Davos und der Pandemie-Vertrag der WHO (2)

Seit 2020 hat Klaus Schwab ein Imageproblem.

Martin Lichtmesz

Martin Lichtmesz ist freier Publizist und Übersetzer.

Vor­her kann­ten nur weni­ge Men­schen sei­nen Namen. Sein flei­schi­ges, müdes Büro­kra­ten­ge­sicht hat Geor­ge Soros als per­so­na­li­sier­tes Gene­ral-Mem des Glo­ba­lis­mus abge­löst. Grund ist die pro­mi­nen­te Rol­le, die das World Eco­no­mic Forum in der ideo­lo­gi­schen Ver­wal­tung der “Coro­na-Pan­de­mie” ein­ge­nom­men hat.

Mit sei­nem star­ken deut­schen Akzent und sei­nem Äuße­ren, das an den glatz­köp­fi­gen James-Bond-Schur­ken Blo­feld erin­nert, wirkt der 84jährige Schwab wie ein Comics-Böse­wicht. Sein Schlag­wort vom “Gre­at Reset” hat die Chif­fre schlecht­hin für alle dys­to­pi­schen Ent­wick­lun­gen gelie­fert, die unter dem Schirm der Virus­ein­däm­mung in Gang gesetzt wurden.

In dem immer noch lesens­wer­ten Büch­lein “Neue Welt­ord­nung” – Zukunfts­plan oder Ver­schwö­rungs­theo­rie? von Man­fred Klei­ne-Hart­la­ge wird das Welt­wirt­schafts­fo­rum als Bei­spiel für eine glo­ba­lis­ti­sche Orga­ni­sa­ti­on oder Insti­tu­ti­on eben­so­we­nig erwähnt wie die WHO (wer hät­te 2011 gedacht, daß “Gesund­heit” ein­mal zum Vor­wand poli­ti­scher Macht­über­tra­gun­gen im gro­ßen Stil wer­den sollte?).

Leser von Samu­el Hun­ting­ton kann­ten frei­lich schon damals den Begriff des “Davos-Men­schen”. Er benennt die Ver­tre­ter einer ent­na­tio­na­li­sier­ten, glo­ba­len Super­klas­se, die aus der wirt­schaft­li­chen Glo­ba­li­sie­rung her­vor­ge­gan­gen ist und die eine Wahl­ver­wandt­schaft zum “mora­lis­ti­schen Trans­na­tio­na­lis­mus” der lin­ken Intel­li­genz pflegt. Die­se Ver­bin­dung nennt sich heu­te “Sta­ke­hol­der-Kapi­ta­lis­mus”, in dem Groß­kon­zer­ne die Rol­le von Welt­ver­bes­se­rern und gesell­schafts­po­li­ti­schen Wohl­tä­tern spie­len sollen.

Und Welt­ver­bes­se­rung soll laut Selbst­dar­stel­lung sei­ner Akteu­re der vor­ran­gi­ge Job des WEF sein. In sei­ner Eröff­nungs­re­de zum dies­jäh­ri­gen Davos-Tref­fen sag­te Schwab:

Die Zukunft pas­siert nicht ein­fach. Die Zukunft wird von uns gemacht! Von einer mäch­ti­gen Gemein­schaft, wie Sie hier in die­sem Raum. Wir haben die Mit­tel, um die Zustän­de auf der Welt zu ver­bes­sern. Dazu bedarf es jedoch zwei­er Vor­aus­set­zun­gen. Die ers­te ist, daß wir alle als Inter­es­sens­ver­tre­ter [Sta­ke­hol­der] grö­ße­rer Gemein­schaf­ten agie­ren, dass wir nicht unse­ren Eigen­in­ter­es­sen ver­fol­gen, son­dern der Gemein­schaft die­nen. Das nen­nen wir “Sta­ke­hol­der-Ver­ant­wort­lich­keit”. Und zwei­tens, dass wir zusam­men­ar­bei­ten. Und dar­um wer­den Sie im Lau­fe des Tref­fens vie­le gute Gele­gen­hei­ten fin­den, um sich in hand­lungs- und ergeb­nis­sori­en­tier­ten Initia­ti­ven zu enga­gie­ren, um Fort­schrit­te in Bezug auf bestimm­te The­men der glo­ba­len Agen­da zu erzielen.

Im Vor­feld der Kon­fe­renz hat­te Schwab offen­bar das Bedürf­nis, eini­ge Din­ge zu klä­ren. In einem Inter­view mit der NZZ vom 21. 5. spiel­te er den zu Unrecht von Ver­schwö­rungs­theo­re­ti­kern ver­leum­de­ten, miß­ver­stan­de­nen und bedroh­ten Zukunftsvisionär:

NZZ: Das WEF war immer schon Ziel von Glo­ba­li­sie­rungs­kri­ti­kern. In den sozia­len Netz­wer­ken hat das noch­mals eine neue Dimen­si­on ange­nom­men und rich­tet sich auch gegen Sie per­sön­lich. Sie wer­den als Teil einer Welt­ver­schwö­rung gebrand­markt, das WEF als Hand­lan­ger einer Eli­te, die Men­schen mit einem «gre­at reset» unter­drü­cken und sie ihrer Frei­hei­ten berau­ben will.

Schwab: Ich bin scho­ckiert. Ich habe ver­sucht, mit sol­chen Leu­ten zu reden. Aber lei­der hat sich gezeigt, dass das meist abso­lut sinn­los ist. Wenn jemand einer Ver­schwö­rungs­theo­rie ver­fal­len ist, dann hört er nicht mehr auf ratio­na­le Argu­men­te. In mei­nem Buch «The Gre­at Reset» habe ich die Mög­lich­kei­ten neu­er Tech­no­lo­gien dar­ge­stellt und spä­ter auf mög­li­che Schat­ten­sei­ten wie einen Über­wa­chungs­staat ver­wie­sen. Ich will Miss­brauch ja gera­de ver­hin­dern. Aber die Ver­schwö­rungs­theo­re­ti­ker behaup­ten nur, Klaus Schwab sagt, dass etwas mög­lich sei, also befür­wor­tet er das.

(.…) Ich habe Droh­schrei­ben erhal­ten, unser Haus wur­de foto­gra­fiert und das Bild ins Inter­net gestellt. Absur­de Din­ge wur­den behaup­tet, etwa: Ich befür­wor­te den berühm­ten Satz «Sie wer­den nichts besit­zen und glück­lich sein», den ich nie gesagt oder geschrie­ben habe. Das ist eine neue Dimension.

Aber Ret­tung naht in Gestalt der “Fak­ten­che­cker”:

Zum Glück gibt es immer mehr soge­nann­te Fak­ten-Che­cker, die von sich aus zei­gen, dass die bös­ar­ti­gen Unter­stel­lun­gen gegen mich schlicht falsch sind.

Wo soll man da anfan­gen mit dem “Fak­ten­che­cken”? Den Satz “Sie wer­den nichts besit­zen und glück­lich sein” hat der schwer scho­ckier­te Schwab viel­leicht selbst nicht gesagt, aber er stammt aus einem der berüch­ti­gen, mit Fahr­stuhl­mu­sik unter­leg­ten WEF-Vide­os, in denen bizar­re tech­no­lo­gi­sche Inter­ven­tio­nen als beglü­cken­de Zukunfts­aus­sich­ten prä­sen­tiert werden.

Auf­hor­chen läßt auch fol­gen­de Pas­sa­ge des Interviews:

Mich haben zwei Men­schen beson­ders geprägt, mit denen ich lang­jäh­ri­ge Ver­bin­dun­gen gepflegt habe. Der eine war Nel­son Man­de­la. Der ande­re Lee Kuan Yew, der ers­te Regie­rungs­chef von Sin­ga­pur. Die­ser erklär­te mir ein­mal sei­ne Sicht auf den Unter­schied zwi­schen dem Wes­ten und dem Osten: Der Wes­ten ist geprägt durch den Schutz des Ein­zel­nen vor Über­grif­fen durch das Kol­lek­tiv. Das hängt zusam­men mit der Geschich­te, der Fran­zö­si­schen Revolution.

In Asi­en dage­gen, das immer schon dich­ter besie­delt war, ist es umge­kehrt: Hier geht es in der Poli­tik um den Schutz des Kol­lek­tivs vor dem Ein­zel­nen. Wir kön­nen nicht sagen, dass das eine rich­tig und das ande­re falsch ist. Die­sen Kon­flikt hat auch Covid zuta­ge geför­dert: Inwie­weit gelingt es uns, den Schutz, das Recht des Ein­zel­nen mit den Inter­es­sen des Kol­lek­tivs zu ver­ein­ba­ren? Das wird uns wei­ter­hin beschäftigen.

Eugyp­pi­us kommentiert:

Die­sen Ein­druck bekommt man auch bei der Lek­tü­re von The Gre­at Reset: Schwab hat ein deut­li­ches Inter­es­se an chi­ne­si­schen auto­ri­tä­ren Regie­rungs­an­sät­zen, aber sei­ne Äuße­run­gen dazu sind stets ver­streut und unsys­te­ma­tisch. Sei­ne gele­gent­li­che Sino­phi­lie mün­det nie­mals in umfas­sen­de­re Theo­rien oder Ideen über den Staat und die Auto­ri­tät von Insti­tu­tio­nen. Er ähnelt dar­in Gates, der iso­lier­te tech­no­lo­gi­sche Lösun­gen für Gesund­heits­pro­ble­me liebt, aber kei­ne umfas­sen­de­re Vor­stel­lung vom Zweck der Medi­zin hat, davon, was es eigent­lich bedeu­tet, gesund zu sein, oder auch davon, was wohl­tä­ti­ge Inter­ven­tio­nen in der Drit­ten Welt anrich­ten können.

Klei­ne-Hart­la­ge schrieb in “Neue Welt­ord­nung”, die glo­ba­lis­ti­sche Macht­po­li­tik basie­re auf der Auf­lö­sung von “Soli­dar­ge­mein­schaf­ten”: “intak­te Fami­li­en, intak­te Völ­ker, intak­te Religionsgemeinschaften”:

Wer buch­stäb­lich ewig herrr­schen will, darf die Gesell­schaft nicht ver­fes­ti­gen, er muß sie ver­flüs­si­gen; nicht kol­lek­ti­vie­ren, son­dern atomisieren.

Die­se Stra­te­gie scheint nun an ihr Ende gekom­men zu sein, zur glei­chen Zeit, in der ein epo­cha­ler “Deglobalisierungs”-Prozeß begon­nen zu haben scheint. Die Coro­na-Poli­tik hat zu einer Re-Kol­lek­ti­vi­sie­rung des Wes­tens geführt, zu einer Her­stel­lung von Soli­da­ri­tät “von oben” durch Angst­ma­che, poli­tisch-sozia­len Druck und ein mora­li­sches Sta­tus­sys­tem, das auf Gehor­sam­keit gegen­über den Pan­de­mie-Maß­nah­men beruht.

Das neue Lied heißt nun “Gemein­nutz geht vor Eigen­nutz”, und es sind gera­de die libe­ra­len Über- und Ober­west­ler, die es am lau­tes­ten anstim­men (hier etwa Alan Pose­ner).

Schwabs Behaup­tung, daß er “Miß­brauch ja gera­de ver­hin­dern” wol­le, klingt wenig glaub­wür­dig ange­sichts man­cher Aus­füh­run­gen sei­ner illus­tren Gäste.

Pfi­zer-Chef Albert Bour­la, des­sen Kon­zern dank der Wun­der der öffent­lich-pri­va­ten Part­ner­schaft ein Mil­li­ar­den­ge­schäft mit wir­kungs­ar­men und ris­kan­ten Impf­stof­fen gemacht hat, ant­wor­te­te auf die Fra­ge Schwabs “Wie vie­le Imp­fun­gen brau­chen wir in der Zukunft?”:

I think we will need vac­ci­na­ti­ons in the future. But I am also con­cer­ned that the com­pli­an­ce of the popu­la­ti­on with the recom­men­da­ti­ons of the experts will not be very high. More peop­le did the first dose, les­ser did the second and even les­ser will do the third and the fourth. For that rea­son we need to find a solu­ti­on that makes it easy for peop­le to get. And I think this solu­ti­on it is the num­ber one prio­ri­ty to have a vac­ci­ne that lasts a year. So once peop­le know it is for a year, they do it every autumn for example.

Ich den­ke, daß wir in Zukunft Imp­fun­gen brau­chen wer­den. Aber ich bin auch besorgt, daß die Gefü­gig­keit [com­pli­an­ce] der Bevöl­ke­rung gegen­über den Emp­feh­lun­gen der Exper­ten nicht sehr groß sein wird. Mehr Men­schen haben die ers­te Dosis genom­men als die zwei­te, und noch weni­ger wer­den die drit­te und vier­te neh­men. Aus die­sem Grund müs­sen wir eine Lösung fin­den, die es den Men­schen leicht macht. Und ich den­ke, dass die­se Lösung in ers­ter Linie dar­in besteht, einen Impf­stoff zu haben, der ein Jahr lang wirkt. Wenn die Men­schen also wis­sen, dass die Imp­fung ein Jahr lang wirkt, kön­nen sie sich zum Bei­spiel jeden Herbst imp­fen lassen.

“Impro­ve com­pli­an­ce”, damit sei­ne Phar­ma­pro­duk­te flä­chen­de­ckend im Dau­er-Abo ver­teilt wer­den, ist Bour­la also ein sehr wich­ti­ges Anlie­gen. Bereits 2018, als man noch wenig auf die­se Din­ge und die­ses Per­so­nal ach­te­te, schwärm­te er von der Idee, Pil­len her­zu­stel­len mit

… einem bio­lo­gi­schen Chip, der in der Tablet­te ist, und wenn man die Tablet­te nimmt und sie löst sich im Magen auf, sen­det sie ein Signal, dass man die Tablet­te genom­men hat. Stel­len Sie die Impli­ka­tio­nen vor – Gefü­gig­keit, sodaß die Ver­si­che­run­gen wis­sen, daß die Pati­en­ten tat­säch­lich die Medi­ka­men­te genom­men haben, die sie neh­men sollen.

It is basi­cal­ly a bio­lo­gi­cal chip that it is in the tablet and once you take the tablet, it dis­sol­ves into your sto­mach, sends a signal that you took the tablet. So ima­gi­ne the impli­ca­ti­ons of that, the com­pli­an­ce. The insuran­ce com­pa­ny to know that the medi­ci­nes that pati­ents should take, they take.

Die­ses älte­re Video wur­de auf dem You­tube-Kon­to des WEF unter dem Titel “Trans­forming Health in the Fourth Indus­tri­al Revo­lu­ti­on” hoch­ge­la­den. Die “Gesundheits”-Politik der Welt­ver­bes­se­rer steht im engen Zusam­men­hang mit ihrer trans­hu­ma­nis­ti­schen Agen­da (sie­he dazu die­ses Video von Nor­bert Häe­ring).

Ein ande­res Bei­spiel vom dies­jäh­ri­gen Tref­fen:  J. Micha­el Evans, Prä­si­dent der chi­ne­si­schen Han­dels­platt­form Ali­b­a­ba Group, äußer­te die glor­rei­che Idee, wie man den Kli­ma­wan­del in Griff bekom­men könn­te – mit der indi­vi­du­el­len Ver­fol­gung des “Co2-Fuß­ab­drucks”:

We’­re deve­lo­ping through tech­no­lo­gy an abi­li­ty for con­su­mers to mea­su­re their own car­bon foot­print. Whe­re are they tra­ve­ling, how are they tra­ve­ling, what are they eating, what are they con­suming on the plat­form; we don’t have it ope­ra­tio­nal yet but this is some­thing that we are working on.

Wir ent­wi­ckeln eine Tech­no­lo­gie, mit der die Ver­brau­cher ihren eige­nen CO2-Fuß­ab­druck mes­sen kön­nen. Wohin sie rei­sen, wie sie rei­sen, was sie essen, was sie auf der Platt­form kon­su­mie­ren; wir haben das noch nicht in Betrieb, aber wir arbei­ten daran.

Sieht man sich die Vide­os der Davos-Kon­fe­ren­zen an, so begeg­net einem eine selt­sa­me Mischung aus geschäf­ti­ger Bana­li­tät, Wich­tig­tue­rei, Lan­ge­wei­le und sinis­tren Anlie­gen, die sich in fort­schritt­lich-huma­nis­ti­sches Neu­sprech hül­len. Die Vor­tra­gen­den und Gesprächs­part­ner benut­zen ger­ne das Wort “wir”, aber als außen­ste­hen­der Nor­mal­ver­brau­cher und Zaun­gast wird einem bald klar, daß man damit nicht mit­ge­meint ist.

Der eng­li­sche Kom­men­ta­tor Mor­go­th hat dazu einen amü­san­ten Bei­trag geschrie­ben. Er wun­der­te sich über die schlech­te PR-Pfle­ge des WEF. Hier ein paar Zitate:

Das WEF ist “crin­ge” und Klaus Schwab ist ein Meme, ein buch­stäb­li­cher Bond-Böse­wicht, der sich unge­niert in der Öffent­lich­keit zeigt. (…)  Wäh­rend ich die­se Zei­len schrei­be, ist das WEF 2022 in vol­lem Gan­ge, und ich habe gese­hen, wie gut geklei­de­te Eli­ten in Davos uns mit­tei­len, daß sie wie­der ein­mal die Rede­frei­heit neu über­den­ken wol­len. Ein ande­res Mit­glied der Eli­te­klas­se ver­kün­de­te dann selbst­ge­fäl­lig, daß die Ent­wick­lung von per­so­na­li­sier­ten Co2-Fuß­ab­druck-Tra­ckern in vol­lem Gan­ge sei, wäh­rend Klaus Blo­feld selbst stolz erklär­te, daß sie unse­re Zukunft bau­en wer­den, ob wir das nun wol­len oder nicht. Ganz zu schwei­gen von die­sem Kobold, der Men­schen hacken will. (…)

Mein Tele­gram-Feed wird der­zeit von klei­nen Video­clips über­schwemmt, die extrem mäch­ti­ge Leu­te zei­gen, die bei­läu­fig und enthu­si­as­tisch schil­dern, wie das Ple­be­jer-Vieh in der Zukunft mas­sen­haft über­wacht, gechip­pt und einem sozia­len Kre­dit­sys­tem unter­wor­fen wird, wäh­rend es besitz­los, aber glück­lich ist. (…)

Die Kam­pa­gne “Build Back Bet­ter” war ein wei­te­rer Fehl­schlag des Welt­wirt­schafts­fo­rums. Aus hei­te­rem Him­mel fin­gen plötz­lich alle Poli­ti­ker und Pro­mi­nen­ten an, den Satz bei jeder Gele­gen­heit unauf­hör­lich zu wie­der­ho­len. Ober­fläch­lich betrach­tet bot der BBB-Slo­gan den Mas­sen Hoff­nung auf eine bes­se­re Zukunft, wäh­rend sie mona­te­lang im Lock­down hock­ten und Net­flix schau­ten. In Wirk­lich­keit frag­ten sich vie­le, war­um sämt­li­che ihrer Füh­rer die­sen schwach­sin­ni­gen Spruch nach­plap­pern, der eher nach einem gegen­sei­ti­gen Geheim­code aus­sah statt einer Inspi­ra­ti­on für die Öffentlichkeit.

Die Fra­ge ist: War­um die­ses PR-Desas­ter? War­um die­se offe­ne Ver­ach­tung für die Mas­sen, ja für den Libe­ra­lis­mus selbst, den zu ver­tre­ten sie vor­ge­ben? Wer­den die Eli­ten schlecht bera­ten? Oder füh­len sie sich so mäch­tig, daß es ihnen inzwi­schen völ­lig egal ist, wie die Öffent­lich­keit über sie denkt, die ohne­hin nur zu einem rela­tiv klei­nen Teil an ihren Machen­schaf­ten inter­es­siert ist?

Mor­go­th denkt, daß Letz­te­res der Fall ist:

Unser ein­ge­fleisch­ter Libe­ra­lis­mus geht davon aus, daß die Mäch­ti­gen in irgend­ei­ner Wei­se rechen­schafts­pflich­tig gegen­über der brei­ten Öffent­lich­keit sind, daß sie sich um unse­re Anlie­gen küm­mern und unse­re Wün­sche respek­tie­ren soll­ten. Wenn die Mäch­ti­gen jedoch plötz­lich beschlie­ßen, daß die­se libe­ra­len Wer­te Relik­te einer ster­ben­den Welt sind, die ersetzt wer­den müs­sen, haben wir ernst­haf­te Pro­ble­me, weil dann auch kei­ne Lip­pen­be­kennt­nis­se mehr nötig sein werden.

Wie mäch­tig sind die­se Mäch­ti­gen aber wirk­lich noch? Wie weit kön­nen sie noch gehen in der Umset­zung ihrer Herr­schafts- und Welt­ver­bes­se­rungs­phan­ta­sien? Die­ser Kom­men­tar in der Welt­wo­che sug­ge­riert, daß in Davos nur ödes, irrele­van­tes Zeug gequatscht wird, die­ser Bericht von n‑tv behaup­tet, es herr­sche Rat­lo­sig­keit vor.

Ähn­lich die­ser Bericht der eng­li­schen Ver­si­on der Deut­schen Wel­le (DW). Der Kor­re­spon­dent Ben Faj­zu­l­lin konstatierte:

Das war ein völ­lig ande­res Davos als alle ande­ren, an denen ich bis­her teil­ge­nom­men habe. Jedes Jahr geht es um neue Part­ner­schaf­ten, Ver­su­che, daß die Glo­ba­li­sie­rung funk­tio­niert, trotz aller Kri­tik, daß nur die Rei­chen von ihr pro­fi­tie­ren… in die­sem Fall jedoch haben wir plötz­lich einen Punkt erreicht, an dem alles aus­ein­an­der­fällt. Es gab ein Gefühl der Dring­lich­keit wegen der Ukrai­ne, aber eben­so gera­de­zu Panik hin­ter den Kulis­sen. Ich wür­de nicht sagen, daß es um Ent­glo­ba­li­sie­rung ging, son­dern um einen Vor­stoß für eine nach­hal­ti­ge­re Glo­ba­li­sie­rung, um eine Risi­ko­min­de­rung für Lieferketten…

Der Plan der inter­na­tio­na­len Zusam­men­ar­beit für eine bes­se­re Glo­ba­li­sie­rung funk­tio­nie­re nicht mehr, vor allem, weil Chi­na und Russ­land poli­ti­sche und öko­no­mi­sche Eigen­we­ge gehen. Im Fall von Chi­na wir­ke sich auch der Nie­der­gang des Wirt­schafts­wachs­tums nega­tiv auf den Rest der Welt aus.

Auch Schwab ist der Ansicht, daß eine Zei­ten­wen­de bevor­steht. Eine wei­te­re Bemer­kung aus dem NZZ-Interview:

Ich glau­be, wir erle­ben tat­säch­lich gera­de Geschich­te an einem Wen­de­punkt. Wenn ich zurück­bli­cke, war das Ende des Zwei­ten Welt­kriegs ein Wen­de­punkt und damit ver­bun­den die Schaf­fung eines mul­ti­la­te­ra­len Sys­tems mit all sei­nen Orga­ni­sa­tio­nen. Ein zwei­ter Wen­de­punkt kam 1989 mit dem Fall der Mau­er. Nach 1945 haben wir ein glo­ba­les Sys­tem eta­bliert, das auf Regeln basiert. 1989 mein­ten wir dann, dass wir nicht nur die Regeln mit­ein­an­der tei­len, son­dern auch die Wer­te, die dahin­ter­ste­hen. Das war eine Illu­si­on. Jetzt sehen wir den Zer­fall unse­res glo­ba­len Wertesystems.

Allen hoch­tra­ben­den Plä­nen und Ver­spre­chun­gen (oder Dro­hun­gen) zum Trotz schei­nen die Davos-Men­schen an die Gren­zen ihrer Macht gesto­ßen zu sein. Kom­men­de kri­ti­sche Zuspit­zun­gen der Welt­la­ge könn­ten auch für sie äußerst unan­ge­nehm werden.

An ihren diver­sen Agen­den wer­den sie ver­mut­lich erst recht fest­hal­ten: In Zei­ten wirt­schaft­li­cher Not und sozia­ler Unru­he ist aus der Sicht der Mäch­ti­gen die Kon­trol­le der Bevöl­ke­rung von grö­ße­rer Bedeu­tung als je zuvor.

– – –

Mar­tin Licht­mesz hat zusam­men mit Mar­tin Sell­ner gera­de den Kapla­ken-Band Bevöl­ke­rungs­aus­tausch und Gre­at Reset ver­öf­fent­licht – hier ein­se­hen und bestel­len.

Martin Lichtmesz

Martin Lichtmesz ist freier Publizist und Übersetzer.

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Kommentare (82)

Umlautkombinat

30. Mai 2022 15:21

Lee Kuan Yew

Das wusste ich nicht und hier wird es m.E. sehr interessant beim Buchhalter Schwab, denn der oben Genannte war eine aussergewoehnliche Person. In der Folge kann das

Diesen Eindruck bekommt man auch bei der Lektüre von The Great Reset: Schwab hat ein deutliches Interesse an chinesischen autoritären Regierungsansätzen

nur eine starke Verkuerzung sein (nicht zwingend falsch, aber da ist mehr). Singapur und China ist ein sehr eigenes Thema. Empfehlung: "Lands of Charm and Cruelty: Travels in Southeast Asia" von Stan Sesser. Der erste und staerkste der glaube ich fuenf Kapitel behandelt Singapur. Von Sesser und Lee Kuan Yew gibt es wohl auch noch Interviews.

Lee's Ansichten, verstaerkt durch seine praktischen politischen Resultate, sind in jedem Fall immer interessant. Wenn sich Schwab auf ihn beruft, wird er - oder wer da nun dahinter ist - aber fuer mich persoenlich um so gefaehrlicher.

Gustav

30. Mai 2022 15:52

"scheinen die Davos-Menschen an die Grenzen ihrer Macht gestossen zu sein."

Kann ich mir nicht vorstellen, da ja sämtliche Planungen (Agenda 2030, digitale Währungssysteme, Umgestaltung der WHO, digitale Identität usw.) weiterlaufen. Die präsentierte Machtlosigkeit ist doch vergegaukelt, genauso wie die vorläufige Verschiebung des "Pandemie-Vertrages". Hier war eine frühe und sehr massive Berichterstattung in den alternativen Medien der Grund dafür, ein wenig zurück zu rudern. Sie sind nur zu schnell geworden, zu auffällig, zu dominant. Dem Frosch ist es zu heiß geworden. Jetzt wird etwas abgekühlt.

Der deutsche Michel schaut derweil ungerührt dabei zu, wie sein Land von gewissenlosen Ignoranten voll an die Wand gefahren wird, und beschäftigt sich mit Affenpocken, Gendersternchen, Buntheit und Vielfalt, Rassismus, Lauterbach und Sexismus sowie einer Neudefinition des Begriffs Heimat. Im Hintergrund plärrt eine ordinäre Aufschneiderin als Außenministrierende hysterisch gegen die „Kriegsmüdigkeit“ an, sein Verfassungsgericht ist blockiert, seine Grundrechte sollen dauerhaft eingeschränkt bleiben, der Ausnahmezustand soll die neue Normalität sein, die Lebensmittelpreise explodieren, die Inflation galoppiert – und im Fernsehen läuft der Bergdoktor. Der Mensch ist frei. Was er sich erwählt, wird ihm zuteil werden.

Ein gebuertiger Hesse

30. Mai 2022 17:11

Wer nicht darauf vertraut, daß er beim bloßen Anblick einer Visage wie der von Schwab nicht schon das Wesentliche über einen solchen Typen weiß, ist bereits feige vor sich selbst. 

Heinrich Loewe

30. Mai 2022 17:11

Die von Lichtmesz aufgegriffenen Themen sind immer Signal, kein Rauschen...Auch der von mir hoch geschätzte Steve Bannon fand zu der Einschätzung, daß die "Party von Davos" evtl. ihren Zenit überschritten hat. Die bei der WHO-Konferenz aufgebrachten Pläne stoßen wohl ebenfalls auf erheblichen Widerstand.

Das Projekt Eine-Welt-Staat der westlichen Eliten dürfte sich angesichts des als sicher anzunehmenden neuen Eisernen Vorhangs (Westen vs. Russland/China) erledigt haben.

Wir sind in einem Fourth Turning (Strauss/Howe); da ist es immer chaotisch und unübersichtlich. Der Ausgang ist unmöglich vorherzusehen. Umso wichtiger ist es für unseren Haufen, fokussiert zu bleiben auf unsere Alternative. Nur wie sieht die aus? Ich wünschte mir wirklich eine kohärente Adaption des "America First" (inclusiver Populismus, konservative Gesellschaftpolitik sowie ökonomischer Nationalismus) an europäische Verhältnisse.

kikl

30. Mai 2022 17:33

Vielleicht noch ein Kommentar zum Begriff "stakeholder" im Vergleich zum "shareholder".

Shareholder ist einfach der Aktionär oder Anteilsinhaber. Stakeholder ist eine andere Nummer. Wikipedia belehrt mich insofern:

In a corporation a stakeholder is a member of "groups without whose support the organization would cease to exist"

https://en.wikipedia.org/wiki/Stakeholder_(corporate)

Damit wird der Machtanspruch klar, den das WEF hat. Als Stakeholder ist das World Economic Forum unerlässlich für das Existieren der Welt.

deutscheridentitaerer

30. Mai 2022 18:57

Morgoths Erklärung über die taktische ungeschickte Unverblümtheit, mit der die Elite neuerdings vorgeht, ist bedenkenswert und jedenfalls nicht ganz daneben.

Ich möchte aber demgegenüber deutlich machen, dass der Einfluss und die Gestaltungsmöglichkeit der Davos-Menschen geringer sind, als der gemeine VTer und auch sie selbst meinen. 

Die Vorstellung einer geheimen Elite, die hinter der Fassade des öffentlichen Diskurs die Fäden in der Hand hält, scheitert doch daran, dass es eine solche - vom Plebs distinkte - Elite angesichts der Homogenisierung und Nivellierung der gesamten Gesellschaft nicht mehr geben kann. Ein reicher und ein armer Mann trinken die gleiche Cola, sagte Warhol. Sie sind auch auf den gleichen sozialen Medien. Sie sind zwar auf unterschiedlichen Schulen, aber die Lehrer sind die gleichen.

ML: Seltsamer Kommentar. Sie sind doch da, vor unseren Augen, diese vom "Plebs distinkte Elite". Ob sie Cola trinken wie wir, ist völlig unerheblich, nicht dagegen, ob sie Macht und Geld haben und Mitglieder von riesigen Netzwerken sind. Wir sind auf "den gleichen sozialen Medien", mit dem winzigen Unterschied, dass sie diese Medien besitzen und kontrollieren. Die Lehrer auf ihren Eliteschulen sind mit Sicherheit nicht die gleichen.

Wo soll diese Absonderung von der Herde stattfinden? Wo soll der psychopathische Wille zur Macht, der in einer solchen Schurkenelite walten müsste, herkommen? 

Gates, Soros, Schwab - das scheinen mir Leute zu sein, die ein ehrliches Bedürfnis haben, Gutes zu tun, und dabei eben auf die eh schon virulenten Reddit-Ideen zurückgreifen, die auch ohne sie gesellschaftlich hegemonial sind.

Sie sind mehr der Schaum auf der Welle, als die Welle selber. 

Niemand

30. Mai 2022 20:53

@deutscheridentitaerer

Gates, Soros, Schwab - das scheinen mir Leute zu sein, die ein ehrliches Bedürfnis haben, Gutes zu tun

Jedem der meint, dass Gates irgendein _ehrliches_ oder gar ehrbares Bedürfnis haben könnte, empfehle ich einen genauen Blick auf das Geschäftsgebaren von Microsoft in den 80ern und 90ern oder die Lektüre der Biographie "Hard Drive" von 1992. Stewart Alsop stellte schon damals zu Gates fest: "His form of entertainment is tearing people to shreds".

Paul Grayson ließ sich wie folgt zitieren: "I half-jokingly say there is only one person with fewer friends than Saddam Hussein. And that´s Bill Gates".

deutscheridentitaerer

30. Mai 2022 21:58

@Lichtmesz

Die Unterschiede sind aber doch v.a. quantitativer Natur. Sie haben mehr Geld und mehr soziale Macht, klar. Ansonsten sind sie aber in der gleichen Bewusstseinssphäre wie der Rest der westlichen Welt. Das macht es meines Erachtens unmöglich, dass sie eine Geheimagenda vertreten, wie es in klassischen Verschwörungstheorien a la Freimaurer, Juden, Skull and Bones oder dergleichen behauptet wird. 

Die Eliten sind eben nicht der Andere in diesem Sinne, sondern Leute  "aus der Mitte der Gesellschaft", die eben irgendwann zu Geld und Macht gekommen sind. Gerade das Leben Klaus Schwabs, das sich in seinen Eckdaten nicht wesentlich von einem 08/15 Ökonomieprofessor unterscheidet, zeigt das doch. Auch Bill Gates war nur ein oberer Mittelschichtstyp, der zufällig durch eine Zusammentreffen für ihn glücklicher Umstände obszön reich wurde und seine oberen Mittelschichtsideen damit nun verwirklichen will.

@Niemand

Ja das ist was dran, aber man hält ja auch immer besonders leicht das für gut, was einem auch nützt. 

Laurenz

30. Mai 2022 21:58

@Niemand @Deutscheridentitärer

Bill Gates hat ADHS. Nach meiner Auffassung ist das keine Störung, sondern eine Verschiebung & Verstärkung der persönlichen Wahrnehmung & Aufmerksamkeit auf weniger Ziele & Passionen. Als junger Mann arbeitete er durch & schlief auf dem Büroboden, woran man das Ungesunde an ADHS erkennen kann, man lebt auf Messers Schneide. Seine Gesundheit & seine Ex-Frau zwangen ihn dann, aufzuhören. Aber Gates ist kein Genius, er klaute das Fenster-Prinzip bei Apple/Atari. Er kann seinen Charakter natürlich auch heute nicht verleugnen, ist quasi manisch unterwegs. Auch in diesem Fall verdirbt Geld den sonst vielleicht harmlosen Charakter.

@Deutscheridentitärer

Es handelt sich schon lange nicht mehr um VT, sondern um Verschwörungspraxis, weil sie ja öffentlich stattfindet. Man muß hier ML zugute halten, sich grundsätzlich auf recherchierte Fakten zu beziehen. Das unterscheidet in der Regel die SiN-Redakteure vom Forum. Sie haben natürlich Recht, daß in der aktuellen Situation selbst die Grünen Schwierigkeiten bekommen werden, weiter ihre teuren Projekte durchzuziehen. Inflation destabilisiert & gefährdet die Herrschenden. Aber den Einfluß dieser Verschwörungspraktiker können Sie daran ermessen, welche Sendezeit diesen Verschwörungspraktikern entgegengebracht wird.

deutscheridentitaerer

30. Mai 2022 22:05

@nochmal an Lichtmesz

Zu Verdeutlichung: was wir heute vom WEF, von Schwab und Gates zu hören bekommen, habe ich - Lehrerkind - bereits alles in meiner Kindheit gehört.

Club of Rome, Peak Oil, Waldsterben, Überbevölkerung, Endlichkeit des Wachstums, erneuerbare Energien, Klimawander etc. - das waren die Memes, die im westlichen Bürgertum doch seit Jahrzehnten grassieren. Die reichsten und mächtigsten Männer des Westens fühlen sich nun konsequenterweise dazu berufen, diese Dinge anzugehen. Dass ihnen damit weiter Geld und Macht zufließt, wird sie dabei nicht stören.

 

Laurenz

30. Mai 2022 22:15

Aktuell ist aufgrund der finanzpolitischen Situation viel Dampf im Kessel. Bis auf Scholz fand kein Regierungschef Zeit, um nach Davos zu fahren. Der gesellschaftspolitische Konflikt findet nicht zwischen oben & unten statt, sondern zwischen oben & oben. Wir unten sind doch recht machtlos.  https://www.tichyseinblick.de/kolumnen/aus-aller-welt/die-grosse-transformation-wird-auf-den-strassen-der-welt-ausgefochten/

Sehe das anders als Tichys. Ob Bargeldabschaffung, EU-Totalitarismus  https://www.auto-motor-und-sport.de/verkehr/isa-automatisches-tempolimit-ab-2022/    etc.pp. sind nicht von unserem Widerstand abhängig, sondern Reiche haben da keinen Bock drauf, wie zB der britische Premier Boris Johnson seine Parties durchzog. Der Asperger-Mann Elon Musk zB macht, was er will, was ihm viele Feinde bei seinesgleichen verschafft.

@Ein gebürtiger Hesse

Schwabs

Visage

ist das Klischee eines kinderschändenden Geistlichen.

Ordoliberal

30. Mai 2022 22:36

Jeder, der unter dem Wahn leidet, mit seinen Einsichten und Handlungen die Welt retten zu können, muss als Superschurke bekämpft werden. "Anmaßung von Wissen" (Hayek) wird immer der größte Quell politischen Übels sein, ob man nun als Marxist glaubt, die Mechanik der Weltgeschichte durchschaut zu haben, oder als Milliardärstechnokrat die Mechanik des menschlichen Körpers und Geistes.

Ich beobachte mit Erleichterung, dass sich Teile der Rechten, zu denen ich auch Herrn Lichtmesz zähle, anti-etatistischen, wenn nicht gar libertären Positionen annähern. Ich finde, das sind natürliche Positionen für einen Konservativen. Sei es, weil er als Christ glaubt, dass nur Gott alles wissen kann. Sei es, weil er als Patriot glaubt, dass in der Tradition die gesammelten Erfahrungen unserer Vorväter auf uns kommen, die sich durch Versuch und Irrtum gebildet haben und nicht durch Offenbarung einer absoluten Wahrheit.

Institutionen können nicht am Reißbrett entworfen werden. Sie müssen organisch wachsen und für die von ihnen Getragenen so selbstverständlich sein, wie die Luft zum Atmen. In dieser tiefen Grundüberzeugung treffen sich Gehlen und Hayek. Das wäre doch mal einen Beitrag wert!

Umlautkombinat

30. Mai 2022 22:56

> Club of Rome, Peak Oil, Waldsterben, Überbevölkerung, Endlichkeit des Wachstums, erneuerbare Energien, Klimawander etc.

In 'etc.' kommen aber auch andere Dinge vor, z.B. die Entwicklung der Genschere, eine auch aus solchen Dingen abgeleitete aber viel generellere ungebildete transhumanistische Hybris. Die ist zwar nicht neu, ihr praktischer Zugriff auf menschlichen Koerper und Geist zeigt allerdings nie gesehene Groessenordnungen an Destruktivitaet. Und qualitativ muss man diese wohl als Willen oder mindestens gleichgueltige Inkaufnahme von 'culling the herd' im globalen Massstab bewerten.

Insofern, Eliten des Wissens sind das nicht unbedingt, Zauberlehrlinge mit entschieden zuviel Einfluss aber schon.

 

 

Gracchus

30. Mai 2022 23:54

Wenn Schwab Englisch redet, hört man, das ist nicht seine Muttersprache. Neulich hörte ich ihn zum ersten Mal deutsch sprechen und auch da dachte ich, das klingt nicht, als wäre es seine Muttersprache. 

Das war im heute-Journal. Und es waren Phrasen, Phrasen, Phrasen. Keine Ahnung, welche Rolle und welchen Einfluss er hat, mir kommt er weniger vor wie der Dirigent als der Orchesterdiener. 

Wenn es Schwab nach China zieht, hat er ja ein Problem, da China zu Russland hält, und beim WEF Selensky vorsprechen durfte; woran wiederum interessant ist, dass zwar das ukrainische Nationalgefühl gestärkt wird, aber als Mittel für die globalistische Agenda. Der alte Kissinger war auch da, vertrat aber die Ansicht, die Ostukraine solle abgetreten werden, während Soros ... 

Nitschewo

31. Mai 2022 00:13

@kikl

„Damit wird der Machtanspruch klar, den das WEF hat. Als Stakeholder ist das World Economic Forum unerlässlich für das Existieren der Welt.“

Was für ein Schwachsinn. Wenn Sie das tatsächlich glauben, empfehle ich sich dauerhaft unter der Bettdecke zu verkriechen und abzuwarten, bis wir den Rest erledigt haben. 

ede

31. Mai 2022 01:30

Wieder hervorragende und klarsichtige Analyse von ML, jedenfalls was Anspruch und Selbstverständnis des WEF angeht.

Ist es aber auch Abbild einer virtuellen Weltregierung, deren vorgeblich maßgeblichen Vertreter sich halböffentlich über ihre strategischen Ziele verständigen? Mittels was eigentlich, Reden und Hintergrundgespräche?

Hat da Deutschident nicht recht, ein Sack voll Superreicher will auch menschheitsbeglückend in die Geschichte eingehen? Und nicht zu vergessen, Party feiern im ganz exklusiven Klub. Ist Schwab wirklich mehr als Türpersonal?

Köppel hat da ein böses Interview geführt, mit der

"Bestseller-Autorin und Finanz-Expertin Sandra Navidi" über das WEF, das Leben in New York, die Leistung von Joe Biden und warum Trump das Schlimmste ist, was den USA wieder passieren könnte."

https://fb.watch/dl2WW9x-FT/

Zum piepen.

Mir drängt sich sich der Eindruck eines zuende gehenden Abschnittes der Geschichte auf, des amerikanischen Zeitalters. Unsere Ausgangslage ist nicht günstig.

Laurenz

31. Mai 2022 04:38

@Ede

Unsere Ausgangslage ist nicht günstig.

Ja, sehe ich subjektiv, allerdings objektivierbar, auch so, weil wir in meinen Augen schon wieder zu den Verlierern gehören.

Sandra Navidi

Böse war das Interview nicht, eher Real-Satire. Aber die Dame sieht gut aus & kann zumindest reden, hat auch eines dieser nutzlosen Staatsexamen. Ich hätte die nie von der Bettkante gestoßen, aber in meinem Leben spielten Honigfallen auch keine Rolle, weil ich nie in die Situation kam, daß mir jemand Honigfallen stellte.

@Ordoliberal

Man muß unterscheiden zwischen persönlicher Freiheit zum einen & ökonomischen Liberalismus zum anderen. Der ökonomische Liberalismus führt grundsätzlich zum Totalitarismus. Alles Gefasel der Wirtschaftsliberalismus-Propagandisten ist so illusionär, wie Imagines Marxismus-Traum.

Bei der persönlichen Freiheit muß man zudem definieren, wer sie denn genießen darf.

kikl

31. Mai 2022 07:00

@Nitschewo

Danke für die warmen Worte. Vielleicht richten Sie Ihren Zorn an Herrn Schwab und das WEF, das diese Gedanken äußert. O-Ton Schwab:

"Die Zukunft passiert nicht einfach. Die Zukunft wird von uns gemacht! Von einer mächtigen Gemeinschaft, wie Sie hier in diesem Raum. Wir haben die Mittel, um die Zustände auf der Welt zu verbessern."

Der WEF hat also die Macht die Welt zu verbessern? Das stammt nicht aus einem schlechten Drehbuch...

Die systematische Wahlfälschung in Berlin kommt ganz langsam zum Vorschein Dank Tichy und ein paar Journalisten und gegen den Willen der Herrschenden:

" Keiner hat mich kontrolliert. Dann habe ich einfach ein paar blaue Stimmen grün gemacht“, sagt er – also Stimmzettel für die AfD als Kreuze für die Grünen gezählt.

Als Motiv nennt er seine politische Überzeugung: „Mein Herz schlägt links.“"

Seltsamerweise sehe ich sehr sehr wenig Anstrengungen von Seiten der AFD diesen Sumpf auszutrocknen.

https://www.tagesspiegel.de/berlin/afd-stimmen-fuer-die-gruenen-gezaehlt-wahlbetrug-in-brandenburg-ist-fall-fuer-den-staatsanwalt/24937160.html

RMH

31. Mai 2022 07:12

Auch für all die genannten, alten, reichen Damen und Herren der Welt gilt die ewige Weisheit, das letzte Hemd hat keine Taschen (was auch eines ihrer Motive ist für ihr Bestreben, länger anhaltende Wirkungen auf diesem Planeten zu hinterlassen - Ausdruck ihrer Hybris). Und das macht zur Abwechslung einmal den Charme des "systemischen" Denkens, des, wie @Ordoliberal es formulierte, Glaubens, die "Mechanik der Weltgeschichte durchschaut zu haben" von Anschauungen wie u.a. dem Marxismus aus (der hat in diesem Punkt aber keine Alleinstellung - entgegen des tiefen Glaubens seiner Anhänger). Da laufen Prozesse ab, bei denen die Protagonisten eigentlich austauschbar sind. Ist ein Schwab oder Soros weg, dann nimmt eben ein/e andere/r seine Rolle ein. Für mich sind die Genannten und ihre mehr oder weniger öffentlichen Plattformen wie Anzeigen komplizierter Uhren, die uns normalen Menschen zumindest die Möglichkeit geben zu erkennen, was die Stunde schlagen könnte/ wird. Mit dem Christentum betrat das Subjekt als konkreter Ort des Heilsgeschehens die Bühne der Weltgeschichte. Subjekte sorgen heute dafür, das Subjekte wieder zu Objekten der Geschichte werden = Ende der Aufklärung und Emanzipation.

Gustav

31. Mai 2022 09:14

Das Weltwirtschaftsforum war nicht einfach die Idee von Klaus Schwab, sondern entstand aus einem von der CIA finanzierten Harvard-Programm, das von Henry Kissinger geleitet und von John Kenneth Galbraith und dem „echten“ Dr. Strangelove, Herman Kahn, vorangetrieben wurde. Dies ist die erstaunliche Geschichte der wirklichen Männer, die Klaus Schwab rekrutierten, ihm bei der Gründung des Weltwirtschaftsforums halfen und ihm beibrachten, sich keine Sorgen zu machen und die Bombe zu lieben.

Quelle: Dr. Klaus Schwab or: How the CFR Taught Me to Stop Worrying and Love the Bomb

Gustav

31. Mai 2022 10:10

Sie haben uns ihre Pläne im Voraus mitgeteilt. Das tun sie immer. Wir werden nichts mehr besitzen, wir werden keine Privatsphäre mehr haben und wir werden lernen, uns daran zu gewöhnen, dass wir für unser Überleben völlig abhängig von der Regierung und ihren Partnern aus der Wirtschaft sind.

David Beasley, Exekutivdirektor des Welternährungsprogramms der Vereinten Nationen, sprach in Davos und hatte erfreuliche Nachrichten.

In seiner offiziellen Ansprache vor dem WEF erklärte Beasley, dass die weltweite Ernährungslage bereits vor dem Ukraine-Krieg schlecht war, dass die Situation aber seitdem eskaliert ist und sich zur schlimmsten humanitären Krise seit dem Zweiten Weltkrieg entwickelt hat.

Dann ist da noch das gruselige Cover des Economist  Magazine. Das ist eine Publikation im Besitz der Rothschilds, die sich an die Elite der Globalisten wendet. Es zeigt ein Weizenfeld mit Weizenkörnern in Form von Totenköpfen und dem Titel „The Coming Food Catastrophe“.

„Conservative Playlist“ berichtet, dass die „Rockefeller Foundation“, ein weiterer Globalisten-Club mit Verbindungen zu Bill Gates, Schwab und dem WEF, kürzlich davor gewarnt hat, dass eine globale Nahrungsmittelkrise biblischen Ausmaßes innerhalb von fünf bis sechs Monaten vor unserer Tür stehen wird.

Je mehr Schmerz verursacht wird, desto näher kommen die Eliten ihrem „Großen Reset“.

 

Umlautkombinat

31. Mai 2022 10:13

> kommt er weniger vor wie der Dirigent als der Orchesterdiener. 

Ist er doch wohl auch nicht. Der Haering erwaehnte kuerzlich die - nicht neue - Implikation Rockefeller Foundation -> Kissinger  -> Schwab.

Aber was tut es? Hier arbeiten sich so viele Leute an 'Visagen', schlechtem Englisch usw., und eben auch dieser Platzhalterfunktion ab, weil man wenn man schon verschei....t werden muss, dies nicht durch einen Kretin passieren darf.

Das aendert aber a) alles nichts an dem, was wesentlich ist. Und viel wichtiger ist es b) sinnvoll, sich klarzumachen, dass eben auch der gesamte Kreis neben, um und hinter Schwab Einschraenkungen der Erkenntnisfaehigkeit unterliegt. Und das ist einer seiner Schwachpunkte.

Manchmal setze ich mich mental in die Rolle eines Beraters dieser Leute. Wenn ich die Welt ausbeuten wollte, wuerde ich kein Chinamodell foerdern. Gerade mit dem in den letzten Jahrhunderten erworbenen Wissen darueber, was ein freilaufendes Individuum vermag. Man vergisst - auch hier - gern die positiven Seiten dieser Tatsache. Die Aufteilung grosse Herde + Selektion aus  kontrollierter Auslese an Leistungstraegern wird so nicht funktionieren (liegt am 'kontrolliert'). 

Laurenz

31. Mai 2022 10:31

@RMH

Auch, wenn ich im Groben Ihrem letzten Beitrag zustimmen kann, so könnten wir ein klein wenig korrigieren. 

Mit dem Christentum betrat das Subjekt als konkreter Ort des Heilsgeschehens die Bühne der Weltgeschichte.

Eben nicht, RMH. Daß Sie das so wahrnehmen, daran können Sie ermessen, wie klug diese sogenannte christliche Propaganda & ihre Nachfolger funktionieren. Unsere heidnischen Vorfahren kannten sehr wohl das Heil, wie die Römer auch. Aber ein Fürst mußte, wollte er seine Gefolgschaft behalten, das Heil im diesseits liefern. Die Christen, wirklich geschickt, verlegten die Heilsgeschichte ins jenseits, oder gar an den jüngsten Tag, was heißt St. Nimmerleinstag. Als das nicht mehr zog, verlegten die Marxisten das Heil wieder ins diesseits, mußten aber die Schäflein ins Paradies zwingen. Jetzt verlegen Klima & Corona das Heil wieder in eine imaginäre Zukunft oder ins häusliche Paradies. Nachwievor gilt die päpstlich-kaiserliche Vereinbarung: "halt' Du sie dumm, ich halt' sie arm."

ML: Aber jetzt bitte nicht das Faß aufmachen.

Niekisch

31. Mai 2022 11:43

"Eindruck eines zuende gehenden Abschnittes der Geschichte..., des amerikanischen Zeitalters."

@ ede 31.5. 01:30: Dieser Eindruck drängt sich vermehrt auf. Oh deutscher Michel, dass Du das noch erleben darfst.

Maiordomus

31. Mai 2022 12:32

@Laurenz. Hatte mich gestern im Zusammenhang mit dem Videobeitrag der jungen "Charlotte Corday", von Klopstock einst "Männin Corday" genannt, durchaus positiv über Ihr wirklich noch interessantes Echo auf die junge Frau geäussert; jedoch auch noch in Verbindung mit einer "Sexismus-Analyse", welche aber Frau Ellen Kositza offensichtlich nicht losgetreten haben wollte, wiewohl diesbezüglich von mir eher kritisch formuliert. Wir sind nun aber selbst unter diesen Auspizien hier keine Herrenrunde, weswegen ich für die Nicht-Schaltung meines Echos auf Sie Verständnis habe. Es blieb dann nur bei der Fortsetzung, u.a. mit dem Thema auch schon mittelalterlicher eher körperbetonter Darstellungen der Muttergottes. Ihre diesbezüglichen Vorstellungen unterschätzen Traditionen katholischer Sinnlichkeit, die Sie mit den persönlichen Erfahrungen zu ihren eigenen Lebzeiten nicht verwechseln sollten. Aber klar: Wir ältere Herren sollten uns über das äussere Erscheinungsbild der meines Erachtens aber keineswegs moralistisch argumentierenden rechten "Charlotte Corday" nicht zu detailliert unterhalten. 

heinrichbrueck

31. Mai 2022 12:52

"Da laufen Prozesse ab, bei denen die Protagonisten eigentlich austauschbar sind."
Das bedeutet Kapitulation auf ganzer Linie. Die Konservativen sind die wahren Umsetzer des Kommunismus. Es hat überhaupt keinen Sinn mehr, gegen das linke Zeitgeschehen zu sein. BRD-Konservative sind wirklich austauschbar. Unschwer zu raten, wessen Macht hier vertreten wird. Welches Heil die Konservativen erwarten, macht das gesamte Christentum lächerlich. Der Himmel als Multikultibude, mit "Aufklärung und Emanzipation" eine Annäherung an die Hölle. Wovor soll man da noch Respekt haben? 

Franz Bettinger

31. Mai 2022 13:13

Würde Schwab erklären: „Meine Freunde & ich wollen mit den Technologien der 4. Industriellen Revolution und dem Internet Geld verdienen, viel Geld“, hätte ich kein Problem mit ihm. Aber diese Alberich-Natur gibt vor zu wissen, was die Welt, und zwar jedes Land, dringend tun muss, nämlich alle Aspekte von Kultur über Finanzwesen bis zum Wirtschaften umgestalten. So haben die Jakobiner geredet, die Kommunisten und die Nazis. So reden die Schurken in 007-Filmen und Übergeschnappte wie Greta und Lauterbach. So reden Irre. Werden diese aber einflussreicher als ganze Nationen, verwandeln sie sich in gefährliche Psychopathen. (Verfranzelt nach M. Klonovsky) Diese Figuren haben sich gegen die Menschheit verschworen, ja. Erst geheim, dann unverblümt und offenbar mit der Absicht der Demütigung. Dieser Prozess ist inzwischen offenkundig und soll es wohl auch sein. Und so muss man annehmen, die Sprechblasen der gekauften Politiker dienen dem Einhämmern neuer Dogmen und Gewohnheiten. Voilà ein Potpourri der beklopptesten und absolut identischen Slogans:  https://mobile.twitter.com/JamesMelville/status/1529901462007992320

RMH

31. Mai 2022 13:20

""Da laufen Prozesse ab, bei denen die Protagonisten eigentlich austauschbar sind."
Das bedeutet Kapitulation auf ganzer Linie."

@heinrichbrueck,

ich glaube, Sie haben da etwas in den berühmten falschen Hals bekommen. Meine Absicht war eher zu formulieren, dass wenn diese Teiggesichter weg sind, eben andere an ihre Stelle treten (evtl. dieses mal auch ohne Teiggesicht, Frauen etc.), denn niemand ist unersetzbar. Und Prozesse kann man auch beeinflussen, steuern und in andere Richtungen lenken. Das ist die politische Dimension - denn ich rede nicht einem unabwendbarem Schicksal das Wort. 

@heinrichbrück und @Laurenz,

wenn Sie, Laurenz, irgendwann mal wieder sich Zeit für längere Lektüre nehmen, dann lesen sie einmal in H.St. Chamberlains "Grundlagen des 19.Jhdts" - daraus habe ich, natürlich nicht wörtlich, das mit dem "Mit dem Christentum betrat das Subjekt als konkreter Ort des Heilsgeschehens die Bühne der Weltgeschichte." Und ich hege die Vermutung - im Einklang mit anderen Beiträgen hier - dass das Subjekt, das normale Durchschnittsindividuum wieder nur zur blanken, ausbeutbaren Biomasse ohne jegliche geschichtliche und auch heilgeschichtliche Bedeutung mit dem "Reset" und der NWO wird.

MARCEL

31. Mai 2022 13:20

Eine gesichtslose Tyrannei der Technokratie, die ganz ohne Charisma auskommt, die aber auf eine vermeintlich rettende Botschaft (noch) nicht verzichten kann.

"La double tentation du carriérisme et de l'angélisme" (Charles Péguy)

frdnkndr

31. Mai 2022 13:24

Hallo Herr Lichtmesz,

 

vielen Dank für die kleine Beitragsreihe, welche mich, zusammen mit anderen, die Tage konsummierten Artikeln aus aller Herren Federn, seltsam hoffnungsfroh gestimmt zurücklässt.

 

Vielleicht ist es aber auch nur die Maisonne, gemeinsam mit dem satten frischen Grün in tausenden Schattierungen.

ede

31. Mai 2022 13:25

@Laurenz

Ich denke, ich mach das Fass nicht auf, wenn ich dringenden Korrekturbedarf anmelde:

"Als das nicht mehr zog, verlegten die Marxisten das Heil wieder ins diesseits, mußten aber die Schäflein ins Paradies zwingen."

Mitnichten Laurenz.

In der DDR lebte man im sogenannten Sozialismus. Der war, wurde eingeräumt, noch nicht gänzlich vollkommen. Erst wenn alle sich völlig sozialistisch verhalten und entfalten (also noch mehr für gleiches Geld arbeiten), käme das leuchtende Paradies des Kommunismus. Mit anderen Worten: im Jenseits.

Der zugehörige Aphorismus:

Sozialismus: Jeder nach seinen Fähigkeiten. Kommunismus: Jeder nach seinen Bedürfnissen.

Klingt sehr nach "wir werden nichts besitzen und trotzdem glücklich sein".

Laurenz

31. Mai 2022 14:14

@ML @L. 

Aber jetzt bitte nicht das Faß aufmachen.

Hab ich was Falsches geschrieben? Hätte ich ein Faß Pilsner Urquell oder Riesling im Lager, würde ich das sofort nach Wien oder Schnellroda schicken.

@Maiordomus

Sie wissen aus meinen Beiträgen, Frauen müssen bei mir nichts erkämpfen. Feminismus ist wie Wasser in den Rhein kippen. Aber mit allem Respekt, ich darf als Mann sexistisch oder Macho sein. Wäre mein Hetero-Sexismus, wie auch der schwuler Männer, schon immer verboten gewesen, würde es die bildende Kunst von der Sie schreiben, nicht geben. Es gäbe auch keine schönen Kleider. Wenn Frauen sagen, den kurzen Rock trage ich nur für mich, ist das schlicht & stumpf gelogen. Meine lustige Antwort an Sie führte zu einem gut gelaunten Schließen des Debatten-Strangs. Ich hatte Sie darauf hingewiesen, daß die von Ihnen benannten Künstler nicht im Spätmittelalter lebten & arbeiteten, sondern in der Renaissance. Da war der Stuhl Petri längst von Medicis oder Borgias gekapert gewesen.

Laurenz

31. Mai 2022 14:26

@Heinrichbrück

Das bedeutet Kapitulation auf ganzer Linie. Die Konservativen sind die wahren Umsetzer des Kommunismus. Es hat überhaupt keinen Sinn mehr, gegen das linke Zeitgeschehen zu sein. Welches Heil die Konservativen erwarten, macht das gesamte Christentum lächerlich.

Sie tun so, als hätten unsere Altvorderen die letzten paar tausend Jahre nie politische Zwistigkeiten auszuhalten gehabt. Natürlich werden die Lebenden Generation für Generation ausgetauscht. Im günstigen Fall wird der Geist, das Erlernte, die Kultur weitergegeben. Oft haben nicht nur Naturkatastrophen eine ganze Kultur ausgelöscht, auch wenn ein Stamm trotzdem überlebte. Neben Naturkatastrophen wurde Kulturvernichtung auch von Ideologien & Religionen, (für mich persönlich dasselbe), vorgenommen. Ich erinnere Sie an die Missionstätigkeit von wem auch immer, gewaltsam oder friedlich, spielt keine Rolle. Was ist Frau Faeser anderes als ein Großinquisitor? Ihr Jammertal ist unerträglich & undeutsch.

wbs47

31. Mai 2022 15:00

@Laurenz

"Aber den Einfluß dieser Verschwörungspraktiker können Sie daran ermessen, welche Sendezeit diesen Verschwörungspraktikern entgegengebracht wird."

wäre noch zu ergänzen um: ...und wieviel (besser wiewenig) Widerspruch ihnen entgegengebracht wird.

Der_Juergen

31. Mai 2022 15:13

@Ordoliberal

Ich bin ein grundsätzlicher Gegner des Liberalismus, aber Leute wie Sie haben schon recht, wenn sie darauf hinweisen, dass es ein grosser Fehler ist, die Ideologie von Monstren wie Schwab, Soros und Gates einfach als "Liberalismus" zu bezeichnen. Wenn schon, müsste man von einem "totalitären Liberalismus" (was auf den ersten Blick ein Paradox ist) sprechen. Eine milde Form eines solchen gab es schon während des Kalten Krieges, als z. B. in der BRD die SRP und die KPD mit dem Argument "Keine Freiheit für die Feinde der Freiheit" verboten wurden. 

Armin Mohler schrieb, ich weiss nicht mehr wo: "Ich erachte die Bekämpfung des Kommunismus nicht als vordringlich; der Kommunismus wird uns nämlich erst fressen, wenn uns der Liberalismus kaputt gemacht hat." Auf furchbare Weise droht sich dieses Wort zu bewahrheiten. Der alte Liberalismus hat Werte wie Heimat, Familie und Religion systematisch unterminiiert, noch ohne Verbote, aber durch systematische Verächtlichmachung, durch "Dekonstruktion". Nun, wo die Menschen ihrer seelischen Stützen beraubt und wehrlos gemacht worden sind, bereitet der Schwabsche Kommunismus, der sich mit liberalen Phrasen noch notdürftig tarnt, die geplante Schreckensherrschaft vor, und die Zahl der Erwachten und Widerstandswilligen ist noch beängstigend gering.

Imagine

31. Mai 2022 15:37

1/2

Klaus Schwab nicht der heimliche Präsident einer Weltregierung. Das WEF ist Show, Event und eine PR-Veranstaltung.

Hans Jürgen Krysmanski hat schon vor längerer Zeit im STERN zum WEF ein paar Anmerkungen gemacht:inzwischen ist es eine PR-Veranstaltung für das herrschende Wirtschaftssystem, bunt und medienwirksam wie eine Bambi-Gala“.

Die generelle Kritik an systemischen Theorien ist voll daneben. Typisch für Religiöse, Fatalisten und Wissenschaftsignoranten.

Jeder intelligente Mensch versucht, die systemischen Zusammenhänge und Gesetzmäßigkeiten des Weltprozesses zu erkennen und zu begreifen. Der Vorteil der kritischen materialistischen Theoriebildungen liegt darin, dass es sich nicht um konstruierte Modelle handelt. Sondern sie sind empirisch und historisch realökonomisch fundiert und auf dieser Basis wird eine materialistische Reproduktionstheorie entwickelt.

VT-Leute gehen von der Annahme eines verborgenen Generalstabs zur Steuerung der Welt aus. Aber genau so funktioniert die Marktlogik und die Politik im Kapitalismus NICHT.

Inzwischen ist das kapitalistische System „out of control“. Es gibt keine mittel- und langfristige Planung (mehr), sondern es wird versucht, mit kurzfristiger Politik das System am Laufen zu halten und einen Kollaps zu verhindern.

Demokratie und Rechtstaatlichkeit gibt es nicht mehr, nur noch den Herrschafts- und Vermögenserhalt der Oligarchen mit allen Mitteln und mit der Akzeptanz einer Sintflut danach.

Imagine

31. Mai 2022 15:40

2/2

Systemisch betrachtet, sind die muslimische Massenimmigration, das Corona-Szenario, die Kriegseskalation in der Ukraine etc. erratisch und geradezu idiotisch. Denn so kriegt man das System nicht stabil. Das läuft so wie beim Märchen vom „Hans im Glück“.

Die derzeitige Weltkriegskonstellation entfaltet eine Eigendynamik. Nicht nur „außen“ eskaliert der Krieg, sondern auch „innen“.

Im rechten Milieu gibt es vor allem Irrationalität. Was soll die Bildung einer rechten Partei, wenn es keine Demokratie, keine Verfassungstreue und Rechtsstaatlichkeit mehr gibt und die Parlamente entmachtet sind? Und zudem die ganz überwiegende Mehrheit der Bevölkerung mit guten Gründen rechte Politik ablehnt?

Laurenz

31. Mai 2022 15:44

@Ede @L.

Bei Ideologien oder Religionen geht es eben nicht darum, was ist, sondern woran man glaubt. Auf Dauer ist das aber bei der Existenz von Kontroll-Gruppen nicht durchzuhalten (siehe Trotzkis permanente Revolution). Deswegen scheiterte ja auch der real existierende Sozialismus. Die hiesigen Religionen scheitern ja auch, aber da dauert es nur etwas länger, was in der Natur der Sache liegt. Wie lange die Halbwertzeiten der Klima- oder Covid-Religionen andauern werden, wissen wir nicht. Aber der Mensch, der in der Lage ist, unabhängig zu denken, wird immer Heide sein oder werden & das Heil, die Erlösung im diesseits suchen, fordern. Im jenseits kann man dann immer noch weiter sehen.

Laurenz

31. Mai 2022 17:36

@Imagine

Was soll die Bildung einer rechten Partei, wenn es keine Demokratie, keine Verfassungstreue und Rechtsstaatlichkeit mehr gibt und die Parlamente entmachtet sind? Und zudem die ganz überwiegende Mehrheit der Bevölkerung mit guten Gründen rechte Politik ablehnt?

Was schlagen Sie denn vor?

Sie halten es also für klüger, die Politiker zu wählen, die hierfür sorgen?

sind die muslimische Massenimmigration, das Corona-Szenario, die Kriegseskalation in der Ukraine etc. erratisch und geradezu idiotisch. Denn so kriegt man das System nicht stabil. Das läuft so wie beim Märchen vom „Hans im Glück“.

Seien Sie bitte mal kreativ. Anstatt uns das zu erzählen, was wir bereits wissen, erleuchten Sie uns lieber abseits Karl Marxens & Xi Jinpingens.

Ordoliberal

1. Juni 2022 01:59

@Der_Juergen

1/2

Hayek und von Mises haben immer davor gewarnt, den politischen Kampfbegriff "Kapitalismus" von den Linken zu übernehmen. Leider ist es den Linken mittlerweile sogar gelungen, den Begriff "Liberalismus" in sein Gegenteil zu verdrehen, wie Ihr Beitrag zeigt. Es ist aber nicht der Liberalismus, der die Familie, die Religion und die Nation zerstört, sondern der Sozialismus. Denn im Gegensatz zum Liberalismus ist es sein erklärtes Ziel, die Funktionen, die traditionell von der Familie, der Gemeinde, der Kirche, dem Nationalstaat ausgeübt werden, vollständig zu übernehmen, um sie damit überflüssig zu machen.

Falsche Frau geheiratet? Der Staat übernimmt den Unterhalt. Zu viele Kinder, um sie alle auszubilden? Der Staat übernimmt die Schulkosten. Zu faul, um körperlich zu arbeiten? Der Staat finanziert gut bezahlte Jobs für Geisteswissenschaftler. Zu faul, um überhaupt zu arbeiten? Der Staat finanziert Grundsicherung. Zu feige, um für die Nation zu kämpfen? Der Staat lässt Berufssoldaten anderer Länder kämpfen. Zu fein, um Kinder zu erziehen? Der Staat finanziert Kitas. Usw.

Ordoliberal

1. Juni 2022 02:02

@Der_Juergen

2/2

Die Idee, dass der Staat den Bürger zwingen darf, die Rechnungen anderer Bürger zu bezahlen, ist sozialistisch. Das Ergebnis ist Hedonismus, Faulheit, Pflichtvergessenheit, Disziplinlosigkeit, Narzissmus. Natürlich machen die Unternehmen da gerne mit! Kein Unternehmer liebt das Risiko. Keiner verlangt vom Staat freie Märkte. Alle wollen sie Marktabschottung, Subventionen, Staatsaufträge, Sozialisierung ihrer Kosten. Und die Grünen liefern das noch besser als die SPD und CDU.

Ein liberaler Staat dagegen macht sich mit Unternehmen nicht gemein. Er lässt sich von ihnen nicht bestechen und er besticht auch seine Bürger nicht durch Umverteilung. Der liberale Staat ist unbestechlich. Die Regeln sind für alle gleich. Solidarität ist Privatsache. Die Sozialversicherungen bleiben verpflichtend, die Beiträge müssen die Arbeitgeber eben über das Gehalt abdecken (Wer denn auch sonst? Sie sind Teil der Lebenshaltungskosten.) Es gibt Rentenpunkte für Kinder, ebenso Steuerfreibeträge. Sogar ein Mindesteinkommen hält Hayek noch für liberal. (Ich nicht.)

Ich frage Sie, Jürgen: Glauben Sie, dass es in einem solchen Staat noch dieses denkfaule, selbstgerechte, arbeitsscheue, schmarotzende Gesindel gäbe, biodeutsch oder nicht, das wir beide, Sie und ich, gleichermaßen verabscheuen?

RMH

1. Juni 2022 09:47

"Leider ist es den Linken mittlerweile sogar gelungen, den Begriff "Liberalismus" in sein Gegenteil zu verdrehen,"

@Ordoliberal,

Die Liberalismus-Beschimpfung hatte einen ihrer Höhepunkte im NS, nicht ohne Grund wurde sie von Altnazis und anderen, sich als Rechts Bezeichnenden später nahtlos fortgeführt. Das hatte zu Zeiten der Bundesrepublik auch den Vorteil, Rechts aus dem einfachen und die Kräfte an falscher Stelle verschwendenden Rechts-Links-Gegensatz herauszuholen und die Stoßrichtung in Richtung Zentrum zu lenken. 

Über den Liberalismus, den Sie meinen @Ordoliberal, will man bei Rechten, Neurechten und Sozialisten heutzutage leider nicht einmal ansatzweise gründlich nachdenken, geschweige ihn begreifen, da er zu rational ist und ihm das "Bewegungsmoment" fehlt. Man bevorzugt das vermeintlich Dynamische, Kollektive - was aber am Ende schon immer dazu geführt hat, dass die Revolution ihre Kinder frisst und man weniger danach hätte, als zuvor.

tearjerker

1. Juni 2022 10:06

Das WEF und seine Themen sind nur Mittel zum Zweck und Teil der mächtigen im Westen vorangetriebenen Strategie durch Kommunikationsplatformen und Netzwerkbildung den Zugriff auf geschlossene und feindliche Systeme zu bekommen. Das hat bei der Auseinandersetzung mit dem Ostblock gut funktioniert und läuft weiter. Egal, ob WEF, Amnesty, Unicef, BLM, ob Pandemie, Impfungen, CO2, Klima: All diesen Organisationen und Themen wird sofort der Stecker gezogen, wenn sie den Leuten, die die Waffenträger im Lande befehlen nicht mehr nützen. Schwab und der Kanzler haben mit ihrer Idee vom Zeitenwechsel Recht, aber anders als sie denken.

wbs47

1. Juni 2022 12:00

@Ordoliberal

"Natürlich machen die Unternehmen da gerne mit! Kein Unternehmer liebt das Risiko. Keiner verlangt vom Staat freie Märkte. Alle wollen sie Marktabschottung, Subventionen, Staatsaufträge, Sozialisierung ihrer Kosten. Und die Grünen liefern das noch besser als die SPD und CDU."

So treffend und punktgenau kann man das allgemeine Mitmachen bei der "gelenkten Marktwirtschaft" (O-Ton BK Scholz) erklären. 

Laurenz

1. Juni 2022 12:06

@RMH @Ordoliberal

&

@Ordoliberal @Der_Jürgen

Der liberale Staat ist unbestechlich.

 

Aber, die Bürger sind bestechlich, Unternehmen & Politiker auch.

Unbestechlichkeit, im erzieherischen Prozeß, existiert nur in autokratischen oder feudalen Staaten durch rigoroses Durchgreifen. Es gibt keine genauen Zahlen aus China. Hier ein paar Infos

https://de.wikipedia.org/wiki/Todesstrafe_in_der_Volksrepublik_China

https://www.luzernerzeitung.ch/international/hinrichtungen-im-sportstadion-ld.1107027

Gäbe es einen unbestechlichen Staat, würden Konzerne, durch deren NGOs, wie jetzt auch schon, die gegenwärtigen staatlichen Funktionen freiwillig übernehmen.

Konzerne & Großinvestoren werden aber nicht gewählt.

Diesen Fakt, der den Hayek'schen Liberalismus zur Utopie macht & den wir hier schon gefühlt 100x in die Debatte geworfen haben, wird von Ihnen grundsätzlich ignoriert, da Sie ideologisch vom Liberalismus, wie Imagine vom Marxismus & Zeitschnur vom Katholizismus manipuliert sind. In meinen Augen geben sich alle Ideologen, wie Sie, einer Lebenslüge hin.

Zugegeben, es ist schwer von einer Selbsttäuschung oder Lebenslüge Abstand zu gewinnen, weil sie mit dem Ego, dem Selbstverständnis verknüpft ist. Fremde Hilfe ist da nicht verkehrt.

Imagine

1. Juni 2022 12:31

@tearjerker   1. Juni 2022 10:06
„Schwab und der Kanzler haben mit ihrer Idee vom Zeitenwechsel Recht, aber anders als sie denken.“

Warum „anders als sie denken“?

Anders als beim Corona-Impfzwang macht Scholz gegenwärtig doch im Rahmen seiner Möglichkeiten eine realistische und gute Politik für Deutschland.

Deutschland kann froh sein, diesen Kanzler zu haben und nicht Laschet oder Söder oder Baerbock.

links ist wo der daumen rechts ist

1. Juni 2022 13:35

Der Feind heißt Liberalismus 1

 

Armin Mohler, Konservatismus für die 80er Jahre. Eine physiognomische Skizze

Zitat:

Wenn der 1889 gestorbene Liberale Tocqueville und der 1899 geborene Liberale Friedrich-August von Hayek sich wunderbarerweise treffen würden, so wäre der Franzose über die Kleidung des österreichisch-englischen Nobelpreisträgers gewiß ebenso erstaunt wie etwa über einen Porsche. Aber im politischen Gespräch würden sich die beiden Herren sogleich verstehen. Und zwischen einem Linken des 19. Jahrhunderts und einem Linken des 20. Jahrhunderts wäre das sicher nicht anders. Von einigem Zeitkolorit abgesehen, würde ein Mazzini einen Herbert Wehner durchaus verstehen.

Wenn wir dieses Gedankenspiel mit konservativem Personal wiederholen, so spüren wir sogleich, daß hier alles anders wäre. Würde Friedrich Julius Stahl, der 1861 gestorbene Erzvater des preußischen Konservatismus, auf den ein gutes Jahrhundert später gestorbenen Arnold Gehlen stoßen, so wäre er bald recht verstört. Er würde nicht nur Gehlens Begriffe nicht verstehen. Auch die Inhalte des Jüngeren blieben ihm völlig fremd; er würde sie als seinen eigenen Ideen konträr, ja sogar feindlich empfinden. Für Stahl waren Institutionen von Gott gegeben; für Gehlen haben Institutionen ihre Wurzeln gerade in der Gebrechlichkeit des Menschen.

links ist wo der daumen rechts ist

1. Juni 2022 13:40

Der Feind heißt Liberalismus 2

 

Zitat:

Es gibt einen positiven Zugriff auf die Welt, vor aller dogmatischen, ideologischen Fixierung, der dem konservativen Lager über die Zeiten und Länder hinweg gemeinsam ist. Ein sehr elementarer Zugriff – was schon daraus erkennbar ist, daß ihm gegenüber die linke und die liberale Position in ihrer völligen Andersartigkeit zu einer einzigen Position zusammenfließen.

Es geht also um die konservative Weltanschauung – und zwar „Weltanschauung“ im konzentriertesten Sinne dieses Wortes als eine bestimmte Art, die Wirklichkeit um uns herum zu sehen – als eine „Sicht“, in der jedes auftauchende Phänomen seinen Stellenwert, seine Funktion, seine Farbe bekommt. […]

Die Gemeinsamkeit der linken und der liberalen Weltanschauung wird schon darin sichtbar, daß beide der Wirklichkeit planend und fordernd gegenüberstehen. Beide möchten die Wirklichkeit gestalten, von Grund auf umgestalten, tief in sie eingreifen. Die konservative Einstellung zur Wirklichkeit ist davon grundverschieden.

Der Konservative verzichtet zwar keineswegs auf Einwirkungen auf die Welt um ihn herum. Er geht jedoch von der Einsicht aus, daß die Möglichkeiten für eine Einwirkung begrenzt sind. Er bezieht diese Grenzen für das menschliche Handeln von vornherein in sein Denken ein; er versucht, vom Spröden und Komplexen aller Wirklichkeit auszugehen.

Herr K aus O

1. Juni 2022 14:30

Also gerade wg. seiner “Simpson-Kompatibilität” halte ich Schwab nur für eine Figur im Vordergrund.

 (Übrigens ist es auch ganz praktisch, wenn man einen Sündenbock hat, der ein so mustergültigen deutschen Akzent beim Englishsprechen hat - falls die Sache mal außer Kontrolle gerät)

Viel interessanter fand ich die Aussage unserer neuen Greenpeace-Staatssekretärin, die angekündigt hat, dass es einen Strafzoll auf Güter aus Asien gibt, wenn diese Güter nicht “klimaneutral” produziert werden. Das sieht eher nach Protektionismus aus:

https://www.welt.de/wirtschaft/article239050003/Schutzmassnahme-Klimabeauftragte-der-Regierung-dringt-auf-CO2-Strafzoelle-in-der-EU.html

Also weg von der Weltregierung, hin zu einem neuen Ost-West-Denken. Wenn man sich dann noch anschaut, wie befliessen die Grünen (also die ständige Vertretung der USA in der Regierung) dabei mitwirken, könnte man eher davon ausgehen, dass dieser neue Westen bestens unter der Führung der USA integriert ist. Der Rest der Welt kann dann nur über “Klima” mitmachen. Passt übrigens auch ganz gut zu den härtesten Coranamaßnahmen. Je härter, desto stärker die Einbindung in den “neuen” Westen.

 

Imagine

1. Juni 2022 14:48

@links ist wo der daumen rechts ist   1. Juni 2022 13:40
„Armin Mohler:
Die Gemeinsamkeit der linken und der liberalen Weltanschauung wird schon darin sichtbar, daß beide der Wirklichkeit planend und fordernd gegenüberstehen. Beide möchten die Wirklichkeit gestalten, von Grund auf umgestalten, tief in sie eingreifen.“

Das trifft im gewissen Sinne auf den Liberalismus und die bürgerliche („jakobinische“) Revolution zu.

Aber nicht auf Marx. Dessen Ansatz war ein ganz anderer.

Wie häufig werden hier Marxsche Theorie mit „Marxismus“ verwechselt, weil diese Rechten nicht Marx studiert haben, sondern ML-Stalinismus gleich „Marx“ setzen.

Der_Juergen

1. Juni 2022 17:08

@Ordoliberaler (Teil 1)

Sie sind ein Gegner von Format, mit dem man diskutieren kann. (Dass Sie ein Gegner sind, verhindert natürlich nicht, dass wir in vielen Fragen dieselbe Position vertreten, worauf Sie ja selbst hinweisen.) Ich begnüge mich hier damit, ein einziges Ihrer Argumente zur Debatte zu stellen.

"Zu viele Kinder, um sie alle auszubilden? Der Staat übernimmt die Schulkosten."

Angesichts des demographischen Defizits praktisch aller abendländischen Staaten ist die Erhöhung der (einheimischen) Geburtenrate eine existentielle Notwendigkeit. Deshalb würde ein nationaler Staat die Mutterschaft als Beruf anerkennen und materielle Anreize für Kinderreichtum bieten. Beispielsweise so: Zinslose Darlehen für Frischverheiratete; für jedes Kind wird ein Nachlass von 25% gewährt, so dass die Familie nach dem vierten Kind schuldenfrei ist. So geschehen in einem Staat, der zwar heute keine gute Presse geniesst, von dem man aber, bei all seinen unbestrittenen Fehlern und auch Verbrechen, in sozialen Fragen sehr viel lernen kann.

 

 

Der_Juergen

1. Juni 2022 17:08

@Ordoliberaler (Teil II)

Natürlich sind Parasiten nicht zu belohnen. Für körperlich und geistig gesunde Bürger soll vom Abschluss der Ausbildung bis zur Pensionierung eine Arbeitspflicht gelten; wer arbeitslos wird und selbst keine Stelle findet, muss nach ca. dreimonatiger Arbeitslosenunterstützung eine ihm vom Staat offerierte Arbeit annehmen, um nicht jeder Unterstützung verlustig zu gehen.

Ich bin kein Gegner der sozialen Marktwirtschaft; alles hier Dargelegte, und noch sehr viel mehr, lässt sich in deren Rahmen verwirklichen. Doch soll die Wirtschaft Magd des Staates sein und nicht dessen Herrin.

Laurenz

1. Juni 2022 18:17

@Imagine @Tearjerker

gegenwärtig doch im Rahmen seiner Möglichkeiten eine realistische und gute Politik für Deutschland..... Laschet, Söder oder der Bärbock.

Das hat rein mit der Position im Amt zu tun.

Einerseits vermeidet Scholz zufällig zu verunfallen, andererseits steht ihm das Wasser bis zum Hals. Die transatlantische Presse macht ihm die Hölle heiß. Würde er nicht agieren, wie er agiert, würde Scholz als Kanzler des neuen Untergangs in die Geschichte eingehen. Bärbock & Habeck haben sich längst von der Friedensbewegung abgekoppelt. Warum? Weil sie's können. Kulturminister Claudius Roth äußert sich zwar noch zu imaginären Nazis, hält aber zur aktuellen Kriegshetzer-Politik der Grünen die Fresse. Roth ist alt genug, um zu wissen, daß Grün längst verraten ist.

Scholz macht nichts anderes als Merkel, nämlich nichts. Er schickt Lindner nur los, Geld besorgen, um alle ruhig zu stellen.

Scholz weiß auch nur zu genau, daß im Falle des Falles die russischen Raketen im Regierungsviertel zu Berlin einschlagen & erstmal nicht in DC.

Gracchus

1. Juni 2022 18:22

@RMH, Ordoliberal, Laurenz

Ich darf mir auf die Fahnen schreiben, die liberale Fahne hier im Forum schon oft geschwenkt zu haben. Aus dem Grund sehe ich auch Moskau und Peking nicht als Alternativen, wobei sich der Westen anschickt, seine liberalen Grundsätze über Bord zu werfen; federführend in D agiert dabei ausgerechnet das BVerfG mit seiner neuartigen Grundrechtsinterpretation. 

Liberalität kann aber nur die Grundlage bilden. Die meisten Liberalen sind ja Bindestrich-Liberale, schlagen entweder nach rechts oder links aus. Deshalb kann ich die obige Einteilung von Mohler nicht ganz nachvollziehen. Carl Schmitt zum Beispiel hat in seiner "Zelle" gerade Tocqueville zum Geistesverwandten deklariert.

Ich bin zwar mit dem Werk Hayeks nicht vertraut. Allerdings taucht der Name Hayek immer im Zusammenhang mit Globalisierung auf. Und zwar als Vordenker dessen, was sich heute beobachten lässt: Die Märkte bedürfen des staatlichen Schutzes und müssen internationalisiert werden; Schutz auch vor Demokratie und Nationalstaat. Und deshalb braucht man transnationale Institutionen. 

Im Text von Lichtmesz wird überdies PPP angesprochen, von Laurenz zur Korruption erklärt. Welche Lösung hat der Liberalismus diesbezüglich?

Gracchus

1. Juni 2022 18:34

Fortsetzung: 

Die Rechte ist grundsätzlich etatistisch gestimmt. Was aber ist der starke Staat? Im Sinne politischer Theologie wäre vertretbar, dass starker Staat und Minimalstaat, der sich auf ordnungspolitische Aufgaben konzentriert, zusammenfallen, weil Gott ja auch die Freiheit seiner Geschöpfe achtet. Was ich bei der Rechten vermisse: Wie kann der Staat davor geschützt werden, zur Beute partikularer Interessen zu werden, oder überhaupt vor Einflussnahme von Lobbyruppen, und das unter demokratischen Vorzeichen? 

Gracchus

1. Juni 2022 18:41

@Imagine hat bzgl. Scholz womöglich nicht ganz Unrecht. Was Scholz sagt und was er tut, sind zwei paar Schuhe. Die Einführung der allgemeinen Impfpflicht hat er vorläufig vereitelt, indem er sie dem Parlament überlassen hat. Hinsichtlich Waffenlieferungen verspricht er wenig und scheint noch weniger davon zu halten. 

heinrichbrueck

1. Juni 2022 23:21

"So geschehen in einem Staat, der zwar heute keine gute Presse geniesst, von dem man aber, bei all seinen unbestrittenen Fehlern und auch Verbrechen, in sozialen Fragen sehr viel lernen kann."
Sie meinen die Gesamtbevölkerungszahlen ohne ethnische Differenzierung, oder? In allen anderen weißen Ländern sind die Hauptnutznießer von Sozialprogrammen Nicht-Weiße, während die Hauptsteuerzahler Weiße sind, und die Situation ist in Rußland nicht anders. Russen zahlen und sterben, während Asiaten sich vermehren und ausbreiten.
Wie man Liberalismus und Sozialismus auch definieren mag, in einer globalisierten Weltwirtschaft spielen Staaten keine so große Rolle mehr. 
Liberalismus besiegt Sozialismus = Kommunismus gewinnt.
Sozialismus besiegt Liberalismus = Kommunismus gewinnt. 
Kommunismus gewinnt nicht = ? 
Die Selektionsmethode interessiert schon. Wenn Staaten keine Interessen haben. 
"Die Regeln sind für alle gleich." Die globalisierten Preise auch? 
Der Konservative ist "begrenzt"? Mohler hatte Humor.

Ordoliberal

1. Juni 2022 23:28

1/4

@Laurenz

Richtig! Jeder Mensch ist bestechlich. Politiker, Journalisten und Manager allemal. Deswegen besteht ja gerade die Aufgabe der politischen Philosophie darin, unter der Annahme der Bestechlichkeit aller ein Rechtssystem aufzusetzen, das dennoch Gerechtigkeit ermöglicht. Es geht darum, Verfahren zu finden, die unbestechlich sind, nicht Menschen, die unbestechlich sind. Die Römer hatten dafür schon Lösungen: Annuität, Kollegialität, Ämterlaufbahn, Wahl. (Die Gewaltenteilung kam erst in der Aufklärung dazu. Römische Senatoren waren im Normalfall auch Richter.)

Hayek und von Mises mussten beide vor den Nazis fliehen, und zwar aufgrund ihrer Überzeugungen. Sie waren ja nicht jüdisch. Diese Denker muss man nicht über die Korrumpierbarkeit des Menschen belehren. Ihr Ziel war es, rechtliche Institutionen und Verfahren zu schaffen, die trotz bestechlicher Amtsträger unbestechlich funktionieren. Wäre so etwas unmöglich, wozu dann überhaupt noch politische Philosophie?

Ihre Lösung hat für mich einen leichten Stammtisch-Odeur: "Rigoroses Durchgreifen" wie in Preußen oder China. Rigoroses Durchgreifen beseitigt ja nur dann die Bestechlichkeit, wenn der, der durchgreift, unbestechlich ist. Wer schwebt Ihnen denn als unbestechlicher Durchgreifer in Deutschland vor? Sie selbst?

Ordoliberal

1. Juni 2022 23:43

2/4

@RMH

Ich stimme Ihnen uneingeschränkt zu.

Aber vielleicht kann man den einen oder anderen Konservativen doch noch davon überzeugen, dass ordnungspolitische Maßnahmen nicht nur wirksamer sind zur Erreichung konservativer Ziele, sondern dass sie auch konservativer sind in dem Sinne, dass sie an Freiheitsliebe, Disziplin und Pflichtbewusstsein appellieren und nicht an Unterwürfigkeit, Bequemlichkeit und Neid wie sozialpolitische Maßnahmen, die nichts anderes tun, als obrigerseits erwünschtes Verhalten mit dem Geld des Nachbarn zu belohnen.

Ordoliberal

2. Juni 2022 00:26

3/4

@Der_Juergen

"Die Wirtschaft als Magd des Staates" - klarer kann man den Standpunkt des linken Rechten nicht formulieren. Danke dafür! Ohne jede Ironie!

Ich halte Sie weder für einen Rassisten noch für einen Imperialisten, an dieser Front brauchen Sie sich nicht gegen mich zu verteidigen. Aber weniger Gebildete werden Sie als Nazi beschimpfen. Denn egal, wieviele Rechte Sie der armen Magd noch zugestehen, eine Abgrenzung zum Nationalsozialismus scheint mir bei Ihrer Konzeption von Staat nicht möglich.

Hier ist die Illusion der linken Rechten in einem Satz:

"Beim nächsten Nationalsozialismus wird alles besser!"

Kein Rassismus diesmal, kein Holocaust, kein Einfall in Polen, wir sind ja keine Nazis, wir bleiben schön unter uns, achten andere Kulturen, pflegen unsere und der strenge, aber gerechte Staat sorgt dafür, dass.... - ja was eigentlich? Dass die Magd nicht zur Herrin auf dem Hof wird?

Wer soll denn dann Herr auf dem Hof sein? Und wieso weiß er besser als seine Magd, wie Kühe gemolken werden? Hat er früher selbst Kühe gemolken? Und wie organisiert er Millionen von Mägden und Knechten, die nicht nur melken, säen, ernten, backen, schmieden, schreinern, hütten, milchen, sondern auch Autos reparieren, Chips entwerfen, Software entwickeln, Operationen durchführen, Flugzeuge fliegen? Hat er das alles mal selbst gemacht? Überblickt er, wie das zusammenwirkt? Kann er sinnvolle Anweisungen geben? Und wenn nicht, warum schwingt er sich dann zum Herren auf?

Imagine

2. Juni 2022 00:41

1/2

1. Scholz will vermeiden, dass sich das militärische Geschehen auf Westeuropa ausweitet. Er darf daher die Grenze zur militärischen Kriegspartei nicht überschreiten. Diese Grenze wird von Putin bestimmt.
Selensky & Co. wollen genau dies, nämlich Deutschland ins militärische Kriegsgeschehen hineinziehen.
Folglich muss sich Scholz mit Putin kommunizieren und sich mit den EU-Nato-Partnern koordinieren, damit es nicht zu einem militärischen Krieg Deutschlands und der EU mit Russland kommt.

2. Zugleich darf er nicht gegen die Interessen und Ziele der herrschenden Machtgruppe in den USA handeln. Früher war Südamerika der „Hinterhof“ der USA, jetzt hat die EU und insbesondere Deutschland diese Rolle als Kolonie im US-Empire. Merkel hat diese Rolle bereitwillig akzeptiert und gespielt.

3. Scholz muss dafür sorgen, dass Deutschland die notwendigen Energien und Rohstoffe erhält, damit durch die Sanktionen im Wirtschaftskrieg die deutsche Wirtschaft nicht zerstört wird. Zudem muss er versuchen, die Wirtschaftskreisläufe der Exportnation Deutschland möglichst aufrecht zu erhalten.

4. Die Grünen waren bereits in der Vergangenheit in der Regierung Schröder-Fischer die neoliberalen Antreiber. Jetzt sind sie mit ihrer moralisierenden Politik die Kriegstreiber in der Ampelkoalition und zudem schädigen sie die Exporte nach und die Wirtschaftsaktivitäten in China (siehe: VW-Konzern).

Imagine

2. Juni 2022 00:42

2/2

5. Scholz sitzt in der Klemme. Von außen steht er unter Druck durch die USA und deren Interessen, innenpolitisch wird er von den Transatlantikern der CDU/CSU und der Grünen bedrängt. Merz fährt den transatlantischen Merkel-Kurs und vertritt die Interessen des herrschenden Blocks im US-Empire. Zudem sind die Medien voll auf USA-Linie.

Scholz ist sich dessen bewusst, dass – wenn er nicht mitspielt – es mit seiner Kanzlerschaft schnell zu Ende ist. Scholz – so meine Einschätzung – will Kanzler bleiben, aber zugleich als im Rahmen seiner Möglichkeiten deutsche Interessen vertreten.

Ordoliberal

2. Juni 2022 00:48

4/4

@Der_Juergen

Umgekehrt wird ein Schuh daraus: Der Staat ist die Magd der Wirtschaft.

ML: Genau das wollen ja Schwab und Konsorten, oder genauer gesagt: der Staat als Magd der Konzerne.

Denn die Wirtschaft, das sind wir, die Wirtschaftenden. Egal, welches Lebensziel Sie verfolgen, ob Orchestermusiker oder Kfz-Mechaniker, Sie werden mit anderen Menschen handeln müssen, um es zu erreichen. Der Rechtsapparat, der Ihnen das ermöglicht, ist der Staat. Indem er Ihnen Gauner, Verbrecher und übergriffige Beamte vom Leib hält und dafür sorgt, dass Ihr Geschäftspartner seinen Vertrag erfüllt, sollte er auf die Idee kommen, es nicht zu tun. Der Rest ist Ihre Privatsache. Da hat sich niemand einzumischen.

Natürlich kann Sie ein Unglück treffen. Wer hilft Ihnen dann? Na, Sie sind doch ein Konservativer! Wie kann das eine Frage für Sie sein? Ihre Familie hilft Ihnen. Ihre Freunde. Ihre Gemeinde. Ihre Versicherung, in die Sie genossenschaftlich eingezahlt haben. Oft tut es ja sogar der Arbeitgeber. Freiwillig. Viel häufiger, als Linke denken.

Und wenn Sie sich Sorgen um die Demografie machen, kann ich Sie beruhigen: Ob man Kinder bekommt, hängt nicht davon ab, ob der Staat dafür ein paar Kröten rüberschiebt. Es hängt im Wesentlichen davon ab, ob man Frauen ewig Nutzloses studieren und danach auf Staatskosten arbeiten lässt, bis sie zu alt sind, um Kinder zu kriegen. Die Remedur liegt auf der Hand und ist nicht sozialistisch.

Sie können natürlich auch wieder die alte DDR einführen. Dann zieht überhaupt nur noch der Staat Kinder groß. Aber für so links halte ich Sie dann auch wieder nicht.

Ordoliberal

2. Juni 2022 02:13

@links ist wo der daumen rechts ist

1/2

"Die Gemeinsamkeit der linken und der liberalen Weltanschauung wird schon darin sichtbar, daß beide der Wirklichkeit planend und fordernd gegenüberstehen. Beide möchten die Wirklichkeit gestalten, von Grund auf umgestalten, tief in sie eingreifen."

Das stimmt nicht. Das ist die Gemeinsamkeit der Sozialisten und der Globalisten. Schon die Griechen hatten einen Namen dafür: Hybris. Hayek spricht von der "Anmaßung von Wissen", meint aber dasselbe: Hybris. Sein ganzes Leben lang hat er gegen die Hybris der Intellektuellen gekämpft, ihren kindlichen Glauben an die Berechenbarkeit der Welt. Nichts war ihm mehr zuwider als die Idee des Social Engineering, der Glaube an die Planbarkeit wirtschaftlicher, technischer oder gesellschaftlicher Entwicklungen.

Ordoliberal

2. Juni 2022 02:20

@links wo der daumen rechts ist

2/2

Man hat Hayek von linker Seite immer als Sozialdarwinisten und Globalisten verleumdet. Richtig daran ist, dass Hayek sehr an der Evolutionstheorie interessiert war. Ihr tentatives Prinzip von Versuch und Irrtum war für ihn ein perfektes Modell für den unvermeidlichen Prozess des Fortschritts. Nämlich ein langsames, vorsichtiges, kleinteiliges, schrittweises Ausprobieren, Verwerfen und Verbessern. Ein geduldiges Arbeiten an dem, was bereits ist und sich bewährt hat. Und nicht ein komplettes Niederreißen und Neukonstruieren am Reißbrett:

"There is much the liberal might have learned from the work of conservative thinkers.
To their study of the value of grown institutions we owe profound insights to our understanding of a free society."
(Hayek)

Was Hayek, den Globalisten, anbelangt: Es besteht kein Zweifel, dass er das WEF und eine Figur wie Klaus Schwab verabscheut hätte. Schon ein Begriff wie "The Great Reset" hätte ihm alle liberalen Nackenhaare aufgestellt. Richtig ist, dass er keinen Grund dafür sah, den Transport von Waren, Arbeit und Kapital über Grenzen hinweg zu beschränken. Er setzte allerdings eine wichtige, ganz und gar nicht triviale Voraussetzung dafür: Dass die Marktregeln auf beiden Seiten der Grenzen gleich sind. Zu seinen Lebzeiten war das sowenig der Fall wie heute. Schwer zu sagen, ob er die internationalen Bemühungen zur Rechtsangleichung heute befürworten würde.

Laurenz

2. Juni 2022 06:06

@Ordoliberal @L.

Sie überdenken nicht, Sie wollen ideologisieren. Sie sind nicht darauf eingegangen, daß Unbestechlichkeit, wenn, nur vorhanden in feudalen, autokratischen Strukturen, dem Liberalismus, vor allem im Zusammenhang mit der persönlichen Freiheit widerspricht. Gerade Ihre Nationalsozialisten waren relativ unbestechlich, wenn wir von Hermann Göring, dem Hitlers Nibelungentreue schon jegliche Schonung schenkte, einmal absehen. Die historischen Nationalsozialisten haben, wie auch heute die chinesischen Nationalsozialisten, genau verstanden, was Hayeks Liberalismus bedeutet. Nämlich, wie gehabt, unter der Knute der Konzerne & Banken (Opiumkriege) zu vegetieren. Sie haben nicht begriffen, warum der Nationalsozialismus überhaupt entstand. Hayeks Liberalismus führt grundsätzlich zum Marxismus. Marx' elementarer Inhalt, ja der einzige Inhalt seines Werkes, ist die Abschaffung des Privateigentums. Denn nur ohne Privateigentum ist totalitäre Macht möglich. Solange Privateigentum erlaubt ist, kommt immer irgendein Krupp, Rockefeller oder Musk angeschissen, der mehr Kapital kumuliert, also größere Macht entwickelt. Das verhindert man nur durch das Verbot des Privateigentums. Das ist das Ziel eines jeden Magnaten.

Herr K aus O

2. Juni 2022 09:09

@Imagine. Die Grünen und ihre moralisierende Politik? Langsam dürfte auch dem treuesten Grün-Wähler klar sein, dass es nicht nur um Moral geht, sondern vor allem um Waffen. Für mich sind die Grünen - bzw. diese Grünen um Baerbock - geradezu vom CIA installiert worden, auffälliger geht es kaum noch - dazu die kleine personelle Geschichte um Frau Morgan.

Nein, das sieht für mich eher nach einem Regime-Change in Deutschland aus, Mittel und Techniken gibt es ja anscheinend genug. Ich vermute, die Amis haben sich seinerzeit gefragt, warum ausgerechnet die Friedensbewegung so leicht vom Osten unterwandert werden konnte - und diese Techniken wenden jetzt die Amis an.

Die größte Schwäche des grünen Milieus scheint mir der gute, alte deutsche Romantizismus zu sein. Wer daran appellieren kann, gewinnt die Herzen. 

Übrigens: Ich bin kein Anti-Amerikaner. Die Treue zu Amerika hat der Bundesrepublik seinerzeit das Wirtschaftswunder beschert. Jetzt droht die völlige wirtschaftliche Auflösung. Und da ich das nicht will und der grün-amerikanische Kurs einer militärischen Konfrontation mit Russland Europa ins Elend stürzen droht, müssen wir - die Deutschen und unsere Nachbarn - uns entscheiden, wir wir weitermachen. Vielleicht ist das der Grund, warum ich hier bei der Sezession - was heißt denn nochmal Sezession? - meine kleinen Gedanken unterbringe.

Der_Juergen

2. Juni 2022 09:32

@Heinrich Brück

"Sie meinen (mit Ihren sozialpolitischen Vorstellungen) die Gesamtbevölkerung ohne Differenzierung, oder?"

Nein. Ich würde Ausländern keinen Anspruch auf Kinder- und Arbeitslosengeld einräumen (wohl aber einen solchen auf medizinische Hilfe). Ferner würde ich ein umfassendes Repatriierungsprogramm für Menschen nichteuropäischer Kultur und Abstammung einleiten, mit gewissen Ausmassen natürlich.

Umlautkombinat

2. Juni 2022 10:48

@Ordoliberal

Denn die Wirtschaft, das sind wir, die Wirtschaftenden.

Indem [der Staat] Ihnen Gauner, Verbrecher und übergriffige Beamte vom Leib hält

Evolutionstheorie [...] langsames, vorsichtiges, kleinteiliges, schrittweises Ausprobieren, Verwerfen und Verbessern.

Nur ist das Wachstum gegenwaertiger Wirtschaftsakteure eben gerade nicht langsam, kleinteilig, vorsichtig...

Es ist bekanntermassen so stark, dass der Einzelstaat als Zuegel schon lange ueberhaupt nicht mehr zum Zug kommt. Wie loesen Sie das? Der erste Schritt waere das Verlassen des biologischen Vergleichs, weil Analoga halt ihre Grenzen haben. Solange man Wirtschaft als reines Naturgesetz ansieht, bleibt grundlegende andere Einordnung unmoeglich. Die Dichotomie Sozialismus/Kapitalismus ist dabei nicht hilfreich. Einerseits soll der Staat vor 'Verbrechern schuetzen', andererseits nicht grundlegend regulieren. Wasch mich, aber mach mich nicht nass.
Der Mensch lebt nicht vom Brot allein. In allen Zeiten haben verschiedene Dinge eine absolute Prioritaet der Wirtschaft nicht zugelassen (und diese Wirtschaft uebrigens auch in ihrer Entwicklung befoerdert). Ob nun Religion - als ein Beispiel dafuer - ein solches Mittel der Wahl sein sollte, ist mal dahingestellt. Aber dieses krebsartige Wachsen eines einzelnen Elemnts menschlichen Daseins ist offensichtlich fehlgeleitet.

Gracchus

2. Juni 2022 11:23

"In seinem Buch, das in der englischsprachigen Welt für Furore sorgt, wirft Quinn Slobodian einen neuen Blick auf die Geschichte von Freihandel und neoliberaler Globalisierung. Im Mittelpunkt steht dabei eine Gruppe von Ökonomen um Friedrich von Hayek und Wilhelm Röpke. Getrieben von der Angst, nationale Massendemokratien könnten durch Zölle oder Kapitalverkehrskontrollen das reibungslose Funktionieren der Weltwirtschaft stören, bestand ihre Vision darin, den Markt auf der globalen Ebene zu verrechtlichen und so zu schützen."

tearjerker

2. Juni 2022 11:57

@Imagine: Das WEF wird in der gegenwärtigen Form verschwinden, wenn als Ergebnis der kommenden Eskalation die globale Ordnung, die das WEF erst ermöglicht hat, sich neu ausrichten wird. Schwab wird das selbst nicht mehr erleben und spätestens, wenn Genosse DingDong aus Shenzen ihm nachfolgt wird man den ganzen Laden auf Initiative Washingtons verabschieden. Was Scholz angeht: Wir können ihm seine Passivität als clevere Ballflachhalten-Strategie auslegen. Ich tendiere allerdings eher dazu, ihm Rat- und Kraftlosigkeit zu unterstellen. Die Agenda seiner Regierung zielt auf die Sabotage des eigenen Staates, der Druck von Aussen lässt ihn stündlich einmal umfallen und man kann ihn und seine Administration nach Belieben herabsetzen und beleidigen. Er scheint überhaupt keinen Respekt zu geniessen. Das mit der Zeitenwende war sein ‚wir haben verstanden‘-Moment, der ihn und seinen Haufen jetzt retten soll. Ein gewisser Wirth hatte vor genau 100 Jahren als Kanzler schon mal dieselben Probleme, über deren Lösung er sein Amt und seine Nachfolger schliesslich die Parteien und den ganzen Staat verloren. Das wird auch aus Scholzens Zeitenwende, wenn das so weitergeht.

Gracchus

2. Juni 2022 14:39

Frage: Kann man Ideologie nur mit Ideologie bekämpfen?

Die Linke hat es geschafft, alles Überlieferte als (vermeintliche) Herrschaftsideologie hinzustellen und abzubauen, um ihre eigene Herrschaftsideologie zu etablieren, und das wäre ihr nicht ohne Hilfe von Staat und Kapital gelungen. (Offen, wer hier wen vor den Karren spannt.)

Bitter für jeden Patrioten, dass Deutschland vorne wegmarschiert. 

Staat, Massenmedien, Kapital: dieser Übermacht sieht man sich gegenüber. 

Heinrich Loewe

2. Juni 2022 17:21

Der sehr einflußreiche und hoch geschätzte Charlie Kirk hat soeben ein Buch heraus gebracht "Die konservative Antwort auf den Great Reset". Es wäre toll, wenn sich das mal jemand besorgen, lesen und für uns zusammenfassen könnte...

https://reset.tpusa.com

anatol broder

2. Juni 2022 18:35

@ ordoliberal 23:28

«hayek und von mises mussten beide vor den nazis fliehen und zwar aufgrund ihrer überzeugungen. sie waren ja nicht jüdisch.»

erstens war hayek genauso von (adelig) wie mises. zweitens war mises sehr wohl jüdisch. drittens blieben beide wegen der überzeugungen der nazis österreich fern, nicht wegen ihrer eigenen.

bitte sauber argumentieren. bei hayek und mises ist das nicht schwer.

Der_Juergen

2. Juni 2022 20:57

@Ordoliberal

"Denn egal, wieviele Rechte Sie der armen Magd noch zugestehen, eine Abgrenzung zum Nationalsozialismus scheint mir bei Ihrer Konzeption von Staat nicht möglich."

Sie argumentieren hier unsauber. Ich grenze mich in entscheidenden Punkten sehr deutlich vom historischen NS ab; vor allem verwerfe ich seinen biologischen Determinismus (ja, die Rassenzugehörigkeit spielt eine enorm grosse Rolle, ist aber eben nicht der einzige Faktor) und sein Konzept einer Hierarchie von "höheren" und "niedrigeren" Rassen. Jene, die sich als "Post-Nationalsozialisten" bezeichnen, haben dieses Konzept längst durch das wertungsfreie von der "Verschiedenheit" der Rassen ersetzt. Und selbstverständlich veurteile ich die terroristische Besatzungspolitik in den meisten okkupierten sowjetischen Territorien sowie in Polen. All dies ändert jedoch nichts daran, dass der NS in Deutschland selbst enormen sozialen und wirtschaftlichen Fortschritt geschaffen hat und dementsprechend von der grossen Mehrzahl der Deutschen, vermutlich etwa 90%, unterstützt wurde.

Ordoliberal

2. Juni 2022 22:32

@ML

Die "Magd" ist hier nur eine Wiederaufnahme einer Metapher von @Der_Juergen. Ich hatte ja in einem früheren Kommentar schon scharf kritisiert, dass sich der Staat zum Erfüllungsgehilfen von Partikularinteressen machen lässt. Genau das ist es ja, was ein liberaler Staat nicht tun würde.

Das ist hier eine interessante Diskussion für mich. Ich habe gelernt, dass der Rechte beim Wort "Wirtschaft" sofort an "Kapitalist" denkt und speichelt wie ein Pawlowscher Hund. Denn der Kapitalist, das ist für ihn der Zylinder tragende Mann vage jüdischer Physiognomie, der sich feixend die Hände reibt. Und auf den ist er abgerichtet.

Dass wir alle, wo wir uns frei fühlen und unser Leben selbst gestalten, wirtschaftlich handeln, das heißt materielle und ideelle Güter tauschen, um unsere Situation zu verbessern, fällt dem Rechten gar nicht auf. Vielleicht weil es so allgegenwärtig ist. Die Wirtschaft besteht eben nicht nur aus Superreichen. Und keiner ihrer Teilnehmer kann dem anderen soviel Freiheit nehmen, wie es der Staat kann. Nur wenn sich Reiche der Mittel des Staates bedienen, sind sie schädlich und gefährlich. Genau das haben Denker wie von Mises, Hayek, Eucken und Röpke erkannt. Daher wollten sie den Staat gegen wirtschaftliche Parteilichkeit immunisieren. Sie nannten das Ordnungspolitik.

Mont Pelerin und Davos, das sind die Bastionen verfeindeter Legionen. Schade, dass das so in Vergessenheit geraten ist.

Ordoliberal

2. Juni 2022 22:40

@Der_Juergen

Ich habe in meinem Kommentar sehr deutlich gesagt, dass Ihr Standpunkt nicht nationalsozialistisch im historischen, d.h. Hitlerschen, Sinne ist, weil das Element des Rassistischen und Imperialistischen fehlt. Ich weiß nicht, wie deutlich ich es noch sagen kann. Das ändert aber nichts daran, dass sie dem Sozialismus das Wort reden. Sie dürfen ihn auch gern nationalen Sozialismus oder Sozialpatriotismus nennen. Aber ich sehe nicht, wie Sie mit Sozialismus die Übel des Sozialismus bekämpfen wollen. Möglicherweise glauben Sie aber, dass es auf den Sozialisten ankommt. Der eine Sozialist weiß eben, wie man eine Wirtschaft führt, der andere nicht.

Ordoliberal

2. Juni 2022 23:35

@ML

Weil es mir gerade einfällt: Die Wirtschaft ist nicht dazu da, den Staat zu ermöglichen, sondern der Staat ist dazu da, die Wirtschaft zu ermöglichen.

Denn es ist ja nicht der Staat, der die Menschen am Leben erhält, sondern die Wirtschaft.

Können wir uns darauf einigen?

Laurenz

3. Juni 2022 00:29

@Herr K aus O @Imagine

Übrigens: Ich bin kein Anti-Amerikaner. Die Treue zu Amerika hat der Bundesrepublik seinerzeit das Wirtschaftswunder beschert. 

Können Sie das belegen?

Es existieren genügend Quellen, nach denen das, was Sie beschreiben, falsch ist. Der II. Weltkrieg war der größte Raubzug der Menschheitsgeschichte. Um die gestohlenen Patente inklusive Zinsen zu entschädigen, wären mehrere Jahresbudgets der USA fällig.

Und hier eine gute ARTE-Doku zum Marshallplan. 

https://youtu.be/SxD90C0zkf0

Sogenannte Fake-News gab es also schon immer.

Es existieren noch ganz andere Meinungen zu Ihrem Wirtschaftswunder, die übrigens auch nicht stimmen müssen.

https://youtu.be/y-jwKVVJjpk

Man kann Information immer so & so einfärben. Meist wird, wenn es um Nationalsozialisten geht, die Vorgeschichte, die zu der kurzen Ära der Nationalsozialisten führte, weggelassen.

Laurenz

3. Juni 2022 03:44

@Anatol Broder @Ordoliberal

Vielen Dank für Ihre Info zu von Mises. Dadurch fühlte ich mich bemüßigt, wieder mal nachzuschauen. Im Gegensatz zu von Hayek, im Grunde ein Tscheche, war von Mises auch tatsächlich (ab & an erfolgreich) real- oder besser geldpolitisch unterwegs, charakterlich vielleicht etwas zu sehr von sich eingenommen. Im Grunde steht er vordergründig gegen seinesgleichen in der Sowjetunion.

Auch hier stellt sich die Frage, ist das tatsächlich so? Ich denke nicht.

Imagine

3. Juni 2022 08:30

Wer Hayek den Ordoliberalen zuordnet, zeigt, dass er von Wirtschaftswissenschaft keine Ahnung hat, sondern papageienhaft die Propaganda der marktradikalen und sozialdarwinistischen Hayek-Anhänger wiederholt.

Hayek hatte entscheidenden Einfluss auf das ökonomische und politische Denken von Milton Friedman und anderen. Gesellschaftlich fand dies seinen Ausdruck z.B. in der Politik von Reagan, Thatcher und Pinochet.

Hayek war Mitbegründer der Mont Pelerin Society, einem Thinktank und Netzwerk von prokapitalistischen Wissenschaftlern, die später dann Einfluss auf die „Bilderberger“ etc. ausübten.

„Ordoliberalismus“ ist wissenschaftssystematisch dem Kontext der „Sozialen Marktwirtschaft“ zuzuordnen, welche von der Sozialdemokratie als „Demokratischer Sozialismus“ bezeichnet wurde. In diese Richtung geht auch der „Solidarische Patriotismus“.

Hayek-Anhänger sind Gegner und Feinde der Sozialen Marktwirtschaft und des „Demokratischen Sozialismus“ und damit logischerweise auch des „Solidarischen Patriotismus“. Sie tarnen ihr marktradikales und sozialdarwinistisches Konzept als Libertarismus und „Neue Soziale Marktwirtschaft“.

Laurenz

3. Juni 2022 13:03

@Imagine

Die Distanzierung Euckens zum ökonomischen Teil des Nationalsozialismus hinkt. Auch Erhard orientierte sich mehr am Nationalsozialismus als man gerne wahrhaben möchte. Denn er schaffte die sozialen Maßnahmen des letzteren auch nicht ab. Die Erzählung in der von mir geposteten ÖR-Doku (ARD) ist in meinen Augen nicht ganz stimmig, weil die US-Amerikaner sowas, wie das Bundesbankgesetz, überhaupt nicht kannten. In der Weimarer Zeit gab es sehr wohl die Debatte, ob die Reichsbank staatlich oder privatrechtlich (es gibt natürlich ein FED-Gesetz), wie die FED oder damals noch die Bank von England organisiert sein sollte. Das Bundesbankgesetz lehnt sich relativ exakt an die Reichsbank im Nationalsozialismus an.

Hayek galt als Gegenspieler Keynes', der an Hayek kein gutes Haar ließ. Aber wenn Sie mich fragen würden, können mir beide gestohlen bleiben.

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