Radikalisierung im hessischen Verfassungsschutz

Am 25. Oktober 2021 veröffentlichte ich auf diesem Blog einen strategischen Beitrag zur Gegenuni.

Martin Sellner

Martin Sellner ist Kopf der österreichischen Identitären Bewegung.

Die­ser wur­de mit eini­ger Ver­spä­tung vom Ver­fas­sungs­schutz Hes­sen zur Kennt­nis genom­men und der noto­ri­schen  „reduc­tio ad hit­ler­um“ unterzogen.

Der immer­sel­be Vor­gang gestal­tet sich dies­mal der­art haar­sträu­bend, daß es aus­nahms­wei­se gestat­tet sein soll­te, hier auf eine Text­pro­duk­ti­on des VS zu reagie­ren. Der gesam­te lan­ge Text, der zahl­rei­che Bei­trä­ge auf dem SIN-Blog und der Sei­te der Gegen­uni ana­ly­siert, baut auf die­ser Behaup­tung auf: Die Gegen­uni fol­ge einer „natio­nal­so­zia­lis­ti­schen Blaupause“.

Die Vor­wür­fe des VS las­sen kei­nen Zwei­fel übrig: Ich wür­de mich in mei­nem Text „zusam­men mit dem NSDStB bzw. der NSDAP (…) in einem Argu­men­ta­ti­ons­rah­men“ befin­den und  “aus­ge­rech­net einer natio­nal­so­zia­lis­ti­schen Orga­ni­sa­ti­on eine Refe­renz- und Vor­bild­funk­ti­on“ beimessen.

Grund für die­se wahr­haft haar­sträu­ben­den Vor­wür­fe ist mei­ne schlich­te Fest­stel­lung, daß der NS-Stu­den­ten­bund lan­ge vor der NSDAP Wahl­er­fol­ge erziel­te, was ein Indiz dafür ist, daß die kul­tu­rel­le Hege­mo­nie der Wei­ma­rer Zeit in rech­ten Hän­den lag. Anto­nio Gram­sci, auf den ich mich im Text eben­falls berief, kam zu einer ähn­li­chen Erkennt­nis. Sei­ne Schluß­fol­ge­run­gen dar­aus führ­ten zur Kul­tur­re­vo­lu­ti­on der Acht­und­sech­zi­ger und zu dem Phä­no­men, das eini­ge mit dem umstrit­te­nen Begriff „Kul­turm­ar­xis­mus“ bezeichnen.

Ich hielt die Grün­dung der Gegen­uni­ver­si­tät für gebo­ten, weil die Rech­te der Lin­ken die kul­tu­rel­le Hege­mo­nie strei­tig machen müs­se. Daß ich mich dabei klar und unauf­ge­regt vom Natio­nal­so­zia­lis­mus abgren­ze, wird vom VS zwar zitiert, aber voll­kom­men außer acht gelassen.

Wenn über­haupt, so könn­te man mir vor­wer­fen, einer „lin­ken Blau­pau­se“ zu fol­gen, indem ich mit Alain de Benoist für eine „Kul­tur­re­vo­lu­ti­on von rechts“ plä­die­re. Die Crux der Rech­ten ist ja gera­de, daß man den Zustand der geis­ti­gen Nie­der­la­ge und der geg­ne­ri­schen Domi­nanz des kul­tu­rel­len Staats­ap­pa­ra­tes in der rech­ten Intel­li­genz nicht ent­spre­chend zur Kennt­nis genom­men hat. Rech­te haben in der Regel eine “Auto­ri­täts­sehn­sucht” und einen Hang zur Affir­ma­ti­on der bestehen­den Herrschaftsordnung.

Die meta­po­li­ti­sche Bewußt­lo­sig­keit vie­ler Rech­ter und der Hang zu einer Leit­stra­te­gie der Mili­tanz gehen Hand in Hand mit die­ser habi­tu­el­len Untaug­lich­keit zur revo­lu­tio­nä­ren Existenz.

Schon die kon­ser­va­ti­ven Revo­lu­tio­nä­re konn­ten nach dem Unter­gang des Kai­ser­reichs, nur durch eine, wie es der His­to­ri­ker Mar­tin Greif­fen­ha­gen aus­drückt, “Ver­zweif­lungs­tat” revo­lu­tio­när wer­den. Die Viel­falt und inne­re Span­nung der Kon­ser­va­ti­ven Revo­lu­ti­on bezeu­gen, wie schwer man sich mit die­ser Rol­le tat.

Futu­ris­ti­sche Hym­nen auf den Irra­tio­na­lis­mus und die Gewalt stan­den neben der stän­di­gen Bemü­hung um staat­li­che Legi­ti­ma­ti­on der para­mi­li­tä­ri­schen Ver­bän­de. Dabei hat­te man, ohne daß man sich die­ser Tat­sa­che voll­stän­dig bewußt war, im Ver­gleich zur heu­ti­gen Zeit die kul­tu­rel­le Hege­mo­nie im Rücken. Das Frei­korps war in den Augen der Gesell­schafts­mehr­heit legi­ti­mer als die Rotfront.

Die Wahr­neh­mung der Natio­nal­so­zia­lis­ten als „Rabau­ken“, die in ihren Metho­den viel­leicht übers Ziel hin­aus­schös­sen, aber immer­hin den Bol­sche­wis­ten Paro­li böten, war tief bis ins libe­ra­le Bür­ger­tum ver­brei­tet. Auch wenn sie bei­de Sys­te­me glei­cher­ma­ßen ablehn­ten, las­sen etwa Hayek und Mises ver­mu­ten, daß sie eher ein Zweck­bünd­nis mit einem “kon­trol­lier­ba­ren” Faschis­mus ein­ge­hen wür­den, um damit den Bol­sche­wis­mus zu verhindern. 

(Am schöns­ten wird die­se rech­te revo­lu­tio­nä­re Situa­ti­on im Zustand einer rech­ten Kul­tur­he­ge­mo­nie in Yukio Mishi­mas „Unter dem Sturm­gott“ beschrie­ben. Der jun­ge Natio­na­list Isao, der wegen einer tra­di­tio­na­lis­tisch-natio­na­lis­ti­schen Ver­schwö­rung gegen rechts­li­be­ra­le Moder­ni­sie­rer Japans ver­haf­tet wird, schämt sich für die bevor­zug­te Behand­lung, die ihm von den Wachen zuteil wird. Sie sym­pa­thi­sie­ren ins­ge­heim mit ihm, wäh­rend er zu einem klei­nen Volks­held wird, des­sen Ruhm von sei­ner Fami­lie kapi­ta­li­siert wird. Wäh­rend­des­sen hört er die Schreie inhaf­tier­ter, japa­ni­scher Kom­mu­nis­ten, die im sel­ben Gefäng­nis – als erklär­te Fein­de der kon­ser­va­ti­ven Kul­tur­he­ge­mo­nie – gefol­tert werden.)

Der Glau­be man­cher Alt­rech­ter an den „Sieg auf der Stra­ße“ durch einen mili­tan­ten SA-Wie­der­gän­ger ist daher mei­ner Ansicht nach eine kras­se Ver­kür­zung. Auch der hes­si­sche VS hängt die­ser Mythe an, wenn er schreibt:

Sell­ner über­geht in sei­nem Bei­trag jedoch still­schwei­gend das Gewalt­po­ten­ti­al des aka­de­mi­schen NSDStB, etwa des­sen „Het­ze gegen jüdi­sche Kom­mi­li­to­nen“ wäh­rend der Wei­ma­rer Repu­blik an der Fried­rich Wil­helms Uni­ver­si­tät in Ber­lin oder des­sen füh­ren­de Rol­le bei den Bücher­ver­bren­nun­gen im Mai 1933, die „in Deutsch­land zumeist mit Gleich­gül­tig­keit auf­ge­nom­men“ (Burk­hard Asmuss, 2015) wurden.

Selbst­ver­ständ­lich hat­te der NS, wie die dama­li­ge Rot­front und die heu­ti­ge links­ter­ro­ris­ti­sche Anti­fa, ein enor­mes Gewalt­po­ten­ti­al. Doch sein gesell­schaft­li­cher Erfolg beruh­te auch und vor allem auf der tief­grei­fen­den Ver­an­ke­rung natio­na­lis­ti­scher Ideen und Sehn­süch­te in Mit­tel­stand, Bür­ger­tum und Stu­den­ten­schaft. Die völ­ki­sche Bewe­gung war auch unter Gym­na­si­al­leh­rern sehr ver­brei­tet. Vie­le der prä­gen­den phi­lo­so­phi­schen Köp­fe, Juris­ten und Autoren der Zeit waren kon­ser­va­tiv bis natio­na­lis­tisch gesinnt.

Sie bil­de­ten ein gesell­schafts­be­stim­men­des kul­tu­rel­les Milieu, das der dama­li­gen mar­xis­ti­schen Gegen­kul­tur mehr als eben­bür­tig war. (Daß der NS die bestehen­de, rech­te Kul­tur­he­ge­mo­nie aus­nutz­te und zum real­po­li­ti­schen “Erben” des Poten­ti­als der Zwi­schen­kriegs­zeit wur­de, wird aus kon­ser­va­tiv-revo­lu­tio­nä­rer und neu­rech­ter Sicht nicht posi­tiv bewer­tet. Die zeit­ge­nös­si­sche und nach­träg­li­che Kri­tik des NS von rechts ist aber nicht Gegen­stand des Artikels.)

Der His­to­ri­ker Götz Aly wies bereits nach, daß in der „Wohl­fühl­dik­ta­tur“ weni­ger Gewalt und Ter­ror, son­dern eine durch popu­lä­re Maß­nah­men erkauf­te, still­schwei­gen­de Zustim­mung regier­te. Auch vor der Macht­über­nah­me wur­de die brei­te Anschluß­fä­hig­keit der natio­nal­so­zia­lis­ti­schen Bewe­gung vor allem durch sozia­le Pro­jek­te wie das Win­ter­hilfs­werk erreicht. Dazu kam das für dama­li­ge Ver­hält­nis­se kei­nes­falls sub­kul­tu­rel­le Auf­tre­ten, das den NS als staats­tra­gen­de „Ord­nungs­macht“ erschei­nen las­sen sollte.

Das zu kon­sta­tie­ren und zu ana­ly­sie­ren bedeu­tet eben­so wenig, ein Natio­nal­so­zia­list zu sein, wie einen die kri­ti­sche Wür­di­gung Anto­nio Gram­scis zum Mar­xis­ten oder die Mahat­ma Ghan­dis zum Hin­du­is­ten macht.  Wer sich mit Poli­tik und beschäf­tigt, muß selbst­ver­ständ­lich die Erfol­ge und Miss­erfol­ge ver­schie­dens­ter Akteu­re und Bewe­gun­gen von Cati­li­na bis Cae­sar über die Bau­ern­auf­stän­de bis hin zur fran­zö­si­schen Revo­lu­ti­on analysieren. 

Wenn der VS Hes­sen daher schreibt:

Die Wahl­er­fol­ge des NSDStB in den Stu­den­ten­par­la­men­ten der Wei­ma­rer Repu­blik die­nen Sell­ner offen­sicht­lich als Blau­pau­se für den nach sei­ner Mei­nung von der Neu­en Rech­ten in unse­rer Gegen­wart ein­zu­schla­gen­den „Weg der Rück­erobe­rung der Uni“, den er als „meta­po­li­ti­sche Recon­quis­ta“ bezeichnet,

so ist das die größt­mög­li­che Ver­zer­rung. Die demo­gra­phi­sche und geo­po­li­ti­sche Situa­ti­on Deutsch­lands sowie Lage und Zie­le der Rech­ten unter­schei­den sich dia­me­tral von der Zwi­schen­kriegs­zeit. Vor allem aber gilt es eine Rück­erobe­rung der kul­tu­rel­len Hege­mo­nie von rechts, die nach mei­ner The­se die Rech­te damals weit­ge­hend inne hatte.

Daß Alt­rech­te sich häu­fig in mili­tan­ten Phan­ta­sien ver­lie­ren und roman­ti­schen Vor­stel­lun­gen von „Mär­schen auf die Haupt­stadt“ und einer „Erobe­rung der Stra­ße“ nach­hän­gen, liegt mei­ner Ansicht nach vor allem dar­an, daß sie gar nicht erken­nen, wie wenig die Mili­tanz an den faschis­ti­schen Macht­er­grei­fun­gen wirk­lich betei­ligt war. Daß kurz nach deren innen­po­li­ti­schen Erfol­gen rasch der außen­po­li­ti­schen Kon­flikt los­brach und die Sys­te­me in den Aus­nah­me­zu­stand des Krie­ges ver­setz­te, erspar­te ihnen die Sta­bi­li­sie­rung ihrer Herr­schafts­le­gi­ti­ma­ti­on. Das wie­der­um ver­stärk­te den fal­schen Fokus alt­rech­ter Stra­te­gie­kon­zep­te auf die phy­si­sche Gewalt und den Krieg. 

Gram­sci ver­stand den Erfolg der Faschis­ten wohl bes­ser als sie selbst. Und er lern­te dar­aus. Nach der Inter­pre­ta­ti­on des hes­si­schen VS folg­ten er und die neu­lin­ke Avant­gar­de der Nach­kriegs­zeit damit einer „natio­nal­so­zia­lis­ti­schen Blau­pau­se“. In Wirk­lich­keit ist die Kul­tur­re­vo­lu­ti­on tra­di­tio­nell links, da Rech­te sich in der euro­päi­schen Moder­ne eher in der Rol­le des Ver­tei­di­gers der Hege­mo­nie befin­den. Wir bewe­gen uns also eher in lin­ken Bah­nen, wenn wir uns heu­te Gedan­ken machen, wie wir den intel­lek­tu­el­len Eli­ten den “ideo­lo­gi­schen Staats­ap­pa­rat” (Lou­is Althus­ser) aus der Hand schla­gen können.

Wenn der VS mei­ne Aussage: 

Zu ihrem Ent­set­zen müs­sen sie [i. e. die rech­ten Aka­de­mi­ker] nun mit­er­le­ben, wie die damals ver­lach­ten lin­ken Dau­er­stu­den­ten [der 68er-Bewe­gung] heu­te ihre Kin­der unter­rich­ten, ihre Zei­tun­gen schrei­ben, ihr Fern­seh­pro­gramm erstel­len und bestim­men, wie sie zu spre­chen und zu den­ken haben,

mit dem Vor­trag des Thü­rin­ger  NSDAP-Gau­lei­ters Hans Seve­rus Zieg­ler vor dem NSDStB in Mar­burg ver­gleicht, weil er dort von der „,Bol­sche­wi­sie­rung der deut­schen Kul­tur“ sprach, ist das hanebüchen.

Wenn der VS rech­ten Akti­vis­ten vor­wirft, sie sei­en Natio­nal­so­zia­lis­ten, weil

auch der NSDStB sich in die­sem Sin­ne als Schar­nier zwi­schen der NSDAP und dem „Volk“ definierte,

so erüb­rigt sich jeder Kom­men­tar. Daß unser Ziel einer geis­tig-kul­tu­rel­len Wen­de vom hes­si­schen Ver­fas­sungs­schutz mit der Visi­on des NSDAP-Funk­tio­närs Wal­ter Groß im Zusam­men­hang mit den  Bücher­ver­bren­nun­gen im Jah­re 1933 gleich­ge­setzt wird, nur weil er dort einen„geistigen und see­li­schen Umbil­dungs­pro­zeß“ for­der­te, ist grotesk.

Jede poli­ti­sche Bewe­gung, die kri­ti­siert, daß ihr Geg­ner den öffent­li­chen Dis­kurs domi­niert, die im Volk anschluß­fä­hig sein will und einen tief­grei­fen­den Wan­del des gesell­schaft­li­chen Kli­mas anstrebt, ist damit aus Sicht des hes­si­schen VS ein Wie­der­gän­ger der NSDAP. 

Dies sind selbst­ver­ständ­lich auch die Zie­le jeder Umwelt­be­we­gung, aller lin­ken mar­xis­ti­schen Bewe­gun­gen, jeder reli­giö­sen Grup­pe und der meis­ten Par­tei­or­ga­ni­sa­tio­nen der eta­blier­ten Par­tei­en. Der „geis­tig-see­li­sche Umbil­dungs­pro­zeß“, den die PRIDE- und LGTBQ-Bewe­gun­gen betrei­ben, geht sogar wort­wört­lich unter die Haut und formt in der gesam­ten west­li­chen Welt den Hor­mon­haus­halt und die Geschlechts­tei­le Her­an­wach­sen­der um.

Selbst der der­zei­ti­ge Jus­tiz­mi­nis­ter Mar­co Busch­mann  (FDP) beruft sich in sei­nem Buch „Libe­ra­lis­mus neu den­ken“ auf Gram­sci und for­dert laut FAZ den Libe­ra­lis­mus auf, “die kul­tu­rel­le Hege­mo­nie zurückzuerobern”.

Die eige­nen Ideen zu stär­ken und eine Debat­ten­ho­heit anzu­stre­ben, bedeu­tet nicht, eine tota­li­tä­re Ord­nung errich­ten zu wol­len. Dabei ver­schie­de­ne, lin­ke wie rech­te, poli­ti­sche Bewe­gun­gen in ihrem Erfolg und Schei­tern zu ana­ly­sie­ren bedeu­tet nicht, daß man sich mit deren Inhal­ten identifiziert.

Die hes­si­schen „Ver­fas­sungs­schüt­zer“ radi­ka­li­sie­ren damit eine Ten­denz, die im jüngs­ten VS-Bericht deut­lich wur­de. Die neue Rubrik der „ver­fas­sungs­re­le­van­ten Dele­gi­ti­mie­rung des Staa­tes”, in der Bewe­gun­gen auf­schei­nen, wenn sie das Ver­trau­en in Staat und Orga­ne „ins­ge­samt erschüt­tern“, wird aus­schließ­lich bei ech­ten Dis­si­den­ten schlagend.

So wer­den Men­schen, die „ohne Abspra­che mit staat­li­chen Stel­len des Zivil­schut­zes“ bei der Flut­ka­ta­stro­phe im Ahr­tal hal­fen, durch ihre außer­staat­li­che Hil­fe­leis­tung zu Ver­dachts­fäl­len. Kri­ti­ker der Coro­na- und Kli­ma­po­li­tik gera­ten eben­falls in den Fokus des Inlandsgeheimdienstes. 

Die Öko­ra­di­ka­len, deren Affi­ni­tät zu Extre­mis­mus und Ter­ror Mar­tin Licht­mesz in sei­ner Serie durch­leuch­tet hat, tau­chen hier hin­ge­gen gar nicht auf. Dabei unter­schei­det sich ihr Nar­ra­tiv in sei­ner „Ver­trau­en­s­er­schüt­te­rung“ kaum von dem der här­tes­ten Coro­na­kri­ti­ker: „Die Pharmalobby/Fossillobby hat unse­re Poli­tik gekauft und zu ihren Mario­net­ten gemacht. Sie zer­stö­ren unse­re Zukunft, indem sie den Pla­ne­ten vernichten/ihr Volk totspritzen.”

Der SPIE­GEL-Kolum­nist Chris­ti­an Stö­cker bezeich­net in einem Arti­kel die Erd­öl­lob­by als eine 

mäch­ti­ge, dezen­tra­le glo­ba­le Ver­schwö­rung gibt, die seit Jahr­zehn­ten auf den Unter­gang der mensch­li­chen Zivi­li­sa­ti­on hinarbeitet.

Trotz die­ser Par­al­le­len schießt sich der Ver­fas­sungs­schutz natür­lich nur auf die Coro­na­kri­ti­ker ein. Bei der Gegen­uni gilt das­sel­be Prin­zip. Wäh­rend Myria­den an NGOs und Lob­bys von inter­na­tio­na­len Fonds und staat­li­chen För­de­run­gen finan­ziert offen­siv am gesell­schaft­li­chen Kli­ma­wan­del arbei­ten, gilt ein rech­ter „Think Tank“ wie das IfS als „gesi­chert rechtsextrem“.

Daß die Gegen­uni, nur weil sie unter Beru­fung auf Anto­nio Gram­sci und Alain de Benoist einer meta­po­li­ti­schen Stra­te­gie folgt, direkt mit NSDStB und NSDAP gleich­ge­setzt wird, ist jedoch ein neu­es Niveau der Radi­ka­li­sie­rungs­ten­den­zen im VS.


Daß der hier kri­ti­sier­te Arti­kel des VS aus­ge­rech­net mit einem Zitat von Vic­tor Klem­pe­rer endet und der Gegen­uni eine „Gift­wir­kung“ auf die Gesell­schaft unter­stellt, ist eben­falls ein Eigen­tor. Jeder, der heu­te Klem­pe­rer wirk­lich liest, und nicht nur selek­tiv zitiert, muß erken­nen, daß es die tota­li­tä­re Herr­schafts­spra­che des links­li­be­ra­len Kar­tells ist, wel­che die Bun­des­re­pu­blik domi­niert und ihre „Wahr­heits­sys­te­me“ auf­recht erhält.

Doch die­se Sys­te­me schwä­cheln. Ähn­lich wie in der End­pha­se der DDR, in der das Sys­tem sei­ne eige­nen Geg­ner her­vor­brach­te, indem es jede dis­si­den­te und unkon­trol­lier­ba­re Grup­pe zu „feind­li­chen Agen­ten“ erklär­te und auch so behan­del­te, muß auch die­se Radi­ka­li­sie­rung als Akt der Ver­zweif­lung gewer­tet werden.

Inso­fern soll­te der pein­li­che Arti­kel auf dem offi­zi­el­len Blog des VS eher als Aner­ken­nung der Gegen­uni ver­stan­den werden.
Zurecht sieht der VS dar­in „die logi­sche Kon­se­quenz des bis­lang nur schrift­lich in zahl­rei­chen Publi­ka­tio­nen fixier­ten Kon­zepts der „meta­po­li­ti­schen Recon­quis­ta“. Daß man der Gegen­uni attes­tiert, „aka­de­misch-intel­lek­tu­ell, modern und anspre­chend in der opti­schen Auf­ma­chung, dis­kurs­ori­en­tiert und gleich­sam fern von rechts­ex­tre­mis­ti­scher (ver­ba­ler) Gewalt“ zu sein, ist eben­falls eine unbe­ab­sich­tig­te Hul­di­gung der rech­ten digi­ta­len Aka­de­mie, die gera­de ihr drit­tes Semes­ter erfolg­reich beendet.

Martin Sellner

Martin Sellner ist Kopf der österreichischen Identitären Bewegung.

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Kommentare (46)

Rheinlaender

7. Juli 2022 08:32

Die Idee, Bedrohungen für eine politische Ordnung auch jenseits des strafrechtlich Relevanten möglichst frühzeitig zu erkennen um ihnen besser begegnen zu können, ist ja durchaus sinnvoll. Sie setzt allerdings voraus, dass der Staat selbst sich als Träger dieser Ordnung versteht. Wo er an der Spitze von Akteuren unterwandert ist, die diese Ordnung bekämpfen, können staatliche Stellen diesen Auftrag nur noch beschränkt wahrnehmen, zumal deren Führungen und nachfolgend auch das sonstige Personal schrittweise im Sinne subversiver Ideologien ausgetauscht werden. Am Beispiel von Verfassungsschutzbehörden konnte man diesen Vorgang in den vergangenen Jahren sehr anschaulich beobachten. Es ist die absurde Situationen eingetreten, dass ein konsequenter Einsatz für den "Schutz der freiheitlichen demokratischen Grundordnung, des Bestandes und der Sicherheit des Bundes und der Länder" (§1 BVerfSchG) mittlerweile unter Verdacht steht, während das Eintreten für deren Auflösung staatlicherseits mit stetig wachsenden Summen subventioniert wird.

Rheinlaender

7. Juli 2022 08:44

Anders gesagt: Die "wehrhafte Demokratie" war leider nicht wehrhaft genug, um Subversion innerhalb von Regierungsparteien zu erkennen und abzuwehren. Es stellt eine institutionelle Fehlkonstruktion dar, dass die Tätigkeit der Verfassungsschutzbehörden weitgehend von Innenministern abhängig ist, denn wenn diese einer unterwanderten Partei angehören oder eine solche als Koalitionspartner gewinnen wollen, werden sie dafür sorgen, dass die entsprechenden Akteure unbehelligt agieren können. So kann Subversion im Staat weiter um sich greifen und z. B. eine Ferda Ataman in höhere Ämter aufsteigen, während eine Gegenuni zur Bedrohung erklärt und bekämpft wird.

Rheinlaender

7. Juli 2022 08:54

Dies bedeutet aber nicht, dass die entsprechenden Institutionen nicht reformierbar wären. In den USA arbeitet man z. B. in Vorbereitung einer möglichen zweiten Trump-Administration bereits an einem Anti-Subversionsgesetz, dass jegliche staatliche Finanzierung oder sonstige Unterstützung subversiver extremistischer Ideologien (Critical Race Theory etc.) verbietet, die konsequente Entfernung der entsprechend auffällig gewordenen Personen aus Behörden ermöglicht und wirksame Kontrollen und Strukturen zur Durchsetzung dieser Maßnahmen vorsieht, etwa Anti-Subversionsbeauftragte in jeder staatlichen Stelle.

ALD

7. Juli 2022 09:08

Ganz nüchtern betrachtet kann man als langjähriger Beobachter ihres politischen Aktivismus'  unschwer eine entscheidende Parallele zur NSDAP durchaus erkennen: den Chauvinismus und das der-ewige-Feind-Denken.

Was für die Nazis die "global agierenden", "Volkstum zersetzenden" und nach "Allmacht" strebenden Juden waren sind für sie, Herr Sellner, die "eroberungswütigen", "barbarischen", "kulturell minderwärtigen" Muslime, im Speziellen die Türken.

Sie haben Juden durch Muslime als absoluten Gegenpol, als ultimatives Feindbild ersetzt. Das gibt ihrem Denken einen Halt.

Daher wundert es eher weniger, dass der VS Hessen mit besonders grosser Lupe ihre Texte durchleuchtet, zumal wenn man zugleich dem IfS eins auswischen kann.

kikl

7. Juli 2022 09:14

Es ist je eigentlich gut, wenn der VS endlich das Gespräch mit der neuen Rechten sucht. Es gibt in zwei Punkten scheinbar einen Dissens in historischen Fragen:

1. Gab es einen Elitenwechsel und eine Umerziehung der Eliten Deutschlands durch die alliierten Besatzungsmächte?

Sellner Ja, VS Nein

2. War die Arbeit des Nationalsozialistischen Studentenbundes (NSDStB) an den Unis entscheidend für die spätere Machtergreifung der Nazis?

Sellner Ja, VS Nein

Wie kommt der VS also zu der Schlussfolgerung, dass Sellner ein Rechtsextremist ist?

"Ziel der Neuen Rechten bzw. der GegenUni ist es also, ähnlich wie es der NSDAP-Funktionär Walter Groß 1933 im Rahmen der Bücherverbrennungen formulierte, einen möglicherweise lange dauernden „geistigen und seelischen Umbildungsprozeß“ anzustoßen, um schließlich die „kulturelle Hegemonie“ und damit die politische Macht zu erringen."

Dasselbe Ziel, eine "kulturelle Hegemonie" zu erlangen, verfolgten allerdings die 68er auch mit ihrem Marsch durch die Institutionen. Waren die 68er also auch Nazis?

Ich meine, das ist absurd aber es folgt aus der "Logik" des VS. Vielleicht könnte der VS einmal dazu in seiner nächsten Broschüre Stellung beziehen.

RMH

7. Juli 2022 09:24

Im Zusammenhang mit dem vorherigen Beitrag von H.B. dürfte  - ohne dass ich die langen Ausführungen des VS gelesen habe - klar sein, dass M.S. in Bezug auf die sog. Gegenuni allenfalls das taktische Objekt des VS ist, das strategische Ziel des VS ist es jedoch, die Gegenuni auszutrocknen und zu zerstören. Bald wird in Einstellungs- Fragebögen zum öffentlichen Dienst oder Referendariaten eben auch die Frage stehen, besuchten Sie - wenn auch nur online in Form von Webinaren etc. - Veranstaltungen und Seminare der sog. "Gegenuni"?

Wer ja ankreuzt, ist draußen, wer als Notlüge Nein ankreuzt, obwohl er das gemacht hat, ist ebenfalls draußen, denn der VS hat ja "seine Quellen". Im Übrigen werden mit der VS-Salbaderei auch Argumente für etwaige Prozesse um Einstellungsablehnungen nach entsprechender Beantwortung der "Regelanfrage" vorsorglich gesammelt.

Insofern schließt sich das Bild.

quarz

7. Juli 2022 09:26

Ab einem gewissen Grad der geistigen Dysfunktionalität des Meinungsgegners wird es sinnlos, ihn in dem Sinn ernst zu nehmen, dass man ihm formal eine Position des argumentativen Widerparts auf Augenhöhe zubilligt und ihm die Würde des intellektuell redlichen und kompetenten Teilnehmers am Diskurs um das Gemeinwohl einräumt. Ist dieser Grad erreicht bzw.überschritten, ist vielleicht eher das Mittel der Satire angemessen.

In diesem Sinne rege ich an, ein Institut für Volksschutz zu gründen, das den Verfassungsschutz als volksfeindlichen Verdachtsfall einstuft und sein Treiben "beobachtet". Regelmäßige Veröffentlichungen könnten dann Parallelen zwischen seinem Vorgehen und dem der Gestapo oder der Stasi dokumentieren.

quarz

7. Juli 2022 09:47

@ALD

'... sind für sie, Herr Sellner, die "eroberungswütigen", "barbarischen", "kulturell minderwärtigen" Muslime ... .'

Aus welcher Quelle zitieren Sie diese in Anführungszeichen gesetzten Ausdrücke? Oder ist das etwa eine Projektion à la VS?

Laurenz

7. Juli 2022 09:48

@RMH

Durchaus der nachvollziehbarste Beitrag bisher. Frage mich überhaupt, warum man eine Gegenuni aufmachen muß, anstatt einfach eine private Uni zu gründen, ohne deren Sinn & Zweck öffentlich zu debattieren. Um ein Renommee über Jahrzehnte zu erschaffen, muß man das Politische überwinden & Kompetenz darüber hinaus generieren. Dazu (zB Gastdozenten aus Übersee) braucht man viel, viel Geld.

Es ist ja nicht unbedingt so, daß Rechte einen Index zur virtuellen Verbrennung von Büchern erschaffen haben. Der Staat führt einen Index verbotener Bücher.

Gotlandfahrer

7. Juli 2022 09:56

Mir ist das – Voice of Germany Gucker würden sagen: „Battle“ - zu verkopft.  Muss man sich mit dem befassen, was in einem VS Blog steht? Einem VS BLOG! Da gibt es also Schlapphüte, die bloggen. Ich dachte die sollen horchen und gucken?  Jetzt verfassen die schon Blogtexte.  Wer liest sowas? Heißen die Verfassungsschutz, weil sie unter Schutz Artikel verfassen? Ich möchte den Laden nicht verniedlichen, natürlich ist er pure Oppositionsdrangsalierung.  Was also war zu erwarten? Auf der Ebene von Rede und Gegenrede findet ungleicher Sangesstreit statt:  Hier der freischaffende (Überlebens-)künstler, der sich ehrliche Meriten durch tägliches Bewähren im Feld verdient und nun unten, vor dem Festungstore Saurons, zum herausfordernd frohen Lied anhebt.  Dort der festangestellte Burgschauspieler, dessen größte Tat erfolgreiches Heucheln im Bewerbungsverfahren war, und der nun aus Dienstbeflissenheit und Selbstverachtung - angesichts des Ehrgefälles vom Freien zu ihm - in falschen Tönen herauskrächzt, es sei gar keine Kunst, was von dort unten erschallt.  Zwecks Tätigkeitsnachweis beim Vorgesetzten.  Das ist arm gegen reich bzw. Reich gegen Arm.

Mein Vorschlag wäre:  Sowas links liegen lassen.  Ich würde es nicht GegenUni nennen, damit läuft man provokativ direkt vor die Mauer.  Es geht doch um Abkehr vom anti-deutschen Globalismus, daher fühlt sich für mich „Volks-Uni“ – gerne auch zwecks Triggerung „Volx-Uni“ – zielführender an.

kikl

7. Juli 2022 10:24

A Propos Identitätspolitik, Islam und Rassismus. 

In der jüdischen Allgemeine klagt Hamed Abdel Sammad an, dass durch die neue Antidiskriminierungsbeauftrage in spe, Frau Ferda Ataman, eine antiweiße Rassistin ins Amt gelängt, die eine neue Identitätspolitik betreiben werde.

"Sie kann den Rassismus im Land nicht bekämpfen, weil sie mit einem rassistischen Weltbild arbeitet, das besagt, dass Weiße nur Täter und Schwarze und Braune nur Opfer sein können. .... Gleichzeitig deckt sie viele Rassisten und Islamisten mit Migrationshintergrund, die nicht nur Weiße, sondern auch Migranten diskriminieren."

https://www.juedische-allgemeine.de/politik/warum-ferda-ataman-als-antidiskriminierungs-beauftragte-ungeeignet-ist/

Lieber VS, wir sind alle dagegen, dass Menschen allein wegen ihrer Hautfarbe diskriminiert werden. Das verstößt klar gegen Art. 3 Abs. 3 GG. Ich möchte Sie daher bitten, die Unterwanderung unseres Staates durch islamische Rassisten ins Blickfeld zu nehmen und zukünftig zu verhindern.

Ferner möchte ich Sie bitten, ihren Kollegen aus Hessen zu sagen, dass es nicht reicht, aus den Publikationen der Antifa abzuschreiben. Das Pamphlet muss überarbeitet werden, sonst verliert der VS an Glaubwürdigkeit und Legitimation.

Phil

7. Juli 2022 10:41

Der VS liest hier nicht mehr nur mit, er kommentiert jetzt auch mit (ALD).

Volksdeutscher

7. Juli 2022 11:06

1.

Ich empfände es für mich als erniedrigend, müßte ich gleich Martin Sellner gegen den "Verfassungsschutz" anschreiben, mich zu erklären, wo ich in meinen Ausführungen schon deutlich genug war. Wo sind wir denn angekommen, daß ein politisch korrumpiertes, abhängiges und ideologisch handgelenktes Organ des Staatsapparates und Zubehör des Parteienkartells sich zu ernstzunehmender Instanz intellektueller Auseinandersetzungen hochstilisiert? Selbstverständlich ist es mir nicht verborgen, welch Ansinnen dahinter steht, stehen könnte: Wenn der "Verfassungsschutz" sich soviel Mühe mit Sellners Schriften und Aktivitäten macht, dann muß das einen ernstzunehmenden Grund haben. Jaja, nickt der Gutmensch, so isses, sagt das nicht der "Verfassungsschutz" auch selber?

 

Volksdeutscher

7. Juli 2022 11:21

2.

Ich möchte daher anregen, daß jemand, der dazu aufgrund seiner Kenntnisse, Fähigkeiten und Ambitionen befugt ist, aus rechter Sicht ein sachlich korrektes, aber kritisches Buch oder zumindest eine tiefschürfende kritische Studie über das Phänomen "Verfassungsschutz" der Gegenwart schreibt, d.h. so wie man Bildungspolitik, Migrationspolitik, Wirtschaftspolitik oder Ernährungspolitik kritisieren und zerreißen kann, kann man die Tätigkeit dieses so ambitiös politisierenden Staatsorgans kritisieren und zerreißen, indem man es in die intellektuelle Zwickzange nimmt und es in seine Schranken verweist - wenn es sich schon anmaßt, in intellektuellen Fragen mitreden zu wollen. Die Schrift entbehre nicht der Ironie, denn man sollte auch seinen Feinden das Recht einräumen, sich rechtfertigen zu müssen.

 

Niekisch

7. Juli 2022 11:54

"rege ich an, ein Institut für Volksschutz zu gründen, das den Verfassungsschutz als volksfeindlichen Verdachtsfall einstuft und sein Treiben "beobachtet". Regelmäßige Veröffentlichungen könnten dann Parallelen zwischen seinem Vorgehen und dem der Gestapo oder der Stasi dokumentieren."

@ quarz 7.7. 9:26: Ihre Anregung in Ehren, aber ist das nicht alles viel zu kompliziert und wiederum angreifbar? Mein Vorschlag:

A l l e  einigen sich jenseits von "rechts" und "links" auf einige wenige Ziele.

Dann Vernetzung ohne greifbare Organisation.

Topfschlagen bei jedem Auftreten der Auflöser aller Dinge.

Die Zeit ist jertzt danach.

 

 

Volksdeutscher

7. Juli 2022 12:42

3.

Nicht inhaltlich, aber formal hierher gehörend hätte ich eine weitere Anregung für IfS.
Der Gedanke kam mir, als es mir durch den Kopf ging, daß bei Querdenker-Demonstrationen Rechte wie Linke bei aller weltanschaulichen Distanz zusammen protestieren. Wäre nicht mehr daraus zu machen, fragte ich mich. Nein, ich bin nicht naiv. Man könnte dennoch versuchen, einen, zwei, eventuell drei ansprechbare Politiker oder ambitiöse Intellektuelle der demokratischen Linken als Gastredner nach Schnellroda einzuladen. Ob sie diesen Gestus verstünden und ernstnähmen? Ob sie den intellektuellen Mut dazu hätten? Ich weiß es nicht. Wenn man es für sinnvoll hält, könnte man eventuell Jürgen Elsässer als Vermittler für die Kontaktaufnahme gewinnen, er praktiziert soetwas in seinem Compact bereits, wenn er z.B. Martin Sellner zu Wort kommen läßt. In den Reden sollten thematisch die gemeinsamen Ziele und die Wege dahin bei aller vorhandenen Unterschieden herausgewölbt und emphatisiert werden und Themen gibt es ja auch genug: Vorstellung von staatlicher Ordnung, Zustand des deutschen Bildungswesens, Reizthema Verfassungsschutz usw. "Über Graben Leute" Tucholskys wäre ein ansprechendes Motto für einen solchen Vortragsabend. Ein Versuch wäre es wert meines Erachtens.

 

Volksdeutscher

7. Juli 2022 13:03

@Niekisch - "@ quarz 7.7. 9:26: Ihre Anregung in Ehren, aber ist das nicht alles viel zu kompliziert und wiederum angreifbar?"

@quarz sein Vorschlag korrespondiert gewisserweise mit meinen Vorstellungen. Klar, die Organisationsform ist vielleicht nicht die beste und auch nicht erforderlich, weil es wieder zu einem mythischen "Verdachtsfall" gemacht und bekämpft werden würde. Aber man könnte wenigstens eine Website aufziehen unter dem Namen "Verfassungsschutz Watch", die am besten gleich eine Version in englischer Sprache haben sollte. Da wären dann alle staats-, volks- und kulturfeindlichen Aktivitäten dieses Saftvereins auch rückwirkend sachlich kommentiert und dokumentiert aufgelistet. Wenn man den staatlich organisierten Verbrechen nicht entgegentritt, wird es uns, wird es Deutschland verschlingen.

RMH

7. Juli 2022 13:13

"Dazu ... braucht man viel, viel Geld." (Laurenz)

Genau darum geht es. Die Desiderius-Erasmus-Stiftung könnte ein enorm breites Bildungsangebot, Stipendien und all das, was andere sog. "parteinahe" Stiftungen auch machen, finanzieren, wenn sie die Bundesmillionen bekommen würde (da geht es bekanntermaßen um richtig viel Geld). Das wurde vom Parteienkartell bekanntermaßen verhindert und die AfD mal wieder auf den Klageweg verwiesen. Wie gut für die anderen Parteien, dass sie ja ihre "private-" investigators (öffentlich-rechtlich sind die Auftragserfüller der etabl. Parteien nur noch der Form nach) zur Verhinderung der Konkurrenz haben. Und so bastelt man sich seine Mosaiksteinchen, wenn man schon keine echten Steine findet, eben selber - wird schon irgendwie das gewollte Bild geben. Gegenuni- IfS- Gott-Sei-Bei-Uns-Sellner, der leibhaftige Höcke, und hat man nicht aus "reiner Tarnung" den Dr. Lehnert aus dem Schnellroda-Kreis aus der Stiftung entfernt? Und so raunt und reimt man sich eben alles Mögliche zusammen, damit der Konkurrenz der Zugang zu den berühmten "Fleischtöpfen" so lange wie möglich verwehrt werden kann und auch kein Talent auch nur auf die Idee kommen kann, bei diesen "Demokratieverächtern" anzuheuern.

heinrichbrueck

7. Juli 2022 13:42

Wenn ich richtig verstehe, muß die linke Revolution beendet werden, und dieser Vorgang wird als revolutionär betrachtet. Mir ist nicht ganz klar, wie Revolution ohne Lüge vorgestellt werden kann.
Macht war noch zu allen Zeiten totalitär, lediglich die Ausübung unterscheidet sich. Werden die Entscheidungen positiver verstanden, kann die Wahrnehmung des Verhaltens verschleiert werden. Die Zielsetzungen dürften mittlerweile in jedem Kaff angekommen sein. 
Soll der Umvolkungsverlauf gestoppt werden, müssen Bedingungen erfüllt werden. Der Verfassungsschutz würde seine Daseinsberechtigung verlieren, nach einer Machtübernahme. Ist dem Verfassungsschutz doch klar, daß er betrügt, damit die Betrogenen erobert und zerstört werden können. Ein umgevolktes Abstammungsverhalten ist schon Mord im großen Stil, ist dem Verfassungsschutz auch klar. Der Umvolkungs-Verfassungsschutz ist so oder so erledigt, alles nur eine Frage der Zeit. Sollten die Betrogenen ihrer Ausrottung zustimmen, eine langfristige Wiedererkennung des Eigenen seitens der Beteiligten (die Betrogenen gegenüber dem Verfassungsschutz) nicht möglich sein kann, gäbe es nichts mehr zu schützen. 

Rheinlaender

7. Juli 2022 13:51

@Phil

Der VS liest hier nicht mehr nur mit, er kommentiert jetzt auch mit (ALD).

Man darf vermuten, dass die inoffiziellen Mitarbeiter dieser Behörden in Diskussionen nicht linksgerichtete Phrasen verbreiten (wie ALD es oben tat), sondern versuchen, diese in Richtung Extremismus (positive NS-Bezüge etc.) und strafrechtlich Relevantem zu beeinflussen. 

Arrow

7. Juli 2022 15:04

"Dein Oberarm ist nichts (und ergo perforabel), die Volksgesundheit ist alles!"

Ist das keine nationalsozialistischen Blaupause?

Allnichts

7. Juli 2022 16:44

1/2

Niekisch, zu Ihrem Beitrag hier, aber auch zu jenem unter dem letzten Sellner-Artikel:

Die Zeit der grossen Debatten auf SiN dürfte alles in allem vorbei sein. Dafür ist der Raum für Kommentare mitterweile zu klein und die Schliessung der Kommentarbereiche zu schnell. Vorzuwerfen ist das Schnellroda an und für sich nicht, dort wird man sicherlich auch noch anderes zu tun haben als hier den ganzen Tag lang Kommentare zu lesen und freizuschalten, aber es führt nun einmal zum beschriebenen Zustand. Falls Ihr Angebot noch steht, hier beendete Diskussionen auf Ihrem Blog weiterzuführen, könnte man dies ja noch einmal in Angriff nehmen. Ich komme zwar nur langsam voran, aber ich arbeite mich weiterhin chronologisch vor und war erstaunt, wie rege und auch tiefschürfend zumindest früher die Diskussionen dort waren.

Zum weltanschaulichen Minimum bzw. zur Einigung unterschiedlicher Kräfte: Ich bin da voll und ganz bei Ihnen, halte es aber für eine Angelegenheit, die sich nicht allein willentlich bewerkstelligen lässt. Zu unterschiedlich die Vorstellungen schon unter Rechten, alle anderen miteinberechnet noch einmal umso mehr. Es hat ja Gründe, dass es all die unterschiedlichen Richtungen und innerhalb dieser noch einmal unterschiedliche Fraktionen gibt.

Allnichts

7. Juli 2022 16:48

2/2

Es braucht einen Anlass im Aussen, eine gemeinsame Notsituation, einen gemeinsamen Feind, um Widerstrebendes verbinden oder gar vereinen zu können. Es sieht danach aus, als würden wir auf eine solche Situation zusteuern. Eigentlich nicht wünschenswert, aber wohl unausweichlich und aus Sicht einer politischen Bewegung als Chance zu nutzen. Aber ich will nicht weiter vorgreifen, dafür wird es ja die Artikel geben.

Zu diesem Artikel: Auch ich sehe wenig Sinn darin, sich hier grossartig zu erklären oder zu rechtfertigen. Der Feind wird sich nicht überzeugen lassen und alle anderen, die hier üblicherweise lesen, dürften die Angelegenheit auch so einschätzen können. Es wird sich zu sehr an irgendwelchen Kleinigkeiten abgearbeitet.

In diesem Sinne meine Bitte an Martin Sellner und Schnellroda: Baldige Veröffentlichung der Strategie-Artikel und ausreichend Gelegenheit, sie zu diskutieren. Geht man von der sellnerschen Zeitrechnung - Stichwort 25 Jahre, von denen eines mittlerweile auch schon wieder fast vergangen ist - aus, dann könnte es die letzte grössere Chance sein, das Ruder noch einmal rumzureissen. Das braucht Debatte und Vorbereitung.

Maiordomus

7. Juli 2022 17:33

Für "Gegenuni" müssten Voraussetzungen vorhanden sein, mit Professorenkader, wie es dies vielleicht vor 60 Jahren noch gab, sicher jenseits des Nationalsozialismus. Diese Voraussetzungen bringt MS, auf "Abschluss"-Niveau einiger dekadenter heutiger Politfunktionäre, nicht mit, wohingegen @HB mit  geistigem Profil andeutet, was theoretisch möglich wäre: Ein "Gegengymnasium", wofür letzterer jedoch nicht mal innerhalb einer Nische des heutigen Systems eine Chance bekam, trotz persönlicher Integrität, wie bei den Regierenden heute eher Ausnahme als die Regel. Dabei begann vor 260 Jahren die geistig-politische Regeneration der Schweiz im Bad Schinznach  mit dem Konzept eines erneuerten Gymnasiums mit Programm eines väterländisch orientierten Geschichtsunterrichts. Wenn dies für BRD selbst proportional nicht machbar ist, bliebe zu bedenken, dass auf der Basis von Schule und Gymnasium Alternativen gesucht werden müssten. Bei der heutigen Praxis des VS in Richtung  Anbräunung steht aber zu befürchten, dass solche Versuche wohl schon im Keim erstickt würden. 

PS. Bei der Gründung der Helvetischen Gesellschaft waren einige der besten Schriftsteller, Theologen, Historiker, Ärzte und Naturwissenschaftler der schweizerischen Aufklärung zugegen, mit guten Beziehung auch zum deutschen Kulturleben, siehe Lavaters frühe Freundschaft mit Goethe. 

Schobbepetzer

7. Juli 2022 17:48

@volksdeutscher

Ist doch mit Anselm Lenz beim Sommerfest geplant!

Was soll das lamentieren, ob der Verfassungsschutz die Gegenuni als NSDAP ähnlich einstuft oder ob ein HB keinen Lehrerjob bekommt.

Akzeptieren, flexibel sein und weitermachen.

Wir sind am Rande der Gesellschaft und das am Vorabend von einem geopolitischen Drift.

Mein Tip an HB, mit Ihrer Qualität meinen Sie nicht das Sie einer AFD Fraktion helfen könnten? Ich denke die suchen und wenn es um Gelderwerb, dann macht das doch Sinn. Außer Sie haben eine andere Intention.

An Sellner, das der VS sich meldet, ist doch ein Qualitätssiegel. Gegen die kann man nicht argumentativ gewinnen. Von daher Zeitverschwendung.

Weitermachen.

Adler und Drache

7. Juli 2022 18:06

Wenn der Ausdruck "Metapolitik" einen tieferen Sinn hat, dann doch wohl den, dass es sich um Voraussetzungen handelt, die man eben nicht drehen und wenden kann wie man will, sondern die vor-gegeben sind, im schicksalhaften Sinn - die also anzuerkennen und zu (er)tragen sind. Es handelt sich um Last, die zu schultern ist, nicht um ein Stellschräubchen, an dem bloß richtig gedreht werden müsste. 

 

Schobbepetzer

7. Juli 2022 18:25

Noch ein Nachsatz zu meinem Kommentar.

Rekordinflation, Krieg mit Russland, Versorgungskrise mit Gas,  steigende Inflation, Bauernaufstand in Holland, Rekordstimmenanteil Le Pen usw

Einfach mal Loge sitzen und zusehen. Es läuft doch.

Laurenz

8. Juli 2022 00:01

@Schobbepetzer

Ei gude,,,,

Hier Dirk Müller zu diesem Thema:

https://youtu.be/9W__71MbMdM (00:05:03)

Volksdeutscher

8. Juli 2022 00:18

@Schobbepetzer

Ich hatte solche im Sinn wie Wagenknecht und ihresgleichen.

kikl

8. Juli 2022 08:31

@Rheinlaender

"Man darf vermuten, dass die inoffiziellen Mitarbeiter dieser Behörden in Diskussionen nicht linksgerichtete Phrasen verbreiten (wie ALD es oben tat),"

Da bin ich mir nicht so sicher. Der hessische VS verbreitet allerdings diffamatorische linksgerichtete Phrasen. Wenn einem der STASI-Mitarbeiter die Birne beim Lesen platzt, dann kann ich mir gut vorstellen, dass er kurzentschlossen zur Feder greift, um seinem Ärger Luft zu verschaffen.

Weil auf der Seite der Sezession weder zur Gewalt aufgerufen wird noch das Ziel verfolgt wird, die freiheitlich demokratische Grundordnung abzuschaffen, im Gegenteil, hier will man ja vor allem die Identität des Souveräns, das deutsche Volk, verteidigen, muss der VS kreativ werden, um die neue Rechte zu diffamieren. Die linksextreme Innenministerin Faeser erwartet das von ihrem VS.

Wir dürfen deshalb davon ausgehen, dass der VS versuchen wird, die Texte selber zu verfassen und der neuen Rechten in den Mund zu legen, die dann zur Verfemung der neuen Rechten verwendet werden. Die Sezession tut deshalb gut daran, den Kommentarteil hier weiter zu überwachen.

Umlautkombinat

8. Juli 2022 09:09

Etwas, was mir hier immer einmal auffaellt, einmal an Formulierungen des Artikels und ein paar Kommentaren festgemacht:

@Sellner
> ... strategisch ...

@Laurenz
> Frage mich überhaupt, warum man eine Gegenuni aufmachen muß, anstatt einfach eine private Uni zu gründen, ohne deren Sinn & Zweck öffentlich zu debattieren. Um ein Renommee über Jahrzehnte zu erschaffen, muß man das Politische überwinden & Kompetenz darüber hinaus generieren.

@Maiordomus
> Für "Gegenuni" müssten Voraussetzungen vorhanden sein

Fuer mich liest sich das bei verschiedenen SIN-Autoren - nicht nur Sellner - oft zu stark nach Ambition: "Wir wollen 'akademisch' sein". Das funktioniert so nicht und ist regelrecht kontraproduktiv. Das Akademische ist etwas, selbst fuer Aussenstehende unwesentlich erscheinende Dinge wie ein damit verbundener kultureller Habitus, das nicht einfach von Laien kopiert werden kann. Voraussetzungen sind Dinge wie von Maiordomus und speziell von Laurenz gut formuliert oben zitiert. Ohne Eitelkeiten.
Ein realer Stratege geht auch nicht staendig mit dem Wort hausieren, im Gegenteil wird er starkes Augenmerk darauf legen, Teile seiner Strategie selbst aktiv in ihrer Erkennbarkeit zu erschweren, denn das ist sein Tafelsilber. Ein Akademiker wiederum wird i.a.R. nicht von "Uni", sondern von Universitaet reden, ersteres machen eher Aussenstehende und demonstrieren damit nur ihr Laientum. Usw, usf..

 

Old Linkerhand

8. Juli 2022 09:47

Hallo @ALD, Sie sind doch der Pianist mit dem türkischen Namen. Ich kann Ihren Unmut gut verstehen, denn mir würde es auch nicht gefallen, wenn irgendwer Deutschland oder Deutsche herabwürdigt. Leider vergreifen Sie sich hier völlig im Ton. Sie müssen doch wissen, daß Ihr Anschuldigung das ultimative Totschlagargument gegen Deutsche ist. 

 

Maiordomus

8. Juli 2022 09:48

@kiki. "Die Kommentarseite überwachen"? Sicher ist, dass gegenseitige blosse Beschimpfungen und primitive Unterstellungen hier nichts verloren haben sollten. Auch sollten einzelne, die offenbar keine anderen Publikationsmöglichkeiten haben, nicht über die Stränge hauen und eine Bedeutung für die deutsche Rechte simulieren, die sie objektiv nicht haben und nie haben werden. Dass weniger manchmal mehr ist, musste ich mir früher meinerseits beibringen lassen. Dabei bilden bei den eigenständigen und eigenwilligen Stimmen hier nicht ihre konkreten Aussagen, siehe @imagine über Bosselmann, sondern die "Kontaktschuld" das Gefährliche an der Beteiligung bei SiN, war schon beim Theologen W. so.. Und es gibt hier Mitschreibende, nicht gerade die am schlechtesten argumentierenden, die wegen politischer Meinungsvergehen vorbestraft sind. Dies wissen die mitlesenden Spitzel vom VS und werden es den anderen zur Last legen wissen. Dabei bleibe ich ziemlich überzeugt, dass z.B. die ihrerseits als Extremistin stigmatisierte EK als Innenministerin, genau so wie Sarah W., nach links und nach rechts, nach vorne und nach hinten, im Sinne des GG vermutlich mehr durchgehen lassen würde als die gegenwärtige bundesdeutsche Innenministerin, die aus Sicht des rechten Lagers nun regelmässig mit dem Adjektiv "linksextrem" bedacht wird. 

kikl

8. Juli 2022 10:04

Der Abschluss des hessischen VS-Pamphletes lässt allerdings sehr sehr tief blicken:

"Mit Blick auf unsere Gegenwart muss es daher sehr ernst genommen werden, dass es Sellner und anderen Vertretern der Neuen Rechten ... gelungen ist, binnen zweier Jahre einen solchen strukturierten „Zusammenhang“ in Form der GegenUni zu etablieren. Nach wie vor gilt, was 1947 rückblickend der Philologe Victor Klemperer vor dem Hintergrund seiner Alltagserfahrungen im Nationalsozialismus geschrieben hatte:

Worte können sein wie winzige Arsendosen; sie werden unbemerkt verschluckt, sie scheinen keine Wirkung zu haben, und nach einiger Zeit ist die Giftwirkung doch da“."

Der hessische VS fürchtet das freie Wort so wie der Teufel das Weihwasser oder der Diktator die Meinungsfreiheit. Deshalb kämpft der VS gegen Worte mit "Giftwirkung".

Das ist das größte Kompliment, das man MS machen konnte.

Niekisch

8. Juli 2022 11:05

"Falls ich damit gemeint sein sollte, müßte ich Sie fragen, in welchem meiner Kommentare Sie soetwas fündig geworden sind."

@ Volksdeutscher ( Ökoterrorismus 4/4 ): Sie sind nicht gemeint, sondern ich schilderte eine zu erwartende Entwicklung. 

"Intellektuelle der demokratischen Linken als Gastredner nach Schnellroda einzuladen. Ob sie diesen Gestus verstünden und ernstnähmen? Ob sie den intellektuellen Mut dazu hätten?"

@ Volksdeutscher 7.7. 12:42: Problemloser geht das ganz unten vor Ort. Da bemerkst Du dann, wie leicht ein Brückenschlag möglich ist, wenn es um Frieden, Umwelt, Bildung, Gerechtigkeit für den "kleinen Mann" geht. Der Rechts-Links-Gegensatz ist heute absurd, künstlich, systemstabilisierend. 

Niekisch

8. Juli 2022 11:56

"Zum weltanschaulichen Minimum bzw. zur Einigung unterschiedlicher Kräfte: Ich bin da voll und ganz bei Ihnen, halte es aber für eine Angelegenheit, die sich nicht allein willentlich bewerkstelligen lässt. Zu unterschiedlich die Vorstellungen schon unter Rechten, alle anderen miteinberechnet noch einmal umso mehr. Es hat ja Gründe, dass es all die unterschiedlichen Richtungen und innerhalb dieser noch einmal unterschiedliche Fraktionen gibt."

@ Allnichts 7.7. 16:48: Da Sie sich in die weltanschaulichen und strategischen Diskussionen auf Metapolitika eingelesen haben, müßten Sie gesehen haben, dass es bei ernsthaftem Versuch weit weniger aussichtslos ist, als wir alle denken. Wir dürfen uns nur nicht der durchsichtigen Absicht der versammelten Gegnerschaft und der unbeabsichtigten eigenen Angst unterwerfen,  scheinbar Antagonistisches habe nicht des öfteren einen Oberbegriff oder Überbau, indem die auseinanderlaufenden Wurzeln ganz natürlich und vereint gründen. 

Wenn es eine Zeit gibt, die uns zum gemeinsamen großen Ziel erwecken und führen kann, dann die jetzige.

ALD

8. Juli 2022 12:03

@Phil

Steile These. Bin aber kein VS-Mitarbeiter. Habe ab 2014 in der Öffentlichkeit gegen die Verunglimpfung und Ausgrenzung von Rechten und ihren berechtigten Positionen gestritten. 

@Rheinlaender

Wenn Sie die Kritik an  unhaltbaren Äusserungen, verabscheuungswürdigen Unanständigkeiten und den Schulterschluss mit offensichtlich strafbare Handlungen vollziehenden Aktivisten als "linke Phrasen" abstempeln, erfüllen Sie die Hoffnungen etwaiger Behördenmitarbeiter und links-globalistischer Institutionen, die alles Patriotische am liebsten in Gänze aus dem Weg geräumt hätten, mehr als ich es jemals könnte.

Niekisch

8. Juli 2022 12:09

"anzuerkennen und zu (er)tragen."

@ Adler und Drache 7.7. 18:06: Da mißverstehen sie Gramscis und unser fast aller Begriff von Metapolitik. Es geht gerade nicht um das Ertragen gegebener Begriffe und Zustände. Vielmehr sollen den als Herrschaftsinstrument gesamtpolitisch und gesellschaftlich vorherrschenden Begriffen eigene Begriffsschöpfungen entgegengesetzt und diese durchgesetzt werden, um zunächst gesellschaftlich, besonders kulturell, Einfluß bis hin zur eigenen Machtübernahme zu gewinnen. Das setzt allerdings voraus, sich einfühlend und verstehend in die gegnerische Denk- und Handlungswelt hineinzuversetzen, sie zu begreifen ohne sie zu akzeptieren, sie überwinden zu wollen. Die Stellschräubchen dreht der Gegner zur Machtsicherung, wir hebeln sie aus.

Niekisch

8. Juli 2022 12:29

"muss der VS kreativ werden"

@ kikl 8.7. 8:31: Nach langjährigem Beobachten der Beobachter ist mein Fazit: bisher haben die Behörden in digitale Diskussionen unter ständig wechselnden IP-Adressen von einem nördlich des Taunus gelegenen Knotenpunkt aus mit auffälligen nn, die manchmal den örtlichen Sitz des Mitarbeiters erkennen lassen wie z.B. "fisherman" ( Landesbehörde Hamburg ) eingeschaltet, wobei in aller Regel angelehnt an die Bundeszentrale für politische Bildung" auf die Vorzüge der "freiheitlich-demokratischen Grundordnung" in strukturelle Abkehr vom Nationalsozialismus verwiesen wurde. In letzter Zeit geht es mehr ins Negative, also das Anprangern der Beobachtungsobjekte als staatsfeindlich - nationalsozialistisch. Der Grund ist verständlich: Der Staat mit seiner durch ihn selbst ausgehöhlten Grundordnung gerät ins Schwanken, der "Mittelstand" sieht wie vor 1933 seiner Enteignung entgegen, viele Jugendliche sind der Schamberieselung überdrüssig, das Traditionale greift trotz allem um sich, das Transatlantische verliert seine Zugkraft, die Weltkriegsgefahr steigt. 

Der Verfassungsschutz wird feststellen müssen, wie kontraproduktiv er letztlich arbeitet: wer beschimpft, macht interessant, besonders dann, wenn das Beschimpfte gerade heraufdämmert.

Carl Sand

8. Juli 2022 13:06

@kikl

"Weil auf der Seite der Sezession weder zur Gewalt aufgerufen wird noch das Ziel verfolgt wird (...)"

Was aber denkbar wäre, ist soziale Machtausübung. Mal ganz ehrlich, die Gegenseite hat gewonnen, weil sie jegliche Opposition sozial erledigen konnte. 

Diese Möglichkeit bleibt aber jedem von uns jeden Tag und völlig legal genauso.

Jeder erlebt es zum Beispiel im Arbeitsleben, dass Kollegen Böcke schießen, die unrepariert und ungedeckt bis hin zur Kündigung des Mitarbeiters führen würden.

Einfach mal den 150%-Kollegen in die Pfanne hauen, ihn von Informationen abschneiden oder auch einfach nur nicht zu decken und nicht zu helfen ist eine Macht, die jeder von uns täglich ausüben kann.

Und das gilt für viele andere Bereiche genauso. Dem 150% Nachbarn kann man (größtenteils sogar anonym) bei der Steuer, bei der Umweltbehörde, bei der Bauaufsicht etc. eine Freude machen. Einfach mal kreativ werden.

Sie sind mächtig, weil sie sozial mächtig sind und ihre Schweinereien keinerlei soziale Konsequenzen für sie haben. Sogar im Gegenteil. Dieses Speil können aber auch Zwei spielen.

Gotlandfahrer

8. Juli 2022 14:26

@ALD:

1/2

Stimmt, es gibt auch heute noch Chauvinismus im Sinne eines „der ewige-Feind-Denken“.  Der „ewige Feind“ steht nach allem was wir wissen sollen und nach allem was uns auch der VS mitteilt: Rechts.  Das war schon immer so – ewig eben – denn nicht nur der Proto-Faschist in den altgermanischen Wäldern trug diesen Makel bereits in sich, erst recht der Drittreichnazi, der – wer könnte dies bestreiten – eben die absolute Negation von „Mensch“ war und ist. 

Nun gärt dieses Anti-Wesen Ihrer Ansicht nach in MS & Co weiter.  Auffällig: Der Altnazi-Typ in Ihrer Vorstellungswelt richtete sich also vorrangig gegen Juden, mithin gegen damals bereits seit langem hier Lebende.  Diesen wurde unterstellt, kein gleichwertiger Teil des Staatsvolkes zu sein.  Dies also war „Hass“ gegen einen inneren Feind. Nehmen wir nun vereinfachend an, MS & Co richteten sich tatsächlich mit ihrer Migrationskritik gegen „Moslems, im Speziellen Türken“ – dann unterscheidet sich diese Haltung von der der Altnazis allein schon dadurch, dass sie gegen Noch-nicht-Mitbürger gerichtet ist.  Maximal - wenn wir alles schlucken wollen, was man uns hineinpresst - gegen Mitmenschen, die noch nicht so lange hier leben.  Juden gab's hingegen schon im römischen Köln.  Neurechte Positionen wären somit allenfalls (sind sie nicht, aber sei‘s drum) „Hass“ gegen einen äußeren Feind. Anthropologisch bis heute kein Ausreißer.

Gotlandfahrer

8. Juli 2022 14:34

2/2

Hingegen ist IHRE Feinderzählung nichts als der alte Klassiker in neuen Schläuchen: Hygienefimmel im eigen Nest - MS ist für Sie bzw. den VS der heutige Jud Süß. Er gehört nach herrschender Meinung trotz gemeinsamer Familien und Geschichte nicht dazu und ist ein Bevölkerungsschädling.  Es fehlt nur die Rattenassoziation, bei den Ungeimpften hatten wir die schon. 

Allenfalls ließe sich eine Parallele der Neu- und Altrechten herbeiphantasieren in Bezug auf den Anti-Globalismus als solchem.  Doch auch das ist Hirnfick, denn der anatolische Ziegenhirte ist nicht die Entsprechung des "Weltjudentums".  Dies ist wenn, dann nach wie vor der Kreis, der Großkapitalismus und Bolschewismus/Wokeismus gegen ALLE Völkerschaften in Stellung bringt.  Selbst wenn wir Muslime per se als „eroberungswütig“ erachten würden, würde dies Ihrer Logik zufolge bei einem "Nazi" doch nichts als ehrfürchtige Anerkennung hervorrufen! Informieren Sie sich über Hitlers "Tischgespräche" bzw. die muslimischen SS-Einheiten.    

Ihr Vergleich passt also vorn und hinten nicht, sondern entlarvt die Projektion Ihres inneren Zerwürfnisses auf die, die einen klaren Weg hin zu Frieden und Miteinander aufzeigen.  Verschrobene Menschen wie Sie arbeiten für den VS oder werden heutzutage was in Verwaltung und Politik.

Kurativ

8. Juli 2022 17:16

Martin Sellner ist für die aktuell regierenden Parteien ein politischer Gegner.

Die Parteien sind bestrebt ihre Regierungsbeteiligung zu verstetigen. Dazu haben sie durch ihre Personalpolitik den Staat und seine Elemente praktisch übernommen.

Zwischen den bisherigen Parteien, den Staat und den Regierungen gibt es de facto keinen Unterschied mehr. Richter, Polizeiführungen und staatlich beeinflusste Institutionen sorgen für den Erhalt der Regierungsmacht.

Die Tatsache, dass diese Sätze für die bisherigen Parteien ("Alt-Parteien") als eine "verfassungsrelevanten Delegitimierung des Staates" betrachtet werden, spricht ebenfalls dafür. Natürlich könnte es auch immer sein, dass ich falsch liege und diese Sätze nur ein Begründungsversuch für VS-relevate Beobachtungen und Denonziation sind.

Die Wahrscheinlichkeit, dass Parteien den Staat zur Machterhaltung benutzen, liegt aber erfahrungsbedingt viel näher.

Volksdeutscher

9. Juli 2022 23:13

@kikl - "Wir dürfen deshalb davon ausgehen, dass der VS versuchen wird, die Texte selber zu verfassen und der neuen Rechten in den Mund zu legen, die dann zur Verfemung der neuen Rechten verwendet werden."

Das denke ich auch, aber das kann schon im Vorfeld abgefangen werden, da solche Texte leicht zu durchschauen und auszusortieren sind. Ich verstehe nur nicht, warum Martin Sellner sich so viel Mühe damit macht, auf die Reaktionen des VS einzugehen. Man sollte solche Texte im doppeltem Sinne einfach - links liegen lassen. Was im Kommentar von ALD zu lesen ist, ist an Dogmatik und Demagogie nicht zu überbieten, gleich die von Sellner zittierten Textpassagen des VS. So denken, reden und schreiben nur Leute, die nicht den Dialog, sondern die Provokation suchen. Wozu diese Leute beehren, indem man sich mit ihnen auseinandersetzt?

ALD könnte aber auch ein Linksextremist sein, der sich furchtbar wichtig nimmt. Sein Kommentar ist voller mittels Verdrehungen zurechtgebastelter Urteile.

Kurativ

10. Juli 2022 06:29

Die Einleitung des VS-Textes klingt fast so, als wenn sich die derzeitige Regierung in Form des VS, ihren Lenin und ihren Gramsci nicht von politischen Gegner wegnehmen lassen möchte.

Dann wird Martin Sellner gleich als ein "führender Kopf" der IB und der Neuen Rechten betitelt. Man fragt sich natürlich sofort, ob solch eine abwertende und entmenschlichenden Betitelung nicht VOR allen foldenden Ausführungen stand, weil man Martin Sellner und den politischen Gegner einfach nicht mag.

Letztendlich kann man so weiter durch den Text gehen. Migration (nicht die Migranten) soll wieder einmal einer politischen Diskussion entzogen werden. Die Regierungen mit den bisherigen Alt-Parteien suchen sich einzelne Artikel des GG raus, erklären sie für Übergeordnet und blenden die Gesamtheit des GG aus.

Es war im Grunde genommen vorraussehbar, dass diese Konstrukt von VS bei der ersten wirklichen Bewährungsprobe einer jungen Demokratie derart entarten wird. Die Warnung, dass Parteien an der politischen Willensbildung nur "mitwirken" wurde nicht umgesetzt.

Kurativ

10. Juli 2022 06:31

Ich halte Martin Sellner auch für bedeutend. Die Frage ist, in wie weit wir alle von seiner Lebensweise lernen können.

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