Faktenlage (15): Die AfD vor dem Parteitag

Redaktionelle Vorbemerkung: Daniel Fiß wird am kommenden Montag, also am Tag nach dem dreitägigen Bundesparteitags der AfD, in Berlin vortragen.

Daniel Fiß

Daniel Fiß ist freier Publizist.

Ver­an­stal­ter ist das Insti­tut für Staats­po­li­tik. Beginn des Vor­trags zum The­ma “Nach dem Par­tei­tag – die AfD und ihr Wäh­ler­po­ten­ti­al” ist um 19 Uhr, Ein­laß ist ab 18.30 Uhr, Ver­an­stal­tungs­ort eine Loka­li­tät unmit­tel­bar am U‑Bahnhof Lich­ter­fel­de Ost. Bit­te mel­den Sie sich an unter anmeldung(at)staatspolitik.de, Sie erhal­ten dann eine Bestä­ti­gung und die Adres­se des Lokals. Ein Bei­trag wird nicht erho­ben, 20 Hörer­plät­ze sind noch frei.

– – –

Wie ist die Lage und Zukunft der AfD vor dem Hin­ter­grund ihrer bis­he­ri­gen Par­tei­ent­wick­lung zu betrach­ten? In der AfD dürf­ten der­zeit die Tele­fo­ne und Chat­grup­pen heiß lau­fen. Viel wird über Per­so­na­li­en, Mehr­hei­ten, Lis­ten und Schieds­ge­richts­ur­tei­le debat­tiert und gestrit­ten. Inzwi­schen haben die Dele­gier­ten ein recht umfang­rei­ches Vor­ab­an­ge­bot von ambi­tio­nier­ten Par­tei­ka­dern, die inner­halb der kom­men­den zwei Jah­re die AfD füh­ren werden.

Der kom­men­de Bun­des­vor­stand wird dann unter ande­rem noch in die­sem Jahr die nie­der­säch­si­sche Land­tags­wahl mit­ver­ant­wor­ten und ab dem kom­men­den Jahr min­des­tens drei wei­te­re Land­tags­wah­len in West­deutsch­land, die Euro­pa­wah­len 2024, zehn Kom­mu­nal­wah­len und ver­mut­lich auch die Wei­chen für drei ent­schei­den­de Ost-Wah­len in Sach­sen, Bran­den­burg und Thü­rin­gen stellen.

Man­che Mit­glie­der sehen die­sen Par­tei­tag in sei­ner his­to­ri­schen Bedeu­tung ähn­lich rich­tungs­wei­send, wie jenen 2015, als der Mit­grün­der und dama­li­ge Vor­sit­zen­de Bernd Lucke abge­wählt wur­de. Ob der­ar­ti­ge Abso­lu­tio­nen und zwang­haf­te Schick­sals­an­leh­nun­gen wei­ter­hel­fen, müs­sen ande­re beur­tei­len. Wir wol­len an die­ser Stel­le ledig­lich einen gene­rel­len Lage­über­blick und Aus­blick geben.

Die säch­si­schen Kom­mu­nal­wah­len am letz­ten Sonn­tag haben gezeigt, daß die aktu­el­le Kri­se der AfD ein Phä­no­men der Gesamt­par­tei ist. Auch wenn die Wäh­ler­ge­set­ze (nied­ri­ge Wahl­be­tei­li­gung, stär­ke­rer Kan­di­da­ten­fak­tor, regio­na­le Spe­zi­fi­ka) auf der Kom­mu­nal­ebe­ne anders funk­tio­nie­ren als bei Land­tags- oder Bun­des­tags­wah­len, so kann nicht dar­über hin­weg­ge­täuscht wer­den, daß im Ver­gleich zu den letz­ten Wah­len in Sach­sen, die AfD in den Land­krei­sen teil­wei­se über die Hälf­te ihrer Wäh­ler ver­liert, obwohl die Wahl­be­tei­li­gung selbst nicht über die Hälf­te ein­ge­bro­chen ist.

Sach­sen gilt in der AfD noch immer als Erfolgs­la­bo­ra­to­ri­um der Par­tei, wel­ches auch als Blau­pau­se für den Rest der Repu­blik die­nen sollte.

Die star­ken Ergeb­nis­se bei den letz­ten Wah­len drän­gen auch mit­tel­fris­ti­ge Fra­ge­stel­lun­gen von real­po­li­ti­schen Gestal­tungs­mög­lich­kei­ten auf. Ein Ergeb­nis bei der kom­men­den Land­tags­wahl 2024, wel­ches unge­fähr an das Niveau und die Kon­stel­la­ti­on der Stim­men­ver­tei­lung von der Bun­des­tags­wahl 2021 anknüpft, wür­de in Sach­sen sowohl der CDU als auch der SPD ernst­haf­te Schwie­rig­kei­ten bei der Regie­rungs­bil­dung bereiten.

Für eine soli­de­re Aus­gangs­po­si­ti­on, stär­ke­re Ver­wur­ze­lung und grund­sätz­li­che poli­ti­sche Druck­erhö­hung im Frei­staat, wäre ein Aus­ru­fe­zei­chen bei den säch­si­schen Kom­mu­nal­wah­len durch­aus von Bedeu­tung gewe­sen. Nun gilt es genau zu ana­ly­sie­ren, in die Wahl­krei­se zu schau­en, Wäh­ler­ab­wan­de­rungs­be­we­gun­gen zu iden­ti­fi­zie­ren und die Wahr­neh­mungs­ef­fek­ti­vi­tät der eige­nen Kam­pa­gnen zu evaluieren.

Auf Bun­des­ebe­ne hört man aus vie­len Lagern blu­mi­ge Wor­te von der Besin­nung der AfD auf die eige­nen Kern­kom­pe­ten­zen und das eige­ne Grund­satz­pro­gramm, des­sen Ver­mitt­lung je nach Lager­sym­pa­thie grund­sätz­li­cher und kon­se­quen­ter oder sen­si­bler und anschluss­fä­hi­ger kom­mu­ni­ziert wer­den müs­se. Die Wäh­ler wer­den in die­sem Den­ken zum ratio­na­len Sub­jekt, wel­ches im rich­ti­gen Momen­tum auf die rich­ti­gen Inhal­te stößt und zu Ein­sich­ten der fak­ti­schen Wahr­heit kommt.

Was folgt, sind die gro­ßen Luft­schlös­ser, die man­che Funk­tio­nä­re aus­ma­len, von Stim­men­po­ten­tia­len um die 25–30%, die aktu­ell nur auf­grund des Öffent­lich­keits­auf­tritts und der media­len Wahr­neh­mung nicht akti­viert wer­den können.

Die­ses Den­ken ist jedoch auch mit einer Erkennt­nis­lü­cke ver­knüpft, die die fest­ge­füg­ten und milieu­spe­zi­fi­schen Struk­tu­ren des deut­schen Par­tei­en­sys­tems igno­riert. Die AfD hat ihre Rol­le und his­to­ri­sche Iden­ti­tät inner­halb des bun­des­re­pu­bli­ka­ni­schen Par­tei­en­sys­tems noch nicht abschlie­ßend gefunden.

Die einen sehen die AfD als Lücken­fül­ler eines Bür­ger­blocks, der Uni­on und FDP als vor­ma­li­ge Reprä­sen­ta­ti­ons­kraft des kon­ser­va­ti­ven Bür­ger­tums ablöst. Ande­re sehen in der AfD-Wäh­ler­zu­sam­men­set­zung wie­der­um das Auf­tre­ten einer neu­en Klas­sen­fra­ge, in der die öko­no­mi­schen Zuspit­zun­gen und Trans­for­ma­tio­nen der Glo­ba­li­sie­rung auch in einem deut­schen Momen­tum des Rechts­po­pu­lis­mus mün­den. Der Blick auf die Stu­di­en­la­ge zur AfD-Wäh­ler­struk­tur und Poten­tia­le ver­deut­licht zumin­dest eine inho­mo­ge­ne Iden­ti­tät der Par­tei, in der bei­de Pole aufeinandertreffen.

Unpro­ble­ma­tisch ist die­se Milieu­dif­fe­ren­zie­rung im Hin­blick auf ihre kul­tu­rel­len Wer­te­mus­ter und ihre poli­tisch-emo­tio­na­le Ver­fas­sung. Der AfD fiel es leicht, im Zuge der Euro- und Migra­ti­ons­kri­se ein ska­lie­rungs­fä­hi­ges Wäh­ler­po­ten­ti­al zu mobi­li­sie­ren, wel­ches die Par­tei in alle deut­schen Lan­des­par­la­men­te und den Deut­schen Bun­des­tag trug. Es waren die Unzu­frie­den­heit, der Ver­druß und auch die Wut, die als ver­bin­den­de Klam­mer und lager­über­grei­fend in ver­schie­de­ne sozia­le Milieus aus­strahl­te und die AfD erfolg­reich machte.

Seit zwei Jah­ren scheint die­ses Poten­ti­al jedoch aus­ge­schöpft zu sein. Bei der Bun­des­tags­wahl 2021 ver­lor die AfD in Sum­me knapp zwei Mil­lio­nen Wäh­ler. Ähn­li­che Ver­lus­te sind bei den Land­tags- und Kom­mu­nal­wah­len zu beob­ach­ten. Coro­na und die Ukrai­ne-Kri­se lie­ßen sich nur schwer in die eige­ne pro­gram­ma­ti­sche The­men­kla­via­tur integrieren.

Die AfD ist nun an dem Punkt, an dem schon vie­le erfolg­rei­che Pro­test­par­tei­en, links wie rechts, vor ihr stan­den. Ihr Vor­teil ist jedoch ihre kom­for­ta­ble Posi­ti­on, die sie sich durch die ein­zig­ar­ti­ge Erfolgs­dy­na­mik auf­ge­baut hat. Der Maß­stab eines mög­li­chen „Schei­terns“ der AfD wür­de sich ver­mut­lich nicht, wie bei ihren Vor­gän­gern unter­schied­li­cher Pro­test­par­tei­en, anhand einer tota­len poli­ti­schen Bedeu­tungs­lo­sig­keit und aus­blei­ben­den Reprä­sen­ta­ti­on in den Par­la­men­ten äußern. Dafür aber in einer Sack­gas­se, in der sie zwar wei­ter­hin auf die Res­sour­cen des Par­la­ments­be­triebs zugrei­fen kann, aber poli­tisch unwirk­sam bleibt und ledig­lich die Pro­jek­ti­ons­flä­che ihrer Geg­ner ist, um damit stets neue ver­schär­fen­de Maß­nah­men im „Kampf gegen Rechts“ zu legitimieren.

Pro­test­par­tei­en leb­ten immer von poli­ti­schen Initi­al­zün­dun­gen und Impul­sen aus dem Nicht­wäh­ler­la­ger und Absetz­be­we­gun­gen ihrer welt­an­schau­li­chen Par­tei­pen­dants. Die Poli­to­lo­gie geht für den Erfolg von rechts­po­pu­lis­ti­schen Par­tei­en von einem Modell der poli­ti­schen Gele­gen­heits­struk­tu­ren aus, in denen rech­te Par­tei­en anhand ver­schie­de­ner gesell­schaft­li­cher Kon­stel­la­tio­nen Erfol­ge erzie­len kön­nen. Die­se Gele­gen­heits­struk­tu­ren kön­nen sowohl dis­kur­si­ver (Reso­nanz­fä­hig­keit eines pola­ri­sie­ren­den öffent­li­chen The­mas), aber auch insti­tu­tio­nel­ler Natur sein (Unter­stüt­zung von gesell­schaft­li­chen oder poli­ti­schen Eliten).

Zwei ent­schei­den­de Merk­ma­le die­ser Gele­gen­heits­struk­tu­ren lie­gen einer­seits in der jewei­li­gen Regie­rungs­kon­stel­la­ti­on, wonach die kon­kur­rie­ren­de Pro­test­par­tei gegen­über der eta­blier­ten Par­tei auf ähn­lich sozio­struk­tu­rel­le Milieus zurück­grei­fen kann. Ins­be­son­de­re in Ver­trau­ens- und Legi­ti­ma­ti­ons­kri­sen der Uni­ons­par­tei­en konn­ten auch rech­te Par­tei­en Erfol­ge erzielen.

Dies war bspw. 1983 bei der Grün­dung der Repu­bli­ka­ner der Fall, als Hel­mut Kohls beschwo­re­ne „geis­tig-mora­li­sche Wen­de“ als Gegen­part zum 68er-Geist sich als lee­re Wahl­kampf­flos­kel abzeich­ne­te. Oder 1969, als die NPD fast in den Bun­des­tag ein­zog, da die CDU in der Gro­ßen Koali­ti­on mit der SPD völ­lig aus­ge­zehrt war.

Hin­zu kommt ein stra­te­gi­sches Momen­tum, in dem gesell­schaft­li­che Dis­kur­se nicht mehr in ihrer Plu­ra­li­tät über die eta­blier­ten Par­tei­struk­tu­ren abge­bil­det wer­den. Die bereits 2010 ange­sto­ße­ne Sar­ra­zin Debat­te wur­de vom Estab­lish­ment dif­fa­miert und igno­riert, wodurch die Nach­fra­ge eines par­tei­po­li­ti­schen Reprä­sen­ta­ti­ons­an­ge­bo­tes stieg. Schon damals pro­gnos­ti­zier­ten Demo­sko­pen ein mög­li­ches Wäh­ler­po­ten­ti­al von knapp 20%.

Doch Poten­tia­le allein rei­chen nicht aus. Sie müs­sen auch orga­ni­sa­to­risch, logis­tisch und stra­te­gisch über Par­tei­en akti­viert wer­den und kor­re­spon­die­ren dabei, mit den beschrie­be­nen Ver­trau­ens- und Legi­ti­ma­ti­ons­kri­sen des eta­blier­ten Parteienblocks.

Die­se Ver­trau­ens­kri­sen haben sich in der bun­des­deut­schen Geschich­te der (rech­ten) Pro­test­par­tei­en jedoch zumeist nur als tem­po­rä­re Mobi­li­sie­rungs­zy­klen gezeigt. Mit­tel- und län­ger­fris­ti­ge Abwärts­be­we­gun­gen führ­ten zu Unge­duld und inner­par­tei­li­chen Rich­tungs­kämp­fen, in denen man zumeist als nicht wahr­nehm­ba­re Kopie des eta­blier­ten Ange­bots ende­te, oder in zuneh­men­den Selbstra­di­ka­li­sie­rungs­ten­den­zen, an des­sen Ende nur noch ein sek­ten­haf­tes Dasein übrigblieb.

Die­se Wege müs­sen für die AfD kei­ne Zwangs­läu­fig­keit sein. Sie steht durch ihre regio­na­len Stär­ken und gesamt­e­lek­to­ra­le Stamm­wäh­ler­schaft von gut 7–8 % vor ganz ande­ren Bedin­gun­gen. Mög­li­cher­wei­se durch­schrei­tet die Par­tei zunächst eine Tal­soh­le, die ihr die Mög­lich­keit der eige­nen Struk­tur­stär­kung und Milieu­bil­dung gibt.

Ent­schei­dend ist jedoch, daß sie genau die­se Erfor­der­nis­se der Pro­fes­sio­na­li­sie­rung, Kam­pa­gnen­fä­hig­keit, Vor­feld­struk­tur­bil­dung, Gras­wur­zel­ar­beit, Ana­ly­se­struk­tu­ren als Groß­pro­jekt­auf­ga­ben ver­stan­den wer­den und die Befä­hi­gung ihres künf­ti­gen Füh­rungs­per­so­nals genau an die­sen Punk­ten auch gemes­sen wird.

Daniel Fiß

Daniel Fiß ist freier Publizist.

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Kommentare (95)

Laurenz

16. Juni 2022 20:03

So reagiert eine SPD-Größe auf schlechtere Werte.

https://www.tichyseinblick.de/daili-es-sentials/schwesig-popularitaet-sackt-ab-politikerin-heuert-neue-pr-kraefte-an/

Das erinnert mich an die letzte Kandidatur von Curio zum Parteisprecher. Der hatte als elementaren Inhalt Seiner Kandidatur den öffentlichen Auftritt der Partei im Fokus. Natürlich hat das immer 2 Seiten. Auch ein Curio könnte für Kleinigkeiten einen Mode-Berater gebrauchen.

An der parlamentarischen Oppositionsarbeit gibt es eigentlich wenig zu mäkeln. Momentan haben die Bürger andere Sorgen als die AfD. Die Nummer mit der Graswurzel kommt dann von selbst, wenn man erfolgreich ist. Um erfolgreich zu sein, braucht man öffentliche Wahrnehmung. Das sieht Frau Schwesig wohl genauso. Herzerweichende Geschichten abseits von Covid & der Ukraine, eher mal gerettete Inflationsopfer oder glückliche Jugendliche, die vor einer dämlichen Geschlechtsumwandlung bewahrt wurden, bringen mehr, als Lippenbekenntnisse, vor allem dann, wenn man keine Sahra Wagenknecht oder einen Robert Redford für Arme in den eigenen Reihen hat.

Ordoliberal

16. Juni 2022 22:02

Es ist eine bittere Einsicht, dass die meisten Menschen nicht nach ihren Interessen wählen, sondern nach ihren Gefühlen. Niemand, der nicht schon AfD wählt, kennt das Programm der Partei. Oder gar andere Repräsentanten als Höcke, Gauland oder Weidel. Alle glauben den Klimaschwachsinn, mit religiöser Inbrunst, je gebildeter desto frommer. Jetzt werden auch wieder in typisch deutscher Kriegsbegeisterung Hüte in die Luft geworfen: Wir kennen keine Deutschen mehr, wir kennen nur noch Ukrainer!

Dazu die deutsche Unbildung in Wirtschaftsdingen. Finanzmarktkapitalismus? Hat nichts mit dem sozialistischen Fiatgeld zu tun. Das sind die bösen Kapitalisten! Inflation? Hat nichts mit der sozialistischen Energiepolitik zu tun. Das ist der böse Putin! Sozialistische Weltregierungspläne? Wahnvorstellungen von Verschwörungstheoretikern!

Wo man hinblickt Herdendenken. Die Corona-Maske ist auch noch nicht verschwunden. Der Deutsche liebt seinen Maulkorb.

Die AfD macht programmatisch alles richtig. Es interessiert bloß keine Sau. Ich glaube auch nicht, dass es irgendeinen Unterschied machen würde, wenn die Nationalliberalen und die Nationalsozialis... - Entschuldigung, Nationalsozialen das Kriegsbeil begraben würden. Auch das interessiert nämlich keine Sau außerhalb der Partei.

Es gibt in Deutschland zwar eine objektive Notwendigkeit für die AfD, aber kein weit verbreitetes Bedürfnis nach ihr. Das ist ihr eigentliches Problem. 

RMH

16. Juni 2022 22:22

"Die sächsischen Kommunalwahlen am letzten Sonntag haben gezeigt, dass die aktuelle Krise der AfD ein Phänomen der Gesamtpartei ist." (.D.Fiß)

Und die kleineren, kommunalen Bürgermeisterwahlen in Thüringen auch. Im Übrigen ist D. Fiß aktuell der Autor auf SiN, den wahrlich alle AfD-Funktionäre, gleich welchen "Lagers", zumindest lesen sollten.

"Es gibt in Deutschland zwar eine objektive Notwendigkeit für die AfD, aber kein weit verbreitetes Bedürfnis nach ihr. Das ist ihr eigentliches Problem."  (Ordoliberal)

Das Bedürfnis nach der AfD wurde konzertiert bekämpft und dem Wähler und vor allem Nichtwähler höchst erfolgreich ausgeredet bis ausgetrieben. Dagegen fällt einem kaum mehr etwas ein, zumal es bis in die Länder von zuvor augenscheinlich erfolgreiche Landesverbände - siehe Kommunalwahlergebnisse in Sachsen und Thüringen - hinein offenbar geklappt hat (siehe Ergebnisse dort, siehe mickrige Wahlbeteiligung). Ist die AfD "verbraucht"? Oder warum raffen sich nicht mal mehr genug Denkzettel-Wähler auf? Ermattung statt Empörung?

Ordoliberal

16. Juni 2022 22:29

Rechtspopulist zu sein bedeutet in Deutschland, ein Sozialdemokrat zu sein, der die Deutschlandfahne liebt und seine guten alten Staatsbetriebe wiederhaben will.

Andernfalls er Höcke wählt.

Rechtspopulist zu sein bedeutet in den USA, ein Christ zu sein, der erwartet, dass die Leute ihre Rechnungen selbst bezahlen und der Staat sich aus seinen Angelegenheiten heraushält.

Andernfalls er Trump wählt.

Welcher Rechtspopulismus hat mehr erreicht? Vor welchem hat das globalistische Establishment mehr Angst?

Trump hat die Republikaner von einer Partei der weißen Altreichen zu einer Partei der Deplorables und Arbeitsethiker gemacht. Asiaten unterstützen ihn. Latinos unterstützen ihn. Christliche Schwarze unterstützen ihn. Israelische Juden unterstützen ihn. Er kann mehr als die Hälfte der amerikanischen Wählerschaft mobilisieren. Er ist ein Gott im Heartland. Und er hat Multiplikatoren wie Tucker Carlson und Elon Musk auf seiner Seite.

Höcke dagegen? Hm... Okay, sie mögen ihn in Thüringen...

Wenn es irgendwo noch eine Chance für die Demokratie gibt, dann in den USA. Dies an die Adresse der Antiamerikaner und Antikapitalisten hier.

Laurenz

16. Juni 2022 22:53

@RMH

Ist die AfD "verbraucht"? Oder warum raffen sich nicht mal mehr genug Denkzettel-Wähler auf? Ermattung statt Empörung?

Nochmal zum mitschreiben.....

Das ist kein alleiniges AfD-Phänomen.

Darauf kann man sich natürlich nicht ausruhen. Man muß sich auf das vorbereiten, was absehbar den zukünftigen Wähler in einem halben -, einen -, 2 Jahren bewegen wird.

Mit Verlaub, das ist nicht so schwer.

Laurenz

16. Juni 2022 23:09

@Ordoliberal

Rechtspopulist zu sein bedeutet in den USA, ein Christ zu sein, der erwartet, dass die Leute ihre Rechnungen selbst bezahlen und der Staat sich aus seinen Angelegenheiten heraushält. Andernfalls er Trump wählt.

Die Frage, welche Regierung der US-Amerikaner wählt, hat bis zu Trump nie etwas an der militaristischen, imperialistischen Außenpolitik der USA geändert. Trump ist zu alt & weg vom Fenster. Wenn der Planet Glück hat, wird Ron DeSantis nächster US-Präsident. Aber gerade der läßt sich nur vom reinen Kalkül bewegen, abseits von Kinderschändern oder Weltrettern.

Andreas Walter

17. Juni 2022 13:05

Nur zur Information (zumindest Online nicht oder noch nicht auf dem "Titelblatt"):

https://www.spiegel.de/politik/deutschland/afd-im-bundestag-goetz-kubitscheks-verwandter-arbeitet-fuer-alice-weidel-a-98f1f9d8-dd37-4249-8411-f92617b2aa55

 

RMH

17. Juni 2022 14:03

@Spiegel "Enthüllung":

"Auch soll er Verbindungen zur »Identitären Bewegung« haben, deren geistiger Vater Kubi­tschek ist"

G.K. als "geistiger Vater" der I.B. --- ist das nicht ein bisschen zu viel der Ehre? Habe da andere in Erinnerung, ohne dass dies die Verdienste von Herrn Kubitschek um die neue Rechte schmälern würde.

PS: Wo soll die AfD denn sonst Personal herbekommen, wenn nicht aus einem Umfeld, welches es nichts ausmacht, für die AfD zu arbeiten?

Allnichts

17. Juni 2022 14:05

AfD-Parteitag als Video und Text.

Laurenz

17. Juni 2022 14:17

@Andreas Walter

ja nu, so eine Art Schwiegersohn möchte man dem Relotius-Artikel entnehmen. Man könnte fast meinen, der Relotius trete für Sippenhaft ein. Ganz im Gegensatz zum Relotius sehe ich keine politische oder Feldmann'sche Problematik, aber eine Frage der Wahl der Ausbildung. Es ist zwar praktisch, einen Juristen im Freundeskreis oder der Familie zu haben, aber gemäß dem Soldatenkönig, bleibt ein Spitzbube ein Spitzbube. Grüße gehen raus an RMH, Niekisch & Gracchus.

Laurenz

17. Juni 2022 20:46

https://www.bundesregierung.de/breg-de/themen/deutsche-einheit/17-juni-1953-historischer-tag-fuer-deutschland-363572

Da bricht einem das Herz...

kikl

17. Juni 2022 21:09

Interessanter Beitrag. Mir scheint, dass die AFD im Wesentlichen vor zwei Optionen steht:

1. Sie beugt sich dem gesellschaftlichen Druck

2. Sie hält Stand.

Die Anhänger von Option 1 sagen: Wenn wir uns beugen, dann wird man uns akzeptieren. Wenn wir akzeptiert bzw. "anschlussfähig" sind, dann können wir Wahlen wieder gewinnen, denn dann wird uns der Verfassungsschutz und die Innenministerin Faeser aufnehmen in das Reich der Menschen. Sie verstehen nicht, dass das niemals passieren wird. Der Druck wird erzeugt, um die AFD zu zerstören. Ziel ist nicht der demokratische Wettstreit sondern die totalitäre Vernichtung des Gegners. Es gibt keine Toleranz für die AFD, egal was die AFD tut, außer sie hört auf AFD zu sein.

Die Anhänger von Option 2 sagen. Wenn wir standhalten, dann wird sich die Gesellschaft wandeln, dann werden auch die Linken einsehen, dass der Erhalt des Nationalstaates notwendig für den erhalt des Sozialsystems ist. Auch sie irren sich, denn den Linken geht es nicht mehr um das Wohl der Menschen sondern um die Vernichtung Deutschlands. Die Linke hasst Deutschland wie die Pest.

Standhalten ist ungenügend, es muss dagegenhalten werden. Ansonsten sind wir verloren.

Dagegenhalten bedeutet, dass eine breite Gegenbewegung erschaffen werden muss. Der Schulterschluss mit zahlreichen Bewegung - ohne Furcht vor dem VS, der genau das zu verhindern sucht - muss gefunden werden. Dazu braucht es Mut und Entschlossenheit. 

Laurenz

17. Juni 2022 21:32

@Kikl

Putin schaut hier in die Zukunft, aber so ganz anders, als die Great-Reset-Propheten es hier, auf der SiN, wöchentlich kundtun. Putin folgert Umbrüche im westlichen Europa & er hat dazu noch nicht mal was selbst veranlaßt. Laut Putins Worten besorgen die bürokratischen Eliten im Westen das alles selbst.

https://www.zerohedge.com/markets/eu-backs-ukraines-european-dream-putin-says-sanctions-cost-bloc-400bn-warns-fertilizer

Gelddrucker

17. Juni 2022 21:38

@kikl

Ziemlich guter Beitrag in meinen Augen, sehe ich genauso.

Ziel sollte es sein, den VS zu entlarven als das was er ist: Eine Behörde zur Bespitzelung des Gegners und zur Sicherung der Macht der Machthaber. Mit Verfassung, Demokratie etc. hat das nicht das geringste zu tun.

Und vornehmlich soll das System, also das Wirtschafts- und Finanzsystem verteidigt werden, zu dessen Aufrechterhaltung es nötig ist, dass die nicht geborenen Europäer zum Zwecke des kranken Wirtschaftswachstums mit Einwanderern aufgefüllt werden.

Ein Umstand, der auch viel zuwenig Beachtung findet in der Medienschlacht. Denn dass "die da oben" nicht noch reicher werden und sich alles einverleiben, dagegen sind schätzungsweise rund 90% der Bevölkerung.

Umlautkombinat

17. Juni 2022 23:00

Und wieder...

Ich kann es hier nicht verlinken, da man an keine URL herankommt. Aber wer die 'Freien Sachsen' bei Telegram abonniert hat (ist von dort auch schon geteilt worden):

In dem Video einer Rede/Interview/Anfrage zum Parteitag der AfD, wohl von heute, haelt es Herr Chrupalla fuer noetig zu Gruenden fuer Parteiaustritte zu aeussern:

"Aber es gibt auch heute noch Mitglieder die sagen: 'Jawohl, eine Impflicht lehnen wir eben nicht ab' Auch das muss man akzeptieren"

Muss man nicht, darf man nicht. Punkt.

Ordoliberal

18. Juni 2022 04:44

@Gelddrucker

1/2

Unser Problem sind nicht die Kapitalisten, sondern die Antikapitalisten. Es sind ja die Antikapitalisten, die zu billiges Geld drucken lassen, die Analphabeten aus aller Welt ins Land holen und alimentieren, die bei der Energieversorgung nicht kapitalistisch denken, sondern sozialistisch, die mit ihrer woken und grünen Ideologie das Mittel- und Top-Management internationaler Konzerne antikapitalistisch indoktriniert haben.

Der Shareholder-Kapitalismus ist ja nur ein neues Wort für eine uralte sozialistische Idee: den Solidarismus. (Man lese nach bei v. Mises: "Die Gemeinwirtschaft"). Ebenso ist jede technokratische Ideologie, die davon ausgeht, dass Experten die Gesellschaft erfolgreich steuern können, sozialistisch, wie man wiederum bei Popper nachlesen kann.

Die westlichen Oligarchen und Konzerne sind grün, woke und antikapitalistisch, weil sie das reich macht. Der grün-woke Antikapitalismus hält ihnen den Wettbewerb vom Hals und versorgt sie mit billigen Krediten, moralischer Integrität, fetten Staatsaufträgen und großzügigen Subventionen.

Ganz sicher versorgt er sie nicht mit billigen Arbeitskräften. Im Gegenteil! Noch nie waren Ingenieure, Techniker und Handwerker so teuer.

Ordoliberal

18. Juni 2022 04:58

@Gelddrucker

2/2

Was wir heute erleben ist übrigens nichts Neues. Schon v. Mises ist vor hundert Jahren aufgefallen, dass Unternehmer leichter zum Sozialismus zu bekehren sind als Arbeiter. Und dass sich unter den Reichen mehr Sozialisten befinden als unter den Armen. (Ein Jahrzehnt später jubelten diese sozialistischen Unternehmer dann Hitler zu und fraßen sich an seinen fetten Staatsaufträgen satt.)

Keine Ahnung übrigens, was ein rechter Antikapitalist wie Sie will. Das bleibt immer so vage. Eine Ständegesellschaft? Eine patriotische Sozialdemokratie? Mehr Staatsbetriebe? Einen ethnischen Korporatismus? Ich bin ratlos.

Wenn Kapitalismus bei Ihnen aber einfach nur bedeutet, dass die Reichen an der Macht sind, dann fällt mir beim besten Willen keine Zeit und kein Ort ein, an dem die Welt nicht kapitalistisch war. 

Ordoliberal

18. Juni 2022 05:17

@Gelddrucker

Korrektur

Ich meinte natürlich nicht "Shareholder-Kapitalismus" als neues Wort für den alten Begriff "Solidarismus", sondern "Stakeholder-Kapitalismus". Am Shareholder-Kapitalismus ist nichts auszusetzen.

Laurenz

18. Juni 2022 08:04

@Umlautkombinat

Ich kann es hier nicht verlinken, da man an keine URL herankommt. Aber wer die 'Freien Sachsen' bei Telegram abonniert hat (ist von dort auch schon geteilt worden):

Um etwas zu Verlinken bräuchten Sie Webraum auf den Sie dann den Link setzen könnten.

In dem Video einer Rede/Interview/Anfrage zum Parteitag der AfD, wohl von heute, haelt es Herr Chrupalla fuer noetig zu Gruenden fuer Parteiaustritte zu aeussern:

Herr Chrupalla soll also Seinen Mitgliedern/Delegierten nicht Rede & Antwort stehen? Sind wir hier bei den Bolschewisten oder was?

"Aber es gibt auch heute noch Mitglieder die sagen: 'Jawohl, eine Impflicht lehnen wir eben nicht ab' Auch das muss man akzeptieren"

Es gibt auch Mitglieder, die sich für ein Impfverbot aussprechen, und?

Muss man nicht, darf man nicht. Punkt.

Wollen Sie jeden rausschmeißen, der nicht Ihrer Meinung ist? 

kikl

18. Juni 2022 08:27

@Gelddrucker

"Ziel sollte es sein, den VS zu entlarven als das was er ist: Eine Behörde zur Bespitzelung des Gegners und zur Sicherung der Macht der Machthaber. Mit Verfassung, Demokratie etc. hat das nicht das geringste zu tun."

Genau so ist es. Die AFD muss in den Angriff übergehen. Sie muss jedermann überall nachweisen, dass staatlichen Institutionen wie der VS den Staat delegitimieren. Deshalb verfolgen die staatlichen Behörden Menschen, die auf diesen Umstand aufmerksam machen wegen "Delegitimierung des Staates".  Denn ein Staat, der in den Augen seiner Untertanen keine Legitimität hat, muss auf Gewalt setzten, um seine Herrschaft zu sichern. In diesen Zustand gelangen wir langsam aber sicher Dank Faeser und VS.

Umlautkombinat

18. Juni 2022 09:53

"Um etwas zu Verlinken bräuchten Sie Webraum auf den Sie dann den Link setzen könnten."

Wer haette das gedacht. Ich schrieb das gerade, weil ich sonst natuerlich das Video ohne bohei einfach verlinkt haette.

"Herr Chrupalla soll also Seinen Mitgliedern/Delegierten nicht Rede & Antwort stehen?"

???

"Wollen Sie jeden rausschmeißen, der nicht Ihrer Meinung ist?"

Die verschiedenen Meinungen darf jeder haben. Ich allerdings auch, wenn ich mir ueber die Natur einer Partei Gedanken mache, in der solche Uebergriffe toleriert oder befoerdert werden.

Und wenn ein Vorsitzender der Bundestagsfraktion dieser Partei, der schon vorher wiederholt selbst Auswuechsen von Totalitarismus auch praktisch beigesprungen ist, solche Dinge aeussert, dann wird das halt registriert. Auf solche Leute (=Partei) verlaesst man sich halt besser nicht. Wer nach 2,5 Jahren offensichtlich schon inhaltlich weiterhin nicht in der Lage fuer eine Beurteilung ist und gleichzeitig ebenfalls nicht dazu, rein parteitaktisch eine solche Vorlage aufzugreifen, der wird halt als unfaehig dazu bewertet. Und warum sollte man so etwas dann weiter waehlen? 

Laurenz

18. Juni 2022 10:32

@Kikl @Gelddrucker

"Ziel sollte es sein, den VS zu entlarven als das was er ist: Eine Behörde zur Bespitzelung des Gegners und zur Sicherung der Macht der Machthaber. Mit Verfassung, Demokratie etc. hat das nicht das geringste zu tun."

Stimmt ganz genau!

Und wer soll die Kampagne publizieren? Die SiN mit einer Reichweite von ca. 70k?

Weil sich der Bundesvorstand der AfD wohl dieselbe Frage ohne Antwort gestellt hat, geht er eben defensiv den Rechtsweg. Ihre Milchmädchenrechnungen, permanent im Konjunktiv, was die AfD zu tun HÄTTE, nerven akut. Kandidieren Sie für den Bundesvorstand in 2 Jahren & ziehen Ihre Publikations-Asse dann aus dem Ärmel.

@Ordoliberal @Gelddrucker

Sie haben es exakt beschrieben, ohne verstanden zu haben. Die Politik dient den Konzernen. Aber nicht jeder Konzern ist eine AG. Aldi bekam seit 2015 2 Mio. neue Kunden. Für alle freiberuflichen Ärzte, Energieversorger, Müllentsorger, die Liste ist endlos, gilt dasselbe, 2 Mio. neue Kunden mit Staatsgarantie. In einer echten sozialen Marktwirtschaft, gemäß Höcke & Wagenknecht, muß & kann der Staat dem entgegensteuern. In Ihrem Liberalismus, den wir durch Schröder/Fischer geschenkt bekamen, ist das, wie man sieht, nicht möglich.

kikl

18. Juni 2022 11:50

Die Delegitimierung des Staates durch den Staat macht mittlerweile große Kreise. Die Anzahl der Menschen, die aufwachen, nimmt rasant zu.

Ich möchte jedem empfehlen, in "Folge 38 - Kritik ist rechts - Nacktes Niveau" mit Paul Brandenburg, Milena Preradovic, Ali Utlu und Elisa David reinzuhören. 

https://paulbrandenburg.com/nacktes-niveau/folge-38-kritik-ist-rechts

Gracchus

18. Juni 2022 11:51

 "Und wer soll die Kampagne publizieren? Die SiN mit einer Reichweite von ca. 70k?"

@Laurenz ist noch am realistischsten. Manche Kommentare erinnern an Selenski, der die Krim zurückerobern will. Die AfD ist quasi die Ukraine, nur ohne Waffen, ohne mediale und militärische Unterstützung.

Tichys hat sich zuletzt einige Mühe gegeben, die Berliner Wahl anzugreifen. Ich bin gespannt, was daraus wird. Wahrscheinlich nicht viel. Den meisten Bürgern scheint das auch wumpe, falls sie überhaupt davon erfahren.

Alles ist dem Bürger wumpe, sonst hätte die AfD mehr Erfolg. Ich finde, die AfD hat in den letzten zwei Jahren keine gravierenden Fehler gemacht. Natürlich findet man immer was, aber das sind m. E. Petitessen, wenn man sich überlegt, worum's geht. 

Der denunziatorische Spiegel-Artikel zeigt unbeabsichtigt, dass Alice Weidel eine intelligente Person ist. Anscheinend - ich bin aber nicht so nah dran - sind nicht alle zu einem solchen strategischen Denken fähig. Dazu gehört, ideologische Differenzen hintanzustellen, die mir sowieso nicht so groß erscheinen, sie werden nur künstlich aufgeblasen.

Längst stellt sich doch die Frage, wie ein Zusammenleben mit der woken Linken möglich ist. Wie sieht es denn im Alltag aus? Wie viele sind schon innerlich emigriert?

 

Laurenz

18. Juni 2022 15:22

@Gracchus

Danke für die Unterstützung.

Wenn ich das richtig gelesen habe, sind die nächsten Wahlen zum Repräsentantenhaus in den USA am 08.11.2022. Soweit relevant für Sitze, sieht es für die Demokraten nicht gut aus. Die Inflation, wie die Rezessionsgefahr, läßt das innenpolitische Problem gegenüber irgendwelchen Kriegen für das Kuhhirtenvolk eklatant in den Vordergrund treten, was zu einer mangelnden Entschlossenheit der Biden-Admin führt.

In Europa werden die finanzpolitischen Verwerfungen, neben den zu erwartend fühlbaren Sanktionsschäden, noch eine ganz andere Dimension ausfüllen, als in den USA. Vor allem die FDP-Garde ist extrem sensitiv genervt, weil denen zumindest klar ist, was das heißt. Und bisher durfte die FDP Unmut in den Umfragen bezahlen.

Lindner schlägt sogar vor, die sinkenden E-Mobilität-Steuergeschenke gleich zu streichen & Kubicki kann Klabauterbachs schlechtes Lobby-Theater nicht mehr ertragen. Das scheint auch nicht gespielt zu sein.

Dieses düstere Szenario bietet wieder mehr Projektionsfläche für die AfD. Hier kann man sich jetzt schon die richtigen Positionen & Antworten überlegen. In solch einer Krisenzeit wird auch der VS das Maul halten, weil der nur kostet & man ihn ja auch nicht wirklich braucht, ein völlig sinnloses Amt.

Mitleser2

18. Juni 2022 15:42

@Gracchus: "Längst stellt sich doch die Frage, wie ein Zusammenleben mit der woken Linken möglich ist."

Es ist nicht möglich. CDU Vaatz schrieb bei Tichy was über Putinversteher. Das meiste davon lehne ich ab. Aber das folgende gilt natürlich, ohne dass man dazu zum Putinversteher wird: " ... sind jene Leute, die ihre Lebensgewohnheiten und Wertvorstellungen einem grün-woke-dominierten medialen Vernichtungsfeldzug ausgesetzt sehen, gegen den sie keinerlei Schutzmechanismen haben und den sie obendrein von ihrem durch Arbeit erworbenen Geld in Form von Rundfunkbeiträgen bezahlen müssen. Alte weiße Männer müssen sich gefallen lassen, zum Kehrricht der Weltgeschichte gerechnet zu werden, Eltern müssen sich darauf einrichten, hilflos daneben zu stehen, wenn sich ihre Kinder unter dem Einfluss der aus allen Kanälen quillenden LGBTQIA+-Propaganda entschließen, sich verstümmeln zu lassen. Wer den Klang der deutschen Sprache und ihre Ausdrucksmöglichkeiten liebt, muss wehr- und hilflos deren systematische Zerstörung durch in nahezu jedem Ansatz aufgestellte Geßlerhüte in Form von Sternchen, Doppelpunkten und anderen Folterinstrumenten der Gendersprache zur Kenntnis nehmen, die der Gesinnungsüberwachung dienen."

 

Mitleser2

18. Juni 2022 21:10

War es eigentlich AfD-intern klar, dass Höcke nicht für Positionen im Bundesvorstand kandidiert?  Wollte er Stress für die AfD mit den Blockparteien und den Medien vermeiden?

Ordoliberal

18. Juni 2022 21:39

@Laurenz

"In einer echten sozialen Marktwirtschaft, gemäß Höcke & Wagenknecht, muß & kann der Staat dem entgegensteuern. In Ihrem Liberalismus, den wir durch Schröder/Fischer geschenkt bekamen, ist das, wie man sieht, nicht möglich." (Laurenz)

Wie Sie an meinem Nutzernamen ablesen können, bin ich ordoliberal. So nennt man die Wirtschaftstheorie, die der Sozialen Marktwirtschaft Ludwig Erhards zugrunde liegt, auch bekannt als Freiburger Schule. Walter Eucken und Alfred Müller-Armack waren damals die Berater Erhards.

Das "Sozial" hat Erhard aus reinen Verkaufsgründen vor die "Marktwirtschaft" gestellt. Er kannte seine Deutschen. Aber er war durch und durch Liberaler. Seine Überzeugung war: "Ordnungspolitik ist die beste Sozialpolitik". Umverteilung und Sozialdemokratie lagen ihm fern.

Später war Hayek, der mit Eucken befreundet war, Lehrstuhlinhaber in Freiburg. Eucken war auch ein wichtiger Kopf der Mont Pelerin Gesellschaft, zu der auch Hayek, Popper, Röpke und von Mises gehörten. Sie nannten sich Neoliberale. Wie alle Begriffe des politischen Feindes haben die Linken auch diesen ins Gegenteil verdreht, sodass er jetzt gebraucht wird, wie Sie ihn gebrauchen.

"Mein Liberalismus" hat ganz sicher nichts mit Schröder und Fischer zu tun. Mit Ordnungspolitik hatten die nichts am Hut, so wenig wie Frau Wagenknecht. Machen Sie sich mal kundig, bevor sie hier im Forum in alle Richtungen Noten verteilen. Ihr Oberlehrerton ist für einen gebildeten Menschen schwer erträglich.

Laurenz

18. Juni 2022 23:05

@Ordoliberal @L.

Was Erhard als Honorarprofessor zum Besten gab, interessiert doch keine Sau. Erhard war auch vor der Einführung der Deutschmark auch nicht gerade sehr erfolgreich. Erhard ließ die Maloche seinen Assi Miksch machen. Die CDU hat am sozialen Staatskonstrukt der Nationalsozialisten grundsätzlich nichts verändert, auch Erhard als Kanzler nicht, wie auch kein späterer Kanzler bis Schröder. Wie sagte mal ein hebräischer Revolutionär: Nicht an Ihren Worten, sondern an ihren Taten werdet ihr sie erkennen. Das, was Sie als ordoliberal bezeichnen, hat es nie gegeben & wird es nie geben. Es ist genauso unmenschlich, wie Imagines Marxismus.

Laurenz

18. Juni 2022 23:06

@Mitleser2

War es eigentlich AfD-intern klar, dass Höcke nicht für Positionen im Bundesvorstand kandidiert?

Also ich kann Ihnen das nicht beantworten. Aber, wenn Sie Sich mal das längere 1%-Interview (Stein) mit Höcke reinziehen, da erklärt Er eigentlich sehr genau, was Er will.

Und so, wie es aussieht, zieht die Thüringer AfD da auch nachwievor mit. Thüringen hat nur 2,1 Mio. Einwohner, d.h. dort kann man noch relativ persönlich Einfluß nehmen. So, wie ich Höcke verstanden habe, sieht Er dort am meisten Möglichkeiten an Regierungsverantwortung heran zu kommen & Thüringen somit als Vorreiterrolle & Vorbildfunktion für andere Landesverbände auszugestalten, wie auch das Altparteienkartell zu durchbrechen.

Außerdem dürfte der neue Bundesvorstand doch relativ nach Seinem Gusto sein. Daß die liberalen Weichspüler diesmal das Nachsehen hatten, mag wohl daran liegen, daß sie das Schwächeln der letzten beiden Jahre offensichtlich zu verantworten hatten.

Laurenz

18. Juni 2022 23:15

@Mitleser2 @Gracchus

Hier ist die Replik zu Ihrem Vaatz-Artikel:

https://www.tichyseinblick.de/meinungen/warum-der-westen-nicht-geeint-ist-gegen-putin/

kikl

19. Juni 2022 07:24

@Ordoliberal

Da ich den Untergang der DDR als Wessi noch miterleben durfte - ich habe die DDR als "Tourist" in dieser Zeit bereist - habe ich eine fundierte Abneigung gegenüber sozialistischen Experimenten entwickelt. Wenn sich der Staat anmaßt, die Wirtschaft im Detail zu dirigieren, dann ist der wirtschaftliche Untergang vorprogrammiert. Der liebe Gott wird in dieser Weltanschauung durch den allmächtigen und allwissenden Staat ersetzt. Daher stammt auch der religiöse Eifer der Linken.

Den wirtschaftlichen Untergang erleben wird derzeit am Beispiel Corona, wo der allwissende und allmächtige Staat den Bürger dirigiert und knechtet, um ihn zu "beschützen". Die ungezählten Milliarden Euros, die für Masken sowie vergammelte und wirkungslose Impfstoffe verfeuert wurden und die zahllosen Existenzen, die vernichtet wurden, demonstrieren ein weiteres mal, weshalb die zentrale Planwirtschaft scheitern muss.

Die Aufgabe des Staates ist einen Ordnungsrahmen zu schaffen, in dem ein Markt funktioniert. Der freie Wettstreit der Marktteilnehmer befriedigt die Nachfrage der Bürger (z.B. nach Gesundheit) am effizientesten genauso wie der freie Wettstreit der Ideen, die Nachfrage nach Wahrheit - also Wissenschaft - erst befriedigt. Diese Freiheiten hat der Staat zu beschützen.

Rheinlaender

19. Juni 2022 07:42

@Ordoliberal

Die Qualität der Diskussionen hier hat leider deutlich abgenommen, und eine Reihe der interessanteren Teilnehmer scheint sich bereits verabschiedet zu haben. Schade, denn mit Personen, die obsessiv über die Vorzüge des "sozialen Staatskonstrukts der Nationalsozialisten" reden wollen und mit ihrem Verhalten jede ernsthafte Diskussion torpedieren, landet man zwangsläufig in Sackgassen. Dieses Milieu hat sich leider auch in der AfD ausbreiten können, was zumindest einen Teil ihrer Probleme erklärt. Vor diesem Hintergrund halte ich auch den Gedanken einer "Mosaik-Rechten" nicht für zielführend. Die Linke kann es sich leisten solche Geisterfahrer zu dulden, aber die Rechte kann eben nicht nach den gleichen Regeln spielen. Man muss den eigenen Laden sauber halten.

Laurenz

19. Juni 2022 09:51

@Rheinländer @Ordoliberal

Die Qualität der Diskussionen hier hat leider deutlich abgenommen

Bevor Sie hier weiter dummes Zeug schreiben, bringen Sie doch mal Leistung & belegen Ihre Aussagen. Ihre Beiträge bestimmen das von Ihnen klassifizierte Niveau. Der langsamste bestimmt das Tempo, also Sie.

obsessiv über die Vorzüge des sozialen Staatskonstrukts der Nationalsozialisten

Ich habe die Politik der Nationalsozialisten in keiner Weise bewertet, sondern sie historisch festgestellt.

Die Linke kann es sich leisten solche Geisterfahrer zu dulden, aber die Rechte kann eben nicht nach den gleichen Regeln spielen.

Ja, dann stellt man sich automatisch die Frage, warum Sie Sich nicht Selbst aussortieren, um uns zu säubern. Ich wünsche Ihnen alles Gute auf dem Relotius-Forum.

Skeptiker

19. Juni 2022 10:45

Vor allem durch die Beiträge von Herrn Lichtmesz werden mir sehr fremde Positionen auf Sezession geradezu herbeigerufen. Schade! Ich bedaure dieses, weil ich vor allem die Literaturbesprechungen und auch Teile der Forumsbeiträge einmal mit Interesse gelesen habe. Die AfD und Teile der Foristen haben sich schlichtweg in der eigenen Echokammer eingenistet und verrannt. Wie will man so neue Wählergruppen ansprechen? Teile der schon in jungen Jahren stark übergewichtigen und schlecht gekleideten, frisierten Abgeordneten finde ich zudem schlichtweg unsympathisch. Das wäre nicht meine "Alternative"! Auch in der AfD haben zu viele das Berufspolitikertum als erquickliche Einkommensquelle für sich entdeckt!

Imagine

19. Juni 2022 11:45

Das Phänomen einer „Mosaik-Rechten“ wird m.E. bleiben. Denn die Rechten waren schon immer so. Es sei denn, es kommt ein Führer, dem sie hinterherlaufen und der sagt, wo es lang geht.

Allnichts

19. Juni 2022 11:55

Rheinlaender:

Damit würden auch Sie zur Spaltung der ohnehin schon eher kleinen Menge von Menschen beitragen, welche sich überhaupt noch in einem irgendwie rechten Sinne um dieses Volk und dieses Land kümmern. Und sollten aus der AfD gerade diejenigen herausgedrängt werden, welche dort als "zu sehr Nazi" gelten, träfe es Personen, die auch sehr stark mit den Betreibern der Netzseite in Verbindung gebracht werden, auf welcher Sie diesen Kommentar geschrieben haben.

Im Übrigen kann ich nicht ganz ausmachen, weshalb derart sehnsüchtig auf diesen Parteitag gewartet wurde. Ich sehe keine Unterschiede im Vergleich zu früheren und will sozusagen mein Geld zurück.

Laurenz

19. Juni 2022 13:42

@Skeptiker

ML

Niemand verlangt von Ihnen, daß Sie mit ML einer Meinung sein müssen.

Im Gegensatz zu Seiner Religion sind aber ML-Artikel akribisch & extrem fleißig recherchiert. Mutmaßlich rührt das einerseits aus dem persönlichen Charakter, andererseits aus der gesellschaftlichen Stellung als neu-rechter Autor. Wenn man am Rande der (medialen) Gesellschaft Artikel veröffentlicht & diese dem Dauerfeuer der Hofberichterstatter im deutschsprachigen Raum aussetzt, dann müssen diese Artikel weitestgehend wasserdicht sein.

Deswegen wäre es diesem erlauchten Forum auch angemessener, wenn Sie Kritik direkt sachlich an Beispielen festmachen würden & uns nicht mit Ihren Gemeinplätzen langweilen würden.

Was schlecht gekleidete Abgeordnete angeht, so könnten Sie auch hier Namen nennen. Allgemeinplätze, nichtssagende Pauschalisierungen sind einfach nur dämlich. Setzen, 6.

kikl

19. Juni 2022 13:56

@Rheinländer

Laurenz versucht, durch Provokationen Aufmerksamkeit zu erhaschen. Das beste ist, ihn einfach zu ignorieren, bis der Ton wieder O.K. ist. Die These: "Die CDU hat am sozialen Staatskonstrukt der Nationalsozialisten grundsätzlich nichts verändert,..." ist dermaßen unterirdisch, dass jede Reaktion überflüssig und vertane Mühe ist.

"Man muss den eigenen Laden sauber halten.", womit gemeint ist, dass man Leute aktive ausschließen sollte. Mir behagt der Euphemismus der Säuberung überhaupt nicht und davon halte ich nichts, so lange keine strafrechtlich relevanten Äußerungen getätigt werden. Nur dann soll und muss eingeschritten werden. Ansonsten ließen wir uns von den Linken diktieren, mit wem wir reden dürfen. Das wäre ein Akt der Unterwerfung unter die Linke.

Imagine

19. Juni 2022 14:08

1/2

In meiner Jugend ging man in eine Partei, um persönlich davon zu profitieren.

Geschäftsleute sowie Klein- und Mittelunternehmer wegen der Kontakte, Informationen, staatlichen Gelder und Ausschreibungen. Leute im Öffentlichen Dienst taten es wegen der Karriere, um einen guten Posten zu bekommen, für den man „das richtige Parteibuch“ benötigte.

Politisiert hat sich das parteipolitische Geschehen mit der Wahl 1969, wo man mit dem Sieg der SPD – fälschlicherweise – einen grundlegenden politischen Kurswechsel erhoffte.

Tatsächlich machten alle etablierten Parteien immer eine Politik, die einen Konflikt mit den Interessen der USA und des Establishments vermied.

Hier  gab es durch die Wahlen keinen grundlegenden politischen Wechsel. Kohl setzte die Politik von Schmidt fort, Merkel die von Schröder, Scholz jene von Merkel.

Jede Regierung hat dafür gesorgt, dass die Reichen immer reicher wurden.

Das Parteiestablishment entschied den Kurs, Mitglieder- und Wählerinteressen wurden ignoriert. Müntefering meinte sogar, es sei unfair, nach der Wahl die Wahlversprechen einzufordern.

Was hat z. B. die Linkspartei in den vergangenen 32 Jahren bewirkt? Nichts wäre anders gelaufen, wenn es diese Partei nicht gegeben hätte.

Alle Parteiprogramme sind zur Makulatur geworden, am deutlichsten bei den Grünen.

Imagine

19. Juni 2022 14:09

2/2

Im Gegensatz zu den beiden Nachkriegsjahrzehnten entwickelte sich Ende der 60-er Jahre ein Polit-Masochismus. Man ging z.B. in die DKP oder eine kommunistische Neugründung, obwohl man wusste, dass man dadurch nur Nachteile erlitt: soziale Exklusion, Berufsverbote, Scheitern der Karriere. Zugleich wurden in den etablierten Parteien die Idealisten, Fundis und Kritiker rausgemobbt oder ausgeschlossen.
Ein Teil der Systemopposition machte sich freiwillig zu Dissidenten und politisch Verfolgten, die überwiegende Mehrheit konvertierte.

Das Establishment der Parteien setzt sich heute zusammen aus Berufspolitikern, deren primäres Interesse es ist, ihre gesellschaftliche Stellung, insbesondere ihren lukrativen Parlamentarierjob zu erhalten, um persönlich nicht abzusteigen.

Insofern ist das Wahlergebnis bei AfD-Parteitag nicht überraschend. Als Parteivorsitzende wurden Kompromisskandidaten gewählt, ebenso bei den Stellvertretern. Alle Mitglieder der Parteiführung gehören dem Bundestag an. Ihre Hauptaufgabe wird sein, die AfD in den Parlamenten zu halten, insbesondere im Bundestag.

Venator

19. Juni 2022 15:29

@Skeptiker

Die brillanten Beiträge von Hr. Lichtmesz auf dieser Seite, sind ein echter Segen und haben schon sehr vielen Leuten die Augen geöffnet. Auch schon zu Zeiten, als Ihnen noch kein einziger, skeptischer Gedanke durch den Kopf gefunkt ist. Den seien wir mal ehrlich, außer oberflächlichen Plattitüden kam von Ihnen hier auch noch nicht viel, nicht wahr? Was Sie hier beabsichtigen, ist mehr als offensichtlich...

Deshalb steigen Sie besser über die Berge von Covid Toten wieder zurück an Ihre Arbeit in den 487 Kliniken, in denen Sie tätig sind und beurteilen besser nicht die hervorragende Arbeit von Hr. Lichtmesz. Das ist nämlich einfach nur peinlich!

 

Umlautkombinat

19. Juni 2022 15:54

"Wenn sich der Staat anmaßt, die Wirtschaft im Detail zu dirigieren, dann ist der wirtschaftliche Untergang vorprogrammiert."

Und wenn er es z.B. nicht zu detailliert tut ist dem eben nicht mehr zwingend so, wie das Beispiel China zeigt. Vielen Leuten faellt es schwer, zwischen Nichmoegen und der Einschaetzung dessen was ist zu unterscheiden. Denn es kann ja von Vornherein nicht funktionieren, das "weiss man ja".

Macht es aber und schert sich nicht drum. Und man tut gut daran in einer Form zu Analysieren welches den Namen verdient, warum dem so ist. Gerade bei einem Gegner. Zentralistische Strukturen sind nicht bei DDR- oder SU-artigen Ausbildungen stehengeblieben. Auch dort wird gelernt. Im Westen selbst uebrigens auch. Microsofts, spaeter Googles "Embrace, Extend, Extinguish" z.B. ist ein solches Prinzip. Ironischerweise kann man diese modernere Erfindung dann auch gut am chinesischen Vorgehen auf vielen Ebenen und ganz verschiedenen Gebieten ablesen. Da werden auch durchaus einmal scheinbar grundlegend charakterisierende westliche oekonomische Systeme komplett umfasst und aus-/um- bzw. eingebaut. "Im Ende muss es aber..." ist dabei voellige Spekulation und in der realen Gegenwart komplett irrelevant.

 

URN

19. Juni 2022 15:55

Die Sehnsucht derer, die mit diesem Gefühl auf diesen Parteitag warteten, wurde hoffentlich durch das Schauen von AfD-TV auf YouTube, insbesondere ab ca. 14:45 des dritten Tages (Europa-Resolution), abschließend gestillt.

Gustav

19. Juni 2022 17:16

@ Ordoliberal

Was glauben sie eigentlich, für wen ihr "Säulenheiliger" Mises gearbeitet hat?

Mises eigene Methode der Forschung wollte aus einigen a priori als wahr erkannten Gesetzen alle ökonomischen Zusammenhänge ableiten. Die Überprüfung der liberalen Dogmen mittels historischer Forschung konnte dann kein Anhänger dieser Methode dulden. Weil der erklärte Dogmatismus des Ludwig von Mises sich an den Universitäten nicht durchsetzen ließ, arbeitet die VWL mit Modellen, die mit geeigneten Annahmen und Voraussetzungen an Stelle der bei Mises a priori als wahr geltenden Gesetze zu den gewünschten Schlussfolgerungen führen. Die Modellwelt muss dann nur noch konsequent gegen jeden Gedanken, sie einmal an der Realität zu prüfen, abgeschirmt sein, dann werden die Annahmen und Voraussetzungen der Modelle mit allen daraus abgeleiteten Schlüssen so gut wie eherne Dogmen.

Im Gegensatz zu dem an der Universität betriebenen VWL-Modellbau ist die Österreichische Schule überhaupt nicht an makroökonomischen Zusammenhängen interessiert, nicht einmal am angeblichen Gleichgewicht der Märkte einer Wirtschaft:

Das, was die Österreichische Schule auszeichnet und ihren unvergänglichen Ruhm bilden wird, ist gerade, daß sie eine Lehre vom wirtschaftlichen Handeln und nicht eine Lehre vom wirtschaftlichen Gleichgewicht, vom Nichthandeln, ist. (Mises, Erinnerungen, S. 21) ff

Gustav

19. Juni 2022 17:24

 @ Ordoliberal

Während der Modellbau zwar die Studenten der Ökonomie erfolgreich indoktriniert, ist er für die kapitalistische Interessenpropaganda bei der einfachen Bevölkerung unbrauchbar. Dafür braucht es ökonomische Abhandlungen aus der Sicht und vom Standpunkt der einzelnen Marktteilnehmer. Also keine Abstraktion, keine Mathematik mit Formeln, sondern die mikroökonomische Position, die den Zielpersonen der Propaganda einleuchtet und von ihnen einfach nachvollzogen werden kann. Vom wissenschaftlichen Standpunkt ist diese mikroökonomische Fundierung der Makroökonomie zwar der blanke Schwachsinn, aber das Publikum ist von dieser Darstellung der Ökonomie - sozusagen aus der Sicht der kleinen Leute - begeistert, obwohl sie den Interessen der Reichen und der Mächtigen dient. Die Österreichische Schule schuf die Theorie für die Straße und nicht für die Universität.

Diese „Lehre vom menschlichen Handeln“ eignet sich bestens, vor breitem Publikum makroökonomische Zusammenhänge vollständig auszublenden und jegliche Konjunkturpolitik als Sozialismus, Nationalsozialismus oder gleich Kommunismus zu verteufeln.

Die "gerechte" Strafe für ihre Ablehnung der angloamerikanischen Ideen von Liberalismus, Freihandel und Kapitalismus musste Deutschland, Österreich und das Zarenreich unabwendbar treffen und für Mises hatten sie es nicht besser verdient.

Gustav

19. Juni 2022 17:39

 

@ Ordoliberal

Das Kolloquium Walter Lippmann fand vom 26. bis 30. August 1938 anlässlich einer Europareise des einflussreichen US-Journalisten in Paris statt.

An dem Kolloquium nahmen aus Deutschland Alexander Rüstow (von dem die Bezeichnung „Neoliberalismus“ vorgeschlagen wurde) und Wilhelm Röpke teil, aus Österreich Friedrich August von Hayek und Ludwig von Mises, die anschließend die Chefideologen der neoliberalen Bewegung wurden, aber niemals vom alten Liberalismus abweichen wollten.

Walter Lippmann war auch an der Gründung des bis heute sehr einflussreichen CFR im Jahr 1921 beteiligt. ff

 

 

 

Gustav

19. Juni 2022 17:40

@ Ordoliberal

15 Teilnehmer des Colloque Walter Lippmann und viele neue Anhänger vor allem aus den USA gründeten am 8. April 1947 in der Schweiz die Mont Pèlerin Society, benannt nach dem Mont Pèlerin bei Vevey am Genfersee. Unter den Teilnehmern waren Maurice Allais, Walter Eucken, Milton Friedman, Friedrich August von Hayek, Frank Knight, Fritz Machlup, Ludwig von Mises, Karl Popper, Wilhelm Röpke und George Stigler. Der Zürcher Geschäftsmann Albert Hunold und Friedrich August von Hayek waren die Organisatoren und Drahtzieher. Der spätere Erfinder des Monetarismus, Milton Friedman, war von Anfang an dabei.  

Hier wird wieder die enge Verbindung der zukünftig so einflussreichen Neoliberalen mit den angloamerikanischen politischen Netzwerken und deren oligarchischen Strukturen sichtbar.

 

Gustav

19. Juni 2022 17:48

@ Ordoliberal

Grundsätzlich kann man den Monetarismus schnell erläutern. Er besteht darin, dem Publikum einzureden, dass erstens um jeden Preis die Inflation bekämpft werden müsse; zweitens sei dies ganz einfach damit zu erreichen, dass die Notenbank halt weniger Geld in Umlauf bringe; drittens habe die Politik des knappen Geldes keinerlei Einfluss auf die Realwirtschaft und die vom Monetarismus ausgelöste Weltwirtschaftskrise sei die Folge von Kapitalmangel, überhöhten Löhnen und unzureichenden Profiten und vor allem von den faulen Arbeitslosen und durch einen überzogenen Sozialstaat verursacht.

Zu Beginn der 1980er Jahre wurde die Geldmengensteuerung der Monetaristen dann mit Hochzinspolitik (was denn sonst?) umgesetzt. Der damalige FED-Chef Paul Volcker verursachte mit bis auf 20% hochgetriebenen Zinsen für das Zentralbankgeld der FED eine mörderische Weltwirtschaftskrise mit Abermillionen Erwerbslosen in den USA, England, Europa und entsprechend vielen Toten in der Dritten Welt, die in der damit ausgelösten Schuldenkrise von Weltbank und IMF gezwungen wurde, soziale Leistungen für die Opfer der Krise zu streichen und öffentliches Eigentum zu Schleuderpreisen an globale Investoren zu verkaufen.

Nemo Obligatur

19. Juni 2022 20:43

Mal wieder eine absolut sachliche Analyse von DF, der man nur einen großen Leserkreis wünschen kann.

Der AfD-Parteitag war laut Berichten auf den großen Medienportalen mal wieder zum Abgewöhnen. So ganz traue ich diesen Portalen nicht, aber völlig falsch wird deren Darstellung auch nicht gewesen sein. Man kann sich auf dem YT-Kanal von Phoenix eine längere und ungeschnittene Aufzeichnung anschauen. Hinterlässt keinen guten Eindruck.

Freue mich nun auf die versprochene Analyse von DF. Ich befürchte indes, dass die AfD sich nunmehr auf der letzten Etappe ihres langen Weges in die Sackgasse befindet, in der vor ihr schon andere Rechtsparteien gelandet sind. Sei's drum, eigentlich sehe ich mich seit einiger Zeit sowieso als eher unpolitischen Menschen. An der Sezession schätze ich die Beiträge zur Kultur und neuerdings vor allem die Beiträge von Jonas Schick zum Thema Ökologie. Da liegt, denke ich, die Zukunft.

Mitleser2

19. Juni 2022 21:30

Das Fazit der JF über das Ende des Parteitags ist negativ (wie zu erwarten?), wegen des Streits über die Europa-Resolution. Kommentare?

Mitleser2

19. Juni 2022 21:33

Daumen drücken, dass es keine Macron-Premierminister gibt. Das könnte so viel ändern !!

Rheinlaender

19. Juni 2022 21:51

@kikl

Danke, ich werde Ihrem Ratschlag künftig folgen und den Troll ignorieren.

URN

19. Juni 2022 22:06

Mein Kommentar von 15:55 bezog sich auf den von Allnichts 11:55; war zum Zeitpunkt des Absendens der letzte sichtbare Kommentar. 

Wenn der dritte PT-Tag bei AfD-TV auf YouTube noch abrufbar ist, dann anschauen. Dann braucht keiner einen Fremdkommentar zum Abbruch ...

Ordoliberal

19. Juni 2022 22:07

1/2

Ich verstehe nicht mehr, was die AfD will.

Entstanden ist sie als Wirtschaftsprofessorenpartei, die in den für das Überleben der Bundesrepublik vitalen Fragen klassisch liberale Standpunkte vertrat, die im Berliner Parteienkartell nicht mehr diskussionsfähig sind: Schuldenunion, Staatsfinanzierung, Staatsfunk, Staatsquote, Grenzschutz, Einwanderung. Ihre Forderungen waren einfach, klar und theoretisch fundiert: Ordnungspolitik nach Innen, Realpolitik nach Außen. Sie war die einzige freiheitlich-konservative, rechtsstaatliche, anti-grüne, anti-woke, anti-sozialistische Partei im Parlament, umverteilungsskeptisch, leistungsorientiert und in der Gesellschaftspolitik mit christlich-liberalen Werten sympathisierend.

Nun geht sie den Weg der Piratenpartei. Unterwandert von rechten Linken, die gar nicht verstehen, was sie gerade zerstören. Wenn man wenigstens wüsste, was sie wollen! Aber sie haben ja wie alle Linken kein konsistentes, durchführbares Programm. Sie haben nur ihre Ressentiments. Gegen Ausländer, die USA, den Kapitalismus, den Imperialismus, die Oligarchen, das System. Sie auf konkrete Gesetze festlegen zu wollen ist, wie Pudding an die Wand zu nageln. Der Staat soll es irgendwie regeln. Aber mit den richtigen Leuten an der Spitze. Es muss hart durchgegriffen werden. Das ganze System stinkt. Raus aus der NATO. Nein, Volksabstimmungen. Nein, Genossenschaften. Nein, Staatsbetriebe.

Ordoliberal

19. Juni 2022 22:08

2/2

Was beim Sozialpatriotismus herauskommt, sieht man jetzt auf dem Parteitag: Chaos. Eitle Wirrköpfe und halbgebildete Wichtigtuer bestimmen das Bild. Lucke, Petry und Meuthen waren auch eitel. Aber sie waren wenigstens keine Wirrköpfe. Die Laurenzens dieser Welt können zufrieden sein. Sie haben diese große, vielleicht letzte Chance für ein freiheitliches Deutschland kaputtgetrollt.

kikl

19. Juni 2022 22:20

Wenn die AFD zukünftig Wahlen gewinnen will, dann sollte Sie sich darum kümmern, dass die Wahlstimmen korrekt ausgezählt werden. Ein aktueller Artikel aus Tichys Einblick erläutert, wieso das Wahlsystem in Deutschland zum Wahlbetrug einlädt. Das ernüchternde Fazit ist:

"Mit dem in Deutschland praktizierten Ablauf von Wahlen am Wahltag und der Behandlung der Stimmergebnisse danach kann absichtlicher Wahlbetrug nicht aufgedeckt und sanktioniert werde."

https://www.tichyseinblick.de/meinungen/wahlpruefung-oder-wahlergebnis-ueberarbeitung/

Die Delegitimierung des Staates durch den Staat schreitet voran.

Laurenz

19. Juni 2022 22:26

@Gustav

Vielen Dank für die Arbeit einer längeren Ausführung über die intellektuelle, historische Liberalismus-Szene. Vieles war mir nicht mehr geläufig, weil ich diese Phantasten vor Jahrzehnten bereits abgehakt hatte.

In einem Punkt würde ich nochmal gerne Ihre Meinung lesen. Die USA betreiben, wie die EZB mehr oder weniger auch, Notenbankpolitik nach Keynes. Das widerspricht etwas Ihren Ausführungen. Könnten Sie bitte dazu nochwas schreiben?

@URN

Ja, man kann Ihnen zustimmen.

@Mitleser2

nachdem der Parteitag eigentlich gut gelaufen war, wurde man im sozialpatriotischen Lager etwas übermütig. Interessensausgleich ist zu jeder Zeit zu beachten, auch wenn man mal gewonnen hat.

@Ordoliberal

Die AfD hat nie großartig Ihr Parteiprogramm geändert. Könnten Sie bitte Ihre Kritik etwas mehr an der Sache orientieren, damit man das auch anständig diskutieren kann. Das sollte eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein.

Laurenz

19. Juni 2022 22:32

@Imagine

Ihr historischer Aufsatz über das historisch politische Bonner- & Berliner - Republiksystem ist diesmal erfreulicherweise wieder realistischer gelungen.

Niedersachse

19. Juni 2022 22:32

@Nemo Obilgatur

Leider bleibt oftmals der letzte Eindruck hängen. Der neue BuVo der AfD ist eine enorme Steigerung gegenüber dem alten BuVo, der von Zerissenheit und Distanzeritis geprägt war. Ich gehe davon aus, dass jetzt mittel- und langfristig wieder mehr innerparteiliche Einigkeit herrschen wird. Insofern ein gutes Ergebnis. Dass es zum Schluss - mal wieder - zum Streit aufgrund der Europa- Resolution kam, sollte das Gesamtergebnis des Parteitages nicht schmälern. Die Berichterstattung der Medien ist doch "business as usual" und daran wird sich auch auf absehbare Zeit nichts ändern. Die angeblich fortschreitende Radikalisierung fand ja bereits 2015, 2017, 2019 und 2021 statt. Damit müssen wir einfach leben.

Niedersachse

19. Juni 2022 22:36

@Ordoliberal

 

Sie würden also bspw. Peter Boehringer oder Maximilian Krah als Wirrköpfe bezeichnen?! Im Ernst?

Laurenz

19. Juni 2022 23:43

@Umlautkombinat

"Wenn sich der Staat anmaßt, die Wirtschaft im Detail zu dirigieren, dann ist der wirtschaftliche Untergang vorprogrammiert."

&

Und wenn er es z.B. nicht zu detailliert tut ist dem eben nicht mehr zwingend so, wie das Beispiel China zeigt.

Da täuschen Sie Sich. In China ist zwar Privateigentum & Unternehmertum erlaubt, aber die Politik hat detailliert die Hand auf jedem Unternehmen. Wenn Sie zB Eigenkapital von einer Unternehmenstochter an eine andere verschieben wollen, müssen Sie das beim Amt beantragen, erklären, begründen. Erst dann, gibt es, wenn überhaupt, eine Genehmigung dazu. Dasselbe Procedere gilt auch für alle anderen denkbaren Geschäftsbereiche. Im Gegensatz zum Westen herrscht in China die Politik über die Wirtschaft. Den Chinesen kommt es auch nicht darauf an, 400 unbotmäßige Milliardäre für ein viertel Jahr oder für immer verschwinden zu lassen.

https://www.fr.de/politik/china-mysterioeses-verschwinden-des-alibaba-gruenders-milliardaer-jack-ma-peking-90161895.html

Volksdeutscher

20. Juni 2022 01:52

@Ordoliberal 1/2 - "Nun geht sie den Weg der Piratenpartei. Unterwandert von rechten Linken, die gar nicht verstehen, was sie gerade zerstören."

Sie malen den Untergang der AfD in bunten dramatischen Tönen an die Wand, weil Sie als Liberaler nicht verstehen, vielleicht auch nicht verstehen wollen, daß der Mensch nicht vom Brote alleine lebt. Vieles behagt mir auch nicht, was die AfD (genauer: der Vorstand und so manch ein anderer in der Partei) betreibt, aber so, wie Sie das induzieren, wird es nicht kommen. Man könnte Ihnen unterstellen, wie Sie @Laurenz unterstellen: Wie fundiert Sie sich auch immer über wirtschaftliche Fragen äußern, - und das tun Sie - ist Ihnen die emotionale Seite des Politisierens vollkommen fremd und Sie trollen mit Ihren liberalen Vorstellungen den mühsam aufgebauten Sozialen Patriotismus der "rechten Linken" kaputt. Mit Rationalität kann man bekanntlich nur Probleme lösen, die nur rationell lösbar sind. So wird das Reichtum einer Nation zugegebenerweise von der richtigen Wirtschaftsform verbunden mit der richtigen Produktionsweise erzeugt und zusammengehalten. Diese können jedoch weder kulturelle Identität stiften noch kulturelle Werte schaffen, können das Volk weder in ethnischem noch in kulturellem Sinne vor dem Untergang bewahren. Oder warum sind wir dort, wo wir sind, wenn wirtschaftliche Argumente die einzig richtige und diskutierbare Lösung darstellen? Hat man nicht bis in unsere Zeit hinein auf alle Probleme ausschließlich wirtschaftliche Antworten gegeben?

 

Volksdeutscher

20. Juni 2022 01:59

2. @Ordoliberal 1/2 - "Nun geht sie den Weg der Piratenpartei. Unterwandert von rechten Linken, die gar nicht verstehen, was sie gerade zerstören."

Jahrzehnte lang wurde dem deutschen Volk eingebleut, bis es fatalerweise selbst anfing, daran zu glauben, daß Deutscher sei, wer 60 Stunden die Woche hart arbeite. Millionen von nicht integrierbaren ethnisch und kulturell Fremden wurden ihm gleichzeitig ins Nest gelgt. Und der Deutsche erduldete sie, weil er sah, daß die meisten von ihnen genauso fleißig und hart arbeiteten wie er selbst. Und das reichte ihm. Nun muß er aber sehen, daß sein Fleiß und seine Härte nicht ausreichen, den Wohlstand zu erhalten und daß auch die Fremden ganz andere, höchst ungünstige Eigenschaften entfalten, die ihn bedrohen: Die Gäste beginnen sich nun als Hausherren zu gerieren. Die Kraft aus den Muckis ist heraus, das durch körperkraft gestützte Selbstbewußtsein gerät ins Schwanken: Die Wirtschaft befindet sich trotz Fleiß und Härte im Talgang. Die Leute sind verunsichert, verstehen nicht, wie das geschen konnte, obwohl sie so hart gearbeitet haben.... Ihr "nationales" Selbstbewußtsein ist implodiert, weil es nicht auf geistig-kulturellen Werten aufgepfropft wurde wie bei anderen europäischen Nationen, sondern auf physisch-materiellen. Eine robuste ethno-kulturelle Identität wäre gerade die Rettung in solchen Zeiten. Die kann man jedoch durch Fleiß und Arbeit weder erzeugen noch ersetzen.

Volksdeutscher

20. Juni 2022 02:07

3. @Ordoliberal 1/2 - "Nun geht sie den Weg der Piratenpartei. Unterwandert von rechten Linken, die gar nicht verstehen, was sie gerade zerstören."

Der Deutsche kann seine Misere nicht mal mehr mit stoischer Würde betrachten, im Gegenteil, er gerät in Panik: Hunderttausende verlassen Deutschland, anstatt es zu verteidigen, als wäre es nicht ihr Land, als wären auch sie selber all die Zeit nur als Gastarbeiter hier tätig gewesen, die in keinem emotionalen und kulturellen Verhältnis zu Land und Volk stehen und flüchten zur Sicherung ihrer Rente ins Ausland. Die Politik hat ihnen all die Jahre beteuert, es gäbe nichts Wichtigeres im Leben, als für eine rentable Erlösung am Lebensabend zu schuften: Arbeit macht frei... Oder doch nicht? Um etwas Anderes lohnt es sich offenbar auch nicht mehr, Deutscher in Deutschland zu sein. Was sie in Sicherheit zu bringen suchen, ist das, was für sie von Bedeutung ist. Was für sie von keiner Bedeutung ist, lassen sie zurück.

Diese Probleme können selbst die besten Wirtschaftsreformen - gleich welcher Richtung - nicht lösen, wenn nicht wieder die Politik über die Wirtschaft bestimmt. Erst dann kann es politisch selbstbewußte Staatsbürger deutscher Identität geben statt umgekehrter Wirtschaftsflüchtlinge deutscher Zunge.

 

 

Allnichts

20. Juni 2022 02:35

URN:

Das Ende war dann wieder klassisch AfD. So sehr es irgendwie eine Richtungsentscheidung gegeben haben mag: Der grosse Paukenschlag blieb erst einmal aus. Für mich hat dies keinerlei Signalwirkung, für Steinhöfel offensichtlich schon, für manch anderen vielleicht auch.

Zwei Höhepunkte: Tillschneiders "Natürlich muss so eine Organisation wie die NPD auf der Unvereinbarkeitsliste stehen" sowie Jongens Sprechgesang-Version eines 32 Jahre alten Noie Werte-Liedes, das wirklich widerliche und unpatriotische Textstellen wie "Deutschland den Deutschen" hat. Manchmal frage ich mich, ob die Maßnahmen gegen "die echte rechtsextremistische Szene" (Zitat Parteitag) unter der AfD nicht noch schlimmer wären als bisher unter den BRD-Parteien.

RMH

20. Juni 2022 06:27

"Wenn man wenigstens wüsste, was sie wollen!"

Bei manchen kann man das zumindest ahnen und dann ist klar, warum sie lieber schweigen (der stetig enger werdende Meinungskorridor sorgt für das übrige) und das Dagegen zelebrieren - dann auch mal gegen "Kommunismus" und für Gedenken am 17.06., obwohl die DDR doch in so vielem - aus deren Sicht - "besser" war (aber selbst dieser ostalgische Anstrich ist oft nicht mehr als fishing for compliments bei den Wählern in der Mitte Deutschlands).

@Orodoliberal,

es liegt nicht an der Formel "Sozialer Patriotismus" (Le Pens Partei hat gestern an Parlamentssitzen ordentlich zugelegt!), es liegt daran, dass dieser soziale Patriotismus von den Ressentiment- AfDlern einfach nur als Plakette, als Amulett, was man sich irgendwo anheftet, um vor dem bösen Blick des N-Wortes geschützt zu sein, verwendet wird und ich vermute, der einzige, der das Ding wirklich begriffen, da er es maßgeblich mit durchdacht hat, ist B. Kaiser, aber der hat bei der AfD nichts zu sagen. So haben wir es eben mit Ressentiments-AfDlern zu tun, die außer Ranküne und dagegen sein, neben Floskeln (wie ein zur Floskel degradierter sozialer Patriotismus) nichts OFFEN anbieten wollen, können, dürfen etc. 

Carl Sand

20. Juni 2022 08:10

Hinsichtlich des Kommentators @Skeptiker lohnt es sich vielleicht, sich einmal mit der sogenannten "Skeptikerbewegung" zu befassen. Es handelt sich hier um eine organisierte Bewegung von  "Materialisten", die es sich zur Aufgabe gemacht hat, ihrer Meinung nach "unwissenschaftliche" Positionen zu "debuken", wobei der Zweck durchaus die Mittel heiligt. Zu den wissenschaftlichen Gewissheiten, die aggressiv proaktiv verteidigt werden, gehören die Kugelgestalt der Erde, die Nichtexistenz Gottes, die Einzigartigkeit des Holocaust und die Notwendigkeit und Wirksamkeit des Covid-Maßnahmen. Hierbei ist es durchaus legitim, wenn ein Skeptiker behauptet, die Kugelgestalt der Erde durch eine eigene Weltumselegelung bewiesen zu haben, auch wenn dies nicht so ganz der Wahrheit entspricht, schließlich ist die Kugelgestalt der Erde selbst eine nachgewiesene Tatsache, die durchaus die eine oder andere weiße Flunkerei rechtfertigt.

kikl

20. Juni 2022 08:38

Ich finde den ubiquitären Defätismus hier schwer zu ertragen. Wer aufgegeben hat, der möge sich einfach in sein biedermeierliches Privatreich trollen anstatt diejenigen zu entmutigen, die noch bereit sind zu kämpfen.

Umlautkombinat

20. Juni 2022 09:00

@Laurenz, China

Versuchen Sie doch oefter erst einmal, den Gedanken zu erfassen, den Ihr Gegenueber aeussern will, bevor Sie in die Tasten greifen.

Der ganze Punkt war doch, dass Chinas Politik am Ende zwar den Daumen auch auf die Wirtschaft legt, es aber geschafft hat, dieser einen Grad an Eigenstaendigkeit zu ermoeglichen (was sie eben gelernt haben!), die dazu fuehrt, dass diese Wirtschaft ihren westlichen Vorlaeufer auf dessen ureigenen Gebieten schlaegt.  

 

Bruno Wolters

20. Juni 2022 10:21

@Gustav

Gibt es zu Ihren Ausführungen weitergehende Literatur?

Imagine

20. Juni 2022 11:01

Das rechte Milieu ist durch eine Vielzahl von Meinungen gekennzeichnet, welche  subjektive Gewissheiten darstellen, die aber keine objektive Basis besitzen.

Das manifestiert sich auch hier. Widersprechende Positionen werden apodiktisch in den Artikeln vertreten. Und beim Kommentariat lassen sich unschwer 10 bis 20 sich widersprechende Positionen ausmachen. Es wird die Bestätigung der eigenen Position gesucht, widersprechende Positionen werden ignoriert oder gar nicht gelesen.

In einem Thread wird beispielsweise das Buch des Politikwissenschaftlers Sheldon S. Wolins thematisiert, der aufzeigt, dass es Demokratie in den USA nicht mehr gibt, im anderen Thread wird von Kommentatoren das Gegenteil behauptet, natürlich ohne sachlich fundierte Argumentation. Das ist wie bei einem Frauenkränzchen, wo ohne Rücksicht auf Fakten und auf Logik emotional basierte Positionen „aus dem Bauch“ vertreten werden.

Anders als dem RN in Frankreich fehlt der AfD eine starke, intelligente und politisch erfahrene Führungsperson, welche die Programmatik und den Kurs der Partei vorgibt. Zudem ist die AfD von Hintermännern und Finanziers mit ganz anderen Zielen gegründet worden als der jetzige Mainstream. Es haben sich Gruppen und Seilschaften mit unterschiedlichen Interessen und Zielen gebildet, die sich bekämpfen.

Laurenz

20. Juni 2022 12:05

@Umlautkombinat @L. (1)

China

Habe mich schon mit

@Imagine

desöfteren über China gefetzt. In meinen Augen ist China ein nationalsozialistischer Staat, weitestgehend indigene Bevölkerung, Nationalstaat oder Reich (der Mitte), autoritäre Regierung, erlaubtes Privateigentum. Imagine neigt dann dazu, alles soziologisch zu zerlabern, wo es doch beim Nationalsozialismus nicht wirklich 2 DIN A4 Seiten braucht, um ihn ideologisch zu definieren. Der Nationalsozialismus chinesischer Prägung bringt eben alle Vor- & Nachteile dieser von Deutschen erfundenen Staatsform mit sich.

Der ganze Punkt war doch, dass Chinas Politik am Ende zwar den Daumen auch auf die Wirtschaft legt, es aber geschafft hat, dieser einen Grad an Eigenständigkeit zu ermöglichen (was sie eben gelernt haben!), die dazu führt, dass diese Wirtschaft ihren westlichen Vorläufer auf dessen ureigenen Gebieten schlägt.

Laurenz

20. Juni 2022 12:09

@Umlautkombinat @L. (2)

Der Wegbereiter Asiens war Japan. Japan hat mentalitätsbedingt eine Art Volkskommunismus. In jeder Firma, in jedem Gremium wird meist kollektiv beschlossen. Einerseits hatte der Intellektuelle Deng Xiaoping, dessen Lebensspanne quasi das gesamte 20. Jahrhundert umfaßte (wichtig!), Japan als Vorbild, wie auch, andererseits, 2 deutsche Wirtschaftswunder. In Seiner Jugend verbrachte Er ein paar Monate in Frankreich & war auch einige Zeit in Moskau. Nachdem die 2te Garnitur der KP Chinas nach Maos Tod die Nase von der 4er-Bande voll hatte, wurde letztere weggeputscht & Deng aus dem Hausarrest geholt, mutmaßlich deswegen, weil jeder wußte, daß Deng einfach der klügste Kopf war. Die deutsche Linke faselt bis heute über den inneren Widerspruch der KP Chinas. Im Nationalsozialismus gibt es keinen inneren Widerspruch. Obwohl Gorbatschow nach Deng dran kam, erkannte dieser das systemische Potential Chinas nicht, sondern etablierte im Tandem mit Jelzin Manchester-Kapitalismus, was fett in die Hose ging.

Gustav

20. Juni 2022 12:45

@ Laurenz

"Die USA betreiben, wie die EZB mehr oder weniger auch, Notenbankpolitik nach Keynes."

Dieser Eindruck wird immer wieder von den Protagonisten erzeugt, ist aber grundfalsch. Es ist ein pervertierter Keynes. Da wird ein Name für ein völlig konträres Program mißbraucht.

"Die Bank von England ist gezwungen, den Kredit nach allen Spielregeln des Goldstandards zu beschränken. Sie handelt damit gewissenhaft und »gesund«. Aber das ändert nichts an der Tatsache, dass eine harte Krediteinschränkung – und niemand wird leugnen, dass die Bank das macht – notwendig die Verschärfung der Arbeitslosigkeit unter den gegenwärtigen Umständen dieses Landes beinhaltet. Was wir brauchen, um heute wieder zu Wohlstand zu kommen, ist eine großzügige Kreditpolitik. Wir wollen Geschäftsleute ermutigen, neue Unternehmen zu beginnen, nicht, wie wir es tun, sie abschrecken. Deflation senkt die Löhne nicht »automatisch«. Sie senkt sie durch die Verursachung von Arbeitslosigkeit. Die eigentliche Aufgabe von knappem Geld ist es, einen beginnenden Boom zu hemmen. Wehe denen, die sich durch ihre Überzeugung dazu verleiten lassen, es zur Verschärfung einer Depression zu benutzen."

Keynes, »The Economic Consequences of Mr. Churchill« (1925), Essays, S. 259.

Maiordomus

20. Juni 2022 13:03

@Carl Sand. Die Kugelgestalt der Erde wurde bereits im 18. Jahrhundert im Zusammenhang mit einer Lappland-Exkursion von Naturwissenschaftern, u.a. durch Maupertuis und Celsisus, wenn ich mich richtig an vor einem Vierteljahrhundert vorgenommene Relherchen erinnere, im Popperschen Sinne falsifiziert.

Lumi

20. Juni 2022 13:51

Was ich im DLF zur Europa Resolution der AfD gehört habe, klingt doch ganz vernünftig. Warum einen durch und durch destruktiven und fremdbeherrschten (und natürlich total undemokratischen) Bürokratismus immer weiter verschärfen? Deutschland braucht eine radikale Gegenposition - und die AfD könnte sie liefern.

Es sollte auch jedem Europatümler zu denken geben, von denen die meisten erfahrungsgemäß keine einzige kontinentaleuropäische Fremdsprache beherrschen, daß GB trotz günstiger Bedingungen den Laden verlassen hat. Vielleicht weil es wußte, was in der Planung war (Ukraine Krieg) und welche Belastungen damit auf die EU zukommen. Übrigens soll GB (mit Holland) Hauptinvestor in der Ukraine sein. Cherry picking, war da nicht was?

Danke @imagine, @Gustav, @Volksdeutscher für die lesenswerten Kommentare zum Sinn des Parteibuches, dem Wesen der Neoliberalen und dem Wert und Unwert der Arbeit für die nationale Identität.

Lumi

20. Juni 2022 14:22

wo es doch beim Nationalsozialismus nicht wirklich 2 DIN A4 Seiten braucht, um ihn ideologisch zu definieren - @Laurenz

Sehe ich auch so. Es scheint mir eine pragmatische Sache gewesen zu sein. Es wurde gemacht, was funktioniert. Ein paar kapitalistische Exzesse wurden verboten, dafür gab es KdF Schiffe und Reisen. Und das fand Anklang. Insofern durchaus sozialistisch. Und gerade das haben die marxistischen Sozialisten noch Jahrzehnte später nicht verkraftet.

In der Folge muß der NS bis heute nervtötend intellektuell analysiert und ideologisiert werden. Dabei hat er einfach nur funktioniert. Und hätte das weiter getan, wären nicht so viele Gegner gewesen.

Lese gerade Walter Dornbergers Buch Peenemünde über die Entwicklung der V-Waffen. Da erfährt man auch einiges über Konkurrenz, Gerangel, persönliche Eitelkeiten und unterschiedliche Interessen der verschiedenen Stellen. So sind die Menschen nun mal hierzulande.

Aber was? Sie haben das Ding trotzdem gebaut - unter Führung des Heeresamtes, aber auch mit öffentlich-privater Partnerschaft. Sicher schade, daß die erste Anwendung im Transport von Sprengstoff bestand. Aber es war nun mal Krieg.

Maiordomus

20. Juni 2022 14:29

@Gustav. Sie nennen Mitgliedern d. Mt. Pèlerin-Society: Albert Hunold, mit dem ich bei Gründung der Röpke-Gesellschaft bzw. Röpke-Stiftung dabei war, also über Hintergründe verfüge jenseits v. "Kränzchen". Fuhr als Student jeweils mit Hunolds VW 1500 nach Tschiertschen, dem damaligen Schnellroda der Anti68er, wo ich den ultrarechten superklugen Philosophen Louis Rougier kennenlernte, wirtschaftsliberaler Antichrist, Sartre-Kritiker Thomas Molnar, Küehnelt-Leddihn war dabei, erzreaktionärer liberal-anarchistischer Demokratiekritiker, der mich porträtierte; auch Eucken via seine. intellektuelle Frau, dann Südafrika-Verteidiger H. Jenny. Wir diskutierten damals den Osthandel, den Hunold im Sinne v. Röpke  als  "Todfeindhandel" bezeichnete; ein ungarischer Akademiker referierte über die einst schädliche Wirkung der Überfremdung in Ungarn. Mohler wurde zitiert, aber nie eingeladen, auch Schwarzenbach nicht, der die Schweiz als "Wirtschaftsdiktatur" kritisiert hatte u. lange die Neutralität abgelehnt.. Mises war wichtig als Kritiker der Bürokratie, wohingegen Hayek aus der Sicht Röpkes wegen seiner Ablehnung der Wehrpflicht kritisiert wurde, die er durch kapitalistische Freiwilligenarmee ersetzen wollte, Hauptfeindbild war der linksprogressive Keynesianismus. Popper hingegen wurde als "einer der grössten Philosophen der Menschheit" begrüsst. Echt interessant, da hält Schnellroda nicht ganz mit. 

Niekisch

20. Juni 2022 16:09

"wo es doch beim Nationalsozialismus nicht wirklich 2 DIN A4 Seiten braucht, um ihn ideologisch zu definieren."

@ Laurenz & Lumi: Das ist schnell zu behaupten, aber schwerlich zu erfüllen. Christoph Steding hat für sein Werk "Das Reich und die Krankheit der europäischen Kultur", das als grundlegend gilt, immerhin 772 Seiten gefüllt, bis ihm seine schwere Krankheit den Griffel aus der Hand riß. 

Legen Sie los!

Maiordomus

20. Juni 2022 16:12

@Gustav nannte M i t g l i e d e r  der Mt.Pèlerin.Society. @Imagine verwies mit hoher Berechtigung auf die krasse Heterogenität der Rechten, sofern sie nicht einem "Führer" folgen; gilt übrigens auch für das psychoanalytische und tiefenpsychologische Lager. Erst recht für diejenigen, die man heute vielfach in Feindbildabsicht "neoliberal" nennt. Die von Gustav polemisch Genannten gehören aber noch einer Epoche echter Denker an, mit humanistischem Hintergrund. Dabei darf das wissenschaftliche Niveau  in Frage gestellt werden, so wie die meisten marxistischen Modelle längst als widerlegt gelten können. Diesbezüglich erinnere ich mich an eindrückliche Vorlesungen von Prof. Ota Sik in Zürich und St. Gallen, deren Errungenschaften hauptsächlich aus Falsifikationen bestanden  aus der Sicht eines einstigen Wirtschaftsministers der CSSR. Als intellektuell eindrücklich ist mir Edith Eucken-Edsieck in Erinnerung, Gattin bzw. Witwe des Freiburger Ordoliberalen Walter Eucken. Demgegenüber kam mir vor ein paar Jahren eine Preisrede des in der Schweiz bei der bürgerlichen Rechten meistzitierten Universitätsökonomen als Geschwätz vor, würde diesbezüglich die einstigen AfD-Professoren nicht überschätzen. Noch geschätzt in der Röpke-Gesellschaft war Coudenhove-Kalergi, wobei mir jedoch dessen Schwester Ida Friederike Görres als die intellektuell bedeutendste Alternative zu Simone de Beauvoir u. Sartre weit mehr Eindruck machte.

Maiordomus

20. Juni 2022 16:32

PS. Die von mir gerühmte Dame aus dem Umfeld eines einst noch von Denken durchsetzten Neoliberalismus hiess Edith Eucken-Erdsiek, nicht "Edsieck". Sie repräsentierte auf ihre Weise einen heute in Kreisen von Oekonomen  nur noch selten sich Ausdruck verschaffenden geistig-humanistischen Hintergrund. Für diese ihre Qualität war sie im Prinzip weder auf den Namen ihres Schwiegervaters, Nobelpreisträger Rudolf Eucken (heute fast maximal vergessen) noch auf denjenigen ihres Gatten Walter angewiesen, wiewohl letzterer Umstand sie sogar schon vor dessen Hinschied zu einer  ausserordentlich gefragten Referentin machte. 

Imagine

20. Juni 2022 16:41

1/2

Die Idee des Weges eines „nationalen Sozialismus“ wird fälschlicherweise den Nazis und Hitler zugeschrieben.

Tatsächlich hat diese Idee ihren Ursprung in Deutschland Ende des 19. Jhdt. im (national)liberalen und sozialdemokratischen Milieu: Sozialismus nach innen, liberale Weltmarktkonkurrenz nach außen.

Die grundlegenden Unterschiede dieses „nationalen Sozialismus“, welcher prominent von Friedrich Naumann vertreten wurde , zum Hitlerischen Nationalsozialismus und dessen Konzept sowie dessen Zielen, kann ich hier nicht ausführen, weil ich diesbezüglich schon wiederholt zensiert wurde, weil es dem hier vertretenen Geschichtsbild zur Rolle Deutschland im WK II widerspricht.

Die These von @Laurenz, dass China ein „nationalsozialistischer Staat“ sei, der wirtschaftlich weitgehend mit dem NS-System identisch sei, halte ich für grundfalsch.

Deutschland war ein hochentwickelter Industriestaat mit Weltmarktausrichtung und industriellen Top-Produkten. Nicht mehr weltmarktkonkurrenzfähig war die Schwerindustrie. Politisch und ökonomisch antiquiert waren die Vorstellungen des Adels. Beide bildeten die entscheidenden Kräfte, die Hitler zur Macht verholfen haben (cf. Harzburger Front).

China zur Mao-Zeit war hingegen ein Entwicklungsland, ein rückständiger Agrarstaat ohne entwickelte Industrie, ohne modernen wissenschaftlich-technischen Entwicklungsstand.

Imagine

20. Juni 2022 16:43

2/2

Der Versuch von Mao, eine gewaltsame Industrialisierung (cf. „Großer Sprung nach vorn“) zu erzwingen, endete in einer Katastrophe und Hungersnot mit nach Schätzungen 14 bis 55 Millionen Toten.

Anders als bei Stalin und Mao – und auch bei Hitler – war das Ziel der Wirtschaftspolitik von Deng Xiaoping keine autarke Entwicklung, sondern das Gegenteil, nämlich Weltmarktorientierung. Aber für den Weltmarkt konnte China nicht viel anbieten. Die älteren von uns kennen noch die billigen China-Produkte der 70-er und 80-er Jahre, die z.B. bei Eisenwerkzeugen im Prinzip nur Schrott waren.

Deng Xiaoping lockte kapitalistische Investoren ins Land und ermöglicht diesen aufgrund der billigen Arbeitskräfte Superprofite. Ziel war, dass China vom Technologietransfer profitieren sollte und so eine eigene weltmarktkonkurrenzfähig moderne Exportindustrie aufbauen kann. Erst wenn dies der Fall ist, kann China sein Lohnniveau erhöhen und die Binnenökonomie entwickeln.

Im Gegensatz zu Deng Xiaopings Konzept war es nicht das Ziel Hitlerdeutschlands, in Kooperation mit ausländischem Kapital eine weltmachtkonkurrenzfähige Exportindustrie aufzubauen.

Chinas Weg zur Weltmacht setzte auf ökonomische Entwicklung und nicht auf militärische Entwicklung und Stärke. Letztes geschieht erst seit jüngster Zeit, aber nicht um mit militärischen Mitteln zu expandieren, sondern um sich gegen den aggressiven Imperialismus des US-Empire wehren zu können.

Laurenz

20. Juni 2022 17:40

@Maiordomus.

Echt interessant, da hält Schnellroda nicht ganz mit. 

Wie in jeder anderen Zeitung auch, gibt es in der gedruckten, wie virtuellen Sezession starke Artikel, wie auch Artikel, denen man anmerkt, daß die äußeren Umstände des Autoren nicht ganz so harmonisch die Arbeit unterstützten. Beim IfS finde ich viele Reden gut, natürlich nicht alle. Was man aber den meisten Erschaffern von Inhalten in Schnellroda zugute halten kann, daß Sie (bis auf den Katholizismus) normal im Kopfe sind. Das ist wohl etwas, was man bei dem von Ihnen zitierten erlauchten Kreis nicht gerade behaupten konnte.

Laurenz

20. Juni 2022 17:41

@Niekisch @Lumi & L.

"wo es doch beim Nationalsozialismus nicht wirklich 2 DIN A4 Seiten braucht, um ihn ideologisch zu definieren."

Das ist schnell zu behaupten, aber schwerlich zu erfüllen.

Ein Freund hat diese 2 Seiten gebraucht, um das nationalsozialistische Denken zu definieren. Ich werde aber ein Teufel tun, an das Forum 2 DIN 4 Seiten zu schicken. Und Ihnen per Epost versprechen kann ich auch nichts, da ich noch im Obligo bin.

Christoph Steding hat für sein Werk "Das Reich und die Krankheit der europäischen Kultur", das als grundlegend gilt, immerhin 772 Seiten gefüllt, bis ihm seine schwere Krankheit den Griffel aus der Hand riß.

Das erinnert mich an ein Video mit BK & GK. Da stapelte BK Bücher über Schnellroda auf den Tisch. Das waren, so behaupte ich, (die Redaktion mag mich korrigieren), mehr Bücher, als es Bücher aus Schnellroda gibt.

Maiordomus

20. Juni 2022 18:29

@imagine. Finde Ihre Beiträge so gut wie immer interessant, wobei für den Gesamtüberblick betr. das neoliberale Lager zwischen ca. 1923 (Walter Lippmann) bis zum späten Hayek und seinem Umfeld von pauschalen Urteilen abgesehen werden sollte. So wie ich umgekehrt bei neueren Marxisten und deren Umfeld und sogar, wie Sie wissen, selbst bei Engels u. Co. auf Dinge neugierig bin, die wohl richtig gesehen wurden, zumindest höchst lehrreiche Perspektiven darstellen. Ota Sik persönlich kennenzulernen oder ihn wenigstens authentisch zu hören wäre vermutlich auch für Sie interessant gewesen. Dass ich mich über die neueren sog. neoliberalen Oekonomen womöglich mehr ärgere als Sie, der Sie dieselben im Zweifelsfall eventualiter sogar kriminalisieren, können Sie wohl nachvollziehen, siehe Ihre Illusionslosigkeit bezüglich des praktischen Sozialismus. Und nebenbei gesagt war mein einziges Gespräch mit dem weltberühmten Philosophen K.P. ein einziges Missverständnis, was teilweise auch mit dessen gravierender Schwerhörigkeit zusammenhing. Und in  Sachen Verehrung kam ich spätestens dann wieder auf den Boden, wenn es etwa um konkrete Textkenntnis, so Platon betreffend ging. Letzteres war im Einzelfall auch einem C.F. Weizsäcker, sogar die ältere Geschichte der Physik betreffend, kaum zuzutrauen bzw. zuzumuten. Der Name W. war wohl nicht nur in Deutschland über 100 Jahre lang eine Art Impfstoff gegen Kritik.  

Imagine

20. Juni 2022 19:58

@Maiordomus  20. Juni 2022 18:29
„Ota Sik persönlich kennenzulernen oder ihn wenigstens authentisch zu hören wäre vermutlich auch für Sie interessant gewesen.“

Ja, selbstverständlich.

Denn ich gehörte zu den Undogmatischen. Mich interessierte auch immer die andere Seite.

Mein erstes Referat in einem sozialwissenschaftlichen Seminar habe ich 1970 über Keynes gehalten. Habe immer Vorträge und Lehrveranstaltungen bei den besten Professoren besucht, nicht nur bei marxistisch orientierten. Daher konnte ich viele der „ganz großen Namen“ in Vorträgen, Seminaren oder Diskussionen persönlich erleben.

Damals hat man an der Uni Vertreter von unterschiedlichen Richtungen eingeladen, da gab es echte Streitgespräche, wo man viel lernen konnte.

Unsere Kritik am kapitalistischen System ignorierte keineswegs dessen Vorteile.

Schröder, den ich aus der Juso-Gruppe Anfang der 70-er Jahre kenne, hat später seine erstklassig geschulten ökonomischen Kenntnisse eingesetzt, um Deutschland für Kapitalinvestitionen attraktiver zu machen und die Massenarbeitslosigkeit abzubauen. Klar, um den Preis massenhafter Armut. Der wusste, wie der Kapitalismus funktioniert.

Deng Xiaoping hat ganz undogmatisch den Kapitalismus als Motor industrieller Entwicklung eingesetzt, weil dieser höchst effektiv ist, allerdings auch brutal gegenüber der Arbeitsbevölkerung. Er wusste, was er tat und dass ihm die Geschichte Recht geben wird.

Ordoliberal

20. Juni 2022 20:22

@Volksdeutscher

Alles, was Sie sagen, ist richtig. Ich sehe bloß nicht, wie eine politische Partei daran etwas ändern kann. Sie beklagen den fehlenden Nationalstolz der Deutschen, ein schwindendes Gefühl von Zusammenhalt, fehlendes Interesse an der deutschen Tradition und Geschichte, die existenzbedrohende Niederlassung von Nichtdeutschen, die noch weniger Lust auf Arbeiten und Deutschsein haben als die Deutschen selbst. Und Sie beklagen das zu Recht. Von allen förmlich gegen das eigene Volk gerichteten Maßnahmen der Blockparteien - Grenzöffnung, Euro-Einführung, Atom- und Kohleausstieg, Lockdown und Impfpflicht - ist die Flutung mit Muslimen die schrecklichste, weil praktisch unumkehrbar. Ein Fehler historischer Dimension!

Meine Frage ist nun: Mit welchen Methoden, die sich von denen der Nationalliberalen unterscheiden, wollen die Sozialpatrioten das denn korrigieren?

@Laurenz

Denn wenn alles, was die AfD will, schon im Programm steht (das ich natürlich kenne), worüber streiten sich Sozialpatrioten und Nationalliberale dann? Es kann ja nicht nur darum gehen, ob man koaliert oder nicht. Und auch die wichtigen Fragen des Personals, der Außendarstellung und der zulässigen Vorfeldorganisationen sind nicht so kriegsentscheidend, dass sie die Heftigkeit des Streits erklären. Der Streit ist so heftig, weil es der alte Streit Liberal gegen Links ist. Das Programm der AfD ist liberal. Die Sozialpatrioten sind links.

Laurenz

20. Juni 2022 21:49

@Ordoliberal @Volksdeutscher

ein schwindendes Gefühl von Zusammenhalt

Die DDR erzeugte ungewollt Zusammenhalt aus dem materiellen Mangel. Der Zusammenhalt erzeugt Identität. Sie sehen ja Selbst, daß der Mangel den kritischen DDR-Status noch lange nicht erreicht hat. Er wird auch nicht so schnell, wie in der DDR eine Mehrheit von 85% erreichen, aber mutmaßlich, wie in der Weimarer Zeit, gegen die 50% laufen. Das ist wirksamer als jede Kampagne.

@L.

worüber streiten sich Sozialpatrioten und Nationalliberale dann? 

Das ist sehr einfach. Die Strömungen der Partei sind deswegen vereint, weil nur so Schlagkraft entsteht, die es vorher über 60 Jahre nicht gab. Einerseits ist es das Intrigantenstadl, welches Meuthen überzog, Verletzungen erzeugte, andererseits sind es dieselben fundamentalen Unterschiede, wie hier auch. Bedenken Sie alleine schon die Rentendebatte. Meuthens privates Rentenmodell will niemand, außer Finanzdienstleister. Imagine & mein Freund Franz Bettinger sind Mediziner, also privilegiert rentenversichert. Wenn Gracchus, RMH & Niekisch als Anwälte firmieren, die auch. Sozialpatrioten würden diese Kassen sofort eingemeinden, die liberalen Weichspüler natürlich nicht.

Volksdeutscher

21. Juni 2022 07:08

1. @Ordoliberal

Was Sie als Chaos des Parteitages bezeichnen, ist vielleicht eine Fehlinterpretation des Phänomens und es handelt sich dabei nicht wirklich um Chaos, sondern um eine einfache Rivalität miteinander konkurrierender wirtschaftspolitischer Vorstellungen. Ehe man den Sozialpatriotismus oberflächlich als eine linke Idee kategorisiert, sollte man ihn lieber einer substanziellen Wertung von gut/schlecht, nützlich/unnützlich unterziehen. So wie Caroline Sommerfeld sich Gedanken macht über die Möglichkeit eines Rudoph Steiner von rechts, kann man, sollte man sich auch Gedanken machen über einen Sozialpatriotismus von rechts. Was steht dagegen? Die Idee des Sozialpatriotismus ist vielleicht noch nicht gänzlich ausgegoren, von allen ihren Schwächen befreit, am allerwenigsten rational zu Ende gedacht. Das scheinen Sie vielleicht auch zu fühlen, wenn Sie von Chaos reden.

 

Volksdeutscher

21. Juni 2022 07:13

2. @Ordoliberal

Aber entstand nicht auch unsere Welt aus dem Chaos? Ich verstehe die Idee des Sozialpatriotismus als eine gefühlsmäßig gegebene Antwort auf und gleichzeitig als eine spontan geäußerte Aversion gegen die Allmacht liberaler Lösungen, die von denjenigen, die die Idee des Sozialpatriotismus ins Spiel bringen, in vielen Punkten für ungenügend oder gar für falsch gehalten werden, so nach dem Motto: Liberalismus und kein Ende. Auch Ihre Wertung scheint mir ebenfalls eine gefühlsmäßig gegebene Antwort auf das Phänomen Sozialpatriotismus zu sein, denn der Hinweis auf die Tatsache, daß das Programm der AfD liberal sei, ist wirklich kein Argument gegen eine eventuell oder sogar tatsächlich notwendige Kurskorrektur durch sozialpatriotische wirtschaftliche Vorstellungen.

 

Volksdeutscher

21. Juni 2022 07:40

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Die Flutung durch arabische und schwarzafrikanische Art- und Kulturfremde halte ich nicht für unumkehrbar, es ist nur eine Frage des politischen Willens. Es spielt dabei keine Rolle, ob es fünf oder zehn Jahre dauert, Hauptsache, daß dies geschieht. Übergangslager aus Kontainern mit hygienischen Einrichtungen und medizinischem Personal sind relativ einfach zu realisieren. Was andere dazu denken ist irrelevant, es geht um unser physisches Überleben. Es gibt nach wie vor geltende nationale und  internationale Gesetze, auf die man sich bei der Repatruierung zu recht berufen kann und muß. Ich glaube deshalb nicht daran, wenn Alice Weidel behauptet, daß das alles unumkehrbar sei und wir uns damit abfinden müssen, denn die Zerstörung von Volk und Kultur wird nicht aufhören. Wir können uns weder ethnisch noch kulturell leisten, diese Meschen in unserem Land zu haben und sogar noch weitere aufzunehmen. Den Krieg der Oligarchen gegen die freien Nationen Europas wird man nur dann gewinnen, wenn man gegen sie in den Krieg zieht. Oder soll alles in der totalen ethnischen und kulturellen Auflösung enden? Also ist es die Aufgabe der AfD, in die Konfrontation zu gehen und gegen die Volksauslöschung zu agieren, anstatt sich zu ducken, wenn ein linker Rüpel irgendetwas von Rassismus winselt. Viktor Orbán hat den Italienern angeboten, ihnen bei der Rückführung von Migranten behilflich zu sein, er würde auch uns Deutschen das Gleiche anbieten und er würde mit Sicherheit sein Wort halten. Also gibt es Möglichkeiten.

RMH

21. Juni 2022 08:35

"Was andere dazu denken ist irrelevant, es geht um unser physisches Überleben."

Da fängt dann auch einmal bei der Partnerwahl an. Hand aufs Herz, wer ist verheiratet? Wer mit einer Deutschen (nix Beutedeutsche, Russin, Osteuropa-ich-rede-es-mir-schön, weil-ja-blond etc.) oder als Frau mit einem Deutschen? Wer hat Kinder?

Der staatliche Rahmen ist so schnell nicht zu ändern und wenn andere sagen, dass sei "unumkehrbar", dann steckt da durchaus eine realistische Betrachtung dahinter.

 

Volksdeutscher

21. Juni 2022 09:58

@RMH

Ja, das könnte realistisch sein aus der Sicht dessen, der die Meinung der Unumkehrbarkeit vertritt. Da fragt man sich aber, warum Alice Weidel im Wahlkampf für die Repatruierung von Migranten Kampagne macht. Weil das Thema Stimmen einfährt? Ist das Bauernfängerei oder von ihr wirklich ernst gemeint? Was nun? Denn man kann nicht das eine Mal die Ansichten und dann das andere Mal deren Gegenteil in ein und derselben Sache vertreten, an der Gesetzeslage nämlich hat sich nach wie vor nichts geändert, das Hereinlassen von Abertausenden von Fremden an geltenden Gesetzen vorbei bleibt weiterhin praktizierter Gesetzesbruch. Es sei denn Weidel legt willentlich Wert auf Unglaubwürdigkeit.

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