Faktenlage (11) Frankreichs Rechte nach der Wahl

Frankreich hat gewählt. Enttäuschung, aber auch Zuversicht im rechten Lager. Wie geht es jetzt weiter?

Daniel Fiß

Daniel Fiß ist freier Publizist.

Vor zwei Wochen schrieb ich nach der ers­ten Run­de der fran­zö­si­schen Prä­si­dent­schafts­wahl von Mari­ne Le Pens Chan­cen auf einen mög­li­chen Über­ra­schungs­sieg. Wenig spä­ter ent­wi­ckel­ten sich die Umfra­gen jedoch immer stär­ker in Rich­tung einer mehr­heit­li­chen Unter­stüt­zung für den Amts­in­ha­ber Emma­nu­el Macron, der schließ­lich auch mit 58,5% gewann.

Le Pen konn­te das dyna­mi­sche Wachs­tums­mo­men­tum aus dem ers­ten Wahl­gang nicht hal­ten und muß­te sich am Sonn­tag schließ­lich mit 41,5% der Wäh­ler­stim­men geschla­gen geben.

Seit­dem popu­lis­ti­sche Bewe­gun­gen in den west- und mit­tel­eu­ro­päi­schen Län­dern ernst­haft um rea­le poli­ti­sche Macht­res­sour­cen mit dem Estab­lish­ment kon­kur­rie­ren, haben ins­be­son­de­re die Prä­si­di­al­de­mo­kra­tien einen ein­ge­üb­ten Abwehr­re­flex gegen die „rech­te Gefahr“ ent­wi­ckelt. Die Wäh­ler­schaft ist bereits auf eine poli­ti­sche Show kon­di­tio­niert und weiß trotz aller Unzu­frie­den­heit um sei­ne „Bür­ger­pflicht“ zum Schutz der Demokratie.

Das Estab­lish­ment hat nach dem Bre­x­it und der Trump-Wahl 2016 sei­ne Leh­ren gezo­gen und weiß, wel­che emo­tio­na­len Aus­lö­ser­knöp­fe gedrückt wer­den müs­sen, um rechts­op­po­si­tio­nel­le Strö­mun­gen auch im elek­to­ra­len Wett­be­werb auf aus­rei­chen­den Sicher­heits­ab­stand zu hal­ten. Le Pen und die gesam­te fran­zö­si­sche Rech­te ste­hen mit die­sem Ergeb­nis vor einer ent­schei­den­den Fra­ge: Ist das rech­te Wäh­ler­po­ten­ti­al ein­schließ­lich der unzu­frie­de­nen Pro­test­wäh­ler aus­ge­schöpft? Und ist das ver­fes­ti­ge Zen­trum der „poli­ti­schen Mit­te“ in sei­ner Kon­di­tio­nie­rung als Ein­heit gegen rechts über­haupt zu knacken?

Bezo­gen auf die Ziel­set­zung der Prä­si­dent­schafts­wahl erscheint es man­chen ein schwa­cher Trost, wenn ange­führt wird, daß Le Pen ihr Ergeb­nis aus dem Jahr 2017 um knapp 8% stei­gern konn­te und zwei Mil­lio­nen Wäh­ler hin­zu­ge­wann. In der geo­gra­phi­schen Ver­tei­lung wird deut­lich, daß sie in fast allen Kom­mu­nen zuge­legt hat und nach wie vor ihre Stär­ken im länd­li­chen Raum am bes­ten aus­spie­len kann.

Abge­schla­gen bleibt sie jedoch wie­der ein­mal inmit­ten der Groß­städ­te und ihrer Speck­gür­tel, auch wenn sie in die­sen geo­gra­phi­schen Clus­tern leich­te Zuge­win­ne im Ver­gleich zum Ergeb­nis von 2017 ver­zeich­nen konn­te. Mit Eric Zem­mour hat das rech­te Lager schließ­lich auch eine Tür zu urba­nen Schich­ten über Stu­den­ten, Aka­de­mi­ker und bür­ger­li­che Eli­ten auf­ge­schlos­sen. Die Zah­len sind zwar noch am höchs­ten in den klas­si­schen länd­li­chen Arbei­ter­schich­ten, doch es läßt sich auch eine leich­te Wachs­tums­kur­ve in Milieus mit höhe­rem Bil­dungs­grad und gut­si­tu­ier­ten Berufs- und Ein­kom­mens­grup­pen erkennen.

Wie auch schon 2017 hat Le Pen auf rou­ti­nier­te Wahl­kampf­kon­zep­te gesetzt und ihre Stamm­wäh­ler­schaft gebaut. Vie­le Pres­se- und Foto­ter­mi­ne auf Bau­ern­hö­fen und Land­wirt­schafts­be­trie­ben, volks­na­he Gesprä­che auf Wochen­märk­ten und Besu­che in den zen­tra­len Indus­trie­re­gio­nen des Lan­des. Auf die­sen poli­ti­schen Spiel­fel­dern ist sie zuhause.

Lese­hil­fe: Ein Punkt mar­kiert den Anteil der jewei­li­gen sozia­len Schicht in der Gemein­de auf der X‑Achse. Auf der Y‑Achse ist das ent­spre­chen­de Wahl­er­geb­nis abzu­le­sen. Hier im Bei­spiel: In Bogny-sur-Meu­se liegt der Anteil von Arbei­tern und ein­fa­chen Ange­stell­ten bei 45% (X‑Achse) – Hier hol­te Le Pen 72%  der Wäh­ler­stim­men (Y‑Achse)

Den­noch muß damit in der Feh­ler­ana­ly­se die Fra­ge eröff­net wer­den, ob Le Pen ihr Stamm­wäh­ler­po­ten­ti­al nicht über­schätzt hat. Mit ihrer Stra­te­gie eines „Anti-Macron“-Referendums für den zwei­ten Wahl­gang woll­te sie natür­lich die unzu­frie­de­nen Melén­chon-Wäh­ler aus der ers­ten Run­de der Wahl mit­neh­men. Sie muss­te dar­auf hof­fen, daß ent­we­der die Melén­chon-Wäh­ler, die Macron einen Denk­zet­tel ver­pas­sen woll­ten, für sie votie­ren oder aus­rei­chend zuhau­se blei­ben, um somit dem Stim­men­po­ten­ti­al aus dem rech­ten und kon­ser­va­ti­ven Lager um Zem­mour und Pecres­se mehr Gewicht zu verschaffen.

Die­se klas­si­sche Demo­bi­li­sie­rungs­stra­te­gie miß­lang jedoch. Die ent­täusch­ten lin­ken Melén­chon-Wäh­ler blie­ben zu Hau­se, und der har­te Kern woll­te ledig­lich Le Pen ver­hin­dern. Nur 9% der Melén­chon-Wäh­ler aus dem ers­ten Wahl­gang gaben an, daß sie nun aus Über­zeu­gung für Macron gestimmt haben.

Im kon­ser­va­ti­ven und rech­ten Lager fiel die Mobi­li­sie­rung am Ende schwä­cher aus als erwar­tet und not­wen­dig gewe­sen wäre. Selbst in der Wäh­ler­schaft von Zem­mour blieb jeder fünf­te Wäh­ler ent­we­der zu Hau­se oder votier­te für Macron. Ins­be­son­de­re die von Zem­mour im ers­ten Wahl­gang mobi­li­sier­ten Wäh­ler der repu­bli­ka­ni­schen Par­tei um Vale­rie Pecres­se dürf­ten sich dann im zwei­ten Wahl­gang gegen eine Unter­stüt­zung für Le Pen ent­schie­den haben. Le Pen konn­te also ihre Kern­wäh­ler­schaft aus­bau­en. Aber es reicht eben noch nicht, um auch die Prä­si­dent­schaft zu gewinnen.

Es stellt sich aber auch die Fra­ge, wie die opti­ma­len poli­ti­schen Aus­gangs­be­din­gun­gen einer rech­ten Kam­pa­gne in Frank­reich über­haupt aus­se­hen müß­ten, um auch die Bar­rie­re der 50% + X zu durch­bre­chen. Die Lage für Le Pen war näm­lich recht güns­tig. Das Ukrai­ne-The­ma spiel­te im Prä­si­dent­schafts­wahl­kampf die letz­ten drei Wochen kei­ne Rol­le mehr. Die unter­stell­te „Putin-Con­nec­tion“ von Le Pen blieb wir­kungs­los. Sie schaff­te es, ihr inhalt­li­ches Kern­pro­fil auf The­men wie Kauf­kraft und Lebens­hal­tungs­kos­ten zu erwei­tern und sich damit auch über das Migra­ti­ons­the­ma hin­aus brei­ter aufzustellen.

Über die letz­ten fünf Jah­re hat sie mehr Ver­trau­en, Glaub­wür­dig­keit und zugleich einen prä­si­dia­len Habi­tus auf­ge­baut. Die Wahl­kampf­dy­na­mik vor dem ers­ten Wahl­gang lag im Gegen­satz zu 2017 klar auf ihrer Sei­te und die Stim­men­zu­wäch­se gehen über alle sozia­len Grup­pen. Es wäre falsch zu behaup­ten, Mari­ne Le Pen sei mit ihrem Wahl­kampf geschei­tert. Sie und der RN sind eher zu lang­sam gewach­sen und sind auch an einer aktu­el­len Begren­zung rech­ter Wäh­ler­po­ten­tia­le ange­kom­men. Dies zeigt die Limi­tie­run­gen rein rechts­po­pu­lis­ti­scher und par­la­ments­pa­trio­ti­scher Strategieansätze.

Ins­be­son­de­re in einem „The win­ner takes it all“- Prä­si­di­al­sys­tem wie Frank­reich sind die hin­zu­ge­won­ne­nen Stim­men von Le Pen zunächst wert­los, wenn sie nicht als Res­sour­ce für real­po­li­ti­sche Macht- und Gestal­tungs­mög­lich­keit im admi­nis­tra­ti­ven Appa­rat ein­ge­setzt wer­den können.

Somit steht die fran­zö­si­sche Rech­te jetzt vor der Neu­auf­stel­lungs­fra­ge mit einem gewach­se­nen Wäh­ler­raum und der Erschlie­ßung neu­er sozio­öko­no­mi­scher Grup­pen. Zem­mour hat mit sei­ner ver­hält­nis­mä­ßig star­ken Mobi­li­sie­rung in den bür­ger­lich-aka­de­mi­schen und urba­nen Räu­men und der Wäh­ler­wan­de­rung aus dem kon­ser­va­ti­ven Lager der repu­bli­ka­ni­schen Par­tei die Mobi­li­sie­rungs­lü­cken geschlos­sen, an die Le Pen nicht anknüp­fen konn­te. Sei­ne Kam­pa­gne hat gezeigt, daß die The­men Migra­ti­ons­po­li­tik und Iden­ti­tät immer noch dyna­misch und mit­rei­ßend auf­ge­la­den wer­den kön­nen und zusam­men mit sozia­len und wirt­schafts­po­li­ti­schen Ansät­zen von Le Pen ein brei­tes Spek­trum abbilden.

Eine der­ar­ti­ge Samm­lungs­be­we­gung, die auch jetzt schon ange­sichts der nahen­den Par­la­ments­wahl dis­ku­tiert wird, scheint sich jedoch noch nicht abzu­zeich­nen. Zem­mour schoß nach dem zwei­ten Wahl­gang gegen Le Pen und sprach davon, daß „die Nie­der­la­ge zum drit­ten Mal den Namen Le Pen trägt“. Funk­tio­nä­re aus dem Ras­sem­ble­ment Natio­nal mach­ten dar­auf­hin deut­lich, daß eine Samm­lungs­be­we­gung des RN mit der RECONQUETE von Zem­mour der­zeit nicht in Fra­ge käme und appel­lier­ten an etwas mehr Respekt sei­tens Zemmour.

Auch wenn die Kri­tik von Zem­mour tat­säch­lich den Fakt einer Stei­ge­rung von 8% für Le Pen aus­blen­det und aus sei­ner Posi­ti­on etwas über­heb­lich wirkt, hat sie einen wah­ren Kern, der auch die Par­tei­ba­sis des RN in den nächs­ten Mona­ten beschäf­ti­gen wird. Die Fami­li­en­dy­nas­tie Le Pen könn­te mit die­ser ver­lo­re­nen Prä­si­dent­schaft vor­bei sein.

Die jun­ge Par­tei­ba­sis hat über die letz­ten fünf Jah­re an der Voll­endung von Le Pens Lebens­werk gear­bei­tet. Vie­le Par­tei­ka­der wir­ken ent­täuscht und schlos­sen sich noch wäh­rend der hei­ßen Wahl­kampf­pha­se dem Zem­mour-Lager an. Unter ande­rem auch die pro­mi­nen­te Nich­te Mari­on Marechal Le Pen, die nun auch als Brü­cken­kopf für ein Samm­lungs­pro­jekt zwi­schen RECONQUETE und Ras­sem­ble­ment Natio­nal fun­giert. Gleich­zei­tig weiß die fran­zö­si­sche Rech­te jedoch auch um die Eta­blie­rung und Bekannt­heit von Mari­ne Le Pen. Es dürf­te nicht ohne Risi­ko sein, im Moment des stärks­ten Ergeb­nis­ses eines rech­ten Kan­di­da­ten bei einer Prä­si­dent­schafts­wahl einen Wech­sel an der Spit­ze zu vollziehen.

Wie viel Wag­nis will man ein­ge­hen? Wie vie­le Jah­re der per­so­nel­len Auf­bau­ar­beit ist man bereit in ein neu­es Gesicht zu inves­tie­ren, um eine ähn­li­che Popu­la­ri­tät wie Le Pen zu errei­chen? Oder gibt man meta­po­li­ti­schen Ansät­zen mehr Raum und fokus­siert sich noch stär­ker auf die Sta­bi­li­sie­rung eines ori­gi­nä­ren rech­ten Milieus, mit dem sich schritt­wei­se ein noch brei­te­res elek­to­ra­les Stamm­po­ten­ti­al auf­bau­en ließe?

Damit wären dann Gras­wur­zel­pro­jek­te im länd­li­chen Raum und hoch­schul­po­li­ti­sche Offen­si­ven in den Städ­ten ver­bun­den, eben­so der Auf­bau von intel­lek­tu­el­len und kul­tu­rel­len Zen­tren sowie alter­na­ti­ven Medi­en. Die Wäh­lerres­sour­cen wür­den somit in ein meta­po­li­ti­sches Kapi­tal trans­for­miert wer­den, was poli­ti­sche Sta­bi­li­tät und Kon­ti­nui­tät garan­tiert. Eine span­nen­de stra­te­gi­sche Lage für Frank­reichs Rech­te, die auch von den patrio­ti­schen Kräf­ten in Deutsch­land beob­ach­tet wer­den sollte.

Daniel Fiß

Daniel Fiß ist freier Publizist.

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Kommentare (28)

Laurenz

27. April 2022 09:20

@DF

Nichts gegen Ihre Analyse. In der Schlußfolgerung haben Wahlentscheidungen hier, zwischen Konservativen & Radikal-Liberalen rein mit der materiellen Befindlichkeit der Wähler zu tun, die wir am Wahlergebnis ablesen können. 58% der Franzosen geht es eben gut, 42% steht das Wasser bis zum Hals. Und die 42% werden eben weiter im Verteilungskampf das Nachsehen haben. Inflation, liberale Mißwirtschaft, gerade im konzernbeladenen Frankreich werden zukünftig den LePen-Konservativen weitere Wähler bescheren, die vom Regen der staatlichen Gießkanne zukünftig nicht mehr profitieren werden, weil der monetäre Wasservorrat kleiner wird.

quarz

27. April 2022 09:23

Bemerkenswert ist vor allem, was sich zeigt, wenn man die ethnisch bereinigten Zahlen in Betracht zieht. Wenn man davon ausgeht, dass die kulturfremden Staatsbürger fast ausschließlich Macron gewählt haben, wird deutlich, dass wahrscheinlich die absolute Mehrheit der ethnischen Franzosen für Le Pen gestimmt hat. Macron konnte sich nur mit Hilfe der Fremden im Amt halten. Zum ersten Mal ist es also in einem großen europäischen Land dazu gekommen, dass ein Volk nicht mehr über seine Geschicke bestimmen kann, weil diejenigen, die nicht zu ihm gehören wollen, es verhindern.

(Klarstellung für den begrifflich evtl. überforderten diensthabenden VS-Mitschreiber: ja, ich verwende den ethnischen Volksbegriff und nein, ich behaupte nicht, dass Fremde nicht zu Angehörigen des Volkes werden können, ich spreche vom Wollen)

RMH

27. April 2022 09:24

Danke für die Analyse. Wenn man die Frage diskutiert, ob das rechte-nationale Wählerpotential mit diesem Ergebnis erschöpft sei, dann kommt man nicht umhin die Frage der "ethnischen" Wahl zu analysieren, auch wenn es dazu vermutlich kein brauchbares Datenmaterial gibt. Am Tag der Stichwahl haben die MSM verschiedene "Stimmen aus dem Volk" eingefangen und im TV präsentiert. Darunter war auch eine farbige Französin, die klar sinngemäß sagte "Le Pen ist eine Rassistin und Macron ein Kapitalist. Da wähle ich dann doch den Kapitalisten, statt die Rassistin." Das war eine Einzelstimme, aber jeder, die in den Großstädten Frankreichs sich umsieht, dem erscheint damit schnell plausibel, warum Le Pen gerade auf dem Land und nicht in den Großstädten stark war. Anderer Punkt: Beim Stimmenunterschied dieser Wahl war das Ukraine-Thema sicher nicht entscheidend, aber bei einer Gewichtung von 21 - gleicher Wert wie innere Sicherheit! - in der Themengewichtung kann man schon sagen, dass solche externen Themen, wenn es knapper gewesen wäre, entscheidend sein können bzw. Le Pen auch geschadet haben. Bei Houellebecqs letztem Roman, der auf die aus heutiger Sicht nächste Wahl abstellt, liefert genau so ein externes Thema, bei dem dann alle wieder "zusammenrücken", die Wahlentscheidung zu Gunsten des Macron-Platzhalters gegen den "brillanten" RN-Kandidaten (jung und männlich!).

Mitleser2

27. April 2022 09:41

Wieso sehen Rechte so oft unrealistische Siege vor ihren Augen?

Ok, in FRA war es vielleicht theoretisch möglich, aber die linken Wähler sind eben nicht umgeschwenkt. Soviel zur Frontbildung gegen das Establishment.

In D dagegen braucht man nur die Prognosen für NRW anzuschauen: CDU/SPD/Grüne 75%. Und das bei absehbarem Niedergang, genau durch diese Parteien verursacht.

Unser linker "Imagine" hat da mit seinen Analysen schon recht.

 

 

Sixtus

27. April 2022 09:46

Ich denke, viel liegt einfach in der Person Marine Le Pen begründet; da ist einfach weder Charisma noch sympathische Ausstrahlung ansatzweise vorhanden. Aber die Putin-Nähe der letzten Jahre ist natürlich beiden rechten Kandidaten auf die Füße gefallen, das war ja am Umfrageneinbruch bei Zemmour seit Beginn des Ukraine-Kriegs sehr deutlich nachzuverfolgen. Und wer, der nicht sowieso schon Parteigänger ist, wählt schon in Kriegszeiten einen gefühlten Kollaborateur bzw. Sympathisanten des Aggressors?

Imagine

27. April 2022 09:51

Das offizielle Wahlergebnis mit Emmanuel Macron (58.5%) und Marine Le Pen (41.5%) täuscht insofern, da keineswegs über die Hälfte der Wahlberechtigten Macron gewählt haben:

Das „reale“ Wahlergebnis ist:

Wahlberechtigte      48.752.500  (100%)
E. Macron 18.779.641 Stimmen (38,52%)
M. Le Pen 13.297.760 Stimmen (27,27%)
Wähler:  32077401 (65,79%) - Nichtwähler: 16675099 (34,20%)

Knapp 40% haben Macron und etwas mehr als ein Viertel haben Le Pen gewählt, über ein Drittel hat keinen der beiden Kandidaten gewählt.

Das bedeutet, dass rund Dreiviertel aller wahlberechtigten Franzosen Le Pen nicht als Präsidentin haben wollten.

Laurenz

27. April 2022 11:00

@Imagine

Und 6/10 Macron nicht.

@Sixtus

Woher wollen Sie wissen, wie Rußland LePen bei den Wählern auf die Füße fällt. Kann sein, kann nicht sein. Aber das einfach zu behaupten, ist nicht integer.

@Mitleser2

Wieso sehen Rechte so oft unrealistische Siege vor ihren Augen?

Es war ein besseres Ergebnis als beim letzten Mal. In 10 Jahren ist es dann so weit, wenn sich der Trend fortsetzt.

tearjerker

27. April 2022 11:44

Alles wie zu erwarten und anständiges Ergebnis von Le Pen. Nach Verwaltungsregionen hat LePen im 2. Wahlgang die besten Ergebnisse in den Übersee-Departments erzielt (69% in Guadeloupe), plus Korsika und Provence-Alpes, alles Regionen mit traditionell mehr als nur geographischer Distanz zu Paris, wenn auch mit absolut gesehen kleinem Stimmenpotential. Der nördliche Rand um Lille, der östliche Rand um Strassburg und das Zentrum des Burgund schlagen mit den geringsten Stimmenverlusten für Macron im Vergleich zu 2017 in die andere Richtung aus. Frankreich bröckelt von den Rändern her und steht unter Druck. Das Konzept des RN hat sein Potential wohl ausgeschöpft.

Imagine

27. April 2022 12:10

@Laurenz   27. April 2022 11:00
„Und 6/10 Macron nicht.“

Von diesen 40%, die Macron wählten,  haben – so meine Vermutung – die Hälfte Macron als „kleineres Übel“ gewählt.

Die Mehrheit der Franzosen wünscht sich eine ganz andere Politik.

Aber weder die Linkspopulisten (Mélenchon) noch die Rechtspopulisten (Le Pen) werden von der Mehrheit der Franzosen als akzeptable Alternative angesehen.

So meine Interpretation des Wahlergebnisses.

anatol broder

27. April 2022 13:52

@ rmh 9:24

zunächst danke für die antwort vom 13ten auf meine frage zur houellebecqs entwurf einer präsidentenwahl. sein jüngster roman vernichten liegt nun neben mir. meine letzten zwei lesereisen waren ebenso französisch wie lyrisch: der kleine prinz (saint-exupery), die elenden (hugo).

ich schätze, dass farbige frauen in frankreich selbst eher als nichtwähler auftreten. wenn sie in massenmedien sprechen dürfen, dann ist es eine botschaft von den woken für die woken. die zusammenstellung des strassenbildes einer französichen metropole deute ich als höhere beinarbeit der farbigen mitbürger. das sagt mehr über deren freizeitgestaltung als über die politischen vorlieben, die meistens doch bodenständig, also nicht sozialistisch sind. bei diesen potentiellen wählern hat marine le pen wenig chancen, weil sie eine frau ist.

Laurenz

27. April 2022 15:27

@Imagine @L.

Sie wissen genauso gut, wie ich, daß Marx in einem Punkt Recht hatte. Das Materielle bestimmt das Sein. Wieso sollte jemand, dem es gut geht, etwas ändern wollen? Und Sie wissen immer noch genauso gut, wie ich, daß die Taktik der Bolschewisten & europäischen Kommunisten die ökonomische Destruktivität war, um den Anteil der Wähler, denen es schlecht geht, zu vergrößern. Deswegen liegt auch 

@Tearjerker

falsch. Das Potential des RN richtet sich nach dessen Interessensvertretung von Wählerschichten. Wie man am Trend festhalten kann, vergrößern sich die Wählerschichten des RN zusehends.

@Anatol Broder @RMH

Ob das Wahlergebnis auch etwas mit der Weiblichkeit LePens zu tun hat, mag sein. Aber woher kommen dann die Erfolge in den Kolonien? Im Nairobi am Rhein ist es offensichtlich. Aber es gibt auch Ausnahmen, wie zB Tansu Çiller.

Gustav

27. April 2022 15:57

Es gibt Ungereimtheiten bei der französischen Präsidentschaftswahl, welche die Genialität des Werbeslogans von „Dominion Voting Systems“ einmal mehr unterstreichen. „Dominion Voting – changing the way people vote“ („Dominion Voting – ändert die Art in welcher die Leute wählen“). Im französischen Staatsfernsehen „France 2“ gab es im Verlauf des Wahlabends Merkwürdiges zu beobachten: Um 21:15 Uhr führte Marine Le Pen mit etwa 200.000 Stimmen. Um 21:20 führte sie mit etwa 220.000 Stimmen. Um 22:40 Uhr, knapp eine halbe Stunde vor dem Ende der Berichterstattung, führte Macron auf einmal mit 2,5 Millionen Stimmen – und Marine Le Pen hatte mysteriöserweise knapp 3 Millionen Stimmen wieder verloren (11.558.051/22:40 Uhr vs. 14.432.396/21:20 Uhr). In zahlreichen Städten Frankreichs war es nach der Wahl zu Protesten und Ausschreitungen gekommen.

Wahrheitssucher

27. April 2022 16:39

In dem Artikel fehlen zwei Punkte, die zur Bereicherung zwei Foristen, @ quarz und @ imagine nachliefern: Die überaus wichtigen Hinweise auf die Wahlbeteiligung und auf die vermute ethnische Verteilung der Stimmabgabe.

Zeigt sich hier, wie es nicht selten der Fall ist, dass Beiträge aus der Leserschaft häufig prägnanter und ergiebiger sind als der Artikel auf die sie sich beziehen...

Volksdeutscher

27. April 2022 17:35

@RMH sprach einen Punkt an, den der Beitrag nicht enthält, der aber im Falle eines Staates wie Frankreich enorm wichtig ist und deshalb angesprochen werden muß: das betrifft die Wahl/das Wahlverhalten der ethnisch Nichtfranzosen mit französischer Staatsbürgerschaft. Frankreich ist das mahnende Beispiel, möchte ich mal behaupten, wie es einem Land ergeht, das überfremdet ist und seine Identität zu verlieren droht. Den Fragen, ob die Rechte Frankreichs müde sei, oder ob gegenwärtig nicht mehr Stimmen zu holen seien, oder ob das Wahlergebnis mit den Fähigkeiten/Eigenschaften der Kandidaten zu tun habe, oder ob die französische Nation dermaßen unheilbar gespalten ist, kann man die suggestive Frage hinzugesellen, ob die Überfremdung in Frankreich nicht schon eine solche Stufe erreicht hat, wo das Umreißen des Lenkrades nach rechts nicht mehr möglich ist und das auch in Zukunft nicht mehr möglich sein wird.

Laurenz

27. April 2022 18:51

@Volksdeutscher @RMH

wo das Umreißen des Lenkrades nach rechts nicht mehr möglich ist

Erachte das als sehr kurzsichtige Haltung zur Beurteilung der Wahl. Ethnische Nichtfranzosen mit französischer Staatsbürgerschaft, das sind meist Algerier, wie Zemmour, vergleichsweise etabliert & stehen vor derselben Problematik, wie die indigenen Wähler auch.

Wenn das stimmen würde, was Sie schreiben, Volksdeutscher, hätte kein Schwarzer oder Indio-Hispanic Trump eine Stimme gegeben.

Schauen Sie zurück, Volksdeutscher, ins Jahr 2011, als Sarkozy Libyen bombardieren ließ. Gab es da irgendeinen Aufruhr oder Proteste seitens der muslimischen Bevölkerung Frankreichs?

Da ist sich jeder selbst der nächste. Bei billigem libyschen Sprit ist es auch dem Beute-Franzosen egal, ob die Glaubensbrüder im Explosionsdruck von Boches-Bomben, geliefert von Westerwelle, zerplatzen.

RMH

28. April 2022 06:58

Wenn das stimmen würde, was Sie schreiben, Volksdeutscher, hätte kein Schwarzer oder Indio-Hispanic Trump eine Stimme gegeben. 

@Laurenz, Teil 1:

Trump hatte stets Wahlkämpfe geführt, die nicht direkt auf den white trash abzielten sondern mit MAGA gerade auch auf die Erneuerung des american dreams - sie waren also entgegen der Hetze seiner Gegner ethnisch neutral. Jeder, der es will und sich anstrengt, kann es schaffen und diese Ansage spricht gerade auch Migranten oder Menschen mit derartigen Wurzeln stark an. Die welfare queens in den USA hatte bereits B. Clinton eingedämmt. Trump wurde zudem als Arschl..., aber eben eines, dem zugetraut wurde, jobs für die breite Masse zu schaffen, eingestuft. Das Rassen-Framing war bei Trumps erster Wahl deutlich weniger ausgeprägt, als bei der zweiten oder heute.

 

RMH

28. April 2022 07:03

@L, Teil 2: Das Rassen-Framing ist ein bewusstes Mittel linkem Establishments, um die sich ändernden ethnischen Zusammensetzungen in den Ländern immer in dem Sinne im Griff zu haben, dass - wie oben zitiert - im Zweifelsfall lieber der Kapitalist als der Rassist gewählt wird. Das ist in Frankreich recht deutlich (Le Pen wird seit Jahrzehnten als Rassistin geframed) und in Deutschland auch. Konservative Deutsch-Türken wählen SPD, Grüne, allenfalls mal Union, weil sie vom Anti-Rassisten-Wahn erfasst sind, obwohl ihre Werte nicht zu diesen Parteien passen. Mit der Diskriminierungskarte ist dem Establishment gelungen, den Leuten mit Migrations-Wurzeln etwas Schlimmeres als die Angst vor sozialem Abstieg vorzugaukeln, nämlich die Frucht davor, dass - zugespitzt formuliert - böse Weiße sie versklaven. Bzw. bereits jetzt ganz subtil: Daran, dass es ihnen wirtschaftlich schlecht geht, ist nicht der Kapitalismus oder das europ. Wirtschaftssystem, welches Arbeit & Mühen voraussetzt, schuld, sondern die bösen, autochthonen Einheimischen, die auf den Pfründen sitzen und ständig diskriminieren. Schlechter job? Klar, liegt nicht an der Qualifikation, liegt an den Weißen ... keine Wohnung bekommen? Logo ... etc. - die Linken schafften es, ihren Ur-Mythos, erst kommt das Fressen, dann die Moral, mit der Angst vor der Diskriminierung zu verbinden und zu überlagern, so dass sozial-patriotische Bewegungen, die eigentlich auch Migrantisch-Stämmige ansprechen müssten, als unwählbar erscheinen.

Volksdeutscher

28. April 2022 07:58

@Laurenz

Ich meinerseits erachte Ihre Kritik als kurzsichtig, denn Sie übersehen dabei zwei voneinander unabhängige Größen: 1. das Wahlverherhalten der Muslime in Frankreich und 2. das Verhalten der Muslime zu exterritorialen Geschehen. Sie behaupten, 1. die Muslime hätten mit den Wahlergebnissen nichts zu tun, denn dann hätten sie auch gegen die Bombardierung ihrer Glaubensbrüder protestieren müssen und 2. sie hätten sowieso die gleichen Probleme wie die indigenen Franzosen, ergo werde das nicht negativ auf ihr Wahlverahlten auswirken.

Ich werde aber versuchen, Sie aus der Falle der Logik zu befreien, jene Dinge haben nämlich nichts notwendigerweise miteinander zu tun. Menschen können die gleichen oder gar dieselben Probleme haben und dennoch grundverschieden mit ihnen umgehen. Dennoch meinen Sie: Ob man Christ, Franzoser, Weißer, Europäer auf der einen Seite oder Muslim, Araber, Neger und Afrikaner auf der anderen Seite sei, mache keinen großen Unterschied, denn die finanziellen / ökonomischen Probleme verbünden uns beide, folglich würden wir im Großen und Ganzen schon irgendwie ähnlich votieren.... Weiter gefolgert: Daß wir also einen verschiedenen geschichtlichen, finanziellen, kulturellen, ethnischen, emotionalen Hintergrund haben, habe nichts mit unserem Wahlverhalten zu tun, denn all jene Unterschiede würden durch die gleichen Probleme nivelliert.... 

Das ist meines Erachtens Wunschdenken logisch auf die Reihe gebracht. Aber ist das wirklich Ihr Ernst?

 

kikl

28. April 2022 09:10

Das ist alles schön und gut.

Aber mir fehlt die Berücksichtigung des Bonus des Amtsinhabers. Macron kann praktisch über unbegrenzte staatliche Ressourcen verfügen in seinem Wahlkampf. Jede präsidiale Pressekonferenz und jeder Fototermin mit ... wird zum Wahlkampf. Der Herausforderer hat diese Möglichkeiten nicht, weshalb die Wiederwahl die absolute Regel ist. 

Dann ist Frankreich durch zwei große Krisen gegangen, Corona und jetzt die Ukraine. Das hatte massiven Einfluss auf den Wahlkampf und Krisen helfen immer dem Amtsinhaber, auch wenn es in den letzten Wochen nicht mehr im Vordergrund stand

Zemmour hat zumindest das Overton-Fenster für die Themen Nation und Immigration geöffnet, was von der Linken tabuisiert wird. Als Jude bleibt das Nazilabel nicht so einfach an ihm hefte. Insofern ist das eine Strategie, die man übernehmen könnte. 

Gelddrucker

28. April 2022 10:42

Fakt ist, dass wohl ca. 50% der ethnischen Franzosen Le Pen gewählt haben.

Die kritische Masse für eine Wende ist also definitiv längst erreicht.

Falls nur die Hälfte dieser kritischen Masse die Arbeit niederlegen würde, wäre der Spuk beendet. Ob so etwas in Westeuropa geschehen wird, wenn klar wird, dass im Parlament nichts gedreht werden kann?

Imagine

28. April 2022 10:46

Nur 27,27% der Wahlberichtigten wählten Marine Le Pen.

Angesichts eines französischen Präsidenten, der von den meisten Franzosen abgelehnt wird und auf seine 40% nur kam, weil er als „kleines Übel“ gewählt wurde, wird bei objektiver Betrachtung das Ausmaß der Niederlage für eine Partei und Bewegung, die sich als „Nationale Sammlungsbewegung“ versteht; deutlich. Es zeigt, dass Le Pen und die RN in Zukunft chancenlos sein werden. Die Niederlage des RN als gegenwärtig stärkste Rechtspartei in Westeuropa macht zugleich deutlich, dass Parteien, die traditionelle rechte Politik vertreten, in Westeuropa nicht mehrheitsfähig sind. Wobei die FPÖ und die SVP – anders als in dem MM dargestellt – keine „Rechtsparteien“, sondern „Volksparteien“ sind.

Zudem ist die „Sammlungsbewegung RN ist stark von dem Einfluss der Familie Le Pen geprägt – schon unter Jean-Marie Le Pen waren seine drei Töchter (und deren Ehemänner oder Lebensgefährten) zeitweilig in der Partei tätig; in seiner Nachfolge konnte sich kein Nicht-Familienmitglied gegen Marine Le Pen durchsetzen; Kritiker sprechen teilweise von „einem florierenden Familienunternehmen“ oder einer „Dynastie“.“ (https://tinyurl.com/2p8pfdy3)

 

Skeptiker

28. April 2022 11:00

@kikl

Die Wiederwahl ist absolut nicht die Regel. Macron ist nach 20 Jahren der erste wiedergewählte Präsident.

Vielleicht liegt die Antwort ja einfach darin, dass die Mehrheit der Franzosen den zahlreichen leeren Versprechungen von Frau Le Pen keinen Glauben schenkt und in einer schwierigen Situation dann doch zum kleineren Übel tendiert!

Franz Bettinger

28. April 2022 11:40

Schade, dass die (rechten und Le Pen wählenden) Korsen nicht wieder mal ihre Unabhängigkeit erklären; das wär doch mal was! Was der Kosovo kann, und die Krim, das sollten die Korsen auch können. Und dann noch andere: Elsass und Lothringen! Na ja, die (allerdings eher linken) Katalanen haben’s probiert; es ist schief gegangen. 

Gelddrucker

28. April 2022 14:17

@Imagine

Wenn man es so sieht, gibt es quasi überhaupt keine mehrheitsfähigen Konzepte und Parteien mehr. Auf Macron entfielen dann wieviel %, etwas über 30? Wieviele Menschen haben Scholz gewählt, auch um diese 30% herum?

Was ist das für ein völlig nichtssagender und unsinniger Kommentar?

 

Imagine

29. April 2022 11:25

Marine Le Pen hat immer versucht, den NF/ RN als „weder rechts noch links“ zu vermarkten. Und ihre Wahlpropaganda war sehr stark sozial ausgerichtet.

Aber es ist ähnlich wie beim bekannten Märchen. Der Wolf kann sich als Großmutter verkleiden, aber das Rotkäppchen merkt dies.

Auch der RN wird das Image einer rechtsextremistischen Partei nicht los. Was zum einen daran liegt, dass in den Medien der RN so dargestellt wird, auf der anderen Seite aber auch an Marine Le Pen und ihrer Politik.

Die Argumentation von @Gelddrucker ist Nonsens.
Weil Mehrheitsfähigkeit bei der Präsidentenwahl logischerweise nur die relative Mehrheit betrifft und im politischen System der BRD die Möglichkeit, die Regierung zu stellen. Selbstverständlich sind Scholz und die SPD „mehrheitsfähig“, auch wenn sie bei Wahlen nicht die absolute Mehrheit erreichen. Das ist empirisch evident: Die SPD ist Regierungspartei und stellt den Kanzler.

Laurenz

29. April 2022 14:23

@Imagine

Verstehe nicht, warum Sie & Andere Sich nicht auf die materiellen Befindlichkeiten einer Bevölkerung einlassen können? LePen wurde von jenen gewählt, die materiell das Nachsehen haben.

Imagine

1. Mai 2022 05:33

@Laurenz  29. April 2022 14:23
„LePen wurde von jenen gewählt, die materiell das Nachsehen haben.“

Ja, Le Pen wurde auch gewählt von einem Teil der Deplorables, welche falsche Hoffnungen in sie setzen.

Denn die Sozialversprechen sind bei Frau Le Pen nur Wahlpropaganda. So leer wie jene Reformversprechen des sozialistischen Präsidenten Hollande.

Mit „Solidarischem Patriotismus“, wie dieser z.B. von B.K. mit konkreten Inhalten bestimmt wird, hatte der Le Pen-Clan noch nie etwas gemein. Diesbezüglich findet man auch keine konkreten Ziele in Le Pens Programmatik.

 

Laurenz

1. Mai 2022 19:05

@Imagine @L.

Ja, Le Pen wurde auch gewählt von einem Teil der Deplorables, welche falsche Hoffnungen in sie setzen. Denn die Sozialversprechen sind bei Frau Le Pen nur Wahlpropaganda. So leer wie jene Reformversprechen des sozialistischen Präsidenten Hollande. Mit „Solidarischem Patriotismus“, wie dieser z.B. von B.K. mit konkreten Inhalten bestimmt wird, hatte der Le Pen-Clan noch nie etwas gemein. Diesbezüglich findet man auch keine konkreten Ziele in Le Pens Programmatik.

Quod erat demonstrandum. Ihr Behauptung ist so nicht belegbar. Das können wir nach 5 Jahren LePen an der Macht beurteilen. 

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