28. September 2021

Zehn Notizen zur Bundestagswahl 2021

Benedikt Kaiser / 50 Kommentare

Auf die Zahlenschau und die Wähleranalyse von Fiß folgen nun zehn Notizen zur Bundestagswahl mit Fokus auf AfD-relevante Besonderheiten.

Benedikt Kaiser

Benedikt Kaiser ist Politikwissenschaftler und arbeitet als Verlagslektor.

1. Der Traum vieler Liberalkonservativer, man könne mit einem Hans-Georg Maaßen auch die seriöse Union an Stelle der verbrannten AfD wählen, wenn man Zuwanderungskritik und nichtlinke Haltungen favorisiert, ist endgültig ausgeträumt. Maaßen ist gescheitert, er nahm dem lokalen AfD-Matadoren Jürgen Treutler im Wahlkreis 196 die entscheidenden Stimmen, die fehlten, um den SPD-Mann zu verhindern.

Es wird folglich kein unionsinternes Feigenblatt namens Maaßen im Bundestag geben. Dafür aber gewann Friedrich Merz sein Direktmandat, von dem man nur hoffen kann, daß er, als wirtschaftsliberaler Hardliner mit neokonservativer Attitüde, keine gender- und migrationskritischen Reden halten wird; das dürfte viele AfDler besonders im Westen tatsächlich erneut glauben lassen, diesmal habe die Union doch ihre Lektion gelernt, doch dazu unter Punkt 10 mehr.

Maaßens Fans traten mit der auch AfD-intern kontrovers diskutierten Forderung an, ihn zu wählen, um die Roten zu verhindern; am Ende sorgten sie erst für den roten Sieg anstelle des blauen. Man darf gespannt auf etwaige Selbstkritik bei JF und Co. sein. Zu befürchten bleibt, daß man es wieder aussitzen und in wenigen Jahren ähnliche Fehler begehen wird; Alex Kurtagic hätte dann schon wieder Recht. 

2. Hätte Jürgen Treutler die Gebiete um Suhl und Hildburghausen für die Alternative gewonnen, wäre das gleichbedeutend mit dem fünften Direktmandat der AfD in Thüringen gewesen.

Aber auch so ist man diesbezüglich Spitzenreiter im Herzen Deutschlands: Die SPD erreichte lediglich drei Direktmandate in den Wahlkreisen, die CDU ein einziges. Thüringen – dort ist die AfD nicht nur mit fünf Mandaten fortan im Bundestag vertreten, sondern es ist auch das einzige Bundesland, in dem diese Partei in Sachen Zweitstimmen zulegen konnte.

3. Zugespitzt kann man formulieren: Je angepaßter und geräuschloser der Landeswahlkampf im Durchschnitt (einzelne gegen den Strom schwimmende Kreisverbände stets ausgenommen!) ausfiel, desto schlechter schnitt die AfD im jeweiligen Bundesland aus.

Ein liberaler, möglichst versöhnlicher oder auch »bürgerlicher« Wahlkampf, der dem Wähler vermitteln soll, man sei nicht das Gespenst, als das man seitens des politmedialen Einheitsblocks gezeichnet werde, läßt die eigene Wählerschaft offenkundig kalt, demobilisiert Wechselwähler aus dem Protestsegment, treibt einen Teile von ihnen ins Nichtwählerlager – und andere Teile direkt zu den legitimierten Altparteien wie CDU und FDP, die entsprechende betont »bürgerliche« (meist heißt das konkret: wirtschaftsliberale) Korrektivpositionen authentischer und eben »seriöser« zu vermitteln verstehen.

Überdies hat man als Wähler in diesem Segment die realistische Aussicht auf Regierungsbeteiligung der jeweiligen Wahlpartei. Wieso dann also AfD wählen, wenn selbst deren Akteure (zu oft) die Gemeinsamkeiten mit dem »bürgerlichen Lager« betonten? Wenn die Unterschiede so klein sind – wieso dann nicht gleich eine realpolitisch wirksame Altpartei wählen?

Hier muß stärker der eigene, von allen Parteien abweichende Kurs betont werden. Die Unterscheidungen zu Linkspartei und Grünen sind hinlänglich bekannt; vielen Wählern in Westdeutschland ist offenbar aber nicht bewußt, daß es ebenso krasse Distinktionsmerkmale zu dem Hauptverantwortlichen der Malaise der letzten Jahrzehnte – CDU/CSU – und den Massenmigrationsliberalen der FDP gibt.

4. Daß die SPD, wie Daniel Fiß aufzeigen konnte, mit den Themen »Soziale Gerechtigkeit« und »Soziale Sicherheit« punkten konnte (von dem Scholz-Bonus gegenüber dem Laschet-Malus der Union zu schweigen), ist in Teilen nicht zu verhindern gewesen. Gleichwohl müssen sich viele AfD-Verantwortliche mit und ohne nunmehriges Mandat, ob in Teilen von Berlin, Hessen oder Hamburg, fragen lassen, weshalb die Zäsur vom Programmparteitag in Kalkar offenbar nicht bis in den eigenen Vor-Ort-Wahlkampf drang. Inhaltlicher Widerspruch? Unlust? Strategisches Kalkül? Fehlinterpretation der Stammwählerschaft?

Zur Erinnerung: Seit November 2020 verfügt die AfD über ein sozialpolitisches Grundgerüst, das mit absolutem Mehrheitsentscheid angenommen wurde.

Direkt in der Präambel des verabschiedeten Leitantrags der Bundesprogrammkommission heißt es:

Die AfD bekennt sich zum Sozialstaat, der sozialen Marktwirtschaft und zur Solidarität und gegenseitigen Hilfe innerhalb unseres Volkes. (...)

Die Politik der folgenden Jahrzehnte hat dieses Thema bewusst unterdrückt und sich damit  eines epochalen politischen Versagens schuldig gemacht, welches nunmehr dazu führt, dass in absehbarer Zeit die Funktionsfähigkeit großer Teile unseres Sozialstaates in Gefahr ist. (...)

Die AfD ist die einzige Partei im Bundestag, die für diese Situation keine politische Verantwortung trägt. (...)

Im Osten wurde überwiegend diese Argumentation »bespielt«, die AfD als einzige patriotische Alternative zum Kartell der Altparteien dargestellt, nicht als bürgerliches Korrektiv einiger weniger falscher Merkel-Weichenstellungen.

Das hätte man sich überall gewünscht: markiges Auftreten, ohne polternd zu werden, grundsätzliche Positionierungen, ohne ins Extreme zu driften, klare Kante gegen alle Konkurrenten, ohne vulgäre Ansätze zu pflegen. (Niemand denkt deshalb, die Voraussetzungen im Osten und Westen wären dieselben, niemand fordert, lokale und regionale Spezifika auszublenden usw.)

Es ist sicher kein Zufall, daß beispielsweise der mit zahlreichen Fachleuten bestückte, sozialpatriotisch ausgerichtete Landesverband in Thüringen in Zeiten, in denen ein Gros der Wähler seine Wahlentscheidung von Positionen zu sozialen Fragen beeinflussen läßt, zulegen konnte, weil er es verstand, die untrennbare Einheit aus Identität und Solidarität, die in der Ideenpolitik besteht, ins Realpolitische herunter zu brechen:

Einen Sozialstaat gibt es nur in festem Rahmen, Solidarität gibt es ganz praktisch gedacht nur konkret und ist damit »exklusiv«, offene Grenzen und Migration sind mit sozialer Programmatik nicht vereinbar, regionale Vertrauenszusammenhänge sind tragfähiger als kosmopolitische Illusionen usf.

Das kann Menschen, die an Migrationskritik interessiert sind, ebenso einleuchten wie jenen, denen es am Erhalt oder an einer umfassenden Reparaturarbeit an sozialstaatlichen Bausteinen gelegen ist.

Daraus folgt: Von Thüringen (und, sowieso, Sachsen) lernen, heißt siegen lernen.

5. Aus dem sächsisch-thüringischen Aufbruch mit Direktmandaten und Rekordergebnissen in Kommunen von weit über 40 Prozent, kann für den anstehenden AfD-Bundesparteitag im Dezember unter anderem die Quintessenz abgeleitet werden, daß die Parität hergestellt werden muß, daß also eine 2/3-Mehrheit nicht zuträglich für das konstruktive Zusammenspiel der verschiedenen inhaltlichen Strömungen sein kann, daß folglich auch die Mannschaften um Björn Höcke stärkeres Gewicht bekommen sollten, damit der Charakter einer vielgestaltigen Sammlungspartei aller politikfähigen Patrioten – und dies sollte der Anspruch der AfD an ihre Rolle sein – endlich wirkungsvoll eingehalten werden kann und sich die Konflikte zumindest fortan eingedämmt sähen, die das Ansehen beim Wähler so beschädigen.

Zweifellos könnte man debattieren, ob auch Höcke selbst als Integrations- und Leitfigur mit angehörter und respektierter Stimme in den neuen Bundesvorstand gewählt werden sollte. Denn wäre es nicht merkwürdig, wenn weiterhin parteiinterne Wahlverlierer aus Hamburg oder in ihrem Stammland isolierte Einzelpersonen über die Köpfe der eindeutigen Wahlsieger hinweg entscheiden? Wenn jene, die Wähler verprellen und keine neuen aktivieren können, nichts auf Ratschläge solcher Akteure geben, die verstehen, wie man in kommenden Krisenzeiten mobilisierenden und glaubwürdigen Wahlkampf fahren kann?

Daß Höcke und sein Umfeld auf Bundesebene »kaum vermittelbar« ist, erscheint zu oft als These zur Niederhaltung legitimer Repräsentation erfolgreicher Ostpolitiker. Es geht dabei nicht um einen kolossalen »Rechtsruck« oder gar einen Höcke als Bundessprecher, der täglich agitierend durch Hamburg-Rotherbaum und München-Bogenhausen tourt, sondern darum, daß man jene, die das durchaus kritisch (aber nicht katastrophal) zu bewertende Bundesergebnis der Gesamtpartei relativ retten konnten, entsprechend würdigt und in künftigen Personaltableaus berücksichtigt.

Die überdies so oft kolportierte Antwort, Bundesländer wie Hessen oder Bayern seien aber nunmal bedeutender als Thüringen oder Sachsen, weil sie mehr Einwohner zählen, hat unter bestimmten Gesichtspunkten ihre Richtigkeit. Doch für eine Alternative unter heutigen Verhältnissen, die von den Rändern in die Zentren, vom Land in die Stadt, von Hoffnungsräumen in die (scheinbar) verlorenen Gebiete vorzudringen hat, ist aber etwas anderes von zentraler Bedeutung.

Es ist das, worauf Cerstin Gammelin in ihrem Buch Die Unterschätzten (Rezension in Heft 104 der Sezession) hinweist:

Die Zahl der Wähler ist nicht allein entscheidend. Ausschlaggebend ist, ob von diesen Regionen Veränderungen ausgehen können, die das ganze Land beeinflussen.

6. Diese Veränderungen können vom mitteldeutschen Laboratorium Thüringen–Sachsen tatsächlich ausgehen. In Thüringen hat man bereits mehrfach gezeigt, daß man es als AfD versteht, die Altparteien zur Kenntlichkeit zu entstellen, die Causa Kemmerich war sicherlich der bekannteste Coup, der Merkel in Südafrika ereilte.

Und in Sachsen ist man ja bereits wiederholt stärkste Kraft geworden, hat man nunmehr – nach den Listenerfolgen – auch die Landkarte der Direktmandate blau gefärbt: 10 von 16 gewonnene Wahlkreise ist eine Ansage, die man nicht nur in der Landeshauptstadt Dresden selbst vernimmt, wo sich die CDU-Granden nun zerfleischen dürften, sondern auch in Berlin, Köln oder München.

Freilich wäre es falsch, so kann man die heutige Welt zitieren,

den gesamten Osten als eine einzige AfD-Hochburg zu beschreiben. Den Osten gibt es nicht. Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg sind klar SPD-dominiert. In Sachsen-Anhalt ist das Bild gemischt,

wobei hervorzuheben ist, daß selbst das schlechteste Ost-Ergebnis (18% in Mecklenburg-Vorpommern) das beste Westergebnis (10 Prozent im Saarland) um fast das Doppelte übertrifft.

Neben zahlreichen hausgemachten, also AfD-internen Gründen – starker persönlicher Einsatz der AfD-Aktiven, Zusammenarbeit mit dem Vorfeld, charismatische Persönlichkeiten, fähige Fach- und Sachpolitiker usf. – erwähnt der Welt-Artikel auch Faktoren, die die AfD-Arbeit begünstigen können:

Vielmehr scheint es im Süden Thüringens und weiten Teilen Sachsens in besonders großen Gruppen ideologische Muster zu geben, die der AfD entgegenkommen. Auffällig ist beispielsweise, dass dort die Aversionen gegen eine wissenschaftsbasierte Corona-Politik weitverbreitet sind - und die Impfquoten niedrig. Zwar lassen sich die Impfquoten der Land- und die Ergebnisse der Wahlkreise nicht durchweg übereinander legen.

Aber in Sachsen weist das Erzgebirge eine sehr niedrige Impfquote auf, und in beiden dortigen Wahlkreisen holte die AfD das Direktmandat. Umgekehrt errang im Vogtlandkreis, wo der Anteil doppelt Geimpfter mit 67,5 Prozent für Sachsen hoch ist, die CDU das Direktmandat.

Diese Themen haben in den genannten Regionen tatsächlich eine Rolle gespielt – anders als im großen weiten Rest der Republik, wo man mit fast 90 Prozent die Corona-Lockdown-Parteien wählte.

Aber im Vogtland hatte die AfD auch keine überaus bekannte Person als Direktkandidat. Aber selbst dort erzielte man nur weniger als ein Prozent Rückstand auf die Christdemokratin, und außerdem sitzt die CDU dort, im ländlichen Raum zwischen Plauen und Wernesgrün, immer noch fester im Sattel, etwas stärker noch als im ebenfalls vormals schwarzen Erzgebirge, das aber bereits seit der Landtagswahl in Sachsen via Direktkandidaten als auch über die Listenstimmen in der Farbe Blau glänzt.

7. Ohnehin: das Thema Direktmandate. Neben Thüringen und zwei Wahlkreisen in Sachsen-Anhalt konnte man in Sachsen zwei Drittel der Wahlkreise erobern. Besonders hervor stechen unter anderem Parteichef Tino Chrupalla, der das Gebiet Görlitz mit 35,8 Prozent der Erststimmen gewann. Der CDU-Mann folgt dahinter mit einem Abstand von fast zehn Prozent.

Auch das Erzgebirge ist, wie erwähnt, fest in blauer Hand: Thomas Dietz erreichte starke 31,7 Prozent der abgegebenen Stimmen (Erzgebirge I) und Mike Moncsek immer noch sehr beachtliche 28,9 (Erzgebirge II/Chemnitzer Umland).

Moncsek schlug dabei – mit über fünf Prozentpunkten Vorsprung – ausgerechnet den »Ostbeauftragten der Bundesregierung« Marco Wanderwitz, der, entgegen des Jubelsturms voreiliger Kommentatoren, natürlich dennoch dem neuen Bundestag angehören wird – Listenplatz 1 als sichere Bank. Gleichwohl wird es ungemütlich für Wanderwitz, in Sachsens CDU rumort es, als Landesgruppenchef im Bundestag ist er schon vor Konstituierung des Parlaments abgesetzt worden.

Unabhängig von diesen regionalen Leuchttürmen im Westen wie Osten Sachsens – man könnte auch die klassischen patriotischen Hochburgen Bautzen und die Sächsische Schweiz ins Boot holen – ist das Thema Direktmandate mitunter auch ein leidiges.

Ist es »gerecht«, daß im Dresdner Umland/Bautzen II lediglich 18,6 Prozent für ein Direktmandat (in diesem Fall: für die CDU, die 39 Stimmen mehr als Andreas Harlaß von der AfD hatte) ausreicht und man andernorts mit fast 30 Prozent kein Mandat erreicht, weil der Kontrahent 31 holt? Das ist es nicht, aber so funktioniert das bundesdeutsche System der Erst- bzw. Direktstimme, so funktioniert relatives Mehrheitswahlrecht auch andernorts.

Negativ schlugen – bundesweit – auch die Kandidaturen von einzelnen Splitterparteien rechts der Mitte und aus dem Querdenkerspektrum durch. Ist es bei der Zweit- bzw. Listenstimme noch ansatzweise rational erklärbar, daß man auf »seine« Partei zählt, damit diese beispielsweise noch über die 0,5 Prozent kommt und somit in den Genuß von staatlichen Fördermaßnahmen (wenngleich etwa eine konservative Stimmenabgabe für die vielerorts Unions-nahe Mogelpackung Freie Wähler absurd ist), so ist es bei der Erststimme schwer erklärlich:

Jeder weiß vor dem Wahlantritt, daß 0,0 bis 5 Prozent (oder selbst 10 Prozent) keineswegs ausreichend sein können, das Mandat zu erhalten, wohingegen der AfD, beispielsweise just in Dresden, diese wenigen Prozentpunkte dann fehlten.

Harlaß hätte ja immerhin das erste patriotische Großstadtdirektmandat überhaupt (!) für den Bundestag gewinnen können – er strebt aufgrund des maximal knappen Ergebnisses eine Neuauszählung in seinem Wahlkreis an. Es wäre nicht das erste Mal, daß dies von Erfolg gekrönt würde. In Sachsen-Anhalt etwa gelang es einst, der AfD so ein weiteres Mandat, wenngleich für den Landtag, zu verschaffen.

Ansonsten bleiben aber auch in Sachsen die Großstädte kein gutes Terrain für die AfD. In Chemnitz verlor Michael Klonovsky am Ende doch noch recht deutlich gegen den SPD-Platzhirsch Detlef Müller (21,9 zu 25,1), in Dresden gingen beide Mandate an die CDU, wobei neben dem bisherigen AfD-MdB Jens Maier auch Katja Kipping unterlag.

Doch während Kipping sicher über die Zusatzoption namens »Liste« via Zweitstimmenergebnis einziehen konnte, bedeuten die Vorrangstellung von Direktmandaten im deutschen Wahlrecht, daß Maier, eigentlich stark plaziert auf der Sachsenliste der AfD – ebenso wie manch anderes sächsisches und thüringisches Parteiaushängeschild – künftig nicht mehr dem Bundestag angehören wird.

Man könnte sagen, daß der erfolgreiche Gewinn von zehn Direktmandaten in Sachsen die durchaus gut besetzte sächsische Liste pulverisierte; sicherlich nicht in jedem Falle ein Grund zur Freude innerhalb und außerhalb der Partei.

8. Eine bittere Ironie der skizzierten sächsischen Sondersituation betrifft die dunkelrot-rot-grüne Hochburg Leipzig. Sören Pellmann holt dort (Leipzig II) mit 22,8 Prozent das Direktmandat und verwies die grüne Kandidatin auf Platz 2. In diesem Fall hätte sich ein Daumendrücken ausgerechnet für die Grünen angeboten: Denn nur durch Pellmanns Leipziger Sieg ist die Linkspartei überhaupt von 2021 bis 2025 im Bundestag.

Da sie als programmatisch entkernte Lifestyle-Linke (»grüner als die Grünen«, so Sahra Wagenknecht) bundesweit die Fünfprozenthürde verfehlte, benötigte sie drei Direktmandate, damit dennoch knapp 40 Bundestagsabgeordnete einer künftigen Linksfraktion angehören können. Zwei Mandate in Berlin und eben jenes eher knapp erreichte Mandat in Leipzig sind nun dafür verantwortlich, daß es weiterhin parlamentarische Alimentierungsstrukturen für die antifaschistische Szenerie der BRD geben wird.

Es sei denn, die Fraktion wird noch vor der Konstituierung des 20. Bundestages der Geschichte gesprengt; zumindest erste Indizien wie die neuerliche virtuelle Hetzjagd auf Wagenknecht und Umfeld zeugen vom Hader, der die Partei nach ihrem desolaten Ergebnis einmal mehr erfaßt hat – es gärt und brodelt, Ausgang ungewiß:

9. Jenseits von Thüringen und Sachsen, des blauen Hoffnungsgürtels des Landes, und jenseits des schwarzen Südens und Südwestens sowie schwarzer Gebiete in Nordrhein-Westfalen, muß man jedoch konstatieren, daß die Bundesrepublik überwiegend rot gestrichen wurde.

Olaf Scholz wirkte als Mogelpackung für viele Millionen Rentner und ehemalige Christdemokraten, aber auch viele vorherige AfD-Wähler, die ihm das ruhig-besonnene Auftreten abnahmen. Er profitierte freilich von der denkbar schlechten Performance von CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet und den dilettantischen Auftritten der grünen Spitzenfigur Annalena Baerbock.

Außerdem verstand es die SPD-Medienabteilung herausragend, im Volk eher unbeliebte Akteure wie Norbert Walter-Borjan und Saskia Esken aus der Vorwahl-Berichterstattung herauszuhalten – die Wähler der »Mitte« vergaßen zu schnell, wen man mit Scholz noch so »einkauft« und dürfen sich fortan über 50 (!) SPD-Bundestagsabgeordnete aus den Reihen der JUSOS um Kevin Kühnert freuen.

Zuletzt kam es Scholz überdies zupasse, daß der Cum-Ex-Skandal massenmedial kaum eine Rolle spielte. Erst heute nahmen die Geschehnisse um dubiose Geschäfte wieder Fahrt auf – freilich mit ausreichendem Zwei-Tage-Abstand zur Wahl.

10. Die Koalitionsbildung wird das Cum-Ex-Debakel nicht beeinträchtigen. FDP und Grüne stehen mehr oder weniger Gewehr bei Fuß, die Ampel-Koalition (unter Scholz) oder auch die Jamaika-Koalition (unter Laschet wohl kaum, aber unter Söder?) aus der Taufe zu heben.

Für die AfD scheint wohl vor allem die »Ampel« eine schlechte Perspektive zu bieten, bei der sie dann mit Linkspartei und CDU/CSU auf den Oppositionsbänken den drei Regierungsparteien gegenüber säße.

Wenn Friedrich Merz in dieser neuartigen Konstellation gegenüber der Allianz aus Sozialdemokraten, Grünen und Freidemokraten als ein lautstarker Oppositionsführer (unter weiteren Unions-Köpfen) die »neue« CDU/CSU anführen würde und dabei, mindestens punktuell, gegen Gender Mainstreaming, grünen Klimawahn und überzogenen Multikulturalismus vom Leder zöge, drohte die Gefahr, daß liberalkonservative AfD-Wähler sich neuerlich blenden ließen.

Die Union könnte dann ja immer wieder »konservative« Akzente gegen den liberalen Linksblock setzen, die Medien würden von einem leichten Rechtsruck der Nach-Merkel-Union sprechen, viele wollten es glauben, und am Ende litte die AfD darunter, daß die Union sich in der existentiellen Krise ihrer selbst auf vermeintliche Kurskorrekturen fern der linken Mitte, in der sie seit 16 Jahren verkehrt, einließe.

Man kann die drohende Ampel- (oder Jamaika-)Koalition mit Kanzler Scholz (oder Söder) an der Spitze und Habeck sowie Lindner im Schlepptau aber auch anders deuten. Das macht etwa René Aust. Der AfD-Landtagsabgeordnete aus Thüringen und Mastermind des alternativen Rentenkonzepts prognostiziert:

Man will es eigentlich meinen.


Benedikt Kaiser

Benedikt Kaiser ist Politikwissenschaftler und arbeitet als Verlagslektor.


Kommentare (50)

Niekisch

28. September 2021 19:15

"Die Union könnte dann ja immer wieder »konservative« Akzente gegen den liberalen Linksblock setzen, die Medien würden von einem leichten Rechtsruck der Nach-Merkel-Union sprechen, viele wollten es glauben, und am Ende litte die AfD darunter, daß die Union sich in der existentiellen Krise ihrer selbst auf vermeintliche Kurskorrekturen fern der linken Mitte, in der sie seit 16 Jahren verkehrt, einließe."

Ist es da nicht wahrscheinlicher, dass die Union bei solchen Versuchen als Oppositionspartei angesichts ihres jahrelangen Linksrutschs erst recht unglaubwürdig würde, zugleich auch in den Fokus der "cancel culture" und der Antifa geriete?

Nemo Obligatur

28. September 2021 20:09

Ich sehe das nicht so pessimistisch. 10% ist eine gute Ausgangsposition. Die Themen werden der AfD in den Schoß fallen.

Die Migration ist ja nicht zum Erliegen gekommen, man sieht sie nur grad nicht. Die kommende Bundesregierung wird zweitens den Wählern mit der Politik zur Rettung des Weltklimas einiges an Lasten aufbürden. Drittens reibt man sich in Brüssel ob des zu erwartenden Geldregens aus Berlin schon die Hände. Alles das wird die AfD aufgreifen können. Selbst eine CDU ohne Merkel und mit Merz wird in dieser Hinsicht keine glaubwürdige Konkurrenz sein. Einigkeit ist daher bei der AfD Pflicht. Weidel und Chrupalla haben das besser erkannt als Meuthen. Im Westen kann man aber mit Höcke-Rhetorik nicht punkten (im Osten dafür schon). Meuthens größtes Manko ist, dass er sich in Brüssel versteckt hält. Der Vorsitzende einer patriotischen Partei gehört selbstredend in den Bundestag. Chrupalla hat überhaupt ziemlich viel richtig gemacht, ich denke, er kommt bei den potentiellen Wählern auch im Westen ganz gut an. Bei den nächsten Wahlen könnte es dann wieder Stimmengewinne geben.

tearjerker

28. September 2021 20:53

Aust sollte wissen, dass die Bundespolitik immer von Bestverdienenden betrieben wird, egal, welche Partei das Land führt. Die 10012 Euro Basis-Diät (ohne Amtsausstattung und Kostenpauschale) gehen ja an jeden der 700+ Abgeordneten, nicht wahr? Damit liegt man wohl innerhalb der top 2% Einkommensbezieher. So gesehen wird auch sofort klar, welcher Kurs nötig ist: wie Niekisch am Besten gleich die Sozis wählen, die mehr Erfahrung im Spagat zwischen kleinlichem Sozialneid und hohen Ansprüchen an die eigene Versorgung durch die öffentliche Hand haben. Dieses Spiel wird meisterhaft betrieben, indem man die Abgeordneten-Bezüge gleich ganz offiziell als Entschädigung etikettiert und zusätzlich mit der Asyl-, Klima- und Corona-Industrie Mittel in beispielloser Höhe unter Kontrolle bringt. Was die Alternative angeht: ‚Bitte gehen Sie weiter, es gibt hier nichts zu sehen.‘

tearjerker

28. September 2021 21:02

Kaum gepostet, schon legt die SPD nach: Durchsuchung bei Kahrs wegen CumEx. Let‘s make lots of money!

Gelddrucker

28. September 2021 21:10

Hauptaufgaben in der kommenden Zeit:

1. Seriöse Quellen zur hochgerechneten Demographie Europas 2050. Es ist zum absoluten Verzweifeln, dass eine visuelle Darstellung des HAUPTPROBLEMS nach zig Jahren patriotischem Widerstand noch nicht existiert

2. Sozialpatriotischen Profil schärfen

3. Defätismus bekämpfen und Auswanderer vom Auswandern abhalten. Dazu gehört auch, dass Westdeutsche nicht in den Osten ziehen, um den leichten Weg zu wählen.

 

Ordo

28. September 2021 21:44

@Niekisch

Da überschätzen Sie aber das Langzeitgedächtnis des durchschnittlichen Wählers.

In einer Jamaika-Koalition würden selbstverständlich die Grünen komplett dominieren. Habeck als Finanzminister, herrlich. Wie könnte die SPD da noch glaubhaft Opposition betreiben, wenn ihr eigenes Programm von der Regierung übererfüllt würde. Dann könnte selbst eine geschrumpfte AFD noch gute Akzente setzen. Mit einer opponierenden Union, die mit Merz und Söder etwas Konservatismus simuliert, würde das schon schwieriger. 

Andreas Walter

28. September 2021 22:21

Es muss noch viel passieren, (wieder) gerade gerückt werden, in Deutschland, auch bei der AfD (und sogar bei der CSU!), damit so etwas nie wieder vorkommt:

https://www.rtl.de/cms/altoetting-toechter-dachten-er-schlaeft-trauer-um-marco-r-ein-vaterherz-hat-aufgehoert-zu-schlagen-4839388.html

Nee, über die Mutter habe ich bisher nichts gefunden. In keinem der Berichte.

Für mich sind es aber solche Nachrichten die mir zeigen, was hier alles falsch läuft, im “besten“ "Deutschland" aller Zeiten. Dabei ist Halsbach (rund 1.000 Einwohner) nichtmal eine Großstadt und liegt sogar im katholischen Bayern. Desolat.

RMH

29. September 2021 06:49

"von dem Scholz-Bonus gegenüber dem Laschet-Malus der Union zu schweigen."

1.
Der Punkt der Person und das sich geschlossen hinter diesem Spitzenkandidaten versammeln ist ein ganz wesentlicher, der nicht mit Inhaltsdebatten verschüttet werden kann. Wir erleben seit einigen Wahlen, dass diejenige Partei, die eine Persönlichkeit hat, die in irgendeiner Form Seriosität, Vertrauenswürdigkeit und vor allem, der Charme des Ankers im Chaos ausstrahlt, die meisten Stimmen holt. Und das fast komplett entfernt von Inhalten oder Parteien. Siehe die Wahlen von Haseloff, Schwesig oder Dreyer. Die SPD hat diesen Umstand erkannt und mit der Kampagne für Scholz entsprechend geschlossen umgesetzt.

RMH

29. September 2021 06:51

2.
Die SPD ist nun wahrlich kein geschlossener Haufen, auch wenn es den Linken in der Nach-Schröder-Zeit gelungen war, den Wirtschaftsflügel niederzuknüppeln. Scholz wurde in der Kampagne als Anker in die Mitte gestellt und selbst die Enteignungs-Kläffer alá Kühnert hielten einfach mal die Klappe. Laschet war von Anfang an ein Kandidat, der von Teilen der Partei nicht gewollt war und hatte den großen Schulmeister aus Bayern über allen Aktionen schweben. Dass die Union nur 1,6 % hinter Scholz damit gelandet ist, zeigt, dass im konservativ-bürgerlichen Lager zumindest ansatzweise auch eine Stück weit Abstraktionsvermögen und Sorge vor dem Linksschwenk vorhanden ist. Die FDP hat sich hinter Linder eingereiht und gepunktet, die Grünen hingegen ihr Potential durch den nicht komplett befriedeten Gegensatz Baerbock/Habeck nicht voll ausgeschöpft.

AfD wählen hingegen nach wie vor zu wenige wegen den Inhalten und den "überzeugenden" Personen, sondern eher, wenn man die Faxen dick hat und dem System den größtmöglichen Mittelfinger entgegenhalten will. Alle Inhaltsdiskussionen sind vor diesen Hintergründen klar überbewertet.

Laurenz

29. September 2021 07:07

Man fragt sich schon, wieso Meuthen überhaupt noch den Mund aufmacht, hat er doch klar den miesen bundesweiten Kuscheltrend zu verantworten. Wäre die AfD in ihren Hochburgen nicht so erfolgreich gewesen, wäre man klar einstellig geworden. Dieses Wahlergebnis sollten sich endlich mal alle libertären Weichspüler hinter die Ohren schreiben. Ihnen fehlt der Macht-Instinkt. Sie sollten jenen, die wissen, wie es geht, das Feld überlassen & lernen zu gehorchen.

Auch fragt man sich, warum die ewigen Träumer der Wiedergeburt einer Bonner Schuldkult-Republik bei den alternativ konservativen Medien im Deppen-Status verbleiben? Nicht, daß sie nicht schreiben können, aber wer glaubt, die AfD müsse sich zu einer Kohl-CDU etablieren, hat einfach vergessen seine Tabletten zu nehmen.

Franz Bettinger

29. September 2021 08:33

Die Rechten, CDUCSU und FDP, sitzen in dem, was ich seit langem die "Lafontaine-Falle" nenne. Sie könnten regieren, hätten sie nicht unnötiger Weise eine bestimmte Partei zum Paria erklärt und deshalb eine Koalition mit ihr ausgeschlossen. 1998 und 2005 schloss man die Linke kategorisch aus. Dabei gab es rote Mehrheiten (SPD, Grüne + Linke) - aber eben nur, wenn man Die Linke hinzugenommen hätte. Die Medien - wieder einmal die Medien! - erklärten dies zum Tabu, wie sie heute die AfD tabuisieren. Wie leicht könnte's Laschet haben, wenn … aber er glaubt, in der Falle zu sitzen.

RMH

29. September 2021 08:37

Fortsetzung: Die These von der Persönlichkeit, die Wahlen über Lager hinweg auch entscheiden kann, wird auch und gerade im als AfD-Musterland dargestellten Thüringen bestätigt. Bodo Ramelow holte - obwohl gebürtiger Wessi - bekanntermaßen die meisten Stimmen für eine Linke, die ohne ihn als Spitzenkandidat Nichts gerissen hätte.

Vor dem Showdown Ramelow versus Höcke drückt man sich zu Bewahrung der Landtagsmandatspfründe (insbesondere die Union hat Angst, dabei zerrieben zu werden). Aber lassen wir es für eine kurzen Augenblick einmal als Gedankenspiel zu: Es würde, wie eigentlich vorgesehen, in Thüringen bald gewählt. Dass die AfD in Thüringen dann geschlossen hinter Höcke stehen würde, steht außer Frage (ich bin mir aber sicher, dass es Oberlehrerworte aus anderen AfD -Verbänden geben wird), aber wer würde wohl gewinnen?

Mit an Sicherheit grenzenden Wahrscheinlichkeit wieder Ramelow, auch wenn er dann Schwierigkeiten hätte, eine Koalition zu bilden. Aber am Fakt, meiste Stimmen für Ramelow ändert das nichts. Insofern weiß es auch ein B. Höcke zu schätzen, dass es aktuell noch nicht zum "Showdown" der Wahl kommt.

Apostat

29. September 2021 10:20

Die Wahl hat bewiesen, dass sich die AfD auf eine solide Stammwählerschaft verlassen kann. Peinlich Meuthens Auftritt in der Bundespressekonferenz. Wollte dieser Spalter damit seinen Rückzug, besser Parteiaustritt, vorbereiten ? Sehr gut. Uwe Junge ist schon gegangen.

 

Franz Bettinger

29. September 2021 10:40

Ich weiß, dass das Thema auf SiN unbeliebt ist, aber ich kann nicht anders: Die Wahlergebnisse in Sachsen-Anhalt sind bemerkenswert. Im Juni noch holte die SPD dort nur 8,4 % und die CDU 37 %. Nun steht die SPD auf 25%. Wenn man nicht wie ich eine Wahlfälschung annehmen will, was soll diesen enormen !! Umschwung im Wähler denn bewirkt haben?

Danish antwortet ungefähr so: "Sag bloß nichts von Wahlfälschung, da bist du gleich als Verschwörungstheoretiker im Eimer, weil Wahl-Fälschung gibt es nur Weißrussland oder Russland. Nein, die Wähler wollen nicht irgendwo hin, egal wo, nur um ihre Stimme abzugeben: Sie flüchten normalerweise zu den Nichtwählern, wenn sie z.B. als Grüne mit Bärbock nicht einverstanden sind. 80% Wahlbeteiligung? Dass ich nicht lache.

Gelddrucker

29. September 2021 11:05

Ich möchte hier, wenn es erlaubt ist, auf den Kommentar von "eike" aus dem vorigen Beitrag antworten, da ich es für wichtig halte und dieser Artikel thematisch verwandt ist.

 

Sie vergessen, dass Wahlen Momentaufnahmen sind.

Aktuell sind es 80 bis 90%, die, einige zumindest mit Ach und Krach, die aktuellen Zustände akzeptieren.

Das heisst aber lange nicht, dass sie das Endresultat der Politik, die aktuell durchgeführt wird, akzeptieren werden oder dies gutheißen.

Mehrere Quellen/Umfragen belegen, dass eine massive Mehrheit dies eben nicht tut/tun wird.

Wer 2030 oder 2035 auswandert falls sich nichts ändert, kann das tun bzw. es ist legitim, sich einen Plan B zuzulegen.

Wer allerdings jetzt oder im nächsten Jahrzehnt, wenn es drauf ankommt abhaut, ist nichts weiter als ein Feigling.

Ich verstehe auch nicht, wie man dann Menschen aus Eritrea o. Ä. vorwerfen kann, nach Europa zu kommen.

 

MARCEL

29. September 2021 11:06

Alternative nicht Korrektiv

Das bringt es auf den Punkt, danke Benedikt Kaiser.

In weiten Teilen ist hierzu ein Wandel (eher eine Erschütterung) in der Einstellung nötig - zukünftig beflügelt durch die nur verlangsamte Katastrophe im Falle Jamaikas oder der Ampel.

Valjean72

29. September 2021 11:13

Eine wie gewohnt exzellente Analyse von Benedikt Kaiser. Der mMn entscheidende Passus ist folgender:

Das hätte man sich überall gewünscht: markiges Auftreten, ohne polternd zu werden, grundsätzliche Positionierungen, ohne ins Extreme zu driften, klare Kante gegen alle Konkurrenten, ohne vulgäre Ansätze zu pflegen.

Das ist es, was von einer wirklichen politischen Alternative innerhalb des festgefahren (gleichlaufenden) politischen Systems zu erwarten sein sollte.

Das polit-mediale Establishment wird ohnehin jede politische Position, die der vorherrschenden "globalistischen" Agenda widerspricht auf das schärfste attackieren.

Weshalb also diese Anbiederung, diese Selbstzähmung, die ja schon wie eine voraus eilende Selbstkastrierung rüber kommt der "AFD-Granden"?

Es handelt sich um eine Auseinandersetzung existenziellen Ausmaßes für unser Volk, für unsere Nation.

mE ist die AFD durchsetzt von gezielt platzierten U-Booten.

tearjerker

29. September 2021 11:51

@Bettinger: Das zeigt wie austauschbar inhaltlich Union und SPD sind. Man darf auch davon ausgehen, dass die Union auf Bundesebene immer noch einen Ostbonus und einen Frauenbonus durch Merkel hatte, der mit ihrem Abgang verschwindet.

anatol broder

29. September 2021 11:56

@ andreas walter 22:21

das erinnert mich daran, dass bei der analyse der wählerwanderung der tod vergessen wurde. laut infratest dimap sind seit der vorherigen bundestagswahl so viele wähler verstorben:

union 1 100 000;

spd 690 000;

afd 320 000;

fdp 290 000;

linke 250 000;

grüne 160 000;

andere 60 000;

nichtwähler 880 000.

Roman2

29. September 2021 12:11

Eine Top-Analyse von Ihnen, Herr Kaiser. Wie fast immer. In einem Punkt muß ich Ihnen aber deutlich widersprechen. Sie schreiben von respektablen 9,2 Prozent der AfD in Rheinland-Pfalz und dem besten West-Ergebnis der AfD. Die besten West-Ergebnisse der AfD haben das Saarland (10,0 Prozent) und Baden-Württemberg (9,6 Prozent). Dazu mal ein paar Wahlkreis-Ergebnisse (Zweitstimme) der AfD in Rheinland-Pfalz: Wahlkreis Mainz (AfD-Spitzenkandidat Münzenmaier): 5,4 Prozent. Wahlkreis Trier: 5,7 Prozent. Wahlkreis Koblenz: 7,1 Prozent. Die AfD Rheinland-Pfalz hat ein massives Problem mit ihrer Spitze. Weder Münzenmaier und schon gar nicht Frisch oder Bollinger werden die Landespartei in eine gute Zukunft führen.

Niekisch

29. September 2021 12:21

"Da überschätzen Sie aber das Langzeitgedächtnis des durchschnittlichen Wählers."

@ Ordo 28.9. 21:44: Bei Schätzungen kann das immer passieren. "Was wäre, wenn" hält uns vielleicht von dem weit wichtigeren Problem ab, dass bisher  a l l e  "rechten" Parteien, Gruppen und Bewegungen den metapolitischen Kampf vor Ort und bei passenden Gelegenheiten erst gar nicht in Angriff genommen haben bzw. über längere Zeiträume durchgehalten haben. 

Mitleser

29. September 2021 12:24

@RMH

"AfD wählen hingegen nach wie vor zu wenige wegen den Inhalten und den "überzeugenden" Personen, sondern eher, wenn man die Faxen dick hat und dem System den größtmöglichen Mittelfinger entgegenhalten will. Alle Inhaltsdiskussionen sind vor diesen Hintergründen klar überbewertet."

Im Sezession-Beitrag vom Feldzug Blog wurde darauf verwiesen, dass das so nicht stimmt.

"Die Konsolidierung zeigt sich am stärksten in einem direkten Motivvergleich zwischen Protest- und Überzeugungswählern. Während 2017 noch 61% der AfD-Wähler angaben, ihre Wahl erfolge aus Protest, so lässt sich 2021 ein fast ausgeglichenes Verhältnis feststellen."https://sezession.de/64777/faktenlage-3-stabilisierte-protestwahl

 

Laurenz

29. September 2021 12:30

@Valjean72

"ohne polternd zu werden"

Finde den Passus von BK auch gut.

Aber mal Hand auf's Herz, gegen die AfD wird permanent gepoltert. Und schadet das irgendwem? Natürlich unser Wanderwitz der CDU, vom Reichshauptamt Ost, hatte die Wähler beleidigt. Das wiederum kommt, vor allem in den Neuen Ländern, gar nicht gut an. Gegen Mitbewerber zu poltern erachte ich als hilfreich. Debatten müssen krachen. Wieso sollte man Scholz keinen Steuerbetrüger oder Genossen der Steuerhinterziehungs-Banken nennen? Wieso bestätigt man nur die Realsatire deutscher Politik? Der politische Gegner muß als Volksfeind Nummer 1 klar definiert werden. Der Ekel vor diesem Pack muß für den Bürger greifbar werden. Und wie BK schreibt, "auch für den linken Bürger".

 

@Anatol Broder @Andreas Walter

"Gestorbene Wählerschicht"

Das ist eher günstig für die AfD.

Die vielen bescheuerten Nachkriegs-Rentner wählen eher Alt-Partei.

Mitleser2

29. September 2021 12:47

Mal was nicht zu dieser Wahl: Es steht doch im Dezember(?) eine Neuwahl des AfD Vorstands an. Soweit mir bekannt stellen die westdeutschen Landesverbände die Mehrheit der Mitglieder und damit auch der Parteitagsdelegierten.

Was wird da passieren? Ist mit einem Rückzug oder einer Abwahl von Meuthen zu rechnen? Nach welchen Regeln kann für den Vorstand kandidiert werden?

anatol broder

29. September 2021 13:21

fiss baut seine analyse der wählerwanderung auf zusammengefassten zahlen auf.

wenn er beispielweise schreibt, «190 000 wähler verlor die afd an die fdp», dann sind darin bereits 170 000 ehemalige fdp-wähler mit 380 000 ehemaligen afd-wählern verrechnet*. jede gruppe hat jeweils andere motive, so dass fiss eine berechtigung zu seiner vorgehensweise schuldig bleibt.

die problematik zeigt sich im folgenden satz deutlich: «die wenigsten stimmen (je 60 000) verlor die afd an die grünen und die cdu.» denn tatsächlich wählten ganze 490 000 ehemalige afd-wähler die cdu, und nur 80 000 – die grünen*.

ob fissens analyse in ihrer gesamtheit verzerrt ist, kann ich nicht beurteilen.

* infratest dimap, 2021-09-27.

RMH

29. September 2021 15:03

" Die Medien - wieder einmal die Medien! - erklärten dies zum Tabu, wie sie heute die AfD tabuisieren. Wie leicht könnte's Laschet haben, wenn … aber er glaubt, in der Falle zu sitzen."

@F.B.,

damit es dabei bleibt und nur ja niemand auch nur auf die Idee der Option bürgerliche Koalition kommt, werden die Dreckschleudern schon angeworfen:

https://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/bundestagswahl/id_90884964/entlassen-suspendiert-beobachtet-so-radikal-ist-die-neue-afd-fraktion-.html

@Mitleser2

das "ausgeglichene" Verhältnis widerlegt nicht meine These, dass es bei der AfD nach wie vor bei vielen Wählern nicht so sehr um Inhalte und Personen geht. Es müsste eine Minderheit sein, der es nur um Protest geht, damit ihre Vermutung stimmt.

URN

29. September 2021 15:38

Da belastbare "Daten" über angebliche Wählerwanderungen nicht vorliegen können​​​, ist jedes Schwadronieren darüber - mit Verlaub - grober Unfug und nichts als Scharlatanerie. Oder gibt es etwa wirklich mehr als eine Handvoll Vollidioten, die auf die Frage, "welche Partei haben Sie soeben gewählt und welche war es vor vier Jahren", überhaupt verwertbar  antworten? Von mir gäbe es bestenfalls die Antwort, "das geht Sie einen Scheißdreck an". 

Mboko Lumumbe

29. September 2021 15:58

Björn Höcke hat heute ein Statement abgegeben mit Bezug auf AfD-relevante Besonderheiten zur BTW. Er hat darin wesentliche Punkte benannt und Wege aufgezeigt für die Partei, die Fraktionen, das Führungspersonal und den Vorstand.

https://www.facebook.com/Bjoern.Hoecke.AfD/posts/3040450329529566

Valjean72

29. September 2021 19:25

@Mboko Lumumbe:

Vielen Dank für die Verlinkung zur Einschätzung Björn Höckes zum Abschneiden der AFD bei der Bundestagswahl.

Es wird spannend zu verfolgen sein, wie es mit der AFD weitergeht. Höcke kommt aus der regionalen Deckung hervor. Richtig so.

RMH

29. September 2021 20:01

"Höcke kommt aus der regionalen Deckung hervor. Richtig so."

Sehe ich auch so - das ewige Gelabere vom angeblichen "Faschisten" kann nur durch ein entschiedenes "jetzt erst recht" gekontert werden.

Fokus sollte aber Thüringen bleiben, damit er sich nicht verzettelt. In Thüringen kann in absehbarer Zeit es zu entscheidenden Weggabelungen kommen und dann wäre es nicht gut, wenn Höcke sich gerade irgendwo in Berlin oder sonst wo in der Republik abarbeitet.

anatol broder

29. September 2021 21:29

@ urn 15:38

hier spricht die politikpolterpolizei. bei über fünf kraftausdrücken sind ausrufezeichen vorgeschrieben. das ist die erste warnung.

Nordlicht

29. September 2021 22:41

Die AfD hat ihre Chance als grösste Oppositionspartei verspielt.

Es wurden zwar einige gute Reden gehalten, aber weder das Thema "Zuwanderung" wurde konsequent gepusht noch gegen den Corona-Betrug von UN, Big Pharma und dem totalitärer gewordenen börokratischen Sozialismus gekämpft. Die AfD hat weder die Identitären unterstützt noch sich hinter den rational argumentierenden Teil der "Querdenker" gestellt.

Und das Klima-Thema: Haben die denn überhaupt keine guten Berater, die gegen die Hysteriker sachlich und überzeugend argumentieren können?

Letztlich warten mE viele Nicht-Wähler darauf, dass Höcke die Bundes-Arena betritt. Frau Weigel in allen Ehren, aber die Kern-Wählerschaft der Rechten spricht sie nicht an.

Was auch stimmt: Das Kandidaten-Nivau in den West-Bundesländern ist mehrheitlich niedrig; manche Junge, die nicht reden können, Ältere, die beruflich dubiose Biografien haben etc. Es fehlt - natürlich - an serösen Persönlichkeiten, die aus Kommunalpolitik kommen und in ihren beruflichen Kreisen (- Gewerkschaft, Verwaltung, Kleinunternehmer/Handwerkerschaft etc) gut vernetzt sind.

Ich bin mit 73 zu alt und nicht gesund, ich würde den Stress nicht durchhalten. (Dass Gauland es in seinem Alter noch gemacht hat und wie er imemr noch kämpft: Bewundernswert.)

Brettenbacher

29. September 2021 23:31

Valjean72

29. September 2021 19:25

@Mboko Lumumbe:

Vielen Dank für die Verlinkung zur Einschätzung Björn Höckes zum Abschneiden der AFD bei der Bundestagswahl.

Ja, unbedingt weitergeben !

Gelddrucker

30. September 2021 09:02

Eine Granate, dieser Höcke. Besser kann man es nicht formulieren.

"Wir sind nicht radikal"

Stimmt. Extremisten sind die, die Europa zerstören wollen, nicht die Retter.

Laurenz

30. September 2021 09:18

Über Berlin müßte eigentlich ein Ausnahmezustand verhängt werden & von der Bundesregierung die Reste der Bundeswehr entsendet werden. Hier besteht wohl mehr Bedarf an Soldaten als in Afghanistan.

https://www.spiegel.de/politik/deutschland/berlin-charlottenburg-wilmersdorf-veroeffentlichte-schaetzungen-statt-wahlergebnisse-a-6cc7649e-d25d-446d-94bf-69e6b5733963

Gotlandfahrer

30. September 2021 09:32

Nicht direkt zur BT Wahl, sondern zu einer anderen, jedoch noch bedeutsameren:

https://www.thetimes.co.uk/article/so-trump-was-right-the-election-was-rigged-and-our-next-one-will-be-too-n0x3lv7fv

Da dies kein Käseblatt schreibt darf man es - knack, knack, knack - als ersten Riss der in buntesten Farben illuminierten... Betonfassade der Großerzählung verstehen.  Darauf einen Dujardin!

Der hinter Bezahlschranke vollständig einsehbare Artikel ist mobil auch komplett kostenlos zu lesen.

Laurenz

30. September 2021 10:51

@Franz Bettinger

Das übliche Maß der Dinge....

https://www.bz-berlin.de/berlin/b-z-findet-die-berlin-wahl-stimmzettel-im-muell

Laurenz

30. September 2021 11:11

Höcke zur Bundestagswahl

http://www.pi-news.net/2021/09/bjoern-hoecke-es-gibt-keine-gemaessigte-alternative-zur-alternative/

Mitleser2

30. September 2021 12:17

@Nordlicht: "Und das Klima-Thema: Haben die denn überhaupt keine guten Berater, die gegen die Hysteriker sachlich und überzeugend argumentieren können?"

Das Parteiprogramm der AfD ist doch eindeutig: "Den Klimaschutzplan 2050 der Bundesregierung und Dekarbonisierungsmaßnahmen lehnt die AfD ab"

Das Programm ist gut, ob es genügend und offensiv kommuniziert wurde, sei dahingestellt.

Andreas Walter

30. September 2021 13:05

@anatol broder

Ganz klar ein wichtiger Aspekt, an den ich in letzter Zeit auch nicht mehr gedacht habe.

Habe die Zahlen der ARD mal verrechnet:

Union -1.100.000 + 210.000 = -890.000

SPD -690.000 + 310.000 = -380.000

AfD -320.000 + 110.000 = -210.000

Linke -250.000 + 150.000 = -100.000

——————————————————

FDP -290.000 + 400.000 = +110.000

Grüne -160.000 + 460.000 = +300.000

Andere -60.000 + 250.000 = +190.000

Nichtwähler -880.000 + 960.000 = +80.000

Nordlicht

30. September 2021 13:45

@Mitleser2

Zitat: "Den Klimaschutzplan 2050 der Bundesregierung und Dekarbonisierungsmaßnahmen lehnt die AfD ab"

Es reicht nicht, eine Politik abzulehnen, man muss verständliche Begründungen und vor allem bessere Lösungen bieten. Es wäre einfach zu erklären, warum das Paris-Abkommen ungerecht ist, China alle Freiheiten lässt, und dass man mit erheblich weniger Staatsgeld a. effizienter Emissionen senken sowie b. unser Land auf die veränderte Klimabedingungen vorbereiten kann.

So bleibt es dabei, dass die AfD nur als Protestpartei gewählt wird, mit der Erwartung. Man kann sich nicht vorstellen, dass dieses zerstrittene Personal eine bessere Bundesregierung bilden kann. Das Programm ist nicht schlecht, aber die meisten Wähler entscheien nicht nach Programm, sondern nach Personen. (Sonst hätte nach den Wahl-o-Mat-Empfehlungen die AfD >50 Prozent bekommen müssen.)

Laurenz

30. September 2021 15:58

@Nordlicht @Mitleser2

Wie Herr Höcke in Seinem Beitrag gesagt/geschrieben hat, geht es nicht zum Wahl-Sieg ohne größeres Medium, wie zB FOX für Trump. Auch alle anderen Voraussetzungen, wie zB professionelle Geschlossenheit & strategische Ausrichtung, aktuell dargestellt durch die SPD, werden von Höcke klar benannt. 

Der Frage nach dem Klima-Gott & seiner Religion ist, wie schon erwähnt & gelöscht, schwierig zu beantworten. Denn hier liegt eine nicht klein zu kriegende germanophile Anmaßung, ja Größenwahn, eine große Rolle, am Deutschen Wesen soll die Welt genesen.

Wir sind absolute Profiteure des weltweiten Klimawandels, es läuft gerade mal bombig für uns & jetzt soll der Nutzen zu unseren Ungunsten begrenzt werden, um den imaginären Rest der Welt zu retten. Wie wollen Sie schwierige massen-therapeutische Arbeit in verständliche Partei-Politik um-artikulieren? Ich bitte Sie um Vorschläge.

Allerdings interessiert das Thema die SPD-Wähler wenig. Scholz trägt es nur als Feigenblatt vor sich her.

Nordlicht

30. September 2021 19:55

"Wir sind absolute Profiteure des weltweiten Klimawandels, es läuft gerade mal bombig für uns ..."

Skurril. Was heisst hier "für uns"? Dass die Wohnebenkosten unbezahlbar werden und die Indsutriearbeitsplätze wegbrechen, ist "bombig"?

Das ist wohl die Perspektive eines Börsianers. Der verdient.

Laurenz

30. September 2021 20:56

@Nordlicht

"Das ist wohl die Perspektive eines Börsianers. Der verdient."

Das war ich mal, ist aber schon eine Zeit lang her & es liegt hinter mir.

Sie haben mich mißverstanden.

Sie meinen politisches Versagen, für das der Bürger an der Wahlurne verantwortlich ist. Jedes Volk bekommt die Regierung, die es verdient.

Ich meinte aber konkret den Klimawandel. Es wird zum Glück wärmer. Das bedeutet 3 Ernten im Jahr, statt einer. Wir brauchen weniger dicke Klamotten kaufen, weniger heizen. Das Wetter war der Grund, warum hunderte Generationen 2. & 3. Geborener nach Italien & ähnliche Gefilde zogen, um sich dort, auch mit Waffengewalt, anzusiedeln. Selbst bis in die 90er etablierte sich ein Teil der wohlhabenden SPD-Schickeria als "Toskana-Fraktion", warum wohl? Genau, weil dort das Klima angenehmer & wärmer ist.

Aber hier opfert man sich jetzt für das Weltklima, eine proklamierte Selbstgeißelung ohne tatsächlichen Vollzug, eine Schimäre, eine Einbildung oder Wahnvorstellung von Kinder-Opfern, ähnlich dem Kinder-Kreuzzug.

Damals endeten die Kinder in der Sklaverei.

Cugel

30. September 2021 23:56

@Laurenz
"Ich meinte aber konkret den Klimawandel. Es wird zum Glück wärmer. Das bedeutet 3 Ernten im Jahr, statt einer. Wir brauchen weniger dicke Klamotten kaufen, weniger heizen."

Freuen Sie sich mal nicht zu früh. Es sieht eher nach einer Abkühlung aus, denn die Sonne ist in eine extreme Schwächephase eingetreten, die drittschwächste seit Aufzeichnungsbeginn im 18. Jahrhundert. Die nächsten beiden Dekaden werden daher wohl auch klimatisch eher ungemütlich. Ich gebe mal den inversen Mojib: 3 Ernten wie in südlichen Gefilden wird es in uneren Breiten nicht geben.

Die AfD hätte auch bei offensiverer Kampagne mit dem Klimathema keinen größeren Erfolg gehabt, vor allem nicht bei Jungwählern im Westen. Die Propaganda hat es geschafft, das Ding als wissenschaftlich-göttliche Wahrheit fest in den Birnen zu verankern, dagegen ist nicht anzukommen. Nicht nur die FFF-Pimpfe zeigen Ihnen den Vogel, wenn Sie ihnen sagen, daß der Weltuntergang auch ohne ökonomischen Selbstmord ausfällt. Der westlich asozialisierte Buntenbürger ist politisch unmündig. "Die Leute wollen belogen werden." (GK)

Cugel

1. Oktober 2021 00:10

@Nordlicht
"Es reicht nicht, eine Politik abzulehnen, man muss verständliche Begründungen und vor allem bessere Lösungen bieten. Es wäre einfach zu erklären, warum das Paris-Abkommen ungerecht ist, China alle Freiheiten lässt, und dass man mit erheblich weniger Staatsgeld a. effizienter Emissionen senken sowie b. unser Land auf die veränderte Klimabedingungen vorbereiten kann."

Es ist ja nicht so, daß Paris/China von der AfD nicht thematisiert worden ist. Die Partei hat das klar benannt, wie auch die Kernenergie als einzig sinnvolle Quelle elektrischer Energie. Die Leute wollen's einfach nicht hören. Wer selbst nach 2015 und nun im bitterbösen Covid-Klamauk immer noch nicht schnallt, was Masse ist, wird es nie mehr raffen. Selbst ein Blackout würde daran vermutlich nichts ändern, weil die Propaganda den Schwarzen Peter nach Gusto zuzuweisen vermag. Beispiel: Die Kohlelobby ist schuld, weil sie aus reiner Profitgier mit ihrem Mörderstrom die Netze verstopft und den Ausbau der rettenden Ökoenergie entscheidend verzögert hat. Die Leute wollen's nicht anders.

Laurenz

1. Oktober 2021 10:32

@Cugel @L.

In meinem Wohnort am Fuße des Hochtaunus war es letzten Wintertatsächlich winterlich. Aber die Prognosen hin oder her, wie wirft man das in die Debatte? Haben Sie Beziehungen zu einem us amerikanischen Medienkonzern?

anatol broder

1. Oktober 2021 12:58

@ andreas walter 13:05

danke für die verdeutlichung des nachwuchsproblems durch die verrechnung der verstorbenen mit den neuwählern. ich würde einen quotienten bilden:

nachwuchsquote = neu / tot.

wahrscheinlich haben politologen einen begriff dafür.

Laurenz

2. Oktober 2021 19:42

@BK

Nicht nur ich bin dieser Meinung, auch Herr Kraus von Tichys. Zur Ihrer Info

https://www.tichyseinblick.de/meinungen/merkel-lange-halbwertszeit/

Laurenz

4. Oktober 2021 10:36

Hier der Achgut-Artikel zur Kommunalwahl in Graz mit dem Sieg der KPÖ über die ÖVP. Man sieht, wie wenig gut Ideologen in der Bevölkerung ankommen & diejenigen Erfolg haben, die nicht nur Minderheiten als Lobby vertreten. 

Der Artikel von Tiedje ist quasi selbstredend.

https://www.achgut.com/artikel/macht_es_wie_die_kpoe

Mögen die Libertären in Frieden ruhen.