Deglobalisierung – das Ende der alten Ordnung?

Aktivismus, Kriegsberichterstattung, Konferenzen und die Arbeit an einem Buchprojekt banden in den letzten Wochen meine verfügbaren Zeit.

Martin Sellner

Martin Sellner ist Kopf der österreichischen Identitären Bewegung.

Vor allem mei­ne Aus­ein­an­der­set­zung mit der geo­po­li­ti­schen Lage hat mich davon über­zeugt, daß wir uns auf eine kri­sen­haf­te Ent­wick­lung und eine „mate­ri­el­le Lage­ver­schär­fung“ zubewegen.

Daß „die Kri­se kommt“, ist ein rech­ter All­ge­mein­platz. Mei­ne spä­te Erkennt­nis ist gleich­zei­tig ein Geständ­nis. In den vie­len Jah­ren, die ich mich in rech­ten Krei­sen bewe­ge, habe ich eine Aver­si­on gegen den rech­ten Kri­sen­kult ent­wi­ckelt. Seit­dem ich poli­tisch aktiv wur­de (und das liegt auch bei mir schon 18 Jah­re zurück) stand die „gro­ße Kri­se“ immer kurz bevor. Prep­per und Crash­pro­phe­ten gin­gen mir schon damals auf die Ner­ven. Ich gei­ßel­te sie als unpo­li­ti­sche, bour­geoi­se Eskapisten.

Alle „Öko­no­men“ die mir vor­rech­ne­ten, das Fiat­geld­sys­tem müs­se auf­grund inne­rer Wider­sprü­che zusam­men­bre­chen, konn­te ich nur belä­cheln. Mei­ne Auf­fas­sung der Welt war nie öko­no­mis­tisch, son­dern poli­tisch. Wenn die­je­ni­gen, deren Schif­fe die Ver­sor­ungs­li­ni­en, deren Trup­pen die Res­sour­cen­quel­len, deren Geld die Pres­se und deren Pres­se die Demo­kra­tien kon­trol­lie­ren, kei­nen Kol­laps wol­len, wür­de er auch nicht eintreten.

Viel­mehr sah ich in die­ser ängst­li­chen Sehn­sucht nach dem gro­ßen Kol­laps – ähn­lich wie Sla­voj Zizek es den Hol­ly­wood-Apo­ka­lyp­se­fil­men attes­tier­te – eine Art revo­lu­tio­nä­re Trieb­ab­fuhr. Mir war klar: Das befürch­te­te und zugleich her­bei­ge­sehn­te Mad-Max Sze­na­rio wird nie­mals eintreten.
Auch Infla­ti­on und Coro­na­kri­se konn­ten mich nicht zum Kri­sen­kult bekeh­ren. Wir kön­nen weder Zeit­punkt, Aus­maß, noch Wahr­schein­lich­keit eines Kol­laps vor­her­sa­gen. Schein­bar „unaus­weich­li­che“ Kri­sen könn­ten auch ver­schleppt wer­den, bis eine neue poli­ti­sche oder tech­no­lo­gi­sche Lösung gefun­den ist.

Vor allem jedoch gilt: Die demo­gra­phi­sche Kri­se und die wirt­schaft­li­che Kri­se müs­sen nicht Hand in Hand gehen. Was, wenn das „unaus­weich­li­che Plat­zen der Wirt­schafts­bla­se“ erst dann ein­trä­te, wenn der Bevöl­ke­rungs­aus­tausch irrever­si­bel abge­schlos­sen ist? Nein, in der rech­ten Stra­te­gie­bil­dung darf eine „ret­ten­de Kri­se“, die uns „magisch an die Macht spült“, kei­ne Rol­le spie­len. Auch ohne sie muß ein strin­gen­ter Weg zum Ziel gefun­den werden.

In einem mei­ner ers­ten Bei­trä­ge auf SiN plä­dier­te ich für eine „geis­ti­ge Ver­schär­fung“ durch Bewußt­s­eins­bil­dung und Akti­on, statt auf eine Lage­ver­schär­fung zu warten.

Die­se Abwehr­hal­tung gegen den anti­stra­te­gi­schen Kri­sen­kult fun­gier­te für mich aber teil­wei­se als Scheu­klap­pe für die Ver­än­de­rung der Lage. Es war nicht der Ukrai­ne­krieg, son­dern der mut­maß­li­che Grund des Ukrai­ne­kriegs, der mich „bekehr­te“ und nun zu der Pro­gno­se bringt: Der Zenit des Wohl­stands ist erreicht und wohl schon über­schrit­ten. Die nächs­ten Jahr­zehn­te brin­gen Ver­ar­mung, sozia­le Span­nun­gen, Cha­os und poli­ti­sche Umwälzungen.

Was ist der Knack­punkt, der einen erklär­ten Feind des Kri­sen­kults zu die­ser Aus­sa­ge bewegt?

Ich glau­be nach wie vor nicht an einen inhä­ren­ten Web­feh­ler des Geld­sys­tems, der „not­wen­dig“ zum tota­len Kol­laps führ­te. Eben­so­we­nig war ich der Ansicht, daß Coro­na und der Gre­at Reset zu mehr als einer geziel­ten und kon­trol­lier­ten Umwand­lung der Gesell­schaft, also dem Gegen­teil von Cha­os und ech­ter Kri­se füh­ren werden.

Die mas­si­ve Indus­tria­li­sie­rung, die hohe Pro­duk­ti­vi­tät, glo­ba­le wirt­schaft­li­che und kul­tu­rel­le Ver­flech­tung und Demi­li­ta­ri­sie­rung waren mei­ner Ansicht nach so stark, daß eine Ver­sor­gungs­kri­se immer nur lokal und tem­po­rär sein könn­te. Nun hat mich eine genaue­re Beschäf­ti­gung mit unse­rer Welt­ord­nung eines Bes­se­ren belehrt. Am Anfang stan­den die ers­ten Schüs­se im Ukrai­ne­krieg. Am Ende steht eine neue Per­spek­ti­ve auf die Chan­cen und Mög­lich­kei­ten einer rech­ten Wende.

Das Stich­wort lau­tet „Deglo­ba­li­sie­rung“, und der Grund dafür ist weder Putin noch Coro­na, son­dern unter ande­rem Schie­fer. Ich will im Fol­gen­den eine geo­po­li­ti­sche The­se vor­stel­len, die nicht nur hoch­in­ter­es­sant ist, son­dern in mei­nen Augen täg­lich plau­si­bler wird. Trifft sie zu, hat das weit­rei­chen­de Konsequenzen.

Vie­le von uns betrach­ten es heu­te als selbst­ver­ständ­lich, daß ein Damp­fer von Mani­la bis Kopen­ha­gen, fast ohne Geleit­schutz und Wach­per­so­nal, Fracht im Wert von vie­len Mil­lio­nen Dol­lar trans­por­tie­ren kann. Das­sel­be gilt für einen LKW, der eine Ladung Kon­sum­gü­ter von Madrid bis Mos­kau fährt. Maxi­mal Geld­trans­por­te müs­sen noch vor Über­fäl­len geschützt und im Ara­bi­schen Meer soma­li­sche Pira­ten bekämpft wer­den. Wie im Her­zen der Pax Roma­na zeit­wei­se die Pira­ten die let­ze Erin­ne­rung an das „Poli­ti­sche“ waren, erin­nert auch in der glo­ba­len Pax Ame­ri­ca­na nur noch der Kri­mi­nel­le an die exis­ten­zi­el­le Gefahr, die frü­her von außen drohte.

Und genau das ist ein Axi­om der Deglo­ba­li­sie­rungs­the­se: der glo­ba­le Welt­han­del und damit der glo­ba­le Wohl­stand, die pla­ne­ta­re Arbeits­tei­lung, inter­na­tio­na­le Wert­schöp­fungs­ket­ten und die Spe­zia­li­sie­rung gan­zer Natio­nen, war und ist ohne die „frie­dens­stif­ten­de Rol­le“ der USA kaum denk­bar. Das ist eine bru­ta­le Wahr­heit der Geo­po­li­tik, die Euro­pa in  sei­nem post­po­li­ti­schen Nach­kriegs-Nach­mit­tags­schläf­chen im Schat­ten der US-Rake­ten­schir­me ver­ges­sen hat.

Sicher­heit geht vor Wohl­stand. Mili­tär geht vor Wirt­schaft. Wenn der Nach­schub exis­ten­zi­el­ler Res­sour­cen von einer feind­li­chen Macht bedroht wird oder eine unge­si­cher­te Land­gren­ze jeder­zeit von frem­den Trup­pen über­schrit­ten wer­den könn­te, kann kein sou­ve­rä­ner Staat der Welt das igno­rie­ren. Da man die Moti­va­tio­nen ande­rer Staa­ten nie genau ken­nen oder vor­her­se­hen kann, ist die pure Mög­lich­keit bereits eine nicht zu tole­rie­ren­de Bedro­hung. Das ist das eher­ne Gesetz der Geopolitik.

Vor der wirt­schaft­li­chen Kal­ku­la­ti­on kommt daher die mili­tä­ri­sche Absi­che­rung. Der Öko­no­mis­mus, der West­eu­ro­pa nach dem 2. Wel­krieg erfaß­te, war nur mög­lich, weil die USA über die NATO unse­re Ver­tei­dungs­po­li­tik über­nah­men. Die mili­tä­risch kas­trier­ten „Exporteu­nu­chen“, allen vor­an Deutsch­land, rich­te­ten sich im US-Harem gemüt­lich ein. Län­der wie Chi­na und Impe­ri­en wie Ruß­land, die nicht Teil der Pax Ame­ri­ca­na waren, wur­den von uns wegen ihres Eta­tis­mus und ihrer „Auf­rüs­tung“ eben­so arro­gant gerügt wie der Glo­bocop selbst.

Die bla­sier­te Arro­ganz, mit der euro­päi­sche Phi­lo­so­phen und Frie­dens­a­pos­tel die „Ame­ri­ka­ni­sche Mili­tanz“ maß­re­gel­ten, ihren Armee­kult oder ihr man­gel­haf­tes Sozi­al­sys­tem kri­ti­sier­ten, gehört zu den erbärm­lichs­ten Dea­tils die­ses geschicht­li­chen Aus­nah­me­zu­stands. Die­se Mili­tanz und die ame­ri­ka­ni­schen Ver­tei­di­gungs­aus­ga­ben „sicher­ten“ näm­lich die apo­li­ti­sche Frie­dens­ord­nung Euro­pas. Sie ermög­lich­ten teil­wei­se die absur­den Sozi­al­ex­pe­ri­men­te, die Auf­blä­hung des Ver­wal­tungs­ap­pa­rats und Sozi­al­staats, die Ver­sor­gung von Mil­lio­nen wirt­schaft­lich nutz­lo­sen Migran­ten inklusive.

Nur weni­ge waren sich die­ser Tat­sa­che bewußt. Als Tran­s­ant­lan­ti­ker freun­de­ten sie sich mit der Rol­le des abge­rüs­te­ten Vasal­len an und küß­ten Ame­ri­ka die Stie­fel. Als patrio­ti­scher Euro­pä­er sin­nier­te man auf eine Aus­bruchs­mög­lich­keit aus der Pax Ame­ri­ca­na und soli­da­ri­sier­te sich mit den geo­po­li­ti­schen „Schur­ken­staa­ten“. Doch eine ent­schei­den­de Tat­sa­che blieb hier den meis­ten verborgen.

Was war der wah­re Grund der Ame­ri­ka­ni­schen Welt­herr­schaft? Die uni­po­la­re Welt­ord­nung, in der die „ein­zi­ge Welt­macht“, den Glo­bus domi­niert, kam nicht von unge­fähr. Die Lage Ame­ri­kas und die spe­zi­fi­sche Geo­gra­phie der USA sind ein geo­po­li­ti­scher Lot­to­sech­ser. Selbst eine Pio­nier­be­völ­ke­rung, die weni­ger talen­tiert und begabt gewe­sen wäre als die euro­päi­schen Emi­gran­ten, hät­te sich sehr dumm anstel­len müs­sen, um aus die­ser Aus­gangs­la­ge nicht zur Welt­macht zu wer­den. (In die­sem Video gehe ich auf die zahl­rei­chen Fak­to­ren ein, wel­che die USA zur „unwei­ger­li­chern Super­macht“ machten.)

Die glo­ba­le Inter­ven­ti­ons­po­li­tik der USA und die Eta­blie­rung des Welt­han­dels im Rah­men der Pax Ame­ri­ca­na war im wesent­li­chen ein Ergeb­nis des kal­ten Krie­ges. Es war eine „Bestechung“ der ande­ren Staa­ten durch die USA, die ihnen Han­del, Indus­tria­li­sie­rung und Auf­stieg erlaub­te, sofern sie mili­tä­risch bei der Umzin­ge­lung der Sowjet­uni­on mit­hal­fen. Nach dem Fall der UdSSR, im „uni­po­la­ren Moment“, war eine zeit­lang unklar, wie es wei­ter­ge­hen soll­te. Ideo­lo­gi­sche Nar­ra­ti­ve wie „making the world safe for demo­cra­cy“, der von der „Israel­lob­by“ (Mear­s­hei­mer) gewoll­te Krieg im Nahen Osten und die Siche­rung der Öllie­fe­run­gen aus der Regi­on waren eini­ge Grün­de für die Auf­recht­erhal­tung der glo­ba­len Ord­nung. Doch dann kam der Schiefer…

Mit der Ent­wick­lung neu­er Tech­no­lo­gien wur­den die USA über die letz­ten Jah­re zum Welt­füh­rer im „Fracking“, der Schie­feröl­ge­win­nung und somit zum Ener­gie­ex­por­teur. Ein gro­ßes Reser­voir an Schie­fer­öl wird den Bedarf der USA wohl in den nächs­ten Jahr­zehn­ten sichern. Laut der Rand Cor­po­ra­ti­on befin­den sich in der Green-River-For­ma­ti­on, die sich von Colo­ra­do, Utah bis Wyo­ming erstreckt, Ölvor­kom­men von 1,5 und 1,8 Tril­lio­nen Bar­rel. Davon sol­len rund 800 Mil­li­ar­den Bar­rel för­der­bar sein, das ist mehr als das Drei­fa­che der  bekann­ten Ölre­ser­ven von Saudi-Arabien.

Auch wenn die Ener­gie­ef­fi­zi­enz und die öko­lo­gi­schen Pro­ble­me rund um Fracking Stoff für hei­ße Debat­ten sind, ist eine unleug­ba­re Kon­se­quenz, daß die Abhän­gig­keit der USA von Ölim­por­ten dras­tisch sinkt. (Das The­ma des “Peak Oil” und die glo­ba­le Wachs­tums­kri­se ist nicht Gegen­stand des Arti­kels und wur­de von Jonas Schick mit grö­ße­rem Fach­wis­sen abgehandelt.)

Eini­ge Geo­stra­te­gen sehen im Auf­kom­men des Fracking ein wei­te­res Argu­ment gegen eine omni­prä­sen­te Wel­t­über­wa­chung durch die USA. Die Stim­men meh­ren sich, die es als Minus­ge­schäft sehen, wenn die USA die teu­re glo­ba­le Trup­pen­prä­senz auf­recht erhält und an den „hei­ßen“ Fla­schen­häl­sen der glo­ba­len Han­dels­rou­ten den Auf­se­her spielt. Eine der lau­tes­ten die­ser Stim­men gehör­te einem New Yor­ker mit einer auf­fal­len­den Fri­sur. Daß die USA vor allem in ihrer Rol­le in der NATO einen “bad deal” habe, war Kern­bot­schaft von Trumps antiglo­ba­lis­ti­scher Kampagne.

Die glo­ba­lis­ti­sche Welt­mis­si­on der USA wird von Lin­ken und seit Trump auch von rech­ten Popu­lis­ten im Inland eher abge­lehnt. Ein glo­ba­ler Böse­wicht für einen „hei­li­gen Krieg“ bie­tet sich nicht wirk­lich an. Die inne­re Ver­ar­mung und sozia­le Span­nun­gen machen teu­re, fer­ne Krie­ge immer unpo­pu­lä­rer. Auch wenn man den Fak­tor Fracking als Aus­lö­ser für die Deglo­ba­li­sie­rung bezwei­felt, gibt es vie­le ande­re Hin­wei­se, daß die Ära das omni­prä­sen­ten US-Glo­bocops zu Ende gehen könnte.

Zudem kön­nen die USA, wie man am Bei­spiel der Ukrai­ne sieht, in einer Stra­te­gie des „selec­ti­ve enga­ge­ment“ auch über einen Strom an Waf­fen und Infor­ma­tio­nen die poten­ti­el­le, geo­po­li­ti­sche Kon­kur­renz „con­tai­nen“. Es spricht viel dafür, daß die USA die Rol­le des glo­ba­len Hege­mons län­ger behal­ten kann. Das ist letzt­lich die Bot­schaft ame­ri­ka­ni­scher „Rea­lis­ten“ wie Mear­s­hei­mer, wenn sie die unglaub­lich teu­re glo­ba­le Inter­ven­ti­ons- und Siche­rungs­po­li­tik auf­ge­ben und sich auf ein geziel­tes „Off­shore Balan­cing“ ver­le­gen wol­len: auf die Aus­la­ge­rung sta­bi­li­sie­ren­der Auf­trä­ge an regio­na­le, ver­bün­de­te Mäch­te also .

Tref­fen die­se Pro­gno­sen zu und zie­hen sich die USA aus der Rol­le des Glo­bocops zurück, um ihre eige­ne Nati­on zu reindus­tria­li­sie­ren, hät­te das tief­grei­fen­de Kon­se­quen­zen. Daß sofort über­all Dia­do­chen­kämp­fe los­bre­chen wür­den, wur­de vor dem Ukrai­ne­krieg noch für eine über­trie­be­ne The­se gehal­ten. Allein die Unsi­cher­heit, die es mit sich bräch­te, wenn in Zukunft eine Akti­on wie die Annek­ti­on Kuwaits durch Sad­dam Hus­sein oder die Kape­rung von Öltan­kern an der Stra­ße von Hor­muz kei­ne ame­ri­ka­ni­schen Straf­ex­pe­di­tio­nen nach sich zögen, hät­te Folgen.

Der Rück­zug Ame­ri­kas führt nicht direkt zu einer mul­ti­po­la­ren Welt. Noch lan­ge gibt es kei­nen Macht­pol, der auch nur annäh­rend an die „ein­zi­ge Super­macht“ her­an­kä­me. Die direk­ten Kon­se­quen­zen sind jedoch eine Deglo­ba­li­sie­rung und Ent­flech­tung inter­na­tio­na­ler Wertschöpfungsketten.

Regio­na­le Mäch­te, wel­che die Siche­rungs­rol­le der USA über­neh­men könn­ten, wer­den sich das teu­er bezah­len las­sen, was Trans­ak­ti­ons­kos­ten stei­gert. Das Risi­ko, das Krie­ge, Blo­cka­den, Über­fäl­le und Beschlag­nah­mun­gen für inter­na­tio­na­le Han­dels­rou­ten dar­stel­len, wird Staa­ten und Impe­ri­en ver­an­las­sen, zur größt­mög­li­chen Aut­ar­kie zurückzukehren.

Sicher­heit geht immer vor Wohl­stand. Eine natio­na­le Spe­zia­li­sie­rung auf kom­ple­xe Tech­no­lo­gien ergibt in einem glo­ba­len Markt­platz Sinn, auf dem der Kauf­haus-Cop USA den Han­del kon­trol­liert. Wird der Welt­han­del aber unsi­cher und fra­gil (einen Aus­blick dar­auf gewährt uns der Wirt­schafts­krieg um Gas, Öl und Wei­zen), so muß jeder Staat sei­ne Grund­ver­sor­gung direkt sicher­stel­len. Der sichers­te Weg ist die ter­ri­to­ria­le Kon­trol­le von Acker­flä­chen und Roh­stoff­quel­len. Hat man die­se nicht im Staats­ge­biet, so bleibt nur die poli­ti­sche Domi­nie­rung, Erobe­rung und Kolo­nia­li­sie­rung ande­rer Län­der. Das war die trei­ben­de Kraft der impe­ria­len Handels‑, Kriegs- und Ener­gie­po­li­tik, die den Nor­mal­fall der Welt­ge­schich­te darstellt.

Führt der Trend in die­se Rich­tung, ent­steht ein Wett­lauf um Res­sour­cen und Ener­gie­quel­len sowie ein mas­si­ver, welt­wei­ter Auf­rüs­tungs­schub. Dies wirkt ver­stär­kend auf die Ver­rin­ge­rung des glo­ba­len Han­dels. Wenn jeder Staat auf ein­mal sei­ne mili­tä­ri­sche Absi­che­rung, Nah­rungs- und Ener­gie­ver­sor­ung sicher­stel­len muß, bleibt wenig Bud­get für ideo­lo­gi­sche Geld­ver­schwen­dun­gen sowie für Brot und Spiele.

Die ver­füg­ba­ren Maß­zah­len der letz­ten Jah­re zei­gen klar einen Rück­gang (auf hohem Niveau) des glo­ba­len Han­dels, einen Trend zur Reindus­tria­li­sie­rung und (mit Aus­nah­me des Nahen Ostens) einen Abbau von ame­ri­ka­ni­scher Trup­pen­prä­senz. Die Coro­na­po­li­tik und der Ukrai­ne­krieg könn­ten kei­ne kurz­fris­ti­gen Inte­re­fe­ren­zen im „Ende der Geschich­te“, son­dern Ver­stär­ker eines all­ge­mei­nen Trends zur Rück­kehr der Geschich­te sein.

Zu den genann­ten Fak­to­ren kom­men noch das glo­ba­le Aus­schei­den der Baby­boo­mer-Genera­ti­on aus dem Arbeits­markt, öko­lo­gi­sche Pro­ble­me und vie­le wei­te­re kri­sen­ver­stär­ken­de Phä­no­men. Kein Mensch kann in die­sen Zei­ten ver­läß­li­che, lang­fris­ti­ge Vor­aus­sa­gen machen.
Je mehr ich in die Mate­rie ein­tau­che, umso über­zeug­ter bin ich, daß die alte Ord­nung an ihr Ende kom­men wird und die Ära der Deglo­ba­li­sie­rung ansteht.

Die lang­fris­ti­gen Fol­gen davon kön­nen posi­tiv sein. Die Umbruchs­pha­se bringt unwei­ger­lich wirt­schaft­li­che Depres­si­on und einen erup­ti­ven Anstieg der Ein­wan­de­rung nach Euro­pa mit sich. Selbst­ver­ständ­lich ist es schwer, alle Fak­ten zu über­bli­cken und erst recht, Ent­wick­lun­gen zu extra­po­lie­ren. Zu den geäu­ßer­ten The­sen gibt es auch jeweils Gegen­the­sen, die eben­so eini­ge gute Argu­men­te auf ihrer Sei­te haben. Ent­schei­dend ist ers­tens die Fra­ge, ob die Welt­po­li­zei für den Anstieg des glo­ba­len Welt­han­dels aus­schlag­ge­bend war und ob, zwei­tens, die­se Pha­se aus unter­schied­li­chen Grün­den ihrem Ende zugeht.

Auf­grund die­ser Unsi­cher­hei­ten kann und darf eine poli­ti­sche Stra­te­gie nach wie vor nicht auf die Not­wen­dig­keit einer Kri­se bau­en. Auch ändert sie kei­nen Jota an der Leit­stra­te­gie der gewalt­frei­en, meta­po­li­ti­schen Recon­quis­ta. Jedoch stei­gert sie deren Erfolgs­wahr­schein­lich­kei­ten enorm. (Ich bin in die­ser Audio­ana­ly­se näher dar­auf eingegangen).

In deutsch­spra­chi­gen Län­dern fehlt auf­grund des anti­deut­schen Affekts der Sze­ne der­zeit jedes lin­ke Pro­test­po­ten­ti­al. Die in der „Flüch­l­tings“- und Coro­na­kri­se gewach­se­ne Wider­stands­be­we­gung, die in einer Kri­sen­pha­se explo­die­ren könn­te, ist offen oder ten­den­zi­ell patrio­tisch, anti­li­be­ral und antiglobalistisch.

In die­sem her­vor­ra­gen­den Arti­kel in der Sezes­si­on wur­den bereits eini­ge rech­te For­de­run­gen, die auf die Deglo­ba­li­sie­rung reagie­ren, geäu­ßert. Sie alle sind mit dem mul­ti­kul­tu­rel­len Gesell­schafts­ex­pe­ri­ment unvereinbar.

Die „Spe­zia­li­sie­rung“ gan­zer Natio­nen, die tota­le mili­tä­ri­sche Abrüs­tung, die phy­si­sche und psy­chi­sche Zer­set­zung der Wehr­fä­hig­keit zusam­men mit der Auf­lö­sung des Staats­volks in eine mul­ti­kul­tu­rel­le Assem­bla­ge wür­den in einer Welt der Deglo­ba­li­sie­rung, Reindus­tria­li­sie­rung und Regio­na­li­sie­rung unter dem neu­en Regime der Knapp­heit und des Kriegs wei­chen müssen.

Ich bin über­zeugt davon, daß ein Ende der Pax Ame­ri­ca­na ein Segen für Euro­pa und sei­ne Völ­ker wäre. Kei­ne Ära der Geschich­te, kei­ne frem­den Inva­sio­nen und Unter­drü­ckungs­re­gime haben dem Volk so gescha­det wie die­se ersti­cken­de, lee­re und lang­wei­li­ge Epo­che. Die­se Zeit, so scheint es, ist vorüber.“Es herrscht gro­ße Unord­nung unter dem Him­mel, die Lage ist aus­ge­zeich­net.“ (Mao Zedong)

Martin Sellner

Martin Sellner ist Kopf der österreichischen Identitären Bewegung.

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Kommentare (132)

Sixtus

20. Mai 2022 10:17

"Selbst eine Pionierbevölkerung, die weniger talentiert und begabt gewesen wäre als die europäischen Emigranten, hätte sich sehr dumm anstellen müssen, um aus dieser Ausgangslage nicht zur Weltmacht zu werden." - Die Tatsache, dass keine der ehemals spanischen oder portugiesischen Kolonien zur Weltmacht wurde, widerlegt diese Behauptung bzw. eine zwangsläufige Entwicklung doch schon. 2 Lesetipps: "Why nations fail" und "The Ndarrow Corridor: States, Societies and the Fate of Liberty."

Martin Sellner

20. Mai 2022 10:26

Ich bin weit davon entfernt alles auf Geopgraphie zurückzuführen.
Aber es gibt zahlreiche gründe dafür, dass sich die USA für die Rolle als Weltmacht eignen.
Ich empfehle dieses Video: https://t.me/martinsellnervideos/792

Ein gebuertiger Hesse

20. Mai 2022 11:13

"In der rechten Strategiebildung darf eine 'rettende Krise', die uns 'magisch an die Macht spült', keine Rolle spielen."

Ganz wichtige Einsicht. In der Tat: Messianismus, auch negativ gewendeter, ist eine falsche, laue Ausflucht. Zeigt sich ja schon im privaten Leben.

kikl

20. Mai 2022 11:40

Die Entdeckung reicher Vorkommen von Schiefergas und -öl in den USA hat natürlich einen Effekt. Die zukünftigen Kriege der USA nicht mehr zur Ausbeutung fremder Ölvorkommen geführt. Das ist die einzige Schlussfolgerung, die ich daraus ziehen kann.

Wie man in Anbetracht des Ukraine-Krieges glauben kann, die USA werden sich zurückziehen, kann ich nicht verstehen. Mir scheint auch die militärische Präsenz der USA in Deutschland durchaus lukrativ zu sein. Laut Art. 120 GG muss Deutschland die Besatzungskosten bezahlen. So hat wurde schon das römische Reich für den Schutz der Vasallenstaaten vergütet. Der Schatz im Bauch des Feuer speienden Drachen (Sinnbild für das römische Heer) waren die "Steuern", die die Römer von den Germanen eingetrieben haben.  

Der Ukraine-Krieg lohnt sich für die USA doppelt. Der Rivale Russland wird militärisch geschwächt und wirtschaftlich ausgeschlossen (Öl-Embargo) und folglich flattern die Öldollars ins US- und nicht ins Russen-Haus.

So geht "Geopolitik".

MARCEL

20. Mai 2022 11:41

Kann gut mitgehen (auch mir ist/war die Kollaps-Sehnsucht als Katharsis-Sehnsucht nicht fremd!)

Die USA bieten den Menschen (als mächtiges Symbol) das, was sie in der Masse stets wollten: Wohlstand und Konsum. Mehr nicht!

Keine noch so edle oder kriegerische Idee/Ideologie, die sich aus anderen Quellen speist, kommt da langfristig heran.

Boris Groys sprach einmal davon, dass der Kommunismus der letze Versuch gewesen sei, das Wort (statt dem Geld) an die Macht zu bringen.

Er ist gescheitert, weil der Geist schwach ist und nicht das Fleisch!

Mittlerweile glaube ich sogar an das Erlahmen des islamistischen Aktivismus aus o.g. Gründen.

Nur: Geschichte ist ein offener Prozess und Ewigkeiten gibt es nicht im Zeitlichen, auch eine Pax Amerikana und alles, was mit ihr zusammenhängt geht einmal zu Ende - nur wann und wie? Schleichend zäh oder mit einem plötzlichen Knall?

Waldgaenger aus Schwaben

20. Mai 2022 11:50

Man lese auch dazu

https://de.wikipedia.org/wiki/Demografie_der_Vereinigten_Staaten

Die 10 häufigsten Abstammungen von Amerikanern waren 2015 deutsch (14,7 %, 46 Mio.), afrikanisch (12,3 %, 39 Mio.), mexikanisch (10,9 %, 35 Mio.), irisch (10,6 %, 34 Mio.), englisch (7,8 %, 25 Mio.), amerikanisch (Abstammung von den frühen Siedlern) (7,2 %, 23 Mio.), italienisch (5,5 %, 17 Mio.), polnisch (3,0 %, 9 Mio.), französisch (2,6 %, 8 Mio.) und schottisch (1,6 %, 5 Mio.).

Ein gutes Stück des linken deutschen Antiamerikanismus war und ist auch Selbsthass.

Der rechte Antiamerikanismus speist sich immer noch aus der unsinnigen Gleichsetzung der USA mit der "Ostküste", wofrü dei steht muss ich hier nicht erklären.

Der Demografie-Artikel aus wikipedia zeigt auch warum von den drei global players USA, China und (noch) Russland, sich die USA durchsetzen wird. Sie hat zwar kein erhaltendes Bevölkerungswachstum aber immer noch ein höheres als die beiden anderen und ist für Einwanderer aus der ganzen Welt attraktiv.

Wer fähig ist und gut verdient, lebt in den USA besser als in Europa oder gar Russlnd und China.

 

 

Waldgaenger aus Schwaben

20. Mai 2022 11:51

Zusammenfassend: Die deutsche Rechte muss ihren Antiamerkianismus endlich überwinden, den Schultschluss mit der USA-Rechten suchen, um auch mal auf der richtigen Seite der Geschichte zu stehen, der Seite des Siegers. Dieses ewige Moralisieren was die USA angeht, geht mir sowas auf die Nerven. Natürlich war Vietnam, Irak, vielleicht auch Serbien, ethisch falsch. Aber man verwechselt niemals ungestraft das Ideale mit dem Realen, wie es D immer wieder tut.

zeitschnur

20. Mai 2022 13:34

Ob man derzeit auch nur entfernt realistisch antizipieren kann, wie die Dinge kommen? Haben wir verstanden, warum das, was bisher geschah, so geschehen ist?

Oder reiten hier alle nur ihre Steckenpferde auf gut erkennbaren Holzwegen? (Ja, würde ich behaupten!)

Dass die "alte Ordnung" gerade untergeht, sollte jeder begreifen. Was die "alte Ordnung" genau war, ist dagegen schwerer zu definieren. Wie oft wollen wir noch so tun, als sei die große Politik ein Strategiespiel, auf dem man seinen Eingriff plant? Sei er nun auf eine "geistige" oder eine "Lage-Verschärfung" begründet.

Es gehört Weisheit dazu, sich in dieser Welt zu sehen. Derzeit ist es weise, sich zurückzuhalten, in sich zu gehen und wirklich abzuwarten. Klar, dass irgendwelche Kommentarspalten-Aktionisten das kaum verkraften. Aber wie gesagt: Weisheit. Und: Einen Kairos kann niemand vorhersehen. Auch nicht im politischen Feld. Die eigene Aufgabe ist unabsehbar, selbst dann, wenn man schon lange zum König gesalbt wurde.

Allnichts

20. Mai 2022 15:09

Die These, dass sich die USA sozusagen stark aus der Welt zurückziehen werden, teile ich so nicht. Schon im Text wird angedeutet, dass sich weniger der Anspruch auf Weltherrschaft, sondern eher die Strategie zur Durchsetzung desselben ändern könnte, da sich einige Bedingungen verändert haben und das nicht unbedingt zu Ungunsten der USA. Zu einem Zeitpunkt, da sich die vor allem von der USA geführte NATO erweitert und allgemein wieder an Bedeutung und Wertschätzung gewinnt, von einem Machtverzicht oder gar -verlust der USA auszugehen, halte ich jedenfalls für fragwürdig.

Es gibt natürlich gewisse Tendenzen zur Rückbesinnung auf den eigenen Staat und allgemein kleinere Zusammenhänge und die Krise, die alle Krisen der letzten Jahrzehnte in den Schatten stellen wird und in der wir uns auch längst befinden, wird zu inner- und zwischenstaatlichen Ordnungsprozessen führen, mit erwartbaren schweren Verwerfungen und damit auch Chancen. Wirkliche Deglobalisierung ist das allerdings kaum, hier sehe ich eher den Wunsch als Vater des Gedanken.

Gustav

20. Mai 2022 15:43

Offensichtlich liegt eine Chaotisierung Europas, insbesondere Deutschlands, im Interesse der USA, die aufgrund ihres unipolaren Anspruchs die ganze Welt chaotisieren. „America first!“ ist ja nicht erst zu einem Wahlkampfslogan von Donald Trump geworden. Vielmehr ist das ein Prinzip, das mit einer Langzeitstrategie fast schon seit Bestehen der Vereinigten Staaten von Amerika weltweit durchgesetzt wird.

Die USA wollen zu ihrem Vorteil Weltmacht Nr. 1 bleiben, und dafür gehen sie im wahrsten Sinne des Wortes über Leichen. Der ehemalige Direktor des einflussreichen US-Thinktanks Stratfor, George Friedmann, hat das auf den Punkt gebracht. In einem Vortrag, den er 2015 in Chicago gehalten hat, nannte er als die Hauptsorge der Vereinigten Staaten, dass sich deutsches Kapital und deutsche Technologie mit russischen Rohstoff-Ressourcen und russischer Arbeitskraft verbänden. Das wäre wirtschaftlich wie militärisch eine Konkurrenz, die die USA seit einem Jahrhundert zu verhindern suchten. Deswegen hätten sie eine Grenzlinie zwischen dem Baltikum und dem Schwarzen Meer gezogen und einen „Sicherheitsgürtel“, einen „Corodon Sanitaire“, um Russland herum aufgebaut. Das entlarvt das aggressive Vorgehen und die Absichten der USA auf dem eurasischen Kontinent. ff

Gustav

20. Mai 2022 15:46

Russland und China stellen sich dem Führungsanspruch der USA entgegen. Sie sind dabei, ein eigenes Banken- und Zahlungssystem aufzubauen, wodurch der Dollar als Weltleitwährung ersetzt werden könnte. Das erscheint mir wesentlich, denn damit würde den USA ein Unterdrückungs- und Direktions-Instrument genommen werden. Dazu kommt die Belt-and-Road-Initiative, auch Neue Seidenstraße genannt, womit neue Wege des Welthandels beschritten werden. Wirtschafts- und Finanzanalysen halten das für das größte Infrastruktur-Programm der neueren Geschichte. Dazu gehört die verkehrsmäßige und wirtschaftliche Erschließung bisher peripherer Regionen mit ihren Ressourcen von Wladiwostok über China und Sibirien bis an den Atlantik. Einbezogen sind auch Teile von Vorderasien und Afrika.

Gelingt dies, würde unabhängig von den Flugzeugträgern der USA auf dem Pazifik und Atlantik ein riesiger Binnenmarkt auf der größten zusammenhängenden Landfläche der Welt entstehen mit der Folge, dass die Vereinigten Staaten nur noch eine übermäßig hochgerüstete Regionalmacht auf ihrem Kontinent zwischen den Weltmeeren wären. Die USA versuchen dieses Projekt mit allen Mitteln zu hintertreiben, unter anderem durch die allein dem eignen Vorteil dienende Abspaltung der EU von Russland sowie durch Entziehung von Wirtschaftskraft.

Gustav

20. Mai 2022 15:49

Der „Deep State“ der USA melkt seinen geplanten Ukraine-Schachzug bis zum Umfallen, um einen strategischen Angriff auf Russland zu tarnen. Das „Geheimnis“ bestand darin, Moskau in einen innerslawischen Krieg in der Ukraine zu zwingen, um Nord Stream 2 zu unterbrechen   – und damit die deutsche Abhängigkeit von russischen Rohstoffen. Das beendet   – zumindest für die absehbare Zukunft   – die Aussicht auf eine bismarcksche deutsch-russische Verbindung, die letztlich dazu führen würde, dass die USA die Kontrolle über die eurasische Landmasse vom Ärmelkanal bis zum Pazifik an einen entstehenden China-Russland-Deutschland-Pakt verlieren würden.

Der amerikanische strategische Schachzug hat bisher Wunder gewirkt. Aber die Schlacht ist noch lange nicht vorbei. Die neokonservativen/neoliberalen Psycho-Silos innerhalb des Tiefen Staates betrachten Russland als eine so ernste Bedrohung für die „regelbasierte internationale Ordnung“, dass sie bereit sind, einen „begrenzten“ Atomkrieg zu riskieren, wenn nicht gar zu führen, um ihr Spiel zu spielen. Was auf dem Spiel steht, ist nichts weniger als der Verlust der Weltherrschaft durch die Angelsachsen.

Waldgaenger aus Schwaben

20. Mai 2022 15:54

@zeitschnur

In fernen Jugendtagen las ich Hesses Stepenwolf. Ein Satz daraus, der mir in Erinnerung geblieben ist.

Jemand äusserst sich ähnlich wie Sie. Antwort dazu (sinngemäß):

"Sollen wir dann ein Bier trinken und auf den nächsten Krieg warten?"

Der Steppenwolf wurde 1927, neun Jahre nach dem WKI zwölf Jahre vor WKII, geschrieben. Leben wir nicht immer in einer Zeit des Umbruchs? Sollen wir immer Bier trinken und auf den nächsten Krieg warten?

 

Gustav

20. Mai 2022 17:07

@ Martin Sellner

Sehen Sie es einmal so: Der „Great Reset“ ist die Aktion oder das Chaos, und die 4. industrielle Revolution ist das beabsichtigte Ergebnis oder die geplante „Ordnung“. Das heißt, es ist eine neue Ordnung, die aus dem konstruierten Chaos entsteht.

Ja, das klingt nach schlechter Science-Fiction, aber bedenken Sie, dass diese Leute die ungeteilte Aufmerksamkeit vieler unserer politischen Führer genießen und mit den Zentralbankern der Federal Reserve zusammenarbeiten. Ich sage es noch einmal: Die Befürworter des Großen Reset und der 4. Industriellen Revolution, die unsere Gesellschaft und unsere Lebensweise vollständig untergraben und umgestalten wollen, sind enge Partner unserer nationalen Führer und eben jener Banker, die einen solchen Reset durch einen absichtlichen Zusammenbruch erzwingen könnten.

Die Globalisten haben seit vielen Jahren versucht, ihre Agenda für die Neue Weltordnung neu zu verpacken und zu vermarkten – und der Reset war das, was sie sich ausgedacht haben. Der Begriff klingt nicht nur harmlos, sondern droht mit einem systemischen Umbruch und einer Auslöschung der Vergangenheit. ff

Gustav

20. Mai 2022 17:18

@ Martin Sellner

Was WOLLEN die Globalisten WIRKLICH? Mit Sicherheit keine Entglobalisierung, sondern nur ein neues Gesicht der Globalisierung.

Das ultimative Ziel der vollständigen Zentralisierung ist es, die Idee der freien Märkte auszulöschen und einer Handvoll Menschen zu erlauben, jeden Aspekt des Handels und der Wirtschaft bis ins Kleinste zu kontrollieren. Es geht nicht nur um Einfluss, sondern um ein Wirtschaftsimperium. Aber um eine globale Zentralbank zu erreichen, müssen sie zuerst einen Plan für eine Weltwährung umsetzen.

Da mehrere nationale Währungen im Niedergang begriffen sind und der Status des Dollars als Weltreservewährung zunehmend in Frage gestellt wird, habe ich keinen Zweifel daran, dass die Globalisten die Gelegenheit nutzen werden, um der Öffentlichkeit ihre digitale Währung als Lösung anzubieten.

Das Böse, das dem Globalismus innewohnt, wurde bei den jüngsten Lockdowns und dem gewaltsamen Vorstoß zur medizinischen Tyrannei deutlich.

Während das Chaos langsam zunimmt, bereiten die überstaatlichen Mächte bereits ihre nächsten Schritte ganz offen vor (siehe z.B. "Pandemie-Vertrag" der WHO).

zeitschnur

20. Mai 2022 17:35

@ Waldgänger

Ich schrieb nicht, dass man Bier trinken und auf den nächsten Krieg warten soll!

Und wo - zeigen Sie mir das - hat auch nur irgend einer mit Aktionismus einen Krieg verhindert?

Ich meinte weder eine fatalistische Haltung noch Resignation.

Man kann wachsam sein, aber es nutzt nichts, sich irgendwelche Szenarien so lange zu durchdenken, bis man sie für unausweichlich hält. Beispiel: Schwab und der great reset. Erschien pünktlich zwei Monate nach Proklamation der angeblichen C-Krise. Seither streiten sich viele drum, ob das geplant war oder das WEF sich nur auf vorhandene Krisen setzt. Der Geisteszustand vieler kann sich derzeit nur noch zwischen "VS-Theorie" und "Alles MUSS ungeplant sein" bewegen.

Ich denke, es ist immer noch am wirksamsten, wenn einer seinen eigenen Weg geht, denn dagegen kommt kein Plan an, auch kein bloßer Zufall. Wenn MEIN Handeln überraschend und ärgerlich ist und bleibt (iS Schillers): das ist mehr Sand im Getriebe als diese fast zwanghafte Chat-Rochaden-Mentalität.

RMH

20. Mai 2022 17:39

"Die deutsche Rechte muss ihren Antiamerkianismus endlich überwinden,"

Ein Patriot kennt kein anti - er kenn nur ein pro. Pro Patria et honore. Ehrensache, dass ein Patriot diesen Wahlspruch jedem Patrioten eines anderen Landes auch zubilligt. Und so einfach könnte die Welt dann am Ende sein.

kikl

20. Mai 2022 18:51

@Gustav

Ich finde, das haben Sie sehr gut zusammengefasst.

Vielleicht darf ich ergänzen, dass auch die mediale und kulturelle Macht der USA sich in militärisches Kapital ummünzt. Der Glaube an Russland als einzigem Aggressor in diesem Krieg - Russland ist definitiv Aggressor, keine Entschuldigung! - führt jetzt dazu, dass Schweden und Finnland vermutlich NATO-Mitglieder werden. Damit rückt die NATO noch näher an Russland. Ein großer Erfolg der Propaganda!

Putins militärischer Einmarsch ist zu einem Bumerang geworden. Er hatte gehofft in wenigen Wochen den Krieg für sich zu entscheiden. Die Westmächte hätten dann zähneknirschend seine Gebietsannexionen akzeptiert, wie bei der Krim. Das war sein Kalkül.

Aber das ist schief gegangen. Die Amerikaner haben nach dem von ihnen angezettelten Putsch im Jahre 2014 in Kiew versucht, die Ukraine zu einem zweiten Afghanistan für Russland zu machen. Seitdem tobt der (Bürger-)Krieg im Donbass. Die Ukraine ist sehr gut auf den Einmarsch Russland von den USA militärisch vorbereitet worden. Diese Strategie der USA scheint aufzugehen.

Weder auf russischer noch auf amerikanischer Seite, spielen moralische oder rechtliche Bedenken eine motivierende Rolle. Es geht allein um Macht. Moral und Recht sind nur Geschütze auf dem Feld der Kriegspropaganda, leider!

kikl

20. Mai 2022 19:21

Wer sich für die Banalität des Krieges aus russischer Perspektive interessiert, dem empfehle ich die Reportagen von Patrick Lancaster.

https://www.youtube.com/watch?v=XykxIFiDbiY

Wer sich für eine fundierte Analyse der militärischen Situation interessiert, dem empfehle ich die Ausführungen von Oberst Markus Reisner des österreichischen Bundesheeres:

https://www.youtube.com/watch?v=pzAl29Gl9MA

Der_Juergen

20. Mai 2022 21:11

Teil 1

Ich stimme nicht mit allem überein, was Sellner schreibt, finde den Artikel aber insgesamt sehr gut; besonders gefällt mir seine Kritik an den von rechten Kreisen seit Jahrzehnten propagierten Theorien von "bald bevorstehenden Kollaps des Systems" (Ich gebe zu, dass auch ich anfangs zu dieser Sicht der Dinge neigte, aber das war der Wunsch der Vater des Gedankens.)

@kiki

Woher wissen Sie, dass Putin anfangs nur auf die Angliederung von Teilen der Ostukraine an Russland abzielte? Bei allem Misstrauen gegen den Mann halte ich ihn für viel zu intelligent für eine solche Zielsetzung. Einen wenn auch massiv verkleinerten ukrainischen Staat als Anti-Russland bestehen zu lassen, ist für Moskau selbstmörderisch; dieser Staat wird von racheschnaubenden Revanchisten kontrolliert und von der Nato bis an die Zähne aufgerüstet werden; zudem wird er mit Sicherheit Atomwaffen herstellen. Nein, nachdem Russland A gesagt hat, muss es auch B sagen und die ganze Ukraine unter seine Kontrolle bringen.

 

 

Der_Juergen

20. Mai 2022 21:14

Teil 2

Russland wird einen Teil des heutigen ukrainischen Staates angliedern und im anderen Teil, also vor allem im Zentrum und im Westen, ein prorussisches Regime in den Sattel heben. Theoretisch möglich wäre die Abtretung des ukrainischen Westens; mit diesem Schritt haben kremlnahe Kreise früher geliebäugelt, "damit das Bandera-Unwesen dann das Problem der Polen ist", aber angesichts der irrsinnigen antirussischen Hysterie des grössewahnsinnigen Regimes in Warschau dürfte jede Verständigung mit diesem jetzt unmöglich sein. 

Wenn es nicht zum Atomkrieg kommt, ist der grosse Verlierer natürlich die EU einschliesslich der BRD; die Gewinner sind die USA, England und Russland.

kikl

20. Mai 2022 21:27

@Der_Juergen

"Woher wissen Sie, dass Putin anfangs nur auf die Angliederung von Teilen der Ostukraine an Russland abzielte?"

Ich habe natürlich keine Standleitung in Putins Gehirn. Laut Propaganda wollte er die Ukraine entnazifizieren und demilitarisieren. Deswegen gehe ich davon aus, dass er von einem raschen Sieg über die ganze Ukraine ausging. Ansonsten wäre das nicht möglich. Von diesem Ziel ist er mittlerweile abgerückt.

Am 21. Februar hat Russland die „Volksrepubliken“ Donetzk und Luhansk anerkannt und am 24. Februar ist er in der Ukraine einmarschiert. Deshalb gehe ich davon aus, dass er zumindest diese Gebiete in sein Reich eingliedern wollte wie die Krim.

Volksdeutscher

20. Mai 2022 22:58

- "In den vielen Jahren, die ich mich in rechten Kreisen bewege, habe ich eine Aversion gegen den rechten Krisenkult entwickelt."

Der Krisenkult ist nicht einmal das Schlimmste, über die man in rechten Kreisen stolpern kann. Es ist vielmehr das, was dieser Kult in den Menschen hervorruft, wenn sie ihn zu ernst nehmen, und falls es ganz schlimm kommt, auch noch verinnerlichen: Lethargie, Hoffnungslosigkeit, Depressivität oder Pessimismus können das Zustandekommen klaren Denkens außer Kraft setzen und so imaginative Fähigkeiten und intellektuelle Produktivität hemmen. Sich im Kreis bewegen kommt oftmals davon, daß man inzestuöserweise nur noch rechte Literatur liest.

Nordlicht

20. Mai 2022 23:10

Ja, das belebt die Diskussion.

Aber zur These: "Der Rückzug Amerikas führt ..." Es gibt mE keinen Rückzug der USA, es gibt je nach Regierung und je nach Lage taktiche Varianten, aber letztlich werden die USA überall intervenieren und auch eigene Truppen dorthin senden. (Drohnen und Bomben ohnehin.)

Durch die russische Militärintervention gibt es zwischen Finnland und Moldavien eine Reihe neuer Kandidaten für neue US-Stützpunkte. 

Die USA können mE nicht anders, als überall moralpädagogisch tätig zu sein und dabei Geld verdienen zu wollen. 

Ein Fremder aus Elea

21. Mai 2022 07:26

Zur weiteren Entwicklung wage ich Johannes sowieso nicht zu widersprechen (und würde aus dem Grund auch nicht in Wyoming fracken, wiewohl es die Schwefelgewinnung sehr erleichtern könnte), aber was die Verflechtung der Weltwirtschaft angeht:

Die Sowjetunion hat die Produktion von Gütern so in Schritte unterteilt, daß sie auf verschiedene Republiken verteilt wurde, um zu verhindern, daß sie via Schwarzarbeit auf dem Schwarzmarkt landeten. Fertigungsketten sind ein Kontrollwerkzeug, gleich geeignet, Entwicklungshilfe zu leisten und industrielle Kapazitäten zu begrenzen, und werden auch zu beiden Zwecken eingesetzt.

Deutschland ist ein fleißiges Land, dessen industrielle Kapazitäten weniger als jene anderer Länder beschnitten wurden. Und da Reichtum und Armut als Kondensat relativer Verhältnisse immer relativ sind, wird Deutschlands Wohlstand mit dem Rückbau der Fertigungskontrolle wachsen, jedenfalls kurzfristig.

Richtig ist indes, daß die Art und Weise, wie die Fertigungsketten zur Kontrolle eingesetzt wurden, aufgrund Chinas Strategie die militärische Ordnung gefährden, auf welcher sie beruhen (womit das Militär Grund hat, die Handelspolitik, welche es trägt, zu hassen). In dem Ringen beider wird die politische Freiheit aber als Störfaktor betrachtet, der ausgeschaltet werden muß.

MARCEL

21. Mai 2022 08:22

Thorsten Hinz hat letzte Woche in der JF das Wesentliche zur Übermacht der USA, zu ihrer Rolle im Ukraine-Krieg, zum Abschied Russlands als Großmacht sowie zu den sehr begrenzten, aber vorhandenen Möglichkeiten der europäisch-deutschen Politik, sich dem zu entziehen punktgenau zusammengefasst. 

Laurenz

21. Mai 2022 08:48

@MS (1)

Das ist bisher der am schlechtesten recherchierte Artikel, den ich je von Ihnen gelesen habe. Sie schreiben viel zu sehr über Ihre persönliche Wahrnehmung, die völlig belanglos ist, an den Fakten vorbei. Auch die Beurteilung der historischen Abläufe sind viel zu sehr von Ihnen Selbst eingenommen. Was sind schon 18 Jahre, ein Fliegenschiß' in unserer Geschichte, wie Gauland mal äußerte.

Was ist denn eine Krise? Krise ist seit dem Start der Bonner Republik für alle diejenigen, die keine Beamten, keine Selbständigen oder Freiberufler, vordergründig Anwälte & Ärzte, sind. Denn alle genannten Berufsgruppen haben sich seit Anbeginn auf Kosten von Arbeitgebern & Arbeitnehmern in Absprache mit der Politik in diesem Land nett schmarotzend eingerichtet.

Der Staat lebt seit den 70ern über seine Verhältnisse, Schillers anti-zyklische Wirtschaftspolitik verneinend, auf Kosten der Zukunft. Zurückzahlen können Sie diese Schulden nur durch Steuererhöhungen oder Inflation, also indirekte Steuern. Die Politik betreibt kollektiven, legalisierten Raub, eingeschlossen der profitierenden Berufsverbände, was man heute Lobby nennt. Bankräuber sind, im Vergleich, doch vollkommen harmlose Zeitgenossen.

Laurenz

21. Mai 2022 08:49

(2)

Sich an Preppern zu orientieren, entbehrt jeder Debatte. Kein seriöser Analyst setzt genaue Zeitpunkte. Da Finanz- & Produkt-Entscheidungen immer in die Zukunft gerichtet sind, (die meisten Bauern hatten die diesjährige Weizenernte schon vor dem Ukraine-Krieg per Future verkauft), kann jeder nur seine Erwartungen abwägen. Otte hatte mit seiner Vorhersage der Finanzkrise einfach Glück. Um Währungen mit Gold zu decken, reicht das verfügbare Gold nicht aus. Aber ohne Golddeckung muß einfach aufgrund des Zinseszinses eine Währung irgendwann in den Reset, was vor allem für jene unangenehm ist, die über Cash verfügen.
All die Jahre, die Sie, MS, beschreiben, konnte es die Politik vermeiden, daß das gedruckte Luftgeld in den Konsumenten-Kreislauf gerät, was dafür sorgte, daß die geschönte Inflation einigermaßen überschaubar blieb. Die Deutschen waren einfach zu blöd, die Abwertung von etwa 45% in den Euro an der Wahlurne zu akzeptieren, was in der Abstraktion begründet ist. Sie, MS, verstehen das ja auch nicht. Die wenigsten tun das.
Wie lange sich ein Staat also durch Gelddrucken & Schulden machen Zeit kaufen kann, weiß niemand so genau. Das Euro-System kann nächstes Jahr oder in 20 Jahren zusammenbrechen. Und natürlich werden schwache Währungen angegriffen. Im Spiegel gab es mal einen Artikel, ich denke so 2002, in dem der damals ehemalige thailändische Notenbank-Präsident den Angriff westlicher Banken auf den Thai-Baht während der asiatischen Finanzkrise 1997 schilderte.

Laurenz

21. Mai 2022 08:50

Thailand wurde damals quasi komplett innerhalb von kaum mehr als 2 Wochen ausgeraubt. Das ist Krieg auf einer anderen Ebene. Und nur, MS, weil Sie das nicht mitbekommen haben, durchlebten die Asiaten trotzdem & tatsächlich, auch selbst verschuldet, eine schwere Krise.
Für Sie, MS, ist nur Krise, wenn es Sie Selbst betrifft. Das ist ziemlich naiv & deutsch. Wenn @Franz Bettinger über Covid & den Great Reset schreibt, frage ich gerne zurück, was denn da noch kommen soll? Was kann schlimmer sein (?), als einen Zwangs-Stempel aus Stoff ins Gesicht geklatscht zu bekommen auf dem steht: BLÖD.  https://www.achgut.com/artikel/die_klammheimliche_ermaechtigung_der_who
https://www.achgut.com/artikel/hoechster_anstieg_der_erzeugerpreise_seit_1949

Auch, was die auf der SiN stupide wiederholte Demographie-Krise angeht, so muß man doch festhalten, daß es auch in den USA nach über 200 Jahren immer noch Weiße gibt. Sie Selbst haben doch ein weiße Amerikanerin geehelicht. Da sieht jemand den Wald vor lauter Bäumen nicht. Daß wir Multi-Krimi nicht gut finden, steht auf einem ganz anderen Blatt. 

Der Zenit des Wohlstands ist erreicht und wohl schon überschritten.

Fragt sich immer nur, für wen? Für alle? Ganz sicher nicht.

ein Dampfer von Manila bis Kopenhagen, fast ohne Geleitschutz und Wachpersonal

Falsch. Siehe hier https://www.spiegel.de/panorama/justiz/strasse-von-malakka-volle-breitseite-gegen-piraten-a-592349.html

Laurenz

21. Mai 2022 08:51

(4)

Schiefer & Fracking

Der Break-even von Fracking-Öl liegt aktuell ca. bei 50 US$ pro Barrel, wird aber wegen der Inflation steigen. Da hat man aber noch keinen Cent verdient. Aber ca. 90 US$ fangen die Öl-Firmen an zu investieren, bei unter 70 US$ läßt man es lieber. Könnten wir übrigens genauso, wie die Nazis, machen. Wir haben noch für über 1k Jahre Kohle im Boden & hydrieren die einfach zu Sprit. Ist teuer, macht aber souverän.

„sicherten“ nämlich die apolitische Friedensordnung Europas.

Bis 1990 hatte alleine Westdeutschland an die 5k Kampfpanzer, heute Gesamtdeutschland etwa 400. Unter Jelzin war Rußland, ähnlich Varus in Germanien, von den Amis bereits kolonialisiert, wie wir. Von daher war es Putin, der den Amis einen Strich durch die Rechnung machte. Seit Putins Machtergreifung & Chinas Aufstieg (Deng) läuft der Konflikt multi-polare - gegen unipolare Weltordnung, auch wenn Sie das vor dem Ukraine-Krieg aufgrund falscher politischer Fokussierung nicht mitbekommen haben.
 

Laurenz

21. Mai 2022 08:51

(5)

welche die Sicherungsrolle der USA übernehmen könnten, werden sich das teuer bezahlen lassen

Mit Verlaub, absoluter Quatsch. Niemand nimmt mehr Geld als die USA dafür. Die militärische Präsenz der US-Amerikaner dient vordergründig der Durchsetzung des Petro-$s. Saddam wurde deswegen mehr oder weniger gehängt & Gaddafi gepfählt. Die Besatzungskosten belaufen sich in Deutschland in 10 Jahren auf etwa 1 Milliarde Euro. Das ist vernachlässigbar. Viel teurer ist die Konvertierung in US$ für jedes internationale Handelsgeschäft.

Führt der Trend in diese Richtung, entsteht ein Wettlauf um Ressourcen und Energiequellen sowie ein massiver, weltweiter Aufrüstungsschub. Dies wirkt verstärkend auf die Verringerung des globalen Handels.

Auch Unfug. Sie denken zu sozialistisch. Das Geld für Aufrüstung muß erwirtschaftet werden. Das funktioniert nicht, wenn sie, wie in der DDR, die besten Leute in die Armee & in die Staatsicherheit stecken.

Je mehr ich in die Materie eintauche, umso überzeugter bin ich, daß die alte Ordnung an ihr Ende kommen wird und die Ära der De-Globalisierung ansteht.

Ja, kann sein, kann aber auch nicht sein. Diese Frage wird schon seit 2 Jahrzehnten debattiert. Lesen Sie Brzeziński.
https://www.dailymail.co.uk/news/article-10740365/Treasury-Secretary-Janet-Yellen-says-European-ban-Russian-oil-LITTLE-deter-Putin.html

Laurenz

21. Mai 2022 08:53

(6)

die Weltpolizei für den Anstieg des globalen Welthandels ausschlaggebend war & ff.

Aktuell nicht. Der Westen ist doch bereit, auf Wohlstand zu verzichten & viele Milliarden in das bodenlose Faß Ukraine zu pumpen, um den Krieg am Laufen zu halten. Der Westen kämpft also um die unipolare Weltordnung. Die Frage ist, wann der Westen China angreift. https://www.stern.de/politik/ausland/wie-russland-und-china-den-westen-in-eine-zwei-fronten-konfrontation-zwingen-31638170.html
Der Artikel wurde noch vor dem Einmarsch in die Ukraine veröffentlicht.

das ein Ende der Pax Americana ein Segen für Europa und seine Völker wäre.

Ja, in meinen Augen absolut richtig. Aber warum schreiben Sie keinen Artikel dazu? Wir haben noch nie so viel Kuhhirten-Stiefel geleckt, wie jetzt. Sie sehen, europäische Regierungen sehen das ganz anders.
 

RMH

21. Mai 2022 09:14

"Die USA können mE nicht anders,"

1.

Nun ja, erinnern wir uns einmal zurück an die Zeiten der Trump Administration. Da gab es Geheule bei den jeweiligen betroffenen Ländern (insbesondere Deutschland), wenn mal die Schließung eines Standortes oder eine Truppenverlegung beschlossen wurde. Trumps Andeutung, wieder ein Stück weit zurück zur Monroe-Doktrin zu gehen, wurde gerade in Europa, besser EU, nicht begrüßt. Man wollte geradezu die USA als Weltpolizist - aktuell ja eigentlich auch wieder.

"Die USA" verallgemeinernd zu schreiben ist mithin mindestens genauso bullshit wie verallgemeinert von "Russland" oder "China" zu reden, wobei letzteres aus Sicht eines Außenstehenden das wohl stabilste Regime hat (China hat @Der_Juergen in seiner "Gewinner"-Prognose vergessen. Aber nicht nur China versucht Vorteile aus dem Ukraine Konflikt zu ziehen, eigentlich doch fast jedes größere Land von Brasilien über Indien bis Türkei).

RMH

21. Mai 2022 09:16

2.

Ich sehe nicht das Ende der USA als globale Macht, wie überhaupt die "neue Ordnung" eher zeigt, dass es multipolare Entwicklungen im Bereich des Entstehens von verschiedenen Machtzentren auf der Erde gibt, die dann aber doch enger auf wirtschaftlichen und technologischen Gebieten einschließlich gemeinsamer Ressourcen verbunden sind, als es oberflächlich betrachtet erscheint. Eines ist sicher, die autonome Supermacht, die komplett autark atomwaffenfreie Kriege gegen den Rest der Welt führen kann, die gibt es nicht - und damit sei an Geschwätz in diesem Forum erinnert, wonach Russland in 2 Wochen in Lissabon sein würde, wenn es nur wollte. Auch die Kapazitäten der USA werden überbewertet - auch das zeigt der Ukraine Konflikt. China wird all das laufend in seine eigenen Kalkulationen und Planungen einstellen.

Mitleser2

21. Mai 2022 09:25

@Elea: "... wird Deutschlands Wohlstand mit dem Rückbau der Fertigungskontrolle wachsen, jedenfalls kurzfristig."

Diese Schlussfolgerung sollten Sie mal weiter ausführen. Insbesondere, wie das für ein extrem rohstoffarmes Land funktionieren soll.

Gustav

21. Mai 2022 10:46

@ kiki

Der in Syrien zu Ruhm gekommene General Aleksander Dwornikow hat ein klares Mandat: die Eroberung des gesamten Donbass, die vollständige Befreiung der Krim und die Vorbereitung des Vormarschs auf Odessa und Transnistrien, während die Ukraine auf den Status eines gescheiterten Staates ohne Zugang zum Meer reduziert wird.

Die Schmerzgrenze wird von nun an unaufhörlich nach oben verschoben. Die Realität   – wie die Fakten vor Ort   – wird bald selbst für die NATO-weite Lügen-Presse offensichtlich werden.

Der woke Vorsitzende der Generalstabschefs, General Mark Milley, erwartet, dass die Operation Z Jahre dauern wird. Das ist Blödsinn. Die russischen Streitkräfte können es sich leisten, ganz methodisch vorzugehen und sich alle Zeit zu nehmen, die für eine ordnungsgemäße Entmilitarisierung der Ukraine erforderlich ist. Der kollektive Westen seinerseits steht unter Zeitdruck, denn die Rückwirkungen auf die Realwirtschaft sind bereits im Gange und werden mit Sicherheit heftig werden.

Verteidigungsminister Schoigu hat es ganz klar gesagt: Alle NATO-Fahrzeuge, die Waffen nach Kiew bringen, werden als „legitime militärische Ziele“ zerstört.

Und das Ganze dient dem Great Reset und der vierten industriellen Revolution, deren wichtigste und aktive Teilhaber Rußland und China sind.

Gleiches gilt für die Vorbereitungen der digitalen Währung.

Kurativ

21. Mai 2022 11:51

Ausgehend von der Frage "Was kann ich tun?" würde ich bei mir selber, meiner Lebensweise und meinem Umfeld anfangen. Hier ist es am einfachsten und hier kann ich am meisten verändern. Diesbezüglich muss ich Martin Sellner und Götz Kubitschek großen Respekt zollen. Sie handeln auf ihre Weise konsequent und aufrichtig. Das kann bei jedem Menschen anders aussehen. Jeder eben auf seine Weise, so viel er kann und so viel er gerade möchte.

Der Blick auf das Globale ist auch wichtig, weil das Globale auf mich zurückwirkt. Große Renditen scheinen nur im Globalen möglich zu sein. Deshalb haben die Finanzer an der WS das deutsche Modell der Genossenschaft als unbrauchbar für ihre Zwecke bewertet. Lokal einkaufen und Mitbestimmung scheinen also gangbare Wege zu sein.

Ob wir vor einer De-Globalisierung weiß ich nicht. In Russland sieht es so aus. Eine De-Globalisierung würde zu weniger Effizienz, aber zu mehr Freiheit und Nicht-Parasitärer-Selbstbestimmung der Nationen führen.

Simplicius Teutsch

21. Mai 2022 11:58

@ Der_Juergen:
„nachdem Russland A gesagt hat, muss es auch B sagen und die ganze Ukraine unter seine Kontrolle bringen.“

Das sehe ich mittlerweile auch so.

MARCEL

21. Mai 2022 12:15

Kurze Randnotiz:

Der "bissige" russische Autor Edvard W. Limonov (1943-2020) sagte einmal über das Leben im Westen (das er kannte, ebenso wie das in der späten UDSSR):

"Das Leben in den westlichen Gesellschaften gleicht dem Leben in einem Hospiz."

Das trifft es und das ist es, gegen das die vitalen Reste hier noch aufbegehren.

Kurativ

21. Mai 2022 12:17

Die Geographie spielt schon eine Rolle. GB, die USA (bei Grenzschutz und Küstenwache) und Australien könnten sich auf ihre Inseln zurückziehen und zunächst einmal stressfreier Leben. Gegenüber den spanischen und portugiesischen Ländern haben die angelsächsisch-protestantischen Länder den Vorteil, dass sie nicht ruhten und ihre technischen Fähigkeiten ausgebaut haben. Sie haben das Mantra "Macht euch die Erde Untertan" strikter verfolgt. So konnten sie den hispanischen Reichen, welche auch klimatisch ungünstiger lagen, auf dem Pelz rücken und sie verdrängen. Es gibt also auch eine offensive Komponente des Inseldaseins.

Eine Bedrohung für diese Inselreiche scheint es vorerst nicht zu geben. Vielleicht durch die Biotechnologie (neue Viren). Oder einen Schritt zurück durch die Verbreitung von kleinen Nuklearwaffen (tragbar). Beide Technologien können aber auch rückwärts auf den Emittent wirken.

Kurativ

21. Mai 2022 12:41

Bei der Frage nach dem "Big Crash" lohnt es sich vielleicht, auf bisherige kleinere oder ganz große Krisen zurückzuschauen.

1. Beim Finanzcrash 2011 haben die USA ihre Macht genutzt, um Geld aus Europa abzuziehen und ihre Macht zu vergrößern, obwohl die USA selber auch Schaden gelitten hat.

2. Beim Finanzcrash von 1929 im Zusammenspiel mit den Versailer Vertrag und der Machtübernahme der ihnen näher stehenden Nationalsozialisten, haben die USA ihre Macht genutzt um in Europa physisch Fuß zu fassen und ihr System hier zu verbreiten.

Das heißt, dass bereits erreichte wirtschaftliche und politische Macht "re-investiert" wurde. Das kann auch jetzt Deutschland und der EU/NATO bevorstehen, in dem die USA/GB in der Krise durch Aufkauf von Unternehmen, dominante Platzierung ihrer Dienstleistungen und Produkte, und Nutzung politische abhängiger Kräfte (z.B. Grüne, SPD, Union, FDP) ihre Machtbasis auf den ihnen fremden Kontinent weiter ausbauen. Dazu sind fremde Helfer in den Satellitenstaaten notwendig.

starhemberg

21. Mai 2022 12:53

Ich verstehe diese Lagebeurteilung leider nicht. Wir werden uns alle noch in Sehnsucht verzehren, nach derart "erstickenden, langweiligen und leeren Epochen". Europa und insbesondere die EU würden Jahrzehnte brauchen, um die militärischen Möglichkeiten der USA auch nur in geringstem Ausmaße zu substituieren. Und der große Austausch tut das übrige. Außerdem in dieser Beurteilung kaum ein Wort zu China - welches selbstverständlich sofort die Sicherung der Warenströme von den USA übernehmen würde - dazu steht es längst Gewehr bei Fuß. Meiner Meinung nach ist die Lage sehr einfach - Europa bleibt fürderhin Sklave und wird einen neuen Herren bekommen. Welcher das ist, spielt keine allzu große Rolle. Die rechte Politik wird nie mehr als maximal 30% der Wähler erreichen, und das wird immer zu wenig sein. Nur Volksaufstände und Revolutionen in Folge von Hungersnöten würden zu tatsächlichen maßgeblichen Veränderungen führen, was aber auch nicht gerade erquickend ist. Mein Fazit lautet daher - auch wenn sich alles verändert, wird im Kern alles gleich bleiben.  

 

kikl

21. Mai 2022 13:10

@gustav

Tut mir leid, aber darin kann ich Dir nicht mehr folgen. 

"alle Zeit ... für Entmilitarisierung der Ukraine", was nicht gelingen wird, so lange der Westen die Waffen liefert.

"Alle NATO-Fahrzeuge, die Waffen nach Kiew bringen, werden als „legitime militärische Ziele“ zerstört."

Was offenbar nicht gelingt, denn die Ukraine kämpft sehr erfolgreich seit Monaten mit westlichen Waffen.

"Der kollektive Westen seinerseits steht unter Zeitdruck, denn die Rückwirkungen auf die Realwirtschaft sind bereits im Gange und werden mit Sicherheit heftig werden."

Was auf Russland ganz genauso zutrifft. Krieg ist ferner ein sehr teures und schmerzhaftes Unterfangen, unter dem der Westen selbst nicht leidet. Der Westen lässt einen "Proxy", die Ukraine, für sich kämpfen.

Nein, in einem langwierigen Abnutzungskrieg ist der Westen klar im Vorteil, weil er weit größere wirtschaftliche Produktionskapazitäten hat und den weltweiten Zugriff auf Rohstoffe - außer Russland. Da hat Russland nicht den Hauch einer Chance.

RMH

21. Mai 2022 13:25

"- wie die Fakten vor Ort -"

@Gustav, da scheinen Sie ja über ganz besonders valide und intime Kenntnisse & Quellen zu verfügen. Bitte mal ein bisschen mehr Bescheidenheit oder eine Offenlegung. Ach ja, die "Russenpresse" ist doch offenkundig mindestens genauso verlogen, wie die "Nato-Lügenpresse" - das beginnt schon damit, dass ganz offiziell um das Wort Krieg herumgeeiert wird.

Die Schmerzgrenze wird von nun an unaufhörlich nach oben verschoben.

Ja, für beide Seiten - je länger der Krieg dauert, um so modernere und effektivere Waffen werden dann auch an die Ukraine geliefert, siehe aktuelle Meldungen über entsprechende Schiffsabwehrraketen mit hoher Reichweite. Das ganze ist zum Krieg geworden, der sich hoch schaukelt - Ergebnis völlig offen. Weder ist ein "Sieg" Russlands in dem von Ihnen beschriebenen Umfang ausgeschlossen, noch ist er garantiert. Schauen wir also weiter in unseren Kaffeesatz ...

"Und das Ganze dient dem Great Reset und der vierten industriellen Revolution, deren wichtigste und aktive Teilhaber Rußland und China sind."

Und die USA und die EU sind nicht Teilhaber daran? Die Tiefentektonik sollte man schon nicht übersehen, wenn man Schlagworte wie "Great Reset" (ein englischer Begriff!) benutzt.

@Fremder aus Elea (21. Mai 2022 07:26) hat einen interessanten Beitrag gebracht.

zeitschnur

21. Mai 2022 14:31

Mal eine Zwischenfrage: Woher wissen wir eigentlich, ob das alles so stimmt, was man uns von der "Front" berichtet?

Wir fachsimpeln zunehmend über die Fiktionen, die uns vermittelt werden. Das C-Spiel wurde beendet, auch wenn man noch ein bisschen Nachgeburt spielt, damit es nicht so auffällt. Und punktgenau übernahm Putin, indem er "zurückschoss" und nun der nächste Dämon ist. Er hieß früher mal Hitler, dann Atom, dann Klima, Saddam, Waldstreben, Ozonloch, Pol Pot, Nordkorea, dann Trump, Assad, zwischendurch Gaddafi, Corona und nun Putin und morgen Affenpocken und parallel dazu immer "die Rechten" oder die "Liberalen" oder die "Eigenverantwortlichen". Heißa.

Was wissen wir? Über China? Ist das wirklich ein eigenständiger Block? Ich glaubs ja nicht .... War China nicht immer Spielfeld, Labor, okkupiertes Terrain?

Was immer man uns an den flimmernden Feuern der Bildschirme mirakelt: Es sieht so aus, als würde ein bestimmtes Ding durchgezogen, zB erst mal Chaos, wo es geht, die Turbo-Digitalisierung, das Social Credit- System, das woher noch mal genau kommt? Und das um jeden Preis. Dass wir einen Niedergang erleben, ist keine VS-Theorie, und überstehen werden es nicht die, die daraus von rechts ihren großen Moment herausfiltern wollen. Wir müssen wohl komplett umdenken, um dem zu begegnen, was kommt. Und nicht mehr zurücksehen auf die brennende Stadt.

Andreas Walter

21. Mai 2022 14:47

Seltsame Meldung der “Prawda“ VSA:

https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/neue-haltung-zur-ukraine-new-york-times-klingt-ploetzlich-wie-sahra-wagenknecht-li.229127

Absetzbewegung, läuft etwas schief oder ist es womöglich nur ein Täuschungsmanöver?

Imagine

21. Mai 2022 15:42

1/2

@MS:
„Ich glaube nach wie vor nicht an einen inhärenten Webfehler des Geldsystems, der „notwendig“ zum totalen Kollaps führte.“

Das ist keine Glaubensfrage; sondern eine Frage des wissenschaftlichen Verständnisse der Funktionsweise des sozioökonomischen Systems.

Nur ist die universitäre Ökonomie zu einer Pseudo-Wissenschaft im Dienste der herrschenden Klasse geworden. Vor 50 Jahren gab es noch exzellente Ökonomen, wo man wirklich Makroökonomie studieren konnte.

Selbstverständlich können die marktwirtschaftlich funktionierenden Wirtschaftskreisläufe kollabieren. Nach dem Zusammenbruch des Bretten-Woods-Systems gab es derartige Befürchtungen und dann bei der Lehman-Krise 2008. Aber eher auf Seiten der wirtschaftlichen Laien. Weil die Wissenschaftler wussten, welche Methoden des Systemstabilisierung und des -erhalts entwickelt worden waren und möglich sein.

Seit dem WK II gab es in der BRD eine Parallelstruktur für Fall eines ökonomischen Zusammenbruchs und die Umstellung auf Staatswirtschaft. Pläne einschließlich gedruckter Lebensmittelmarkten lagen in den Panzerschränken der entsprechenden Behörden.

Die Notstandsgesetze von 1968 erlauben den legalen Übergang in eine Diktatur.

Seit den 90-er Jahren gibt es eine offizielle Aufforderung der Regierung zur Notbevorratung.

Imagine

21. Mai 2022 15:43

2/2

Wissenschaftlich interessant ist vor allem die Frage, wie es gelungen ist, den wirtschaftlichen Kollaps zu verhindern, genauer: immer wieder aufzuschieben.

Inzwischen bestehen seit der neoliberalen Revolution Verfassung, Demokratie und Rechtsstaat nur noch als Fassaden. Die Corona-Maßnahmen haben dies sehr deutlich vor Augen geführt.

Mit dem wirtschaftlichen Wohlstand geht es seit 50 Jahren abwärts: Damals reicht ein Erwerbseinkommen für die Normalfamilie, Seitdem wurde die Arbeitsbelastung ständig erhöht und die Lebensarbeitszeit verlängert. Etc.

Das alte System mit Demokratie, Rechtsstaatlichkeit, sozialer Marktwirtschaft und allgemeinem Wohlstand ist lange hinüber.

Viele Jahrzehnte waren die nationalen Rechten ein wesentlicher Stützpfeiler des Systems, heute werden sie zu Verfassungsfeinden und politisch Verfolgten gemacht und begreifen nicht, warum dies so ist. Weil sie die sozioökonomischen Zusammenhänge nicht verstehen, schwafeln sie von der Herrschaft der Linken. So als ob, CDU/CSU und FPD zu linken Parteien mutiert wären.

Dire meisten verstehen nicht, dass Massenimmigration, Corona-Fakedemie und Kriegseskalation Maßnahmen der herrschenden Klasse des Systemerhalts und des Zeitgewinns sind.

RMH

21. Mai 2022 16:51

"Vor 50 Jahren gab es noch exzellente Ökonomen," .... "Wissenschaftlich interessant ist vor allem die Frage, wie es gelungen ist, den wirtschaftlichen Kollaps zu verhindern, genauer: immer wieder aufzuschieben."

@Imagine,

wenn man meint, nur vor mindestens 50 Jahren hätte man exzellente Ökonomen an einer Universität hören können, dann verpasst man natürlich Theorien und Erklärmuster wie die Modern Monetary Theory. In dem die Geldwirtschaft beherrscht wird, man Geld beliebig drucken kann und in einer Gesellschaft lebt, bei der dies nicht zwingend zu einer ad hoc Inflation führen muss, da man eben seine Bilanzen beliebig "verlängert" und auch keiner der "Habenden" ernsthaft das Interesse oder auch nur das Bedürfnis hat, seine stillen Reserven zu liquidieren, kann man schon ein paar schöne Jahre das System in Schwung halten. Aktuell könnte das Kartenhaus schon Schaden nehmen, indiziert durch die Verschiebungen auf dem Rohstoffmarkt durch den Ukraine-Konflikt sowie auf die andauernde Störung der Waren- und Lieferketten durch die Corona-Maßnahmen Chinas. Letzteres hat es mittlerweile sogar bis in die MSM geschafft. Dort wird sogar offen spekuliert, ob diese Lock-Downs Teil einer Strategie Chinas sei, die Lieferketten zu manipulieren.

Gustav

21. Mai 2022 17:21

@ zeitschnur

Sie haben vollkommen recht.

@ kiki

Warten wir doch die nächsten drei Monate ab....

@ RMH

"Und die USA und die EU sind nicht Teilhaber daran?"

Doch, natürlich. Die USA und Europa müßen jedoch erst durch das Chaos. Man arbeitet daran...

Quattri

21. Mai 2022 18:52

There's NO "Deglobalisierung" only Globalisierung because total world dominance is the ruling authorities stated goal. And who, or rather what, are these people?

ACTIVE resistance against the criminal establishments around the world will greatly increase the sooner someone TRULY understands that the ruling cabal and their minions (in governments, big corporations, etc), anywhere around the globe, are PSYCHOPATHS -- the evidence is OVERWHELMING and TOTALLY IRREFUTABLE (see Forbidden Epic Truths On The Covid-19 Coronavirus Pandemic).

By "TRULY understands" I mean that Hollywood flicks and the corrupt entertainment industry at large have presented a deliberately erroneous picture of psychopaths which keeps the public misinformed about what and who psychopaths really are (eg most psychopaths are not overtly violent) but they are ALWAYS exploiters, deceivers, liars, manipulators, and destroyers (the Highly Destructive Fake Covid "Pandemic" is ONE fitting example out of countless others) and therefore they are NOT people to ever respect, listen to, admire, vote for, follow and obey BUT to ACTIVELY fight and jail for life (see cited source above).

“"We’re all in this together" is a tribal maxim. Even there, it’s a con, because the tribal leaders use it to enforce loyalty and submission. ... The unity of compliance.”  --- Jon Rappoport, Investigative Journalist

Gracchus

21. Mai 2022 19:43

Interessante These von Sellner, aber fällt er nicht trotz Selbstkritik in den alten Fehler zurück, in jeder Lageveränderung eine Chance für die Rechte zu sehen? Und das, was kommt, würde ich auch nicht als Deglobalisierung bezeichnen, sondern als deren Steigerung. Und es wird dabei um Ressourcenkämpfe gehen, wobei wir, kleiner Mann und kleine Frau, zu den Ressourcen gehören. Keine allzu gewagte These, weil es darum immer geht. 

Im Übrigen kann ich der Position @zeitschnur etwas abgewinnen. Die Zukunft hat die vornehme Eigenschaft unbekannt zu sein, was ungemein zu Projektionen einlädt; und allmählich gewinne ich den Eindruck, dass die ganzen Analysen entweder irgendeiner Propaganda dienen oder dazu, die eigene Angst vor der eben unbekannten Zukunft zu beruhigen, stattdessen könnte man sich auch fragen, woher die Angst? Vielleicht ist es der kontrollsüchtige Intellekt, der diese Angst erzeugt. 

 

Gracchus

21. Mai 2022 19:55

@Waldgänger

Antiamerikanisch ist es nicht, wenn man auf die eigenen Interessen schaut, die eben nicht deckungsgleich mit denjenigen der USA sind. Gut, die Deutschen sind nicht der Position, viel zu wollen, aber ich hasse es, wenn man sich das schönredet und auch noch bejubelt, ich halte das für unwürdig, und es löst eine erhebliche kognitive Dissonanz aus, wenn dann die Parole "Frieren für die Freiheit" ausgegeben wird, während man selbst in einem quasi-besetzten Land lebt und - wie RMH anmerkt - ganz froh darüber ist. 

identitaer

21. Mai 2022 21:46

Also ich bin gespannt wie dieses Konzept der Deglobalisierung sich wohl dann weiter entfalten wird. Ich selbst bin als 2000er sehr antiamerikanisch politisiert aufgewachsen, weshalb für mich Trump in der Hinsicht immer noch als Vorreiter eines neuen Prinzips der Weltmacht der Pax Americana gilt. Ich bin gespannt wie sich das ganze auch in Hinsicht auf die Konkurrenten direkter Art wie China und Russland auswirkt. Ich hoffe nur das das dann mit dem Linksdrill in der Gesellschaft ein Ende hat je mehr die Globalisten auch in unserem Land erkennen, das sie ihren Platz nicht halten werden können und ob endlich die Kulturevolution von rechts (in Europa, vor allem natürlich in Deutschland aber vielleicht auch in der USA) in deren Mitte wir stehen endlich Früchte tragen kann. 

Laurenz

21. Mai 2022 22:01

(1)

Also, ich weiß nicht, was hier so abgeht. Sobald es hier um ein geopolitisches Thema geht, wird das Forum stümperhaft. Hiervon möchte ich

@Imagine & RMH, vielleicht noch @Der_Jürgen

ausnehmen.

Hier wird zu viel spekuliert, dazu noch verschwörungspraktisch argumentiert. Was den Krieg betrifft, so gibt es kaum verläßliche Quellen. Gemäß Trump können die USA zwar Staaten zerstören, aber keinen Krieg gewinnen. Warum sollten die Russen da besser oder schlechter sein?

Fakt ist, in Syrien waren die Russen mit einem 10tel der NATO-Mittel sehr erfolgreich. Russische Wagner-Söldner arbeiten in Afrika wohl billiger & effizienter als die Kräfte des Westens, deswegen haben einige Staaten der Sahelzone bereits den Beschützer gewechselt.

@Kurativ

recherchiert 0, Sein Gedächtnis spielt Streiche & es werden obskure Thesen aufgestellt, die der Wirklichkeit diametral gegenüber stehen. Rußland de-globalisiert, wo es doch jedem Rohstoffe liefert. Lesen Sie vielleicht auch mal das, was Sie an Unfug schreiben?

Laurenz

21. Mai 2022 22:02

(2)

@Zeitschnur

Hitler, Atom, Klima, Saddam, Waldstreben, Ozonloch, Pol Pot, Nordkorea, Trump, Assad, Gaddafi, Corona & Putin

Schreibt uns eine Anhängerin der ewigen Verdammnis, welche den Teufel als existent erachtet. Was kann & darf Satire auf der SiN?

Das ließe sich so weiter & so fort führen. Reißen Sie Sich doch alle mal am Riemen. Mein Vater, Gott oder wer auch immer, hab' Ihn selig, hätte gesagt, wie die Kuh beim Heiraten.

Der Artikel ist schon zu emotional gehalten, da kann das Forum sich doch mal auf Recherche und das reduzieren, was wirklich für uns an realen Fakten festzustellen ist?

Kein Wunder, daß die Redaktion lieber Bücher bespricht, bei solch peinlichen politischen Debatten.

Simplicius Teutsch

21. Mai 2022 23:51

@ zeitschnur: „Woher wissen wir eigentlich, ob das alles so stimmt, was man uns von der "Front" berichtet?“

Ja, was wissen wir schon? - Der entschlossene, militärisch und propagandistisch gut organisierte Widerstand der tapferen Ukrainer (mit amerikanischen Waffen?) war außerhalb meiner Vorstellung.

Aber trotzdem: Putin hat bereits in seiner Ansprache zu Beginn des großangelegten russischen Einmarsches in der Ukraine die „Entmilitarisierung und Entnazifizierung der Ukraine“ als umfassendes Ziel der „militärischen Spezialoperation“ verkündet.

Ich prognostiziere: Es wird am Ende die ganze Ukraine sein. Weil der dumme Westen mit seiner eskalierenden Kriegstreiberei sich jede diplomatische Einflussmöglichkeit verbaut: Mit Putin kann man nicht verhandeln! Mit Putin darf man nicht verhandeln!

Ganz vorne mit dabei die Deutschen (pars pro toto der linksgrüne Hanswurst Anton Hofreiter) im Konfrontationsrausch gegen Russland, gemäß dem offenbar neupazifistischen Motto: Frieden schaffen mit Panzerwaffen!

Oder die in den MSM hochgejubelte Baerbock (Außenministerin!) im moralisch aufgeblähten Siegerduktus: „Es geht darum, Russland zu ruinieren! Wir treffen das System Putin dort, wo es getroffen werden muss: eben nicht nur wirtschaftlich und finanziell, sondern in seinem Machtkern“.

Ordoliberal

21. Mai 2022 23:55

Alle „Ökonomen“ die mir vorrechneten, das Fiatgeldsystem müsse aufgrund innerer Widersprüche zusammenbrechen, konnte ich nur belächeln. Meine Auffassung der Welt war nie ökonomistisch, sondern politisch. Wenn diejenigen, deren (...) Geld (...) die Demokratien kontrolliert, keinen Kollaps wollen, würde er auch nicht eintreten.

Womit Herr Sellner einmal mehr beweist, dass Hayek Recht hat: "Würden Sozialisten etwas von Wirtschaft verstehen, wären sie keine."

Das ist die Crux der rechten Linken, wie sie Herr Sellner idealtypisch repräsentiert: Sie haben keine Lust, über Wirtschaft nachzudenken. Sie denken lieber "politisch", denn sie glauben, dass Bürokraten (oder Oligarchen) die Wirtschaft kontrollieren können. So wie die Klimahüpfer glauben, dass Politiker die Welttemperatur in fünfzig Jahren kontrollieren können. So wie die Schamanen glauben, dass ihre Rituale Sonne und Regen kontrollieren können.

Ich kann es ja verstehen. Natürlich ist es angenehmer, Heidegger zu lesen als von Mises. In Heideggers Gedankenlyrik kann sich jeder hineinlesen, was ihm gefällt. Von Mises' präzise und abstrakte Begriffsbildungen hingegen erfordern eine Art von Denkdisziplin, die einer bestimmten Sorte von Intellektuellen zuwider ist. Das sind genau diejenigen, die uns immer wieder den Sozialismus bescheren, sei es in seiner christlichen, marxistischen, grünen, woken oder braunen Variante.

zeitschnur

21. Mai 2022 23:55

@ Quattri

Dachte ich spontan auch. Das "multipolar" ist kein Gegenentwurf zum "unipolar". Jüngst hat sich auch der emsige Frank Köstler daran anhand Orwells 1984 abgearbeitet, aber nicht begriffen, dass das gar kein Gegensatz ist ... Aber dann müsste er sich ja fragen, welches Spiel der neue Hitler Putin spielt. Und das ist eine Heilige Kuh vieler Deutscher.

Die Welt ist sowieso zu groß, als dass man sie radikal unipolar lenken kann. Es ist viel klüger, sie multipolar in überschaubare Zonen aufzuteilen und jene zum Spielbrett der eigenen Herrschaftsstrategie zu machen. Damit hält man sich auch immer Optionen für das Divide et impera offen. Würde ich jedenfalls so machen, wenn ich herrschen wollte (will ich aber nicht, weil nur Idioten herrschen wollen). Man muss sich nur ansehen, wie ein Mafia-Clan regiert wird: Zentralistisch-multipolar. Noch Fragen?

Das mit den Psychopathen: Zustimmung. Der gesamte Herrschaftsgedanke ist satanisch und geisteskrank und destruktiv.

Imagine

22. Mai 2022 00:36

1/2

@RMH  21. Mai 2022 16:51
… dann verpasst man natürlich Theorien und Erklärmuster wie die Modern Monetary Theory. In dem die Geldwirtschaft beherrscht wird, man Geld beliebig drucken kann und in einer Gesellschaft lebt, bei der dies nicht zwingend zu einer ad hoc Inflation führen muss, da man eben seine Bilanzen beliebig "verlängert" und auch keiner der "Habenden" ernsthaft das Interesse oder auch nur das Bedürfnis hat, seine stillen Reserven zu liquidieren, kann man schon ein paar schöne Jahre das System in Schwung halten.“

Dass Methoden entwickelt wurden, den Kollaps des kapitalistischen Systems hinauszuschieben und eine gesellschaftliche Transformation zu verhindern, schreibe ich doch.

Als Resultat werden damit die Gesundheit und der Wohlstand der Arbeitsbevölkerungen ruiniert. Die menschliche Natur und die Umwelt werden  zerstört. Kulturen. Völker und Staaten gehen kaputt.

Aber das für die herrschende Klasse Wesentliche funktioniert weiter: Die Vermögenden werden reicher und mächtiger, ihre Ausbeutungs- und Herrschaftssystem bleibt erhalten.

Imagine

22. Mai 2022 00:37

2/2

Verloren gegangen ist das Aufklärerische, Wahre und Emanzipatorische von Wissenschaft. Heute produziert das Wissenschaftssystem herrschafts- und marktkonforme Ideologien und Narrative. Durch Unterdrückung kritischer Wissenschaft gibt es keine Intellektuellen mehr, die das Funktionieren der Gesellschaft verstehen und Orientierung gegeben können. Es existiert auch keine wirkliche Opposition mehr, die Fortschrittsimpulse geben könnte.

Man schafft neue Märkte und Profitmöglichkeiten. Durch Massenimmigration. Durch Zwangsimpfungen. Durch Kriegseskalation. Und zerstört dabei die Gesellschaften.

Das Resultat werden Failed States und kultureller Niedergang sein.

Das Narrativ von den USA als „Weltpolizist“ ist so falsch wie die Rede von den USA als „Befreier“ und „unsere Freunde“. Die USA setzen ihre Interessen durch und schei...n dabei auf Menschenrechte und Völkerrecht.
 

heinrichbrueck

22. Mai 2022 00:57

Welthegemonie USA und die Weltherrschaft. Un-Nation und Anti-Nation.
Ein multikulturelles Konglomerat, kein Volk. Als WASP-Handlangernation waren sie nützlich, bleiben wohl Fracking-Landschaften übrig, ohne eigenen langfristigen Plan. Sie mußten immer geschubst werden. 
Weltherrschaft setzt voraus, die ganze Welt beherrschen zu können. USA und Sowjetunion waren nie in der Lage, über die ganze Welt zu herrschen. Sie kontrollierten Teilgebiete der Welt, und gemeinsam zementierten sie eine globalistische Nachkriegsordnung, bis der letzte Depp in Befreiungsgefasel einstimmen konnte. (Wie man sieht, ist mein "Antiamerikanismus" sehr stabil.) Eher waren sie ausgenutzte und dienstbare Mehrheiten, Abwirtschaftungsprozeß und Schaden in einem. 
Die Weltmacht USA wird abgewrackt, die Finanzelite geht nach China. China und dessen Verhalten, das neue Zerstörungswerkzeug der Globalisten, ein totalitäres NWO-Muster als neuer Garten Eden, mit Sicherheit schwerer zu bewerten. Chinesische Ordnung wird keine Weltordnung. 

heinrichbrueck

22. Mai 2022 00:58

Fracking soll Gewinn sein? Für welchen Wirkungskreis? Die Harmlosigkeit einer Weltmacht, einer total versauten demographischen Entwicklung, die nur Geld machen kann, aber kein eigenes langfristiges Ziel hat. Wie sollen die Vorteile aussehen, sich die demographischen Entwicklungen zeigen, damit den USA die Weltherrschaft zufallen könnte? Die amerikanische Hollywoodkultur, eine Mischung aus Untergangszenarien und Außerirdischen, ist kein Bildungsbeweis eigener Weltherrschaftsambitionen. 
Jahrzehntelange Verbildungsanstrengungen, jede Generation ein bißchen mehr falscher "Bewußtseinsbildung und Aktion" ausgesetzt. Welche Macht soll errungen werden? Welche Größenordnung gedacht wird, in welcher Ordnung, denn vergangene Macht kann so groß nicht gewesen sein, sonst wäre die Lage etwas heller. 

Der_Juergen

22. Mai 2022 08:27

@Zeitschnur

"Der ganze Herrschaftsgedanke ist satanisch.". Dann ist die Existenz des Menschen in seiner heutigen Art, die sich ja nicht auf Knopfdruck ändern wird, satanisch, denn solange der Mensch existiert, braucht er als Notordnung gegen das Chaos eine Form von Herrschaft. Idealerweise wird diese von den moralisch Besten und den Klügsten ausgeübt, aber selten war die Menschheit von diesem Ideal so weit entfernt wie heute, wo in den meisten Länden der Welt der Abschaum, eine "Elite" von Psychopathen, regiert.

Diese Leute kamen nicht zufällig ans Ruder. Sie wurden ausgewählt, und jeder Psychopath, der in eine Spitzenposition aufgerückt ist, umgibt sich mit anderen. Jemand, der Deutschland nicht kaputtmachen will - durch Zerstörung seiner Energieversorgung, durch Drittweltimmigration, Gender Mainstreaming, Schwulenkult und Abtreibung sowie durch eine selbstmörderische Konfrontationspolitik gegen Russland -, hat gegenwärtig keine Chance, in eine verantwortliche Position aufzurücken.

Stellen Sie sich vor, hundert zufällig zusammengewürfelte Menschen verschlägt es auf eine Insel. Was werden sie wohl tun? Richtig, sie werden sich eine Führung wählen, oder eine solche wird sich ungefragt bilden. Und sie wird Strafen gegen Inselbewohner verhängen, die rauben, vergewaltigen oder sich den ihnen zugewiesenen Arbeiten entziehen. Das ist ein Ausdruck von Herrschaft. Und im Vergleich zu dieser ist das Chaos, das sonst entsteht, zehnmal "diabolischer".

 

Der_Juergen

22. Mai 2022 08:36

@Laurenz

"Kein Wunder, daß die Redaktion lieber Bücher bespricht, bei solch peinlichen politischen Debatten."

Da haben Sie wohl an sich selbst gedacht, denn bei all dem Richtigen, was Sie zu Covid und dem Ukrainekrieg schreiben, findet man selten Ordnung in ihren Gedanken, und das Beschimpfen von Mitforisten können Sie einfach nicht lassen. 

@Imagine

Im Gegensatz zu @Laurenz argumentieren Sie kohärent und befleissigen sich eines zivilen Tons, aber so wenig wie er vermögen Sie über Ihren Schatten zu springen. Ihr Problem ist nicht, wie bei Laurenz, geistiges Chaos, sondern die Unfähigkeit, Ihre Dogmen zu hinterfragen. "Man schafft neue Märkte und Profitmöglichkeiten. Durch Massenimmigration", schreiben Sie. Welcher vernünftige Kapitalist, der an seinen Gewinn denkt, wird eigentlich die Wirtschaft, auf die er angewiesen ist, durch den uferlosen Import nichtproduktiver Bevölkerungsgruppen zerstören wollen? Ja, Profiteure der Einwanderung gibt es, von den Anwälten über die Dolmetscher bis hin zu den Sozialarbeitern, aber für die Gesellschaft als ganzes und für die Wirtschaft ist sie ein ungeheures Velustgeschäft. 

Der_Juergen

22. Mai 2022 08:40

Antwort an @Imagine 2. Teil

Die Einwanderung wird von den Verantwortlichen aus ideologischen Gründen durchgezogen, zur Zerstörung der autochthonen Bevölkerung. Triebfeder dieser Politik ist nicht die Liebe zum Fremden - dieser ist ein blosser Rammbock, ein Instrument -, sondern der Hass auf die Eigenen. Ganz besonders hier zeigt es sich, dass die "demokratischen" Staaten des Westens von Psychopathen regiert werden, wie ich in meiner Antwort an @Zeitschnur schrieb. Diese Psychopathen können durchaus intelligent sein (ein Beispiel ist der fliessend sechssprachige Timmerman), aber dass ein Psychopath nicht dumm zu sein braucht, wird Ihnen Dr. Hannibal Lecter gerne bestätigen.

(Zweitrangig, aber ebenfalls von Belang, sind andere Erwägungen, z. B. die, dass die allermeisten Migranten nach ihrer Einbürgerung links wählen und so die demokratische Machtübernahme einer nationalen Rechten verunmöglichen werden.) 

Laurenz

22. Mai 2022 09:16

@Der_Jürgen @L.

Beschimpfen von Forums-Teilnehmern

Sagen Sie uns, wie man sonst die Teilnehmer hier aus Ihrem, ja fast debilen Dornröschen-Schlaf wecken soll? Wenn man das so läßt, nimmt uns niemand für voll.

Außerdem ist Ihre Kritik unlauter. Sie lenken vom Thema hin auf Formalien ab & denken, ich sei so blöd, darauf reinzufallen. Wenn Sie Blöde brauchen, suchen Sie Sich wen anderen. Jedenfalls ist Ihnen, bis auf einen persönlichen Gegenangriff, inhaltlich nichts eingefallen. Ihre billige Nummer, hier den Lehrer oder Tutor zu spielen, der großzügig gute Bewertungen an @Imagine & schlechte an @L. vergibt, können Sie Sich sparen, solange Sie nicht mit Fakten aufwarten.

Habe hier begründet beschimpft & erklärt wieso. Machen Sie das doch erstmal nach.

Mit dem Artikel kommt man nicht mal bis Stalingrad & mit den Beiträgen kann man bereits in Westpreußen bedingungslos kapitulieren.

Volksdeutscher

22. Mai 2022 10:04

- "Wenn diejenigen, deren Schiffe die Versorungslinien, deren Truppen die Ressourcenquellen, deren Geld die Presse und deren Presse die Demokratien kontrollieren, keinen Kollaps wollen, würde er auch nicht eintreten."

Das kann so sein, vielleicht auch nur deshalb, weil man das so hofft. Aber gesetzt, daß der prophezeite Kollaps nicht kommen wird: Es gibt nicht nur ihn und seine Propheten. Es gibt Fakten um ein anderes Thema herum und man wird schwerlich diejenigen als Escapisten bezeichnen, die darauf hinweisen. Schlimmer als diesen Krieg zwischen zwei (scheinbar verschiedenen) politischen Sytemen kann man nämlich jenen Krieg betrachten, die die Europäische Zentralbank ohne nationalen Widerstand europaweit gegen die Bevölkerung Europas vorantreibt in Form der Einführung eines digitalen Euro oder jene Ideen aus Brüssel zur totalen Kontrolle des Internets. Neben diesen Entwicklungen kommt mir die Beschäftigung mit dem Krieg in der Ukraine eher wie ein müßiger Zeitvertreib vor.

Volksdeutscher

22. Mai 2022 10:07

- "Wenn diejenigen, deren Schiffe die Versorungslinien, deren Truppen die Ressourcenquellen, deren Geld die Presse und deren Presse die Demokratien kontrollieren, keinen Kollaps wollen, würde er auch nicht eintreten."

Selbst solche Themen wie der von Martin Sellner zurecht favorisierte Bevölkerungsaustausch haben in meinen Augen größere Bedeutung als darüber nachzusinnen, ob die Vormachtstellung der USA Glück oder Unglück sei. Ob die physische und psychische Zersetzung der Wehrfähigkeit zusammen mit der Auflösung des Staatsvolks in eine multikulturelle Assemblage weichen müßte, stimme ich ihm zu. Ob das auch so kommen wird, wie er das herbeiwünscht, habe ich meinen Zweifel. Es reicht ein Blick auf die Website der Europäischen Union, um ein Bild davon zu bekommen, worum es geht: Da ist eine weiße europäische Frau mit einem arabisch aussehenden Kind auf dem Arm, das eine Europaflagge hält. Penetranter kann Werbung für das Genozid an den Nationen Europas nicht gemacht werden. Zu einem Teil verdanken wir diese Entwicklung meines Erachtens der Dominanz und "Weitsicht" amerikanischer unipolarer Politik.

kikl

22. Mai 2022 10:43

@gustav

"@ kiki

Warten wir doch die nächsten drei Monate ab...."

Wieso sollten die Amis in drei Monaten die Waffenlieferungen einstellen? Vermutlich wird Deutschland den Krieg dann sogar den Amis finanzieren, sobald das amerikanische Flüssiggas über Terminals die in Belgien (Zerbrügge), Frankreich (Dunkerque) und in den Niederlanden bezogen wird. Weitere Terminals sind derzeit in Bau...

Imagine

22. Mai 2022 11:24

1/3

@Der_Juergen   22. Mai 2022 08:36
„"Man schafft neue Märkte und Profitmöglichkeiten. Durch Massenimmigration", schreiben Sie. Welcher vernünftige Kapitalist, der an seinen Gewinn denkt, wird eigentlich die Wirtschaft, auf die er angewiesen ist, durch den uferlosen Import nichtproduktiver Bevölkerungsgruppen zerstören wollen? Ja, Profiteure der Einwanderung gibt es, von den Anwälten über die Dolmetscher bis hin zu den Sozialarbeitern, aber für die Gesellschaft als ganzes und für die Wirtschaft ist sie ein ungeheures Verlustgeschäft.“

Ein ganz zentraler Punkt. Welcher eine Erklärung erfordert.

Zur grundlegenden Paradoxie der kapitalistischen Marktwirtschaft gehört, dass der Einzelkapitalist nicht gesamtkapitalistisch, also nicht „volkswirtschaftlich“, sondern betriebswirtschaftlich denkt und primär sein eignes Vermögen und seine eigene Macht maximieren will. So denken auch die Manager, die CEOs. Dieses Denken wird verstärkt durch Erfolgsprämien (Boni etc.).

Idealweise müsste der Staat gesamtkapitalistisch denken. F. Engels sprach daher vom Staat als „ideeller Gesamtkapitalist“.

Aber so funktioniert der Staat nicht. Sondern der Staat setzt die Interessen jener um, die über die stärkste Lobby-, Korruptions- und Medienmacht verfügen. Nicht zu unterschätzen ist dabei auch die Verfügung über Gewaltmittel (Geheimdienste, Söldner, Privatarmeen etc.).
 

Imagine

22. Mai 2022 11:26

2/3

Im US-Empire ist kein Politiker, nicht einmal der Präsident sich seines Lebens sicher, wenn er sich gegen die Interessen organisierter Machtgruppen stellt (s. Kennedy et al.). Die Geschichte des US-Empire und seiner Weltherrschaft ist auch eine Geschichte der politischen Morde.

Daran, dass der Staat nicht im gesamtwirtschaftlichen Interesse handelt, scheitert auch der Ordoliberalismus.

Alle vorkapitalistischen Gesellschaften hatten als ökonomisches Hauptproblem den Mangel. Im Kapitalismus ist es hingegen die Überproduktion, die auf gesättigte Märkte stößt und deshalb in Überproduktionskrisen gerät.

Das Mittel der Krisenbewältigung ist seit Keynes „Defizit Spending“, also Herstellung „neuer Märkte“ durch gezielte Zerstörung vermittels Kriegen, künstlichen Verschleiß etc. Typische Beispiele: Abwrackprämien, Umweltpolitik. Neue Autos werden aus dem Verkehr gezogen und verschrottet, durch realitätsferne Euro-Normen und Umweltzonen, Hausbesitzer werden zu sinnlosen energetischen Sanierungen gezwungen, die traditionelle Energiestruktur (Kohle, Öl, Atomkraft) wird zerstört und der Staat erzwingt eine neue Struktur mit Windrädern, Photovoltaik-Technik, E-Autos etc.

Massenimmigration schafft neue Profitmöglichkeiten und Arbeitsplätze.
Ebenso die Corona-Maßnahmen und Zwangsimpfungen. Und auch die Kriegseskalation. Überall gewinnen die Vermögenden und werden immer reicher.
 

Imagine

22. Mai 2022 11:26

3/3

Man muss das Grundprinzip „Systemerhalt durch künstliche Zerstörung“ verstehen. Genauso handelt die Politik.

Deshalb hat sich eine Wegwerfgesellschaft mit Obsoleszenzproduktion entwickelt. Deshalb werden Kriege geführt, die man gar nicht gewinnen will, und in die Länge gezogen. Erstes Beispiel war der Vietnamkrieg. In Afghanistan hat man jetzt sogar das eigene Kriegsgerät funktionstüchtig den Taliban überlassen.

Leonard C. Lewin hat dieses Prinzip in seinem Buch“ Bericht aus Iron Mountain - Ist Frieden möglich und erstrebenswert“ (1968) thematisiert (https://tinyurl.com/2p9dverm).

Deshalb auch der Zusammenbruch des Bretton-Woods-Systems, weil man den Dollar aufgrund der Inflation von der Golddeckung entkoppeln musste. Das System war bereits im Selbstzerstörungsmodus.

Seit den 60er Jahren haben die Bedrohungs- und Kriegsszenarien das Ziel, den Kapitalismus durch Defizit Spending am Leben zu halten. Deshalb der Öko-, Klima-, „War on Terror“-, Viren- etc. Schwindel. Deshalb der Pseudo-Humanismus mit „no nations – no borders“. Deshalb die moralisierende Kriegstreiberei jetzt mit Putin als „neuem Hitler“. Vorher waren dies Milosevic, Saddam Hussein, Gaddafi etc.

Hartwig aus LG8

22. Mai 2022 11:27

Im den ersten 7 Minuten des folgenden Videos fasst Folker Hellmeyer die geoökonomischen Auswirkungen des Ukraine-Krieges hervorragend zusammen. Er bleibt dabei auf einer überschaubaren (MSM-)Ebene und spekuliert nicht über die schwieriger einsehbaren nächst höher liegenden Entscheidungs- und Steuerungsebenen, die es zweifelsohne gibt ...

https://www.youtube.com/watch?v=ZwEeH95DIjY

Volksdeutscher

22. Mai 2022 11:31

Denjenigen, die sich für die aktuellen Kriegsgeschehnisse in der Ukraine aus russischer Sicht interessieren, möchte ich die englischsprachige "Intel slava Z" auf  Telegram empfehlen.

Volksdeutscher

22. Mai 2022 11:40

@kikl

Die Antwort auf Ihre Frage, warum die Amerikaner die Waffenlieferungen einstellen könnten, könnte vielleicht  diese Sichtweise enthalten, die Sie bei "Intel slava Z" auf Telegram lesen können:

"Um die ukrainische Öffentlichkeit von der Kapitulation von "Asow" abzulenken, lügt das Kiewer Regime weiterhin über die bevorstehende Gegenoffensive der ukrainischen Streitkräfte und die Deblockade der Agglomeration Lisitschansk-Sewerodonezk.

Der Verlust von Sewerodonezk und Lysitschansk durch Kiew wird vom Westen als Beginn des Zusammenbruchs des Kiewer Regimes angesehen. Für Kiew wiederum könnte dies eine drastische Kürzung der militärischen und wirtschaftlichen Hilfe bedeuten."

Volksdeutscher

22. Mai 2022 11:56

@kikl

Eine weitere Antwort auf Ihre Frage könnte auch ein unlängst erschienener Artikel in der New York Times liefern. Der Artikel der Redaktion scheint ernsthaftes Bedenken zu hegen gegen den Sinn der amerikanischen Kriegsbeteiligung in der Ukraine in dem gegenwärtigen Ausmaß. Über diesen Artikel berichtete übrigens auch die Berliner Zeitung am 20. Mai 2022.

https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/neue-haltung-zur-ukraine-new-york-times-klingt-ploetzlich-wie-sahra-wagenknecht-li.229127

https://www.nytimes.com/2022/05/19/opinion/america-ukraine-war-support.html

Simplicius Teutsch

22. Mai 2022 13:51

„In den vielen Jahren, die ich mich in rechten Kreisen bewege, habe ich eine Aversion gegen den rechten Krisenkult entwickelt.“

Geschätzter @ Martin Sellner,

wieso „Aversion“ und abschätzig „rechter Krisenkult“? Und wer will schon „das Mad-Max-Szenario“ herbeisehnen (wenn er Familie hat)?

Sie wissen doch besser Bescheid als die meisten: Lehrt die „freiheitlich demokratische“ Machtausübungspraxis des herrschenden Regimes nicht allzu deutlich, dass eine grundlegende Änderung der innerdeutschen Macht- und Entwicklungsverhältnisse durch offene demokratische Prozesse gar nicht vorgesehen ist? – Niemals unter „normalen“ Umständen!

Nun gut, Sie schreiben dann ja: „Nun hat mich eine genauere Beschäftigung mit unserer Weltordnung eines Besseren belehrt.“

zeitschnur

22. Mai 2022 14:42

@ Der Jürgen

Wo haben wir ein historisches Beispiel dieses angeblichen Chaos, das dann ausbricht, wenn es keine Herrschaft gibt?

Sie formulieren ein Glaubensbekenntnis, das ich so nicht differenziert finde, aber ich will das meine auch differenzieren:

Ohne Erziehung iS Schillers, ohne eine Veredelung des Charakters über das Schöne und Wahre wird es ohne Herrschaft nicht gehen. Weil der rauhe Naturreflex dann verwechselt wird mit einer Fähigkeit zur objektiven, aber auch herzgeleiteten Rechtsvorstellung.

Sie könnten mir entgegnen, was Sie ja implizit wohl getan haben: Auch "Herrschaft" muss sich an diesem Maß messen lassen, eben ob die, die da leiten, veredelte Charaktere haben.

Was ist aber schlimmer: Macht in den Händen von Teufeln, oder das kleine bisschen "Chaos" inmitten vieler freier und veredelter Menschen? Wer richtet denn seit Menschengedenken Mord, Raub, Not und Chaos an? Sehen Sie das nicht? Bringt Sie das nicht ins Nachdenken? Sind das die Herrscher oder die Beherrschten? Nun?

Denken Sie nach: Herrschaft ist nach Ihrem Argument nur "notwendig", weil zu viele Un-veredelte herumlaufen. Damit ist sie aber als das qualifiziert, was ich meinte. In einer echten Friedensordnung kann es keine Herrschaft mehr geben, aber auch kein Menschenvieh mehr. Es mag Verwaltung geben, aber ohne ein Mehr an Herrschen. Ein echter Mensch kann nicht herrschen. Wer herrscht, ist ein Tier.

Lesen Sie dazu die Rede Gottes an den Propheten Samuel in 1Sam8.

zeitschnur

22. Mai 2022 15:09

@ Imagine

Das Resultat werden Failed States und kultureller Niedergang sein.

Den kulturellen Niedergang haben wir doch sowieso schon spätestens seit dem Ende des 19. Jh. Wo hat auch nur irgendein Rechter das aufgehalten? Die rechte Bewegung ist ein einziges Scheitern seit über 100 Jahren. Und die linke nicht minder!

Ich finde es sinnlos, sich nun die "Folgen" von was auch immer herbeizureden und darüber gepflegt fachzusimpeln, oder sich - wie gewisse mit ihrem Joystick verwachsene Speikobras hier - einzubilden, über die Lage ließe sich im Dauerkommentiermodus plus Chipstüte eine Schlacht bei Stalingrad dann eben verspätet gewinnen.

Die Mahner-Pose bringt es nicht mehr!

Es gibt nur einen Weg: Weggehen aus der brennenden Stadt. Es gibt auf dieser Erde nichts, das ewig bleibt. Und alles auf neue Märkte zu schieben und kapitalismuskritische Argumente bedienen, ohne sie je mal zu modifizieren oder zu hinterfragen auf ihre Tauglichkeit: was haben wir damit erreicht? Das PC-Game auf dem Sezessionsblog - was hat es konkret geändert? Hat hier irgendeiner eine konkrete Zkunftsvision, die konstruktiv wäre UND realitätstauglich?

Was nicht mehr zu retten ist, muss man zugrunde gehen lassen und auf einen Neuanfang hoffen oder das Ende des Äons.

Ich sage also: na und! Wir sind doch jetzt schon ein unregierbares Land, in dem Mafia-Clans in Gestalt von Parteien, Konzernen und Medientrotteln einfach nur noch raussaugen, was geht.

zeitschnur

22. Mai 2022 15:34

@ Imagine

Zur grundlegenden Paradoxie der kapitalistischen Marktwirtschaft gehört, dass der Einzelkapitalist nicht gesamtkapitalistisch, also nicht „volkswirtschaftlich“, sondern betriebswirtschaftlich denkt und primär sein eignes Vermögen und seine eigene Macht maximieren will. So denken auch die Manager, die CEOs. Dieses Denken wird verstärkt durch Erfolgsprämien (Boni etc.).

Der undifferenzierte Kapitalismusbegriff lässt das tatsächlich so erscheinen. Aber ist das real so? Ich denke, Sie sind nicht freischaffend, und damit meine ich: Es gibt keinen Cent aus dem System! Das, was Sie mit "Kapitalismus" bezeichnen, ist der faschistoide Konzernkapitalismus, der freie Märkte systematisch erstickt, ein reines Systemagieren ist das!

Wenn Sie freischaffend wären, wüssten Sie, dass ein Mensch auf einem wirklich einigermaßen freien Markt niemals nur blind betriebswirtschaftlich und egoistisch denken kann, ein gewisses Maß an Eigeninteresse aber keineswegs verwerflich, sondern notwendig ist. Ich muss wissen, welche Interessen ein anderer auf dem Markt hat, welche ich habe, um zu einem fairen Austausch zu kommen.

Und genau das hat bisher erstaunlich gut funktioniert nach meiner Erfahrung, solange der Staat und irgendwelche Theoretiker endlich mal ihr Maul halten und den tatkräftigen Leuten zugestehen, dass sie selber groß sind und auch über sich hinauswachsen können.

kikl

22. Mai 2022 16:00

@Volksdeutscher

Ein einziger Artikel in der NY-Times ist also Beweis dafür, dass die USA das Handtuch werfen wollen? Dabei läuft es doch ziemlich gut. Kiew wurde verteidigt. Die russischen Truppen haben die Gebiete um Kiew aufgegeben und sind in den Donbass verlegt worden. Das Flaggschiff der russischen Marine wurde versenkt. Ein gutes Dutzend russischer Generäle wurden erledigt....

Ich hätte nicht damit gerechnet, dass die Ukraine so erfolgreich sich verteidigt. Mir scheint deshalb, dass die Ukraine auf diesen Krieg gründlich vorbereitet wurde.

Sie glauben also, dass in drei Monaten Russland die Ukraine unterworfen hat?

Schon denkbar, aber wenn die Opfer Russlands weiterhin so groß sind und die Geländegewinne in dem Schneckentempo weitergehen, dann wird es deutlich länger dauern.

Dass im Vasallenstaat Deutschland im kommenden Winter dafür gefroren wird, was juckt das die USA? Unser Kanzler macht doch alles mit?

Sugus

22. Mai 2022 16:06

Der Jürgen schrieb:

"Welcher vernünftige Kapitalist, der an seinen Gewinn denkt, wird eigentlich die Wirtschaft, auf die er angewiesen ist, durch den uferlosen Import nichtproduktiver Bevölkerungsgruppen zerstören wollen? Ja, Profiteure der Einwanderung gibt es, von den Anwälten über die Dolmetscher bis hin zu den Sozialarbeitern, aber für die Gesellschaft als ganzes und für die Wirtschaft ist sie ein ungeheures Velustgeschäft."

Komisch, dass dann die Wirtschaft seit Jahrzehnten nach Einwanderung schreit. Ohne Wirtschaft keine Gastarbeiter-Abkommen. Ohne Wirtschaft keine Öffnung der Grenzen 2015. Mehr Arbeitskräfte bedeutet geringere Löhne. Mehr Arbeitslose bedeutet, dass Druck auch auf Beschäftigte gemacht wird. Mehr Leute im Land bedeutet, dass mehr gebaut und konsumiert wird. Das will die Wirtschaft. Die sozialen und ethnischen Folgekosten sind der Wirtschaft völlig egal. Bitte aufwachen und in der Realität ankommen!

Simplicius Teutsch

22. Mai 2022 16:20

"Das Mittel der Krisenbewältigung ist seit Keynes „Defizit Spending“, also Herstellung „neuer Märkte“ durch gezielte Zerstörung vermittels Kriegen, künstlichen Verschleiß etc. Typische Beispiele: Abwrackprämien, Umweltpolitik. Neue Autos werden aus dem Verkehr gezogen und verschrottet, durch realitätsferne Euro-Normen und Umweltzonen, Hausbesitzer werden zu sinnlosen energetischen Sanierungen gezwungen, die traditionelle Energiestruktur (Kohle, Öl, Atomkraft) wird zerstört und der Staat erzwingt eine neue Struktur mit Windrädern, Photovoltaik-Technik, E-Autos etc."

Ja, gut auf den Punkt gebracht, @ imagine.

Und die Börse jubelt jedes Mal: Neuer Markt, neues Zocker-Glück!

Ein fulminanter Börsen-Rausch, unermesslich größer als der einstige amerikanische Gold-Rausch, würde an den Börsen der Welt ausbrechen, in die Höhe schnellende Aktienkurse, wenn Putin-Russland endlich zerschlagen und das riesige Rohstoff-Reich von Königsberg bis zum Pazifik mit westlich-kapitalistischem Knowhow gründlich ausgeplündert werden könnte. Die Chinesen wären ja auch voll mit dabei. Ein gewaltiger „Bullenmarkt“ auf Jahre hinaus.

Also, ich selber würde auch sofort massiv Aktien kaufen. Irgendeinen ETF von BlackRock. Man könnte als Anleger nichts falsch machen.

Volksdeutscher

22. Mai 2022 16:22

@zeitschnur - "Ein echter Mensch kann nicht herrschen. Wer herrscht, ist ein Tier."

Ob Sie Tier in reellem Sinne oder in übertragenem Sinne meinen, geht aus Ihrer Feststellung nicht wirklich hervor, also unterstelle ich, daß Sie Tier in übertragenem Sinne meinen. Das Tier herrscht jedoch in reellem Sinne nicht (wo haben Sie das in der Natur beobachten können?), also kann man auch nicht behaupten, daß ein Mensch gleich einem Tier (in übertragenem Sinne), herrsche, weil das Gleichnis wegen des nicht vorhandenen reellen Bezugs sinnwidrig ist und somit nicht aufgeht. In anderen Worten: Die Wahrheit des Gleichnisses steht in Abhängigkeit von der Wahrheit der Wirklichkeit.

 

Laurenz

22. Mai 2022 16:25

@Volksdeutscher

Selbst solche Themen wie der von Martin Sellner zurecht favorisierte Bevölkerungsaustausch haben in meinen Augen größere Bedeutung als darüber nachzusinnen, ob die Vormachtstellung der USA Glück oder Unglück sei.

Sie haben die einfachsten geo-politischen Zusammenhänge nicht begriffen, daß muß ich leider so schreiben.

Ohne US-Hegemonie über uns, gäbe es keine Zuwanderung, siehe Türkei-Vertrag.

 

@Zeitschnur @Der Jürgen

Lesen Sie dazu die Rede Gottes an den Propheten Samuel in 1Sam8.

Woher wollen Sie bei der von Ihnen bevorzugten antiken Propaganda wissen, ob Gott auf der Seite der Guten steht? 

In einer echten Friedensordnung kann es keine Herrschaft mehr geben, aber auch kein Menschenvieh mehr.

Also wird dann auch ein Gott obsolet?

Hier eine nette Anekdote von C.S. Forester, die Er Sir Edward Pellew in den Mund legte, als die Spanier ihre Neutralität den Briten verkündeten: Let us pray, that the Allmighty never choses to become neutral. 

(Ab ca. 06:20...)

Volksdeutscher

22. Mai 2022 16:31

@zeitschnur - "Ein echter Mensch kann nicht herrschen. Wer herrscht, ist ein Tier."

Es gibt aber auch ein anderes Problem: Angenommen, Sie haben recht mit Ihrer Behauptung, daß es "in einer echten Friedensordnung keine Herrschaft mehr" notwendig sei (und ich würde gerne von Ihnen erfahren, was Sie unter einer echten und einer falschen Friedensordnung verstehen). Das mag als utopische Vorstellung zunächst einmal interessant sein. Sie werden bestimmt auch wissen, daß das Gegenteil von Fremdbeherrschung Selbstbeherrschung ist. Solange die Ordnung jedoch nicht in einem selbst waltet - und nicht nur passiv vorhanden ist -  wird Fremdbeherrschung, also Herrschaft von außen notwendig sein. Wie Sie es auch immer wenden möchten: Man kommt - so oder so - nicht ohne Ordnung und Herrschaft aus. Wir können den utopischen Zustand auch "sich ordnende Selbstbeherrschung" oder "sich selbst beherrschende Ordnung" nennen. Aber gesetzt, daß diese utopische Vorstellung von Selbstbeherrschung Wirklichkeit würde, entstünden damit weitere Problemfelder.

zeitschnur

22. Mai 2022 18:22

@ Volksdeutscher

Wie Sie es auch immer wenden möchten: Man kommt - so oder so - nicht ohne Ordnung und Herrschaft aus. Wir können den utopischen Zustand auch "sich ordnende Selbstbeherrschung" oder "sich selbst beherrschende Ordnung" nennen.

Entweder Sie haben meinen Kommentar nicht zu Ende gelesen oder nicht völlig verstanden.

Lesen Sie noch mal, was ich zu Schiller schrieb. Natürlich ist eine Friedensordnung nur durch Menschen möglich, die sich selbst beherrschen können. Bleiben sie triebhaft und folgen geistlos ihren Reflexen, dann muss man sie in der Tat in Schach halten - auch wenn sie herrschen. Der Freie ist nicht beherrschbar. Auch wenn es versucht wird.

Mit "Tier" meinte ich die traditionelle "bestia", den livjatan oder den tannin, in der griech Mythologie die Hydra. Ich meinte nicht Ihren Goldfisch.

Aber alleine dass wir als Deutsche das ohne irgendeine Vision von Freiheit hier diskutieren, lässt tief blicken ...

Volksdeutscher

22. Mai 2022 18:22

@Laurenz - "Penetranter kann Werbung für das Genozid an den Nationen Europas nicht gemacht werden. Zu einem Teil verdanken wir diese Entwicklung meines Erachtens der Dominanz und "Weitsicht" amerikanischer unipolarer Politik."

Haben Sie Dank für Ihren Kommentar und entschuldigen Sie mich bitte, daß ich meinen eigenen Kommentar zitiere, aber genau auf das von Ihnen angesprochene Phänomen wies ich in meinem obigen Satz hin. Hätten Sie wieder einmal zu schnell gelesen und als Folge dessen zu schnell geurteilt?

Imagine

22. Mai 2022 18:47

@zeitschnur    22. Mai 2022 15:09
„Den kulturellen Niedergang haben wir doch sowieso schon spätestens seit dem Ende des 19. Jh. Wo hat auch nur irgendein Rechter das aufgehalten? Die rechte Bewegung ist ein einziges Scheitern seit über 100 Jahren. Und die linke nicht minder! …
Ich sage also: na und! Wir sind doch jetzt schon ein unregierbares Land, in dem Mafia-Clans in Gestalt von Parteien, Konzernen und Medientrotteln einfach nur noch raussaugen, was geht.“

Alles richtig und keineswegs eine neue Erkenntnis.

Die bürgerliche Gesellschaft mit ihrer Hochkultur ist vor über 100 Jahren untergegangen und mit ihr die bürgerlich-humanistische Moral und das Rechtsverständnis.

Die Gesellschaften befinden sich in einem permanenten Kriegszustand.

Wobei das Bürgertum – die Citoyens - nur einen Teil der Gesellschaft ausmachte und die Herrschaft des Adels – trotz 1789 - weitgehend ununterbrochen bis heute andauerte. Schauen wir auf unsere westlichen Nachbarländer, die meisten sind Monarchien.

Das Commonwealth Realm mit UK, Antigua und Barbuda, Australien, die Bahamas, Belize, Grenada, Jamaika, Kanada, Neuseeland, Papua-Neuguinea, die Salomonen, St. Kitts und Nevis, St. Lucia, St. Vincent und die Grenadinen und Tuvalu steht weiterhin unter der Herrschaft der britischen Krone.

Fast alle postkommunistischen Staaten im Osten Europas sind Diktaturen und in vielen gibt es Verbrecherherrschaft.

Aber die Welt ist im Umbruch …

 

Imagine

22. Mai 2022 18:50

@zeitschnur   22. Mai 2022 15:34
„Der undifferenzierte Kapitalismusbegriff lässt das tatsächlich so erscheinen. Aber ist das real so? Ich denke, Sie sind nicht freischaffend, und damit meine ich: Es gibt keinen Cent aus dem System! Das, was Sie mit "Kapitalismus" bezeichnen, ist der faschistoide Konzernkapitalismus, der freie Märkte systematisch erstickt, ein reines Systemagieren ist das!
Wenn Sie freischaffend wären, wüssten Sie, dass ein Mensch auf einem wirklich einigermaßen freien Markt niemals nur blind betriebswirtschaftlich und egoistisch denken kann, ein gewisses Maß an Eigeninteresse aber keineswegs verwerflich, sondern notwendig ist. Ich muss wissen, welche Interessen ein anderer auf dem Markt hat, welche ich habe, um zu einem fairen Austausch zu kommen.“

Sie beschreiben die kleinbürgerliche Idylle eines italienischen Wochenmarktes oder eines Flohmarktes.

Der entwickelte Kapitalismus ist hingegen industrielle Marktwirtschaft und über das Kreditwesen immer verknüpft mit der Finanzindustrie. Das ist „Raubtierkapitalismus“: Die Großen fressen die Kleinen, die Großen werden immer größer und zu globalen Konzernen, die in ihrer Binnenstruktur Staaten ähneln und Wirtschaftskriege führen.

Sie leben in einer kleinbürgerlichen Traumwelt, fern von der herrschenden wirtschaftlichen Realität einer modernen hocharbeitsteiligen und globalisierten Industriegesellschaft.

HWalter

22. Mai 2022 21:31

Martin Sellner hat offen zugegeben, dass er mit der Mathematik auf dem Kriegsfuß steht; er hat damit sogar kokettiert.

Was interessiert uns die Logik? Ha, wir stehen über ihr!

Ich glaube nicht, dass jemand, der in Mathematik eine Null ist, jemals auf anderen Gebieten etwas Vernünftiges von sich geben könnte.

PS: Dass dieser Kommentar niemals veröffentlicht wird ist mir klar. Aber so ist es nun mal mit den Neurechten, die doppelbödig die Meinungsfreiheit für sich reklamieren.

Kositza: Äußerst peinlich. Aber anonym kann man's ja mal wagen, gell; kostet ja nix.
"Ich glaube nicht, daß jemand, der die Rechtschreibung wechselt wie abgelegte Unterwäsche und zudem die Zeichensetzung schlecht beherrscht, jemals auf anderen Gebieten etwas Vernünftiges von sich geben könnte."
Diese habituell verkniffenen Zeitgenossen am Rande "unseres Lagers" bin ich echt leid.

 

zeitschnur

22. Mai 2022 23:12

@ Imagine

Sie beschreiben die kleinbürgerliche Idylle eines italienischen Wochenmarktes oder eines Flohmarktes. (...)

Sie leben in einer kleinbürgerlichen Traumwelt, fern von der herrschenden wirtschaftlichen Realität einer modernen hocharbeitsteiligen und globalisierten Industriegesellschaft.

Hahaha! Als ich den Begriff "Kleinbürger"  in einer Seminararbeit verwendete, wurde ich dafür vom Dozenten gerügt ... weil ideologischer, unsachlicher Kampfbegriff, aber das nur am Rande.

Ich versteh Sie ja. Nur: ich lebe in keiner Traumwelt, sondern ich denke, dass nur diese "Traumwelt" etwas mit einem freien Markt zu tun hätte. Man muss dem Abgott ja nicht huldigen, wenn man ihn erkennt, weil man sonst andernfalls als Träumer diffamiert wird.

Am Ende, lassen Sie es uns abwarten, wenn der Moloch untergegangen ist, wird nichts bleiben als der Flohmarkt, und da werden wir wieder freiere Menschen, jedenfalls verglichen mit jetzt. Es wird aufs Können ankommen, nicht aufs Herumtönen, Katzbuckeln, Bettenschleichen und Brettlhuren.

Lassen wir den verdammten Laden doch untergehen, so schnell es geht. Ich glaube, dabei könnten wir uns treffen, oder? Ich hasse alles Als-ob.

Volksdeutscher

22. Mai 2022 23:35

@HWalter - "Ich glaube nicht, dass jemand, der in Mathematik eine Null ist, jemals auf anderen Gebieten etwas Vernünftiges von sich geben könnte."

Alle ästhetischen Nichtstuer verweisen direkt oder indirekt auf Platon, wonach alles Zahl sei. Ist das wirklich so, wie der überhebliche Idealist es in seiner Verblendung uns weismachen wollte? Ich bin, offen zugegeben, in Mathematik eine "Null". Und ich weiß auch, daß die allermeisten auf einem ästhetischen Tätigkeitsfeld Arbeitenden - allen voran die Künstler - in der Schule äußerst schlecht in Mathematik waren. Können Sie das Gefühl für Farbe, Form und Farbmischungen durch eine mathematische Formel ersetzen? Oder gar den Sinn für gelungene Kompositionen? Welche mathematische Vorrechnungen muß ein Maler bewerkstelligen, um eine gelunge Diagonalkomposition zu erfinden? Welcher mathematischen Begabung bedarf ein Bildhauer, um die Meisel so geschickt zu führen, daß am Ende daraus die Pieta in der Basilika Sankt Peter wird? Vielleicht würden Sie an dieser Stelle einwenden, die Musik komme aber nicht ohne Mathematik aus. Das ist wahr. Aber das ist keine höhere Mathematik. Um die Blumen in einem Stilleben oder die Finger einer marmornen Hand zu zählen braucht man auch kein Doktor der Mathematik zu sein. Ja, und auf den Millimeter genau kommt es sowieso nicht an.

Volksdeutscher

22. Mai 2022 23:42

@HWalter - "Ich glaube nicht, dass jemand, der in Mathematik eine Null ist, jemals auf anderen Gebieten etwas Vernünftiges von sich geben könnte."

Ich setze voraus, daß nur Menschen Künstler werden, die nicht nur schlecht in Mathematik sind, sondern die es vor Mathematik geradezu graust. Ob das nicht gar eine gute Voraussetzung dafür ist, seiner Begabung für Kunst nachzugehen, möchte ich offen lassen. Ich wage sogar zu behaupten, daß nur diejenigen Begabung für Mathematik haben, die niemals auf dem Gebiet der Kunst etwas Vernünftiges von sich geben könnten. Das ist gut so, denn Wissenschaft und Technik kommen nicht ohne Matematik und Mathematiker aus. Ich sage damit nichts gegen sie: Im Gegenteil! Aber bestimmt sind Sie mit der Tatsache vertraut, daß unsere linke und rechte Gehirnhälften unterschiedliche Funktionen haben und die eine bei den allermeisten Menschen besser ausgeprägt ist und infolge dessen mehr benutzt wird als die andere. Das ist sowohl eine Frage der Vererbung als auch die der Sozialisation/Individuation. Zahlen können so Manches, z.B. den Verstand ansprechen. Nicht jedoch Gefühl und Sinne. Ich empfinde innerlich nichts beim Niederschreiben der Zahlen eins, zwei, drei, vier, fünf... Und Sie? Man macht nichts falsch, wenn man Künstler und kein Matematiker wird. Umgekehrt ist das auch wahr.

Laurenz

23. Mai 2022 03:56

@Zeitschnur

Ich vergaß den Link, hier ist er:

https://youtu.be/waI4pYlc5as

Laurenz

23. Mai 2022 04:00

@Volksdeutscher

22. Mai 2022 18:22

@L.

Ja, klar. Nutzt aber nichts. Sie liegen immer noch falsch & MS richtig. Nur, wenn wir die Ursache des Problems beseitigen, können wir das Problem selbst angehen. Aber die Ursache des Problems können wir nur in einer multipolaren Welt angehen.

Laurenz

23. Mai 2022 07:03

@HWalter

Mathe können, ist nichts schlechtes, kommt aber in der Natur nie vor. Es existieren immer nur Annäherungswerte, wenn wir mal von der Unendlichkeit absehen. Man muß auch Mathematik vom Rechnen unterscheiden. Ich kann keine Mathe, aber ich kann rechnen, also kaufmännisches Rechnen. Wenn man das, zB beruflich übt, kann man leicht mehrfache Kommastellen in Sekundenbruchteilen im Kopfe rechnen. Desweiteren ist die menschliche Wahrnehmung, im weiteren Sinne die Aufmerksamkeit, extrem begrenzt. Alle akademischen Berufe, bis auf Gender-Fake, beanspruchen einen großen Teil dieser Aufmerksamkeit. Das gilt auch für andere Berufssparten. Umso spezialisierter man ist, umso weniger bleibt Aufmerksamkeit für anderes über. Das gilt auch für Mathematiker, welche oft an sozialen Störungen leiden. Aber das tut selten weh. Man kann diesem MS-Artikel, in meinen Augen, einiges vorwerfen, aber das sollte man konkret tun & nicht die Gauß-Keule auspacken. Der nächste packt dann die Lorenz-Keule aus, was soll das bringen? Ihr Beitrag ist selten dämlich.

Herr K aus O

23. Mai 2022 07:18

@Imagine „So als ob die CDU zu einer linken Partei mutiert wäre“. Allein die Massenzuwanderung ab 2015 hat den Mietmarkt erfolgreich zerstört. Wir konnten uns 2010 in Charlottenburg Nähe Schloß noch eine 90qm Wohnung schießen für 800 warm. Aus heutiger Sicht fast ein DDR Preis, oder? Dass „das“ alles als Linksruck verkauft wurde, ist nun mal der Job des Apparats, den man hier „Linksgrün“ bezeichnet. Tja, früher bezeichnete man diejenigen, die die Besitzverhältnisse unterstützten als reaktionär, für mich ist dieses “Woke” Vokabular alles nur Tünche und die Aussagen zu Covid mancher Grüne sind doch eindeutig: Wir sind repressiv, denn wir sind oben. Ihr seid unten.

Aber zurück zum Thema: In meinen Augen machen die USA gerade eine vollständige Abtrennung Europas von Eurasien. Dazu passen diese Irrsinnseinschätzungen von Habeck und Co. Und wer getroffen werden soll, ist nicht Rußland, sondern China. Ob demnächst noch Züge von Shanghai nach Duisburg fahren werden?

Planen die Amerikaner etwa einen neuen Eisernen Vorhang? Und wäre das der Rückzug aus der Weltpolitik?

kikl

23. Mai 2022 08:27

"Ich glaube nicht, dass jemand, der in Mathematik eine Null ist, jemals auf anderen Gebieten etwas Vernünftiges von sich geben könnte."

Frau Kositza hat schon alles Notwendige dazu gesagt. Rechtschreibung und Zeichensetzung sind nicht unbedingt meine Stärken. Insofern bitte ich um Nachsicht.

Gustav

23. Mai 2022 09:04

@ kiki

https://egon-w-kreutzer.de/fluessiggas-vom-milchmaedchen

 

Imagine

23. Mai 2022 10:23

@zeitschnur  22. Mai 2022 23:12
„Am Ende, lassen Sie es uns abwarten, wenn der Moloch untergegangen ist, wird nichts bleiben als der Flohmarkt, und da werden wir wieder freiere Menschen, jedenfalls verglichen mit jetzt. Es wird aufs Können ankommen, nicht aufs Herumtönen, Katzbuckeln, Bettenschleichen und Brettlhuren.
Lassen wir den verdammten Laden doch untergehen, so schnell es geht. Ich glaube, dabei könnten wir uns treffen, oder? Ich hasse alles Als-ob.“

Wenn die zivilisatorische Matrix und die Versorgungsketten zusammenbrechen, dann wird rohe Gewalt herrschen mit Raub, Mord und Totschlag. Bewaffnete Banden werden uns terrorisieren. Hunger, Krankheit und Tod werden unseren Alltag dominieren. So wie heute in den Slums der USA, in Mexiko, zur Jelzin-Zeit in der Sowjetunion oder derzeit in vielen Teilen Afrikas.

Ich selbst habe erlebt, wie in der Nachkriegszeit sich die Menschen Kaninchen, Hühner, ein Schwein hinterm Haus gehalten haben und Kartoffeln im eigenen Garten angepflanzt haben. Aber wie soll das heute gehen? Die meisten haben dazu gar keine Möglichkeit, zudem fehlt das haus- und landwirtschaftliche Wissen und Können.

Vielen ist gar nicht die biologische Zeitbombe bewusst. Beim Großteil der Bevölkerung ist durch die gentechnischen Injektionen das Immunsystem verändert worden.

Ich glaube nicht, dass es eine Lösung ist, „den verdammten Laden möglichst schnell untergehen zu lassen“.

Gotlandfahrer

23. Mai 2022 11:11

1/3

Ich bin überzeugt davon, daß ein Ende der Pax Americana ein Segen für Europa und seine Völker wäre

Dem kann man als Heimattreuer nur aus ganzem Herzen zustimmen.  Da ist es unerheblich, dass der vorherige Anlauf ein wenig nach „Kritik und Selbstkritik“ klingt („hat mich eine genauere Beschäftigung“ „eines Besseren belehrt“).  Meine Oma sagte immer „man wird alt wie ne Kuh und lernt immer dazu“. Welcome im Lager der Verfallsriecher!

Allerdings komme ich mit dem Text nicht ganz zurecht.  Wenn ich MS richtig verstanden habe, lautet die Argumentation - It’s the Economy, stupid!:

  • Vor der Beschäftigung mit ihr konnte man als Politischer annehmen, das Interesse der Ökonomie an sich selbst sei groß genug, um es nie zu einer Krise kommen zu lassen, die tief genug wäre, um der Herbeiführung einer politischen Wende zu dienen.  Jeder, der „das Ende ist nah“ schrie, musste als politisch naiv verstanden werden, denn für eine Wende bedürfte es geeigneter politischer Strategie, aus der ökonomischen Ecke wäre nichts zu erwarten.

Gotlandfahrer

23. Mai 2022 11:13

2/3

  • Nach der Beschäftigung müsse man nun einsehen, dass es genau dieses Selbstinteresse der Ökonomie ist, das zum Rückbau der hegemonialen Transaktionskostenoase anregt (nach dem Motto: Hätten die Römer Fracking-Getreide entdeckt, hätten sie sich aus Nordafrika zurückgezogen).  Das ginge nicht ohne Verwerfungen von statten, und hieraus könne etwas Neues geboren werden, was natürlich trotzdem politstrategisch zu flankieren sei.

Was hat sich nach der Beschäftigung mit Ökonomie also in der Lagebeurteilung geändert:  Dass das Politische nun doch mit entscheidenden Effekten aus der Ökonomie rechnen kann.

Kein Widerspruch, nur ein Wunsch:  Nachdem das „Ökonomische“ nun an Bedeutung gewann, sollte diese Aufwertung auch der Kriminalpsychologie widerfahren, denn der wesentliche Fehler, den man bei der Beurteilung des Gegners machen kann, ist anzunehmen, er hielte sich an irgendwelche Mindeststandards oder an von uns als sinnvoll erachteten Maßstäbe. 

Gotlandfahrer

23. Mai 2022 11:14

3/3

Denn auch wenn unsereins keinen Einblick in die inneren Zirkel hat, muss man rein rational betrachtet alles das, wir wahrnehmen können, auch auf die Möglichkeit prüfen, dass es perversen und hochgradig menschenverachtenden aber maximal wirksam organisierten Kreisen entspringt, die eben nicht nur „politisch“ oder „ökonomisch“ denken, sondern psychopathisch.  Gerade die ökonomische Krise ist aufgrund ihrer Beschaffenheit eine, die auf diese Art weder politisch noch ökonomisch sein müsste.

Gotlandfahrer

23. Mai 2022 11:41

4/3

Ach, ich vergaß, weswegen ich mit dem Text nicht zurecht komme: Weil mit der Politisierung des Ökonomischen dann ja doch wieder das Politische obsiegt: It's the Politics, stupid!  Nicht nur das Private, auch das Ökonomische ist politisch und wohl eben auch das Psychopathische.

Kurativ

23. Mai 2022 13:23

@Laurenz

"recherchiert 0, Sein Gedächtnis spielt Streiche & es werden obskure Thesen aufgestellt, die der Wirklichkeit diametral gegenüber stehen"

=> Vielleicht liegt es daran, dass es mir graut, mit dem Herren Laurenz nach Stalingrad marschieren zu müssen. Das ist schon einmal daneben gegangen. Nicht nur für die Mitläufer. Auch für die Deutsche Nation.

"Rußland de-globalisiert, wo es doch jedem Rohstoffe liefert"

=> Bis auf die sanktionierten oder blockierten Rohstoffe

"Lesen Sie vielleicht auch mal das, was Sie an Unfug schreiben?"

=> Ich lese sogar Ihre Beschimpfungen. Um das Zeug beim nächsten mal zu ignorieren

Gustav

23. Mai 2022 13:49

Zur Auflockerung ein wenig Humor:

In der „Zeit“, dem Fachblatt für Zerebralphimose und andere Bewußtseinsstörungen, schrieb Herr Timo Büchner in der Rubrik „Rechtsextremissimus“: „Rechte Wanderlust – Für manche Neonazis gibt es nichts Schöneres, als gemeinsam wandern zu gehen. Doch mit Liebe zur Natur hat das wenig zu tun: Dahinter steckt ein bizarrer Ahnenkult.“ Nach einer Bildersuche bei „Google“ nach „Timo Büchner“ beruhigte ein inexistenter Experte für fette  Steckrüben & Schweineschmalz, hinter Büchners bizarrem Ahnungskult stecke eine Affenpocken-Infektion, von welcher Linksextremisten als vulnerable Gruppe besonders betroffen seien. Ein Linksextremist mit Affenpocken bleibe selbst nach überstandener Infektion für sein Leben gezeichnet. Zum Beweis zeigte der inexistente Experte das wissenschaftlich geknipste Foto eines von den Affenpocken geheilten, jedoch für immer gezeichneten Linksextremisten.

https://i0.wp.com/journalistenwatch.com/wp-content/uploads/2022/05/Affenpocken.jpg?resize=582%2C420&ssl=1

Imagine

23. Mai 2022 13:51

Das Verhalten von Menschen – sei es gut oder böse, pro- oder antisozial – wird nicht von Gott oder Satan gesteuert, wie es im religiösen Narrativ erzählt wird, sondern durchs gesellschaftliche System.

Die Wahrscheinlichkeit des Auftretens eines bestimmten individuellen Verhaltens ist davon abhängig, ob und wie dieses Verhalten im Gesellschaftssystem belohnt oder bestraft wird.

Alle anderen Narrative, wie z.B. die Erziehung zum wertgeleiteten moralischen Verhalten oder zum sozialistischen Menschen, blamieren sich an der Realität.

Wer eine solidarische Volksgemeinschaft will, kann logischerweise nicht für Liberalismus und Kapitalismus sein.

Alle etablierten Parteien einschließlich Linkspartei und der AfD verhalten sich wie auf dem „Kongress der Weißwäscher“ und thematisieren nicht die Wirtschaftsordnung als systemische Ursache des gesellschaftlichen Niedergangs.

Das macht die Rechten und die Systemlinken unglaubwürdig. Die Rechten umso mehr, weil sie erklärte Parteigänger einer liberalistischen und erklärte Feinde einer sozialistischen Wirtschaftsordnung sind und trotzdem ihre Partei als angebliche gesellschaftliche Alternative ausgeben.

Genau dieser Widerspruch steckt in Sellners Ausführungen.

Dies ist auch der Grund, weshalb die Rechten kein glaubwürdiges Zukunftsprojekt zustande bringen. Und die Linkspartei keine Zukunft hat.

zeitschnur

23. Mai 2022 14:20

@ HWalter

Ich glaube nicht, dass jemand, der in Mathematik eine Null ist, jemals auf anderen Gebieten etwas Vernünftiges von sich geben könnte.

Und ich glaube nicht, dass jemand, der einen derart dümmlichen Kommentar schreibt, je begriffen hat, was Mathematik ist und was sie vor allem NICHT ist.

Novalis:

Wenn nicht mehr Zahlen und Figuren
Sind Schlüssel aller Kreaturen,
(...)
Dann fliegt vor Einem Wort
Das ganze verkehrte Wesen fort.

Was ist, kommt aus dem logos, und der logos ist alles, nur nicht ... die Zahl.

Gotlandfahrer

23. Mai 2022 14:50

@ Imagine

Ich kenne kein religiöses Narrativ, das behauptet, „das Verhalten von Menschen wird von Gott oder Satan gesteuert“.  In den mir bekannten religiösen Narrativen ist die Rede davon, dass Gott den Menschen die Fähigkeit zur Selbstverantwortung geschenkt hat.  Satan, meine nur oberflächliche Beschäftigung mit ihm mag einem Trugschluss Vorschub leisten, muss im Gegensatz hierzu mit VERführung ansetzen, ist mithin eben nicht in der Lage (und zöge wohl auch gar keine Befriedigung hieraus, wäre es so) zu steuern, sprich unmittelbar zu herrschen.

Alle mir bekannten Narrative, die dem Menschen seine Gewissensfähigkeit absprechen und/oder diese so limitiert sehen, dass kleine Teile von ihnen sich als Anwälte in Sachen ihrer aller Befreiung von den eigenen Unzulänglichkeiten aufspielen müssen, sind sozialistische.  Sie, Imagine, projizieren Ihre Unfähigkeit sich und die Menschen wie sie sind zu lieben auf die, die Ihnen dies nie verbauen würden.

Die Rechten brauchen und wollen kein „Zukunftsprojekt“ zustande bringen, weil ihnen die Kindergartenvorstellung der Welt als „Projekt“ lächerlich ist.  Projekt und Projektion, das hält Euch Winzlinge zusammen.

Und nur damit das klar ist: Heute 20.30 Uhr beginnt die Geraderückung der Welt im Kleinen.

zeitschnur

23. Mai 2022 15:05

@ Imagine

Vielen ist gar nicht die biologische Zeitbombe bewusst. Beim Großteil der Bevölkerung ist durch die gentechnischen Injektionen das Immunsystem verändert worden.

Das müssen Sie erklären.

Ich glaube weder an ein "Immunsystem", noch sonstige Kampf-ums-Dasein-Medizin, wie sie final durch das NS-RKI schließlich durchgesetzt wurde gegen bessere Ansätze - leider bis heute.

Aber ich vermute auch, dass viele, sehr viele Menschen schwerst geschädigt worden sind durch die Spritzerei, ganz einfach weil ich es rund um mich herum SEHE und miterlebe. Die Betroffenen haben schwerste Nebenwirkungen (neurologischer Art, rheumatischer Art, Blut-und/oder Gefäß-Probleme aller Art) und werden einfach im Regen stehe gelassen oder als psychisch krank diffamiert. Selbst manifeste Lähmungen werden als "Einbildung" abgetan, es ist wirklich himmelschreiend.

Ich weiß nicht, ob man mit einer Spritze dauerhaft das Bewusstsein verändern kann. Ich bin kein Materialist. Aber trotzdem würde ich gerne Ihre Erklärung hören.

zeitschnur

23. Mai 2022 15:20

@ Imagine

Sie meinen, wenn die zivilisatorische Matrix zusammenbreche, werden Mord und Totschlag ausbrechen?

Sie verweisen auf afrikanische Länder, Jelzin-Russland etc. Allerdings sehe ich da einen Denkfehler: Die Matrix war ja nicht zusammengebrochen. Mord und Totschlag gab es dort, weil das Sklavensystem nach wie vor wütete. Zusammengebrochen waren nur rechtliche und politische Hemmnisse für diese Matrix.

Ich ging dagegen von einem Zusammenbruch dieser inner-circle-Matrix aus bei dem, was ich schrieb. Solange man alles kontrolliert wegfegt, was des Kleinbürgers ist, die diabolische Sklavenmaschine aber unangetastet bleibt, ist auch der Vorstadt-Räuber nichts als ein gesteuertes Rädchen der Täter in den Hinterburgen in ihrer Hinterwelt. Denn mehr ist das alles nicht, als eine lächerliche, aber grausame Hinterwelt, die nur solange lebendig erscheint, solange Sie und so viele andere vor Ihnen eine Proskynesis machen.

Interessant aber, dass Sie am Ende bei einem kleinbürgerlichen Hilf-dir-selbst landen, das doch wohl so weit von dem meinen gar nicht weg ist, oder?

zeitschnur

23. Mai 2022 15:37

@ Gotlandfahrer

Ich kenne kein religiöses Narrativ, das behauptet, „das Verhalten von Menschen wird von Gott oder Satan gesteuert“.  In den mir bekannten religiösen Narrativen ist die Rede davon, dass Gott den Menschen die Fähigkeit zur Selbstverantwortung geschenkt hat.  Satan, meine nur oberflächliche Beschäftigung mit ihm mag einem Trugschluss Vorschub leisten, muss im Gegensatz hierzu mit VERführung ansetzen, ist mithin eben nicht in der Lage (und zöge wohl auch gar keine Befriedigung hieraus, wäre es so) zu steuern, sprich unmittelbar zu herrschen.

Treffend bemerkt!

Es ist für mich immer wieder überraschend, dass jeder meint, irgendeinen Unfug über die Religion zum besten geben zu müssen, ohne wenigstens mal kurz vorher einen Info-Streifzug versucht zu haben.

Ich stimme Ihrem Kommentar vollkommen zu.

Imagine und viele andere sagen uns eigentlich: Wir sind böse, wir sind dumm, uns muss man in Schach halten, wer seine Seele nicht an den Leviathan irgendeines vernünftelnden, gouvernantenhaften Dressurprojektes verkauft, wird untergehen und ausgeraubt werden oder selber rauben.

In der Logik ist Social Credit doch super - halt eine Weiterentwicklung des Polizeistaates unter Eliminierung der Seele. Den Geist gibt es da ja eh nicht.

Aber gerade weil ich ein gläubiger Mensch bin, denke ich anders über den Menschen. Man muss sich entscheiden, und es gibt auch den selbstgewählten Untergang in einer solchen Vorstellung.

 

Herr K aus O

23. Mai 2022 15:57

@Imagine: Vielleicht gründet Lafo mal wieder ne neue Partei. DER hat es verstanden und seiner Linkspartei vorgeworfen, nur noch für die städtischen Mileus zu arbeiten - die kenne ich zugenüge, gehöre ich dem Club selbst an. Es gibt ne Menge Menschen dort drunter, die 50 Stunden die Woche bis 70 arbeiten wollen, incl. Traum vom eigenen Tiny House :) (Nun gut, das schafft keiner, werden halt die Renten kräftig gekürzt)

Laurenz

23. Mai 2022 21:30

@Kurativ @L. (1)

Die Antwort, die Sie verdient hatten, ging nicht durch. Daher antworte ich anders.

Diesbezüglich muss ich MS & Götz Kubitschek großen Respekt zollen.

Ja, kann man. Unternehmerisch betrachtet, sieht das anders aus. Beide Protagonisten benutzen provokante politische Thesen mit denen sie extrem günstig Reichweite generieren. 

Große Renditen scheinen nur im Globalen möglich zu sein.

Können Sie das irgendwie belegen?

Deshalb haben die Finanziers an der WS das deutsche Modell der Genossenschaft als unbrauchbar für ihre Zwecke bewertet.

Das ist Quatsch, Sie haben nicht recherchiert. Genossenschaftsanteile sind explizit von Raiffeisen entwickelt worden, um große Übernahmen abzuwehren. Bei AGs oder GmbHs hat man Stimmrecht gemäß Anteil. Bei Genossenschaften wird per Kopf abgestimmt, egal, wie groß der Anteil ist. Wenn Sie zB Kunde bei der Frankfurter Volksbank (pöses Wort) werden wollen, dann müssen Sie einen Anteil kaufen. Mehr gibt's auch nicht, weil die Anteile heiß begehrt sind. Die rentieren immerhin noch mit 3%, was in einer 0-Zinsphase & einer sogenannten Retail-Bank viel ist.

Laurenz

23. Mai 2022 21:32

@Kurativ @L. (2)

Ob wir vor einer De-Globalisierung weiß ich nicht. In Russland sieht es so aus.

Hatte ich bereits beantwortet.

GB, die USA (bei Grenzschutz und Küstenwache) und Australien könnten sich auf ihre Inseln zurückziehen. So konnten sie den hispanischen Reichen, welche auch klimatisch ungünstiger lagen, auf dem Pelz rücken & sie verdrängen. Es gibt also auch eine offensive Komponente des Inseldaseins.

Das ist rein eine Frage des politischen Willens eines jeweiligen Akteurs. Im us amerikanischen Unabhängigkeitskrieg waren die Flotte Spaniens & Frankreichs den Briten überlegen. Sie hätten die Royal Navy niederkämpfen & Britannien den Garaus machen können. Dafür gab es aber keinen politischen Willen. Dasselbe gilt für den I. Weltkrieg. Die Europäer hätten, anstatt sich selbst zu zerfleischen, die USA niederkämpfen & zerschlagen können. Ist aber nicht passiert.

Eine Bedrohung für diese Inselreiche scheint es vorerst nicht zu geben.

Das spielt keine Rolle. Entscheidend ist, wie ehedem, die Seemacht.

Laurenz

23. Mai 2022 21:33

@Kurativ @L. (3)

Beim Finanzcrash 2011 haben die USA ihre Macht genutzt, um Geld aus Europa abzuziehen.

Der Finanzcrash war 2008. Die Verluste europäischer Banken & Steuergelder beruhten rein auf der Blödheit der europäischen Banker & Politiker.

Beim Finanzcrash von 1929 im Zusammenspiel mit den Versailler Vertrag & der Machtübernahme der ihnen näher stehenden Nationalsozialisten, haben die USA ihre Macht genutzt um in Europa physisch Fuß zu fassen & ihr System hier zu verbreiten.

Unfug. Der 1927 implementierte Young-Plan wandelte die USA vom größten Schuldner zum größten Gläubiger des Planeten. Nach dem Schwarzen Freitag 1929 kauften die us amerikanischen Banken aber keine prolongierten Weimarer Anleihen mehr, d.h. die Rückzahlungen wurden fällig, was die Weltwirtschaftskrise in Deutschland noch verstärkte. Es gibt, außer Henry Ford, keinen nennenswerten Nachweis für verbesserte Beziehungen zwischen Nationalsozialisten & den Amis, wenn wir von den üblichen Handelsgeschäften absehen. Die Sutton-Märchen @Zeitschnurs können Sie Sich sparen. Der Mann hat seine Behauptungen nie belegt.

Laurenz

23. Mai 2022 21:35

@Kurativ @L. (4)

Das heißt, dass bereits erreichte wirtschaftliche und politische Macht "re-investiert" wurde. Das kann auch jetzt Deutschland und der EU/NATO bevorstehen, in dem die USA/GB in der Krise durch Aufkauf von Unternehmen, dominante Platzierung ihrer Dienstleistungen und Produkte, und Nutzung politische abhängiger Kräfte (z.B. Grüne, SPD, Union, FDP) ihre Machtbasis auf den ihnen fremden Kontinent weiter ausbauen. Dazu sind fremde Helfer in den Satellitenstaaten notwendig.

Was soll das für eine Aussage sein? Vor allem Chinesen kaufen den deutschen Mittelstand auf.

Laurenz

23. Mai 2022 22:14

@Herr K aus O @Imagine

Oskar, dem man eine neue Partei zutrauen könnte, ist mittlerweile zu alt. Seine Frau traut sich nicht & ist mit Ihrer linken Bewegung gescheitert. Und selbst wenn Oskar tatsächlich eine neue linke Partei implementieren würde, die über 5% kommt, könnte er nicht verhindern, daß die Apparatschiks, wie Wissler & Co., irgendwann den Laden übernehmen. 

Herr K aus O

23. Mai 2022 23:09

@Laurenz: Außerdem ist ER zu krank. Und ich glaube, dass - wie ja immer so schön von Imagine dargelegt - das System an seiner Perfektion zu Grunde geht - irgendwann gibt es ja keinen mehr, den man ausbeuten kann. Ich vermute fast, man kommt um Marx Lektüre nicht rum, wenn man es richtig betreiben möchte. 

Mit dem Great Reset und dem Ziel, dass alle nur noch alles leihen kommen wir der Supernova des Kapitalismus schon sehr, sehr nah. Mehr Konzentration von Kapital geht dann wohl nicht mehr. 
 

Ordoliberal

24. Mai 2022 00:58

Ich möchte RMH's Rat, dass man nicht alle Amerikaner über einen Kamm scheren sollte, und dass das unter Linken wie Rechten gleichermaßen verbreitete anti-amerikanische Ressentiment einem Patrioten nicht ansteht, mit einem Text unterfüttern:

https://amgreatness.com/2022/05/22/expanding-nato-undermines-european-and-american-security/

Wir haben in Deutschland ein von Minderwertigkeitsgefühlen verzerrtes Amerikabild. Hat doch die deutsche Niederlage die USA zu dem globalen Imperium gemacht, das eigentlich Deutschland werden wollte. (Und immer noch werden will, zumindest auf moralischem Gebiet. Denn am deutschen Wesen soll ewig die Welt genesen.)

Aber die Amerikaner sind nicht nur imperialistisch, materialistisch und profitgierig. Sie sind auch christlich, tolerant und mutig. Und sie lieben immer noch die Freiheit mehr als wir. Trumps MAGA Bewegung hat meiner Meinung nach genau die ideologische Fusion zwischen ordoliberal, christlich-konservativ und patriotisch gefunden, nach der die AfD schon so lange sucht.

Imagine

24. Mai 2022 01:22

1/2

@zeitschnur    23. Mai 2022 15:05
„ ‚Beim Großteil der Bevölkerung ist durch die gentechnischen Injektionen das Immunsystem verändert worden.
Das müssen Sie erklären.“

Die Funktion des Immunsystems ist, das Leben des Organismus zu erhalten. Das materielle Korrelat des Bau- und Funktionsplan des Organismus ist das Genom.

Das Immunsystem wehrt krankmachende Erreger ab und eliminiert Krebszellen, die ständig im Rahmen der Zellerneuerung entstehen.

Wird das Immunsystem gentechnisch verändert und geschädigt, so greift es körpereigenes Gewebe und Organe an (z.B. Herzzellen bei Endo-/Myokarditis, Gefäßwände mit Thrombosenbildung, zerstört Nervengewebe, es entstehen Autoimmunkrankheiten etc.). Oder es eliminiert nicht mehr zuverlässig Krebszellen, was die Rate der Krebserkrankungen erhöht oder zu Wiederauftreten von Krebs führt.

Was an Nebenwirkungen nach Gen-Injektionen zu beobachten ist, weist darauf hin, dass bei einem Teil der gentechnisch Behandelten das Immunsystem als Lebenserhaltungsprogramm des Organismus nicht mehr richtig funktioniert. Diese Menschen sind genetisch verändert worden. Wie viele in Zukunft davon betroffen sein werden, wissen wir nicht. Deshalb die Rede von einer „biologischen Zeitbombe“.

Wer einen konventionellen Corona-Grippeimpfstoff – wie die chinesische Bevölkerung - erhalten hat, ist davon nicht betroffen.

Imagine

24. Mai 2022 01:25

2/2

Eine Gesellschaft, welche die Menschen mit Repression und Nötigung zur gentechnischen Behandlung zu zwingt - und dies sogar bei Kindern und jungen Menschen, die überhaupt nicht gefährdet sind -, zeigt ein Verhalten wie eine Weltuntergangssekte. Es ist ein Ausdruck kollektiven Irreseins, hervorgerufen durch die Wahnsinnlogik des kapitalistischen Systems.

Die Gesellschaft ist so irre geworden, dass sie diese Zusammenhänge nicht mehr begreifen kann und in religiöse und fundamentalistische Irrationalismen regrediert.

Andreas Walter

24. Mai 2022 07:43

@Gustav

Danke betreffend der Verknüpfung, die Sie angehängt haben.

Nur sind es eben nicht nur 55 Milliarden Kubikmeter Erdgas (über die NS1), die Europa jährlich aus Russland bezieht, sondern waren es selbst im Corona Jahr 2020 insgesamt 185 Milliarden Kubikmeter. Verflüssigt sind das aber immer noch 310 Millionen Kubikmeter, wobei die neuen, großen Tanker davon sogar 250.000 pro Fahrt aufnehmen können. Bei zirka 12 Fahrten pro Jahr (VSA, Katar) würden also ab sofort 100 neue Schiffe gebraucht.

Finnland (bald NATO) hat übrigens schon 2014 mit Zuschüssen der EU damit angefangen, 3 LNG-Anlandungshäfen zu bauen. Der letzte davon, Hamina, soll im Herbst dieses Jahres fertig sein. Ob das wohl auch Zufall ist, so wie nur Deutschland jetzt keine hat?

“keep the Soviet Union out [heute Russland und China], the Americans in, and the Germans down.” Lord Hastings Lionel Ismay

 

 

Der_Juergen

24. Mai 2022 08:06

@Gotlandfahrer und @Zeitschnur

"Ich kenne kein religiöses Narrativ, das behauptet, „das Verhalten von Menschen wird von Gott oder Satan gesteuert.“

Doch, die prädeterministischen wie der Calvinismus (und, mag Luther auch nicht so apodiktisch formuliert haben wie Calvin, der Lutheranismus) sowie der Islam. Nach diesen Religionen ist der Selige durch einen unerforschlichen Ratschluss des Höchsten seit jeher zur Seligkeit und der Verdammte zur Verdammnis bestimmt. Im Koran rühmt sich Allah mehrmals, die Bösen, die Ungläubigen "geblendet" und "verwirrt" zu haben. Natürlich ist eine solche Religion monströs, denn wenn der Sünder durch den Ratschluss Gottes (nicht des Teufels!) gar nicht anders kann als zu sündigen, weshalb verdient er dann eine Strafe?

Die katholische Kirche lehrt die Willensfreiheit, hat aber Augustin, einen radikalen Vertreter der Prädestination, nie offen verurteilt, aus Rücksicht auf seinen Status als Kirchenvater. Die Ausrede, der Mensch sei frei, aber in seiner Allwissenheit habe Gott im voraus gewusst, ob er tugendhaft oder untugendhaft leben werde, ist eine Scheinlösung: Wenn Gott dies im voraus weiss, und Gott sich nicht irren kann, ist die Freiheit des Menschen eben nur eine Scheinfreiheit, nach dem Motto: Du glaubst zu schieben, aber wirst geschoben.

Es sind dies zu ernsthafte Fragen, als dass Dilettanten, die sich nie damit befasst haben und nur ihr Halbwissen im Kopf haben, hier mitreden sollten.

Imagine

24. Mai 2022 08:20

1/2

@zeitschnur   23. Mai 2022 15:37
„Imagine und viele andere sagen uns eigentlich: Wir sind böse, wir sind dumm, uns muss man in Schach halten, wer seine Seele nicht an den Leviathan irgendeines vernünftelnden, gouvernantenhaften Dressurprojektes verkauft, wird untergehen und ausgeraubt werden oder selber rauben.
In der Logik ist Social Credit doch super - halt eine Weiterentwicklung des Polizeistaates unter Eliminierung der Seele. Den Geist gibt es da ja eh nicht.“

Ihre Hippie-Philosophie, verbunden mit religiösen Fundamentalismus und sozialwissenschaftlicher Ignoranz, lässt Sie ständig zu falschen Schlüssen kommen.

Menschen benötigen Führung und Kontrolle, je weniger sie zu selbstständigem Denken und Handeln erzogen und gebildet sind, umso mehr.

Der spätkapitalistische Mensch wird für den Markt konditioniert und ist ein Idiot. Er soll wirtschaftlich verwertbar sein (s. Employability) und hirnlos kaufen und konsumieren. Er wird nur für Teilarbeiten qualifiziert, ganz gleich ob er körperlich oder geistig arbeitet (Spezialisierung). Der Prozess der Taylorisierung hat alle Bereiche erfasst und beginnt schon in der Schule.
 

Imagine

24. Mai 2022 08:23

2/2

Eine bürgerlich-humanistische Allgemeinbildung existiert nicht mehr, auch auf den teuren Privatschulen nicht. Letztere produzieren einen Typus, der dann gut in die Young Global Leaders Programme des WEF passt und der dann auf Funktionseliten-Positionen gebracht wird. So wie Merkel, Söder, Spahn, Nouripour, Özdemir, Baerbock, Barroso, Macron, Blair, P. Trudeau, Jacinda Ardern, Janna Marin usw. usf. (https://tinyurl.com/2p8udbzn).

Man braucht verhaltenssteuernde Programme, wie z.B. Social Credit Systeme, um das Verhalten der modernen Idioten zu steuern. Erstmalig wurden solche Programme (Social Engineering) vor über 100 Jahren in Chicago entwickelt.

In allen größeren Unternehmen werden solche betriebspsychologischen Bonus-Malus-Programme zur Optimierung von Arbeitsleistung und Gewinnen eingesetzt.
Überall sind solche Programme zur Bewertung und Steuerung des Verhaltens im Einsatz: Beim Militär, in der Versicherungswirtschaft, bei Banken, bei Wirtschaftsauskunfteien wie SCHUFA, bei Geheimdiensten etc. Auch in der Psychotherapie. Solche habe ich bereits in den 70er Jahren in der Suchtbehandlung kennengelernt.
 

Gotlandfahrer

24. Mai 2022 10:00

@ Der_Juergen

Es sind dies zu ernsthafte Fragen, als dass Dilettanten … hier mitreden sollten.

Auch ich dilettiere und kann mit nicht mehr als Halbahnung glänzen, wenn ich entgegenhalte, dass auch Allah froh zu sein scheint, wenn Ungläubige den Weg zu ihm finden. Wäre dies im Einzelfall vorbestimmt: Gott wie langweilig wäre das für ihn!  Er mag sich bei der initialen Platzanweisung etwas gedacht haben, aber er scheint dem Menschen ja insoweit geistige Dispositionsfreiheit zuzugestehen, da man sündigen kann, mithin Schuldfähigkeit besitzt.  Ich bin mir sicher, diese logischen Spielchen sind in Fachkreisen schon alle seit Jahrhunderten ausbaldowert, aber muss nicht auch jedem neuen Kinde persönlich vermittelt werden, dass man heiße Herdplatten nicht anfasst?

Deswegen fühlt sich Ihre Vorstellung, Willensfreiheit bzw. Gottesabsicht seien nur von Fachleuten unter sich zu diskutieren, der Ahnungslose solle schweigen, für mich nicht richtig an. Entspricht das nicht dem bolschewistischen Rätetum und der neoliberalen Expertokratie? Selbstverständlich kommt man nicht um erfahrungsbasierte Hierarchie der Aussagenwürdigkeit herum, will man dämliches Palaver vermeiden, aber wird nicht gerade über sokratischer Frage- Antwortspiele, also auch über Mitredenlassen, Erfahrung mitgeteilt? Ist das Formulieren von Irrtümern nicht der Schlüssel zu ihrer Aufdeckung?

Im Übrigen wurde das Geraderücken noch einmal vertagt, wer will schon nach Hoffenheim.

Gustav

24. Mai 2022 10:12

Es geht schon wieder los:

Das Übungsszenario stellte eine tödliche, globale Pandemie mit einem ungewöhnlichen Stamm des Affenpockenvirus dar, der in der fiktiven Nation Brinia auftrat und sich innerhalb von 18 Monaten weltweit ausbreitete. Letztendlich zeigte das Übungsszenario, dass der ursprüngliche Ausbruch durch einen Terroranschlag verursacht wurde, bei dem ein Erreger verwendet wurde, der in einem Labor mit unzureichenden Biosicherheitsvorkehrungen und unzureichender Aufsicht entwickelt worden war. Am Ende der Übung hatte die fiktive Pandemie weltweit mehr als drei Milliarden Krankheitsfälle und 270 Millionen Todesopfer zur Folge.

Nach dem Simulationsplan findet der Angriff am 15. Mai 2022 statt.

https://axelkra.us/affenpocken-die-naechste-welle-von-verbrechen-der-technokratie-gegen-die-menschlichkeit-patrick-m-wood/

RMH

24. Mai 2022 10:18

@Imagine,

falls Sie Abonnent der Sezession sind, dann lesen Sie doch bitte einmal im aktuellen Heft 107 den Artikel "Three Identical Strangers – trotz allem gleich" von August Nagel und Erik Ahrens.

Danach stellt man sich schon die Frage, inwieweit der Mensch überhaupt formbar, erziehbar, verhaltenssteuerbar ist - außer mit robustem Zwang. Und dann wäre es eben erzwungenes Verhalten und nicht sein wahres, eigenes Verhalten.

Gustav

24. Mai 2022 10:24

Niemand hat „Lockdown“ gesagt … noch nicht. Aber Hans Kluge, WHO-Regionaldirektor für Europa, ist „besorgt“, dass sich die Übertragung beschleunigen könnte, wenn Menschen an Massenveranstaltungen teilnehmen:

Da wir in die Sommersaison eintreten … mit Massenveranstaltungen, Festen und Partys, bin ich besorgt, dass sich die Übertragung beschleunigen könnte.

(Da die Inflation in die Höhe schießt und die Krise der Lebenshaltungskosten immer schlimmer wird, ist es für sie wahrscheinlich praktisch, einen neuen „gesundheitspolitischen“ Grund zu haben, um Proteste zu verbieten oder zivile Unruhen zu unterbinden. Nur so ein Gedanke.)

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