“Systemvertrauen!” – der Wissenschaftsskeptiker als Feind

"Erneute Aufklärung - Wissenschaft und ihre Erkenntnisse brauchen Vertrauen" ist der Titel eines aufschlußreichen Deutschlandfunk-Essays.

Caroline Sommerfeld

Caroline Sommerfeld ist promovierte Philosophin und dreifache Mutter.

Der Text­pro­du­zent, ein Phi­lo­soph namens Jochen Rack, wid­met sich dar­in dem seit zwei Jah­ren aus­ge­bro­che­nen Ver­lust des Ver­trau­ens in die Wis­sen­schaft. Er fährt alle Geschüt­ze auf, deren er hab­haft wer­den kann, um „die Zer­stö­rung der Ver­nunft“ (Georg Lukács) durch „ver­meint­li­ches Kör­per­wis­sen in der Heil- und Eso­te­rik­sze­ne, wüten­des Quer­den­ken und Glau­be an Ver­schwö­rungs­er­zäh­lun­gen“ gera­de noch aufzuhalten.

“Ich bin doch kein Viro­lo­ge” (erset­ze wahl­wei­se durch “Immu­no­lo­ge” oder “Epi­de­mio­lo­ge”) ist seit Febru­ar 2020 einer der meist­ge­äu­ßer­ten Sät­ze von Intel­lek­tu­el­len und sons­ti­gen Duck­mäu­sern, die gelernt haben, ihren gesun­den Men­schen­ver­stand an “die Wis­sen­schaft” und “die Exper­ten” zu dele­gie­ren. Wer es wagt, sich auf sei­ne Kör­per­wahr­neh­mung, sei­ne Erfah­rung und die sei­ner gewöhn­li­chen Mit­men­schen zu bezie­hen, wird rasch zum gemein­ge­fähr­li­chen, regres­si­ven und aggres­si­ven Feind der Vernunft.

Las­sen Sie mich drei Argu­men­te, die nicht nur hier im DLF, son­dern im media­len Umgang mit “Coro­na­kri­ti­kern” stän­dig vor­kom­men, herauspräparieren:

1. Das ers­te Argu­ment ist uns Rech­ten bereits bekannt: die angeb­li­che „kogni­ti­ve Über­for­de­rung und exis­ten­zi­el­le Ver­un­si­che­rung“ der Abge­häng­ten, Moder­ni­sie­rungs­ver­lie­rer, Ewig­gest­ri­gen und Wut­bür­ger ange­sichts unse­rer “hoch­kom­ple­xen Gesell­schaft”. In Mit Lin­ken leben schrie­ben wir seinerzeit:

Die­se Phra­se wird in Dis­kus­sio­nen immer dann gezückt, wenn fak­ti­sches Tache­les gespro­chen und unlieb­sa­me, wenn­gleich evi­den­te Schluß­fol­ge­run­gen in Sicht­wei­te kom­men. Wie die meis­ten der papa­gei­en­haft wie­der­hol­ten Slo­gans gegen rechts, simu­liert auch die­se belieb­te, zum Paw­lo­w­re­flex gewor­de­ne Nebel­ka­no­ne Intel­li­genz, Durch­blick und ‚Drü­ber­ste­hen‘.

In mei­nem ers­ten Sezes­si­ons­ar­ti­kel knöpf­te ich mir Armin Nas­sehis sozio­lo­gi­sche Kri­tik an den Rech­ten vor. Er kam als einer der ers­ten mit den „ein­fa­chen Ant­wor­ten auf kom­ple­xe Zusam­men­hän­ge“ an, die aus unse­rer Unfä­hig­keit resul­tie­ren wür­den, mit der hyper­kom­ple­xen refle­xi­ven Moder­ne mit­zu­hal­ten. Ich argu­men­tier­te damals, die Sys­tem­theo­rie Luh­manns, auf die sich Nas­sehi berief, tau­ge eben gera­de nicht dazu, die Idee der Kom­ple­xi­täts­re­duk­ti­on nor­ma­tiv gegen das zu schlich­te, fal­sche und dum­me Den­ken der ande­ren zu wen­den. Denn eine kom­ple­xe Gesell­schaft erzeugt am lau­fen­den Band, wohin man auch sieht, nichts ande­res als – Kom­ple­xi­täts­re­duk­tio­nen. Jeder Satz in der Zei­tung ist eine sol­che, jedes Bild in der Tages­schau, jede sozia­le Rol­le, jede Phra­se. Als wenn immer nur die einen, die poli­ti­schen Geg­ner, die Falsch‑, Dumm- und Quer­den­ker, „Kom­ple­xi­tät redu­zie­ren“ würden!

2. Das nächs­te Argu­ment nen­ne ich „Anthro­po­lo­gie­heu­che­lei“. Es besteht dar­in, eine anthro­po­lo­gi­sche Fest­stel­lung (z.B. „der Mensch ist ein rück­sichts­lo­ser Nut­zen­ma­xi­mie­rer“ oder „der Mensch ist ein sexu­ell deter­mi­nier­tes Trieb­we­sen“ oder „der Mensch bewäl­tigt sei­ne Ur-Angst auch heu­te noch durch Mythen“) zu tref­fen – und für sich selbst eine rühm­li­che Aus­nah­me zu machen. Die sieht dann aus­buch­sta­biert so aus, daß ich selbst­ver­ständ­lich ein acht­sa­mer Mit­mensch bin, daß ich mich von der Fest­le­gung auf die geschlecht­li­che Natur eman­zi­piert habe oder daß ich mit der Hyper­kom­ple­xi­tät ganz her­vor­ra­gend zurecht­kom­me. „Intel­li­genz, Durch­blick und ‚Drü­ber­ste­hen‘“, sie­he oben, ermög­li­chen mir (und mei­nes­glei­chen) als Anthro­po­lo­gie­heuch­ler die­se über­mensch­li­chen Leistungen.

Wenn im Pod­cast zu hören ist, „wir“ sei­en „alle Pto­le­mä­er“, bedeu­tet dies nichts ande­res, als daß der Mensch sich lebens­welt­lich auf sei­ne Sin­nes­emp­fin­dun­gen (die Son­ne am Hori­zont unter­ge­hen zu sehen, das „Kör­per­wis­sen“ zu haben, sich gesund oder krank zu füh­len, weil er Sym­pto­me bemer­ken und deu­ten kann) ver­läßt. Der Anthro­po­lo­gie­heuch­ler nimmt sich davon aus, denn er hat, wie es am Schluß des Pod­casts heißt, geübt, „die­sen Schmerz aus­zu­hal­ten, daß ande­re mehr über die Welt wissen“.

Die­se „ande­ren“ sind „die Wis­sen­schaft­ler“, deren unum­stöß­li­che Auto­ri­tät wie­der­her­ge­stellt gehört: „Wir müs­sen die Ver­ant­wor­tung für unse­ren Kör­per an Medi­zi­ner dele­gie­ren“, denn das leib­li­che, pto­le­mäi­sche Füh­len tra­ge „nichts zum Ver­ständ­nis einer Virus­er­kran­kung und ihrer Vor­sor­ge bei“. Die Auf­ga­be der Gesund­heits­po­li­tik sei es des­halb, „Ängs­te zu beschwich­ti­gen, die Ver­ant­wor­tung über den eige­nen Kör­per abge­ben zu müssen“.

Wer Ver­ant­wor­tung über den eige­nen Kör­per zu haben bean­sprucht, ist gemäß die­ser Dik­ti­on nichts weni­ger als ein gekränk­ter Nar­zißt, der eine Abwehr­re­ak­ti­on gegen den his­to­ri­schen Fort­schritt zeigt – eben ein „Pto­le­mä­er“, der nicht ein­se­hen will, daß die Erde um die Son­ne kreist. Nicht nur ein Nar­zißt ist er, son­dern auch ein Sozi­al­schäd­ling, bedroht doch „pto­le­mä­isch ver­bis­se­ne Wis­sen­schafts­feind­lich­keit unser Gemein­we­sen“. Eine Auf­klä­rungs­of­fen­si­ve muß her und ihn end­lich sowohl erleuch­ten als auch unschäd­lich machen.

3. Jochen Rack greift hier­zu auf ein Argu­ment zurück, dem sich die FAZ am 12. Janu­ar 2022 bereits eini­ger­ma­ßen ver­nich­tend gewid­met hat­te: daß die Roman­tik, respek­ti­ve der arme Nova­lis, schuld an der deut­schen Impf­skep­sis sei. Dort schrieb Johan­nes Fran­zen spöttisch:

Hät­te sich etwa unter den Quer­den­kern ein Nova­lis-Kult aus­ge­brei­tet mit blau­en Blu­men am Par­ka, dann hät­te die Beru­fung auf das Erbe der Roman­tik eine ganz ande­re Ener­gie besessen.

Doch das ficht den Phi­lo­so­phen des Deutsch­land­funks nicht an: Wenn heu­te „Impf­geg­ner Mord­dro­hun­gen an Viro­lo­gen und Poli­ti­ker schi­cken und ver­su­chen, sie mit Shit­s­torms, Haß-Postings und Fackel­mär­schen ein­zu­schüch­tern“ und die „neu­rech­te Regres­si­on frei­er Sach­sen“ fröh­li­che Urstän­de fei­ert, läge es am fins­te­ren deut­schen Cha­rak­ter selbst.

Ich habe nicht umsonst oben auf Georg Lukács Die Zer­stö­rung der Ver­nunft (1954) bezug­ge­nom­men: In die­sem Grund­la­gen­werk der mar­xis­ti­schen Ideo­lo­gie­kri­tik woll­te Lukács die Her­kunft des NS-Faschis­mus aus dem Irra­tio­na­lis­mus der deut­schen Roman­tik nach­wei­sen. Der Pod­cast­au­tor befin­det sich in der Schleif­spur der Frank­fur­ter Schu­le, wenn er allen Erns­tes in der heu­ti­gen Eso­te­rik-Sze­ne und deren staats­kri­ti­schen Pro­tes­ten einen „Anti­in­tel­lek­tua­lis­mus mit Mord­lust“ ver­bun­den fin­den will: „rech­te Xeno­pho­bie und eso­te­risch inspi­rier­te Coro­nal­eug­nung pas­sen gut zusam­men“. Er ist nicht allein – auf der erwähn­ten FAZ-Sei­te fin­det sich eine erstaun­lich affir­ma­ti­ve Bespre­chung einer im links­ex­tre­men Ver­bre­cher-Ver­lag erschie­ne­nen Publi­ka­ti­on, die an Ador­nos „Stu­di­en zum auto­ri­tä­ren Cha­rak­ter“ anknüpft und mit der berüch­tig­ten „F‑Skala“ zur psy­cho­ana­ly­ti­schen Dia­gno­se von Per­sön­lich­keits­merk­ma­len, die einen “faschis­ti­schen” Cha­rak­ter aus­ma­chen, heu­ti­ge „Ver­schwö­rungs­theo­re­ti­ker“ auf die Couch legen will.

Zurück zum Pod­cast: Gegen die Dia­gno­se gemein­wohl­ge­fähr­den­der Unver­nunft tut eine Resti­tu­ti­on der Auf­klä­rung anschei­nend bit­ter not. Jochen Rack will dabei hin­ter Hus­serls Kri­sis der neu­zeit­li­chen Wis­sen­schaf­ten, hin­ter Lyo­tards Post­mo­der­nes Wis­sen und auch hin­ter Adorno/Horkheimers Dia­lek­tik der Auf­klä­rung (alle wer­den zitiert) zurück. Für ihn muß es eine unge­bro­che­ne, unre­flek­tier­te und kei­nes­falls in ihr dia­lek­ti­sches Gegen­teil – näm­lich neue Mythen – umschla­gen­de Auf­klä­rung, in der die neu­zeit­li­che Wis­sen­schaft unhin­ter­fragt gilt. Dide­rots und D’Alemberts Enzy­klo­pä­die (1751–1780) ist ihm dazu gera­de recht, woll­ten doch die Auf­klä­rer gegen den „Aber­glau­ben“ wir­ken und – Zitat aus der Enzy­klo­pä­die – „Beden­ken besei­ti­gen, die durch Unsi­cher­heit genährt werden“.

Dem­entspre­chend fällt Racks Vor­schlag, wie man dies heu­te bewerk­stel­li­gen könn­te, fas­zi­nie­rend ahnungs­los aus: man müs­se zur Auf­klä­rung der noto­ri­schen Quer­den­ker, Eso­te­ri­ker und Pto­le­mä­er auch „Ani­ma­tio­nen nut­zen, um Zusam­men­hän­ge zu erklä­ren“, es gäbe dafür ja „gut gemach­te Erklär­vi­de­os auf You­Tube“. Und wenn das nicht hel­fen soll­te, um ein für alle­mal das Ver­trau­en in die Wis­sen­schaft wie­der­her­zu­stel­len, dann heißt “die Auf­klä­rung ver­tei­di­gen, bereit sein, die Poli­zei ein­zu­schal­ten und die Gerich­te zu bemü­hen“. Auf­klä­rung haben sich Dide­rot und D’Alembert mit Sicher­heit etwas anders vor­ge­stellt. Sei­ner Freun­din Sophie Volland schrieb Dide­rot 1762:

Die­ses Werk wird sicher mit der Zeit eine Umwand­lung der Geis­ter mit sich brin­gen, und ich hof­fe, dass die Tyran­nen, die Unter­drü­cker, die Fana­ti­ker und die Into­le­ran­ten dabei nicht gewin­nen werden.

– – –

Fol­gen Sie der Sezes­si­on auf tele­gramhier ent­lang.

Caroline Sommerfeld

Caroline Sommerfeld ist promovierte Philosophin und dreifache Mutter.

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Kommentare (78)

Umlautkombinat

3. März 2022 11:32

Ich bin diese fehlgeleitete Dichotomie leid. Das ist so fruchtlos. Koerpergefuehl ist OK. Ich lege selbst Wert darauf. Man kann es dann aber auch weitergehend nutzen. Wissenschaft ist einer systematischen Zugaenge, der genau dazu erfunden wurde.

Ich besitze einen naturwissenschaftlich-mathematischen Hintergrund und sehe genau das Gegenteil. Wir haben nicht zu viel, sondern zu wenig Wissenschaft. Was oben geschildert ist, ist der Cargokult an Wissenschaft und eben gerade keine echte Solche.

Wenn ich all dem Coronaunsinn ablehne, dann tue ich persoenlich das gerade, weil ich in der Lage bin, mir eine eben auch wissenschaftlich fundierte Meinung dazu zu bilden. Waere das Niveau  wissenschaftlicher Bildung und der damit einhergehenden Faehigkeit ihre Handwerkszeuge an Analyse und genereller Methodik zu benutzen unter der Bevoelkerung hoeher und auch belastbar, dann haetten die Demagogen schwereres Spiel gehabt. Denn all diese Spezialisten und "Experten" kann man schon als Nichtspezialist in Schwierigkeiten bringen. Man muss ja nicht erklaeren, man kann aber die richtigen Fragen stellen. Und natuerlich den Umgang damit bewerten. Das genuegt auch, der Laie ist nicht in Bringepflicht. Die Gegenueber allerdings massiv, auch in der Qualitaet rein wissenschaftlicher Begruendung.

Hier ist wieder einmal das bedauerliche Schisma zwischen Geistes- und Naturwissenschaften zu sehen. Und es ist ehrlich gesagt bedrueckend, dass die Argumentationslinie von Seiten dieser Geisteswissenschaft dann immer wieder derart tief auf tatsaechlich esoterische Positionen gelegt und beschraenkt wird.

Heinrich Loewe

3. März 2022 11:57

Das ist doch Unsinn; es besteht keine Vertrauenskrise in die Wissenschaft! Die evidenz- und datenbasierte, muß man hinzufügen. Das Problem sind doch die verborgenen Agenden der vermeintlich wissenschaftlichen Akteure, die da wären:

Man will seine gefährlichen Steckenpferde vor moralischer Delegitimierung schützen (gain-of-function-Forschung).

Man will seine eigene Korruptheit verschleiern (Pharmakonzerne - Fauci).

Es geht um Macht und Kontrolle anstatt Gesundheit (Impfzwang, Impfpass).

Undsoweiter.

Diese Agenden springen dermaßen ins Auge, daß niemand mehr von Verschwörungstheorien faseln kann. Es ist direkt in deinem Gesicht!

Dieses Leute und ihre Motive muß man tagtäglich an- und auszählen.

Eben weil wir auf der Wissenschaftlichkeit bestehen haben wir auch den moral highground.

RMH

3. März 2022 12:26

Es wurde in den Diskussionen über diese Themen schon häufiger auf den Umstand hingewiesen, dass Rechte grundsätzlich eigentlich für Wissenschaft, Autoritäten und Institutionen sind. Daraus folgt aktuell ein gewisses Dilemma, welches man m.M.n. nur dadurch auflösen kann, in dem man die Institutionen und Autoritäten, u.a. mit dem Verweis auf vergangene wissenschaftliche Standards, die verlorengingen, und dem Hinweis auf ihre aktuelle Korrumpiertheit weiter "schleift". Am Ende bedarf es dann neuer oder zumindest geläuterter Institutionen (ist das bereits eine Utopie?).

@Umlautkombinat,

Bitte Esoterik nicht an dem Firlefanz festmachen, den man so landläufig darunter versteht und der seine seltsamen Blüten treibt. Sollten Sie einmal das Glück haben, eine echte Initiation zu erhalten, dann werden Sie feststellen, wie gerade Mathematik und Logik ein extrem große, ja fast tragende Rolle bei einer esoterischen Weltanschauung haben (ja auch das, was man heute als Wissenschaft begreift, hat esoterische Grundlagen). Im übrigen ist zu einem guten Teil jeder Mensch bereits Esoteriker, er ist sich dessen ohne Initiation oder anderer, dann eher zufälliger "Heureka"- Momente nur eben nicht bewusst.

Maiordomus

3. März 2022 12:44

Stichwort: Novalis. Er war ein Naturwissenschaftler und Bergmann aus der Freiberg-Schule des Wissenschaftsgiganten Werner; die Gesamtausgabe von Hardenbergs Schriften beträgt sechs dicke Bände, wobei die beruflichen und wissenschaftlichen Werke von besonderer Bedeutung sind. @Umlautkombinat. Die romantisch-esoterischen Klischees führen da nicht weiter. Novalis war in diesem Sinn nicht nur ein bedeutender Dichter, sondern ein wesentlicher deutscher Intellektueller seiner Zeit, dessen Schaffenskraft man angesichts einer Lebenszeit von weniger als dreissig Jahren nur als Phänomen bezeichnen kann. Etwas näher befasste ich mich mit seinen Beziehungen zu Baader und auch den Bezügen zu Paracelsus, der für Novalis ähnlich wie 200 Jahre zuvor für Kepler ein bedeutender Anreger war. Novalis konnte, wie der fast gleichaltrige Schelling, sehr viel mit Mathematik anfangen, auch mit Physik, im Sinne der Schelling-Losung: "Kommet her zur Physik, und erkennet das Ewige." Vor 12 Jahren hatte ich das Vergnügen, mich in Freiberg im dortigen Museum der Bergbauwissenschaften über diese Zusammenhänge zu äussern. Von einem Schisma zwischen Geistes- und Naturwissenschaften kann man in diesem Zusammenhang nicht sprechen. 

Umlautkombinat

3. März 2022 13:02

> Bitte Esoterik nicht an dem Firlefanz festmachen, den man so landläufig darunter versteht und der seine seltsamen Blüten treibt.

Ich hatte ueberhaupt nichts dazu gesagt, woran ich meinen Begriff nun genau festmache.

> Sollten Sie einmal das Glück haben, eine echte Initiation zu erhalten

... die natuerlich niemand mit einem derart unsubtilen Begriff von Esoterik erhalten haben kann, nicht wahr :)  Mein Gott, diese exklusiven Wisser der tieferen Dinge und des Inhaltes eines halben Jahrhunderts Leben ihnen voellig Unbekannter...

Vielleicht beschraenken wir uns einfach einmal auf die Sache, um die es im vorgegebenen Artikel geht. Und da steht der ungenuegend verwendetete Wissenschaftsbegriff mit im Zentrum.

 

Allnichts

3. März 2022 13:06

Es sollte unterschieden werden zwischen den Wissenschaften und Wissenschaftsbereichen, welche sich vor allem auf Berechenbarkeit und Messbarkeit gründen, und jenen, deren Herangehensweise und Informationslage viel mehr Deutungsspielraum mit sich bringen - sozusagen Objektiv- und Subjektiv-Wissenschaften. So scharf trennbar ist das natürlich nicht immer und überhaupt sollte keiner Wissenschaft einfach blind geglaubt werden, doch lag das Problem fast der gesamten Rechten in der mittlerweile vielleicht als auslaufend zu erklärenden Corona-Pandemie, -"Pandemie", -Plandemie darin, dass ein grundsätzliches und im Grunde allumfassendes Misstrauen den Eliten gegenüber, eine mehr oder weniger vollkommene Ablehnung derselben samt ihres Systems damit gepaart wurde, ein Phänomen, welches erst einmal in die erste Wissenschaftsgruppe fällt, unverhältnismässig ausgeprägt so zu behandeln, als sei es vor allem eine Angelegenheit der zweiten Wissenschaftsgruppe.

Es wurde unter dem Vorzeichen von Politik, Kultur, Wirtschaft, Medien, Psychologie, Philosophie, Religion gedeutet, aber um Naturwissenschaft ging es kaum, und wo es um Mathematik ging, zeigten sich deutliche Schwächen. Dadurch wurde das eigentliche Problem verkannt. Die Wissenschaftsskeptiker wurden ja nicht scharf kritisiert, weil sie skeptisch gegenüber wissenschaftlichen Erkenntnissen waren, sondern weil zu viele von ihnen einfach Unsinn verbreitet und offensichtlich wenig verstanden haben. Dies sollte kritisch aufgearbeitet werden, stattdessen wird es eisern verteidigt. "Die Rechte" liegt hier schlichtweg falsch.

Laurenz

3. März 2022 13:18

Die meisten Menschen erachten alle anderen als blöde. Mutmaßlich haben auch alle Recht. Der Verstand des Menschen ist doch noch recht unterentwickelt. Der Punkt ist hier, daß die links mutierte Gesellschaft die mediale Deutungshoheit besitzt. Von daher ist auch vollkommen egal, welche Keule in linken Medien gerade ausgepackt wird. Mehr als Keulen sind dort ja auch nicht existent.

Allerdings kann man, gemäß Umlautkombinat, festhalten, daß es doch wenige Linke gab & gibt, die ein Auto konstruieren & bauen können, geschweige überhaupt ein Unternehmen zu führen in der Lage sind. Auch ist bei Linken festzuhalten, daß bei diesen eine wesentlich größere Divergenz zwischen Denkwelt, also Ideologie, & eigenem Lebenswandel besteht, gutes Beispiel, Langstrecken-Luisa.

Ist Virologe nicht mittlerweile ein Schimpfwort? Deren Wissenschaft hat doch eher was mit Mäxchen, also dem Würfeln zu tun.

Kommentar Sommerfeld:
"Der Verstand des Menschen ist doch noch recht unterentwickelt" - eine herrliche anthropologische Annahme. Gilt sie für alle Menschen?

Umlautkombinat

3. März 2022 13:30

@Maiordomus

> Stichwort: Novalis. [...] Von einem Schisma zwischen Geistes- und Naturwissenschaften kann man in diesem Zusammenhang nicht sprechen.

Sind Sie sich eigentlich darueber bewusst, wie sehr Sie meinen Punkt unterstreichen? Im 15ten Jahrhundert konnte man aus naheliegenden Gruenden keine Unterscheidung zwischen Katholiken und evangelischen Christen feststellen. Wer auf dieser Grundlage allerdings im meinetwegen 19ten Jh. eine Trennung verneinte, der war weit weg von jeder Realitaet dieser Zeit.

Es ist immer wieder auffaellig, wie einer signifikant grossen Anzahl der Kommentatoren hier sowohl Interesse als dann natuerlich auch Wissen zum generellen Stand der Naturwissenschaft selbst des zwanzigsten, geschweige des 21ten Jahrhunderts vollstaendig oder in entschieden zu grossen Teilen abgeht. Das tut einem Selbstbild irgendwie darueber zu stehen, allerdings ebenfalls zu oft keinerlei Abbruch.

 

quarz

3. März 2022 13:48

Am Deutlichsten offenbart sich die Heuchelei der vorgeblichen Wissenschaftsfreunde ja darin, wie selektiv die Autorität der Wissenschaft von ihnen in Anspruch genommen wird.

Bei denselben Leuten, die in Impfangelegenheiten den großen Scientisten raushängen lassen, kippt die Stimme alsbald ins Hysterische, wenn man ihre Dogmen in Bezug auf Geschlecht, Rasse, Intelligenz oder Gesellschaftsstruktur mit Verweis auf empirische Forschungsresutate in Frage stellt. Da verwandelt sich die Wissenschaft, deren Hohepriester man eben noch verkörpert hat, schlagartig in Naziteufelei, der gegenüber man sich in die Rolle des Gesinnungswächters und Anklägers begibt.

Adler und Drache

3. März 2022 14:04

Rack sagt "Wissenschaft", meint aber "Dogma", das nicht zu hinterfragen ist, weil es nicht diskutiert werden kann. 

Demzufolge ist sein Text auch keine "Aufklärung", sondern Propaganda - er benutzt positiv besetzte Begriffe wie z.B. "Wissenschaft", um ein Feindbild zu stabilisieren und Energien dagegen zu bündeln. 

Sattsam bekanntes Spiel in immer neuen Variationen. 

Derlei publizistische Maskirovka ist häufig ungeheuer geschickt gestrickt, sodass man - wenn einem Zeit und Kenntnis fehlen - eigentlich nur nickend bejahen kann, wenn vielleicht auch irgendwo irgendein ungutes Gefühl bleibt ...

Erschwerend kommt hinzu, dass er ja auch Recht hat. Es gibt ja diese Phänomene, die er kritisiert. Es ist selten alles aus den Fingern gesogen, aus den Rippen geschnitten oder aus dem Kreuz geleiert wie beim guten alten Relotius. Auch bei mir selbst ist es so, dass mich die Vorgänge der letzten Jahre sehr viel skeptischer gegenüber der Wissenschaft (also nicht nur dem, was so etikettiert wird, sondern der richtigen, wahren) gemacht haben. Ich zweifle mittlerweile sehr viel mehr an.   

Imagine

3. März 2022 14:14

1/2

Wahrheit ist aber in unsrer Zeit nicht nur Unsittlichkeit, Wahrheit ist auch Unwissenschaftlichkeit – Wahrheit ist die Grenze der Wissenschaft. […]
Wo die Wissenschaft zur Wahrheit kommt, Wahrheit wird, da hört sie auf, Wissenschaft zu sein, da wird sie ein Objekt der Polizei – die Polizei ist die Grenze zwischen der Wahrheit und Wissenschaft.
Wahrheit ist der Mensch, nicht die Vernunft in abstracto, das Leben, nicht der Gedanke, der auf dem Papier bleibt, auf dem Papier seine volle, entsprechende Existenz findet. Gedanken daher, die unmittelbar aus der Feder in das Blut, aus der Vernunft in den Menschen über gehen, sind keine wissenschaftlichen Wahrheiten mehr. […]
Ratlosigkeit im Kopfe, Tatlosigkeit im Herzen – Wahrheits- und Gesinnungslosigkeit, kurz, Charakterlosigkeit, ist daher jetzt die notwendige Eigenschaft eines echten, rekommandabeln, koschern Gelehrten – wenigstens eines solchen Gelehrten, dessen Wissenschaft ihn notwendig in Berührung mit den delikaten Punkten der Zeit bringt.

 

Imagine

3. März 2022 14:15

2/2

Aber ein Gelehrter von unbestechlichem Wahrheitssinne, von entschiedenem Charakter, der eben deswegen den Nagel mit einem Schlage auf den Kopf trifft, der das Übel bei der Wurzel packt, den Punkt der Krisis, der Entscheidung unaufhaltsam herbeiführet – ein solcher Gelehrter ist kein Gelehrter mehr – Gott bewahre! – er ist ein »Herostrat« –, also flugs mit ihm an den Galgen oder doch wenigstens an den Pranger! Ja, nur an den Pranger; denn der Tod am Galgen ist den ausdrücklichen Grundsätzen des heutigen »christlichen Staatsrechts« zufolge ein unpolitischer und »unchristlicher«, weil offen ausgesprochner, unleugbarer Tod, aber der Tod am Pranger, der bürgerliche Tod ist ein höchst politischer und christlicher, weil hinterlistiger, heuchlerischer Tod – Tod, aber ein Tod, der nicht scheint, Tod zu sein.
Und Schein, purer Schein ist das Wesen der Zeit in allen nur einigermaßen kitzligen Punkten.
[Hervorh. d. mich]

 

Niemand

3. März 2022 14:22

Die Wissenschaftsskeptiker wurden ja nicht scharf kritisiert, weil sie skeptisch gegenüber wissenschaftlichen Erkenntnissen waren, sondern weil zu viele von ihnen einfach Unsinn verbreitet und offensichtlich wenig verstanden haben. Dies sollte kritisch aufgearbeitet werden, stattdessen wird es eisern verteidigt. "Die Rechte" liegt hier schlichtweg falsch.

Es ist mir buchstäblich unerklärlich, wie Sie so etwas schreiben und ernst meinen können, wenn Sie es denn ernst meinen sollten. Die Kritiker haben in praktisch allen Punkten Recht behalten, die "offizielle Wissenschaft", der es massiv an Wissenschaftlichkeit gebrach und weiterhin gebricht, lag in praktisch jedem Punkt falsch und mittlerweile liegt das ganz offen zutage. Es ist ziemlich eindeutig, wo hier was aufzuarbeiten ist.

RMH

3. März 2022 14:26

"diese exklusiven Wisser"

@UK

Jetzt mal bitte keine Ressentiments aufbauen oder vermuten, wo kein Anlass ist. Gerade die, die Exklusivität für die im Grunde genommen unexklusiveste Sache der Welt predigen, machen eben die Geschäfte. Mit dem Wort "echt" wollte ich zum Ausdruck bringen, dass man die Einführung nicht von denen erhalten sollte, die ein Riesen-Bo-Hei daraus machen und Kurse, Salben, Krimskrams verkaufen wollen. Und Initiation bedeutet eben nicht labern, bis der Doktor kommt oder Bücher bestellen und lesen, bis der Paketbote streikt. Wer suchet, der findet. Im Kleinen wie im Großen. Initiation macht einen auch nicht zum besseren Menschen oder zum Oberchecker und schon gar nicht zum "Erleuchteten", der über den Dingen schwebt (eher im Gegenteil, die Verbundenheit mit den Dingen wird erkannt) - es bietet lediglich den Vorteil, den ganzen Brimborium als Brimborium erahnen zu können und das, was Gehalt hat, als gehaltvoll und man erwirbt einen gewissen Respekt statt Ressentiments. Man wird deshalb übrigens auch kein "Esoteriker".

Wissenschaftler, die ihre eigenen Traditionslinien nicht kennen, die nicht in Zusammenhängen denken wollen, sind keine und das Drama, welches sich daraus entwickelt erleben wir unter anderem bei denen, die sich "auf der sicheren Seite" der Wissenschaft meinen und einen jetzt eben Corona und damit für dumm verkaufen wollen.

Gracchus

3. März 2022 14:26

Wenn ich so etwas lese, packt mich in der Tat eine Mordswut, aber eine intellektuelle - und die einzige Frage, die sich mir stellt, und der einzige Kommentar, der mir hierzu einfällt, lautet: Warum darf Sommerfeld diesem rasenden Gefasel am aufklärerischen Nullpunkt nicht direkt auf DFL erwidern? 

Karl Otto

3. März 2022 14:52

Ist das dieser Jochen Rack? 

"Jochen Rack, geboren 1963, lebt als freier Autor, Kritiker, ARD-Hörfunkjournalist und Mitarbeiter der Redaktion „Kulturkritik“ des Bayerischen Rundfunks in München. Er schrieb für verschiedene Zeitungen und Zeitschriften. 2010 erschien sein Romandebüt „Menschliches Versagen“, 2016 der Roman „Glück allein“."

Den würde ich nicht unbedingt als Philosophen bezeichnen. Nun ja, der Titel ist ja nicht geschützt, nach dem dritten Bier an der Theke ist im Grunde jeder ein Philosoph.

Kommentar Sommerfeld: Ja, das ist er. Insofern der Beitrag ausschließlich auf Philosophen / einen "philosophischen Diskurs" rekurriert, ist es ein philosophischer Hörfunkessay. Im Sinne der akademischen Berufsbezeichnung ist Rack kein Philosoph. Das dritte Bier spielt hier keine Rolle ...

Umlautkombinat

3. März 2022 15:13

> Und Initiation bedeutet eben nicht labern

Vor allen Dingen sehe ich ueberhaupt nicht, was solche Dinge mit dem Thema dieses Artikels zu tun haben.

> Wissenschaftler, die ihre eigenen Traditionslinien nicht kennen, die nicht in Zusammenhängen denken wollen, sind keine

In Zusammenhaengen zu denken kann man sicher so allgemein fordern. Mit den Traditionslinien wird es da allerdings sehr subjektiv in Hinsicht darauf, was genau gemeint ist. Sie sind als Gesamtbegriff weder notwenig noch hinreichend noch ueberhaupt sinnvoll fuer die Einschaetzung einer Person als guten oder schlechten Wissenschaftler. Das ist eher recht individuell.

Adler und Drache

3. März 2022 15:16

@Imagine: Aus welcher Quelle zitieren Sie?

Laurenz

3. März 2022 15:24

@CS (1)

"Der Verstand des Menschen ist doch noch recht unterentwickelt" - eine herrliche anthropologische Annahme. Gilt sie für alle Menschen?

Wenn jeder Recht hat, muß das ja stimmen. Und dann gilt das natürlich für alle. Daß die Philosophie die Mutter aller Wissenschaften sei, erachte ich als Lüge. Die Mutter aller Wissenschaften, im eigentlichen Sinne, ist die Kunst, immer bessere Waffen herstellen zu können als andere. Denn nur dadurch bestimmt man die Deutung. Wenn Repetitio die Mutter aller Studien ist, was schon plausibler klingt, zeigt diese Mutter, daß wir über keine 100%ige Eingabe in unser Hirn, dem Speichermedium, verfügen. Das hat explizit mit unserer begrenzten Wahrnehmung zu tun. Da Sie, CS, eine öffentliche Person sind, kennen Sie im Schnitt auch mehr Menschen als der Durchschnitt. Aber wie viele Menschen können Sie persönlich wahrnehmen? 250, 300? Da wird es schon eng. Natürlich können Sie, wie viele Wissenschaftler, alle Bereiche des Alltags, auch die Kinder, an Personal abgeben. Dadurch werden noch mal ein paar Kapazitäten frei.

Laurenz

3. März 2022 15:33

@CS (2)

"Der Verstand des Menschen ist doch noch recht unterentwickelt" - eine herrliche anthropologische Annahme. Gilt sie für alle Menschen?

Auch in der Erforschung des Irrationalen, wendet man sich vielleicht lieber an Karl Grammer (Signale der Liebe) als an Richard Dawkins. Aber falls man das für voll nimmt, kann man sich morgen schon scheiden lassen. Hier kommen wir in den Bereich, in dem sich Linke tummeln. Der Haken an einer gesellschaftlichen Konstruktion ist, daß auch Linke ein animalisches Balzverhalten an den Tag legen, dem entkommt (fast) keiner, auch (so gut, wie) kein "Wissenschaftler". Daß wir gar nicht für Wissenschaft konstruiert sind, erkennt man gut am Terminus "Unendlichkeit", die man, wenn, besser fühlen, als verstehen kann. Und warum ist das so? Weil unsere Lebenswelt, wie unser "Denken", trotz des "Fensters" Hubble, endlich ist. Wir selbst kommen nicht von diesem Planeten weg.

Der Gehenkte

3. März 2022 16:10

Die Mühe ehrt CS! Aber ist es sie wert? 28 Minuten redet der Mann, aber schon der erste Satz ist so hanebüchen, daß ich keinen weiteren lesen werde: "... eine Entscheidung für oder gegen die Corona-Impfung läßt sich ohne virologisches Fachwissen kaum sinnvoll treffen".

Das ist gleich mehrfach Unsinn und als Prämisse genutzt, knüllt es den Text schon vor der Lektüre zusammen. Zum einen "denkt Wissenschaft nicht", d.h. man kann aus ihren Erkenntnissen keine Handlungsanweisungen generieren.

Täte sie es aber, so bietet sie auf jedes Problem, auf jede Frage mindestens zwei Antworten: Ja und Nein und meist unendliche viele Abstufungen dazwischen. Virologische Einsichten helfen uns in keiner Weise dabei, ob wir uns gegen ein Virus schützen sollten oder nicht. Das tut stattdessen die Empirie. Wenn ich sehe, daß die Leute um mich herum wie die Fliegen umfallen, werde ich mich impfen lassen, vorausgesetzt, sie fallen danach nicht ebenfalls wie die Fliegen um. Das Problem der Corona-Impfung ist, gerade an einem Grenzbereich angesiedelt gewesen zu sein: es gab in beide Richtungen valide Sorgen geringer statistischer Relevanz.

Und schließlich ist der Mensch - Achtung: anthropologisches Argument - das Tier, das immer anders kann. Er kann auch gegen seine Lebensinteressen handeln - man nennt das Freiheit. Daher schrieb Camus «Es gibt nur ein wirklich ernstes philosophisches Problem: den Selbstmord. Sich entscheiden, ob das Leben es wert ist, gelebt zu werden oder nicht, heißt auf die Grundfrage der Philosophie antworten.»

tearjerker

3. März 2022 16:15

Um den Coronaunsinn abzulehnen, muss ich doch kein Wissenschaftler sein. Ein Blick in die eigene Umgebung und auf die Leute, die mir diesen Quatsch andrehen wollen, reicht. Der Rest sind Machtfragen (Impfpflicht), Statustreitigkeiten und Dünkel (Rumschmollen wegen bösen Esoterikern, was wisst Ihr schon über Wissenschaft), allerlei Kurioses (Lauterbach als Minister für Gesundheit) und unausrottbare Irrtümer der Geschichte (das ist nicht die richtige Wissenschaft, der richtige Kommunismus etc). Dass ausgerechnet die Fraktion, die Hirschblasen bei Vollmond vergräbt, damit die nächste Kresseernte besonders gut ausfällt, massgeblich die sichtbaren Proteste auf der Strasse mit angeschoben hat, ehrt diese Leute.

Umlautkombinat

3. März 2022 16:35

> Dass ausgerechnet die Fraktion, die Hirschblasen bei Vollmond vergräbt, damit die nächste Kresseernte besonders gut ausfällt, massgeblich die sichtbaren Proteste auf der Strasse mit angeschoben hat, ehrt diese Leute.

:D

Aber dummerweise ist die frueher eigentlich kaum unterscheidbare Klientel  derjenigen, die nach Entdeckung einer Verpackung mit E-Nummer regelmaessig den gesamten zugehoerigen Laden exkommuniziert hat andersherum durchaus ganz vorn mit dabei sich bis ins zehnte Glied, einschliesslich ungeborener Kinder, die Spritze zu geben.

kikl

3. März 2022 17:07

Vielleicht veröffentlichen Sie es, auch wenn es hier nicht hin gehört. Ich möchte der Begeisterung für Eric Zemmour einen Dämpfer verpassen:

"Auch gegenüber Deutschland hat Zemmour eine klare Haltung. In einem Interview mit der Zeitschrift „Valeurs Actuelles“ am 13. September 2018 sagt er: „Wenn Frankreich eine herrschende Macht in Europa bleiben will, muss es Deutschland zerschlagen und zur eindeutigen Hegemonialmacht werden.“ "

Das sollte uns zu denken geben. 

https://www.achgut.com/artikel/macron_zemmour_lepen_deutschland_in_frankreichs_wahlkampf_

brueckenbauer

3. März 2022 17:11

Bei der Lektüre dieses Artikels wird mir wieder klar, wie aktuell der alte Karl Popper ist. Sommerfelds Verteidigung des individuellen "Körpergefühls" entspricht genau Poppers Verteidigung der Demokratie: Der einzelne muss letztlich das Recht behalten, zu beurteilen, ob die Politik der Eliten ihm gut tut oder nicht. Dieses Recht kann ihm nicht verwehrt werden mit der Begründung, es gebe Wissenschaftler (marxistische Poljtologen o.ä.), die das besser beurteilen können als er.

Umlautkombinat

3. März 2022 17:11

@Der Gehenkte

(1)

> aber schon der erste Satz ist so hanebüchen, daß ich keinen weiteren lesen werde: "... eine Entscheidung für oder gegen die Corona-Impfung läßt sich ohne virologisches Fachwissen kaum sinnvoll treffen".

Fuer Unsinn - und auch noch mehrfachen und hanebuechenen - halte ich den Satz nicht. Er enthaelt allerdings eine Forderung, die Sie bekanntermassen nicht moegen: Versehe dich mit hartem Grundlagenwissen. Das ist erst einmal voellig richtig, und dann erst beginnen die sinnvollen Einschraenkungen: Es muss nicht voll ausgeschoepfte Virologie sein, ein paar Dinge Niveau Bioleistungskurs duerfen es aber schon sein. Auch ist solches Wissen - auch die eingeschraenkte Variante - zu einem gewissem Grad notwendig, aber natuerlich nie hinreichend

 

 

Umlautkombinat

3. März 2022 17:11

(2)

> Virologische Einsichten helfen uns in keiner Weise dabei, ob wir uns gegen ein Virus schützen sollten oder nicht. Das tut stattdessen die Empirie. Wenn ich sehe, daß die Leute um mich herum wie die Fliegen umfallen, werde ich mich impfen lassen, vorausgesetzt, sie fallen danach nicht ebenfalls wie die Fliegen um.

Nix "in keiner Weise". Ein Gedankenexperiment:

Sie sitzen in einem Haus fest. Draussen weht rosa Nebel. Ein einigermassen vernuenftig erworbenes Wissen sagt Ihnen, der Nebel ist giftig und haut Sie toedlich um, aber er verschwindet eine Minute vor ihrem Dursttod. Dann koennen Sie raus zum Brunnen, der ist 50 Sekunden weg.
Zweite Quelle ist Ihr Radio. Das sagt ungiftig, holen Sie sich jederzeit in Ruhe ihr Wasser. Sie haben kein Telefon kein Netz, kein Wasser, nix. Sie haben keine Empirie. Sie haben nur Ihr Wissen.
Was tun Sie, lassen Sie es drauf ankommen, oder gehen Sie gleich raus?

Laurenz

3. März 2022 17:23

@Der Gehenkte

"... eine Entscheidung für oder gegen die Corona-Impfung läßt sich ohne virologisches Fachwissen kaum sinnvoll treffen".

Woher will ein Philosoph wissen, ob virologisches Fachwissen tatsächlich existent ist? Das kann nach der eigenen Maxime ein Philosoph in keiner Weise beurteilen.

Wenn man vom ersten Philosophen ausgeht, Thales von Milet, quasi ein Struwwelpeter, ein "Hans guck' in die Luft", (heute würde man sagen ADHS bei Erwachsenen,) über den sich auch Mägde lustig machten, weil er auch mal in in einen Brunnen fiel, dient die Philosophie der Überwindung größerer, auch kollektiver, Streßeinwirkungen. Dieser Racker oder so, gibt aber die Verantwortung der Philosophie damit an Quacksalber ab. Schafft er nicht damit die Philosophie ab?

Der Gehenkte

3. März 2022 19:37

@ Umlautkombinat

Es wäre doch absurd, sich gegen Bildung und Information auszusprechen, auch auf einem so speziellen Gebiet wie der Virologie. Verstehen werden es die meisten dennoch nicht, weil ihnen die Grundlagen fehlen, die man sich über Jahrzehnte erwirbt und nicht mal einfach so mit ein paar Videos von Leuten, die oft selbst keine Ausbildung haben, wie das heutzutage viele machen. Und natürlich k a n n das individuell zur Entscheidungsfindung beitragen (das ist noch immer meine Entscheidung), aber man muß zwischen Wissen und Entscheidung/Handeln trennen. Der zitierte Satz behauptet , daß es ohne Fachwissen prinzipiell nicht ginge - und das ist Unsinn, denn entscheiden kann sich wissend und unwissend jederzeit aufgrund von Wissen oder Unwissen.

Die Frage - neben meinen drei Argumenten noch ein viertes: wo beginnt dann die Zone der Entscheidungsbefugnis durch Wissenschaft? Wie qualifiziert muß einer sein, um eine solche Entscheidung fällen zu können? Es gibt hier keine Grenzen, die man einfach so festlegen kann: auch der größte Experte ist angesichts des noch-Wissbaren ein Stümper. Kimmich hat sich nicht Impfen lassen, weil er sich informiert hat und andere lassen sich impfen, weil sie ich informiert haben - Ja/Nein.

 

Der Gehenkte

3. März 2022 19:39

@ Umlautkombinat

An ihrem Bsp. rosa Nebel: Ich gehe nicht vor die Tür, weil die Empirie mir sagt - die vorgegeben ist durch meine lebenslangen Erfahrungen -, daß es Gefahr bedeuten könnte. Sie hingegen warten erst auf die chemische Analyse eines Experten? Und selbst wenn der Experte warnt: ich könnte noch immer hinausgehen und vielleicht sogar gerade deswegen! Das ist meine Freiheit.

Frieda Helbig

3. März 2022 20:41

Gestern kurzer Austausch von Textnachrichten mit meiner Lieblingsphilosophin:

Es ist super bequem die Verantwortung über die eigene Gesundheit abzugeben, dann muß man sich nicht selbst drum kümmern. Das entlastet ungemein. Aber welchen Preis zahlt man dafür?

Den der eigenen Identität. 

Und - kann Wissenschaft denn überhaupt alles erklären bzw. fassen? 

Darf ich weiterhin unvernünftig sein, also Alkohol trinken, Schokolade essen, Pfeife rauchen, schnell Auto fahren? 

Danke @CS für den Artikel, der mich zum Weiterdenken anregt...

 

Imagine

3. März 2022 20:56

Mein Zitat stammt von Ludwig Feuerbach „Das Wesen des Christentums“ (1848).

Wirkliche Wissenschaftsfreiheit gab es in Deutschland bislang nicht, am ehesten zur Zeit der Weimarer Republik und in Westdeutschland in den ersten beiden Nachkriegsjahrzehnten. Da gab es einen gewissen Pluralismus.

Ansonsten gab es Repression, Zensur, Korruption und Betrug.

Nach dem WK II bestimmten die Siegermächte die Wissenschaft. Vieles in der BRD war CIA beeinflusst (z.B. „Kongress für kulturelle Freiheit“).

Dem „Bund Freiheit der Wissenschaft“ war die wichtigsten Plattform des reaktionären Konservatismus, dem es um die Unterdrückung kritischer Wissenschaft ging.

Dem Radikalen Konstruktivismus mit seinem Subjektivismus ging es um Zerstörung jener Wissenschaft mit Anspruch auf Objektivität und Wahrheit. Sehr deutlich bei Heinz von Foerster („Wahrheit ist die Erfindung eines Lügners“). Das richtete sich insbesondere gegen eine materialistisch fundierte Gesellschaftsanalyse und -kritik.

 

Laurenz

3. März 2022 21:15

@Frieda Helbig

Es ist ja nicht so, daß es früher keine Wissenschaft & Medizin gab. Ende des 19. Jahrhunderts fanden deutsche Professoren an die 60 unterschiedlichen Muskelschwund-Krankheiten. Bis auf MS oder im schlimmen Fall ALS forscht auch kaum ein Pharmaunternehmen danach, weil zuwenige daran erkranken. Und bei ALS hat man auch nicht wirklich etwas in der Hand. 

Ich kann Ihnen nur noch mal die 3-teilige historische ARTE-Doku übers Opium ans Herz legen, die JS neulich gepostet hatte. https://youtu.be/QxavPuP7b0k

Bei ca. 19:20 in der ersten Folge kommt man zum Heroin von Bayer. Zuvor waren ganze Gesellschaften von Laudanum abhängig.

Was Rackchen zum Linken macht, ist die völlige Geschichtsignoranz. Bis auf die verbesserte Feinmechanik, Mikroskopen, Rechnern, was den Ingenieuren & Hardware-Spezialisten zuzuschreiben ist, & nicht den Medizinern, sind wir in der Medizin kaum weiter als vor 100 Jahren. Sie, Frieda Helbig, wissen doch viel besser als ich, daß in Kliniken heute noch Opium gespritzt wird.

Wir sind wahrscheinlich ohne Viren gar nicht lebensfähig.

https://www.minimed.at/medizinische-themen/infektion-allergie/gesunde-menschen-tragen-5-viren-in-sich/

Amos

3. März 2022 21:46

Der Verlust der Urteilskraft/ des Urteilsvermögens ist kein kleines Problem. Der Wildwuchs der (gegen-) Narrative auf seiten der Schwurgler ist beängstigend, auch wenn deren Potential zum Angriff auf den politischen Gegner natürlich hochwillkommen ist. Ich verstehe die schillernden Ausmalungen der Gegenerzählungen als noch hilflose Sprachversuche derer, die zurecht jedes Vertrauen in Politik und Medien verloren haben. Dabei mischt sich wie immer Fiktion mit einem Körnchen Wahrheit. So kann man in der grünen Ideologie, die den Menschen als Schädling in einer schönen und harmonischen Natur begreift, den Ursprung der beliebten VT von den Georgia Guidestones und der geplanten Dezimierung der Weltbevölkerung verstehen. Alle "G'schicht'n" eint: die Regierungen haben sich gegen den Souverän, das Volk, gewandt und sind dessen erbitterter Feind. Ob hier 2015 doch tiefere Spuren hinterlassen hat, die in "Corona" fortwirken? Erschreckend: filtert man die ganz schrillen Töne raus, dann gilt nach 2 Jahren Pandemie fast durchgehend "die Aluhüte hatten recht": Impfpflicht, Impffolgen, Greencard- Überwachung, Ungeimpftendiffamierung und nicht zu vergessen die zurückkehrende Laborthese...

Frieda Helbig

3. März 2022 21:49

@Laurenz:

Morphin meinen Sie, klaro, wirkt ja auch gut. Ein bewährtes Mittel in klar definierten Situationen. 

Verstehe nur nicht ganz den Zusammenhang zu meinem Kommentar, Entschuldigung!

Ich wollte ausdrücken, daß ich selbst über meinen Körper bestimmen möchte. Und selbst wenn die Wissenschaft mir gewisse Möglichkeiten eröffnet, muß ich diese nicht annehmen und es ist mein Recht "Gutes" auch abzulehnen.

Umlautkombinat

3. März 2022 22:36

> nicht mal einfach so mit ein paar Videos von Leuten

SO natuerlich nicht, das ist selbstverstaendlich. Was Sie davor schreiben, ist aber so einfach nicht richtig:

> Es wäre doch absurd, sich gegen Bildung und Information auszusprechen, auch auf einem so speziellen Gebiet wie der Virologie. Verstehen werden es die meisten dennoch nicht, weil ihnen die Grundlagen fehlen, die man sich über Jahrzehnte erwirbt und

Wenn Sie in einer Naturwissenschaft abschliessen - zumindest da ist/war es immer so - gehoert dazu der Nachweis wissenschaftlichen Arbeitens, welches explizit die Faehigkeit zur Einarbeitung in fachfremde Gebiete einschliesst. Ich arbeite mein gesamtes Leben in einer auch ueber Wissenschaft hinausgehenden Form interdisziplinaer. Militaers, Ingenieure, Geometer, Avioniker gehoeren zu diesen anderen Gebieten.

Spezielles Beispiel: Ich bin kein Neurowissenschaftler, hatte mich aber als Mathematiker in KI-Themen dort soweit - und zwar recht schnell - in dieses mir fremde Gebiet soweit einzuarbeiten, dass ich die Spitze der Forschung in Form der entsprechenden Veroeffentlichungen auch hinreichend an der Primaerquelle verstehend einordnen kann. Und der corpus in diesen Gebieten ist wie man sich vorstellen kann, die letzten Jahre nicht langsamer angewachsen. Das habe ich mit dem Thema Corona/Covid wiederholt oder eher wiederholen muessen, da es mir existentiell gegen den Strich ging und geht. Dazu brauchen Sie keine Jahrzehnte. Gut, der STatistikteil war mir gelaeufig, groessere Teile der Molekularbiologie und Biochemie benoetigten aber mehr an Aufwand.

 

 

Umlautkombinat

3. März 2022 22:50

> An ihrem Bsp. rosa Nebel: Ich gehe nicht vor die Tür, weil die Empirie mir sagt - die vorgegeben ist durch meine lebenslangen Erfahrungen -, daß es Gefahr bedeuten könnte.

Sie haben die Bedingung mit dem Durst ueberlesen: Sie koennen nicht ewig warten.

Corona ist ein schlagendes Beispiel dafuer. Sie stehen unter dem Druck einer Entscheidung - der zur Impfung - und haben erst einmal noch kein Wissen. Der Druck dazu wird verstaerkt - Sie sollen vor die Tuer - aber haben keinerlei Empirie, die Ihnen hilft. Weil Ihre ganze Lebenserfahrung Ihnen z.B. nicht sagt, was es mit mittel- und langfristigen Wirkungen dieser "Therapie" auf sich hat. Und auch die Fachleute sind zerstritten/mundtot gemacht (was Sie u.U. erst einmal auch nicht sehen). Sie sind zurueckgeworfen auf sich selbst - ohne Erfahrung. Und die Aneignung der Art Wissen, die Ihnen helfen koennte verweigern Sie. Ist das nicht ziemlich dumm?

> ich könnte noch immer hinausgehen und vielleicht sogar gerade deswegen! Das ist meine Freiheit.

Dann tun Sie das (ich setze passende Modifikation der Rollen in der Analogie jetzt einmal voraus). Darwin verteilt seine Auszeichnungen ganz ohne dahingehende Einschraenkungen.

Der Gehenkte

3. März 2022 23:11

@ Umlautkombinat

Gut, das gestehe ich Ihnen gern zu - ich könnte das nicht. Aber Sie müssen mir dennoch jetzt erklären, wie Sie aus solchem Wissen "eine Entscheidung für oder gegen die Corona-Impfung" gewinnen wollen. Ich behaupte, daß diese Entscheidung an ganz anderen Kriterien gefällt wird. Es gibt Wissenschaftler, die an der Spitze der virologischen und pharmakologischen Einsicht stehen und die Impfung empfehlen oder gar fordern und andere, die sie vom selben Wissensstand her ablehnen. Wissen ist also nicht das Kriterium - darum ging es und deswegen ist der erste Satz des Radio-Philosophen nicht haltbar, nicht in dieser Absolutheit.

Der Satz wiederholt ja nur das Aufklärungsparadox, daß man nur genügend über die Impfung (das Richtige, Wahre) wissen müsse, dann müßte jedermann augenblicklich sich dafür aussprechen. Mit diesem Argument werden die Skeptiker seit Monaten bearbeitet - dabei verwendet man einen falschen Begriff von Aufklärung, denn diese muß offen sein, wenn sie das ist, was sie zu sein behauptet: Licht ins Dunkel zu bringen. Steht das Licht schon fest - in diesem Fall "gesichertes Wissen", die berühmten 97% - kann von Aufklärung, die ja ein Prozeß ist, nicht mehr die Rede sein.

Nordlicht

3. März 2022 23:32

Ich halte es für eine gute Entwicklung in den letzten Jahrzehnten, dass die Verantwortung für den eigenen Körper eben NICHT mehr vorwiegend an den berühmt-berüchtigen "Halbgöttern in weiss" liegt, sondern bei den Menschen selbst. Auch wenn wir Patienten sind, kommen wir doch zu denem Arzt nicht unter Abgabe der eigenen Verwantwortung, sondern um beraten zu werden.

Und wenn das Beratunsangebt uns nicht überzeugt, entscheiden wir uns dagegen oder folgen eigenen Wegen, und kein Arzt von Format wird dagegen etwas sagen, gar aufbrauend werden.

NB Der Virologe Drosten hat keine besondere Fachkompetenz über Viruserkrankungen, Vorsorge, Impfstoffe und das Immunsystem. Er mag Kenner der Biochemie sein und DNAs basteln, aber ihm fehlt die Erfahrung mit Patienten.

Laurenz

4. März 2022 00:54

@Frieda Helbig @L.

Ja, ich hätte den Zusammenhang mehr klären sollen. Mit ging es um das Muster der Medikamenten-Narrative. Daran hat sich seit über 100 Jahren oder wahrscheinlicherweise seit Jahrtausenden nichts geändert. Kranke Menschen klammern sich an den Strohhalm irgendeiner "Medizin".  Das Hauptproblem der Pharma-Industrie ist, daß nur der Massenkonsum an Medikamenten Geld bringt & scheinbar bringt schon der freiwillige Mißbrauch an Medikamenten nicht genügend Geld ein. Die Anzahl tatsächlich wirkender Medikamente läßt sich doch an ein paar Händen abzählen. Antibiotika, Anästhesie, Paracetamol & Kortison. Das wesentliche ist die Pflege des Kranken. Wenn man in die Impferzählung weiter einsteigt, so sind auch die Zwangsimpfungen gegen Kinderkrankheiten, ja auch Gebärmutterhalskrebs, Vorschlaghämmer gegen Opferzahlen, die meist gegen 0 gehen.

Andreas Walter

4. März 2022 03:47

Achtung! Warnung vor Propaganda, mit der man jetzt wohl maximale Panik in Europa (speziell Deutschland?) schüren will:

„Das größte Kernkraftwerk Europas soll nach russischen Angriffen in Brand geraten sein.“ - schreibt Welt Online.

Focus Online schreibt sogar besonders dramatisch: “Russen bombardieren Atomkraftwerk Saporischja: Feuer in Europas größter Nuklearanlage ausgebrochen“

Andere berichten dagegen: Ein Feuer ist im separaten Verwaltungsgebäude des Kraftwerks ausgebrochen von dem noch niemand weiß warum.

Vorsicht daher mit “Nachrichten“ der “deutschen“ Lügenpresse.

Mein Systemvertrauen mittlerweile daher: 0

RMH

4. März 2022 07:26

"Vor allen Dingen sehe ich ueberhaupt nicht, was solche Dinge mit dem Thema dieses Artikels zu tun haben." Nun ja, nachdem "Esoterik" bereits von den im Artikel Zitierten und sinngemäß auch von Ihnen als irrationale Spinnerei abgetan wurde - ja "Esoterik" zum Kampfbegriff für unwissenschaftliche Quacksalberei im Vergleich zur vermeintlich rationalen "studienbasierten" modernen Wissenschaft gemacht wird - waren m.M.n. einmal ein paar Worte zu dem Thema angebracht. Zumindest soweit ich die Naturwissenschaften betrachten kann, stammen alle gerade auch aus einer esoterischen Tradition. Das gilt insbesondere für die Mathematik - Zahlen sind Esoterik. Kein Astronom früherer Tage war nur Astronom, er war immer auch Astrologe, um einmal ein als allgemein bekannt geltendes Beispiel für den Urgrund moderner Wissenschaften zu nennen. Für mich sind esoterische Betrachtungsweisen Teil der geistesgeschichtl. Entwicklung und daher Objekt von Interesse und nicht von Verächtlichmachung. Steiner kann man ansonsten auch in die Tonne hauen und das wird er ja gerade einmal wieder. Ebenso ist bereits der Begriff der "Virologie" im Grunde genommen esoterisch, da ein innerlich erdachtes Modell mit hundertprozentiger Folgenwirkung in den exoterischen Bereich übertragen wird und was ist es anderes als Esoterik, wenn man kleinsten Partikeln derartige Folgen zutraut? Alles nach wie vor trial and error, der im Gewandt der unumstößlichen Fakten dem gemeinen Bürger verkauft wird.

kikl

4. März 2022 07:30

@Andreas Walter

"Vorsicht daher mit “Nachrichten“ der “deutschen“ Lügenpresse."

In Kriegen wird generalstabsmäßig gelogen. Das meine ich wortwörtlich, es gibt Generäle, welche die einzige Aufgabe haben zu lügen. Das nennt sich psychologische Kriegführung und der Psychologische Krieg beginnt lange bevor, der erste Schuss abgefeuert wird.

Sie sollten bis zum Beweis des Gegenteils davon ausgehen, dass derzeit Alles gelogen ist, was von den Kriegsparteien an die Öffentlichkeit gelangt. 

Imagine

4. März 2022 07:56

1/2

Wenn ich die Zeit seit meinem Abitur 1967 überblicke, so spielte sich im Bereich der Wissenschaft immer ein Bürgerkriegsszenario ab, nämlich der Kampf um die herrschende Ideologien und Narrative.

Während meiner Studienzeit richtete sich der Kampf des Establishments gegen systemkritische Ansätze. Die Systemkritiker sollten von der Teilnahme am Wissenschaftsprozess exkludiert werden. Man machte sie zu Verfassungsfeinden und belegte sie mit Berufsverboten. Der wissenschaftliche Diskurs wurde abgewürgt.
Die Lehre und Diskussion Hochschulen wurden von modischen Ideologien und Narrativen bestimmt, wie Radikaler Konstruktivismus; Feminismus, Öko, Multikulti, Gender, Marktradikalismus, „Antifa“ etc.

Die jeweiligen ideologischen Milieus besaßen Dogmen und hatten definierte Feindbilder. Es war und ist ein ideologisches Bürgerkriegsszenario.

In den Nachkriegsjahrzehnten waren der Kommunismus und die Kommunisten das Feindbild in der BRD. Die wurden bekämpft und verboten.

Es ist erschreckend, wie Angehörige desselben Volkes zu „Todfeinden“ deklariert wurden.

Später waren es die Systemkritiker und die 68er-Linken.

Ab den 90er waren es die Nationalkonservativen. Ab 2015 die Immigrationskritiker, ab 2020 die Corona- und Impfskeptiker.

Imagine

4. März 2022 07:57

2/2

Jetzt sind die „Putinversteher“ die neuen Feinde im Bürgerkrieg, gegen die gehetzt wird und die bekämpft werden. Dem Schröder, einst der große Modernisierer und Retter der deutschen Wirtschaft, will man sogar den Ehrendoktor entziehen.

Der ideologische und „kalte“ Bürgerkrieg ist offensichtlich, die Lagerbildungen, die allgemeine Aggressivität und ihre Hassprojektionen sind deutlich. Bildeten die rechten Konservativen lange Zeit eine dominante Fraktion im Establishment, so werden heute die Nationalkonservativen bekämpft. Zum Teil mit physischer Gewalt durch eine regierungskonforme „Antifa“.

Schaut man zurück in die Vergangenheit, so wird man nicht um die Feststellung umhinkommen, dass deutsche Geschichte durch Bürgerkriegsszenarien gekennzeichnet ist.

Allnichts

4. März 2022 09:15

Niemand:

Ich will den Kommentarbereich unter diesem Artikel eigentlich nicht dafür nutzen, um reine Corona-Diskussionen zu führen, doch sei wenigstens nachgefragt, in welchen Punkten - vor allem die Gesundheit, die Medizin, die Virologie usw. betreffend - die Kritiker beispielsweise Recht behalten haben sollen, und auch, wo die Millionen Masken- und Impftoten geblieben sind. Diese Vorhersagen gab und gibt es ja ebenfalls.

Frieda Helbig:

Nach zwei Jahren kann das Wissen vorausgesetzt werden, weshalb Corona bzw. Covid-19 nicht ausschliesslich eine persönliche Angelegenheit ist. Ihr Gedankengang, dass dieses und jenes Ihre Sache sein solle, greift zu kurz. Frau Sommerfeld kommt in dem Punkt leider ebenso wenig über ihr "Körperwissen" und ihr Umfeld hinaus.

Andreas Walter:

Die Gefechte, welche zum Brand führten, wurden per "Live-Cam" übertragen, hier findet sich ein Video dazu. Ich sehe nicht, wo Unklarheit herrscht. Sehr frühe Meldungen sind nicht mit solchen bei besser Informationslage gleichzusetzen. Reisserisch ist natürlich tatsächlich vieles, das sieht auf der russischen Seite aber nicht anders aus.

Umlautkombinat

4. März 2022 09:38

> Es gibt Wissenschaftler, die an der Spitze der virologischen und pharmakologischen Einsicht stehen und die Impfung empfehlen oder gar fordern und andere, die sie vom selben Wissensstand her ablehnen.

Das ist Argumentieren mittels Autoritaet at its best. Danach hoeren sie auf und binden sich ihre eigenen Haende.

Sie koennten aber viel mehr, naemlich diese Wertigkeit tatsaechlich ueberpruefen. Die Aussagen muessen inhaltliche Fragen ueberstehen. Was dem Wissensstand des Fragers eine wesentliche Rolle zuweist, da jede Steigerung dort auch seine Freiheitsgrade an moeglichen Fragestellungen erhoeht.

Auf der anderen Seite kann dessen Wissen komfortablerweise viel geringer und auch von anderer Art sein. Ich schreibe Software, da werden Leute zum Test herangesetzt, die keine Zeile Code schreiben koennen aber welche begnadet schmutzige Haende dahingehend haben, die zu testende Applikation in minimaler Zeit in sich zusammenfallen zu lassen. Dann darf der Fachmann neu ran, vorher wird nicht (aus)geliefert. So funktioniert auch Wissenschaft, die den Namen verdient.

Mir ist voellig egal wer etwas sagt. Sofern ich Luecken in seinen Erklaerungen finde, die er nicht fuellen kann, will, oder gar boeswillig auf verschobener Ebene gegen jede inhaltliche Erkenntnis vorgeht, wie beim Thema Corona unzaehlbar oft geschehen, solange ist er ungenuegend. Ich bin der mit den schmutzigen Fragerhaenden.

Diese eigenstaendige Ueberpruefung ist aber eigentlich ein elementarer Aspekt jeder wissenschaftlichen Denk- und Arbeitsweise. Mir ist ein Raetsel, warum man das weiterhin so ausfuehrlich erklaeren muss.

quarz

4. März 2022 09:48

@RMH

"Zumindest soweit ich die Naturwissenschaften betrachten kann, stammen alle gerade auch aus einer esoterischen Tradition. ... Das gilt insbesondere für die Mathematik - Zahlen sind Esoterik. Kein Astronom früherer Tage war nur Astronom, er war immer auch Astrologe"

Sie verkennen das Wesen der Esoterik. Im ursprünglichen Wortsinn war Esoterik ja einfach geheimbündlerische Gedankenvermittlung, die nur Eingeweihten zugänglich ist. Die Semantik hat sich gewandelt und Esoterik gilt heute als Festhalten an intuitiver Erkenntnis zugeschriebenen Überzeugungen, die im Widerspruch zu wissenschaftlichen Erkenntnissen stehen. Astrologie ist heute nicht wegen der Inhalte ihrer Lehren zur Esoterik zu zählen, sondern deswegen, weil diese Lehren in allzu großem Konflikt zu dem stehen, was wir mittlerweile empirisch erforscht und belegt haben. In der Antike war das nicht der Fall (über die Situation in der frühen Neuzeit, in der es einen bemerkenswerten Rückfall in vormittelalterliche Astrologiegläubigkeit gab, mag man streiten). Da war es vor dem Hintergrund des damaligen Wissens durchaus nicht unplausibel, einen Einfluss von Sternenkonstellationen auf unser Lebensschicksal zu vermuten. Somit war die Astrologie, die von antiken Astronomen betrieben wurde, keine Esoterik.

RMH

4. März 2022 09:49

"Reisserisch ist natürlich tatsächlich vieles, das sieht auf der russischen Seite aber nicht anders aus."

Exakt so sieht es aus - das erste Opfer jedes Krieges ist die Wahrheit. Das gilt für ALLE beteiligten Seiten. Also lasst uns bitte weiter über das Thema diskutieren, um das es hier gerade geht und wo wir alle jetzt seit 2 Jahren unsere Erfahrungen machen durften. Der medial alles beherrschende Krieg wird es den bei uns Regierenden jedenfalls erleichtern, bei gleichzeitigten "Lockerungen" eine allgemeine Impfpflicht durchsetzen zu können. Wer heute noch auf die Straßen gegen Corona-Maßnahmen und die Impfpflicht geht, wird doch nur noch müde belächelt.

Wie geht es jetzt eigentlich mit der allgemeinen Impfpflicht in Österreich weiter?

kikl

4. März 2022 10:29

"Die Gefechte, welche zum Brand führten, wurden per "Live-Cam" übertragen, hier findet sich ein Video dazu. Ich sehe nicht, wo Unklarheit herrscht."

Ein Bild lügt mehr als tausend Worte.

Woher wissen wir, dass diese Bilder nicht gestellt oder manipuliert sind? Wo sind die Beweise dafür, wann und wo das Video aufgenommen wurde? Wer hat das Video aufgenommen?

Ich sehe auf den Bildern keine Soldaten, ich höre keinen Ton und ich sehe im Dunkeln leuchtende Kugeln durch die Luft fliegen sowie Lichtstreifen. Soll das ein Schusswechsel im Dunkeln darstellen? Ich wusste nicht, dass Kugeln im Dunkeln aufleuchten oder sollen das Raketen sein?

Dann gibt es mehrere Schnitte im Film, zeitweise ist es schwarz/weiß dann wieder in Farbe andere Fahrzeuge scheinen auf der Straße rumzustehen und die Perspektive wechselt auch einmal... Das stinkt.

Es ist für den normalen Menschen unvorstellbar, wie systematisch im Krieg gelogen wird. Die Lüge wird als Waffe eingesetzt.

Wenn die Kriegsparteien übereinstimmend etwas berichten, dann ist es vermutlich nicht gelogen. Ansonsten sollte man alles für gelogen halten, egal von welcher Seite berichtet wird.

Andreas Walter

4. März 2022 10:47

@Allnichts

Ja ja, "Live-Cam".

Im Zeitalter von VR und CGI kein Beweis für gar nichts. Ausser Sie arbeiten im Westin, dann rettet so ein SW-Filmchen womöglich beruflich Ihren A..

https://www.independent.co.uk/news/world/us-government-pentagon-fake-al-qaeda-propganda-videos-a7348371.html

@kikl

Das brauchen Sie mir nicht zu schreiben. (Massen-)Fake News gibt es, seit dem es die Presse gibt. Die Gutenbergpresse. Also schon seit über 500 Jahren. Danach kam die Fotografie und das Kino, dann das Radio ("Krieg der Welten"), das Fernsehen und jetzt sogar global über das Netz und “dank“ auch der Quasi-Monopole wie Facebook, Twitter, YouTube und Google. Was für absurde Geschichten 90% selbst der halbwegs gebildeten Deutschen glauben wissen Sie dann ja womöglich auch. Glücklich sind die, die es durchschauen, aber auch nicht. Weil gefährlich für die, die man nicht sehen und erkennen soll. Selenskyj zum Beispiel, der auch in den Pandora-Papieren (Panama) auftaucht. Falls das nicht auch eine Lüge ist. Selenskyj aber behauptet (angeblich) sogar, die Russen hätten mit ihren Panzern direkt auf die Schutzhüllen der Reaktoren geschossen. No way.

https://www.welt.de/politik/ausland/article237297177/Ukraine-Krieg-Aktuelle-Lage-an-der-Front-Feuer-in-Europas-groesstem-AKW-Saporischschja.html

Umlautkombinat

4. März 2022 10:55

> Wer heute noch auf die Straßen gegen Corona-Maßnahmen und die Impfpflicht geht, wird doch nur noch müde belächelt.

Gut, heute haben wir die ersten Veroeffentlichungen des Gesetzentwurfes vorliegen der in Hinsicht Umfang der bedrohten Personengruppe maximal einfordern moechte. Damit eine natuerliche Medizin gegen Ihre oben vorgebrachte Befuerchtung des Einschlafens. Man kann es gar nicht, das Standfeste erzwingt das System immer wieder neu selbst.

Hier in Sachsen erweitert sich deswegen auch schon seit ein paar Wochen der Fokus auf allgemeinere politische Forderungen. Landrats- und Buergermeisterkandidaten entsprechenden Hintergrunds tauchen auf (neben der Selbstverstaendlichen zu den Blockparteien oft auch mit expliziter Abgrenzung zur enttaeuschenden AfD) u.a.m.. Ich hoffe, auch diese Art Entwicklung kommt woanders in Kuerze zum Tragen. Weiteres wird man sehen, Wege entstehen beim Gehen.

Der Gehenkte

4. März 2022 10:58

@ Umlautkombinat

"Diese eigenstaendige Ueberpruefung ist aber eigentlich ein elementarer Aspekt jeder wissenschaftlichen Denk- und Arbeitsweise. Mir ist ein Raetsel, warum man das weiterhin so ausfuehrlich erklaeren muss."

Sie müssen das gar nicht erklären, weil das nicht mein Problem ist. Mir geht es um die Übersetzbarkeit wissenschaftlicher Erkenntnisse in Handlungsanweisungen und Entscheidungen. Da gibt es einen terminatorischen oder kategorialen Hiatus, den der Autor des besagten Textes schon im ersten Satz übersprungen hat. Ein wissenschaftlicher Satz - nur zur Illustrierung, es geht nicht um den konkreten Inhalt - wäre dieser: " Immobilized human ACE2 protein (Fc tag)(Cat: PKSH031870) at 2 µg/mL (100 µL/well) can bind SARS-CoV-2 (2019-nCoV) Spike RBD(K417N, E484K, N501Y)-His (PKSV030368), the EC50 of PKSV030368 is 5-40 ng/mL."

Das kann korrekt sein oder nicht, Sie können das überprüfen oder nicht ... - aber wie wollen Sie aus solchen Sätzen eine Entscheidung für oder gegen eine Handlung ableiten? Das ist das zu diskutierende Problem.

Ich kann auch anders fragen: wie haben Sie sich aufgrund welcher Erkenntnisse oder Lücken entschieden? Egal, was Sie antworten, man wird Ihnen Ihrerseits Lücken oder fehlende Kenntnis nachweisen - das ist nicht zu umgehen. dennoch haben Sie sich entschieden. Aber dieser Entscheid hat keine wissenschaftliche oder "objektive" Basis.

 

Franz Bettinger

4. März 2022 11:14

Zur rosa Nebel-Frage: Ich schicke meinen Hamster raus und seh ihm zu.

@UK schreibt sehr richtig: "Wäre das Niveau wissenschaftlicher Bildung unter der Bevölkerung höher, hätten die Demagogen ein schwereres Spiel gehabt.“ Wem jedes wissenschaftliche Denken abgeht, dem bleibt aber immerhin noch seine Intuition (common sense). Eine bessere Erklärung habe ich nicht für den mich Sach-verhalt, dass auch wenig Gebildete beim C-Schwindel und auch beim Klima-Klamauk schon früh durchblickten, Intellektuelle oft nicht.

@quarz: evidenz-basierte (echte) Wissenschaft muss völlig auf Autorität und Überzahl verzichten; allein die überzeugende Kraft des Sach-Arguments zählt. Wer aber nichts weiß, muss raten, der Mehrheitsmeinung folgen oder halt 'dem Lehrer glauben'. Gerade die eb-Medizin (Epidemiologie) hat vielen (?) Ärzten die Augen dafür geöffnet, auf welch wackligen Füßen "unsere Kunst" steht. In diese Richtung weiter zu gehen, wäre das Richtige, aber dieser Weg scheint grad von Big Pharma und deep state zerschlagen zu werden.

Denksport-Probe: Das Wort Virologe durch Hexologe (Inquisitor) ersetzen. Das ergibt was? Muss man Virologe sein? Muss man den Hexenhammer studiert haben, um urteilen zu können? Die Folter einst entspricht dem PCR-Test von heute. Beides Goldstandards, die keine sind. Einsicht könnte so einfach sein.

Laurenz

4. März 2022 12:45

@Quarz @RMH

"weil diese Lehren in allzu großem Konflikt zu dem stehen, was wir mittlerweile empirisch erforscht und belegt haben."

Nicht quatschen, Quarz, belegen Sie doch mal. Legen Sie mal was auf den Tisch, wenn Sie meinen @RMH widerlegen zu können.

Im letzten halben Jahr habe ich einiges für meine religiöse & sonstige Bildung getan. Was muß ich feststellen, es gibt tatsächlich so etwas, wie eine biblische Kreation, zumindest was die Fauna betrifft. Natürlich in ganz anderen erdgeschichtlichen Zeiträumen, als die Kreations-Kaschberls mit ihren 6k Jahren Erdalter postulieren. Und für Wissenschaftler, die dann eine tatsächlich sinnerheischende Erklärung für die  https://de.wikipedia.org/wiki/Kambrische_Explosion suchen, wird das Leben dadurch nicht einfacher. Schauen Sie doch mal hier rein in diese Doku mit dem Titel Darwins Dilemma https://youtu.be/L7gjc81NyBA

heinrichbrueck

4. März 2022 13:37

"Schaut man zurück in die Vergangenheit, so wird man nicht um die Feststellung umhinkommen, dass deutsche Geschichte durch Bürgerkriegsszenarien gekennzeichnet ist."
Verrat der deutschen Intellektuellen, die es nicht schaffen, keine Kriegspartei zu stellen, und fremde und ihnen feindlich gesinnte intellektuelle Entwicklungshelfer zu vermeiden. So steht das Uneigene beiderseits an der Spitze des Verständnisbereichs, und die Gläubigen kloppen sich im gewährten Rahmen um die Scheinmacht. 

herbstlicht

4. März 2022 13:57

@RMH 4. März 2022 07:26

»Zahlen sind Esoterik«

Im Ernst?  Haben Sie  Grundlagen der Analysis von Edmund Landau gelesen?  Aus der Einleitung:  »3. Bitte, vergiß alles, was Du auf der Schule gelernt hast; denn Du hast es nicht gelernt.«

Wer nicht in Begeisterung gerät, wenn der "Nebel vom Kontinuum" hinweggeblasen wird durch Dedekindsche Schnitte, der ist sicher nicht zum Mathematiker geboren.

 

Nordlicht

4. März 2022 14:32

@Imagine 1/2: Als gleicher Abi-Jahrgang ´67 ein ähnlicher, doch in Details anderer Eindruck:

Den Kampf um die Medienhoheit hatten die Linken bereits 1967 gewonnen, spätestens nach der Ermordung des Studenten Ohnesorg am 2. Juni 1967 hatten die Marxisten Oberwasser. Dass 1969 Brandt Kanzler wurde, bedeutete vielleicht bei den Bürgerlichen etwas, aber bei den sog. Geisteswissenschaften in den Unis gab es, mit kräftiger Finanzierung aus der DDR (FDJ) überwiegend linke Ernennungen. 

Wir Natur- und Ing-Wissenschaftler sahen es mit Grausen. Die Politisierung auch dieser Fakultäten begann mE Mitte der 80er.

Seit 2000 sogar genderistische Indoktrination in den Kindergärten.

anatol broder

4. März 2022 14:36

anthropologieheuchler sind die mitläufer schlechthin.

Laurenz

4. März 2022 17:44

@Anatol Broder

"Anthropologieheuchler sind die Mitläufer schlechthin."

Ihre Sparsamkeit in allen Ehren, aber können Sie nicht für die bildungsferneren Leser ein Beispiel bringen? Des besseren Verständnisses wegen.....

@Herbstlicht @RMH

Was meinen Sie, welcher Mathematiker die Rune für Unendlichkeit ∞ in die Mathematik einführte? Was meinen Sie, Herbstlicht, wer in Stonehenge oder der Cheops-Pyramide, wie vielen anderen prähistorischen & antiken Bauwerken auf Millimeter genau baute? Im Grunde genauer als heute.

(...)

Allnichts

4. März 2022 17:45

kikl, Andreas Walter:

Alles wieder gelogen, das war zu erwarten. Ich halte es ebenfalls für unbedingt geboten, wachsam zu sein und zu hinterfragen, aus ganz unterschiedlichen Gründen. Ständig überall aber nur "Fakes" und Lügen zu sehen, grenzt irgendwann an Paranoia. Völlig absurd wird es dann, wenn gleichzeitig jeder in Alternativmedien veröffentlichte Unsinn widerstandslos geglaubt wird.

Und wenn die Kriegsparteien übereinstimmend über etwas berichten, ist das doch kein Grund, davon auszugehen, dass es vermutlich nicht gelogen ist. Es ist Beweis dafür, dass sie eigentlich unter einer Decke stecken. Wenn schon, denn schon.

Das Interessante an diesem radikalen Skeptizismus ist, dass er bis zum Ende gedacht alles auflöst. Sogar sich selbst.

quarz

4. März 2022 17:56

@Laurenz

Sie raunen in Rätseln. Welche Behauptung soll ich widerlegen?

@herbstlicht

"Wer nicht in Begeisterung gerät, wenn der "Nebel vom Kontinuum" hinweggeblasen wird durch Dedekindsche Schnitte ... "

Ganz so frisch ist die Brise allerdings nicht, weil Eudoxos den Grundgedanken für die Schnitte bereits mehr als 2000 Jahre vor Dedekind gehabt hat.

Umlautkombinat

4. März 2022 18:14

> Aber dieser Entscheid hat keine wissenschaftliche oder "objektive" Basis.

Wie kommen Sie denn auf das duenne Brett? Natuerlich hat sie das.

Frieda Helbig

4. März 2022 21:57

@Laurenz: Danke für die Erläuterungen. 

@Allnichts: Entschuldigung, aber Sie verkürzen und verdrehen so mein Geschriebenes. Ich schrieb: "Ich wollte ausdrücken, daß ich selbst über meinen Körper bestimmen möchte. Und selbst wenn die Wissenschaft mir gewisse Möglichkeiten eröffnet, muß ich diese nicht annehmen und es ist mein Recht "Gutes" auch abzulehnen." D.h. mein Körper und ich entscheide, welche Therapie/Eingriffe ich möchte. Wie Sie daraus ableiten, daß ich nicht in gesellschaftlichen Zusammenhängen denken kann und zum Wohle Anderer bestimmte Maßnahmen mittrage, die eben kein körperlicher Eingriff sind, bleibt Ihr Geheimnis. Unterstützen Sie allen Ernstes nach zwei Jahren die Forderung, daß sich Pflegekräfte impfen lassen müssen und es nicht ausreichend ist, daß diese sich regelmäßig testen und die Hygieneregeln einhalten?   

Laurenz

4. März 2022 23:09

@Quarz @L.

"Sie raunen in Rätseln. Welche Behauptung soll ich widerlegen?"

Was für Rätsel? Haben Sie Ihren Eigenen Beitrag an @RMH nicht gelesen?

Nochmals zur Erinnerung;

"die im Widerspruch zu wissenschaftlichen Erkenntnissen stehen. Astrologie ist heute nicht wegen der Inhalte ihrer Lehren zur Esoterik zu zählen, sondern deswegen, weil diese Lehren in allzu großem Konflikt zu dem stehen, was wir mittlerweile empirisch erforscht und belegt haben."

Andreas Walter

4. März 2022 23:27

@All(und)nichts

Richtig. Das nennt sich Zen.

Die FAZ berichtet, dass 5 der 6 Reaktoren eh runtergefahren sind:

“Nach Angaben der ukrainischen Behörden sei in dem Akw aktuell nur der vierte Block in Betrieb.“

https://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/ukraine-brand-in-atomkraftwerk-nach-russischem-beschuss-geloescht-17850701.html

Da habe ich mich natürlich auch sofort gefragt: Seit wann das denn? Seit 2014? Seit letztem Donnerstag? Brauchen die denn keinen Strom, die Menschen in der Ukraine? Wozu haben sie es dann überhaupt gebaut, das angeblich größte Kernkraftwerk Europas? Fragen über Fragen, doch so war ich schon als Kind. Neugierig. Offen. Hinterfragend.

Metaphysisch mag das zum Teil sogar so sein, dass ich mit Putin unter einer Decke stecke. Oder meinten Sie mit kikl? Eine Kiki wär' mir lieber.

Apropos übrigens unter einer Decke stecken (seit 2015): 

https://www.heise.de/tp/features/USA-Welche-Rolle-hat-die-Ausbildung-ukrainischer-Spezialkraefte-durch-die-CIA-6536964.html

 

 

Imagine

5. März 2022 01:13

1/3

Wer sich fragt, warum in Deutschland keine Volksgemeinschaft und keine kollektive Identität existiert, also kein Gemeinschaftsgefühl und –geist, der sollte sich bewusst machen, dass seit 200 Jahren ständig Bürgerkriege mit unterschiedlichen Fronten stattgefunden haben, die in ihren blutigen und grausamen Phasen durchaus mit dem 30-jährigen Krieg vergleichbar sind.

Vor 200 Jahren bildeten die Monarchie, der Adel und deren Anhängerschaft das Establishment. Bekämpft wurden bürgerliche Ideen und die Anhänger einer bürgerlichen Gesellschaft. 1848 erlitten sie diese vernichtende Niederlage.

Später wurde die Sozialdemokratie bekämpft (cf. Sozialistengesetze). „Gegen Demokraten helfen nur Soldaten.“

Nach der deutschen Revolution von 1918 gab es offenen und blutigen Bürgerkrieg. Die Kampflinie verlief zwischen konservativ-reaktionären Monarchisten und Feinden der Republik einerseits und auf der anderen Seite Republikanern, Reformsozialisten und Kommunisten.

Eine Koalition zwischen Adel, Großkapital und Nazis führte 1933 zur Machtübergabe an Hitler. Die Nazis errichteten ein Terrorsystem, welches in erster Linie die sozialdemokratischen und kommunistischen Sozialisten bekämpfte, aber auch bürgerliche Liberale und Republikaner. Ziel war die Errichtung eines autoritären und rassistischen Führer- und Ständestaats, in dem die Nazis den neuen Adel bilden wollten.

 

Imagine

5. März 2022 01:13

2/3

Nach Ende des WK II bestimmten die Siegermächte die neuen Bürgerkriegsfronten. Im Westen herrschte die liberalistische Ideologie, im Osten der Marxismus-Leninismus. Im Westen waren die Kommunisten der erklärte Hauptfeind, im Osten die Anhänger von Liberalismus und Marktwirtschaft.

Im Westen entstand in den 60-er Jahren eine außerparlamentarische Opposition gegen die Notstandgesetze, den US-Imperialismus und den Kapitalismus. Auch im Osten entwickelten sich Freiheitsbewegungen (cf. Prager Frühling)

Mit der Kapitulation und dem Zusammenbruch des Sowjetimperiums begann eine neue Ära des Neoliberalismus und Globalismus. Und damit entwickelte sich eine neue Frontlinie im Bürgerkrieg.

Die Sozialdemokraten verrieten ihre traditionelle Klientel, die lohnabhängige Arbeitsbevölkerung. Aus den ehemaligen Linken und Gewerkschaftlern wurden Aufsteiger und systemkonformistische „Modernisierer“.

Die neue große Bürgerkriegskampflinie verläuft zwischen den Gewinnern der „Modernisierung“, also zwischen den plutokratischen Eliten und ihren Kollaborateuren in Politik, Medien und Wissenschaft, also den Profiteuren von Neoliberalismus und Globalismus einerseits und jenen, Anhängern und Bewahrern von historischen Errungenschaften, also von Allgemeinem Wohlstand im Rahmen einer „sozialen Marktwirtschaft“, von Demokratie und liberalen Freiheitsrechten sowie von Rechts- und Sozialstaat. Diese wollen sozialliberale Gesellschaft aufrechterhalten.

Imagine

5. März 2022 01:14

3/3

Auf der anderen Seite steht ein transnationales Verbrechertum, welches den Staat, die Politik, Medien und Wissenschaft okkupiert hat und ein totalitäres „neo-feudales“ und plutokratisches Weltsystem errichten will.

Es ist nicht mehr der Verteilungskampf zwischen der Kapitalisten- und der Lohnarbeiterklasse im Rahmen eines durch das Grundgesetz bestimmten bürgerlichen und demokratischen Rechtsstaates, sondern entspricht von der Grundstruktur eher Staaten wie Mexiko oder Brasilien, wo eine Verbrecherherrschaft durch Banden und Warlords existiert und eine Politik gegen die Verfassung, gegen das Volk und den Rechtsstaat gemacht wird.

Das sind post-bürgerliche gesellschaftliche Zustände, die eher dem Mittelalter als einer bürgerlichen Gesellschaft mit Demokratie und Rechtsstaat entsprechen.

Soviel zur heutigen Soziologie dieser Gesellschaft.

 

quarz

5. März 2022 09:31

@Laurenz

Ihr Anliegen hat nichts an Klarheit hinzugewonnen. Wollen Sie einen sprachwissenschaftlichen Beleg zur Begriffsbestimmung von "Esoterik" oder wollen Sie einen Beleg dafür, dass die Kriterien, die die heutige Astrologie meiner Behauptung nach unter diesen Begriff fallen lassen, erfüllt sind?

Laurenz

5. März 2022 11:08

@Quarz @L.

Das einzige, was die Astronomie zu bieten hat, sind teils klasse Bilder, welch wunderbare Belege.

Imagine

5. März 2022 11:50

1/2

Die Geschichte der Bürgerkriege in Deutschland ist ein Hinweis darauf, dass es nie so etwas wie eine kulturelle Homogenität in Deutschland gab. Die Nazis wollten diese erreichen. indem sie bestimmten, was „deutsch“ und was „entartet“ sei, und sie setzten ihre Vorstellungen mit Terror durch.

Die Folge war, dass Millionen Deutsche – darunter die besten aus Wissenschaft und Kultur – emigrierten oder ein eine schein-angepasstes Leben führten. Die Mehrheit der deutschen Bevölkerung bestand aus Nicht- bzw. Anti-Hitleristen, die aber als opportunistische Mitläufer mitmachten. Dabei lehnten viele aber zutiefst die Nazi-Herrschaft ablehnten.

Nie in der Bürgerkriegsgeschichte Deutschlands gab es so etwas wie eine nationale Versöhnung, welche die Bürgerkriegsmentalität der verschiedenen Milieus überwand.

In Frankreich gab es die Resistance, welche die verschiedenen sozialen und kulturellen Milieus – von den Republikanern bis zu den Kommunisten - nach dem WK II zusammenführte und die profaschistischen Rechten marginalisierte.

In Deutschland hat das Establishment bei der Pseudo-Wiedervereinigung – in Wirklichkeit eine Annexion – die östlichen Brüder und Schwestern betrogen, ausgeraubt und ausgeplündert.

Imagine

5. März 2022 11:51

2/2

Die Vorstellung einer homogenen deutschen Kultur war und ist immer ein Mythos gewesen. Klassen und Schichten, häufig auch Regionen und sogar Dörfer wiesen unterschiedliche, teils inkompatible Kulturen auf.

Während meiner Jugend besaßen im Umkreis von nur 10 km meiner Heimatstadt mehrere Dörfer eigene Sprachen, die ich nicht verstand. Dies hat sich mit Radio und TV geändert. Aufgrund der allgemeinen Schulpflicht mit obligater deutscher Hochsprache konnte man sich damals verständigen. Heute gibt es fast nur noch die deutsche Hochsprache mit geringen regionalen Sprachtönungen.

Das Corona-Szenario zeigt, wie gespalten und untereinander verfeindet die Deutschen sind, wie wenig sie an freiheitlicher und toleranter Kultur und wieviel Unbildung und Irrationalität sie aufweisen.

Niemand

5. März 2022 13:23

1/2

@Allnichts
Es ist wahr, dass es nicht kurzfristig zu katastrophalen Opferzahlen der "Impfungen" kam, wie tatsächlich vereinzelte Kritiker behaupteten, die aber insgesamt nur randständig sind.

In praktisch allen anderen Punkten der "Mainstream"-Kritiker haben diese jedoch Recht behalten:

Die nicht-pharmazeutischen Maßnahmen ("Lockdowns") haben nichts genutzt und waren schädlich, siehe den Vergleich mit Schweden und Florida. Übersterblichkeiten aus der Covid-Erkrankung liegen allenfalls in der Größenordnung von Grippewellen. Anders als zunächst behauptet schützen die "Impfungen" weder vor Ansteckung, noch vor Erkrankung oder Übertragung. Soweit überhaupt ein medizinischer Nutzen vorliegt, ist er sehr gering, von sehr kurzer Dauer und setzt fortgesetztes "Boostern" voraus. In keinem Land der Welt haben die "Impfungen" zur Verringerung der "Inzidenzen" geführt, eher im Gegenteil. Trotz dieser ganzen Mängel wurden Beherrschungsmechanismen wie "grüne Pässe" etc eingeführt, wie ebenfalls von den Kritikern frühzeitig prophezeit wurde. Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen, selbst implantierte Chips zur Dokumentation der "Impfung" gibt es, wenn auch nur vereinzelt.

Niemand

5. März 2022 13:23

2/2

Es seien nur zwei weitere Punkte herausgegriffen: Wodarg empfahl frühzeitig die Aspiration zur Verringerung der Nebenwirkungen, nach knapp anderthalb Jahren ist das jetzt offizielle Empfehlung. Und es hat sich auch als unrichtig herausgestellt, dass der "Impfstoff" rasch im Körper abgebaut wird: In den Lymphknoten lässt er sich noch wochenlang nachweisen. Bezüglich der langfristigen Nebenwirkungen kein gutes Omen.

https://www.cell.com/action/showPdf?pii=S0092-8674%2822%2900076-9

kikl

5. März 2022 18:46

@Allnichts

"Und wenn die Kriegsparteien übereinstimmend über etwas berichten, ist das doch kein Grund, davon auszugehen, dass es vermutlich nicht gelogen ist. Es ist Beweis dafür, dass sie eigentlich unter einer Decke stecken. Wenn schon, denn schon."

Weshalb sich die Kriegsparteien gegenseitig systematisch umbringen. Ihre "reductio ad absurdum" ist absurd.

Allnichts

6. März 2022 09:04

kikl:

In der Tat, das ist absurd, und doch begegnet mir dieses Argumentationsmuster immer wieder, auch hier. Alles ist gesteuert, alles ist abgesprochen, alles ist Theater.

Frieda Helbig:

Ich denke nicht, dass ich Ihnen die Fähigkeit, in gesellschaftlichen Zusammenhängen zu denken, abgesprochen habe. In Ihren ersten beiden Kommentaren lag der Fokus allerdings sehr stark auf Eigenständigkeit und Selbstbestimmung, auf Ihr Recht, dieses und jenes zu tun oder nicht zu tun. Die Gefährdung anderer Menschen, das Wohl der Gesellschaft, Situationen, in denen die Selbstbestimmung berechtigerweise nicht oder nur eingeschränkt gelten kann, kamen im Grunde nicht vor, und es war nicht klar, auf welche Eingriffe usw. Sie sich beziehen. Die Verpflichtung zur Maske bspw. ist ja ebenfalls eine Form von Fremdbestimmung über den eigenen Körper. Sollte es Ihnen in erster Linie um die Impfung gehen, während Sie andere Maßnahmen, eventuell auch mehr Éinschränkungen für Ungeimpfte als für Geimpfte mittragen oder unterstützen, liegt die Sache anders. Das kam aber zumindest für mich nicht so rüber.

Ich konnte mich nie zur Befürwortung einer für alle gültigen Impfpflicht durchringen, bei spezifischen Impfpflichten z.B. bestimmte Berufsgruppen betreffend sieht das etwas anders aus. Mit Omikron und Nachfolger hat sich die Lage meiner Ansicht nach aber noch einmal geändert.

Ich finde es allerdings fragwürdig, sich als Pfleger usw. nicht impfen zu lassen.

Allnichts

6. März 2022 09:04

Niemand:

Wie gesagt, ich will das hier nicht zu sehr in Richtung Corona und Covid-19 an sich gehen lassen, die meisten der von Ihnen genannten Punkte wurden hier auch schon mehrere Male besprochen. Aus meiner Sicht stellen Sie grösstenteils falsch dar, aber da werden wir wohl auf keinen gemeinsamen Nenner mehr kommen.

Ich will damit nicht sagen, dass die harten Kritiker nicht in bestimmten Punkten Recht behalten haben, aber es sind eher wenige, es geht meist um Teilaspekte, nicht um "praktisch alles".

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