Wiedervorlage (4) – Ernst Nolte zum 99.

Er wäre heute 99 Jahre alt geworden: Ernst Nolte, der im August 2016 verstarb, war unserer Zeitschrift und unserer Arbeit als Leser und Autor verbunden.

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Wir wür­di­gen ihn heu­te mit der Wie­der­vor­la­ge eines Resü­mees, das Thors­ten Hinz zum 90. Geburts­tag Nol­tes im Jah­re 2013 verfaßte.

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Der Dis­si­dent – Ernst Nol­te ist 90

Die öffent­li­che Wür­di­gung für Ernst Nol­te an sei­nem 90. Geburts­tag am 11. Janu­ar fiel mini­mal aus. Das war zu erwar­ten. Der Grund für die Igno­ranz ist ein politischer.

In sei­nem letz­ten Werk, den Spä­ten Refle­xio­nen, hat Nol­te ihn benannt: Die Bun­des­re­pu­blik, schreibt er, lebe »intel­lek­tu­ell in einer ›Nor­ma­li­tät der Lüge‹«. Das ände­re nichts an ihrem guten Gewis­sen, weil sie auf dem »Kampf gegen eine ande­re Lüge, näm­lich die natio­na­lis­ti­sche Mytho­lo­gie des Natio­nal­so­zia­lis­mus, gegrün­det zu sein scheint«. Folg­lich hebt, wer die Teil­wahr­hei­ten aus der NS-Lüge her­aus­prä­pa­riert, die fal­sche Nor­ma­li­tät aus den Angeln und zieht den Zorn der­je­ni­gen auf sich, die sich in ihr ein­ge­rich­tet haben. Die par­ti­el­le Wahr­heit des Natio­nal­so­zia­lis­mus – sei­nen »ratio­na­len Kern« – frei­zu­le­gen, ihn in einen uni­ver­sel­len Zusam­men­hang zu stel­len und als Erschei­nung und kon­kre­te Reak­ti­on erklär- und ver­steh­bar zu machen – dar­um hat Ernst Nol­te stets gerun­gen. Die bekann­tes­ten Stich­wor­te dafür sind das »logi­sche und fak­ti­sche Pri­us« des Gulag, der Ausch­witz vor­aus­ging, und der »kau­sa­le Nexus«, der sie verbindet.

Die »Lüge« besteht dar­in, daß Hit­ler aus­schließ­lich aus einer genu­in »deut­schen Daseins­ver­feh­lung« (Ernst Nie­kisch) abge­lei­tet wird. Fak­tisch ist sie in den Rang eines staats­ideo­lo­gi­schen Axi­oms gerückt, das zum Tabu erho­ben und teil­wei­se unter die Obhut des Straf­rechts gestellt ist. Sie ist das geis­tig-mora­li­sche Fun­da­ment einer Staats­rä­son der Selbst­ver­nei­nung, die es im Gegen­zug erfor­der­lich macht, die Wirk­lich­keit ein­schließ­lich der his­to­ri­schen Wis­sen­schaf­ten der sinn­stif­ten­den Ideo­lo­gie anzu­pas­sen. Zu die­sem Zweck wer­den alter­na­ti­ve Inter­pre­ta­tio­nen der NS-Geschich­te unter­bun­den, wodurch suk­zes­si­ve der Ein­druck ent­steht, sie lägen außer­halb jeder Ver­nunft. Die­sem her­me­ti­schen Ver­blen­dungs­zu­sam­men­hang hat sich Nol­te kon­se­quent ent­ge­gen­ge­stellt. Damit ist er in die Posi­ti­on eines geis­ti­gen Dis­si­den­ten geraten.

Gewollt hat er das nicht. Wel­ten lie­gen zwi­schen sei­nem heu­ti­gen Urteil über die Bun­des­re­pu­blik und den frü­he­ren Ein­schät­zun­gen ihrer Mög­lich­kei­ten. 1974 for­der­te er in Deutsch­land und der Kal­te Krieg, der Bon­ner Staat müs­se sich sel­ber aner­ken­nen, was die Akzep­tanz der deut­schen Tei­lung ein­schloß. Die eigen­wil­li­ge, Nol­te-typi­sche Begrün­dung lau­te­te: Die geschicht­li­che Situa­ti­on, die das Ende des deut­schen Natio­nal­staats her­bei­ge­führt habe, sei »weit­aus uni­ver­sel­ler und monu­men­ta­ler« gewe­sen als die, in der Bis­marck die Reichs­ei­ni­gung gelun­gen war. In den Jah­ren des Bon­ner Allein­ver­tre­tungs­an­spruchs sei­en vie­le Intel­lek­tu­el­le gegen die Wie­der­ver­ei­ni­gungs­po­li­tik gewe­sen, weil sie die Neu­auf­la­ge der damit ver­bun­de­nen Gefah­ren fürch­te­ten. Des­halb sei die auf das Nega­ti­ve fokus­sier­te »Natio­nal­päd­ago­gik« berech­tigt gewe­sen. Ihre »frucht­ba­re Lüge durch mora­li­sie­ren­de Iso­lie­rung« sei nicht mehr not­wen­dig, wenn Deutsch­land als »staat­li­che Rea­li­tät« auf­ge­ge­ben wer­de. Dann näm­lich wür­de es »als geschicht­li­che Rea­li­tät wie­der zugäng­lich« und als ein sehr nor­ma­les Land erschei­nen. In sein Pos­tu­lat der betrach­ten­den Gleich­be­hand­lung bezog er das Drit­te Reich aus­drück­lich mit ein. Anders gesagt: Um zur poli­ti­schen und his­to­ri­schen Ver­nunft zu kom­men, muß­te die Bun­des­re­pu­blik sich als eigen­stän­di­ge Enti­tät statt als Pro­vi­so­ri­um betrachten.

Inter­es­san­ter­wei­se hat­te der His­to­ri­ker Otto West­phal (1891–1950) in sei­ner 1950 post­hum erschie­ne­nen Geschich­te der Neu­zeit die For­de­run­gen Nol­tes bei­na­he wort­gleich vor­weg­ge­nom­men. Die­ser reui­ge »Exfa­schist« war über­zeugt, daß die Auf­ar­bei­tung des NS-Regimes nicht exklu­siv aus der Per­spek­ti­ve sei­ner Besie­ger erfol­gen kön­ne. Das wür­de nur zu einem »Neu­fa­schis­mus« füh­ren. Man müs­se ver­su­chen, die NS-Herr­schaft »his­to­risch zu objek­ti­vie­ren« und dem »Drit­ten Reich die­je­ni­ge Wür­de zurück­zu­ge­ben …, die ihm auf Dau­er nicht aberkannt wer­den kann: die einer gro­ßen his­to­ri­schen Erschei­nung, die die Welt in Atem hielt, und eines schick­sal­haf­ten Voll­zu­ges, in dem – und nicht erst seit Hit­ler – das Unmög­li­che und das Not­wen­di­ge eine Ver­flech­tung ein­ge­gan­gen waren, die von so tra­gi­scher Ver­nunft war, wie sie in aller Welt­ge­schich­te wal­tet.« Die Tri­as aus »Grö­ße«, »Tra­gik« und »Unta­ten«, unter die Nol­te sei­ne spä­te­ren Über­le­gun­gen zum Natio­nal­so­zia­lis­mus stell­te, ist hier schon enthalten.

Ganz hege­lia­nisch ver­lang­te West­phal, die Welt, die über das Drit­te Reich gesiegt hat­te, als die ver­nünf­ti­ge anzu­er­ken­nen, die sich dar­auf­hin ihrer Deutsch­feind­lich­keit »bege­ben« wür­de. Eine schnel­le Wie­der­ver­ei­ni­gung hin­ge­gen wür­de zu bür­ger­kriegs­ähn­li­chen Zustän­den füh­ren. Er sah für lan­ge Zeit einen west­deut­schen Sepa­rat­staat vor­aus, dem er das enge Bünd­nis mit den USA empfahl.

Doch die welt­ge­schicht­li­che Ver­nunft der Welt­kriegs­sie­ger (vor allem der USA) besaß noch einen uner­kann­ten Hin­ter­sinn, der West­phal wie Nol­te über die Mög­lich­kei­ten des West­staa­tes irren ließ. Seit den 1970er Jah­ren ver­zich­te­te die Bun­des­re­pu­blik zwar auf eine akti­ve Wie­der­ver­ei­ni­gungs­po­li­tik, doch führ­te der natio­nal­po­li­ti­sche Ver­zicht kei­nes­wegs zur erwar­te­ten Ver­sach­li­chung des his­to­ri­schen Den­kens. Viel­mehr schritt die Dämo­ni­sie­rung des Natio­nal­so­zia­lis­mus als ein »abso­lut Böses« vor­an und führ­te zur staat­li­chen Eta­blie­rung des »nega­tiv-ger­ma­no­zen­tri­schen« Geschichts­bil­des. Dafür gab es unter­schied­li­che Moti­ve und Grün­de, inne­re, aber auch äuße­re. So exis­tier­te wäh­rend des Kal­ten Krie­ges ein block­über­grei­fen­des Inter­es­se, die Schuld Deutsch­lands zu ver­ab­so­lu­tie­ren und zur Legi­ti­mie­rung des inter­na­tio­na­len Sta­tus quo her­an­zu­zie­hen. Sie war die his­to­risch-poli­ti­sche Begrün­dung für die Vor­herr­schaft der bei­den Haupt­sie­ger des Welt­kriegs, der Sowjet­union und der USA.

Der His­to­ri­ker­streit 1986 hat­te neben dem natio­na­len daher auch einen inter­na­tio­na­len bzw. bünd­nis­po­li­ti­schen Aspekt. Über sei­nen Haupt­kon­tra­hen­ten Jür­gen Haber­mas schrieb Nol­te, er sei dar­auf fixiert gewe­sen, den Natio­nal­so­zia­lis­mus als ein rein deut­sches The­ma zu erhal­ten und so den »vor­herr­schen­den Wahr­heits­an­spruch des Wes­tens« zu bedie­nen. Auf des­sen schie­fer Ebe­ne fand 1990 die Wie­der­ver­ei­ni­gung statt, die des­halb das Gegen­teil einer geis­ti­gen Befrei­ung bedeu­te­te. Nach­dem der Wes­ten über die Sowjet­uni­on gesiegt hat­te, ent­fiel näm­lich für den »Wes­ten« die Not­wen­dig­keit, auf die Emp­fin­dun­gen der Deut­schen gewis­se Rück­sich­ten zu neh­men. Das Gebot hat­te sich dar­aus erge­ben, daß die Block­kon­fron­ta­ti­on mit­ten durch Deutsch­land gegan­gen war und den Deut­schen in Ost und West abver­langt hat­te, die jeweils höchs­ten Risi­ken zu tra­gen. Die Scho­nung, die man ihnen gewähr­te, war die Gegen­leis­tung für ihre Loyalität.

Mit dem Mau­er­fall änder­ten sich die Vor­aus­set­zun­gen. Umso mehr stör­te Nol­te mit sei­nem Behar­ren auf der His­to­ri­sie­rung des Natio­nal­so­zia­lis­mus. Die über ihn ver­häng­te Qua­ran­tä­ne wur­de ver­schärft. In einem neue­ren, enzy­klo­pä­disch ange­leg­ten Werk zur Geschichts­wis­sen­schaft der Bun­des­re­pu­blik fin­det sein Stan­dard­werk, Der Faschis­mus in sei­ner Epo­che, nicht ein­mal im Kapi­tel über Faschis­mus­theo­rien mehr Erwäh­nung. Nol­te kom­men­tier­te: Wäh­rend die Söh­ne auf sehr deut­sche Wei­se »anti­deutsch« gewe­sen sei­en, gerier­ten die Enkel sich als »Inqui­si­to­ren der Kos­mo­po­lis«. Wenn erst die Erkennt­nis durch­grei­fe, daß die­se Kos­mo­po­lis in Wahr­heit eine »ame­ri­ka­ni­sche« sei, wür­den jedoch die Kar­ten neu gemischt.

Bis dahin kann man nur kon­sta­tie­ren und kom­men­tie­ren, wie der Natio­nal­so­zia­lis­mus und der Holo­caust als nega­ti­ve Refe­renz­punk­te einer glo­ba­len Zivil­re­li­gi­on durch­ge­setzt wer­den. Ein wirk­sa­mer Hebel sind die Resti­tu­ti­ons- und Ent­schä­di­gungs­for­de­run­gen, die seit 1989 aus den USA an euro­päi­sche Staa­ten und Insti­tu­tio­nen gerich­tet wer­den. Recht­li­che und mora­li­sche Argu­men­te die­nen als Vehi­kel für glo­bal­stra­te­gi­sche Inter­es­sen und poli­ti­sche und ideo­lo­gi­sche Ansprüche.

Ihren ein­fühl­sams­ten Inter­pre­ten fin­det die­se Poli­tik in dem deutsch-israe­li­schen His­to­ri­ker Dan Diner (einem eif­ri­gen Nol­te-Rezi­pi­en­ten), der einen »anthro­po­lo­gi­schen Nexus von Gedächt­nis und Eigen­tum« fest­stell­te. Durch die »Wie­der­her­stel­lung vor­aus­ge­gan­ge­ner Eigen­tums­ver­hält­nis­se« sei­en »die mit jenen Ver­hält­nis­sen ver­bun­de­nen Erin­ne­run­gen ver­le­ben­digt« wor­den. Zur Ver­le­ben­di­gung gehört laut Diner auch das Holo­caust-Mahn­mal mit sei­nem »gera­de­zu para­dig­ma­ti­schen Cha­rak­ter … Ber­lin ent­wi­ckelt sich zuneh­mend zu einem uni­ver­sel­len Gedächt­nis­ort der Ver­gan­gen­heit.« Der Holo­caust erhal­te »zuneh­mend die Bedeu­tung eines Grün­dungs­er­eig­nis­ses«, ver­gleich­bar der Refor­ma­ti­on oder der Fran­zö­si­schen Revo­lu­ti­on, und wür­de zur »erkennt­nis­lei­ten­den War­te einer inte­grier­ten euro­päi­schen Historie«.

Doch ohne Repres­si­on und Gesin­nungs­kon­di­tio­nie­rung und ‑kon­trol­le – das zeigt alle Erfah­rung – wird die Tran­szen­die­rung der »Lüge« nicht zu haben sein, und so stellt sich tat­säch­lich die Fra­ge, ob unter dem Vor­zei­chen des »Anti-« ein über­na­tio­na­ler »Neu­fa­schis­mus« ent­steht, der frei­lich die Deut­schen mehr als alle ande­ren Völ­ker gefähr­det. Was für ande­re zum Herr­schafts­mit­tel gera­ten kann, bedeu­tet für sie mit Sicher­heit die geis­tig-mora­li­sche und poli­ti­sche Selbstvernichtung.

In die­sem Span­nungs­feld ist und bleibt Ernst Nol­te mit sei­ner For­de­rung nach der His­to­ri­sie­rung des Drit­ten Rei­ches die unver­zicht­ba­re Refe­renz­fi­gur einer geis­ti­gen Gegenwehr.

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Kommentare (27)

Maiordomus

11. Januar 2022 12:07

Was heisst da "Historisierng"? Geschichte schreiben heisst Distanz gewinnen und Perspektiven einnehmen, die nicht nur von Generation zu Generation, sondern sogar von Situation zu Situation ändern, sei es nun der 11. Sept. 2011 oder dasjenige, was man, über Worte bitte nicht streiten, seit 2 Jahren als Pandemie bezeichnet. Auch die Verfassungsgebung von 1949 ist zu historisieren, was immerhin eine faire, über alles sogar positive und im strengen Sinne des Verfassungsgebers verteidigungswürdige Funktion darstellen kann. Um ein Beispiel aus einem Kleinraum zu machen: Die Verfassung von 1848 in der Schweiz wurde von ihren damaligen Gegnern schon 1874 gegen die noch stärker zentralistische und mehr kulturkämpferische von 1874 verteidigt usw.

Nolte wurde zu meiner Zeit, ausgerechnet 1968, als Faschismustheoretiker, an einer keineswegs rechts gewendeten Uni wie Zürich absolut ernst genommen, das Buch war nahezu Pflichtlektüre, weswegen ich ihm übrigens nicht richtig über den Weg traute, weil man auf allzu dominante Tagesliteratur nicht hereinfallen sollte. Im übrigen habe ich im Faschismus nie irgendetwas Verteidigungswürdiges oder wenigstens im Ansatz Freiheitliches gesehen, dies bei aller Kritik auch an modernen Menschenrechtsentwürfen. 

Laurenz

11. Januar 2022 12:21

Silone brachte den ganzen Artikel mit einem Satz auf den Punkt.

Allerdings, wenn ich den Artikel gesamt gesehen, als schlüssig & richtig einschätze, ist die historische Einschätzung der politischen Konzentration auf Deutschland historisch, zumindest im nachhinein, nicht als korrekt zu betrachten.

Die Mittelschicht der USA wurde schon in den 80ern gerupft, überall im Westen werden Denkmäler gestürzt, im Prinzip, wie die Taliban. Insofern betrifft es nun die gesamte weiße Welt, nicht nur Deutschland.

Aber auch die weiße Welt scheint bis zum heutigen Tage ihren Niedergang im Zusammenhang mit 1942/45 nur schwer zu begreifen, wenn ich mir meine Dispute auf diversen historischen (internationalen) Kanälen anschaue.

Maiordomus

11. Januar 2022 13:43

Zu oben. Es ging natürlich um den 11. Sept. 2001, um den es aber unterdessen als nur anagebliche Zeitwende erstaunlich still geworden zu sein scheint; eigentlich wird der Sturm auf das Kapitol vor Jahresfrist schon fast stärker gewichtet, wobei es aber den Trump-Anhängern schwerlich gelungen ist, das Ereignis sagen wir mal mit dem zwar weit kriminelleren, dafür umso heldenhafteren Sturm auf die Bastille in Paris 1789 tendenziell historisch zu parallelisieren. Die Jahre 1942 - 45 waren ausserhalb Deutschlands, Russlands und Japans incl. natürlich des Judentums nicht gerade die schlimmsten Jahre der Geschichte @Laurenz; für England war der Verlust Indiens und für Amerika der traumatische Vietnamkrieg stärker eine Zeitenwende in gewissem Sinne auch zuungunsten der "weissen Welt", in der die Buren übrigens noch vor 100 Jahren in einem nicht kleinen Teil der westlichen Weltmeinung als Helden galten.

Laurenz

11. Januar 2022 16:00

@Maiordomus

"1942 - 45 waren natürlich nicht gerade die schlimmsten Jahre der Geschichte"

Das ist natürlich nur für die Bildungsfernen so oder jene, die sich nur oberflächlich mit der Historie beschäftigt haben. Die Propaganda aus Hollywood hält ja auch bis zum heutigen Tag an. Was wäre Indiana Jones ohne evil Germans?

Der Fakt ist aber, ohne diesen II. Weltkrieg hätten es die Kolonialstaaten nicht gewagt, sich gegen die Kolonialmächte zu erheben. Gandhi fing 41 an, Journalisten einzuladen & sich vor britische Kasernen verprügeln zu lassen. Daß die Konflikte in vielen Kolonialstaaten weiter gingen, Sie erwähnten Vietnam, ist doch nur eine Prolongation des II. Weltkriegs auf einer anderen Welt-Bühne. Es gab keine westlichen Ressourcen oder den politischen Willen, im Gegensatz zu früher, in den Chinesischen Bürgerkrieg einzugreifen.

Was Ihre Buren-Helden angeht, so sind die Südafrika-Erzählungen Karl Mays ein guter Indikator.

https://www.karl-may-gesellschaft.de/kmg/seklit/JbKMG/1981/136.htm

Gustav

11. Januar 2022 16:09

1.) Natürlich störte Nolte, da man die Verbrechen der Kommunisten, aber auch die Verbrechen der Verbündeten, hinter den Untaten der Nationalsozialisten verschwinden lassen wollte. Eine eigene Verantwortung für den Krieg. gerade auch auf jüdischer Seite, sollte erst gar nicht erörtert werden. Jede Fälschung war willkommen. Geständnisse kamen durch Folterungen zustande. Wüsste der europäische Normalbürger mehr über die Geschehnisse z.B. in Russland, durch einen ausgewogenen Geschichtsunterricht, wären Nationalsozialismus und Holocaust nie zu Referenzpunkten einer Zivilreligion geworden.

„Ich glaube nicht, daß es sich um eine propagandistische Floskel hadelte, als Goebbels 1937 nach der Lektüre des Buches von Solonewitsch in sein Tagebuch schrieb: »Das ist in Rußland die Hölle auf Erde. Ausradieren! Muß weg!«  (Die Tagebücher von Joseph Goebbels, hrsg. von Elke Fröhlich. München 1987 ff., Teil I, Bd. 3, S. 301 [14.0ktober 1937]. Wie wenig dieser Ausruf von Goebbels als »Hetze«, »Demagogie« oder »Selbstbetrug« abgetan werden kann, müßte sogar dem radikalsten »Antifaschisten« evident sein, wenn er in den Erinnerungen Lew Kopelews folgende Sätze über dessen aktive Teilnahme an jener »Kollektivierung« liest, die Jürgen Habermas 1986 die »Vertreibung der Kulaken« nannte:

Gustav

11. Januar 2022 16:12

2.) »Unser großes Ziel war der Weltkommunismus; um seinetwillen kann man und muß man lügen, rauben, Hunderttausende, ja Millionen von Menschen vernichten - alle, die diesem Ziel hinderlich im Wege stehen oder im Wege stehen könnten. .... Und in dem furchtbaren Frühling 1933, als ich die Verhungerten, die Frauen und Kinder sah - aufgedunsen, blau, kaum noch atmend, schon mit verlöschenden, tödlich gleichgültigen Augen - ... da verlor ich darüber nicht den Verstand, brachte mich nicht um, verfluchte nicht diejenigen, die Schuld hatten am Verderben »nichtbewußter« Bauern ...,« [Lew Kopelew, Aufbewahren für alle Zeit, 1976, S. 42].).

Aus Ernst Nolte, Der Faschismus in seiner Epoche

Koek Boeri

12. Januar 2022 08:29

»Kollektivierung« liest, die Jürgen Habermas 1986 die »Vertreibung der Kulaken« nannte

 

Niemand im demokratischen Westen wollte und will heute über die Kollektivierung oder über den Hundermord von 1932-1933 reden. Weil die von den verhunderten Ukrainern, Kasachen, Usbeken gestohlene Lebensmittel, Brot, Fleisch, Reis, gingen allesamt nach Westen. Und der Westen ass das und verkaufte dafür dem guten Onkel Joe Technologien, und baute ihm die Industrie, einschl. Waffenfabriken - die ganze sowjetische Industrie wurde vom Westen gebaut, vor allem von Amis, aber nicht nur.  Erstmals sah der demokratische Westen in der Sowjetunion ein Reservoir des Kanonenfutters, das man aber gut bewaffnen sollte. Zweitens sah man dort ein "wunderschönes sozial-geschichtlishes Experiment". das die Sowjets bis zum Ende durchführen sollten. Deswegen schwiegen westliche Medien über den Hungermord, deswegen schrieb ein gewisser Herr Duranty, dass es in der SU keinen Hunger gibt, nur "unwesentliche Probleme mit den Lebensmittelnlieferungen", und kriegte dafür den Pulitzer Price. Deswegen fand die diplomatische Anerkennung der SU durch die US bei Roosevelt gerade 1933 statt, wenn Millionen Ukrainer und Kasachen und Usbeken und Kuban-Kosaken und Nordkaukasier und anderer bereits gestorben sind oder noch am Sterben waren. Der demokratische (globalistische) Westen ist nicht weniger an Verbrechen des Kommunismus schuld, als die Kommunisten (die vom Westen zur Macht gebracht worden waren) selbst.

Laurenz

12. Januar 2022 09:09

@Gustav

Gehe davon aus, Se werden es bereits kennen, aber falls nicht, hier die geheimen Hitler-Mannerheim-Aufnahmen, bei ca. 11 Min. spricht Hitler über die Zustände in einer sowjetischen Panzerfabrik.

https://youtu.be/mvxGCtDxT88

FranzJosef

12. Januar 2022 10:18

Es ist sehr schade, dass der Sezession zum Geburtstag Noltes nichts anderes einfällt als die Wiederholung eines fast 10 Jahre alten Artikels. Was würde Nolte wohl heute zur Corona-Diktatur sagen? Das wäre doch mal ein spannender Artikel! Es ist doch bezeichnend, dass ein Begriff wie "mass formation psychosis" viral geht und dass Prof. Matthias Desmet, einer seiner Erfinder, sich direkt auf Hitler und Stalin bezieht. Vielleicht hätte Nolte das gefallen ... Bezeichnend auch, dass der Artikel von Caroline Sommerfeld über Robert Malone - der "mass formation psychosis" populär gemacht hat - hier auf sehr viel mehr Interesse stößt als der - um es vorsichtig zu formulieren - völlig aus der Zeit gefallene Artikel von Lichtmesz über Shakespeare.

ML: Mit voller Absicht!

Laurenz

12. Januar 2022 13:37

@FranzJosef

Also ich weiß nicht, was Sie wollen?

Den Nolte-Artikel kannte ich noch nicht & mußte überhaupt erstmal nachschlagen, um einen kleinen Überblick zu gewinnen. Der Artikel ist doch gut, warum das Rad neu erfinden? Und warum sollte man über eine mögliche Sicht Noltes zur Corona-Politik spekulieren? Warum nicht gleich die mögliche Meinung Bismarcks, Brandts oder de Gaulles zur Corona-Diktatur verlautbaren? Mit Verlaub, Ihr Wunsch ist hanebüchen.

Auch die beiden ML-Artikel haben mich gut unterhalten, habe wieder was dazu gelernt. Die Corona-Diktatur dient doch dazu, von wichtigeren Dingen als Grippewellen, oder vom wahren (auch kulturellen) Leben abzulenken. Und ML schrieb doch zu Anfang des I. Artikels, daß auch Er, mal frei zitiert, den Kopf frei kriegen mußte.

@Koek Boeri

Die Haltung der USA bewegte bereits die europäischen Entente-Mächte, sich von den Weißgardisten im russischen Bürgerkrieg abzuwenden.

Der_Juergen

12. Januar 2022 17:05

Nolte war ein seriöser Historiker, der es verdient hat, dass man seiner gedenkt. Er war auch um ein Vielfaches offener für den Dialog mit jenen, die das gängige Bild vom NS und vom 2. Weltkrieg radikal im Frage stellen, und pflegte einen privaten Meinungsaustausch mit einigen von ihnen; den wissenschaftlich hochstehenden Charakter der Werke zweier Revisionisten hat er ausdrücklich anerkannt. Um eine solche Diskussion öffentlich zu führen, fehlte ihm die Kraft, ganz abgesehen davon, dass ihm dafür kein Forum in den grossen Medien zur Verfügung gestanden hätte. Trotz all seinen Schwächen - welch ein himmelweiter Unterschied zwischen ihm und vom Establishment hochgejubelten Figuren wie Scheffler, Jäckel oder Benz!

Pferdefuss

12. Januar 2022 17:07

Schade ist, - ich bringe es hier unpassend unter -, dass die Kommentarspalten ziemlich schnell geschlossen werden. Ehe man sich versieht, den Beitrag verdaut, die Kommentare abgewogen, die angegebenen Quellen gefolgt ist - Schlussnuss! Und das angesichts dessen, dass man sich ja auch sonst in den Kanälen umsieht. Gerne: mehr Geduld.

@Laurenz würde ich gerne ins Ohr flüstern: ad hominem weniger, bringt mehr, dann, wenn wirklich angebracht.  Die emsigen früheren Briefwechsel der Gebildeten, Gelehrten: Da kamen schon mal Dreistigkeiten vor, sie blieben vorerst privat. Hier nicht! 

Koek Boeri

12. Januar 2022 18:27

@Laurenz

 

Es gibt gute Bücher, überwiegend von Amerikanern geschrieben, wie viele "Einflussagenten" der Sowjetunion und des Internationalen Kommunismus rund um Roosevelt agiert haben. Ihr Einfluss war wirklich stark, wie in 30er, so auch während des Weltkrieges. So war das Ultimatum, das Japaner auf Pearl Harbour provozierte, von einem gewissen Harry Dexter White vorbereitet - im Auftrag des roten Geheimdienstes. Auch die Forderung der "bedingungslosen Kapitulation" wurde von sowjetischen Agenten gefordert, obwohl US Militärs dagegen war.  Und auch die Geheimnisse der Atombombe wurden an die SU nicht von "Atomspionen", sondern ganz offiziell von Harry Hopkins übergeben.

Im Buch "American Betrayal", by Diana West, 2013, gibt es viele interessante Beispiele davon. Auch die wirtschaftliche und technologische Hilfe der Amerikaner an die SU wurde gut beschrieben von Dr. Anthony Sutton in seinen Büchern, wie "Wall Street and Bolshevik Revolution" und "The Best Enemy Money Can Buy".

Und wenn Jelzin den Kommunismus öffentlich verurteilen wollte, auf einem Gerichtsprozess, schon 1992, haben die Westmächte ihm das tatsächlich untersagt - mit der Bedrohung, dass when sowas passiert, bekommt Russland keine Kredite mehr.

Maiordomus

12. Januar 2022 18:49

Natürlich war der 2. Weltkrieg auch für mittel- und osteuropäische Klein- und Mittelstaaten und selbstverständlich für Frankreich und Italien, nicht zuletzt für die Beneluxstaaten  sowie Finnland über diverse Jahre, im Osten über Jahrzehnte katastrophal, doch wurde auf lange Sicht die nationale Substanz noch gestärkt. Demgegenüber ist aber in Deutschland, wie es nicht nur Reinhold Schneider aufgefallen ist, die Reichsidee untergegangen, was selbstverständlich schon mit dem Ende des 1. Weltkriegs initiiert war. Und es bleibt richtig, dass der 2. Weltkrieg für das britische Empire eine Art Pyrrhus-Sieg war. Der Untergang der Reichsidee ändert aber doch nichts daran, dass für das GG das deutsche Volk noch eine Selbstverständlichkeit war. Davon ist bei der Debatte um den aus seiner Sicht gut und klar geschriebenen Artikel von Thor von Waldstein auszugehen. 

Krohn

13. Januar 2022 00:06

@Der_Juergen

Vielen Dank für Ihren Kommentar. Nolte war zweifellos eine der wenigen echten Lichtgestalten der deutschen Geschichtswissenschaft des 20. Jahrhunderts und ein ganz großer Geschichtdenker in der Tradition Nietzsches, Burckhardts und Spenglers, den ich zutiefst bewundere.

Wenn ich fragen darf: haben Sie mit ihm je ein privates Gespräch gehabt? Wie groß war der Einfluss der Revisionisten auf sein Denken in den letzten Jahren? Stefan Scheil hat Nolte in dem Vortrag in der Bibliothek des Konservatismus (https://www.youtube.com/watch?v=OUkjElT0wE4) kritisiert, indem er von seinen Irrtümern sprach, aber soweit ich mich erinnern kann, darauf leider nicht näher eingegangen. Was sind Ihrer Meinung nach Irrtümer bzw. methodologisch-wissenschaftliche Fehler Noltes bzw. was würden Sie an seinem Werk kritisieren? Ich denke, es ist völlig legitim, solche kritische Fragen zu stellen, außerdem haben Sie ja selbst von Noltes Schwächen gesprochen. Es wäre sehr erfreulich, wenn Sie kurz auf mindestens eine der Fragen eingehen könnten...

Laurenz

13. Januar 2022 00:13

@Maiordomus

"doch wurde auf lange Sicht die nationale Substanz noch gestärkt"

Historisch gesehen, möchte ich Ihnen widersprechen. Diese Aussage, wenn sie denn stimmt, galt nur kurzfristig. Europa wurde so durch 2 Weltkriege geschwächt, daß es in die völlige Bedeutungslosigkeit fiel. Es hat sich davon nie mehr erholt. Wenn Europa hätte einen Weltkrieg führen wollen, dann einen frühzeitig gegen die USA, um diese zu zerschlagen.

@Pferdefuß 

Ad-hominem ist nur in Ihrem Kopf. Für Ihre Empfindungen kann ich nichts, auch wenn ich meine eigenen Empfindungen nicht als allgemeingültig werten will. Als ich hier aufschlug hatte ich locker 40 ad-hominem-Beiträge von @Maiordomus zu vergegenwärtigen. Mittlerweile weiß ich Dessen Stärken zu schätzen, aber ich schreibe Ihm auch direkt, wie hier, wenn Er in meinen Augen danebenliegt.

@Koek Boeri @L.

Der II. Krieg gegen Deutschland kam erst dann in Betracht, als in der Großen Säuberung alle potenziellen Nachfolger Stalins (ausnahmslos Trotzkisten) von diesem (bis auf einen) eliminiert waren. Stalin war halt ein "Unfall".

Laurenz

13. Januar 2022 10:05

@Koek Boeri @L.

Nachtrag: Von der 2 Mann-Redaktion "Die Anstalt" gab es eine Humoreske bezüglich der Regime-Wechsel, die von der USA einerseits & den Sowjets/Russen andererseits in der Vergangenheit angestrebt wurden, wohl in den letzten 100 Jahren. Es ist davon auszugehen, daß die Besetzung von Regierungen der COMECON-Staaten mit Bolschewisten nicht in der Aufzählung beinhaltet waren. Leider finde ich diese Sendung nicht mehr im Netz. Die Amis kamen auf über 90 Regime-Wechsel-Versuche, Russen/Sowjets auf über 30. Die Beschwerde der USA, die Russen würden sich heutzutage in den us amerikanischen Wahlkampf einmischen, wurde einerseits nicht bewiesen & andererseits handelt es sich hierbei um Steinwürfe im Porzellan-Laden. Das am meisten bekannte Beispiel für die Einmischung der US-Amerikaner ist die Wiederwahl Jelzins, der in den Umfragen bei 8% lag, der Kommunist Sjuganow war eindeutig der Favorit. Sjuganow hatte 3 Mio. US$ Wahlkampf-Budget. Die Clintons schickten 500 Mio. US$ an Jelzin & dazu ihr gesamtes Wahlkampf-Team, welches Sjuganow mit Hotel-Rückbuchungen, Hallen-Stornos, etc.pp. auch noch sabotierte. Die Amis werden sich an "Einmischungen" gewöhnen dürfen. Das liegt auch mit daran, daß in den USA Corps Wahlkämpfe finanzieren dürfen. Das macht Wahlkämpfe mehr oder weniger zu einer Pharce.

Der_Juergen

13. Januar 2022 10:17

@Krohn

Ich hoffe, dass die Hausherren, die ja auf ihre Sicherheit bedacht sein müssen, meine Antwort an Sie freischalten werden.

Ich habe Nolte nie persönlich getroffen, aber einen kurzen Briefwechsel mit ihm geführt. Er hat Germar Rudolf zu seinem Gutachten beglückwünscht und ihm erlaubt, seinen Brief auf dem Umschlag der Neuauflage zu veröffentlichen. Auch Mattogno hat er als sehr ernsthaften Forscher anerkannt. (Nolte konnte übrigens sehr gut Italienisch.)

Dass er den Sprung über den Graben nicht vollzog, lag wohl nicht nur an seiner berechtigten Furcht vor einem beispiellosen Shitstorm sowie staatlichen Repressionen, sondern auch daran, dass er damit zentrale Aussagen in seinen Schriften als historisch falsch anerkannt hätte. Diese Grösse haben nur sehr wenige, und ich werfe Nolte deswegen bestimmt keine Steine ins Grab.

zeitschnur

13. Januar 2022 13:10

@ MD

Ist die "Reichsidee" nicht spätestens mit der Abdankung des Habsburgers geschehen, im Grunde im Zuge des Absolutismus? Und dass das schon im 16. Jh angelegt wurde ...

Die Reichsidee ist weniger untergegangen als nie verstanden worden von der Mehrheit der Deutschen. Aber sie "fühlen" sie.

Sowohl das Habsburger "Kaiser"-Reich als auch das wilhelminische "Kaiser"-Reich sind kitschige Lügen über diese Reichsidee, und noch krasser das angeblich "dritte Reich", das eine förmliche satanische Umkehr davon war.

Diese satanische Umkehr ist nicht das Werk der Deutschen, sondern globalistisch orientierter Kräfte, die es verstanden haben, die Deutschen an dieser verletztlichen Stelle des Unverstandenen zu packen und vulgär zu instrumentalisieren. Nicht nur Napoleon wollte diese Reichsidee an sich reißen, sondern auch die Angelsachsen, und in diesem Kampf befinden wir uns immer noch. Hinter jenen aber steht noch eine "Elite", die diese Idee ultimativ satanisch pervertieren will. Und mit ihr haben wir es nun spürbar und unleugbar zu tun.

Angesichts der deutschen Vollends-Zerfleischung in den gegenwärtigen Krisen, natürlich aus einem medial-politischen Außen in sie injiziert, müsste man Nolte noch einmal neu (kritisch) lesen. Auch er sollte historisiert werden.

zeitschnur

13. Januar 2022 14:38

Interessant aber auch bei Nolte die Wahrnehmung der Lüge als Staatsprinzip, das, was Bruno Frank schon 1938 benannt hatte und was heute geradezu explosiv und exponentiell angewachsen ist bis zur Lächerlichkeit psychopathischen Delirierens, das das deutsche Baby aber immer noch realisiert, weil der Fleischtopf noch voll ist und Bravsein sich doch immer gelohnt hat für jenen, und sei's das Bravsein im Irrsinn. Na mal sehen. Sobald nämlich die Korrelation von Fleischtopf und Staat platzt, dürfte es schwer sein, den Michel bei der Stange zu halten. Aber auch das dürfte bereits einkalkuliert sein.

Koek Boeri

13. Januar 2022 15:22

@ Laurenz

 

Russischer Dissident und Wissenschaftler Vladimir Bukowskij (gest. 2019) hat sehr ausführlich beschrieben, wie sich der Westen im Allgemeinen und besonders die EU zu einer neuen Version der ehemaligen Sowjetunion entwickelt haben, mit Planwirtschaft, der Herrschaft einer nicht gewählten Bürokratie und einer allmählichen Umwandlung in einen Polizeistaat. Was die Clintons betrifft, wäre es erwähnenswert, dass die Kampagne zur Wiederwahl Clintons für seine zweite Amtszeit grösstenteils von China finanziert wurde. Angeblich waren das die amerikanischen Chinesen, aber sie handelten eindeutig im Auftrag der maoistischen Regierung in Peking/Beijing.  Amerikanischer Autor David Wise hat darüber in seinem letzten Buch "Tiger Trap" erzählt.

Laurenz

13. Januar 2022 18:59

@Koek Boeri @L.

"eindeutig im Auftrag der maoistischen Regierung in Peking/Beijing"

Gibt es dafür einen Nachweis? Die 100 Tiger-Familien, normalerweise wohnhaft in Taiwan, sind in ganz Asien sehr mächtig.

Und während der Amtszeit Bill Clintons gab es in China schon lange keine Maoisten mehr. Seit 1978 ist China nationalsozialistisch. Man hat nur vergessen, den Namen der KP Chinas in NSCAP zu ändern.

Über sowjetische Spionage-Netze ist im Grunde ja nichts mehr geheim. Aber das ist auch für Russen viel einfacher als für Chinesen. Gegenüber Chinesen gibt der Westen übrigens auch freiwillig seine Geheimnisse preis.

Kurativ

14. Januar 2022 15:49

Ich sehe den NS als Folge des Ost-Kommunismus. Nach dem Zusammenbruch 1929 hatte man Angst, dass Lenin/Stalin die zerstörerischen Taten der Alliierten im Nachkriegsdeutschland als Ernte einfahren. Übrigens mit dem Geld der Wallstreet. Mit den 100 Millionen Dollar der Komintern für eine nutzlose russische Zentralbank konnte man in Russland einiges in Europa erreichen. Was man auch am Spanischen Bürgerkrieg sehen konnte.

Kurativ

14. Januar 2022 15:51

Was das grauen von Auschwitz betrifft: Wenn man erst einmal so einen Irren mit seinem System installiert hat, dann kann alles passieren. 

Laurenz

14. Januar 2022 19:25

@Kurativ

"Ost-Kommunismus & Auschwitz"

Frage I: Waren Sie schon mal in Auschwitz & welchen persönlichen Eindruck hatten Sie da?

Frage II: Welchen Kommunismus als Herrschaftsform kennen Sie neben Ihrem Ost-Kommunismus? 

Frage III:

Haben Sie Belege dafür, daß die Wallstreet finanzielle Mittel der Komintern gespendet hat?

Kurativ

14. Januar 2022 20:42

Die Frage III passt leider nicht zum vorhergehenden Text. (Die anderen beiden übrigens auch nicht). Damit es etwas heller wird, würde ich Anthony C. Sutton: "Wall Street and the Bolshevik Revolution", DAP, 2001 sowie Walter Görlitz: "Geldgeber der Macht", 1976, S.85 empfehlen.

Laurenz

14. Januar 2022 22:20

@Kurativ

Anthony Sutton ist kein seriöser Historiker, deswegen ist auch @Zeitschnur auf seinen Unfug hereingefallen. Hier handelt es sich um einen Phantasten, einen Scifi-Schreiberling. 

Meine Fragen waren genau deswegen exakt passend. Sutton kann keine historischen Beweise vorlegen. Diese Kack-Debatte hatten wir schon.

https://en.wikipedia.org/wiki/Antony_C._Sutton

"Some historians argue that these books more closely resemble conspiracy theory than genuine historical studies. For instance, in a contemporary review of Sutton's Wall Street and the Bolshevik Revolution, researcher Virgil D. Medlin of Oklahoma City University reported finding numerous factual errors in the book and claimed that Sutton repeated "unsubstantiated allegations [and came to] unwarranted conclusions." Medlin also stated Sutton made use of dubious sources, such as rumor and uncorroborated inquiries, as "documentary proof of [his] allegations."[14]"

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