Die woke Linke braucht den Staat. Sie ist der Staat. Er ist ihr Rollator.

Der hier kürzlich von Martin Lichtmesz in Erinnerung gerufene Ted Kaczynski, meist verkürzt zum Una-Bomber, formulierte in seinem Manifest u. a. an einer Wesensbeschreibung des „leftism“, der Linksorientierung.

Heino Bosselmann

Heino Bosselmann studierte in Leipzig Deutsch, Geschichte und Philosophie für das Lehramt an Gymnasien.

Er unter­stell­te zwei geis­ti­ge Nei­gun­gen, die der moder­nen Lin­ken zugrun­de lie­gen, und zwar zum einen “Gefüh­le der Min­der­wer­tig­keit” und zum ande­ren die “Über­so­zia­li­sie­rung”:

Wenn jemand fast alles, was über ihn gesagt wird, als her­ab­wür­di­gend inter­pre­tiert (oder über Grup­pen, mit denen er sich iden­ti­fi­ziert), fol­gern wir, daß er Min­der­wer­tig­keits­ge­füh­le oder gerin­ges Selbst­wert­ge­fühl hat.

Offen­bar war in den USA schon in den Neun­zi­gern abzu­spü­ren, was die lin­ke Bewe­gung in ihrer neu­bür­ger­lich „woken“ Gestalt aus­macht. Mit einer revo­lu­tio­när-kom­mu­nis­ti­schen oder reform­ori­en­tiert-sozi­al­de­mo­kra­ti­schen Lin­ken hat deren mora­lis­ti­sche Gegen­warts­va­ri­an­te gar nichts mehr gemein.

Die einst radi­ka­le Intel­lek­tua­li­tät, die der Lin­ken selbst in den Augen ihrer Fein­de eine ero­ti­sche Anmu­tung ver­lieh, ist voll­ends ver­lo­ren; es blieb die­se pene­trant quen­geln­de Gefüh­lig­keit, mit der die Res­te einer längst tri­via­li­sier­ten Auf­klä­rung zusam­men­ge­kehrt, die For­de­run­gen aber aufs dümm­lichs­te immer uto­pi­scher werden.

Die­je­ni­gen, die wegen ‚poli­tisch inkor­rek­ten‘ Fach­wort­schat­zes am emp­find­lichs­ten sind, sind nicht die durch­schnitt­li­chen schwar­zen Ghet­to­be­woh­ner, asia­ti­schen Immi­gran­ten, miß­brauch­ten Frau­en und Behin­der­ten, son­dern eine Min­der­heit von Akti­vis­ten, von denen vie­le nicht ein­mal zu einer ‚unter­drück­ten‘ Grup­pe gehö­ren, son­dern aus pri­vi­le­gier­ten Schich­ten der Gesell­schaft kommen.

Phä­no­me­nal zudem, wie die einst heroi­sche Lin­ke, die frü­her den Staat bekämpf­te oder in den Vari­an­ten von Lenin, Sta­lin, Tito, Mao, Kim Il-sung selbst radi­kal­sch­mit­tia­nisch Staat mach­te, sich nun als Schrumpf­form ihrer selbst para­si­tär im bür­ger­li­chen Staat ein­zu­rich­ten und ihn als ihren Wirt zu benut­zen weiß, der sie zum einen als sei­ne ver­meint­lich „Zivil­ge­sell­schaft“ finan­ziert, der ihr zum ande­ren aber als Vehi­kel, als Werk­zeug, als Waf­fe gegen die Rech­te dient.

Einen prin­zi­pi­el­len Unter­schied zwi­schen sozi­al­de­mo­kra­ti­schen, lin­ken und grü­nen Appa­rat­schiks, Par­la­men­ta­ri­ern und Minis­tern gibt es nicht mehr. Man arbei­tet unkom­pli­ziert und kom­pa­ti­bel in der Wei­se von Block­freun­den zusam­men, sogar mit Figu­ren einer sich modern ver­ste­hen­den CDU und der kapa­u­ni­sier­ten FDP.

Alles Wesent­li­che, was der gegen­wär­ti­ge Staat der Ber­li­ner Repu­blik als sei­ne Haupt­an­lie­gen her­aus­stellt, sind Ziel­stel­lun­gen der lin­ken, grü­nen und woken Bewe­gung. Über der Basis eines noch rest­funk­tio­na­len markt­wirt­schaft­li­chen Arbei­tens erhebt sich der hyper­tro­phe Über­bau der Trans­fer­ge­sell­schaft, die immer fana­ti­scher gerecht­fer­tigt wird:

Migran­tena­li­men­tie­rung, Gerech­tig­keit als Gleich­heit und Gleich­ma­che­rei, Favo­ri­sie­rung nicht nur aller angeb­lich Benach­tei­lig­ten, son­dern vor allem der Antriebs­schwa­chen und Wil­len­lo­sen sowie der sys­tem­ver­ur­sach­ten Kre­tins, denen per se ein Anrecht auf sat­te Teil­ha­be ver­spro­chen wird, ohne daß der Staat von ihnen Enga­ge­ment erwartet.

Lin­ke nei­gen dazu, alles zu has­sen, das den Ruf hat, stark, gut und erfolg­reich zu sein. Sie has­sen Ame­ri­ka, sie has­sen west­li­che Zivi­li­sa­ti­on, sie has­sen wei­ße Män­ner, sie has­sen Ratio­na­li­tät. (…) Wor­te wie Selbst­ver­trau­en, Eigen­stän­dig­keit, Initia­ti­ve, Unter­neh­mungs­geist, Opti­mis­mus usw. spie­len im (…) lin­ken Voka­bu­lar kaum eine Rol­le. Der Links­ori­en­tier­te ist anti­in­di­vi­dua­lis­tisch, pro-kol­lek­ti­vis­tisch. Er will, daß die Gesell­schaft jeder­manns Pro­ble­me löst, jeder­manns Bedürf­nis­se befrie­digt, sich um alles küm­mert. (…) Der Links­ori­en­tier­te ist dem Kon­zept der Kon­kur­renz gegen­über wider­strei­tend, denn tief im Innern fühlt er sich wie ein Ver­lie­rer. (…) Sei­ne Gefüh­le der Min­der­wer­tig­keit sind so tief ver­wur­zelt, daß er sich selbst nicht als indi­vi­du­ell stark und wert­voll vor­stel­len kann. Von daher der Kol­lek­ti­vis­mus der Links­ori­en­tier­ten. Er kann sich nur als Mit­glied einer gro­ßen Orga­ni­sa­ti­on oder einer Mas­sen­be­we­gung stark füh­len, mit der er sich identifiziert.

Nur ist die­se Mas­sen­be­we­gung mitt­ler­wei­le der Staat selbst. Des­we­gen holt die Exe­ku­ti­ve im Sin­ne, ja im Diens­te der links­wo­ken Mei­nungs­bild­ner gegen die Rech­te aus, des­halb wit­tert sie über­all Dis­kri­mi­nie­run­gen sowie all die angeb­lich ras­sis­ti­schen, anti­se­mi­ti­schen, sexis­ti­schen Zurück­set­zun­gen, des­we­gen betreibt sie über­haupt einen ver­hee­ren­den Rück­bau des­sen, was noch vor drei­ßig Jah­ren Grund­la­ge des west­li­chen Erfolgs­mo­dells war.

Am schlimms­ten geschieht das in der Bil­dungs­po­li­tik, die fol­ge­rich­tig enor­me kul­tu­rel­le Bestands­ver­lus­te zu ver­ant­wor­ten hat.

Daß es im ame­ri­ka­ni­schen Kapi­ta­lis­mus zur kom­mu­nis­ten­feind­lich para­no­iden Ära McCar­thy kam, erscheint noch nach­voll­zieh­bar. Daß nun­mehr mit glei­cher Eigen­dy­na­mik eine Inqui­si­ti­on von links her durch­zieht, ist jedoch zunächst verblüffend.

Da die Wirt­schaft zwar noch nicht in ihren Eigen­tums­for­men, aber hin­sicht­lich Fir­men­kul­tur und Leit­bil­dern umge­baut wird, hält sie gegen­über poli­ti­schen Nöti­gun­gen weit­ge­hend still, beschränkt sich aus wir­kungs­lo­se Appel­le und weicht, sobald sich die Gele­gen­heit ergibt, in Rich­tung bes­se­rer Repro­duk­ti­ons­be­din­gun­gen anders­wo­hin aus.

Die poli­tisch grun­dier­te Hyper­mo­ra­li­sie­rung führt zu einer Art freu­dia­ni­schen Ambi­va­lenz inner­halb der lin­ken und woken Milieus:

Der Moral­ko­dex unse­rer Gesell­schaft ist so for­dernd, daß nie­mand auf eine voll­kom­men mora­li­sche Wei­se den­ken, füh­len und han­deln kann. Zum Bei­spiel sol­len wir nie­man­den has­sen, doch nahe­zu jeder haßt jeman­den (…). Man­che Leu­te sind so hoch sozia­li­siert, daß der Ver­such, mora­lisch zu den­ken, zu füh­len und zu han­deln, ihnen eine schwe­re Bür­de auf­er­legt. Um Schuld­ge­füh­le zu ver­mei­den, haben sie sich ste­tig über ihre eige­nen Moti­ve zu täu­schen und mora­li­sche Erklä­run­gen für Gefüh­le und Hand­lun­gen zu fin­den, die in Wirk­lich­keit einen nicht-mora­li­schen Ursprung haben. Wir ver­wen­den den Begriff ‚über­so­zia­li­siert‘, um sol­che Leu­te zu beschreiben.

In die­sem über­so­zia­li­sier­ten Sin­ne erfol­gen gegen­wär­tig die fata­len erzie­he­ri­schen Prä­gun­gen in der Staats­schu­le – indok­tri­nie­rend, ideo­lo­gi­sie­rend, aus­ge­rich­tet auf Bekennt­nis­se-zu statt auf kri­ti­sches Urteilsvermögen-über.

Micha­el Klo­novs­ky notier­te, inwie­fern die durch­be­foh­le­ne Cor­rect­ness unfrei­wil­lig tra­gi­ko­mi­sche Kurio­si­tä­ten bedingt:

Es gibt Ras­sis­mus, aber kei­ne Ras­sen, es gibt Volks­ver­het­zung, aber kein Volk, es gibt Sexis­mus, aber Geschlech­ter sind kon­stru­iert, und es gibt selbst­ver­ständ­lich auch Kolo­nia­lis­mus ohne Kolonien.

Ist es zutref­fend, wenn Kac­zyn­ski der Lin­ken gerin­ges Selbst­be­wußt­sein, depres­si­ve Nei­gun­gen und Defä­tis­mus dia­gnos­ti­ziert? Mag sein. Star­ke Cha­rak­te­re, intel­lek­tu­el­le Schwer­ge­wich­te und über­haupt Cha­ris­ma­ti­ker feh­len in der links­wo­ken Bewegung.

Die Alt­lin­ke hat­te frü­her noch den von ihr bewun­der­ten Schwät­zer Gre­gor Gysi, dann hielt sie sich an Sahra Wagen­knecht auf­recht,  die nun aber gera­de wegen ihrer Indi­vi­dua­li­tät und Streit­bar­keit weg­ge­bis­sen wird. Übrig blei­ben brä­si­ge Funk­tio­nä­re und staats­be­sol­de­te Par­la­ments- und Bürokräfte.

Man mag von der Rech­ten und der AfD hal­ten, was man will, aber mar­ki­ge Per­sön­lich­kei­ten, Indi­vi­dua­lis­ten und erra­ti­sche Typen sehen eher dort ihren poli­ti­schen Platz – ver­mut­lich so, wie sol­che Cha­rak­te­re frü­her links zu fin­den waren, als die Lin­ke eben noch nicht die Gene­ral­li­nie des Staa­tes bestimmte.

Die Lin­ke ist nicht nur in Ber­lin ange­kom­men, nein, sie ist Ber­lin, sie ist Leip­zig und sie ist die Repu­blik, selbst befrem­det davon, daß allein die öko­no­mi­sche Basis noch nicht sozia­lis­tisch ist, der Über­bau und die Kul­tur aber nahe­zu voll­stän­dig. Ver­mut­lich lebt es sich mit dem noch markt­wirt­schaft­lich ermög­lich­ten Kom­fort bes­ser. Denn die Lin­ke ist alles ande­re als pro­le­ta­risch; sie bil­de­te eine irgend­wie „alter­na­ti­ve“, vor allem aber hedo­nis­tisch ori­en­tier­te Neo-Bour­geoi­sie aus, der vom Revo­lu­tio­nie­ren nur­mehr das Mora­li­sie­ren blieb – dies jedoch mit um so revo­lu­tio­nä­re­rer Attitüde.

Einem vita­len und inspi­rier­ten Kor­rek­tiv von rechts hät­te die insti­tu­tio­na­li­sier­te Lin­ke – obwohl das Staats­chiff len­kend – wenig ent­ge­gen­zu­set­zen, nur fehlt die­sem rech­ten Kor­rek­tiv bis­lang eine kraft­vol­le Dyna­mik. Weil’s schon demo­gra­fisch an Jugend fehlt. An den Info-Stän­den der AfD etwa sam­meln sich frus­trier­te alte Geschich­ten­er­zäh­ler, kri­tisch wider­stän­dig, seit die Ren­te läuft – wäh­rend der größ­te Teil der Jugend mit ihren neu­en Staats­bür­ger­kun­de­leh­rern bis­lang hin­ter der Regen­bo­gen­flag­ge ver­sam­melt ist.

Heino Bosselmann

Heino Bosselmann studierte in Leipzig Deutsch, Geschichte und Philosophie für das Lehramt an Gymnasien.

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Kommentare (46)

Mboko Lumumbe

23. Juni 2023 10:28

1/3 Gut auf den Punkt gebracht und hierfür passende Sprache verwendet. Bei der klaren sprachlichen Benennung hat Konservativ-rechts noch deutlich Handlungsspielraum. Man sollte die Nationalen Sozialisten auch als das benennen, was sie sind: Nationale Sozialisten mit ihren demokratiefeindlichen N-Methoden. Linker Abschaum.
Der linke Abschaum ist weder 45 noch 89 verschwunden, ganz im Gegenteil. Heute hat das "Pack" (Mittelfinger Gabriel) sich verschiedene Farben und Namen gegeben. Boley hat es vorhergesagt.
Der linke Abschaum ist schon lange bildungspolitisch tätig, will aktuell noch mehr in die Lehrpläne drängen. Stichwort "Teachers for future", usw.
"Womit wir zu rechnen haben" hat manches angesprochen, wenn auch nicht alles und deutlich genug. Die tiefe Spaltung unserer Gesellschaft ist kurz- bis mittelfristig unüberwindbar und der demokratiefeindliche linke Abschaum tut alles dagegen. Sie wollen keinen Frieden und sie werden auch keinen geben, im Gegenteil.

Mboko Lumumbe

23. Juni 2023 10:28

2/3 Sollte es zu konservativ-rechter Regierungsbeteiligung kommen, so werden wir linken Terror erleben im Stil der RAF. Damit werden Mandats- und Hoffnungsträger eingeschüchtert und vernichtet. Nichts Neues. Erwartbar. Quasi angekündigt. Und es wirkt. Bereits jetzt. Man schaue sich nur an, wie wenige sich schon jetzt nur zur alternativen Wahl oder gar Beteiligung bekennen. Ja, viele wollen eine konservative Wende, doch nur wenige wollen selbst was dafür tun. Nur ein Kreuz für jeden, das soll genügen. Ein Kernproblem. Und das ist "politisch" auch nicht lösbar. Ich habe es schon mal hier geschrieben, es wäre amS besser, es gäbe keine AfD. Sie bietet eine trügerische unrealistische Hoffnung, denn sie kann ohne direkte und massenhafte Unterstützung durch das deutsche Volk keine konservative Wende bewirken. So kann sie nur und wird scheitern und dann wird es erst richtig linksdreckig. Und der linke Abschaum wird alles dafür tun, ALLES! Dagegen hilft auch nicht, Bücher zu lesen.

Mboko Lumumbe

23. Juni 2023 10:29

3/3 Auch die kleine Werteunion (CDU) mit H.G. Maaßen sinniert aktuell über Veränderung der Parteienlandschaft im konservativen Sinne. Doch wieviel Jugend ist dort? Mal sehen, wie das weitergeht und wie sich die Parteienlandschaft zur nächsten BTW darstellt. Und was es austrägt. Hätte ich keine Hoffnung, würde ich nichts schreiben.

Artabanus

23. Juni 2023 11:07

Gute Beschreibung des momentanen Zustands. Geistig und intellektuell ist der jetzige linke Mainstream tatsächlich ein totaler Witz. Umso erstaunlicher ist seine allumfassende Macht. Vernünftige Argumente sind aus der oeffentlichen oder veröffentlichten Diskussion praktisch völlig verschwunden. Was bleibt ist nur ein hysterisches Gekreische. Wir werden von hysterischen Schwachkoepfen regiert. Ist ein solches Staatsgebilde noch zu retten? Oder wäre eine Auflösung durch Sezession einiger Bundesländer (z.B. Sachsen, Bayern, Thüringen) eine bessere Chance für einen Neuanfang?

MARCEL

23. Juni 2023 11:15

Für Deutschland gilt m. E.: 
Nach der Deutschen Einheit hatte die Nach-68iger-West-Linke panische Angst davor, dass dieses Land normal werden würde, also: seine Interessen vertritt, militärisch (halbwegs) eigenständig wird, auf allen Ebenen Selbstbewusstsein entwickelt, souverän wird etc. 
Mit deutscher Normalität verbanden/verbinden die Linken hierzulande nichts anderes, als eine automatische Wiederkehr der NS-Zeit, daher ihre hysterisch-paranoide Mission, Normaliät bis hin zur Zerstörung nie mehr zuzulassen.

pasquill

23. Juni 2023 11:52

Wir erleben eine Hypermoralisierung der Politik, wie Arnold Gehlen sie schon 1969 in Moral und Hypermoral analysiert hat in Reaktion auf die 68er, die zum Sturm auf die Institutionen bliesen und in deren Gefolge politisch zunehmend das Ethos des Humanitarismus staatliches Handeln leitete. Seine Analyse ist aktueller denn je und lässt sich mühelos an Heino Bosselmanns Darstellung anschließen. Eine solche Hypertrophie der Hypermoral, wie wir sie erleben, wenn Deutschland sich beispielsweise für das Elend grundsätzlich jedes Menschen dieser Welt zuständig fühlen soll und ihm, sofern er es hierher schafft, ein Lebensauskommen zu sichern habe, hätte sich vermutlich auch Gehlen nicht vorzustellen gewagt. 
Besonders schlagkräftig wird die Ersetzung des genuinen Staatsethoses durch das - eigentlich in Familien und Sippen seinen Platz habendes - humanitaristische Ethos in der Verschränkung mit einem naiv-optimistischen Menschenbild, worin der Kardinaldenkfehler der Linken und Grünen und aller ihrer Nachtreter liegt. Dieser anthropologische Optimismus ist es, der in allen gesellschaftlichen Bereichen verheerend wirkt und dringend eines Gegengewichtes bedarf, wie Gehlen in den 60ern schon schrieb und Bosselmann jüngst: eines pessimistischen Lebensernstes. 
  
 
 
 

Laurenz

23. Juni 2023 12:06

Die einst radikale Intellektualität, die der Linken selbst in den Augen ihrer Feinde eine erotische Anmutung verlieh..... Steile These, HB. Auch wenn mich BK dafür als Proleten erachtet, so war der Urvater des Völkermords, Karl Marx, nichts anderes als ein besserer Märchenerzähler. Vielleicht zitieren Sie mal ein paar der historischen erotisierenden linksradikalen Intellektuellen? Schon das Auftreten primitiver Alpha-Männchen, wie Rainer Langhans oder gar Andreas Baader ließen das linke Märchen der kollektiven Gleichheit zusammenbrechen, ja in Staub auflösen, den die heutige Linke frißt. Die ausnahmslos aus dem akademisch-bürgerlichen Milieu stammenden RAF-Schlampen hatten beim Anblick des nicht-akademischen Baaders nichts anderes im Sinn, als sich von ihm, den Klassenkampf völlig vergessend, flachlegen zu lassen, obwohl er alle seine Schlampen, als Macho, der er war, scheiße behandelte. Prähistosisches weibliches Beuteschema pur, kein wirklicher Unterschied zur 0815-Frau. Ihr Thema ist auf der SiN nicht neu. Deswegen wiederhole ich auch den JF-Link aus 2017. https://jungefreiheit.de/kultur/gesellschaft/2017/studie-schwache-maenner-lieben-sozialismus/ 

das kapital

23. Juni 2023 12:14

Die Jugend fehlt. Nicht nur bei den SED Nachfolgern, sondern auf der Rechten eben auch.
Gregor Gysi oder Sarah Wagenknecht sind nicht nur "Schwätzer", sondern profilierte Persönlichkeiten. Nur mag die Linke eher mausgraues Mittelmaß.
Im Bundestag haben die Rechten durchaus mehr als mausgraues Mittelmaß zu bieten. Da muss sich jetzt keiner über das mausgraue Mittelmaß und das Mitläufertum der CDU und CSU zu beschwerden. Diese Chance gilt es zu nutzen, um eigene Duftmarken zu setzen. Sollen sie doch verfallen, die gründurchwirkten Opportunisten und Blackrock Transatlantiker wie Merz, Röttgen, Guttenberg, Amthor und Co.Der "Generationenvertrag" ist aufgekündigt. Die innergesellschaftliche Solidarität ist weitgehend aufgefressen. Die innerfamiliäre wird auch immer mehr in Frage gestellt.Die EKD hat das gerade vorexerziert. Alte und Kranke, die jahrzehntelang Kirchensteuer gezahlt haben, fliegen aus den Heimen raus. Statt dessen kommen Leute rein, die nicht evangelisiert werden und niemals einzahlen werden. Die Verarmung wird dazu führen, dass du dir die Pflege deiner Eltern nicht mehr wirst leisten können. Sie auch nicht, weil ihr Haus faktisch enteignet wird. Wenn das Staatsschiff zum Narrenschiff wird, dann laufen alle auf Grund.

Le Chasseur

23. Juni 2023 12:22

@Artabanus"Wir werden von hysterischen Schwachkoepfen regiert. Ist ein solches Staatsgebilde noch zu retten? Oder wäre eine Auflösung durch Sezession einiger Bundesländer (z.B. Sachsen, Bayern, Thüringen) eine bessere Chance für einen Neuanfang?"
In Bayern wird es keine Sezession geben, denn dort regiert in alle Ewigkeit die CSU. Aber nur mal angenommen, Bayern würde seinen Austritt aus der BRD erklären, dann würde Berlin die Panzer rollen lassen und die bayerische Regierung absetzen. Das shithole Berlin ist von bayerischen Transferzahlungen abhängig (Länderfinanzausgleich). Glauben Sie wirklich, die würden einen Austritt Bayerns einfach so hinnehmen*? Im schlimmsten Fall hätten wir dann einen Bürgerkrieg, wie wir ihn von 2014 bis 2022 in der Ukraine beobachten konnten.
*) Und unsere Besatzer würden eine Sezession Bayerns auch nicht erlauben.

Gimli

23. Juni 2023 12:31

Wahrscheinlich würden Sie mich als woke bezeichnen. Ob solche Etiketten zielführend sind oder wirklich eine sinnvolle Kategorie "geistig-politischer Gesinnung" darstellen wie links, rechts, Nazi oder Sozialist, überlasse ich Soziologen. 
Meine Grundhaltung verstehe ich nicht als läppisch-einfältige Welt-Umarmung, sondern die eines wissenschaftlich Aufgeklärten. 1) Mensch ist Affe und Teil der Biozönose 2) Mensch hat den Planeten dramatisch manipuliert in Sachen "Politik" und "Wirtschaft/Umwelt" und überall gibts Probleme, für die wir technische Lösungen haben und meist auch philosophische Grundlage für eine Haltung der Abkehr 
Im Einzelnen: Alle sollen ihre "guten" Anlagen entdecken können (intellektuell, körperlich, dazu zähle ich auch Sex und Gender); so etwas wie Nationen gibts nicht, Verständigung ist möglich (sollten gerade die Christen beherzigen) --> wo ich lebe, gliedere ich mich in Gegenbeheiten ein, zahle Steuern etc; Pässe sind irrelevant; Wirtschaft um jeden Preis ist mittelfristig kein Modell der Zukunft (weder technisch --> Robotik, KI .. noch ökologisch; Tiere zu essen ist nicht mehr der Standard, es wird Protein-Surrogate geben; Menschen werden keine Produktionsfaktoren mehr sein .. Dystopie oder Utopie? Egal. Woke? Nein.

Laurenz

23. Juni 2023 13:14

@Gimli   1. Ja, der Mensch gehört zu den Primaten 2. Nicht nur der Mensch manipuliert(e) den Planeten radikal. Sie extrahieren den Menschen aus der Natur heraus, was dann aber 1. widerspricht. Affen, Löwen, Insekten, sonstwer bringen sich auch gegenseitig um. Das kann man auch als Politik ansehen. Bei den hochentwickelten Delphinen sind all die Sex-Praktiken üblich, die wir als tabu ansehen. Völker & Nationen gibt es zB auch bei Ameisen, die in etwa dieselbe Biomasse, wie die Menschen haben. Mit der Natur haben Sie es also nicht so wirklich, Sie gehen bei des Extraktion des Menschen aus der Natur heraus also von sich aus. Dasselbe gilt auch für Ihre ökonomischen Kenntnisse. Solange die Erdbevölkerung wächst, braucht man ökonomisches Wachstum. Rezession in Deutschland bei einem Bevölkerungszuwachs von 1er Mio. in 2022 funktioniert nicht nachhaltig. Und natürlich braucht man einen Paß. In der Mehrheit der Staaten dieses Planeten, fliegen Sie ohne Papiere postwendend zurück. Natürlich sind wir Prädatoren & essen Fleisch. Aber niemand hat was dagegen, wenn Sie keines essen.

t.gygax

23. Juni 2023 14:01

@gimli "mensch ist affe"
Diese Aussage ist eine schwere Beleidigung für Orange-Utans und Gorillas, deren Sozialverhalten sich wesentlich von dem gewisser "Goldstücke", die sich hier in elementarem Triebleben austoben, unterscheidet.(Ironie muss in der BRD ja kursiv gesetzt werden, was hier technisch leider nicht geht, hihi.....)

Artabanus

23. Juni 2023 14:07

@ Le Chasseur
Natürlich würde einer Sezession Widerstand entgegengesetzt werden, aber um ein Ziel zu erreichen, muss man es zunächst einmal formulieren. Bismarck ist 1871 ohnehin übers Ziel hinausgeschossen, als er den Norddeutschen Bund um 4 süddeutsche Staaten erweiterte und dem ganzen den Namen Deutsches Reich gab. Ein historischer Fehler, den zu korrigieren zumindest angedacht werden sollte.
@ Gimli 
Den Menschen einfach zum Affen deklarieren hat nichts mit Wissenschaft zu tun. Auch wenn wir vieles mit Primaten gemein haben, so geht das menschliche Potential weit darüber hinaus. Sie sollten sich bewusst machen, dass Sie einer extrem antihumanen Ideologie anhängen, die, wenn logisch zu Ende gedacht, in einen Massenmord von unvorstellbaren Dimensionen münden wird.

Volksdeutscher

23. Juni 2023 14:19

@Mboko Lumumbe - "Hätte ich keine Hoffnung, würde ich nichts schreiben." - Wenn Ihre Hoffnung Ihnen mehr bedeutet und Ihrer Meinung nach auch für uns interessanter wäre als die von Ihnen gelieferte defätistisch negative Lageanalyse, dann lassen Sie sie doch bitte sehen. Denn in dem Geschrieben tat sich keine Hoffnung, dafür umso mehr eine abgrundtiefe Schwarzweißmalerei kund.

Gotlandfahrer

23. Juni 2023 15:10

Wer Verfall beklagt, wünscht sich die Voraussetzungen zurück, die ihn bewirkten. These: Noch 1800 gab es wohl weniger, und selbst im ideelen Sinne weniger ausgebildete, jugendliche deutsche Köpfe als heute. Dass es damals besser um die allgemeine geistige Gesundheit stand, ist davon unbenommen wohl richtig. Wäre aber die Anzahl der unverirrten Köpfe entscheidend, die Ameisen würden die Erde beherrschen. Seid nicht bang vor den vielen wertlosen Steinen, sehet die edlen Rubine! Denn man führt ein Unternehmen nicht mittels recht vieler, sondern mittels guter Helfer aus. Wann hat je zuvor ein stattlicher Kern des jungen Volkes erahnen können, wie der Hase tatsächlich läuft? Ich empfehle u.a. die "GutmenschenKeule" und "Antisozialistische Aktion" auf TG, nur ein paar Tausend Abbonnenten, aber wer so drauf ist, braucht keine Angst haben.
Die parlamentarische Welt ist Wirkung, nicht Ursache von Veränderung. Deswegen sollten uns vergreiste Wahlkampfstände nicht grämen. Wäre es anders, stünde am AfD-Stand die ausgreifende Jugend, die schon immer vor platzendem Geltungsdrang angetrieben war (gut so), gäbe es das Problem, das es zu lösen gilt, nicht. Es gäbe dann ein anderes. Die Masse der Jugend muss irren, um zu lernen. 
Die Karten der Welt werden woanders gelegt. Unser Aufrag ist es, zu überleben, durchzuhalten, zu zeigen, dass sie niemals ihr Ziel erreichen. Dann wird alles gut. 

Mboko Lumumbe

23. Juni 2023 15:36

@Volksdeutscher: Haben Sie nichts Langweiligeres aufzuweisen, außer mal wieder Ihren nörgelnden "Defätismus"-Vorwurf? Ein Argument Ihrerseits konnte ich keines erkennen?! Und Sie sprechen hier nicht für alle anderen ("uns") Leser und Schreiber, sondern nur für Sie selbst. Auch wenn Ihnen noch jemand beispringen sollte.
Eine Hoffnung wäre z.B. ein vollständiges Verbot der AfD.

Le Chasseur

23. Juni 2023 15:39

@Artabanus"Natürlich würde einer Sezession Widerstand entgegengesetzt werden, aber um ein Ziel zu erreichen, muss man es zunächst einmal formulieren."
Die Bayernpartei tut das in ihrem Grundsatzprogramm: "Bayern muss in den jetzt entstehenden „Vereinigten Staaten von Europa“ das Recht bekommen, seine Interessen ohne die bisherige Vormundschaft durch Berlin selbst zu vertreten. Zu diesem Zweck wollen wir zu gegebener Zeit einen Volksentscheid über die bayerische Unabhängigkeit herbeiführen."
Bei der bayerischen Landtagswahl 2018 erhielt die Bayernpartei 1,7 Prozent der Stimmen.
Anstatt gleich eine Sezession anzustreben, sollte man erstmal klein anfangen und die Zahlung der GEZ-Zwangsgebühren an den Grünfunk verweigern.

Gracchus

23. Juni 2023 15:52

Ich staune immer wieder, welch herrliche Verse Johannes Bobrowski geschrieben hat. 
Das hilft zwar nichts, aber ich bin es einfach leid, mich permanent an der woken Linken und ihren Themen abarbeiten zu sollen/müssen. Kritik prallt daran ab, man muss eine Gegenwelt schaffen, ein Gegengewicht. 
Auch Werner Bergengruen hat schöne Verse geschrieben, zb "Heile Welt", was ihm Adorno angekreidet hat, weshalb er nach 68 nicht mehr gelesen wurde. 
 
 

Laurenz

23. Juni 2023 16:15

@Artabanus & Le ChasseurNatürlich würde einer Sezession Widerstand entgegengesetzt werden. Bismarck ist 1871 ohnehin übers Ziel hinausgeschossen, als er den Norddeutschen Bund um 4 süddeutsche Staaten erweiterte, dem ganzen den Namen Deutsches Reich gab. Ein historischer Fehler, den zu korrigieren zumindest angedacht werden sollte... Sie Beide denken wohl auch nur bis zu Ihrem Badewannenrand. Natürlich darf man über eine Sezession nachdenken, wie gehabt in Jugoslawien. Bismarcks Fehler lag nicht in der Zunahme süddeutscher Staaten, sondern im Glauben daran, an den Anspruch des Kaisertums der Habsburger nicht vorbeizukommen. Die Mehrheit der Deutschen wollte die Reichsgründung, kann man gut bei Karl May so ganz ohne dessen Phantastereien nachlesen. Er hatte auch kein Problem mit Polen. Pro Kopf zahlen die Hessen am meisten in den Länderfinanzausgleich, auch historisch, die Bayern nicht, als ehemalige Empfänger. Bayern ist deswegen unglücklich als Beispiel gewählt, weil die Franken sofort auch aus Bayern austreten würden. Sachsen oder Thüringen wäre eine Möglichkeit. Slowenien hat auch nur 2 Mio. Einwohner. @Gimli & die Guten hier unsere Lisa aus Ex-Habsburg https://youtu.be/AqwMe1IqAJg

Le Chasseur

23. Juni 2023 16:45

@Laurenz"Sie Beide denken wohl auch nur bis zu Ihrem Badewannenrand. Natürlich darf man über eine Sezession nachdenken, wie gehabt in Jugoslawien."
Natürlich darf man darüber nachdenken. Aber wer soll sie bspw. in Bayern herbeiführen? Die CSU sicher nicht, und die AfD höchstwahrscheinlich auch nicht (aber die kommt eh nicht an der CSU vorbei). Und dann muss einem eben klar sein, dass solch eine Sezession in einem Bürgerkrieg enden kann, Sie haben das Beispiel Jugoslawien ja selber genannt.
Slowenien ist auf dem Papier vielleicht souverän, aber natürlich auch nur Spielball der Großmächte. Und im Gegensatz zu Bayern hat es immerhin noch einen direkten Zugang zum Meer.

Gracchus

23. Juni 2023 16:54

An der woken Moral ist in meinen Augen nichts moralisch. Irgendeine moralische Gesinnung vor sich herzutragen und moralische Forderungen an andere bzw. ein ominöses "Wir" zu adressieren und sich sodann als Social-Media-Mob abzureagieren, um andere mundtot zu machen, entspricht nicht meiner Vorstellung von moralischem Verhalten. Da wir alle Sünder sind, angewiesen auf Vergebung, Barmherzigkeit und Gnade, ist es ohnehin heikel, andere moralisch abzuurteilen. Ich bleibe bei der christlichen Moral, diese entspricht, auch wenn sie natürlich unerfüllbare Anforderungen stellt, dem menschlichen Wesen (oder innersten Sehnen) als Ebenbild und Gleichnis Gottes - zugegeben, betrachtet man den Menschen unter diesem Gesichtspunkt, offenbart diese Sichtweise eine ziemliche Komik, ist also insoweit auch Quelle von Humor, der den Woken natürlich völlig abgeht, wie Böhmermann oder Welke wöchentlich unter Beweis stellen. 
 

Laurenz

23. Juni 2023 18:30

@Le Chasseur @L. ... möchte jetzt die Debatte nicht zu abseits der linksgrünen Holzköpfe, Lutscher & Schwachmaten des Artikels führen. Die Sezessions-Debatte, die Sie & Artabanus führen, legen Sie doch nur deswegen auf den Tisch, weil es unter Merkels Ampel unterirdisch scheiße läuft. Das ist für die arg steuerbelasteten Katalanen auch nicht anders. Die Korsen sind arm, fühlen sich aber auch nicht wirklich als Franzmänner, eher als eine Art Sizilianer. Nordirland ist offensichtlich, Schottland auch. Es geht meist oder auch um materielle Interessen bei Sezessionsfragen. Wenn's gut läuft, wollen alle dabei sein, siehe II. Reich & seine Dynamik. Die CSU in Bayern würde dann eine Sezession in Erwägung ziehen, wenn ihr Führungsanspruch in Frage stünde & dieser mit einer Sezession gesichert wäre. Der Bürgerkrieg, den Sie für Deutschland bei der Sezession Bayerns befürchten, artet wenn, in Straßenschlachten aus. Welche militärischen Einheiten sollten denn einen Bürgerkrieg führen? Solange solch intellektuellen Giganten, wie Scholz & Bärbock dieses Land führen, wird es keine funktionierende Armee geben. Dann haben Sie, wenn, einen Kampf der Polizeikräfte, da sind die der Bayern immer noch die besten.

KlausD.

23. Juni 2023 19:02

@Laurenz  23. Juni 2023 16:15"Bismarcks Fehler lag ... im Glauben daran, an den Anspruch des Kaisertums der Habsburger nicht vorbeizukommen."
Sie meinen sicherlich "Bismarcks Fehler lag im Glauben, am Anspruch des Kaisertums der Habsburger vorbeizukommen". Ein interessanter Gesichtspunkt, habe in dem Zusammenhang vom (noch nicht aufgegebenen) Anspruch der Habsburger allerdings noch nichts gelesen. Vielmehr ist es ja so, daß die Habsburger nach dem verlorenen Krieg 1866 gegen Preußen überhaupt froh sein konnten, als selbständiges Kaiserreich noch zu existieren. Denn gerade Bismarck war es, der den preußischen König davon abgehalten hat, nach der gewonnenen Schlacht von Königgrätz gegen Wien zu marschieren ...

Gimli

23. Juni 2023 19:31

@Laurenz: Sie einen selbstherrlichen, überheblichen Schwadroneur zu nennen, würde sich als Eindruck aufdrängen, wüsste man nicht aus Ihrer eigenen Erzählung, dass Sie immer eine gute Bibliothek aufsuchen, um einen Kommentar und viel mehr noch seinen Autor niederzuschreiben. 
So viel: Des Menschen Umgestaltung des Planeten mit dem der restl Fauna und Flora zu vergleichen, ist möglich, aber im Bezug auf die Zeit ist der Mensch ein einzigartiger Zerstörer. Wie beim Klima. Zitat Bill Clinton: It's the period, stupid! Ein Insektenvolk mit dem Nationen/Gruppen-Konzept des Menschen gleichzusetzen ist auch Unsinn. Dass es immer mehr Wirtschaftswachstum benötigt, dito. Und so muss man jeden Satz Ihrer REplik kopfschüttelnd stehen lassen, weil  - wie bei vielen Polterern - die Antwort einfach zu anstrengend ist. Und nix bringt. 

Ordoliberal

23. Juni 2023 20:11

1/2
Ein großer Teil der Kommentare geht an Herrn Bosselmanns Punkt vorbei. Seine Frage lautet: Wo ist die Jugend? Ohne eine politisch bewegte Studentenschaft hat noch nie ein Staat seine politische Grundströmung verändert. Und genau das muss passieren, damit sich der parlamentarische Erfolg der AfD auch bis in die kleinste und letzte soziale Institution überträgt. Der Transmissionsriemen dafür sind die Intellektuellen. Und die rekrutieren sich aus der Studentenschaft.
Andererseits hat sich die politisch-kulturell aktive Studentenschaft noch nie so in Übereinstimmung mit ihren Eltern, Lehrern, ja sogar mit den Herrschenden selbst, befunden wie heute. Woran liegt das?
Es kann nicht an der materiellen Sicherheit liegen. Die hatten die 68er auch. Überhaupt kommt die selbstbewusste Studentenschaft ja immer aus den gut situierten Schichten.
Aber die 68er hatten noch ein Gefühl der gesellschaftlichen Enge, das Gefühl nicht atmen, und vor allem: keinen Spaß und keinen Sex haben zu können. Das fehlt heute völlig. Die Jugend darf alles. (Und das, was sie nicht darf, will sie gar nicht.) Das erzeugt zwar auch eine diffuse Unzufriedenheit, doch die hat keinen Gegner außer den, den die Verursacher dieser Unzufriedenheit als decoy flare anbieten: die "Rechten".

Ordoliberal

23. Juni 2023 20:29

2/2
Was sollte die Studentenschaft in Zufkunft unzufrieden machen? Aufgrund der demografischen Situation kann sie sich ihre Jobs und Arbeitsbedingungen aussuchen. Probleme mit Migranten haben sie im Seminarraum nicht. Später auch nicht im Büro oder in den Stadtvierteln, in denen sie leben. Sie werden - wie ihre Eltern - Beamte oder leitende Angestellte werden. Das heißt, sie fahren morgens ihre Rechner hoch, erhalten ihren Tagesbefehl und führen ihn aus. Sie sind gewohnt zu tun, was "die da oben" sagen, auch wenn es offensichtlicher Quatsch ist, denn es wirkt sich weder auf ihr Einkommen noch auf ihre Freizeit aus. Man gewöhnt sich schnell an einen kafkaesken Büroalltag, wenn der Rest stimmt: Nette Kollegen, gutes Essen in der Kantine, zweimal im Jahr Urlaub.
Wer jung ist, sieht den Schimmel in den Ecken der Wohnung nicht. Er spürt nicht, wie Substanz verbraucht wird, wie Institutionen vergehen, ohne durch etwas Gleichwertiges ersetzt zu werden. Er erst in den Tag, dann für den Tag. Er zahlt doch in die Rente ein! Wozu Sorgen machen?
"How did you go bankrupt?" - "Two ways. Gradually, then suddenly.” (Ernest Hemingway, The Sun Also Rises.)
Für unsere Generation verläuft der Zusammenbruch gradually. Für die nächste wird er suddenly kommen.

Le Chasseur

23. Juni 2023 20:31

@Laurenz"Der Bürgerkrieg, den Sie für Deutschland bei der Sezession Bayerns befürchten, artet wenn, in Straßenschlachten aus. Welche militärischen Einheiten sollten denn einen Bürgerkrieg führen? Solange solch intellektuellen Giganten, wie Scholz & Bärbock dieses Land führen, wird es keine funktionierende Armee geben."
Ich hatte oben bereits erwähnt, dass unsere transatlantischen "Freunde" bei einer Sezession Bayerns vermutlich nicht tatenlos zusähen. Oder die EU.

MarkusMagnus

23. Juni 2023 20:42

@ ordoliberal
Wieso stellen sich die "Rechten" nicht einfach mal hin und fordern die komplette Freigabe von Hanf?
Ich rede nicht nur von dem relativ harmlosen Genussmittel Cannabis, sondern vor allem von Nutzhanf. Sehr nützlich, wie der Name schon sagt.
Würde das der AFD wirklich schaden, wenn sich ein Björn Höcke hinstellt und fordert:
Gebt das Hanf frei?
Oder hätte die AFD nicht nächste Woche dadurch 25% an Umfragewerten? 
Rechts sein muss auch Spaß machen dürfen. Viele Linke sind enttäuscht, weil es mit der Legalisierung von Cannabis durch die Ampel anscheinend nichts wird.
Gebt das Hanf frei!!

Volksdeutscher

23. Juni 2023 21:37

@Bosselmann - "Man mag von der Rechten und der AfD halten, was man will..." - Diese Redewendung hört man immer wieder, befremdend ist nur, daß man sie auch hier auf SiN hört. Aber wozu dieses taktisches Ausweichen, als ob man gezwungen wäre, seine positive Meinung und/oder Haltung zur AfD so äußern zu müssen? Diese Redewendung ist überflüssig, finde ich, man sollte sie sich abgewöhnen und links liegen lassen.
@Mboko Lumumbe - Nichts ist langweliger, als Defätismus, glauben Sie mir. Und er ist auch noch kontraproduktiv. Ich gehe im übrigen mit der Analyse Heino Bosselmannns im Großen und Ganzen konform, daher meine Zurückhaltung. Und wenn ich "uns" benutzte, dann hatte das den auch für Sie (an)erkennbaren Grund, daß keiner von uns Kommentatoren hier Monologe führt, sondern daß er sich mit seinen Gedanken an eine Öffentlichkeit wendet, zu der nicht nur ich gehöre. 
 

Volksdeutscher

23. Juni 2023 21:43

@Mboko Lumumbe - Ja, im Sinne Ihrer Prophezeiung würde sie zwangsläufig scheitern, nur, der Entwurf einer vorgestellten Wirklichkeit von morgen ist nicht die geschehene Wirklichkeit von morgen. Denken Sie bitte an die englische UKIP mit Nigel Farage, die niemals eine Regierung gestellt hatte und den für Großbritannien folgenschweren BREXIT dennoch herbeiführte. Ja, ich weiß, aus A folgt nicht zwangsläufig B. Aber es kann! Die öffentlichen Bekenntnisse zur AfD lassen sich gewiß vermissen, aber das ist nicht der Fehler der AfD, und das wissen Sie genauso wie ich. Handeln kann man auch ohne groß Bekenntnisse abzulegen. Die mentale und physische Faulheit der Vielen wäre auch nichts Neues. Darüber hinaus verfügen wir über keine zuverlässigen Statistiken über die politische Aktivität der Bürger. Klar, angesichts der denunziatorischen und diktatorischen Stimmung in der Gesellschaft bleiben die Leute in Deckung. Aber wer in der Deckung mit eingezogenem Kopf wartet, hat noch lange nicht desertiert.

Laurenz

23. Juni 2023 22:25

@Gimli @L.
Sie haben recht, ich recherchiere viel, weil ich Sachverhalte meist nur ungefähr im Kopf habe. Ein Vulkan der Stärke 5 bläst so viel Feinstaub in die Luft, wie alle KFZ des Planeten in 3 Jahren. Der größte Feinstaubproduzent überhaupt ist der Wald. 96% allen CO2s, welches produziert wird, ist natürlicher Herkunft. Da der Mensch für Sie also ein Störrfaktor darstellt, wollen Sie das Problem mit einem Genozid lösen, oder wie dürfen wir uns das vorstellen? Ob man durch einen Meteoriten-Einschlag ein Artensterben feststellen kann oder durch den Menschen, macht was für einen Unterschied? Werden Sie doch mal konkret. 

Waldgaenger aus Schwaben

23. Juni 2023 22:46

Die sieben Todsünden sind schlechte Charaktereigenschaften, die andere Sünden hervorbringen. Deshalb bezeichnet die katholische Theologie sie auch als Wurzelsünden.
Die Wurzelsünde des Deutschen Volkes ist die Staatsgläubigkeit. Doch Charakterschwächen können überwunden werden. Ich sehe die Deutschen da auf einem guten Weg.

Eo

24. Juni 2023 01:04

.Den zu Beginnals Erklärung beigebrachten Verdacht namens 'Minderwertigkeitskomplex' hege ich auch schon länger, sintemal dieser so einiges, wenn nicht noch weitaus mehr, in Sachen Persönlichkeitsstruktur, die allzu oft bei Linken, Woken, Perversen und anderen Exzentrikern vorzufinden ist, erklären dürfte.  Und um dies auch etwas griffiger darzutun, füge ich noch diesen Apho bei ....
.Rangstreitigkeiten oder die Unruh der Uhr des Lebens
Das Schlechte wird dadurch zum Bösen, weil es dem Guten den Vorrang neidet.
So zumindest geben viele Märchen diesen uralten Konflikt wieder. 
Denn um sich an die Stelle des Guten zu setzen, ist das Schlechte leider nun einmal gezwungen, dafür krumme Wege einzuschlagen, faustdicke Lügen zu verbreiten wie auch allerlei linke, also miese Tricks anzuwenden. .
https://neue-spryche.blogspot.com/2023/06/langsam-wieder-anfuttern.html
 
 

Laurenz

24. Juni 2023 05:50

@KlausD. @L. ... Österreich außen vor zu lassen, war in meinen Augen falsch, so, wie es falsch war, daß teure Bosnien nicht gleich im ungeliebten Berliner Abkommen von 1878 den Serben zu überlassen, um damit den Druck auf die westlichen Entente-Mächte zu erhöhen. Die Entente hatte es 1907, bzw. 1914 eh gebrochen.
@Gracchus ... Gestern schrieb ich erst Beiersdorf an, daß die sich ihre Bunte Nivea-Kreme in diesem Leben von nun an selbst in die Haare schmieren können. Abgesehen davon, daß LGB, also Bis, Schwule & Lesben von QTIA+ mißbraucht werden, wie Sven Tritschler exakt formuliert, ist das nur die halbe Miete. Da ich mich ab & an mit Geldanlagen auseinandersetzen muß, werde ich häufig in Umfragen gefragt, ob ich mich für nachhaltige Investments interessiere, wie auch Öko-Strom etc. Gerade der Relotius fragt das mit Civey ständig ab & die paar Relotius-Leser sind im Schnitt wohlhabender, also linker im Vergleich zum großen Rest. Also wissen die Kampagnen-Auftraggeber des Relotius genau darüber Bescheid, daß die ganze Kohle, die in den Wokeismus gesteckt wird, zum Schornstein hinaus fliegt & zu diametralen Ergebnissen führt. Wenn nicht irgendwer Ron DeSantis vorher umnietet, wird der irgendwann Präsident der USA werden. Das hatte ich, wenn ich mich recht erinnere, schon vor 4 Jahren geschrieben.

Maiordomus

24. Juni 2023 06:56

@Bosselmann.  Ich relativierte neulich Ihre intellektuellen Leistungen im Vergleich zum verstorbenen G.K. Kaltenbrunner, komme nun aber nicht umhin, Ihnen für Ihre bis jetzt kompakteste intellektuelle analytische Leistung zu gratulieren, das hatte nachgerade Kaltenbrunner-Format. Einzige Einschränkung betr. das Anti-Individualistische der Linken, hier hätten Sie genauer sein können.  Die Linken sind in vielen Bereichen sogar geradezu extrem indidualistisch, etwa der Anspruch, für das Kollektiv Opfer zu bringen , wird nicht nur in Sachen Militär zurückgewiesen, auch  ist nie gemeint, dass man Flüchtlinge wie im 19. Jhd. bei liberalen Oppositonellen üblich bei sich persönlich aufnimmt. Auch die Kosten des Klimawandels sollen gefälligst "die Reichen" bezahlen. Kaltenbrunner ist aufgefallen, dass zur linken Ideologie, siehe Abtreibung, ein extremer atomisierender Indidividualismus gehört, dessen soziale Kosten dann  anonym bzw. klassenkampforientiert kollektiviert werden. Es ist also eine doppelte Abweichung von der aristotelischen Mitte sowohl in Richtung perversen Individualismus und Egoismus als auch die Anspruchsgesellschaft, das Kollektiv betreffend. Sonst aber: treffliche Analyse, hätte Goethe gesagt. 

Maiordomus

24. Juni 2023 07:12

@Laurenz. Haben Sie gewusst, dass der "Prolet" Andreas Baader der Sohn eines früh verstorbenenen gefallenen Mitarbeiters der elitärsten Zeitschrift der deutschen konvervativen Rechten aller Zeiten war, nämlich der Weissen Blätter? Dort publizierten Jochen Klepper, Reinhold Schneider, Werner Bergengruen , Ida Friederike Görres Coudenhove, Klaus Bonhoeffer und andere Nichtnazirechte mit viel Mut. Chefredaktor war der Grossonkel oder Urgrossonkel der Polit-Null Guttenberg, der mit der geölten Frisur und den vielen Vornamen und der korrupten Diss., die noch als Plagiat nicht besser als knapp genügend verdient hätte, aber die Maximalnote bekam. Publizist Freiherrr Karl Ludwig von und zu Guttenberg wurde indes im Nachgang zum 20. Juli hingerichtet und war wirklich eine grosse Nummer. Baaders Vater veröffentlichte ca. 1942/43 in den Weissen Blättern einen Aufsatz über Stifter. Vom Milieu her war also A. Baader sicher nicht das Gegenteil von Meinhof und klar über dem Niveau von Metzgerssohn Joschka Fischer, was übrigens vom Milieu her eher eine rechte Laufbahn oder bürgerliche Karriere hätte versprechen müssen. Sartre besuchte freilich Baader im Knast und scheint von dessen Niveau enttäuscht gewesen zu sein. Nach wie vor von den RAF-Leuten verdiente schon damals aber Horst M. Respekt, intellektuell mit Ansprüchen, trotz leider wirrer Hegel-Interpretation.

Maiordomus

24. Juni 2023 07:17

@Waldgänger. Mit dem Begriff "Wurzelsünden" , wohl nicht von Ihnen geprägt, korrigieren Sie den weniger geniessbaren Begriff "Todsünden", indem Sie auf den Sinn des Begriffs hinweisen, weniger auf den Einschüchterungscharakter. Dass etwa Ehebruch eine "Todsünde" sei, macht heute kaum mehr jemandem Eindruck, aber gerade auch dort stimmt das mit den Wurzelsünden, wobei nach Kant und auch Reinhold Schneider die Lüge die absolute Wurzelsünde ist, gerade der Betrug in Beziehungen funktioniert so gut wie nie ohne die Lügnerei. 

Maiordomus

24. Juni 2023 07:21

@Gimli. Was Sie schreiben im Zusammenhang mit "woke" bleibt Fragment. Wenn schon, sollten Sie sich der Frage der Freiheit stellen, es gibt natürlich *keine Freiheit ohne Mass, ohne Opfer, ohne den Glanz der Freude", schrieb Reinhold Schneider in "Winter im Wien", dem wohl bedeutendsten literarischen Werk der 50er Jahre aus nichtlinker Sicht. . Woke macht jedoch nicht gerade diesen Eindruck. 

tearjerker

24. Juni 2023 08:40

Schön, dass der Beitrag an Onkel Teds Einlassungen zu Minderwertigkeitskomplexen und Übersozialisierung erinnert. Die Konsequenzen sind das Streben nach Versorgungs-und Statusgarantien um die sich linke Politik rund um die Uhr dreht. Die Tonalität (Gefühligkeit) und Begriffe (Gleichheit) der Auseinandersetzung werden von den 66% gesetzt, Frauen und Alte. Am Ende laufen dann überall 80jährige in Stones-T-Shirts und mit verblichenen Tatoos herum und eine übergewichtige Parteivorsitzende wird ins Amt gebracht, weil die Greise und Wählerinnen insgeheim nach Bestätigung dafür suchen, dass sie so fett nun auch wieder nicht sind. Deshalb muss es auch weiter Rassisten, Volksverhetzer usw. geben, denn Rechte sind in diesem Spiel nur Synonyme für die Gruppe mit dem niedrigsten sozialen Status. Asoziale, weil sie bereit sind Differenz und Hierarchie zu akzeptieren oder auch nur anzustreben (ökonomischer Erfolg, gute Noten usw). 

Franz Bettinger

24. Juni 2023 13:53

@Volksdeutscher: Ihre Kommentare schätze ich fast immer. Aber warum war der BREXIT für Großbritannien folgenschwer? Ist nicht das Gegenteil dessen eingetreten, was die Lügenpresse in Endlosschleife posaunt hat: "Das Chaos ist programmiert. 3000 Regeln & Gesetze müssen neu verhandelt werden." Ich habe damals auf SiN vorhergesagt: "Es wird nur eine Regel geben; die lautet: Alle Regeln zwischen EU und UK gelten weiter bis auf die, die neu verhandelt werden.“ Genau so ist es gekommen. (Sorry für meine Fehlplazierung dieses Kommentars im falschen Strang.)

Andreas Stullkowski

24. Juni 2023 14:55

Eine gute Beschreibung.Das ist die Stadt; das ist das Land. Das ist die Lage. Man kann noch ergänzen: die Berliner Republik hat bereitwillig die Hauptanliegen herausgestellt, die die woke Bewegung übernommen hat.Im Gegenzug übernimmt die woke Bewegung aber auch bereitwillig die Hauptanliegen der politischen Machthaber, wie einen Hygiene-Terrorismus oder die Eskalation des Ukraine Krieges (und sicherlich auch kommender Kriege) einhergehend mit der Stärkung der Pharma- und der Kriegsindustrie.Und auch dem digitalen Zentralgeld werden sie, notfalls mit Gewalt, unterstützen, einhergehend mit einer prinzipiellen Ablehnung von nicht-staatlichen Geldsystemen wie Bitcoin.

Laurenz

24. Juni 2023 15:58

@Maiordomus @L. ...Hatte überlegt, ob ich Ihnen antworten soll. Von den bekannten Leuten des konservativen Widerstands im III. Reich, gewann einzig nur Admiral Canaris die richtige Erkenntnis, was Ihn leider nicht mehr rettete. Auch Hitler selbst generierte erst recht spät dieselbe Erkenntnis, auch wenn besser spät als nie, hier nicht mehr ziehen konnte. Hitler war für die alliierten Kriegsziele vollkommen egal, ebenso seine Beseitigung. Von daher ist es nicht weit her mit Ihrer Crème de la Crème des konservativen Widerstands. Ich, persönlich, Maiordomus, kann die Begriffsstutzigkeit deutscher Politiker oder Offiziere, was den totalen Vernichtungswillen der Entente/Allierten angeht, der ja bereits vor dem I. Weltkrieg in Fragmenten offensichtlich wurde, nicht begreifen.

Volksdeutscher

24. Juni 2023 18:13

@Franz Bettinger - Danke für Ihre werte Bemerkung. Mit "folgenschwerem BREXIT" habe ich gemeint, daß dieser Schritt für Großbritannien einer war, der von seiner Art und seinem Wesen nach in der Regel nicht zweimal innerhalb von hundert Jahren in der Existenz eines Staates erfolgt. Ich bezog mich mit meiner Formulierung auf die geschichtliche Existenz von Großbritannien und nicht auf das Verhältnis zwischen ihm und der EU. Sowohl Beitritte als auch Austritte dieser Größenordnung sind Grenzmarkierungen von epochaler Bedeutung im politischen Leben eines Staates, daher die Emphatisierung des Schrittes meinerseits durch das Wort "folgenschwer".

Ein Fremder aus Elea

24. Juni 2023 20:09

Die woke Linke ist eine amerikanische Erscheinung. Außer ihr gab es in Amerika nur die den Weltfrieden predigende, mit einigen trotzkistisch an die Benachteiligung der Afrikaner appellierenden Tendenzen.

Muß man alles importieren? Insbesondere, wenn es ein Gut ist, für dessen Qualität der Exporteur nicht gerade bekannt ist? Muß man doch nicht, oder? Oder umgekehrt gefragt: In welchem Rahmen müßte man es?

Laurenz

25. Juni 2023 04:35

@Ein Fremder aus Elea  .... Die Amis wurden genauso auf dem falschen Fuß erwischt, wie wir, was das woke Movement angeht. Bill Burr, der mit einer Schwarzen verheiratet ist, erklärt das hier aus seiner Sicht. https://youtu.be/O1xgXJ5_Q34

KlausD.

25. Juni 2023 08:30

@Laurenz  24. Juni 2023 05:50
"Österreich außen vor zu lassen ... falsch"
Das Problem liegt tiefer, denke ich. Die Habsburger haben sich nie wirklich für den armen Norden des Reiches interessiert, was der Nährboden für Luthers Reformation wurde. Selbst nach 30 Jahren Krieg hat es der katholische Kaiser in Wien nicht geschafft, das Rad zurück zu drehen und das Reich zu einigen. Dann der aufmüpfige Jungspund Friedrich II. und sein Griff nach Schlesien, was den Hass in Wien noch steigerte. Unter der französischen Fremdherrschaft hatte Preußen am meisten zu leiden. Was blieb war die Arroganz der Habsburger, die sich nie hätten träumen lassen, zusammen mit ihren deutschen Verbündeten das Kräftemessen mit den verachteten Preußen zu verlieren. Trotzdem hat Bismarck sie nicht außen vor gelassen, sondern sie vertraglich an Deutschland gebunden. Leider kam dann der zum Staaten lenken ungeeignete Wilhelm II.

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