Sammelstelle für Gedrucktes (51): Druck der Straße

Guillaume Paoli ist in Deutschland nur einer kleinen Gemeinschaft bekannt; dazu gehören – natürlich – Leser der Sezession

Benedikt Kaiser

Benedikt Kaiser ist Politikwissenschaftler und arbeitet als Verlagslektor.

Der in Ber­lin leben­de fran­zö­si­sche Schrift­stel­ler, der sich selbst als »Müßig­gangs­ter« und »Haus­phi­lo­soph« insze­niert, ent­stammt einer undog­ma­ti­schen, dezi­diert »popu­la­ren« (also: volks­ori­en­tier­ten) Lin­ken, wie sie in Deutsch­land, von Ein­zel­per­so­nen abge­se­hen, nicht existiert.

In mei­nem 2019 publi­zier­ten kapla­ken-Band Blick nach links konn­te ich Pao­lis Fun­da­men­tal­kri­tik an der Alli­anz aus radi­ka­ler Lin­ker und herr­schen­dem Zeit­geist­li­be­ra­lis­mus aufgreifen.

Pao­li führ­te zwei Jah­re zuvor, in Die lan­ge Nacht der Meta­mor­pho­se, aus, daß jene »kulturelle[n] Begleit­erschei­nun­gen des moder­nen Kapi­ta­lis­mus, die Marx auf­lis­tet, […] Ste­cken­pfer­de der heu­ti­gen Lin­ken« sei­en. Die­se Kri­tik, fünf Jah­re spä­ter längst in grö­ße­ren Krei­sen zir­ku­lie­rend, ergänz­te Pao­li um eine Destruk­ti­on des hyper­mo­ra­li­schen Wohlfühlprogramms der ver­ein­ten Linken.

An die Stel­le fun­dier­ter Kapi­ta­lis­mus­kri­tik zum Woh­le einer Bevölkerungsmehrheit sei etwas ande­res getre­ten, das man so zusam­men­fas­sen könnte:

Gegen Patri­ar­chat, spie­ßi­ge Moral, Aus­gren­zung und Aus­län­der­feind­lich­keit, für offe­ne Gren­zen und Kosmopolitismus.

Es ver­wun­dert nicht, daß die­se ätzen­de Aus­ein­an­der­set­zung mit der Mehr­heits­lin­ken auf tau­be Ohren stieß. Wel­cher Lin­ker übt heut­zu­ta­ge schon ger­ne Selbstkritik?

2019 leg­te Guil­laume Pao­li dann erneut eine klei­ne, fei­ne Schrift vor, die wie­der­um bei Mat­thes & Seitz Ber­lin erschie­nen ist. In Sozia­le Gelb­sucht unter­such­te er die fran­zö­si­sche Gelb­wes­ten­be­we­gung jener Auf­ruhr­ta­ge, als sich die Peri­phe­rie – vor allem auf­grund stei­gen­der Sprit­prei­se – gegen das Pari­ser Zen­trum erhob.

Pao­li ver­kün­de­te anläß­lich die­ser Revol­te-im-Wer­den die Rück­kehr der sozia­len Fra­ge mit der ihr inne­woh­nen­den Viel­falt und Här­te. Das »früh­auf­ste­hen­de Frank­reich« der Arbei­ter und Mit­tel­schicht, das sein Pen­dant zwar auch in Deutsch­land und anders­wo fin­den dürf­te, dort aber (noch) nicht zur Rebel­li­on neig­te, war zor­nig gewor­den, und in eben­die­sem Zorn ab Herbst 2018 ver­nahm Pao­li eine inter­na­tio­na­le Dimension.

Er ver­knüpf­te die Ereig­nis­se in Frank­reich mit ande­ren Pro­tes­terschei­nun­gen. Der gelb­wes­ten­ver­ur­sach­te Neo­lo­gis­mus déga­gisme (gewis­ser­ma­ßen: »Hau-ab-ismus«) habe mit dem »No nos repre­sen­tan!« (Sie ver­tre­ten uns nicht!) der spa­ni­schen Indi­gna­dos oder auch mit dem »Que se vay­an todos!« (Sol­len sie alle gehen!) argen­ti­ni­scher Erhe­bun­gen eine Form der Nega­ti­vi­tät gemein: Man zeig­te sich in weni­gen Punkt einig, die dar­in bestün­den, daß das Bestehen­de weg müs­se und daß die Eli­ten »fal­sche« sei­en, daß »es« auf­hö­ren sol­le – doch das »Danach« wäre allen Betei­lig­ten unklar.

Aber die­ses dif­fu­se Auf­be­geh­ren traf den­noch Pao­lis Wohl­wol­len: Es signa­li­sie­re grund­sätz­li­che Bereit­schaft zum Neu­be­ginn, und so zäh­le der sicht­ba­re, wüten­de und bewe­gen­de Pro­test als Signal kol­lek­ti­ver Selbst­er­mäch­ti­gung gegen ein volks­fer­nes, selbst­re­fe­ren­ti­el­les Establishment.

Inter­es­sant für deut­sche Beob­ach­ter war Pao­lis Zorn auf die eige­nen Leu­te: Sei­nem Kom­pa­gnon Bernd Ste­ge­mann, der mit dem »Aufstehen«-Versuch inner­halb der Lin­ken kra­chend schei­ter­te und sich in die Sicher­heit des Schwei­gens zurück­ge­zo­gen hat, watsch­te er für eine dis­tin­gu­ier­te »Gott-sei-Dank-gibt-es-bei-uns-keine-Gelbwesten«Praxisferne ab.

Pao­li ver­wies unter nament­li­cher Nen­nung des Ber­li­ner Dra­ma­tur­gen dar­auf, daß »sozia­le Kon­flik­te nicht unwei­ger­lich von ihren theo­re­ti­schen Befür­wor­tern gut­ge­hei­ßen« wer­den, »wenn sie ein­mal kon­kret erfol­gen«. Und so war die Empö­rung des fran­zö­si­schen Hin­ter­lands gegen das Zen­trum nichts, womit die deutsch­spra­chi­ge Lin­ke jen­seits von Pao­li warm wurde.

Mei­ne Bespre­chung der Sozia­len Gelb­sucht in der 95. Sezes­si­on (April 2020) schloß ich so:

Man kann davon aus­ge­hen, daß dies bei ver­gleich­ba­ren Ent­wick­lun­gen im Deutsch­land der Zukunft ähn­lich sein dürf­te: Theo­re­ti­sche Volks­fer­ne schlägt sich unwei­ger­lich auch in der Pra­xis nieder,

womit wir – end­lich, mag der ein oder ande­re nör­geln – in der Gegen­wart ange­langt wären, wo erneut Poten­ti­al für ein deut­sches Gelb­wes­ten­pen­dant ent­ste­hen könnte.

Denn ange­sichts der kom­men­den Ver­wer­fun­gen der Ener­gie­kri­se und einer anhal­ten­den Infla­ti­on macht man sich vie­ler­orts Sor­gen, daß hier Zorn­po­ten­ti­al ent­ste­he, daß »von rechts« genutzt wer­den könn­te. Ob Bun­des­in­nen­mi­nis­te­rin Nan­cy Fae­ser (SPD) oder Staats­funk: Dem Pro­test ante por­tas wird prä­ven­tiv ein stig­ma­ti­sie­ren­des Eti­kett angeheftet.

Die Durch­set­zung die­ser anti­fa­schis­ti­schen Denun­zia­ti­on als Erzäh­lung wird dies­mal jedoch in Gän­ze nicht so ein­fach sein. In einem Pod­cast dis­ku­tier­ten Ein­Pro­zent-Lei­ter Phil­ip Stein und ich die kom­men­den Aspek­te, die für eine patrio­ti­sche Lage­ana­ly­se von Bedeu­tung sind.

Dani­el Fiß hat die Quint­essenz die­ser Debat­te net­ter­wei­se zusam­men­ge­faßt:

44 % der Deut­schen kön­nen sich vor­stel­len, im Herbst auf die Stra­ße zu gehen. Das ist fast eine Ver­drei­fa­chung im Ver­gleich zur Coro­na­kri­se, wo nur 16 % Demons­tra­ti­ons­be­reit­schaft signa­li­siert haben,

wobei ledig­lich zu kor­ri­gie­ren wäre, daß 16 Pro­zent die zwi­schen­zeit­lich und tem­po­rär erreich­te Ober­gren­ze in einem aku­ten Lock­down dar­stell­te; meist schwank­te die Zahl zwi­schen 10 Pro­zent und eben jenem Maximum.

44 Pro­zent jeden­falls – das ist eine gewal­ti­ge Zahl, auch wenn im Ernst­fall selbst­ver­ständ­lich nur ein Teil die­ser Men­schen tat­säch­lich den Weg auf die Stra­ße findet.

Ange­sichts die­ser dann für bun­des­deut­sche Ver­hält­nis­se immer noch rekord­ver­däch­ti­gen Zahl von Pro­tes­tie­rern kramt man auch bei der Welt (v. 26.7.2022) sei­nen Pao­li hervor.

Der Bei­trag von Jörg Wima­la­sena wird dra­ma­tisch eingeleitet:

Gehen die Prei­se wei­ter durch die Decke, könnten bald Mas­sen­de­mons­tra­tio­nen fol­gen. Bereits jetzt stel­len Tei­le der Poli­tik sie vor­sorg­lich unter Extre­mis­mus-Ver­dacht. Dass Faschis­ten überhaupt zu träu­men wagen, die sozia­le Fra­ge von rechts koop­tie­ren zu können, liegt auch am Ver­sa­gen der lin­ken Mitte.

Das Tot­schlag­ar­gu­ment »Faschis­mus« groß­zü­gig igno­rie­rend, lohnt ein Blick auf Wima­la­senas Text durchaus.

Man muss dem deutsch-fran­zö­si­schen Phi­lo­so­phen Guil­lo­me Pao­li auch drei Jah­re spä­ter noch dank­bar für sein Buch über die fran­zö­si­sche Gelb­wes­ten-Bewe­gung sein,

lei­tet der ehe­ma­li­ge taz-jour­na­list ein, um dar­auf zu ver­wei­sen, daß eine Pao­li-Rezep­ti­on »aktu­el­ler denn je« sei,

denn es besteht durch­aus die Chan­ce, dass ähn­li­che Pro­tes­te auch in Deutsch­land anstehen.

Der Grund?

Die explo­die­ren­den Lebens­hal­tungs­kos­ten trei­ben Mil­lio­nen Men­schen im Land in eine veri­ta­ble Exis­tenz­kri­se. Laut Umfra­gen las­sen ein Sechs­tel der Deut­schen aus Geld­man­gel bereits Mahl­zei­ten aus, im Herbst dro­hen Gas­man­gel, kal­te Woh­nun­gen und hor­ren­de Nach­zah­lun­gen für Strom und Hei­zung. Wenig über­ra­schend gaben bei einer aktu­el­len Insa-Umfra­ge 44 Pro­zent der Befrag­ten an, sicher oder mit gro­ßer Wahr­schein­lich­keit an Demons­tra­tio­nen gegen die hohen Ener­gie­prei­se teilzunehmen,

was, wir erwähn­ten es bereits, rekord­ver­däch­tig erscheint.

Die poli­ti­sche Lin­ke von SPD bis wei­ter an den Rand erscheint dem Welt-Autor jedoch apathisch:

Statt sozia­lem Aus­gleich bemüht sich die SPD statt­des­sen schon jetzt dar­um, mög­li­che künf­ti­ge Pro­tes­te vor­sorg­lich als rech­te “Querdenker”-Veranstaltung zu verunglimpfen,

was mit einem Zitat von Nan­cy Fae­ser gestützt wer­den kann (aus dem Han­dels­blatt):

Natürlich besteht die Gefahr, dass die­je­ni­gen, die schon in der Coro­na­zeit ihre Ver­ach­tung gegen die Demo­kra­tie her­aus­ge­brüllt haben und dabei oft­mals Sei­te an Sei­te mit Rechts­ex­tre­mis­ten unter­wegs waren, die stark stei­gen­den Prei­se als neu­es Mobi­li­sie­rungs­the­ma zu miss­brau­chen versuchen.

Jörg Wima­la­sena hält die­ses Framing für schlech­ten Stil:

A prio­ri wird auf die­se Wei­se bereits jetzt ein mög­li­cher Pro­test gegen die Preis­ex­plo­sio­nen in einen rech­ten Ver­schwö­rungs­kon­text gestellt,

wobei er hin­zu­fügt, daß die Gefahr der Instru­men­ta­li­sie­rung durch radi­ka­le Rech­te tat­säch­lich dro­he. Das aber sei nur poten­ti­ell mög­lich, weil die ver­ei­nig­te Lin­ke stumm vor den kom­men­den Pro­ble­men ver­har­re und so ein Vaku­um ent­stün­de, das eben »von rechts« genutzt wer­den könnte.

Wima­la­sena ver­weist dar­auf, daß »die Pro­test­be­reit­schaft mit 72 Pro­zent beson­ders bei AfD-Wählern hoch« sei, unter­schlägt jedoch, daß die Anhän­ger der Lin­ken direkt auf Platz 2 fol­gen – nicht aus­zu­ma­len, was es für deren Par­tei­obe­ren bedeu­ten wür­de, wenn ihnen wei­te­re Tei­le der Basis gen rechts entflöhen. 

Man kann die Wut zwi­schen den Zei­len des Autors förm­lich spüren:

Erneut [nach den eins­ti­gen Agen­da 2010-Pro­tes­ten; B.K.] adres­siert man die sozia­le Fra­ge nur in Talk­shows, anstatt ernst­haft gegen den Koali­ti­ons­part­ner FDP zu kämpfen. Und erneut über­lässt man damit der poli­ti­schen Rech­ten einen Raum, die sozia­le Fra­ge zu koop­tie­ren. Die mitt­ler­wei­le obli­ga­to­ri­sche Por­ti­on woker Hoch­nä­sig­keit dürf­te die bereits bestehen­de Abnei­gung Vie­ler gegen das poli­ti­sche Estab­lish­ment noch wei­ter ver­stär­ken – und das ist fatal.

Wima­la­sena fürch­tet den Über­gang sozi­al ori­en­tier­ter Men­schen nach rechts, soll­te sich die poli­ti­sche Rech­te dezi­diert sozi­al präsentieren:

Habi­tu­ell pas­sen womög­lich vie­le Men­schen, die ein berech­tig­tes Klas­sen­in­ter­es­se an Umver­tei­lung haben, schon jetzt nicht zum insti­tu­tio­nel­len Mainstream-Linksliberalismus,

wobei man frei­lich das »womög­lich« strei­chen sollte.

Betrach­tet man die anhal­ten­den Mil­li­ar­den­pro­fi­te von Phar­ma­in­dus­trie bzw. Ener­gie­kon­zer­nen in der Coro­na- bzw. Ver­sor­gungs­kri­se, wäh­rend die abso­lu­te Bevöl­ke­rungs­mehr­heit finan­zi­ell in Bre­douil­le gera­ten wird, wäre es auch in höchs­tem Maße irra­tio­nal, wür­de sich die poli­ti­sche Rech­te dazu nicht als Anwalt des Vol­kes in Stel­lung bringen.

Die ver­ei­nig­te Lin­ke wird wohl kaum Par­tei ergrei­fen für den Volks­pro­test, den man, woke und dis­tin­gu­iert, wie man ist, min­des­tens als anrü­chig emp­fin­det; ich ver­wies bereits auf die For­mel, wonach sich theo­re­ti­sche Volks­fer­ne unwei­ger­lich auch in der Pra­xis niederschlage.

Wima­la­sena erin­nert hier erneut an Pao­li, der scho­ckiert war ob der lin­ken Reak­tio­nen auf die sozia­le Bewe­gung der Gelbwesten;

sie sei­en eine “hass­erfüll­te Men­ge”, “dum­me wei­ße Män­ner, und unter ande­rem faschis­tisch, homo­phob, ras­sis­tisch, anti­se­mi­tisch, von Putin mani­pu­liert, häss­lich und nach Die­sel und Kip­pen süchtig”.

So klingt sie ja tat­säch­lich, die Volks­ver­ach­tung durch die aka­de­mi­sche, hege­mo­nia­le Lin­ken, und so läßt sich Wima­la­senas Furcht als unse­re berech­tig­te Hoff­nung nachlesen:

Wel­che Pro­tes­te auch immer im Herbst auf Deutsch­land zukom­men mögen, schon jetzt ist klar, dass die gesell­schaft­li­che und poli­ti­sche Lin­ke dabei ver­mut­lich kei­ne Rol­le spie­len wird,

was an all den Zeit­geist­lin­ken mit Man­da­ten lie­gen dürf­te, die bei Grü­nen, SPD und Lin­ken den Ton ange­ben. Ins­be­son­de­re die jün­ge­re Genera­ti­on trifft daher Wima­la­senas Argwohn:

Kaum jemand wird die neu­en jun­gen Tik­Tok-Stars im Bun­des­tag, die öffent­lich­keits­wirk­sam den ver­meint­li­chen Muff der alten wei­ßen Män­ner aus dem Bun­des­tag ver­trei­ben wol­len, und dabei genau­so wider­stands­los jede sozia­le Schand­tat mit­tra­gen dürf­ten, als “Ally” im Kampf um das eige­ne öko­no­mi­sche Über­le­ben wahrnehmen,

was eben­je­nen »orga­ni­schen« Allein­ver­tre­tungs­an­spruch auf die Pro­tes­te sei­tens einer volks­ver­bun­de­nen und soli­da­ri­schen Rech­ten begrün­den ließe.

Kann die gesell­schaft­li­che und poli­ti­sche Lin­ke also über­haupt noch hof­fen? Wima­la­sena meint, das schie­ne nur dann vor­stell­bar, wenn

sie sich schnells­tens von iden­ti­täts­po­li­ti­schem Bal­last befrei­en und ein öko­no­misch-popu­lis­ti­sches Pro­gramm ent­wi­ckeln [wür­de; B.K.] , dass auch für Men­schen außer­halb der eige­nen Bla­se anschluss­fä­hig ist,

was ange­sichts der Kräf­te­ver­hält­nis­se in besag­ten lin­ken Milieus höchst unwahr­schein­lich sein dürfte.

Rea­lis­ti­scher ist da schon die ein­sei­ti­ge Aus­rich­tung lin­ker Struk­tu­ren auf anti­fa­schis­ti­sche Denun­zia­ti­ons­ar­beit gegen die kom­men­den Pro­tes­te, was – erneut – der poli­ti­schen Rech­ten in die Hän­de spiel­te, wenn sie das Begriffs­paar »öko­no­misch-popu­lis­tisch« nicht als Sam­mel­su­ri­um vul­gä­rer Paro­len­fa­bri­ka­ti­on miß­in­ter­pre­tiert, son­dern kor­rekt ver­steht: Das hie­ße, gleich dem fran­zö­si­schen Ras­sem­ble­ment Natio­nal unter Mari­ne Le Pen, einen volks­ver­bun­de­nen Kurs des sozia­len Patrio­tis­mus wei­ter­zu­ent­wi­ckeln und glaub­wür­dig an den Bür­ger zu bringen.

Unter Bezug­nah­me auf Guil­laume Pao­li schloß ich mein Buch Soli­da­ri­scher Patrio­tis­mus (Schnell­ro­da 2020) mit fol­gen­dem Ausblick:

Wenn der Moment der mul­ti­plen Kri­se ein­trifft und die objek­ti­ven Zuta­ten für vie­le wei­te­re Mil­lio­nen Deut­sche auch sub­jek­tiv wahr­nehm­bar wer­den – und zwar nolens volens –, stellt sich ledig­lich noch die Fra­ge, wer mit einem pas­sen­dem Kon­zept bereit­ste­hen wird, um Stim­mung und Pro­test­po­ten­ti­al zu kanalisieren. 

Dis­tin­gu­ier­tes Abwar­ten, was an gesell­schaft­li­chen Wider­sprü­chen kom­men mag, ist kei­ne Alter­na­ti­ve: »Nicht auf die Wider­sprü­che allein, son­dern vor allem aufs Wider­spre­chen rich­tet sich die Hoff­nung.« (Wolf­gang Fritz Haug)

Es gibt gute Argu­men­te dafür, die­sen vor zwei Jah­ren anti­zi­pier­ten »Moment der mul­ti­plen Kri­se« im Win­ter 2022/2023 zu ver­or­ten. Denn bei dem kom­men­den Zusam­men­spiel aus Corona‑, Gas- und Ver­sor­gungs­kri­sen, über­schat­tet von einer all­ge­mei­nen Infla­ti­on, ist eine Kon­ver­genz der Kri­sen nicht län­ger von der Hand zu weisen.

Die abschlie­ßen­de Fra­ge stellt sich von selbst: Wird das patrio­ti­sche Lager fähig sein, (inhalt­lich) authen­tisch und (per­so­nell) nah­bar dem Pro­test eine stär­ken­de Stim­me zu geben, ohne als Tritt­brett­fah­rer oder »Bil­lard­ku­gel« miß­ver­stan­den zu werden?

Im Win­ter wis­sen wir mehr.

Benedikt Kaiser

Benedikt Kaiser ist Politikwissenschaftler und arbeitet als Verlagslektor.

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Kommentare (53)

kikl

29. Juli 2022 11:19

Sehr guter Beitrag. Ich möchte nur einem Missverständnis vorbeugen:

"Betrachtet man die anhaltenden Milliardenprofite von Pharmaindustrie bzw. Energiekonzernen..."

Es wird an den "Neoliberalen" zu Recht kritisiert, dass ihre Idee, der Markt sorge für Leistungsgerechtigkeit, bestenfalls eine Selbsttäuschung ist. Es ist zwar im Einzelfall sehr schwer zu bemessen, was leistungsgerecht ist; aber mir kann niemand ernsthaft erklären, dass das Vermögen einer Person wie Bill Gates dem Bruttosozialprodukt ganzer Volkswirtschaften leistungsgerecht entspricht. Ich habe keine Lösung für das Problem, das ich anerkenne.

Aber die Milliardengewinne der Pharmaindustrie sind kein Resultat des Marktes sondern der zentralistisch geleiteten Staatswirtschaft. Der Staat hat den Impfstoffherstellen für unbeschreibliche Summen die Impfstoffe abgenommen und sie von jeglicher Haftung für Nebenwirkungen ihrer Medikamente befreit. Ich gehe davon aus, dass dafür Geld geflossen ist. So dumm ist selbst Klabauterbach nicht, aber vielleicht irre ich mich, denn es ist schwierig, Klabauterbach nicht zu unterschätzen. Ohne staatliches Eingreifen, hätte es diese perversen Gewinne niemals gegeben.

Der Staat hat während der Coronakrise im Wahn seiner Unfehlbarkeit dem Volk diktiert, was gut für es ist. Die Energiewende ist ein weiteres Beispiel für das Versagen einer staatlich gelenkten Wirtschaft. Das funktioniert nicht, nicht in der DDR, der UDSSR und auch heute nicht in der BRD.

Niekisch

29. Juli 2022 12:31

"So klingt sie ja tatsächlich, die Volksverachtung durch die akademische, hegemoniale Linken."

Nur durch "Linke" ? Konnten wir ähnlich Verachtendes nicht auch hier schon lesen?

"Wird das patriotische Lager fähig sein, (inhaltlich) authentisch und (personell) nahbar dem Protest eine stärkende Stimme zu geben, ohne als Trittbrettfahrer oder »Billardkugel« mißverstanden zu werden?"

Nein, denn es hat noch garnicht erkannt, daß die eiserne Faust in der Tasche derjenigen ist,  die im gesellschaftlichen Untergrund einen gereinigten Nationalsozialismus 2.0 herbeisehnen. Ausgerechnet von diesen vielen Menschen distanziert sich das "rechte Lager" besonders intensiv, noch erbärmlicher als von jedem kriminellen Antifa-verbrecher.

Franz Bettinger

29. Juli 2022 12:50

@Kickl, Sie haben keine Lösung für das Problem? Oskar Lafontain hat (hatte) eine: Steuersatz von 100% ab einem Jahresverdienst von (sagen wir mal) 2 Mio.€. Basta.

Holger

29. Juli 2022 13:54

Die zentrale Frage ist doch: Was ist die inhaltlich realistische Alternative, die man den im Herbst voraussichtlich aufgebrachten Menschen bieten kann? Der blanke Pro-Putin-Kurs, den z. B. Jürgen Elsässer mit seinem COMPACT-Magazin verfolgt, ist es in meinen Augen nicht. Die identitäre Rechte in Deutschland sollte in den nächsten Wochen eigene und massentaugliche Forderungen entwickeln.

kikl

29. Juli 2022 14:26

@Franz Bettinger

Ich bin im Kern ein "Ordo-Liberaler", d.h. ich bin der Meinung, dass der Markt ohne den Staat auch nicht funktioniert. Es muss einen Ordnungsrahmen geben, in dem die Menschen ihre wirtschaftliche Freiheit ausleben können. Aber direkte Entscheidungen darüber, welche Güter zu welchen Preisen angeboten werden, da soll sich der Staat raushalten. Deshalb ist die Energiewende gescheitert.

Vielleicht hat Oskar Lafontaine ab einem bestimmten Betrag recht. Wer sagen wir einmal 10 Millionen im Jahr als Gehalt für seine Job verdient, der verdient sie nicht. Das Geld erhält er für irgendetwas anderes.

Andererseits will man ja auch Wirtschaftsbereiche belohnen, in denen es eine besonders hohe Nachfrage gibt, damit es einen Anreiz dafür gibt, die Nachfrage zu stillen. Aus dieser Perspektive ist es wohl nicht richtig, auf perfekte Leistungsgerechtigkeit zu pochen. Es bedarf da eines Spielraumes. Aber es gibt da ein Grenze. Da muss ich den Sozis recht geben.

kikl

29. Juli 2022 14:28

@Holger

"Die zentrale Frage ist doch: Was ist die inhaltlich realistische Alternative, die man den im Herbst voraussichtlich aufgebrachten Menschen bieten kann?"

Ich würde sagen, wir stellen die Interessen der Deutschen an erste Stelle und nicht die Interessen der Ukraine, Russlands oder der USA. Germany First!

Das müsste eigentlich selbstverständlich sein für eine Bundesregierung. Aber in diesem kaputten Land ist es bereits eine revolutionäre Forderung.

Hajo Blaschke

29. Juli 2022 15:14

Bettinger, mit Ihrer Forderung einer Steuer von 100% bei einem Jahresverdienst ab 2 Mio € liegen Sie genau auf DDR-Niveau. Wohin das geführt hat, weiß man. Sowas ist keine Forderung sondern Schwachsinn.

Mboko Lumumbe

29. Juli 2022 15:22

@ kikl 14:26

"Es muss einen Ordnungsrahmen geben, in dem die Menschen ihre wirtschaftliche Freiheit ausleben können. Aber direkte Entscheidungen darüber, welche Güter zu welchen Preisen angeboten werden, da soll sich der Staat raushalten."

Man nennt das soziale Marktwirtschaft und das hat viele Jahrzehnte sehr gut funktioniert und uns Wohlstand und wirtschaftliche Sicherheit gebracht. Schade, dass das nun vorbei geht.

@ Niekisch 12:31

"Nein, denn es hat noch garnicht erkannt, daß die eiserne Faust in der Tasche derjenigen ist,  die im gesellschaftlichen Untergrund einen gereinigten Nationalsozialismus 2.0 herbeisehnen. Ausgerechnet von diesen vielen Menschen distanziert sich das "rechte Lager" besonders intensiv"

Das ist auch gut so und auch ich distanziere mich klar und deutlich von diesem "gereinigten Nationalsozialismus 2.0 herbeisehnen".
Falls Sie Ihre Aussage ironisch oder sonstwie anders gemeint haben sollten, so lassen Sie es mich bitte hier wissen, danke.

kikl

29. Juli 2022 15:42

In Österreich scheint die Stimmung schon gekippt sein. Vielleicht sollte sich die AFD ein Beispiel an der FPÖ und Herrn Kickl nehmen. 

https://www.youtube.com/watch?v=nPMoihtCUzQ

Gracchus

29. Juli 2022 16:52

Blaschke, Mensch, Bettinger & Oskar sind Naturwissenschaftler - per definitionem reden Sie keinen Schwachsinn. 

 

Niekisch

29. Juli 2022 18:41

"Falls Sie Ihre Aussage ironisch oder sonstwie anders gemeint haben sollten, so lassen Sie es mich bitte hier wissen, danke."

@ Mboko Lumumbe 29.7. 15:22: Ich korrigiere "gereinigt" in "geläutert" und bleibe dabei, daß diese Meinung, wenn auch manchmal erst nach ein paar Glas Bier, weit verbreitet ist. Der verstorbene Dr. Hans -Dietrich Sander hat sich in seinem Werk "Die Auflösung der Dinge" damit beschäftigt und die Fehler des historischen NS in 12 Punkten dezidiert benannt. 

RMH

29. Juli 2022 19:52

"Gegen ..., spießige Moral,"

Die feiert doch mittlerweile in massives Comeback.

Beim Thema Proteste im Herbst darf man auch gespannt darauf sein, wie sich unsere zahlreichen Einwohner mit MiHiGru verhalten werden, ob es brennende "Brennpunkt"-Stadteile gibt oder nicht oder ob eine Art Gelbwesten-Bewegung dann Multi-Kulti wird oder welcher Bevölkerungsgruppen diesen Protest dann maßgeblich vortragen werden. Evtl. sind randalierende Mihigrus für die AfD sogar eher Stimmen bringend, als eine Art bundesweite Pegida. All das sind jedoch reine Spekulationen und Fragen meinerseits, aber der Punkt Verhalten der Ausländer im Herbst/ kalten Winter bleibt in allen bisherigen Analysen bislang etwas wenig beleuchtet, ganz zu schweigen davon, wie sich die gusseisernen Patrioten verhalten, wenn auf "ihren Protesten" unter Umständen dann Schwarz-Afrika sich tummelt.

Die Regierung erhöht ja schon mal vorsorglich die Transferleistungen, um dem gegenzusteuern.

Mitleser2

29. Juli 2022 20:04

Hier, wie auch im Faden vorher von Fiß überwiegt Dissens und Ratlosigkeit. Vielleicht sollte man wirklich den Oktober ff. abwarten, und sehen, was passiert, und dann reagieren.

Gracchus

29. Juli 2022 21:21

@Niekisch

Und nach ein paar Glas Wein? 

Was bleibt denn nach der Reinigung noch übrig? Was sind die 12 Fehler? 

Ich halte das - gelinde gesagt - für fragwürdig. 

Franz Bettinger

29. Juli 2022 23:04

@Kickl: Anders als früher glaube ich nicht mehr, dass der Markt selbstregulierend oder gar fair wäre. Ein Drittel der Fläche der Ukraine ist von (superreichen) Ausländern aufgekauft worden. 80% (?) der ach-so-deutschen Dax-Firmen („Wir sind ein reiches Land, Exportweltmeister“) und auch viel Infrastruktur (Stadtwerke, Wasserwerke…) gehören Ausländern. Korruption geht elegant und kaum anfechtbar, indem man Politikern (Steinbrück, Clinton…) horrende Summen (100.000) für einen 2 stündigen Popel- Vortrag bezahlt. Nein, ich glaub nicht mehr an den Ordo-Liberalismus. Dass der Staat mit Subventionen teils mehr Mist produziert, stimmt. Wir sollten halt einen Staat mit Augenmaß anstreben. Ein Pferd (Markt) braucht Zügel (Staat), damit die Richtung stimmt.

Franz Bettinger

29. Juli 2022 23:07

@Blaschke: Könnten Sie Ihren Kommentar noch etwas elaborieren? Werden Sie mal konkret. Wenn einer, sagen wir ein Bank-Manager, im Monat mit Boni "nur" 2 Mio verdient, im Jahr als läppische 24 Mio, würde der sich für dieses Handgeld etwa nicht mehr anstrengen? Würde er nach USA wandern, weil er dort mehr Geld "verdienen“ kann? Und wäre das dann ein Verlust für D? Führt eine Verdienst-Begrenzung wirklich zu Zuständen wie in der DDR? (Ein russischer General verdiente zu Zeiten von und nach Angaben von W.S. Schlamm übrigens 17 mal mehr als ein einfacher Soldat; in D nur 3 mal mehr.) Was wir heute haben ist ungezügelter Raubtrier-Kapitalismus. Der rechte Weg liegt irgendwo in der Mitte. 

kikl

30. Juli 2022 07:33

"gereinigten Nationalsozialismus 2.0"

Damit kann ich nun gar nichts anfangen. Ich bin ein Anhänger des Grundgesetzes, d.h. ich wünsche mir einen Nationalstaat mit einer freiheitlich demokratische Grundordnung. Die derzeitige BRD hat sich von diesen Prinzipien weit entfernt.

  • Die Kanzlerin bricht jahrelang fröhlich das Grundgesetz. Der ÖRR applaudiert dazu. 
  • Die Gewaltenteilung steht nur noch auf dem Papier. Das BVerfG ist mit Lakaien der Exekutive besetzt. Der Bundestag dient der Exekutive, weil die Abgeordneten Angst um ihre Listenplätze haben.
  • Der Verfassungsschutz ist zu einer Stasi verkommen, welche die Gegner der Regierung ausspäht und zersetzt.
  • Der mit unbegrenzten Geldressourcen ausgestattete Öffentliche Rundfunk stellt ein Medienkartell dar, das mit den Altparteien verfilzt ist. Hier ist das eigentliche Zentrum der politischen Macht.

In einem NS-Führerstaat gibt es dann noch nicht einmal den Anschein der Gewaltenteilung und Grundrechte. Insofern ist er vielleicht ehrlicher als das, was wir jetzt haben, aber keinen Deut besser.

Mir ist zwar bewusst, dass die Sieger ein Schwarz-Weiß-Bild der Geschichte gezeichnet, das in erster Linie dazu dient, die Deutschen psychologisch zu knechten; eine wahre Meisterleistung der psychologischen Kriegführung; aber das heißt nicht, dass ich den Fehler begehe, die Staatsform der Nazis in irgendeiner Weise gutzuheißen.

Niekisch

30. Juli 2022 11:56

"Was bleibt denn nach der Reinigung noch übrig? Was sind die 12 Fehler? 

Ich halte das - gelinde gesagt - für fragwürdig."

@ Gracchus 29.7. 21:21: Zunächst habe ich mal eine für mich ersichtliche Stimmung "im einfachen Volk" geschildert. Dr. Sander zitiert auf S. 161 Karl Löwith, passend auch zur Jetztzeit:" Kein Mensch glaubt noch ehrlich an die Grundlagen des heutigen Weltzustandes. Diese schwarzseherischen Ahnungen und Witterungen sind noch das echteste Gefühl der Zeit, und diesem gegenüber nehmen sich alle Hoffnungen, die auf dem Nichts ein Etwas bauen wollen, schon verzweifelt aus." Sander, S. 162: "Daß die Dinge in Deutschland eine radikale Wendung nehmen würden, lag in der Luft. Bei der katastropalen Auflösung des Bestehenden war das auch natürlich". 

Ist es dann nicht auch ganz natürlich, daß bei der auch auf das Jetzt zutreffenden Diagnose Sanders aus der Abfallgrube des historischen NS Gase an die Oberfläche wabern, die zunächst von denen ganz unten erschnüffelt werden? 

weiter II.

Niekisch

30. Juli 2022 12:21

II.

Aus den 12 Thesen Dr. Sanders: "Versuch, die Krisen der Moderne mit...falschen Mitteln aufzuheben...Eine Verwerfung des Ganzen wird weder der Geschichte noch den Nachfolgeproblemen...gerecht. ..Als Experiment an sich selbst gescheitert..schon innen zerrissen und unterwühlt. Fundamentalismus als Bürgerkriegspartei..schloß sozialdarwinistisch zu viele aus..der verlängerte Bürgerkrieg heischte Blut...NSDAP als Träger der politischen Einheit ...blieb eine unreife Bewegung. Ein Teil setzte sich für das Ganze. Hitler ..war halbgenial..der Aufgabenfülle nicht gewachsen. Hätte die inneren Frieden wiederherstellen müssen. Hätte sich mit den Besiegten verbünden müssen"( Die Auflösung aller Dinge, S. 161- 168 )

Ja, was bleibt da noch? Vielleicht ist da wenig trotzdem einiges als Anreger.

"Ich bin ein Anhänger des Grundgesetzes, d.h. ich wünsche mir einen Nationalstaat mit einer freiheitlich demokratische Grundordnung."

@ kikl 30.7. 7:33: Auch ich wünsche mir den Nationalstaat mit fdGo. Realistisch sind in Zukunft aber nur noch quasireligiöse "Deutsche Überlebensgemeinschaften" im Meer der uns Fremden. Übersteigerungen wie im NS sind da nicht zu befürchten. 

 

 

 

heinrichbrueck

30. Juli 2022 13:43

Demokraten möchten die Macht teilen; Rassenmischung und Umvolkung inklusive. Neu in der Geschichte: Meinungsfreiheit und Gewaltenteilung, Religionsfreiheit etc. Es spielen die Herkunftsbedeutungen überhaupt keine Rolle mehr. Religion stand für Kollektivdenken, sie war keine Privatsache. Das Überlebensziel der eigenen Gruppe stand im Vordergrund, der sittliche Selbsterhaltungstrieb im eigenen Jagdrevier. Als die Gruppe angegriffen wurde, eine intelligente Gruppe muß intelligent angegriffen werden, mußte man sich etwas überlegen. Aus Redefreiheit wurde Meinungsfreiheit, aus Religion wurde Religionsfreiheit usw. Alles in der Form begründet, damit die Intelligenz nicht unterfordert wird, mitmacht, Hochmut schmeichelt dem Feind, auch wenn die Folgen anders ausfielen. Freiheit ist Mord, man wünscht sich keinen Selbstmord. 
Die "freiheitlich demokratische Grundordnung" ist eine pervertierte Toleranzpraxis unselbstständigen Denkens. Jagdfreiheit für alle, und das Alpha-Weibchen staunt, wenn die Folgen spürbar werden. In dieser Welt muß die Wahrheit sehr gut aufpassen, was sie als Toleranz definiert. 

Imagine

30. Juli 2022 21:34

In der AfD gibt es zwei Hauptströmungen, eine wirtschafts-/neoliberale und anti-sozialstaatliche und zum anderen eine „völkische“, die offen ist zum Rechtsextremismus.

Die „völkische“ Tendenz dominiert inzwischen die AfD, mehrere Führungspersonen der wirtschaftsliberalen Tendenz – angefangen mit Lucke über Petry und jetzt Meuthen - haben kapituliert und die AfD verlassen.

Die heutige „völkisch“-orientierte AfD und deren „Vorfeld-Organisationen“ sind inzwischen vom VS als rechtsextremistisch und verfassungsfeindlich klassifiziert worden.

„Rechts“ wird inzwischen mit „rechtsextremistisch“ gleichgesetzt.

Der Rechtsextremismus wird m.M.n. von über 90% der Bevölkerung abgelehnt.

Das ist die gegenwärtige Situation.

Es ist zutreffend, dass die marxistisch-antikapitalistische Linke weitgehend untergegangen ist, aber sie ist durchaus noch als gesellschaftskritische Position in den Intelligenzschichten repräsentiert.

Alle etablierten Parteien sind „Systemparteien“ und ihre Politik der Aufrechterhaltung der Wirtschaftskreisläufe richtet sich an den Interessen der Kapitaleigner aus. Das gilt auch für die ehemalige linken Parteien sowie die Gewerkschaften. Jedoch ist deren ökonomische Politik gegenüber den Lohnarbeitern bislang noch nicht so radikal und rücksichtslos wie jene rechte Politik von Reagan, Thatcher, Pinochet et al.

Imagine

30. Juli 2022 21:45

2/2

Gegen die Politik der etablierten Parteien bildeten sich unterschiedliche außerparlamentarische Oppositionsaktivitäten. Man denke an „Occupy“ als Reaktion auf die Lehman-Krise:„Wir zahlen nicht für eure Krise!“. Dann gegen die Migrationspolitik, gegen die Corona-Politik und nun gegen die Kriegseskalation durch Waffenlieferungen und Sanktionen.

Nicht nachvollziehen ist, wie Rechte wie z.B. B.K. zur Annahme kommen, dass durch die Politik von SPD und Linkspartei frustrierte Anhänger von Wagenknecht, Lafontaine, NDS etc. in Richtung nationale Rechte und AfD tendieren werden.

Das wird bis auf wenige Einzelfälle nicht geschehen. Zu tief ist die politische und kulturelle Inkompatibilität. Die AfD – wie die Rechten insgesamt - ist in der überwiegenden Mehrheit anti-sozialistisch und gegen den Sozialstaat, z.T. mit Tendenz zum kleinbürgerlichen Anarchismus.
 

Das zeigt sich jetzt bei der Politik des RN von Le Pen, welche Macron unterstützt.
„Die „Macroniten“ brauchen Leihstimmen aus anderen Fraktionen, um ihre Gesetzesvorhaben umsetzen zu können. Das erste Gesetzespaket Macrons, das den Franzosen unter anderem eine angebliche Steigerung ihrer Kaufkraft versprach, wurde diese Woche beschlossen. Der französische Präsident konnte dabei auf die Stimmen von Le Pens „Rassemblement National“ zählen.“ (NDS v. 28.7.22)
 
Überhaupt machen die Rechten einen Grundfehler im Verständnis herrschender Politik. Dazu später.

Venator

31. Juli 2022 00:13

@Imagine

Dauernd liest man von Ihnen, es wäre alles gesagt von Ihrer Seite, Sie hätten "die Rechten" jetzt lange genug beobachtet, die einfach unfähig sind, das brillante chinesische System zu verstehen und anzustreben....und trotzdem ständig neue Beiträge... Wie erklären Sie diese Diskrepanz?

Franz Bettinger

31. Juli 2022 00:55

@Imagine: Was verstehen Soziologen - wie Sie - unter völkisch? Es wäre schön, wenn gewisse Kreise hier nicht mit unklaren, aber eindeutig negativ besetzten Begriffen wie mit Erdnüssen um sich würfen, Trigger-Worten, die nur einem dienen: der Desavouierung und dem Framing unseres Klientels. - Nebenbei: Meine eigene Vorstellung von völkisch ist durchweg positiv konnotiert. Wen also wollen Sie verwirren. Die, die Sie triggern wollen, lesen nicht SiN.

Laurenz

31. Juli 2022 07:35

@Imagine

Gegen den Willen Macrons schafften RN & die vereinigte Linke die Gebühren für die französischen Staatssender ab. LePen forderte deren Privatisierung, welchem die Linke natürlich nicht zustimmte, weil da viele eigene Leute plötzlich was arbeiten müßten. Die Positionen Wagenknechts liegen nah bei der AfD, was Ihr ja auch von der eigenen Partei vorgeworfen wird. Es existiert aber keine altlinke Partei in Deutschland, welche die Positionen Wagenknechts vertreten würde. In der Not frißt der Teufel Fliegen.

Mit-Persil-gewaschener Nationalsozialismus

12 Sanders-Punkte erscheinen mir etwas viel. Die sogenannten Reichs-Rasse-Gesetze, welche in Israel, Japan & China quasi überlebten, sind doch nur vorgeschobenes Theater, seit bald 80 Jahren dieselbe langweilige Nummer, gähn. Entscheidend sind die Erfindung des BIPs, die Notenbank- & Wirtschaftspolitik, in letzterer die Politik die Wirtschaft dominiert. Der II. Weltkrieg war eigentlich dazu angedacht, die Ausbreitung dieses Wirtschaftssystems zu verhindern, ist aber damit entscheidend, absehbar vernichtend gescheitert.

Laurenz

31. Juli 2022 07:56

@Niekisch

Nur durch "Linke" ? Konnten wir ähnlich Verachtendes nicht auch hier schon lesen?

Die Motivation der Verachtung ist völlig unterschiedlich. Linke waren schon immer Neo-Feudalisten. Sozial links geborene Politiker, wie Schröder, Fischer oder Lafontaine, verließen in ihrem Leben grundsätzlich das Geburts-Milieu. Rechte Verachtung zeugt sich aus dem Opportunismus des Volkes, seiner Käuflichkeit. Die Volksanalyse ist in einem Ihnen bekannten Buch eines deutschen Reichskanzlers exakt formuliert.

@RMH

Die Regierung erhöht ja schon mal vorsorglich die Transferleistungen, um dem gegenzusteuern.

Die Inflation ist politisch gewünscht. Ihre Transferleistungen sind nur Luftballons, die man in den Medien knallen läßt. Selbst @Imagine läßt sich davon täuschen. Das zusätzliche Geld, was in die Sozialsysteme gepumpt wird, wird ausgegeben, heizt also die Inflation weiter an. Damit kommt man schon gar nicht gegen die selbst verursachte Inflation von Importgütern, wie Öl, Gas & Rohstoffe an, welche Deutschland weltweit am härtesten trifft. Im Winter wird auch die Frage beantwortet werden, wer seit 1970 unser wichtigster Verbündeter & Garant unseres Wohlstandes ist.

kikl

31. Juli 2022 08:28

"Korruption geht elegant und kaum anfechtbar, indem man Politikern (Steinbrück, Clinton…) horrende Summen (100.000) für einen 2 stündigen Popel- Vortrag bezahlt..."

Da haben Sie absolut Recht. Diese Korruption ist ein riesiges Problem, aber nicht nur in einer Marktwirtschaft sondern noch viel besser in sozialistischen Diktaturen und Oligarchien.

Das einzige, was der Korruption Einhalt gebieten kann, sind eine unabhängige Judikative und öffentlicher Druck durch kritische Medien. Beides gibt es - bis auf wenige marginalisierte Ausnahmen - in Deutschland nicht mehr.

Franz Bettinger

31. Juli 2022 08:35

Nur wenn wir ungeniert unbefangen & unbeeindruckt von Linkem Geschwafel und Grünem Maschinengewehrfeuer  das Wort Rechts wieder dorthin stellen, wo es vor der verdorbenen Zeit mal stand (nämlich neben die Begriffe richtig und rechtschaffen, wie es Frau Kositza, glaub ich, macht, womit sich mich einst eingefangen und überzeugt hat), werden wir auf lange Sicht aus der misslichen Lage herauskommen, in die man uns Rechte perfider Weise hineinmanövriert hat. Ich tue das übrigens konsequent (mit Witz und Erfolg) zur Verblüffung der zuhörenden Gesellschaft. Raus aus @imaginierten Wortgefängnissen!

Umlautkombinat

31. Juli 2022 10:05

"Nur wenn wir ungeniert unbefangen & unbeeindruckt von Linkem Geschwafel und Grünem Maschinengewehrfeuer  das Wort Rechts wieder dorthin stellen, wo es vor der verdorbenen Zeit mal stand"

Daran sehen Sie eigentlich nur um so deutlicher, wie weit weg das Ziel ist. Wenn man schon auf dieser Webseite erst einmal meint, die Leute dazu motivieren zu muessen - was meinen Sie, welche Qualitaet die Schwellen im Rest der Bevoelkerung haben? Und die sind wichtig - und zwar einzig wichtig - denn die Verwendung in der eigenen Blase zaehlt nicht. Dieses Attribut hat als Ausrichtungscharakterisierung inherent eine Abgrenzungseigenschaft - ganz objektiv, ohne jede ideologische und auch die diffamierende Verzerrung des 'mainstreams'. Das ist ja sein Sinn. Und als solches zeigt es seinen Wert nicht innerhalb eines Zirkels, sondern genau an den Grenzen - meinetwegen nenne man diese Frontlinien - seiner Auseinandersetzung mit anderen Werte- oder Unwertesystemen. Besteht es dort nicht oder wurde erfolgreich entwertet, muss man sich die Frage stellen, ob das irreversibel ist. Meine Antwort waere Ja. Damit waren neue Begriffe faellig, wenn man weitermachen will. Konsequenterweise wuerden die auch andere Themen einfangen. Denn o.g. Entwertung sind nicht einfach Ergebnisse des boesen mainstreams und der dahinter wirkenden Kraefte, sondern m.E. deutlich inherente Schwaechen des eigenen Werterahmens. Und dort kann man selbst etwas tun.

 

RMH

31. Juli 2022 10:13

@Laurenz,

Sie schreiben mal wieder deutlich an der in meinem Beitrag gestellten Hauptfrage vorbei, aber immerhin schreiben Sie was dazu, der Rest schweigt. Sie meinen, dass es im Herbst/Winter "knallt". Wer meinen Sie, geht im Herbst/Winter auf die Straßen, wo knallt es nach ihrer Meinung?

Deutsche, Ausländer/Mihigrus, beide zusammen, getrennt, nur eine der Gruppen, nur in sog. Brennpunktvierteln etc.?

Hat die Rechte ein Problem mit einem Schulterschluss mit den Kollegen aus anderen Ländern?

Die Linke hat es nicht, aber das beredte Schweigen auf dieser Plattform dazu sagt viel über eine etwaige Kampagnefähigkeit in anderen Gegenden als den Tälern der sächsischen Schweiz aus (und selbst dort wird bspw. die AfD bereits von den freien Sachsen abgelöst).

PS: Meine Meinung: Es wird nicht im Herbst Winter knallen, allenfalls mit Verzögerung im Jahr 2023. Und bis dahin hat die sog. Regierung durchaus Zeit, gegenzusteuern und die Repressionsapparate in Stellung zu bringen. Viele machen den Fehler, der Wohlstand und die Reserven in diesem Land zu unterschätzen. Max. 1/3 Betroffenen stehen locker 2/3 gegenüber, die zähneknirschend zahlen können bzw. bereits jetzt so investieren, dass es sie nicht so hart trifft, wie diejenigen, die kein Pulver haben.

Laurenz

31. Juli 2022 10:41

@Kikl

Wenn Banken, Vermögensverwaltungen, Konzerne, etc. Dozenten einladen, um reichen (also milliardenschwere) Kunden oder wichtigen Aktionären etwas an Information oder Bespaßung zu bieten, muß das schon irgendwer Spannenendes sein, sonst kommen die nicht. Die Dozenten aus der II. Reihe kosten so etwa 10-15k Euro, aus der ersten Reihe natürlich deutlich darüber. Ihre Aussage, 

Diese Korruption ist ein riesiges Problem, aber nicht nur in einer Marktwirtschaft sondern noch viel besser in sozialistischen Diktaturen & Oligarchien, 

die von Korruption spricht, ist in keiner Weise haltbar. Sie mutmaßen über etwas, was außerhalb Ihres Vorstellungsvermögens liegt. Schauen Sie Sich die Stundensätze der Topleute in der Wirtschaft an. Die gehen bei 500 Euro + los. Wollen Sie jemand aus dem Management der großen 4, liegen die Stundensätze bei über 1k Euro. Jetzt verstehen Sie vielleicht, warum ich immer mangelnde Verbindung der Rechten zum Kapital kritisiere. Schauen Sie mal hier, was dieser Mann, den die JF vorstellt, zu sagen hat.

https://jungefreiheit.de/kultur/medien/2022/dion-youtube/
https://youtu.be/NQeTyowRe8s

Maiordomus

31. Juli 2022 11:54

Für mich bleiben Analysen von @Imagine interessant und zumindest perspektivisch richtig. Wobei aber das objektiv Unvereinbare zwischen einer modernisierungsfähigen AfD-Rechten und der z.T. in der Linkspartei und zumal bei den Grünen versammelten Radikallinken weniger die Unfähigkeit zu einer jeweils gegenseitig kompatiblen praktisch-politischen Zielsetzung wäre als das nie zu unterschätzende Kulturelle. Wiewohl es in der DDR hartnäckige Jüngerleser gab, ich kannte einige prominente persönlich oder habe sie rezensiert. Dabei gibt es eine sozusagen physische Abneigung der Linken gegen die nationale Rechte, z.T. biografisch u. persönlich erklärbar, erst recht und noch mehr gegen die "gläubige" Rechte bis hin zu Abtreibungsgegnern. Dabei vermute ich, dass man mit chinesischen, russischen, ukrainischen und selbst ungarischen "Völkischen" eher zu einem "getrennt denken, vereint schlagen" gelangen würde als gegenüber den aus innerstem Herzen aufrichtig verhassten deutschen Rechten.

Niekisch

31. Juli 2022 13:16

@ Laurenz 31.7. 7:56: Antworten Sie doch bitte nur, wenn Sie dezidiert erwidern können. 

Imagine

31. Juli 2022 14:22

1/2

Der Grundfehler rechter Politik ist, dass sie eine völlig falsche Vorstellung der politischen und wirtschlichen Realitäten zugrunde legt.

Von der Verfassung her ist es so, dass die Gesetze für Deutschland im deutschen Parlament gemacht werden und die deutsche Politik von der gewählten deutschen Regierung bestimmt wird. Das ist der Verfassungsschein, wie er von Politik und Medien vermittelt und in den Schulen gelehrt wird.

Realität ist hingegen, dass Deutschland Teil eines Staatensystems ist, dessen Hegemon die USA sind. Sie sind das Machtzentrum dieses Empire und ihre Macht gründet sich auf das Militär, die Geheimdienste, die Medienmacht und auf die Herrschaft über die Währungen, auch als „Dollarimperialismus“ bezeichnet. Die USA sind das Zentrum dieses Empire, der Rest sind abhängige und unterworfene Staaten, auch als Vasallenstaaten, Kolonien, Bananenrepubliken etc. bezeichnet. Deren Regierungen sind in Prinzip Marionettenregierungen, die Ziele und Entscheidungen ausführen, die anderswo gefallen sind.

Natürlich ist diese Realität tabuiert, denn der Schein, dass das Volk über die Wahl von Personen und Parteien seine Politik bestimmen kann, muss aufrechterhalten werden, denn sonst würde das formaldemokratische System als Inszenierung erkannt werden und die Menschen würden nicht mehr zur Wahl gehen. Damit würde der demokratische und republikanische Schein des Systems kollabieren.

 

Imagine

31. Juli 2022 14:23

2/2

Natürlich merken immer mehr Menschen, dass die herrschende Politik nicht ihren Interessen entspricht, weder die Migrationspolitik, auch nicht bei der Corona-, Ukrainepolitik etc.
Beispiele wie Nordstream 2 zeigen, welche Interessen dort durchgesetzt werden. Ebenso der Ukrainekrieg, wo evident ist, wer von den Sanktionen profitiert.

Es ist politisch infantil zu glauben und eine Illusion, dass eine AfD-Regierung eine Politik für Deutschland und gegen die Interessen der USA machen könnte, weil hier die tatsächlichen Macht- und Abhängigkeitsverhältnisse ignoriert werden.

 

Umlautkombinat

31. Juli 2022 15:20

Hier muss ich Imagine beipflichten. Interessant sind folglich Machtverschiebungen oder zumindest Modifikationen ausserhalb von Deutschland beim Machthaber selbst. Hier einmal eine Meinung auf der Ebene des sichtbar Politischen in den USA. Und selbst da wird trotz starker Demokraten/Republikaner-Betrachtung angedeutet, wer noch mitspielt. Denn auch die USA wie alle mindestens westlichen Staaten haben ihnen gemeinsame Gegner auf supranationaler Ebene, die nicht mehr ihre engeren Staatsinteressen vertreten, sondern zunehmend offen dahingehende Konflikte austragen und verschaerfen.

Von derselben Seite eine Einschaetzung zu den Bauernprotesten und ihren Ursachen, die auch in dieses Muster passen.

Maiordomus

31. Juli 2022 16:05

@imagine. Immerhin konnte die Sozialistische Volksrepublik Vietnam das, was sie als ihre nationalen Interessen einschätzte, gegen den von Ihnen genannten und einigermassen gehassten Hegemon durchsetzen, obwohl auf dem Papier schwächer als zum Beispiel Deutschland und übrigens auch Israel, ein durchaus sozial-kapitalistisch orientierter Staat, der als Schwanz eher mit dem amerikanischen Hund wackelt als umgekehrt. Es kommt nun mal immer auf die geistige Entschlossenheit an. Dieselbe war in der Tat bei Israel nie zu unterschätzen, freilich auf der Basis eines bedingungslos guten Gewissens und selbstverständlicher Überzeugung, dass die eigenen nationalen Interessen jedes oder im Rahmen einer noch bestimmten Proportionalität fast jedes Menschenopfer wert sind, weil man ein für allemal nicht mehr zu den Verlierern der Geschichte zählen will. 

Maiordomus

31. Juli 2022 16:21

PS. Zum amerikanischen "Hegemon". Der Vietnamkrieg ist wohl doch nur deshalb so ausgegangen, wie wir es zur Kenntnis nehmen mussten, weil über die deklarierten Parteien des Kalten Krieges hinaus sowohl die Linken im Westen, Amerika inbegriffen, sowie alle einigermassen nicht dummen, politisch aufklärungsfähigen Pazifisten selbstverständlich den Sieg des Vietcong wünschten und den selben als Erfüllung eines eigenen grossen Herzens- und Hasswunsches natürlich begrüssten. Ehrlich gesagt müssten auch die Kritiker des Ukraine-Krieges, die sog. Kriegsgegner im Westen, ehrlich zugeben, dass sie mit einem Sieg Russlands einschliesslich seiner Landgewinne relativ zufriedener leben würden als mit einer Ukraine, die nach Westen driftet unter Anerkennung eben des von @imagine genannten Hegemons, dem sie sich letztlich lieber unterwerfen als den möglicherweise usurpatorischen Repräsentanten des alten heiligen autokratischen Russland einerseits bzw. sowjetnostalgischer Machtpolitik andererseits. Bei jeder dieser Varianten spielen unterdessen sog. (kapitalistische) Oligarchen eine nicht geringe Rolle, was @imagine vermutlich nicht leicht in Abrede stellen wird. Am Ende geht es um die Frage nach dem geringeren Übel, ob aus der Sicht der hier Debattierenden, oder überhaupt aller, welche versuchen, die Konstellation dieses Krieges ehrlich einzuschätzen. 

Maiordomus

31. Juli 2022 16:48

Zu meinen obigen Ausführungen: Ich bin weit davon entfernt, den Schwarzen Peter des Menschheitsfeindes anstelle des für Gutmenschen zulässigen Antifaschismus z.B. an Israel weiterzugeben; und trotz Desillusionierung über die Vereinigten Staaten von Amerika, als deren Verkünder man Tocqueville längst hätte wahrnehmen können, eignen sich die U.S.A. ihrerseits nicht zum Menschheitsteufel. Die Hintergründe sehe ich  weder marxistisch noch gemäss einer anderen säkularen bzw. nichtsäkularen Religion als eher gemäss "Masse und Macht" von Canetti, auch im Geist von Nietzsches tiefsinniger Dante-Deutung, die man keineswegs katholisch missverstehen sollte. Anstelle der frömmlerisch-hypokritischen dantesken Aufschrift beim Höllentor "Auch mich schuf die Ewige Liebe!" deutete der ehemalige Porta-Schüler den um das Geheimnis des Bösen kreisenden Befund: "Auch mich schuf der Ewige Hass!" Denselben kann man natürlich mit blosser Zensur gegen den zu denunzierenden "Hate-Speech" nicht aus der Welt schaffen, im Gegenteil. Das Böse bleibt ein Menschheitsrätsel, mit dem zu leben und proportional umzugehen wir lernen müssen.   

Allnichts

31. Juli 2022 16:58

1/2

RMH:

Ich gehe nicht davon aus, dass es im Herbst wirklich "knallt", wobei das erst einmal zu definieren wäre. Was auch immer da kommen mag, wird sehr vieles auf- und durcheinanderwirbeln, es wird auch anhaltend sein, aber wir werden nach dem Herbst und Winter nicht in einem völlig anderen Land leben. Vielmehr vermute ich eine weitere und heftige Eskalationsstufe einer noch für Jahre anhaltenden, sich trotz mancher auch ruhigerer Zeiten nach und nach immer weiter verschärfenden Krise mit schwer einschätzbarem konkreten Verlauf, offenem Ausgang, vielen Chancen gerade auch für die politische Rechte, die es in normaleren Zeiten nicht gibt, und allgemein einer (Teil-)Infragestellung des "Systems" durch unterschiedliche, mitunter auch eher elitennahe Gruppen. Neuordnung, wenigstens teilweise.

Sie haben auch Recht damit, dass "das System" vieles versuchen wird und schon versucht, um die Schwierigkeiten abzufedern, es ist allerdings fraglich, wie lange es das kann, denn die Krise wird sich weiterhin verschärfen, die genannten Maßnahmen könnten nach anfänglichem Erfolg beim Abfederungsversuch mittelfristig sogar dazu beitragen. Wir haben eben keine Gas-, Ukraine-, Lieferengpass- oder Inflationskrise, wir haben eine Krise.

Allnichts

31. Juli 2022 17:05

2/2

Sie sprachen letztens die rechte Sehnsucht nach einer reinigenden Katastrophe an, welche sich regelmässig zeigt, und es stimmt, die gibt es. Es gibt allerdings auch objektive Daten und Fakten, anhand derer sich erkennen lässt, dass etwas Schwerwiegendes in Gang gekommen ist, das nicht mehr einfach aufzuhalten ist. Nicht nur die Rechte sieht die grosse Krise gekommen.

Zur Ausländerthematik: Im Prinzip eine interessante Sache, aber auch eine, die sich in der Wirklichkeit wohl nur selten irgendwie zeigen wird. Vermutlich werden schon viele der einzelnen Ausländergruppen von sich aus die Zusammenarbeit verweigern und sich eher an die Linke, vielleicht sogar die Union halten, eigene Veranstaltungen auf die Beine stellen oder wesensgemäß den weniger demokratischen Weg der Randale wählen. Bei allgemeinen Grossdemonstrationen dürfte und würde, soweit möglich, wohl ohnehin jeder mitmarschieren, ansonsten lägen die Schwerpunkte rechter Demonstrationen dort, wo es einen eher geringen Ausländeranteil gibt. Und ob irgendwo auf eigenen Veranstaltungen auch mal ein Pole oder Russe mitläuft oder nicht, ist doch völlig nebensächlich.

Allnichts

31. Juli 2022 17:17

Zusatz:

Sollten Teile der AfD, zu vermuten im Westen, damit anfangen, in grossem Ausmaß auch Ausländer, vor allem Nichteuropäer, zu adressieren, kann die Partei als AfD gleich ganz einpacken, endgültige Spaltung nicht ausgeschlossen. Sie ist durch die sogenannte Flüchtlingskrise wirklich gross geworden und würde einen grossen Teil ihrer Wähler verlieren. Warum eigentlich nicht, wenn dadurch Parteien und allgemein Gruppieren profitierten, die mehr als nur semi-alternativen Patriotismus vertreten.

Das ist vom jetzigen Kenntnisstand aus natürlich sehr ins Ungewisse hineingeraten, aber wahrscheinlich nicht ganz unrealistisch.

Inzwischen kam übrigens eine weitere Folge des Stein-Kaiser-Podcasts heraus, wiederum sehr gelungen. Das sollte unbedingt so beibehalten werden.

Laurenz

31. Juli 2022 17:42

@RMH @L. (1)

Sie schreiben mal wieder deutlich an der in meinem Beitrag gestellten Hauptfrage vorbei.

Wir, beide, verfügen eben über unterschiedliche Ansichten, was in Ihrem Beitrag die Hauptfrage ist. Nach meiner Sicht, ist meine Bewertung bezüglich Ihrer Hauptfrage die schlüssigere. Wenn jemand der Meinung wäre, Ihre wilden Spekulationen über die zu erwartenden Reaktionen unterschiedlicher Ethnien in Deutschland wären einer Debatte würdig, dann hätte irgendwer dazu was geschrieben. Es werden diejenigen auf die Straße gehen, die zuerst von Versorgungsengpässen betroffen sein werden. Wer das sein wird, weiß noch nicht mal das Wirtschaftsministerium.   https://www.tichyseinblick.de/meinungen/das-bundeswirtschaftsministerium-geht-kopf-und-planlos-in-den-gasnotstand/

Laurenz

31. Juli 2022 17:51

@RMH @L. (2)

Wenn wir die Richtigkeit Ihrer Prognose ausgehen würden, muß es etwas geben, was man teuer zu überhöhten Preisen erwerben kann. Wie Sie sehen, kann das in diesem Land aber schon keiner mehr beurteilen. Deswegen reagiert der Bürger, aber nur, um das Problem zu verlagern. https://www.focus.de/finanzen/news/stresstest-soll-klarheit-bringen-heizluefter-boomen-welche-probleme-die-gas-alternative-im-winter-bereiten-kann_id_123166613.html

https://www.merkur.de/politik/gas-krise-merz-habeck-cdu-atomkraft-strom-waerme-deutschland-gruene-91670015.html

Warum muß die Bundesregierung Energiekonzerne stützen? Weil diese die erhöhten Importkosten nicht direkt an den Endverbraucher weitergeben können. Dasselbe wird sich mit Verzögerung für Strompreise abzeichnen. Hatte Ihnen die aktuellen Heizkosten meiner Mutter als Eigenheimbesitzerin gepostet. Die Kosten haben sich fast verdreifacht. Das wird allen so gehen. Und was Ihre Migranten angeht, lesen Sie bitte diesen Artikel https://www.tagesschau.de/investigativ/monitor/seenotrettung-libyen-kuestenwache-101.html

kikl

31. Juli 2022 18:01

@Laurenz

"Schauen Sie Sich die Stundensätze der Topleute in der Wirtschaft an. Die gehen bei 500 Euro + los."

Das stimmt, aber für einen 2 stündigen Vortrag kommen Sie da auf 1000 € nicht 15000 € und erstellt wird der Vortrag eh von der Hilfskraft, die die Hälfte kassiert, und nicht vom Vortragenden, ansonsten wäre der Vortragende keine Spitzenkraft.

Schließlich sind die Scholzes und Baerbocks keine Topleute sondern ziemliche Flaschen. Trotzdem kassieren sie diese Kohle. Wer diesen Leuten 15000 € für ihr Gesülze bezahlt, der tut es nicht, weil er erwartet, von ihnen erleuchtet zu werden.

RMH

31. Juli 2022 21:18

@Laurenz,

Sie spekulieren seit langem wild und ziehen sich regelmäßig an Phantasien über kommende Aufstände hoch - ich frage nur mal höflich nach, bei wem in unserer bunten Gesellschaft dann wohl zuerst der Korken aus der Flasche knallen wird, denn das ist von einem nationalen Standpunkt aus betrachtet nicht gerade unwesentlich. Im Übrigen habe ich oben geschrieben, dass ich gerade nicht davon ausgehe, dass es so schnell los gehen wird, wie hier alle schon so schön planen.

Imagine

31. Juli 2022 22:33

Die meisten Rechten nicht wissen nicht, dass es auch eine linke Kritik am Sozialstaat gibt.

Der Sozialstaat wurde bekanntlich von oben – durch die Kaiserliche Botschaft - eingeführt, um den sozialen Frieden zu erhalten.

Das ist auch der Grund, weshalb das Establishment den von den wirtschaftsliberalen Rechten geforderten Sozialstaatsabbau nicht vornimmt.

Die linke Kritik am Sozialstaat ist, dass er an der Verteilung des gesellschaftlichen Reichtumd zugunsten der Kapitalisten nichts ändert, während diejenigen, die den gesellschaftlichen Reichtum erarbeiten, also die arbeitende Bevölkerung, zu kurz kommt.

Beim Sozialstaat geht es nicht um Verteilung, sondern nur um Umverteilung vermittels des Staates und seiner Steuereinnahmen an die Verlierer und ans Prekariat, während die Mitte keine Sozialleistungen vom Sozialstaat erhält, jedoch diesen mit ihren Steuerzahlungen finanzieren muss.

Die Merkel-CDU betonte ständig, dass sie ein Politik für die Mitte mache, aber den Sozialstaat und die Steuerlast für die Mitte – verstärkt durch die „kalte Progression“ – reduzierten sie nicht.

Völlig klar, denn der Sozialstaat ist für das Establishment ein effektives Herrschaftsmittel und erhält den sozialen Frieden.

Laurenz

1. August 2022 07:39

@Redaktion

Sie sind also der Meinung, ich hätte diesen persönlichen Angriff verdient, der ohne jegliche Begründung stattfindet &, wie wohl auch der Beitrag, im Vollrausch Niekischs verfaßt wurde. Und weil Ihnen das klar ist, meinen Sie, Niekisch schützen zu müssen? Halten wir fest, ich bin einer der wenigen, die ihre Beiträge überhaupt belegen. Ich kann ja 3 Ave Maria beten, wenn mein Beitrag dann durchgeht.

@Laurenz 31.7. 7:56: Antworten Sie doch bitte nur, wenn Sie dezidiert erwidern können. 

Kositza: Gut, angenommen. Aber auch wirklich die drei Ave Maria beten (gelogen wird hier bitte nicht), ich erhöhe flankierend.
Als jemand, der sehr gern austeilt, sollten Sie doch den vlt. strengen, aber nicht untergürtellinigen Anwurf Niekischs gut aushalten können. Aber nein, "zusch", Sie müssen gleich "Vollrausch" attestieren.
Nebenbei: "Dezidiert erwidern" ist nicht gleichbedeutend mit "belegen".

Imagine

1. August 2022 13:44

1/2

@Franz Bettinger  31. Juli 2022 00:55
„Meine eigene Vorstellung von völkisch ist durchweg positiv konnotiert. Wen also wollen Sie verwirren. Die, die Sie triggern wollen, lesen nicht SiN.“

Der Witz ist doch, dass Begriffe je nach sozialem Kontext unterschiedliche Bedeutungen haben und affektiv anders besetzt sind. Heute umso mehr als früher, weil politische und kulturelle Milieus zu selbstreferentiellen und sektenähnlichen Kontexten geworden sind, die sich jeweils für „die Guten“ und die anderen für „die Bösen“ halten..

Früher war es ein Zeichen von Intelligenz und Bildung, eine klare begriffliche Differenzierung vornehmen zu können. Heute vermischt und verdreht sich alles. So zwischen konservativ und reaktionär oder zwischen völkisch und patriotisch.

Tatsächlich ist reaktionär nicht konservativ und völkisch nicht patriotisch. Ehemalige Rechtsparteien bezeichnen sich nicht mehr als rechts und wollen nichts mehr mit den nationalen Rechten zu tun haben. Ehemalige Linksparteien sind zu Gegnern traditioneller linker Politik geworden.

Es ist zutreffend, wenn wie @Maiordomus (31. Juli - 11:54) schreibt, dass „es eine sozusagen physische Abneigung der Linken gegen die nationale Rechte, z.T. biografisch u. persönlich erklärbar, erst recht und noch mehr gegen die "gläubige" Rechte bis hin zu Abtreibungsgegnern“ gibt.

Imagine

1. August 2022 13:49

2/2

Die Linken wissen, was passiert, wenn Politiker wie eine Thatcher („Ding Dong! The Witch Is Dead“) oder ein Pinochet an die Macht kommen. Dann wird verfolgt, gefoltert und gemordet, mal verdeckter, mal offener. Und die Linken sind die Opfer. Die Linken erkennen die Rechtsextremisten, auch wenn diese sich wie der Wolf beim Rotkäppchen verkleiden und verstellen.

Das rechte Milieu in der und um die AfD sollte einmal historisch aufarbeiten, warum CDU/CSU und FDP nichts mehr mit den Rechten zu tun haben wollen, obgleich frühere Führungspersönlichkeiten wie F. J. Strauß et al. offen und eindeutig rechts positioniert waren.

Und dies in Beziehung setzen zur politischen Realität, wo deutsche Regierungen im Prinzip Marionettenregierungen sind, die Ziele und Entscheidungen ausführen, die von den herrschenden Machtgruppen im Empire bestimmt werden.

Diese Machtgruppen haben ihre Politik gegenüber Deutschland und Europa geändert und die ins Amt gebrachten Politfiguren und Regierungen machen den Pudel.

Die Frage ist, warum sich das AfD-Milieu so ausgrenzen lässt und die Rolle des Außenseiters und politischen Prügelknaben akzeptiert?
 

Laurenz

1. August 2022 21:30

@RMH @L.

Wenn Sie meine Beiträge genau gelesen hätten, so hätten Sie wahrgenommen, daß ich mich mit Prognosen weitestgehend zurückhalten habe. Mit finanzpolitischen Maßgaben, das war ja meine Teil-Kritik an Ihrem Beitrag, kann man recht gut Prognosen entwerfen. Alles andere, was gesellschaftliche Strömungen angeht, wird das wesentlich schwieriger. Sie sehen doch am DF-Artikel, daß DF sich im wesentlichen nur auf Zahlen verläßt, welche für ihn öffentlich verfügbar sind. Wenn ich schreibe, daß alle diejenigen, die sich verdreifachte Heizkosten leisten können, mit dem Allerwertesten, wie gehabt, auf dem Sofa bleiben, gilt das solange, wie es etwas für den 3- oder 5-fachen Preis zu kaufen gibt. Es geht immer nur um materielle Betroffenheit, nie um Argumente.

@Imagine @Franz Bettinger

Für jeden hier sind altlinke Positionen oder öffentliche Sozialkritik zugänglich. Die werden in der Regel auch von der SiN-Redaktion durchgelassen. Sie selbst lesen nur zu schlecht entsprechende Beiträge. https://www.nachdenkseiten.de/ oder https://www.heise.de/tp/

Laurenz

1. August 2022 21:44

@EK (1)

Also ich habe jetzt seit mindestens 45 Jahren das I. Mal wieder 3 Ave Maria gebetet, mit gefalteten Händen. Denn ich lüge nicht, zumindest bewußt nicht. Ich hatte mir noch überlegt, ob ich jedesmal dazwischen mit einem Kaffeelöffel, der Liturgie entsprechend, 3x gegen ein Glas klingeln sollte, sagte mir dann aber, daß Sie das nicht von mir erwarten würden. Nochmal für alle Sünder hier: 

Gegrüßet seist du, Maria, voll der Gnade.
Der Herr ist mit dir.
Du bist gebenedeit unter den Frauen,
und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes, Jesus.

Heilige Maria, Mutter Gottes, bitte für uns Sünder,
jetzt und in der Stunde unseres Todes.

Amen.

Das mit dem Vollrausch haben Sie mißverstanden, der war der Höflichkeit geschuldet. Auch im juristischen Sinne entschuldigt ein Vollrausch (nicht zurechnungsfähig) für vieles.

Dezidiert oder belegt?

Wenn Niekisch sich auf Artikel oder das Forum bezieht, dürfen wir Leser erwarten, daß Er Roß & Reiter benennt, uns also nicht im Trüben fischen läßt. Letzteres ist extrem unhöflich, weil Zeitverschwendung vieler.

Kositza: Wau! Sehr schön. Ich schalte gleich den Rechner aus und lege nach. Beten hilft auch, wenn man (noch) nicht glaubt.

Umlautkombinat

1. August 2022 22:31

Da das hier nicht aufhoert, jetzt doch einmal an die Damen und Herren Hobbygermanisten:

dezidiert vs. dediziert

 

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