Israel oder America First? Streit im MAGA-Lager

Ist der sozusagen "neo-imperiale" Donald Trump angesichts des ruchlosen Coups von Venezuela und dem wachsenden Druck auf Dänemark, Grönland den Vereinigten Staaten zu übergeben, immer noch derselbe Mann, der vor zehn Jahren zum ersten Mal zum Präsidenten seines Landes gewählt wurde?

Martin Lichtmesz

Martin Lichtmesz ist freier Publizist und Übersetzer.

Wir erin­nern uns an “Ame­ri­ca First”, den “öko­no­mi­schen Natio­na­lis­mus” und vor allem an sei­ne har­sche Kri­tik an den inter­ven­tio­nis­ti­schen Aben­teu­ern sei­ner Vor­gän­ger, ins­be­son­de­re den desas­trö­sen Irak-Krieg. Das hat ihm vie­le Sym­pa­thien und Stim­men ein­ge­bracht, aber Trump hat von Anfang mit gespal­te­ner Zun­ge gesprochen.

Sein Bocks­fuß war stets eine Tat­sa­che, die auch von man­chen sei­ner hie­si­gen Fans enthusia­tisch begrüßt wur­de: Näm­lich sei­ne enge Bin­dung an rechts­zio­nis­ti­sche Krei­se, Geld­ge­ber und Ben­ja­min Netan­ja­hu selbst. Ins­be­son­de­re unse­ren wer­ten “Libe­ral­kon­ser­va­ti­ven” erschien das als ein abso­lu­ter Jack­pot, denn zumin­dest ein klas­si­sches Tot­schlag­ar­gu­ment konn­te man gegen Trump nicht ins Feld füh­ren: Daß er ein “Anti­se­mit” sei. Mehr noch, man konn­te sich hin­ter Trumps schein­bar extre­mer Juden­freund­lich­keit ver­schan­zen wie hin­ter einem Schutz­schild, und von die­sem aus womög­lich auch noch sel­ber “Antisemitismus”-Keulen austeilen.

Nüch­tern betrach­tet kam Trump ein­fach den Inter­es­sen bestimm­ter Grup­pen von Juden ent­ge­gen, wäh­rend ande­re ihn vehe­ment bekämpf­ten. Nun lag aber bereits in sei­ner dezi­dier­ten zio­nis­ti­schen Par­tei­nah­me ein gewis­ser Wider­spruch zu sei­ner Wahl­kampf­rhe­to­rik ver­steckt, denn es ist nun ein­mal so, wie man bei John Mears­hei­mer und Ste­phen Walt mus­ter­gül­tig nach­le­sen kann, daß die ame­ri­ka­ni­schen Ein­grif­fe in den Nahen Osten sehr eng mit der Alli­anz mit Isra­el zusammenhängen.

“Isra­el” umfaßt hier nicht bloß den Staat Isra­el oder die Likud-Par­tei, son­dern auch ein­fluß­rei­che ame­ri­ka­ni­sche Juden mit dop­pel­ter Staats­an­ge­hö­rig­keit, jüdi­sche wie nicht-jüdi­sche Mei­nungs­füh­rer ins­be­son­de­re im evan­ge­li­kal-dis­pen­sa­tio­na­lis­ti­schen Bereich oder schlicht und ein­fach Poli­ti­ker (wie etwa Ted Cruz), die sich die­sem Staat aus reli­giö­sen (den Juden wird als “erwähl­tes Volk” der Bibel ein Son­der­sta­tus unter den Men­schen und Völ­kern zuge­schrie­ben) wie auch mone­tä­ren Grün­den eng ver­bun­den fühlen.

Denn es ist eine Tat­sa­che, daß Lob­bies wie etwa das Ame­ri­can Isra­el Public Affairs Com­mit­tee (AIPAC) einen enor­men Ein­fluß auf ame­ri­ka­ni­sche Sena­to­ren und Kon­greß­män­ner aus­üben, dem sich nur sehr weni­ge, die eine ernst­haf­te Kar­rie­re ver­fol­gen wol­len, ent­zie­hen kön­nen. Auch wenn die­se Ver­bin­dun­gen bei den Repu­bli­ka­nern offe­ner und expli­zi­ter zu Tage lie­gen, betrifft dies Poli­ti­ker bei­der Parteien.

Hier etwa eine bei­spiel­haf­te, aus­zug­haf­te Lis­te, basie­rend auf Daten von opensecrets.org. Dem­nach erhiel­ten fol­gen­de US-Sena­to­ren fol­gen­de Sum­men aus pro-israe­li­schen Quellen:

  • Joe Biden (D): $4,226,576
  • Hil­la­ry Clin­ton (D): $2,352,302
  • Kama­la Har­ris (D): $2,346,605
  • Mark Kirk (R ): $2,294,469
  • Joe Lie­ber­man (D): $1,997,774
  • Mitch McCon­nell (R ): $1,951,910
  • Ted Cruz (R ) : $1,872,592
  • Chuck Schu­mer (D): $1,727,974

Donald Trump selbst hat mas­si­ve Gel­der aus pro-israe­li­schen Quel­len erhal­ten, dar­un­ter hun­der­te Mil­lio­nen Dol­lar von dem inzwi­schen ver­stor­be­nen jüdi­schen Mil­li­ar­där Shel­don Adel­son und des­sen Wit­we Miri­am (gebo­ren 1945 in Tel Aviv). Er hat wie­der­holt mit ver­blüf­fen­der Offen­heit erklärt, daß es ihm ein gro­ßes Anlie­gen sei, Isra­els Macht über den Kon­greß sicher­zu­stel­len (sie­he etwa hier). Also die Macht eines frem­den Staats über die ame­ri­ka­ni­sche Legislative.

Trump, der in die­sem Jahr acht­zig wird, wirkt in sei­nen öffent­li­chen Auf­trit­ten immer mehr wie ein leicht besof­fe­ner, hem­mungs­lo­ser alter Onkel, der auf Fami­li­en­fes­ten kei­nen Pfif­fer­ling mehr auf Eti­ket­te gibt, und auf nahe­zu kla­mau­ki­ge Wei­se die diplo­ma­ti­schen Fas­sa­den der Macht mißachtet.

Am 13. Okto­ber hielt er anläß­lich des Waf­fen­still­stands in Gaza in der Knes­set eine Rede, in der er lau­nig und ohne jeden Genie­rer preis­gab, in Adel­sons Tasche zu ste­cken und sei­ne Poli­tik nach ihren Wün­schen zu gestal­ten. Er sprach sie in einem humo­ri­gen, kol­le­gia­len Ton­fall an, als wäre er in einer aus­ge­las­se­nen pri­va­ten Runde.

Seht euch Miri­am an! Da hin­ten ist sie. Steh auf, Miri­am, steh auf! Miri­am und Shel­don kamen oft ins Büro. Ich glau­be, sie kamen öfter ins Wei­ße Haus als alle ande­ren, die mir ein­fal­len. Seht sie euch an, wie unschul­dig sie da sitzt! Sie hat 60 Mil­li­ar­den auf der Bank. 60 Mil­li­ar­den! [Geläch­ter]

Und sie liebt Isra­el, und sie kamen… Ihr Gat­te war ein sehr aggres­si­ver Mann, aber ich habe ihn geliebt … er hat mich sehr unter­stützt… er rief an und frag­te: Kann ich zu Ihnen kom­men und Sie sehen? Und ich sag­te: “Shel­don, ich bin der Prä­si­dent der Ver­ei­nig­ten Staa­ten, das funk­tio­niert so nicht!”

Und er kam und sie haben mich über vie­le Din­ge zum Nach­den­ken gebracht, die Golan-Höhen, was wahr­schein­lich eines der größ­ten Din­ge ist, die je pas­siert sind.

Sie liebt die­ses Land. Ich wer­de sie damit in Schwie­rig­kei­ten brin­gen, aber ich habe sie tat­säch­lich ein­mal gefragt, ich sag­te: “Also, Miri­am, ich weiß, daß Sie Isra­el lie­ben. Was lie­ben Sie mehr, die Ver­ei­nig­ten Staa­ten oder Isra­el?” Sie wei­ger­te sich zu ant­wor­ten. Das könn­te bedeu­ten, daß es Isra­el ist.

Die Hul­di­gung wur­de von der Adres­sa­tin grin­send ent­ge­gen­ge­nom­men, aber viel­leicht war man­chen der Anwe­sen­den (man ach­te auf den Her­ren zur Lin­ken von Miri­am) war etwas mul­mig zumu­te ange­sichts einer der­ar­ti­gen Offen­heit. Trump gab im Grun­de zu, daß er sein Land wie ein Mafia­boß regiert, der stän­dig Deals mit sei­nen “Good­Fel­las” aushandelt.

Den­noch bleibt er unbe­re­chen­bar und erfüllt kei­nes­wegs alle Wün­sche Netan­ja­hus, trotz der per­ma­nen­ten Schlei­me­rei, mit der sich die­se bei­den Staats­män­ner Honig ums Maul schmie­ren. Als es im Juni die­ses Jah­res zur mili­tä­ri­schen Eska­la­ti­on zwi­schen Isra­el und dem Iran kam, bügel­te Trump die­sen Kon­flikt mit ein paar Ali­bi-Aktio­nen nie­der, stieg aber nicht in einen regel­rech­ten Krieg ein, wie es Netan­ja­hu ver­mut­lich gewünscht hätte.

Die­ser gewal­ti­ge Ele­fant im Raum, der immense poli­ti­sche Ein­fluß einer frem­den Nati­on auf die ame­ri­ka­ni­sche Poli­tik und die Art, wie er aus­ge­übt wird (wofür die Adel­sons exem­pla­ri­sche Figu­ren sind) ist der wesent­li­che Grund, war­um sich “die MAGA-Bewe­gung” gera­de zer­strei­tet, wie es Sofia Dreis­bach in der FAZ for­mu­liert hat. 

Sie braucht jedoch acht Absät­ze, bis sie zum Kern des Kon­flikts der ame­ri­ka­ni­schen Rech­ten vor­ge­drun­gen ist, aber nur, um ihn en pas­sant ohne wei­te­re Tie­fen­schür­fung zu erwähnen:

Wie steht MAGA zu Isra­el? Zu antisemi­tischen Aus­sa­gen in den eige­nen Rei­hen? Wie weit geht die von Trumps Anhän­gern immer wie­der beschwo­re­ne Mei­nungs­frei­heit? Was ist „ame­ri­ka­nisch“, was nicht?

Das ist alles nicht scharf genug for­mu­liert, denn die ent­schei­den­de Fra­ge lau­tet: “Isra­el First” oder “Ame­ri­ca First”? Und Dreis­bach über­nimmt den Rah­men eines dezi­dier­ten “Isra­el Firs­ter”, näm­lich Ben Shapiro:

Der kon­ser­va­ti­ve Kom­men­ta­tor Ben Sha­pi­ro, ein ortho­do­xer Jude, mach­te auf der Kon­fe­renz in Phoe­nix den Anfang – und sprach in düs­te­ren Tönen. Die Bewe­gung sei in „ernst­haf­ter Gefahr“, sag­te Sha­pi­ro. Nicht nur von links, son­dern auch durch „Schar­la­ta­ne, die vor­ge­ben, im Namen von Prin­zi­pi­en zu spre­chen, aber in Wirk­lich­keit Ver­schwö­rungs­theo­rien und Unehr­lich­keit ver­brei­ten“. Kon­kret nann­te Sha­pi­ro unter ande­ren die Pod­cas­te­rin Can­dace Owens, die anti­se­mi­ti­sche Paro­len und Ver­schwö­rungs­theo­rien ver­brei­tet, den frü­he­ren Fox-News-Mode­ra­tor Tucker Carlson und Trumps frü­he­ren Chef­stra­te­gen Ste­ve Ban­non. Sie alle sei­en „Betrü­ger und Gauner“.

Wor­um es aber tat­säch­lich geht, ist, daß die “Isra­el Firs­ter”, eine Klas­se ein­fluß­rei­cher jüdi­scher Mili­ar­dä­re und ihrer poli­ti­schen Vasal­len, nun zuneh­mend unter Druck gera­ten, sich der Fra­ge zu stel­len, wel­cher Nati­on sie denn nun eigent­lich tat­säch­lich die­nen und wel­che sie mehr “lie­ben”. Die­se Leu­te müs­sen nun Far­be beken­nen. Das alte The­ma der “dop­pel­ten” oder wah­ren Loya­li­tät liegt nun klar zutage.

Die­se Fra­ge ist vor allem des­halb inner­halb der MAGA-Bewe­gung viru­lent gewor­den, weil eine jün­ge­re Gene­ra­ti­on von Repu­bli­ka­nern immer weni­ger mit dem Isra­el-Kult der “Boo­mer” anfan­gen kann, die immer noch im Ban­ne der von Peter Novick und Nor­man Fin­kel­stein beschrie­be­nen poli­ti­schen Indienst­nah­me des Holo­caust ste­hen. Nicht nur ver­liert die­se his­to­ri­sche Erzäh­lung an emo­tio­na­ler und sym­bo­li­scher Macht – der Zio­nis­mus, der sich stark auf sie stützt, hat nicht zuletzt durch sein Vor­ge­hen in Gaza enorm an mora­li­schem Pres­ti­ge eingebüßt.

So muß man mei­ner Ansicht auch den Brief Char­lie Kirks an Netan­ja­hu vom 2. Mai 2025 lesen, näm­lich als Zwi­schen­sta­ti­on zu sei­ner wach­sen­den Distanz zum Zio­nis­mus und sei­nen aggres­si­ven Lob­by­is­ten inner­halb Ame­ri­kas, die nach sei­ner Ermor­dung viel­fach belegt wur­de. Die wesent­li­che Bot­schaft dar­in ist, daß Isra­el den Pro­pa­gan­da­krieg ver­liert und nicht mehr imstan­de ist, Kirks Ziel­grup­pe, die jun­gen Repu­bli­ka­ner unter drei­ßig, zu errei­chen, denen die bizar­re Unter­wer­fung des Par­tei­estab­lish­ments unter einen frem­den Staat zuneh­mend suspekt, unwür­dig und ärger­lich erscheint.

Mil­len­ni­al Woes kom­men­tier­te die­sen Ablö­sungs­pro­zeß so: 

Trotz Trumps Zurück­hal­tung in Bezug auf krie­ge­ri­sche Unter­neh­mun­gen ist der Ein­fluß der zio­nis­ti­schen Lob­by auf die ame­ri­ka­ni­sche Poli­tik offen­sicht­li­cher denn je und wird hef­ti­ger abge­lehnt, als ich es je zuvor in mei­nem Leben gese­hen habe. Dies hat bereits erheb­li­che Aus­wir­kun­gen. Lin­ke Kom­men­ta­to­ren (zum Bei­spiel Ana Kas­pa­ri­an) sagen Din­ge, für die man frü­her auf  You­Tube gesperrt wur­de. Elon Musk hat ange­kün­digt, Tho­mas Mas­sie [einer der weni­gen isra­el­kri­ti­schen Repu­bli­ka­ner, ML] finan­zi­ell zu unter­stüt­zen. Und das ist erst der Anfang. Mit dem kul­tu­rel­len und poli­ti­schen Macht­zu­wachs der Mil­len­ni­als & Zoo­mer im Lau­fe der nächs­ten Jah­re wird Isra­els Sta­tus in der ame­ri­ka­ni­schen Wahr­neh­mung dras­tisch sinken.

Ich glau­be, daß wir in naher Zukunft ein ganz ande­res Ame­ri­ka erle­ben wer­den, als wir es bis­her kann­ten, und dies nicht allein des­we­gen, weil die Boo­mer-Gene­ra­ti­on aus­stirbt; es sind die Israe­lis selbst, die sich dis­kre­di­tiert haben. Vie­le Ame­ri­ka­ner stel­len sich wahr­schein­lich zum ers­ten Mal in ihrem Leben die Fra­ge, war­um ihr Land aus­ge­rech­net die­sem Schur­ken­staat gegen­über so unter­wür­fig ist. Die poli­ti­sche Maschi­ne­rie wird gewiß auf­grund einer Mischung aus Unwis­sen­heit, Gewohn­heit und Ver­zweif­lung erst­mal wei­ter­lau­fen – die Unter­wür­fig­keit wird anhal­ten – und das wird die Lage nur ver­schlim­mern. Wenn nor­ma­le Ame­ri­ka­ner sehen, daß ihre Poli­ti­ker immer noch so unter­wür­fig sind wie eh und je, wird ihre Unzu­frie­den­heit zunehmen.

Ein wesent­li­cher Mei­len­stein in die­sem Dis­kurs, eine mas­si­ve Ver­schie­bung des Over­ton-Fens­ters war das ent­spann­te, respekt­vol­le Inter­view, das Tucker Carlson, der erfolg­reichs­te rech­te Influen­cer der älte­ren Gene­ra­ti­on, am 28. Okto­ber 2025 mit Nick Fuen­tes, dem erfolg­reichs­ten rech­ten Influen­cer der jün­ge­ren Gene­ra­ti­on, geführt hat.

Fuen­tes war, so kann man wohl getrost sagen, der wesent­lichs­te und schärfs­te Kon­kur­rent Char­lie Kirks im Kampf um die repu­bli­ka­ni­sche Jugend. Sein Appeal besteht vor allem in sei­ner flam­boy­an­ten und furcht­lo­sen Art, die kras­ses­ten und kan­tigs­ten Din­ge an- und aus­zu­spre­chen, unter völ­li­ger Miß­ach­tung jeg­li­cher The­men- und Diskussionstabus.

Süch­tig nach der Show und der Per­for­mance, nach Poin­ten und der Zur­schau­stel­lung sei­ner eige­nen Radi­ka­li­tät, hat Fuen­tes ein beacht­li­ches Sün­den­re­gis­ter an kon­tro­ver­sen, oft gezielt belei­di­gen­den (“ras­sis­ti­schen”, “anti­se­mi­ti­schen”, “frau­en­feind­li­chen” etc.) Aus­sa­gen ange­häuft, die ein­an­der nicht sel­ten wider­spre­chen. Hei­schend nach größt­mög­li­cher Auf­merks­ameit, kennt er kaum Prin­zi­pi­en­treue, ist aber in min­des­tens einem Punkt beharr­lich und kon­sis­tent geblie­ben, und das ist genau jener, den er mit Carlson gemein­sam hat: Näm­lich der Kri­tik und schar­fen Ableh­nung der zio­nis­ti­schen Einflußnahme.

Dar­über gab es auch in unse­ren alter­na­ti­ven Medi­en nur Unsinn oder Nebel­ker­zen zu lesen. Ste­fan Frank beschränk­te sich auf der pro-israe­li­schen, neo­kon­ser­va­ti­ven Ach­se des Guten dar­auf, eine selek­ti­ve Aus­wahl der haar­sträu­bends­ten Äuße­run­gen von Fuen­tes (die er ver­mut­lich nur aus zwei­ter bis drit­ter Hand kennt) her­un­ter­zu­lei­ern. Und hier gibt es in der Tat eine Men­ge Unfug, Anstö­ßi­ges und auch für mei­ne eige­nen Begrif­fe Wider­wär­ti­ges und Dum­mes zu fin­den. Aber in sehr vie­len Din­gen trifft Fuen­tes ganz offen­sicht­lich ins Schwar­ze, wor­auf Frank nicht argu­men­ta­tiv, son­dern nur frech gas­lich­ternd ein­geht. Kostprobe:

In der wahn­haf­ten Welt von Anti­se­mi­ten wie Fuen­tes aber lau­ert über­all der „Anti­se­mi­tis­mus­vor­wurf“. Weit­schwei­fig erzähl­te er, wie er aus­ge­grenzt wor­den sei, so etwa vom kon­ser­va­ti­ven jüdi­schen Jour­na­lis­ten Ben Sha­pi­ro, der ihn als Anti­se­mi­ten bezeich­net habe – was Fuen­tes ja nun ein­mal ist. Er habe Sha­pi­ro damals geant­wor­tet: „Wenn du zuerst für Isra­el bist, soll­test du viel­leicht nach Isra­el zie­hen.“ Dar­auf­hin habe ihn Sha­pi­ro wie­der als Anti­se­mi­ten bezeichnet.

Ein wei­te­rer Punkt, in dem sich Carlson und Fuen­tes als gläu­bi­ge Chris­ten einig sind, ist die vehe­men­te Ableh­nung des “christ­li­chen Zio­nis­mus”, der die Gebiets­an­sprü­che und die Poli­tik des Staa­tes Isra­el biblisch begrün­det. Die Chris­ten haben gemäß die­ser Ideo­lo­gie die Pflicht, den Juden und Isra­el zu die­nen, auch wenn sich dies auf bei­den Sei­ten mit ein­an­der ent­ge­gen­ge­setz­ten mes­sia­ni­schen End­zeit- und „Armageddon“-Ideen ver­bin­det. Die christ­li­che Ver­haf­tung an das Alte Tes­ta­ment wird hier mani­pu­la­tiv miß­braucht, um die zio­nis­ti­sche Sache zu stüt­zen (ich habe aus­führ­li­cher über die­ses The­ma in Sezes­si­on 124 geschrieben).

Auch zu die­sem für die ame­ri­ka­ni­schen Kon­ser­va­ti­ven essen­ti­el­len Punkt fällt Frank nichts ein außer Schmähungen:

Carlson will an die­ser Stel­le nicht nach­ste­hen. Er has­se die „christ­li­chen Zio­nis­ten“, platz­te es aus ihm her­aus, also pro­is­rae­li­sche Chris­ten wie Ted Cruz oder Geor­ge W. Bush. „All die Leu­te, die ich ken­ne, sind von die­sem Hirn­vi­rus befal­len […] Ich ver­ab­scheue sie mehr als alle ande­ren, weil es Ket­ze­rei gegen das Chris­ten­tum ist.“ Dar­um geht es bei­den: Das Chris­ten­tum zur selbst gebas­tel­ten Waf­fe machen gegen poli­ti­sche Gegner.

Der letz­te Satz stellt die Lage auf den Kopf, denn es ist ja nicht ande­res als die poli­ti­sche Nut­zung bestimm­ter theo­lo­gi­scher Vor­stel­lun­gen als “Waf­fe gegen poli­ti­sche Geg­ner”, gegen die sich Carlson und der Katho­lik Fuen­tes wen­den. Dar­an ist nichts “selbst gebas­telt”; wenn über­haupt kann man die­sen Vor­wurf genau­so gut der Ideo­lo­gie des “christ­li­chen Zio­nis­mus” machen.

Das Bemer­kens­wer­te an dem Fuen­tes-Inter­view ist, daß die anschlie­ßen­den Ver­su­che der getrof­fe­nen bell­len­den Hun­de à la Sha­pi­ro, Carlson ob die­ser Grenz­über­schrei­tung zu äch­ten und aus­zu­gren­zen, voll­kom­me­nen geschei­tert sind. Ihr Behar­ren, daß “Ame­ri­ca First” eine zio­nis­ti­sche Par­tei­nah­me vor­aus­setzt oder min­des­tens inklu­diert, erscheint zuneh­mend absurd und ergibt kei­nen Sinn für die jun­gen ame­ri­ka­ni­schen Patrioten.

Daß die­sel­ben Leu­te am “First Amend­ment” sägen und “anti­se­mi­ti­sche” Äuße­run­gen (also sol­che, die ihre Poli­tik kri­ti­sie­ren) zen­sie­ren oder gar straf­bar machen wol­len, macht die Sache nicht bes­ser, im Gegen­teil. Fuen­tes ist nun Teil des akzep­tier­ten Mei­nungs­spek­trums, und dar­an wird sich wohl so bald nichts mehr ändern, schon allein des­we­gen, weil er den Fin­ger in eine Wun­de legt, die nur die ein­schlä­gig inter­es­sier­ten Betriebs­blin­den nicht sehen wol­len oder können.

In die­sem „Bür­ger­krieg“ inner­halb der ame­ri­ka­ni­schen Kon­ser­va­ti­ven hat die pro-israe­li­sche Sei­te so gut wie kei­ne Argu­men­te auf ihrer Sei­te, und ant­wor­tet mit den übli­chen Dro­hun­gen, Beschimp­fun­gen, Aus­gren­zungs­ver­su­chen und Gesprächs­ver­wei­ge­run­gen. Der ans Sozio­pa­thi­sche gren­zen­de Eth­no­nar­ziss­mus, der Gaza ver­wüs­tet hat, ist vol­ler blin­der Fle­cken über sein eige­nes Ver­hal­ten. Dies­mal hat er den Bogen ver­mut­lich über­spannt. Grad­mes­ser dafür wer­den die kom­men­den Ent­wick­lun­gen in den USA sein.

Martin Lichtmesz

Martin Lichtmesz ist freier Publizist und Übersetzer.

Nichts schreibt sich
von allein!

Das Blog der Zeitschrift Sezession ist die wichtigste rechtsintellektuelle Stimme im Netz. Es lebt vom Fleiß, von der Lesewut und von der Sprachkraft seiner Autoren. Wenn Sie diesen Federn Zeit und Ruhe verschaffen möchten, können Sie das mit einem Betrag Ihrer Wahl tun.

Sezession
DE58 8005 3762 1894 1405 98
NOLADE21HAL

Kommentare (104)

Freichrist343

13. Januar 2026 14:42

Die Intervention in Venezuela ist ein Fehler. Und es ist ein Fehler, dass Trump die Rüstungsausgaben erhöht. Gut ist, dass Trump die Einwanderung begrenzt und gegen Abtreibungen kämpft.
https://jlt343.wordpress.com

MarkusMagnus

13. Januar 2026 15:00

Diesen Richtungsstreit wird es auch in der AFD geben. Gibt es ja jetzt schon, wenn auch auf noch auf Sparflamme. 
Meiner Meinung nach kann niemand, der sein deutsches Vaterland wirklich liebt, gleichzeitig Zionist sein. Völlig ausgeschlossen.
Wir haben schon genug zionistische Parteien, nämlich alle Anderen. So sieht deren Politik in Deutschland dann auch aus.
 

Alex Schleyer

13. Januar 2026 15:11

Danke, Martin, für diesen wichtigen und hoffentlich wegweisenden Text! Sowohl als Auslandsdeutscher als auch als Vielreisender sehe ich mit eigenen Augen, daß Angehörige dieses Völkchens beinahe überall in die schäbigsten Deals verwickelt sind und auch keinen Hehl draus machen. Immerhin gehe ich im östlichen Mittelmeer sogar mit manchen von denen mal ein Bierchen trinken. Von den Waldbränden auf Zypern bis zum Kokainhandel in Thailand weiß ich, daß überall in großem Stil die berühmten "Israeli businessmen" stecken - nicht nur, aber federführend und die Lokalpresse berichtet sogar drüber. So wenig ich die Palästina-Euphorie teile, so sehr ist der komplette Bruch mit Israel die einzige nachhaltige Lösung zahlreicher innerer, äußerer, nationaler wie globaler Spannungen. Und das sollte sich auch die Rechte getrauen, mal offen auszusprechen. 

Majestyk

13. Januar 2026 15:19

Endlich kann Martin Lichtmesz seinen Antiamerikanismus und seinen Antizionismus wieder unter einen Hut bringen.
Trump betreibt keine Politik nach moralischen Grundsätzen, sondern nach Interessen. Dafür regiert der eine Weltmacht, was regieren dessen Kritiker?

ML: Das ist ja der Kern der AF-Kritik, dass Israels Interessen nicht die amerikanischen sind.

Venezolanisches Öl oder grönländische Rohstoffe chinesischen oder russischen Einflüßen zu entziehen, auch dem Einfluß einer linken EU ist ein Interesse. Nicht zu vergessen die GIUK-Lücke. Es ist gleichfalls ein Interesse im Iran ein Regime zu installieren, welches mit Israel kooperiert und dieses nicht attackiert und welches mit BRICS bricht. Damit nimmt man eine weitere Figur aus dem Spiel.
Es ist ebenfalls ein Interesse, daß die Levante von Israel kontrolliert wird und nicht von einem muslimischen Staat mit Eigeninteresse oder einem Staat, welcher auf die Idee kommt, mit China zu kooperieren. Gäbe es Israel nicht, müßte der Westen die Levante selber einnehmen. Jetzt ist der Brückenkopf nahe dem Suezkanal halt jüdisch. Darüber empören sich aber nur Leute, die ein Problem mit Juden haben. 
Zur Geopolitik gehören schmutzige Deals, wie auch divide et impera. Entweder man akzeptiert das oder sollte nicht versuchen mitzuspielen. Machtausübung ist stets pragmatisch, nie moralisch oder idealistisch. Wer hier in Europa Politik immer noch nach moralischen Kategorien definiert oder nicht von seiner jeweiligen Ideologie lassen kann, verdammt Europa zum Zusehen und damit Absturz. 

Le Chasseur

13. Januar 2026 15:33

"Der ans Soziopathische grenzende Ethnonarzissmus, der Gaza verwüstet hat, ist voller blinder Flecken über sein eigenes Verhalten. Diesmal hat er den Bogen vermutlich überspannt."
Sieht so aus:
Israel ranks last again in global Nation Brands Index amid sharp perception decline
Israel recorded a 6.1% drop in its overall score, the sharpest decline in the index’s history, placing it at the bottom of the 50-country ranking for a second year in a row. (...) In the category measuring human sentiment – including trust, empathy, and goodwill toward citizens – Israel ranked last, reflecting what the report describes as a collapse in positive sentiment toward Israelis themselves. (...)
The most pronounced deterioration was recorded among Generation Z respondents – particularly in Western countries – where Israel ranked last and was widely perceived as a colonial or illegitimate state.

RMH

13. Januar 2026 16:45

"Der ans Soziopathische grenzende Ethnonarzissmus, der Gaza verwüstet hat, ist voller blinder Flecken über sein eigenes Verhalten."
Es ist vermutlich der von Seiten der Hamas und ihrer Anhänger gemeint, oder?
Frage für einen Freund bzw. Spaß bei Seite: Das wird sicher eine muntere Debatte zu dem informativen Artikel, welcher der Moderation einiges abverlangen kann. Aber bislang hat es meisten am Ende doch gut funktioniert. Bin gespannt, was alles kommt, man lernt nie aus. 

Beta Jas

13. Januar 2026 17:27

Eine Frau, die Milliarden auf der Bank hat, kontrolliert einen Mann, der Präsident der USA ist. Das war's nun mit toxischer Männlichkeit und Patriarchat ;) Wie sich die Zeiten halt ändern, und so manches an Denkmustern und Antworten aber leider gleich bleibt, wenn es um bestimmte Personen geht.
Ich bin nicht der Meinung das die Sicherheit Israel Staatsräson Deutschlands wäre, dafür ist hauptsächlich die Armee des Landes selbst verantwortlich. Auch der Altkanzler Helmut Schmidt sprach sich gegen diese Gewichtung aus, sie wäre aus seiner Sicht falsch und gefährlich. Er hatte übrigens eine Cousine in Israel!
Das Trump aber lautstark auf Israel in der arabischen Welt setzt, ihm seine Sicherheit wichtig ist, sollte nicht wundern, wenn es um geopolitisches strategisches Denken geht. Jeder selbstbewusste Europäer sollte auch interessiert nach Israel sehen, jeder Rechte kann Israel argumentativ auch heranziehen, denn die bundesdeutsche Staatsräson will ein Land verteidigt wissen, das im Wesentlichen im Gegensatz zu der Politik der Linksextremisten in den Parteien Deutschlands und in anderen europäische Ländern steht, die die arabischen Nachbarn Israels nach Europa lassen.
Zu den Personen wie Fuentes oder Carlson muss ich sagen, das sie für mich wie Milo Yiannopoulos sind. Sie sind nicht glaubwürdig, sie veranstalten eine politische Show, ihnen fehlt die Konsequenz, auch die intellektuelle Schärfe, wenn man alle Äußerungen sich anschaut.

MarkusMagnus

13. Januar 2026 17:51

"Dieser gewaltige Elefant im Raum, der immense politische Einfluß einer fremden Nation auf die amerikanische Politik und die Art, wie er ausgeübt wird (wofür die Adelsons exemplarische Figuren sind) ist der wesentliche Grund, warum sich “die MAGA-Bewegung” gerade zerstreitet, wie es Sofia Dreisbach in der FAZ formuliert"
Für mich sind Leute wie Epstein exemplarische Figuren für die Art und Weise, wie der Einfluss auf die amerikanische Politik ausgeübt wird. 
Israel betreibt buchstäblich Politik auf dem Rücken von geschändeten Kindern. Weissen Kindern. Unseren! Kindern. Das Wertvollste was wir haben.
Abscheulicher geht es nicht. Komme mir hier niemand mehr der diesen kaputten Staat verherrlicht oder in Schutz nimmt.
Hier auch ein schönes Video von Myriam Francois, wie die Jugend Israel sieht. 55% sagen Israel hätte kein Existenzrecht. Bam!
https://www.youtube.com/shorts/3z2mUc7aiWc?feature=share
 

Ein gebuertiger Hesse

13. Januar 2026 18:12

Mal abgesehen davon, daß so ziemlich nichts, was man so tut und denkt, Einfluß auf ein politisches Geschehen hat, stellt sich doch die Frage, ob man für oder gegen Trump "ist", ob man im eigenen Stübchen sein Team, wie irgendne Fußballmannschaft, unterstützt oder nicht. Weiß ich's für mich? Nein. So wie der aussieht - kommt nicht in Frage. Wie er das hiesige Establishment ärgert - jederzeit. Schwierig.

dojon86

13. Januar 2026 18:23

@Beta Jas Schon richtig. Im Kern vertritt Israel den Ethnostaat und es ist sicher richtig, dass Israelische Politiker und Intellektuelle vor der euphemistisch Multikulturalisierung genannten Umwandlung Westeuropas in ein Land mit mehrheitlich muslimischer Bevölkerung warnen. Sie tun dies aber erst seit relativ kurzer Zeit, nämlich seitdem ihnen klar geworden ist, dass sie langfristig riskieren ihr strategisches Hinterland zu verlieren.

Valjean72

13. Januar 2026 18:24

bez. der Rede Trumps im Oktober in der Knesset, halte ich es immer noch für möglich, dass Trump durch seine joviale Art auf Dinge aufmerksam macht - und zwar gezielt - die sonst nicht in die Öffenlichkeit gelangen würden.
 
Ansonsten vielen Dank für diesen Artikel.

Karl

13. Januar 2026 18:24

@ ML: „Ist der sozusagen "neo-imperiale" Donald Trump angesichts des ruchlosen Coups von Venezuela und dem wachsenden Druck auf Dänemark, Grönland den Vereinigten Staaten zu übergeben, immer noch derselbe Mann, der vor zehn Jahren zum ersten Mal zum Präsidenten seines Landes gewählt wurde?“
@Freichrist343: 13. Januar 2026 14:42
„Die Intervention in Venezuela ist ein Fehler.“
Der Mann ist noch derselbe. Die geopolitische Lage nicht. Die Intervention ist kein „Fehler“: https://x.com/Spoton101/status/2009769994997923912?s=20

Le Chasseur

13. Januar 2026 18:32

Donald Trump, der erste jüdische US-Präsident:
https://www.facebook.com/groups/556644002069948/posts/1486005535800452/
"It's true." -Donald Trump

Majestyk

13. Januar 2026 18:38

@ Freichrist343:
"Die Intervention in Venezuela ist ein Fehler."
Sehen 9 Mio. Exil-Venezolaner und etliche Millionen im Land verbliebene Menschen anders und wenn Moskau, Peking und Brüssel protestieren, kann Trumps Strategie so falsch für Amerika nicht sein. 
@ Beta Jas:
Carlson ist harmlos, hat sich als Journalist diskreditiert als er mit großen Augen Putin anhimmelte und nicht zu einer einzigen kritischen Frage fähig war. 
Fuentes ist ein ideologischer Brandstifter. Aus amerikanischer Sicht gefährden Leute wie Fuentes den Zusammenhalt der Nation.
"Das Trump aber lautstark auf Israel in der arabischen Welt setzt, ihm seine Sicherheit wichtig ist, sollte nicht wundern, wenn es um geopolitisches strategisches Denken geht."
Ist Ideologen fremd. Statt das "Grönland den Grönländern" der Linken zu nutzen und auf Deutschland umzudichten, empört man sich lieber mit Kopenhagen oder Brüssel.
Es ist eine reine Behauptung, daß die USA keinen Nutzen aus Israel ziehen. Israel ist der entscheidende Faktor die Region immer wieder auszubalancieren.
Deutsche Staatsräson sollte einzig und alleine die Sicherheit Deutschlands sein. Ich würde mir eine Politik wünschen, die sich nur deutschen Interessen widmet, frei von Ressentiments und Präferenzen. Wunschdenken. 
@ RMH:
"Bin gespannt, was alles kommt, man lernt nie aus."
Ich bin gespannt, ob von mir überhaupt was kommt und wer mich rüffelt. Sie haben Ihre Aussage aber schön verpackt. 

Beta Jas

13. Januar 2026 20:50

@MarkusMagnus Wer sein "deutsches Vaterland" liebt und dabei nicht vergisst das Deutschland in Europa liegt, sollte sich mit Europa und der EU beschäftigen und auch eben "freundschaftlich" - Was das auch immer in der Politik bedeutet - mit Israel verbunden sein wollen. Das hat nichts mit Zionismus sondern mit Pragmatismus und Geopolitik. Sie und andere wollen eine Bruch aus einem Ressentiment.
@Freichrist343 Sie hatten mal vor einiger Zeit einen Kommentar hinterlassen mit der Aussage, "Wünschenswert ist eine Querfront aus AfD, Grünen und Linken." Die selbe Qualität hat auch das was sie hier geschrieben haben, hier mit einem Link auf eine Jesus/Yoga Wordpress-Seite.
Ich finde zum Beispiel, die militärische Intervention in Venezuela gut, auch wenn ich in dem Zusammenhang die zum Teil vorhandene Verlogenheit wieder peinlich finde, denn es geht natürlich um Geopolitik, um Herrschaft und Macht. Da ist es mir lieber die USA sind dort als China. Das Grönland jetzt auch ins Visier gerät, zeigt aber das Trump politisch besoffen ist und dies endlich zu einer EU-Armee führen könnte, die der Kontinent gegenüber der Welt bräuchte.

Majestyk

13. Januar 2026 21:01

ML: Das ist ja der Kern der AF-Kritik, dass Israels Interessen nicht die amerikanischen sind.
Doch. Sicher nicht des amerikanischen Volkes, aber der amerikanischen Weltmacht. Wäre ich Amerikaner, würde ich mir eine Regierung wünschen, die endlich mal massiv in Bildung investiert und in die eigene Infrastruktur und die mich würdigt, dessen Vorfahren vielleicht schon die Prärie besiedelt haben, statt immer nur beständig neue Leute anzulocken. Aber das ist nun einmal Fundament dieses Staates. Deswegen sind die einerseits so erfolgreich, andererseits profitieren viele Amerikaner nicht mal im Ansatz von amerikanischer Dominanz. Würde mich ankotzen, wenn ich dort geboren wäre und nicht wüßte, wie ich meinen Kindern eine vernünftige Ausbildung ermöglichen soll.
Die USA oder zumindest dessen Elite wollen Weltmacht sein. Ich persönlich bin absolut davon überzeugt, die Weltmachtkonstruktion USA profitiert mehr von der Existenz Israels als Israel wirklich von den USA. Wer weiß, wie der Nahe Osten sich entwickelt hätte, wenn er nicht zum Spielfeld der Weltmächte geworden wäre, niemals wären so viele Rüstungsgüter in die Region geflossen, man hätte sich längst arrangieren müssen.
Aber Respekt und Danke, daß Sie meine Spitze entweder konziliant überlesen oder nicht krumm genommen haben, ich hatte nämlich tatsächlich einen Smiley dahinter gesetzt und den beim Kopieren aus dem Zeichenzähler verloren.
 

RMH

13. Januar 2026 21:06

1 @Karl, danke für den Link zum x-tweet. Er ergänzt das, was ich hier einfließen lassen wollte, nämlich den alten Punkt "It´s the economy, stupid". Die USA haben nach dem Vietnam Debakel den Goldstandard /Breton Woods aufgegeben und es kam der Petro-Dollar durch ein Abkommen, hauptsächlich mit Saudi-Arabien. Jeder der Ölexporteuer, der keine Atomwaffen wie Russland oder China hat, und es versuchte hatte, Öl nicht in Dollar zu handeln, ist verschwunden, S. Hussein wollte angeblich den Euro, bekommen hat er die Invasion, Gaddafi wollte eine goldbasierte Afrika-Währung (oder etwas in der Art), weg war er - hab ich noch jemanden vergessen? - Israel ist der Brückenkopf der USA zu Kontrolle einer der ölreichsten Gegenden, der wahre 51st state oft he USA, was die unverbrüchliche Nähe der Länder mehr als Religion erklärt. Der $ hat seinen Wert dadurch, dass er der Petro-$ und damit Weltleitwährung ist. Der Immobilien-Buddy von Trump, Sheldon Adelson, investierte nicht hunderte (das wären dann mindestens 200) von Mio Dollar in Trump, am meisten zahlte er (ca. 90 Mio?) für die gescheiterte 2020er Wahl. Evtl. musste Trump deshalb die Wahlfälschung so groß bringen, weil andere viel Geld für ihn in den Sand gesetzt haben und er jetzt liefern konnte. 2024 lebte Adelson nicht mehr, keiner weiß, was wohl die Witwe Trump 2024 gespendet hat.

RMH

13. Januar 2026 21:07

2. Wie auch immer, während Trump nicht am Ruder war, passierten entscheidende Dinge. BRICS & Co gruben weiterhin am US-Dollar als Weltleitwährung, Saudi Arabien – ganz entscheidend! - verlängerte 2024, unter Biden, das Petro-$ Abkommen nicht mehr, BRICS Länder, SA sitzen auf ihren Petro-& Exportüberschuss-Dollars, würden sich also ins eigene Knie schießen, wenn sie den Dollar sofort versenken. Folge: Krypto, Gold, Silber steigt stetig bis zur offenen Hausse bei Gold &Silber heute. Trump konnte erst ab dem 20.01.25 eingreifen, da war der $ halb sturmreif geschossen, die USA faktisch pleite. Was machte er? Mit Doge Kosten senken, mit Zöllen Geld ins Haus & jetzt eben geopolitisch Zugriff auf die Riesen-Reserven von Venezuela, die ab sofort wieder in Dollar handeln werden, der Griff Richtung Grönland. SA hat er via Feindschaft zum Iran über die Aussöhnung mit Israel auch wieder zum $ (vorerst gebracht), bald wird auch der Iran wieder nur in $ handeln & China hat ein Problem, es wird weiter hauptsächlich $ einnehmen. Das lässt sich noch weiter ausführen, aber unter dem Strich versucht die Trump Admin gerade den $ zu retten. Die Lage, die im Januar 25 vorgefunden wurde, war offenbar so schlecht, dass man nun knallhart den Kurs erweitern musste & es nichts mit Isolation ist. Da mögen sich die MAGA Leute fetzen, wie sie wollen, wenn das obige ansatzweise stimmt, rettet Trump ihnen & allen US-Amerikanern gerade den finanziellen Arsch, die Altersvorsorge etc.

Le Chasseur

13. Januar 2026 21:23

@Valjean72"bez. der Rede Trumps im Oktober in der Knesset, halte ich es immer noch für möglich, dass Trump durch seine joviale Art auf Dinge aufmerksam macht - und zwar gezielt - die sonst nicht in die Öffenlichkeit gelangen würden."
Naja, dass die Adelsons zu Trumps Sponsoren gehören, war schon vor seiner Rede bekannt.
Trump wurde Anfang der 90er Jahre übrigens von Rothschild Inc 
vor dem Ruin gerettet.

Liselotte

13. Januar 2026 21:40

@LeChasseur: das ist aber ein großer Unterschied, ob die beiden 
Mark Levin: “Six years ago I said Trump is our first Jewish president.”Trump: “It’s true.”
(Stimmt, haben Sie vor 6 Jahren gesagt)
oder 
Mark Levin says President Trump is “the first Jewish President”President Trump laughs and replies, “It’s true”
(Stimmt, ich bin der erste jüdische Präsident)
sagen.
Da wird Trump unterstellt, daß er sich mit auf ihn projizierten jüdischen Heilserwartungen völlig identifiziert. Das ist in solchem Maße aber wohl nicht der Fall - er hat schon einen recht eigenen Kopf.
 
 

Waldgaenger aus Schwaben

13. Januar 2026 22:04

Woher kommt nur diese Neigung mancher Rechter, sich stets ins Lager der Verlierer zu schlagen?

ML: Das tut doch niemand, Witzkeks.

Hamas und die mit ihr verbündeten Kräfte wurde vernichtend geschlagen. Russland hat Syrien und Venezuela verloren, weil es alle Kräfte auf den Ukrainekrieg konzentieren muss, wo es auch nicht sehr gut für Russland läuft. Der Iran steht vor dem Fall, auch wenn es das Regime diesmal vielleicht noch schafft, den Aufruhr niederzuschlagen. Die USA läuft sich schon mal warm, um Kuba zu nehmen.
In den USA sind, wie ich hier schon mal schrieb, bereits Diadochenkämpfe um die Nachfolge Trumps voll im Gange. Die außenpolitische Parteinahme für oder gegen die eine oder die andere Seite muss man immer auch unter diesem Aspekt sehen.

Liselotte

13. Januar 2026 23:23

@Karl: da könnte was dran sein. Erscheint mir jedenfalls erklärkräftiger zu der seltsamen Entfernung von Maduro bei gleichzeitigem Weiterbestehen der Regierung (die aufgerückte Vizepräsidentin soll ja eher noch fanatischer sein als Maduro). Das scheint ein neues Muster der Handhabung durch die USA von "Regimechange" zu sein. Es sieht so aus, als ob das beim Iran auch angewendet werden soll (die Mullahs dort bekommt man auch nicht so einfach weg).
@Majestik: deutsche Interessen, ja - nur wie vertritt man diese in einer Welt, in der Hauen und Stechen angesagt ist und allmählich jede Interessenparallelität mit Anderen sich in altem Groll auflöst.
@Lichtmesz: nicht nur Sich-Entscheiden-Müssen zwischen Pro-Palästinensern und Pro-Israelis kann einen zerreißen, auch zwischen Pro-Rußland und Pro-Ukraine. Nur, man wird mit allen weiterleben müssen; daß die Unterlegenen völlig zutode kommen, halte ich für ausgeschlossen.

Liselotte

13. Januar 2026 23:40

@Alex Schleyer: ich sehe keine Möglichkeit zu einem "kompletten Bruch". Die bleiben nicht auf dem Fleck hocken und belassen es dabei.

gluecklichetage

13. Januar 2026 23:40

brillante analyse, a pleasure to read. habe zwei jahre in Israel gelebt, eine starke erfahrung. Dass unsere freunde ihre finger in der AfD mit drin haben, dürfte jedem klar sein, der bei verstand ist: AW ist bekennende zionistin; sie wird, im blick auf Israel, da weiter machen, wo Merkel aufhörte, ohne mit ihren langen wimpern zu zucken. Die frage wird sein: steht die basis dagegen auf? Man darf gespannt sein. Dass der wind sich dreht, ist jedenfalls sehr erfreulich.

Speng

14. Januar 2026 00:31

@Valjean72
Zum jetzigen Zeitpunkt machen die sich doch nur noch über das dumme Stimmvieh lustig. Ich verwende jetzt mal nicht die krude jiddische Bezeichnung dafür.
 
@Le Chasseur
Und das wäre nur die Spitze des Eisbergs !

Majestyk

14. Januar 2026 00:52

@ RMH:
Gute Kommentare.
"It´s the economy, stupid"
Eben. Und so wie im Notfall die Bayern zu den letzten Preußen werden mußten, müssen Nationalpatrioten nun die transatlantische Brücke erneuern, um wirtschaftlich zu retten, was noch zu retten ist. Man redet immer von Zukunft der Kinder, dazu gehört auch ein funktionsfähiger Arbeitsmarkt. Hinzu kommt, man braucht die konservativen Amerikaner (und zwar jene die regieren, nicht jene die gegen die Regierung opponieren) im Kampf gegen die totalitären Tendenzen aus Brüssel. Mir ist egal, wie man mir das auslegt. Stolz muß man sich leisten können.
Adenauer mußte noch ganz andere Kröten schlucken mit hunderttausenden fremder Truppen im Land, Millionen Flüchtlingen aus dem Osten und hungernden Menschen in einer Trümmerwüste. Dem hat garantiert auch nicht jede Hand gefallen, die er schütteln mußte. Deutschland läuft auf Grund, wer das noch immer nicht begriffen hat, dem ist nicht zu helfen. Jetzt ist nicht die Zeit für Eitelkeiten oder Ressentiments.
 
 

Majestyk

14. Januar 2026 01:08

@ Beta Jas:
"Das Grönland jetzt auch ins Visier gerät, zeigt aber das Trump politisch besoffen ist und dies endlich zu einer EU-Armee führen könnte, die der Kontinent gegenüber der Welt bräuchte."
Trump ist nicht besoffen, er ist nüchterner als alle anderen. Mir wird an der Stelle viel zu sehr unterschätzt, welch strategische Position Grönland im Nordatlantik hat. Vorbeugen ist besser als nach hinten fallen. 
Eine europäische Armee, was soll das sein, die Renaissance der Grande Armée? Wer soll die führen? Frankreich, Polen oder Deutschland? Oder von der Leyen als Commander in Chief? Wenn Europa eine eigene Armee bekommen soll, muß die EU zum Staat werden und wer will das bei all den Konzeptionsfehlern? Selbst wenn Deutschland dies wollen würde, wollen es die Finnen, Polen oder Franzosen?
Trump wird die NATO nicht aufgeben, schon aus ökonomischen aber auch strategischen Gründen. Er wird sie nur grundlegend reformieren und er wird den Druck auf die Europäer erhöhen, was Chancen für die Opposition eröffnet und dann werden neue Deals gemacht.

Valjean72

14. Januar 2026 09:00

mE liegen Trumps aussenpolitischen Volten durchaus rationale Überlegungen zu Grunde.
 
Trump und die Leute um ihn herum wissen, dass die geopolitische Sondersituation der alleinigen Weltmacht gerade darin begriffen ist zu Ende zu gehen und damit auch die dominante Rolle des Dollars als Weltleit- und Weltreservewährung.
 
Über die Einfuhrzölle wird versucht die eigene Industrie zu schützen und die USA nach Möglichkeit zu re-industrialisieren indem europäische Unternehmen (nicht zuletzt deutsche) ermuntert werden, ihre Produktion in die USA zu verlagern, bzw. bestehende Fabriken auszubauen.
 
Trump versucht die Rolle der USA als «Regionalmacht» für die nächsten Jahrzehnte zu manifestieren. Wobei die Region Nord-, Mittel und Südamerika umfasst. Ich gehe davon aus, dass es in diesem Zusammenhang auch Absprachen mit CHN & RUS gibt.
 
Grönland wäre für die USA ein Hebel, um Kontrolle über die «nördlichen Schifffahrtswege» in der Arktis auszuüben.
 
« Zwischen 2013 und 2023 hat der Schiffsverkehr innerhalb des Polarkreises um 37 Prozent zugenommen.»
 
(Tagesanzeiger.ch, 12.01.2026)

MarkusMagnus

14. Januar 2026 09:19

@ gluecklichetage
Erzählen sie doch mal nen Schwank aus Israel. Hat man auch versucht sie anzuspucken wie es gegenüber Christen dort so üblich ist?
Kurz vor dem 12 Tage-Krieg schrieb ich hier, dass der Iran für Israel eine Nummer zu gross ist, und ich hatte recht. Ansonsten hätte Israel den Krieg wohl fortgeführt. So weit, so logisch.
Natürlich sind die USA eine andere Hausnummer, angeblich laufen ja schon Vorbereitungen für einen Millitärschlag gegen den Iran.
Ich denke Trump wird es nicht tun, das Risiko für Israel wäre zu gross, es sei den er schafft es vorher das Militär im Iran auf seine Seite zu ziehen. Aber diesmal werde ich mich wahrscheinlich irren, ich hoffe nicht. 
Der unbestrittene Fakt ist, dass Kim Jong-Un recht hat: Nur eine Atommacht ist wirklich souverän. Egal wie klein oder gross das Land ist. 
 
 
 
 
 
 
 
 

Monika

14. Januar 2026 09:22

Israels Interessen sind wohl auch die amerikanischen, zumindest in der Filmindustrie, oder, Herr Lichtmesz? Erklären Sie in ihrem neuen Buch auch, warum die amerikanische Filmindustrie und überdurchschnittlich viele Regisseure ( Spielberg/Kubrick/Woody Allen u.v.a.) jüdisch oder jüdischer Herkunft sind ? Und es stellt sich die Frage, inwieweit durch diese Form "kultureller Hegemonie" politische Narrative geprägt werden. ( Stichwort: "Schuldkult"). Das fände ich jetzt mal ein interessanteres Thema als ein paar "spinnerte Abweichler". 

Le Chasseur

14. Januar 2026 09:44

@Majestyk 
"Trump ist nicht besoffen, er ist nüchterner als alle anderen. Mir wird an der Stelle viel zu sehr unterschätzt, welch strategische Position Grönland im Nordatlantik hat. Vorbeugen ist besser als nach hinten fallen."
Die USA und Dänemark sind in der NATO. Wenn es lediglich um eine militärische Nutzung Grönlands durch die Amis ginge, könnte man sich sicherlich einigen ( es gibt ja auch schon eine US-Basis dort). Die jetzige dänische Regierung gehört schließlich zu den Hardlinern gegenüber Russland. Es geht Trump aber auch um den Zugriff auf die Bodenschätze. Und nicht nur die dänische Regierung lehnt eine Annektion ab, sondern auch die Einheimischen. Das ist für mich das entscheidende.

Alex Schleyer

14. Januar 2026 09:52

@Liselotte: Es gebe also "keine Möglichkeit zu einem 'kompletten Bruch'", denn "die bleiben nicht auf dem Fleck hocken und belassen es dabei." Das ist soweit nur bedingt richtig; zum Beispiel könnte man ihnen den Eigentums- und Grunderwerb untersagen, wie es etwa in ganz Asien für Ausländer generell üblich ist. Das würde den Immobilienmarkt im gesamten östlichen Mittelmeer, wo ich lebe, stark entzerren. Man könnte verpflichtende Drogentests bei der Einreise verlangen, da dieses Völkchen in Thailand, wo ich mich gerade aufhalte, in großem Stil in den Drogenhandel involviert ist. In Australien ist dies bereits allgemein und per Zufallsprinzip üblich. Je nach Entscheidung des Internationalen Gerichtshofes könnte man IDF-Angehörigen schlichtweg das Visum verweigern oder die Doppelstaatsbürgerschaft untersagen. Bei Staaten wie dem Iran, Somalia oder Myanmar wird all das jetzt schon angewendet. Es ist ein Faktum, daß von der Allianz mit dem "greatest ally" nur dieser selbst profitiert. Mal davon abgesehen, daß es wirklich die einzige Gruppe ist, mit der ich in über 30 Ländern ausnahmslos negative Erfahrungen gemacht habe. Es wird Zeit, diesen Diskurs unabhängig der mantraartigen Antisemidingsbums-Vorwürfe zu führen.

Le Chasseur

14. Januar 2026 10:01

Einer der größten Profiteure von Trumps Eingreifen in Venezuela ist der Milliardär und Trump-Sponsor Paul Singer: https://popular.info/p/venezuela-raid-enriches-maga-billionaire

Adler und Drache

14. Januar 2026 10:53

Trumps Redeausschnitt empfinde ich eher als Bloßstellung. Auch das könnte Taktik sein. Bei Trump weiß offensichtlich keiner, woran er ist und worauf er sich verlassen kann.  
Trump gibt - jedenfalls in dem zitierten Ausschnitt - keineswegs zu, dass er von den Adelsons gekauft ist und nach ihrer Pfeife tanzt. Indirekt beschuldigt er Miriam Adelson sogar, einem anderen Land als den USA ergeben zu sein. Ich weiß nicht, ob das etwas ist, worüber sie sich freuen kann. Ihr Lachen könnte auch Hilflosigkeit verbergen. 
Es könnte sein, dass sie ihm zu dominant werden und er, scheinbar launig-freundschaftlich, sie hinterm Vorhang hervorzerrt.
Trumps Reden sind Füllhörner der Undeutlichkeiten und Vieldeutigkeiten, gegen ihn nehmen sich selbst Merkels Reden gradlinig aus. Ich denke, dass dies alles Taktik ist, um nicht fassbar zu werden.  
 

kikl

14. Januar 2026 11:13

 Der "Bürgerkrieg" in der MAGA-Bewegung kann auf die Frage 'Israel zuerst oder USA zuerst?' reduziert werden. Dieser Interessenkonflikt spaltet das Lager. Es gibt hier einige unausgesprochene Buchempfehlungen zu diesem Thema, nämlich:
John Mearsheimer und Stephen Walt: "The Israel Lobby and U.S. Foreign Policy" 
Peter Novicks: "The Holocaust in American Life"
Norman Finkelstein: "The Holocaust Industry" 
Nick Fuentes ist die eloquente und schillernde Figur, die das Overton-Fenster weit aufgerissen hat. Fuentes hat eine riesige Gefolgschaft, die sich "Groypers" nennt. Er sieht seine Rolle offenbar darin, alle Denkverbote und Dogmen niederzureißen. Dabei ist er sehr radikal. 
Faszinierend ist auch Fuentes' Streitgespräch mit Piers Morgan, das auf YouTube mittlerweile über 5,7 Mio. Aufrufe hat. In Deutschland wäre Fuentes längst hinter Gittern wegen Volksverhetzung, weil er nicht nur den Missbrauch des Holocausts, sondern auch den Holocaust selbst bestreitet. In den USA hingegen, wo solche Ansichten durch die Redefreiheit geschützt sind, gewinnen sie immer größere Popularität

Adler und Drache

14. Januar 2026 11:26

Was den christlichen Zionismus betrifft: theologisch beurteilt eine wirklich furchtbare Sache, die sich aber so tief im christllich-konservativen, antiwoken Milieu eingenistet hat, das sie als selbstverständlich betrachtet wird. Erlebe das in meiner Heimat bis in die basalen Gemeindekreise hinein. Wer im evangelischen Bereich "fromm" ist, ist in der Regel auch "israelfromm". Es ist Ersatztheologie, Eskapismus. Da ist die Orthodoxie härter drauf, in der Regel antijudaistisch (was etwas ganz anderes ist als antisemitisch).
Man beachte aber, dass christlicher Zionismus nicht mit dem Dispensationalismus gleichgesetzt werden kann, auch unter letzteren gibt es solche und solche. 

Olmo

14. Januar 2026 11:42

"Hier auch ein schönes Video von Myriam Francois, wie die Jugend Israel sieht. 55% sagen Israel hätte kein Existenzrecht. Bam!"
Ich möchte lieber nicht wissen, was 55% der Jugend sonst noch so sagt. Vielleich sagt 55% der deutschen Jugend, daß ihnen der Fortbestand des Volkes am allerwertesten vorbei geht? 

Karl

14. Januar 2026 12:08

Was mir in den Kommentaren zur Geopolitik auf dieser Seite bisher fehlt ist die Prognose einer tripolaren Weltordnung – mit den USA als Hegemon in der amerikanischen Hemisphäre (einschließlich Grönland und Südamerika), Russland als dominant in Eurasien (inklusive Europa) und China als Führungsmacht in Asien. Dies spiegelt aktuelle geopolitische Trends wider, die unter der zweiten Trump-Administration (seit 2025) an Dynamik gewinnen. Es wäre eine Rückkehr zur Politik der Einfluss Sphären, ähnlich wie im 19. Jahrhundert oder während des Kalten Krieges, und wird in Think-Tank-Analysen und politischen Debatten ernsthaft diskutiert (https://www.eurasiagroup.net/media/eurasia-group-publishes-top-risks-predictions-for-2026-us-political-revolution). Dem entsprechen Trumps Rückzugsgedanken aus der NATO, die Donroe-Doktrin und das weitgehende Stillhalten von Russland und China nach dem Venezuela-Coup (Trumps Transaktionalismus?). Die NATO wird Geschichte sein. Ebenso das Intermarium-Konzept von Friedman. Geopolitik des letzten Jahrhunderts.

Maiordomus

14. Januar 2026 13:01

@Markus Magnus. Dass alle anderen Parteien "zionistisch" seien , ist  schlicht Quatsch. Selber pflegte ich in den 80er Jahren Kontakt mit dem jüdischen kommunistischen DDR-Publizisten Hirsch, Ehemann der mit mir befreundeten Autorin und Nationalpreisträgerin Rosemarie Schuder, der enorme Privilegien genoss und mit seinem VW Golf beliebig durch ganz Europa kurven durfte. Sein Hass auf Israel war unübertrefflich, wiewohl er und seine Frau viel über den nazistischen und historischen Antisemitismus der Rechten schrieben. Als ich ihn bei seiner Polemik gegen den deutschen und israelischen Militarismus ansprach betr. den Stechschritt der NVA, entgegnete er nur "Der Stechschritt ist nicht militaristisch, die Neutronenbombe ist militaristisch." Die US-Politiker  schätzte er so ein, wie Lichtmesz heute Trump. Objektiv ist es mir indes nicht möglich, bei Distanz zum Zionismus, vgl. Canetti, die Rolle Israels in Nahost und in der Weltpolitik nur negativ zu sehen,  insofern der Schaden des Islamismus um Welten höher ist als der des Zionismus. Trump bleibt weiterhin analog zu weiland Reagan ein geringeres Übel unter den US-Präsidenten, wiewohl er keineswegs eine konservative Orientierung hat.   

Maiordomus

14. Januar 2026 13:29

Alex Schleyer, welcher offenbar für die Renaissance des traditionellen, hoffentlich wohl grundsätzlich nicht schon nazistischen blödsinnig bis mörderisch fanatischen Antisemitismus einerseits einsteht und andererseits Majestix, den ich als vergleichsweise radikalen, auch deutschnationalen, aber nicht antisemitischen Konservativen hier kennengelernt zu haben glaube. Wobei Schleyers Postulat in Richtung Zionisten/Juden den Grundstückerwerb zu verbieten, noch längst als Voll-Nazi durchgehen kann und die Möglichkeit einer politischen Kandidatur bei der AfD, solange etwa Weidel dort etwas zu sagen hat, wohl ausschliesst. Wobei ich aber mit Nachdruck für die Meinungsfreiheit  und Nichtkriminalisierung auch für solche Auffassungen eintrete. Dies gilt auch für so weit möglich ergebnisoffene Debatten auch für noch heiklere hist. Probleme, von denen ich zumindest bei zwei im vorigen Jahr verurteilten angeblichen Leugnern nicht sicher bin, ob ihre Richter wirklich mehr Sachwissen gehabt hätten. Dies unbeschadet davon, dass ich mit diesen beiden immerhin Hochintelligenten ihre Themen kontrovers diskutierte und sie mit Sicherheit leider Antisemiten waren. Noch was: Artikel von Lichtmesz ist eine zu 100% legitime publizistische "Auslegeordnung".   

Artabanus

14. Januar 2026 13:39

@Adler und Drache
Christlicher Zionismus ist praktisch ein rein protestantisches Phänomen. Der Grund ist einfach: ca. 77% der Bibel besteht aus dem sog. Alten Testament. Da die Protestanten die ursprüngliche christliche Tradition verworfen haben und nichts als die Bibel besitzen ist ihre Religion eben auch zu 77% jüdisch.
 

kikl

14. Januar 2026 13:43

Der Ausgangspunkt für den jetzigen ideologischen Konflikt innerhalb der MAGA-Bewegung ist sicherlich der Gazakrieg und die Verbrechen, die dabei begangen wurden. Wegen der Verbrechen der israelischen Armee haben sich viele besonders junge Anhänger von Israel abgewendet.
Ich habe von einem Massacker an palästinensichen Sanitätern erfahren, von dem auch die BBC berichtet hat. Die Helfer wurden einfach mit Sturmgewehren niedergemäht.
In meiner Filterblase habe ich allerdings wenig davon mitbekommen, vermutlich weil ich nicht TikTok verwende. Deshalb würde mich interessieren, mit welchen viralen Bildern und Videos die rechte Jugend in den USA gegen Israel eingenommen wurde.

Majestyk

14. Januar 2026 13:50

@ Valjean72:
Sehe das im Wesentlichen wie Sie. Trump durfte ran, um den Niedergang zu stoppen. Eigentlich liegt alles auf der Hand und wird auch mehr oder weniger offen kommuniziert. Der Versuch der Re-Industrialisierung ist ja nicht durch Altruismus begründet, sondern um die Kapazitäten zu schaffen, falls man doch in den großen Waffengang muß. Diesbezüglich halte ich auch den diesmal echten Kampf gegen Drogenhandel für glaubwürdig. Falls China nach Taiwan greift, müssen die USA reagieren oder verlieren Asien komplett. Die USA brauchen eine fittere Bevölkerung und ausreichend Produktionskapazitäten und Ressourcen. Auch Abschreckung muß glaubhaft verkörpert werden.
Die Bedeutung der Polarregion für die USA sieht man auch z.B. an der Reaktivierung der 11th Airborne Division. Auch die NATO hat die Region klar im Fokus, siehe Cold Response oder Nordic Response.
Trumps erratisches Verhalten soll davon ablenken, daß er zum Teil mit leerer Hand spielt. Die USA sollen und müssen kriegstüchtiger werden und im Fall des Falles, wenn man zur Nr. 2 wird, zumindest die Amerikas, die Polarregion und vielleicht noch Australien kontrollieren können. Europa will man zwar noch nicht abschreiben, aber kalkuliert dessen Fall ein. Verlassen kann sich das nun wieder konservativere Amerika auf Europa eh nicht, immerhin ist es die letzte Bastion der Linksglobalisten und mit dem Gegner im eigenen Haus verbündet. Europa hofft natürlich darauf, daß Trump nur eine Episode bleibt. Wäre dem so, dann wird die Opposition in Europa nichts zu lachen haben.

Maiordomus

14. Januar 2026 14:05

@Adler und Drache. Erklären Sie uns bitte noch den "Dispensationalismus" näher! Dass indes von Trump keine als Vorbild brauchbare Orientierung ausgeht, erläuterte ich bereits in einem TV-Interview eines Aussenseitersenders nach seiner Wahl, in Abgrenzung zu den früheren amerikanischen Konservativen, die freilich unter dem Chefideologen Burkley und auch dem in Deutschland weiterwirkenden Exkommunisten und 1938 überragenden Totalitarismus-Kritiker ("Die Diktatur der Lüge", Europa Verlag Zürich) Willi Schlamm alias William S. Schlamm auch bereits zionistisch orientiert waren. Mit Einschränkung vgl. das Buch von Schlamm "Wer ist Jude" mit bemerkenswerter Israel-Kritik, eher für das Weltjudentum als für das "Verbauern" in Palästina. Aber das war eine Orientierung, wiewohl der Antikommunismus bis zur Verharmlosung des "Atomtodes" zu weit ging. Für mich das bedeutendste Buch der US-Rechten blieb für mich vor 60 Jahren "The suicide of the West" von James Burnham, eine Totalabrechnung mit dem US-"Liberalism". Diese intellektuelle Fundierung, auch via Russel Kirk, geht Trump nun mal ab, wiewohl bei ihm von Wiederkehr der Politik in Richtung Machiavelli gesprochen werden darf. 

Majestyk

14. Januar 2026 14:07

@ Le Chasseur:
Griechenland und die Türkei sind beide NATO-Mitglieder. Hält sie nicht von Konflikten ab. Innerhalb der NATO führen Staaten ein Eigenleben. Noch nicht einmal Art. 5 ist militärisch bindend. Vor allem anderen ist die NATO vor allem ein Waffenmarkt, sowas wie Amazon Market Place für Waffen. Wirklich vertraut haben die Amerikaner im Kalten Krieg nur den Briten. Ein Trump ist doch nicht dumm, genau wie ich weiß der, daß man bestimmten Europäern erst keinen Linken oder Sozialdemokraten über den Weg trauen kann. Trump hat darüber hinaus klargemacht, daß er eben keine Konfrontation mit Rußland will, man lese mal die neue Sicherheitsdoktrin. Trump würde gerne Rußland die Tür öffnen, um von China abzurücken. Etwas, daß für Rußland essenziell wäre, immerhin wird man langsam zur Bananenrepublik für China. Die Abhängigkeit ist immens gewachsen und man droht zur chinesischen Tankstelle mit Nuklearwaffen zu werden.
Übrigens. Wer Grönland den Grönländern skandiert als wäre ihm Grönland wichtig, dies aber den Deutschen verweigert oder diesbezüglich zögert ist für mich unglaubwürdig und verwendet doppelte Standards. Das ist für mich entscheidend.

Majestyk

14. Januar 2026 14:33

@ Liselotte:
"deutsche Interessen, ja - nur wie vertritt man diese in einer Welt..."
Vielleicht wie ein F.J.Strauß, mit einem realistischen Blick auf die Welt, vor allem mit einer realistischen Selbsteinschätzung, daß man eben keine Großmacht ist und der Konsequenz sich darauf zu konzentrieren Wirtschaftsmacht und Forschungstaktgeber zu sein, um selber prosperieren zu können. Dazu gehört dann auch, sich Narreteien zu verkneifen und nüchterne, sachorientierte Politik zu machen. Ein paar schmutzige Deals gehören natürlich auch dazu. Politik ist schließlich kein Ponyhof und das Volk und die Medien mit ihrer dämlichen Moral wollen ja schließlich auch beschissen werden. Mit der harten Realität haben es die meisten ja nicht gerade. Und wollen wir wetten, wie lange es dauert, bis ich wegen der Erwähnung von Strauß angegriffen werde?
 

dojon86

14. Januar 2026 14:56

@Olmo Ich nehme an, bei der migrantisch muslimischen  Jugend in Westeuropa sagen das 100 %. Ich glaube nicht, dass ich mich irre. 

Ein gebuertiger Hesse

14. Januar 2026 15:41

@Olmo
"Ich möchte lieber nicht wissen, was 55% der Jugend sonst noch so sagt. Vielleich sagt 55% der deutschen Jugend, daß ihnen der Fortbestand des Volkes am allerwertesten vorbei geht?"
Ja, es dürfte einem immer wieder so einige Herzkasper ersparen wenn man Dinge NICHT weiß. Deshalb fragen Detekteien ihre Kunden auch generell, ob sie die Antworten auf ihre Fragen WIRKLICH ERFAHREN MÖCHTEN (siehe den Anfang von Polanskis "Chinatown" oder auch "Coup de Chance", den bislang letzten Film von Woody Allen).
Es mag einen, allemal wenn man sich als Kind der Aufklärung sieht, zwar einigermaßen hart und schundig ankommen, nicht Antworten auf essentielle Fragen nicht nur nicht zu negieren, sondern gar nicht erst erfahren zu wollen, aber ... gesünder dürfte es manchmal sein.

Majestyk

14. Januar 2026 15:52

@ Olmo:
Die Jugend hat größtenteils auch nicht viel Lust auf reale Arbeit und von den unter 18jährigen würde 21 Prozent die SED wählen. 18 Prozent die SPD, immer noch 13 Prozent die Grünen. Soviel zum Zeitfenster.

Majestyk

14. Januar 2026 15:59

Ich komme immer mehr zur Erkenntnis, das Volk ist dumm und wird eher noch dümmer. Nicht nur in Deutschland, sondern eigentlich überall. Angesichts dessen ist Demokratie eher eine semi-intelligente Idee. Die Narren wählen sich ihre Narrenkönige und dann ist ganzjährig Karneval.. Ideocracy war kein Unterhaltungsfilm, sondern eine Prophezeiung. 

Majestyk

14. Januar 2026 16:09

@ Alex Schleyer:
"daß es wirklich die einzige Gruppe ist, mit der ich in über 30 Ländern ausnahmslos negative Erfahrungen gemacht habe"
Könnte ja auch an Ihnen und Ihrer Perspektive liegen. Wenn Sie öffentlich so auftreten, wie Sie hier schreiben, wundert es mich nicht, wenn Sie bei diesem "Völkchen" keine Sympathiepunkte sammeln und die Ihnen nicht aufgeschlossen begegnen. 
Aber schön, wenn die Deutsche "Rechte" wieder bei "kein Grundbesitz für Juden, Einreiseverbot für Juden, Erwerbsverbot für Juden, Stimmrechtsentzug für Juden" angekommen ist und dies offen kommuniziert, genau wie die Sympathie für den Iran, Somalia, Myanmar, fehlen noch Katar, Kuba und Nordkorea. Da schließt sich dann doch der Kreis.

Diogenes

14. Januar 2026 17:05

@Monika"Israels Interessen sind wohl auch die amerikanischen, zumindest in der Filmindustrie, oder, Herr Lichtmesz? Erklären Sie in ihrem neuen Buch auch, warum die amerikanische Filmindustrie und überdurchschnittlich viele Regisseure ( Spielberg/Kubrick/Woody Allen u.v.a.) jüdisch oder jüdischer Herkunft sind ? Und es stellt sich die Frage, inwieweit durch diese Form "kultureller Hegemonie" politische Narrative geprägt werden. ( Stichwort: "Schuldkult"). Das fände ich jetzt mal ein interessanteres Thema als ein paar "spinnerte Abweichler"."
 
Mit Ihren Gedanken stehen Sie nicht alleine im Raume. "Gott" bzw. die Voresehung des Göttlichen verschont nicht jene, die da Lügen vor sich her tragen um daraus Ausbeutung anderer Menschen/Menschengruppen zu erlangen. Wenn ein Volk Israel aus der kinetischen Schlacke von "Sodom und Gomorrha" oder den "10 Geboten" nicht gelernt hat, wird abermals eine Strafe geben. 

Speng

14. Januar 2026 17:29

@Monika
Für sie mal einen kleinen Lesetipp: "An empire of their own : how the Jews invented Hollywood" von Neil Gabler oder der Dokumentarfilm "Hollywoodism" und, und, und...
Ist jetzt nicht unbedingt ein Thema, was von Rechten im Internet in den letzten zwei Jahrzehnten stiefmütterlich behandelt wurde.
 
@Valjean72
Alles recht und schön, nur sieht es nicht gerade danach aus, als würden die USA auf Grund der recht desolaten demographischen Lage an ihren "hehren" imperialen und wirtschaftlichen Absichten scheitern?
Natürlich kann man eine taiwanesische Chipfabrik auch nach Amerika verlagern, aber dann müssen die "Humanressourcen" auch gleich mitkommen. Mittlerweile ist das Facharbeiter- und Ingeneurpotential für solcherlei Unterfangen kaum noch gegeben. Die Institutionen sind im Niedergang begriffen und die einzige Kohorte, die noch etwas herumreißen könnte (weiße Männer), wird seit Generationen demoralisiert und dämonisiert. 
White Genocide hat halt ihren Preis!
Im übrigen, ist der kurzzeitige Trendwende für die Rekrutierungszahlen zu einem großen Teil ausschließlich auf Latinos zurückzuführen, welche für sich oder Familienmitglieder die rasche Einbürgerung "erkämpfen". Spätrömische Verhältnisse, unter denen man vielleicht Grönland besetzen kann, aber sicherlich nicht China im Pazifik begegnen sollte.
 

Speng

14. Januar 2026 18:09

Manchmal frage ich mich, wo manche Leute bei den USA Zeichen der Deeskalation/des Rückzugs sehen, die über bloße Rhetorik hinausgehen.
Die Ukraine wird weiterhin massiv unterstützt, nur dürfen jetzt die europäischen Kolonialvölker noch mehr zahlen. Der Drohnenangriff auf Putins Residenz plus strategischer Kommandozentrale wurde, wie sogar die NYT zugab, von der CIA mitgeplant/durchgeführt. Sind das Handlungen von jemandem, der Russland seine Einflusssphäre zugesteht und respektiert?
In Asien werden Konflikte von Thailand bis Pakistan geschürt. Praktischerweise haben Rebellen oft chinesische Infrastruktur (und Arbeiter!) der neuen Seidenstraße im Visier. Seeblockaden sind geplant und im Ernstfall wird ein Großteil der dortigen amerikanischen Streitkräfte nicht damit beschäftigt sein, Taiwan zu verteidigen, sondern die chinesische Handelsmarine zu versenken.
Sollen wir jetzt noch in den Nahen und mittleren Osten schauen, aus dem sich der "Friedenspräsident" ja weitgehend zurückgezogen hat und auf keinen Fall neue persische Abenteuer plant? Richtig?
Die USA wollen weiterhin, mindestens relative, planetarisch Macht bleiben. Da manche Konkurrenten nicht mehr so leicht zu kontrollieren sind, muss halt eine Salami-Taktik angewandt werden. Siehe auch: Strategic Sequencing
 

Speng

14. Januar 2026 18:16

Manchmal frage ich mich, wo manche Leute bei den USA Zeichen der Deeskalation/ des Rückzugs sehen, die über bloße Rhetorik hinausgehen. 
Die Ukraine wird weiterhin massiv unterstützt, nur dürfen jetzt die europäischen Kolonialvölker noch mehr zahlen. Der Drohnenangriff auf Putins Residenz plus strategische Kommandozentrale wurde, wie sogar die NYT zugab, von der CIA mitgeplant/durchgeführt. Sind das Handlungen von jemandem, der Russland seine Einflusssphäre zugesteht und respektiert?
In Asien werden Konflikte von Thailand bis Pakistan geschürt. Praktischerweise haben Rebellen oft chinesische Infrastruktur (und Arbeiter!) der neuen Seidenstraße im Visier. Seeblockaden sind geplant und im Ernstfall wird ein Großteil der amerikanischen Streitkräfte nicht damit beschäftigt sein, Taiwan zu verteidigen, sondern die chinesische Handelsmarine zu versenken.
Sollen wir jetzt noch in den Nahen und mittleren Osten schauen, aus dem sich der „Friedenspräsident“ ja weitgehend zurückgezogen hat und auf keinen Fall neue persische Abenteuer plant? Richtig?
Die USA wollen weiterhin mindestens relative planetarische Macht bleiben. Da manche Konkurrenten nicht mehr so leicht zu kontrollieren sind, muss halt eine Salami-Taktik angewandt werden. Siehe: strategic sequencing
 
Zurück zum Thema: @Alex Schleyer 
Volle Zustimmung, und in Argentinien gab es auch erst kürzlich wieder verheerende Waldbrände...
 

Mitleser2

14. Januar 2026 18:23

@Majestyk: Interessant, dass die Masse der Kommentatoren den Antizionismus des Autors teilt. Maiordomus hebt sich mal wieder wohltuend ab. 

Karl

14. Januar 2026 18:48

@kikl "Ich habe von einem Massacker an palästinensichen Sanitätern erfahren, von dem auch die BBC berichtet hat. Die Helfer wurden einfach mit Sturmgewehren niedergemäht."
Wieviel an den "Berichten" (vor allem auch der BBC) dran ist, bleibt eine offene Frage. Die antiisraelische Propaganda erlebte im Gaza-Krieg einen Höhepunkt. Aufnahmen wurden gestellt und "Reporter" waren Hamas-Aktivisten... 

Majestyk

14. Januar 2026 18:58

@ Karl:
Der Komplettrückzug aus der NATO bleibt aber doch Spekulation, immerhin hat man die Europäer "überredet" mehr in Rüstung zu investieren, was überwiegend amerikanischer Rüstungsproduktion zugutekommt. Dass die Amerikaner leichtfertig Aviano, Lakenheath, Rammstein oder die Kadena Air Base aufgeben kann ich mir nicht vorstellen. Dazu paßt auch nicht, daß man Polen nuklearisiert. Eher denke ich wird man auf Einzelabkommen setzen, dann gibt es in der NATO die wichtigeren wie Polen, weniger wichtigere und geduldete, die bestenfalls Auslaufmodelle kaufen dürfen.
Leichtfertig hergeben wird man auch Asien nicht, siehe Waffenlieferungen an Taiwan oder die Sicherheitsabkommen mit Indien, Ausbau der Zusammenarbeit mit den Philippinen. In Japan und Südkorea denkt man laut die Stationierung von Atomwaffen nach. Südkorea läßt in den USA ein eigenes Atom-U-Boot bauen.
Je mehr ich darüber nachdenke, die amerikanische Hemissphäre sichern die Amerikaner definitiv, aber den anderen setzt man ziemlich große Läuse in den Pelz.

MarkusMagnus

14. Januar 2026 19:03

@ Maiordomus
Zum Thema Antisemitismus hat Herr Lichtmesz in der Sezession mal ein sehr kluges Zitat gebracht, das ich mit seiner Erlaubnis hier zitieren will und muss:
Es ist so gut, daß Wikipedia es gelöscht hat:
"Die Behauptung, daß ‚Antisemitismus‘ pauschal in den Bereich der Hirngespinste zu verweisen sei, also mit dem tatsächlichen Verhalten und den politischen Interessen von Juden nicht das geringste zu tun hätte, beleidigt die Intelligenz und die Erfahrung aufs schärfste und ist […] [e]ine pure politische Schutzbehauptung"
Quelle Wikipedia (Archiv)

MarkusMagnus

14. Januar 2026 19:17

@ Majestyk
Wenn ich der deutschen Armee einen Namen geben sollte, würde ich den Namen "Nationale Volksarmee" bevorzugen.
Hört sich einfach richtig an. Einen besseren, schneidigeren und nationaleren Namen gibt es kaum wie diesen. 
Wenn Herr Kubitschek Verteidigungsminister ist, kann er das bitte im Hinterkopf behalten ;)
Ich bin in einem relativ reichem Elternhaus aufgewachsen und kann mich auch heute nicht beklagen.
Es kann aber nicht angehen, daß Menschen unter der Brücke schlafen müssen, während andere zwanzig Villen überall auf der Welt haben und nur jeweils ein Haus davon bewohnen.
Glauben Sie das ist ein gerechter Zustand? Oder das Verbrecher wie Epstein jahrelang Geld, Einfluss, eigene Inseln und Macht hatten antatt in Arizona Steine zu klopfen?
Und was ist eigentlich mit der Dr. Arbeit von Herrn Voigt? 
 

RMH

14. Januar 2026 19:34

Was ich weder im Artikel noch in der Debatte finden konnte, ist ein ansatzweiser Erklärungspunkt, warum sich Reps & "Vorfeld" gerade in diesem wichtigen Jahr, in dem die Midterm-Elections sind, in die Wolle kriegen, keine Lagerdisziplin halten und dann noch bei einem Thema, bei dem die größten Schrecken aktuell vorbei sind und es sich andeutet, dass wieder - zumindest zeitweise - normale Fahrwasser anstehen. Wer hat denn daran ein Interesse? Demokratische, verdeckte Agent Provocateurs & Medienleute, die wissen, wo man wen bei seiner Eitelkeit oder Puplicity-Geilheit triggern kann? Wer hat überhaupt maßgeblich damit angefangen?
Was haben die Intervention in Venzuela und die neue "Donroe"-Doktrin konkret & aktuell mit Israel zu tun? Welcher Übermut treibt hier wen an? Satrapen-Kriege oder ein Frühstart des Nachfolgerstreites hätte ich mir eher ab 2027 vorstellen können, aber jetzt?
Nun gut, meine Oma sagte immer, wenn die Maus satt ist, schmeckt das Korn bitter. Es scheint einigen jenseits des großen Teiches wohl zu gut zu gehen.

RMH

14. Januar 2026 19:57

"@ Alex Schleyer:"daß es wirklich die einzige Gruppe ist, mit der ich in über 30 Ländern ausnahmslos negative Erfahrungen gemacht habe"Könnte ja auch an Ihnen und Ihrer Perspektive liegen."
@Majestyk, der Verdacht drängt sich irgendwie auf. Ich hatte vor Jahren, als hier schon einmal die Debatte zum Einfluss der sog. "Ostküste" (aka Juden) auf die Welt geführt wurde, mir die Arbeit gemacht, einmal bis in kleine Hedgefonds (die dann gerne unter den Heuschrecken Verdacht gestellt werden) hinein die Boards anzusehen & zu schauen, ob mir hier jüd. Namen besonders häufig auffallen. Gut, man könnte jetzt sagen, was schaust Du Depp Dir die Vorstände an, die Gesells. sind interessanter, aber das wäre zeitlich zu aufwendig geworden. Mein nicht repräsentatives Ergebnis war: Man könnte eher Vorurteile gegen Skandinavier oder Iren entwickeln, soviele "-sons" oder "O´xyz" wie da waren, als gegen die Söhne & Töchter Ahasvers. Wie auch immer, wenn man auf einen bestimmten Punkt sensibilisiert ist, dann fällt er auch mehr auf, so ist es ggf bei den Leuten, denen Juden überall besonders auffallen (zumindest im berühmten Stadtbild fällt in D einem überwiegend kein einziger auf). Angst vor jüd. Attentätern in Bussen & Bahnen braucht man auch keine zu haben. Ich würde einem Juden auch nie die Politik Israels vorhalten, ich sehe es schließlich auch nicht ein, mich als deutscher für den bullshit & die Verbrechen dt. Administrationen rechtfertigen zu sollen. 

Olmo

14. Januar 2026 20:31

@ Alex Schleyer Mit Israelis und anderen Juden habe ich überwiegend positive Erfahrungen. Doch auch ich kenne einen mir sonst sympathischen Israeli, der als Söldner im Drogenmilieu gearbeitet hat. Ich habe eine jüdische Arbeitskollegin, die im Gegensatz zum Klischee eine ziemlich hohle Nuss ist, ihr Mann sitzt im Rollstuhl und macht auf mich nicht den Eindruck klüger als seine Frau zu sein oder dubiose Geschäfte abzuwickeln, doch ich kenne die Familie jetzt auch nicht so gut. Dann gibt es da noch D., der auch nicht dem Klischee entspricht, ein Goldkettchen tragender Schönling mit Nasslöckchen, und dazu ein außergewöhnlich irrer Schläger. Der ist einmal in eine Prügelei von völlig fremden Erwachsenen– so richtige Mannis– sicher 40 Jahre alt (er so um die 16) reingesprungen und hat wie besessen losgeprügelt. Er hat auch was abbekommen, lachte aber nur: diese Hurensöhne, diese Hurensöhne. Gemeinsam mit einem Türken und einem Italiener hat er einen deutschen Rentner an einer Bushaltestelle halb todgeschlagen, es ging, so wurde mir berichtet, um eine Lappalie, der alte Mann hatte sie aufgfordert, Müll aufzuheben, den sie wohl weggeschmissen hatten.   

Maiordomus

14. Januar 2026 20:51

@Maiordomus. Ersatz für eine korrigierende Ergänzung zu meinem Beitrag 13.29h. Es war ein Irrtum zu behaupten, es seien im vorigen Jahr zwei sog. Leugner historischer Vorgänge verurteilt worden, die an Detailwissen peinlicherweise ihren Richtern mutmasslich überlegen gewesen seien. Vielmehr sind diese beiden Personen im Vorjahr verstorben. Dabei habe ich denselben entschieden widersprochen, so nach genauer Befassung mit der Sache, die berüchtigte Posener Rede Himmlers v. 1943 sei eine Fälschung gewesen, nur weil sie nun mal den ausdrücklichen Vorsatz des Völkermords mit Beleg, dass er schon im Gange war , belegt. Dabei halte ich angesichts der offiziellen Reduktion der Zahl der Ausschwitz-Opfer (von 4 auf 1,1 Mio)  durch Polen nach der Wende (1991) den Streit um die Opferzahlen grundsätzlich nicht mehr für strafwürdig, es sei denn, auch Übertreibungen würden bestraft. Schon die propagandistische Zahl der von Deutschen "ermordeten" Sowjetrussen variierte zwischen 1946 (Stalin) und später Chruschtschew zwischen 6 und 26 Mio, was zeigt, dass es hier um Bedürfnisse der Propaganda ging, was zwar R. Köppel heute noch zur Verteidigung Putins anführt.
Ich stelle ausserdem fest, dass auf dieser Seite die Position des Herrn Schleyer zurückgewiesen wird und keineswegs als repräsentative Meinung anzusehen ist.  

RMH

14. Januar 2026 20:57

"@Majestyk: Interessant, dass die Masse der Kommentatoren den Antizionismus des Autors teilt."
@Mitleser2: Wenn Sie in ein Strip-Lokal gehen, können Sie auch nicht erwarten, dass sie auf dauerhaft hochgeschlossen gekleidete Damen treffen. Evtl. stecken sie doch mal den einen oder anderen Table-Dollar dem einen oder anderen in den Bra, dann werden die Pirouetten an der Stange nochmal aufschlussreicher ... ;) :)
PS: Als Debattenteilnehmer seit Tag 1 auf SIN überrascht einen wenig.

Le Chasseur

14. Januar 2026 20:59

@RMH
"Ich hatte vor Jahren, als hier schon einmal die Debatte zum Einfluss der sog. "Ostküste" (aka Juden) auf die Welt geführt wurde, mir die Arbeit gemacht, einmal bis in kleine Hedgefonds (die dann gerne unter den Heuschrecken Verdacht gestellt werden) hinein die Boards anzusehen & zu schauen, ob mir hier jüd. Namen besonders häufig auffallen"
Schauen Sie sich doch mal die Liste der 100 schlimmsten Vermieter von New York City an:
https://www.landlordwatchlist.com/everylandlord
Und was den Einfluss angeht: Recherchieren Sie doch mal, wer in den USA erfolgreich für den Kongress oder den Senat kandidiert hat, ohne die Unterstützung von AIPAC gehabt zu haben.
 

Valjean72

14. Januar 2026 21:08

m. A. n. sind wir Zeuge des Umbaus der bisher bestehenden Weltordnung. Organisationen, die nach 1945 massgeblich von den USA aufgebaut wurden, haben in der bisherigen Weltordnung ihren Zweck erfüllt und werden nun nicht mehr benötigt.
 
Die NATO und ihre zivile Schwesterorganisation die EU dienten nicht zuletzt dazu «Deutschland unten zu halten». Der kontinuierliche und nicht mehr aufzuhaltende wirtschaftliche Niedergang Deutschlands wurde eingeleitet, nachdem er jahrelang, bzw. sogar jahrzehntelang vorbereitet wurde, über «grüne» NGO’s, polit-mediale Einflussnahmen, Geldzuwendungen, Think Tanks etc.
 
Ohne die BRD als Zahlmeister hat die EU in dieser Form keine Zukunft.
 
Die Ereignisse im Iran erachte ich als von Israel initiiert …

Majestyk

14. Januar 2026 21:29

@ MarkusMagnus:
"Ich bin in einem relativ reichem Elternhaus aufgewachsen und kann mich auch heute nicht beklagen."
Merkt man. Ihre Sichtweisen muß ein Mensch sich leisten können. Sozialismus wurde ja (wie auch einige andere Ideologien) von Reichen oder zumindest Wohlhabenden erfunden, um damit arme Menschen zu verdummen, siehe Engels, Lenin, Mao oder Hồ Chí Minh. 
Niemand muß unter einer Brücke schlafen, weil ein anderer eine Villa bewohnt, das ist ein Beobachtungsfehler. Das Geld von Reichen (OK, historische oder moderne Raubritter, siehe Zwangsabgaben ausgenommen) basiert ja nicht auf Diebstahl, sondern Gewinnen nach Kapitalinvestition und die kommt in der Regel allen zugute. Wenn Sie aber so wohlhabend sind hindert Sie niemand daran Ihren Wohlstand zu teilen, siehe benachbarte Bettler-Diskussion. Ich bin jederzeit bereit Ihnen die Last Ihres Wohlstands abzunehmen.
"Wenn ich der deutschen Armee einen Namen geben sollte, würde ich den Namen "Nationale Volksarmee" bevorzugen."
Soll mich das triggern oder überraschen? 
@ Mitleser2:
Das ist nicht interessant, sondern erwartbar, wenn man hier schon einige Zeit mitliest oder schreibt. Mich überrascht im Netz, wie im Leben nichts mehr. Leider.
@ RMH:
Mit den Agents Provocateurs dürften Sie den Nagel auf den Kopf treffen. Empire Strikes Back.

Majestyk

14. Januar 2026 21:43

@ Karl:
"Wieviel an den "Berichten" (vor allem auch der BBC) dran ist, bleibt eine offene Frage. Die antiisraelische Propaganda erlebte im Gaza-Krieg einen Höhepunkt. Aufnahmen wurden gestellt und "Reporter" waren Hamas-Aktivisten..."
Das ist keine offene Frage. Jeder kritisch denkende Mensch weiß, wo die BBC steht. Manche Menschen wollen diese Propaganda aber glauben, weil diese Ihr Weltbild bestätigt.
Es ist doch erstaunlich, da redet man von Lügenpresse, aber immer wenn es paßt beruft man sich darauf. 
Ist wie mit "wir wollen souveräner werden" aber dann auf die "internationale regelbasierte Grundordnung" pochen, als hätte die nichts mit Fremdbestimmung zu tun, als würde jenes Völkerrecht nicht das Volksrecht aushebeln.
Trump scheißt gerade auf die "internationale regelbasierte Grundordnung", die hat sein Land nämlich an den Rand des Bankrotts geführt. In Europa bzw. Deutschland verteidigt selbst die Opposition jene Ordnung. Da steht der Verteilung deutschen Steuergeldes ins Ausland, in ausländische Organisationen, hin zum globalen Süden auch in der Zukunft nichts im Weg. 

Rheinlaender

14. Januar 2026 21:58

Hier gehen m.E. mehrere Ebenen der Kritik durcheinander, die man getrennt voneinander behandeln sollte: 
a) Die Kritik an jenem überwiegend von Nichtjuden zu deren persönlichem Nutzen getragenen zivilreligiösen Komplex, der sich über das Anliegen der Bekämpfung eines sehr breit und vage definierten Antisemitismus zu legitimieren versucht und entsprechende Vorwürfe als Machtmittel nutzt;
b) Die Kritik an jenen Juden in westlichen Gesellschaften, die dort für offene Grenzen eintreten und deren Selbstverständnis als Nationalstaaten ablehnen;
c) Die Kritik an politischer Einflussnahme von Juden zugunsten Israels in westlichen Gesellschaften;
d) Die Kritik an christlichen Strömungen, die die Beziehungen ihrer Gesellschaften mit dem Staat Israel nicht realpolitisch gestalten wollen, sondern auf Grundlage fragwürdiger theologischer Vorstellungen;
e) Die moralische Kritik am Vorgehen des Staates Israel gegen seine Feinde.

Rheinlaender

14. Januar 2026 22:10

Den erwähnten zivilreligiösen Komplex mit Verweisen auf die Lage in Gaza zu kritisieren, geht m.E. fehl, weil hier zum einen kein Zusammenhang besteht und man zum anderen dabei auf eine nicht zielführende politische Moral zurückgreift. Ein Staat muss seine Feinde nun einmal wirksam bekämpfen, und mir ist kein Beispiel einen erfolgreichen Kampf gegen Islamisten bekannt, der mit milderen Mitteln erfolgreich gewesen wäre. Es ist m.E. kontraproduktiv, zur indirekten Kritik an der erwähnten Zivilreligion ein Vorgehen zu problematisieren, zu dem man eines Tages zur Wahrung existenzieller Interessen vielleicht selbst greifen muss.
Von der Israelproblematik grundsätzlich getrennt würde ich das Thema der imperialen Bestrebungen der USA betrachten, da diese auch ohne israelischen Einfluss ein Interesse an der Kontrolle der Golfregion hätten. Auch hier sehe ich Elemente einer fragwürdigen politischen Moral in der Kritik. Jeder hinreichend starke Staat entwickelt zwangsläufig globale Interessen und muss eine Form von imperialer Ordnung aufbauen, um diese Interessen zu wahren. Aus amerikanischer Perspektive war das Problem des entsprechenden neokonservativen Versuchs nicht, dass er imperial war, sondern dass er aufgrund unrealistischer ideologischer Annahmen gescheitert ist.

Speng

14. Januar 2026 23:39

@Olmo
"Gemeinsam mit einem Türken und einem Italiener hat er einen deutschen Rentner an einer Bushaltestelle halb todgeschlagen, es ging, so wurde mir berichtet, um eine Lappalie..."
Tja, der Deutsche hat halt keine Freunde auf dieser Welt. Eine weitere  (von wem eigentlich?) geschenkte Freude im multikulturellen Deutschland.
Ihr unteres Beispiel hört sich nach jemandem an, den Meyer Lansky gut für seine damalige Organisation hätte gebrauchen können. Nicht jeder ist für die erste Riege von Black Rock geeignet und wer hat eigentlich gesagt, dass alle Juden gleich (befähigt) seien? Wäre etwas bigott und engstirnig ;) Passt aber hervorragend zu allem, was man so aus Gaza/Israel hört und sieht.
Und trotzdem sollte man kurz innehalten. Warum werden eigentlich jetzt die Themen bespielt? Weil die müssen, oder weil die es so wollen? Ich meine, manchen Tech-Milliardären kann man ihren Meinungsfreiheitsextremismus ja fast abkaufen, aber wenn dies systemisch, in diesem Ausmaß passiert, dürften doch wenig schmeichelhafte Hintergedanken vermutet werden.
 
 

MarkusMagnus

14. Januar 2026 23:46

@Majestyk
"Soll mich das triggern oder überraschen"
Ein bisschen was von beidem. Aber ich finde den Namen für eine Armee trotzdem gut. 
Nicht so langweilig wie Bundeswehr.
Zum Thema Reichtum: Auch normale "Reiche" oder Wohlhabende wollen nicht alle in geschlossenen Wohnvierteln leben und nur unter sich bleiben. Aber darauf läuft es hinaus. Besonders erschüttert hat mich in diesem Zusammenhang damals der Mord an dem Bankierssohn Metzler in Frankfurt. Sein Vater wollte das sein Sohn auch in normalen Verhältnissen aufwächst. Und ist dann an diesen geldgeilen Verbrecher Gäfgen geraten, der den Lebensstil von Reichen haben wollte, ohne dafür zu arbeiten. Dabei war er Jurastudent und wäre vielleicht jetzt ein erfolgreicher Anwalt. Aber die Gier...
Wie kann es denn sein, daß so viel Geld da ist, und es Obdachlose gibt? Gerade in den USA. Da muss doch irgendwo ein Fehler sein.
Jeden kann es mal treffen, das er oder sie obdachlos wird. Ich kann das nicht sehen wenn einer meiner Landsleute so leidet. Das heisst nicht das Leute, die arbeiten könnten, von anderen die Arbeiten durchgefüttert werden sollen. So funktioniert es natürlich auch nicht. 
"Ich bin jederzeit bereit Ihnen die Last Ihres Wohlstands abzunehmen."
Ich spende lieber an die örtliche Tiernothilfe. Alles linke Weiber, aber wer Tiere mag kann kein schlechter Mensch sein.
 
 
 

MarkusMagnus

15. Januar 2026 00:17

"Die Ereignisse im Iran erachte ich als von Israel initiiert …"
@ Valjean72
Natürlich. Die Iraner haben den westlichen Botschaftern Videos von den Untuhen im Iran vorgeführt. 
Dort schießen bewaffnete Vermummte sowohl auf Polizisten wie auch auf andere Zivilisten. Kennt man vom Maidan gell.
Ein vermummter schwarzer Mob der Polizisten ermordete und Moscheen angezündet hat. Sahen aus wie Verbrecher von der Antifa. Schaut es euch an!
Die ersten Mossadagenten baumeln wohl schon am Baukran. Was haben die erwartet? Kostenlose Falaffel? 
Als der Iran das letzte Mal einen israelischen Spion begnadigte und vor der Todesstrafe bewahrte, hat Israel zum Dank vier Tage später mehrere Iraner im Iran ermordet. 

Liselotte

15. Januar 2026 00:41

@Alex Schleyer: meine Erfahrungen sind gemischt. Historisch bilden sie halt ein gewisses Soziotop, das den Handel (auch den "dreckigen", den andere nicht anfassen mögen) und die Finanzwelt ausweitete und damit auch u.a. den deutschen Staat (das HRR, das Kaiserreich) stabilisierte. Es gibt die These, daß Israel der Versuch ist, die Juden zu "normalisieren", indem sie in einem Staat untereinander auskommen müssen und nicht auf ein nichtjüdisches Umfeld zurückgreifen können. Kann man natürlich im Zusammenhang mit der diasporajüdischen Durchdringung vieler Staatsspitzen (gerade auch der USA) und der geballten Medienmacht anzweifeln, aber es wäre halt auch eine Sache von Jahrhunderten. - Davon ab: die sehr viel größere Gruppe, mit der wir uns in Deutschland hinsichtlich völliger Kulturverbiegung zu befassen haben, sind die Muslime.
@Majestik: Sie gehören ja zu den Realisten, die die Wirtschaft als Grundlage anerkennen; in dieser Hinsicht ist Deutschland mE zZt orientierungslos, weil die bisherigen Geldbringer wie Autoindustrie, auch Chemie, dabei sind, zuschanden zu werden. Solar usf war eine kurze Geldverbrennphase, ist praktisch weg; KI wird nichts werden, weil dafür keine Grundlagen (fähige Informatiker, billiger Strom) vorhanden sind (u.a.). 

Liselotte

15. Januar 2026 00:44

@Valjean: hinsichtlich Umbau der bisheriger Weltordnung gebe ich ihnen recht. Und es ist noch nicht ganz raus, wie.

Rabenfeder

15. Januar 2026 03:41

Etwas Gutes bringt das Phaenomen Trump mit sich und dies ganz unabhaengig von sonstigen Erwaegungen:
Die Dinge sind kenntlich geworden.
Der Wille zur Macht steht nackt vor uns und er geniert sich kaum noch.
Sicher, fuer die lange Zeit in moralinsaurer Suppe allzu weich gekochten Menschen in den "westlichen" Landen gibt es noch boese Mullahs, die Ihre Frauen foltern und Hamas-Moerder, die unaussprechliche Greueltaten an Unschuldigen begehen und ueberhaupt muessen wir weissen Frauen und Frau-Maenner noch viele braune Babies in der Welt retten und zu uns bringen, damit sie sich an unserem Busen naehren koennen, aber wer Augen und Ohren hat, der sieht und hoert den Unhold nackend seinen ewigen Tanz unter Trommelschlaegen auffuehren.
Der Wille zur Macht und nichts ausserdem.
Es ist womoeglich auch kein Zufall, dass ein Mann mit deutschen Wurzeln hier eine erfrischende Wirkung entfaltet. Das kluge langatmige Taeuschen liegt uns nicht so.
Vielleicht kommt uns beim Betrachten des wilden Willensfestes anderer, einschliesslich Eretz Reich Plaene mit Vertreibungen auch die Erkenntnis, dass unsere dunklen Zeiten so dunkel gar nicht waren, zumindest man Ihrer nicht nur voller Scham gedenken muss.
Ob , wie ich bei Klonovsky lesen kann, Freundschaft moeglich sei, oder ob die Burg Sturmauge nur oben sein kann, wenn das andere Land nicht sein darf und damit unten ist... 
 

MARCEL

15. Januar 2026 06:55

Trump ist nicht der Messias, sondern ein bizarrer, bald 80 jähriger, narzisstischer Clown, den nicht nur die Israel-Lobby in der Tasche hat (Epstein-Files). Er ist schreiendes Symbol der absteigenden USA und damit gefährlich. Manche Medien rufen ihm immer noch entblödet wie unverdrossen "Hosanna" zu, wie etwa Tichys Einblick.

Valjean72

15. Januar 2026 08:02

@RMH: "... könnte eher Vorurteile gegen Skandinavier oder Iren entwickeln, soviele "-sons" oder "O´xyz" wie da waren"
---
Sie meinen "sons" wie (Miriam) Adelson, (Larry) Ellison, (John) Paulson, Schneerson u.a?
Bez. Iren würde ich allerdings an Ihrer Stelle aufpassen, nicht dass Sie der betreffende Zentralrat noch des Antikeltismus bezichtet.
---
 
Von Nick Fuentes habe ich noch nicht allzu viel mitbekommen, allerdings schon, dass er im Gegensatz zu Tucker Carlson & Candace Owen nicht israelische Kräfte betr. des Attentates auf Charlie Krik verantworlich zeichnet.
 
Persönlich sehe ich dieses "noticing" junger rechts-konservativer Amerikaner grundsätzlich als positive Sache.

Olmo

15. Januar 2026 08:10

Ich finde nach wie vor die These bedenkenswert, daß China der neue Wirt der NWO sei. 
Wenn man jetzt voraussetzt, es gäbe tatsächlich eine solche Organisation, und die These mit China stimmt, könnte man daraus folgern, daß es für die Juden keine Verwendung mehr gibt und sie deshalb abserviert werden. Trump ist vielleicht ein aufrichtiger Patriot, der versucht sein Land zu retten und aus Tradition – etwas halbherzig – an alten Loyalitäten und vorhandenen Strukturen festhält. Nur so ein Gedankenspiel.

Valjean72

15. Januar 2026 08:23

@Maiordomus: Die von Ihnen angesprochene, deutliche Reduktion der offiziellen Opferzahlen  von Auschwitz, wurde nicht von Polen initiiert, sondern dies geschah aufgrund sowjetischer Dokumente, die nach dem Zusammenbruch der SU zugänglich wurden.
 
 
Bez. der Opferzahl der Sowjets im 2. WK, diese variierte nicht, sondern sie wurde sukzessive in den Jahren und Jahrzehnten nach dem Krieg erhöht. Es ist das altbekannte Spiel aus derlei Opferzahlen moralisches Kapital zu schlagen, welches in politisches Kapital (und in manchen Fällen auch finanzielles) Kapital umgewandelt werden kann.
 
Betr. Posener Rede, halte ich tatsächlich eine Fälschung für nicht ausgeschlossen.

t.gygax

15. Januar 2026 09:27

@Monika   "Filmindustrie"
Sehr geehrte Frau "Monika", ich besitze  ein legal antiquarisch erhältliches Buch aus der Zeit der finstersten Barbarei, in dem der Einfluss und die Beziehungen dieser Gruppe zur  deutschen Filmindustrie 1919-1933 ziemlich detailliert geschildert wird. Interessant: die Kritik an den produzierten Filmen jener Leute ist a) ethisch motiviert und b) juristisch. a)es wird sehr beklagt, dass dort das Bild der fFau völlig vernutzt wird im Sinne einer Sache, auf gut deutsch: die Frau ist halt ein sexuelles Spielzeug, deswegen Pornographie und b) es wird auch beklagt, dass  diese Gruppe offenbar mit  vielleicht am Rande der Legalität befindlichen Maßnahmen sich überall einkaufte und dann den Laden bestimmte.
Wenn Sie Interesse haben, schicke ich Ihnen das Buch zu. Bin bei der Redaktion bekannt.
 
Um den unvermeidlichen "Antisemitismusvorwurf", der wie ein Reflex auch hier auf sin auftaucht, zu vermeiden: bin familiär mit jener Gruppe inzwischen verbandelt, saß kürzlich mit  einem jungen Israeli  zusammen, wir sangen den ganzen Abend zur Gitarre-er spielte excellent- die alten Lieder von Bob Dylan und Johnny Cash. Irgendwann sagte ich, ich mag auch deutsche Volkslieder, da schaute der junge Mann auf, fragte " do you know the Erlkönig"? und sang(!!!) die Klavierbegleitung von Schubert, es war erhebend. 
Dies nur, dass ich auf der menschlichen Ebene mit Leuten gut klarkomme und keine Berührungsängste habe.

Le Chasseur

15. Januar 2026 09:34

@Marcel
"Manche Medien rufen ihm immer noch entblödet wie unverdrossen "Hosanna" zu, wie etwa Tichys Einblick."
Weil sie dafür bezahlt werden.

Olmo

15. Januar 2026 09:45

@Speng" Tja, der Deutsche hat halt keine Freunde auf dieser Welt. Eine weitere (von wem eigentlich?) geschenkte Freude im multikulturellen Deutschland."
Kann ich Ihnen sagen. Er kam als Russlanddeutscher in die BRD, er sieht allerdings weder deutsch noch russisch aus. Und er wollte mit 18 nach Israel. Keine Ahnung, was er jetzt so treibt, wo er lebt, ob er lebt. 

RMH

15. Januar 2026 09:49

Also ich sehe meine Table- Dollars hier gut investiert. Es gibt nicht nur Pirouetten an der Stange, topless sowieso, manche mittlerweile sogar ohne Höschen.
Hoffe, die Bar bleibt noch ein bisschen geöffnet.

Le Chasseur

15. Januar 2026 10:33

@Majestyk"Es ist doch erstaunlich, da redet man von Lügenpresse, aber immer wenn es paßt beruft man sich darauf."
Woher beziehen Sie eigentlich Ihre Informationen? Meine erste Vermutung war, von den Twitter-Kanälen von Bezalel Smotrich und Lindsey Graham, aber die leugnen anders als Sie den Genozid in Gaza ja nicht, sondern feiern ihn.
"Trump scheißt gerade auf die "internationale regelbasierte Grundordnung", die hat sein Land nämlich an den Rand des Bankrotts geführt."
Falsch. Die USA sind bankrott wegen eines jährlichen Rüstungsetats von einer Billion (tausend Milliarden) Dollar*. Und weil sie eben ständig Krieg für Israel führen: https://www.tagesspiegel.de/politik/400-millionen-dollar-pro-tag-6576070.html
https://www.zeit.de/online/2008/09/stiglitz-irakkrieg-kosten
*) Trump will den Etat jetzt sogar auf wahnwitzige 1,5 Billionen aufblähen

Maiordomus

15. Januar 2026 11:26

@Valjean. Natürlich sind sowjetische Dokumente mit massgeblich gewesen, aber die politische  Verantwortung für das Andenken des Lagers Auschwitz liegt nun mal bei Polen, wobei die Polen auf einheimische Opfer den Akzent legen, zum Beispiel den Lagerhelden Pater Maximilian Kolbe. Zwischen der polnischen und primär jüdisch-zionistischen Andenkenpflege gab es stets schwere Spannungen, nicht nur wegen dem traditionellen katholischen Antisemitismus. Die Zahl 1,1 Millionen ist nicht als sakrosankt anzusehen. Man braucht kein "Auschwitzleugner" zu sein, um fatale Widersprüche bei der Überlieferung zu übersehen. Aber jedes einzelne Opfer zählt namentlich, ist eines zu viel, wobei sechsstellig oder siebenstellig eine statistische Frage ist. Ceausescu wurde 1989 seinerseits eine Null zu viel in die Schuhe geschoben.  
Betr. Himmlerrede: Es ist, betr. die Sprache der ideologischen Rechtfertigung, der absolute, sozusagen teuflisch geniale Höhepunkt einer mörderischen tugendterroristischen Reinigungsideologie, diesbezüglich leider "Weltliteratur". Es gibt keinen zweiten ausser Himmler, der dies zu formulieren die Macht hatte. Auch Göring war von Authentizität überzeugt.    

Maiordomus

15. Januar 2026 11:43

@Marcel. Der "narzisstische Clown" hat soeben für 75 Länder die Einwanderungsbedingungen für die USA verschärft, und auf Grönland bestehen ähnliche Absichten wie 1867 vom damaligen Clown auf Alaska. Und dank dem Humor von Trump scheint der Iran bei der Exekution von Hinrichtungen mindestens im Moment zu zögern. Auf jeden Fall versteht er von praktischer Politik wohl immer noch mehr als möglicherweise jedes Mitglied der derzeitigen Bundesregierung. Bei den Zoll-Schikanen gegen die Schweiz liess er übrigens im Gegensatz zu anderen Schikanen zur Zeit von Clinton und Obama mit sich reden. Es bleibt aber dabei, dass er betr. die Kaufabsicht auf Grönland, sich teilweise wie ein Elefant im Porzellanladen benommen zu haben  scheint. Aber auch hier müsste man die internen Dokumente kenne, das wird in einigen Jahren möglich sein. So wie ich mit hundert Jahren Verspätung nicht als erster die Dokumente zur Emser Depesche von Bismarck untersuchte, nicht als erster, und sah, dass er weniger dumm und unverfroren war als gemeinhin angenommen.       

heinrichbrueck

15. Januar 2026 11:50

Die Demographie (Volksrückgang) spricht eine eindeutige Sprache. Man könnte auch von Beweisführung (Rechenlogik) sprechen, wie bei den Mathematikern. Stattdessen gehen den Leuten die Argumente nicht aus. Der weiße Mann glaubt wohl, er könne weiterhin Ausländer kompensieren lassen, was er zu lernen hat. Ein Verlustgeschäft geht immer auch einmal zu Ende. Danach wird es interessanter. Langfristig gesehen sind Argumente zweitrangig, wie man sehen kann. 

Karl

15. Januar 2026 11:51

@Majestyk: „Das ist keine offene Frage. Jeder kritisch denkende Mensch weiß, wo die BBC steht.“
Ist mir auch klar, doch ich formuliere etwas vorsichtiger. Normalerweise. Aber hier mach ich mal eine Ausnahme: Entschuldigung, dass ich nicht so drauflos poltere wie Sie. (Ist´s so recht?) Und was ein „kritisch denkender Mensch“ wohl sein mag frag ich mich auch. Zu allem Überfluss schreiben Sie auch noch: „Jeder…“. Solche pauschalen Verallgemeinerungen halte ich für etwas gewagt und undifferenziert.
@MARCEL: „Trump ist nicht der Messias, sondern ein bizarrer, bald 80 jähriger, narzisstischer Clown, …. Er ist schreiendes Symbol der absteigenden USA …. Manche Medien rufen ihm immer noch entblödet wie unverdrossen "Hosanna" zu, wie etwa Tichys Einblick.“
Mit dieser Haltung stimmen Sie mit dem ÖRR und den Hauptstrommedien ja bestens überein. Ich dagegen stimme in die Hosanna-Rufe mit ein! Ohne die Trump-Administration hätten die links-grünen „Demokraten“ in den VSA weiter gewütet: die „N“GOs und die Antifa, die Massenmigration. Und RFK könnte nicht ein kleines Korrektiv gegen die Pharma-Lobby einbringen. Bezüglich der internationalen Politik verweise ich auf meine vorherigen Kommentare. Worin haben Ihre Hasstiraden („bizarrer, …, narzistischer Clown…“) eigentlich ihre Wurzeln? Ist es was Persönliches? Ob die VSA absteigen, kommt vielleicht auf die Perspektive an. Fragt sich nämlich wovon: Ein totes Pferd kann man nicht reiten.

MarkusMagnus

15. Januar 2026 12:32

@ Maiordomus
Kennen Sie den Politiker Grzegorz Braun aus der polnischen Sejm?
Ein lustiges Bürschchen:
https://youtu.be/H3-zrAexsbQ?si=kuumf27_kubjWqW6
Er ist zwar ein bißchen verrückt, doch ich mag ihn.
Die jüdische Dudelmusik finde ich aber irgendwie cool, erinnert an die Kneipenszene in Star-Wars -Episode 4. Aber diese Armleuchter haben nichts in einem christlichen Parlament verloren. Braun hatte hier absolut Recht.

Adler und Drache

15. Januar 2026 12:59

@Artabanus
Da sind Sie falsch unterrichtet. Die Reformatoren haben die "ursprüngliche christliche Tradition" wiederhergestellt (oder traten zumindest mit dem Anspruch an, es zu tun). Selbstverständlich wurde das Alte Testament, wie seit jeher, christologisch gelesen und verstanden (also u.a. als Vorausdeutung auf Christus, wie sich das am Eindrücklichsten in den Weihnachtslesungen niederschlägt), die mosaischen Gesetze von Luther dagegen als "der Juden Sachsenspiegel" (und damit für Christen irrelevant) beurteilt. Auf dieser Grundlage nahm die reformatorische Theologie eine Mittelposition zwischen der orthodoxen Substitutionstheologie auf der einen und der Rejudaisierungstheologie auf der anderen Seite ein; letztere resultiert seltsamerweise sowohl aus dem biblizistisch-evangelikalen Fundamentalismus als auch dem liberalen Protestantismus (die einander sonst ja spinnefeind sind). "Christlicher Zionismus" und Phrasen wie "jüdisch-christliches Abendland" sind letztlich Ergebnisse dieser Rejudaisierungs-Allianz, aber mit derlei Tendenzen hatte das Christentum schon seit seiner Entstehung zu kämpfen. Der z.B. unter Adolf Stoecker kirchlich erstarkende Antisemitismus muss als Reaktion auf die Rejudaisierungstendenzen, als Ab- und Gegenwehr verstanden werden.   
Für die orthodoxe Theologie bedeutet übrigens auch der Katholizismus schon Rejudaisierung, weil er das AT nicht in der Textform der Septuaginta, sondern in der des jüdischen Tanach verwendet. 

Monika

15. Januar 2026 13:00

@ t. Gygax Vielen Dank für ihr nettes Angebot, aber das ist nicht nötig. Ich bin seit frühester Jugend mit dieser Thematik vertraut, vor allem mit der "ethischen" Motivation dieser Kritik. 😂😂😂Mein Opa Eduard pflegte zur allgemeinen Erheiterung bei Familienfesten Herrn Goebbels zu imitieren mit diesem legendären Satz: "Früher ging die Karriere einer deutschen Filmschauspielerin durch das Bett eines jüdischen Regisseurs. ...Heute sind wir dran." Weshalb ich einer Wiedergewinnung kultureller Hegemonie prinzipiell misstraue. 

Maiordomus

15. Januar 2026 13:04

@t.gygax. Dass man die Pornografie, eine Kulturentwicklung zumal Wiener Provenienz, seit dem 18. und 19. Jahrhundert (ausser unter Metternich), historisch einseitig den Juden in die Schuhe schieben will, übersieht das enorme ethische und kulturphilosophische Engagement nicht nur von Zweig und Wittgenstein und die teilweise asketische Strenge im Judentum, worüber sich Kafka notabene geradezu psychisch beschädigt zeigte. Jedenfalls waren und lebten die herkömmlichen Juden puritanischer als der Volkskatholizismus, wo Sünden problemlos "weggebeichtet" werden konnten, zu schweigen von der "Dirndl"-Mode und der gewiss nicht einseitig jüdischen österreichischen Bordell-Kultur, die ich als Jüngling via die Lektüre der Memoiren der Josefine Mutzenbacher als eine Art sexuelle Aufklärung zur Kenntnis nahm. Siehe auch die Einstellung von Kaiser Joseph II. zu Bordellen, da war er grosszügiger als bei der Tolerierung der Volksfrömmigkeit. Wahr ist, dass in Oesterreich zumal die Jung-Akademiker, unter denen es natürlich viele Juden gab, sich in sexueller bzw. kultureller Freizügigkeit einst mehr leisteten als der Volksdurchschnitt. Galt auch für Musiker, selbst Mozart beherrschte pornografische Sprache.    

Adler und Drache

15. Januar 2026 13:12

@Maiordomus
Der Dispensationalismus ist im Grunde eine prophetische Geschichtsdeutung, nach der 1. Weltgeschichte und Heilsgeschichte deckungsgleich sind, 2. die Weltgeschichte in qualitative Sequenzen unterteilt ist und 3. eine besondere oikonomia/dispensatio/Haushaltung Gottes für jeden dieser Abschnitte anzunehmen ist, etwa durch das Wirksamwerden besonderer Geistesgaben und/oder durch einschneidende historische Ereignisse. 
Diese Geschichtsdeutung kann antijudaistisch sein, indem man etwa darauf verweist, dass die Juden Christus ablehnten, der jüdische Tempel zerstört wurde, die Juden ihr Land verloren und unter die Völker zerstreut wurden, sodass auf die Zeit Israels nun die Zeit der Kirche folge; oder eben auch projudaistisch, indem man etwa darauf verweist, dass das Land Israel wiedererstanden ist, womit nun der letzte Abschnitt der Dispensationen, also die Endzeit eingeleitet sei (die Vertreter der letzteren Ansicht erwarten wirklich, dass in naher Zukunft der 3. Tempel errichtet werde). - Aber die Frage nach der Bedeutung des Judentums fürs Christentum ist eine untergeordnete Frage, daran entscheidet sich nicht, was Dispensationalismus ist und was nicht.  

Rabenfeder

15. Januar 2026 13:22

RMH,
...und tanzend in den Spiegel schaun!
Das versteht sich doch wohl von selbst, oder?
 
Er weinte eine heisse Traene beim Gedanken an die armen Menschen im zerstoerten Kuestenstreifen. Dann wischte er sich das feuchte aber sehende Auge und laechelte mich an.
 

Majestyk

15. Januar 2026 13:46

@ Le Chasseur:
Ich bin in keinem "sozialen Netzwerk". Habe X/ Twitter mal drei Monate ausprobiert und wurde dann unwiderruflich gesperrt. War auch besser so, ist eh nur ein Zeitkiller. 
Ich traue gar keinen Opferzahlen. Dafür könnte ich einen Grund nennen, da ist mir das Eis zu dünn.
Bezüglich Gaza können Sie glauben, was Sie möchten, ist sinnlos das zu debattieren. Was ich glaube ist, daß man Kriege komplett inszenieren kann und dann kann jede Seite den Krieg für sich benutzen. 
Das amerikanische Militär ist die größte ABM Maßnahme der Welt, schließt Infrastrukturmaßnahmen wie den Bau der Interstates unter Eisenhower ein. Wir haben Sozialhilfe mit Zugang für alle Weltbürger, die USA leisten sich das größte Militär, sichern so die Dominanz übers Finanzsystem und den Petrodollar, sind Weltmacht. Wer am Ende bankrott geht, bleibt abzuwarten. Bei einer Wette würde ich nicht auf die USA setzen.

Le Chasseur

15. Januar 2026 13:59

Die AfD geht auf Abstand zu Trump .
Derweil soll der US-Botschafter in Island gewitzelt haben, dass Island bald der 52. Staat der USA sein wird.

Dietrichs Bern

15. Januar 2026 14:11

Im Grunde ist die Frage, ob man auf Seiten Trumps und der Zionisten steht, leicht zu beantworten. Die Alternative sind Islam und woke Linke. Gerade als Deutscher, der nicht blind vor die Tür tritt, sollte man das wissen.

Majestyk

15. Januar 2026 18:49

@ Liselotte:
Solar/ Windkraft sind Umverteilungsprojekte mit Abzockpotential. KI wird schon nichts, weil die USA dank niedriger Steuern, höheren Löhnen, leichterer Sprache immer für Fachkräfte attraktiver sein werden.
Anders als viele, glaube ich nicht, daß man die Großindustrie so leicht zurückholen kann. Warum sollte sie zurückkehren, wenn es anderswo viel weniger Auflagen gibt und willige Arbeitskräfte Schlange stehen? 
Eigentlich ist, wie bei der demografischen Frage jener berühmte Kipppunkt bereits überschritten. Bildungstechnisch wird man auch abgehängt. Was nützen neue Lehrpläne, wenn das Personal fehlt? Bismarck sagte mal: „Mit schlechten Gesetzen und guten Beamten läßt sich immer noch regieren, bei schlechten Beamten aber helfen uns die besten Gesetze nichts.“ Bei und sieht es bei Moral und Gesinnung von Beamten, juristischem bzw. politischem Personal und Lehrerschaft mau aus.
Nach '45 waren die Häuser kaputt, aber die Moral der Menschen intakt. Heute ist es andersherum. Den Glauben, irgendwann in 5 bis 10 Jahren werden sich schon Mehrheiten finden und man könne dann alles revidieren, halte ich für naiv. 
Wen die größte Sorge der Deutschen ist, ob die USA Israel unterstützen oder wem Grönland gehört, haben wir anscheinend keine Probleme. Trump kann sich von mir aus die Antarktis holen, solange die USA Druck auf Brüssel oder Berlin ausüben und Europa nicht komplett aufgeben. Was gehen mich Gaza, Iran, Venezuela oder Grönland an?

Le Chasseur

15. Januar 2026 21:21

@Dietrichs Bern"Im Grunde ist die Frage, ob man auf Seiten Trumps und der Zionisten steht, leicht zu beantworten. Die Alternative sind Islam und woke Linke."
Die Logik erschließt sich mir nicht auf Anhieb. Können Sie das vielleicht etwas näher erläutern? Dass Trump Deutschland wirtschaftlich ruinieren will, haben Sie aber mitbekommen? Trump hat auch nichts gegen Islamisten, solange sie ihr Öl in Dollar handeln, die Zionisten in Ruhe lassen und amerikanische Waffen kaufen.
@Majestyk
"Bezüglich Gaza können Sie glauben, was Sie möchten, ist sinnlos das zu debattieren. Was ich glaube ist, daß man Kriege komplett inszenieren kann und dann kann jede Seite den Krieg für sich benutzen."
Halten Sie es für möglich, dass dieses Bild inszeniert ist? https://bilder.deutschlandfunk.de/5c/a4/98/fd/5ca498fd-5238-4bad-b603-324a527e80a9/gazastreifen-zerstoerung-100-1920x1080.jpg

Majestyk

15. Januar 2026 21:26

@ Le Chasseur:
"Die AfD geht auf Abstand zu Trump."
Und bekommt umgehend die Quittung.
 
 

Maiordomus

15. Januar 2026 21:26

@Adler und Drache. Ich wundere mich wirklich, dass der von Ihnen verdankenswert kundig erläuterte Dispensationalismus in von mir besuchten geschichtsphilosophischen Seminarien bei Lübbe und Vorlesungen von Popper nach meiner Erinnerung nie erörtert wurde, obwohl es sich hier um eine beispielhafte Exemplifizierung des Historismus handelt. Wie auch immer, die hier geführten Debatten sind für mutmasslich jeden Teilnehmer lehrreich, nicht zu vernachlässigen die jeweiligen Beiträge der zwar wenigen, aber auf ihre Art sehr qualifizierten Frauen. Dass in diesem Strang aber mehr Antisemitismus und Antijudaismus (ist nicht dasselbe) zum Vorschein kommt, als lange von der Rennleitung gerade noch toleriert wurde, mag eine Folge der Schwerpunktverlagerung des virulent aggressiven Judenhasses auf das linke und sich aufdrängende islamistische Lager sein, vielleicht auch, dass man "wieder" mehr sagen darf als auch schon. Unerfreulich, aber immer noch besser als das, was man denkt, bis zur pathologischen Explosion unter dem Deckel zu halten. Es soll sich m.E meines Erachtens niemand auf seine Ressentiments, gegen wen auch immer, was einbilden.   

RMH

15. Januar 2026 21:53

"Es soll sich m.E meines Erachtens niemand auf seine Ressentiments, gegen wen auch immer, was einbilden."  
@Maiordomus, ein guter Satz, der auch als Schlusssatz unter die Debatte taugen kann. Ich erlaube mir, noch zu ergänzen:
Niemand sollte sich von seinen Ressentiments beschränken oder auf etwas festlegen lassen - insbesondere, wenn er nicht nur disktuieren will sondern auch politisch erfolgreich handeln will.
Aktuell erscheinen mir bei einigen die Ressentiments viel wichtiger zu sein, als jeder mögliche Erfolg. 

Für diesen Beitrag ist die Diskussion geschlossen.