Was es heißt, Kinder zu erziehen

Erziehungstechnisch schwanke ich zwischen Überengagement und „ist doch eh egal“.

Ellen Kositza

Ellen Kositza ist Literatur-Redakteurin und Mutter von sieben Kindern.

Mein Über­en­ga­ge­ment (bei den nun gro­ßen Kin­dern noch sehr stark aus­ge­prägt) rühr­te ganz sim­pel gesagt
a) aus mei­ner Lebensbegeisterung,
b) aus Ehrgeiz.

Gleich wird es vom Konkreten/Privaten zum Generellen/Politischen gehen. Langsam!

Zum Kon­kre­ten a): Die vie­len Kin­der habe ich vor allem aus Über­schwang bekom­men. Das könn­te man län­ger und theo­re­tisch aus­füh­ren, ich mag hier stark ein­kür­zen: Ich war von Kind­heit an ein „inten­si­ver“ Mensch. Schon in mei­nen frü­hes­ten Erin­ne­run­gen kann­te ich kei­ne Stim­mun­gen der Lan­ge­wei­le, der Lethar­gie, ich war eigent­lich immer „on fire“.

Selbst in mei­nen intro­ver­tier­ten Pha­sen (die es gab, vie­le Mona­te ohne Kon­takt zur Außen­welt) feu­er­werk­te es eben inner­lich. Es gab immer einen Drang, ein Wis­sen­wol­len, Aus­pro­bie­ren­wol­len, ein Aus­tes­ten der Gren­zen. Als Puber­tier war ich (unter ande­rem) elek­tri­siert von Juli­us Evo­las Die Gro­ße Lust. Die Meta­phy­sik des Sexus.

Nach 16jährigem engen Kon­takt mit der nach­kon­zi­lia­ren katho­li­schen Kir­che – also als Kind von Katho­li­ken und als “Mari­en­schü­le­rin” – war ich doch lie­ber neo­heid­ni­sche „Evo­lia­ne­rin“ gewor­den. (Ein mehr­jäh­ri­ger Bruch mit der Una Sanc­ta, der wohl kaum erklä­rungs­be­dürf­tig ist. Das tra­di­tio­nel­le Chris­ten­tum und die Hl. Mes­se aller Zei­ten lern­te ich erst im 21. Jahr­hun­dert ken­nen. Manch­mal beschimp­fe ich mein katho­li­sches Mäd­chen­gym­na­si­um inner­lich dafür, daß es mich nicht mal den Rosen­kranz lehr­te, aber mir Besin­nungs­stun­den zu kit­schi­ger Musik anbot.)

Noch in der Sezes­si­on 24/2008 (damals längst wie­der im hei­mi­schen Hafen der ewi­gen Kir­che ange­lan­det) hat­te ich Juli­us Evo­las Sexus – Buch einen lan­gen Text gewid­met. Kurz gesagt und „evo­lia­nisch“:

Ich woll­te Kin­der, mög­lichst vie­le, weil ich das Leben selbst so lieb­te. Weil ich schier besof­fen war von all den Gedan­ken, Ideen und Mög­lich­kei­ten, die unser­eins hier auf Erden gebo­ten wer­den. Ich war so ger­ne Kind und jugend­lich und frü­herwach­sen gewe­sen, ich war unglaub­lich daseinstrun­ken. Ich woll­te Nach­kom­men haben, denen ich das alles bei- oder nahe­brin­gen könn­te: das Wis­sen, die Gefüh­le, die Men­schen, die Tie­re und die Pflan­zen, das Hem­men­de und das Mög­li­che, das Gro­ße Gan­ze, die Viel­falt und ihre Mies­ma­cher, die Freu­de am Kampf, die­se unglaub­li­che Lust am Leben.

Kon­kret b) Und ja, ich woll­te die Kin­der nie ein­fach fröh­lich-anar­chisch vor sich hin­wu­chern las­sen. Bei aller Sym­pa­thie für sol­che „frei­en“ Ent­wür­fe: Wer (wie ich) aus klei­nen Ver­hält­nis­sen kommt, hat die Zügel gern streng in der Hand. Bei uns gab/gibt es des­halb: Übungs­zei­ten für die Instru­men­te. Sport­ver­eins­pflicht bis zum 15. Lebens­jahr (in unse­rem Fall: Tur­nen, Hand­ball, Rin­gen, Feder­ball, Schwim­men, Boxen).

Bei uns gibt es gewis­se Ver­hal­tens­re­geln. Aber nach unse­rem eige­nen Gus­to: Die Kin­der dür­fen sich rela­tiv frei bewe­gen, Näch­te durch­ma­chen, tram­pen, los­zie­hen (allein zum Polar­kreis, zu dritt durch Kroa­ti­en, dann in Geor­gi­en unter­wegs, in den Pyre­nä­en, durch die Tür­kei und natür­lich quer durch Deutsch­land, immer ohne Eltern, auch die Mäd­chen immer für sich, bloß Marok­ko haben wir ihnen verboten).

Wich­tig: Loya­li­tät zur Fami­lie. Bei Dis­sens Rede & Ant­wort ste­hen. Gefrüh­stückt wird um acht, “Ver­sa­cken” wird nicht gedul­det. Es gab neben Frei­hei­ten also auch Bedin­gun­gen. Wir haben und hat­ten das Bedürf­nis, die Kin­der an klas­si­sche Musik, Lite­ra­tur, Kul­tur über­haupt her­an­zu­füh­ren. Wenn ein fami­liä­rer Aus­flug ins Museum/Theater geplant ist, gibt es kei­ne Aus­re­den, zuwei­len wird hin­ter­her dis­ku­tiert. Es wird gemein­sam die Hl. Mes­se besucht, gero­sen­kranzt und die Tages­ge­be­te gespro­chen. (Wozu es übri­gens nie Wider­spruch gab.)

Dann ist aber auch gut. Der Tag ist lang, die Woche ohne­hin, und alle Kin­der bis auf die Jüngs­te besu­chen oder besuch­ten Inter­na­te, sind/waren also dem elter­li­chen Zugriff zeit­wei­se ent­zo­gen. Sie kön­nen sich frei ent­wi­ckeln, und das sol­len sie auch.

Ich wur­de öfters gefragt, wie das zusam­men­ge­he: Als Mut­ter der Klei­nen den Nest­trieb eif­rig zu bewirt­schaf­ten, die Brut dann aber mit 14 Jah­ren völ­lig frei­zu­las­sen. Oh ja, das geht sehr gut zusam­men, und ich wür­de es rück­bli­ckend nie anders handhaben.

Nun wach­sen spe­zi­ell unse­re Kin­der unter Son­der­be­din­gun­gen auf, die rar sind. Sie sind „die Kin­der von“: Hier eben von Kubitschek/Kositza, und zwar nolens volens. Was das im Ein­zel­nen bedeu­tet – dar­über könn­te man Sei­ten fül­len; auf­re­gen­de und traurige.
Es gab Hetz­kam­pa­gnen und Ver­leum­dun­gen gegen die Kin­der. Ich ver­zich­te hier auf nähe­re Beschrei­bung und Ein­zel­fall­be­richt­erstat­tung, und zwar aus rein prag­ma­ti­schen Grün­den. Unse­re gan­ze Fami­lie lebt unter dem Brenn­glas der Beob­ach­tung, das soll genügen.

Hier kom­me ich von mei­nem päd­ago­gi­schen Über­en­ga­ge­ment auf die Losung „ist doch eh egal“.

Bei mei­nen ers­ten vier Kin­dern war mir unge­mein wich­tig: was es als Mit­tags­spei­se gibt, war­um der Kar­tof­fel­brei in der Schu­le bit­te nicht „gefärbt“ (ein­ge­gelbt) sein darf und ob gezu­cker­te „Erdbeer“-H-Milch irgen­de­nen Nut­zen haben soll­te; wie der Sexu­al­kun­de­un­ter­richt abläuft, mit wie­viel Trans- und Homo-Infor­ma­ti­on; war­um im Geschichts­un­ter­richt d a s gelehrt wird und d a s nicht; war­um ein Wan­der­tag ein 180 km lan­ger Fahr­tag und kein Wan­der­tag ist; wes­halb das Thea­ter­en­sem­ble XY aus­ge­rech­net die­ses fri­vo­le Stück vor den Kin­dern auf­füh­ren muß; Wie­so die­ses, die­ses und jenes Buch im Deutsch­un­ter­richt gele­sen wird, und nicht irgend­ein gutes Buch, das nicht „aus dem Ame­ri­ka­ni­schen“ über­setzt wur­de; wes­halb man ein Stück von Georg Fried­rich Hän­del mit „Boom­wha­ckers“ nach­emp­fin­den muß.

Sprich: Ich habe mich min­des­tens ein Jahr­zehnt­lang „enga­giert“. Woll­te mich „ein­brin­gen“, „mit­be­stim­men“, mei­ne Stim­me, die ich als mäßi­ge und ver­nünf­ti­ge begriff, zur Gel­tung brin­gen. Bereits vor Jah­ren habe ich das auf­ge­ge­ben – eigent­lich weni­ger frus­triert als geläutert.

Selbst gegen den Strom zu schwim­men ist anstren­gend genug. Es lohnt sich ohne­hin nur, wenn man es aus vol­ler Über­zeu­gung tut. Man soll­te über­haupt nie irgend­wem oder irgend­was aus stu­rem Wider­stands-Affekt wider­spre­chen oder ent­ge­gen­ste­hen. Wider­spruch lohnt nur, wenn es ein radi­ka­ler und über­zeu­gen­der ist: wenn man also voll & ganz hin­ter dem „Aber“ steht.

Ande­re mit­neh­men zu wol­len bei die­sem Unter­fan­gen ist nicht nur anstren­gend, son­dern im Blick auf die Kräf­te­öko­no­mie gera­de­zu behin­dernd. Ich „mis­sio­nie­re“ seit etwa zehn Jah­ren nicht mehr. Ich fra­ge auch kei­ne Ü‑Dreißigjährigen mehr, wo denn der Nach­wuchs blie­be. Ich schaue wei­ter­hin neu­gie­rig auf das, was „die ande­ren“ so trei­ben. Ich freue mich nicht, wenn es ihnen (wie meist) miß­glückt mit ihren frag­wür­di­gen Ent­wür­fen: Schei­dun­gen, Psy­cho-Zeugs, die Gro­ße Lee­re. Ich kon­sta­tie­re es bloß.

Ich schaue auf die eige­nen Kin­der. Man hat ihnen mit­ge­ge­ben: „Blut, Schweiß und Trä­nen“ (Chur­chill), Bil­dung, Weg­wei­ser und vor allem Liebe.

Was sie draus machen, steht in den Ster­nen. Die Hoff­nung, daß wir das stel­la­re Mach­werk mit unse­ren Mit­teln beein­flußt haben, ist manch­mal groß und manch­mal klein:

Nach dem Gesetz, wonach du ange­tre­ten //So mußt du sein, dir kannst du nicht entfliehen

Das ist aus Johann Wolf­gang von Goe­thes “Urwor­te, orphisch”. Blei­ben wir als Eltern dar­um so (an)gespannt wie nötig und so gelas­sen wie möglich.

Alles ist Bei­spiel und Liebe

Fried­rich Frö­bel – ist heu­te ein Gas­sen­hau­er. Ich ken­ne mitt­ler­wei­le so vie­le Bei­spie­le, wo die­ses „alles“ rein gar nichts ist. Wo alles schief­geht, trotz Bei­spiel, Lie­be, Schweiß, Blut und Trä­nen. Wo Kin­der selbst arg bemüh­ter Eltern zu Dro­gen grei­fen, auf den Trans-Trip kom­men oder sich ander­wei­tig selbstverletzen.

Es sind per­ver­se Zei­ten. Die Ein­flüs­te­rer sind über­mäch­tig. Wir soll­ten den­noch stand­haft blei­ben. Das heißt auch: dran­blei­ben auch an jenen, die gera­de völ­lig “durch den Wind” sind. Blut, Schweiß und Lie­be sind schon­mal nicht nichts. Hilf dir selbst, dann hilft dir Gott.
Banal, aber so ist es halt.

Ellen Kositza

Ellen Kositza ist Literatur-Redakteurin und Mutter von sieben Kindern.

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Kommentare (36)

Sandstein

22. Juni 2022 09:32

Ein echter EK, könnte heulen vor Freude und Erkenntnis. 
Danke! 

Umlautkombinat

22. Juni 2022 09:55

Kinder sind eine Nagelprobe. Z.B.: Wenn ich beim Thema C den Hals voll habe und mit Erwachsenen/Fremden das i.a.R. nicht mehr von mir aus diskutiere weil ein derartiger Wust an verschiedensten Voraussetzungen - fachlich, charakterlich, politisch, Erkenntniswille, usw., usf. -  dafuer fehlen, dann kann ich das mit den Kindern nicht machen. Und natuerlich kommen dabei automatisch ganz alte Probleme wie das doublespeak der DDR im Sinn einer Trennung des Sprechens zu Hause / in der Schule neben vielen anderen solchen Dingen mit hoch. Etwas, was Vergangenheit schien. Auf der anderen Seite hebt dieses nicht Darumherumkommen auch die Intelligenz und die Uebung in realen Auseinandersetzungen, und damit letzlich - ja, grosses Wort - die Ueberlebensfaehigkeiten der Kinder. Dem kann man sich nicht entziehen.

Maiordomus

22. Juni 2022 10:29

Liebe Frau Kositza!

Sie zitieren, zwar mit etwas Distanz, Ihren Froebel, der als Pionier für das Elternrecht der Kindererziehung eintrat, mit grundsätzlicher Zustimmung. Sie leben heute noch danach. Sie dürfen aber wissen, dass Froebel, der in den 1830er Jahren im Luzerner Hinterland auf Elternbasis eine Versuchsschule führte, eine von 550 geweihten Geistlichen (so viele gab es damals noch im Kanton Luzern!) unterzeichnete Protestresolution an die Regierung über sich ergehen lassen musste, und zwar im Namen der von Ihnen gepriesenen "Ewigen Kirche", die meine eigene Arbeit seit rund 40 Jahren boykottiert, weil ich als Konservativer für die kirchensteuerfreie Trennung Kirche/Staat engagiert war und seit 1967 über Pädophilenfälle recherchiere. Dabei ist mir bei eigenen Kindern weniger durchzusetzen gelungen als Ihnen. Immerhin betete die mit Ihnen gleichaltrige Mutter meiner Enkel noch mit den selben. Aber von einer tieferen weltanschaulichen Wirkung über Generationen kann schwerlich die Rede sein. Dazu schrieb Joachim Bodamer schon vor bald 70 Jahren: "Zur Masse gehört heute jeder." Ihr Beitrag gibt zu denken, beschlägt einen absoluten Hauptschauplatz des heutigen Kulturwandels. 

wolfdieter

22. Juni 2022 10:39

Ellen, was mir schon seit einiger Zeit klar ist, bestätigst du grad: ich mag dich leiden. Man soll in Foren Gefühle außen vor lassen. Ich brech die Regel.

Mein Grund ist speziell: die Kinder. Ich hab nur zwei, geboren 90 und 92, heute erwachsen, berufstätig und verbandelt. Nichts wirklich selbstverständliches.

Nichts von deinen Erziehungs-Absichten deckt sich mit meinen (übrigens bin ich gewesener Linker) – bis auf die eine. Ich wollte sie, ich hatte (habe) sie, und ich bin seither doppelt so breit wie vorher.

Nicht was ich den Kindern erzähle merken sie sich. Sondern sie merken sich, was ich erzähle, wenn sie gerade nicht gemeint sind (aber genau dann zuhören). Achte, was sie später äußern.

Ellen. Großartig. Wünsch dir was. Und – falls das erlaubt ist – Gottes Segen.

quarz

22. Juni 2022 10:58

Sofern die Frage nicht zu sehr ins Private eindringt: Gab's denn bei keinem der Kinder ideologische Rebellion gegen das weltanschauliche Klima des Elternhauses?

Kositza: Nein, keine "gegen uns", durchaus aber ganz andere Wege. Wir haben unsererseits die Kinder ja auch nicht ideologisiert. Es gab nie den (auch unausgesprochenen) Befehl zu werden wir wir. Aber mal sehen, wir haben ja noch zwei nicht ganz Ausgereifte.

Gotlandfahrer

22. Juni 2022 11:08

Der HERR wird für euch streiten, und ihr werdet still sein.

Laurenz

22. Juni 2022 11:13

@EK (1)

Finde, Ihr Bericht ist ein Aufsatz über die Freiheit. Um Ihrer Kinder willen, beneide ich Sie. Der Katholizismus ist selbst gewählte Gefangenschaft durch Dogmen. Das Heidentum läßt einen nicht immer, aber oft alleine. Grenzen setzt man besser selbst. Man muß als Mann nicht mit einem Mann Sex haben, um zu wissen, daß man nicht schwul ist. Man muß nicht Heroin konsumieren, um zu wissen, wie das ist. Man muß nicht Sinne überreizen mit einem Sprung per Banji-Seil oder ohne, damit man, wie Castaneda, in die Unendlichkeit springt. Es reicht Mut zu zeigen, wenn es wirklich darauf ankommt. Castaneda hat nicht Unrecht, wenn er schreibt: Wenn man überhaupt etwas tut, sollte man es makellos tun. Und, was Ihren Schluß angeht, so sind wir nun mal keine Nornen.

Carsten Lucke

22. Juni 2022 11:18

Ein wunderbarer Text.

Bitte werden Sie dereinst die gute Großmutter !

Grobschlosser

22. Juni 2022 11:21

der brd-Staat produziert seine rotgrünen Untertanen .Erstaunlich : rotgrüne Eliten stecken ihre Kinder in teure Privatschulen ( 100% gewaltfrei , Migrantenanteil: 0,2 % , hier in Norddeutschland ; Töchter einer indischen Geschäftsfrau , Söhne eines chinesischen Wissenschaftlers der im Bereich der Partikelforschung unterwegs ist ) . 

Zustände wie im Freibad -kommt der Sommer ,kommt die Gewalt - und diese Gewalt darf unter keinen Umständen thematisiert werden (Elternabend : "ABER DEUTSCHE KINDER TUN DAS AUCH" - behauptet eine Mutter - die Lehrerin nickt und verhöhnt den Vater eines immer und immer wieder verprügelten Jungen .

rechtlich kann man die migrantische Gewalt an staatlichen Schulen nicht mehr unterbinden ("wir bilden einen Gesprächskreis und machen einen Täter/Opfer- Ausgleich") der Terror geht weiter . Man zieht um ,schaut sich die neue Schule an und verlässt dann doch das Land ( Grenznähe NL , kath. Privatschule , teuer - aber sicher ) .

kikl

22. Juni 2022 12:30

Schön gesagt. 

RMH

22. Juni 2022 13:14

Beim Thema Erziehung würde ich den Abonnenten der Zeitschrift Sezession den Artikel "Three Identical Strangers – trotz allem gleich" von August Nagel und Erik Ahrens anempfehlen, soweit sie ihn noch nicht gelesen haben.

Wenn man sieht, wie ähnlich eineiige Drillinge bei vollkommen unterschiedlichen Elternhäusern wurden, dann kann man allen Eltern und auch jenen, die noch Eltern werden wollen, nur sagen, habt Vertrauen in die Kraft Eurer Gene, seit gelassen. Trotz Rekombination wird schon was Ordentliches dabei heraus gekommen sein, denn der Apfel fällt bekanntermaßen nicht weit vom Stamm - akzeptiert Eure Kinder, so wie ihr Euch hoffentlich selber akzeptiert. Das entbindet einen natürlich nicht von den Erziehungsaufgaben und ganz ohne Erziehung geht es bekanntermaßen auch nicht, aber ein Stück weit Mut in die Elternschaft und zur Elternschaft kann einem das Vertrauen darin geben (es sei denn, man denkt, man selber sollte besser seine Gene nicht weitergeben - Elternschaft soll kein Ausdruck von Narzissmus sein).

PS: Im Ehevorbereitungsseminar des katholischen Pfarrers, welches meine Frau und ich einstmals besuchten, wurde klar vermittelt, dass die katholische Ehe die Weitergabe des Lebens als zentralen Aspekt hat (und das von einem m.M.n. klar homosexuellen Priester - Gott hab ihn selig).

 

Nordlicht

22. Juni 2022 13:14

Danke. Als dreifachem Vater (- und nun Großvater) kommen mir die Tränen für Rührung. 

In der Erziehung habe ich sehr wenig getan, "zu meiner Zeit" und in meinen Kreisen war die Ehefrau Hausfrau, man konnte sich das leisten. Un der Mann widmete sich dem Beruf, die Kinder kamen mir abends, am Wochenende und in der Ferien nahe

Eine gewisse Ausnahme zum "Nur-Hausfrau-Konzept" waren Lehrerinnen, die auf Wunsch lange Beurlaubungen und dann beliebige Teil-Zeiten bekamen.

Ach, zum Schlussabsatz: Ab ca. 15 Jahren kann man ihnen nur noch vertrauen, dann ist nichts mehr mit "Erziehung". Per Vorbild, vielleicht noch.

Laurenz

22. Juni 2022 13:50

@Carsten Lucke

Bitte werden Sie dereinst die gute Großmutter!

An der Kompetenz gibt es wohl keine Zweifel. Aber der Artikel beschreibt doch gerade, daß das Schicksal nicht wirklich oder nur selten in unserer Hand liegt.

deutscheridentitaerer

22. Juni 2022 15:07

Ja Sie haben schon einmaliges geleistet mit sieben Kindern neben IfS und Sezession. Eins davon wäre schon mehr als der Normalmensch schafft. Habe neulich jemandem von Ihnen berichtet, er hats mir nicht geglaubt. Sie würden sicher Kinderfrauen und Haushaltshilfen in Anspruch nehmen, da könnte ihm niemand was erzählen (weiß nicht ob Sie es tun, fand den ehrlichen Unglauben aber jedenfalls lustig).

Kositza: Danke fürs Kompliment. Nein, keine "Hilfskräfte", wobei meine Eltern und Schwiegereltern mir früher viel geholfen haben. Fensterputzen ist auch ausgelagert, und auch manche andere Sachen (bspw. bügeln) hab ich seit je gelassen.

Ein gebuertiger Hesse

22. Juni 2022 15:35

Wegen Texten wie diesem sind wir hiesige Leser und Kommentatoren (in wechselnder Besetzung) letzten Endes hier und wissen gerad mal wieder, warum. Meine Güte, ist es geil, daß es Leute wie Sie und Ihren Mann und ebenso Ihre Kinder in dieser unserer Schicksalsgemeinschaftszeit gibt. Sie alle sind Gottesgeschenke und so wirken sie auch. Dank nach oben und nach Schnellroda.

Maiordomus

22. Juni 2022 15:39

@RMH. Warum  nicht sollte Ihnen ein homosexuell veranlagter Priester nicht glaubwürdig und aus Überzeugung in der Ehevorbereitung diesen Ratschlag gegeben haben? Platon war seinerseits mit Sicherheit homosexuell und gerade deswegen der gleichen Auffassung betr. die Ehe. Die Zeugung der Kinder ist nicht unbedingt ein Lustakt, sondern die Erfüllung einer Pflicht der Gemeinschaft und dem Staat gegenüber. Sehr schlecht weg bei Platon kommt gemäss Symposion das spezielle Geschlecht der Ehebrecher, die Männer also, die ständig hinter Frauen her sind. Dabei ist die polygame Veranlagung genau so natürlich oder ev. sogar noch natürlicher als Homosexualität, weswegen nicht einzusehen ist, dass Kirchenfunktionären, die Homosexuelle segnen, nicht auch polygame Beziehungen segnen sollten, ist in denen doch mindestens so häufig wie bei Homosexuellen Liebe mt ihm Spiel, eben das, was Karl Barth die erotische Liebe nannte, freilich von ihm noch verurteilt: "Erotische Liebe ist Leugnung der Humanität", schrieb der grösste prot. Theologe des 20. Jahrhunderts im 4. Band der Kirchlichen Dogmatik. Thomas von Aquin hätte dies nach Pieper nicht 1 zu 1 unterschrieben. 

Maiordomus

22. Juni 2022 15:47

@Laurenz. Was wissen Sie eigentlich über das Heidentum und dessen etwa bei den indogermanischen Völkern konstituierte kultische Keuschheit, die untergründig auch mit dem  katholischen Zölibat verwandt ist? Vgl. noch das fast 2000seitige Standardwerk von Bachofen, dem Weggefährten Nietzsches, welch letzterer übrigens seinerseits für die Keuschheit schwärmte, freilich gewiss nicht für die erzwungene. Sexuelle Erfahrungen macht eigentlich fast jeder, aber die Erfahrung von Vaterschaft und zumal Mutterschaft ist als Erfahrungswert schlicht durch nichts zu ersetzen, auch nicht durch irgendwelche weltanschauliche oder religiöse Erziehung. Mit zu den Anhängern der kultischen Keuschheit gehörte auch Pythagoras und dessen Schüler Hippokrates, Erfinder des Ärzteeides, der u.a. die Keuschheit der Ärzte im Patientenverhältnis zur absoluten Pflicht erklärte. 

quarz

22. Juni 2022 16:59

@Maiordomus

"Thomas von Aquin hätte dies nach Pieper nicht 1 zu 1 unterschrieben."

Hier die Textstelle, auf die Sie möglicherweise anspielen:

"Die völlige, aller Geschlechtslust unempfindlich abgewandte Unsinnlichkeit [insensibilitas], die gewiss manch einer für das nach christlicher Lehre 'eigentlich' Vollkommene und Ideale halten möchte, wird in der Summa theologica nicht nur als ein Defekt, sondern als ein geradezu sittlicher Mangel [vitium] bezeichnet."

(Pieper, "Zucht und Maß", 1939)

Laurenz

22. Juni 2022 17:37

@Maiordomus @L. (1)

Keuschheit

Castaneda setzt Sich explizit mit der Keuschheit auseinander. Er beschreibt sie sogar als zwingend notwendig für diejenigen, die Zauberin (Hexe) oder Zauberer (Bruja/Brujo) werden wollen. Er moralisiert aber nicht. Moral sei ein Relikt, oder besser ein Ritual, von dessen eigentlicher Ursache wir nichts mehr wissen. Castaneda behauptet, die Lebensenergie, die es ermöglicht, das Bewußtsein mit Bewußtheit willentlich, kontrolliert zu verändern, d.h. zu zaubern, ist dieselbe Energie, wie unsere sexuelle Energie. Ein werdender Zauberer, Druide, Gode, was auch immer sammelt & spart daher Energie, wo er sie findet. Frauen seien davon sensibler betroffen, als Männer, aber es gilt für beide Geschlechter. Frauen geben beim Akt Energie ab, was man zu Männern großzügigen Frauen im Gesicht ansieht (wenn man seine Aufmerksamkeit darauf ausrichtet). Michelangelo sagte dasselbe.

Kositza: Interessant, zumal lat. castus,- a "keusch" bedeutet.

Laurenz

22. Juni 2022 17:53

@Maiordomus @L. (2)

Die Einehe sei daher auch energiekostengünstiger als Promiskuität. Frauen haben leichteren Zugang zur Zauberei, seien launenhafter, unkontrollierter, verrückter als Männer, weil sie ein Energiezentrum im Körper mehr besitzen, den Uterus, der als kosmische Antenne funktioniere. Männer müßte es lange üben, um den gesamten Körper zu einem Uterus zu machen, wenn sie denn über dieses Privileg verfügen wollten. Beim Akt gäbe man, als potentielle Eltern, auch Bewußtsein ab, aus dem das Bewußtsein eines gezeugtes Kindes gebildet, geformt wird. Dieser Mechanismus sei auch vorhanden, wenn kein Kind gezeugt würde. Es geht Bewußtsein flöten. Die meisten Menschen, so C., seien Boring Fucks, Er Selbst auch. Nur etwa 2% der Menschen seien das nicht, jene verfügten quasi über unendlich viel Energie, quasi, was dabei herauskommt, wird auch dadurch entschieden, was man hineinsteckt.

Laurenz

22. Juni 2022 17:56

@Maiordomus @L. (3)

Kinder schnitten Löcher im Bauchbereich des Energiekörper eines Menschen. Man kann sich die Energie, die man in Kinder steckt, auch wiederholen & die elterlichen Löcher auch wieder stopfen. Aber das bedeutet Trennung, auch soziale Trennung, wenn man seiner Pflicht genüge getan hat.

Geoman

22. Juni 2022 19:42

Das Leben macht Lust und das lustvolle Zeugen von noch mehr Leben macht noch mehr Lust.
 

Rein pragmatisch betrachtet, sollten Muslime daher im Umkehrschluss sehr lebenslustig sein.  Tatsächlich sollen viele Muslima obwohl sie stoisch mit Kinderwagen und Aldi-Tüten durch die Fußgängerzonen marschieren, sehr depressiv sein.

Und was ist mit den Lebensängsten? Hat ein Zufall der westlichen Geschichte bzw. ihrer emanzipierten Eltern Sie davor bewahrt, über Sie Macht zu ergreifen?

 
Kositza: Das mit den zeugungs- und gebärfreudigen Muselmanen scheint mir eine arge Verkürzung zu sein.
Und: die meisten dieser "lebensphilosophischen" oder meinethalben existentiellen Phänomene scheinen mir eh kaum universell gültig zu sein. Lebensängste allerdings dürften umgekehrt proportional zum zunehmenden Gottvertrauen zu schwinden. Dies womöglich dann doch weltweit.

Niekisch

22. Juni 2022 20:30

Die Kindererziehung hatte für uns den Vorteil, dass wir vor der Hölle keine Furcht haben müssen, denn wir erlebten sie schon 1995 und erleben sie weiterhin ohne wirkliche Aussicht auf Besserung.

Karl

22. Juni 2022 21:44

Ich liebe Ihre Texte. Texte wie diesen.

Zur Entwicklung der Kinder habe ich eine pessimistische Sicht gewonnen, aus Verachtung gegenüber der dominierenden „woken“ Kultur. Daraus entstehen leider nihilistischen Worte:

Die „westliche Kultur“ hat die „Herrschaft über die Kinderbetten“ gewonnen. Abgründig, teuflisch. Aus Gut wird Böse, aus Verbotenem Normalität. Kindergarten, ständige Medienberieselung, Schule, Universität, “Kultur“: ein giftiges Dauerfeuer seit Jahrzehnten direkt ins Hirn. Abgründe tun sich auf und die Kinder stürzen hinein. Unrettbar verloren. Diese Brut spült die grauenhaftesten Politiker an die Macht. Diese Brut ist selbstgerecht, egoistisch, aggressiv; wie Kinder so sind. Daraus wird kein Funken entspringen, kein Licht wird leuchten, Dunkelheit und Verderben. Ohne Hoffnung?

Kositza: Aber "Verderben" ist doch nur, wo kein Halt ist. Für solchen Halt sind WIR doch da!

Laurenz

22. Juni 2022 23:59

@Geoman

Schauen Sie Sich die Lebensgeschichte, der beiden Frauen Bachs, vor allem die der 2ten, an. Dann wird der Unterschied deutlich.

@EK

https://de.wikipedia.org/wiki/Michelangelo

Viele Betrachter der Pieta empfinden das Gesicht der Maria als jünger im Vergleich zu Ihrem Sohn, der ihr auf dem Schoß liegt.

https://de.wikipedia.org/wiki/R%C3%B6mische_Piet%C3%A0

Sie finden das Zitat Michelangelos unter der Überschrift 

Das Problem der Jugendlichkeit der Madonna

„Weißt du nicht, dass keusche Frauen sich viel frischer erhalten als die, welche es nicht sind? Um wie viel mehr aber eine Jungfrau, welcher sich niemals die geringste sündhafte Begierde in die Seele verirrte! Aber noch mehr … müssen wir glauben, dass die göttliche Kraft ihr noch zu Hilfe kam, damit der Welt die Jungfräulichkeit und unvergängliche Reinheit der Muttergottes um so deutlicher erschiene.“

Natürlich hatte die Kirche, gemäß der Bibel, die Geschwister Jesu' allzu gerne unterschlagen, was aber natürlich mit dem, was Michelangelo ausdrücken wollte, nicht direkt etwas zu tun hat, wie auch der Begriff der Sünde in diesem Zusammenhang, zumindest in meinen Augen, Quatsch ist.

Der Gehenkte

23. Juni 2022 00:39

"Wo alles schiefgeht, trotz Beispiel, Liebe, Schweiß, Blut und Tränen."

Das ist ja das eigentliche Mysterium. Erziehung hin oder her - etwas zieht an diesen Kindern in unseren Zeiten, das stärker ist als alle (gute) Erziehung. Sloterdijk hatte dieses moderne Phänomen in seinem Buch "Die schrecklichen Kinder" als Bastardisierung beschrieben. Freilich wurde es schon früher bemerkt, etwa von Henrik Pontoppidan in seinem Roman "De dødes Rige":

https://seidwalkwordpresscom.wordpress.com/2020/11/26/die-schrecklichen-kinder/

Nun sind Ihre Kinder ebenso jenen Kräften ausgesetzt. Der Rückzug aus der Stadt ist sicher hilfreich. Aber das eigentliche Geheimnis ... was ist es? Oder kann es auch "Zufall" sein? Kann man den Erziehungserfolg doch garantieren?

 

ede

23. Juni 2022 00:58

Als die JF noch Dampferfahrten veranstaltete saß ich mit der Gnädigen mal am Nachbartisch. Der Herr K. hatte einen Anzug an, aber der interessierte mich nicht so. Ihre Zöpfe standen eine Handlänge waagerecht vom Kopf ab. Das war schon sehr ansehlich. Immer wenn ich daran denke frage ich mich, ob das so gewesen sein kann.

Friedrich Mohler

23. Juni 2022 06:37

Sie mögen ein selbstwertdienliches Bild Ihrer Erziehungsmethoden haben. Das haben wir alle. Den Geist derselben wird man aber erst an den Früchten erkennen. Mögen "die Kositza/Kubitscheks" aufrichtige, freundliche, großzügige, liebevolle und barmherzige Menschen werden! 

Maiordomus

23. Juni 2022 06:38

@quarz. Sie treffen es ganz genau, kann während dem Schreiben die Stellen in der Regel nicht nachlesen, wiewohl ich fast alle Bücher Piepers und die lat. Gesamtausgabe der Summa theologica von Thomas greifbar habe. Auch Albertus Magnus.  @Castaneda ist ebenfalls spannend. Für das indogermanische Heidentum orientiere ich mich indes an griechisch-lateinischen Originaltexten sowie z.B. Standardwerken wie Bachofens Mutterrecht und den Büchern meines verehrten Lehrers Prof. Walter Burkert, z.B. Homo necans, den ich zuletzt noch kurz vor seinem Tode traf und ihn mit einem Nachruf würdigte. Nebst dem Konstanzer Cicero-Biographen Fuhrmann der wohl bedeutendste neuere deutsche Altphilologe. Aber natürlich ist die germanisch-nordische Philologie, zu der die Brüder Grimm bereits ein dreibändiges Standardwerk ediert haben, ebenfalls von hohem Interesse und von indirektem Einfluss z.B. auf die alpine Volkskunde, welche für die Geschichte der Sexualität ebenfalls überraschende Resultate zeitigt, Mittelalter u. frühe Neuzeit waren weit weniger verklemmt als wir uns das via 19. und 20. Jahrhundert vorstellen.  

Maiordomus

23. Juni 2022 11:20

@Laurenz.. Thomas Mann liess in einem geistvollen Gespräch im "Zauberberg", ein Buch, das man dann doch nicht mit Tellkamp vergleichen sollte, die Sünde als einen "humoristischen Begriff" bezeichnen, ähnlich dem Begriff der Tugend, der nach Paul Valéry nur in der Operette und in der Académie française noch zum Sprachgebrauch gehöre. Was damit phänomenologisch gemeint ist, brachte in der Tat Josef Pieper 1977 in seiner weniger als 200 Seiten umfassenden  analytischen Kösel-Studie "Die Sünde" ethischgeschichtlich und nicht nur theologiegeschichtlich auf den Punkt. Es handelt sich durchaus nicht nur um eine psychologische, auch moralische "Realität" insofern der Mensch, wie es auch Aristoteles, Descartes und Popper realisierten, von geistigen Modellvorstellungen, welche es auch immer sein mögen, geprägt bleibt. Auch der Ihnen intelligenzmässig möglicherweise leicht überlegene Kant wusste, jenseits von Irrtümern, die auch ihm passiert sind, was im Prinzip und methodisch unter "Sünde" zu verstehen ist; auch dem für die Geschichte der Ethik äusserst wichtigen Klassiker, dem Marquis de Sade, war der Befund erstaunlich klar. 

Karl

23. Juni 2022 12:08

Liebe Frau Kositza, wieviel(e) können wir noch halten? Der Sog ist stark und Hilfe nicht in Sicht. Meine Weltsicht hat Ursach...

Fredy

23. Juni 2022 12:50

Wenn die Kinder nur keine veganverschwulten BRD-Weicheier nach Gutmenschenart werden, hat man alles richtig gemacht. Alles Andere ist verzeihbar.

Ich habe keine Kinder, gleichwohl ich jahrelang mit viel Lebensfreude geackert und gesät habe. Aber die Felder, die vielversprechend aussahen, waren unfruchtbar.

Laurenz

23. Juni 2022 12:57

@Maiordomus @L.

C. benennt das Bewußtsein als quasi etwas körperliches, was Seher in der Aura des Menschen oder Wesens, als leuchtenden Punkt, die Glut des Bewußtseins, sehen können. Die Lokalität des Bewußtseins, der Montagepunkt, entscheidet über Stimmung oder gar Welt, in der wir uns gerade befinden. C. schreibt, daß gerade diejenigen, die Ihr Bewußtsein ganz nahe am Platz des Verstandes lokalisiert haben, (wie zB Kant) am besten die Magie im Blick haben & umgekehrt. Bei C. gibt es keine Sünde, es gibt nur Energieraub/-verlust & Makellosigkeit. Gott ist nur ein schönes Bild, welches nur die Menschen mit ihrer Energie erzeugen. Ich, als normal Sterblicher, halte mich eher an Bert Hellinger, der auch nicht wirklich von Sünde spricht, sondern Unrecht/Schuld, welches für Täter & (auch indirekte) Folgegenerationen belastend sein kann, Täter & Opfer energetisch verbindet. Klärungen, Verzeihung sind immer dienlich. Die orientalische Feindlichkeit gegenüber dem Körper wurde glücklicherweise durch Turnvater Jahn gemildert. Liebe machen zähle ich nicht zur Sündhaftigkeit. Jeder hat das Recht zu entscheiden, normaler Mensch zu sein, oder das Bewußtsein in das Phänomenale wachsen zu lassen.

Geoman

23. Juni 2022 14:09

Aus Lust am Leben lustvoll weiteres Leben zeugen, um noch noch mehr lustvolles Leben. In Welt zu setzen.

Kürzlich las ich unter dem Bild eines hübschen Babykopfes geschrieben: Ich bin dein Unterhaltungsprogramm für die nächsten drei (x7) Jahre. 

Und wenn man dann so wie Sie gebildet und politisch und literarisch interessiert ist, kommt es da nicht oft zu emotionalen Konflikten, wenn ein guter Aufsatz lockt und der oder die Kleine ohne ersichtlichen Grund schreit?

Insofern sind sie wirklich eine heroische Frau/Mutter, die unzählige Kämpfe erfolgreich bestanden hat. Aber vielleicht hat Ihr Mann, den ein oder anderen Konflikt abgemildert, oder die Konflikte gar halbiert? 

PS: Von Lebensängsten, die ihre Opfer überfallen und bis zur Lähmung veröden lassen, scheinen Sie (zum Glück)  nicht so viel zu verstehen.

Kositza: Oh, ich habe nicht gesagt, daß es "ganz einfach" oder auch nur ziemlich einfach war. Natürlich gab es oft Überforderungsgefühle, und natürlich hat mein Mann viel entzerrt. Lebensängste: ich kenne sehr viele Leute mit Angststörungen, daher ist mir das nicht fremd, und ich finde es weder unverständlich noch lächerlich.

Monika

23. Juni 2022 15:13

Liebe Frau Kositza, Danke ! 

Seien Sie froh, dass Ihr Lebensüberschwang nicht vorzeitig ausgebremst wurde, etwa durch die vorkonziliare Kirche, die Hl. Messe aller Zeiten, den Rosenkranz , strenge Nonnen usw.

Vorkonziliar sozialisiert, s(w)ollte ich entweder in ein Kloster oder jungfräulich in eine kath. Ehe. Gottseidank verliebte ich mich in einen evangelischen Mann mit viel Lebensfreude und konnte leider erst mit einiger Zeitverzögerung und gegen heftige äußere Widerstände die ganzen    ideologischen Fesseln abwerfen. Heute fühle ich mich frei. Und wäre ( bin ) bereit für viele Enkel, Nichten, Grossnichten. Egal, wie die zustande kommen, ehelich, unehelich, künstlich, von Veganern, Moslems, Atheisten usw. Meine trotz allem immer noch „altmodisch, konservative“ Lebenseinstellung führt zu den besten Gesprächen mit jungen Menschen. Wer keine Kinder hat oder junge Menschen um sich, weiß nichts vom Leben. 

Maiordomus

23. Juni 2022 16:03

Ich schrieb oben gemäss Zitat Bodamer: "Zur Masse gehört heute jeder." Dies trifft für Sie, liebe Frau Kositza, wie man es so auffasst, gewiss nicht zu, so wie ich mit eigenem Lebensstil nicht gerade zur Masse gehören wollte. Änderte aber nichts daran, dass ich seit 1958 jedes Endspiel der Fussballweltmeisterschaften mir unbedingt ansehen wollte, 1954 das Spiel in Bern am Rundfunk verfolgte und mich über den Sieg Deutschlands freute, wiewohl meine Landsleute Ungarn unterstützten. Sie, Frau Kositza, outeten sich jedoch schon mal als "Bunte"-Leserin, und als Rezensentin haben Sie, wiewohl Sie denselben nicht teilen, den Massengeschmack durchaus intus. Sie schreiben nicht gerade wie eine Abkömmlingin des George-Kreises. In diesem Sinn möchte ich einen partiellen Bezug zu der von Eliten jeweils verabscheuten Masse bei uns allen im Sinne einer gewissen Publikumsnähe nicht nur negativ werten. Gemäss Canetti ist die Neugier auf Brandereignisse, die ich nicht nur als Jugendlicher teilte, ein Massenphänomen. Und wer schon hätte am 11.9.01 nicht den Fernseher eingeschaltet und sich die spektakulärsten Dinge nicht mehrfach angesehen?

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