WEBER: Beides. Die Baby-Boomer sind als Alterskohorte bekanntlich die geburtenstarken Jahrgänge etwa von 1945 bis 1965. Was diesen Typus auszeichnet, läßt sich gut am Meme »OK, Boomer« verdeutlichen. Das Meme diente als eine Art Totschlagargument gegen die Belehrungen dieser Generation: Es genügt ein »OK, Boomer«, um die Diskussion zu beenden. In dieser Floskel steckt bereits das Wesentliche: Der Boomer erklärt uns die Welt, weil er glaubt, alle Antworten zu haben. Dabei merkt er nicht, daß unsere Zeit ganz andere Fragen stellt. Gleichzeitig gibt es auch das Gefühl, daß der Boomer nicht nur unbeteiligt, sondern aktiv mitverantwortlich für die Schwierigkeiten ist, mit denen wir heute kämpfen. Der Typus des Boomers, der auch einer anderen Alterskohorte angehören kann, vereint also eine Mischung aus Realitätsferne und ignoranter Selbstbezogenheit, die bis ins Rücksichtslose reichen kann.
SEIDEL: Was Sie sagen, impliziert einen kompletten Kulturbruch. In der gesamten Geschichte der Menschheit hatten die Alten – aufgrund ihres Erfahrungsvorsprunges und aufgrund ihrer biographisch erworbenen »Gelassenheit« – das Privileg der Belehrung. Tatsächlich haben die jungen Leute heute in der Regel einen technisch-medialen Wissensvorsprung, die Schüler werden Lehrer und die Lehrer Schüler.
WEBER: Wir dürfen nicht vergessen, daß wir in Deutschland und im Westen eine Situation erleben, in der es mehr alte als junge Menschen gibt. Dieser Zustand ist in der Menschheitsgeschichte in diesem Ausmaß beispiellos. Hier beginnt bereits die Umkehrung der Verhältnisse. Es drängt sich die Frage auf, welche weitreichenden gesellschaftlichen Folgen eine solche demographische Verschiebung nach sich ziehen wird.
Die fast universelle Tradition, die Alten zu ehren, könnte zu einem gewissen Grad schlicht auf dem Prinzip von Angebot und Nachfrage beruhen. Die Alten wurden verehrt, ihre Erfahrung galt als wertvoll, weil sie rar waren. Respekt vor dem Alter hatte also einen realen und nicht nur ideellen Wert. Heute jedoch haben wir ein Überangebot an Alten. Und mit diesem Überangebot geht eine Entwertung einher. Die Masse an Alten, wie wir sie in der BRD erleben, hat die Vorstellung eines würdevollen Alterns geradezu entzaubert. Wie viele senile, mürrische Alte begegnen uns? Das ist ein beklagenswertes Altern.
Es geht uns nicht darum, Lehrer der Alten zu werden, es geht darum, uns unsere Zukunft nicht von der Gegenwart der Boomer verbauen zu lassen. Wir fordern unser naturgegebenes Recht als Generation ein. Warum naturgegeben? Weil in allen bisherigen Gesellschaften die Natur ihren Dienst getan hat, die Alten abgetreten sind, um den Jungen Platz zu machen, ein biologisches Faktum, das über Jahrtausende hinweg die Stabilität von Gesellschaften sicherte.
SEIDEL: Neben der demographischen gibt es auch eine zunehmend technisch-kommunikative Differenz zwischen den Generationen. Die Alten können die »Digital Natives« kaum noch verstehen, weil sie deren Welt der Geräte, der sozialen Medien und damit auch der neuen Kommunikationsstrukturen nicht mehr verstehen. Qualitativ ist das jedoch nicht immer ein Gewinn: Man kann direkt von Allround-Verblödung durch asoziale Medien sprechen, man spricht bereits von »digitaler Demenz«.
WEBER: Die technisch-kommunikative Differenz zwischen den Generationen wächst nicht nur – sondern sie wächst exponentiell. Ich bekomme es selbst zu spüren. Ältere Zoomer schauen mit Befremden auf das Treiben der jüngeren Zoomer und der Generation Alpha. Während wir älteren Zoomer zwar als »Digital Natives« mit dem Internet aufgewachsen sind, hatten wir Smartphones und mobiles Internet erst so richtig im Teenageralter. Wenn wir nun aber zu den jüngsten Jahrgängen schauen, sieht die Situation anders aus. Die heutigen Teenager sind seit Kindesbeinen mit dem Smartphone vertraut, die allerjüngsten werden vor das Smartphone gesetzt, bevor sie überhaupt laufen können. Es scheint ein genauso perfides Austricksen der Psychologie und Biologie zu sein wie das Fast Food.
SEIDEL: Wir haben es also mit verschiedenen parallel verlaufenden, sich widersprechenden generationellen Phänomenen zu tun. Während die biologische Generationenfolge über viele Jahrtausende durchschnittlich um die 20 Jahre betrug, reden wir jetzt von 30 bis 40 Jahren. Lebensweltlich betrachtet, also technisch-kommunikativ, werden die Generationenabstände hingegen immer kürzer. Nun ist es allerdings so, daß die Zoomer die Fehler der Boomer ja anscheinend wiederholen und oft sogar in Potenz. Die klagende Generation bekommt selbst keine Kinder mehr und wenn, dann stellen sie ihre Kleinkinder schon im Kinderwagen mit Endgeräten ruhig.
WEBER: Aus meinem Freundes- und Bekanntenkreis hat niemand Kinder. Woran die Kinderlosigkeit meiner Generation liegt, darüber möchte ich nicht spekulieren, weil es so unfaßbar viele Erklärungsansätze gibt. Aus meiner Perspektive kann ich nur feststellen: Es handelt sich um eine Veränderung der gesellschaftlichen Disposition. Das »Man« ist verlorengegangen.
Es gibt gesellschaftliche Dispositionen, in denen ein Verhalten wie die Familiengründung oder das Kinderkriegen naheliegend ist – eine Selbstverständlichkeit, ein »Man«. In Ihrer Generation hat man geheiratet und Kinder bekommen. Das ist heute nicht mehr der Fall. Familiengründung ist von einer Selbstverständlichkeit zu einer bewußten Anstrengung geworden.
SEIDEL: Zurück zum Boomer: Sie hatten mir am Tresen eine Szene geschildert, die mich erschütterte. Können Sie das noch einmal kurz schildern?
WEBER: Ja, ich war letztes Jahr auf einer Veranstaltung, die sich mit der Strategiebildung für die Rechte beschäftigte. Der Referent äußerte sich provokant und sagte sinngemäß zum Thema Masseneinwanderung: Anstatt Pflegekräfte aus anderen Ländern zu holen, solle man lieber die Boomer dorthin deportieren, damit sie dort weiterversorgt werden können … Kurz gesagt: »Sollen sie doch dort verrecken.« Daraufhin brach im Saal unter den Zoomern tosender Applaus los.
SEIDEL: Das sitzt also tief, das berührt Verstand und Emotion, die Ressentiments – um keinen härteren Begriff zu wählen – sind substantiell. Mir scheint, die Boomer haben die affektive Dimension des Phänomens noch längst nicht begriffen. Sie beschreiben da eine Szene unter Rechten. Können Sie einschätzen, ob es Unterschiede zwischen linken und rechten Zoomern gibt?
WEBER: Ich denke, daß es hier auch Überschneidungspunkte gibt, vor allem in dem gemeinsamen Gefühl, daß die Art und Weise, wie Politik betrieben wird, nicht nachhaltig ist – auch wenn die Schwerpunkte unterschiedlich gesetzt werden. Bei den Rechten ist es die Migrationsfrage, bei den Linken die Klimafrage.
Aber was uns als Zoomer alle verbindet, ist die Lebenswirklichkeit junger Menschen in der BRD – eine Realität, die man nicht anders als als ein »Freiluft-Altersheim« bezeichnen kann. Die »elektorale Geiselhaft« ist ein weiterer Punkt. Egal, was wir wählen, am Ende kommt durch die zahlenmäßige Übermacht des Boomer-Elektorats ein Gemisch aus den Altparteien zusammen.
Eine alternde Gesellschaft ist zwangsläufig eine weniger dynamische, denn die Dynamik kommt von unten, von den jungen Generationen. Fehlen sie, bleibt nur Stagnation. Während man in Deutschland anerkennt, daß die Überalterung wirtschaftliche Konsequenzen hat, die man durch Massenmigration auszugleichen versucht, werden die politischen und kulturellen Aspekte dieser Stagnation selten thematisiert.
Neben der Überfremdung mit all ihren Konsequenzen gibt es also auch die Überalterung unserer Gesellschaft. Während die Überfremdung von der Rechten ausgiebig diskutiert wird, fehlt es an einer ernsthaften Auseinandersetzung mit der Überalterung.
SEIDEL: Remigration ist also nur die eine Seite der Medaille, Juvenalisierung wäre die andere. Gehen wir durch ein beliebiges Stadtzentrum, dann sehen wir neben den Alten – deutsch oder auch schon nicht mehr – vor allem lebhafte, laute, gestikulierende und virile Jungmännergruppen aus anderen Kulturen, und immer öfter sieht man sogar, wie sich die einheimischen Mädchen lieber diesen zugesellen, als sich mit blassen, vom Handynacken gebeugten jungen Deutschen abzugeben. Wie sagt man heutzutage: Was macht das mit den Zoomern?
WEBER: Das ist ein reales Phänomen. Zwischen deutschen und migrantischen Jugendlichen gibt es nicht selten Animositäten. In konkreten Situationen auf der Straße hat man den Talahons selten etwas entgegenzusetzen. Deutsche wurden anders erzogen. Sie kennen nicht nur nicht die kulturellen Codes der migrantischen Jugendgruppen, sondern auch nicht die einer vitalen, genuinen Jugendkultur.
Für deutsche Jugendliche ergeben sich jedenfalls zwei Nachahmungsoptionen: Entweder man übernimmt den Habitus, eifert migrantischen Jugendlichen nach und wird selbst zum Talahon, oder man ahmt das nach, was man bei diesen migrantischen Jugendlichen sieht, aber selbst nicht hat: den Stolz, den Nationalstolz. Ich denke, das ist auch ein Grund, weshalb die AfD bei Zoomern so beliebt ist. Die AfD greift diese Problematik mit Leuten wie Krah auf: »Du bist Deutscher, mach was draus.«
SEIDEL: Man hört immer wieder, TikTok habe Weltgeschichte gemacht. So wurde die Wahl in Rumänien annulliert, weil diese angeblich über russische Beeinflussung manipuliert worden sei. Krah behauptet, aufgrund seiner TikTok-Schnipsel der »beliebteste AfD-Politiker« zu sein. Schaut man sich die tatsächlichen Klickzahlen an, die in der Regel maximal ein paar hunderttausend Leute umfassen, dann ergibt das alles keinen Sinn. Es kann schon quantitativ nicht stimmen. Haben TikTok und ähnliche Plattformen diese Macht über Jugendliche? Und was bedeutete das überhaupt für eine sinnvolle politische oder gar metapolitische Arbeit?
WEBER: Sich nur auf den einen Account zu fokussieren und so Schlüsse über die Reichweite zu ziehen ist nicht aussagekräftig. Das liegt an zwei Dingen: Erstens haben wir es bei solchem »Content« meist gar nicht mit einer klassischen Situation von Sender und Empfänger zu tun. Statt dessen gibt es neben dem »Original« unzählige Reuploads mit Bearbeitungen, Interviewschnipseln oder Zusammenschnitten mit Musik unterlegten »Edits«, die dann auch wieder hochgeladen und erneut bearbeitet werden. So entsteht ein scheinbar unendliches mediales Recycling, eine ganz andere Art der medialen Proliferation. Es entsteht eine andere Art der Reichweite, die sich gar nicht so leicht an einzelnen Klickzahlen bemessen läßt und gleichzeitig tiefer in die Psyche dringt.
Die Rechte steht unter der Logik des Zugzwangs, der mit jeder neuen Technologie einhergeht. Sich der Technik zu entziehen, weil man sie für moralisch bedenklich hält, ist faktisch keine Option, da man sich durch den Entzug einen Nachteil verschafft. Warum sollten wir auf diese Technik verzichten, wenn sie uns hilft? Das muß man anerkennen: Sie spielt uns überproportional in die Hände.
SEIDEL: Also den Tiger reiten, dessen Ausbruch man eigentlich verhindern will. Zurück zur Akademie: Dort saßen 130 Zoomer und haben artig einer Handvoll Boomer gelauscht. Aber was haben die Vortragenden, was haben die von diesen zitierten, altehrwürdigen Autoritäten aus einer Zeit, in der kaum jemand auch nur ein Telefon benutzte, Ihnen, der Jugend überhaupt noch zu sagen und weshalb pilgern Sie an einen solchen Ort, wo alte weiße (vielleicht sogar weise) Männer von der Kanzel dozieren?
WEBER: Weil wir konservativ sind. Denn bei all dem Tigerreiten fragen wir uns, woran wir uns festhalten können. Wir haben bemerkt, daß etwas Erhaltenswertes verlorengeht, und möchten es bewahren. Vielleicht gibt es grundsätzliche Mißverständnisse, die wir gar nicht bemerken. Vielleicht reden wir mit den generationellen Boomern in Schnellroda aneinander vorbei. Aber ist das nicht der normale Lauf der Zeit? Ich meine, verstünden Homer oder Dante unsere Zeit? Und doch lesen wir sie, weil wir meinen, daß sie uns noch etwas zu sagen haben, daß an ihnen etwas Ewiges ist. Und das, meine ich, ist auch Teil eines konservativen Projekts – wenn man Konservatismus nicht als das Hängen an dem sieht, was gestern war, sondern als ein Leben aus dem heraus, was ewig gilt.
Hier möchte ich ausnahmsweise die Boomer nicht zur Rechenschaft ziehen. Wenn wir etwas anders sehen oder das Gefühl haben, daß etwas nicht konsequent zu Ende gedacht wurde, dann müssen wir es selbst tun – und es, falls notwendig, an die ältere Generation herantragen. Und davon sehe ich bei den Zoomern noch zu wenig. Wir haben uns in und durch Schnellroda ein ideologisches Besteck erworben, mit dem man jetzt ganz gut hantieren und sich die Welt mit Hilfe eines eigenständigen Denkens erklären kann. Schnellroda ist unabdingbar, wo sonst sollen wir nach Antworten suchen? In Schnellroda werden wenigstens die Probleme ausformuliert, die wir alle wahrnehmen, die sonst aber überall totgeschwiegen werden.
SEIDEL: Ich muß insistieren. In zwei Punkten. Zum einen ist es ja nicht die Frage, ob Homer oder Dante uns verstünden, sondern ob sie uns, ob das Alte dem Jungen noch etwas vermitteln kann. Zum erstenmal können die Alten den Jungen nicht mehr erklären, wie Welt und Leben laufen, den Jungen fehlt damit der gesamte edukative Horizont. Generationendifferenzen gehen weit über den klassischen und anthropologisch begründbaren Alt-jung-Konflikt hinaus; sie sind heutzutage Weltalterunterschiede. Gibt es also das Ewige, von dem wir, die Boomer, vielleicht die letzten Restrepräsentanten sind, überhaupt noch?
Und zum zweiten: Aus Schnellroda kann man lernen – etwa von Sophie Liebnitz –, daß diese neuartigen und sehr aggressiven linken Gleichheitsbewegungen einen Statusgewinn einbringen. Wokismus, Postkolonialismus, Queer-Theorie, Critical-Race-Theorie, Feminismus, Gender-Studies, Disability-Studies und dergleichen kämpfen gewinnbringend gegen den »alten weißen Mann«. Strukturell scheint es da Parallelen zur generellen Boomer-Kritik durch die Zoomer zu geben. Ist diese also eher generationell und weniger politisch grundiert?
WEBER: So wie ich Sie verstanden habe, meinen Sie hier mit dem Ewigen tiefe und tiefste Traditionslinien und ‑praktiken. Aber ich würde nicht behaupten, daß sich die Boomer als deren letzte Repräsentanten rühmen dürfen. Vielmehr hat dieses Ewige mit ihnen aufgehört. Die Boomer haben unter anderem mit der 68er-Bewegung das Erbe – sowie die Idee, das Erbe weiterzugeben – ausgeschlagen, sich anderen Zielen gewidmet und gemeint, sie könnten abseits des Althergebrachten die Dinge neu setzen. Sie sind der Bruch in der Kette. Sie sind nur noch Nutznießer, keine Repräsentanten. Sie haben vom kulturellen Boden geerntet, aber nichts oder nur in einem geringeren Maße den Boden bestellt, nichts gesät. Und wir Zoomer schauen nun ins Leere.
Aber ich denke, daß durchaus Ähnlichkeiten zwischen der rechten Zoomer-Wut und zum Beispiel der »Fridays for Future«-Bewegung bestehen. Es geht darum, daß die Boomer nicht nachhaltig gehandelt haben und uns damit die Zukunft verbauen – also das Thema des Bruchs eines ungeschriebenen Generationenvertrags. Und es sind auch ganz ähnliche Leidtragende: Wenn man sich an die »Fridays for Future«-Demonstrationen erinnert, dann waren das fast ausschließlich »biodeutsche« Jugendliche und meist aus dem Bildungsbürgertum. Man wird sich auf unterschiedliche Weise seiner generationellen Problemstellungen bewußt und findet dafür verschiedene ideologische Ventile. Wenn wir uns die Bewegungen anschauen, dann würde ich aus rechter Perspektive doch eine Unterscheidung machen. Es ist richtig, daß hier mit der Boomer-Aversion Parallelen zu einer Art Ressentiment gegen den alten weißen Mann bestehen, aber mit ganz anderen Zielen. Während diese ganzen »woken« Bewegungen die Herrschaft des »alten weißen Mannes« angreifen und trotz ihres eigenen Profits in diesem System zumindest ideell an seinem Sturz interessiert sind, ist das bei den rechten Zoomern überhaupt nicht der Fall. Vielmehr fühlen wir uns um unser wirtschaftliches und kulturelles Erbe sowie unsere Zukunft betrogen. In der abstrakten Hinsicht, daß es sich um Verteilungskämpfe handelt, ähnelt man sich, aber: All diese anderen »woken« Interessengruppen, die ein Stück vom Kuchen möchten, steigern eigentlich nur unser Ressentiment gegen die Boomer.
SEIDEL: Zum Schluß. Sie sind konservativ. Aber das Konservative ist die Bewahrung des Alten, des guten Alten. Auch sind die Alten seit jeher konservativer als die Jungen. Revolutionen sind in der Regel ein Vorrecht der Jugend. Wie kann man konservativ sein und das Alte/die Alten verachten?
WEBER: Ein Wort – gut. Dieses Wort darf nicht vergessen werden. Es geht um das gute Alte. Wir wollen das Alte nicht um seiner selbst willen bewahren, sondern das Gute im Alten, das sich im Laufe der Zeit bewährt hat, deshalb bewahrt wurde und demnach etwas Wahres in sich tragen muß. Der Konservatismus ist in dieser Hinsicht nicht nur passiv, sondern ein aktives Projekt der Auslese. Nun sehen wir uns in einem Dickicht des schlechten Alten vor die Aufgabe gestellt, um so verbissener das gute Alte zu bewahren.
Martha
Ich kann mit dieser künstlichen Spaltung in Boomer und Nichtboomer nichts anfangen. Sie macht überhaupt keinen Sinn. Es gibt überall solche und solche. Früher nannte man sowas Generationenkonflikt. Was ist neu daran, daß es in einigen Bereichen mehr oder weniger unterschiedliche Interessen - aber genauso Gemeinsamkeiten - zwischen jung und alt gibt? Diese Boomerdiskussion führt ins Nichts. Sinnvoller ist die Bestimmung von Freund und Feind.