“Die Repressionen gegen die Identitäre Bewegung sind heftig” – Sellner im Gespräch

SEZESSION: Es gab gestern mehrere Hausdurchsuchungen bei politischen Aktivisten der Identitären Bewegung Deutschland. Diese hatten vor mehr als einem halben Jahr eine Protestaktion organisiert vor einem Asylantenheim in Peutenhausen, zwischen Augsburg und Ingolstadt. Ist das bereits die Vorgeschichte? Oder welchen vielleicht auch inoffiziellen Anlaß vermuten Sie dahinter?

SELLNER: Ja, genau dar­um geht es. Die gewalt­freie und sym­bo­li­sche Akti­on in Peu­ten­hau­sen gegen den Bevöl­ke­rungs­aus­tausch, Asyl­wahn und für Remi­gra­ti­on ist die Begrün­dung für die­se Schi­ka­ne. In dem Ort mach­te man zuerst bei „Refu­gees wel­co­me“ mit. Dann kam es zu Dieb­stäh­len und sexu­el­len Beläs­ti­gun­gen. Die Akti­on mar­kier­te das Asyl­heim mit einem Ban­ner als „Gefähr­der­stand­ort“.

SEZESSION: Wer sind die Betrof­fe­nen der Raz­zia? Was ist pas­siert und was wur­de mitgenommen?

SELLNER: Wir sind gera­de dabei, alle Infor­ma­tio­nen zusam­men­zu­tra­gen. Wir wis­sen der­zeit von min­des­tens acht Haus­durch­su­chun­gen. Beschlag­nahmt wur­de alles, was elek­tro­nisch und nicht niet- und nagel­fest war. Einem Akti­vis­ten wur­de sogar die Tür ein­ge­tre­ten. Er hat­te an dem Tag Geburts­tag. Die Beam­ten gra­tu­lier­ten ihm, bevor sie ihn um sein Eigen­tum erleich­ter­ten. Als pro­fes­sio­nel­len Kame­ra­mann trifft ihn das beson­ders. Bei einem Akti­vis­ten, der noch im Eltern­haus lebt, nah­men sie sogar Ana­log­ka­me­ras der Groß­el­tern mit. Für Annie, eine jun­ge bay­ri­sche Akti­vis­tin, ist es bereits die zwei­te Raz­zia wegen fried­li­chem Akti­vis­mus für die IB.

SEZESSION: Was ist der offi­zi­el­le Anlass der Behör­den, die Woh­nun­gen zu durchsuchen?

SELLNER: Den Akti­vis­ten wird Volks­ver­het­zung, Nöti­gung und fahr­läs­si­ge Kör­per­ver­let­zung vor­ge­wor­fen. Volks­ver­het­zung wegen des Ban­ners mit dem Wort „Gefähr­der­stand­ort“; Nöti­gung wegen eines Trak­tors, der wegen der Akti­on ein paar Minu­ten lang gezwun­gen war, zu war­ten; und der Vor­wurf der fahr­läs­si­gen Kör­per­ver­let­zung wird beson­ders bizarr begründet:

Ein Asy­lant aus dem Heim in Peu­ten­hau­sen hat­te in einer sel­ten däm­li­chen Akti­on nach einem der bren­nen­den Ben­ga­los gegrif­fen und sich dabei Ver­bren­nun­gen an der Hand zuge­zo­gen. Der Ben­ga­lo gefähr­de­te natür­lich weder das Gebäu­de noch irgend­ei­ne Per­son. Aber trotz­dem soll die selbst­ver­schul­de­te, leich­te Ver­let­zung nun den Akti­vis­ten in die Schu­he gescho­ben wer­den: Sie hät­ten laut Ankla­ge mit der Unge­schick­lich­keit des Asy­lan­ten rech­nen müssen.

SEZESSION: Ziel­ten die­se Haus­durch­su­chun­gen auf den psy­cho­lo­gi­schen Effekt der Drang­sa­lie­rung oppo­si­tio­nel­ler Akti­vis­ten? Oder hat man sich viel­leicht Bei­fang erhofft, mit dem man die Durch­su­chun­gen nach­träg­lich hät­te gut begrün­den und poli­tisch nut­zen kön­nen? Wir den­ken an Din­ge wie Infor­ma­tio­nen über Orga­ni­sa­ti­on und Pla­nung der IB, bri­san­te digi­ta­le Datei­en, Hin­wei­se auf Finan­zie­rung undsoweiter.

SELLNER: Auf jeden Fall ging es hier nur um Schi­ka­ne. Bereits nach der Akti­on vor dem Asyl­heim wur­den die Betei­lig­ten auf der Auto­bahn abge­fan­gen. Man notier­te ihre Namen und nahm ihnen alle elek­tro­ni­schen Gegen­stän­de ab. Nun, mehr als sechs Mona­te spä­ter, ver­an­stal­tet man wegen der­sel­ben Akti­on erneut eine Raz­zia und nimmt ihnen wie­der alles weg.

SEZESSION: Gera­de seit Coro­na scheint das Mit­tel der Haus­durch­su­chun­gen ein neu­er poli­ti­scher „Stil“ zu sein, eben nicht nur bei poli­ti­schen Akti­vis­ten, son­dern auch bei Ärz­ten, Rich­tern und Jour­na­lis­ten, die „auf der fal­schen Sei­te“ ste­hen. Ist das für Sie eine Form von Staatsterror?

SELLNER: Es ist auf jeden Fall eine Form des juris­ti­schen „Abnut­zungs­krie­ges“. Es geht um finan­zi­el­len Scha­den, psy­cho­lo­gi­sche Zer­mür­bung und die Hoff­nung auf Fol­ge­ver­fah­ren. Der Staat hat hier unend­lich vie­le Mit­tel. Wir bezah­len über Steu­ern unse­re eige­ne Über­wa­chung und Ver­fol­gung. Den­noch zeigt die Repres­si­on auch, wie groß der Stör­fak­tor unse­res Akti­vis­mus ist.

Jetzt ist die Soli­da­ri­tät des gesam­ten Lagers gefragt. Theo­rie, Gegen­öf­fent­lich­keit und die Par­tei müs­sen sich hin­ter die Bewe­gung stel­len. Wenn wir die „Hel­den von Peu­ten­hau­sen“ jetzt mas­siv mora­lisch und mate­ri­ell unter­stüt­zen, kann der Schlag sogar nach hin­ten los­ge­hen. Ziel von Repres­sio­nen ist immer die Iso­la­ti­on der Betrof­fe­nen, die an ihrem Tun zwei­feln und über ihre Lage ver­zwei­feln sol­len. Wenn wir dafür sor­gen, daß es ihnen danach mate­ri­ell und emo­tio­nal sogar bes­ser geht, ist sie geschei­tert. Sor­gen wir dafür!

SEZESSION: Wir möch­ten kurz noch auf etwas ande­res zu spre­chen kom­men, und zwar auf den Stil, den die IB prägt. Kommt es nur uns so vor, als sei das jüngs­te, mobi­li­sie­ren­de Video der FPÖ-Jugend zumin­dest ver­wandt mit dem, was Sie als Aus­druck von Akti­vis­mus, Auf­tritt und Selbst­be­wußt­sein prägten?

SELLNER: Ich glau­be, daß der Typus des neu­rech­ten Akti­vis­ten, der von 2012 an auf Demos und Aka­de­mien, bei Stra­ßen­blo­cka­den und Dach­be­set­zun­gen geprägt wur­de, erst jetzt sei­ne vol­le Wir­kung ent­fal­tet. Dazu ist eine direk­te poli­ti­sche Ver­bin­dung gar nicht not­wen­dig. Das ist ja die meta­po­li­ti­sche Wir­kung mit­rei­ßen­der Ideen. Unter Abwand­lung einer lin­ken Paro­le könn­te man den Par­la­ments­pa­trio­ten, die par­tei­frei­en Akti­vis­mus in der ent­schei­den­den Pha­se igno­riert, sabo­tiert und sich von uns distan­ziert haben, zuru­fen: Eure Kin­der wur­den so wie wir.

– – –

Jeder, des es ermög­li­chen kann, soll­te die Iden­ti­tä­re Bewe­gung in die­ser juris­ti­schen Aus­ein­an­der­set­zung und beim wei­te­ren Aus­bau ihrer Struk­tu­ren unter­stüt­zen. Alle dafür not­wen­di­gen Infor­ma­tio­nen stellt der Tele­gram-Kanal “Akti­ons­mel­der” bereit – hier ein­se­hen und anmel­den!

Für sofor­ti­ge Über­wei­sung hier die Bankverbindung:

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Kommentare (19)

Der Gehenkte

1. September 2023 12:06

Eine Eskalation mit Ansage und in diesem Sinne vermeidbar. Der Protest muß sich an die Politik richten und nicht an die irregeleiteten Menschen in ihrer Allgemeinheit. Anders wäre es, stünde man vor einer Strafanstalt, in der migrantische Delinquenten versammelt wären ... Es werden Bilder evoziert, die uns nicht hilfreich sein können, Lichtenhagen etwa, Hoyerswerda. Daß die Medien dort anspringen, ist logisch und daß der Staat diesen Anlaß nutzt, ist aus der Eigenlogik nur konsequent. Man sollte auch um die Ecke denken und die zu erwartenden Reaktionen des politischen Gegners in die Gesamtrechnung einspeisen. 
Damit soll die Repression nicht gerechtfertigt werden, aber man hätte sie voraussehen können. 
 

Niekisch

1. September 2023 12:14

"Die Aktion markierte das Asylheim mit einem Banner als „Gefährderstandort“."
Da ich all das schon mehrfach erlebt habe, fühle ich von Herzen mit. Aber warum laufen die jungen Kameradinnen und Kameraden mit gerade  d i e s e r  Parole in die Falle? Sie ist ein gefundenes Fressen für die Treibjäger und läßt sich mühelos - besonders in Österreich - in den strafrechtlichen Bereich einsortieren. "Haus der Gefahr" oder "Kein Freudenhaus" oder "Goldsammelstelle" oder "Innovationplace" hätte vollauf genügt...
Ansonsten stehe ich gerne mit juristischen Ratschlägen zur Verfügung.

Laurenz

1. September 2023 13:07

@MS & Redaktion.... Hausdurchsuchungen sind nichts neues. Tim Kellner hatte bereits 4 zu gegenwärtigen, davon 2 mit SEK. Seitdem werden alle relevanten Daten woanders gesichert. Kellner hat halt die größte Reichweite, gefolgt von Aktien mit Kopf (Kolja Barghoorn). Damit sind Beide reichweite-stärker als alle anderen alternativen Medien oder Aktivisten. Auch Kettner-Edelmetalle ist mit knapp 300k Abos auf Jutjub extrem stark. Auch diese beiden Kanäle werden sich auf Hausdurchsuchungen vorbereitet haben.

Mboko Lumumbe

1. September 2023 16:01

"Dennoch zeigt die Repression auch, wie groß der Störfaktor unseres Aktivismus ist."
Bei allem Respekt für MS und den Aktivismus der IB, halte ich diese Sichtweise mindestens für fraglich. Denn selbst MS gibt in seinen Sätzen unmittelbar davor bereits klare Hinweise, warum:
"Es ist auf jeden Fall eine Form des juristischen „Abnutzungskrieges“. Es geht um finanziellen Schaden, psychologische Zermürbung und die Hoffnung auf Folgeverfahren. Der Staat hat hier unendlich viele Mittel. Wir bezahlen über Steuern unsere eigene Überwachung und Verfolgung. "
 
 

MarkusMagnus

1. September 2023 17:39

Zu diesem Thema könnte ich auch was erzählen. Vielleicht komme ich noch mal dazu.
Vorsicht: Auch bei Zeugen bzw. Geschädigten von Verbrechen kann die Tür eingetreten werden. Nicht nur  bei Tatverdächtigen. 
Wusste ich vorher auch nicht.
Ich persönlich  warte immer noch auf das Landgericht Halle  ob sie die Hauptverhandlung im Fall Höcke zulässt oder nicht. Eigentlich ist die Entscheidung schon überfällig.
Wenn wir es richtig anstellen war es das letzte Mal das sowas passiert. Hier geht noch was bisher im Hintergrund ab von dem viele aus der neurechten Szene nichts wissen. 
Der Wahlkampf ist eröffnet. Siehe Aiwanger. Wäre doch gelacht wenn wir nicht auch was bei Nancy Fässer* und Konsorten finden...;)
* Die Schreibweise hat schon ihren Sinn.

Wahnsinnistkeinemeinung

1. September 2023 17:50

Es sind Wahlen und da benötigt man Ablenkungsmanöver von den drängenden Fragen des Alltags. Spenden sind gut und wichtig - spenden wir also. 

Artabanus

1. September 2023 23:06

Wer gegen Masseneinwanderung protestiert sollte nicht gegen die Einwanderer sondern gegen Politiker, NGOs, Medien und deren Sponsoren protestieren. Die Einwanderer sind nicht die Verursacher des Problems. Und eine Fokussierung auf die Kriminalität von Einwanderern setzt auch einen falschen Schwerpunkt. Oder wäre die Masseneinwanderung in Ordnung wenn die Einwanderer keine Kriminalität begehen, sondern nur brav von Sozialleistungen leben würden? Ein Fokus auf die langfristigen negativen Folgen der Masseneinwanderung ist wichtiger.

Mboko Lumumbe

2. September 2023 09:05

Zigtausende illegale Einwanderer haben sich bereits bei Grenzübertritt kriminell verhalten. Und es wird von Manchen seit vielen Jahren darauf hingewiesen und dagegen protestiert "Merkel muss weg". Was hat es gebracht? Noch mehr Einwanderung in die Sozialsysteme, doch längst per Flugzeug offiziell legalisiert. Deutscher Pass inklusive.
Was die IB und MS machen ist ein Tropfen auf den heißen Stein und nahezu wirkungslos. Es kriegt nicht mal ein Promille der Menschen was davon mit. Und vor allem ist es selbstzerstörerisch. Das war vor ein paar Jahren noch anders, doch jetzt ist es kontraproduktiv und die jungen Leute verheizen sich. Für was?
Dieses Land muss untergehen. Dieses Land wird untergehen. Dieses Land soll untergehen. Das sieht @L richtig.
Und wer glaubt, es gäbe noch eine Chance auf politischem Weg, der irrt leider. Selbst wenn eine rechtskonservative Bundesregierung, auch bei absoluter Mehrheit, "gewählt" würde, so wäre sie nach spätestens 4 Jahren Geschichte, so wie RotGrünBraun auch. Weil die RotGrünBraunen immer noch da sind und die "Machtergreifung" ausrufen und der linke Terror erst so richtig beginnt. Und danach kommt der gnadenlose RotGrünBraune Sozialismus.
Ein Problem ist das untätige Schweigen der konservativen Mehrheit und die erreicht man nicht mit solchen Aktionen. Die haben Angst.

MarkusMagnus

2. September 2023 09:10

@ Artabanus
Ich sehe das genauso wie Sie. Und man muss auch immer darauf hinweisen das die Kriegstreiber der CDU, SPD und Grünen auch für viele Flüchtlinge weltweit verantwortlich sind. Sie sind mitschuldig durch ihren bedingungslosen Pro-USA-Kurs. Das ging schon mit der Bombardierung Serbiens 1999 los. Ich durfte das Live mitansehen. Im Mai 1999 waren wir auf Abschlussfahrt in Italien bei Rimini und im Hinterland war eine Natobasis und die haben jede Nacht die andere Seite der Adria bombardiert. Alle ausser den Linken und der AFD sind Kriegstreiber. Punkt.

Gelddrucker

2. September 2023 09:34

Volle Zustimmung zu Artabanus. Die Kriminalität ist sicher ein zu beackerndes Feld, sollte aber nicht als Hauptproblem aufgebauscht werden.
Lieber die Völkerrechtswidrigkeit der ethnischen Verdrängung betonen und das umgekehrte Szenario verdeutlichen (Millionen Europäer besiedeln afrikanisches/arabisches etc. Land --> wäre sofort ein Fall für NGOs wie Amnesty International usw.).
Die Menge ist der entscheidende Punkt, Rest zweitrangig.

MARCEL

2. September 2023 09:43

Die Crux: Der Grad der Repression ist der symbolischen (harmlosen)Widerstandsgeste vollkommen unangemessen - das gehört aber zum Kalkül der Abnutzung/Abschreckung. Geht es auf?
Die Hoffnung: Wie viele Staatsorgane machen das wie lange noch mit? (notfalls wird halt mehr Sold gezahlt! Für Schmutzigeres lassen sich auch andere rekrutieren)
Widerstand scheint im 21. Jahrhundert taktisch mehr Grenzen aufzuweisen, als noch im 20. (prognostisch Ernst Jünger "An der Zeitmauer")
Eine Spitze sei gestattet: "Befriedung der eigenen Reihen ist Übernahme von Regierungsarbeit" (Peter Gelderloos, US-Anarchist)

MarkusMagnus

2. September 2023 12:34

@ Marcel
" Die Crux: Der Grad der Repression ist der symbolischen (harmlosen)Widerstandsgeste vollkommen unangemessen - das gehört aber zum Kalkül der Abnutzung/Abschreckung"
Vielleicht ist es angemessen. Nehmen wir mal an die AFD kommt an die Macht
Die Politiker der Altparteien, Medien, Kirchen usw. haben so schwere Verbrechen gegen das deutsche Volk begangen und begehen sie immer noch...
Die würden alle minimum aus ihren Jobs fliegen. Kein GEZ Parasitentum mehr. Kein Böhmermann und co.  Keine Fördermittel mehr wie für Stasi-Kahane und Co. Keine Pensionen mehr.
Und etliche würden wahrscheinlich sehr lange im Gefängnis enden.
Eine AFD-Weisungsgebundene Staatsanwaltschaft würde Ausreden wie von  Scholz nicht gelten lassen. Und wer weiss was alles noch für ein Dreck herauskommen würde. 
Und das wissen sie. Deswegen können sie auch nicht mehr zurück und einen friedlichen Machtwechsel zulassen. 
Für uns als Volk steht alles auf dem Spiel. Für "unsere" Eliten allerdings auch.

FraAimerich

2. September 2023 12:38

Habe mir gestern einen Kommentar zu diesem Beitrag verkniffen. Vor allem, weil die Kritik bestimmter Aktionsformen zwar berechtigt ist, aber zum jetzigen Zeitpunkt wenig hilfreich. Ganz sicher ist es nicht die Reaktion, die sich die Betroffenen nach einem solchen Aufruf wünschen. Womit auch die Wahrscheinlichkeit sinken dürfte, daß die jungen Leute, die natürlich trotzdem nach Kräften finanziell unterstützt gehören, bereit sind, Ratschläge wohlwollend zu prüfen und anzunehmen.
Außerdem wollte ich hier nicht zum dritten Mal in Folge unangenehm mit einer vermeintlichen Außenseitermeinung anecken. Nun bin ich doch einigermaßen erstaunt, hier vor allem kritische Einwände zu lesen, die ich in einer entsprechenden Debatte selbst vertreten würde. Das könnte dafür sprechen, zu gegebener Zeit doch noch mal grundsätzlich über die Ausrichtung solcher Aktionen nachzudenken, also wer und was damit (noch) zu erreichen ist.
Die populistische Kriminalitätsschiene bedienen inzwischen ja schon andere, "unverdächtiger" und mit mehr Reichweite. Das Thema ist im Mainstream angekommen. Da könnte man - wenn man schon bereit ist, etwas zu riskieren - durchaus versuchen, inhaltlich "höhere Ziele" anzuvisieren, etwa im Sinne von @Artabanus und @Gelddrucker.

Niekisch

2. September 2023 12:38

"Befriedung der eigenen Reihen ist Übernahme von Regierungsarbeit" (Peter Gelderloos, US-Anarchist)"
@ Marcel 9:43: Martin Sellner zeigt Möglichkeiten der Befriedung in seiner neuen Arbeit "Regime Change" auf. Bei Konzentration auf das Hauptziel müßten alle Kräfte zu integrieren sein, die noch das Verdrängen der und des Deutschen aus Deutschland verhindern wollen. Es darf keine Vorbehalte und Überheblichkeiten mehr geben: ein alter, erbärmlich gekleideter Mann im Bus zu einer Ausländerin mit Kinderwagen und 5 weiteren Kindern, der er weichen sollte und hörbar für die dichtgedrängte Menge: "Zu viele Menschen hier. Kanada ist fast menschenleer. Die Türkei ist viermal so groß wie Deutschland. Denken Sie mal drüber nach!" 
Wer nimmt sich der bedrängten "kleinen Leute" an? Wer erweckt ihren Furor?

Frieda Helbig

2. September 2023 17:20

"less talk, more action" 
"Mit welchem Recht protestieren Sie" - "Mit dem Recht der Jugend"
Die Maßstäbe, die dieser Staat ansetzt, sind komplett egal und nicht zu berücksichtigen sondern zu verachten! Und unschuldig sind die Herren Einwanderer sicher auch nicht. Schließlich rauben und vergewaltigen nicht unsere Politikkasper, sondern die Herren Schutzsuchende. 
 

Nemo Obligatur

2. September 2023 17:51

@ Mboko Lumumbe 09:05
Stimmt vieles von dem, was Sie sagen. Andererseits wie Abraham Lincoln sagte: "You cannot fool all the people all the time." 
Vielleicht muss die schweigende konservative Mehrheit einfach nur mal mitbekommen, dass sie die Mehrheit ist. Irgendwann läuft jedes Fass mal über. In Europa ist das im Prinzip längst passiert. Wenn man eine x-beliebige Zeitung aufschlägt, kann man es nachlesen, wie sehr das Volk diese Regierung(en) satthat, nur eben bislang noch in der Sprache der "herrschenden Meinung" a la "Steinmeier warnt vor Rechtspopulisten". 
Jetzt geht es darum, dass politische Konsequenzen folgen. Bin gespannt, was passiert, wenn die AfD in Sachsen wirklich bei 35 % landet. In bestimmten Konstellationen scheint dort sogar eine absolute Mehrheit greifbar. Weil der Erfolg viele Väter hat, wird man - zurecht oder zu Unrecht - sagen, dass auch und gerade solche Aktionen ihren Teil dazu beigetragen haben.

Der mit dem Wolf tanzt

4. September 2023 03:45

Ich für meinen Teil denke, daß jetzt nicht die Zeit der Kritik ist, sondern die der bedingungslosen Solidarität! Ich sage dies, weil ich es als meine patriotische Pflicht erachte, den mutigen Jungs und Mädels von der IB eine Chance zu geben, immer besser zu werden.
Spende geht heute noch raus!

Maiordomus

4. September 2023 17:51

 
Da angesichts der realen Feindeinschätzung von seiten des Gegners mit Einzelaktionen nur Eigentore geschossen werden, geraten jetzt die Identitären noch stärker in den Ruch des Extremistischen, dies bei einer an sich  nicht ungünstigen politischen Entwicklung. Bei Aiwanger sah man, wie stark er aber vor herrschenden Narrativen kuschen musste, wobei zu hoffen bleibt, er habe es Söder gegenüber in der Haltung eines Schwejkschen Schlitzohrs getan. Habe Sellner und die Identitären (angesichts z.B. von vielfach zutreffenden Analysen das Metapolitische betreffend) in Schutz zu nehmen versucht, auch im Zusammenhang mit der Reise des Schweizer Polit-Aktivisten Rimoldi nach Wien, was diesem im Hinblick auf den Wahlherbst in der Schweiz übel genommen wurde,  wie auch ein Zwischenhalt in Braunau. Hinterher frage ich mich aber, ob Rimoldi, bedeutender Massnahmengegner, nicht besser doch zu Hause geblieben wäre. Ich weiss nicht, was für Ratschläge politische Profis wie Krah und Weidel im Zusammenhang mit der Aktion in Peutenhausen gegeben hätten. Dörfliche Volksversammlungen, wo sich keine "Bewegung" breit gemacht hat, scheinen auf geschicktere und langfristigere Weise zur Bewusstseinsbildung beigetragen zu haben. Ob Rimoldi sich im wählerstärksten Kanton Zürich mit Erfolg in den Nationalrat wählen lassen kann, ist nicht ausgeschlossen, wiewohl es in jenem Kanton zu keinem Wahlbündnis mit Blochers SVP kam.  Rimoldi, u.a. von Jüngers Waldgang geprägt, wäre ein keineswegs brauner Farbtupfen im CH Politbetrieb.  

MarkusMagnus

4. September 2023 18:48

Laut einem Artikel der Junge Freiheit gingen die Kontensperrungen bei X, vormals Twitter,  gegen Aktivisten wieder mal auf die ADL ihr Konto.
https://jungefreiheit.de/politik/ausland/2023/x-adl-ib/
Man schaue sich auch mal an zu welchem Zweck sie gegründet wurde:
https://de.m.wikipedia.org/wiki/Anti-Defamation_League
Um den Mörder einer 13 jährigen vor dem Zugriff der Justiz zu bewahren. Widerlich.
Leo Frank war ohne jeden Zweifel schuldig.

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