Zehn Jahre AfD – eine Chronik

PDF der Druckfassung aus Sezession 112/ Februar 2023

 

 2013

  1. Febru­ar: Von Bun­des­kanz­le­rin Mer­kels Eu­ro­pa- und Finanz­po­li­tik ent­täuscht, ­grün­de­ten unter ande­rem Bernd Lucke, Alex­an­der ­Gau­land und Kon­rad Adam im Sep­tem­ber 2012 die »Wahlalter­native 2013«. Dar­aus wird am 6. Febru­ar im hes­si­schen Ober­ur­sel die Par­tei Alter­na­ti­ve für Deutsch­land (AfD). Dem ers­ten Vor­stand gehö­ren neben Lucke die säch­si­sche Unter­neh­me­rin Frau­ke Petry, das Ex-FDP-Mit­glied ­Dag­mar Metz­ger sowie Gau­land und Adam an.

 

  1. März: Zu einer ers­ten Infor­ma­ti­ons­ver­an­stal­tung in Ober­ur­sel kom­men rund 1300 Inter­es­sier­te. Gela­den hat­ten neben Lucke, Adam und Gau­land auch der Euro-Kri­ti­ker Joa­chim ­Star­bat­ty und Bea­trix von Storch von der »Zivi­len Koalition«.

 

  1. März: Grün­dung des baye­ri­schen Lan­des­ver­bands, der bis zum 12. Mai die Grün­dun­gen der 15 wei­te­ren Lan­des­ver­bän­de folgen.

 

  1. April: In Ber­lin trifft sich die AfD zu ihrem ers­ten Bun­des­par­tei­tag. Dort wer­den unter ande­rem der Antritt zur Bun­des­tags­wahl im Sep­tem­ber sowie ein ers­tes Wahl­pro­gramm beschlos­sen. Zudem wird der Bun­des­vor­stand gewählt. Er setzt sich aus den drei Spre­chern Bernd Lucke, Frau­ke Petry und Kon­rad Adam sowie den Stell­ver­tre­tern Alex­an­der Gau­land, Roland Klaus und Patri­cia Casa­le zusammen.

 

 

Jeder par­tei­po­li­ti­sche Ansatz, der ­aus­drück­lich »von rechts« käme, steht einer geschlos­se­nen ­Abwehr­front gegen­über. Das klas­si­sche »rech­te ­Lager« ist am Ende. Es war logisch, daß eine ­Alter­na­ti­ve, die Chan­cen haben will, die Schweige­spirale zu durch­bre­chen, aus der »Mit­te der
­Gesell­schaft« kom­men muß­te und daß ­Akteu­re ­auf­tre­ten wer­den, mit denen bis dahin kei­ner ­rech­ne­te. Die Lage ist jetzt da.

Die­ter Stein (Jun­ge Frei­heit) im Inter­view mit der Sezes­si­on 53, April 2013

 

  1. Juni: Grün­dung der Jugend­or­ga­ni­sa­ti­on Jun­ge Alter­na­ti­ve (JA) in Darm­stadt. Ers­ter Bun­des­vor­sit­zen­der wird Tors­ten Heinrich.

 

  1. August: AfD-Chef Lucke wird bei einer Wahl­ver­an­stal­tung in Bre­men von Links­extre­mis­ten ange­grif­fen. In den kom­men­den Jah­ren wer­den zahl­rei­che AfD-Mit­glie­der, dar­un­ter füh­ren­de Funk­tio­nä­re und Spit­zen­po­li­ti­ker, Opfer links­extre­mer Atta­cken. Die Über­grif­fe rei­chen von Farb- und Brand­an­schlä­gen auf Wohn­häu­ser und Pri­vat­fahr­zeu­ge bis hin zu schwe­ren Körperverletzungen.

 

  1. Sep­tem­ber: Bei der Bun­des­tags­wahl erreicht die AfD aus dem Stand 4,7 Pro­zent (2,1 Mil­lio­nen Zweit­stim­men) und ver­paßt damit nur knapp den Ein­zug ins Par­la­ment. Bei der gleich­zei­tig statt­fin­den­den hes­si­schen Land­tags­wahl erzielt sie 4,1 Pro­zent (126 906 Zweitstimmen).

 

  1. Okto­ber: Auf Initia­ti­ve von Lucke wird ein Auf­nah­me­stopp für ehe­ma­li­ge Mit­glie­der von Rechts­par­tei­en sowie rech­ter oder als extre­mis­tisch gel­ten­der Orga­ni­sa­tio­nen beschlos­sen. Die Maß­nah­me rich­tet sich vor allem gegen eins­ti­ge Mit­glie­der der Par­tei »Die Freiheit«.

 

 

2014

  1. Janu­ar: Bei ihrem Par­tei­tag in Aschaf­fen­burg stellt die AfD ihre Lis­te für die Euro­pa­wahl auf. Lucke wird zum Spit­zen­kan­di­da­ten gewählt. Auf den Plät­zen danach fol­gen Hans-Olaf Hen­kel, Bernd Köl­mel, Bea­trix von Storch, Joa­chim Star­bat­ty und Ulri­ke Trebesius.

 

Im Janu­ar grün­det sich auf Initia­ti­ve von Hans-Tho­mas Till­schnei­der die Patrio­ti­sche Platt­form, ein Zusam­men­schluß von Mit­glie­dern und Freun­den der AfD, die die Inter­es­sen des eig­nen Lan­des und Vol­kes wie­der in den Mit­tel­punkt der Poli­tik stel­len wol­len. Auch will sie ver­hin­dern, daß aus der AfD eine zu »gemä­ßig­te« Schein­al­ter­na­ti­ve wird. Am 21. Sep­tem­ber 2018 gibt Till­schnei­der die Auf­lö­sung des Ver­eins bekannt, da sich die Platt­form über­lebt und ihre Zie­le größ­ten­teils erreicht habe. Zudem wol­le man den Ver­fas­sungs­schutz­be­hör­den kei­ne Angriffs­flä­che bieten.

 

 

Die Stel­lung einer Par­tei wie der »Alter­na­ti­ve für Deutsch­land« ist sym­pto­ma­tisch. Die­ser Ver­such, den gesun­den Men­schen­ver­stand zu orga­ni­sie­ren, setzt auf die Mobi­li­sie­rung der Mit­te, was ange­sichts der bestehen­den Kräf­te­ver­hält­nis­se die ein­zig denk­ba­re Opti­on für ein ande­res poli­ti­sches Han­deln ist. Was pas­siert, sobald die­se Mobi­li­sie­rung gelingt, steht auf einem ganz ande­ren Blatt und hängt wesent­lich davon ab, ob sich die Ent­wick­lung zuspitzt oder nicht.

Karl­heinz Weiß­mann: »Geduld! – Lage und ­Mög­lich­kei­ten der Neu­en Rech­ten«, in: Sezes­si­on 55, August 2013

 

 

22./23. März: Die AfD beschließt auf ihrem Bun­des­par­tei­tag in Erfurt ihr Europawahlprogramm.

 

  1. Mai: Bei der Euro­pa­wahl erreicht die AfD 7,1 Pro­zent und zieht mit sie­ben Abge­ord­ne­ten in das EU-Par­la­ment ein.

 

  1. August: Bei der Land­tags­wahl in Sach­sen kommt die AfD aus dem Stand auf 9,7 Pro­zent und zieht erst­mals in ein Lan­des­par­la­ment ein.

 

 

Die AfD kommt aus der bür­ger­li­chen Mit­te und hat den­noch Panik ver­brei­tet, und zwar nicht der bür­ger­li­chen Mit­te wegen, son­dern, weil ein Teil die­ser Mit­te das Ver­sa­gen eben­die­ser Mit­te nicht mehr mit­an­se­hen konn­te. Wozu jetzt denen nach­ge­ben, die wei­ter­hin bei der CDU sind oder eben­so­gut wie­der dort sein könn­ten (oder dort sogar schon waren)? Ent­we­der man ist eine Alter­na­ti­ve oder nicht.

Götz Kubit­schek auf sezession.de am 16. Sep­tem­ber 2014

 

  1. Sep­tem­ber: In Bran­den­burg erringt die AfD mit 11,2 Pro­zent und in Thü­rin­gen mit 10,6 Pro­zent zwei­stel­li­ge Ergeb­nis­se. In Thü­rin­gen ist Björn Höcke seit­her Frak­ti­ons­chef und damit heu­te der am längs­ten amtie­ren­de AfD-Poli­ti­ker in die­sem Amt.

 

Mit­te Okto­ber gibt Hein­rich Weiss, Auf­sichts­rats­chef eines Maschi­nen­bau­un­ter­neh­mens mit Mil­li­ar­den­um­satz und wie Hen­kel Ex-BDI-Chef, sei­ne Unter­stüt­zung für die AfD bekannt und for­dert umge­hend nicht nur einen wirt­schafts­li­be­ra­len Kurs in der AfD, son­dern auch, daß man »die Rech­ten wie­der aus­schwit­zen« müs­se, um »mit­tel­fris­tig erfolg­reich zu bleiben«.

 

 

2015

  1. Febru­ar: Die AfD zieht mit 6,1 Pro­zent in die Ham­bur­gi­sche Bür­ger­schaft ein. Auch in Bre­men gelingt im Mai der Sprung in die Bür­ger­schaft – knapp zwar, aber immerhin.
  2. März: Auf Initia­ti­ve des Thü­rin­ger Lan­des- und Frak­ti­ons­chefs Björn Höcke sowie des Lan­des­spre­chers von Sach­sen-Anhalt, André Poggen­burg, grün­den meh­re­re Funk­tio­nä­re des natio­nal-kon­ser­va­ti­ven Lagers der Par­tei den Zusam­men­schuß »Der Flü­gel« und ver­ab­schie­den die Erfur­ter Reso­lu­ti­on. Dar­in war­nen sie, die AfD dür­fe sich dem »eta­blier­ten Poli­tik­be­trieb« nicht zu sehr anpas­sen. Wenn das Pro­jekt AfD nicht Gefahr lau­fen wol­le zu schei­tern, müs­se die Par­tei wei­ter­hin mit vol­lem Ein­satz für eine »grund­sätz­li­che poli­ti­sche Wen­de in Deutsch­land« eintreten.

 

 

Aus­ge­rech­net in der Jun­gen Frei­heit (12/2015, Sei­te 15) gibt Karl­heinz Weiß­mann der AfD die mah­nen­den Wor­te mit auf den Weg: »Die Alter­na­ti­ve wird kaum als Alter­na­ti­ve funk­tio­nie­ren, wenn ihre Spit­ze sich den Sno­bis­mus der Alt­par­tei­en gönnt, das heißt immer ein gutes Stück wei­ter links als die Basis steht.«

Erik Leh­nert auf sezession.de am 18. März 2015

 

Es gibt kei­ne Alter­na­ti­ve im Eta­blier­ten, sagen die Unter­zeich­ner. Bernd Lucke steht fas­sungs­los vor
so viel sinn­lo­ser Leidenschaft.

Götz Kubit­schek auf sezession.de am 22. März 2015

 

  1. Mai: Der Bun­des­vor­stand beschließt, ein Amts­ent­he­bungs­ver­fah­ren gegen den Thü­rin­ger Lan­des- und Frak­ti­ons­chef Björn Höcke ein­zu­lei­ten. Grund sind Aus­sa­gen Höckes, man kön­ne nicht jedes ein­zel­ne NPD-Mit­glied auto­ma­tisch als extre­mis­tisch ein­stu­fen. Das Ver­fah­ren endet zuguns­ten Höckes.

 

  1. Mai: Auf Betrei­ben Luckes grün­det sich der Ver­ein »Weck­ruf 2015«. In ihm sol­len sich libe­ra­le AfD-Mit­glie­der sam­meln. Zu sei­nen Mit­strei­tern zäh­len die EU-Abge­ord­ne­ten Hans-Olaf Hen­kel, Bernd Köl­mel und Ulri­ke Trebesius.

 

  1. Mai: Der Bun­des­vor­stand lehnt die »Weckruf«-Initiative ab. Die Mehr­heit der Vor­stands­mit­glie­der miß­bil­ligt die Grün­dung des Vereins.

 

Im Juni spitzt sich vor dem anste­hen­den Bun­des­par­tei­tag in Essen der Rich­tungs­streit in der AfD wei­ter zu. Par­tei­chef Lucke will sei­nen Kurs fort­setz­ten und warnt davor, aus der AfD »eine Art Wut- und Pro­test­par­tei« zu machen. Sei­ne Co-Che­fin Frau­ke Petry hin­ge­gen wirft Lucke vor, War­nun­gen vor einem angeb­li­chen Rechts­ruck ledig­lich dazu zu nut­zen, par­tei­in­ter­ne Riva­len zu diskreditieren.

 

4./5. Juli: Auf dem Par­tei­tag in Essen unter­liegt Lucke in einer Kampf­ab­stim­mung Petry. Neu­er Co-Spre­cher wird der stell­ver­tre­ten­de Lan­des­vor­sit­zen­de von Baden-Würt­tem­berg, Jörg Meu­then, der gemäß Gau­land den wirt­schafts­li­be­ra­len Flü­gel im Vor­stand ver­tre­ten soll. Lucke deu­tet dar­auf­hin sei­nen Par­tei­aus­tritt an.

  1. Juli: Bernd Lucke tritt aus der AfD aus. In der Fol­ge ver­liert die Par­tei rund 15 Pro­zent an Alt­mit­glie­dern, was sie aber durch einen wach­sen­den Zulauf im Zuge der sich zuspit­zen­den Asyl­kri­se kom­pen­sie­ren kann.

 

  1. Juli: Lucke grün­det mit meh­re­ren Mit­strei­tern aus dem »Weckruf«-Verein die Par­tei Alli­anz für Fort­schritt und Auf­bruch (ALFA). Sie wird erfolg­los blei­ben und sich nach einem ver­lo­re­nen Rechts­streit um den Namen in Libe­ral-Kon­ser­va­ti­ve Refor­mer (LKR) umbe­nen­nen. Bei der Euro­pa­wahl 2019 errei­chen die LKR 0,1 Pro­zent, bei der Bun­des­tags­wahl 2021, bei der sie nicht flä­chen­de­ckend antre­ten, rund 0,02 Prozent.

 

  1. Okto­ber: Mut­maß­lich links­extre­me Täter bre­chen in den Fir­men­sitz des AfD-Lan­des­chefs von Sach­sen-Anhalt, André Pog­gen­burg, in Stö­ßen ein und ver­wüs­ten ihn. Tags dar­auf wird in Ber­lin das Fahr­zeug der stell­ver­tre­ten­den AfD-Vor­sit­zen­den Bea­trix von Storch in Brand gesetzt.

 

  1. Novem­ber: Das Con­gress Hotel in Han­no­ver stor­niert die Zim­mer­bu­chun­gen zahl­rei­cher AfD-Mit­glie­der für den anste­hen­den Bun­des­par­tei­tag aus Sor­ge um das »öffent­li­che Anse­hen des Hotels«. Auf die­sem Bun­des­par­tei­tag wird die JA als Jugend­or­ga­ni­sa­ti­on anerkannt.

 

 

 

 

2016

  1. April/1. Mai: Auf ihrem Bun­des­par­tei­tag in Stutt­gart beschließt die AfD in Anwe­sen­heit von rund 2000 Mit­glie­dern ihr Grund­satz­pro­gramm. Wäh­rend des Par­tei­tags kommt es in Stutt­gart zu teils hef­ti­gen links­extre­men Kra­wal­len. Nur weni­ge Tage spä­ter for­dert der stell­ver­tre­ten­de SPD-Bun­des­vor­sit­zen­de Ralf Ste­g­ner auf Twit­ter: »Man muß Posi­tio­nen und Per­so­nal der Rechts­po­pu­lis­ten atta­ckie­ren, weil sie gest­rig, into­le­rant, rechts­au­ßen und gefähr­lich sind!«

 

  1. März: Bei den Land­tags­wah­len in Baden-Würt­tem­berg und Rhein­land-Pfalz kommt die AfD auf 15,1 bzw. 12,6 Pro­zent. Bei der Land­tags­wahl in Sach­sen-Anhalt wird sie mit 24,3 Pro­zent zweit­stärks­te Kraft hin­ter der CDU. Spitzen­kandidat Pog­gen­burg holt, eben­so wie 14 wei­te­re AfD-Kan­di­da­ten, ein Direktmandat.

 

  1. Juli: Nach einem Streit um Publi­ka­tio­nen des ­baden-würt­tem­ber­gi­schen AfD-Land­tags­ab­ge­or­d­­ne­ten Wolf­gang Gede­on spal­tet sich die dor­ti­ge Frak­ti­on. Frak­ti­ons­chef Meu­then hat­te zuvor den Aus­schluß Gede­ons gefor­dert und für den Fall, daß dies nicht gesche­he, mit sei­nem eige­nen Aus­tritt gedroht. Der Bun­des­vor­stand erklärt, nur die Grup­pe um Meu­then anzu­er­ken­nen. Im Okto­ber 2016 ver­ei­nen sich bei­de Grup­pen wie­der zu einer Landtagsfraktion.

 

 

Ob Jörg Meu­thens frü­he Fest­le­gung »ent­we­der ­Gede­on oder ich« poli­tisch klug war, dar­über kann man in der Tat strei­ten, undenk­bar aber, daß der Frak­ti­ons­vor­sit­zen­de und Bun­des­spre­cher in einem sol­chen Fall erst ein­mal das Ergeb­nis eines »ent­schleu­nig­ten Ver­fah­rens« abwar­te­te. Wir wol­len Deutsch­land ver­än­dern, ja, aber es wäre eine gefähr­li­che Hybris zu mei­nen, wir könn­ten dabei die ele­men­tars­ten Regeln der Poli­tik ignorieren.

Marc Jon­gen, damals MdL in Baden-Würt­tem­berg, im Gespräch mit der Sezes­si­on am 30. Juni 2016

 

  1. Juli: Links­extre­mis­ten atta­ckie­ren das pri­va­te Wohn­haus des AfD-Lan­des­spre­chers von Meck­len­burg-Vor­pom­mern, Mat­thi­as Man­t­hei, mit Stei­nen. Wäh­rend des Angriffs befin­det sich auch Man­t­heis Fami­lie im Haus.

 

  1. August: Unbe­kann­te atta­ckie­ren in Mainz den rhein­land-pfäl­zi­schen ­AfD-Frak­ti­ons­vor­sit­zen­den Uwe Jun­ge. Er erlei­det einen Jochbeinbruch.

 

  1. Sep­tem­ber: Bei der Land­tags­wahl in Meck­len­burg-Vor­pom­mern wird die AfD mit 20,8 Pro­zent zweit­stärks­te Kraft hin­ter der SPD. Die AfD gewinnt zudem drei Direktmandate.

 

 

  1. Sep­tem­ber: Die AfD zieht mit 14,2 Pro­zent ins Ber­li­ner Abge­ord­ne­ten­haus ein.

 

 

2017

  1. Janu­ar: Bei einer Ver­an­stal­tung der JA in Dres­den for­dert Höcke eine »erin­ne­rungs­po­li­ti­sche Wen­de um 180 Grad«. Höckes Rede sorgt deutsch­land­weit für Schlag­zei­len und auch intern für ein gespal­te­nes Echo. Wäh­rend Petry und ande­re Funk­tio­nä­re Höcke scharf kri­ti­sie­ren, stellt sich Gau­land hin­ter ihn.

 

 

Wie zu erwar­ten, hat die Lügen‑, Lücken- und wohl auch Lum­pen­pres­se ihrem Namen mal wie­der alle Ehre gemacht, indem sie Höckes Aus­sa­gen völ­lig ver­dreh­te. Die FAZ etwa titel­te: »AfD-Poli­ti­ker Höcke nennt Holo­caust-Geden­ken eine ›Schan­de‹«, was spä­ter zu »AfD-Poli­ti­ker Höcke nennt Holo­caust-Mahn­mal eine ›Schan­de‹« abge­än­dert wur­de und noch immer eine kla­re Falsch­be­haup­tung war.

Mar­tin Licht­mesz auf sezession.de am 20. Janu­ar 2017

 

  1. Janu­ar: Bei einer gemein­sa­men Ver­an­stal­tung in Koblenz for­dern Frau­ke Petry, Front-Natio­nal-Che­fin Mari­ne Le Pen, der Islam­kri­ti­ker Geert Wil­ders, Matteo Sal­vi­ni (Lega) und Harald Vilims­ky (FPÖ) eine kon­ser­va­ti­ve Poli­tik­wen­de in Euro­pa und eine stär­ke­re Zusam­men­ar­beit patrio­ti­scher Rechtsparteien.

 

  1. Febru­ar: Der Bun­des­vor­stand beschließt mit einer Zwei­drit­tel­mehr­heit, ein Aus­schluß­ver­fah­ren gegen Höcke ein­zu­lei­ten. Der Vor­wurf: par­tei­schä­di­gen­des Ver­hal­ten sowie Ver­stoß gegen Sat­zung und Grund­sät­ze der Par­tei. Das Ver­fah­ren endet am 9. Mai 2018 vor dem Thü­rin­ger Lan­des­schieds­ge­richt zuguns­ten Höckes.

 

  1. März: Links­extre­mis­ten set­zen das Auto des rhein­land-pfäl­zi­schen AfD-Vor­sit­zen­den Uwe Jun­ge vor des­sen Wohn­haus in Brand.

 

  1. März: Bei der Land­tags­wahl im Saar­land erreicht die AfD 6,2 Prozent.

 

27./28. April: Beim Bun­des­par­tei­tag in Köln, auf dem die AfD ihr Pro­gramm für die Bun­des­tags­wahl im Herbst beschließt, schei­tert Petry mit ihrem Antrag, der Par­tei eine neue stra­te­gi­sche Aus­rich­tung zu geben. Zudem küren die Dele­gier­ten Alex­an­der Gau­land und die Lis­ten­ers­te aus Baden-Würt­tem­berg, Ali­ce Wei­del, zu ihren Spit­zen­kan­di­da­ten für die Bundestagswahl.

 

  1. Mai: Die AfD zieht mit 5,9 Pro­zent in den Kie­ler Land­tag ein. Sie­ben Tage spä­ter erreicht sie bei der Land­tags­wahl in Nord­rhein-West­fa­len 7,4 Pro­zent und schafft damit den Sprung ins Lan­des­par­la­ment des bevöl­ke­rungs­reichs­ten Bundeslandes.

 

  1. Sep­tem­ber: Links­extre­mis­ten ver­üben in Leip­zig einen Brand­an­schlag auf das Auto von Frau­ke Petry. Der Wagen brennt kom­plett aus.

 

  1. Sep­tem­ber: Die AfD erzielt bei der Bun­des­tags­wahl 12,6 Pro­zent und zieht mit 94 Abge­ord­ne­ten in den Bun­des­tag ein. In Sach­sen holt die Par­tei sogar drei Direktmandate.

 

  1. Sep­tem­ber: Frau­ke Petry ver­kün­det ihren Aus­tritt aus der Par­tei sowie aus der säch­si­schen Land­tags­frak­ti­on. Außer­dem wer­de sie der neu­en Bun­des­tags­frak­ti­on nicht ange­hö­ren, ihr Direkt­man­dat aber behal­ten. Als Grund gibt sie eine angeb­li­che Radi­ka­li­sie­rung der AfD an. Mit ­Petry ver­läßt auch ihr Ehe­mann Mar­cus Pret­zell, der Lan­des­chef von NRW, die Par­tei. Wäh­rend der ers­ten Legis­la­tur­pe­ri­ode wird die AfD-Bun­des­tags­frak­ti­on ins­ge­samt sechs Abge­ord­ne­te durch Aus­tritt oder Aus­schluß verlieren.

 

Nach­dem man in gewis­sen Redak­ti­ons­stu­ben zuerst mit aller Kraft Bernd Lucke inthro­ni­sie­ren woll­te, dann so fle­xi­bel wie vor­be­halts­los auf ­Petry / ­Pret­zell umschwenk­te, um jetzt – nach einem neu­er­li­chen Total­schei­tern sei­ner eige­nen Mis­si­on – wie­der eilig umzu­schwen­ken. Was nun? Und: Auf wen wird dies­mal umge­schwenkt? Und: mit wel­chem Ziel?

Bene­dikt Kai­ser auf sezession.de am 26. Sep­tem­ber 2017

 

  1. Sep­tem­ber: Auf der kon­sti­tu­ie­ren­den ­Sit­zung der AfD-Bun­des­tags­frak­ti­on wer­den Ali­ce ­Wei­del und Alex­an­der Gau­land zur Frak­ti­ons­füh­rung gewählt.

 

 

Im Grun­de Schach: Wie wird unser Milieu eröff­nen, jetzt, wo die Par­tie end­lich begin­nen kann? Die knapp 100 Abge­ord­ne­ten: Sie wis­sen hof­fent­lich auch in sechs Mona­ten noch, wofür sie gewählt wur­den. Sie haben eine Alter­na­ti­ve zum Eta­blier­ten zu sein, oder – kom­pli­zier­ter aus­ge­drückt: Die Eta­blie­rung der Alter­na­ti­ve darf nicht zu den Bedin­gun­gen des Estab­lish­ments erfol­gen. Das ist eine Herkulesaufgabe.

Götz Kubit­schek auf sezession.de am 24. Sep­tem­ber 2017

 

  1. Okto­ber: Grün­dung der Alter­na­ti­ven Mit­te (AM). Die bun­des­wei­te par­tei­in­ter­ne Ver­ei­ni­gung sieht sich als Ansamm­lung bür­ger­lich-libe­ra­ler Anhän­ger und auch als Gegen­ge­wicht zum »Flü­gel«. Unter­stüt­zung erhält die Orga­ni­sa­ti­on unter ande­rem von Bea­trix von Storch und Ali­ce Wei­del. Nach dem ers­ten Deutsch­land­tref­fen in Tet­tau in Ober­fran­ken am 4. Okto­ber grün­den sich wei­te­re Lan­des­ver­bän­de, so in Bran­den­burg, Baden-Würt­tem­berg, Sach­sen. Schon im Juli hat­te sich die Alter­na­ti­ve Mit­te NRW gebil­det. Nach anfäng­lich star­kem Zulauf erlah­men die Akti­vi­tä­ten der AM aber zuneh­mend, und die Ver­ei­ni­gung ver­liert weit­ge­hend an Bedeutung.

 

  1. Okto­ber: Petry gibt bekannt, der Blau­en Par­tei bei­tre­ten zu wol­len. Die­se war bereits am 17. Sep­tem­ber vor der Bun­des­tags­wahl von einem ihrer Ver­trau­ten gegrün­det und am Tag von Petrys Aus­tritt beim Bun­des­wahl­lei­ter ange­mel­det wor­den. 2019 tritt die Blaue Par­tei bei den Land­tags­wah­len in Sach­sen und Thü­rin­gen an, ist aber nicht zu einem wirk­li­chen Wahl­kampf fähig und schei­tert. Zum Ende des Jah­res löst sie sich auf.

 

  1. Okto­ber: Albrecht Gla­ser, der Kan­di­dat der AfD-Frak­ti­on für den Pos­ten des stell­ver­tre­ten­den Bun­des­tags­prä­si­den­ten, schei­tert in allen drei Wahl­gän­gen. Auch alle Nach­fol­ge­kan­di­da­ten scheitern.

 

2./3. Dezem­ber: Auf dem Bun­des­par­tei­tag in Han­no­ver wer­den Jörg Meu­then und Alex­an­der Gau­land als neue Bun­des­spre­cher gewählt. Wäh­rend des gesam­ten Par­tei­tags kommt es zu hef­ti­gen Pro­tes­ten der links­ra­di­ka­len Sze­ne gegen die Ver­an­stal­tung. Dabei wer­den auch Teil­neh­mer atta­ckiert und ver­letzt. Dem AfD-Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ten Kay Gott­schalk wird bei einem Angriff das Hand­ge­lenk gebrochen.

 

 

2018

  1. Febru­ar: Beim poli­ti­schen Ascher­mitt­woch im säch­si­schen Nent­manns­dorf sorgt Poggen­burg mit einer Rede, in der er Tür­ken als »Kamel­trei­ber« und »Küm­mel­händ­ler« bezeich­net, für Empö­rung. Nach Kri­tik, auch aus den eige­nen Rei­hen, kün­digt er sei­nen Rück­zug vom Pos­ten des Frak­ti­ons- sowie des Lan­des­vor­sit­zen­den für Ende März an. Ein knap­pes Jahr spä­ter wird Pog­gen­burg im Janu­ar 2019 aus der Par­tei aus­tre­ten und die Par­tei »Auf­bruch deut­scher Patrio­ten – Mit­tel­deutsch­land« grün­den, die aber erfolg­los bleibt.

 

  1. Febru­ar: Die AfD siegt vor dem Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt gegen Bun­des­bil­dungs­mi­nis­te­rin Johan­na Wan­ka (CDU). Die­se hat­te im Novem­ber 2015 auf ihrer Minis­te­ri­ums­home­page unter der Über­schrift »Rote Kar­te für die AfD« zum Boy­kott einer asyl­kri­ti­schen AfD-Demons­tra­ti­on auf­ge­ru­fen. Dadurch habe sie nach Ansicht der Karls­ru­her Rich­ter die AfD in ihrem Recht auf Chan­cen­gleich­heit der Par­tei­en verletzt.

 

Früh­jahr: Der Prä­si­dent des Bun­des­amts für Ver­fas­sungs­schutz, Hans-Georg Maa­ßen, regt eine behör­den­in­ter­ne Über­prü­fung der AfD an. Dies macht er aller­dings erst nach sei­ner Abset­zung in einem Inter­view im Mai 2019 bekannt.

 

  1. März: Die ehe­ma­li­ge CDU-Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te Eri­ka Stein­bach wird Vor­sit­zen­de der am 15. Novem­ber 2017 gegrün­de­ten Desi­de­ri­us-Eras­mus-Stif­tung (DES), die auf dem Bun­des­par­tei­tag in Augs­burg am 30. Juni als par­tei­na­he Stif­tung aner­kannt wird.

 

  1. Mai: Unter dem Mot­to: »Zukunft Deutsch­land« hat die AfD zu einer Groß­de­mons­tra­ti­on in Ber­lin mobi­li­siert. Dabei will sie gegen die Ener­gie­wen­de, Sou­ve­rä­ni­täts­ver­lus­te an die EU und Mas­sen­ein­wan­de­rung pro­tes­tie­ren. Dem Auf­ruf fol­gen rund 8000 Teilnehmer.

 

  1. August: Links­extre­mis­ten atta­ckie­ren das Wohn­haus des säch­si­schen AfD-Lan­des- und Frak­ti­ons­chefs Jörg Urban groß­flä­chig mit Far­be und demo­lie­ren das Auto sei­ner Ehefrau.

 

  1. Sep­tem­ber: Spit­zen­po­li­ti­ker der AfD demons­trie­ren beim Trau­er­marsch in Chem­nitz gegen Aus­län­der­ge­walt. Grund ist der gewalt­sa­me Tod eines Deut­schen bei einer Mes­ser­at­ta­cke von Asyl­be­wer­bern. An dem Pro­test­zug betei­li­gen sich neben Tau­sen­den Demons­tran­ten auch Ver­tre­ter von Pegi­da und Mit­glie­der der Bür­ger­be­we­gung Pro Chem­nitz. Kri­ti­ker der AfD und par­tei­in­ter­ne Geg­ner des »Flü­gels« sehen dar­in einen Beleg für die ver­meint­lich man­geln­de Abgren­zung der Par­tei nach rechts.

 

  1. Sep­tem­ber: Die Lan­des­äm­ter für Ver­fas­sungs­schutz in Bre­men und Nie­der­sach­sen neh­men die JA öffent­lich ins Visier.

 

  1. Sep­tem­ber: Der Bun­des­vor­stand beschließt die Ein­rich­tung einer Arbeits­grup­pe zur Abwehr der Beob­ach­tung durch den Ver­fas­sungs­schutz. Die­se legt in der Fol­ge (intern kri­ti­sier­te) Ver­hal­tens­richt­li­ni­en und Sprach­re­geln vor.

 

Mich erstaunt die immer noch ver­brei­te­te Blau­äu­gig­keit im Umgang mit dem Estab­lish­ment. Wenn man ein­mal begrif­fen hat, daß uns der poli­ti­sche Geg­ner mit allen lau­te­ren und unlau­te­ren Mit­teln bekämpft, schwin­det die Hoff­nung, man kön­ne ihn mit Hygie­ne­maß­nah­men und vor­bild­li­chem Ver­hal­ten beein­dru­cken oder sogar von der Ver­fas­sungs­treue der AfD über­zeu­gen. Er weiß längst, daß die AfD die Par­tei der Recht­staat­lich­keit ist. Was ist das Schlimmst­mög­li­che, das er uns zutraut? Daß wir in die­sem Land wie­der für Recht und Ord­nung sorgen?

Björn Höcke im Gespräch mit der Sezes­si­on am 8. März 2019

 

  1. Okto­ber: Die AfD zieht mit 10,2 Pro­zent in den baye­ri­schen Land­tag ein. Zwei Wochen spä­ter erreicht die Par­tei in Hes­sen 13,1 Pro­zent. Damit ist sie erst­mals in allen 16 Lan­des­par­la­men­ten sowie im Bun­des­tag und im EU-Par­la­ment vertreten.

 

  1. Novem­ber: Die JA löst auf ihrem Bun­des­kon­greß in Bar­sing­hau­sen ihren nie­der­säch­si­schen Lan­des­ver­band auf. Damit reagiert sie auf die Beob­ach­tung durch den Ver­fas­sungs­schutz Nie­der­sach­sen. Im April 2021 grün­det sich ein neu­er Lan­des­ver­band. Die­ser wird von der nie­der­säch­si­schen AfD auf dem Par­tei­tag im Mai 2022 aber nicht als offi­zi­el­le Jugend­or­ga­ni­sa­ti­on anerkannt.

 

  1. Novem­ber: Auf ihrer Euro­pa­wahl­ver­samm­lung in Mag­de­burg kürt die AfD Jörg Meu­then zu ihrem Spit­zen­kan­di­da­ten für die Euro­pa­wahl 2019.

 

 

2019

  1. Janu­ar: Der Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te und AfD-Lan­des­vor­sit­zen­de von Bre­men, Frank Magnitz, wird bei einem Angriff schwer am Kopf verletzt.

 

  1. Janu­ar: Der Prä­si­dent des Bun­des­amts für Ver­fas­sungs­schutz, Tho­mas Hal­den­wang, macht auf einer Pres­se­kon­fe­renz öffent­lich, daß sei­ne Behör­de die AfD künf­tig als Prüf­fall füh­ren wird. Für die JA lägen genü­gend Anhalts­punk­te vor, daß sie als »extre­mis­ti­sche Bestre­bung« ein­ge­stuft wer­den kön­ne. Glei­ches gel­te für den »Flü­gel«. Nach einem Eil­an­trag der AfD unter­sagt das Ver­wal­tungs­ge­richt Köln dem Bun­des­amt für Ver­fas­sungs­schutz, die Par­tei öffent­lich als Prüf­fall zu bezeich­nen. Am sel­ben Tag gibt der Ver­fas­sungs­schutz bekannt, daß sämt­li­che Mit­glie­der der JA und des »Flü­gels« im Phä­no­men­be­reich Rechts­extre­mis­mus ein­ge­ord­net werden.

 

  1. Mai: Der AfD gelingt mit elf Pro­zent der Wie­der­ein­zug ins EU-Par­la­ment. Sie ent­sen­det elf Abge­ord­ne­te nach Straß­burg und Brüs­sel. Auch schafft sie mit 6,1 Pro­zent erneut den Sprung in die Bre­mi­sche Bür­ger­schaft. Am sel­ben Tag gewinnt der säch­si­sche AfD-Land­tags­ab­ge­ord­ne­te Sebas­ti­an Wip­pel mit 36,4 Pro­zent die ers­te Run­de bei der Ober­bür­ger­meis­ter­wahl in Gör­litz. Bei der Stich­wahl am 16. Juni unter­liegt er aller­dings mit 44,8 Pro­zent dem auch von Links­par­tei und Grü­nen unter­stütz­ten CDU-Kan­di­da­ten Octa­vi­an Ursu.

 

  1. Sep­tem­ber: Bei der Land­tags­wahl in ­Sach­sen wird die AfD mit 27,5 Pro­zent zweit­stärks­te Kraft hin­ter der CDU. Sie holt zahl­rei­che Direkt­man­da­te und stellt ins­ge­samt 38 Abge­ord­ne­te. In Bran­den­burg lan­det die AfD an die­sem Tag mit 23,5 Pro­zent auf Platz zwei hin­ter der SPD. Hier gewinnt sie eben­falls meh­re­re Direkt­man­da­te und ent­sen­det 23 Abge­ord­ne­te in den Pots­da­mer Landtag.

 

 

In der bun­des­wei­ten, aber auch säch­si­schen Presse­landschaft wur­de die Gewalt gegen Sachen und Men­schen durch Anti­fa-Täter, wenn über­haupt, ach­sel­zu­ckend ver­merkt. Ein­mal mehr gilt also,
daß »rech­te« Slo­gans als anstö­ßi­ger emp­fun­den wer­den als lin­ke Mili­tanz. Dar­an änder­te die vor­geb­lich »kon­ser­va­ti­ve« Uni­on wäh­rend ihrer bis dato 30jährigen Regie­rungs­zeit wenig bis nichts.

Bene­dikt Kai­ser auf sezession.de am 3. Sep­tem­ber 2019

 

  1. Okto­ber: In Thü­rin­gen wird die AfD mit 23,4 Pro­zent zweit­stärks­te Par­tei hin­ter der Links­par­tei und zählt nun 22 Abge­ord­ne­te, von denen die Hälf­te direkt gewählt ist.

 

  1. Novem­ber 2019: Um eine neue Geschlos­sen­heit der Par­tei zu demons­trie­ren, erklärt der AfD-Lan­des­chef von NRW, Rüdi­ger Lucas­sen, die Alter­na­ti­ve Mit­te in sei­nem Lan­des­ver­band für aufgelöst.

 

  1. November/1. Dezem­ber: Auf dem Bun­des­par­tei­tag in Braun­schweig wer­den Jörg Meu­then und Tino Chrup­al­la zum neu­en Füh­rungs-Duo der AfD gewählt. Ein Antrag, die Iden­ti­tä­re Bewe­gung (IB) von der Unver­ein­bar­keits­lis­te zu strei­chen, erzielt nicht die not­wen­di­ge Mehr­heit, um auf die Tages­ord­nung gesetzt zu werden.

 

 

 2020

  1. Janu­ar: Nach­dem sich das Bun­des­amt für Ver­fas­sungs­schutz gewei­gert hat, eine ent­spre­chen­de Unter­las­sungs­er­klä­rung abzu­ge­ben, klagt die AfD gegen die Ein­stu­fung des »Flü­gels« und der JA als extremistisch.

 

  1. Febru­ar: Im drit­ten Wahl­gang wird der FDP-Poli­ti­ker Tho­mas Kem­me­rich im Duell mit dem Kan­di­da­ten der Links­par­tei, Bodo Rame­low, mit einer Stim­me Mehr­heit zum Minis­ter­prä­si­den­ten von Thü­rin­gen gewählt. Da der eben­falls ange­tre­te­ne AfD-Kan­di­dat Chris­toph Kinder­vater kei­ne Stim­men erhielt, liegt es nahe, daß Kem­me­rich auch von der AfD gewählt wur­de. Der Vor­gang führt deutsch­land­weit zu einem Sturm der Empö­rung. Bun­des­kanz­le­rin Ange­la Mer­kel (CDU) for­dert, die Wahl rück­gän­gig zu machen. FDP-Chef Chris­ti­an Lind­ner drängt Kem­me­rich, zurück­zu­tre­ten. Am 6. Febru­ar gibt Kem­me­rich dem Druck nach und erklärt sei­nen Rücktritt.

 

 

Was hal­ten wir fest? So kon­struk­tiv-destruk­tiv wie Höcke hat aus die­ser Par­tei her­aus noch kei­ner agiert. In Thü­rin­gen jeman­den so auf einen Stuhl set­zen, daß es in Ber­lin einem ande­ren Stuhl die Bei­ne abschlägt: Das tak­ti­sche Arse­nal der AfD ist um eine fei­ne Vari­an­te reicher.

Götz Kubit­schek auf sezession.de am 5. Febru­ar 2020

 

  1. Febru­ar: Anläß­lich der 200. Mon­tags­de­mons­tra­ti­on von Pegi­da redet auch Thü­rin­gens AfD-Chef Björn Höcke in Dres­den. Er for­dert, das Land wie­der vom Kopf auf die Füße zu stel­len und die »Herr­schaft der Schlech­ten« abzu­lö­sen. Meh­re­re Medi­en behaup­ten im Anschluß, Höcke habe zum Umsturz auf­ge­ru­fen. Die Staats­an­walt­schaft Dres­den ermit­telt wegen des Ver­dachts auf Volks­ver­het­zung – aller­dings ohne Erfolg.

 

  1. März: Der Bun­des­vor­stand beschließt, den »Flü­gel« auf­zu­for­dern, sich bis zum 30. April auf­lö­sen. Zudem sol­le der »Flü­gel« alle Akti­vi­tä­ten ein­zu­stel­len und ent­spre­chen­de Inter­net­sei­ten abzu­schal­ten. Dem kom­men die Mit­glie­der und Ver­ant­wort­li­chen des »Flü­gels« frist­ge­recht nach.

 

  1. Mai: Der Bun­des­vor­stand erklärt die Mit­glied­schaft des bran­den­bur­gi­schen AfD-Frak­ti­ons- und Lan­des­chefs Andre­as Kal­bitz für ungül­tig. Als Grund wird ange­führt, Kal­bitz habe bei sei­nem Ein­tritt in die AfD sei­ne frü­he­re Mit­glied­schaft bei den Repu­bli­ka­nern sowie Kon­tak­te zur Hei­mat­treu­en Deut­schen Jugend (HDJ) ver­schwie­gen. Kal­bitz kün­digt recht­li­che Schrit­te gegen den Beschluß an. Zudem bleibt er Mit­glied der bran­den­bur­gi­schen Landtagsfraktion.

 

  1. Mai: Ein auf Betrei­ben von Eri­ka Stein­bach und wei­te­ren Mit­glie­dern des Vor­stands der Desi­de­ri­us-Eras­mus-Stif­tung (DES) durch­ge­führ­tes Abwahl­ver­fah­ren führt zur Abbe­ru­fung von Erik Leh­nert aus dem Vor­stand der DES, wo er seit Sep­tem­ber 2019 das Amt des Schrift­füh­rers beklei­de­te. Hin­ter­grund ist sei­ne Tätig­keit als Geschäfts­füh­rer des Insti­tuts für Staats­po­li­tik (IfS), die laut Stein­bach mit der Mit­glied­schaft im Vor­stand nicht ver­ein­bar sei.

 

 

Per­fi­de ist, wer Angst schürt, wo kei­ne sein müß­te. Aus Angst ist noch nie etwas Gutes erwach­sen. Die Selbst­zer­flei­schungs­er­schei­nun­gen im Rest­vor­stand der DES spre­chen für sich.

Erik Leh­nert auf sezession.de am 31. Mai 2020

 

  1. Juni: Die AfD setzt sich vor dem Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt gegen Bun­des­in­nen­mi­nis­ter Horst See­ho­fer (CSU) durch. Die­ser hat­te die AfD im Sep­tem­ber 2018 in einem Inter­view als »staats­zer­set­zend« bezeich­net. Da das Inter­view auch auf der Minis­te­ri­ums­home­page ver­öf­fent­lich wur­de, sah es das Ver­fas­sungs­ge­richt als gege­ben an, daß See­ho­fer damit gegen das Neu­tra­li­täts­ge­bot ver­sto­ßen und die AfD in ihrer Chan­cen­gleich­heit der Par­tei­en ver­letzt habe.

 

  1. Juli: Das Bun­des­schieds­ge­richt lehnt einen Antrag von Kal­bitz gegen die Unwirk­sam­keit sei­ner Mit­glied­schaft ab. Nach wach­sen­dem Unmut in der bran­den­bur­gi­schen Land­tags­frak­ti­on und einem Vor­fall, bei dem Kal­bitz einen Frak­ti­ons­kol­le­gen im Spaß ver­letzt, tritt Kal­bitz am 1. August als Frak­ti­ons­chef zurück. Auch zivil­recht­lich schei­tert Kal­bitz mehr­fach, sich in die AfD zurück­zu­kla­gen – zuletzt im Novem­ber 2022 vor dem Kam­mer­ge­richt Berlin.

 

  1. Novem­ber: Die AfD-Bun­des­tags­frak­ti­on demons­triert im Bun­des­tag mit Grund­ge­setz-Pla­ka­ten und Trau­er­flor gegen die Ände­rung des Infektionsschutzgesetzes.

 

  1. Novem­ber: Die AfD erhält von der Bun­des­tags­ver­wal­tung einen Straf­be­scheid über 72.000 Euro, weil sie Wahl­zei­tun­gen, die für sie kos­ten­los von einem Ver­ein ver­teilt wor­den waren, nicht als Par­tei­spen­de im Rechen­schafts­be­richt ange­ge­ben hat. Gegen einen wei­te­ren Straf­be­scheid in Höhe von 108.000 Euro legt die AfD Ein­spruch vor dem Ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin ein. Hin­ter­grund war eine Ver­an­stal­tung der Frak­ti­on »Euro­päi­sche Kon­ser­va­ti­ve und Refor­mer« (EKR) des EU-Par­la­ments, die im Febru­ar 2016 in Düs­sel­dorf getagt hat­te, und zwar unter dem Logo der AfD. Die Rech­nung in Höhe von 36.000 Euro wur­de von einer Schwei­zer Fir­ma über­nom­men, tauch­te aber nicht als Spen­de im Rechen­schafts­be­richt auf. Im Febru­ar 2022 wird die Kla­ge der AfD gegen den Straf­be­scheid abgewiesen.

 

  1. Novem­ber: Auf dem Bun­des­par­tei­tag in Kal­kar beschließt die AfD ein Sozi­al- und Ren­ten­pro­gramm. In sei­ner Rede geht Par­tei­chef Meu­then auf Kon­fron­ta­ti­on zu Tei­len des rechts­na­tio­na­len Lagers der Par­tei und greift auch Alex­an­der Gau­land indi­rekt an. Zwar gelingt es Meu­then, die nach­zu­wäh­len­den Plät­ze im Bun­des­vor­stand mit sei­nen Kan­di­da­ten zu beset­zen, doch der Macht­kampf in der AfD ist damit nicht entschieden.
  2. Dezem­ber: Sach­sen-Anhalts ­Minis­ter­prä­si­dent Rei­ner Hasel­off (CDU) zieht den Staats­ver­trag zur Anhe­bung der Rund­funk­ge­bühr zurück. Es bestand die Mög­lich­keit, daß sowohl die CDU als auch die AfD gegen die Erhö­hung des Bei­trags stim­men wür­den. Eben­falls an die­sem Tag wer­den AfD-Chef Chrup­al­la und der nie­der­säch­si­sche AfD-Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te Armin-Paul ­Ham­pel von Ruß­lands Außen­mi­nis­ter Ser­gej Law­row offi­zi­ell in Mos­kau empfangen.

 

 

2021

  1. Janu­ar: Meh­re­re Medi­en berich­ten unter Beru­fung auf Ver­fas­sungs­schutz­krei­se, daß die AfD zeit­nah als »Ver­dachts­fall« ein­ge­stuft wer­den soll. Nach­dem sich der Ver­fas­sungs­schutz wei­gert, eine Unter­las­sungs­er­klä­rung abzu­ge­ben, die AfD öffent­lich als Ver­dachts­fall ein­zu­stu­fen, klagt die Par­tei gegen das Bun­des­amt vor dem Ver­wal­tungs­ge­richt Köln. Am 25. Febru­ar stuft das Bun­des­amt für Ver­fas­sungs­schutz die AfD als Ver­dachts­fall ein.

 

  1. März: Das Ver­wal­tungs­ge­richt Köln unter­sagt dem Ver­fas­sungs­schutz, die AfD öffent­lich als Ver­dachts­fall ein­zu­stu­fen, bis in einem Haupt­sa­che­ver­fah­ren dar­über ent­schie­den wor­den ist.

 

  1. März: Der AfD gelingt trotz deut­li­cher Ver­lus­te bei den Land­tags­wah­len in Baden-Würt­tem­berg und Rhein­land-Pfalz mit 9,7 Pro­zent und 8,3 Pro­zent der Ein­zug in die Landtage.

 

  1. Mai: Ein Mit­glie­der­ent­scheid spricht sich für Ali­ce Wei­del und Tino Chrup­al­la als Spit­zen­duo zur Bun­des­tags­wahl aus. Sie set­zen sich mit 71 Pro­zent klar gegen Joa­na Cotar und Joa­chim Wund­rak durch. Das Votum ist auch eine Nie­der­la­ge für Meuthen.

 

  1. Juni 2021: Die AfD bleibt bei der Land­tags­wahl in Sach­sen-Anhalt trotz eines Minus von 3,5 Pro­zent­punk­ten mit 20,8 Pro­zent zweit­stärks­te Kraft hin­ter der CDU.

 

  1. Juni: Par­tei­chef Chrup­al­la reist auf Ein­la­dung der rus­si­schen Regie­rung nach Mos­kau. Dort legt er auf dem Roten Platz am Denk­mal für den unbe­kann­ten Sol­da­ten einen Kranz »zum Geden­ken an die Opfer des Über­falls Deutsch­lands auf die Sowjet­uni­on« anläß­lich des 80. Jah­res­tags nieder.

 

  1. Sep­tem­ber: Der AfD gelingt mit 10,3 Pro­zent der Wie­der­ein­zug in den Bun­des­tag. Von den 83 Abge­ord­ne­ten sind 16 direkt gewählt. Bei den gleich­zei­tig statt­fin­den­den Land­tags­wah­len in Meck­len­burg-Vor­pom­mern sowie zum Abge­ord­ne­ten­haus von Ber­lin kommt die AfD auf 16,7 bzw. acht Pro­zent. In MV reicht das Ergeb­nis trotz leich­ter Ver­lus­te für den zwei­ten Platz hin­ter der SPD.

 

  1. Sep­tem­ber: Die AfD-Bun­des­tag­frak­ti­on wählt Wei­del und Chrup­al­la zu ihren Vorsitzenden.
  2. Dezem­ber: Die AfD erhebt gerecht­fer­tig­te Ansprü­che auf den Vor­sitz in den Bun­des­tags­aus­schüs­sen für Inne­res, Gesund­heit sowie wirt­schaft­li­che Zusam­men­ar­beit. Auf Antrag der Koali­ti­ons­frak­tio­nen kommt es in den Aus­schüs­sen zu gehei­men Wah­len, bei denen die AfD-Kan­di­da­ten durch­fal­len. Seit­dem hat die AfD in kei­nem Bun­des­tags­aus­schuß den Vor­sitz inne. Hier­ge­gen klagt die Frak­ti­on vor dem Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt. Einen Eil­an­trag wei­sen die Karls­ru­her Rich­ter am 23. Juni 2022 ab. Die Ent­schei­dung in der Haupt­sa­che steht noch aus.

 

 

 2022

  1. Janu­ar: Die AfD-Lan­des­spre­cher sowie der Bun­des­vor­stand eini­gen sich mehr­heit­lich auf den Vor­sit­zen­den der Wer­te-Uni­on, Max Otte, als Kan­di­da­ten für die Wahl zum Bun­des­prä­si­den­ten. Er tritt am 13. Febru­ar an. Da Amts­in­ha­ber Frank-Wal­ter Stein­mei­er neben SPD, Grü­nen und FDP auch von der Uni­on unter­stützt wird, gewinnt er die Wahl im ers­ten Wahl­gang. Otte erhält 140 Stim­men und damit sie­ben Stim­men mehr, als AfD-Wahl­män­ner anwe­send sind.

 

 

Wenn Chrup­al­la und Höcke für den CDU-Mann Otte votier­ten, Meu­then aber dage­gen, wur­zelt letz­te­rer in der Luft. Er wird unter­gra­ben oder über­brückt, jeden­falls umgan­gen, ist also über­flüs­sig, wenn es dar­um geht, das Über­ra­schen­de zu tun und die Kampf­zo­ne zu erweitern.

Götz Kubit­schek auf sezession.de am 26. Janu­ar 2022

 

  1. Janu­ar: Meu­then legt den Par­tei­vor­sitz nie­der und tritt aus der AfD aus. Er begrün­det dies damit, daß das Herz der Par­tei sehr weit rechts schla­ge. Zudem wirft er der AfD vor, »nicht auf dem Boden der frei­heit­lich demo­kra­ti­schen Grund­ord­nung« zu ste­hen. Er sehe da »ganz klar tota­li­tä­re Anklän­ge«. Sein Man­dat als EU-Abge­ord­ne­ter will Meu­then behal­ten. Im Juni wird er, wie der zu Jah­res­be­ginn aus der AfD-Bun­des­tags­frak­ti­on aus­ge­tre­te­ne Abge­ord­ne­te Uwe Witt, Mit­glied der Zentrumspartei.

 

  1. März: Das Ver­wal­tungs­ge­richt Köln lehnt die Kla­ge der AfD gegen das Bun­des­amt für Ver­fas­sungs­schutz wegen ihrer Ein­stu­fung als Ver­dachts­fall ab.

 

  1. Mai: Erst­mals seit ihrem Bestehen miß­lingt der AfD der Wie­der­ein­zug in ein Lan­des­par­la­ment: In Schles­wig-Hol­stein schei­tert sie mit 4,4 Pro­zent an der Fünf­pro­zent­hür­de. In der Fol­ge spit­zen sich alte Lager- und Gra­ben­kämp­fe wie­der zu.

 

  1. Juni: Vor dem Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt erringt die AfD einen Sieg gegen Ex-Kanz­le­rin Ange­la Mer­kel (CDU), weil sie sich als Regie­rungs­chefin nach der Wahl Kem­me­richs zum Thü­rin­ger Minis­ter­prä­si­den­ten nega­tiv und ein­sei­tig par­tei­er­grei­fend geäu­ßert hat­te. Dies stel­le einen Ein­griff in das Recht auf Chan­cen­gleich­heit der AfD im poli­ti­schen Wett­be­werb dar.

 

  1. bis 19. Juni: Auf dem Bun­des­par­tei­tag in Rie­sa set­zen sich Ali­ce Wei­del und Tino ­Chrup­al­la klar als Par­tei­chefs durch. Zudem beschließt der Par­tei­tag mit deut­li­cher Mehr­heit, daß die AfD künf­tig sowohl von einer Ein­zel- als auch von einer Zwei­er­spit­ze geführt wer­den kann. Vor­erst bleibt es aber bei zwei Bun­des­vor­sit­zen­den. Des wei­te­ren wird die Arbeit­neh­mer­ver­ei­ni­gung »Zen­trum Auto­mo­bil« von der Unver­ein­bar­keits­lis­te gestri­chen. Eine unter ande­rem von Höcke ein­ge­brach­te Euro­pa-Reso­lu­ti­on schei­tert dage­gen an der not­wen­di­gen Mehr­heit. Ein von Chrup­al­la, Höcke und Gau­land ein­ge­brach­ter Antrag auf Ein­set­zung einer Struk­tur­kom­mis­si­on für eine Par­tei­re­form wird nicht mehr behandelt.

 

  1. Sep­tem­ber: Der bran­den­bur­gi­sche AfD-Land­tags­ab­ge­ord­ne­te Lars Schies­ke zieht bei der Ober­bür­ger­meis­ter­wahl in Cott­bus mit 26,4 Pro­zent in die Stich­wahl ein. Den ent­schei­den­den Wahl­gang am 9. Okto­ber gewinnt der SPD-Kan­di­dat Tobi­as Schick, Schies­ke erreicht 31,4 Prozent.

 

  1. Sep­tem­ber: In einer Umfra­ge des Mei­nungs­for­schungs­in­sti­tuts Insa im Auf­trag der Bild-Zei­tung wird die AfD in den öst­li­chen Bun­des­län­dern stärks­te Kraft. Sie liegt mit 27 Pro­zent auf Platz eins vor der CDU, die auf 26 Pro­zent kommt.

 

  1. Okto­ber: Mehr als 10 000 Teil­neh­mer fol­gen einem Auf­ruf der AfD nach Ber­lin und demons­trie­ren unter dem Mot­to »Unser Land zuerst« gegen Preis­explo­si­on, Ener­gie­wen­de und die Sank­ti­ons­po­li­tik gegen­über Rußland.

 

  1. Okto­ber: Die AfD kann bei der nie­der­säch­si­schen Land­tags­wahl deut­li­che Gewin­ne ver­bu­chen und kommt auf elf Prozent.

 

  1. Novem­ber: Die AfD-Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te Joa­na Cotar tritt aus Frak­ti­on und Par­tei aus. Auch sie behält ihr Mandat.

 

 

2023

  1. Janu­ar: Kurz vor dem zehn­jäh­ri­gen Bestehen der AfD sieht Par­tei- und Frak­ti­ons­chefin Ali­ce Wei­del die AfD vor einer Regie­rungs­be­tei­li­gung auf Län­der­ebe­ne in abseh­ba­rer Zukunft. In Sach­sen bei­spiels­wei­se reprä­sen­tier­ten CDU und AfD rund zwei Drit­tel der Wäh­ler­stim­men, die AfD wer­de dort außer­dem als stärks­te Kraft gehan­delt. Die­sem Votum kön­ne man sich nicht ewig verweigern.

 

Febru­ar: Die AfD wird im aus­ge­hen­den Win­ter bun­des­weit mit rund 15 Pro­zent gehan­delt, in den fünf öst­li­chen Bun­des­län­dern aber wei­ter­hin knapp als stärks­te Kraft vor der CDU.

 

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