lei­ne legen, es wider­spre­che einer­seits Markt­frei­heits­prin­zi­pi­en (eine Pro­pa­gan­dathe­se, die man hier igno­rie­ren kann) und wer­de ande­rer­seits von den Qua­si­mo­no­po­lis­ten nicht geduldet.

Ruß­land zeigt, daß es auch anders gehen kann:

Die Inter­net­gi­gan­ten Goog­le und Apple beug­ten sich eben­so wie der Erfin­der der Tele­gram-App, Pawel Durow, den For­de­run­gen des Kremls, lösch­ten Apps in ihren Stores, stell­ten Bots ab und blo­ckier­ten Goog­le-Doku­men­te und You­tube-Vide­os. Offen­bar gelang dies auch durch mas­si­ve Dro­hun­gen mit straf­recht­li­chen Kon­se­quen­zen für ein­zel­ne Mit­ar­bei­ter der Inter­net­fir­men in Russland,

was belegt, daß den gro­ßen Kon­zer­nen auch im 21. Jahr­hun­dert das Besteck eines sou­ve­rä­nen Natio­nal­staa­tes gezeigt wer­den kann.

Die­sen Akt der Beschnei­dung der All­macht der Digi­tal­kon­zer­ne zu wür­di­gen bedeu­tet nicht, den Grund für die rus­si­sche Staats­in­ter­ven­ti­on auf die deut­sche Lage zu über­tra­gen oder die­sen im Ein­zel­fall zu ver­herr­li­chen. Aber er zeigt auf, daß die ver­meint­li­che Alter­na­tiv­lo­sig­keit auch auf die­sem Ter­rain eine Mär von jenen ist, die von der all­seits akzep­tier­ten Alter­na­tiv­lo­sig­keit von Ent­schei­dun­gen pro­fi­tie­ren. Ruß­land tritt die­ser Mär ganz kon­kret ent­ge­gen und handelt.

In West­eu­ro­pa scheint eine sol­che Kon­stel­la­ti­on noch weit ent­fernt. Der Staat als auto­no­mes Sub­jekt, ja als Sou­ve­rän erscheint viel­mehr als Getrie­be­ner der digi­ta­len Mäch­te, wes­halb es so aus­se­he, »als sei der Staat im Grun­de der gro­ße Ver­lie­rer des digi­ta­len Kapi­ta­lis­mus«, wie Phil­ipp Sta­ab in sei­nem Stan­dard­werk Digi­ta­ler Kapi­ta­lis­mus formulierte.

Statt des Staa­tes (wie ganz aktu­ell in Ruß­land) domi­nie­ren erfolg­rei­che Kon­zer­ne das kom­mer­zi­el­le Inter­net (und damit die dort erfol­gen­de Wert­schöp­fung); die Macht­kon­zen­tra­ti­on an der obers­ten Spit­ze erfolgt pri­mär bei den mit dem Akro­nym GAFA bezeich­ne­ten Akteu­ren Goog­le, Ama­zon, Face­book und Apple.

Die­se Kon­zer­ne stel­len nicht nur eben­sol­che dar, son­dern sind selbst Platt­for­men für ande­re Wirt­schafts­sub­jek­te – sie sind teil­au­to­no­me Märk­te mit beträcht­li­cher Kapi­tal­mas­se. Da sie aber nicht, wie »nor­ma­le«, staat­lich bereit­ge­stell­te oder geschütz­te Märk­te allen zugäng­lich sind, son­dern jenen, die sie bezah­len (ob mit Geld oder Daten etc.), wer­den sie von Sta­ab als »pro­prie­tä­re Märk­te« bezeichnet.

Sie befin­den sich folg­lich im Eigen­tum eines domi­nie­ren­den Markt­teil­neh­mers. Meh­re­re pro­prie­tä­re Märk­te, defi­niert Sta­ab, bil­den ein Sys­tem ab, und die­ses Sys­tem stellt wie­der­um den »ope­ra­ti­ven Kern des digi­ta­len Kapi­ta­lis­mus« dar. Agier­ten »alte« bzw. klas­si­sche (gro­ße) Unter­neh­men noch auf rela­tiv offe­nen Märk­ten als kon­kur­rie­ren­de Teil­neh­mer eben­die­ser Märk­te, sind die Leit­un­ter­neh­men des digi­ta­len Kapi­ta­lis­mus nun selbst die Märkte.

Das ist einst­wei­len auch in Ruß­land so, aber daß dort der Staat mitt­ler­wei­le mutig genug ist, in die­se ver­meint­lich natur­ge­setz­li­che Ent­wick­lung situa­tiv ein­zu­grei­fen, zeigt, daß es ein­zig und allein von bewuß­ten Ent­schei­dun­gen poli­tisch ver­ant­wort­li­cher Akteu­re abhängt, wie weit man die abso­lu­te Ver­fü­gungs­macht der digi­ta­len Rie­sen staat­li­cher­seits duldet.

– –

Zurück nach Deutsch­land, zurück zur Bun­des­tags­wahl. Das neue Com­pact-Titel­blatt kommt im schrei­en­den Rot daher; es springt dem Kun­den am Bahn­hofs­ki­osk schon aus eini­gen Metern Ent­fer­nung ins Gesicht.

Hat man das Monats­ma­ga­zin, das man als publi­zis­ti­sche Brech­stan­ge des Popu­lis­mus bezeich­nen könn­te und das Unter­stüt­zung als Soli­tär unter lin­ken und links­li­be­ra­len Maga­zi­ne ver­dient, auf­ge­blät­tert, fal­len gleich zwei Bei­trä­ge des Chef­re­dak­teurs Jür­gen Elsäs­ser auf, die eine kur­ze Betrach­tung erfordern.

Zunächst ist der Leit­ar­ti­kel »Die Höl­len-Wahl« anzu­füh­ren. Man las­se sich von der Ein­füh­rung nicht abschre­cken, sie lau­tet so:

Heu­te sind Par­tei­en und Par­la­men­te selbst zum Puff gewor­den, in dem sich die Bon­zen dem Meist­bie­ten­den zum Volks­ver­rat andienen.

Auf die­sen stei­len Ver­gleich folgt eine durch­aus lesens­wer­te Ana­ly­se, die im Zwi­schen­fa­zit mün­det, daß jede Altpartei

ihre Kli­en­tel ver­ra­ten habe, die auf sie ver­trau­te: die Grü­nen die Frie­dens­be­we­gung, die Uni­on die Chris­ten, die SPD die Arbeit­neh­mer, die FDP die Bes­ser­ver­die­nen­den, die Lin­ken die Ossis. Rot, Schwarz, Gelb, Grün – es gibt kei­nen Unter­schied mehr. (…) Ent­stan­den ist die «vir­tu­el­le Ein­heits­par­tei», vor der Johan­nes Agno­li schon in den 1960er Jah­ren – also zu früh, aber hell­sich­tig – warn­te. Einig sind sich alle For­ma­tio­nen in der Poli­tik des Gre­at Reset: Volks­aus­tausch durch Mas­sen­ein­wan­de­rung, Ver­bot fos­si­ler Brenn­stof­fe, öko­lo­gisch kos­tü­mier­te Abschaf­fung der tra­di­tio­nel­len Indus­trien, inter­na­tio­na­le Kli­ma-Kom­man­do­wirt­schaft, För­de­rung der Fran­ken­stein-Tech­no­lo­gien (Gen­ma­ni­pu­la­ti­on, Ver­schmel­zung von Mensch und Com­pu­ter, Big Phar­ma, Transhumanismus).

Elsäs­ser bringt, sich erneut in Agno­lis Begriffs­welt bedie­nend, die Pro­ble­ma­tik der momen­ta­nen Pha­se des bun­des­deut­schen Par­tei­en­re­gi­ments auf fol­gen­de These:

In die­sem Sys­tem wer­den kei­ne Poli­ti­ker mit eige­nen Idea­len und Visio­nen mehr gebraucht, son­dern nur noch Charaktermasken.

Kanz­ler Scholz, Laschet, Baer­bock – egal, die gro­ßen Zeit­ten­den­zen wir­ken ohne­hin wei­ter, man ist sich in den gro­ßen Fra­gen, sie­he oben, einig. Kei­ner der Genann­ten wen­det sich etwa gegen die mut­wil­li­ge und fahr­läs­si­ge Auf­ga­be der Ver­sor­gungs­si­cher­heit Deutsch­lands auf dem Energiemarkt.

Und so kann Elsäs­ser mit der Empi­rie im Rücken düs­ter prophezeien:

Der Black­out droht. Spä­tes­tens 2022 wer­den die letz­ten sechs ver­blie­be­nen Atom­kraft­wer­ke abge­schal­tet sein. Damit fehlt die zuver­läs­si­ge Grund­ver­sor­gung, die die schwan­ken­de Ener­gie­ein­spei­sung der wet­ter­ab­hän­gi­gen Son­nen- und Wind­kraft aus­glei­chen kann. Über- und Unter­span­nun­gen füh­ren zwangs­läu­fig zu Netzzusammenbrüchen.

Wie man dem begeg­nen könn­te, hat René Sprin­ger (MdB) in einem Polit­talk auf den Punkt gebracht:

Doch zurück zu Elsäs­sers Fundamentalkritik:

Das Pro­gramm der neu­en Regie­rung ist der Unter­gang Deutsch­lands. Jetzt wird der Sack zuge­macht. Wer das noch ver­hin­dern will, darf jeden­falls nicht bis zur nächs­ten Bun­des­tags­wahl 2025 warten.

Allei­ne, es ist zu befürch­ten, daß weit über 85 Pro­zent der Bun­des­deut­schen die Auf­re­gung Elsäs­sers und des gesam­ten patrio­ti­schen Milieus gar nicht nach­voll­zie­hen wer­den kön­nen. Immer­hin: Aus einer ver­kürzt akze­le­ra­tio­nis­ti­schen Sicht könn­te man dar­auf hof­fen, daß eine offe­ne Links­re­gie­rung rascher Wider­stands­hal­tun­gen aus­prä­gen wür­de als das Wei­ter­wurs­teln im Rah­men des Bestehenden.

Rea­lis­tisch betrach­tet wird es dann aber doch eher eine erneu­te Gro­ße Koali­ti­on mit womög­lich getausch­ten Rol­len (Scholz als Kanz­ler, Laschet Vize­kanz­ler?), bevor 2025 schließ­lich Söder und Habeck die schwarz-grü­ne Ver­mäh­lung fei­ern dür­fen. Was ändert es?

Es über­rascht nicht, daß Jür­gen Elsäs­ser eher auf ande­re For­men der Demo­kra­tie zu set­zen bereit ist. »Die ple­bis­zi­tä­re Alter­na­ti­ve« ist daher sein zwei­ter, kür­ze­rer Grund­la­gen­bei­trag im Okto­ber-Heft von Com­pact überschrieben.

Elsäs­ser berührt, wie so oft, die geschun­de­ne See­le sei­ner Leser, wenn er im Kern fol­gen­den Stand­punkt postuliert:

Das Feh­len ple­bis­zi­tä­rer Mög­lich­kei­ten kas­triert das Volk, das in einer Demo­kra­tie der ein­zi­ge Sou­ve­rän ist. Wenn wir nur über weni­ger Wich­ti­ges mit­be­stim­men kön­nen, aber über die Schick­sals­fra­gen von natio­na­ler Bedeu­tung die Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ten vier Jah­re lang ganz allein ent­schei­den, sit­zen wir Bür­ger am Katzentisch.

Das trifft eine Stim­mung, man hört es selbst oft, nicht nur im AfD-Umfeld: Das Volk müs­se end­lich gehört wer­den, man wird ja nur alle vier Jah­re befragt, ansons­ten aber ignoriert!

Nur: Ist Elsäs­ser nicht bewußt, daß Volks­ab­stim­mun­gen wie in sei­nem idea­li­sier­ten Modell­staat Schweiz unter bun­des­deut­schen Auspi­zi­en etwas ganz ande­res bedeu­ten würden?

Ers­tens hät­te die patrio­ti­sche Sei­te in kei­ner Schlüs­sel­fra­ge eine Mehr­heit auf ihrer Haben­sei­te. Man könn­te in der BRD ver­mut­lich sogar über den Ent­zug von Grund­rech­ten für »Rechts­ra­di­ka­le« abstim­men las­sen, und das Wahl­volk ver­mu­te­te dar­in nichts Nega­ti­ves, sieht man doch tag­täg­lich, wohin »Rechts­ra­di­ka­lis­mus« (das heißt hier, in der bun­ten Repu­blik: Migra­ti­ons­kri­tik, Medi­en­schel­te, Hei­mat­lie­be u. dgl. mehr) führt – in den Ter­ror, in poli­ti­sche Gewalt, in die »Spal­tung der Gesellschaft«.

Zwei­tens wür­de die mas­sen­me­dia­le Dau­er­pro­pa­gan­da eher noch mehr an Fahrt auf­neh­men als bis­her. Das ist kei­ne beson­ders gewag­te Aus­sa­ge. Denn wür­de tat­säch­lich alle zwei, drei oder vier Mona­te über Grund­fra­gen des Zusam­men­le­bens in Deutsch­land abge­stimmt, könn­ten jene, die Mei­nun­gen set­zen und ver­brei­ten las­sen, noch stär­ker gewillt sein, eben­dies 24/7 zu tun; eine unglaub­li­che Dau­er­be­rie­se­lung mit Argu­men­ten für die Abstim­mungs­emp­feh­lun­gen der herr­schen­den Klas­se wäre die Fol­ge, die sogar das der­zei­ti­ge Pro­pa­gan­daar­se­nal von Kon­zern- und GEZ-Medi­en beschei­den aus­se­hen las­sen könnte.

Nein: Die ple­bis­zi­tä­re Alter­na­ti­ve ist, unter den Bedin­gun­gen des bun­des­deut­schen Rea­li­tät des Jah­res 2021, alles ande­re als eine tat­säch­li­che Alter­na­ti­ve. Das Pro­blem ist: Wir haben jenen, die auf die­se Kar­te set­zen, kei­ne posi­ti­ve Gegen­erzäh­lung zu präsentieren.

Im real­po­li­tisch-popu­lis­ti­schen Seg­ment mag daher Elsäs­sers Stra­te­gie­the­se des unge­hör­ten und über­gan­ge­nen Volks eini­ge Stim­men und Emo­tio­nen mobi­li­sie­ren; im meta­po­li­ti­schen Seg­ment hat die Suche nach ande­ren, nach trag­fä­hi­gen Alter­na­ti­ven für das eige­ne Milieu wie­der­mal neu begonnen. 

Benedikt Kaiser

Benedikt Kaiser ist Politikwissenschaftler und arbeitet als Verlagslektor.

Nichts schreibt sich
von allein!

Das Blog der Zeitschrift Sezession ist die wichtigste rechtsintellektuelle Stimme im Netz. Es lebt vom Fleiß, von der Lesewut und von der Sprachkraft seiner Autoren. Wenn Sie diesen Federn Zeit und Ruhe verschaffen möchten, können Sie das mit einem Betrag Ihrer Wahl tun.

Verein für Staatspolitik e.V.
DE86 5185 0079 0027 1669 62
HELADEF1FRI

Kommentare (82)

Maiordomus

24. September 2021 08:22

Dass die Schweiz in ihrer direkten Demokratie "idealisiert" wird, kann ich bestätigen, wiewohl im Einzelfall da noch echter Dampf abgelassen werden kann und die Regierenden bei uns noch eher irritiert werden können. Ohne parlamentarische Mehrheiten werden jedoch Volksentscheide von tatsächlicher Bedeutung nicht vollzogen. 

RMH

24. September 2021 08:39

"Die plebiszitäre Alternative ist, unter den Bedingungen des bundesdeutschen Realität des Jahres 2021, alles andere als eine tatsächliche Alternative."

Dieses Paradoxon hat die Rechte insgesamt. Fordert man zudem auch noch einen wirklich handlungsfähigen Staat, wäre man der erste, der davon weggeblasen wird. In Plebisziten gegen Migration würde das selbe passieren - man würde, wenn auch evtl. nur knapp, verlieren. Man denke nur an die halbweinenden Bürgermeister, die nicht verstehen können, warum ihnen keine Flüchtlinge aus Moria zugewiesen wurden (so jüngst in einer die vielen Fernseh-Inszenierungen kurz vor der Wahl zu sehen). Die Beispiele aus dem aktuellen Wahlkampf lassen sich fortsetzen.

Kurzum, es gilt für die Rechte der Spruch, den ich schon seit Jahrzehnten als eine meiner Maximen pflege (keine Ahnung, ob ich den jetzt selber ersonnen habe oder ob ich ihn irgendwo aufgeschnappt habe):

Ich wäre das erste Opfer meines eigenen Systems - Ableitung: Die Rechte wäre das erste Opfer ihres eigenen Systems.

Daher muss das klapprige Fahrrad der liberalen Bürgerrechte als genuine Abwehrrechte gegen einen stets und egal unter welcher Staatsform als ÜBERGRIFFIG zu verstehenden Staates wieder repariert und für die nächsten Jahre fit gemacht werden. Es geht um unsere ökologischen Nischen, in denen dann ausnahmsweise einmal wir "gut und gerne" leben - Sellner zeigt es meiner Meinung nach ein Stück weit auf. Und das darf nicht als Flucht oder Rückzug verstanden werden.

Gustav Grambauer

24. September 2021 12:27

Der Stimmenanteil für die Jedianja Rossija dürfte maßgeblich wegen der Enthüllung von Gelendschik durch die Nawalny-Achse geschrumpft sein, bei der für die breite Öffentlichkeit vor allem herauskam, aus welch ranzigen Schmierlappen WWP seinen Hofschranzenstaat eigentlich rekrutiert. Meine Favoriten sind ja die Carrera-Bahn, leider nicht in den Ausmaßen der Reichsmarschällischen Märklineisenbahn in Carinhall (dafür fährt man mit Aurus und ZIL um die Wette um die Basiliuskathedrale!!! herum), der Hookah-Salon (die Fahrt nach Machatschkala ersparend, mit High-Tech-Hormonöl-Verdampfern und High-Tech-Teleskop-Table-Dance-Stange!!!) und das Privatcasino "Las-Vegas", in dem vielleicht um Rosneft-, Gasprom-, Aeroflot- oder Sberbank-Anteile gespielt wird! (Ab 1:02:12).

Ach, lieber Onkel Wanja, ich mag Dich sehr, aber hast Du  d--a--s  nötig, vor allem: hast Du  d--i--e--s--e  Entourage um Dich herum immer noch nötig?!

(Und, lieber Aljoscha, sind Deine Open-Society-Oligarchen etwa besser?)

- G. G.

tearjerker

24. September 2021 13:14

@RMH: Der Staat ist handlungsfähig, das ist das Problem.

Ich habe heute vormittag die Wahlaussagen auf den Plakaten die Strasse hoch studiert: So wies es ist, kann es nicht bleiben - Weil‘s drauf ankommt -  Deutschland, aber normal - Das Fieber muss runter - Progressive Politik ist keine Altersfrage etc. Das steht inhaltlich alles neben: Der Teufel liegt im Detail - In ein Omelett gehört etwas Fett - Draussen nur Kännchen - Halten Sie still, es ist nur ein kurzer Schmerz. Gut, dass sich die Parteien wenigstens farblich unterscheiden.

Laurenz

24. September 2021 13:40

"Rußland & die Netz-Giganten"

Rußland hat einen weiteren Vorteil, es besitzt eine effiziente militärische Option, die sich mit einem zehntel der Investitionen als viel erfolgreicher (im Vergleich zur teuren Nato-Variante) in Syrien erwiesen hat. Das erschafft Eindruck & Respekt, gerade von großen Spielern.

Rußland erreicht aber erst dann volle Souveränität, wenn die Netz-Giganten auch in Rußland nennenswerte Steuern zahlen.

"Elsässer & sein Thesen"

ich möchte Elsässer, unseren Paulus, gegen BK & Foristen verteidigen. Elsässer ist auch faktisch im Recht.

Natürlich sind die Schweizer genauso blöd wie wir, stimmten für die Corona-Maßnahmen & die Geldschöpfung von Privatbanken, selten dämlich.

Aber die Schweizer Politiker sind (wie unsere auch) genauso dämlich, wie ihr Volk. Und wenn die Mehrheit eine falsche Entscheidung trifft, tragen alle diese falsche Entscheidung viel legitimer, als wenn nur wenige Deppen die Entscheidung alleine im Bundesrat treffen.

Marc_Aurel

24. September 2021 14:28

@Gustav Grambauer
Nawalny ist in meinen Augen ein Agent Provocateur, eine Sprechpuppe, vom „Westen“ finanziert, aufgebaut und vermarktet nur zu dem einen Zweck, Putin zu Fall zu bringen, damit dieser durch eine globalistische Marionette ersetzt werden kann – ohne künstliche westliche Förderung, würde kein Schwein einen Nawalny kennen bzw. würde man ihn schnell wieder vergessen, das Geschwätz, das er absondert, ist grundsätzlich wertlos. Kommt so einer an die Macht, würde er sein Land postwendend westlichen Oligarchen ausliefern, damit sie es auseinanderreißen und ausplündern können, so wie zur Jelzin-Ära. Man darf wohl dann auch davon ausgehen, dass dies der letzte Akt eines Russlands wäre, wie wir es kennen und dass man diesmal gründlich darüber wachen würde, dass ein Putin-Unfall nicht noch einmal passiert. Dann wäre einer der letzten Gegenpole des Globalismus ausgeschaltet und niemand sollte sich wünschen, dass die Vertreter dieser Ideologie freie Hand bekommen.

Grund für den Stimmverlust Putins vermute ich eher aus Richtung des Rubelkurses und der daraus resultierenden Folgen. Seit sich die Krim per legitimen Referendum, unter westlicher Wahlbeobachtung (siehe z.B. Ewald Stadler), von der Ukraine abgetrennt hat, ist die Währung sehr stark unter Druck geraten, Währungen zu destabilisieren ist ja nun ein gängiges Instrument im Werkzeugkasten der Umsturzplaner, leider scheint es wohl schwierig zu sein, dagegen etwas zu tun, da der Rubelkurs sich nur langsam wieder fängt.

Der_Juergen

24. September 2021 14:43

Die neue Ausgabe von Compact ist grossartig.

Von den mehreren Elsässer-Aritkeln, die sie enthält, finde ich den über die direkte Demokratie in der Schweiz als Vorbild für Deutschland den schwächsten. Wie @Maiordomus richtig festhält, wird das Schweizer System von vielen Deutschen idealisiert. Immerhin, fast 40% stimmten im Juni gegen das Covid-Ermächtigungsgesetz, was angesichts der pausenlos betriebenen Gehirnwäsche nicht so schlecht war, und es folgen weitere Volksentscheide zu diesem Thema. Wichtige Abstimmungen gehen zwar in aller Regel so aus, wie die Regierung es wünscht, doch gab es auch Ausnahmen, wie die von offizieller Seite erbittert bekämpfte Initiative gegen den Bau neuer Minarette, die überraschenderweise angenommen wurde. Eine wenn auch notdürftige Barriere gegen die totale Willkür bietet die direkte Demokratie also schon.

Ob bei knappem Ausgang wichtiger Abstimmungen in der Schweiz gefälscht wird - was bei einem hohen Prozentsatz an Briefwählern sicherlich technisch möglich ist -, vermag ich nicht zu sagen. Klare Indizien dafür gab es meines Wissens bisher noch nie.

Der_Juergen

24. September 2021 15:19

@Marc-Aurel

Zustimmung zu ihrem harten Urteil über den aufgeblasenen Nawalny.

Da wie immer massiv gefälscht wurde, hat Putin mitsamt seiner Partei sicherlich sehr viel weniger als 48% der Stimme erhalten. Die Rentenreform, die enorme Korruption, der von Putin geduldete Covid-Terror vor allem in Moskau - all das trägt zu dem rapiden Schwund seiner Beliebtheit bei.

 

Laurenz

24. September 2021 15:51

@Der_Juergen

"von Deutschen idealisiertes Schweizer-Modell"

Wir, auch Maiordomus, wissen, daß die Schweizer Regierung desöfteren falsche Entscheidungen trifft, egal ob es um den Ankauf von Kampf-Jets geht oder den Banken-Sektor betrifft.

Was ist im politischen Verständnis daran schlecht, wenn die Schweizer Bevölkerung genauso dämlich, wie die Politik ist & die falschen Entscheidungen bestätigt?

Ihre Kritik, wie auch die von Maiordomus & BK, basiert rein auf Ihrem (gekränkten) Ego, daß die Schweizer nicht für das, in Ihren Augen, Richtige gestimmt haben.

Ihrer aller Kritik hat aber demzufolge keine politische Berechtigung, sondern ist rein aus Ihrem eigenen persönlichen Selbstverständnis geschuldet.

Mit Verlaub, diese Argumentationsgrundlage ist unter aller Sau. Elsässer hat in der logischen Betrachtung schlichtweg gegen die rechten Möchtegern-Erlöser gewonnen.

Flaneur

24. September 2021 16:28

Kaiser benennt die beiden zentralen Probleme: 1. fehlt im metapolitischen Feld die große Erzählung, die man als alternativen Entwurf präsentieren könnte, und selbst wenn es diese Erzählung geben würde, würde 2. die Möglichkeit ihrer ungehinderten Verbreitung und Diskussion mangels freiem Zugang zu den heute dominierenden Kommunikationmitteln und cancel culture nicht gegeben sein.

Gustav Grambauer

24. September 2021 16:46

Marc_Aurel

Jaja, deshalb halte ich mich tendenziell auch seit jeher zurück mit Kritik an Putin. Aber alles lasse ich ihm auch nicht durchgehen.

- G. G.

Hajo Blaschke

24. September 2021 17:04

@ Gustav Grambauer

Mittlerweile dürfte Jedem bekannt sein, auf welchen Fakes dieses Schmierenstück aufbaut und von wem es inszeniert wurde. Wenn man destotrotz darauf reinfällt, sollte man intensiv in sich gehen. Selbst wenn die Personen, mit denen sich Putin umgibt, korrupte Vollzugspinsel wären, hätten sie einen starken positiven Vorzug vor den unfähigen Schauspielern in der deutschen Regierung.

Niekisch

24. September 2021 17:36

"fehlt im metapolitischen Feld die große Erzählung, die man als alternativen Entwurf präsentieren könnte"

@ Flaneur16:28: die große Erzählung ist vorhanden, wenn die tragische Geschichte unseres Volkes verinnerlicht und diese Tragik ganz zwanglos in den Kelch unseres Wollens gegossen wird. Es gibt sie längst, diese große Erzählung, aber sie ist auch hier zu brisant, ja unbequem. Sie zu verkünden erfordert das Überklettern selbst errichteter geistiger Zäune und wer ist dazu schon bereit?

Marc_Aurel

24. September 2021 18:17

@Der_Juergen & Gustav Grambauer
Ich kenne die tatsächlichen innerrussischen Verhältnisse nicht gut genug, um mir ein umfassendes Urteil erlauben zu können, aber die meisten Geschichten über Putin & Co. a la „Korruption“, „Wahlbetrug“, „Diktatur“, „Unrechtsstaat“, „undemokratisch“, „der neue Zar“, „einverleibt“, „bedroht“, „verboten“, „beseitigt“ und dergleichen, wenn man ihnen einmal nachgeht, haben als Ursprung entweder a) die Diffamierungskampagne eines Schein-Oppositionellen oder b) einen kleinen Leitmedienartikel. Von b) gibt es sehr viele, denn die tägliche „Putin hat“-Schlagzeile, wurde nur eine Zeitlang von der täglichen „Trump hat“-Schlagzeile abgelöst. Da wir ja unsere Herrn Journalisten hierzulande kennen, handelt es sich bei solchen Meldungen in vermutlich allen Fällen um eine Melanche aus verschweigen, überzeichnen, verfälschen, verdrehen, missverstehen wollen und lügen, deshalb bin ich da vorsichtig mit vorschnellen Urteilen - man setzt dort darauf, das bei steter Wiederholung immer ein bisschen Dreck haften bleibt. Ergänzung: zum Thema Corona sagt der in Russland lebende Journalist Thomas Röper, das man mit den Coronamaßnahmen möglicherweise der Pseudoopposition aus dem Westen vorbeugend Argumente in Richtung „Verantwortungslosigkeit/Ignoranz“ aus der Hand nehmen wollte.

Allnichts

24. September 2021 19:25

Niekisch, 17:36:

Grundsätzlich gibt es das grosse Übergeordnete: Erhalt des deutschen Volkes im biologischen, aber auch kulturellen Sinne, Unterstützung aller europäischen Völker und Europäischstämmigen bei deren Selbsterhalt. Ausleben und Sein des Eigenen, Heimat, Selbstbestimmung usw.

Die Schwierigkeit liegt eher darin, dass die Gegebenheiten kaum zulassen, dies spannend und enthusiastisch, mitreissend, aufwühlend und anleitend zu erzählen, weil wir, die - davon gehe ich mal aus - Genanntes wollen, insgesamt auf dem Rückzug und ehrlicherweise auf dem Weg Richtung Niederlage sind. Das eigene Scheitern, die Aussicht auf ein längeres Nichts, sie müssten so unwiderstehlich erzählt werden, dass viel mehr Menschen daran teilhaben möchten.

Es lockt die Leute nicht an, zu sagen: Eventuell stimmt in der Geschichtsschreibung nicht alles und IHR könnt es wiedergutmachen. Das ist zu weit weg und zu abstrakt. Die Deutschen müssen wieder fühlen, dass und warum sie zusammengehören und warum sie wieder für eine Gemeinschaft kämpfen sollten, selbst wenn sie deren Verwirklichung nicht mehr miterleben würden.

Gustav Grambauer

24. September 2021 19:36

I

Hajo Blaschke

Ihre Einlassung liest sich eher wie Schwarz-Weiß-Weltbild, Glauben und Gefolgschaft als wie Abstand, Wahrheitssinn, Wissen und Differenzierung.

Auf welchen "Fakes" baut da welches Schmierenstück auf? Bzw. was genau ist nicht korrekt an den Enthüllungen? Bitte konkret.

An der Ferse des Achill läßt Paris den Pfeil von keinem Geringeren als von Apoll lenken, denn hier kommt es auf den Präzisionsschuß an.

D. h. ich hielte es für abwegig, daß es sich die Nawalny-Kampagne leistete, hierbei (!) mit "Fakes" zu arbeiten, denn je präziser, wahrheitsgetreuer sie hierbei arbeitet, desto höher in der Putin-Getreuen-Hierarchie kann sie den Spaltpilz wirksam machen, im besten Fall bis in die oberen Chargen von Staat, Silowiki und Partei, soweit nicht zu dem enthüllten Halbweltsumpf gehörend, hinein.

Und angesichts dessen hielte ich es für ebenso abwegig, daß es sich die Putin-Kampagne leistete, "Fakes" hierbei öffentlich unwidersprochen hinzunehmen und auf eine Klarstellung (z. B. so wie Schürer seinerzeit 1199 nach Wandlitz eingeladen hat) zu verzichten. Einsperren ist das Eine, eine Klarstellung wäre das andere. Es kam aber soweit mir bekannt keine.

Gustav Grambauer

24. September 2021 19:36

II

Halte nach wie vor zu Putin; sogar so stark, daß er bei mir einen ziemlichen Bonus für Torheiten zugute hat (den er hierbei noch nicht mal zu 1 % ausgeschöpft hat, insbesondere bin ich auch frei von Sozialneid). Aber je mehr Narreteienbonus ich gebe, desto genauer schaue ich mir die Narreteien dann auch an.

- G. G.

Hajo Blaschke

24. September 2021 20:28

Grambauer, Sie sind ziemlich oft sehr schnell dabei, Etiketten zu vergeben. Ich bin bei Leibe kein Putin-Fan, weiß aber durch meine Vielzahl von Freunden in Russland, wie hoch sein Ansehen in Russland ist. 

Die Geschichte mit dem Fake- Video von Navalny über die Putin-Paläste können Sie selbst recherchieren. Ich traue Ihnen zu, dass Sie in der Lage sind, auch Informationen nicht nur aus der Schmierenpresse zu entnehmen.

Navalny hat in Russland eine Bekanntheit wie ein Alian und einen Ruf wie ein Kuhfladen im Kühlschrank. 

Der_Juergen

24. September 2021 21:05

@Marc Aurel

Ich unterstütze Putin nach wie vor in seiner Konfrontation mit der Nato, d. h. den USA, England und ihren Satelliten, von denen die Balten und die Polen die willfährigsten sind. Allerdings werfe ich ihm mangelnde Konsequenz vor. Er hätte den Volksmilizen im Donbass, die von Russland natürlich stark unterstützt wurden, grünes Licht für die Vertreibung der ukrainischen Truppen aus dem ganzen Donbass erteilen müssen, statt sich auf den faulen Kompromiss der "Minsker Verträge" einzulassen. Er hätte Syrien restlos von den Terroristen säubern müssen, statt diesen um der zweifelhaften Freundschaft mit Erdogan willen einen Zufluchtshafen im Norden des Landes zu gewähren. In anderen Worten, er hätte keine halben Sachen machen dürfen.

Seine Innenpolitik kritisiere ich vor allem seit Anfang 2020 sehr hart, aber aus völlig anderen Gründen als die westliche Lügenpresse. Ob er Nawalny und Pussy Riot einsperrt, ist mir völlig egal, nicht jedoch, dass die patriotische Opposition unter immer stärkerem Druck steht und Kanäle, die z. B. die Wahrheit über den Covidschwindel und die gigantische Korruption sagen, ständig für einen bestimmten Zeitraum und vielleicht bald schon permanent gesperrt werden. 

 

Flaneur

24. September 2021 21:06

@Marc_Aurel

Thomas Röper, auf den Sie verweisen, betreibt mit dem www.anti-spiegel.ru eine recht interessante Seite, in der westliche Propaganda gekonnt als eben solche bloßgestellt wird.

Der in St. Petersburg lebende deutsche Publizist Röper betreibt allerdings auch seine eigene Agenda,  bemüht sich, bestimmte Narrative zu setzen und seine eigenen, auf bestimmte Marktsegmente und Klientelgruppen zugeschnittenen Buchpublikationen zu promoten. Insofern gilt aus meiner Sicht: Röpers Anti-Spiegel ist eine interessante Seite, um alternative Sichtweisen und offizielle russische Positionen präsentiert zu bekommen, aber auch die sollte man kritisch hinterfragen und sich aus einer Vielzahl von Quellen, bei denen immer nach deren Akteuren und ihren spezifischen Interessen zu fragen wäre,  seine eigene Meinung bilden. 

 

Hajo Blaschke

24. September 2021 21:29

@ Der_Juergen, alle die Sachen, die Sie an Putin bemängeln, kann er eben nicht tun. Russland kann sich nur auf legalen Wegen und unter Berücksichtigung diplomatischer Regeln bewegen. Lösungen von Problemen können deshalb oftmals übermäßig lange dauern, aber nur so kann ein Erfolg erreicht werden, ohne den Ruf Russlands zu beschädigen. Russland, dem man ständig unterstellt, wieder expansionstisch zu sein, kann sich nur auf solchen Pfaden bewegen.

Gustav

25. September 2021 08:53

Annalena Baerbock hat den Anspruch des nächsten Bundestages klar umrissen: Am Sonntag hätten die Deutschen an der Urne die letzte welthistorische Gelegenheit, die globale Klimakatastrophe noch abzuwenden (indem sie grün wählen, versteht sich). Also nicht die Amerikaner oder die Chinesen, die Inder, Afrikaner oder der unbedeutende Rest von Europa, nein – wir! Wir Deutsche entscheiden am Wahltag darüber, ob der blaue Planet eine Zukunft hat oder nicht. Ist das nicht großartig? Ein Gefühl wie an den Klippen des „Endsiegs“.

https://paz.de/artikel/esel-auf-dem-eis-a5462.html

Niekisch

25. September 2021 10:32

"Es lockt die Leute nicht an, zu sagen: Eventuell stimmt in der Geschichtsschreibung nicht alles und IHR könnt es wiedergutmachen. Das ist zu weit weg und zu abstrakt."

@ Allnichts 24.9.19:25: Ich schrieb: "wenn die tragische Geschichte unseres Volkes verinnerlicht und diese Tragik ganz zwanglos in den Kelch unseres Wollens gegossen wird." Das ist, wenn Sie genau lesen, ein Mehr als Aufforderung zur Geschichtskorrektur.  

 

 

 

 https://diskuswerfer.wordpress.com/2013/12/30/appell-an-alle-identitaren-fur-2014/

Volksdeutscher

25. September 2021 11:58

@Hajo Blaschke - "Russland, dem man ständig unterstellt, wieder expansionstisch zu sein, kann sich nur auf solchen Pfaden bewegen."

Falls das so ist: Was dürfte dafür der Grund sein?

Volksdeutscher

25. September 2021 12:08

Einer meiner russischen Bekannten (Anwalt) antwortete auf Vkontakte vor kurzem auf meine Frage, warum Putins Popularität gefallen sei, sinngemäß:

"....die offiziellen Statistiken sähen anders aus, das Vereinigte Russland habe einen überzeugenden Sieg errungen. Den Wahlergebnissen zufolge hätten fünf Parteien die 5-Prozent-Hürde überschritten: Einiges Russland 49,82 %, CPRF 18,93 %, LDPR 7,55 %, Gerechtes Russland - Patrioten - Für die Wahrheit 7,46 % und Neues Volk 5,32 %. Mit 324 Sitzen hat "Einiges Russland" seine verfassungsmäßige Mehrheit behalten. Die CPRF habe 57 Sitze, die SR 27, die LDPR 21 und die Neuen Leute 13 erhalten. Die Kandidaten der Partei des Wachstums, der Rodina und der Bürgerplattform haben ebenfalls je ein Mandat bekommen. Er meinte, daß alle Beamten (der gesamte öffentliche Sektor) gezwungen waren zu wählen, und die meisten von ihnen hätten auf jeden Fall für "Einiges Russland" gestimmt, denn das sei ihr Credo (man werde wohl kaum gegen die Hand stimmen, die einen füttert). Auch die Rentner hätten entweder für die KPRF oder für "Einiges Russland" gestimmt. Man könnte alles Mögliche über Wahlmanipulationen, elektronische Wahlen usw. behaupten, aber fast die gesamte aktive Wählerschaft, die ihre Stimme abgegeben habe, sei größtenteils im öffentlichen Sektor tätig, und sie alle seien für das Vereinigte Russland."

Hajo Blaschke

25. September 2021 14:29

@ Volksdeutscher

"Falls das so ist: Was dürfte dafür der Grund sein?"

Ich weiß, was Sie jetzt gerne hören wollen.

Ich kritisiere die Standpunkte Russlands bezgl. der Okkupationen Ostpreußens und der Kurilen. Dabei muss man jedoch feststellen, dass im Rahmen der "Wieder"vereinigung Restdeutschlands den deutschen Politikern die Rückgabe Ostpreußens angeboten wurde. Das hätte bedeutet, dass die Okkupation Westpreußens, Pommerns und Schlesiens durch Polen als das hervorgetreten wäre, was es ist: völkerrechtswidrige Annexion von Gebieten, die historisch nie zu Polen gehört haben. Und wie sich immer wieder herausstellt, Polen überhaupt nicht effektiv verwalten kann. 

Auch die Kurilen wurden im Entwurf des Friedensvertrags 1956 bis auf zwei Inseln den Japanern angeboten. Beides sieht heute natürlich völlig anders aus. Die Kurilen wird Russland nie an Japan zurückgeben. Japan ist genauso ein unselbständiger Vasall wie Deutschland. Bei Rückgabe der Kurilen wäre das Ochotskische Meer eine internationale Zone und nicht wie jetzt ein Binnenmeer innerhalb der russischen Grenzen. Und die USA würden ohne Zweifel sofort Stützpunkte dort errichten. Das gleiche gilt für Königsberg und Ostpreußen. Heutzutage bei Umkreisung Russlands mit Stützpunkten und Vasallen wäre Russland politisch dumm, diese Gebiete zurückzugeben.

 

Hajo Blaschke

25. September 2021 14:30

@ Volksdeutscher

Die von Ihnen zitierte Ansicht Ihres Bekannten unterstreicht das, was ich über die Popularität Putins gesagt habe. Ich bezweifele jedoch, dass nur die Staatsbeamten die Partei Einiges Russland gewählt haben. Eventuell ist die Beamtenschaft das größte Potential, aber wenn nur diese Schicht für Einiges Russland gestimmt hätte, wären niemals fast 50% der Stimmen herausgekommen.

Sugus

25. September 2021 15:44

@ Hajo Blaschke

"Und wie sich immer wieder herausstellt, Polen überhaupt nicht effektiv verwalten kann."

Jaja, die "Polenwirtschaft". Ich war vor 2 Jahren in Ostpommern (über Stettin) und hatte genau den gegenteiligen Eindruck. Fleißige und saubere Leute; Straßenzüge, die man von denen in guten Gegenden Westeuropas nicht mehr unterscheiden kann, hochmoderne und pünktliche Eisenbahnen.

Einfach mal Abschied nehmen von nostalgischen Vorstellungen. Die Ostgebiete sind auf der Dringlichkeits-Liste ganz unten.

 

RMH

25. September 2021 16:37

@Sugus,

Sie haben recht. Das Bild von Polen ist bei Vielen leider rein Vorurteilsbehaftet. Das permanente Bespielen der antideutschen Klaviatur (Entschädigungen etc.) durch polnische Populisten trägt seinen Teil dazu bei. Dabei könnte Polen ein sehr wichtiger Partner für Deutschland sein (wäre eine eigene Debatte wert).

Die Rechte (insbesondere beim publizierenden Teil) ist aber seit langem zum Teil erkennbar von prorussischen Aktivisten durchsetzt (genauso wie die Linke als Erbe der alten deutsch-sowjetischen Freundschaft erkennbar noch prorussisch im Sinne von mehr als dem rational erklärbarem Einsatz für ein gutes Verhältnis durchsetzt ist). Einiges kann man nicht Ernst nehmen. Genau dieses permanent schmierig-manipulierende Agieren Russlands bei deutschen Oppositionskreisen links wie rechts erzeugt doch Vorbehalte (die man als Rechter bspw. gegen die USA ohnehin auch hat, ohne das ständig herauskehren zu müssen. Und genau daran erkennt man zumeist die prorussischen Aktivsten: Schreibt, sagt man was gegen Russland, kommt sofort etwas zur USA, cui bono Geraune etc. - jeder, der hier länger mitliest, kennt die endlos Diskussionen. Die ewige Wiederkehr des Gleichen, ja aber, de-railing, whataboutism ...).

Hajo Blaschke

25. September 2021 17:10

@ Sugus

Zur Polenwirtschaft: ohne die Milliardensubventionen, die Polen von der EU, d.h. von Deutschland erhält, würde die Polenwirtschaft in voller Blüte stehen. Polen hat 1945 deutsche Industrie- und Rohstoffgebiete okkupiert und kann trotzdem keine prosperierende eigenständige Wirtschaft aufbauen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Jemand, der die fast tausendjährige Kultur im wirklichen Ostdeutschland und deren Zerstörung ignoriert, für deutsche Kultur und den Erhalt Deutschlands kämpft.

Hajo Blaschke

25. September 2021 17:17

@ RMH

Polen könnte ein wichtiger Partner für Deutschland sein? Wobei? Polens Feindstaat Nr. 1 ist Deutschland. Polen würde am liebsten Deutschland bis zur Elbe und Weser okkupieren. Beschäftigen Sie sich mal mit polnischen Schul- und Geschichtsbüchern.

Wieso ist es nach Ihrer Meinung schmieriges Anbiedern an Russland, wenn man über dieses Land die Wahrheit berichtet. Diese Wahrheit können Sie natürlich nicht kennen, wenn Sie der deutschen Propaganda auf den Leim gehen. Reisen Sie doch einfach mal dorthin.

Allnichts

25. September 2021 17:41

Niekisch, 10:32:

Das war meinerseits natürlich plakativ, ich würde dennoch auch nach Lesen des Textes, auf den Sie verwiesen haben, nicht sagen, dass es gänzlich unangebracht war, denn auch dort geht es ja im Grunde im die Rückkehr zu etwas von anderen absichtlich Verschütteten, um Korrektur. Gefällt mir übrigens sehr gut.

Sugus

25. September 2021 17:57

@ Hajo Blaschke

Zeiten ändern sich. Ich habe in Stettin keine Moscheen gesehen, keine Regenbogenflaggen. Die wird es in Königsberg und Breslau, in Pilsen und Budweis auch nicht geben. Einfach mal das Positive sehen. "Tausendjährige Kultur Ostdeutschlands" - Was weg ist, ist weg. Aber besser, dass es polnisch/russisch/litauisch/tschechisch ist, statt was anderes. Immerhin europäisch, christlich. Ich wiederhole: Restdeutschland hat ganz andere Probleme, als sich um Ostgebiete zu kümmern. Sagt Ihnen der Sohn einer Vertriebenen.

RMH

25. September 2021 18:44

 "Polens Feindstaat Nr. 1 ist Deutschland."

Und damit es dabei bleibt, tun sowohl die USA als auch Russland alles dafür. Denn in diesem Punkt sind sich diese beiden "Antagonisten" ausnahmsweise einmal einig. Europa hat uneins und Deutschland klein zu bleiben. Teile und herrsche.

Einer der interessantesten Punkte an der europäischen Idee war/ist doch gerade, dass die Europäer aus dem Kreis des ewigen gegeneinander Ausspielens zu Gunsten von Großmächten ausbrechen. Das dies mit der aktuellen EU nicht (mehr) geschehen kann, dürfte hier unstreitig sein. Das Deutschland nur wenige potentielle Partner in Europa hat, wurde hier in diesem Blog bereits ausgiebig diskutiert - aber fangen wir als Opposition doch einfach mal an, auch ohne dass einem irgendwer das Tickets für schöne Bilder bezahlt.

PS: Schmierig habe ich nicht Berichte Deutscher über und aus Russland genannt, sondern den notorischen Versuch Russlands, deutsche Opposition je nach Bedarf zu steuern.

Laurenz

25. September 2021 19:23

@Hajo Blaschke @RMH

Was die polnische Politik angeht, so haben Sie Recht. Aber das betrifft noch nicht mal Deutschland alleine. Der Traum von Groß-Polen geht in jede Himmelsrichtung.

Auf der völkischen & der gewerblichen Ebene gibt es mit den Polen wenig Probleme.

Aber die Debatte ist eh daneben. Da das politische Polen eh nicht locker lassen wird, wird sich Osteuropa in 30 Jahren sowieso neu ordnen. Da die USA immer mehr im pazifischen Raum gebunden sein wird, hat Polen als Staat keine Zukunft mehr. Wenn es den Russen langt, machen sie den polnischen Sack einfach wieder zu. Das war schon immer so. Auch da braucht man einfach nur in die Geschichtsbücher schauen.

Das politische Polen ritt sich in seiner doch sehr kurzen Geschichte grundsätzlich in die Klärgrube.

Nordlicht

25. September 2021 20:51

Polen und Ungarn SIND im Moment wichtige Verbündete, um in wichtigen Themen wie Grenzschutz gegen Zuwanderung, traditionelle Familienpolitik und etliches mehr gegen den Moloch EU-Brüssel punkten zu können.

Aber für Alt-Rechte ist es offensichtlich wichtig, die alten Feindbilder zu pflegen.

(Und was "Entschädigung" angeht: Das ist ein Konter gegen die übergriffige Merkel-Regierung.)

Hajo Blaschke

25. September 2021 21:43

@ Nordlichts, mit Ungarn liegen Sie richtig. Mit Polen komplett daneben. Feinsstaat Nr. 1 für Polen ist und bleibt Deutschland. Das sollte Jeder begreifen, da hilft keine Sentimentalität. Das wird sich niemals ändern. Bereits zu Zeiten des 1. Weltkrieges wurde Polen von den USA als Feind Deutschlands aufgebaut. Deshalb konnte Polen aktiv und unbeschadet Deutschland dezimieren und ist scharf darauf, es auch in Zukunft zu tun.

Polen ist auch kein Partner für die Višegrad-Staaten. Polen verfolgt hirnlos und aggressiv die Drei-Meere-Strategie. Das ist eine Strategie, an der keiner dieser Staaten interessiert ist. Polnische Politik war und ist nie in der Lage, eigene Interessen für das Überleben des polnischen Staates zu erkennen und umzusetzen.

An Weißrussland hat sich Polen die Zähne ausgebissen. Dort hat die polnische Politik offensiv Gebietsansprüche gestellt und den Bestand Weißrusslands bedroht. Soviel zu einem Partner Polen.

Hajo Blaschke

25. September 2021 21:58

@ RMH

Sie schätzen die Politik Russlands in Bezug auf Europa völlig falsch ein.

Russland ist daran interessiert, dass in Europa keine Kriegsherde und keine Angriffspläne gegen Russland entstehen.

Die USA sind an Kriegen in Europa und Aggressionen gegen Russland interessiert. Das wusste schon Otto von Bismarck, der einzig fähige Kanzler Deutschlands mit Weitsicht und Intellekt.

Deutschland spielt in der russischen Außenpolitik eine maßgebliche Rolle.

In Bezug auf Polen hat die russische Politik schon tiefgründig bereut, der polnischen Okkupation deutscher Gebiete Weg und Tor geöffnet zu haben. Stettin und das umliegende Gebiet z.B. würde erst im November 1945 von Polen besetzt, ohne daß die Sowjets eingegriffen haben.

Die Intention Russlands ist, Polen politisch kaltzustellen.

Der_Juergen

25. September 2021 22:09

@Hajo Blaschke

"Lösungen von Problemen können oftmals übermäßig lange dauern, aber nur so kann ein Erfolg erreicht werden, ohne den Ruf Russlands zu beschädigen. Russland, dem man ständig unterstellt, wieder expansionstisch zu sein, kann sich nur auf solchen Pfaden bewegen."

Die antirussische Hetze wird so oder so rund um die Uhr betrieben.. Ein souveräner Staat, zumal einer, der dem Westen militärtechnisch heute hoch überlegen ist, würde sich keinen Deut um das Geplärre in Washington, Brüssel und Berlin scheren, sondern konsequent seine Interessen durchsetzen.

Dass Putin jene Oligarchen, die ihn nicht offen bekämpfen, weiterhin duldet, dass er die ungeheuerliche Korruption duldet, dass er sich mit liberalen Ministern umgibt, dass eine kleine Minderheit in märchenhaftem Luxus schwelgen darf, während Millionen in furchtbarer Armut leben - all das zeigt, dass Putin entweder nicht für Ordnung sorgen kann, weil er ein blosses Aushängeschild für die Hochfinanz ist, oder nicht für Ordnung sorgen will. Dass er sich ständig mit Leuten von der Chabad-Sekte zeigt und diese untertänig hofiert, beseitigt letzte Zweifel daran, dass er ein Mann der NWO ist und nicht deren Gegner. In dieselbe Richtung weist die Mitwirkung Russlands am Covid-Weltbetrug.

Der_Juergen

25. September 2021 22:20

Teil 2

Nachdem Putin zuerst lügenhaft versichert hatte, die Impfung werde strikt freiwillig sein, ist sie in grossen Teilen des Landes für Menschen, die ihren Arbeits- oder Studienplatz nicht verlieren wollen, de facto obligatorisch. Dass immer mehr qualifizierte Mediziner Alarm schlagen,wird von den russischen Lügenmedien ebenso unter den Teppich gekehrt wie von den westlichen. Immerhin gibt es enorm viel Aufklärungsarbeit seitens der alternativen Medien, die allerdings stark unter Druck stehen. Hier ist vor allem der phänomenal intelligente Sergej Kurginjan hervorzuheben.

Russlands Konfrontation mit dem Westen ist sicherlich nicht vorgetäuscht, aber Kämpfe zwischen Mafiabanden sind ja seit jeher gang und gäbe. 

Wie der im Gegensatz zu mir keinesfalls russlandfreundliche @RMH mit vollem Recht betont, ist etwas Schmieriges daran, wie das offizielle Russland die deutsche patriotische Opposition vor allem in Gestalt der AFD umwirbt. Die ganzen antideutschen Geschichtslügen werden vom offiziellen Moskau genau so verbissen weitererzählt wie vom deutschen Lügen-Establishment. Dabei bestünde objektiv längst keine Notwendigkeit mehr hierfür, weil ja kein Mensch die enormen Verluste Russlands im 2. Weltkrieg (vermutlich zwar nicht, wie heute behauptet, 27 Millionen, aber vermutlich doch um die 15 Millionen) bestreitet.und bis auf vereinzelte Träumer (die sich auch auf diesem Blog gelegentlich zu Wort melden) niemand Gebietsansprüche an Russland stellt.

Volksdeutscher

25. September 2021 22:31

@Nordlicht

Was für Feindbilder meinen Sie denn?

Volksdeutscher

25. September 2021 23:02

@Flaneur - "....fehlt..... die Möglichkeit ihrer ungehinderten Verbreitung und Diskussion mangels freiem Zugang zu den heute dominierenden Kommunikationmitteln und cancel culture nicht gegeben sein."

Dann schlage ich mal jemandem hier vor - vielleicht liest ein solcher diese Zeilen -  der die Mittel, die Lust und das Zeug dazu hat, einen Blog aufzumachen, das in Amerika unter dem Namen von jemandem registriert ist, der selber nicht den Blog betreibt. So macht es die ungarische nationalistische und antizionistische Nachrichtenseite Kuruc.info. Viktor Orbán und die seinen versuchten schon paar Male, in Amerika vorzusprechen, um die Abschaltung der Seite zu erwirken, jedoch ohne Erfolg (soviel über den "großen Demokraten" und "edlen Ritter und Retter" Europas). Die amerikanischen Gesetze sehen solch einen Eingriff in die freie Meinungsäußerung nicht vor. Die Seite betreibenden Journalisten und Geschichtswissenschaftler sind anonym. Der Financier der Seite, unter dessen Namen sie in Amerika registriert ist, ist in rechtlichem Sinne nicht für die veröffentlichten Inhalte verantwortlich. Und all das ist legal - und funktioniert hervorragend.

Volksdeutscher

25. September 2021 23:14

@Hajo Blaschke - "Ich weiß, was Sie jetzt gerne hören wollen."

Ich verstehe nicht, was Sie meinen. Ich wollte nichts Bestimmtes hören, ich interessierte mich aus purer Neugier für Ihre Antwort, für die ich mich an dieser Stelle bedanke.

Natürlich meinte mein Bekannter nicht, daß jene Partei ausschließlich von den Beamten gewählt worden war. Aber es scheint mir - und so habe ich seine Auslegung auch verstanden - als wollte er damit bedeuten, wie wichtig die Abstimmung jener Berufsklasse für die Wiederwahl Putins im Großen und Ganzen gewesen sei.

Volksdeutscher

25. September 2021 23:37

@Nordlicht

Die Ungarn waren sowohl im ersten als auch im zweiten Weltkrieg Deutschlands Verbündete. Und dazu noch die treuesten. In ihrem Falle wäre vielleicht mehr zu holen.

Cugel

26. September 2021 01:40

@RMH
"PS: Schmierig habe ich nicht Berichte Deutscher über und aus Russland genannt, sondern den notorischen Versuch Russlands, deutsche Opposition je nach Bedarf zu steuern."

Sie nutzen ihre Möglichkeiten, ja. Abwer schmierig... Woran konkret denken Sie dabei? Zumindest scheint doch Rußland sich auf die Opposition zu beschränken. Mag sein, notgedrungen, weil die hiesige Nomenklatura bereits im oberen  Dünndarm unserer westlichen Freunde angekommen ist... Ich schätze die nüchterne Sachlichkeit und Geradlinigkeit der Russen (einmal abgesehen von ihrem Abfeiern des sowjetischen Sieges über den deutschen Faschismus, der jedoch, obzwar penetrant, wichtig für die innere Kohäsion des Landes ist). Sie machen jedenfalls nicht den Eindruck, als schlössen sie Verträge vorrangig zum Zwecke des Betrugs, was man von den übrigen Siegern, speziell den USA, nicht gerade behaupten kann.

Der_Juergen

26. September 2021 10:21

@Volksdeutscher

Danke für den Hinweis auf kuruc.info, eine Seite, die vor einem Jahrzehnt meine Aufmerksamkeit erregte (ich kann kein Ungarisch, aber die betreffenden Beiträge wurden mir von einem magyarischen Freund übersetzt). Es freut mich zu erfahren, dass dieser Blog immer noch existiert. Dass Orban christliche Werte in der Verfassung verankern liess und keine afro-islamischen Migrantenmassen nach Ungarn lässt, ist sein Verdienst, das ihm niemand wegnehmen kann. Hierfür verdient er Achtung. Keine Achtung verdient er für seine Beteiligung am Covid-Betrug und für seine Willfährigkeit gegenüber dem Zionismus.

Volksdeutscher

26. September 2021 12:14

@Der_Juergen

Wie schon so oft, so auch diesmal kann ich Ihnen nur zustimmen.

Laurenz

26. September 2021 12:45

"Rußland & Osteuropa"

Das Front - & Blockdenken, welches hier vorherrscht, ist nicht mehr zeitgemäß.

Da, wo man Rußland tatsächlich Vorwürfe machen könnte, zB Geschichtsklitterung, macht die AfD einen Diener.

In militärischen Fragen ist Rußland von Feindstaaten umgeben. eine ganz andere Hausnummer.

Hajo Blaschke

26. September 2021 13:32

@ Laurenz

"Das Front - & Blockdenken, welches hier vorherrscht, ist nicht mehr zeitgemäß."

Ich gehe mal davon aus, dass Sie etwas anderes meinen als das, was Sie hier schreiben. Das Front- und Blockdenken äußert sich u.a. darin, dass gegen Russland immer neue Sanktionen verhängt werden und Putin, immerhin der Präsident Russlands, ungeniert Mörder genannt wird. Es ist also eine immense Verschärfung des Front- und Blockdenkens festzustellen. Genau das Gegenteil von dem, was Sie behaupten.

In einem anderen Zusammenhang hatte ich bereits erwähnt, dass bezgl. des 2. Weltkriegs in Russland ein Propagandamythos gepflegt wird. Haben wir schon jemals was davon gehört, dass Sowjetrussland ungestraft von den Anglosaxen und ohne Anlass Finnland 1939 überfallen hat? Oder dass Sowjetrussland 1941 zusammen mit den Briten in den Iran einmarschiert ist? Und 1939 Bessarabien annektiert hat? Solange diese von  Sowjetrussland initiierten Überfälle in Russland verschwiegen werden, muss man natürlich mit dem vorsichtig sein, wie man sich zu diesen Geschichtslügen positioniert.  

Laurenz

26. September 2021 15:30

@Hajo Blaschke @L.

"anderes meinen als das, was Sie hier schreiben"

Ich schreibe genau das, was ich meine & erachte dies auch als richtig.

Sanktionen gehören für mich bereits in den militärischen Bereich. Sie sind die Nachfolger von Boykotts & See-Blockaden, aber eben heute asymmetrisch, ändert aber nichts am Fakt. Der Druck, der sich aus ihnen ergibt, wirkt auf die Bevölkerung. Das ist beabsichtigt, um die boykottierte/sanktionierte Staatsführung eines Landes bei Wahlen etc. unter Druck zu setzen. So haben die Briten in 300 Jahren mehr als 80 Mio. Zivilisten auf dem nicht vorhandenen Gewissen.

Die russische Geschichtsklitterung hatten wir neulich erst im Chrupalla-Moskau-Artikel debattiert, deswegen sprach ich sie auch nur kurz an.

Der_Juergen

26. September 2021 15:41

@Hajo Blasche

"... ohne jeden Anlass Finnland 1939 überfallen hat".

Nichts geschieht ohne Anlass. Nihil sine causa fit. Stalin wollte die finnische Ostgrenze, die er für ein künftiges potentielles Aufmarschgebiet der Wehrmacht hielt, weiter nach Westen verschieben und bot den Finnen dafür ein gleich grosses Stück sowjetischen Landes an. Sie können diese Forderung für ungerechtfertigt halten oder annehmen, dass Stalin auf ihre Erfüllung gleich mit neuen Forderungen nachgedoppelt hätte - was möglich, ja sogar wahrscheinlich ist -, aber wie alles hatte auch sie ihren Grund.

Bessarabien wurde übrigens im Juni 1940 annektiert, nicht 1939.

Ansonsten stimme ich Ihren Ausführungen im grossen ganzen zu; Abstriche mache ich bei der angeblichen Unfähigkeit der Polen, ihr Land anständig zu verwalten. Zwar war ich letztmals anno 2000 in Polen, aber schon damals hatte man nicht den Eindruck, in einem chaotischen und heruntergewirtschafteten Land zu sein.

Mitleser2

26. September 2021 16:09

Seltsam, dass hier immer noch die Schlachten der Vergangenheit geschlagen werden.

Dabei ist es für Biodeutsche so viel wichtiger, was ab Montag hier passiert, man denke nur an die Esken-Antifa-SPD.

Hajo Blaschke

26. September 2021 20:11

@ Der_Juergen

Denken Sie noch mal über das nach, was Sie geschrieben haben. 

Stalin war bis zuletzt überzeugt, dass Deutschland seinen Angriffsplänen nicht zuvorkommt. Wieso sollte er sich mit dem Angriff auf Finnland eine Aufmarschbasis gegen Deutschland schaffen wollen? Sie merken es wohl selbst, oder? Und aus welchem Grund hat Stalin die Lüge in die Welt gesetzt, Finnland hätte Russland angegriffen?

Der Grund für den heimtückischen Überfall auf Finnland war ein ganz anderer. Russland hatte mit den Engländern und Franzosen, die sich seit Juli 1939 täglich in Moskau mit Woroschilow trafen, geheime Absprachen getroffen, Finnland zu okkupieren und im Norden bis Norwegen zu marschieren, wo man sich mit Churchills Truppen treffen und Deutschland von vier Seiten eingrenzen wollte. Hat nur leider nicht geklappt.

Und ob nun Bessarabien 1940 oder 1939 annektiert wurde? Fakt ist,dass Josef Wissarionowitsch sich schon vor dem Molotow-Ribbentrop-Pakt intensiv auf den Überfall auf Deutschland vorbereitete.

Valjean72

26. September 2021 21:06

@Hajo Blaschke:

Bereits zu Zeiten des 1. Weltkrieges wurde Polen von den USA als Feind Deutschlands aufgebaut. Deshalb konnte Polen aktiv und unbeschadet Deutschland dezimieren und ist scharf darauf, es auch in Zukunft zu tun.

Zustimmung. Allerdings sind mE noch unbedingt England und Frankreich mit hinzuzufügen, bei der explizit anti-deutschen Positionierung des nach dem 1.WK neu geründeten polnischen Staates.

  • G. Schultze-Rohnhofs "1939: Der Krieg, der viele Väter hatte" oder
  • S. Scheils "Polen 1939. Kriegskalkül, Vorbereitung, Vollzug."

sind meiner Meinung nach in diesem Zusammenhang augenöffnende Literaturtipps.

Mit Polen verbindet uns durchaus einiges an Gemeinsamen und es wäre naheliegend gedeihlich miteinander auszukommen. Aber weder wünschen dies übergeordnete Machtstrukturen, noch der gegenwärtige polnische Staat, der nach meinem Verständnis im Kern nach wie vor anti-deutsch verfasst ist.

Für uns kommt nun erschwerend hinzu, dass der eigene Staat ebenfalls anti-deutsche Ziele verfolgt.

Bei vielen gelernten BRD'lern fehlt mE der Blick auf geopolitische Zusammenhänge (und lang angelegten außenpolitischen Leitlinien) beinahe vollkommen.

Laurenz

27. September 2021 00:48

@Anatol Broder

Danke für Ihre Russisch-Kenntnisse & Ihren Hinweis.

 

@Hajo Blaschke @Der_Juergen

Danke, daß Sie den üblichen Unfug des Mitforisten berichtigt haben.

 

@Valjean72 @Hajo Blaschke

"explizit anti-deutschen Positionierung des nach dem 1.WK neu geründeten polnischen Staates"

Falsch.

Es ist immer schön, historisch was hinzuzulernen. Ging auch mir so, zum Glück. Hören Sie hier zu, dann erfahren Sie, wie die dämliche Reichsregierung selbst den polnischen Staat gründete. 100 Jahre Sturm auf den Annaberg« – GK & EL im Gespräch.....

https://youtu.be/EeUXyhpQkkM

"anti-deutsch verfasst ist"

Verhandlungen sollte es daher nur mit dem Ziel der Rückgabe aller okkupierten Gebiete geben.

Hajo Blaschke

27. September 2021 10:36

@ Laurenz

Nein, nicht falsch. Die Gründung des unabhängigen polnischen Staates angesichts der Ereignisse in Russland war richtig. Danach hat Deutschland inkompetenterweise zugelassen, dass England und Frankreich den antideutschen Hass, der in Polen seit Urzeiten herrscht und immer wieder angefacht werden kann, für ihre Politik ausgenutzt und eine Front Polens gegen Deutschland aufbauen konnten. Indem beide Staaten Polen unterstützt haben, Deutschland zu dezimieren. 

Deutschland hätte alle Möglichkeiten nutzen müssen, um in Polen ein deutsch-freundliches Regime zu installieren. Dazu fehlte jedoch die Kraft. Unter anderem auch, weil Sowjetrussland schon 1917 unter den englischen Agenten aus Lenins Bolschewiken im Aufträge Albions daran arbeitete, auch in Deutschland einen Staatsputsch nach sowjetrussischem Muster zu inszenieren.

Der_Juergen

27. September 2021 10:52

@Hajo Blaschke

Sehr gut möglich, dass Sie in Bezug auf den Grund für Stalins Angriff auf Finnland recht haben. Ihre diesbezügliche Sicht der Dinge ist ebenfalls legitim. Schreiben Sie aber bitte künftig nicht mehr, irgendetwas sei "ohne Anlass" geschehen.

 

 

Hajo Blaschke

27. September 2021 11:15

@ Der_Juergen

Sorry, warum soll ich so etwas nicht mehr schreiben? Ich glaube, dass ich mich nicht zensieren lassen muss.

Nennen Sie mir doch den Anlass, den Finnland gegeben hat, von Sowjetrussland überfallen zu werden.

Niekisch

27. September 2021 11:18

"..für Biodeutsche so viel wichtiger, was ab Montag hier passiert, man denke nur an die Esken-Antifa-SPD."

@ Mitleser2 26.9. 16:09: Sind Sie nicht auch der Meinung, dass für Deutsche, die sich selber als Biodeutsche bezeichnen oder von unsereinem als solche bezeichnet werden, die Selbstentmannung im Vordergrund steht, nicht irgendwelche Zukunftsfragen?

Mitleser2

27. September 2021 11:51

@Niekisch: Die Selbstentmannung mag ein Ergebnis von WK II sein, und der darauf folgenden 70 Jahre Propaganda. Ich sehe aber nicht, dass uns die Kriegsschuldfrage, Polen, Russland, Revision der Oder-Neiße Linie etc. irgenwie weiter hilft. Der Käse ist gegessen.

Die Rechte und die AfD sollten den unausweichlichen wirtschaftlichen Niedergang von D nutzen, um ihre Positionen zu stärken. Wir brauchen nur einen Blackout. Deswegen sind für mich Zukunftsfragen wichtiger als die Vergangenheit.

URN

27. September 2021 12:04

Niekisch hat - wenn auch höflich umschreibend - völlig recht: wer sich derartigen sprachlichen Dreck wie "biodeutsch" aufdrängen läßt, hat schon vor Betreten des Ringes verloren. D a s  ist ein Fall für den Zensor/Schwimmeister....

Valjean72

27. September 2021 12:50

@Laurenz:

Mir ist durchaus bekannt, dass die Reichregierung den neuen polnischen Staat während des 1.WK (genauer gesagt nach der Eroberung des russischen Teils von Polen) aus der Taufe hob und ich erachte diesen Schritt auch für richtig.

[Evtl. hätten Osterreich und das Deutsche Reich schon vor dem 1.WK mit ihren polnischen Teilen: Herzogtum Posen, Gallizien einen polnischen Rumpfstaat gründen können. Dies hätte allerdings Russland brüskiert aber eben auch Druck in Russland erzeugt. Ein Gedankenspiel]

Gedankt wurde es von den Polen nach dem 1.WK allerdings ganz und gar nicht. Und das nach dem 1.WK zunächst von den Westalliierten geschaffene und von Polen selbst vergrößerte Polen, war gänzlich anders verfasst als jener von den Deutschen im Kriege geschaffene polnische Staat (Stichworte: Oberschlesien, Korridor, Herauslösung Danzigs aus dem Reich)

Polen träumte davon europäische Großmacht zu werden und das eben nicht zuletzt auf Kosten Deutschlands.

Die Alliierten wiederum zogen in Versailles die neuen Grenzen in der Mitte Europas im selben Geist, wie sie auch die Grenzen in Afrika und Asien zogen. 

Immer gezielt durch ethnische oder religiöse Gebiete hindurch, um dadurch Spannungsherde zu legen, die bei Bedarf angeheizt werden konnten.

Laurenz

27. September 2021 13:24

@Hajo Blaschke @L.

"nicht falsch"

Natürlich falsch.

Wieso schlafende Hunde wecken?

Man hätte einerseits andere Grenzstaaten Polens begünstigen können & außerdem die polnischen Gebiete (die Polen sind einer unter vielen ost-germanischen Stämmen) ins Reich integrieren können. Früher herrschten doch eh meist deutsche Könige über Polen.

@Hajo Blaschke @Der_Jürgen

Das Selbstverständnis eines Maiordomus ohne dessen Hintergrund zu besitzen ist das sichere Zeichen des üblichen rechten Narzißmus.

@Valjean72 @L.

Auch Ihnen kann ich nur die Frage stellen, wieso man einen Staat gründen soll, der historisch keine Berechtigung besitzt. Und wieso sollten die Polen uns dankbar sein? Wie kommen Sie darauf? Sie sehen doch am historischen Ergebnis & der permanenten Aggression der Polen gegen die eigenen Nachbarstaaten, daß diese Gründung dämlich war. Wieso wollen Sie gegen die Geschichte Recht behalten? Mit Verlaub, das ist vollkommen unsinnig.

Sugus

27. September 2021 14:01

@ Laurenz

"(die Polen sind einer unter vielen ost-germanischen Stämmen)"

Interessant. sicher gibt es im polnischen Internet eine "Secesja", in der ein Laurenzowalski behauptet, dass die Deutschen ein westslawischer Stamm sind. So ist alles in Butter und ausgeglichen.

Hajo Blaschke

27. September 2021 14:56

@ Laurenz

Schön, Ihnen Mal wieder beim Etikettenkleben zuschauen zu können.

Auch wenn Sie das nicht akzeptieren wollen, bleibt es trotzdem falsch, was Sie zu Polen schreiben. Polen sind kein ist germanischer Stamm. Das völkische Substrat von Polen mag germanisch sein. Aber dieses Substrat wurde von slawischen Chauvinisten überlagert. 

Wieso die Entente Polen als Frontstaat gegen Deutschland und nicht gegen irgendeinen anderen Grenzstaat aufgebaut haben, verstehen Sie nicht. Aus diesem Grund ist auch eine Diskussion mit Ihnen zwecklos.

 

 

Valjean72

27. September 2021 15:11

@Laurenz:

Wir haben hier offensichtlich eine grundsätzlich andere Sicht der Dinge.

Einen Pufferstaat zum russischen, später sowjetischen Koloss zu schaffen, in Hinblick auf die eigene territoriale Sicherheit (Ostpreußen mal außen vor gelassen) war und ist alles andere als unsinnig.

[Meines Erachtens hätte 1871 ebenso einiges dafür gesprochen Elsaß-Lothringen zwar aus Frankreich herauszulösen aber nicht dem Reich einzuverleiben, sondern als protegiertem Puffer-Staat zwischen Deutschland und Frankreich aufzubauen.]

Die Briten unterstützen zunächst 1815 (Wiener Kongreß) die Schaffung der "Vereinigten Niederlande" und ab 1830 den Kunststaat Belgien aus rein geopolitischem Kalkül: als künftiges Aufmarschgebiet auf dem Kontinent, zunächst vor allen Dingen gegen Frankreich gerichtet. Welche Berechtigung hatte und hat also der belgische Staat?

Und welche Berechtigung hatte schließlich der Kunststaat Tschechoslowakei, welcher ebenfalls gegen das deutsche Mitteleuropa in Stellung gebracht wurde und in welchem mehr Deutsche als Slowaken lebten, deren Existenz aber in der Staatsbezeichnung keinerlei Berücksichtigung fand?

Aber wie eingangs erwähnt, haben wir sin dieser Thematik schlichtweg eine andere Sicht der Dinge.

Ordo

27. September 2021 16:06

Schön zu sehen, dass hier noch die wirklich wichtigen Themen diskutiert werden. Profane Gegenwartsereignisse, wie die gestrige Wahl, sind eh nur Ablenkthemen für den Pöbel der Gesellschaft des Spektakels, der sich seiner wahren Interessen noch nicht bewusst geworden ist. Und diese Interessen liegen jenseits von Oder und Neiße, logisch. Hat noch jemand Rotwein? Hicks. 

Flaneur

27. September 2021 18:01

@ Volksdeutscher, 25. September 23:02

Ein Blog oder eine Internetseite ist ja ganz nett, bedient aber primär die eigene Blase, also diejenigen, die man bereits erreicht hat. Um sich neues Klientel zu erschließen und Reichweite zu generieren, bedarf es der ungehinderten Präsenz in den sogenannten sozialen Medien Twitter, Facebook, YouTube... Ebenso wichtig ist die Möglichkeit, die eigenen Ideen in den klassischen Massenmedien zur Diskussion stellen zu können, und zwar unverzerrt. Das sind die Punkte, an denen es hapert. Daran ändert man mit einer irgendwo im Ausland gehosteten Internetseite herzlich wenig.

tearjerker

27. September 2021 18:50

@Valjean72, Pufferstaat.

Schirinowski referierte vor enigen Jahren, dass es ein Primärziel der russischen Aussenpolitik ist, eine gemeinsame Grenze mit Deutschland zu haben.

Max

27. September 2021 19:04

@Gustav Grambauer

"Der Stimmenanteil für die Jedianja Rossija dürfte maßgeblich wegen der Enthüllung von Gelendschik durch die Nawalny-Achse geschrumpft sein, bei der für die breite Öffentlichkeit vor allem herauskam, aus welch ranzigen Schmierlappen WWP seinen Hofschranzenstaat eigentlich rekrutiert."

Definitiv nein.  Da waren drei Tage später die russischen Medien und haben gezeigt, was der Palast wirklich ist - eine Bauruine, aus der man gerade ein Luxushotel machen will.  Die Story von dem Ding als "Putins Palast" ist außerdem uralt, 200X oder so.  

Was die Leute definitiv gestört hat war die Erhöhung des Rentenalters.  War halt irgendwann mal nötig, wo die Lebenserwartung pro Jahr ein Jahr stieg oder so. 

Demokratie ist ja überall Polittechnologie.  Die russische Variante hat halt eine große Partei in der Mitte, mit dem Programm "weiter so", und dann in den verschiedenen Richtungen Parteien, deren Wahlergebnisse dann zeigen, wohin man sich bewegen muss um solche Trends wieder umzukehren.  Dazu sind wohl einige mittelasiatische Diktatoren auch inzwischen übergegangen, macht das Ganze halt stabiler als eine Einheitspartei.  Die "neuen Leute" sind prorussische Liberale,  deren Aufgabe es ist, anständige Liberale anzuziehen und die nicht mehr westlich kontrollierten Parteien wie Jabloko zu überlassen.  Das war definitiv noch eine Lücke.  

Niekisch

27. September 2021 19:06

"Wir brauchen nur einen Blackout."

@ Mitleser2 11:51: Der Käse mag gegessen sein, so wie auch nach 1918, wo er dann anschließend wiedergekäut wurde Der gegessene Käse hat es des öfteren auch so an sich, die inneren Organe zu blähen und an anderer Stelle wieder an die Öffentlichkeit zu gelangen..er ist dann wieder in der Welt wie alle Unrechtszustände auch, die in neuem Aggregatzustand immer wieder auftauchen und der Lösung harren. 

Der größte Lump im ganzen Land

das ist nicht nur der Denunziant....

als solcher ist ganz nebenbei

der Volksverräter schnell erkannt...

 

 

 

Max

27. September 2021 19:32

@Marc_Aurel

Der Rubelkurs ist im Vergleich zur Rentenreform auch nicht so wichtig. Sicher, kurz nachdem die Sanktionen gestartet waren, gab es da Befürchtungen, aber die sind dann doch nicht eingetroffen. Augenblicklich ist die Position der russischen Staatsbank solide, die Dame die das leitet ist professionell, eher profitieren die Russen von westlichen Dummheiten als andersrum. 

Einen allzu starken Rubel will man gar nicht, im Gegenteil, man will die noch verbliebenen Importe durch heimische Industrie ersetzen, und da hilft ein schwacher Kurs der Importe halt teuer macht.  Stark genug den Kurs zu kontrollieren ist man jedenfalls, der Ölkrieg anfang des Jahres hat ja zu erstaunlich wenig Rubelschwankungen geführt, 

Nawalny selbst ist wohl auch vom Westen aufgegeben worden, die scheinen jetzt eher ihre Hoffnung auf die Kommunisten zu setzen.  Soll auf RFE schon zu merken sein.  Nawalny hatte sich auf dem Prozess gegen den Veteranen so danebenbenommen, dass sich danach nicht mal die Moskauer Dauerprotestierer noch zu Protesten bereitfanden.  

Laurenz

27. September 2021 19:56

@Valjean72 @L.

"Pufferstaat"

Ihr Beispiel Belgien hinkt auf jedem Bein. Die Kaasköppe, seinerzeit Wassergeusen, konnten sich nie militärisch in der Region Antwerpen durchsetzen. Und warum sollte es dann der Wiener Kongreß tun? Venezien etc. wurde auch nie reinstalliert.

 

@Hajo Blaschke & Sugus @L.

Sie kennen also das epische Werk Prof. Schröckes nicht. Es ist nur zu empfehlen, das schleunigst nachzuholen. https://de.wikipedia.org/wiki/Helmut_Schr%C3%B6cke

Kein Wunder, daß Sie Beide die Sprüche des historischen Mainstreams klopfen.

Es gibt keine Slawen.

Es gibt nur Heiden Osteuropas, die später als der Westen christianisiert wurden. Selbst in Brandenburg & West-/Ostpreußen zog sich die Christianisierung länger als geplant hin.

Germanen kommen ursprünglich genau daher, wo sie die Slawen verorten und sickerten im heutigen Deutschland während der vor-römischen Bronze- und Eisenzeit ein. 

Gerade von Ihnen, Herr Blaschke, hätte ich solch eine eklatante Bildungslücke nicht erwartet.

Gerade hier bei mir im Taunus (& woanders) fanden die Römer die keltischen Oppida bereits verlassen vor.

Der_Juergen

27. September 2021 20:14

@Hajo Blaschke

Sie wollen mich offenbar bewusst missverstehen. Natürlich hatte Finnland der UdSSR nichts Böses angetan, aber ein Realist - und als solche verstehen wir Rechten uns ja gemeinhin - weiss, dass Staaten gemeinhin rücksichtslos ihre eigenen Interessen verfolgen, zumal wenn sie mächtig sind. Dass die sowjetische Aggression mit irgendetwas gerechtfertigt werden musste - in diesem Fall mit angeblichen "finnischen Provokationen" - versteht sich ebenfalls von selbst. 

"Ohne jeden Anlass" ist gleichbedeutend mit "ohne jeden Grund", und grundlos geschieht nichts. "Anlass" ist kein Synonym für "Provokation".

Die Handlungen eines Staates sind ganz moralfrei danach zu beurteilen, ob sie dem betreffenden Staat nützen oder nicht. Stalin war überzeugt, dass eine Erweiterung des sowjetischen Territoriums auf finnische Kosten der UdSSR nützen werde. Allerdings liess er den Finnen durch sein Vorgehen keine andere Wahl, als nach dem 22. Juni 41 auf deutscher Seite in den Krieg einzutreten.

Darf ich übrigens fragen, welches Ihre Quelle dafür ist, dass Moskau mit London und Paris 1939 eine gemeinsame Invasion Norwegens plante? Ich sage nicht, es habe keine solchen Pläne gegeben, möchte aber einen Beleg dafür.  

Mitleser2

27. September 2021 21:01

@Niekisch: Klären Sie mich auf, wer sind die Volksverräter? Alle diejenigen, die die Schlachten der Vergangenheit nicht weiter schlagen wollen? Dann sind 90% der AfD Wähler im Westen Volksverräter, weil sie sich nicht dafür interessieren, sondern für Migration, Energiepreise, Gender, Globalismus, .... Im den östl. Bundesländern kann ich es nicht beurteilen.

Aber vielleicht geht es Ihnen gar nicht um Politik, sondern um eine rechte Nische?

Hajo Blaschke

27. September 2021 21:03

@ Laurenz

Und ob ich die Erzählungen von Schroecke kenne. Das sind Thesen. Thesen kann man aufstellen, ihr Wahrheitsgehalt misst sich an Realitäten.

Bezüglich Slawen verwechseln Sie was. Esclavi = Heiden nannte man die Germanen östlich von Elbe und Saale, die noch nicht christianisiert waren.

Diese Esclavi haben mit Slawen nichts zu tun. Natürlich gab und gibt es Slawen.

Wenn Sie sich für diese Thematik interessieren, nehmen Sie sich die Werke von Erich Bromme und Heinrich Kunstmann zur Brust. Da können Sie Forschungsergebnisse kennenlernen, die im Gegensatz zu Schroecke näher an der Realität liegen.

Der_Juergen

27. September 2021 21:05

"Es gibt keine Slawen." Slawen sind zunächst einmal Völker, die slawische Sprachen sprechen, unabhängig von ihrer ethnischen Herkunft. Den pseudowissenschaftlichen Unfug von Prof. Schröcke, laut dem die slawischen Sprachen unter der Leitung der Kirche künstlich geschaffen wurden, kenne ich, aber man darf ihn ruhig nicht kennen, ohne sich von einem Mann, der, wie er wiederholt bewiesen hat, nicht in der Lage ist, deutsche Texte von mittlerem Schwierigkeitsgrad zu verstehen, "eklatante Bildungslücken" vorwerfen zu lassen.

Dass Slawen, Germanen und Kelten einander ethnisch sehr nahe stehen (bzw. standen, denn es gab natürlich etliche Vermischungen, z. B. auf dem Balkan), ist eine Tatsache, auf die u. a. schon Houston Stewart Chamberlain hingewiesen hat. Sie haben sich aber, wie die tiefgreifenden Unterschiede zwischen den drei Sprachfamilien belegen, schon vor sehr langer Zeit getrennt entwickelt.

 

Simplicius Teutsch

27. September 2021 21:07

@ Benedikt Kaiser,

– vermutlich sind Sie derjenige, der die Bundestagswahl hier im Blog analysieren wird.

Sie müssen sich die „Bundespressekonferenz e.V“ der AfD von heute, 27.09., anschauen! – Wenn Sie es nicht schon gemacht haben.

Auf dem Kanal „Jung & Naiv“ - https://www.youtube.com/watch?v=bXgtf3u8-98

Meuthen! – Chrupalla! – Weidel!

Und dazu die blutrünstigen, schnappenden, frechen Mainstream-Medienvertreter (mit Ausnahme von Reitschuster), die sich am innerparteilichen AfD-Streit ergötzen und ihn anheizen.

Das ist spannender als jeder Horrorkrimi. - Bin vorhin zufällig auf Youtube reingezappt.

Ich war ja früher durchaus ein Befürworter von Meuthen. Ein kluger Professor, der sich mutig und fachlich kompetent für Deutschland in den politischen Wind stellt, dachte ich.

Mein Fazit jetzt: Meuthen muss unbedingt weggewählt werden! So schnell wie möglich. Der ist nur noch auf Destruktion aus. Furchtbar. Er macht die gesunden Teile der AfD kaputt. Ich glaube, selber ist er schon kaputt.

Chrupalla ist großartig! Der Mann hat enorm Format entwickelt. Und die Weidel kriegt keiner klein, gerade dann, wenn sie brutal angegangen wird. Da verhärtet sie wie der berühmte Stahl.

Viele hämische Kommentare von Feinden der AfD unter dem Video:

„Läuft runter wie Öl dabei zuzusehen wie die sich gegenseitig zerfleischen.“

„Wie ich mich freue, dieses Video anzuschauen...“

Hajo Blaschke

27. September 2021 21:19

@ Der_Juergen

Klar gab es einen Grund für Stalins Befehl, Finnland zu überfallen. Das habe ich nicht bestritten. Ich habe Sie gefragt, was dieser Grund war. 

Bezüglich der Verhandlungen der Engländer und Franzosen mit Woroschilow: können Sie nachlesen bei Starikov, Bunitsch, Hautamäkki und wahrscheinlich vielen anderen. Die Verhandlungen sind kein Geheimnis. Über den Inhalt können Sie bei den genannten Quellen nachlesen.

tearjerker

27. September 2021 21:56

@Jürgen: London: Operation Stratford. Die deutschen Operationen kamen den Briten einige Tage zuvor. Ein kleiner aber feiner Verlag hält eine knackige Zusammenfassung bereit. Die im Hintergrund laufenden Kontakte zwischen London und Moskau lassen Interpretationen in jede Richtung zu.

Laurenz

27. September 2021 21:56

@Der_Jürgen @Hajo Blaschke

"Quellen"

Hatte Er im Chrupalla-Moskau-Artikel gepostet.

Niekisch

28. September 2021 09:26

@ Mitleser2 27.9. 21:01; etiam si omnes - ego non. Von Deutschland wurden seit 1918 mehr als 25000 Städte und Gemeinden ohne jede Rechtsgrundlage abgetrennt. Ein Hundsfott, wer sie nicht zumindest weiterhin in seinem Herzen trägt. 

Ganz offensichtlich sind die Deutschen das würdeloseste Volk der Welt! Allein schon deswegen gibt es keine Rettung mehr.

Für diesen Beitrag ist die Diskussion geschlossen.