Hard Power! Große Korrektur?

International erleben wir kraft Trump einen Wechsel von soft zu hard power.

Heino Bosselmann

Heino Bosselmann studierte in Leipzig Deutsch, Geschichte und Philosophie für das Lehramt an Gymnasien.

Machia­vel­li statt Kon­sens, auto­ri­tär und kon­flikt­be­reit, weni­ger Kom­pro­mis­se. Innen­po­li­tisch wird eine Art „roll back“ gegen­über dem bis­he­ri­gen Ver­ständ­nis von „Demo­kra­tie“ und „Grund­wer­ten“ zu erwar­ten oder zu befürch­ten sein – zunächst anders­wo, spä­ter, aber unwei­ger­lich auch hier.

Gera­de hier. Denn ist nicht die Kom­mu­ni­ka­ti­on hier­zu­lan­de noch phra­si­ger, also noch unwahr­haf­ti­ger, ja ver­lo­ge­ner als bei den euro­päi­schen Nach­barn? Wer den all­zu gän­gi­gen, also ver­brauch­ten und längst nur­mehr in mani­pu­la­ti­ver Absicht pla­zier­ten Leit­be­grif­fen noch folg­te, war ent­we­der über­an­ge­paßt oder ließ ein Mini­mum an kri­ti­scher Urteils­kraft vermissen.

Phy­sio­gno­mie und Rhe­to­rik des Bun­des­prä­si­den­ten Frank-Wal­ter Stein­mei­er per­so­ni­fi­zie­ren das behä­bi­ge Selbst­ver­ständ­nis der blo­ckier­ten Repu­blik in einer Wei­se, daß man sich erstaunt fragt, war­um jede Epo­che tat­säch­lich die sie ver­kör­pern­de Leit­fi­gur hervorbringt.

In Anschau­ung des Groß­funk­tio­närs im Schloß Bel­le­vue scheint alles nur­mehr ledig­lich Rol­le, Mas­ke, ver­brauch­tes Sym­bol zu sein. Man weiß, daß man die pas­to­ral anmu­ten­den Ver­laut­ba­run­gen beja­hen soll, aber man ver­mag sich mit ihnen nicht zu ver­bin­den; sie durch­que­ren einen so reso­nanz­frei wie ein Neutrino-Schwarm.

Apro­pos Demokratie:

Es geht weni­ger um deren Revi­si­on als um die Infra­ge­stel­lung der inner­halb die­ser Demo­kra­tie zur Herr­schaft gelang­ten Kräf­te, die über Jahr­zehn­te poli­tisch exe­ku­tiv und kul­tu­rell hege­mo­ni­al wirk­ten, einen spe­zi­el­len Hof­staat mit Anci­en-Regime-Anmu­tung aus­bil­de­ten und mit der soge­nann­ten Zivil­ge­sell­schaft, also öffent­lich ali­men­tier­ten „NGOs“, einen „deep sta­te“ zur Selbst­ver­sor­gung und Fremd­be­ein­flus­sung ausbildeten.

Die Panik­stim­mung gegen­über der AfD und das hys­te­ri­sche Abwehr­ver­hal­ten erklärt sich maß­geb­lich aus der Furcht der bis­lang Pri­vi­le­gier­ten vor ihrem Kom­fort­ver­lust. Das von ihnen „demo­kra­tisch“ eta­blier­te Sys­tem scheint in bis­he­ri­ger Vari­an­te abge­braucht. Es wird auf vita­len Wider­stand kaum vital reagie­ren kön­nen. Nichts illus­triert die unfrei­wil­li­ge Tra­gi­ko­mik so treff­lich wie die „Omas gegen Rechts“.

Die letz­ten Jahr­zehn­te waren gekenn­zeich­net durch gera­de­zu irre Wunsch­vor­stel­lun­gen und sug­ge­riert selbst­er­fül­len­de Pro­phe­zei­un­gen – mit Blick auf das Men­schen­bild, die Welt­ord­nung und das Recht, sei­ne „Bedar­fe“ ein­zu­for­dern, ohne ein Mini­mum an Eigen­ver­ant­wor­tung wahr­zu­neh­men oder auch nur ein Ein­se­hen dar­in zu haben, daß eige­nes Lebens­ver­sa­gen nun mal Man­gel- und Not­si­tua­tio­nen verursacht.

In einem Deutsch­land­funk-Inter­view über sei­ne Auf­fas­sung zur Wehr­pflicht befragt, äußer­te kürz­lich ein ver­schnö­sel­ter Ber­li­ner Abitu­ri­ent und Leis­tungs­kurs­ler im Fach Sozi­al­kun­de, daß er „ver­wei­gern“ wer­de. Er for­mu­lier­te das so selbst­be­wußt, als sähe er dar­in eine cou­ra­gier­te Hand­lung, obwohl doch dazu nur irgend­ein Wisch zu unter­schrei­ben, jeden­falls über­haupt kein Mut auf­zu­wen­den ist.

Ange­spro­chen dann auf einen sozia­len Wehr­ersatz­dienst, ver­nein­te er eben­falls. Ha, ha, dazu wäre er doch viel zu faul, das wüß­te er ein­fach. Rund­um wur­de im „Leis­tungs­kurs“ über die ver­meint­li­che Cool­ness geki­chert. Genau die­ser Leis­tungs­kurs kann ins­ge­samt für Deutsch­land und mehr noch für des­sen nar­ziß­ti­sche Jugend stehen.

Eine Klä­rung war not­wen­dig, weil durch­weg Kon­tu­ren fehl­ten, die nun neu ein­zu­zeich­nen sind, auf daß viel­leicht sogar wie­der kla­re Rede mög­lich ist.

Was immer man etwa zu Trump­scher Innen- oder Außer­po­li­tik mei­nen mag:

Im Gegen­satz zur oben skiz­zier­ten Vari­an­te Stein­mei­er ist man wenigs­tens gezwun­gen, sich dazu zu ver­hal­ten. Man kann dem nicht neu­tral gegen­über­ste­hen, wäh­rend man hier­zu­lan­de doch bei­na­he allem, was man hört und erlebt, lei­den­schafts­los gegen­über­steht. Sobald man über­haupt auf Puls kommt, ist man ten­den­zi­ell schon Staats­feind, inso­fern man die grund­ver­ord­ne­te laue Seicht­heit zu erfri­schen droht.

Der Begriff „Zei­ten­wen­de“ war gleich­falls nicht ernst­zu­neh­men, denn in Deutsch­land wen­de­te sich außer ein paar vor­ge­spiel­te Ges­ten gar nichts. Der Staat stärk­te sich nicht, er pump­te sich neu­es Geld, das er eben­so frag­wür­dig ver­senkt wie frü­he­re Kre­di­te. Der Fit­neß­grad und der Body­m­aß­in­dex des Home­of­fice-Durch­schnitts­bür­gers schei­nen für eine neu­er­li­che „Wen­de“ über­haupt nicht auszureichen.

Um die Büro-Bour­geoi­sie mit all ihren staat­lich gewähr­ten Fest­tags- und Urlaubs­zu­la­ge geht es zu sehr, um jene, die früh an der Stra­ßen­bahn ste­hen, um eine har­te Schicht zu begin­nen, viel zu wenig. Auch das erklärt die Ener­gie der antie­li­tä­ren Bewegung.

Mag aber wohl sein, daß die Vor­ga­be „Zei­ten­wen­de“ von der Tat­sa­che „Gro­ße Kor­rek­tur“ abge­löst wird. Das eine blieb sub­jek­tiv Wunsch­vor­stel­lung, das ande­re ist objek­tiv not­wen­dig. Dringlichst.

Wir wer­den sehen, wie weit sie geht, und wir wer­den ihre Kon­se­quen­zen ver­mut­lich gar zu fürch­ten haben. Schlägt „hard power” künf­tig „moral visi­on”, weil die­se über­trie­ben, jene aber ver­nach­läs­sigt wur­de? Nicht nur in inter­na­tio­na­len Gewäs­sern holen die USA weit aus. Wir haben abzu­war­ten, wo sie noch über­all drein­schla­gen, wäh­rend Mini-Mäch­te wie Deutsch­land ver­druckst zuse­hen und um neue Phra­sen rin­gen, bevor der Kopf dann zum Nacken­biß geneigt wird.

Der von Ijo­ma Man­gold gepräg­te Begriff einer gera­de statt­fin­den­den „kul­tu­rel­len Schub­um­kehr“ scheint die tref­fen­de Ent­spre­chung für Niall Fer­gu­sons „vibe-shift“ zu sein – als Aus­druck für den bit­ter not­wen­di­gen, längst über­fäl­li­gen Gesin­nungs­wan­del, der das von den „woken“ Kräf­ten mäch­tig ange­sto­ße­ne Pen­del nun mit gewal­ti­ger Gegen­kraft zurück­schwin­gen läßt.

Man wird sich selbst kaum bemü­hen müs­sen, die­sem Gegen­schlag noch mehr Ener­gie zu ver­lei­hen, denn dies erfolgt bereits eigen­dy­na­misch – außen­po­li­tisch sowie­so, innen­po­li­tisch dann die­sem Impuls unwei­ger­lich fol­gend. Mag gar sein, es gibt bald wie­der eine Gro­ße Koali­ti­on, dann aber von CDU und AfD. Nur so wäre sie „groß“ denkbar.

Man soll­te eher kri­tisch dar­auf zu ach­ten begin­nen, inwie­weit mit der not­wen­di­gen „Dis­rup­ti­on“ bereits eine „Des­truc­tion“ zu dro­hen beginnt, der – wie­der­um hier­zu­lan­de – weder die Struk­tu­ren noch die schwä­cheln­den und ver­zär­tel­ten Bür­ger vom Stam­me Stein­mei­er gewach­sen sind.

Vor­ding­lich nun, das zu bewah­ren, was KI gera­de nach­wach­sen­den Gene­ra­tio­nen abgewöhnt:

Auto­nom blei­ben! In sich ent­wi­ckeln, was Unter­richt und Erzie­hung nicht mehr ent­wi­ckeln woll­ten – das Ver­mö­gen, sich tief nach­den­kend und beson­nen zu ori­en­tie­ren, die Quel­len zu fin­den, aus denen sich unse­re Iden­ti­tät einst speiste.

Dafür aller­dings sind wei­te Wege zu gehen und bei­na­he mär­chen­haft auf­wen­di­ge Pro­ben zu bestehen. Wer sich mög­lichst wenig durch exter­ne Maschi­nen ent­las­ten läßt, son­dern sei­ne Bord­mit­tel ent­wi­ckelt, dürf­te nicht nur bes­ser zurecht­kom­men, son­dern hoff­nungs­voll unter­wegs sein – wenn nicht als Akteur, so als kühl inter­es­sier­ter Beob­ach­ter eines Schau­spiels, das hof­fent­lich nicht kata­stro­phal ausartet.

Heino Bosselmann

Heino Bosselmann studierte in Leipzig Deutsch, Geschichte und Philosophie für das Lehramt an Gymnasien.

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Kommentare (28)

Le Chasseur

8. Januar 2026 11:28

"Der Begriff „Zeitenwende“ war gleichfalls nicht ernstzunehmen, denn in Deutschland wendete sich außer ein paar vorgespielte Gesten gar nichts. Der Staat stärkte sich nicht, er pumpte sich neues Geld, das er ebenso fragwürdig versenkt wie frühere Kredite."
Glückliches Amerika: "US-Präsident Donald Trump hat eine starke Erhöhung der US-Verteidigungsausgaben vorgeschlagen. Für 2027 sollten die Militärausgaben auf 1,5 Billionen Dollar steigen"
Natürlich alles auf Pump finanziert.
Hoffentlich verschwindet dieses von größenwahnsinnigen Kleptokraten regierte Land endlich im Abfluss der Geschichte.

Le Chasseur

8. Januar 2026 11:39

A propos "Milliarden versenken": Die letzte Schlachtschiff-Fantasie
 
 

RMH

8. Januar 2026 12:07

Hoffentlich verschwindet dieses von größenwahnsinnigen Kleptokraten regierte Land endlich im Abfluss der Geschichte.
@LeChasseur, bitte immer daran denken, dass wenn dieses Land durch den Abfluss geht, es einen solchen Strudel/Sog erzeugen wird, dass unser Land mit in die Kanalisation fließen wird. Diesen Hinweis möchte ich aber nicht als Angst- oder Jammerhinweis missverstanden wissen, sondern eher als Hinweis auf eine realistische Lage. Die Konsequenzen daraus wird eine Merz-Admin aber bestimmt nicht ziehen & auch nicht ziehen können. Insgesamt sehe ich aber eine Tiefenschicht im Artikel von H.B. berührt, die man nicht auf die Oberfläche "weg mit der Moral-Mimikri, aber heute wird ehrlich durchgefegt" reduzieren kann. Ist bei den USA (ebenso wie bei anderen Großmächten) dieses Verhalten ein Aufbäumen gegen den bei Wohlstandsgesellschaften angelegten Tod durch Dekadenz/Sinnverlust? Ein kleines bisschen Off-Topic, aber irgendwie passt es hierher, aber auch zur Debatte, die der Artikel von EK ausgelöst hat. Daher verlinke ich es:
https://www.youtube.com/watch?v=6pwIs_4pDZI

Dieter Rose

8. Januar 2026 14:12

Gibt es einen "Radetzkymarsch" für unsere Zeit(enwende)?

Dieter Rose

8. Januar 2026 14:52

Gibt es einen "Radetzkymarsch" für unsere Zeit(enwende)?

Hartwig aus LG8

8. Januar 2026 15:33

"Apropos Demokratie"
Hinweis: Die Bundesrepublik Deutschland (nomen est omen) ist als Republik verfasst, nicht als Demokratie. Das Substantiv "Demokratie" kommt im GG nicht ein einziges Mal vor. Ein paarmal ist von der "freiheitlich demokratischen Grundordnung" die Rede. Dies rechtfertigt wohl kaum den derzeitigen Fetisch, der auch im Kommentariat der SiN hin und wieder aufscheint.

Le Chasseur

8. Januar 2026 15:44

@Hartwig
Art 20 GG(1) Die Bundesrepublik Deutschland ist ein demokratischer und sozialer Bundesstaat.(2) Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus. Sie wird vom Volke in Wahlen und Abstimmungen und durch besondere Organe der Gesetzgebung, der vollziehenden Gewalt und der Rechtsprechung ausgeübt.
Derzeit geht die Staatsgewalt faktisch natürlich nicht vom Volk aus, aber grundgesetzlich wäre das schon so vorgesehen.

Mitleser2

8. Januar 2026 15:55

" ... das Recht, seine „Bedarfe“ einzufordern, ohne ein Minimum an Eigenverantwortung wahrzunehmen oder auch nur ein Einsehen darin zu haben, daß eigenes Lebensversagen nun mal Mangel- und Notsituationen verursacht."
Ich stimme dem zu. Sie werden damit aber in Konflikt mit der SolPat-Fraktion von Benedikt Kaiser kommen. 
 

RMH

8. Januar 2026 16:00

@Hartwig, @LeChasseur hat bereits Art 20 GG genannt.
Aus der Forumlierung "ist ein demokratischer und sozialer Bundesstaat" ergibt sich die Verfasstheit der Bundesrepublik als Demokratie. Art. 79 Abs. 3 GG schreibt das als unveränderbar fest.
Die Sozis haben damals es geschafft, das Soziale einzufügen und das Grundrecht auf Eigentum von Anfang einzuschränken. Aber wie sang schon der linke Westernhagen? "Freiheit, Freiheit, ist die einzige, die fehlt". Das hört er wohl heute nur ungern von der "falschen" Seite aus gesungen.

Maiordomus

8. Januar 2026 16:00

@Hartwig. Sie sehen es richtig. Beispiel direkte Demokratie in der Schweiz, die es in Genf schon im 17. Jahrhundert gab, in Glarus und Appenzell schon ab dem Mittelalter, funktionierte primär auf republikanischer Grundlage. Demokratische Entwicklungen in den Vereinigten Staaten waren zunächst republikanisch, wobei aber galt, dass Gleichheit nur in kulturell vergleichbaren Gesellschaftsschichten funktionieren kann, sonst bewahrheitet sich Orwells "gleicher als andere" für die Elite. Demokratie kann, was Platon auffiel, totalitär oder ochlokratisch entarten, bis hin zur Tyrannis. Dabei ist im demokratischen Prinzip das tyrannische enthalten, es sei denn, Demokratie beschränke sich (nach Popper) auf die Möglichkeit, eine gewählte Führung bei Nichtbewährung gewaltfrei zu beseitigen. Gewaltfreiheit ist dabei keineswegs garantiert. Das Prinzip Bürgerkrieg, das zeigten die USA 1861, ist im demokratischen Prinzip mitenthalten. Es gibt keine Freiheit ohne Mass, ohne gerechte Ordnung innerhalb eines Konsens und ohne Bereitschaft, auf Basis Selbstverantwortung Leistungen für die eigene Existenz einerseits und die Gesellschaft andererseits zu erbringen. Demokratie setzt den Willen, ein Volk zu sein, wohl voraus. "Volk" aber nicht notwendig auf "völkisch" reduzieren.   

Laurenz

8. Januar 2026 16:22

@HB ... Sie sollten es doch wissen, HB. Weder SED-Bonzen noch ihre letzten Nachfolger in der DDR hatten sich auch nur eine Sekunde mit den Grundfesten der BRD auseinandergesetzt, obwohl die Hauptverwaltung Aufklärung (HVA) der Stasi mit an der Degeneration der BRD gebastelt hatte, hier dazu Juri Besmenow. https://youtu.be/pomA2h-YS9M Man war ja nie gezwungen, Verhandlungen zu führen, war dieser unfähig. Jedes politische System, welches immer weiter Haltung belohnt & sich vom Leistungsprinzip entfernt, verabschiedet, ist dem Untergang geweiht, so auch die heutige BRD. Niemand kann auf Dauer den Sozialismus eines Steinmeiers finanzieren, weil Leistung nicht belohnt, sondern verachtet wird. ... @Le Chasseur ... Ich muß es leider so hart ausdrücken, Sie haben von Militär & Krieg keine Ahnung. Nichts fördert die technische Entwicklung mehr, als ein Krieg. Neue Angriffs-Waffen bedingen neue Abwehr-Waffen. Und wie schon in den Weltkriegen, steht hinter jeder Waffe die Kosten-Nutzen-Relation. Schwächere Regimes neigen dazu, überlegene Waffen herstellen zu wollen, was aber am Ende meist scheitert. Das meiste Geld geht bei den Amis für Militär-Basen & Sprit zur Versorgung des Basen drauf. Wenn die Basen reduziert werden sollen, braucht man mehr mobile Macht auf den Weltmeeren.

Laurenz

8. Januar 2026 16:33

@Mitleser2 @HB ... Sie werden damit aber in Konflikt mit der SolPat-Fraktion von BK kommen. ... Sie haben Sich einfach nur zu wenig mit BK auseinandergesetzt. BK hat rechte Politik einfach nur dem Volk & nicht nur unserem Volk, sondern dem Westen angepaßt. Man kann nur mit dem Volk arbeiten, das man hat, es gibt kein anderes. Und die Mitleser2 in diesem Volk machen nicht mal 1% aus, auch wenn diese Mitleser2 von narzißtischer Egozentrik zerfressen sind, ändert das nichts an der Realität. Wenn heute keiner mehr freiwillig Kinder in die Welt setzt, muß man darauf reagieren. D.h. das Leben mit Kindern muß in einem Deutschen Staat einfacher sein, als das Leben ohne Kinder. Was gibt es daran nicht zu begreifen? Das kann man dann wieder nach 5 Jahrzehnten verändern, wenn das Kinderhaben wieder im Bewußtsein des Deutschen Menschen den Normalzustand darstellt. Und das, Mitleser2, wird HB (reine Vermutung) als passionierter Lehrer auch nicht anders sehen.

Le Chasseur

8. Januar 2026 17:45

"In einem Deutschlandfunk-Interview über seine Auffassung zur Wehrpflicht befragt, äußerte kürzlich ein verschnöselter Berliner Abiturient und Leistungskursler im Fach Sozialkunde, daß er „verweigern“ werde."
Mitte der 90er kam bei einer Kollegstufen-Feier in einer oberpfälzischen Kleinstadt das Thema "Wehrdienst oder Zivildienst?" auf. Ein anwesender Millionärssohn, dessen ganze Familie mit der örtlichen CSU verbandelt ist, erklärte blasiert: "Weder noch, dafür sorgt mein Anwalt." So kam es dann auch.
Jeder, der verweigert, trifft die richtige Entscheidung.

heinrichbrueck

8. Januar 2026 18:19

"International erleben wir kraft Trump einen Wechsel von soft zu hard power."
Ein bißchen so, als würde eine Frau von einem grünen zu einem roten Dirndl wechseln. Machtlogik ist überall gleich. 

RMH

8. Januar 2026 19:11

"Der Fitneßgrad und der Bodymaßindex des Homeoffice-Durchschnittsbürgers"
Kurze inhaltliche Kritik: Die Masse der Arbeitnehmer arbeitet nicht im Homeoffice. Gerade mal 11,x % haben das 2024 täglichgetan. Da der Trend wieder abnimmt, könnte dieser Teil schon seit 2025 sinken. Was aber gerade steigt, sind die, die zwangsweise zu Hause sind, weil sie gerade entlassen wurden oder die, die mehr oder weniger freiwillig aufhören, weil es wieder Altersteilzeitprogramme etc. gibt. Dabei wird selbstverständlich auch der ALG1 Bezug mit in die Planung einbezogen, so dass der Anteil der Langzeitarbeitslosen (= Personen im ALG1 Bezug, die bis zum Ende der Bezugsdauer keinen neuen job haben) naturgemäß ansteigt. Ich selber habe schon die unterscheidlichsten Arbeitssituationen in meinem Leben gehabt, am wenigsten habe ich mich als Berufspendler mit Bürotätigkeit körperlich bewegen können (zu viel Zeit auf der Straße gelassen). Für eine pauschale Bewertung taugt Homeoffice nicht mehr. Die Zeiten, wo Massen wg. Corona nach Hause geschickt wurden & dabei nicht so recht wussten, was sie tun sollten oder im ÖD nicht einmal die techn. Voraussetzungen erhalten haben, um "remote" zu arbeiten & damit Homeoffice faktisch Urlaub war, sind schon einige Zeit vorbei. Was nachwie vor zu oft schlecht ist, ist Online-Lehre aller Art, einschl. Unterricht. Die Zeitenwende kommt wohl über KI, wobei in D dafür aktuell nicht genug Strom vorhanden sein wird.

Ein gebuertiger Hesse

8. Januar 2026 19:17

Toller Aufsatz zur Lage, Jan. 2026. Danke, besonders für die letzten zwei Absätze.

Laurenz

8. Januar 2026 19:20

@RMH ... Homeoffice ... ist eine einfache Rechnung. Die Arbeitsleistung sinkt, dagegen stehen die Kosten für den Büroraum & die Anfahrtswege. Übrigens, GK macht schon über 20 Jahre Homeoffice.

RMH

8. Januar 2026 20:02

Übrigens, GK macht schon über 20 Jahre Homeoffice.
@L., er bringt offenbar auch alles dafür Notwendige mit: Hohes Maß an Selbstständigkeit (ist zugleich auch der Inhaber) und große Motiviation oder vermutlich zumindest die Fähigkeit, sich selber zu motivieren. Dies ist nach meiner Home-Office Erfahrung ganz entscheidend. Zum einen muss man Dinge wirklich selbstständig erledigen und entscheiden können und zum anderen sich motivieren, da keiner mehr direkt an Trommel steht und den Rudertakt auf der nach wie vor existierenden Sklavengaleere vorgibt. Auch die Peitsche fehlt, dafür kann es sein, dass man schneller über Bord geworfen wird. Alles hat eben verschiedene Seiten und Perspektiven. Eine der wenigen Themen, wo Arbeitgeber/Unternehmer vermutlich recht genau wissen, wann was Sinn macht und wann nicht. Aktuell geht der Trend wieder etwas weg vom Home-Office. Wirklich 100% machen, wie geschrieben, nur wenige. Es ist auch nichts für jeden, da auch die sozialen Kontakte auf Arbeit wegfallen und gerade dieser Faktor im sozialen Leben des Menschen ist nicht zu unterschätzen.

Ein gebuertiger Hesse

8. Januar 2026 20:29

@RMH. Sie sprechen etwas an, das parallel zur Selbstoptimierung läuft, nämlich das Sichselbstüberwasserhalten. Bravo.

Majestyk

8. Januar 2026 21:10

@ Laurenz:
Damit Kinder bekommen innerhalb einer intakten Familie wieder Normalzustand wird, muß der Feminismus überwunden werden, und zwar vollumfänglich. Zudem braucht es eine Rückkehr zum Abstammungsprinzip. Ich hoffe, darauf können wir uns einigen.

RMH

8. Januar 2026 21:58

@Majestyk,
der Feminisums als alleiniger Familienzerstörer ist etwas zu einseitig, da gibt es noch mehr Ursachen.
Auch als säkularer Moralist & Rationalist sollte Ihnen auffallen, dass das, was im anderen Debattenstrang angesprochen wurde und was in dem oben von mir verlinkten Video völlig fehlt, nämlich Glaube/Religion, in einem hohen Maße sinnstiftend zu sein scheint und in gläubigen Bereichen der Gesellschaft Familien mehr existieren, als in anderen gesellschaftlichen Kreisen. Das kann man erst einmal wertfrei feststellen. Der Volksmund sagt in meiner, fränkischen Gegend derb dazu: "Wo Glaube, Liebe, Hoffnung herrscht, wird Morgens, Mittags, Abends geberscht".
Gläubige haben meistens auch keine feministische Agenda, es sei denn, sie sind Angestellte bei der EKD. Man kann ein christliches Revival also auch positiv sehen.

Gracchus

8. Januar 2026 23:00

Ich teile die meisten Beobachtungen Bosselmanns. Bis zur Elitendämmerung wird es wohl noch ein Weilchen dauern. "Unsere Demokratie" ist ja, wenn nicht zu allem, so doch zu vielem bereit - wie MP Günther dem Hörensagen nach bei Lanz verlautbart hat, dies aber wiederum in diesem verwaschenen Duktus, der - wie Bosselmann zurecht bemerkt - klare Worte scheut wie der Teufel das Weihwassser. Bei Klonovsky ein schönes wahres Zitat von Cioran gefunden, wonach - sinngemäß- die Deutschen deshalb so in der Metaphysik glänzten, weil es ihnen an Alltgsverstand fehle. Auch dem jetzt herrschenden Ideologieamalgam haben wir Deutsche höhere metaphysische Weihen verliehen, weshalb es sich zäher halten wird als anderswo. Ob tatsächlich eine Dynamik der Schubumkehr unaufhaltsam in Gang gesetzt ist? So oder so sieht meiner einer sich in die Beobachterrolle gedrängt, ohne Einfluss auf das Spiel, das ja trotzdem Auswirkungen auf das eigene Leben hat.

Umlautkombinat

8. Januar 2026 23:05

Glaube, Liebe, Hoffnung  ... morgens, mittags, abends

 
Bin ja nicht der Fruehaufsteher, aber Mittag und Abend genuegen ja auch noch..

Beta Jas

8. Januar 2026 23:18

@RMH "Kurze inhaltliche Kritik: Die Masse der Arbeitnehmer arbeitet nicht im Homeoffice."
Das schreibt er selbst im nächsten Abschnitt des Textes mit den Worten: Um die Büro-Bourgeoisie mit all ihren staatlich gewährten Festtags- und Urlaubszulage geht es zu sehr, um jene, die früh an der Straßenbahn stehen, um eine harte Schicht zu beginnen, viel zu wenig. Auch das erklärt die Energie der antielitären Bewegung.
 

Speng

8. Januar 2026 23:50

„Jeder, der verweigert, trifft die richtige Entscheidung.“ Richtig!
Ach, Herr „Hetzer“. Ich durfte zehn, fünfzehn Jahre später (und etwas südlicher) eine sehr ähnliche Szene miterleben, mit ähnlichem Ausgang. Das war aber schon zu einer Zeit, als das Ende der ganzen Wehrpflicht-Farce langsam abzusehen war, nur noch nicht formalisiert wurde.
Bilanz: Von gut 30 männlichen Abgängern haben sich ganze vier für die BUNTEWEHR entschieden, größtenteils um einen etwaigen Numerus Clausus zu umgehen. Patriotische Gefühle wären vll. höchstens molekular nachzuweisen gewesen. Und der Rest? Tricksen, um ausgemustert zu werden, und wenn's halt schief lief: ab zum Zivi. 
Was ich damals noch als legitim und sinnstiftend empfand. Verstehe heute aber jeden jungen Mann, der sich für diese desolate Gerontokratie nicht als billige Arbeitskraft mißbrauchen lassen will. Während gleichzeitig die ganzen.... Sie wissen schon.
Erich Kästner Zitat, Kakao trinken usw.

Laurenz

9. Januar 2026 00:36

@RMH & Majestyk ... die Herren, habe weder für, noch gegen das Homeoffice, debattiert. Das haben Sie falsch verstanden. Ein Unternehmer, ein Vorgesetzter braucht die Freiheit selbst kalkulieren, selbst entscheiden zu können, manchmal auch vielleicht unter Konsultation seiner Mitarbeiter, zB zeitliche Ersparnis beim Weg zur Arbeit, 50/50 Firma-Familie, was auch immer. Wir sind doch keine Brüsseler EU-Bürokraten. Was den Feminismus angeht oder den Glauben, so können Sie beides weder mit Gläubigen, noch den Feministen debattieren. Wenn wir bei den politischen Fakten bleiben, muß der Glaube Privatsache bleiben, denn er behindert uns politisch & die Ökonomie. Das ist seit der Renaissance eindeutig festzumachen. Die säkulare Ex-DDR funktioniert politisch in unserem Sinne besser, als der gläubige Westen oder wollen Sie das abstreiten? Der Glaube, wie der Marximus, funktionierte am besten, als alle tatsächliche Angst vor ihm hatten. Die Sachsen wurden Christen, als sie von den Franken mit dem Schwerte gemessen wurden. Ohne das, kein wahrhaftiger Glaube. Die Tage postete ich Ihnen Leonarda Jonie. Die sagt, Sie hat keinen Bock mehr auf männliche Weicheier, die sie nicht füchtet. Ohne eine gewisse Furcht, kein Orgasmus.

anatol broder

9. Januar 2026 00:55

@ rmh 21:58
ich denke nicht, dass gedanken über transzendenz bei jungen menschen sinnstiftend sind. meine erklärung für die höhere familienrate in gläubigen bereichen ist die banale regelmässigkeit, mit der sich die gemeinde im gotteshaus trifft. die mitglieder beschnuppern sich lange genug, um eine gute wahl zu treffen.

Laurenz

9. Januar 2026 01:04

@RMH & Majestyk (2) ... Schauen Sie nach Osteuropa, dort sind die Frauen weiblicher als bei uns, warum ist das so? https://www.youtube.com/shorts/j_1RtXSedE8?feature=share  https://www.youtube.com/shorts/j_GErYJGVnc?feature=share Weil sich der Staat weniger in die Partnerschaften einmischt. Der Staat muß mehr in die Familien investieren & sich bei Trennungen herausnehmen, das heißt, die Trennungsschuld wieder einführen & den Unterhalt für den, der geht, abschaffen. Derjenige, der keine Schuld trägt, behält die Kinder. Das zwingt Frauen dazu, wieder mehr Frau zu werden & zwingt auch alle sich mehr über Bindung Gedanken zu machen, die man eingeht. Heute werden Partnerschaften vor allem von Frauen als Platzhalter benutzt, bis was besseres kommt. Diesen Menschenhandel kann man nicht verbieten, aber man kann ihn steuern. Die persönliche Verantwortung für das Überleben der Kinder tötet den Feminismus. Meine Großeltern mußten noch zusammenhalten, wenn die Familie überleben sollte. Die Zeit holen wir nicht zurück, aber wir können eine neue Zeit gestalten.