Kritik der Woche (6): Ungers „Verlust der Freiheit“

Die neue Video-Rezension der Literaturredakteurin Ellen Kositza ist online.

Sie beschäf­tigt sich mit der jüngs­ten Schrift des Künst­lers, Heil­prak­ti­kers und Schrift­stel­lers Ray­mond Unger: Vom Ver­lust der Frei­heit.

Die­ses Buch konn­te man über­se­hen, wenn man sich nicht täg­lich wei­te­ren Input über den Ver­lust der Frei­heit geben woll­te. Doch die zwei­te Auf­la­ge ist erschie­nen, Kositza griff zu. Die­ses Buch erfährt eine unge­ahn­te Aktua­li­tät, auch wenn »Frei­heit« in unse­ren Tagen zu oft als ein über­stra­pa­zier­ter Begriff erscheint.

Das Buch beschreibt die psy­cho­lo­gi­schen Ursa­chen der gro­ßen Trans­for­ma­ti­on, die uns alle betrifft und die nahe­zu sämt­li­che Lebens­be­rei­che umfaßt.

Es geht dar­in um Pro­fi­teu­re von Ängs­ten, um Wirk­lich­keits­ver­lust, um Coro­na- und Kli­ma­kri­se, um eine welt­wei­te Agen­da, um die Hin­wen­dung zu einer neo-auto­ri­tä­ren Gesellschaftsordnung …

Ray­mond Unger: Vom Ver­lust der Frei­heit, Thea­ter 2021. 100 S., 24 € – hier bestel­len.

Und den Kositza-Vlog zum Unger-Buch gleich hier ansehen!


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Übri­gens: Wie alle ande­ren Ver­öf­fent­li­chun­gen aus dem »kanal schnell­ro­da« ist auch die­ses Video von Ellen Kositza auf ande­ren Por­ta­len und Platt­for­men anzu­se­hen bzw. anzuhören. 

Ob auf/bei Anchor, Apple Pod­casts oder Spo­ti­fy: Podcasts, Buch­vor­stel­lun­gen, Vor­trä­ge und Debat­ten­bei­trä­ge aus Schnell­ro­da gibt es über­all im Netz für den Arbeits­weg, den Fei­er­abend, das Wochen­en­de, die Bahn-Fahrt usf. 

Über­all dort, wo man als Nut­zer aktiv ist, soll­te man daher den gemein­sa­men Kanal von Antai­os, Sezes­si­on und Insti­tut für Staats­po­li­tik abonnieren. 

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Kommentare (11)

Amos

27. Oktober 2021 17:38

Interessante These, das gottlos gewordene „Gute“, kippt offenbar, haltlos und masstabslos geworden ins Diabolische. Die Jakobiner (Freimaurer) uva. zeigen‘s in der Geschichte.

Laurenz

28. Oktober 2021 08:52

@Amos

"das durch Gott gewordene „Gute“, kippt offenbar, haltlos und masstabslos geworden ins Diabolische."

Die Inquisitoren zeigen's in der Geschichte.

Amos

28. Oktober 2021 18:45

@Laurenz: okok, gut gekontert, man kann‘s ja mal versuchen Aber die These, dass im Begriff „Leugnung“, in der Klimaapokalypse“ im ganzen woken Humbug, zuletzt in Corona mit der Impfkommunion das Religiösen als Pseudoreligion zurückkehrt, die darf ich doch behalten, oder? 

Laurenz

28. Oktober 2021 23:17

@Amos @L.

Jeder, (auch Sie), durfte bisher glauben, was er will. Aber das uralte & jetzt wieder akute Problem am Glauben ist, (also egal bei welcher Religion,) die Politisierung, also der Wille, andere zu läutern & wenn nötig, mit Gewalt zum Glauben zu bekehren. In einem säkularen Staat bräuchten nur diejenigen CO2 einsparen, die daran glauben, um ihre Klima-Sakramente zu erfüllen. Dasselbe gälte für Rassismus, Gender oder Diversität.

Und wenn Sie das jetzt gelesen haben, wissen Sie, wie es 1.000 Jahre unserem Volk unter der Knute des katholischen Glaubens ging. Seit 1933 ist das vorbei. Seitdem ist die Erzählung der Kirchen von der jeweiligen Regierung abhängig.

In der späteren 2ten Hälfte des 19. Jahrhunderts war man begeistert von theologischer Archäologie & förderte sie. Man glaubte, diese würde die Bibel bestätigen. Als das nicht der Fall war, durften am Anfang des 20.Jahrhdunderts die Seminaristen nicht mal mehr die Tageszeitung lesen.

Cugel

28. Oktober 2021 23:30

@Amos, Laurenz

Heilsversprechen ist grundsätzlich zu mißtrauen, ob immanenter oder transzendenter Natur.

Laurenz

29. Oktober 2021 12:04

@Cugel @Amos & L.

"Heilsversprechen"

Wem erzählen Sie das? Bei mir rennen Sie offene Tore ein. Entweder ist das Heil mit einem Menschen oder ist es eben nicht. Bei den meisten trifft es nicht zu. Entweder ist jemand Heiliger oder er ist es eben nicht, man kann jemanden nicht heilig sprechen. Castaneda hätte gesagt, Körper & Energiekörper sind nicht getrennt, wie bei den meisten, sondern eins, ein Heiliger/Zauberer/Krieger ist heile, also ganz im Sein.

Ich habe natürlich das Video der Buchbesprechung von EK gesehen. Mir als literarischen Kultur-Beschränkten läßt es mich an einer anderen, fremden Welt teilhaben. Ich finde diese Buchbesprechungen sind gut gemacht, kurz & bündig, wie unterhaltsam.

Unger hat natürlich Unrecht. Natürlich haben die Gläubigen der Klima- oder Gender-Religion einen Gott. Sie benennen ihn nur nicht, weil sie als Narzißten glauben, Nietzsches Urteil träfe auf sie zu. Das ist natürlich hanebüchen. Aber ihre Inquisition ist  brandgefährlich für das Individuum, wie ehedem.

sok

29. Oktober 2021 14:56

Das Buch von Unger ist  für mich das interessanteste, das ich bisher über die sezession kennengelernt habe. Der Grund dafür ist, dass meiner Ansicht nach die Psychologie die zuständige Wissenschaft für die Klärung der Frage ist, warum das zoon politikon ausgestorben ist.

Geisteswissenschaftler können nur darin wetteifern, auf möglichst intelligente Art zu bedauern. dass das zoon politikon in Deutschland weitgehend ausgestrorben ist,  Für Psychologen ist das Nationalbewusssein ein Teil der Idendität, dessen Größe auch gemessen werden kann, wenn man den Aufwand von Schmidt-Denter betreibt.

Wenn man die Ergebnisse der europäischen Idenditätsstudie von Schnmidt-Denter nutzt, kann man auf breiter Front die Diskurshoheit gewinnen, die man braucht, um eine Gegenreform mit dem Ziel einzuleiten, dass die Patrionen die Helden und die Vaterlandsverrräter das dunkle Deutschland werden.

Cugel

29. Oktober 2021 21:28

Es ist offensichtlich, daß der Freiraum des Einzelnen beschleunigt verringert wird. Im Westen wurde der Prozeß zunächst mit einer Steigerung materialer Freiheit kompensiert bzw. übertüncht. Diese Phase ist  spätestens seit dem Ende des Warschauer Pakts beendet. Seitdem wird ganz offen und aggressiv gleichgerichtet und -geschaltet, unter dem Vorwand der Errettung vor der Apokalypse. Die progressivistische Propaganda aber einmal ernstgenommen: Liegt sie so falsch damit, die Masse einer freiwilligen, weil einsichtigen weltrettenden Verhaltensänderung für unfähig bzw. -willig zu erklären und daher auf (mehr oder minder subtilen) Zwang, neudeutsch "Nudging", zu setzen? Die Probleme der Ressourcenknappheit und der Lebensraumvernichtung sind schließlich real, wenn auch im Ausmaß noch weit entfernt von den hanebüchenen Club-of-Rome-Szenarien.

kikl

30. Oktober 2021 11:26

Aus aktuellem Anlass über den Verlust der Freiheit. Herrn Professor Martin Wagener wurde de facto bis auf Weiteres die Lehrerlaubnis weitgehend entzogen. Er hat auf youtube dazu Stellung bezogen:

https://www.youtube.com/watch?v=b3XwnKSk01A

Grund: Der Verfassungsschutz unterstellt ihm verfassungsfeindliche Bestrebungen. Es geht auch in diesem Fall um die Interpretation des Begriffes "deutsches Volk", das laut Grundgesetz der Souverän ist. Anders gesagt, wer ist der Souverän laut GG? Was beinhaltet die verfassungsrechtliche Pflicht, die Identität des deutschen Staatsvolkes zu wahren? (2 BvR 373/83 - Teso)

Professor Wagener fürchtet, dass sein Buch "Kulturkampf um das deutsche Volk" verboten wird.

https://antaios.de/buecher-anderer-verlage/aus-dem-aktuellen-prospekt/131250/kulturkampf-um-das-deutsche-volk

Der VS bestätigt damit das, was Professor Wagener ihm in seinem Buch vorwirft. Der VS ist ein Schwert im Kulturkampf gegen das deutsche Staatsvolk und für dessen Austausch durch die multikulturelle Gesellschaft.

Weil er den Kampf auf dem Schlachtfeld der Argumente und Worte verloren hat, setzt der VS nun auf staatliche Gewalt. Der VS hat Maß und Mitte verloren; er ist eine unmittelbare Gefahr für unsere Grundrechte, insbesondere Art. 5 GG.

nom de guerre

31. Oktober 2021 11:39

@ Cugel

„Die progressivistische Propaganda aber einmal ernstgenommen: Liegt sie so falsch damit, die Masse einer freiwilligen, weil einsichtigen weltrettenden Verhaltensänderung für unfähig bzw. -willig zu erklären und daher auf (mehr oder minder subtilen) Zwang, neudeutsch "Nudging", zu setzen?“ Finde die Frage einerseits berechtigt, andererseits wäre doch aber zu klären, ob es aufseiten der progressiven Propagandisten irgendjemandem wirklich um die „Rettung der Welt“ geht. Die Art und Weise, wie zum Beispiel eine Greta Thunberg mit ihrer psychischen Disposition (mutmaßlich) benutzt wird, spricht eher nicht dafür. Übrigens lohnt sich das – insgesamt sehr zu empfehlende – Buch von Unger schon allein wegen des Abschnitts über Frl. Thunberg, so klar hatte ich das sonst noch nicht gelesen.

anatol broder

31. Oktober 2021 12:30

@ kikl 11:26

danke für den hinweis.

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