3. Oktober 2021

Netzfundstücke (102) – AufDenTisch, Profit, Gesichtslos

Jonas Schick / 16 Kommentare

Auf die Satire folgt der Dialog.

Die Videokampagne #Allesdichtmachen mehrerer namhafter deutscher Schauspieler und des Regisseurs Dietrich Brüggemann schlug Anfang dieses Jahres hohe Wellen (die »Netzfundstücke 85« berichteten). Neben einer großen Zustimmung traf die Schauspieler jedoch auch das exkommunizierende Fallbeil der Etablierten: Man müsse darüber nachdenken, ob man solche Abweichler noch bei Film- und Fernsehproduktionen engagieren möchte, ob diese nicht stummgestellt werden müßten etc.

Die satirische Überspitzung der Filmchen übersetzte sich in die Realität oder wurde von dieser sogar noch eingeholt. Das Spiel kennt man in unserem Milieu zur Genüge. Die vorher von solchem Makel unbefleckten Schauspieler nicht und so distanzierten sich etliche der Mimen von ihren Videos, erschrocken ob der drohenden sozialen Verbannung.

Aber es gingen nicht alle von Bord. Die Standhaften wagen jetzt den nächsten Schritt und wollen den Fachmeinungen, die im einseitigen Coronadiskurs untergehen, mehr Aufmerksamkeit geben. Dazu haben sie Gespräche mit den nicht beachteten Stimmen in der Corona-Krise geführt und visuell aufgezeichnet: Volker Bruch spricht mit dem Kommunikationswissenschaftler Prof. Dr. Michael Meyen über »Faktenchecker«, Nina Proll mit der Politikwissenschaftlerin Ulrike Guérot, die aufgrund ihrer kritischen Haltung zur Corona-Politik in letzter Zeit viel Gegenwind aus ihrem linksliberalen Milieu erfahren hat, über »Demokratie und Eigenverantwortung« und Miriam Stein mit dem Facharzt für Innere Medizin Prof. Dr. Matthias Schrappe über evidenzbasierte Medizin, um nur ein paar unter vielen zu nennen.

Hier geht es zur eigenen Netzpräsenz der Kampagne mit allen Videos:

#Allesaufdentisch

Und hier stellvertretend das Video des Gesprächs von Volker Bruch mit Prof. Dr. Michael Meyen:

 

Die von den Initiatoren beabsichtigte Aufmerksamkeit ist zumindest schon einmal hergestellt.


Auch das Institut für Staatspolitik hat einen Beitrag geleistet die Corona-Krise und ihre Mechanismen weiter auszuleuchten. Sezession-Redakteur Benedikt Kaiser nimmt in der neusten IfS-Studie Corona und Profit die Profiteure der Pandemie ins Visier.

Kaiser sieht Corona dabei als Katalysator, der die in unserer Zeit angelegten Tendenzen verstärkt. Die Träume der Digitalisierer werden Wirklichkeit, eine Menschheit auf dem Weg zur Formlosigkeit inmitten einer vierten industriellen Revolution, und der Finanzkapitalismus transformiert sich zum digitalisierten Datenkapitalismus.

Am Ende der 96 Seiten umfassenden Studie stellt Kaiser die Frage: Was setzt der Widerständige all dem entgegen?

 

Die lesenswerte Studie gibt es hier, direkt bei Antaios, dem größten konservativen Versandbuchhandel!


Dies alles trifft auf ein entkerntes Volk, das in großen Teilen den Willen zum »Volk-sein« verloren hat. Das Bewußtsein über die eigene Herkunft ist ausgelöscht, die deutschen Traditionslinien gekappt. Eine geschichts- und gesichtslose Masse taumelt in die Zukunft, trotz aller Widerständigkeit, die an manchen Stellen noch existiert.

Dr. Dr. Thor von Waldstein hat diese Malaise in seinem Vortrag »Die Republik ohne Volk« auf der zurückliegenden Sommerakademie des Instituts für Staatspolitik scharfzüngig seziert und als einen im Wesen der Bundesrepublik tief verankerten Geburtsfehler bloßgelegt: »Eine Elementarteilchenrepublik, die nicht nur vom Volk nichts wissen will, sondern zwischenzeitlich sogar dessen Existenz leugnet.«

Laut Waldstein braucht es einen ethnischen Fundamentalismus, um aus diesem Elendstal überhaupt noch in eine deutsche Renaissance aufzubrechen, ohne die es für das deutsche Volk keine Überlebenshoffnung mehr gebe.

Den fulminanten Vortrag sehen Sie hier:



Kommentare (16)

Maiordomus

3. Oktober 2021 10:38

"Ethnischer Fundamentalismus" ist keine Antwort auf die in der Tat katastrophale ideologische Verblendung und den grenzenlosen Opportunismus eines Mainstreams in unserer Zeit, so wie Kommunismus nie eine Antwort auf Natonalsozialismus und Faschismus war. 

brueckenbauer

3. Oktober 2021 11:09

Es ist schon rein logisch korrekt, dass nur ein "ethnischer Fundamentalismus" die Zukunft der deutschen Volksgruppe sichern kann. Das Problem entsteht dann, wenn man im Namen der Volksgruppe Anspruch auf einen "deutschen Staat" erhebt - und verstärkt dann, wenn man die deutsche Volksgruppe nur als Mittel zum Zweck eines "deutschen Staates" betrachtet.

brueckenbauer

3. Oktober 2021 11:11

Und nebenbei: Würde "ethnischer Fundamentalismus" nicht implizieren, dass man bereit ist, die deutsche Volksgruppe als ein Ziel in sich selbst zu betrachten?

Niekisch

3. Oktober 2021 12:33

"....einen im Wesen der Bundesrepublik tief verankerten Geburtsfehler bloßgelegt: »Eine Elementarteilchenrepublik, die nicht nur vom Volk nichts wissen will, sondern zwischenzeitlich sogar dessen Existenz leugnet.«"

Geburtsfehler? Nein, absichtlich bei der Zeugung inseminiert...

Niekisch

3. Oktober 2021 12:44

".., so wie Kommunismus nie eine Antwort auf Nationalsozialismus und Faschismus war."

@ Maiordomus 10:38: aber zumindest der Nationalsozialismus  fühlte sich und war objektiv eine Antwort auf alles Kommunistische.

"Das Problem entsteht dann, wenn man im Namen der Volksgruppe Anspruch auf einen "deutschen Staat" erhebt"

@ brueckenbauer 11:09: Welches Problem entsteht dann? Ist es nicht eine Selbstverständlichkeit, dass das Deutsche durch Deutsche sich in einem deutschgewirkten Staat zum Selbstschutz institutionell verwirklicht? ".. die deutsche Volksgruppe als ein Ziel in sich selbst" Ist nicht jede Großgruppe evolutionär gesehen ein Ziel in sich selbst? 

RMH

3. Oktober 2021 13:09

#Allesaufdentisch

scheint mir - habe nur 2 Videos bislang gesehen (einschl. das oben verlinkte) - inhaltlich ein ganz anderes Kaliber zu sein, als die Vorgängeraktion. Alleine aber dadurch, dass es substantiell wird und die Videos ordentlich Zeit benötigen, um sie sehen zu können, halte ich die Wirkung für noch begrenzter, als vorher. Viele werden gar kein Video ansehen und nur denken, ach so, die Künstler mal wieder ...

Aber jeder, der einmal eine Universität alter Prägung besuchen durfte, wird wissen, dass eben nicht "die Wahrheit" gibt, sondern verschiedene Herangehensweisen - bei den Medien ohnehin nur in Form der Auftragsarbeit.

"In Wirklichkeit hat jede dieser Zeitungen einen Herrn. Und dieser Herr ist in jedem Fall der Geldgeber, der Besitzer also. Und dieser Herr dirigiert nun das innere Bild dieser Zeitung, nicht der Redakteur. Wenn der heute etwas anderes schreiben will als den Herren paßt, dann fliegt er am nächsten Tag hinaus. Diese Presse nun, die die absolut unterwürfige, charakterlose Kanaille ihrer Besitzer ist, diese Presse modelliert nun die öffentliche Meinung." (A.H. 10.12.1940)

quarz

3. Oktober 2021 14:52

@brueckenbauer

In Analogie zum Bibelwort, wonach das Gesetz für den Menschen da ist und nicht der Mensch für das Gesetz, muss der fundamentalen Einsicht in die Tatsache Bewusstsein verschafft werden, dass der Staat für das Volk da ist und nicht das Volk für den Staat.

Der Staat ist ein Instrument, um den Volkswillen zu organisieren und das Gemeinwohl des Volkes zu befördern. Dieser in seinem fundamentalen Charakter geradezu banale Sachverhalt kann nicht genug betont werden, da seine Verkennung eine der Wurzeln der aktuellen Erkrankung des öffentlichen Geisteslebens ist.

Laurenz

3. Oktober 2021 15:08

@Quarz @Brückenbauer

"Staat & Gemeinwohl"

Hatte den Artikel bereits gepostet. Aber ich mache es gern nochmal für Sie.

https://www.achgut.com/artikel/zentralrat_ohne_juden

Hier zeigt sich in der Organisations-Struktur einer Minderheit das ganze Dilemma & die tatsächliche Realität der großdeutschen Republik.

Auf Sehrohrtiefe

3. Oktober 2021 15:31

Dieser in der Tat fulminante Vortrag ist ein besonders gelungenes Glanzstück des Wirkens des Thor von Waldstein. Ich hoffe auf eine zügige Verbreitung in schriftlicher Form, denn der Inhalt sowie die conclusio verdienen umfassende Verbreitung sowie kommentierende Analyse und Weiterentwicklung.

So sehr ich den Vortrag intellektuell schätze und in all seinen Facetten würdige, werfe ich aber ebenfalls die bereits angeklungene Frage auf, wie der breiten Masse die Essenz in einfachen Worten und auf breit zugängliche Formaten nahegebracht werden kann. Natürlich bedarf es nur des einen wirklich entschlossenen Prozentes der Bevölkerung, um den Rest zu stimulieren, aber auch dann müssen Formate mitgenutzt werden, die über die Minimalismen in Telegram-Gruppen hinausgehen. Welche könnten dies dauerhaft sein?

Dies ist keine Kritik; vielleicht übersehe ich ja auch bereits existierende Formate. Akademien wie die hier auszugsweise wiedergegebene sind hervorragend und sehr wichtig, aber wie könnte darüber hinaus die (nicht-intellektuelle) Anhängerschar der Bewegung besser erreicht werden?

anatol broder

3. Oktober 2021 17:51

in der einleitung (0:32) sagt thor von waldstein:

«trotz meines fortgeschrittenen alters und jahrzehntelanger erfahrung mit den besonderheiten dieser republik hätte auch ich mir vor zwanzig monaten, um ein beispiel zu geben, bewaffnete polizeimanschaften, die rodelhänge stürmen, um den kindern die winterfreuden auszutreiben, nicht vorstellen können.»

das ist seltsam. so ein erfahrener jurist hat doch sicherlich mitbekommen, dass in dieser republik jahrzehntelang bewaffnete polizeimannschaften wohnungen stürmen, um den kiffern die wickelfreuden auszutreiben. warum soll die deutsche polizei mit den ähnlich harmlosen kindern anders umgehen? an diesem beispiel erkenne ich keine «neue qualität der deutschen befindlichkeiten».

Laurenz

3. Oktober 2021 17:57

@Auf Sehrohrtiefe

"besonders gelungenes Glanzstück des Wirkens des Thor von Waldstein"

Diese Auffassung ist für mich persönlich schwer zu teilen.

Und ja, ich bin weder Akademiker noch Intellektueller.

Herr von Waldstein sollte in meinen Augen Seine Vorträge vortragen lassen.

Niedersachse

3. Oktober 2021 19:29

@Laurenz

"Herr von Waldstein sollte in meinen Augen Seine Vorträge vortragen lassen."

 

Ich finde die Ausführungen sehr gelungen. Was ist denn an dem Vortrag des Herrn von Waldstein auszusetzen? Wir sollten diese Art Gemecker und Haarspalterei schleunigst unterlassen.

Auf Sehrohrtiefe

3. Oktober 2021 19:44

@Laurenz

Vielleicht trennt uns doch nicht so viel in der Beurteilung. Ich bezog mich auf das Inhaltliche. Vom Vortragsstil her kann das deutlich besser, was vielleicht auch an der fast völlig fehlenden Interaktion mit den Zuhörern liegt (sind Akademien immer so steril, oder vielleicht ist das auch nur tiefste; nach innen gerichtete Absorption des Gesagten?).

Die Inhalte von Herrn von Waldstein wirksam in einer Massenverstaltung unterzubringen, das erscheint eine (lohnenswerte?) Herausforderung.

Laurenz

4. Oktober 2021 01:26

@Niedersachse & Auf Sehrohrtiefe @L.

In meinen Augen gibt es Vortragende, bei denen spielt der Inhalt keine Rolle mehr. Vortragende müssen vortragen wollen, ob nun für Geld oder ohne Entlohnung, spielt keine Rolle. Das ist wie in einem Konzert, wen interessiert noch die Musik, wenn die Musiker gelangweilt wirken? Die Gesprächs- und Vortragsrunden von GL & EL sind da ganz anderer Natur. Man entspannt sich etwas mit ein paar Gläschen, aber die Lust am Thema ist grundsätzlich spürbar.

@Anatol Broder

Ja, Kommödianten, wie Tim Kellner, hatten schon 4 Hausdurchsuchungen, 2 mit dem SEK. Neulich habe ich selbst erlebt, wie in Wiesbaden Polizisten die politische Anweisung hatten, vor dem Landtag eine Demo zu erzeugen, die es gar nicht gab. 

Es existieren aber gewissen Unterschiede, zB wenn ein Planfeststellungsverfahren durch ist & eine Baugenehmigung für eine Startbahn vorliegt, dann ist das etwas Konkretes. Eine Pandemie hat es nie gegeben.

Maiordomus

4. Oktober 2021 11:32

@Niekisch. Das ist richtig, was Sie schreiben, aber es war nun mal eine totalitäre Antwort auf den Kommunismus. 

Niekisch

4. Oktober 2021 19:25

"es war nun mal eine totalitäre Antwort auf den Kommunismus."

@ Maiordomus 11:32: Stimmt ebenfalls. Dennoch zogen Hunderttausende ab 1943 mit der Wehrmacht zurück Richtung Westen, weil sie offenbar das deutsche System für weniger totalitär hielten.

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