Nachbetrachtungen zur “Drag Queen Story Hour”

Noch ein paar Worte zur "Drag Queen Story Hour" in Wien und die Demo dagegen am 16. April.

Martin Lichtmesz

Martin Lichtmesz ist freier Publizist und Übersetzer.

Eine Manö­ver­kri­tik von Mar­tin Sell­ner kann man sich auf Tele­gram anhö­ren: hier.

Auf der Minus­sei­te gab’s dem­nach zu gerin­ge Betei­li­gung und ein paar Schön­heits­feh­ler in der “Optik” (Idio­ten und Maul­wür­fe las­sen sich lei­der nur schwer aus­sor­tie­ren). Die lin­ken Gegen­de­mons­tran­ten waren deut­lich mehr und bes­ser orga­ni­siert: Wäh­rend die rech­te Demo stel­len­wei­se ein wenig in der Luft hing, und die Teil­neh­mer außer rum­ste­hen wenig tun konn­ten, wur­de auf der ande­ren Sei­te ein­fach Dau­er­par­ty gefeiert.

Ich sel­ber bin der Mei­nung, daß es bes­ser gewe­sen wäre, das patrio­ti­sche Ele­ment nicht so dick auf­zu­tra­gen und als Mes­sa­ge mit­zu­ser­vie­ren. Es geht schließ­lich dar­um, die Nor­ma­los zu errei­chen, und für die ist eher abschre­ckend, was zu sehr nach Natio­na­lis­mus riecht.

Sie bekom­men dadurch eine zu gro­ße men­ta­le Hür­de in den Weg gestellt, denn für vie­le von ihnen ist es schon Tabu­bruch genug, über­haupt die LGBTQ-Agen­da oder auch nur Tei­le davon in Fra­ge zu stel­len. Was bei den Coro­na­de­mos aus ver­schie­de­ne­nen Grün­den funk­tio­niert hat (wie die sinn­fäl­li­ge Benut­zung der rot-weiß-roten Fah­ne), ist bei die­sem The­ma noch nicht mehrheitsfähig.

Es gab drei Kund­ge­bun­gen unter dem Mot­to “Drag is not a crime”, die die “Sto­ry Hour” als Zusam­men­tref­fen von “Eltern und Betreuer*innen” fram­ten, “um mit ihren Kin­dern (…) den Wert von Viel­falt, Inklu­si­on, Reprä­sen­ta­ti­on, Selbst­lie­be, Akzep­tanz und Mei­nungs­frei­heit zu ler­nen”, die Demo hin­ge­gen als “Angriff auf die künst­le­ri­sche Frei­heit” brandmarkten.

Der Slo­gan wur­de offen­bar als Stroh­mann gewählt, um vom Inhalt der Kri­tik abzu­len­ken. Ich stim­me zu, daß “Drag kein Ver­bre­chen ist”. Es geht aber nicht um “Drag” an sich, son­dern um Drag in einem Kon­text, dem klei­ne Kin­der mit der Que­er-Ideo­lo­gie indok­tri­niert wer­den sol­len, mit dem lang­fris­ti­gen Ziel, die Front gegen das zu stär­ken, was Links­extre­mis­ten als “wei­ße, cis-hete­ro­nor­ma­ti­ve, patri­ar­cha­le Zustän­de” nen­nen.

Wie üblich, haben Anti­fas ver­sucht, rech­te Demo­teil­neh­mer tät­lich anzu­grei­fen. Sie ver­hiel­ten sich so aggres­siv, daß die Poli­zei inter­ve­nie­ren muß­te. In der Kro­nen-Zei­tung liest sich das ver­ne­belt so:

Die Stim­mung vor Ort prä­sen­tier­te sich jeden­falls auf­ge­heizt. Auf­sei­ten der Gegen-Demo gab es zumin­dest eine Amts­hand­lung, bestä­tig­te die Poli­zei. Nach­dem ein Teil­neh­mer den Hit­ler­gruß gezeigt hat­te, wur­de die­ser nach dem Ver­bots­ge­setz ange­zeigt. Im Zuge des fol­gen­den Demom­ar­sches am Ring droh­te die Situa­ti­on zu kip­pen, auch Pfef­fer­spray dürf­te zum Ein­satz gekom­men sein, die Exe­ku­ti­ve konn­te die bei­den Lager aber in wei­te­rer Fol­ge auf Abstand hal­ten und trennen.

Daß da einer tat­säch­lich einen “Hit­ler­gruß” gemacht hät­te, ist aus­ge­spro­chen unwahr­schein­lich (Fotos die­ser Art las­sen sich bekannt­lich schnell schie­ßen). Um die Far­ce zu ver­voll­stän­di­gen, wur­de schließ­lich auch noch ein Trans­ves­tit aus der “Tür­kis Lila Vil­la” ange­zeigt, der auf einem Foto ähn­lich ver­däch­tig die Hand hebt (viel­leicht nur zufäl­lig, viel­leicht mit Absicht, um sich über die Demons­tran­ten lus­tig zu machen), eine Tat­sa­che, die z. B. von den Salz­bur­ger Nach­rich­ten ver­schwie­gen wur­de, als sie schrie­ben, es sei­en “zwei Per­so­nen nach dem Ver­bots­ge­setz ange­zeigt wor­den, nach­dem sie den Hit­ler­gruß gezeigt hat­ten”.  Haupt­sa­che, es bleibt wie­der irgend­was hän­gen, das mit “Hit­ler” asso­zi­iert wer­den kann.

 

 

Sell­ner hat auf sei­nem Kanal auch Fotos von zwei Lebe­we­sen ver­öf­fent­licht, die aus den Fens­tern der Vil­la lug­ten, dar­un­ter jenes, das eben­falls eine Ver­bots­ge­setz-Anzei­ge erhal­ten hat. Sie wir­ken wie Hor­ror-Clowns aus einem alten Slas­her­film. Einer von ihnen hielt ein Kind hoch und lehn­te es ein Stück weit aus dem offe­nen Fens­ter. Für Sell­ner wirk­te das so, als ob es höh­nisch als “Tro­phäe” prä­sen­tiert wer­den soll­te. Viel­leicht wur­de es auch nur hoch­ge­ho­ben, damit es den Zir­kus auf der Stra­ße sehen kann. Ein Geschmäck­le hat die Sze­ne so oder so.

Auf die Plus­sei­te rech­net Sell­ner vor allem, daß die Medi­en durch die kol­li­die­ren­den Demos mehr oder weni­ger gezwun­gen waren, über die Ver­an­stal­tung zu berich­ten, sodaß die größ­ten­teils ahnungs- und teil­nahms­lo­se Bevöl­ke­rung zumin­dest ansatz­wei­se über die jüngs­ten Vor­stö­ße der Regen­bo­gen­sze­ne infor­miert wur­de. Wäh­rend die Berich­te sel­ber weit­ge­hend unkri­tisch gegen­über der “Drag Stour Hour” aus­fie­len, äußer­te sich die Vox Popu­li in den Kom­men­tar­spal­ten über­wie­gend negativ.

Wer will, kann das etwa hier (heute.at) oder hier (Kurier) stu­die­ren. Sogar unter den Stan­dard-Kom­men­ta­to­ren herrscht Unei­nig­keit. Was dort von der Pro-Drag-Frak­ti­on abge­son­dert wird, ist indes von einer erschüt­tern­den Dumm­heit und Nai­vi­tät. Vie­les davon ist gewiß nur gedan­ken­lo­ses Sprei­zen von mora­li­schen Pfau­en­fe­dern. Ein paar exem­pla­ri­sche Kostproben:

Der gan­ze Auf­stand ist der­ma­ßen was von lächer­lich, was tun alle Kin­der ger­ne ? Sich ver­klei­den ! Da sit­zen also ver­klei­de­te Erwach­se­ne und lesen etwas vor. All das was bei gewis­sen Men­schen sich da ver­que­res im Kopf abspie­len mag, juckt die Kin­der nicht.

Den Kin­dern wird nicht les­bisch oder schwul sein ver­mit­telt, son­dern ganz all­ge­mein, dass es ok ist, anders zu sein. Also zB das auch das sg. häss­li­che Ent­lein in Wirk­lich­keit nicht häss­lich ist, son­dern ein­fach nur anders. Das soll das Selbst­be­wusst­sein stär­ken. Und vor­ge­tra­gen wird es eben von einem Men­schen, der auch anders ist, ein­fach bunt. Das macht die Kin­der neu­gie­rig und sie lie­ben bun­te Figu­ren. Das ist es aber auch schon, von gleich­ge­schlecht­li­cher Lie­be ist dort kei­ne Rede. Also: Was bit­te soll dar­an ver­kehrt sein? Der Rest ist künst­li­che rechts­extre­me Hetze.

Also mein Sohn war mit sei­ner (kon­fes­sio­nel­len) Volks­schu­le bei einer sol­chen Lesung (und hat sie gemocht). Wenn nicht ein­mal christ­li­che Insti­tu­tio­nen die nicht gera­de für ihre Libe­ra­li­tät berühm sind damit ein Pro­blem haben – son­dern sowas aktiv för­dern, fra­ge ich mich schon wel­chen Wahn­sinns fet­te Beu­te die­se Leu­te dort sind…

Wie arm­se­lig muss man sein um gegen eine Kin­der­buch­le­sung zu demons­trie­ren? Eigent­lich wür­de mir der rech­te Mob ja leid tun, wenn er nicht stän­dig selbst soviel sinn­lo­ses Leid ver­ur­sa­chen würde.

Von ähn­li­chem Geis­te beseelt war ein oe24-Repor­ter, der sich zu sei­nem Unglück auf eine Dis­kus­si­on mit Mar­tin Sell­ner ein­ge­las­sen hat, die von einem Demo­teil­neh­mer mit­ge­filmt wur­de. Sei­ne “Argu­men­ta­ti­on” beweg­te sich etwa auf die­sem Niveau:

War­um dür­fen Kin­der­bü­cher nicht von Tran­sen vor­ge­le­sen wer­den? Sie kom­men immer mit Ihrer glei­chen Angst­ma­che und irgend­wel­chen Spe­zi­al­fäl­len, die Sie sich aus den Fin­gern saugen!

Der Repor­ter lach­te höh­nisch, als Sell­ner auf die Details von “Tran­si­tio­nings” auch von Min­der­jäh­ri­gen ein­ging, eine Pra­xis, die in den USA bereits zu einer lukra­ti­ven Indus­trie her­an­ge­wach­sen ist.

Sell­ner: Und wenn ein jun­ges, vier­zehn­jäh­ri­ges Mäd­chen sagt, ich will mir jetzt die Haa­re schwarz fär­ben, OK, nicht so schlimm, das kann man rück­gän­gig machen. Ich will ein Tat­too haben, auch nicht so schlimm, kann man weg­la­sern, aber wenn das Mäd­chen sagt, ich will mir die Brüs­te abschnei­den las­sen, die Eier­stö­cke raus­neh­men, Hor­mon­blo­cker neh­men, das ist absurd und pervers.

Repor­ter: Aber da spre­chen Sie dem Mäd­chen ja das Recht dar­auf ab, selbst zu entscheiden.

Sell­ner: Ja!

Akti­vist (mischt sich ein): Das Mäd­chen darf in die­sem Alter noch nicht ein­mal wählen.

Sell­ner: Exakt! Darf noch kei­nen Alko­hol trin­ken, aber Sie sagen, die­se Kin­der sol­len gefähr­li­che Hor­mon­blo­cker nehmen…

Repor­ter: Moment! Ich habe nicht gesagt, daß Kin­der unter acht­zehn Jah­ren sich umope­rie­ren las­sen sol­len, daß sie Hor­mon­prä­pa­ra­te neh­men s o l l e n, das hab ich nie gesagt… aber wenn ein Kind das unbe­dingt will und das mit sei­nen Kin­dern abge­spro­chen ist, dann muß das OK sein.

Sell­ner: Nein, das ist nicht OK.

Repor­ter: War­um nicht?

Sell­ner: Schau­en Sie mal, ich hab ein Kind, ein vier­zehn­jäh­ri­ger Sohn, und der glaubt, sein lin­ker Arm ist von Ali­ens ein­ge­setzt wor­den, und jetzt wird sein lin­ker Arm abge­nom­men. Kein Pro­blem! Ich habe mit mei­nem Sohn abge­spro­chen, daß sein lin­ker Arm abge­nom­men wird. Wür­den Sie sagen, das ist in Ordnung?

Repor­ter: Es ist so absurd.

Sell­ner: Absurd? Ein Arm ist etwas ganz ande­res als ein Penis? Oder eine Brust? Ein Riesenunterschied?

Repor­ter: Ja…

Akti­vist: Sie sind gehirngewaschen!

Repor­ter: Ja, ich bin gehirn­ge­wa­schen, genau… ich bin nur der Mei­nung, daß jeder Mensch die Chan­ce haben soll­te, alles mög­li­che anzie­hen zu dür­fen und sexu­ell frei sein zu dür­fen, und Sie wol­len alles verbieten.

Ange­sichts der­art ein­fäl­ti­ger und ver­ant­wor­tungs­lo­ser Figu­ren in der Pres­se, wun­dert es kaum mehr, war­um grell auf­ge­ta­kel­te schwu­le Män­ner und ande­re Regen­bo­gen­we­sen, die sich zuneh­mend in kin­der­päd­ago­gi­schen Kon­tex­ten breit­ma­chen in unse­ren Medi­en kaum the­ma­ti­siert oder kri­ti­siert oder debat­tiert wer­den (im Gegen­satz zu wei­ßen Musi­kern, die Dre­ad­locks tra­gen, oder tan­zen­den Omis, die sich als Mexi­ka­ner ver­klei­den.)

 

Statt­des­sen geht man wie selbst­ver­ständ­lich davon aus, daß kei­ne Dis­kus­sio­nen mehr nötig sind. Die Regen­bo­gen­men­schen genie­ßen de fac­to Nar­ren­frei­heit. Sie dür­fen prak­tisch alles tun und sind immer im Recht, eben weil sie Regen­bo­gen­men­schen sind, eine sakro­sank­te Klas­se in der Hier­ar­chie des herr­schen­den Über­baus. Das hin­dert sie nicht dar­an, unun­ter­bro­chen und laut­stark über Dis­kri­mi­nie­rung, Homo- und Trans­pho­bie zu kla­gen und sol­cher­ma­ßen ihr Dasein und ihre Agen­da mit einer poli­tisch nütz­li­chen Opfer­au­ra zu vergolden.

Ich gehe davon aus, daß die Mehr­heit der Eltern in Öster­reich kei­nen Gefal­len an der­ar­ti­gen Ver­an­stal­tun­gen hat und ihr Kind eher nicht dort hin­schlep­pen wür­de. Die meis­ten sind jedoch außer­stan­de, sich zu weh­ren oder auch nur die Signi­fi­kanz die­ser Ent­wick­lun­gen klar zu sehen, weil ihre Hir­ne mit geis­ti­ger Zucker­wat­te ver­stopft sind. Auch die Furcht vor sozia­len Sank­tio­nen spielt wohl eine erheb­li­che Rolle.

Noch ist der Besuch bei der Drag Sto­ry Hour frei­wil­lig, aber es ist durch­aus vor­stell­bar, daß die­ses Gen­re nach Durch­lau­fen einer Nor­ma­li­sie­rungs- und Gewöh­nungs­pha­se eines Tages auch Ein­zug in Kin­der­gär­ten und Schu­len erhal­ten könn­te. Dann ist es aber zu spät, und wer sich nicht bereits jetzt wehrt, weil es ihn noch nicht direkt betrifft, wird wahr­schein­lich auch dann knei­fen, wenn es dar­auf ankommt.

Für eine Trend­wen­de sehe ich eher schwarz. Ver­mut­lich wer­den erst wirk­li­che exis­ten­ti­el­le Nöte und Kri­sen kom­men müs­sen, um die­se toxi­schen Ideo­lo­gien unin­ter­es­sant und unleist­bar zu machen.

Martin Lichtmesz

Martin Lichtmesz ist freier Publizist und Übersetzer.

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Kommentare (22)

tearjerker

24. April 2023 09:24

"Ich stimme zu, daß “Drag kein Verbrechen ist”." Deutlicher kann eine Distanzierung nun wirklich nicht ausfallen.

ML: "Distanzierung" von was?

Nemo Obligatur

24. April 2023 09:41

Ein farbiger Frontbericht von ML. Dafür vielen Dank.
Die Ideologie der Buchstabenmenschen kriecht durch alle Ritzen. Nur ein Beispiel: Ein deutsches Kinderprogramm klärt seine jungen Zuschauer darüber auf, dass zwei lesbische Frauen ein gemeinsames Kind haben können. Dass eine Frau an sich kein Kind zeugen kann, wird ebenso unter den Tisch fallen gelassen wie das Recht des Kindes, seinen biologischen Vater zu kennen. Dass die Rechte der Kinder mit Füßen getreten werden, ist wohl der größte Skandal der vielen Skandale der Gender-Ideologie.
Denke mal, dass die absolute Mehrheit der Bevölkerung diese Ideologie für Schwachsinn hält und dass man durchaus mehr als nur Nadelstiche gegen diese Ideologie setzen kann. Ist aber ja eigentlich ein Thema für die ganze Menschheit und nicht nur aus "patriotischer Sicht", womit ML absolut recht hat.

Rheinlaender

24. April 2023 10:07

Die Zukunft gehört den großen Familien mit Eltern, die intakte Rollenvorbilder darstellen, so dass ihre Kinder wiederum große Familie gründen. Die im Beitrag beschriebenen Phänomene werden in spätestens einer Generation ausgestorben sein. Was von ihnen bleiben wird, ist die Erinnerung an genitalverstümmelte, körperlich und psychisch gebrochene Menschen, die einen einsamen und oft selbstgewählten Tod starben.

Gotlandfahrer

24. April 2023 10:23

Lieber Herr Lichtmesz, wie immer ist Ihr Artikel mit Genuß zu lesen und ein analytischer Gewinn. Nicht zustimmen möchte ich Ihnen bei der These, das patriotische Element sei besser nicht so dick aufzutragen bei solchen Veranstaltungen. Wie Sie ja treffend am Ende beschreiben, hat die (überwältigende!) Mehrheit der Eltern keinen Gefallen daran. Ich gehe weiter und behaupte: Die Mehrheit macht zwar nicht den Mund auf, guckt sogar weg und denkt lieber gar nicht erst an sowas, hätte im Fall nicht ausweichbarer Konfrontation damit aber ein erhebliches innerliches Problem. Es sind ja keine "bunten verkleideten Menschen", sondern überwiegend krank-satanisch überzeichnete Typen, die dort herumturnen. 
Aber genau das ist der Grund, warum das partiotische Elemet dort unübersehbar auftreten sollte: Wer, wenn nicht die patriotischen Kräfte tritt hier für die Unversehrtheit der Kinder ein?! Ich halte längst nichts mehr von der These, dass man die Menschen erst "erreichen" und "überzeugen" müsse - sie müssen von ganz allein kommen, wir verkaufen keine Einbauküchen. 
Die toxischen Ideologien sind Ausdruck des entstehenden Machtvakuums.  In dieses hinein treten treten zuerst Zerstörungsgeilheit, Perversion und orientierungslose Dummheit weil ihnen nicht Einhalt geboten werden kann. Es gelingt noch nicht, weil die noch nicht gänzlich zerfallene Altmacht sich am Terrorisierenkönnen, an der Illusion, gezielte Unordnung sei ihre Neuordnung, selbst betrügt um ihrem Sterben nicht ins Auge blicken zu müssen. 

Le Chasseur

24. April 2023 13:04

Freitagabendunterhaltung in der mit Zwangsgebühren finanzierten ARD:
"Praxis mit Meerblick"
https://twitter.com/argonerd/status/1649727313284849669

Umlautkombinat

24. April 2023 13:43

Sie wissen aber selbst, @Gotlandfahrer wie stark die Markierung von Begriffen wirkt. "Patriotisch" ist ein solcher Begriff. Den muessen Sie erst einmal aufbrechen. Dabei kann dann tatsaechlich etwas dazu kommen. Waere ich z.B. ein Redner mit solcher Vorbelegung, wuerde ich relativ viel Grips, Umfang - auch als Wiederholung und moeglichst konkreter Variierung - auf inhaltlich folgende Darstellung verwenden, die Einbettung erzeugt:
Ich bin deutsch, ich bin Teil der Vielfalt der Voelker. Wie ein Tuerke Tuerke ist und ein Franzose Franzose. Und ich habe eigene Vorzuege als dessen Vertreter. Ich bin beruechtigt puenktlich und verlaesslich und als Volk habe ich auch meinetwegen eine Vergangenheit, die nationalistisch ueberhoeht hat. Aber das habe ich nicht heute, das haben gerade im Gegenteil die, die sie mir als Schuld zuschreiben wollen. Aber ich habe meine Interessen, und die sehen so und so aus... Und dann gibt es die, die dagegen sind, aussen und innen. Das sieht so und so aus. Und das ist zu aendern. Und das ist unsere innere Sache wie es die der Tuerken und Franzosen innerhalb ihrer Laender ist. 
 

Gotlandfahrer

24. April 2023 15:46

@ Urlautkombinat:
Ich muss nur stoffwechseln, sterben und zuhause abwaschen. Warum muss ich den Begriff „patriotisch“ erst einmal aufbrechen, gerade wenn ich weiß, wie stark Markierung von Begriffen wirkt? Bei mir hat sich rein gar nichts irgendwann überhöht, wenn, dann haben meine Vorfahren sich in einem Moment schicksalhafter und komplexer Wechselwirkung, in einer intransparenten Eskalation ohne Rückwärtsgang, hinreißen lassen, kalkulierende Taktik dem Missbrauch ihrer tugendhaften Leidensfähigkeit hintanzustellen. Wenn ich erstmal anfange dem Türken zu erklären, dass auch ich ein Recht auf Leben habe, wendet der sich zu Recht angewidert ab, bevor ich ausgesprochen habe. Niemand mit Lebenskraft hat noch Interesse daran, eine große Debatte zu führen. Die Dinge liegen auf der Hand, Deus vult!

RMH

24. April 2023 20:10

Ich dachte einmal, dass das Recht für etwas zu sein gleichzeitig auch das Recht beinhaltet, gegen etwas zu sein. Ich darf an Gott glauben, darf aber auch glauben, dass es ihn nicht gibt (negative Bekenntnisfreiheit). Heutzutage ist gegen etwas sein die Verletzung der Menschenwürde derjenigen, die für etwas sind, wogegen man ist. Mit einem Dagegensein "diskriminiert" man dann andere.  Und so ist es Zeichen unserer Zeit, dass das Säkulare zur Religion geworden ist, da es einem weder das Recht zulässt, dagegen zu sein noch auch nur neutral zu sein. Man hat sein Glaubensbekenntnis für die "gute Sache" abzugeben.

Kurativ

24. April 2023 22:15

Ein einziger Fall von derartigen Verstümmelungen ist schon zu viel. Wer davon weiß und eine Fortführung dultet sollte sich auf seinen Geisteszustand untersuchen lassen.

Umlautkombinat

24. April 2023 22:32

@Gotlandfahrer
Mein Gott, ich bin so stark und selbstbewusst, ich muss gar nichts...
 
Lesen Sie doch mal richtig. Sie sollen das nicht den Tuerken und Franzosen erklaeren, sondern hauptsaechlich Ihren deutschen Landsleuten mal eine Bruecke bauen, ihren Grund wieder zu finden. Wenn Sie es nicht machen, bleiben Sie halt auf Ihrer Insel der Aufrechten. Die ist allerdings gar nicht so elitaer wie es aussieht, wenn deren Insassen schon eine Analogie nicht von einer Unterwerfung unterscheiden koennen die erstere gerade nicht als Bild bemueht, und darueber in Schnappatmung verfaellt.

Der_Juergen

24. April 2023 22:46

Ich kritisiere Martin Lichtmesz, den ich für den stärksten Sezession-Autor halte, äusserst selten, aber hier bin ich in zwei Punkten nicht mit ihm einverstanden. Erstens halte ich Drag sehr wohl für ein Verbrechen, und zweitens bin ich nicht der Ansicht, dass man das patriotische Element hätte herunterspielen sollen.

ML: Wenn Drag-Shows in Nachtclubs etc. stattfinden, dann kann man das zwar unappetitlich finden, aber ich sehe nicht ein, worin das Kriminelle oder Verbrecherische daran liegen soll. Punkt zwei ist mehr taktischer Natur für diese spezifische Geschichte.

Die nationale Rechte muss in dermassen kardinalen Fragen Flagge zeigen; ebenso wie gegen die Umvolkung und den Covid-Betrug muss sie klar und eindeutig Stellung gegen diese abscheulichen Verbrechen an unschuldigen Kindern beziehen. Die Wahrung der natürlichen Ordnung, zu der die Verteidigung der traditionellen Familie gehört, ist der zentrale Punkt einer genuin rechten Weltanschauung. Also Zustimmung zum Kommentar des @Gotlandfahrers.

heinrichbrueck

24. April 2023 23:28

Die Mächtigen entscheiden, ob es Krieg gibt. Die Machtlosen können den Krieg nicht verhindern; es bleibt die Option, sich zu wehren. Das Zusammenspiel funktioniert nicht so richtig. Recht ohne Macht? Nur diejenigen, die entscheiden, ob es Krieg gibt, können ihn auch verhindern. Sich wehren, also die moralische Diskreditierung nicht mitzumachen, wäre ein guter Ansatz. Einverständnis zur Abwertung = Einverständnis zur Beseitigung. Eine blütenweiße Weste läßt sich nicht so leicht unterkriegen. @ RMHSie wollen das Recht haben, ein Antisemit zu sein? 

RMH

25. April 2023 07:29

"@ RMHSie wollen das Recht haben, ein Antisemit zu sein?"
@heinrichbrueck,
netter Versuch. Beim Thema Glaubensbekenntnis ablegen müssen, geht es aber nicht um eine öffentliche Agitation des "Dagegens" bei Themen zu predigen, welche die berühmte öffentliche Ordnung stören könnten, sondern darum, dass Menschen keinen Rückzugsraum mehr haben, kein privates, kein zumindest "die Gedanken sind frei" etc. Und ja, ich persönlich räume jedem das Recht ein, für sich selber Antisemit zu sein und bin gegen Umerziehungen jeder Art. Wenn man die öffentliche Kundgebung von Antisemitismus einschränkt, dann ist das aus Sicht des Ordnungsbedürfnisses eines Staates legitim, insbesondere, wenn dann eine Art Gleichbehandlung stattfindet, antideutsch hat dann konsequenterweise auch auf den nichtöffentlichen Raum beschränkt zu werden. Und wenn der Vergleich jetzt hinkt: Die Ganze Drag- und sonstwas "Kultur" kann - da bin ich bei M.L. - gerne in Ihrer "Szene" bleiben und da vor sich hin Party machen etc. Bei Dingen wie diesen Lesungen und der gesamten LBQLMAA "Aufklärung" geht es doch eher um den guten alten, heute als verstaubt abgetanen Jugendschutz. Und statt das Alter für alles Mögliche immer weiter herabzusetzen, bin ich für Heraufsetzungen des Alters. Wahlrecht erst ab 21, Alkohl ausnahmslos erst ab 18,  "geschlechtsangleichende Operationen" erst nach Begutachtungen ab 30 und unter Selbstbeteiligung an den Kosten. Canabis, wenn, dann erst ab 30 etc.

RMH

25. April 2023 09:28

Nebenthema:
Sog. "geschlechtsangeleichende" Operationen werden (bislang oder früher - ggf. hat sich da ja schon was geändert) unter dem Argument, dass hier eine psychische Erkrankung (in ganz wenigen Fällen auch biologische) vorliegt, von den Krankenkassen finanziert (daher bisher auch die Pflicht zur vorherigen Begutachtung). Wenn so etwas jetzt keine Krankheit mehr ist, sondern Ausdruck der Persönlichkeit, warum sollten die Kassen noch bezahlen? Schönheits-OPs als reiner Ausdruck der Selbstverwirklichung werden auch nicht bezahlt (auch hier gibt es medizinische Indikationen). Warum sollten Kassen dann die Hormonpräparate bezahlen? Oder sollten Sie zukünftig dann auch Lippenstift, Schminke und Perücken bezahlen?

tearjerker

25. April 2023 10:01

"@ML: "Distanzierung" von was?"
Ich bin in dieser Frage bei @Juergen. Man kann derartige Veranstaltungen nur brandmarken und sollte schon aus taktischen Erwägungen davon absehen mit "kein Verbrechen" den Veranstaltern und Befürwortern entgegenzukommen.

ML: 1. Das Framing "Drag/Verbrechen" der Veranstalter soll davon ablenken, daß die Proteste gegen Drag VOR KINDERN gerichtet sind. Diese Nebelkanone muß zurückgewiesen werden. Da Drag gesellschaftlich allgemein akzeptiert ist, ist es aussichtslos und kontraproduktiv, den Gegenstand des Protestes vom "bailey" (Drag vor Kindern) auf den "motte" (Drag an sich) zu lenken (wie es die Veranstalter gerne hätten). 2. Ich finde nicht, dass "Drag ein Verbrechen" ist. Das bedeutet keinerlei "Entgegenkommen" den Veranstaltern gegenüber.

Gotlandfahrer

25. April 2023 10:35

@ Umlautkombinat:
Halblang bitte. Richtig ist, dass Sie nicht schrieben, man solle es explizit nur den Türken und Franzosen so erklären, wie auch ich nicht schrieb, dass Sie es so geschrieben hätten.  Was ich schrieb („Wenn ich erstmal anfange dem Türken zu erklären…“) und damit auszusagen gedachte ist, dass, wenn man sich für sein Lebensinteresse als Volk rechtfertigt, man bereits einen Fehler macht. Den Türken, als das lebenskräftigere Ihrer beiden Beispiele, zog ich heran, da Sie die Erklärungserfordernis sehr wohl nicht nur auf die innerdeutsche Debatte bezogen, denn es „gibt die, die dagegen sind, außen und innen.“ Wer „außen“ ist, wie der Türke, wendet sich dabei angeekelt ab vor so viel Kriecherei, auch wenn er weiter auf der antideutschen Welle ganz komfortabel mitschwimmt. Das ist die Anregung, die ich im Sinn hatte: Warum es dann „innen“ erklären bzw. „aufbrechen“? Auch meine Landsleute finden ihren Grund nicht dadurch wieder, dass ihnen Brücken gebaut werden. Wer soweit ist, watet aus dem Sumpf zu uns von ganz alleine.
Und wie ich atme, können Sie gar nicht beurteilen, meine Tochter würde sagen chill' mal Deine Base.

Adler und Drache

25. April 2023 10:56

@ Rheinlaender: Die Zukunft gehört den großen Familien mit Eltern, die intakte Rollenvorbilder darstellen, so dass ihre Kinder wiederum große Familie gründen.
Das klingt schön, aber die große Familie wird in der Regel ebenso atomisiert wie die kleine. Die Kinder ziehen weg, mit der Ortsbindung geht auch das Gewicht der großen Familie verloren. 
 
@ Gotlandfahrer: Es gelingt noch nicht, weil die noch nicht gänzlich zerfallene Altmacht sich am Terrorisierenkönnen, an der Illusion, gezielte Unordnung sei ihre Neuordnung, selbst betrügt um ihrem Sterben nicht ins Auge blicken zu müssen. 
Die Hellsichtigkeit Ihres Arguments hat mich gerade verblüfft. Wie lautet dieses Zitat, nach dem eine Diktatur abweichende Meinungen als kriminell behandle und Kriminelle wiederum rechtfertige? Von wem stammt es (vielleicht Solschenizyn)? Das geht ja in dieselbe Richtung. Die Altmacht macht sich damit zum Gefangenen des gesellschaftlichen Bodensatzes. 

Umlautkombinat

25. April 2023 12:15

@Gotlandfahrer
Da ist keinerlei Kriecherei, @Gotlandfahrer. Im Gegentei ist das ein Deutlichmachen der eigenen Position. Sie haben auch den Kontext ignoriert, den ich gesetzt hatte ("waere ich ein Redner"). Der steht irgendwo auf einer oeffentlichen realen oder virtuellen Buehne und moechte verschiedene Leute erreichen. Einfach mit dem Begriff "patriotisch" zu hantieren, ist zuwenig. Patriotismus muss man mit konkreten Inhalten fuellen koennen ohne das Wort nur einmal zu gebrauchen. Dieser Inhalt darf nicht abstrakt sein in einer solchen Situation. 
Und ins Stammbuch eines nicht kleinen Teil des Kommentariats hier geschrieben - konkret heisst nicht, irgendwelche alten Buecher zu zitieren und intellektuelle Nadelspitzentaenze und Bildungshuberei zu treiben. Wenn es spezifische deutsche Charakterzuege gibt, gibt es sie auch jetzt. Und an die muss man anknuepfen. Manchmal habe ich den Eindruck, diese ganze Zuspitzerei ist eine wunderbare Entschuldigung dafuer, seinen Hintern nicht ins Kalte bewegen zu muessen. Und natuerlich sieht man wunderbar definiert wie ein Siegfried dabei aus.

brueckenbauer

25. April 2023 12:44

Nach meinem Wissensstand sind die Ethnodeutschen immer noch eine kleine Minderheit, die sich normalerweise darauf konzentrieren müsste, ihre eigene Parallelgesellschaft und ihre eigene Subkultur aufzubauen. Dazu gehören auch die großen Familien (danke an Rheinländer). 
Was ist das strategische Ziel dieser Demo hier? Wähler zu gewinnen, um die Staatsmacht in die Hand zu bekommen? Mit dem Versprechen, dass dann die Kinder vor "unreinen" Einflüssen geschützt werden?
Oder gibt es gar kein strategisches Ziel, sondern die Demo befriedigt nur einen augenblicklichen Impuls, "wir sind dagegen" auszudrücken? Eine expressionistische Demo?

ML: Grübel, grübel und studier'.

Adler und Drache

25. April 2023 15:08

Die Diskussion mit Sellner war bis zu einem wesentlichen Punkt fortgeschritten, an dem unbedingt hätte nachgesetzt werden müssen. Der Reporter hat von sich aus darauf verwiesen, worum es im Kern geht: nämlich um Sex. Um sexuelle Bedürfnisse. Genauso ist es (auch wenn es immer unter das Schlagwort "Liebe" gestellt wird), und das ist entscheidend, und daraufhin muss man fragen: "Wessen Bedürfnisse werden hier befriedigt?" Die Bedürfnisse der Kinder sind es sicher nicht!  

Kurativ

25. April 2023 23:37

Ein Mann welcher Frauenkleidung trägt ist noch lange keine Frau

Nath

26. April 2023 02:51

"Verbrechen" ist ein rechtlicher Terminus, kein Moralbegriff. Man könnte von ersterem nur sprechen, wenn "Drag" ein strafrechtlicher Tatbestand wäre, was aber nicht der Fall ist. Man mag allenfalls darauf bestehen, dass die eigenen subjektiven moralischen Wertmaßstäbe als Grundlage der Rechtssprechung fungieren s o l l en. Manche Menschen betrachten z.B. Abtreibung als Mord, für andere sind alle Soldaten Mörder. Wieder andere votieren dafür, dass Homosexualität erneut unter Strafe gestellt wird. Der moralische Relativismus ist ein Kreuz, das es einstweilen zu tragen gilt, bevor man übereilt nach Gebots- und Verbotstafeln ruft. 
Die Transformation von der ethischen zur rechtlichen Sphäre kann nur erfolgen, wenn entweder ein Einzelner (Monarch, Diktator) oder eine Institution (Staat, Partei, Kirche etc.) über die dafür notwendigen Machtmittel verfügen. Mehr noch, selbst in seiner eigenen Sphäre kann das "moralische Gesetz" (Kant) nur formale Geltung beanspruchen, da es sich auf kein anderes Wahrheitskriterium zu berufen vermag als auf Widerspruchsfreiheit. Aller Anpruch auf eine m a t e r i a l e Geltung bestimmter moralischer Gebote verbleibt in der Region subjektiver Setzung. Selbst die Evangelikalen geben dies indirekt zu durch ihr "w e i l es in der Bibel steht". Ein bloßes Gefühlsurteil kann den Verdacht der Willkür niemals vollständig abstreifen. 

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